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AD 2000-Merkblatt

ICS 23.020.30 Ausgabe Oktober 2000

Bewertung von Spannungen bei AD 2000-Merkblatt


Sonderfälle rechnerischen und experimentellen
Spannungsanalysen S4

Die AD 2000-Merkblätter werden von den in der „Arbeitsgemeinschaft Druckbehälter“ (AD) zusammenarbeitenden, nachstehend genannten
sieben Verbänden aufgestellt. Aufbau und Anwendung des AD 2000--Regelwerkes sowie die Verfahrensrichtlinien regelt das AD 2000-Merk-
blatt G1.
Die AD 2000-Merkblätter enthalten sicherheitstechnische Anforderungen, die für normale Betriebsverhältnisse zu stellen sind. Sind über
das normale Maß hinausgehende Beanspruchungen beim Betrieb der Druckbehälter zu erwarten, so ist diesen durch Erfüllung besonderer
Anforderungen Rechnung zu tragen.
Wird von den Forderungen dieses AD 2000-Merkblattes abgewichen, muss nachweisbar sein, dass der sicherheitstechnische Maßstab
dieses Regelwerkes auf andere Weise eingehalten ist, z.B. durch Werkstoffprüfungen, Versuche, Spannungsanalyse, Betriebserfahrungen.
Fachverband Dampfkessel-, Behälter- und Rohrleitungsbau e.V. (FDBR), Düsseldorf
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften e.V., Sankt Augustin
Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), Frankfurt/Main
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Fachgemeinschaft Verfahrenstechnische Maschinen
und Apparate, Frankfurt/Main
Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh), Düsseldorf
VGB PowerTech e.V., Essen
Verband der Technischen Überwachungs-Vereine e.V. (VdTÜV), Essen
Die AD 2000-Merkblätter werden durch die Verbände laufend dem Fortschritt der Technik angepasst. Anregungen hierzu sind zu
richten an den Herausgeber:

Verband der Technischen Überwachungs-Vereine e.V., Postfach 10 38 34, 45038 Essen.

Inhalt
0 Präambel 5 Spannungsüberlagerung und Spannungs-
1 Geltungsbereich beurteilung
2 Bezeichnungen und Begriffs- 6 Begrenzung der Vergleichsspannungen
bestimmungen und der Vergleichsspannungsschwingbreiten
3 Allgemeine Festlegungen 7 Schrifttum
4 Spannungsanalyse, Spannungskategorien

0 Präambel für die Bewertung gemessener Beanspruchungszustände,


sofern dabei -- abgesehen von örtlich beschränkten Teilplas-
Zur Erfüllung der grundlegenden Sicherheitsanforderungen tifizierungen im Querschnitt -- ein linear-elastisches Werk-
der Druckgeräte-Richtlinie kann das AD 2000-Regelwerk stoffgesetz insbesondere nach wiederholter Belastung er-
angewandt werden, vornehmlich für die Konformitätsbewer- kennbar ist. Diese Kriterien sind anzuwenden, wenn das
tung nach den Modulen „G“ und „B + F“. AD 2000-Regelwerk keine zutreffenden Regelungen enthält,
Das AD 2000-Regelwerk folgt einem in sich geschlosse- siehe z. B. AD 2000-Merkblatt B 0 Abschnitt 2.2. Hiermit
nen Auslegungskonzept. Die Anwendung anderer techni- sind andere Nachweismöglichkeiten nicht ausgeschlossen.
scher Regeln nach dem Stand der Technik zur Lösung von Bei auf der Grundlage von elastoplastischen Analysen er-
Teilproblemen setzt die Beachtung des Gesamtkonzeptes mittelten Spannungen können diese Kriterien nicht ohne
voraus. weiteres zu deren Bewertung herangezogen werden.
Bei anderen Modulen der Druckgeräte-Richtlinie oder für
andere Rechtsgebiete kann das AD 2000-Regelwerk sinn- 1.2 Die in diesem AD 2000-Merkblatt angegebenen Kri-
gemäß angewandt werden. Die Prüfzuständigkeit richtet terien der Spannungsbewertung gelten für Bauteile von
sich nach den Vorgaben des jeweiligen Rechtsgebietes. Behälter-, Kessel-, Tank- und Rohrleitungsanlagen, soweit
sich diese als ebene oder gekrümmte Flächentragwerke
(bestehend aus isotropen Scheiben, Platten oder Schalen)
1 Geltungsbereich oder als räumliche Stabwerke (bestehend aus Rohren
oder aus Stäben mit rechteckigen oder runden Vollquer-
1.1 Dieses AD 2000-Merkblatt enthält Kriterien zur Bewer-
schnitten) darstellen lassen.
tung von Spannungen. Es kann in den Fällen angewendet
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln

werden, in denen der Beanspruchungszustand des Bauteils 1.3 Die Spannungen können z. B. durch Über- bzw. Un-
auf der Grundlage eines linear-elastischen Spannungs-Deh- terdrücke, äußere Kräfte und Momente, Massenkräfte so-
nungszusammenhanges berechnet worden ist. Es gilt auch wie behinderte Wärmedehnung hervorgerufen werden.
E Carl Heymanns Verlag KG

