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MAR Kapitel 2

fahrzeugmarkt, vom Arbeitsmarkt, vom Geld einem bestimmten Punkt wird es zu einer berein
markt, vom Kapitalmarkt oder vom Weltmarkt ge kunft zwischen Anbieter und Nachfrager über den
sprochen. Preis und die Menge kommen. Der Preis stimmt so
Die Bedeutung des Marktmechanismus (siehe dort) mit Angebot und Nachfrage aufeinander ab und er
für die Abstimmung von Angebot und Nachfrage in gibt sich im Sinne eines Gleichgewichtspreises (sie
einer Volkswirtschaft ist bereits bei den Klassikern he dort) als Kompromiss aus den unterschiedlichen
wie Adam Smith (* 1723, † 1790) oder David Ri Preisvorstellungen beider Marktparteien.
cardo (* 1772, † 1823) Gegenstand der ökonomi Der Markt erfüllt damit in einer Volkswirtschaft
schen Untersuchung. Nach den Annahmen, die vor wichtige Aufgaben wie Anbieter und Nachfrager zu
allem von neoklassischen Ökonomen wie Léon informieren, Angebot und Nachfrage für bestimmte
Walras (* 1834, † 1910) im Modell des vollkomme Güter einander zuzuführen und die Preise, die An
nen Marktes (siehe dort) unterstellt werden, kommt gebot und Nachfrage ausgleichen, zu ermitteln.
es auf dem Markt zu einem Gleichgewicht, da von Märkte können theoretisch nach verschiedenen Ge
Anbietern und Nachfragern ständige Anpassungen sichtspunkten eingeteilt werden, z. B. nach Marktty
ihrer Vorstellungen von Preis und Menge vorge pen in vollkommene und unvollkommene Märkte
nommen werden. oder nach dem Grad des Wettbewerbs in neun ver
Die am Markt auftretenden Anbieter und Nachfra schiedene Marktformen (siehe dort). Nach dem
ger verfolgen danach unterschiedliche Interessen Marktzugang unterscheidet man Märkte mit unbe
oder Ziele. Die Anbieter wollen am Markt ihre schränktem oder mit beschränktem Zugang sowie

MAR KT

Markteigenschaft vollkommener Markt unvollkommener Markt

Zahl der Anbieter

viele kleine vollständige Konkurrenz monopolistische Konkurrenz

wenige mittlere homogenes oligopol heterogenes Oligopol

ein großer reines Monopol monopolistische Preisdifferenzierung Markt.


Klassifikation vollkommener und
unvollkommener Märkte des Angebots

Waren verkaufen und dabei einen möglichst hohen geschlossene Märkte. Auf Märkten mit unbe
Gewinn erzielen. Die Menge der angebotenen Gü schränktem Marktzugang kann jeder als Anbieter
ter wird deshalb normalerweise umso größer sein, je oder Nachfrager auftreten. Auf geschlossenen
höher der Preis ist. Wird ein sinkender Preis erwar Märkten ist ein Zugang nicht möglich (z. B. durch
tet, verringert der Anbieter seine Angebotsmenge. ein gesetzliches Verbot). Auf Märkten mit be
Da alle Anbieter diese Ziele verfolgen, kommt es am schränktem Zugang ist der Markteintritt durch
Markt zum Wettbewerb bzw. zur Konkurrenz unter gesetzliche Regelungen (z. B. Konzessionszwang)
den Anbietern von Waren und Erzeugnissen. Die oder wirtschaftliche Gründe (z. B. Mindestkapital)
am Markt auftretenden Nachfrager wollen die Gü erschwert. Marktarten, die nach dem Tauschgegen
ter, die sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse benö stand, der auf dem betreffenden Markt gehandelt
tigen, zu möglichst niedrigen Preisen einkaufen. wird, unterschieden werden, sind z. B. Faktormärk
Der Nachfrager wird dabei normalerweise umso te und Gütermärkte.
mehr von einer Ware kaufen, je niedriger der Preis
Marktangebot, Gesamtangebot, die Zusammen
ist. Steigt der Preis, wird der Nachfrager weniger
fassung aller Angebotsmengen auf den einzelnen
von einem Gut kaufen oder seine Käufe auf andere
Märkten für ein Erzeugnis.
Güter verlagern (z. B. von Kaffee auf Tee). Der
Ausgleich der Interessen von Anbietern und Nach Marktanteil, der prozentuale Anteil eines Unter
fragern wird am Markt durch den Preis bewirkt. In nehmens am relevanten Markt. Der relevante Markt

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