Sie sind auf Seite 1von 51

THE PANDORA OF THE SIXTH AGE

by “Theophilus Schweighart”
(Daniel Mögling)

transcribed and translated from the


German and Latin edition of 1617

by Paul Ferguson

Version 1

Original text at:

https://books.google.com/books/about/Pandora_Sextae_Aetati
s_Sive_Speculum_Gra.html?id=C2Q6AAAAcAAJ

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

1
*

TRANSCRIPTION

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

2
Sub umbra alarum tuarum.

JEHOVA.

PANDORA SEXTAE AETATIS, SIVE SPECULUM GRATIAE.

Das ist:
Die gantze Kunst und Wissenschafft der von Gott Hocherleuchten FRATERNITET CHRISTIANI
Rosencreutz / wie ferr sich dieselbige erstreckt / auff was weiß sie füglich erlangt / und zur Leibs
und Seelen gesundheit von uns möge genutzt werden / wider etliche deroselben Calumnianten.
Allen der Universal Weißheit / und Göttlichen Magnalien waren liebhabern / treuhertziger meynung
entdeckt

Durch

THEOPHILUM SCHWEIGHART
Constantiensem, Pansophiae Studiosum.

MDCXVII.

Da ME nosse Deus mihi, da TE nosse Triunum!


Da bona per Jesum, Flamine pelle mala.

Cum Privilegio Dei & naturae in ewigkeit nicht umbzustossen.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

3
Die gantze Kunst der Fraternitet R.C.

Allen und jeden


Der von Gott
Sonders erleuchten Brüderschafft deß Hochlöblichen Ordens vom RosenCreutz;
Wünscht
Der Author dieses Tractätleins / zu der lang erwünschen Reformation glücklichen Success und
fortgang / bevor.

Demnach / ir Gottweisse Männer / ich eine geraume zeit hero / bedes eur / als anderer von
gedachtem Orden in offentlichen Druck täglich außlauffende Schrifften perpendirt, auch erstlichen
selbige / wie vil andere / mit unzeitigem judicio vor einen philosophischen auffzug oder Chymische
Rätzel angesehen; Befindt sich doch endlich wider männiglichs verhoffen / solche consonantz und
einhälligkeit / das nit allein mir solcher scrupulus und zweiffel penitus eximiert / Sondern auch ich
bey einem halben Jar hero gäntzliches vorhabens / dieselbe eur Hochlöbliche Fraternitet, nach dem
exempel etlich vortrefflicher Männer mit einem gleichwol geringem bittschreiben zuersuchen. Dazu
mir denn sonderbare andeutung gaben / euer in der fama zum offtern widerholte Brüderliche
invitation, darinn ihr keinen unbeantwort zulassen versprecht / ob wol solches biß daher in
offentlichen Schrifften nicht befunden. Diß mein propositum und ernstlichen vorschlag / hab ich
noch der zeit ins werck zurichten / wegen vilfeltiger occupation, auch forcht der jenigen / denen ich
zugehorchen verbunden schwerlich vermöcht. Weiln aber unter dessen als denn auch kurtz
verwichener tagen / mir von allerseits Gottlosen Weltkindern vil und mancherley calumnien
obtrudiert worden / darinn E. Hochlöbliche Fraternitet (gleichwol ohne dero schaden / als welche
sub umbra alarum Jehovae wolbewahrt) nicht weniger verletzt: Hab ich nicht unterlassen sollen
noch können / solchen vor der Welt subtilen und eygensinnigen köpffen / ein Electuarium Rhodo-
stauroticum zu componiren / und deroselbe grobe stagiritische humores durch gegenwertige pilulas
veritatis ausser dem Haupt zu purgieren; tröstlicher hoffnung und zuversicht / es werde sowol diß
mein treumeinendes Schreiben bey gedachten Microcosmophilis nicht ohne frucht abgehen; als
auch euer Hochlöblichen Fraternitet interessirten membris günstlichen belieben. Was ich hierinnen
gethan / ist nicht geschehen euers von Gott genugsam illuminierten Fraternitet einiges
vorzuschreiben / oder deroselben Hochweisen Judicio mich zuwidersetzen: Sondern einig und allein
/ offtermelten Mydas sinnigen hertzen ihre falsch concipierte persuasion zubenemmen / in dem sie
vermeinen / summum hominis bonum in aureis montibus zusuchen / und die Metamorphosin
Metallorum über alle Himmel zuerheben / denen doch von Juliano de Campis verloffner zeiten
genugsam solte respondiert seyn. Und hat mich hierzu noch mehrers bewegt / die vilfältige
adhortationes unnd bitt etlicher guter Freund und Pansophię studiosorum, ihnen eine kurtze ideam
und conterfeth / der general Weißheit zu adumbriren: Denen ich dann hiemit / pro virium permissu
wille gewillfart haben. Euer Gottliebenden Fraternitet, mich und meine studia zu gnädigsten
gunsten / underthenigst befehlendt. Datum in Germaniae Centro, 1617, Primo Jan.

T.S.C.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

4
PANDORA ARTIS RHODO-STAUROTICAE.

Vorrede.

Wie vilfältigen judiciis der jenige subjicirt, welcher etwas (wie gut es auch sey) in
offentlichen Druck zugeben verschaffet / wird so wol vilen Hochgelährten Männern / als insonders
der in Gott erleuchten Brüderschafft vom Rosencreutz / am besten bewußt seyn: Sintemal beedes
derselben fama und confession, als auch ander Leut wolmeinende antwortschrifften / so vil anstöß
von Weltweisen klüglingen biß daher sustiniert, das zubesorgen / wo nicht ipsa Jehovae gratia an
statt einer Feurseulen gesetzt / es möchte dise Fraternitet selbsten von solchem unbedachtem
vornemen böser zungen gehindert werden in ihrem glücklich-nunmehr angefangenem werck. Sihe
dich ein wenig umb / so wirstu befinden / was wunderbarlicher Schlußreden von den
Menschenkindern gefällt werden. Aber wie Julianus sagt / man muß den Vogel lassen singen / wie
im der schnabel gewachsen / hetten sie es besser gelernt / so würdens besser urtheilen. Nun dem sey
wie im woll / eines verdreust mich / so ich neulicher zeit / von etlichen Narcissulis müssen hören /
das nemlich der RosenCreutzer Philosophia nichts anders sey / als ein zusammenschmeltzung aller
Künsten / dannenher ein merckliche confusion zubesorgen / unnd were zu wünschen / das solche
scripta niemals in Druck kommen / dardurch trefliche ingenia verhindert / ihr Aristotelicam veram
& genuinam philosophiam (si credere fas est) hindan gesetzt / solchen närrischen Cabalistischen
phantasien anhangen / und dardurch gleichsam fascinirt, Platonem, Aristotelem, Galenum, &c.
verachten / und was dergleichen Calumnien mehr sein. Solchen Nasutulis will ich gegenwertige
Pandoram in 3. Capitel gleichwol mit solcher geschwindigkeit eröffnen / das ob sie gleich ein
geruch (der sie von irer meynung möchte bringen) empfunden / rem tamen, & nucleum, wo ferr sie
das gnothi seauton nit besser studieren / schwerlich darauß erlangen mögen. Dann was soll der Kuh
eine Muscaten / oder dem Esel ein Lauten / Er darff nicht vil suchens oder entdeckens / die
Weißheit steht vorhin jedermenniglich offen / hastu Augen zu sehen / so sihe. Hastu ein hertz zu
studieren / so lerne / du hast zu lernen biß in Todt / und lernest doch nicht auß. Verstehe mich was
ich sage / es ist ein Buch / ein Buch sag ich / ein grosses Buch / wann du verstehest / was darinnen
geschriben / so bist ein Rosencreutzer. Darffst dir aber nicht einbilden / das solches Buch zu
Franckfurt / Leiptzig / Ambsterdam / Rom / oder gar in Utopia zuverkauffen sey / Nein gar nit / es
ist den Buchhendlern zutheur / und vermags keiner zuverlegen / Die Brüder aber wissens / wo es
ist / und lesen darin täglich / du aber stehest dabey / sihest es an / wie ein Kuh ein neu Stadelthor /
beduncken dich Böhmische Dörffer. Warumb? Dieweil du das Alphabeth nicht recht gelernt / dessen
Clavis unter dem gewalt Jehovae. Damit ich aber nit zu weit gehe / so kommet her ihr peripatetische
geschworne Scholastici, und Galenische Leibärtzt / ir Goltbegirige Chymisten / und Chymische
Goltverreucher / deren reichthumb in fumo & vapore, kompt her sprich ich / jetzt wird die Büchsen
auffgethan / sehet das ein jeder das gröste stuck von der Kunst erwische.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

5
Das Erste Capitel.
THEOSOPHIA.

Von der erkanntnuß Gottes und seiner Wunderwerck.

Hie wird mancher vermeinter Paracelsist gedencken / hette ich gewust / das du von
Theologischen oder Geistlichen sachen würdest disputieren / wolt nicht so lang vergeblich gewartet
haben. Ho ho /gmach an / Juncker Narcisso, du hast die Kunst noch nit gefressen / diß ist das erste
und fürnembste Meisterstuck auß unserer Pandorbüchs / welches ich allen Pansophiae studiosis zu
günstigem wolgefallen / dir aber Autophile zum spot und tratz / etwas weitleufftiger will expliciren.
Gott ist alles in allem / und wird doch von keinem beschlossen / er ist die unendliche
circumferentz / cujus centrum ubique superficies nullibi. Er ist das alpha und omega, der anfang
und das end. Gehe in dich selb mein Bruder / gedenck / wer und wie du bist / betracht / was du
vermagst ohne den gewalt Gottes? nichts. Erwege / warzu dir alle Künst und Wissenschaft der
gantzen Welt nützlich sein / ohne Gottes barmhertzigkeit: weniger als nichts. Derowegen folge den
Brüdern / such Gott am ersten / quaerite primò regnum DEI, laß diß dein ergon und anfang in der
Rhodo-staurotischen Philosophi sein. Lise fleissig seine wort / schreibs in dein hertz / sihe das du
denselbigen ehrest und ihme gehorchest / welches geschieht / wann du deinen Nechsten liebest / als
dich selbst. Nun sihestu / wie man von Gott kommt auff die Creaturen. Erstlich must du Gott
erkennen / dich demselbigen durchauß vereinigen durch seinen Sohn Christum in krafft deß
Heiligen Geistes / all deinen willen und Werck nach seinem wolgefallen anrichten / Summa dich
gantz verendern / und deine vermöglichkeit hindan setzen. Auff dise weiß wirstu gesundt an der
Seelen / und bißt ein Theosophus.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

6
Das Ander Capitel.

Von der erkanntnuß seiner selber.

Nun weist dir Gott den weg / welcher massen du nach versorgung der Seelen / auch den
Leib procurieren solte / Nemlich / liebe deinen Nechsten. Wie geschieht das? Gehe in dich selbst /
betracht deine gantze fabricam und überkünstliche structur, so der Himmlische Vatter an dir erwisen
/ in dem er dich nach dem ebenbildt Microcosmi formirt, examiniert alles und jedes / conferiren es
mit der grossen Welt / das ein Sphaera und Globus darauß werde / dessen Centrum veritas, darinn
alle facultates übereintreffen / so wirstu hierauß lernen wunderlicher Künst und handgriff genug /
du wirst verstehen die rotas fratrum, und Mundum minutum, du wirst wissen axiomata generalia zu
colligieren / alle Kranckheiten / so vil müglich zu heilen / nit mit grossem unkosten / nicht mit
Edelgestein / Gelt und Gut / sondern manchmal mehr mit einem geringen in virtutum summo gradu
debito rotarum tempore cum Macro- & Microcosmo consonāte colligiertem Kräutlein außrichten /
als andere Doctores mit vil tausend Donnen Golts schweren recepten. Dann Natura non vendit suos
thesauros, darffst hierzu keines vollen Seckels / aber eines reinen / Gottsförchtigen und arbeitsamen
gemühts. Golt zumachen wird dir ein geringe Kunst seyn / und dich nicht mehr wundern / daß die
Fratres sagen / sie können noch vil tausend bessere stuck. Es ist war / glaub mir darumb / und wolt
ich selber nicht ein hand darumb umbkeren / wann ich nicht was bessers im vorraht hett. Darumb ist
an dem Goltmachen so vil nit gelegen / unnd dörffen wir kecklich sagen cum Patre Rosencreutzer /
pfuy aurum nisi quantum aurum, versteht du das und practicirest es recht / wird dir an weißheit
nicht mangeln.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

7
Das dritte Capitel.

Wie beede Cognitiones in ein Pansophische Concordantz zuschliessen.

Nun hastu die beede Seulen / darauff die Fraternitet fundiert worden. Jetzt gib achtung / wie
selbige zugebrauchen / damit auß dero concordantz du mögest endlich erlangen die volkommene
perfection in disem leben.
Merck mein weißheitbegierenter Leser. Das erst Capitel gibt dir den ergon, den fürnemsten
scopum und zweck der gantzen Kunst. Das ander appliciert das parergon, selbiges must du also
anrichten / das es mit Microcosmo, Macrocosmo und dem obermelten ergoi in gleichem Thon unnd
Melodey gehe / damit keinem zuvil / oder zuwenig geschehe. Dann spanstu in dem ergoi die Seyten
zu hoch / so fälstu in Atheismum, zeuchstu dann in parergo zu starck / so gibts ein pseudo
paracelsisten / cujus ergon auri sacra fames. Suche nuhn was die Concordantz kan? Warlich ich sag
dir die warheit / denckstu den sachen nach / läst dir Gottes Wort der Natur Unitet und deß nechsten
nutzen angelegen sein in simplicitate, veritate, humilitate & spe, so bistu ein Bruder deß
Hochlöblichen Ordens vom Rosencreutz. Es gehörr hierzu kein ansehlich herkommen / kein grosser
Reichthumb / kein prächtige Tracht / kein Aristotelische subtilitet, kein Academisch disputiren /
kein Oratorisch plaudern unnd Marckschreyen / Ora & labora Deo & Naturae consentaneus, & eris
magnus Philosophus. Solchs hab ich dir frommes hertz / einseitiger meinung nit wöllen verhalten,
Simplicitas veritatis sigillum.
Du aber unzeitiger Calumniant, hastu etwas auß meiner Büchsen gelernet / so behalts ad
usum, wo nicht / so accusier nit mich / der ich pansophisch mit dir geredet / ohne dein eygenliebe
spitzfündige unweißheit. Vale & boni consule.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

8
Beschluß darinn deß Authoris Namen Cabalisticè verdeckt.

Demnach nun mein Pandora beschlossen / und das Speculum gratiae jedermenniglich
eröffnet ist worden / sich und seine potentiam darinnen zu contempliren. Will ich noch so Candidus
sein zum Beschluß / und dir Naturkündiger meinen Tauf und zunamen / in einem Philosophischen
Rätzel eröffnen / damit / da du hierin beleidiget / mich wissest anzutreffen.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

9
AENIGMA PHILOSOPHICUM.

Ich gieng an einem Morgen spatzieren gegen Auffgang der Sonnen / da begegnet mir unter
weges ein Weibsbild in weisser Kleidung und ansehlicher geraden statur, deren folgten nach Vier
ihrer Töchter / die Erste hielt in der hand einen Athanore auff Chymische art / die Ander aber war
mit flügeln geziert in gestallt eines Engels / und führete mit sich ihre Schwester / so den Mercurium
philosophorum hatte in ein Glaß auffgefangen / die Vierte aber gieng allein traurig hernach / und
hatte Aschen auff ihr haupt gestreuet / zur anzeigung sonderbarer Melancholi.
Solcher auffzug kam mir wunderlich genug vor / und fragt derowegen das Weib / was er
zubedeuten / und woher die ursach ihres traurens? Ach sagt sie / die Philosophi treiben uns auß
ihren gräntzen / die wir doch niemalen beleidiget / und erkennen uns nicht / du aber / damit du
wissest wer wir seyn / Nimm hin dises Buch / und Lise darinn unsere Namen: Als sie solches gesagt
/ reycht sie mir her ein Buch / welches ich zuvor öffter gesehen / sein geschrifft war künstlich von
allerhand farben / und in ihm war all Weißheit / und es war groß genug / das ich mochte darein
gehen / und ich lase ohne unterlaß mancherley Künst und Wunderwerck / und ich gedaucht mich
glückseelig. Weiln ich aber also studiert / vergaß ich meiner selber / unnd wurde verzuckt / und
mich bedunckt / ich schwebte zwischen Himmel und Erden / und ich hörte ein Stimm durch die
Wolcken sprechende: Theophile, du hast hart genug geschwigen / Rede / dann es ist zeit / dir soll
ein anderer Namen gegeben werden / welcher in sich begreifft Weißheit / verstandt / und grosses
vermögen. Also bald kam einer dessen antlitz wie Sonnenstrahlen / disen erkannt das vorgedachte
Weib für ihren Herrn / fiel ihme zufuß / und sprach / Herr gib deinem Knecht einen Namen. Und er
gab mir den ersten Buchstaben von dem seinigen / das Weib aber den andern und ersten von dem
ihrigen / und die den Athanor trug / verehrt mir auch den ersten. Darauff ward mir noch zugestellt
ein Syllaben / welche grösser ist als Himmel und Erden in ihrem vermögen / und das Weib sprach:
Ich fahre davon / Gott woll das dir gelinge. Als sie solches gesagt / verschwand sie mit allen den
ihrigen / und war mir nicht anderst / als wann ich in einem süssen Schlaf gelegen. Laß dir hiebey
genügen.