Die AD 2000-Merkblätter sind urheberrechtlich geschützt. Die Nutzungsrechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks,
der Entnahme von Abbildungen, die Wiedergabe auf fotomechanischem Wege und die Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen,
bleiben, auch bei auszugsweiser Verwertung, dem Urheber vorbehalten.
AD 2000-Merkblatt
Seite 2 AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000

1.4 Die hier getroffenen Festlegungen gelten für die im σ v, Tresca Vergleichsspannung nach Tresca in N/mm2
Druckbehälterbau zugelassenen Stähle. Bei der Übertra-
gung auf andere metallische Werkstoffe, z. B. Nichteisen- σ v, v.Mises Vergleichsspannung nach v. Mises in N/mm2
metalle, sind die spezifischen Eigenschaften zu berück- τ xy, yz, zx Schubspannungskomponenten in N/mm2
sichtigen.
1.5 Die auftretenden Bauteiltemperaturen (Wandungs-
temperaturen) liegen im Bereich zeitunabhängiger Festig- 3 Allgemeine Festlegungen
keitskennwerte. 3.1 Zielsetzung
1.6 Die Anforderungen des AD 2000-Regelwerkes hin- 3.1.1 Mit der Analyse der Spannungen muss durch den
sichtlich verwendeter Werkstoffe, Herstellung, Verarbei- Vergleich mit den zulässigen Spannungen nachgewiesen
tung sowie erstmaliger und wiederkehrender Prüfungen werden, dass die untersuchten Bauteile allen auftretenden
müssen eingehalten werden. Belastungen bei den verschiedenen Belastungsfällen (Be-
triebs-, Prüf-, Montage- und Sonderfälle gemäß AD 2000-
1.7 Versagensarten Merkblatt S 3/0) standhalten.
1.7.1 Bei Einhaltung der in diesem AD 2000-Merkblatt 3.1.2 Im Rahmen der durchzuführenden Analyse sind die
enthaltenen Kriterien zur Spannungsbegrenzung werden Spannungen und erforderlichenfalls die Kraftgrößen und
folgende Versagensarten vermieden: die Verformungen der zu untersuchenden Bauteile infolge
r Zähes Bruchversagen und unzulässige Werkstoffverfor- von Belastungen unter Einhaltung der Randbedingungen
mung durch mechanische Überlastung, und unter Berücksichtigung der gegenseitigen Beeinflus-
sung ihrer Nachbarbauteile zu ermitteln. Diese Ermittlung
r schrittweiser Dehnungszuwachs durch zyklische Belas-
darf rechnerisch oder experimentell oder in Kombination
tung,
rechnerisch und experimentell erfolgen.
r Ermüdungsbruch durch Überschreiten der Zeit- oder
Dauerfestigkeit (in Verbindung mit AD 2000-Merkblatt 3.1.3 Die nach Abschnitt 3.1.2 ermittelten Spannungen
S 1 oder S 2). sind hinsichtlich ihrer Zulässigkeit gemäß den Abschnitten
4, 5 und 6 zu überprüfen. Dabei ist zu beachten, dass die
1.7.2 Die Einhaltung der Spannungsbewertungskriterien Genauigkeit der ermittelten Größen von der Güte der geo-
nach Abschnitt 4 beinhaltet keine Absicherung gegen die metrischen Idealisierung des Bauteils, von der Genauigkeit
nachfolgend genannten Versagensarten; diese müssen zu- der Annahme der Belastungen, Randbedingungen und
sätzlich überprüft werden: Werkstoffeigenschaften sowie von den Eigenschaften des
r Instabilität, gewählten Berechnungsverfahrens und der Art seiner
r Sprödbruch, Durchführung abhängt.
r Zeitstandbruch,
3.2 Schweißnähte
r Hochtemperaturermüdung,
Die zulässige Spannung in Schweißnähten ist entspre-
r Spannungsrisskorrosion,
chend der Schweißnahtwertigkeit gemäß AD 2000-Merk-
r Schwingungsrisskorrosion. blatt B 0 zu bestimmen.

