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Konzernnorm TL 211

Ausgabe 2019-11
Klass.-Nr.: 50243

Schlagwörter: Außenteil, Basislack, Beschichtung, Heckklappe, Heckspoiler, Heißprägefolie, IMD, IML, Klarlack,
Kotflügel, Kunststoffaußenteil, Lack, Lackierung, Metallisierung, PVD, Radabdeckung, Radar,
Spiegelkappe, Stoßfänger, TOM, Tankklappe, Türaußengriff

Beschichtung von Kunststoffaußenteilen


Anforderungen

Frühere Ausgaben
TL 211: 1974-11, 1983-10, 1989-07, 1992-08, 1992-09, 1995-03, 1995-10, 1998-06, 2003-02,
2003-03, 2009-09, 2009-10, 2014-07, 2016-11

Änderungen
Gegenüber der TL 211: 2016-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
– Titel der Norm geändert
– Fachverantwortung geändert
– Abschnitt 1 „Anwendungsbereich“ überarbeitet
– Abschnitt 2 „Begriffe“ hinzugefügt
– Abschnitt 3 „Abkürzungen“ hinzugefügt
– Abschnitt 5 „Anforderungen“ vollständig überarbeitet
– Abschnitt „Aufbau“ entfällt
– Abschnitt „Anstrichsysteme und Schichtdicken in µm“ entfällt
– Abschnitt 6 „Anforderungen an die Eigenschaften“ vollständig überarbeitet
– Abschnitt 7 „Anforderungen an besondere Beschichtungen“: Überschrift geändert
– Abschnitt 7.2 „Grundierte Kundendienstteile“ geändert
– Abschnitt 7.3 „Beschichtungen auf Radarabdeckungen“ hinzugefügt
– Abschnitt 8 „Serienüberwachung“: Titel geändert und aktualisiert
– Anhang A „Angaben vom Lieferanten“ hinzugefügt
– Anhang B hinzugefügt
– weitere redaktionelle Änderungen

Norm vor Anwendung auf Aktualität prüfen.


Die elektronisch erzeugte Norm ist authentisch und gilt ohne Unterschrift. Seite 1 von 26
Fachverantwortung Normung
GQL-P/1 Marina Engelking Tel.: +49 5361 9-41793
GQL-P/1 Eckart Herrmann Tel.: +49 5361 9-26163 K-ILI-5/1 Ute Hager-Süß K-ILI-5
GQL-P Denis Eschwey Tel.: +49 5361 9-47597 Tel.: +49 5361 9-49035 Sven-Uwe Döring

Alle Rechte vorbehalten. Weitergabe oder Vervielfältigung ohne vorherige Zustimmung einer Normenabteilung des Volkswagen Konzerns nicht gestattet.
© Volkswagen Aktiengesellschaft VWNORM-2018-11
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Inhalt
Seite
1 Anwendungsbereich ................................................................................................... 2
2 Begriffe ....................................................................................................................... 2
3 Abkürzungen .............................................................................................................. 3
4 Bezeichnung .............................................................................................................. 3
5 Anforderungen ........................................................................................................... 3
5.1 Grundsätzliche Anforderungen .................................................................................. 3
5.2 Optik und Haptik ......................................................................................................... 3
5.3 Freibewitterung .......................................................................................................... 4
5.4 Lackierprozess ........................................................................................................... 4
5.5 Lacksystemliste .......................................................................................................... 4
5.6 Grundmaterialien ........................................................................................................ 5
6 Anforderungen an die Eigenschaften ......................................................................... 5
6.1 Allgemeines ................................................................................................................ 5
6.2 Schichtdicken ............................................................................................................. 5
7 Anforderungen an besondere Beschichtungen ........................................................ 21
7.1 Nachlackierungen .................................................................................................... 21
7.2 Grundierte Kundendienstteile ................................................................................... 21
7.3 Beschichtungen auf Radarabdeckungen ................................................................. 21
8 Serienüberwachung ................................................................................................. 22
9 Mitgeltende Unterlagen ............................................................................................ 22
Anhang A Angaben vom Lieferanten ........................................................................................ 25
Anhang B .................................................................................................................................. 26
B.1 Lacksystemliste ........................................................................................................ 26
B.2 Freigabeblatt „Digitale Referenzen von Urtönen“ ..................................................... 26
B.3 Radartransparenz .................................................................................................... 26

1 Anwendungsbereich
Diese Technische Lieferbedingung legt die Anforderungen an polymere Beschichtungen [z. B. La‐
ckierung, schutzlackierte Metallisierungen, Folienapplikationen (wie z. B. IMD, IML, TOM), Co-Ex‐
trusion] von Fahrzeugaußenteilen aus Kunststoff (z. B. Stoßfänger, Radabdeckungen, Heckspoiler,
Heckklappe, Kotflügel) fest.