Ex Corde Alemannorum, 1617. Mensae Jan.

DEO! proximo! Tibi!

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

10
Sendschreiben /
An die Brüderschafft deß Hochlöblichen Ordens deß Rosencreutzes.
Mit einem Kupfferstücklein / Auff der Allerseeligsten Fraternitet Famam und Confession einfälltig
geschehen /
Durch
Einen Medicinae, Theosophiae, Chymiae und Philosophiae studiosum.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

11
TANDEM
JUVATE.
Ignorantia.
Yahveh.
Pelagus Opinionum.
Errores.
Quaerite primo regnum DEI, et Justitiam ejus, et caetera omnia adjicientur vobis. Matthai 6.
Capitel.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

12
O Quam profunda est sapientia DEI, & abscondita à Filiis Mundi, internè quaerendum, quod oculis
non conspicitur externis.Diß Kupfer gehört zum 20. Blat.

IGNORANTIAM MEAM SUMMA CUM INVIDIA MORTALIUM


TUNC TAM, EX ANIMO, SERIOQUE, NEC SERÒ DEPLORANS, UNICUM
MIHI SOLATIUM EXISTIMO QUOD ID EIUSQUE MEDIANT T. MI-
NISTRIS, TACENDO, SPERANDO (RUMPANTUR UT ILIA
MOMO) TANDEM FIT SURCULUS ARBOR FIAT.

IESUS NOBIS OMNIA


PRENUNTIA.

THEOLOGIA.
DEUS.
PHILOSOPHIA.
IURISPRUDENTIA.
MEDICINA.

SILENTIUM IURO.
SPERO DE FUTURO.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

13
AB ILLO
Qui dat,
Qui dedit,
Qui daturus est,
Veritatis Contemplationem,
Contemplationis veritatem.
Arrige Arrige Aures
Quod foelix faustumque sit.

Demnach / Allerseeligste in Gott Fratres Rhodo-stauroticae, ich mit grosser verwunderung /


aber doch hertzlichen Freuden eure Fama erstlich / und nun mehr auch die Confession mir zu lesen
fürkommen / kan ich fürwaar mit worten nicht genugsam außsprechen / Ich muß zwar bekennen /
(Confess. pag. 46.) / das inter legendum utrumque illud vestrum scriptum mir mancherley
gedancken eingefallen seyn / welches auch nicht wol anderst (als ihr dann selber andeutet) hat seyn
können / unnd zweiffels ohne dergleichen cogitationes auch andern lectoribus werden fürkommen
sein: Dann weil in derselben der künfftigen Reformation aller Künste und sachen in der Welt / zum
offtern gedacht / auch fürnemlich in der Confession expresse gemeldet wird / (Confess. pag. 54, 55
& 69) / das der Herr der JEHOVAH beschlossen / diser bösen und verderbten Welt / noch ein mal
vor ihrem interitu und letzten untergang ein solche Weißheit / Liecht / Leben und Herzligkeit
widerfahren zulassen / wie anfänglich der erste Mensch im Paradyß gehabt / bin ich dardurch in
grosse gedancken gerahten / es möcht dem jämmerlichen zustandt unsers lebens / in welchem wir
durch den Fall unser ersten Eltern kommen / ein endt gemacht / alles von der Finsternuß und lügen
loß / und wider ans liecht und zu recht gebracht werden.
Ich hab etlich Jar her zum öfftermahln mit verwunderung gelesen / was der hocherleuchte
Aureolus Theophrastus Paracelsus in seiner Apocalypsi geschrieben / (Theophrast. vol. 2. in
Apocalypsi pag. 669) von dem Geheimnuß aller geheimnussen / welches des allerweiseste
HERMES verum sine mendacio, certum & verissimum &c. (Theophrast. in Tinctura physicorum &
de lapide philosophico Medicinalis. vol. 1. pag. 948). Andere aber das best und höchste so under
dem Himmel mag gesucht werden / gennant haben / das es sey ein ursprung aller freude / welches
gebe gesundheit / glück / freud / fride / liebe / vertreibe haß / feindschafft / unnd traurigkeit / führe
freud ein / vertreibe alles böses / heile alle kranckheiten / zerstöre die armuht / mach ein ende allem
elend / führe ein alles guts / mach / das einer das böse weder reden noch gedencken kan / und gebe
dem Menschen was er in seinem hertzen begehrt / den frommen zeitliche ehre und langes leben /
den bösen aber / die es mißbrauchen / die ewige straf / daher dann auch die jenige / das derselbe hat
keines andern hülffe bedarff / weil er eben das hat / darein alle glückseeligkeit / leibliche gesundheit
und Irrdisches wolleben verborgen.
Disen Edlen Schatz (auß welches kräfften Adam unnd die andere Patriarchen ihr langes
leben gehabt) haben die Philosophi mit frembden dunckelen worten und verblümten reden also
verborgen / (Confess. pag. 64. Theophrastus para. 3. pag. 37. & part. 2 in Apocalypsi pag. 671) das
er den Narren wol verborgen bleiben muß / und sehr wenig in diser Welt bekannt werden kan / etc.
Dann wann solche ding geoffenbaret werden solte / und Gottlose ding dadurch geschehen / müssen
wir / sagt Theophrastus, als erste ursach / dafür rechenschafft thun / und würden von Gott hertiglich
gestrafft / das wir das Heiligthumb den Hunden gegeben hetten / und die Perlein für die Schwein
geworffen) wiewol er in einem jeden dinge / an einem jeden ort / und zu jeder zeit gefunden werde /
auch aller Creaturen kräffte und würckung in sich habe. Fürwahr es ist sein erlangung besser denn
alles Golt und Silber / und kan allein / was der Mensch vom zeitlichen begehret / im geringsten
nicht verglichen werden / wie daher obgedachter Theophrastus (Theophrastus in Apocalypsi pag.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

14
670) nit unbillich geruffen: O Schatz aller Schätz / O du geheimnuß aller geheimnussen / und aller
dingen heimlichkeit / Ja aller dinge heiligung und gesundmachung / billich begert dein die gantze
Welt / denn du allen / die dich kennen / freude gibst / alle schwachheit zerstörst / in Summa / alles
was dem Menschen wolgefellt / überflüssig gibst.
Weil denn nun Hocherleuchte Brüder deß Löblichen Rosencreutzes in euer Fama (Fam. pag.
50.) auch hernach er in der Confession sanctè widerholet wird / das ihr jedermenniglichen wie ihr
verheissen / es keinem fehlen solle / was Würden und Standts er auch seyn möcht (doch der es
getreulich meyne) von euch auffgenommen zu werden.
Auff solch euer treuhertziges anbieten / weil solches von euch / am Marckte / das ist /
publicè editis scriptis ist geschehen / hab ich mich auch endtlich unterwunden / demütig
unterstehende / die Gottweisen Virgines vom Rosencreutz / mit disem meinen geringen und
einfeltigen schreiben zuersuchen / Ob es deß Allmechtigen wille / unnd der Gottweisen Fraternitet
gemeß / mit meiner tenuitet an eim ort / wo es denn sein möchte / zu discuriren und conversiren / O
Ihr allerseligste Männer / werdet auch mir dise gunst lassen widerfahren / damit etwan ich eines
kleinen fünckleins euer Weißheit theilhafftig werden möchte / wann mir solches widerfahren könnte
/ wolte ich mich für glückselig halten / und mir nichts liebers in diser Welt wünschen oder
begehren.
Mein Standt und Alter belangend / bin ich noch in blühender Jugendt / und geliebt mir das
(Fam. 31) Buch M. gar wol / habe auch die Bibel sehr lieb / die ist mein höchster Schatz / und zihe
sie allen andern schätzen vor / Seelig ist der / (Fam. pag. 40. & Confess. 75.) der dieselbe hat / noch
seeliger ist / der sie fleissig liset / aber aller seeligsten ist der / der sie außstudiret / und welcher sie
recht verstehet / der ist Gott am aller gleichsten und ehnlichsten. Ich frag nicht vil nach Gelt und
Güter / ich habs die tag meines lebens nicht hoch geacht / dann sie helffen nicht zur Seeligkeit /
sondern bin paucis content gewesen / wie noch: Weißheit annemen / ist besser weder Golt / und
verstandt haben / ist besser denn Silber / sagt Salomon / (Proverb. 16. v. 16). Summa ich laß der
Welt ihr thörichte freud.
Gelanget demnach an euer Löblichen Fraternitet diß mein instendiges bitten / dieselbe
geruhen mich ihre Freundschafft zu würdigen / und wo nicht gar in dieselbige auffzunemen / doch
zum wenigsten / derselbigen herzlichkeit etlicher massen mich sub arctissimo sigillo theilhafftig
zumachen / mich hiemit euer gunst / uns alle aber Göttlicher bewahrung getreulich empfehlende /
und euer wilfährige antwort / an welchem ort es Gott oder euer Fraternitet gelieben möchte / magno
cum desiderio & expectatione erwartende. Datum in centro Germaniae, 1. Junii Anno 1617.

Sub umbra alarum tuarum


JEHOVA.

Euer von hertzen willigster

S.W.R.B.

Fiat voluntas, JEHOVA.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

15
Votum Benedictionis
AD ILLUSTRES ATQUE GRATIOSOS HEROES, NATURAE SUBLUNARIS
Megistanes Apostolicos,
SIVE
ROSEAE CRUCIS FRATRES.
Votum BENEDICTIONIS & VERITATIS.
Anno 1617.

ILLUSTRES VIRI DOMINI GRATIOSI.


Magna Vestri Fama Ordinis atque Confessio cum in meas advenisset manus, ut ingenuè
dicam, augusta, quam ageretis, causa mihi attentionem excitavit, ipsa causae intelligentia spem
animosam liberationis accendit. Sextum decimúm agebam aetatis annúm, ubi publicam Academiae
doctrinam peregrè adire & audire me parentes mei jusserant. Rutha me túm ad lenem salam inter
lucos excepit. Viatico mihi pater imperaverat, aien ariseuein [sic] et Biblia, Biblia menti devincîre
lectione, fierique rhetera logon, prachtera te ergon [sic]. Primitùs quidèm egò Lajovah orabam, ut
in suae Sapientiae viam me deduceret; quam & IPSE me in quintum hactenùs decimum vidêtur
egisse, prout ê Bibliorum consensu confirmor & spe naturaliū erigor operum. Nam insidiae
malignantes & misera mea adversum insultus earum concertatio vires vitasve juventae meae
numquàm satis hactenùs solidatas ferè frangerent, quòd illas vestrâ cunctatione rabiosas, hanc non
rarò moribundam cogerer fatêri. Veruntamen strenuè physica colui studia cum amore sanctae
Religionis, salubrem Hermetis principis medicinam abhinc novennio agnovi, cujus in opere licet
prima caliginosae putredinis initia viderim, attamen barritum beluarum palmulae meae infensarum
fugiens ibi túm destiti ab opere, vitrumque fregi sed Veritatem Mentis non deservi. Perrexi studendo
& secundùm opus tentavi novâ compositione: Verùm ibi tùm beluas nihil reveritús filium suae matri
nimis contumacem ac durum deprehendi propè ad biennium. Ita pecuniae insumi, mecoenas
retractare manum, ego postmodùm fructu mei studii vivere debêre, proptere à paulò ante
Magnaesiam meditando partiales invenisse circulos, ex usu gessisse primos, & quòd meum
professionis symbolum desererent responsione Magnates R.C. ad synallagmatum rationem
confugisse.
Sanè si negêtis, me cum DEO symbolum Artis dedisse Vestrae tùm Famae, tùm Confessioni;
Juliani tamen epistola meis directionem suam scribtis, ut & Chymicae nubtiae Christiani R.C. &
EDFr: Sen: aenigma, quod primâ lectione intellexi, negare non potuerint. Anne verò tantùm resistit
Vobis virginum quinque dementia parabolica, ut amplas Famae pollicitationes amputaretis? Die
Goltkunst und Schätze müssen durch eines jeden selbst bemühung erlanget werden / ut habet G.
Moltheri relatio. Etenim quòd DEO volente comparari debeat Magnaesia, non vitupero Legatur
autem, quos invitet Fama? Das unterdeß etliche wenige / die sich werden angeben / zusammtretten /
unsere Fraternitet mit der zahl und ansehen vermehren / und deß gewünschten und von Fr. R.C.
fürgeschribenen Philosophischen Canons einen glücklichen anfang machen / oder ja unserer
Schätze (die uns nimmermehr außgehen können) mit uns in Demuht und Lieb geniessen / die
mühsamkeit dieser Welt überzückern unnd in den Wunderwercken Gottes nicht also blind
umbgehen: Porrò quas gazas Confessio nominet offeratque conversis ad Ordinem celsis, generosis,
literatis candidisque Viris? Dignos invitatis, indignos abdicatis. Et qui digni? Cur non, qui Vestrae
veritatis conscii ac fidêles? Cur non indigi, quibus incognita Vestra spretaque Veritas? Et quomodò
fidêles examinaris? Anne semineces moliendo? anne plantarum, animalium, linguarumque
cognitionem violentèr eripiendo, ingenia exurendo, cor â Veritate, nescio quos in nefandos turbines
& abominandos animos abstrahendo? Fama tamen & Confessio Vestra secùs docent. Et quantò tùm
certius foret, tùm utilius, judicari hominem ê spontaneis iisque solitis actionibus, quàm violenter
imputatis & intrusis pravitatibus! Scio ego, neminem esse discendo Naturae Cantico, nisi qui

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

16
sequatùr Agnúm & virgineùm servet Animum adversùs mendacia. Scio, qui non innatas habeat
aureae Philosophiae & Longanimitatis scintillas, eum, licet hodiè simplicem audierit chrysopaeae
traditionem, cras tamen cum aspernantibus ululaturum. Interim quisquis promittit multa nihilque
servat, nubes illa ventosa refert pluviarum steriles. Nostis tamen & Ipsi Vos, Heroes Viri, typhas,
ambubeias, tragopoga & seneciones, latis floribus coruscas & pappis strigosis liberales. Ego sanè si
quam expectâram ab ullo R.C. Fratre benevolentiam, ne literulam quidèm salutationis pro factâ
ipsorum â me honestâ mentione recepi, at ab alienâ diffidentiâ sarcasmos & angustias cordis &
uredines cerebrum perspirantes hostilitèr noctu diuque. Numquàm tamen sarracenicâ immanitate fui
delectatus, ut ipsius nunc pascerer fructibus.
Haec Vos, Exemplares Viri caelare non volui publicè, quandò privatim haut potui certiores
reddere? Nam quae vestra sit Mansuetudo? Quis Candor? & quae Censura? si symbolicos eludere
suspensione virtus est ordini vestro, quid ab impuro differtis orbe? An hoc est sanctae civitatis
aureae tuêri portas? An vero cogitandum lectoribus, causam agi Famâ & Confessione justam,
agentes exorbitare pro lubitu? Nolebam ego meam publicè significare debilitatem & solitudinem,
sed unicam allicere, si quam ageretis, philanthropiam ad meae euphrasiae censuram: Si fortè de
semèl aut bis regenito sideris Hermetici semine drachmulam donare mihi velletis, ut mihi facilius &
brevius evaderet Spagiricum opus. Neque sanè meam Euphrasiam Civili cuidam Nomini dedicavi,
nisi ut pro benè & impensè actis paucula redhostirentur, & ut mecoenati meo [vestrum, silentium
velut subodoranti graviusque stomachanti] facerem umbellam. Vos enim innocentiam meam vix
honesto dignari nomine vidêmini. Ab ignorantibus aliis ac diffidentibus quid sperem? Eapropter
negotio diu multumque perpenso tandèm ad socios deveni & Eugeniam. Quia nempè tantum
tenêmus unusquisque boni, quantum acquirimus ipsi vel nostri nobiscum. Si vos innocentes estis
Chymicarum Autores nubtiarum, Amice Lectores Equites Exemplares invisite meas nubtias, ut
meam possim coram probare Modestiam. Nam si me Libavij sectarium existimatis, falsò
existimatis.