3.3 Plattierungen
2 Bezeichnungen und Begriffs- 3.3.1 Bei der Bestimmung der erforderlichen Wanddicken
bestimmungen und Querschnitte sind vorhandene Plattierungen in der Re-
gel als nicht tragend anzusehen. Auftragsschweißungen
e Berechnungswanddicke an der
auf das Grundmaterial mit gleichwertigen Werkstoffen gel-
betrachteten Stelle
ten nicht als Plattierung.
(vgl. AD 2000-Merkblatt S 3/0) in mm
f zulässige Berechnungsspannung 3.3.2 Wenn die Plattierungsdicke mehr als 10 % der
(vgl. AD 2000-Merkblatt S 3/0) in N/mm2 Wanddicke beträgt, ist die Plattierung bei einer Analyse
F Spannungsspitze in N/mm2 der Kräfte und Spannungen zu berücksichtigen.
P primäre Spannung in N/mm2 3.4 Belastungen
Pe Zwängungsspannungen, z. B. durch
behinderte Wärmedehnung hervor- Als Belastungen sind alle Einwirkungen auf das Bauteil an-
gerufene Membran- und/oder Biege- zunehmen, die Beanspruchungen in diesem hervorrufen.
spannungen in N/mm2 Die Belastungen sind zu Lastfällen nach AD 2000-Merk-
blatt S 3/0 zusammenzufassen. Anzusetzende Belastun-
Pb primäre Biegespannung in N/mm2 gen sind anzugeben.
Pl primäre lokale Membranspannung in N/mm2
Pm primäre globale Membranspannung in N/mm2 3.5 Spannungen
Q sekundäre Spannung in N/mm2 3.5.1 Die Spannungen bestehen aus Normal- und Schub-
R kleinster Krümmungsradius der spannungen oder aus einer Kombination von Normal- und
Schale an der betrachteten Stelle in mm Schubspannungen. Ihre Bewertung erfolgt als Vergleichs-
R p0,2 Â , R p1,0 Â 0,2 bzw. 1,0%-Dehngrenze spannungen.
(Mindestwerte) in N/mm2 Im Falle einer linearelastischen Spannungsanalyse besteht
ein linearer Zusammenhang zwischen den Spannungen
σ 1, 2, 3 Hauptspannungen in N/mm2 und Verformungen. Dieser proportionale Zusammenhang
σ x, y, z Normalspannungen in N/mm2 ist auch oberhalb der Streckgrenze oder Dehngrenze des
Werkstoffs zugrunde zu legen (fiktive Spannungen). Im
σ max größte Hauptspannung in N/mm2 Falle elastisch-plastischer Analysen ist vom tatsächlichen
σ min kleinste Hauptspannung in N/mm2 Spannungs-Dehnungs-Zusammenhang auszugehen.
AD 2000-Merkblatt
AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000 Seite 3

3.5.2 Die Spannungen treten entweder als (vorwiegend) dionaler Richtung das 1,1fache der zulässigen globalen
ruhende Beanspruchungen, als Wechselbeanspruchungen Membranspannung nicht überschreiten. Zwei benachbarte
oder dynamische Beanspruchungen auf. Schwellende Be- Bereiche mit lokalen primären Membranspannungen müs-
anspruchung ist als Sonderfall der Wechselbeanspruchung sen mindestens 2,5 ⋅ R ⋅ e in meridionaler Richtung
anzusehen. voneinander entfernt sein. Dabei ist R der kleinere Haupt-
3.5.3 Die Begrenzung der Spannungen bei ruhender Be- krümmungsradius und e die Wanddicke gemäß Ab-
anspruchung erfolgt nach Abschnitt 6 auf der Grundlage schnitt 2. Einzelne begrenzte Bereiche mit lokalen pri-
der Spannungsanalyse und -kategorisierung sowie der mären Membranspannungen, hervorgerufen durch
Vergleichsspannungsbildung nach den Abschnitten 4 und konzentrierte Belastungen (z. B. Pratzen, Stutzen), sind so
5, die Begrenzung wechselnder Beanspruchungen nach anzuordnen, dass es zu keinen Überlappungen von Berei-
dem AD 2000-Merkblatt S 2. chen kommt, in denen das 1,1fache der zulässigen globa-
len Membranspannung überschritten wird.
4.2.5 Während primäre globale Membranspannungen so
4 Spannungsanalyse, Spannungs- verteilt sind, dass als Folge einer Plastifizierung keine we-
kategorien sentliche Spannungsumlagerung zu benachbarten Berei-
chen hin stattfinden würde, führt im Falle der primären
Durch eine Spannungsanalyse mit Spannungskategorisie- lokalen Membranspannungen eine Plastifizierung zur
rung und Spannungsbegrenzung ist nachzuweisen, dass Spannungsumlagerung.
keine unzulässigen (insbesondere nur begrenzte plasti-
sche) Verformungen auftreten. 4.3 Sekundäre Spannungen Q