2 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe:
Absetzfarbe Von der Karosseriefarbe abweichender Farbton (z. B. schwarze Türbeplan‐
kungen bei roter Karosseriefarbe)
IMD In-Mould-Dekoration; Folie mit Druckbild wird zwischen den Werkzeughälf‐
ten positioniert und mit Kunststoff hinterspritzt, das Druckbild verbindet sich
unter Druck und Temperatur beim Einspritzvorgang mit dem Kunststoff
IML In-Mould-Labeling; ggf. bedruckte, vorgeformte und zugeschnittene Folien
(Labels) werden mit Kunststoff hinterspritzt, die Labels verbinden sich unter
Druck und Temperatur beim Einspritzvorgang mit dem Kunststoff
PVD Physical Vapour Deposition; Verfahren zur Gasphasenabscheidung von
Elementen, verwendet zur Darstellung von metallisch aussehenden Ober‐
flächen.
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TOM Total Overlay Method; Thermoumformung einer Folie in einer Vakuum-


kammer auf das zu dekorierende Bauteil

3 Abkürzungen
BTV Bauteilverantwortlicher Qualitätssicherung Kaufteile
b. i. O. Bedingt in Ordnung
GK Granulatklasse
i. O. In Ordnung
LW Long Wave (Parameter der Oberflächenstrukturmessung)
n. i. O. Nicht in Ordnung
SW Short Wave (Parameter der Oberflächenstrukturmessung)
2K 2-Komponenten

4 Bezeichnung
Beschichtung nach TL 211

5 Anforderungen
Wenn nachstehende Anforderungen für bestimmte Bauteile oder Bereiche von Bauteilen nur ein‐
geschränkt oder nicht angewendet werden sollen, so ist dies mit den verantwortlichen Fachberei‐
chen abzustimmen und auf der Bauteilzeichnung festzuhalten.

5.1 Grundsätzliche Anforderungen


Genehmigung von Erstlieferung und Änderung nach VW 01155.
Granulatklassendefinition nach VW 50026.
Werkstoffliche Bemusterung nach VW 52000.
Schadstoffvermeidung nach VW 91101.
Bei 2K-Lacken sind Stammlack und Härter vom gleichen Hersteller zu verwenden. 2K-Lackschich‐
ten mit herstellerfremden Härtern müssen nachweislich vollständig der TL 211 entsprechen.
Für alle zu prüfenden Teile sind die in die in Anhang A aufgeführten Angaben vom Lieferanten mit‐
zuliefern.

5.2 Optik und Haptik


Die Teile müssen auf der gesamten Oberfläche ein gleichmäßiges Aussehen aufweisen und den
Zeichnungsanforderungen sowie dem Freigabemuster für Glanz und Farbe entsprechen.
Poren, Risse, Lackläufer, Einschlüsse, Glanzflecken, Lunker, Blasen, Fließlinien, Folienfalten und
andere Fehler, die das vorgeschriebene Aussehen beeinträchtigen, sind nicht zulässig.
Bewertung nach Tabelle 1.
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5.3 Freibewitterung
Freibewitterung nach VW 50185.
Beanstandungen aus diesem Prüfvorgang verpflichten den Lieferanten zur Abstellung der Bean‐
standung und zur Verbesserung des Beschichtungssystems.

5.4 Lackierprozess
Der Beschichtungsprozess muss zwischen Beschichter, Beschichtungsstoffhersteller und Rohteil‐
hersteller abgestimmt sein.
Die Verantwortung teilt sich wie folgt:
– Der Beschichtungsstoffhersteller informiert über die Erfüllung der TL-Anforderungen, stellt sei‐
ne Verarbeitungsrichtlinien zur Verfügung und gibt anwendungstechnische Unterstützung.
– Der Beschichter informiert über den Untergrund (Kunststofftyp und Handelsname), prüft so
früh wie möglich die Anforderungen (auch für Vorserienteile: mindestens die Haftung), bestä‐
tigt die Einhaltung der Verarbeitungsrichtlinien des Beschichtungsstoffherstellers und fordert
anwendungstechnische Hilfe an.
– Der Rohteilhersteller hält die Verarbeitungsrichtlinien des Rohstoffes ein. Das Grundmateri‐
al/die Rohteilqualität muss prozesssicher beschichtungsfähig sein. Der Fertigungsprozess darf
keinen negativen Einfluss auf die Beschichtungsfähigkeit haben.

