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Kognitiv-psychoedukative

Therapie bei
depressiven Erkrankungen

Arbeitsmaterialien
für die Einzeltherapie

Aus Schaub et al.: Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen, © 2006 Hogrefe, Göttingen
Einzeltherapie – Arbeitsmaterialien

Einführung

Menschen, die unter Depressionen leiden, berichten zumeist über viele Beschwerden. Sie
werden inaktiv, neigen dazu, sich zurückzuziehen, alles „schwarz in schwarz“ zu sehen und
den Kontakt zu anderen Menschen zu meiden. Andere Betroffene sind eher unruhig, „gehetzt“,
oder aber die Symptome spiegeln sich auf der körperlichen Ebene wider. Nicht nur das Er-
scheinungsbild, sondern auch die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig. Eine Kombination
verschiedener Behandlungsansätze kann daher helfen, wieder gesund zu werden. Insbeson-
dere bei schweren Depressionen haben sich Psychopharmaka als wirksam erwiesen. Aber
auch psychotherapeutische Ansätze können in der Behandlung von Depressionen eine sehr
wichtige Rolle spielen. Die kognitiv-psychoedukative Therapie greift Behandlungselemente auf,
die sich in umfangreichen Untersuchungen weltweit bewährt haben.
Im Rahmen dieser Therapie erhalten Sie Informationen über die Krankheit und ihre Behand-
lungsmethoden und Sie erlernen Strategien zur Bewältigung von Depressionen. Diese Form
der Therapie kann Ihnen helfen, diese Zustände besser zu bewältigen, da sie Ihnen spezifische
Fertigkeiten vermittelt. Dabei ist Ihre Mitarbeit sehr wichtig, wobei wir auch Sorge tragen wer-
den, dass es nicht zu Überforderungen kommt. Untersuchungen zeigten, dass es hilfreich ist,
die Betroffenen stärker in die Behandlung mit einzubeziehen. Durch ein derartiges Vorgehen
kann der Verlauf der Erkrankung deutlich verbessert werden.

Aufbau des Programms

Informationen zur Erkrankung und ihrer Behandlung


Symptome, Ursachen, Behandlungsformen der Depression

Verhalten und Stimmung


Aufbau positiver Aktivitäten und Entspannungsmöglichkeiten:
Was können Sie selbst tun, um wieder aktiver zu werden und Freude im Leben zu finden?

Gedanken und Stimmung


Kognitive Umstrukturierung:
Welche typisch depressiven Denkmuster beeinflussen die Stimmung? Wie können diese
erkannt und verändert werden?

Umgang mit anderen Menschen und Vorbeugung von Rückfällen


Rückfallprophylaxe und Nachsorge:
Welche sozialen Fertigkeiten sind hilfreich?
Was können Sie nach Ihrer Genesung tun, um gesund zu bleiben?

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Anzeichen einer Depression

Viele Menschen, die unter Depressionen leiden, nehmen nicht wahr, dass sie an einer psy-
chischen Erkrankung leiden, die mit medikamentösen und psychosozialen Maßnahmen gut
behandelbar ist. In dieser Sitzung werden Ihnen die verschiedenen Symptome der Depression
vorgestellt. Diese können die Gefühle, die Gedanken, das Verhalten und körperliche Reakti-
onen betreffen. Ziel dieser Sitzung ist, dass Sie Ihre derzeitigen persönlichen Beschwerden
erkennen.
Bitte streichen Sie alle Symptome durch, die derzeit nicht auf Sie zutreffen, so dass nur die
aktuellen Beschwerden übrig bleiben.

Symptome der Depression

Gefühle Gedanken Verhalten Körperliche


Beschwerden

traurig, freudlos Schwierigkeiten Aktivitätenabbau/ müde, kraftlos,


niedergeschlagen beim Denken: Trägheit nervös
ängstlich Vergesslichkeit Vernachlässigung Herzklopfen
hoffnungslos erschwerte Kon- der eigenen Per- Schlafstörungen
antriebslos zentration son/Arbeit Gewichtsverände-
Stimmungs- Entscheidungsun- Erschwerte Alltags- rung
schwankungen fähigkeit bewältigung Schmerzen
Morgentief Grübeln Rückzug aus der Schweißausbrüche
Schuld Gemeinschaft (so- Verdauungs-
Leere Negative Gedan- zialer Rückzug) probleme
ken:
Selbstabwertung
Suizidgedanken

Im Rahmen einer schweren Depression werden Sie die Erfahrung gemacht haben, dass viele
der genannten Beschwerden vorliegen. Die Einteilung der Symptome erlaubt unterschiedliche
Ansätze zu ihrer Bewältigung.
Was war für Sie bisher hilfreich, um diese schwierige Situation zu bewältigen?

Hilfen zur Bewältigung der Depression


– Unterstützung durch die Familie, Freunde, Bekannte
– Wissen um schwierige Situationen, die früher bewältigt wurden
– Erinnerung an frühere Krankheitsphasen, die auch abgeklungen sind
– Glaube an mich selbst
– Gespräche mit dem Arzt/Psychologen
– Medikamente
– Religion


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Übung Hilfen in der Bewältigung von


depressiven Episoden

1. Was hat Ihnen in Ihrer jetzigen Krankheitsphase geholfen?

2. Was haben Sie ggf. in früheren depressiven Phasen als hilfreich erlebt?

3. Wovon versprechen Sie sich am meisten?

Bemerkungen:

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Ursachen der Depression

Grundsätzlich kann jeder Mensch depressiv werden. Das Beschwerdebild gestaltet sich jedoch
individuell unterschiedlich und auch die Ursachen können ganz verschieden sein. Meist greifen
mehrere Ursachen ineinander und verstärken sich wechselseitig. Die frühere Unterscheidung
zwischen neurotischen, endogenen oder reaktiven Depressionen erscheint heute überholt.
Aktuell wird zur Erklärung der Erkrankung ein Vulnerabilitäts-Stress-Modell herangezogen.
Eine allgemeine Verletzlichkeit oder Anfälligkeit (Vulnerabilität) und das Auftreten von Belas-
tungen können zur depressiven Erkrankung führen, wenn eine kritische Grenze überschritten
wurde. Die besondere Verletzlichkeit resultiert aus einer möglichen erblichen Veranlagung,
einer organischen Disposition und/oder lebensgeschichtlichen Ereignissen.

Zusammenspiel von Verletzlichkeit und Belastungen

Körperliche und psychische Faktoren, die Belastungen (Stress)


im Wesentlichen die Vulnerabilität aus-
machen:
• Genetische Faktoren • Verlust eines Menschen (Tod, Trennung)
• Instabilität der Botenstoffsysteme im • Veränderungen in der Familiensituation
Gehirn (z.B. Serotonin, Noradrenalin) (Auszug der Kinder, Heirat)
• Familiäre Faktoren, frühe Verlusterleb- • Stress am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit
nisse • Umzug in eine neue Stadt
• Depressionsfördernde Einstellungen • Chronische Überforderung, Dauerkon-
(z.B. überhöhte Anspruchshaltung) flikte
• Schlechtes Selbstwertgefühl • Wenig Sozialkontakte oder positive
Erfahrungen

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Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Erkrankung

Stress

Vulnerabilität

Zudem können Depressionen als Begleiterkrankung einer körperlichen Grund-


krankheit auftreten. In diesem Zusammenhang erwähnenswert sind
• Erkrankungen der inneren Organe (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
• Hormonelle Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen)
• Infektionskrankheiten (z. B. Lungenentzündung)
• Neurologische Erkrankungen (z. B. Epilepsie, Hirntumore, zerebrale Durchblutungs-
störungen).

Da in den letzten Jahren die Bedeutung der individuellen Bewältigung stärker gewichtet
wurde, spricht man neuerdings von einem Vulnerabilität-Stress-Bewältigungs-Mo-
dell. Bewältigungsressourcen und -strategien können dazu beitragen, dass depressive
Erkrankungen gemindert oder sogar ihr Auftreten verhindert werden.

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Das Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungs-Modell

Soziales Netz
(Familie, Freunde)

Vorbeugen
Verletzlichkeit
(Vulnerabilität) + Belastungen
(Stress)
Frühwarn-
signale
psychischer
Erkrankungen

Bewältigungs-
strategien

Pharmakologische und
psychotherapeutische
Behandlung

Therapie- und Selbstbehandlungsmöglichkeiten


Was den Verlauf der Erkrankung anbelangt, hat sich die Kombination verschiedener (Selbst-)
Behandlungsmöglichkeiten als besonders wirksam erwiesen.

Psychologische/soziale Möglichkeiten Medizinische Möglichkeiten


• Veränderung belastender Lebensbedin- • Medikamente: Antidepressiva, Lithium,
gungen Tranquilizer
• Aktivitätenaufbau, Ablenkung • Wachtherapie
• Gespräche und Kontakte zu Freunden • Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
• Entspannungstraining • Transkranielle Magnetstimulation (TMS)
• Veränderung depressionsfördernder • Lichttherapie
Einstellungen
• Psychotherapie: Verhaltenstherapie,
Psychoanalyse, Humanistische Ver-
fahren, Familientherapie; Einzel- oder
Gruppentherapie, Angehörigengruppen

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Fragen zum Vulnerabilitäts-Stress-Modell

Welche Belastungen (Stressoren) haben Ihrer Meinung nach dazu beigetragen, dass Sie in die
jetzige depressive Episode geraten sind?