4.1 Spannungskategorien 4.3.1 Sekundäre Spannungen Q sind solche Spannun-


gen, die durch Zwängung infolge geometrischer Unste-
4.1.1 Die Spannungen sind abhängig von ihrer erzeu- tigkeiten und bei Verwendung von Werkstoffen mit un-
genden Ursache und ihrer Auswirkungen auf das Festig- terschiedlichen Elastizitätsmoduln unter äußeren Be-
keitsverhalten des Bauteils in primäre Spannungen, sekun- lastungen entstehen oder die sich durch Zwängungen in-
däre Spannungen und Spannungsspitzen einzuteilen [4] folge unterschiedlicher Wärmedehnung ergeben. Nur
und gemäß ihrer Zuordnung in unterschiedlicher Weise zu Spannungen aus dem linearisierten Verlauf der Span-
begrenzen. nungsverteilung werden zu den sekundären Spannungen
gezählt.
4.1.2 Erscheint in Grenzfällen die Zuordnung zu einer der
genannten Spannungskategorien nicht eindeutig, ist die 4.3.2 Hinsichtlich des Festigkeitsverhaltens ist ihr we-
Auswirkung einer plastischen Verformung auf das Festig- sentliches Merkmal, dass sie im Falle des Überschreitens
keitsverhalten im Falle einer angenommenen Überschrei- der Fließgrenze beim Ausgleich der Verformungsdifferen-
tung der vorgesehenen Belastung als maßgebend anzu- zen plastische Verformungen bewirken, die sich selbst be-
sehen. grenzen.
4.3.3 Spannungen in Rohrleitungen, die aufgrund von
4.2 Primäre Spannungen P Dehnungsbehinderungen im System oder allgemein in-
4.2.1 Primäre Spannungen P sind solche Spannungen, folge der Erfüllung kinematischer Randbedingungen ent-
die das Gleichgewicht mit äußeren Kraftgrößen (Lastgrö- stehen, werden mit Pe bezeichnet. Unter ungünstigen Be-
ßen) herstellen. dingungen können sich in relativ langen Rohrleitungen
Stellen mit großen Verformungen ergeben. Die sie verursa-
4.2.2 Hinsichtlich des Festigkeitsverhaltens ist ihr we- chenden Zwängungen wirken dann wie äußere Lasten. Zu-
sentliches Merkmal, dass bei einer (unzulässigen großen) sätzlich kann es für diese Stellen notwendig sein nachzu-
Steigerung der äußeren Lasten die Verformungen nach weisen, dass keine unzulässige Werkstoffverformung
vollständiger Plastifizierung des Querschnitts wesentlich auftritt.
zunehmen, ohne sich hierbei selbst zu begrenzen.
4.4 Spannungsspitzen F
4.2.3 Die primären Spannungen sind gesondert nach ih-
rer Verteilung über dem für das Tragverhalten zugrunde zu 4.4.1 Spannungsspitzen F sind solche Spannungen, die
legenden Querschnitt als Membranspannung Pm, Pl und der Summe der betreffenden primären und sekundären
als Biegespannung Pb zu unterscheiden. Hierbei sind die Spannungen überlagert sind. Sie haben keine merklichen
Membranspannungen definiert als Mittelwert der jeweiligen Verformungen zur Folge und sind in Verbindung mit primä-
Spannungskomponente über dem für das Tragverhalten ren und sekundären Spannungen nur für Ermüdung und
zugrunde zu legenden Querschnitt, bei Flächentragwerken Sprödbruchgefährdung von Bedeutung.
jeweils als Mittelwert der Spannungskomponente über der 4.4.2 Zu den Spannungsspitzen zählen auch die Abwei-
Wanddicke. Die Biegespannungen im Sinne dieses Merk- chungen von Nennspannungen an Lochrändern infolge
blattes sind definiert als die über dem betrachteten Quer- Druck und Temperatur, wobei die Nennspannungen aus
schnitt proportional zum Abstand von der neutralen Achse Gleichgewichtsbetrachtungen abzuleiten sind.
linear veränderlichen Spannungen, bei Flächentragwerken
als der linear veränderliche Anteil der über der Wanddicke
verteilten Spannungen. 5 Spannungsüberlagerung und
4.2.4 Hinsichtlich der Verteilung der Membranspannung
Spannungsbeurteilung
entlang der Wand sind primäre globale Membranspan- Für jeden Lastfall sind, wie im Folgenden dargelegt, die
nungen Pm und primäre lokale Membranspannungen Pl gleichzeitig wirkenden gleichgerichteten Spannungen für
zu unterscheiden. Rotationssymmetrische primäre Mem- jede Spannungskategorie gesondert oder für verschiedene
branspannungen im Bereich von Störstellen, die von der Spannungskategorien (z. B. primäre und sekundäre Span-
globalen Membranspannung abweichen, werden als lokal nungen) gemeinsam zu addieren.
eingestuft, wenn sie außerhalb eines die Störstelle ent- Beispiele für die Zuordnung von Spannungskategorien ge-
haltenden Bereiches von der Länge 1,0 ⋅ R ⋅ e in meri- ben die Tafeln 1 bis 3.
AD 2000-Merkblatt
Seite 4 AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000

Aus diesen Spannungen ist für die primären Spannungen genügt es bei der Anwendung der Festigkeitshypothese
die Vergleichsspannung zu bilden. Für die Summe aus pri- nach Tresca, das Maximum der Differenzen je zweier
mären und sekundären Spannungen sowie für die Summe Hauptspannungsdifferenzen gleicher Paare von Haupt-
aus primären Spannungen, sekundären Spannungen und spannungsrichtungen zu bilden. Dieses Maximum stellt
Spannungsspitzen ist jeweils die Vergleichsspannungs- dann die Vergleichsspannungsschwingbreite (nach Tresca)
schwingbreite zu bilden (für weitergehende Angaben ver- dar.
gleiche [6]).