5.5 Lacksystemliste
Für diese Technische Lieferbedingung ist eine Lacksystemliste vorhanden (siehe Abschnitt B.1).
Folgende Lacksystemlisten nach TL 211 stehen zur Verfügung:
– Klarlackliste
– Basislackliste
– Absetzfarbenliste
Grundierungen sind nicht gelistet, Ausnahmen sind ggf. spezielle Grundierungen oder Füller für
Absetzfarben.
Bei Verwendung von Klarlack und Härter aus der Klarlackliste (Basislack nicht gelistet): Prüfum‐
fang Tabelle 1, Spalte „Prüfumfang für Klarlacke von der Lacksystemliste“.
Bei Verwendung von Basislack aus der Basislackliste und Klarlack aus der Klarlackliste: Prüfum‐
fang Tabelle 1, Spalte „Prüfumfang für Basislack und Klarlack oder Absetzfarbenaufbauten von der
Lacksystemliste“.
Bei Verwendung von Absetzfarbenaufbauten aus der Absetzfarbenliste: Tabelle 1, Spalte „Prüfum‐
fang für Basislack und Klarlack oder Absetzfarbenaufbauten von der Lacksystemliste“.
Ist nur der Basislack gelistet ergibt sich kein reduzierter Prüfumfang.
Es gilt der Listenstand zum Bauteilvergabezeitpunkt.
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5.6 Grundmaterialien
Alle Grundmaterialien und Rohteile müssen prozesssicher lackierfähig sein.
Für Granulate nach VW 50026 – GK2 ist eine zusätzliche Serienüberwachung nach Abschnitt 8
durchzuführen.
Für Granulate nach VW 50026 – ≥ GK3 sind bei jedem Rohmaterialchargenwechsel die Anforde‐
rungen der TL 211 vollständig nachzuweisen.

6 Anforderungen an die Eigenschaften

6.1 Allgemeines
Die Anforderungen aus der Tabelle 1 sind auf dem gesamten Bauteil sicherzustellen.
Sind einzelne Prüfungen aufgrund der Bauteilegeometrie nicht möglich, so können diese an Prüf‐
platten durchgeführt werden. Das Bauteil ist, wo immer möglich, vorrangig zu prüfen. Das bedeutet
auch, dass z. B. bei Steinschlagprüfung nach DIN EN ISO 20567-1 und Dampfstrahlprüfung nach
DIN EN ISO 16925 kleinere Prüfflächen oder kürzere Prüfschnitte als in den Normen vorgegeben
zulässig sind. Betroffen sind Bauteile wie Abdeckkappen von Scheinwerferreinigungsanlagen und
Abschleppösen. Bei der Nutzung von Prüfplatten (z. B. für Waschstraßenkratzbeständigkeit nach
PV 3.3.3) müssen diese bezüglich Material und Prozess identisch zu den Bauteilen sein (dieselben
Handelstypen, dieselbe Anlage). Im Prüfbericht muss angegeben werden, für welche Prüfungen
Prüfplatten verwendet wurden. Bei der Bemusterung sind ausreichend Prüfplatten zur Gegenprü‐
fung mit anzuliefern.
Wird ein Lacksystem von der Lacksystemfreigabeliste verwendet (siehe Abschnitt 5.5), so muss
nur der reduzierte Prüfumfang sichergestellt werden.
Die Bauteile bzw. Prüfplatten für die technologischen Prüfungen müssen mindestens eine Woche
alt sein. Wahlweise sind sie vor den Prüfungen 24 h bei 60 °C zu altern und anschließend bei 2 h
bei Raumtemperatur VW 50554 – 2 zu konditionieren. Zur Prüfung angelieferte Bauteile müssen
gealtert sein, die Konditionierung wird von der Prüfstelle vorgenommen.
Für besondere Beschichtungen (Kundendiensteile, Mehrfachlackierungen, Radarabdeckungsbe‐
schichtungen) sind die Anforderungen in Abschnitt 7 zu berücksichtigen.
Wird eine Mehrfachbestimmung durchgeführt, wird der kritischste Einzelwert zur Bewertung heran‐
gezogen (entscheidender Wert).
Zur Sicherstellung der Eigenschaften ist die Serienüberwachung nach Abschnitt 8 durchzuführen.

6.2 Schichtdicken
Die Decklackschicht (oberste Lackschicht) muss ≥ 20 µm sein. Bei kleineren Dicken ist nach Ab‐
sprache mit der zuständigen Werkstofftechnik eine ggf. anwendungsbezogene Prüfumfangserwei‐
terung (z. B. Abrieb- oder Abstrahlprüfungen) abzusprechen und die Forderung in Zeichnung
und/oder Lastenheft festzulegen.
Tabelle 1
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
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lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack


systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
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Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
1 Optische Eigenschaften
1.1 Glanzwert nach DIN EN ISO 2813
Hochglänzende Beschichtungen i. O.: b. i. O.:
× ×
≥ 85 GU bei 20° ≥ 80 GU bis < 85 GU
Sonstige Beschichtungen digitale Referenz (inklusive Toleranzen); wenn nicht vorhanden,
× ×
nach VW 50196 nach Farbmusterstandard
1.2 Farbton
1.2.1 Visuelle Abmusterung Die Bauteile müssen auf der gesamten Oberfläche ein gleich‐
nach PV 3965 mäßiges Aussehen aufweisen und den Zeichnungsanforderun‐
gen sowie dem Musterstandard für Farbe, Glanz und Haptik ent‐
× ×
sprechen. Poren, Risse, Lackläufer und andere Fehler, die das
vorgeschriebene Aussehen beeinträchtigen, sind nicht zulässig.
Kennzahl ≤ 1
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
1.2.2 Karosseriefarben:
Farbmetrische Beurteilung von Automobillackierun‐ digitale Referenz (inklusive Toleranzen) × ×
gen nach VW 50195
Absetzfarben: Dekorative Exterieurbauteile in Nicht‐
digitale Referenz (inklusive Toleranzen); wenn nicht vorhanden,
karosseriefarbe – Bestimmung von Farbe und Glanz × ×
nach Farbmusterstandard
nach VW 50196
Oberflächenbeschichtungen, die eine sichtbare flä‐
chige Metallisierung enthalten (z. B. Hoch‐
glanzchromoptik; nicht relevant für metallic-pigmen‐
tierte Beschichtungen, wie „silbermetallic“) Referenzwerte Freigabeblatt (inklusive Toleranz), siehe
× ×
Messgeometrie: Abschnitt B.2; wenn nicht vorhanden, nach Farbmusterstandard
nach DIN 5033-7 di:8°, de:8° mit gleichzeitiger Mes‐
sung von SCI (Glanzeinschluss) und SCE (Glanz‐
ausschluss)
1.3 Struktur von hochglänzenden Oberflächen (hochglänzend sind Oberflächen mit einem Glanzwert von ≥ 70 GU bei 60° nach DIN EN ISO 2813)
Messsystem:
i. O. b. i. O.
wave-scana), Messung nach Herstellerangaben
Waagerechte Flächen LW ≤ 5; LW > 5 bis ≤ 8
× ×
SW ≤ 25 –
Senkrechte Flächen LW ≤ 13; LW > 13 bis ≤ 16;
× ×
SW ≤ 30 SW > 30 bis ≤ 35
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Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
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systemliste oder Absetzfarbe‐


naufbauten von der
Lacksystemliste
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(siehe Abschnitt 5.5)


2 Schichtdicken
Einzelschichtdicken des Beschichtungsaufbaus in Decklackschicht (oberste Lackschicht) ≥ 20 µm, siehe
µm nach DIN EN ISO 1463, Abschnitt „Präparation Abschnitt 6.2 und Tabelle 1, lfd. Nr. 7.13,
der Querschnittflächen“ – Punkt a) (Querschliff/
Soll-Wert-Quellen:
Querschnitt)
1. Zeichnungseintrag × ×
2. Lacksystemfreigabeeintrag
3. Materialdatenblatt des Beschichtungsstoffherstellers

Priorisierung entsprechend der Nummerierung


3 Haftung
3.1 Steinschlagprüfung Bei ähnlichfarbigen Schadstellen ≤ 2,0 (z. B: schwarzer Deck‐
nach DIN EN ISO 20567-1, Verfahren Bb) lack auf dunkelgrauem Grundwerkstoff)
Bei kontrastfarbigem Schadstellen ≤ 1 (z. B. silberfarbener Ein‐ × ×
schichter auf schwarzem Grundmaterial, schwarzer Decklack
auf naturfarbenem Grundmaterial)
3.2 Dampfstrahlprüfung
nach DIN EN ISO 16925, Prüfverfahren C,
mit Ritzstichel C,
Düse: ¼ PMEG – 2506
i. O. b. i. O.
Ritzstichel: Cuttermesser (Abbrechklinge 18 mm)
Kennwert 1a; 1b; 1c; 2c nach Kennwert 2a; 2b; 3c nach × ×
Polystyrol-Hartschaum mit geschlossener Zellstruk‐
DIN EN ISO 16925 DIN EN ISO 16925
tur (Rohdichte nach DIN EN ISO 845 ≥ 40 kg/m3)
Abweichungen sind nur mit schriftlicher Bestätigung
von der zuständigen Werkstofftechnik des
Volkswagen Konzerns zulässig.
3.3 Gitterschnittprüfung
Kennwert ≤ 1 × ×
nach DIN EN ISO 2409b)
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
3.4 Kondenswasserprüfung im Prüfklima CH nach DIN EN ISO 6270-2, Prüfdauer: 240 h
3.4.1 Beurteilung nach 30 min Raumtemperatur VW 50554 – 2
Blasengrad
2 (S2) × ×
nach DIN EN ISO 4628-2
3.4.2 Beurteilung nach 24 h Raumtemperatur VW 50554 – 2
3.4.2.1 Visuelle Beurteilung Sichtbare Veränderungen der Oberfläche sind nicht zulässig. × ×
3.4.2.2 Blasengrad
0 (S0) × ×
nach DIN EN ISO 4628-2
3.4.2.3 Dampfstrahlprüfung
nach DIN EN ISO 16925, Prüfverfahren C
mit Ritzstichel C,
Düse: ¼ PMEG – 2506
i. O. b. i. O.
Ritzstichel: Cuttermesser (Abbrechklinge 18 mm)
Kennwert 1a; 1b; 1c; 2c nach Kennwert 2a; 2b; 3c nach × ×
Polystyrol-Hartschaum mit geschlossener Zellstruk‐
DIN EN ISO 16925 DIN EN ISO 16925
tur (Rohdichte nach DIN EN ISO 845 ≥ 40 kg/m3)
Abweichungen sind nur mit schriftlicher Bestätigung
von der zuständigen Werkstofftechnik des
Volkswagen Konzerns zulässig.
3.4.2.4 Gitterschnittprüfung
Kennwert ≤ 1 × ×
nach DIN EN ISO 2409b)
4 Temperatur- und Klimawechselbeständigkeit
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Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
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naufbauten von der


