Sie sind auf Seite 1von 1

23.11.

2020

Das Wirklichkeitsmärchen  Materialgestütztes Verfassen informierender


Texte

Aufgabenstellung: Verfassen Sie materialgestützt einen Lexikoneintrag zum Begriff


„Wirklichkeitsmärchen“, unter den auch E. T. A. Hoffmanns „Der goldne Topf“ gefasst
werden kann. Das „Wirklichkeitsmärchen“ soll dabei gegen das Volksmärchen
abgegrenzt werden (S.107-118).

Wirklichkeitsmärchen: Unter einem Wirklichkeitsmärchen versteht man die


Vermischung von Realität und Fantasie. Beide gegenwertige Bereiche bzw. Modi der
Wirklichkeit gehen, sich gegenseitig rekrutierend, ineinander über. Dies kann
allerdings auch als eine Art Konflikt dargestellt werden. Aufgrund dessen, dass die
Übergänge im Wirklichkeitsmärchen nicht eindeutig gekennzeichnet werden, kommt
es beim Leser zu Irritationen, denn der Leser ist ständig herausgefordert, das
Gelesene auf seinen Realitätsstatus zu beziehen.

Zudem werden die fantastischen Erlebnisse oft von einer Person wahrgenommen,
die sich inmitten der Philister-Welt befindet. Da die Person fantastische Dinge erlebt,
wird sie von den Philistern der Umgebung als wahnsinnig anerkannt, weil die
Philister die Fantasie nicht wahrnehmen bzw. diese ablehnen, kann es zur
Ausgrenzung der Figur kommen, die mit beiden Bereichen in Berührung kommt.
Durch die äußeren Einflüsse der Philister kann die Figur nicht eindeutig sagen, ob es
nun Realität oder Wahnsinn ist, weshalb sie in ein inneres Dilemma gerät. Sie
versucht ihre fantastischen Erlebnisse auf rationale Weise zu erklären.

So haben beispielswese vor allem deutsche Schriftsteller den Wunsch, den


Idealismus mit dem Realismus zu verknüpfen. So werden in Wirklichkeitsmärchen oft
wahre Orte als Handlungsorte eingesetzt.

Im Gegensatz zum Wirklichkeitsmärchen werden die fantastischen Elemente in


Volksmärchen nicht infrage gestellt. So gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass
sprechende Tiere, also Fabelwesen mitspielen.