5.1 Vergleichsspannungen 6 Begrenzung der Vergleichsspannungen


und der Vergleichsspannungs-
5.1.1 Nach Festlegung eines kartesischen Koordinaten-
systems sind die Summen aller gleichzeitig wirkenden Nor- schwingbreiten
mal- und Schubspannungen der jeweiligen Achsenrichtung
6.1 Allgemeines
für
a) die primären globalen Membranspannungen oder 6.1.1 Für jeden Lastfall (Betriebs-, Prüf-, Montage-,
b) die primären lokalen Membranspannungen und Sonderfälle) nach AD 2000-Merkblatt S 3/0 sind die
Vergleichsspannungen und die Vergleichsspannungs-
c) die Summe aus primären Biegespannungen und ent- schwingbreiten in Abhängigkeit von den mechanischen
weder den primären globalen oder den lokalen Mem- Eigenschaften des Werkstoffes zu begrenzen. Die hier
branspannungen verwendeten Begrenzungen gelten für volle Rechteckquer-
gesondert zu bilden. schnitte, wie sie zum Beispiel der betrachteten Span-
Hieraus ist die Vergleichsspannung nach v. Mises unmittel- nungsverteilung in Schalen zugrunde gelegt werden. Bei
bar zu berechnen anderen Querschnitten sind die Stützziffern in Abhängig-
keit von dem jeweiligen Tragverhalten festzulegen.
σ v, v.Mises = σ 2
x + σ 2y + σ 2z − σ x σ y + σ y σ z + σ z σ x (1)
6.1.2 Im Falle der Vergleichsspannungen aus primären
Spannungen und der Vergleichsspannungsschwingbreiten
+ 3 τ 2xy + τ 2yz + τ 2zx aus primären und sekundären Spannungen hat die Be-
grenzung unter Zugrundelegung des Spannungsver-
5.1.2 Zur Bildung der Vergleichsspannung nach Tresca gleichswertes f (zulässige statische Berechnungsspan-
sind für jeden der drei Fälle nach Abschnitt 5.1.1 a) bis c) nung) gemäß AD 2000-Merkblatt S 3/0 zu erfolgen.
unter Berücksichtigung der jeweiligen primären Schub-
spannungen die Hauptspannungen zu ermitteln, es sei 6.1.3 Bei der Bildung der zulässigen statischen Berech-
denn, die primären Schubspannungen verschwinden oder nungsspannung f nach AD 2000-Merkblatt S 3/0 darf bei
sind vernachlässigbar klein, so dass die vorhandenen Nor- den verschiedenen Lastfällen (Betriebs-, Prüf-, Montage-
malspannungen bereits die Hauptspannungen darstellen. und Sonderfälle) die örtlich und zeitlich jeweils vorhandene
Die Vergleichsspannung ist dann jeweils gleich der Diffe- Temperatur verwendet werden.
renz aus der größten und der kleinsten Hauptspannung.
6.1.4 Die Vergleichsspannungsschwingbreiten aus pri-
σ v, Tresca = σ max − σ min
mären Spannungen, sekundären Spannungen und Span-
Für die drei Fälle nach Abschnitt 5.1.1 a), b) und c) erhält nungsspitzen sind im Rahmen einer Ermüdungsanalyse
man so die Vergleichsspannung aus Pm, Pl und Pm + Pb nach AD 2000-Merkblatt S 2 zu begrenzen.
oder Pl + Pb.
6.2 Begrenzung der primären Vergleichsspannungen
5.2 Vergleichsspannungsschwingbreiten Die primären Vergleichsspannungen sind für alle Lastfälle
gemäß AD 2000-Merkblatt S 3/0 zu begrenzen mit
5.2.1 Zur Vermeidung des Versagens infolge
a) eines unbegrenzt fortschreitendenDehnungszuwachses Pm ≤ f
infolge zyklischer Belastung, P l ≤ 1,5f
b) Ermüdung (vgl. AD 2000-Merkblatt S 2) P m + P b oder P l + P b ≤ 1,5f
sind die zugehörigen Vergleichsspannungsschwingbreiten
aus unterschiedlichen Spannungskategorien zu ermitteln P e ≤ 1,5f
und unterschiedlich zu begrenzen. Die Einordnung für Pe ist abhängig von der Anordnung der
betrachteten Stelle im Bauteil zu entscheiden, siehe hierzu
5.2.2 Im Falle nach Abschnitt 5.2.1 a) sind die benötigten Abschnitt 4.3.3.
Spannungstensoren aus den gleichzeitig wirkenden Span-
nungen der primären und sekundären Spannungskatego-
rien zu bilden, im Fall b) aus den gleichzeitig wirkenden 6.3 Begrenzung der primären und sekundären
Spannungen aller Spannungskategorien. Vergleichsspannungsschwingbreiten
Die primären und sekundären Vergleichsspannungs-
5.2.3 Aus der Menge der zu betrachtenden Bean- schwingbreiten sind für alle Betriebsfälle gemäß AD 2000-
spruchungszustände sind unter Verwendung eines festen Merkblatt S 3/0 zu begrenzen mit
Koordinatensystems zwei Beanspruchungszustände so
auszuwählen, dass die aus der Differenz der zugehörigen  P m + P b + Q  bzw.  P l + P b + Q  ≤ 3f
Spannungstensoren nach der verwendeten Festigkeits- P e ≤ 3f
hypothese gebildete Vergleichsspannung ein Maximum
wird. Dieses Maximum stellt die Vergleichsspannungs- Bei Stahlguss darf die Vergleichsspannungsschwingbreite
schwingbreite dar. anstelle von 3 f mit 4 f begrenzt werden.
Die Zulässigkeit der Einordnung von Pe als Sekundärspan-
5.2.4 Haben die zu betrachtenden Beanspruchungs- nung ist abhängig von der Anordnung der betrachteten
zustände gleichbleibende Hauptspannungsrichtungen, so Stelle im Bauteil zu entscheiden, vgl. Abschnitt 4.3.3.
AD 2000-Merkblatt
AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000 Seite 5