Welche individuellen Risikofaktoren im Sinne der Vulnerabilität erkennen Sie bei sich selbst?

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Die Wirkungsweise der Antidepressiva

Vereinfacht dargestellt kommt es bei der Depression im Gehirn zu einem Mangel an den
Botenstoffen (Neurotransmittern) Noradrenalin und Serotonin. Diese Botenstoffe spielen
eine wichtige Rolle in der Weiterleitung der elektrischen Signale von einer Nervenzelle zur
anderen. Die Übertragung von Informationen von einer Nervenzelle zur anderen ist bei de-
pressiven Erkrankungen gehemmt. Für die Übertragung von Informationen sind Botenstoffe
(Neurotransmitter) wie Noradrenalin und Serotonin nötig. Diese Stoffe leiten die Information
von den Nervenzellenenden zum Anfang der folgenden Zelle. Anschließend kehren sie in die
Nervenzellenenden zurück und werden dort wieder abgebaut. Wenn sie einmal abgebaut sind,
können sie keine Informationen mehr weiterleiten. Als weitgehend gesichert gilt, dass Antide-
pressiva verhindern helfen, dass die Botenstoffe in die Nervenzellenden zurückkehren. Das
hat zur Folge, dass mehr von diesen Stoffen zur Verfügung stehen, um die Informationen von
Nervenzelle zu Nervenzelle weiterzuleiten. Antidepressiva fördern damit den Informations-
fluss und heben ihn bei depressiv Erkrankten wieder auf ein günstigeres Niveau an.

Einleitende Elektrisches Signal


Nervenzelle
Wirkung der
Nerven- Antidepressiva:
zellenende Verhinderung der
Rückführung und
Noradrenalin des Abbaus von
Serotonin Noradrenalin und
Serotonin
Rezeptor
Nerven-
zellenanfang
Weiterleitende Elektrisches Signal
Nervenzelle

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Die medikamentöse Behandlung der Depression (1)

Die klassischen trizyklischen Antidepressiva (TZA) sowie die modernen Serotoninwie-


deraufnahmehemmer (SSRI1) verändern dieses Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaus-
halt. Sie erhöhen die Menge der Botenstoffe. Darüber hinaus gibt es noch neuere, so genannte
atypische Antidpressiva (NSRI2, NaSSA3), die weniger Nebenwirkungen haben.

Die Antidepressiva tragen dazu bei, dass sich die Stimmung wieder aufhellt, man sich aus-
geglichener fühlt und wieder aktiver wird. Sie dienen insbesondere auch der Vorbeugung
von Rückfällen. Bei Antidepressiva besteht kein Abhängigkeitsrisiko, jedoch bei den so
genannten Tranquilizern (Beruhigungsmittel).

In der Akutbehandlung braucht es oft ca. 2 bis 3 Wochen bis die Antidepressiva wirken. Sie
können auch zeitweilig zu Nebenwirkungen führen, die zumeist nach einigen Tagen von selbst
wieder abklingen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Handelsnamen häufig angewandter Antide-
pressiva:

Trizyklische Serotonin-Wieder- MAO-Hemmer4 Andere


Antidepressiva aufnahmehemmer Antidepressiva
Saroten Seroxat Aurorix Remergil
Novoprotect Cipramil Jatrosom Trevilor
Amineurin Fluctin Tolvin
Equilibrin Fevarin Thombran
Anafranil Zoloft
Noveril
Aponal
Tofranil
Stangyl
Nortrilen
Ludiomil

Antidepressiva sind geeignet, die Symptome der Depression zu lindern. Je nach Präparat kann
in der Anfangsphase (d. h. 7 bis 14 Tage) – zusätzlich zur Stimmungsverbesserung – eine An-
triebssteigerung oder eine beruhigende Wirkung vorherrschen. Antidepressiva führen nicht zur
Abhängigkeit. Auch Langzeitschäden sind nicht zu erwarten.

Zur Vorbeugung von erneuten depressiven Phasen werden als „Phasenprophylaktika“ vor
allem Lithium (z. B. Hypnorex), Valproinsäure und Carbamazepin (z. B. Tegretal, Timonil)
eingesetzt. Bei depressiven Phasen, die nicht oder nur unbefriedigend auf Antidepressiva an-
sprechen, wird Lithium auch häufig zusätzlich zu den Antidepressiva gegeben, um deren Wir-
kung zu optimieren.

1
Selective Serotonine Reuptake Inhibitors
2
Noradrenaline Serotonine Reuptake Inhibitors
3
Noradrenerge and Specific Serotonerge Antidepressiva
4
Mono-Amino-Oxidase-Hemmer

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Die medikamentöse Behandlung der Depression (2)

Neben den Antidepressiva und Phasenprophylaktika kommen bei depressiven Erkrankungen


bisweilen auch Neuroleptika und Tranquilizer (Benzodiazepine) zum Einsatz. Die folgende
Tabelle gibt einen Überblick über einige dieser Medikamente:

Neuroleptika Tranquilizer
Taxilan Tavor
Haldol Diazepam (=Valium)
Risperdal Adumbran
Zyprexa Normoc
Fluanxol Tafil
Dogmatil Lexotanil
Solian Tranxilium
Leponex Rohypnol
Noctamid

Tranquilizer haben eine beruhigende, Angst lösende und Schlaf fördernde Wirkung. Sie brin-
gen bei längerem Gebrauch jedoch ein Abhängigkeitsrisiko mit sich. Das heißt, dass nach
steter Einnahme die Dosis erhöht werden muss, um die gewünschte Wirkung aufrechtzuerhal-
ten. Nach Absetzen der Substanzen können außerdem Entzugssymptome auftreten, die genau
entgegengesetzt zur Medikamentenwirkung sind (z. B. Unruhe, Schlaflosigkeit). Ein geringeres
Suchtpotential haben die Schlafmittel Stilnox, Ximovan und Sonata, wobei jedoch auch diese
nicht über längere Zeit eingenommen werden sollen.

Auch Neuroleptika haben eine beruhigende Wirkung. Sie werden zudem häufig bei Depres-
sionen mit psychotischen Symptomen (z. B. Wahnvorstellungen) und manischen Episoden
eingesetzt. Wie die Antidepressiva erzeugen auch Neuroleptika keine Abhängigkeit. Ihre Ne-
benwirkungen sind zum Teil denen der Antidepressiva ähnlich, daneben treten jedoch auch
extrapyramidale Nebenwirkungen auf, vor allem im motorischen Bereich.

Häufig wird bei einer beginnenden depressiven Erkrankung eine Selbstbehandlung versucht.
Dazu werden in den Apotheken eine ganze Reihe von pflanzlichen Präparaten, vor allem
auf der Basis von Johanniskraut, angeboten. Bei leichteren Formen depressiver Verstimmung
können diese Präparate auch helfen. Dieses wurde wissenschaftlich belegt. Da aber die rich-
tige Dosierung ausschlaggebend ist und es zu ungünstigen Wechselwirkungen mit anderen
Medikamenten kommen kann, sollte diese Behandlung auch immer von einem Arzt begleitet
werden.

In der Behandlung von depressiven Erkrankungen hat sich eine kombinierte Behandlung aus
Pharmakotherapie und Psychotherapie bewährt. In den nächsten Sitzungen wird ausführlich
besprochen, was die Betroffenen tun können, um sich selbst zu helfen.

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Nebenwirkungen und Selbsthilfestrategien

Häufigste Nebenwirkungen Selbsthilfestrategien


Mundtrockenheit viel Trinken, Kaugummi kauen, Bonbons
lutschen
Verstopfung ballaststoffreiche Nahrung
Schwindelgefühle raschen Wechsel zwischen Liegen und
Stehen vermeiden, Wechselbäder
Gewichtszunahme körperliche Aktivität, kalorienbewusste
Ernährungsweise

Auch Schwitzen, Zittern, Übelkeit, Herzrasen, Störungen beim Wasserlassen und verschwom-
menes Sehen können mögliche Nebenwirkungen sein.

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Psychotherapeutische Ansätze (1)

In der Depressionsbehandlung wird eine Reihe unterschiedlicher psychotherapeutischer Ver-


fahren erfolgreich eingesetzt. Die wichtigsten werden im Folgenden kurz beschrieben.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine weit verbreitete Methode, deren Wirksamkeit in
wissenschaftlichen Studien bislang am besten nachgewiesen werden konnte. Vertreter dieser
Therapieschule gehen davon aus, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens durch per-
sönliche Erfahrungen und Nachahmung für ihn typische Verhaltensmuster, Einstellungen und
emotionale Reaktionsweisen erlernt. Hinsichtlich der Entstehung von Depressionen werden
nun eine Reihe von charakteristischen Denk- und Verhaltensmustern angenommen, die ge-
meinsam mit schweren Belastungssituationen zu den entsprechenden Symptomen führen (vgl.
Vulnerabilitäts-Stress-Modell).