Lacksystemliste
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(siehe Abschnitt 5.5)


4.1 Klimawechseltest
nach PV 1200, 20 Zyklen
4.2 Wärmelagerung im Wärmeschrank mit zwangsläufi‐ keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Rissbildung, Blasen,
ger Durchlüftung Farbumschlag, Belagbildung, Delamination, Erweichen, Verfor‐
Lagerungsbedingungen: 240 h bei (90 ± 1) °C mung) gegenüber dem Anlieferungszustand × ×
Anschließende Bewertung nach 30 min Konditionie‐
rung bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
5 Korrosionsbeständigkeit 20 Zyklen nach PV 1200 anschließend 240 h nach DIN EN ISO 9227 – CASS
Mit vor Prüfbeginn angelegter Ritzspur (Ritzstichel nach Sikkens: Modell 463c), Breite 1 mm).
Nur für Oberflächenbeschichtungen, die eine flächige Metallisierung enthalten (nicht relevant für metallic-pigmentierte Beschichtungen).
5.1 Beurteilung von Flächen und Kanten 30 min nach Lagerungsende
5.1.1 Visuelle Beurteilung keine Veränderungen (z. B. Flecken, Eintrübung) × ×
5.1.2 Blasengrad
0 (S0) × ×
nach DIN EN ISO 4628-2
5.1.3 Rostgrad
Ri 0 × ×
nach DIN EN ISO 4628-3
5.1.4 Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1 × ×
nach DIN EN ISO 2409b)
5.2 Beurteilung der Ritzspur 30 min nach Lagerungsende
5.2.1 Enthaftung
d ≤ 2 mm × ×
nach DIN EN ISO 4628-8
5.2.2 Korrosion
c ≤ 2 mm × ×
nach DIN EN ISO 4628-8
6 Abrieb- und Kratzbeständigkeit
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
6.1 Waschstraßenbeständigkeit: Kratzfestigkeit nach PV 3.3.3
Nur für hochglänzende Oberflächen (hochglänzend sind Oberflächen mit einem Glanzwert von ≥ 70 GU bei 60° nach DIN EN ISO 2813)
Ausgangsglanz GA
Restglanz GE anzugeben in GU bei 20°
Restglanz nach Reflow GR

Vergleichswert VEd) VE ≥ 1

Vergleichswert nach Reflow VRd) VR ≥ 1

7 Medienbeständigkeit
7.1 FAM-Prüfkraftstoff
nach DIN 51604-2
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-3,
10 min bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
7.2 Ottokraftstoff E10 1. 1 h bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
nach DIN EN 228 (Gemisch aus Ottokraftstoff Super keine sichtbaren Veränderungen, wenn Veränderungen
bleifrei nach DIN EN 228 mit 10 Vol.-% Ethanol p. a.) auftreten, 2. durchführen
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-3, 2. 2 h, 60 °C Reflow-Lagerung:
10 min bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
keine sichtbaren Veränderungen
7.3 Dieselkraftstoff B7
nach TL 788-B
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4, Verfahren A,
10 min bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
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Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
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Lacksystemliste
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(siehe Abschnitt 5.5)