Valête, anno post euphrasiam natam 110. Domo Windegasti Francorum.

I.S.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

17
MORS CHRISTI.
Ein kurtzer Bericht und Unterweisung /

Auff was weiß Christus für unsere Sünde gestorben / und wie weit und wohin sich sein
unschuldiger Todt und heiliges Verdienst erstrecket.

Erstlich etwan vor etlichen Jahren durch Benedictum Simplicium in Frantzösischer sprach
beschrieben / und nach seinem Todt Schrifftlich hinderlassen.

Jetzund aber den Teutschen zu gefallen / in ihrer Muttersprach an Tag gebracht.

Anno MDCXVII.

Wer kan genug sagen / und in seinen Sinnen gedencken / die rechte waare unterweisung / in
welcher gestallt Christus vor unsere Sünden gestorben ist?
Mein Freund / Ich vernimb deine Blindheit / daß du auß den unterschiedlichen heiligen
Schrifften / welche von der würcklichkeit deß verdiensts Christi melden / dich übel verstehest / daß
macht / das du die Würckligkeit seines verdiensts / welche doch Geistlich sein / auß den Finstern
Irrdischen Buchstaben / welcher nach deiner groben vernunfft / wider einander lautet / suchen
willt / und dann nach solcher vernunfft allerley widerwertiges urtheilest / darumb so lang du also
mit umbgehest / wirstu die klarheit der werck Christi / nimmermehr lernen erkennen und
außforschen / unnd je mehr du in den verfinsterten irrdischen Buchstaben suchest / je blinder du
werden wirst / in allen Göttlichen wercken.
Welches du doch (wann du die rechten Augen deß Geistes hettest) auß der Buchstabischen
heiligen Schrifft wolsehen / lesen und verstehen kanst / wie das alle rechte Nachforscher der
heiligen Schrifft thun können / der meinste theil aber ein Blind / Stumm und Taub / in allen
Göttlichen wercken / welches vor den in Gott erleuchten Menschen keine verwunderung ist / dann
die Buchstabische heilige Schrifft / welche den mehrern theil alle der würcklichkeit Gottes zu wider
/ verkehrt und das contrarium, durch die Irrdische vernunfft ist / hat kein Geist noch leben / das
rumb O blinder Mensch / setze dich an den weg / und höre / wann Christus fürüber gehet / so ruffe
und schreye überlaut / Jesu du Sohn David / erbarme dich mein / und ob dich schon etliche betrohen
/ du soltest schweigen / so laß dich doch nicht abschrecken / sondern ruffe noch vielmehr: Herr
erbarme dich mein. Dann wird dich Christus fragen: Was wiltu? so sprich Herr daß ich sehen
möge / dein heiliges Verdienst / Leiden und Sterben / in rechtem Geist / und mit Himmlischen
Augen. Dann bekommestu die süsse Antwort: Recipito Visum, sey sehend / dein glaub hat dir
geholffen / denn der vernünfftige leser / hat eben so wol auch anderst kein Geist noch leben / dann
allein sein Irrdische vernünfftliche einbildungen / und dieselbige alle unterschiedliches wesens /
einmal also / und das andermal anderst.
Wir nemen uns hierinnen aber deß Schwenckfeldts unnd der Enthusiasten Schwermerey im
wenigsten nichts an / sondern bleiben gern bey dem wort und bey der Schrifft / Nemlich / bey dem
Krippelein unnd Windelein / in welchem der Süsse Hertzentrost aller Welt eingewickelt und
verborgen ligt.
Jetzundt mein geliebter Freundt / merck eins / wie man dardurch zur Geistlichen
Würckligkeit Christi kommen / und dieselb erkennen solte / Ach mein Freund / glaub in der warheit
/ es ist alles zusammen Heydnische bezauberung / vor den Menschen kindern / da sie mit verführet
seindt / und ferners auch andere damit verführen / und darnach haben sie in ihren verführungen so
viel unterschiedliche urtheilen / von ihren vermeinten wahn an Christum / welchen sie ihnen
selbsten / auß iren irrdischen Sinn und Vernunfft / ausserhalb dem Leben Christi / erdichten / unsere

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

18
Schrifften auch seltzam verstehen / und nicht wissen wöllen / wohin es gemeynt sey / wann wir mit
gutem grundt fürgeben / daß das Goltmachen unsere geringste Kunst / auch allerhand Krancken
zuhelffen wol geschehen könne / dann sie seind in Weltlicher üppigkeit / sonderlich im Geitz und
Eygen nutz / zu sehr ersoffen / und gantz Blind / ja stöck und blöck / in Irrdischer vernunfft
überwunden und gefangen.
Aber nun dein Seel / in ein vergnügen zubringen / so raht ich dir vor das erste / das du alle
Phantaseyen und vernünfftliche einbildungen deß Weltlichen wahns von Christo / welcher kein
Gottseelig leben gebäret / in deiner Seelen sollest fahren und fallen lassen / und in deinem hertzen
vor ein Heydnisches ding / gleich es auch ist / ansehen wöllest / dann es ist noch nie kein einiger
erfunden worden / der durch den vermeinten wahn die Seeligkeit ererbt hat / was will oder solt sich
dann ein Mensch / dem die Weltliche Blindheit ein wenig bekandt ist / mit ihrem wahn bemühen
und seine zeit in Blindheit zubringen / Ja wir befinden / daß die Weltlichen Weisen / in ihren thun
und lassen / Blind / Stumm / und Taub sind / und alle die dem anhangen sindd ergleichen.
Nun spricht die vernunfft hierauff / wir wissen das die Welt verblendt ist / aber wir haben die
heilige Schrifft / welche Christus und seine heilige Apostel selbsten bezeuget / und dieselbige
selbsten beschriben haben?
Du sihest alleweil einig auff den Buchstaben / ohne verständtnuß mit deiner Irdischen
vernunfft / und falschem Wahn / du Armer Mensch / wie lang wiltu dich mit dem eyteln Weltlichen
Wahn quelen und dir unruhe schaffen / da doch kein Seel also kan Seelig werden / in deinem
hertzen soltu dich versichern.
Nun möchtestu / mein lieber Freundt fragen / wo sol man dann Christum / der die Menschen
Seelig machet / suchen und finden? Antwort: Da ist kein Christus / der Seelig macht / dann in Gott /
und Gott in Christo / diesen Seeligmachenden Christum / solstu in seinem demütigen / nidrigen
Wesen in deinem hertzen suchen / und daß mit vilfeltigen unauffhörlichen ernstlichem Bitten /
Seufftzen und flehen zu Gott im Himmel / das er dir seinen Christum / das ist seine Göttliche
Gnad / Barmhertzigkeit / und heiliges Leyden / in dein Angsthafftige betrübte Seel wolle senden
und sehen lassen / dieselbige Seelig zu machen / unnd in diesem waarhafftigen bitten zu Gott / lest
er sein Gnad / vor der demütigen Seelen unterweilen von ferrnen sehen / dardurch / das die Seel
auch ihr gesicht / zu dem waaren Christo setzet / welches eine zubereitung ist / zu der Geburt oder
generation, zwischen Gott und dem Menschen.
Welche bereitung anfengt erkenntnuß zumachen / zwischen der Gottheit und der Menschheit
/ aber die Menschheit verstehet noch in ihrem Irrdischen wesen den Sinn Gottes nicht / und
meynet / das Gott mit ihr / in ihrem Irrdiscen leben / leben sol / Aber das ist vor der Gottheit das
widerspiel / dann eben sovil / als die Gottheit die Menschheit annimmt / eben sovil Todts nimmt Sie
sich von der Menschheit an / doch nicht in ihrer Gottheit / aber in der Menschheit / welche Sie
angenommen hat.
Mercke wol hierauff / die Gottheit hat nach ihrer Gottheit kein Geburt / und nach der
Gottheit stirbt sie auch nimmermehr / Aber nach der Menschheit hat sie ein Geburt / und dann nach
Menschlicher weiß / muste sie Menschlich sterben / dann dises hat sie von der Gottheit nicht / aber
sie hat es von der Menschheit / welche sie auß lieb und Barmhertzigkeit angenommen / darumb daß
dieselbige dardurch von der irrdischen sterbligkeit erlöset würde / und eben / das durch ihren Todt
nach dem Fleisch / ja die Gottheit wird / so viel als sie der Menschheit vereiniget worden / von ihr
der Menschheit welche sie angenommen / dieselbige von dem Todt zuerlösen / selbsten getödtet.
Nun möcht man fragen / wie sol man das alles verstehen? Daß sol man würcklich / auß der
erschaffung und beweglichen Geist / da Gott erstlich sein werck mit angefangen / verstehen / wie
man erkennet / das Gott ein ewig Wesen aller Wesen ist / so wol Himmlisch als Natürlich / dann vor
der Erschaffung ist Er in seinem Wesen beschlossen / von männiglich noch unerkannt / also das da
in seinem Wesen kein Todt oder leben erkannt oder unterschieden / sol nun Todt und leben auß

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

19
einander geschieden werden / so muß Gott das durch sich se[l]bsten in der erschaffung thun / dann
die Wesen / welche Himmlisch und natürlich / treiben und schweben / an Liecht oder gesicht
untereinander / gleich wie die heilige Schrifft auch bezeuget / das es Finster war auff der Erden /
und Leer in den Abgründen.
Und in diser erschaffung / so würde das gröbste / welches das nechste der Erden ist / und
Viehisch oder unvolkommen genennt werden möcht / zu erst erschaffen / und in seinem groben
Wesen bekannt gemacht / auff das man durch das grobe Viehische / irrdische wesen / erst kan lernen
erkennen / das kein Himmlischer Gott / im Liecht noch in der Finsternus / ja im leben und im Todt
aus dem irrdischen wesen kan und mag erkennet werden.
Dieweiln dann die Gottheit / im leben und Todt / in dem irrdischen wesen unbekannt ist /
und gleichwol sich selbsten bekannt ist / und gleichwol sich selbsten bekannt machen wil / durch
Gnad und Gerechtigkeit / so erschaffet und würcket Gott nach der gemeinen erschaffung auß der
Erden ein Geschöpff oder Bild (Mensch genennet) nach seiner gleichheit.
Aber diese Erden / da der Mensch von gemacht wurde / ist nicht rein oder glorificirt, unnd
nach art der Himmlischen klarheit geseubert / dieweil Gott sein Himmlische klarheit inn der Erden
nicht mag haben.
Und darumb / da Gott die unreine Erden wil seubern / so thut Er nach Göttlicher macht und
willen / mit der Erden / (Mensch genennet) einen Außfluß / und vermischt sich mit der irrdischen
Menschheit / damit gehet sie auß dem leben in den Todt / gleich die heilige Schrifft vermag / daß
das Lämlein Gottes von anfang der Welt ist getödtet und geschlachtet worden.
Dieser Außfluß / den die Gottheit oder Gott auß dem leben in den Todt mit der Menschheit
thut / das ist eben allein die Seeligkeit der Armen irrdischen Menschheit / und dieser wird Jesus
Christus ein Sohn deß Allerhöchsten genennet / unnd sein Name ward also von den alten
Propheceyern unnd dem heiligen Englischen Gabriel bestettiget.
Siehe mein Freund / was thet diser Christus? Er setzet sich selbsten mit der Menschheit /
zwischen Leben und Todt / gantz demütig und gedultig / ja williglich / und war der Süsse liebe
Heyland in gestalt eines Knechtes / gantz verachtet und unwehrt von der unreinen Erden der
Menschheit gehalten / Er kam zu leben / in unserm leben / und zu sterben in dem Todt gantz
schmälich und erbärmlich / und das thet der liebe Christus der Menschheit außlauter hertzlichen lieb
zugefallen / dann Gott wuste durch sein Gerechtigkeit wol / das die Bildische erschaffung der
unreinen Erden (Mensch genennet) wegen deß ungehorsams in ihren irrdischen unreinen bösen
willen / durch betrug deß verdampten Engels von dem zerbrecher deß irrdischen Todtes muste
verschlungen und auff gefressen werden, und könnde auch Ewiglich nimmer zukräfften kommen /
wann Er durch den Todt Christi nicht erlöst würde / dann unser Todt muste durch seinen Todt
verschlungen werden / wie die Schrifft davon lautet.
Auch so lang als Christus nicht mehr / dann einen ausfluß / an die Menschliche Natur an
sich zu nemen / mit der Menschheit eins ist / so ist er vor dem irrdischen Menschen verborgen / und
haben kein gemeinschafft im Leben noch im Todt miteinander / biß zu der zeit / das Christus auß
der Menschheit und mit der Menschheit geborn worden.
Ehe dann aber die zeit erfüllet war / da vermehret sich das Menschliche Geschlecht / so wol
in irrdischer boßheit (welches man Kain nennet) als in Göttlicher gerechtigkeit / (welches man Abel
nennet) und stehen zu beeden seiten / also gute und böse begriffen / unter dem todt / welcher von
dem außfluß Gottes (Christus genennet) angenommen ist.
Unter disen unterschiedlien Geschlechtern / nimpt die boßheit Kains (die eigene besitzung in
dem Fleisch) die überhand / über die Geschlecht Abels (die unschultige einfalt Gottes) ja die
generation von der boßheit / überkompt allezeit die überhand / über die unschuldigen der Göttlichen
art / und alles was auß dem Menschlichen wesen geborn wird / das ist mehr zu der boßheit Kains
geneigt / denn zu der Tugendt deß unschuldigen Abels / noch gleichwol / so lest Gott auß dem