In der Therapie werden problematische Verhaltensweisen, Denkmuster und Einstellungen kon-


kret angegangen. Der Patient lernt dabei, diese zu erkennen und mit Unterstützung des The-
rapeuten dahingehend zu verändern, dass die Symptome der Erkrankung positiv beeinflusst
werden.

Wichtige Therapieelemente der Depressionsbehandlung sind vor allem der „Aufbau positiver
Aktivitäten“, die „kognitive Therapie“ sowie das „Training sozialer Fertigkeiten“ und die „Rück-
fallprophylaxe“. Der Aufbau positiver Aktivitäten kommt insbesondere bei schweren depres-
siven Phasen und stark zurückgezogenen Patienten zum Einsatz. Ziel ist, die Antriebsschwä-
che zu überwinden, Schritt für Schritt angenehme Tätigkeiten aufzunehmen und damit wieder
mehr Erfolgserlebnisse und schließlich eine Verbesserung der Stimmung zu erreichen. Die
kognitive Therapie betrifft negativ gefärbte Denkmuster und Einstellungen, die – im Sinne
des verhaltenstherapeutischen Modells – depressiven Verstimmungen zugrunde liegen. Es
wird versucht, diese zu erkennen, in der Realität zu überprüfen und im positiven Sinne zu
verändern. Beim Training sozialer Fertigkeiten geht es um die Bewältigung von ungünstigen
sozialen Verhaltensweisen. Hierbei soll etwa gelernt werden, sich in zwischenmenschlichen
Situationen besser zu behaupten, mehr Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen und be-
stehende Beziehungen positiv zu gestalten. Die Rückfallprophylaxe zielt darauf ab, eine er-
neute Depression möglichst frühzeitig zu erkennen und für diesen Fall geeignete Strategien
und Maßnahmen zu entwickeln.

Die psychoanalytische Therapie beruht auf der Persönlichkeits- und Krankheitslehre, die
von Sigmund Freud begründet wurde. Eine zentrale Vorstellung ist hierbei, dass unbewusste
Konflikte, die ein Mensch im Laufe seines Lebens nicht verarbeiten kann, zu psychischen und
bisweilen auch körperlichen („psychosomatischen“) Erkrankungen führen.

Insbesondere der kindlichen Entwicklung wird in der Psychoanalyse große Bedeutung bei-
gemessen. Psychoanalytiker gehen davon aus, dass Verletzungen oder Kränkungen aus der
Kinderzeit auch alle gegenwärtigen Beziehungen stören und belasten können. Man spricht
dabei von einer Übertragung von Konflikten.

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Psychotherapeutische Ansätze (2)

Das psychoanalytische Gespräch will verborgene bzw. verdrängte Konflikte für den Patienten
erkennbar machen und aufarbeiten. In den Therapiesitzungen können Erinnerungen, Alltags-
erlebnisse, Träume oder spontane Einfälle als Material dienen, um unbewusste Prozesse zu
verstehen und somit eine Besserung der Krankheitssymptome zu erreichen.

Auch die Wirksamkeit von psychoanalytischen Therapien konnte wissenschaftlich belegt wer-
den. Die Behandlungsdauer ist gewöhnlich erheblich länger als bei den anderen gängigen
Verfahren. Insbesondere bei schweren Depressionen haben sich jedoch pragmatischere, an
der gegenwärtigen Lebenssituation orientierte Therapieverfahren besser bewährt.

Die Vertreter der interpersonellen Psychotherapie gehen von der Beobachtung aus, dass
Depressionen gewöhnlich in einem zwischenmenschlichen (interpersonellen) Kontext entste-
hen, etwa durch den Verlust eines geliebten Menschen, als Folge der Trennung von einem
Lebenspartner oder in Zusammenhang mit aktuellen zwischenmenschlichen Konflikten.

Ähnlich wie die kognitive Verhaltenstherapie orientiert sich auch die interpersonelle Therapie
weniger an der Vergangenheit eines Menschen als an dessen aktueller Situation. Inhaltlich
kann bei bestimmten Patienten die Bewältigung von Problemen in Ehe und Familie im Vorder-
grund stehen. Bei anderen kann die Verarbeitung von Verlusterlebnissen (Trauerarbeit) hilfreich
sein, oder die Bewältigung von Übergängen zwischen bestimmten sozialen Rollen (z.B. wenn
die Kinder das Haus verlassen).

Insgesamt ist die Therapie vor allem darauf ausgerichtet, die zwischenmenschlichen Bezie-
hungen des Patienten zu optimieren. Es wird die Verbesserung des Kommunikationsverhal-
tens, die Entwicklung neuer Problemlösestrategien und der konstruktive Umgang mit zwischen-
menschlichen Stresssituationen angestrebt.

In der Gesprächstherapie, der wichtigsten Therapieform der humanistischen Verfahren,


steht der Gedanke der Selbstverwirklichung des Menschen im Mittelpunkt. Diese Form der
Psychotherapie ist weniger darauf ausgerichtet, bestimmte Strategien zur Lösung konkreter
Schwierigkeiten zu vermitteln, wie etwa die Verhaltenstherapie. Dem gegenüber geht es hier
darum, Patienten zu fördern, eigene Bedürfnisse zu erkennen und diesen gerecht zu werden.

Die Entstehung psychischer Störungen steht hiernach in Zusammenhang mit unterdrückten


oder verleugneten Bedürfnissen, was der Selbstverwirklichung einer Person zu einer gesun-
den, in ihrer Art einmaligen Persönlichkeit, im Wege steht. In der Therapie werden Krankheits-
symptome kaum direkt angegangen, sondern es wird versucht, den Patienten in der Entwick-
lung und Entfaltung seiner gesamten Persönlichkeit zu unterstützen.

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Psychotherapeutische Ansätze (3)

Die systemische (Familien-) Therapie legt das Hauptaugenmerk auf die Gruppe, das so
genannte System, in der der Einzelne lebt. Dieses System kann beispielsweise ein Ehepaar,
eine Familie, ein Freundeskreis oder ein Arbeitsteam sein. Es liegt die Annahme zu Grunde,
dass der „Erkrankte“ lediglich ein Symptomträger ist, die Ursache seiner Probleme jedoch im
ganzen System zu suchen ist und dieses somit auch in die Behandlung mit einbezogen wer-
den muss. Veränderungen sollen durch veränderte Interaktionsmuster innerhalb des Systems
erzielt werden.

Wie also auch in der interpersonellen Psychotherapie rücken hier die zwischenmenschlichen
und sozialen Lebensaspekte in den Mittelpunkt. Eine systemische Therapie kann als „Grup-
pentherapie“, also z.B. mit einer ganzen Familie durchgeführt werden, systemische Techniken
können jedoch auch in einer Einzeltherapie Anwendung finden.

Zusätzlich zur psychotherapeutischen Behandlung haben sich auch Entspannungsverfahren


in der Depressionsbehandlung als hilfreich erwiesen. Dabei hat sich insbesondere die Methode
der Progressiven Muskelrelaxation (PMR) bewährt. Mit dieser Methode lernt der Betroffene
durch das gezielte An- und Entspannen der verschiedenen Muskelgruppen sowohl körperliche
als auch psychische Spannung (Stress) abzubauen. Ein ruhigerer, ausgeglichenerer Zustand
wird so gefördert.

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Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Wachtherapie (Schlafentzug): Bei dieser Therapie wird die Schlafzeit verkürzt, da dies häu-
fig, wenn auch nur kurzfristig, die Stimmung des Patienten verbessern kann. Unterschieden
werden der totale Schlafentzug, bei dem die ganze Nacht durchwacht wird und ein partieller
Schlafentzug, bei dem die zweite Nachthälfte durchwacht wird (ab 1.00 Uhr morgens).

Lichttherapie: Dieses Verfahren eignet sich besonders bei Patienten, die an einer saisonal
bedingten Depression (Winterdepression) leiden. Dabei findet täglich für etwa 2 Stunden eine
Bestrahlung mit weißem (tageslichtähnlichem) Licht statt, das über die Netzhaut des Auges
aufgenommen wird.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Bei diesem Verfahren wird versucht, durch ein Ma-
gnetfeld Einfluss auf die Gehirnaktivität zu nehmen, was zu einer deutlichen Verbesserung der
depressiven Symptomatik führen kann.

Elektrokonvulsionstherapie (EKT): Dieses Verfahren eignet sich bei sehr schweren, wahn-
haften oder therapieresistenten Depressionen, d.h. in diesem Fall zeigt die herkömmliche me-
dikamentöse Behandlung auch über einen langen Zeitraum keine Wirkung. Dabei wird mit
Hilfe von Strom ein Krampf (epileptischer Anfall) ausgelöst. Dieses hat einen Einfluss auf den
Gehirnstoffwechsel und kann damit die aus dem Gleichgewicht geratenen Botenstoffe wieder
ins Lot bringen. Die Behandlung erfolgt in Vollnarkose und unter dem Einsatz von Muskelrela-
xantien (Medikamente, die für eine Entspannung der Muskulatur sorgen und so Verletzungen
vorbeugen). Es werden 9-12 Behandlungen durchgeführt. Nach einer solchen Behandlung
sprechen die Patienten auch meist besser auf eine medikamentöse Therapie an.

