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Was steckt hinter dem Auf und Ab der Wirtschaft?

Das wirtschaftliche Geschehen in einer Volkswirtschaft läuft nicht gleichmäßig und


stetig ab, sondern unterliegt dauernden Veränderungen durch unterschiedliche
Einflussfaktoren, wie die Höhe des privaten Konsums und die Sparneigung der Be
völkerung, die Summe des öffentlichen Verbrauchs, die Höhe staatlicher und priva
ter Investitionen oder die Höhe der Importe und Exporte. Alle diese Faktoren haben
Einfluss auf die volkswirtschaftliche Gesamtnachfrage und bestimmen damit maß
geblich die gesamtwirtschaftliche Produktion und Beschäftigung. Veränderungen
dieser Faktoren sind der Auslöser für zyklische, sich über mehrere Jahre erstre
ckende mittelfristige Wirtschaftsschwankungen, die als Konjunktur bezeichnet wer
den. Bei eher kurzfristigen Schwankungen der Wirtschaftslage, die in der Regel nur
einzelne Wirtschaftszweige wie die Baubranche betreffen, wird dagegen von Sai
sonschwankungen gesprochen.
Das vorliegende Kapitel macht dem Leser deutlich, welche Faktoren Einfluss auf die
Wirtschaftslage und die ökonomische Entwicklung in der Volkswirtschaft haben. Er
wird mit Begriffen wie Konjunktur und Konjunkturphasen oder Stagnation und Stag
flation vertraut gemacht und er erkennt, dass Wirtschaftswachstum an verschiede
ne Voraussetzungen geknüpft ist und durchaus auch Grenzen haben kann. Der Le
ser erfährt, dass die Regelung und Kontrolle der Geldmenge eine erhebliche Be
deutung für eine reibungslose Funktion aller Wirtschaftsabläufe in der Volkswirt
schaft hat und dass Geldmenge und Gütermenge im richtigen Verhältnis stehen
müssen, um negative Auswirkungen auf den Geldwert zu vermeiden. Dem Leser
wird in diesem Zusammenhang der Begriff Inflation verdeutlicht und ihre verschie
denen Ursachen und Arten dargelegt. Darüber hinaus tragen verschiedene Stich
wörter unter dem Leitgedanken Beschäftigung und Arbeitslosigkeit wie Arbeitslo
senquote und Arbeitsmarkt oder Erwerbsquote und Vollbeschäftigung zum besse
ren Verständnis dieser aktuellen Thematik bei.

Abschwung, Rezession, eine Konjunkturphase angebotsbedingte Inflation, Form der Inflation,


(siehe dort), in der die wirtschaftlichen Tätigkeiten bei der das allgemeine Preisniveau durch gestiegene
rückläufig sind. Güternachfrage und Güterproduk Kosten der Unternehmen (z. B. höhere Lohn oder
tion gehen zurück, Einkommen, Investitionen und Rohstoffkosten) oder durch steigende Unterneh
Gewinne sinken, während die Zahl der Arbeitslosen mensgewinne nach oben gedrückt wird. Unterschie
und der Kurzarbeiter sowie die Zahl der Unterneh den wird folglich zwischen Kosteninflation (siehe
menskonkurse in der Volkswirtschaft langsam an dort) und Gewinninflation (siehe dort).
steigen.
Arbeitslosenquote, der prozentuale Anteil der re
Akzelerationsprinzip, das Beschleunigungsprin gistrierten Arbeitslosen an der Gesamtzahl der zivi
zip (siehe dort). len Erwerbspersonen. In Deutschland sind regis

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