6.4 Abweichende Begrenzung der Vergleichs- 7 Schrifttum


spannungen und der Vergleichsspannungs-
schwingbreiten [1] KTA 3201.2: Auslegung, Konstruktion und Berechnung
von Komponenten des Primärkreises von Leichtwas-
Mit Ausnahme der allgemeinen primären Membranspan- serreaktoren.
nungen sind Abweichungen bei der Begrenzung der Ver- Beuth Vertrieb, Berlin (3/84).
gleichsspannungen und den Vergleichsspannungsschwing- [2] KTA 3211.2: Auslegung, Konstruktion und Berechnung
breiten möglich, wenn durch andere Nachweise gezeigt wird, von Komponenten der äußeren Systeme von Leicht-
dass das Bauteil den gestellten Anforderungen genügt (z. B. wasserreaktoren.
durch Bauteilversuche, plastische Analyse u. a.). Beuth Vertrieb, Berlin (6/92).
[3] Criteria of the ASME Boiler and Pressure Vessel Code
6.5 Spannungsbegrenzung bei dreiachsigem for Design by Analysis.
Zugspannungszustand The American Society of Mechanical Engineers, New
York 1969.
Ergibt die Spannungsanalyse einen dreiachsigen Zug- [4] Kroenke, W. C.: Classification of finite element stresses
spannungszustand, muss zur Vermeidung eines durch die according to ASME Section III stress categories.
dann eingeschränkte Duktilität hervorgerufenen spröden Technical paper presented to ASME 94th Winter Annual
Versagens immer dann, wenn die kleinste Zugspannung Meeting. Detroit, Michigan. November 11--15, 1973.
den halben Betrag der größten Zugspannung übersteigt,
[5] VdTÜV-Merkblatt 803: Richtlinien zur Durchführung
zusätzlich die folgende Bedingung eingehalten werden:
und Auswertung von Dehnungsmessungen mit Deh-
max σ 1; σ 2; σ 3 ≤ R p0,2 Â nungsmessstreifen (DMS), Ausgabe März 1993.
Verlag TÜV Rheinland GmbH, Köln.
Anstelle von R p0,2 Â darf R p1,0 Â verwendet werden, sofern [6] Dietmann, H., u. H. Kockelmann: Verwendung der Ge-
zur Bestimmung der zulässigen statischen Berechnungs- staltänderungsenergiehypothese im Anwendungsbe-
spannung f nach AD 2000-Merkblatt S 3/0 dieser Wert zu- reich der KTA-Regeln.
grunde gelegt wurde. VGB Kraftwerkstechnik 74 (1994), Heft 6.