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

20
Geschlecht Abels / viel lehren und Propheceyen / in ermanung zum guten / und warnung vor der
Straff über die bösen außgehen und hören / aber darumb das die boßheit die oberhand hat / tödtet sie
Gottes Lehrer und Propheceyer.
Dieweiln nun die boßheit listig / arg und verschlagen ist in ihrer eigenschafft / so weiß sie
ihre Tück und boßheiten vor dem einfältigen mit einem Schein Göttlicher Gerechtigkeit also
zubedecken / das sie selber meynet / sie habe noch darzu recht / unnd möge den unschuldigen unnd
einfältigen wol tödten / daher dann folgt / das die nachkömmling / welche auß dem Menschlichen
wesen geborn werden / die unschuldigen und frommen zu Mörden vor ihre Seeligkeit achten /
halten / und sich solcher und dergleichen stück vil gebrauchen.
Wann aber dise Tödtungen auß dem irrdischen wesen in ihren Opinionen, in den höchsten
grad kommen ist / und das die Gerechtigkeit Gottes sihet / das daß Menschlich wesen umb der
Sünden willen unter der verdamnus begriffen ist / und das der Todt nit zu überwinden ist / dann
durch den Todt / so sihet Gott auff seine grosse Barmhertzigkeit / und lest umb der Seeligkeit willen
/ seinen Sohn Christum / welcher in der erschaffung unnd nach dem Fall / mit dem Menschlichen
wesen außgeflossen / die Menschliche Natur / in der schwachheit unter dem Todt anzunehmen.
Und derselbige Christus / ist Gott seinem Vatter gehorsam / und er ergibt sich gutwillig in
daß schwache Menschliche wesen / darauß zu einem Menschen geborn zuwerden / und in der
Geburt nimmt er sich schon deß Menschlichen Todts an / die Gerechtigkeit Gottes damit
zuversöhnen / und zuvergnügen / ja der irrdischen verfallenen Menschheit ihren Todt bekannt
zumachen durch seinen Todt / auff das sie sich von ihren Sünden bekehren sollen / so ferrn sie
anderst Buß und besserung zum leben thun wöllen.
Aber dieweil die Menschliche weißheit diesen Christum vor einen blosen und irrdischen
Menschen / welcher auß ihren geschlechten geborn / ansahen / sagten sie: Er ist ein Sünder wie
unser einer / also hat seine Lehr / dardurch ihre Sünden gestrafft würden / ihre hertzen verbittert /
und haben ihn mit dem Todt / dem sie doch selbsten unterworffen waren / gestrafft / vermeynten
noch darzu / das sie Gott einen grosen dienst daran theten / darumb daß sie bedüncket / das er ein
Mensch wer / und Gott lesterte / gleich wie noch alle eygene Weissen thun / welche keine straff
unnd lehr wegen ihrer Sünden können noch wöllen leiden oder hören.
Darumb so ist hiewol darauff zu mercken / dieweiln Christus ein Mensch worden war / und
wol wust / daß sie anderst kein Gerechtigkeit hatten / dann sein heiliges verdienst im Fleisch /
konnte er ihnen die Schmach / welche sie ihm mit dem Tödten antheten / nicht so vor übel
auffnemen / dieweil er zuvor wol gewust / als er die Menschheit / sie von den Sünden darinnen
zuerlösen / annahm / das er da auch den Todt mit angenommen.
Und denselbigen Todt / muste er von seinen eygenen irrdischen Menschlichen geschlechten
und freunden / da er nach dem fleisch auß Geboren war / leiden / dann sie tödeten ihn nicht umb
einer übelthat willen / dann er hette nie keine Sünde gethan / aber darumb / daß er ihnen selbsten
unter Augen gesagt / das er ein Sohn Gottes were / muste er den todt in seinem Menschlichen leben
leiden / solte anderst widerumb von der zergänglichen Menschheit alles Fleisch auß dem Fleisch
erlöst werden. Dann dieweil er im gehorsam seines Vattern den Menschlichen Todt gutwillig
angenommen / so muste er widerumb durch den Menschlichen todt / von dem Todt erlöst werden
durch sein kräfftige Gottheit.
Und disen Todt konnte ihm niemandt anthun / dann der jenige / von dem er den Todt
empfangen und an sich genommen / und die ihm zuwider waren / denen er auch ihrer Sünden
halben zuwider sein muste / und das war und ist die bittere heiligkeit im Fleisch.
Demnach nuhn / als Christus wol wuste / das sie solches mit einem neidigen Eyfer / ihre
eygene heiligkeit dardurch zuvertheidigen / theten / und die Gerechtigkeit so vor Gott gilt / nicht
erkenneten / also hat Christus noch vor sie gebetten / Sprach: Vatter vergib ihnen / dann sie wissen
nicht was sie thun / der Apostel Sankt Petrus spricht auch zu den Juden / diesen Jesum habt ihr unter

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

21
euch getödtet / aber ir habt das unwissent gethan / darumb thut Buß.
Und weiln die jenigen / die Christum nach dem Fleisch getödtet haben / Ihn nach seiner
Gottheit nicht erkennen wöllen / also hat ihnen Christüs die Tödtung zu keiner verdamnuß
zugerechnet / aber sein gunst war über ihnen / das mit Ihm durch seinen Todt solten Seelig werden /
sofern sie sich nach seiner aufferstehung bekerten und an Ihn gleubten.
Aber da Er wider ihre Krafft und gewalt von dem Todt aufferstunde / und sie Ihm / als einen
wahren Gott noch nicht glauben wolten / da brachten sie sich selbsten / durch ihren unglauben und
hartneckigkeit / in die ewige verdamnuß.
Sind also die Jüden und Heyden / wie man sie nennet nicht verdampt / darumb das sie
Christum nach dem Fleisch / darinnen er doch sterben muste / gecreutziget haben / aber darumb
sind sie verdampt / das sie / wie vor gemelt / ihm nach seiner Hertzlichen aufferstehung nicht
glauben wolten.
Verstehe: der Todt / welcher von dem gantzen Menschlichen geschlecht / so woln von den
guten als von bösen / von den Gerechten und ungerechten herkommen war / der war unter den
Tödtlichen Sündern / ja Christus hatte sich selbsten / unter den Todt der Sünden begeben / wiewol
er kein Sünde an sich hette / damit er denn für sich selbsten dem Todt die macht neme / und alle die
jenigen / die unter dem Todt der Sünden begriffen waren / von dem Todt zuerlösen / dann der
schuldige Todt der Sünden / muste durch den unschuldigen Todt Christ überwunden und zu nicht
gemacht werden / und damit höret die verdamnuß der Gerechtigkeit Gottes / über alle rechtglaubige
Seelen auff / darumb stehet wol geschrieben / das wir alle (das ist die gantze Gemein Gottes) durch
seinen Todt von dem Todt erlöset seind worden.
Der Todt Christi ist zur Seeligkeit / über alle die jenigen / die ihre Sünden verlassen / unnd
ist zur Verdamnuß über alle die jenigen / die in ihren Sünden verstockt bleiben / darumb ist der Todt
Christi zum urtheil über alle Welt.
Und soviel als deren nun seind / so wol Juden als Heyden / die Christum nach dem Fleisch
den Todt angethan haben / und sich durch waare Buß über ihre Sünden / von ihren Sünden bekehren
/ die sind auch durch den Todt Christi / welchen sie ihm angethan haben / von dem Todt der Sünden
erlöst / dann er ist vor die Sünd der gantzen Welt gestorben.
Doch nicht auff die weiß / wie etwan die Gottlosen Menschen / und unbußfertigen Sünder /
verkehrt von Christo reden und schliessen / daß er vor ire wissende Sünden / und welche sie noch
willens zuthun haben / der Gerechtigkeit Gottes genug gethan hette / und damit sie allezeit in
Sünden sollen bleiben / und er solte vor ihre bleibende Sünden gestorben sein / und sie solten eben
so wol (wie gesagt ist) in Sünden ihres mutwillens hartneckicht leben bleiben / ach nein / dann
damit ist alles Fleisch betrogen / das sie meynen / das der unschuldige Christus / welcher noch nie
keine Sünd gethan hat / mit seinem Todt vor ihre mutwillige Sünden / welche sie wissentlich /
mutwillig und freuentlich wider die gnad Christi vilfeltig begehen / genugthun habe.
Ach nein / nein / das ist die meynung deß unschuldigen Todes Christi nit / aber diß ist der
rechte verstandt / das er vor die unwissenden Sünden / welche ohne erkenntnuß deß Gesetzes und
heiligen Gottes Wort / gesündiget werden / solte durch seinen Todt vor seinem Himmlischen Vatter
versöhnen und vergnügen / und denselbigen Todt ist er einmal / umb der unwissenden Sünden
willen gestorben.
Als er aber durch seinen Todt / die unwissenden Sünden bekannt gemacht hat / so stirbt er
alsdann nicht mehr vor die wissenden Sünden / so erst begangen werden / sondern ein jeder / der
dann Sündiget / der muß vor sein eygen Sündigen sterben / gleich der Prophet spricht: Das die
Vätter nicht mehr vor die Sünd der Kinder sterben / sondern welche Seel / die da Sündiget / die muß
vor ihre selbst Sünden sterben / und der Heilige Paulus sagt / der Sünden Sold oder Lohn sey der
Todt / darumben das nun durch den Todt Christi / einem jeden seine Sünden geoffenbahret seindt.
Dahero folgt nun / daß gewißlich ein jeder vor sein eygene Sünde sterben muß / dann

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

22
Christus der einmal vor die Sünd gestorben ist / der stirbt nicht mehr / allein können wir durch
unsern Todt kein verzeihung der Sünden oder ewiges leben erlangen / dann unser Todt ist kein
verdienst bey Gott im Himmel / sondern ein straff der Sünden / Christi unschuldiger Todt aber ist
für uns geschehen / der macht uns Seelig / und wir können durch den Glauben dessen wol geniessen
/ so würden wir auch sonst gar zu hart auff unsere gute werck bochen / die doch nicht volkommen
seind / und bleiben nur unnütze Knecht / dieweiln wir nichts übriges thun können / und wann wir
alles thun könnten was wir solten / wer doch erst nur das gethan / was wir schuldig gewesen.
Wir lesen in allen Heiligen Schrifften / das Christus keiner Sünden unterworffen / ja wir
befinden es täglich / das er ein Feind aller Sünden ist / und machen die irrdische Menschen / die
nichts thun dann Sündigen / sich selbst weiß / das Christus durch seinen Todt ihre wissentliche
Sünden / welche sie noch täglich treiben / versöhnet und dafür genug gethan hab / ist diß nicht ein
grosse verblendheit über die gantze Welt? daraus entstehet die grosse sicherheit der Menschen zu
disen letzen zeiten / daß man kein Sünde mehr achtet / und das Gesetz Gottes / sovil müglich
zuhalten / dem Leib nit wehe thun will / da dann alle Tugenden erloschen / und alle laster wie die
grosen Berg vor der Thür ligen.
Wie vergleicht sich doch dieses / das Christus / der keine Sünden leiden mag / die bösen
Menschen so ihm feind sind / solt zu gnaden annehmen / oder daß sein Todt für ire mutwillige
beharrliche Sünden / welche inen noch wolgefallen / so lang als ein Odem in inen ist / vor sie solte
bezahlt / und die Gerechtigkeit Gottes vergnüget haben.
Und hiemit bitt ich zu Gott / daß er allen frommen einfältigen hertzen die grosse Blindheit
wolle abnehmen / und ihnen zuerkennen geben / daß ein jeder selbsten vor sein eygen Sünd muß
sterben / doch wie vorgemelt / daß kein verdienst oder Seeligkeit dadurch zufinden / sondern allein
der Todt Christi dasselbige würcket / oder er muß in den Sünden verdampt werden / dann das urtheil
deß Gerichts / ist durch den Todt Christi / einem jedlichen vor die Augen geställt / gleich wie er der
Herr Christus das selbsten bezeuget / da er spricht: Nuhn gehet das urtheil über die Welt / nuhn wird
der Fürst diser Welt außgetrieben.
Gott befohlen und gebetten / das er einen jeden durch seinen Heiligen Geist volkommene
erklärung / was hie kürtzlich geschrieben / wolle geben / auff das alle die jenigen / so
unterschiedlich irrungen hierinnen haben / von dem Todt Christi / und seinem heiligen verdienst /
rechte zeugnuß geben / und alles unrechte vorübergangen und entschlagen werde / Gott geb seinen
Segen darzu / Amen.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

23
BENEDICTI SIMPLICII
Tägliches / Ernstes / und Andächtiges Gebet zu Gott / daß er uns lehre Beten / und dancken / umb
und für seine Wunderthaten und verborglichkeiten / welche er gibt in der Menschen Hertzen.

O Herr / wie lieblich und auffrichtig handelt dein Geist / in dem er daß leben / auß dem Todt
offenbahret / und im selben Liecht bekannt macht / auch dein gerechtes Wesen / welches die
ungerechtigkeit deß Fleisches inn allen Menschen durch daß Liecht Christi außtreibt / O Herr wie
großthätig ist dein ungemessener wesentlicher Geist / welcher alle ding begreifft / übersihet / und
umbspannet / in der höhe / tieffe / und breite?
Wer ist der / der doch auß allen geistern und Creaturen / welche sich ausser deinem
wesentlichen Geistern erzeigen / deine grose thaten könnte begreiffen?
Ja wo ist je jemanden / von allen deinen zertheilten und erschaffenen Geistern gewesen / der
deinen waaren wesentlichen Geist / im anfang / oder im mittel / oder zum end / ausserhalb deinen
auch wesentlichen Heiligen Christum in allen wercken hette können begreiffen / oder mit einigen
künsten der Heyden zum wenigsten hette können abmessen?
Ist doch niemaln jemanden gewesen / der dir O Herr deinen wesentlichen Geist hette können
gebieten: Erschaffe / oder ergeiste mir dieses also oder anderst / ja da ist niemanden.
Darumben ist O wesentlicher Gott / deine Macht / über alle mächten und kräfften / dein
Wesen über alle wesen / dein Liecht über alle liechter / dein Gerechtigkeit über alle
gerechtigkeiten / dein getreuigkeit über alle getreuigkeiten / dein Barmhertzigkeit über alle
barmhertzigkeiten / dein Liebe über alle liebe / dein Weißheit über alle weißheiten / und dein Geist
über alle geister / etc. Du bist in deinen einigwesigen kräfften / gerecht und wolthätig / ein Herr
über Himmel und Erden / über alles das da lebt und Odem hat / daß erschaffen ist / Halleluja.
Dieweiln dann O Gott / dein Macht alle gewalt / und dein gütigkeit alle tugenden übertreffen
/ auß der ursachen waren die Altvätter (da sie die großmächtigkeit ihres Gottesthätlichen / in seiner
wesentlichen Krafft lerneten erkennen) wol recht verursacht worden / das sie dir mit einem
unterthänigen Geist / zu deinen heiligen Füssen / in einem nidrigen Gemüht und demütigen Hertzen
musten fallen / und dich umb dein Gnad bitten / mit flehen / seufftzen und thränen aller kräfften.
Dann solle jemanden von deinem Geist und wesen einiges zu seinem leben empfangen /
derselbige muß solches mit bitten / flehen / zu dir schreyen / ruffen und ersuchen / durch deine
gnädige gütigkeit / empfangen und erlangen.
Darumben so komme ich nun auch (demnach das mir O Gott auß gnaden / dein grose
wolthätigkeiten / in ihrer wesentlichen krafft in daß gesicht kompt / und mir zum leben bekannt
wird) mit den vorigen lieben Altvättern / willens und vorhabens / mich in der nidrigkeit deß
Geistes / ins Gebet zu dir zubegeben / O waarer wesentlicher Gott / der du deß Hauses Israelis ein
rechter Gott bist.
Also ist nun mein Anfang im Gebet zu dir / mit einem standhafften seufftzen und flehen /
daß du mich dein niderigstes Armes Erdenwürmlein / in diser letzten betrübten zeit / in deren aller
irrdischer fleischlicher trost / mit mir zum ende ist / mit deinen gnedigen Augen wollest ansehen
lassen / deine zusagungen und verheissungen (dieweiln ich einen lust in mir empfinde / mit deinen
Heiligen zu deinem einwesigen gerechten leben) in mir zuhaben / auff daß mein lust / zu deinem
Gerechten einwesigen leben damit bevestiget werde / auff daß ich O Gott mit allen deinen
Heiligen / vor dir im Gebet möchte erscheinen / und also ein mit Erb werden / mit deinen Kindern
deines heiligen Bundes / in deinen zweyen Vätterlichen Testamenten / welche du über dein Volck /
zu einer bewahrung bevestiget hast.
Zu diesem laß mir deinen heiligen und guten Geist zu hilffe kommen / welcher daß Gebet
zum Herrn / vor Israel thete / daß durch die krafft deß Gebets der Himmel bewegt und eröffnet ward
/ und noch gleichwol keine lefftzen darzu gebrauchen / alsdann so werden wol vil können mercken /