7.4 Isopropanol
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-3,
10 min bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
7.5 Natronlauge 5 % (Massenanteil)
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4, Verfahren A, 1 h
bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
7.6 Schwefelsäure 10 % (Massenanteil)
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4, Verfahren A, 1 h
bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
7.7 Salzsäure 10 % (Massenanteil)
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4, Verfahren A, 1 h 1. 1 h bei Raumtemperatur VW 50554 – 2
bei Raumtemperatur VW 50554 – 2 keine sichtbaren Veränderungen, wenn Veränderungen
7.8 Wasser (Qualität 3 nach DIN ISO 3696) auftreten, 2. durchführen
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4, Verfahren A, 1 h 2. 2 h, 60 °C Reflow-Lagerung:
bei 80 °C keine sichtbaren Veränderungen
7.9 handelsübliche Nitroverdünnung (gilt nur für grun‐
dierte Kundendienstteile)
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-3, 10 min bei Raum‐
temperatur VW 50554 – 2
7.10 Vogelkotsimulanz
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4, Anhang A.4.5,
Verfahren A, 30 min bei 45 °C
7.11 Baumharze)
Prüfung nach DIN EN ISO 2812-4,
Anhang A.4.1 Verfahren A, 30 min bei 45 °C
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
7.12 Beständigkeit gegen Transportschutzfolief) Keine Abzeichnungen im Übergang zum nicht abgeklebten Be‐
Die für die Anwendung vorgesehene Transport‐ reich und unter der Folie zulässig, reversible Anquellungen
schutzfolie wird blasig auf die Oberfläche aufge‐ (nach 24 h Raumtemperatur VW 50554 – 2) werden akzeptiert,
bracht und anschließend acht Zyklen nach PV 1200 keine Klebstoffrückstände nach Entfernen der Transportschutz‐
gelagert folie.

7.13 Cremebeständigkeit nach PV 3964


Nur für Lacke mit Schichtdicken ≤ 20 µm (bei mehrschichtigen Lacksystemen gilt die Dicke der obersten Schicht), die regelmäßig vom Kunden angefasst werden
(z. B. Türaußengriffe, Tankdeckel)
7.13.1 Prüfcreme Typ A, Sonnencreme
Visuelle Bewertung Keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Krähenfüße, Quellen,
nach PV 3965g) Risse, Erweichen, Klebrigkeit) gegenüber dem Anlieferungszu‐
stand. Eine geringfügige Glanzzunahme ist zulässig
Kennzahl ≤ 1
Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1
nach DIN EN ISO 2409b)
Prüfung mit dem Erichsen Härteprüfstab Typ 318
kein Aufreißen der Beschichtung zulässig,
oder Typ 318 Sc) bei 10 N Belastung und Prüfspitze
Eindruckspur zulässig
nach Bosch (Ø 0,75 mm)
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Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
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naufbauten von der


Lacksystemliste
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(siehe Abschnitt 5.5)


7.13.2 Prüfcreme Typ B, Handcreme
Visuelle Bewertung Keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Krähenfüße, Quellen,
nach PV 3965g) Risse, Erweichen, Klebrigkeit) gegenüber dem Anlieferungszu‐
stand. Eine geringfügige Glanzzunahme ist zulässig.
Kennzahl ≤ 1
Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1
nach DIN EN ISO 2409b)
Prüfung mit dem Erichsen Härteprüfstab Typ 318
kein Aufreißen der Beschichtung zulässig,
oder Typ 318 Sc) bei 10 N Belastung und Prüfspitze
Eindruckspur zulässig
nach Bosch (Ø 0,75 mm)
8 Licht- und Witterungsbeständigkeitssimulation
8.1 Für mit Absetzfarben und nicht in Wagenfarbe beschichtete Bauteiloberflächen, die in Einbaulage einen Winkel von 60° bis 90° zur Horizontalen aufweisen:
Für die Festlegung dieser Bauteilanforderung ist der UV-kritischste, beschichtete Bauteilbereich heranzuziehen.
Für Flächen in verschatteten Bereichen können je nach Einbaulage individuelle Anforderungen festgelegt werden; diese sind in Zeichnung und/oder Lastenheft fest‐
zulegen. Ist keine abweichende Anforderung festgelegt, so ist die Forderung: 1 Jahreszyklus.

rote Linie: beschichtete Bauteiloberfläche


Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
8.1.1 Bewitterung in feucht-warmem Klima nach PV 3930, Prüfdauer: 1 Jahreszyklus (JZ)
Visuelle Bewertung keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Rissbildung, Blasen,
nach DIN EN 20105-A02 und Beleuchtungsbedin‐ Farbumschlag, Belagbildung, Delamination, Erweichen, Verfor‐
×
gungen PV 3965 mung, Flecken) gegenüber dem Anlieferungszustand
homogene Farb-/Helligkeitsänderung zulässig GM 4-5
Messtechnische Dokumentation der Farbe
Für Uni- und Effektlacke:
nach VW 50195, Abschnitt „Prüfwinkel; Unilack“;
Für Oberflächenbeschichtungen, die eine sichtbare
flächige Metallisierung enthaltenh): ist anzugeben ×
Messgeometrie nach DIN 5033-7 di:8°, de:8° mit
gleichzeitiger Messung von SCI (Glanzeinschluss)
und SCE (Glanzausschluss);
Ausgangswerte und Differenzwerte zu Ausgangs‐
werten
Dokumentation des Glanzwertes
nach DIN EN ISO 2813
ist anzugeben ×
Ausgangswert und Glanzveränderung zum Aus‐
gangswert, Messwinkel
Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1 ×
nach DIN EN ISO 2409b)
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Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
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naufbauten von der