Tafel 1. Spannungskategorisierung in Behältern für einige typische Fälle

Spannungen Spannungs-
Behälterteil Ort Art der Spannung
hervorgerufen durch kategorie
Zylinder- oder Ungestörter Bereich Innendruck Membranspannung Pm
Kugelschale Spannungsänderung senkrecht zur Q
Schalenmittelfläche
Axialer Temperatur- Membranspannung Q
gradient Biegespannung Q
Verbindung mit Innendruck Membranspannung3) Pl
Boden oder Flansch Biegespannung Q1)
Beliebige Beliebiger Schnitt Äußere Kraft oder Mittelwert der Membranspannung Pm
Schale oder durch den gesamten Moment oder Innen- über den gesamten Behälterschnitt
Boden Behälter druck2) (Spannungskomponente senkrecht
zur Schnittebene)
Äußere Kraft oder Biegeanteil über den gesamten Be- Pm
Moment2) hälterschnitt (Spannungskompo-
nente senkrecht zur Schnittebene)
In der Nähe von Äußere Kraft oder Membranspannung3) Pl
Stutzen oder Moment oder Innen- Biegespannung Q
anderen Öffnungen druck2) Spannungskonzentration an Hohl- F
kehle oder Ecke
Beliebig Temperaturdifferenz Membranspannung Q
zwischen Boden und Biegespannung Q
Mantel
Gewölbter Im Bereich der Innendruck Membranspannung Pm
oder kegeliger Rotationsachse Biegespannung Pb
Boden
Im Bereich der Innendruck Membranspannung Pl4)
Krempe oder Ver- Biegespannung Q
bindung zum Mantel
Ebener Boden Im Bereich der Innendruck Membranspannung Pm
Rotationsachse Biegespannung Pb
Verbindung zum Innendruck Membranspannung Pl
Mantel Biegespannung Q
(Fortsetzung auf Seite 6)
AD 2000-Merkblatt
Seite 6 AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000

(Fortsetzung von Seite 5)

Spannungen Spannungs-
Behälterteil Ort Art der Spannung
hervorgerufen durch kategorie
Gelochter Regulärer Steg in Druck Membranspannung Pm
Boden oder einem regelmäßigen (Mittelwert über Stegquerschnitt)
Mantel Lochfeld Biegespannung Pb
(Mittelwert über Stegbreite, aber
veränderlich über Wanddicke)
Spannungskonzentration F
Einzelner oder von Druck Membranspannung (wie vor) Q
der normalen Anord- Biegespannung (wie vor) F
nung abweichender Spannungskonzentration F
Steg
Stutzen Querschnitt senk- Innendruck oder äu- Mittelwert der Membranspannung Pm
recht zur Stutzen- ßere Kraft oder Mo- über den Stutzenquerschnitt (Span-
achse ment2) nungskomponente senkrecht zur
Schnittebene)
Äußere Kraft oder Biegung über den Stutzenquer- Pm
Moment2) schnitt
Stutzenwand Innendruck Allgemeine Membranspannung Pm
Örtliche Membranspannung Pl
Biegung Q
Spannungskonzentration F
Unterschiedliche Membranspannung Q
Dehnung Biegespannung Q
Spannungskonzentration F
Plattierung Beliebig Unterschiedliche Membranspannung F
Dehnung Spannungskonzentration F

Beliebig Beliebig Radiale Temperatur- Äquivalenter linearer Anteil6) Q


verteilung5) Abweichung vom äquivalenten li- F
nearen Spannungsverlauf
Beliebig Beliebig Beliebig Spannungskonzentration durch F
Kerbwirkung
1) Wenn das Randmoment erforderlich ist, um die Biegemomente in Boden- oder Plattenmitte in zulässigen Grenzen zu halten, sind
diese Biegespannungen als Pb zu klassifizieren.
2) Hierzu gehören alle Anschlusskräfte der Rohrleitungen aus Eigengewicht, Schwingungen und behinderter Wärmedehnung sowie
Trägheitskräfte.
3) Außerhalb des die Störstelle enthaltenden Bereiches darf die Membranspannung in Meridian- und Umfangsrichtung der Grund-
schale den Wert von 1,1 ˜ Sm nicht überschreiten, und die Länge des Bereiches in meridionaler Richtung darf nicht größer sein als
1,0 ˜  R ⋅ e .
4) In dünnwandigen Behältern muss die Möglichkeit des Einbeulens und unzulässiger Deformation untersucht werden.
5) Es ist zu untersuchen, ob die Gefahr des Versagens infolge unbegrenzt fortschreitender Deformation besteht.
6) Der äquivalente lineare Anteil ist definiert als die lineare Spannungsverteilung, die das gleiche Biegemoment erzeugt wie die tat-
sächliche Spannung.
AD 2000-Merkblatt
AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000 Seite 7