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

24
verstehen und greiffen / daß die Creaturliche lefftzen / das Gebet / welchs auß dem hertzen zu dir in
deinen heiligen Himmel auffsteigt / allein nichts verrichten können.
Wenn nun dein Heiliger Geist / mich in meinem unbeschnittenen hertzen unnd wesen /
dienstlichen zu der demütigkeit inn dem Glauben gelehret hat / so vereinige dann (O Gott) meine
Menschheit mit demselbigen deinen Geist / auff das er mich zu einem Erben / in dem neuen
einwesigen leben in dem auffgerichten Reich Christi / auß diesem irrdischen Fleisch wider mögen
neugebären und vergeisten.
Durch welche Geburt und eingeistung / ich dann werde sicher sein / und gewiß wissen / daß
du O Gott / (der du den Menschen / der da sündiget / straffest) in meiner Menschheit / mit Christo
Vätterlich und Brüderlich wohnen wilt / dardurch meine Menschheit auß deinem Geist wesentlich
wird lernen Beten / nach deinem wolgefallen und gutem willen: Herr wie du wilt / Ach Gott es
geschehe also.
Dann wann mein Gebet (O Gott) ausser dem wesen und krafft deines Heiliger Geistes
gebetten wird / so ist es nicht mehr vor deinen Augen / dann ein unnützer Wind / meines eytelen
Fleisches / nach Heydnischer und Phariseerischer weiß / dardurch vil unnütz geplappers im Fleisch
durch unbestendigkeit getrieben wird / und erlangt doch nichts / dann wir auß uns selbst / nicht wie
wir Beten sollen wissen.
Darumb lehret mich der waare wesentliche Geist Christi / das ich geistlich und bestendig im
Gebet anhalten solle / und aber gleichwol nicht viel wort machen / wie das Heydnisch wesen nach
Fleischlicher weiß thut / welches durch vilheit der wörter / die es umb seine eygene begierden / und
begerlichkeiten zu erlangen gebrauchet / vermeint erhört zu werden / der ursachen halben umb deß
eygenen gesuchs willen / wird daß Gebet auß dem Fleischlichen Sinn / bey dem we entlichen Geist
Gottes nit angenommen / erhöret / noch empfangen / darumb daß es von dem Göttlichen wesen und
art nicht ist.
Alles daß Gebet / welches Fleisch und Blut / auß seinen eygenen begierden hervor bringt /
meint es damit nicht anderst / dann sein eygenen lüsten zur feindschafft Gottes / im Fleisch
zubedienen / und darinnen zu leben.
Darumben bezeuget der Heilige Apostel Jacobus wol recht / von den sinnen deß Fleisches /
das sie wol bitten / aber sie erlangen noch empfangen nichts / darumb das sie übel bitten / dann da
sie umb bitten / das zertretten sie mit iren wollüsten / und bedienen damit Fleisch und Blut / zu
seinen begierden / und mit nichten dem wesentlichen Gott / in seiner Himmlischen waarheit.
Derohalben ist nun mein ruffen / flehen / und bitten / O waarer wesentlicher Gott zu dir / das
du mich durch die krafft deines Himmlischen Ewigen einwesigen heiligen und guten Geistes / von
dem eigensuchenden geist meines Fleisches / (welches vor dir ein feindtschafft ist) wollest reinigen
unnd von im frey machen / auff das ich in meinem Gebet und arbeit zu dir / dem Teuffel (als deiner
und meiner gegenparthey) im Fleisch unter einem Schein deiner heiligkeit / dich nicht unrecht
anbette oder die diene.
Dann die betrüglichkeit im Fleisch / unter einem heiligen schein / ist mir in diesem letzten
theil der Welt / durch deinen waaren wesentlichen Geist / in der würcklichkeit Christi bekannt
worden / und dieweil ich solches hab erkennen lernen / so hat es sich auch wie ein greuliches wesen
wider mich auffgelainet / warumb? daß mein Seel betrübnus und viel schmertzen muß erdulden /
und kan nicht davon erlöst werden / ohne durch deinen wesentlichen Geist / und deß einwesigen
ewigen lebens.
Also laß nun (O Gott) deine gnedige Augen auß deinem einwesigen Geist / meine betrübnuß
und schwachheit anschauen / ob ich die auch recht umb deines Namens willen trage oder empfinde.
Trage ich die dann nicht recht / so komme umb deiner Barmhertzigkeit willen / meiner
schwachheit bevor / und erlöß mich von dem eigensuchenden Geist in meinem fleisch / welcher
seine werck im verborgen / unter einem schein der heiligkeit / in dem irrdischen hat / auff das ich in

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

25
meiner Menschheit / der eigenschafft deß Fleisches / nit zu einem hellischen Reich / nach den bösen
lüsten bediene / dann alle meine lust / liebe und willen ist / das ich dich (O Gott) in mir recht genug
möge erkennen in Christo / und in meiner Menschheit zu deinem Reich deiner Göttlichen Majestat /
mit deiner heiligen gemeinschafft / möge eingesamlet und verschlossen werden.
Herzu (O Gott) hilff meiner schwachheit / durch deine wesentliche Krafft / unnd lehre mich
die recht / nach deiner art unnd Naturen deines Heilige wesens / den Herrn Jesum Christum anbeten
/ gleich seinen Jüngern / die in ihrem noch unerleuchten Geist auch gebetten haben / das Christus
sie wolte lehren recht Beten.
Ich bekenne und erkenne wol / das ich biß noch her (gleich Christus vormaln / auch seinen
Jüngern bezeuget hat) nit recht in deinem wesentlichen Geist gebeten habe / dann ich habe von
deinem wesentlichen Geist / den ich in seiner Göttlichen art / und nicht in meinen fleischlichen
begierten solte anbeten / noch nit gewust / ich dachte in meiner blindheit / das du ein Gott werest /
den man müste anbeten / umb etwas nach meinem sinn zubegeren / gleich wie ein Mensch den
andern etwas / nach seinen eigenen fleischlichen begierlichkeiten / abbittet / darumben muß ich nun
mit deinen Jüngern ruffen / O Herr hilff mir mit deinem Geist / oder ich vergehe in schanden / dann
ich weiß noch nicht recht / wie ich recht in deinem heiligen Namen Beten solle.
Mein sinn deß fleisches betet wol / aber er kan nicht recht beten in dem Namen deß Herren /
darumb das er auserhalb / dem wesentlichen Gott ist / aber er bit wol in seinem eigenen Namen /
umb sein eigen gelüsten in dem fleisch damit zuspeisen / aber er erlanget doch nichts / und das
darumb / das derselbige sinn deß fleisches / und der sinn / will / unnd meinung Gottes / keine
Gemeinschafft miteinander haben / in der waaren eintrechtigkeit.
Darumben O mein gnediger und getreuer Gott / dieweiln sich die sinn fleisches zur
feindschafft wider die gemeinschafft deines heiligen wesens / inn meiner Menschheit auffmachen /
so kehr und wende ich mich mit lust und willen zu deiner auffrechten Gemeinschafft / inn deinem
heiligen wesen / Ich bitte dich / daß du meine Menschheit darinnen wollest auffnehmen unnd
empfangen / unnd mich deinen Wesendlichen Geist / zur überwindung alles bösen theilhafftig
machen / auff daß ich in deinem Namen / und deinem heiligen wesen möge bitten / und dann nach
deinem willen / und nit nach dem meinen möge erhöret werden / und das heilige Gebett / welches
du o Gott in Christo vorzeiten deine Jünger gelehret hast / mich nun in disem letzten theil der zeit
wesentlich in deinem wahren Geist wöllest beten lehren / dann daß Gebett / so vor dir angenem ist /
das geschieht doch in dem Geist unnd in der warheit / unnd wird auß der schwachheit deß
Fleisches / durch die krafft deines Wesens bevestiget.
Dann alles / was nach dem Fleisch / bey dem schwachen Menschen den vorgang nimbt / dz
muß doch in seinem schwachen wesen auffhören / und auß der schwachheit in die krafft deß wesens
verändern / darumb das es (o Gott) dein wesentlicher Geist selber nicht ist / und es kan auch durch
seine schwache diensten / die schwache Menschheit von irer gefängnuß nit befreyen / auch wird die
Menschheit durch die vorgehende schwache diensten nit neugeboren / Darumben (o Herre Gott)
wöllestu nun in deinem heiligen wesentlichen dienst deß Geistes / mich neu erschaffen / auff daß
ich deiner Göttlichen Naturen / zur reinigung meiner Seelen / von aller befleckung deß Fleisches
möchte theilhafftig werden.
O du getreuer / unaußforschlicher / grosser und Allmächtiger Gott / der du bist ein Herrscher
und Erhalter / aller himlischen und irrdischen Creaturen / du hochgesegnetes dreyeiniges wesen / es
geschehe also in meiner innersten innwendigkeiten / durch würckung deiner grossen macht und
kräfften / und durch die erleuchtung deines wesentlichen Geistes / deinem allerheiligsten /
herrlichen unnd allerhöchsten Namen / sey unaußsprechliche Ehr / Lob / danck und Preis / von mir
deinem Geschöpff / mit Hertz und Mund gesprochen / zu ewigen unvergänglichen zeiten / one
auffhören und nachlaß / Amen / Amen / Amen.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

26
TRANSLATION

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

27
Under the shadow of thy wings JEHOVA
(cf. Psalms 17.8)

THE PANDORA OF THE SIXTH AGE


(cf. Hesiod, Works and Days 175)

OR

THE MIRROR OR GRACE

being

the whole art and science of the divinely-illuminated Brotherhood of Christian Rosencreutz; an
account of how far that Brotherhood extends; how it consistently achieves its goals; and how we
might use it to protect the health of both our body and soul against its detractors;

as disclosed to all true and open-minded lovers of the universal wisdom and
glorious spiritual works by

THEOPHILUS SCHWEIGHART
of Konstanz, Student of Pansophy

In the year 1617

Give me the gift, my God, of knowing ME, and give me also the gift of knowing THEE as Triune!
Grant all good things through Jesus, and drive away all bad things with the divine afflatus.

Under the unassailable privilege of God and of Nature.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

28
The whole art of the Brotherhood of the Rosy Cross

To all those in the most divinely-illuminated Brotherhood of the most laudable Order of
Rosencreutz the author of this little treatise wishes great success and progress in the long-awaited
Reformation!
Some time ago, my divinely-inspired fellows, when ago I first investigated those
publications both by your good selves and other members of your Order, I initially, like so many
others, mistook them for a mere philosophical jest or alchemical riddle. However, against all
expectations I have since found such a degree of consistency and unanimity in the way these texts
have been interpreted that not only have all my own doubts and scruples been swept away but –
about six months ago and following the example of so many excellent people – I even decided to
approach you with an admittedly somewhat humble request.
In particular, your writings pointed me in the direction of that brotherly invitation, often
repeated in the Fama but never before made public, promising that no one who contacts the Order
will go without an answer. It will still take some time for me to get my thesis and serious proposals
in order, due to my various other commitments and my fear of those whom I might with difficulty
have been able to oblige myself to obey, but because both at present and in the recent past many and
varied calumnies have been levelled against me from all sides by godless worldlings – calumnies
from which your own most laudable Brotherhood has not suffered any the less, although without
coming to any actual harm, as your Brotherhood is of course well protected beneath the shadow of
the wings of Jehovah – I was neither willing nor able to resist concocting a Rosicrucian electuary to
treat the world's stubborn and hypercritical minds and to purge the Aristotelian humours from their
heads with pills of truth.
I hope my well-intentioned writings will not be in vain and that they will inspire some
comforting hope and confidence in the lovers of the Microcosm as well as providing some welcome
diversion to the interested members of your most laudable Brotherhood. What I have written is not
however intended to prescribe something to your already sufficiently divinely-illuminated
Brotherhood or to set my cap against the very wise judgement of your members, but solely to
remove from the Midas-like minds (about which we hear so much) their false opinion that Man's
greatest happiness is to be found in piles of gold or in elevating the transmutation of metals above
all the glories of Heaven. Such an opinion was, after all, amply refuted long ago by Julian de
Campis (i.e. Julianus Sperber).
I have been even more encouraged to undertake this present task by the various exhortations
and requests of my many good friends and fellow-students of Pansophy, who have asked me to
adumbrate for them a brief idea and account of the general wisdom. This I am happy to do, taking
the widespread support I have received as providing the necessary permission.
I therefore most humbly submit the fruits of my studies to the most gracious favour of your
Brotherhood so renowned for its Love of God,

Written in Central Germany, on the 1st day of January 1617,

T.S.C. (Theophulus Schweighart of Konstanz)

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

29
PART I: THE PANDORA OF THE ROSICRUCIAN ART

Preface

The extent to which those who write for publication, however good their writings might be,
are subject to many different kinds of criticism is well known to all very learned men and,
especially, to the members of the divinely-illuminated Brotherhood of the Rosy Cross.
Both the Fama and the Confessio of this Brotherhood, as well as the well-intentioned
Responses of various other writers, have attracted so much hostility up to the present time from
various worldly critics that if the Brotherhood had not been established instead of a Pillar of Fire by
the Grace of God then it might well have been prevented, by the careless intentions of evil tongues,
from ever carrying out its task, now happily begun.
Just take a look around you. See what incredible arguments humanity is advancing. But, as
Julian de Campis says, we must let the birds sing whatever may come into their little heads. Had
they learnt their lessons better then they would have had better judgement.
Be that as it may, there is one thing that does cause me pain: in recent times I have had to
listen to lots of little narcissists saying, among other calumnies, that the Rosicrucian Philosophy is
nothing more than fusion of all the arts designed to create the most extraordinary confusion, and
that it would be better if their writings were not published at all, as they interfere with all the clever
rhetorical devices and displace the (if this is to be believed) true and genuine Aristotelian
philosophy, to then instead adhere to foolish Kabbalistic fantasies, leading – under the spell, as it
were, of such things – to the denigration of Plato, Aristotle, Galen and other ancient authors of
renown.
I will be opening this Pandora's Box to critics of this kind in Chapter III of this book, and
will do so with such alacrity that even if those critics do catch a whiff of their own opinions it
would only be with great difficulty that they would achieve an understanding of the true heart of the
matter unless, that is, they have paid close attention to the ancient Greek injunction, "Know
thyself". For it would be like giving a cow nutmegs to eat, or giving an ass a lute to play. But you do
not need to investigate or disclose all that much to get at the truth of the matter, for the truth stands
right in front of you and is available to everyone. If you have eyes to see, then see. If you have a
mind to study with, then learn; but you must go on learning until the day you die, and even then you
will not have learnt everything.
Please understand what I am saying to you: it is a book – a book I say! – and a large one.
And if you understand what is written in that book then you are a Rosicrucian. But do not imagine
that such a book can be bought in Frankfurt, Leipzig, Amsterdam or Rome, or even in Utopia. No!
It is too expensive for the booksellers, and there is none who is permitted to publish it. But the
Brothers know where to find it and they read it every day. You however stand alongside it and gaze
at it just as a cow might look at a new stable-door. It's all double-Dutch to you. But why? Because
you have not properly learned the alphabet, the key to which is under the authority of Jehovah.
But I will not go into too much detail about this subject here. For here they come, your
sworn peripatetic Scholastics and your Galenic physicians, your gold-hungry alchemists and your
chemical gold-smelters, whose "treasure" consists of smoke and vapour! Come then, for Pandora's
Box is finally open. But please do make sure that everyone masters the greatest part of this
wonderful Art.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