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Persönlicher Medikamentenüberlick
für den _________________ (Datum)

Bitte beantworten Sie – gegebenenfalls mit Hilfe des behandelnden Arztes – folgende Frage:
Welche Medikamente nehmen Sie derzeit, um Ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren?

Einnah- Medikamente Milli- Anzahl Befinden (zur Zeit der


mezeit gramm der Tabletteneinnahme)
pro Ta- Tablet-
blette ten
morgens
0 2 4 6 8 10
Sehr schlecht sehr gut

mittags
0 2 4 6 8 10
Sehr schlecht sehr gut

abends
0 2 4 6 8 10
Sehr schlecht sehr gut

Welche positiven Wirkungen bringen Sie mit den Medikamenten in Zusammenhang?

Welche negativen Wirkungen bringen Sie mit den Medikamenten in Zusammenhang?

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Die Depressionsspirale

Die Depressionsspirale in das „Schneckenhaus“

Ich fühle mich lustlos


und niedergeschlagen.
Ich kann mich zu nichts
aufraffen.

Meine Stimmung wird


immer schlechter.

Ich ziehe mich immer mehr


in mein Schneckenhaus
zurück.

Die Anti-Depressionsspirale aus dem „Schneckenhaus“

Meine Stimmung wird deutlich


besser und ich werde aktiver.
Ich erledige meine „Pflich-
ten“ aber auch Dinge, die mir
Spaß machen.
Ich bin überrascht, dass
doch etwas geht und mei-
ne Stimmung wird besser.

Ich raffe mich zu einem


ersten Schritt auf und sage
Meine Stimmung ist ganz mir „besser einen kleinen
schlecht und ich sehe auch Schritt als gar keinen“.
für die Zukunft schwarz.

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„Teufelskreis“-Modell der Depression

Menschliches Fühlen, Denken und Verhalten beeinflusst sich ständig wechselseitig. Auf diese
Weise wird die gedrückte Stimmung noch durch negative Gedanken verstärkt. Sozialer Rück-
zug, der oft die Folge eines schlechten Befindens ist, führt wiederum zu unangenehmen Ge-
danken und Gefühlen. Depressive Menschen sind so in einem Teufelskreis gefangen.
Die Verbindung zwischen Gefühlen und Verhalten im Teufelskreis-Modell der Depression ver-
anschaulicht, dass das aktuelle Verhalten die Stimmung beeinflusst und diese wiederum das
Verhalten.

Gefühle

Verhalten Gedanken

Aus diesem Modell ergeben sich jedoch auch gleichzeitig Ansatzpunkte, um den Teufelskreis
zu durchbrechen: Sie selbst können durch Ihr Handeln Ihre Stimmung beeinflussen.
Um aus dem Schneckenhaus der Depression herauszukommen, ist es wichtig, dass der Be-
troffene wieder aktiver wird und seinen Tagesablauf strukturiert.
Durch Selbstbeobachtung und Ausprobieren können Sie lernen und erfahren, welche Aktivi-
täten Ihnen persönlich gut tun. Gönnen Sie sich das, was Ihnen gut tut!
Positive Aktivitäten sind oft verbunden mit
• Kontakt zu anderen
• Bewegung oder Entspannung
• der Möglichkeit, selbst zu bestimmen

Übung:

1. Bitte schätzen Sie bis zur nächsten Stunde täglich Ihre Aktivitäten ein. Beurteilen Sie zusätz-
lich Ihre jeweilige Stimmung. Hierzu dient die Tabelle auf der nächsten Seite. In die jeweiligen
Kästchen wird stündlich oder alle zwei Stunden ein Zeichen eingetragen. Dabei bedeuten:
++ sehr gut, + gut, +- mittel, - schlecht, -- sehr schlecht.
2. Um Ideen zu bekommen, welche Aktivitäten für Sie auch im Klinikalltag möglich sind, unter-
streichen Sie bitte alle Aktivitäten auf der Liste, die Sie gerne ausüben.

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Befindlichkeitsplan

Bitte schätzen Sie Ihre Stimmung (++ bis --) stündlich bzw. alle 2 Stunden ein und achten Sie darauf, was Sie in den verschiedenen Situationen
getan haben.
++ + +- - --
sehr gut gut mittel schlecht sehr schlecht

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag


Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/--
7–8
8–9
9 – 10
10– 11
11 – 12
12 – 13
13 – 14
14 – 15
15 – 16
16 – 17
17 – 18
18 – 19

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19 – 20
20 – 24
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Aktivitätenliste

Bitte kreuzen Sie die Aktivitäten in der Liste an, die Sie gerne ausführen.

Körperpflege (waschen, duschen, zum Friseur gehen


baden) zum läutenden Telefon gehen
ein Bad nehmen Gegenstände aus der Natur sammeln
Zahnpflege gut essen
saubere Kleidung tragen jemand Komplimente machen
Haare frisieren, Haare waschen in der Stadt bummeln
sich schminken ein Geschenk kaufen
Betten machen Blumen kaufen
Wäsche waschen, bügeln sich neu einkleiden
Lebensmittel einkaufen eine neue Frisur ausprobieren
Fenster putzen Leute beobachten
Blumen gießen ins Kino gehen
die Post erledigen ins Theater gehen
Kuchen backen Eis essen gehen
ein neues oder besonderes Gericht in ein Lokal gehen
zubereiten eine Ausstellung/Museum besuchen
im Garten arbeiten schwimmen gehen
den Balkon bepflanzen Rad fahren
die Wohnung verschönern wandern
Ordnung im Zimmer halten Freunde besuchen
Gymnastik machen Kontakte erneuern, alte Freunde wieder-
Gespräche führen treffen
ein Gesellschaftsspiel spielen alleine U-Bahn fahren
spazieren gehen Ausflüge planen
im Park auf einer Bank sitzen den nächsten Urlaub planen
im Café etwas trinken lachen
Tischtennis spielen in der Sonne sitzen
kegeln mit den Kindern/Enkelkindern
Besuch einladen zusammen sein
mit Besuch spazieren/ins Café gehen mit den Haustieren spielen
sich mit anderen unterhalten mit dem Hund spazieren gehen
fernsehen sich mit der Familie treffen, mit ihr feiern
Musik hören Gäste einladen
Zeitung/Zeitschriften lesen auf Partys gehen
Romane oder Gedichte lesen jemanden massieren
einen Brief oder eine Karte schreiben die Sterne oder den Mond betrachten
Tagebuch schreiben Auto fahren
Schach spielen Auto waschen
Progressive Muskelentspannung romantischer Abend mit dem/der
einen Gottesdienst besuchen Partner/in
Kreuzworträtsel lösen ein Musikinstrument spielen/erlernen
am Wochenende ausschlafen Fremdsprachen lernen/auffrischen
ein Nickerchen machen im Chor singen
handarbeiten, basteln, zeichnen, malen sonstige Hobbys:

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Wie kann man wieder aktiver werden?

Wir haben herausgefunden, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Aktivität und Stim-
mung gibt. Dabei kann man Folgendes festhalten:

1. Sie haben festgestellt, dass Sie trotz Depression bestimmte Aktivitäten gerne ausführen
und diese Ihre Stimmung verbessern können.
2. Jedoch üben Sie diese Aktivitäten nur selten aus, obwohl sie Ihnen eigentlich gut tun.
3. Versuchen Sie, solche Aktivitäten öfter in Ihren Alltag einzuplanen, um so Ihre Stimmung
zu verbessern.

Kriterien zur Planung angenehmer Aktivitäten


1. Es ist hilfreich, dass die Aktivitäten Ihrer derzeitigen Belastbarkeit angemessen, also durch-
führbar sind (z.B. Spaziergang im Garten) und dass Sie diese selbst bestimmen können (z.B.
sich mit Freunden verabreden statt auf Besuch zu warten).

2. Wählen Sie bitte Aktivitäten, die für Sie persönlich leicht umsetzbar sind und deren Erfolg
sichtbar ist. Überfordern Sie sich nicht und honorieren Sie Ihre Bemühungen.

In der folgenden Tabelle können Sie Ihre Lieblingsaktivitäten (s. auch Liste positiver Aktivi-
täten), am besten gestaffelt nach ihrem Schwierigkeitsgrad, eintragen.

Lieblingsaktivitäten
Leichter durchführbar Schwieriger durchführbar
1. 9.
2. 10.
3. 11.
4. 12.
5. 13.
6. 14.
7. 15.
8. 16.

Übung:

1. Bitte üben Sie sich weiterhin in der Selbstbeobachtung (bitte Wochenplan täglich ausfül-
len).
2. Planen Sie bis zur nächsten Sitzung, an zwei Tagen Ihrer Wahl jeweils zwei angenehme
Aktivitäten durchzuführen. Beobachten Sie dann im Anschluss, ob Sie die Aktivität tatsäch-
lich durchgeführt haben und wie sich Ihre Stimmung dabei verändert hat. (Bitte in die zweite
Tabelle eintragen.)