Tafel 2. Spannungskategorisierung in Rohrleitungen für einige typische Fälle

Rohrleitungs- Spannungen Spannungs-


Ort Art der Spannung
komponente hervorgerufen durch kategorie
Gerade Rohre, Ungestörtes Rohr Innendruck Mittlere Membranspannung Pm
Krümmer und
Reduzierstücke, Mechanische Lasten Biegespannung über Rohrquer- Pb
Abzweige und einschließlich Eigen- schnitt (Spannungskomponente
T-Stücke mit gewichte und Träg- senkrecht zur Schnittebene)
Ausnahme des heitskräfte
D hd i
Durchdringungs-
bereiches Im Bereich von Stör- Innendruck Membranspannung (über Wand- Pl
stellen (Wanddicken- dicke)
änderungen, Verbin- Biegespannung (über Wanddicke) Q
dung verschiedener
Rohrleitungsteile) Mechanische Lasten Membranspannung (über Wand- Pl
einschließlich Eigen- dicke)
gewicht und Träg- Biegespannung (über Wanddicke) Q
heitskräfte
Behinderte Wärme- Membranspannung Pe
dehnung Biegespannung Pe

Axialer Temperatur- Membranspannung Q


gradient Biegespannung Q

Beliebig Beliebig Spannungskonzentration F


Abzweige und Bereich der Durch- Innendruck, mecha- Membranspannung Pl
T-Stücke dringung nische Lasten ein- Biegespannung Q
schließlich Eigenge-
wicht und Trägheits-
kräfte und behinderte
Wärmedehnung

Axialer Temperatur- Membranspannung Q


gradient Biegespannung Q

Beliebig Spannungskonzentration F
Flansche Ungestörte Bereiche Innendruck, Dicht- Mittlere Membranspannung Pm
kraft, Schrauben- Biegespannung Pb
kräfte
Im Bereich von Innendruck, Dicht- Membranspannung Pl
Wanddicken- kraft, Schrauben-
änderungen kräfte
Biegespannung Q

Axialer oder radialer Membranspannung Q


Temperaturgradient Biegespannung Q

Behinderte Wärme- Membranspannung Pe


dehnung
Biegespannung Pe

Beliebig Spannungskonzentration F

Beliebig Beliebig Radialer Temperatur- Äquivalenter Anteil2) der Biege-


gradient1) spannung über der Wand F
Spannungskonzentration F
1) Es ist zu untersuchen, ob die Gefahr des Versagens infolge unbegrenzt fortschreitender Deformation besteht.
2) Der äquivalente Anteil ist definiert als die lineare Spannungsverteilung, die das gleiche Biegemoment erzeugt wie die tatsächliche
Spannungsverteilung.
AD 2000-Merkblatt
Seite 8 AD 2000-Merkblatt S 4, Ausg. 10.2000

Tafel 3. Spannungskategorisierung integraler Bereiche von Komponentenstützkonstruktionen für einige typische Fälle

Typ der Kom-


Spannungen Spannungs-
ponentenstütz- Ort Art der Spannung
hervorgerufen durch kategorie
konstruktion
Beliebige Beliebiger Schnitt Aufzunehmende Mittelwert der Membranspannung Pm
Schale durch die gesamte Kraft oder aufzuneh- über den gesamten Schnitt (Span-
Komponentenstütz- mendes Moment nungskomponente senkrecht zur
konstruktion Schnittebene)
Aufzunehmende Biegeanteil über den gesamten Pb
Kraft oder aufzuneh- Schnitt (Spannungskomponente
mendes Moment senkrecht zur Schnittebene)

Im Bereich einer Aufzunehmende Membranspannung Pm


Störstelle1) oder Kraft oder aufzuneh- Biegespannung Q2)
Öffnung mendes Moment

Beliebige Stelle Ausdehnungsbehin- Membranspannung Pe


derung3) Biegespannung Pe

Beliebige Beliebige Stelle Aufzunehmende Membranspannung Pm


Platte oder Kraft oder aufzuneh- Biegespannung Pb
Scheibe mendes Moment

Im Bereich einer Aufzunehmende Membranspannung Pm


Störstelle1) oder Kraft oder aufzuneh- Biegespannung Q2)
Öffnung mendes Moment

Beliebige Stelle Ausdehnungsbehin- Membranspannung Pe


derung3) Biegespannung Pe
1) Unter Störstellen sind wesentliche Geometrieänderungen wie Wanddickenänderungen und Übergänge zwischen verschiedenen
Schalentypen zu verstehen. Lokale Spannungskonzentrationen, z.B. an Ecken und Bohrungen, fallen nicht darunter.
2) Berechnung ist nicht erforderlich.
3) Dies sind Spannungen, die aus der Unterdrückung oder Behinderung von Verschiebungen oder aus unterschiedlichen Verschie-
bungen von Komponentenstützkonstruktionen oder Festpunkten herrühren, einschließlich Spannungserhöhungen an Störstellen.
Ausgenommen ist die behinderte Wärmedehnung von Rohrleitungen. Die Kräfte und Momente aus behinderter Wärmedehnung
von Rohrleitungen fallen für die Komponentenstützkonstruktionen unter „Aufzunehmende Kraft oder aufzunehmendes Moment“.