30
Chapter I

THEOSOPHY
Understanding God and his miracles

At this juncture many a supposed Paracelsian will think to himself, "Well, if I'd known you
were going to argue about theological or spiritual niceties then you wouldn't have had to wait so
long!"
Ha, Ha! Come along young Narcissus, you obviously haven't quite got the hang of things
yet. This is just the first and the most important masterpiece to be taken out of our Pandora's Box,
one that I shall explain to all students of Pansophy for their great delight but which I shall be
explaining to you, Mr. Narcissist, at much greater length in order simply to poke fun at you and
tease you.
For God is all in all, and yet is not circumscribed by anything. He is the endless
circumference Whose centre is everywhere and Whose surface is nowhere. He is the Alpha and the
Omega, the beginning and the end (Revelation 22.13).
Go into yourself my brother, and think about who and what you are. What could you achieve
without the power of God? Nothing. How much use would all the arts and sciences of the whole
wide world be to you without God's mercy? Less than nothing. Follow the Brothers therefore! Seek
God first of all: seek first the Kingdom of GOD (Matthew 6.33), and let that be your ergon and your
beginning in the Rosicrucian philosophy. Read His words diligently, indite it in your heart, and see
to it that you honour and obey Him, as will surely come to pass when you love your neighbour as
you love yourself (Matthew 22.39).
Now you see how we can trace a line from God to His creatures. First you must recognise
God and unite yourself with Him absolutely through His Son the Christ in the strength of the Holy
Ghost, and must arrange all your will and endeavours exclusively for His delight. In sum, you must
change yourself completely and set your worldly goods to one side. In this way you will become
spiritually healthy and you will be a Theosophist.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

31
Chapter II

Self-knowledge

God shows you the path that you must follow if you are to take care of both your soul and
your body, namely "Love thy neighbour". But how exactly do you do that?
Go into yourself, contemplate your whole fabric and artificial structure as the Heavenly
Father gave it to you when He formed you after the image of the Microcosm and in so doing
scrutinised all and everything. Compare it with the Macrocosm, out of which can be formed a
sphere and a globe, the centre of which is Truth, where all faculties meet.
This task will teach you a most wonderful art and skill. You will understand the ROTAE of
the Brothers and the Microcosm; you will know how to collate the general Axiomata; and how to
heal all diseases as far as is possible, and not at great expense or with precious stones, money and
worldly goods, for you will sometimes achieve more with a meagre herb collected in consonance
with the Macrocosm and the Microcosm at the time that the ROTAE have ordained it to be at its
highest degree of power than other physicians using recipes laden down with many thousand tons of
gold.
For Nature does not sell her treasures: to acquire them you do not need a full wallet but
rather a willingness to engage in pure, God-fearing and laborious effort. Making gold will be a
small matter to you, and you will no longer marvel at what the Brothers say, namely that they know
of many thousand better things than gold. That is true, believe me, and I myself would not turn a
hand to such a task if I had not something better in store. That is why not much importance is
attached to the making of gold and why we must boldly state, along with Father Rosencreutz, "Fie
upon gold, except insofar as it is gold!" If you understand that dictum and practice it correctly then
you will not be lacking in wisdom.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

32
Chapter III

How to combine the two forms of cognition in a Pansophical concordance

Now that you have both the pillars upon which the Brotherhood was founded, pay attention
while I tell you how to correctly use them, so that from their concordance you might finally achieve
complete perfection in this life. Pay close attention, my wisdom-hungry reader!
In Chapter I you learned about the ergon, which is the primary goal and objective of the
whole Art, while Chapter II showed you how to implement the parergon: you must arrange this in
such a way that it is in complete tune and melody with the Microcosm, the Macrocosm and the
ergon. You must do neither too little nor too much with it: if you turn the strings of the ergon too
tight you will lapse into atheism, but if you search too keenly within the parergon then you will
become a pseudo-Paracelsian whose ergon is the sacred hunger for gold.
Do you want to know what such a concordance can achieve? Believe me, I am telling you
the truth. Just think about it: if you make sure that you respect God's word, the unity of nature and
the love of your neighbour in all simplicity, truth and hope, then you will be a Brother in the most
laudable Order of the Rosy Cross. For this you do not need an impressive lineage, great wealth, the
ability to write impressive treatises, Aristotelian subtlety, powers of Academic disputation or a
talent for oratorical pleading or wheedling. Just pray and work in harmony with God and Nature
and then you will be a great philosopher.
I would not have wanted to have withheld this truth from you, since I know you to be of
pious heart and single mind, for simplicity is the hallmark of the truth. As for you on the other hand,
you untimely calumniator, now that you have learned something from my Pandora's Box please
make use of it and, if you don't, then at least refrain from attacking me, who at least has the good
manners to address you in a Pansophical spirit without recourse to any of the narcissistic and
excessively subtle unwisdom that you yourself might use!
Farewell, and take your counsel in good part.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

33
PART II: Conclusion, in which the Author's name is Kabbalistically concealed

Now that my Pandora's Box has finally been closed and the Mirror of Grace has been given
to everyone to enable them to contemplate their reflection and see their future, I want to end on a
note of candour by revealing to you, my dear investigator of nature, both my baptismal name and
my surname in a philosophical riddle, if only so that you whom I have offended may track me
down!

A PHILOSOPHICAL RIDDLE

One morning around sunrise I went for a walk. On the road I met a woman of impressively
upright bearing, clad all in white, followed by her four daughters. The first daughter held an athanor
like the alchemists use, while the second was adorned with wings in the form of an angel and
accompanied her sister who had captured the Mercury of the Philosophers in a glass vessel. The
fourth daughter walked after the others all alone and in great sadness. She had even strewn ashes
upon her head to signify exceptional mourning. I was sufficiently moved by what I saw to ask the
woman what it all meant and what the cause of her sadness was.
"Ah,", she said, "the Philosophers have driven us out of their country, even though we gave
them no offence. They will not even acknowledge us. You however shall now know who we are.
Take this book and read our names in it."
As she said this she handed me a book that I had often seen before. It was written in an
artistic hand in many different colours and it contained all wisdom. The book was so big that I could
actually step inside it, and in it I read without stopping about many kinds of art and miracle, and I
felt happy.
But being so deeply immersed in study caused me to forget myself and become enraptured. I
felt as if I was floating between heaven and earth. Then I heard a voice through the clouds, saying,
"Theophilus, you have remained silent for quite long enough. Speak, for it is time to give you
another name which will encompass within itself wisdom, understanding and great power."
Soon there appeared through the clouds, like the sun's rays bursting through, the face of the
man who had spoken to me. The woman acknowledged him as her husband and fell at his feet
saying, "My Lord, give your servant a name." And he gave me the first letter of his own name,
while the woman gave me the second and first letters of hers, and the daughter who held the athanor
gave me the first letter of hers. To this was added a syllable which is greater in its power than
heaven and earth.
Then the woman said, "I am going now. Godspeed." As she said this she vanished with all
her entourage and I felt no different than if I had just awoken from a gentle slumber.
But let that be enough for you.

Written in the heart of Germany, 1617, in January of that year.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

34
PART III: AN OPEN LETTER

To the Brotherhood of the most laudable Order of the Rosy Cross

With a small copper engraving

A text dealing ingenuously with the Fama and Confessio of the highly spiritual Brotherhood

by

A Student of Medicine, Theosophy, Alchemy and Philosophy

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

35
AT LAST REJOICE.

Ignorance.

YAHWEH.

The Ocean of Opinions.

Errors.

"Seek ye first the Kingdom of God, and his righteousness; and these things shall be added unto you"
(Matthew 6.33).

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

36
O how profound is the wisdom of GOD, and how concealed from the Sons of the World! It is a
thing to be sought within, for it cannot be discerned with the outward-looking eyes.This engraving
belongs to page 20 of the original text.

BEWAILING MY IGNORANCE SINCERELY AND SERIOUSLY AND NOT BELATEDLY – AN


IGNORANCE THAT IS COMBINED WITH THE GREATEST ENVY OF MORTALS – I FEEL
THAT MY ONLY SOLACE IS THAT – WITH GOD'S HELP AND WITH ALL HIS MINISTERS
ASSISTING, AND BY REMAINING SILENT AND BY HOPING (MAY MOMOS'S GUTS
BURST! (Virgil, Eclogues 7.26)) – THAT THE OLD SAYING 'A SHOOT MAY EVENTUALLY
BECOME A TREE' MAY EVENTUALLY COME TO PASS.

JESUS, ALL THINGS TO US.

THE ROSE OF WISDOM.

THEOLOGY.
GOD.
PHILOSOPHY.
JURISPRUDENCE.
MEDICINE.

I SWEAR TO REMAIN SILENT.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

37
I PLACE HOPE IN THE FUTURE.FROM HIM
Who gives,
Who has given,
Who shall give,
The Contemplation of Truth,
The Truth of Contemplation.
Prick up your ears.
May all things be happy and fortunate.

I cannot find words to adequately express the great amazement but also the sincere joy with
which I first read the Fama and then, more recently, the Confessio by the most spiritual Brothers-in-
God of the Rosy Cross.
I must confess (Confessio p. 46) that while I was reading both your books many different
thoughts came into my mind, as indeed was inevitable, as you yourselves said it would be. No doubt
similar thoughts have occurred to other readers, for in these books the future reformation of all the
arts and affairs of the world is often mentioned. The Confessio in particular expressly states
(Confessio pp. 54, 55 & 69) that the Lord JEHOVAH has decided to give this evil and corrupt world
of ours one last chance before its ruination and final destruction to experience the same wisdom,
illumination, life and warm-heartedness that the First Man initially enjoyed in Paradise.
This inspired in me some profound thoughts, namely that our pitiful condition caused by the
Fall of our First Parents might be brought to an end; that all the darkness and lies might be
dispelled; and that we might all be brought back again into the Light and to righteousness.
Some years ago I read with wonderment what the highly-illuminated Aureolus Theophrastus
Paracelsus wrote in his Apocalypsi (Vol. 2, Apocalypsi, p. 669) about the Secret of all Secrets – that
most truthful Secret of the all-wise HERMES (Tinctura physicorum et de lapide philosophico
Medicinalis, vol. 1, p. 948). Others have called it the best and highest secret that might be sought
under heaven, a source of all delight that brings health, happiness, peace and love; which drives
away all hate, hostility and sorrow; which brings joy; which dispels all evil; which cures all
diseases; which eradicates poverty; which ends all misery; which ushers in all good things; which
makes one see evil as being against all reason; and which gives man what he covets in his heart,
namely a long, devout and honourable mortal life. Those who misuse it are brought eternal
punishment but those who possess it need no other help because they have something that contains
all felicity, bodily health and earthly happiness.
However, to conceal it from the foolish the Philosophers shrouded this precious treasure,
from which Adam and the other Patriarchs derived their longevity, in strange and obscure words and
flowery rhetoric (Confessio p. 64, Paracelsus vol. 3, p. 37, & part 2 in Apocalypsi p. 671). Very few
people in this world therefore know about it, for if such secrets were made public and if godless
deeds resulted, then – as Theophrastus says – we would have to answer for them as their first cause,
and would be severely punished by God for placing holy things before dogs and casting pearls
before swine, even though this secret can be found in everything, at every place and at any time,
and contains within itself the strength and force of all creatures.
Truly, attaining it is better than all the gold and silver in the world, and what man covets in
the temporal world cannot be compared with it in the slightest, which is why Paracelsus
(Apocalypsi, p. 670) not unjustly refers to it as "the treasure of all treasures, the secret of all secrets
and the hidden quality of all things, yes of all things the health and healing, and something that the
whole world wishes to acquire cheaply, for it brings joy to all who know it, eradicates all weakness
and, in sum, provides in abundance everything that brings happiness to man."
O most illuminated brothers of the most laudable Rosy Cross, you have piously repeated in

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

38
your Fama (Fama, p. 50) and then in the Confessio your promise that you will not spurn anyone, no
matter what his wealth or rank, as long as he thinks aright. I have therefore finally taken it upon
myself to respond to this warm-hearted invitation now that you have made it more widely known in
print, and have decided to humbly approach the godly virgins of the Rosy Cross with these meagre
and simple-minded writings of mine.
If it is in accordance with the will of the Almighty and the godly Brotherhood to discuss and
converse with me – simple fellow though I am – at some place, wherever that might be, then will
you, my all-spiritual men, allow me to experience the pleasure of sharing a small spark of your
wisdom? If I could experience this then I would certainly consider myself fortunate and would want
or desire nothing better in this world.
Regarding my age and social status, I am still in the first flush of youth. The Book M. (Fama
p. 31) is very dear to me, as also is the Holy Bible, which is indeed my greatest treasure and the
book that I prefer above all others. For spiritual is he (Fama p. 40 & Confessio p. 75) who reads the
Bible intently, but the most spiritual of all is he who reads it completely and understands it aright,
and who is like God in every way.
I have not striven much after money and possessions nor paid much attention to the
everyday needs of my life for they do not help with one's spirituality, but I have been content with
just a few things, for it is better to acquire wisdom than gold and to have wisdom rather than silver,
as Solomon says (Proverbs 16.16). In sum, I leave the world to its foolish pleasures.
Should this ardent request of mine find its way to your most laudable Brotherhood then I
hope you will condescend to entertain my friendship and if not actually accept me as a member then
at least with great good-heartedness allow me to share in its activities on condition of the utmost
secrecy.
While sincerely counselling divine protection for all of us it is with great eagerness and
anticipation that I await your pleasure as well as your kind answer at whatever place it might please
God or your good selves to deliver it,

Written in Central Germany on the 1st day of June in the year 1617.

Under the shadow of thy wings JEHOVA.

Your most obedient servant,

S.W.R.B.

JEHOVA, Thy will be done!

