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Mikroökonomie KON

KARTELL
Besondere Ausnahmen vom Kartellverbot

§ 3 Mittelstandskartelle Beispiele

Um kleinen und mittleren Unternehmen einen Ein Kartell kann vom Verbot freigestellt werden,
Ausgleich für ihre strukturellen, also größen- wenn es
bedingten Nachteile im Wettbewerb mit markt-
starken Großunternehmen zu gewähren, enthält • der Rationalisierung wirtschaftlicher Vorgänge
das GWB spezielle Kooperationserleichterungen durch Spezialisierung oder andere Maßnahmen,
für kleine und mittlere Unternehmen (Mittel-
standskartelle). Danach sind zum Zweck der • der Schaffung einheitlicher Normen und Typen,
Rationalisierung nahezu sämtliche Formen der
zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit erlaubt, • der einheitlichen Anwendung allgemeiner
soweit sie zur Verbesserung der Wettbewerbs- Geschäfts-, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen
fähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (Konditionen) oder
geeignet sind und den Wettbewerb nicht
wesentlich beeinträchtigen. Erst durch diese • der Bewältigung einer Strukturkrise, etwa durch
Kooperation können die Unternehmen in den abgestimmten Kapazitätsabbau,
Wettbewerb mit Großunternehmen einsteigen.
Nach den gleichen Kriterien werden Einkaufs- dient und sofern durch die das Kartell begrün-
kooperationen kleiner und mittlerer Unternehmen denden Absprachen keine marktbeherrschende
vom Kartellverbot freigestellt. Das GWB ist also Stellung begründet oder verstärkt wird.
ausgesprochen mittelstandsfreundlich
ausgestaltet.
Kartell.
Ausnahmen vom Kartellverbot

Kartellverbots versuchen Unternehmen auf andere gen, sodass sich der Käufer in der besseren Markt
Art, wie mit abgestimmten Verhaltensweisen, auch position befindet.
Frühstückskartell (siehe dort) genannt, den Wettbe Komplementärgüter, Güter, deren Benutzung die
werb zu beschränken. Benutzung eines anderen Gutes unvermeidlich
Kartellgesetz, siehe Kapitel 4. voraussetzt, sodass sich beide Güter gegenseitig
ergänzen, z. B. Füllfederhalter und Tinte, Kraft
Käufermarkt, Situation am Markt, in der das An fahrzeug und Benzin oder CD Spieler und CD; Ge
gebot an Waren und Leistungen größer ist als die genteil: Substitutionsgüter.
Nachfrage (Angebotsüberhang); Gegenteil: Ver Steigen bei Komplementärgütern die Preise für
käufermarkt. Die Konkurrenz der Anbieter führt eines der Güter (z. B. Kraftfahrzeuge), nimmt mög
aufgrund der geringeren Nachfrage zu Preissenkun licherweise nicht nur die Nachfrage für das eine Gut
KONSUMENTENR ENTE
(z. B. Kraftfahrzeuge) ab, sondern auch für das
Komplementärgut wie Benzin.
Preis P
Konkurrenz, bezeichnet den Wettbewerb (siehe
dort) insbesondere zwischen Unternehmen als An
A
N bieter von Erzeugnissen und Leistungen auf den
Konsumenten- verschiedenen Märkten der Volkswirtschaft.
rente
Konsumentenrente, der Unterschied zwischen
dem Preis, den der Käufer eines Gutes höchstens zu
P0 zahlen bereit wäre, und dem tatsächlich gezahlten,
niedrigeren Preis im Marktgleichgewicht. Die Kon
sumentenrente ist somit der Geldbetrag, der sich für
x0 Menge x
den Käufer als finanzieller Vorteil ergibt, weil der
Marktpreis geringer ist als derjenige Preis, den er für
Konsumentenrente. Grafische Bestimmung der Konsumen den Erwerb des Gutes ursprünglich gezahlt hätte.
tenrente als Fläche zwischen der Preisachse, der Nachfrage
kurve N und der Verbindungslinie zwischen Gleichgewichts
Konsumgütermarkt, Markt, auf dem die Verbrau
preis P0 und dem Schnittpunkt von Angebots und Nachfrage cher (Konsumenten) Güter kaufen. Bei diesen Kon
kurve N mit der Gleichgewichtsmenge x0 sumgütern (siehe Kapitel 1) wird unterschieden zwi

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