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MAR Kapitel 2

Gut, haben die Hersteller solcher Güter einen An welcher Qualität produzieren und welche Mengen
reiz, ihre Produktion zu erhöhen, da sich damit ihre sie zu welchen Preisen am Markt verkaufen wollen.
Chancen auf höhere Gewinne verbessern (Anreiz Markttransparenz als eine Voraussetzung für einen
funktion). Daneben locken hohe Marktpreise zu vollkommenen Markt trifft in der Realität am ehes
sätzliche Hersteller an, gleiche, ähnliche oder besse ten bei den Börsen für Wertpapiere oder Waren zu.
re Güter zu produzieren. Sinkende Preise führen da
Markttypen, eine gebräuchliche Bezeichnung für
gegen normalerweise zur Verringerung der Produk
die Einteilung von Märkten nach dem Grad der
tion, da die Aussicht auf Gewinnerzielung ebenfalls
Vollkommenheit in ideale oder vollkommene Märk
sinkt. Die Marktpreise sorgen also dafür, dass in ei
te (siehe dort) und unvollkommene Märkte (siehe
ner Volkswirtschaft mit den knappen Produktions
dort).
faktoren genau die Güter produziert und bereitge
stellt werden, die den Wünschen der Verbraucher Marktzutrittsschranken, Vorschriften und Be
entsprechen und am Markt gekauft werden (Alloka stimmungen, die ein Anbieter erfüllen muss, um auf
tionsfunktion). einem bestimmten Markt seine Leistungen verkau
fen zu können. Marktzutrittsschranken sind z. B.
MINDESTPR EIS bestimmte Rechtsvorschriften wie das Patentge
setz, das einem Unternehmen das exklusive Verwer
Preis P Angebot tungsrecht für Produkte oder Verfahren sichert und
gleichzeitig unerlaubte Nachahmungen untersagt,
Niederlassungsvorschriften und Gesetze zur Be
Pmin
G rufsausübung wie die Handwerksordnung, nach der
die Meisterprüfung grundsätzliche Voraussetzung
zur Selbstständigkeit im Handwerk ist, oder staatli
che Regulierungen zum Schutz von Monopolen wie
Nachfrage in der Vergangenheit bei der Post.
Mengenanpasser, Bezeichnung für Anbieter oder
xN xA Menge x Nachfrager, die den Marktpreis für ein Gut als vor
gegeben hinnehmen und nur durch Veränderung der
Angebotsüberschuss
Gütermenge, die sie anbieten oder nachfragen, auf
Preisveränderungen reagieren. Auf Märkten mit
Mindestpreis. Der Mindestpreis liegt über dem Gleichge
wichtspreis; zum Mindestpreis (Pmin) besteht ein Angebots vollständiger Konkurrenz, dem Polypol, verhalten
überschuss. sich alle Anbieter und Nachfrager als Mengenan
passer, da ein Einzelner über eine zu geringe Markt
Marktstruktur, die Zusammensetzung und die macht verfügt, um auf die Preisbildung einen direk
Kennzeichnung eines Marktes, die sich z. B. durch ten Einfluss auszuüben.
die Anzahl der Marktteilnehmer (Anbieter und
Mindestpreis, staatlich festgesetzter Preis, der
Nachfrager) im Sinne von Marktformen (siehe dort)
oberhalb des am Markt gebildeten Gleichge
oder durch deren Größe bestimmt.
wichtspreises für ein Gut liegt. Mindestpreise sol
Markttransparenz, eine Bedingung im Modell des len die Hersteller in bestimmten Wirtschaftsberei
vollkommenen Marktes (siehe dort). Markttranspa chen wie der Landwirtschaft oder dem Bergbau
renz bedeutet, dass allen Anbietern und Nachfra vor starken Preissenkungen und ruinösem Wett
gern sämtliche Gegebenheiten auf einem Markt wie bewerb schützen. Mindestpreise führen zu einem
Güterpreise, Güterqualitäten, Nachfragemengen Angebotsüberhang (Angebot an Gütern ist größer
oder Lieferungs und Zahlungsbedingungen be als die Nachfrage), da die Unternehmen die Pro
kannt sind. Sind die Anbieter vollständig infor duktion solcher Güter ausweiten oder zumindest
miert, wissen sie z. B., welche Güter die Nachfrager nicht verringern. Als Folge des Angebotsüber
in welchen Mengen zu welchen Preisen kaufen wol hangs entstehen möglicherweise graue Märkte,
len. Die Nachfrager sind bei Markttransparenz da auf denen die betreffenden Güter zu geringeren
rüber informiert, welche Güter die Hersteller in als den festgesetzten Mindestpreisen verkauft

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