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

39
PART IV: A PRAYER OF BLESSING
TO THE ILLUSTRIOUS AND GRACIOUS HEROES,
THE APOSTOLIC NOBILITY OF SUBLUNARY NATURE,
OTHERWISE KNOWN AS
THE BROTHERS OF THE ROSY CROSS

A PRAYER OF BLESSING & TRUTH


Written in the year 1617

O MOST ILLUSTRIOUS MEN FAVOURED BY THE LORD,

When those two great works of your Order, the Fama and the Confessio, first came into my
hands my interest was immediately piqued by the noble cause that you were pursuing, for I freely
admit that I consider it to be one well worthy of praise.
Understanding your cause kindled within me a lively hope of personal freedom. I was just
sixteen when my parents first urged me to go abroad and study the published doctrines of the
Platonic Academy. The road led me to a pleasant hall among the Groves of Academe. As I set out
my father gave me some parting advice, namely always to try and excel, to constantly read the
Bible (yes, the Bible!) until it was fixed in my mind, and to become, as Homer put it, "both a
speaker of words and a doer of deeds" (Iliad IX.443).
To begin with I prayed to Lajovah to lead me into the path of His Wisdom. He seems to have
done this very effectively from my fifteenth year, as I was then reassured by the harmony of the
Bible and excited by the hope engendered in me by His works of nature. For it is true that the
various malicious plots against me and my wretched struggle against them have never been able to
break down the firm resolve and vitality of my youth to the extent that I might be forced to admit –
to those maddened by your delaying tactics – that this youthfulness of mine was not infrequently
dying. Nevertheless, I actively cultivated the sciences along with a love of the sacred Religion.
Nine years had elapsed from this period when I finally came to appreciate the health-giving
medicine of the Master Hermes. Although in his work I might have seen the first signs of gloomy
decay nonetheless, while fleeing the trumpeting of the wild beasts who were hostile to my small
victory, I stopped work there and then and smashed the vial, but I did not completely abandon the
Truth of the Mind: in fact I continued with my studies and attempted a second work using a new
formula.
In truth, not having feared the wild beasts at all in such work, for almost two years now I
have been discovering the son who was exceedingly insolent and harsh towards his mother
(Deuteronomy 21.18). And so, now that my money was spent and my patron had withdrawn his
financial support I was thereafter obliged to live off the fruits of my studies. On account of this, by
meditating for a short time before the Mons Magnesiae I found partial circles, managed the first
ones from experience, and – because the Leaders of the Rosy Cross might have in response rejected
my symbol of avowal – have made recourse to the synallagmatic method.
If however you deny that, with GOD, I have given the symbol of the Art both to your Fama
and the Confessio, yet the Epistle of Julian de Campis gave its direction to my writings, as also the
puzzle of the Chemical Wedding of Christian Rosencreutz and the Senior Brothers, which they
cannot deny I have understood at a first reading.
Can it indeed be only the foolishness of the five virgins, which we read about in the parable

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

40
(Matthew 25.1-13), that prevents you from truncating the ample promises of the Fama? The art of
making gold and treasure must be acquired through the efforts of every individual acting for
himself, as Georg Molther tells us. And indeed, because the Magnesia should be acquired with
GOD's will, I do not find fault with that argument.
The question is however, "To whom exactly does the Fama extend an invitation?" To the
few amongst the many, to those who are appointed to gather together, to increase our Brotherhood
in numbers and reputation, and to make a satisfactory start on the desired philosophical canons as
prescribed by Brother Rosencreutz, indeed to enjoy with us our treasure – which for us can never
end – in humility and love, to sugar-coat the tedium of this world, and to refrain from walking
around blindly amidst God's miracles. The Confessio additionally refers to these things as "royal
treasures" (gazae) and offers them to the noble, generous, literate and pure men who have been
converted to the Order.
You invite the worthy and reject the unworthy. But who exactly are the worthy? Why should
they not be those who are aware of your truth and loyal to it? Why should you not see the unworthy
as those to whom your truth is unknown and who despise it? And how exactly should you test the
faithful? Surely not by struggling with the half-dead? Surely not by violently eradicating the
knowledge of plants, animals and languages, by destroying talents, by excoriating the truth, by
destroying minds by means of Heaven-knows-what-kinds of fiendish and abominable whirlwinds?
But your Fama and Confessio teach otherwise. And how much more accurate and more
useful would it be for a man to be judged from those spontaneous and usual actions rather than from
violently imputed and intruded depravities! For I know that no one guards the Soul against lies by
learning from the Song of Nature except him who follows the Lamb and the Virgin (Revelation
14.4). I also know that he who does not have innate sparks of the Golden Philosophy and of
Forbearance – even though he might follow the simple tradition of gold-making today – will be
howling with scorn for it tomorrow.
Meanwhile, he who promises much and delivers nothing brings along with that vanity
clouds that are devoid of rain. You yourselves however, heroic men, have known bulrushes, wild
endives, goats-beard and ragwort, brilliant in their broad flowers and prolific in their striped seeds.
Truly, if I had expected that benevolence from any Rosicrucian Brother I did not even receive a
short letter of greeting for my honest mentioning of them, but instead taunts and meannesses of
heart, and burning sensations that caused my brain to sweat intolerably by night and day. Never
however have I delighted in Saracen brutality, that I might now be fed on the fruits of it.
Most excellent men, I have not wanted to indite these things for you publicly when I have
not been able to render them more certainly in private. For of what does your clemency consist?
What form does your kindness take? What is the nature of your censure? If it is considered a virtue
in your Order to mock the Symbolical Books by hanging them, then how exactly do you differ from
the impure world? Is that really a way of defending the gates of the sacred Golden City? Are your
readers really meant to think that those acting on behalf of the just cause that is promoted by the
Fama and the Confessio should depart from that cause at their pleasure?
I was unwilling to publicly reveal my weakness and loneliness, but wished only to
encourage an attitude of philanthropy (if you can bring yourself to act thus) towards the censure of
my Euphrasia if, by chance, you might wish to give me, from the seed of the Hermetic star once or
twice re-born, some small recompense, so that the Spagyric Art might have eluded me more easily
and briefly. Nor indeed would I have dedicated my Euphrasia to a certain Civil Name unless a small
number had been rewarded well and generously for their actions and I could make a parasol for my
Maecenas [as suspecting your silence and being more severely angry]. You hardly seem to consider
my innocence worthy of an honest name, so what should I hope for from other ignorant and
mistrustful people?

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

41
On account of all these things, and after I had considered the matter carefully and at length, I
finally approached my colleagues and Eugenia, for truly we hold that each person is good inasmuch
as those or us are with us.
If you are the innocent authors of the Chemical Wedding, dear readers and exemplary men,
then please attend my own wedding so that I might prove my modesty to you in person, for if you
consider me to be a devotee of Andreas Libavius then you judge me wrongly. Farewell,

Written at Bad Windsheim in Franconia in the 110th year after the birth of Euphrasia (According to
Irenaeus Philalethes the Rosicrucian Order was effectively refounded in Paris in 1507, i.e. 110
years before the publication of the Pandora, by Cornelius Agrippa von Nettesheim – Translator's
Note).

J.S. (Julianus Sperber?)

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

42
PART V: THE DEATH OF CHRIST

A Brief Account and Interpretation of how Christ died for our sins and of how far and whither His
innocent death and holy service extend

Initially written in French some years ago by Benedictus Simplicius and left in manuscript
at his death

Now made available to the German people translated into their mother-tongue

Published in the year 1617

Who can conceive and express the true and correct explanation of how Christ died for our
sins?
My friend, I am questioning your blindness. It has led you to misinterpret the reality of
Christ's service as it is described in the various Holy Scriptures. However spiritual you might be
you try and discover its meaning from obscure earthly letters, which your coarsened intellect then
misinterprets as a mere confusion. As a result you judge it full of contradictions, and as long as you
go around with these contradictions in your head you will never learn how to understand and
investigate with clarity the work of Christ, and the more you search among the obscure earthly
letters the blinder towards all spiritual works you will become.
If however you have the correct spiritual vision then you will be able to see, read and
understand all these things in the literal Holy Scripture, just as all the proper investigators of Holy
Scripture can do. But the majority, when confronted with all the godly works, act as if they were
blind, deaf and dumb. This is no surrpise to God-illuminated men, for the literal Holy Scripture
which, for the most part, runs completely contrary to the reality of God, has no spirit or life when
seen through the eyes of the earthly intellect.
For that reason, O blind man, I urge you to go outside into the street and, when you hear
Christ passing, call and shout out loud, "Jesus, Son of David, have mercy upon me!" and if the
multitude should threaten you then you should fall silent, but do not allow yourself to be
intimidated but instead call out even louder, "O Lord, have mercy on me!"
Then Christ will ask you, "What is it that you seek?"
"I want you to speak, Lord, in such a way that I might understand Your holy service, Your
suffering and Your death in the right spirit and through heavenly eyes."
Then you will receive the sweet response, "Recover thy sight" (Johannes Brenz, Opera:
In Quo Continentur Commentarij in tres Evangelistas. In Matthaeum. Marcum. Lucam, Volume 5,
p. 1284), "for thy faith has saved you" (Luke 7.50).
The intelligent reader has no spirit or life other than his earthly intellectual delusions, and
sees all of these as having ever-changing essences, so that on one occasion they mean one thing to
him and on another something quite different.
This does not mean that we embrace the "Enthusiasm" of Caspar Schwenckfeld and his
followers, for we are happy to adhere to the Word and to Scripture, namely to the manger and the
swaddling-clothes in which the sweet heart's-balm of all the world lay wrapped and concealed.
Now, my dear friend, mark well how you must achieve the spiritual reality of Christ and
how you should recognise it. Believe in the truth my friend! Considered all together a heathen
enchantment has been cast upon humanity. Man is seduced by it, and then seduces others with it. In
its seductions he then has a multitude of differing interpretations provided by his imagined

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

43
delusions about Christ which he invents for himself with his earthly mind and intellect on the basis
of events in Christ's life.
Our own writings, too, are rarely understood by our fellow-man. Indeed he does not really
want to know what those writings really mean when we say, for example, on the basis of ample
evidence, that the making of gold (which is actually the least important of our arts) can also heal all
kinds of illnesses, for he is too deeply immersed in worldly voluptuousness and, especially, in
meanness and self-interest, and is completely blind and, yes, utterly overwhelmed and mired by
earthly reasoning.
But now, in order to satisfy the needs of your soul, I first advise you to be willing to allow
all the fantasies and intellectual delusions of worldly vanity which produce no spiritual life to
become detached and then fall within your soul, and to see them in your heart as something
heathen, for no single person has ever been found who has acquired spirituality through these
supposed delusions.
For why would a man to whom worldly blindness is little known want or need to concern
himself with its delusions and spend his time in blindness?
Yes, we believe that the worldly-wise are blind, deaf and dumb in their acts of omission and
commission, and that all those associated with them are just like them.
At this point the intellect will say, "We know that the world is blinded, but we have the Holy
Scripture to which Christ and His holy Apostles themselves attest and which they themselves
wrote." But you always look only at the letter of Holy Scripture, without understanding, with your
earthly intellect, and your false delusions. O you poor man, how much longer will you torment
yourself and make yourself anxious with your worldly delusions? No soul can be spiritual in such a
manner, so anchor yourself within your heart.
And now, my dear friend, you might find yourself asking, "Where exactly should we seek
and find Christ, He Who makes man spiritual?"
Answer: there is no Christ who makes man spiritual, other than in God, and God in Christ.
You must therefore seek this spiritualising Christ in His humble lowly essence within your own
heart, through manifold, earnest and unceasing petitioning, sighing and pleading to God in Heaven
to send and reveal to you His Christ – Who is His spiritual mercy, clemency and holy suffering –
within your anxious and saddened soul, to spiritualise that soul, and in your honest petitioning to
God you must pray that He allow His mercy for the humble soul to be seen from afar so that the
soul turns her face towards the true Christ, which is a preparation for the birth or regeneration
between God and man.
This preparation starts to create an understanding between the godhead and humanity, but
the latter, which is still in its earthly essence, does not yet fully appreciate the mind of God, and
thinks that God should live with humanity in its earthly life. But to the Godhead that is a
contradiction, for just as much as the Godhead accepts humanity so just as much of death does the
Godhead accept from humanity, but not in its Godhead but in the humanity that the Godhead has
accepted.
Note well in this regard that, in accordance with its Godliness, the Godhead has no birth, and
that in accordance with its Godliness the Godhead never dies. But in accordance with its humanity
it has a birth, and so, after human fashion, it must humanly die, for it does not derive this
characteristic from the Godhead but from humanity, which it accepted out of love and mercy so that
humanity might be freed from earthly mortality, just as, through its death in accordance with the
flesh, the Godhead, insofar as it is united with humanity, will itself be killed by the humanity that it
embraced in order to free it from death.
Now you might ask, how should we understand all these things? We need to understand
them in the light of the Creation and the agile spirit, since it was with such things that God first

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

44
began His work.
If you understand that God is an eternal being of all beings (both heavenly and natural
beings) then you will appreciate that, before the Creation, He was enclosed within His being, as yet
unknown by mankind, so that within His being no death or life could be identified or distinguished.
And if death and life could not be distinguished from one another then God had to do that for
Himself in the Creation, and then afterwards for the beings that drifted and floated in a cloud in a
heavenly or natural manner in the light or in the face of God, as Holy Scripture affirms: "there was
darkness on the earth and emptiness in the abyss" (Mark 15.33, Matthew 27.45 & Luke 23.44).
In this Creation the coarsest matter, which was nearest to the Earth and which we might term
brutish or incomplete, was the first to be created and made known in its coarse essence, and it is
from this that we can first deduce, through the coarse brutish earthly Creation, that no heavenly God
can and may be recognised from the earthly essence either in darkness or, indeed, in life and death.
Because the Godhead was unknown in life and death in the earthly existence but wished to
make itself known through mercy and justice God, after the general Creation, created and breathed
life into a creature or image from the earth (called Man) which He formed after His own image
(Genesis 1.27). But this earth, since it was made from man, was not pure, glorified or cleansed after
the manner of the heavenly clarity, because God could not have His heavenly clarity with Him on
the earth.
For that reason God, in order to cleanse the impure earth, used His godly power and might to
create an efflux with the earth (called Man) and in this way intermingled with earthly mankind. In
this way mankind passed from life to death, as Holy Scripture affirms when it says that the Lamb of
God was killed and slaughtered from the very beginning of the world (Revelation 5.6 et seq.).
This efflux that the Godhead or God Himself performed through Man and which led from
life to death is the only kind of spirituality that poor earthly mankind possesses. It is called Jesus
Christ, a Son of the Almighty, and His name was confirmed as such by the old Prophets and by the
Holy Angel Gabriel (Luke 1).
Do you see, my friend, what Christ actually did? He formed a link with mankind between
life and death, quite humbly and patiently and, indeed, willingly. And yet our sweet dear Saviour, in
the form of a servant, was wholly despised and held unworthy by the humanity of the impure earth.
He came to live in our life and to die in our death quite ignominiously and wretchedly, and He did
this to please mankind with an expression of sincere love, for God knew through His righteousness
that the created image of the impure earth which we call Man must, due to disobedience in its
earthly impure and evil will, be engulfed and consumed through the betrayal of the fallen angels of
the destroyer of earthly death, and also that it could never in all eternity reach maturity if it was not
freed through the death of Christ. Our death must therefore be consumed by His death, as Holy
Scripture tells us (1 Corinthians 15.54, Hosea 13.14, Hebrews 2.14).
Also, for as long as Christ was at one with humanity as no more than an efflux to take upon
Himself the human nature, He was concealed from earthly man, and He and humanity did not have
anything in common with one another either in life or in death until the time when Christ was born
from and with humanity.
Before that time came however the human race increased both in earthly wickedness (which
we call Cain) and in godly righteousness (which we call Abel), and so good and evil stood on the
two sides, comprehended under the death which had been assumed by the efflux from God (which
we call Christ).
Among these different races the evil of Cain (the sole possession in the flesh) acquired the
upper hand over the race of Abel (the innocent simplicity of God). Indeed, the evil generation has
always gained the upper hand over the innocents of the godly type and everything born of the
human essence, i.e. which is inclined more to the evil of Cain than to the virtue of the innocent

