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KON Kapitel 2

schen Gebrauchsgütern (z. B. Wohnungseinrich chen Leitung (häufig durch eine Holdinggesell
tung) und Verbrauchsgütern (Güter des täglichen schaft) unterstellen. Die im Konzern zusammenge
Bedarfs wie Lebensmittel). schlossenen Unternehmen können der gleichen Pro
duktions oder Handelsstufe angehören (horizonta
Konzentrationsprozess, die zunehmende Zusam
ler Zusammenschluss), aufeinanderfolgenden Pro
menballung von wirtschaftlicher Macht durch den
duktions oder Handelsstufen angehören (vertikaler
Zusammenschluss von Unternehmen zu immer grö
Zusammenschluss) oder aus sehr unterschiedlichen
ßeren Unternehmen und Konzernen. Die Unterneh
Wirtschaftszweigen kommen (anorganischer oder
men, die sich zusammenschließen, geben dabei ihre
konglomerater Zusammenschluss). Unterschieden
wirtschaftliche Selbstständigkeit zugunsten einer
wird zwischen Unterordnungskonzernen (siehe dort)
einheitlichen Leitung auf. Schließen sich die betei
und Gleichordnungskonzernen (siehe dort).
ligten Unternehmen freiwillig zusammen, liegt eine
Fusion (siehe dort) vor. bernimmt ein Unterneh
Kooperation, die freiwillige Zusammenarbeit von
men das andere Unternehmen gegen dessen Willen,
Unternehmen, die ihre rechtliche Selbstständigkeit
wird von einer feindlichen bernahme gesprochen.
behalten, sich aber vertraglich zur Zusammenarbeit
Immer größere Unternehmenszusammenschlüsse
in bestimmten Bereichen verpflichten. Kooperation
(›Elefantenhochzeiten‹) sind eine weltweite Erschei
ermöglicht z. B. die Verbesserung der Wettbewerbs
nung und auch in der deutschen Wirtschaft längst
fähigkeit und die Ausweitung des Absatzmarktes.
keine Seltenheit. Durch den Zusammenschluss zu
Unterschieden werden beispielsweise horizontale
immer größeren Unternehmen und der damit ver
Kooperationen von Unternehmen gleicher Produk
bundenen Entstehung von Oligopolen (siehe dort)
tions oder Handelsstufen (z. B. mehrere Bauunter
nimmt auf den betroffenen Märkten der Wettbewerb
nehmen arbeiten beim Bau eines größeren Gebäu
ab und es entsteht eine immer größere Marktmacht
des zusammen), vertikale Kooperationen von Un
(siehe dort). Andererseits wird Unternehmenskon
ternehmen aufeinanderfolgender Produktions oder
zentration mit Blick auf technischen Fortschritt und
Handelsstufen (z. B. ein Schraubenhersteller arbei
internationale Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter
tet mit einem Maschinenbaubetrieb zusammen)
der Globalisierung für unvermeidlich gehalten. Hier
oder Kooperationen in bestimmten Bereichen (z. B.
ist die Wettbewerbspolitik (siehe Kapitel 4) gefor
bei Forschung und Entwicklung). Die Art der Zu
dert, durch Fusionskontrolle und Missbrauchsauf
sammenarbeit reicht von einer Arbeitsgemeinschaft
sicht den Konzentrationsprozess einzudämmen.
(siehe Kapitel 7) bis zu einem Gemeinschaftsunter
Konzern, Zusammenschluss von rechtlich selbst nehmen bzw. Joint Venture (siehe Kapitel 7). Ko
ständigen Unternehmen, die ihre wirtschaftliche operationen können auch die Vorstufe einer Unter
Selbstständigkeit aufgeben und sich einer einheitli nehmenskonzentration sein.

KONZER N

70 % Unternehmung A 60 %

35 %

Unternehmung B 20 % Unternehmung C Unternehmung D

5% 30 % 45 %

Unternehmung E 49 % 10 % Unternehmung F

• im Mehrheitsbesitz stehende Unter- • abhängige und herrschende Unternehmen


nehmen und mit Mehrheit beteiligte (B, C, D und E sind von A abhängig)
Unternehmen (A, B, D und über kumulierte • wechselseitig beteiligte Unternehmen (D, F)
Beteiligungsquoten auch C, E, F als indirekt • Konzernunternehmen als verbundene
im Mehrheitsbesitz von A) Unternehmen unter einheitlicher Leitung Konzern.
(A bis F) Beteiligungsstammbaum eines
Quelle: Schierenbeck.
verschachtelten Konzerns

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