Lacksystemliste
TL 211: 2019-11

(siehe Abschnitt 5.5)


8.1.2 Bewitterung in trocken-heißem Klima nach PV 3929, Prüfdauer: 1 Jahreszyklus (JZ)
Visuelle Bewertung keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Rissbildung, Blasen, Be‐
nach DIN EN 20105-A02 und Beleuchtungsbedin‐ lagbildung, Delamination, Erweichen, Verformung, Flecken) ge‐
×
gungen PV 3965 genüber dem Anlieferungszustand
homogene Farb-/Helligkeitsänderung zulässig GM 4-5
Messtechnische Dokumentation der Farbe
Für Uni- und Effektlacke:
nach VW 50195, Abschnitt „Prüfwinkel; Unilack“;
Für Oberflächenbeschichtungen, die eine sichtbare
flächige Metallisierung enthaltenh): ist anzugeben ×
Messgeometrie nach DIN 5033-7 di:8°, de:8° mit
gleichzeitiger Messung von SCI (Glanzeinschluss)
und SCE (Glanzausschluss);
Ausgangswerte und Differenzwerte zu Ausgangs‐
werten
Dokumentation des Glanzwertes
nach DIN EN ISO 2813: Ausgangswert und Glanz‐ ist anzugeben ×
veränderung zum Ausgangswert, Messwinkel
Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1 ×
nach DIN EN ISO 2409b)
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
8.2 Für Bauteileoberflächen, die in Einbaulage einen Winkel von 0° bis 60° zur Horizontalen aufweisen und/oder in Wagenfarbe beschichtet sind:
Für die Festlegung dieser Bauteilanforderung ist der UV-kritischste, beschichtete Bauteilbereich heranzuziehen.

rote Linie: beschichtete Bauteiloberfläche


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Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
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naufbauten von der


Lacksystemliste
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(siehe Abschnitt 5.5)


8.2.1 Bewitterung in feucht-warmem Klima nach PV 3930, Prüfdauer: 2 Jahreszyklen (JZ)
Visuelle Bewertung keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Rissbildung, Blasen, Be‐
nach DIN EN 20105-A02 und Beleuchtungsbedin‐ lagbildung, Delamination, Erweichen, Verformung, Flecken) ge‐
×
gungen PV 3965 genüber dem Anlieferungszustand
homogene Farb-/Helligkeitsänderung zulässig GM 4-5
Messtechnische Dokumentation der Farbe
Für Uni- und Effektlacke:
nach VW 50195, Abschnitt „Prüfwinkel; Unilack“;
Für Oberflächenbeschichtungen, die eine sichtbare
flächige Metallisierung enthaltenh): ist anzugeben ×
Messgeometrie nach DIN 5033-7 di:8°, de:8° mit
gleichzeitiger Messung von SCI (Glanzeinschluss)
und SCE (Glanzausschluss);
Ausgangswerte und Differenzwerte zu Ausgangs‐
werten
Dokumentation des Glanzwertes
nach DIN EN ISO 2813: Ausgangswert und Glanz‐ ist anzugeben ×
veränderung zum Ausgangswert, Messwinkel
Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1 ×
nach DIN EN ISO 2409b)
Nr. Eigenschaft Anforderung Prüfumfang für Klar‐ Prüfumfang für Ba‐
lacke von der Lack‐ sislack und Klarlack
systemliste oder Absetzfarbe‐
naufbauten von der
Lacksystemliste
(siehe Abschnitt 5.5)
8.2.2 Bewitterung in trocken-heißem Klima nach PV 3929, Prüfdauer: 2 Jahreszyklen (JZ)
Visuelle Bewertung keine Optik- und Haptikänderung (z. B. Rissbildung, Blasen, Be‐
nach DIN EN 20105-A02 und Beleuchtungsbedin‐ lagbildung, Delamination, Erweichen, Verformung, Flecken) ge‐
×
gungen PV 3965 genüber dem Anlieferungszustand
homogene Farb-/Helligkeitsänderung zulässig GM 4-5
Messtechnische Dokumentation der Farbe
Für Uni- und Effektlacke:
nach VW 50195, Abschnitt „Prüfwinkel; Unilack“;
Für Oberflächenbeschichtungen, die eine sichtbare
flächige Metallisierung enthaltenh): ist anzugeben ×
Messgeometrie nach DIN 5033-7 di:8°, de:8° mit
gleichzeitiger Messung von SCI (Glanzeinschluss)
und SCE (Glanzausschluss);
Ausgangswerte und Differenzwerte zu Ausgangs‐
werten
Dokumentation des Glanzwertes
nach DIN EN ISO 2813: Ausgangswert und Glanz‐ ist anzugeben ×
veränderung zum Ausgangswert, Messwinkel
Gitterschnitt
Kennwert ≤ 1 ×
nach DIN EN ISO 2409b)