Aus Schaub et al.: Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen, © 2006 Hogrefe, Göttingen
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Wochenplan
Bitte schätzen Sie Ihre Stimmung (++ bis --) stündlich ein und achten Sie darauf, was Sie in den verschiedenen Situationen getan haben.
++ + +- - --
sehr gut gut mittel schlecht sehr schlecht

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/-- Aktivität ++/--

7–8

8–9

9 – 10

10– 11

11 – 12

12 – 13

13 – 14

14 – 15

15 – 16

16 – 17

17 – 18

18 – 19

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19 – 20

20 – 24
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Planung positiver Aktivitäten

Bitte planen Sie an zwei Tagen Ihrer Wahl jeweils zwei positive Aktivitäten in Ihren Tagesablauf
ein. Wichtig ist dabei, dass Sie die Aktivitäten im Voraus planen (und in die graue Spalte der
Tabelle eintragen) und dann auch tatsächlich durchführen. Achten Sie darauf, wie im Anschluss
daran Ihre Stimmung ist.

Erster Tag Uhrzeit geplante positive Tatsächliche Stimmung


Aktivität Aktivität
Dienstag 13 Uhr Spaziergang im Park Durchgeführt etwas besser

Zweiter Tag Uhrzeit

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Weshalb ist das Gleichgewicht zwischen Anforderungen


und positiven Aktivitäten von Bedeutung?
Tagesstrukturierung:
Wie schaffe ich es, bei der Tagesplanung ein Gleichgewicht zwischen unangenehmen und
angenehmen Aktivitäten herzustellen?

Merkregeln für die Tagesplanung:


1. Realistische Ziele setzen, die den eigenen Fähigkeiten angemessen sind
2. Große Schritte in Teilschritte zerlegen
3. Einen Ausgleich schaffen zwischen unangenehmen oder anstrengenden Tätigkeiten und
angenehmen Aktivitäten
4. Sich für das Erreichen von Teilzielen angemessen honorieren

Achten Sie darauf, sich nach einer eher unangenehmen Tätigkeit immer etwas Angenehmes
zu gönnen. Belohnen Sie sich also selbst, wenn Sie etwas geschafft haben.

In die folgende Tabelle können Sie Ihre persönlichen Lieblingsaktivitäten und Ziele eintragen.

Lieblingsaktivitäten/Vergnügen Persönliche Ziele/Anforderungen


„Ich mache gern ... / Es macht mir Spaß ...“ „Ich möchte häufiger ...“
z. B. Gespräch mit anderen z. B. morgens früh aufstehen
1. 1.
2. 2.
3. 3.
4. 4.
5. 5.
6. 6.
7. 7.
8. 8.

Schließen Sie persönliche Verträge mit sich selbst, z.B.: „Wenn ich es schaffe, morgens
gleich aufzustehen, gönne ich mir eine Tasse Kaffee in der Cafeteria.“

Übung:

Nehmen Sie sich an den nächsten zwei Tagen jeweils zwei Ziele vor, die Sie erreichen wollen.
Achten Sie darauf, dass diese Ziele leicht für Sie erreichbar bzw. durchführbar sind. Planen Sie
möglichst auch die sofort folgende Belohnung für das Erreichen dieser Teilziele voraus. Tragen
Sie ein, ob Sie Ihre Planung einhalten konnten und wie sich das auf Ihre Stimmung ausgewirkt
hat.

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Planung von Teilzielen und Anerkennungen

Bitte planen Sie für die nächsten zwei Tage jeweils zwei Ziele vor, die Sie erreichen wollen.
Achten Sie darauf, dass diese Ziele leicht für Sie erreichbar bzw. durchführbar sind.
Planen Sie auch angenehme Aktivitäten, mit denen Sie sich für das Erreichen der Teilziele
belohnen. (Füllen Sie also zunächst alle weißen Kästchen aus).
Tragen Sie dann ein, ob Sie Ihre Planung einhalten konnten und wie sich das auf Ihre Stim-
mung ausgewirkt hat (graue Kästchen).

Erster Tag Uhr- geplantes Teilziel geschafft? geplante ange- Stimmung


zeit nehme Aktivität
Freitag 7.30 Aufstehen ja Ein Stück Kuchen im ganz gut
Café

Zweiter Tag Uhr- geplantes Teilziel geschafft? geplante Belohnung


zeit

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Die kognitive Triade der Depression

Die kognitive Verhaltenstherapie nimmt an, dass Menschen in einer depressiven Phase die
Wirklichkeit durch eine „schwarze Brille“ sehen. Es treten typische Verzerrungen des Denkens,
so genannte „Denkfehler“ auf. Die kognitive Triade der Depression ist durch drei charakteris-
tische negative Sichtweisen gekennzeichnet.

1. Negative Selbstsicht
Depressive Menschen sehen sich selbst als unzulänglich an: „Ich bin ein Versager!“

2. Negative Sicht der Umwelt


Depressive Menschen neigen dazu, ihre Erfahrungen negativ zu interpretieren: „Die anderen
lehnen mich ab.“

3. Negative Sicht der Zukunft


Depressive Menschen erwarten auch für ihre Zukunft nichts Gutes: „Es wird nie mehr besser
werden mit mir.“

Typisch depressives Denken ist einseitig und negativ verzerrt. So werden u.a. persönliche
Misserfolge der eigenen Person zugeschrieben, jedoch eigene Erfolge dem Glück, dem Zufall
oder günstigen Rahmenbedingungen.

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Wie bewerte ich meine eigenen Erfolge?

Auf eigene Erfolge oder das Erreichen von Zielen können Sie unterschiedlich reagieren. Sie
können zufrieden mit sich selbst sein oder sich selbst abwerten. Wie bewerten Sie Ihre Er-
folge?

Erfolgsversderber Erfolgsverstärker

„Das war doch selbstverständlich.“ „Das habe ich gut gemacht.“


„Das hätte jeder gekonnt.“ „Ich kann zufrieden mit mir sein.“
„Im Vergleich zu gesunden Zeiten ist das „Wenn ich meine Erkrankung mitberück-
doch gar nichts.“ sichtige, habe ich sehr gute Fortschritte ge-
macht.“

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Gedanken und Gefühle – Das ABC-Schema

Weit verbreitet ist die Annahme, dass eine bestimmte Situation ein bestimmtes Gefühl direkt
auslöst. Zum Beispiel: Die Freundin ruft nicht an → deshalb bin ich niedergeschlagen.

Bestimmend für das Fühlen ist jedoch nicht die Situation an sich, sondern was wir über das
jeweilige Ereignis denken. Die Interpretation der Situation, also so genannte automatisch
ablaufende Gedanken über das Ereignis bestimmen unsere Gefühle. Zum Beispiel: Sie ruft
nicht an, weil sie mich nicht mehr mag. Das finde ich sehr schlimm.

Das ABC-Schema

A B C

Auslösende Situation Bewertung/ Konsequenzen/


(activating event) Automatische Gedanken Gefühle/Stimmung
(belief) (consequences)

Die Freundin ruft nicht an. Sie hat mich fallen lassen, sie Ich bin niedergeschlagen,
mag mich nicht mehr. traurig.

Eine andere Person kann die gleiche Situation ganz anders bewerten, z.B.
– Ich war in letzter Zeit schlecht zu erreichen.
– Vielleicht hat sie großen Stress in letzter Zeit.
– Vielleicht geht es ihr nicht gut, ich sollte mich mal nach ihr erkundigen.
Diese Person fühlt dementsprechend auch anders und handelt anders (z.B. sie ruft selbst
an).

Ziel der kognitiven Verhaltenstherapie ist es, dass Menschen mit Depressionen, solche ne-
gativen, quasi automatisch ablaufende Gedanken erkennen (beobachten) und kritisch hinter-
fragen lernen. Was würde eine andere Person in einer ähnlichen Situation denken? Sind mei-
ne Schlussfolgerungen wirklich zwingend? Gibt es eine andere Interpretation der Situation?
Dies kann zu einer deutlichen Verbesserung der Stimmung beitragen.

Übung zur 7. Sitzung:

Achten Sie bei Ihrer Selbstbeobachtung auf Situationen, in denen sich Ihr Befinden verschlech-
tert oder verbessert. Was sind die Gedanken, die Ihnen durch den Kopf gegangen sind? Wel-
chen typisch depressiven Gedanken finden Sie bei sich selbst? Benutzen Sie hierzu das Ta-
gesprotokoll automatischer Gedanken.

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Protokoll automatischer Gedanken

Sobald Sie eine Verschlechterung oder Verbesserung Ihrer Stimmung erleben, überlegen Sie
sich, was die Gedanken waren, die Ihnen dabei durch den Kopf gegangen sind. Beschreiben
Sie die Situation, in der sich Ihre Stimmung verschlechtert bzw. verbessert hat, Ihre Gedanken
und Ihre Stimmung und Ihre Gefühle. Protokollieren Sie bitte diese Beobachtungen bis zur
nächsten Sitzung.