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

45
Abel.
Even so, God allowed many teachings and prophecies from the race of Abel to be given and
heard as an admonition towards good and as a warning of the punishment of evil, but because evil
had the upper hand so it was able to kill God's teacher and prophet.
Because evil is cunning, severe and devious it conceals its malice and wickednesses from
the simple of heart beneath such an appearance of godly rectitude that it still thinks that it is entitled
to such rectitude. It may even kill the innocent and the simple of heart. It follows from this that the
progeny that is born from the human essence hold the innocent and pious to be eligible for death on
account of their spirituality, and they make much use of these and similar tricks.
When however these murders from the earthly essence reached, in God's opinion, the
highest degree, and the righteousness of God saw that this human essence was comprehended under
damnation because of sin, and that death could not be overcome except through death itself, God
contemplated His great mercifulness and, for reasons of godliness, allowed His son Jesus Christ
Who, in the Creation and after the Fall, was an efflux into the human essence, to assume human
nature in all its weakness in the form of death.
And that same Christ was obedient to God His father and gave Himself up willingly into the
weak human essence from which He was born as a man, and in birth already assumed human death
in order to thus propitiate and satisfy the righteousness of God, and indeed to make earthly fallen
humanity aware of their death through His death, so that humanity might turn away from their sins
insofar as they might otherwise wish to bring about penitence and repentance.
Because however humanity in its human wisdom saw this Christ as a simple earthly man
who was born of their own race they said, "He is a sinner just like us." Thus His teaching, through
which their sins would be punished, embittered their hearts, and they punished him with the death to
which they themselves were subject, thinking that thereby they were doing God a great service
because they thought that He was just a man and that God had left them to their own devices,
according to which they neither could nor would suffer any punishment or have to listen to any
teaching criticising their sins.
It should therefore be noted that, because Christ had become a man and knew well that
humanity had no righteousness other than His holy service in the flesh, He could not view the
disgrace that they inflicted upon Him through death as being an evil act, because He knew well
when He undertook to free mankind from their sins that He had also accepted death along with that
task. He must therefore suffer that same death from His own earthly human race and His
companions, since He Himself was born according to the flesh. For they did not kill Him because
he had done an evil deed (for He had never committed any sins) but because He had told them to
their faces that He was a son of God, and so He then had to suffer death in His human life,
otherwise all flesh should be freed from the flesh of transitory humanity (1 Peter 2.22, Isaiah 3.9,
Matthew 26.63-64). Because, out of obedience to His father, He willingly accepted human death,
He must again be freed from death by suffering a human death through His mighty Godhead. And
no one could inflict this death upon Him, for that person from whom He received death and who
took it upon Himself to do this and to act against Him Christ also had to act against because of his
sins, and that was and is the painful holiness in the flesh.
Therefore, since Christ knew that they would do such a deed with an envious enthusiasm in
order to defend their own holiness and that they did not recognise righteousness as applied before
God, He still pleaded on their behalf, saying, "Father, forgive them; for they know not what they
do" (Luke 23.33). The Apostle St. Paul also said to the Jews, "This Jesus you have killed among you
but you have done that unwittingly. Therefore repent" (Acts 3.15 & 17).
And because those who killed Christ according to the flesh did not want to recognise Him
according to his godliness, the killing of Christ did not condemn them to any damnation. His favour

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

46
was shown to those who, with Him, should through His death become spiritualised insofar as, after
His Resurrection, they converted and believed in Him.
But since He resurrected against their strength and the force of death and since they did not
yet want to believe in Him as a true God then they brought themselves, through their unbelief and
stubbornness, into eternal damnation.
And so the Jews and the heathen (as they are called) were not damned because they
crucified Christ according to the flesh in which He yet had to die but, as we have said, because they
chose not to believe in Him after His sincere resurrection.
You must understand that death came from the whole of the human race, from both the good
and the evil, the just and the unjust, and was among the deadly sins. Christ surrendered Himself to
sinful death even though He Himself had no sin within Him. In doing so He deprived death of its
power in order to free from death all those who were comprehended under sinful death, for guilty
sinful death must be overcome. Thus He ended the damnation of the righteousness of God in
respect of all right-believing souls. That is why it is well said that all of us, i.e. the entire family of
God, were freed from death through His death.
The purpose of Christ's death was to promote godliness in all those who abandoned their
sins and the damnation of all those who remained stubborn in their sins. That is why the death of
Christ was an act of judgement of the whole world.
Insofar as those – both Jews and heathen – who put Christ to death in accordance with the
flesh and who turned away from their sins in true repentance of them were freed from sinful death
(once again through the death of Christ which they themselves inflicted upon Him) He died for the
sins of the whole world (John 3.16 et seq.) but not to the extent that godless men and those sinners
who were not ready for repentance turned away from God's word and decided that Jesus had done
enough to ensure the righteousness of God in respect of their conscious sins, which they still
committed willingly, that they should therefore remain in sin at all times, that He should have died
for their remaining sins, and that they should remain as before (as they said they would) in the sins
of their wilful stubborn life.
Ah no, for all flesh is betrayed thereby if they think that the innocent Christ, Who had never
yet committed any sin, should have atoned through His death for their deliberate sins which they
repeatedly, knowingly, deliberately and gladly committed against the mercy of Christ.
Ah no, no, that is not the meaning of the innocent death of Christ! The right understanding
of it is that He atoned and gave satisfaction for the unconscious sins that were committed without
awareness of the law and the holy word of God and that He willingly died the same death once for
unconscious sins.
As however He made known the unconscious sins through His death then He will die no
more for the conscious sins such as were first committed. For everyone who sins must die for his
own sins. As the Prophet says (Deuteronomy 24.16, Ezekiel 18.20), no longer will the father die for
the sins of his children, but the soul that sins must die for its own sins. As St. Paul says, "the wages
of sin is death" (Romans 6.23). That is why the death of Christ revealed to everyone their sins.
It follows that everyone must certainly die for his own sins, for Christ Who died once for sin
will not die again. We ourselves cannot, through our death alone, demand any forgiveness of sins or
eternal life, for our death is not a service to God in heaven but merely a punishment for sin
(Romans 6.10, 1 Peter 3.18, Hebrews 9.28).
However, the innocent death of Christ was for our benefit: He spiritualised us, and by
believing in Him we can share in this spiritualisation. In doing so however we might jostle against
our good works and remain just an idle knave because we cannot do anything else, and if we could
do everything that we should, who would first only do that of which we have been guilty?
In all the Holy Scriptures we read that Christ committed no sins; indeed we find daily

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

47
evidence that He was a foe to all sin and that He makes earthly men, who do nothing but sin, aware
that through His death He atoned and made satisfaction for their conscious sins which they still
commit daily.
Is this not a great blindness that afflicts the whole world? From this arises the great certainty
of men in these last times that one cannot contemplate any more sin and that one must uphold the
law of God as much as possible and do no harm to the body, for if you do then all virtues die and all
burdens lie before the door like great mountains.
How does one compare oneself to this: that Christ may not commit any sins, should
mercifully accept those evil men that are hostile to him, or that he should atone through His death
for their stubborn persistent sins in which they still delight as long as there is a breath within them
and so satisfy the righteousness of God?
And so I pray to God that He remove this great blindness from all pious and simple hearts
and give them the power to recognise that everyone must die for his own sins. Yet, as we have
already said, in dying you will not perform any service or acquire any spirituality, for only the death
of Christ has that effect, or else you must be damned in sin, for the judgement of the court is
through the death of Christ as set before everyone's eyes, as the Lord Jesus Christ Himself attests
when He says: "Now is the judgement of this world; now shall the prince of this world be cast out"
(John 12.31).
God ordered and petitioned that through His Holy Spirit everyone should receive complete
enlightenment, as has here been briefly expounded, so that all those who are guilty of various
misunderstandings regarding the death of Christ and His holy service can give correct testimony
and so that all errors can be remedied and renounced.
God gives it His blessing. Amen.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

48
PART VI: BENEDICTUS SIMPLICIUS'S
EARNEST AND DEVOUT DAILY PRAYER TO GOD
asking Him to teach us how to pray, and thanking Him for His miracles and for the secrets
that He instils in men's hearts

O Lord, how sweetly and sincerely Thy spirit acts in revealing life in death and, through the
same light, makes known to us Thy righteous essence which expels the unrighteousness of the flesh
from all humanity through the light of Christ.
O Lord, how magnificent is Thy immeasurable essential spirit which encompasses, oversees
and overspans all things in the height, the depth and the breadth. Who is there who could
comprehend all the souls and creatures that appear from Thine essential spirits? Could any of Thy
separated and created spirits comprehend the whole of Thine essential spirit in the beginning, the
middle or the end in all Thy works except Thine essential Holy Christ? Who could measure it even
slightly with the heathen arts? Has there ever indeed been anyone, O Lord, who could have
commanded Thine essential spirit to create or inspire for me this or that?
No, there has never been.
That is why, O essential God, Thy power is above all powers and forces; Thine essence is
above all essences; Thy light is above all lights; Thy righteousness is above all righteousness; Thy
loyalty is above all loyalties; Thy mercy is above all mercies; Thy love is above all love; Thy
wisdom is above all wisdom; and Thy spirit is above all spirits.
Thou art just and charitable in Thy consubstantial powers; Thou art a Lord above heaven and
earth, above all that lives and breathes therein, and above every created thing. Alleluia.
And because, O God, Thy power surpasses all power and because Thy goodness surpasses
all virtues then the Patriarchs, viewing the original causes were right to feel, having learned to
recognise the magnificence of Thy godly deeds in their essential strength, that they must fall at Thy
sacred feet in humility and subservience to beg for Thy mercy with pleading, sighs and tears of all
strengths. For if anyone wishes to receive anything into his life from Thy spirit and essence then he
must obtain it through Thy merciful goodness, with prayer, pleading, crying and calling out to Thee
and searching for Thee.
That is why I come to Thee now in prayer like the former beloved Patriarchs, willingly and
deliberately, in humility of spirit, to ask that Thou reveal to me, O God, all Thy great blessings in
their essential power and make them known to me, O true essential God, for Thou art a true God of
the House of Israel.
And so now I begin my prayer to Thee with a steadfast sighing and pleading that Thou
might look with merciful eyes upon me, Thy humblest little earthworm, in these final troubled times
in which, for me, all earthly fleshly consolation is at an end, so as to have Thy promises and
assurances, because I experience a desire within me, along with Thy saints, for Thy just and
consubstantial life, so that my desire for it might be confirmed, and so that I, O God, with all Thy
saints, might appear before Thee in prayer and so become co-heir with thy children to Thy sacred
league in Thy two patriarchal testaments which Thou hast entrusted to Thy flock as a safeguard.
Allow me to come to the aid of Thy good and holy spirit which prayed to the Lord before
Israel (Joshua 10.12) so that, through the power of prayer, heaven might be moved and opened. And
yet I will use no lips for that purpose for, as many will note, understand and grasp, creaturely lips
cannot alone perform the prayer that rises from the heart to Thee in thy sacred heaven.
If now Thy Holy Spirit has taught me in my uncircumcised heart and essence to act
obediently and humbly in my belief then, O God, unite my humanity to the same Spirit so that
through it I might be reborn from this earthly flesh and be spiritualised as an inheritor of a new
consubstantial life within the established Kingdom of Christ.

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

49
Through this rebirth and spiritualisation I would become more secure and I would know for
certain that Thou, O God, Who punishes the man who sins, wishes to dwell within my humanity in
a fatherly and brotherly spirit with Christ, and so enable my humanity to learn from Thy spirit to
pray in accordance with Thy good and blessed will.
Lord, as Thou wilt then so, O God, will it come to pass.
For if my prayer, O God, is performed outside of the essence and strength of Thy Holy Spirit
then in Thine eyes it will be seen as no more than a useless breath coming out of my idle flesh after
the manner of the heathen and the Pharisees who, through inconstancy, engage in much useless
babbling and yet achieve nothing, for we should be known for what we ourselves are and not by
how we pray.
Teach me therefore the true essential spirit of Christ, that I might continue in prayer
spiritually and consistently and yet not utter too many words as the heathen do after the fleshly
manner, supposing that they will be heard thanks to an excess of words which are used to demand
satisfaction for their own desires and longings but which, due to the underlying reasons for their
petitions, do not ultimately acquire, hear or receive God's spirit because they are not performed in
the godly essence and manner.
Every prayer that brings forth flesh and blood from its own desires thinks of nothing other
than its own lusts, to the enmity of God, and of serving in the flesh and of dwelling therein.
That is why the Holy Apostle James was quite right to say (James 1.6-7) that the sins of the
flesh give much pleasure but achieve and acquire nothing. For that reason, if men pray for evil then
they are asking to be crushed by their own pleasures, and to serve flesh and blood and not the
essential God in His heavenly truth.
I am therefore crying, pleading and praying to Thee, O true essential God, that through the
power of Thy heavenly eternal consubstantial good and holy spirit Thou may cleanse and free me
from the self-seeking spirit of my flesh, which is enmity towards Thee (Romans 8.7), so that I, in
my prayer and work for Thee, do not mistakenly in the flesh pray to the devil as Thy counter-party
and mine beneath the guise of Thy holiness.
In these last times, thanks to Thy true essential spirit in the reality of Christ I have come to
recognise deceitfulness in the flesh beneath a guise of holiness. And because I have learned to
recognise it He has raised Himself up against me like a horrid creature. Why? So that my soul might
suffer trouble and much pain from which it cannot be freed except through Thine essential spirit and
that of the consubstantial eternal life.
And so, O God, allow Thy merciful eyes to gaze upon my troubles and weakness from Thy
consubstantial spirit should I have the right to bear or experience such a spirit on account of Thy
name. If I do not have that right then come before my weakness with Thy mercifulness, and free me
from the self-seeking spirit in my flesh which acts in secret within the earthly under the guise of
holiness, so that I, in my humanity characterised by the flesh, do not serve a hellish kingdom
according to evil desires, for my only pleasure, desire and wish is that I might sufficiently recognise
Thee, O God, rightly in myself in Christ, and that I might be included and embraced in my
humanity by the kingdom of Thy godly majesty along with Thy holy community.
O God, help me to do this in my weakness through Thine essential strength, and teach me
the right way to pray to the Lord Jesus Christ according to Thy manner and the nature of Thy holy
essence, just like his disciples who, in their still unilluminated spirit, asked Christ to teach them
how to pray (Luke 11.1-13).
I fully understand and acknowledge that, until now, as Christ told His disciples in those
days, I have not prayed correctly in Thine essential spirit, for I should have prayed in the godly way
of that spirit and not in my fleshly desires. Being as yet unaware, I thought in my blindness that
Thou were a God to Whom one must pray in order to request something in accordance with my

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

50
senses, just as a person asks another for something according to his own fleshly desires.
Accordingly I must now call out as Thy disciples did, "O Lord, help me with Thy spirit or I
will fall into disgrace, for I do not yet know the right way to pray in Thy holy name."
My fleshly mind prays, certainly, but it cannot pray correctly in the name of the Lord
because it lies outside the scope of the essential God. Instead it prays in its own name in order to
enjoy its own pleasures in the flesh. Even so it obtains nothing, and therefore that same sense of the
flesh and of the mind, the will and the thought of God have nothing in common with one another in
true concord.
Therefore, O my loyal and merciful God, because in my humanity the sense of the flesh acts
in conflict with the community of Thy holy essence, I turn and make recourse gladly and willingly
towards Thine upright community in Thy holy essence.
I ask Thee to be willing to accept and receive my human nature into this community and to
allow me to share in Thine essential spirit for the conquest of all evil, that I might pray in Thy name
and holy essence and then might be heard according to Thy will and not according to my own, and
that Thou wilt teach me to pray now in these last times the holy prayer that Thou, O God, in the
person of Christ formerly taught Thy disciples, essentially and in Thy true spirit, for prayer is so
agreeable to Thee that it takes place in the spirit and in truth and is confirmed from the weakness of
the flesh through the strength of Thine essence.
Everything that makes progress according to the flesh in weak humanity must end in its
weak essence and must change from weakness into the strength of the essence. Therefore it is not
itself Thine essential spirit, and through its weak service it cannot free weak humanity from its
prison. Also humanity is not reborn through this weak service. Therefore, O Lord, create me now
anew in Thy holy essential service of the spirit that I might participate in Thy godly nature and so
cleanse my soul from all fleshly impurities.
O Thou true, indefinable, great and almighty God, Thou art master and preserver of all
heavenly and earthly creatures, Thou art the highly blessed triune essence. In my innermost
internality, through the effect of Thy great power and might and through the illumination of Thine
essential spirit may ineffable honour, praise, thanks and admiration be expressed with heart and
mind to Thy most holy, lordly and almighty name until eternal imperishable times, without ceasing
and without respite.
Amen. Amen. Amen.

END

© 2016 by Paul Ferguson. The translator's moral rights are asserted.

51