Auslöser: Bewertung: Gedanken Stimmung/Gefühle


Situationsbeschreibung

Im Büro, ich habe einen Stapel Was wird da wieder von mir Ich fühle mich unsicher und
Arbeit auf dem Schreibtisch. verlangt. Ich kann das alles niedergeschlagen.
nicht.

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Depressive und realistische Gedanken

Bei Menschen mit Depressionen treten typische Denkfehler, gedankliche Verzerrungen,


auf.
1. Diese gedanklichen Verzerrungen gilt es zu entdecken.
2. Hinterfragen Sie Ihre automatisch ablaufenden Gedanken:
Sind meine Schlussfolgerungen wirklich zwingend?
Was würde eine andere Person in derselben Situation denken?
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Befürchtung zutrifft?
3. Überprüfen Sie Ihre automatischen Gedanken in der Realität. Testen Sie, ob Ihre Befürch-
tungen wirklich eintreffen. Fragen Sie ggf. eine andere Person nach ihrer Ansicht.
4. Entwickeln Sie so eine angemessenere Sichtweise.

In der Depression ist das Denken oft stark verzerrt. Häufig wird vieles sehr persönlich ge-
nommen und es kommt zu voreiligen Schlussfolgerungen. Depressive Menschen richten ihre
Aufmerksamkeit vor allem auf das, was ihnen misslingt und fühlen sich schnell für Negatives
verantwortlich. Welche dieser gedanklichen Verzerrungen erkennen Sie an sich selbst?

„Schwarze Brille“ der Depressiver Gedanke Andere Sichtweise


Depression

alles persönlich nehmen Frau K. hat mich heute Mor- Sie hat mich vermutlich nicht
gen nicht gegrüßt, sie mag wahrgenommen oder war in
mich also nicht. ihre Gedanken vertieft.

voreilige Schlussfolge- Wenn mir etwas beim Ko- Ich darf auch Fehler ma-
rungen ziehen chen misslingt, kann ich chen.
davon ausgehen, dass ich
gar nichts schaffe.

übermäßige Verallgemei- Ich habe heute morgen Das kann jedem mal pas-
nerung verschlafen. Ich kann in sieren und sagt nichts über
meinem Leben nichts richtig mein Leben aus.
machen.

sich für Negatives verant- Ich bin allein dran schuld, Die anderen haben auch
wortlich fühlen dass wir beim Kegeln verlo- nicht besser gekegelt.
ren haben.

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Die Spaltentechnik zur Veränderung


depressiver Gedanken

Mit Hilfe der nachfolgenden Methode kann man üben, depressives Denken zu verändern. Dabei
werden die Vor- und Nachteile der depressiven automatischen Gedanken und der realistischen
Gedanken diskutiert. Auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch erscheinen mag, können
auch depressive Gedanken Vorteile haben. Diese gilt es zu sich bewusst zu machen, denn sie
tragen mit dazu bei, dass das Überwinden der negativen Gedanken so schwierig ist.

Ein Beispiel: Frau K. ist sehr depressiv und traut sich nicht, die Wohnung zu verlassen. Eine
Bekannte kommt zu Besuch und bietet ihr an, einen gemeinsamen Spaziergang zu unterneh-
men. Frau K. denkt, sie sei dem nicht gewachsen.

Depressive Gedanken Realistische Alternative

„Das schaffe ich nie.“ „Es ist schwierig,


aber ich versuche es.“

Vor- • Wenn ich es nicht versuche, dann • Ich finde mehr Zutrauen zu mir
teile kann auch nichts schief gehen. selbst.
• Ich gehe kein Risiko ein • Durch jeden Versuch kann ich
etwas dazulernen.

Nach- • Ich werde mutlos und traue mir • Ich muss mich anstrengen.
teile immer weniger zu. • Ich gehe ein Wagnis ein.
• Ich werde immer weniger aktiv.

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Grübelstopp

Oft drängen sich automatische depressive Gedanken stark auf und es kommt
zu regelrechten „Grübelphasen“. Eine mögliche hilfreiche Methode das depres-
sive Grübeln zu unterbrechen, besteht darin, sich ein bewusstes Stoppsignal
zu setzen.

Das bedeutet, immer wenn Sie sich beim Grübeln oder bei depressiven Ge-
danken „ertappen“ sagen Sie zu sich selbst „Stopp!“ oder „Stopp mit dem
Grübeln!“. Wenn man alleine ist, kann man auch laut zu sich selbst sprechen.
Es ist auch möglich, sich zu helfen, indem man die Hände kurz zur Faust ballt
oder sich bildlich ein Stoppschild wie auf der Straße vorstellt. Oder Sie formulieren dies mit
Ihren eigenen Worten z.B. „Ich merke, dass sich meine Gedanken im Kreis drehen, und ich
werde jetzt damit aufhören, da es mich nur runterzieht. Ich werde gezielt an etwas Denken,
was mir Mut macht.“

Ganz wichtig ist also, nach dem „Stopp“ neue positive Gedanken zu fassen, um nicht wieder
in das Grübeln zurückzufallen. Dabei ist es hilfreich, auch einige aufmunternde Sätze im Kopf
zu haben, die man sich nach dem Grübelstopp selbst vorsagen kann. Zum Beispiel „Bange
machen gilt nicht. Ich werde diese Krise schon bewältigen.“

In den folgenden Zeilen können Sie Ihre persönlichen aufmunternden Sätze notieren:

Oft können auch angenehme bildhafte Vorstellungen helfen, aus einer Grübelphase heraus
und wieder zu besserer Stimmung zu kommen. Man kann sich etwa nach dem „Stopp“ bewusst
an ein angenehmes Erlebnis erinnern, etwa an den letzten Urlaub oder an das Bild einer schö-
nen Landschaft.

Übung:

1. Trainieren Sie sich in der Technik des Grübelstopps. Verwenden Sie dafür eigene aufmun-
ternde Gedanken und angenehme Bilder.
2. Führen Sie bitte das Protokollieren Ihrer persönlichen Beobachtungen fort.
3. Bitte benutzen Sie ggf. die Spaltentechnik, um eigene depressive Gedanken zu überprüfen.
Wählen Sie hierfür einen Gedanken aus, den Sie bei sich selbst beobachten und verwenden
Sie die Tabelle, um dessen Vor- und Nachteile zu erwägen.

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Veränderung automatischer depressiver Gedanken

Benutzen Sie bitte die erste Tabelle, um Ihre persönlichen Beobachtungen zu protokollieren.
Bitte benutzen Sie die zweite Tabelle, um einen depressiven Gedanken zu überprüfen, den Sie
von sich selbst kennen. Erwägen Sie – wenn möglich – dessen Vor- und Nachteile.

Situationsbeschreibung Depressive Gedanken Realistische Gedanken

Im Büro, ich habe einen Stapel Was wird da wieder von mir Ich gehe das jetzt langsam an
Arbeit auf dem Schreibtisch. verlangt. Ich kann das alles und mache so viel und so gut
nicht. wie ich es kann.

Depressiver Gedanke: Realistische Alternative:

Vor-
teile

Nach-
teile

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Automatische Gedanken und Grundüberzeugungen

In der letzten Sitzung haben Sie begonnen, Ihre automatischen Gedanken in bestimmten Si-
tuationen zu hinterfragen und in der Realität zu überprüfen.

Automatische Gedanken basieren auf ganz persönlichen Grundüberzeugungen, Überle-


bensregeln oder Einstellungen, die den Einzelnen im Laufe seines Lebens geprägt haben.
Oft wurden diese in schwierigen Lebenssituationen erworben und waren in dieser Zeit ange-
messen. Sie stehen zumeist im Zusammenhang mit Erfahrungen der Kindheit und den Einstel-
lungen von wichtigen früheren Bezugspersonen. Sie sind also erlernt und zumeist zu einem
bestimmten Zeitpunkt im Leben sehr sinnvoll und wichtig gewesen. Auf Grund der veränderten
Lebensumstände sind sie jedoch nicht mehr angemessen, sondern behindern die persön-
liche Entfaltung und können Depressionen mitbedingen. Sie können das Lebenskonzept eines
Menschen beeinflussen und die automatischen Gedanken in ganz bestimmten Situationen
mitbedingen. Diese Grundüberzeugungen sind oft tief im Menschen verwurzelt, können
aber dennoch verändert werden.

Folgende Abbildung veranschaulicht den Zusammenhang von Überzeugung, Gedanken und


Gefühl.

Überzeugung Ich muss immer alles perfekt machen, sonst bin ich ein Versager.
↓ ↓
automatischer In der Arbeit ist mir etwas nicht gut gelungen. Ich bin eine totale Niete.
Gedanke
↓ ↓
Gefühl Niedergeschlagen, verzweifelt, wertlos

automatische
Gedanken Depressionsfördernde Grundüberzeugungen sind
meistens nicht bewusst (in der nebenstehenden
Skizze als Eisberg dargestellt, der sich größtenteils
unter Wasser befindet). Sie machen sich jedoch in
automatischen Gedanken bemerkbar und können
depressive
durch diese auch identifiziert werden – so wie die
Überzeugung
Spitze eines Eisberges auf den Eisberg selbst hin-
weist.

Diese depressionsfördernden Grundüberzeugungen bestimmen, wie Sie Ereignisse wahrneh-


men und interpretieren und folglich wie Sie sich fühlen. Es ist also ganz wesentlich, nicht nur
an der Veränderung der automatischen Gedanken zu arbeiten, sondern auch die Grundüber-
zeugungen zu hinterfragen.
Welche derartigen Überzeugungen glauben Sie, haben im Rahmen Ihrer Depression eine
Rolle gespielt?

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Depressionsfördernde Grundüberzeugungen

Im Folgenden finden Sie einige Gedanken aufgelistet, die bei Menschen mit Depressionen von
Bedeutung sein können. Versuchen Sie herauszufinden, welche der aufgeführten Überzeu-
gungen Sie teilen bzw. welche Sie von früheren Bezugspersonen kennen.

Beispiele für depressive Grundüberzeugungen trifft zu neutral trifft


nicht zu
1. Um anderen Menschen zu gefallen, muss man auf eigene Be-
dürfnisse verzichten.
2. Wenn man die Hilfe anderer Menschen braucht, ist das ein
Zeichen von Schwäche.
3. Wenn jemand meine schwachen Seiten entdeckt, werde ich als
Versager betrachtet.
4. Wenn ich etwas nicht richtig gut machen kann, dann ist es bes-
ser, es erst gar nicht zu versuchen.
5. Wenn ich immer wieder Fehler mache, dann mindert das meinen
Wert als Mensch.
6. Man sollte seinen Ärger besser nicht zeigen, weil man sonst nur
abgewiesen oder benachteiligt wird.
7. Wenn ich von Menschen, die mir etwas bedeuten, nicht immer
anerkannt werde, dann ist das sehr belastend.
8. Wenn ich von anderen Menschen nicht mehr gebraucht werde,
bin ich weniger wert.
Weitere persönliche Überzeugungen:

9. Wenn ich ________________________________________

10. Wenn ich ________________________________________

11. Wenn ich ________________________________________

Formulieren Sie zu den angekreuzten Überzeugungen eine realistische Alternative.

Realistische Alternative
Es ist wünschenswert, von anderen Menschen geschätzt zu werden. Ich bin jedoch nicht auf die Wert-
schätzung anderer Personen unbedingt angewiesen. Ich kann mich selbst achten und akzeptieren.

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Tagesprotokoll automatischer Gedanken und


realistischer Alternativen
Protokollieren Sie Ihre automatischen Gedanken weiter und versuchen Sie, dahinterstehende
Überzeugungen zu entdecken.
Entwickeln Sie realistische Alternativen zu Ihren depressiven Grundüberzeugungen.

Automatischer Gedanke Depressive Überzeugung Realistische Alternative


Welche Grundüberzeugung
könnte dahinterstecken?

„Wie soll ich das bloß schaf- „Ich muss immer alles perfekt „Ich gehe das jetzt langsam
fen?“ machen.“ der Reihe nach an und ma-
„Sicher geht alles schief.“ che so viel und so gut ich es
schaffe.“

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Wie können depressionsfördernde Grundüberzeugungen


verändert werden?

Veränderung depressionsfördernder Grundüberzeugungen


– Schritte zu einer neuen Lebenseinstellung –
Suchen Sie in den Protokollen Ihrer automatischen Gedanken nach gemeinsamen oder
wiederkehrenden Themen. Auf diese Weise lassen sich oft die zugrundeliegenden Über-
zeugungen erkennen. Entwickeln Sie realistische Alternativen zu Ihren depressionsför-
dernden Grundüberzeugungen. Menschen, denen es gelingt ihre depressiven Grundüber-
zeugungen zu verändern, sind weniger anfällig für depressive Verstimmungen.

Depressionsfördernde Grundüberzeugungen
Grundüberzeugungen werden meist bereits in der Kindheit erworben. Sie begleiten uns dann
oft über das ganze Leben, ohne von uns noch bewusst wahrgenommen zu werden. Einige
solcher Überzeugungen führen im Erwachsenenalter zu ungünstigen automatischen Gedan-
ken, negativen Gefühlen und depressiven Verstimmungen. Dennoch können sie während der
Lebensphase, in der sie entstehen, auch durchaus nützlich, manchmal sogar überlebensnot-
wendig sein.

Folgende Sätze können helfen, Überlebensregeln zu erkennen:

Nur wenn ich immer ... (z. B. das tue, was andere von mir erwarten)

und wenn ich niemals ... (z. B. auf meinem eigenen Willen bestehe)

dann ... (z. B. kann ich im Leben etwas erreichen oder werde ich von den anderen gemocht)

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Zusammenfassung kognitive Umstrukturierung

Die therapeutische Technik, die wir in den letzten Stunden erarbeitet haben, nennt man auch
kognitive Umstrukturierung, weil sie helfen soll, depressionsfördernde Denkmuster zu verän-
dern. Im Folgenden geben wir Ihnen noch einmal eine Zusammenfassung über die Vorgehens-
weise:

1. Achten Sie auf Situationen, in denen Ihre Stimmung schlechter wird

2. Achten Sie darauf, welche Gedanken Ihnen dabei durch den Kopf gehen

3. Überlegen Sie, welche Grundüberzeugungen/Überlebensregeln zu Grunde liegen

4. Hinterfragen Sie diese Grundüberzeugungen (z. B. „Was würde passieren, wenn ...?“)

5. Entwickeln Sie eine realistische Alternative

6. Probieren Sie diese im Alltag aus

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Neue Überlebensregeln

Überlegen Sie, ob in Ihrer derzeitigen Situation diese Überlebensregeln noch ihre Gültigkeit
haben oder ob es eher hilfsreich ist, sich von diesen zu verabschieden.
Formulieren Sie mögliche Alternativen zu diesen Überlebensregeln.

Neue Leitsätze:

Beispiele:
Ich darf auch immer wieder Fehler machen.
Es ist in Ordnung, wenn mich einige Leute gerne haben und andere nicht.

Überlegen Sie, welche Auswirkungen diese veränderte Sichtweise auf Ihr Leben haben
könnte.

Wünschen Sie sich zusätzliche Hilfen, um diese Sichtweise realisieren zu können?

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Frühwarnzeichen

Wie können Sie selbst einer erneuten Depression vorbeugen?


Oberster Grundsatz: Auch nach dem Abklingen der Symptome sollten Sie die begonnenen the-
rapeutischen Schritte fortsetzen. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Sie in der Gruppe gelernt
haben. Oft kann es leichter sein, Problemen vorzubeugen, als bereits bestehende Probleme
zu bekämpfen.

Was deutet auf einen möglichen Rückfall hin?


– Frühwarnzeichen –

Gespanntheit Schwierigkeiten mit alltäglichen Entschei-


Unruhe dungen

Reizbarkeit Leistungsabfall im beruflichen Bereich

Ungeduld Sinkendes Aktivitätsniveau

Schlafstörungen Sozialer Rückzug

Schwierigkeiten, morgens aufzustehen Depressive Verstimmungen

Extreme Müdigkeit Weniger Lebensfreude

Appetitverlust oder übermäßiger Appetit Lustlosigkeit

Veränderte Ess-/Trinkgewohnheiten Angst

Geräuschempfindlichkeit Gefühl der Gefühllosigkeit

Druck auf der Brust Vermehrtes Grübeln

Körperliches Unwohlsein, Kopfschmerzen Zukunftssorgen

Verspannungen Selbstzweifel

Vernachlässigung der äußeren Erscheinung Lebensüberdruss

Konzentrationsschwierigkeiten Zwangsgedanken

Gedächtnisschwierigkeiten Suizidgedanken
Plötzliches Medikamentenabsetzen

Einige der Symptome kommen auch im Alltag völlig gesunder Menschen immer wieder vor
und sind damit ganz gewöhnliche Erscheinungen. Dennoch kann das Auftreten von „Früh-
warnsymptomen“ ein wichtiger Hinweis sein, sich wieder mehr um die eigene Gesundheit zu
bemühen und die gelernten Methoden anzuwenden, um sich selbst zu helfen.

Jeder kann hierfür seinen persönlichen Weg finden. In die Tabellen auf den nächsten Seiten
können Sie Möglichkeiten eintragen, wie Sie selbst dazu beitragen können, nach dem Ende
der depressiven Episode weiterhin gesund zu bleiben.

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Medikamentöse Rückfallprophylaxe

Antidepressiva werden auch nach Abklingen der Symptomatik vom Arzt bis zu einigen Mo-
naten oder Jahren weiter verordnet. Wichtig ist, dass man sie nach Abklingen der depressiven
Symptomatik nicht sofort absetzt. Auch wenn Sie sich subjektiv wieder völlig wohl fühlen, kann
der Gehirnstoffwechsel durch ein frühzeitiges Absetzen der Medikamente erneut aus dem
Gleichgewicht geraten. Daher sollten Sie sich nach Ihrer Entlassung aus der Klinik in Behand-
lung bei einem niedergelassenen Nervenarzt begeben. Eine evtl. Reduzierung oder Umstel-
lung der Medikamente sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem Nervenarzt vornehmen.

Zusätzliche Medikamente zur Behandlung und Rückfallverhütung von Depressionen sind die
so genannten Mood Stabilizer oder Phasenprophylaktika Lithium, Carbamazepin und Val-
proinsäure.

Sie sind bei rezidivierenden, also wiederkehrenden Depressionen dazu geeignet, die Wahr-
scheinlichkeit des Auftretens neuer Phasen um ca. 75% zu verringern. Zudem hat man her-
ausgefunden, dass depressive Episoden, die trotz der Behandlung mit Phasenprophylaktika
erneut auftreten können, erst in längeren Abständen einsetzen und von geringerer Intensität
und Dauer sind als bei medikamentös unbehandelten Patienten.

Lithium (Handelsnamen z. B. Hypnorex und Quilonum) ist ein natürlich vorkommendes Salz.
Um seine Wirkung zu entfalten, muss es im Blut in einer bestimmten Konzentration vorhanden
sein. Daher ist es wichtig, dass regelmäßig der Lithiumspiegel im Blut vom Arzt kontrolliert
wird, um den optimalen Spiegelbereich zwischen 0,6 bis 0,8 mmol/l aufrechtzuerhalten. Liegt
der Spiegel unter 0,6 mmol/l, wirkt das Medikament nicht. Liegt er über 0,8 mmol/l, wirkt das
Lithium toxisch, es kann in extremen Fällen zu Vergiftungserscheinungen kommen.
Bei der Einnahme von Lithium ist es daher wichtig, auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers
zu achten, da auf Grund von Flüssigkeitsverlust durch Durchfall oder bei vermehrtem Schwit-
zen (z. B. durch Sport, Hitze im Sommer oder im Urlaub) der Lithiumspiegel höher ansteigen
kann als erwünscht.
Als Nebenwirkungen können Zittern, Gewichtszunahme und vermehrtes Wasserlassen eintre-
ten, diese Nebenwirkungen sind in der Regel allerdings nur vorübergehend.

Als weitere Phasenprophylaktika sind das Carbamazepin (Handelsnamen z. B. Tegretal und


Timonil) und die Valproinsäure (Handelsname z. B. Ergenyl) zu nennen.
Ihre Wirkung ist ähnlich der des Lithiums und sie können als Alternativen eingesetzt werden,
wenn z. B. beim Lithium die erwünschte Wirkung nicht ausreicht oder die Nebenwirkungen zu
stark sind. Meist werden sie jedoch bei bipolaren Depressionen eingesetzt. Auch hierbei sollten
regelmäßige Kontrollen und Spiegelbestimmungen durchgeführt werden, um eine optimale
Wirkung dieser Phasenprophylaktika zu gewährleisten.

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Individuelle Rückfallprophylaxe

Was kann ich tun, um gesund zu bleiben?

1. Planung positiver Aktivitäten nach der Ent- Welche Aktivitäten möchte ich nach der
lassung Entlassung ausüben?

2. Soziale Kontakte pflegen Welche Kontakte möchte ich besonders


pflegen oder neu knüpfen?

3. Depressiven Grundüberzeugungen auf Welche bedeutsamen Grundüberzeu-


der Spur bleiben und widerlegen gungen habe ich für mich herausgefunden?

4. Gleichgewicht von angenehmen und notwendigen Tätigkeiten herstellen

5. Kontinuierliche Medikamenteneinnahme

6. Hilfe holen: Psychotherapie, Selbsthilfegruppen

7. Kontinuierliche ärztliche Betreuung

8. Anderes:

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Aktueller Medikamentenüberblick

Aktuelle Medikamente: Bedarfsmedikation:

Name des Medikaments: Name des Medikaments:

__________________________________ __________________________________

Menge (z.B. in mg): Menge (z.B. in mg):

__________________________________ __________________________________

Zeiteinheit (z.B. pro Tag): Zeiteinheit (z.B. pro Tag):

__________________________________ __________________________________

Name des Medikaments: Name des Medikaments:

__________________________________ __________________________________

Menge (z.B. in mg): Menge (z.B. in mg):

__________________________________ __________________________________

Zeiteinheit (z.B. pro Tag): Zeiteinheit (z.B. pro Tag):

__________________________________ __________________________________

Name des Medikaments: Name des Medikaments:

__________________________________ __________________________________

Menge (z.B. in mg): Menge (z.B. in mg):

__________________________________ __________________________________

Zeiteinheit (z.B. pro Tag): Zeiteinheit (z.B. pro Tag):

__________________________________ __________________________________

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Krisenplan

Was kann ich tun, wenn ich erste Anzeichen eines Rückfalls bemerke?

Krisenplan

1. Frühwarnsignale ernst nehmen

Meine persönlichen Frühwarnsignale:

2. Bewältigungsstrategien

Meine persönlichen Strategien:

3. Eine Vertrauensperson über die Frühwarn- Name und ggf. Anschrift und Telefon der
signale informieren Vertrauensperson:

__________________________________

__________________________________

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4. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (Hausarzt, Nervenarzt, Psychotherapeut)

Mein Hausarzt Mein Nervenarzt Mein Psychotherapeut

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Aus Schaub et al.: Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen, © 2006 Hogrefe, Göttingen
Einzeltherapie – Arbeitsmaterialien

Nachsorge

Wie können Sie Ihre Krankheit und ggf. den Aufenthalt in einer Klinik anderen gegen-
über vertreten?
Bitte nutzen Sie die folgenden Zeilen, um Ihre persönlichen Pläne einzutragen.

Welche Anregungen nehmen Sie aus der Therapie mit?


Bitte nutzen Sie die folgenden Zeilen, um Ihre persönlichen Pläne einzutragen.

Mit den besten Wünschen für Ihre Zukunft,

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Einzeltherapie – Arbeitsmaterialien

Literatur und Adressen (1)

Literaturhinweise
• Faust, V. (1995). Depressionsfibel (3., erw. Aufl.). Stuttgart: Gustav Fischer.
• Hautzinger, M. (2006). Ratgeber Depression. Informationen für Betroffene und Angehörige.
Göttingen: Hogrefe.
• Hegerl, U., Althaus, D. & Reiners, H. (2005). Das Rätsel Depression. Eine Krankheit wird
entschlüsselt. München: Beck.
• Hegerl, U. & Niescken, S. (2004). Depression bewältigen – die Lebensfreude wiederfinden.
Stuttgart: Trias.
• Hesse, A.M. (2002). Schatten auf der Seele. Wege aus der Depression und Angst (3., Aufl.
d. überarb. Neuausg.). Freiburg: Herder.
• Josuran, R., Hoehne, V. & Hell, D. (2003). Mittendrin und nicht dabei. Mit Depressionen leben
lernen. München: Econ Taschenbuch Verlag.
• Kraiker, C. & Peter, B. (1998). Psychotherapieführer (5., vollst. überarb. u. aktualis. Aufl.).
München: Beck.
• Niklewski, G. & Riecke-Niklewski, R. (2003). Depressionen überwinden – ein Ratgeber für
Betroffene, Angehörige und Helfer. Berlin: Stiftung Warentest.
• Pitschel-Walz, G. (2003). Lebensfreude zurückgewinnen – Ratgeber für Menschen mit De-
pressionen und deren Angehörigen. München: Urban & Fischer.
• Sulz, S.K.D. (1993). Depression-Ratgeber. Alles was Sie für das Verständnis der Krankheit
wissen sollten. München: Cip Medien.
• Wittchen, H.-U. (1995). Depression. Wege aus der Krankheit. Basel: Karger.
• Wolfersdorf, M. (2001). Krankheit Depression – erkennen, verstehen, behandeln (3. Aufl.).
Bonn: Psychiatrie Verlag.

Selbsthilfegruppen
• Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen
(NAKOS)
Albrecht-Achilles-Straße 65 Tel.: 030/8914019
10709 Berlin Fax: 030/8934014
Homepage: www.nakos.de E-Mail: nakos@gmx.de

• Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BapK)


Thomas-Mann-Straße 41a Tel.: 0228/632646
53111 Bonn Fax: 0228/648063
Homepage: www.psychiatrie.de/bapk E-Mail: bapk@psychiatrie.de

Bei o.g. Adressen lassen sich Selbsthilfegruppen in Wohnortnähe erfragen oder über die Web-
seiten herausfinden.

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Literatur und Adressen (2)

Weitere nützliche Adressen


• Psychologischer Informationsdienst (PID)
Heilsbachstr. 22 Tel.: 0228/746699
53123 Bonn Fax: 0228/641023
Homepage: www.psychotherapiesuche.de
E-Mail: pid@psychotherapiesuche.de
Hilft bei der Suche nach geeigneten Psychotherapeuten. Es gibt auch die Möglichkeit über die
Homepage direkt Adressen zu erhalten.

• Kompetenznetz Depression
Nußbaumstr.7 Tel.: 089/5160-5540
80336 München Fax: 089/5160-5542
Homepage: www.kompetenznetz-depression.de
Ein bundesweiter Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen. Die Homepage des Kom-
petenznetzes enthält viele interessante Informationen und Adressen.

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