a) wave-scan ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von BYK-Gardner GmbH.
Diese Angabe dient nur zur Unterrichtung der Anwender dieser Werknorm und bedeutet keine Anerkennung des genannten Produkts durch den Volkswagen Konzern. Gleichwertige Produk‐
te dürfen verwendet werden, wenn sie nachweisbar zu den gleichen Ergebnissen führen.
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b) Das Klebeband (Tesaband 46571)) muss vor dem Abriss fest auf die Oberfläche gedrückt werden.
c) Ritzstichel nach Sikkens Modell 463 und Erichsen Härteprüfstab Typ 318 bzw. Typ 318 S sind die Herstellerbezeichnungen der Produkte, hergestellt von ERICHSEN GmbH & Co. KG.
Diese Angaben dienen nur zur Unterrichtung der Anwender dieser Werknorm und bedeuten keine Anerkennung der genannten Produkte durch den Volkswagen Konzern. Gleichwertige
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Produkte dürfen verwendet werden, wenn sie nachweisbar zu den gleichen Ergebnissen führen.
d) Referenzklarlack und Referenzbleche können bei der Fachabteilung „Planung Lackiererei“ (PPG-L/G) ausgefasst werden.
e) 50 % Balsamharz Chips1) und 50 % Pine-Oil 55-601)
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f) Die Beschichtung muss mit den freigegebenen und in Serie verwendeten Transportschutzmaterialien (z. B. Bodyguard 505301)) bzw. mit der vom Lieferanten verwendeten geprüft werden.
g) Alle Beschichtungen sollen vor der Bewertung gereinigt werden: matte Oberflächen mit klarem Wasser, dem ein handelsübliches Netzmittel (z. B. Pril1)) zugesetzt wird, hochglänzende Be‐
schichtungen mit Politur P10 oder P10 NG1) (VW-Material-Nr. A 292777).
h) z. B. Hochglanzchromoptik; nicht relevant für metallic-pigmentierte Beschichtungen, wie „silbermetallic“
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7 Anforderungen an besondere Beschichtungen

7.1 Nachlackierungen
Bei lackierten Bauteilen ist eine einmalige Nachlackierung im freigegebenen Prozess unter Berück‐
sichtigung einer Gesamtlackschichtdicke von < 150 µm zulässig.
Für die Nachlackierung sind folgende Farbkombinationen grundsätzlich zulässig:
1. jede Farbe auf sich selbst
2. erlaubte Erstlackierungen für alle Farbtöne: schwarz, dunkle Blautöne, dunkle Grautöne (auch
mit Metallic- oder Perleffekt-Pigmentierung)
ANMERKUNG Wenn aus technischen Gründen eine höhere Gesamtlackschichtdicke erforderlich
ist, so ist sie zwischen den Parteien zu vereinbaren und in Zeichnung oder Lastenheft festzulegen.
Auch bei Nachlackierungen müssen die Anforderungen der TL 211 eingehalten werden. Der Bau‐
teilverantwortliche (BTV) des Auftraggebers kann eine separate Erstbemusterung von nachlackier‐
ten Teilen einfordern.

7.2 Grundierte Kundendienstteile


Für die nur grundierten Kundendienstbauteile dürfen keine schon mit Decklack lackierten Teile ver‐
wendet werden. Die ausschließlich grundierten Kunststoffteile müssen die Anforderungen in der
Tabelle 1, lfd. Nr. 2 bis Tabelle 1, lfd. Nr. 3 (Haftung) und Tabelle 1, lfd. Nr. 7.4 und Nr. 7.9 (Isopro‐
panolbeständigkeit und Beständigkeit gegenüber Nitroverdünnung) erfüllen.
Schichtdicken der Grundierung nach Hersteller-Materialdatenblatt.

7.3 Beschichtungen auf Radarabdeckungen


Wird ein lackiertes Anbauteil von einer dahinter verbauten Radarsensorik durchstrahlt, gelten er‐
höhte Anforderungen an die Lackierung.
Die die TL 211 ergänzenden Anforderungen sind in Zeichnung und/oder Lastenheft der Radarab‐
deckung festgelegt.
Die Anforderungen an die Hochfrequenzparameter (z. B. Reflexion und Transmission) sind eben‐
falls in der jeweiligen Bauteilzeichnung und/oder im Lastenheft für die Radarabdeckung festgelegt.
Die Festlegung erfolgt durch die für den Radarsensor verantwortliche Entwicklungsabteilung.
In Abschnitt B.3 sind mögliche Maßnahmen beschrieben, die prozesssichere Radartransparenz
von beschichteten Radarabdeckungen begünstigen.

1) Tesaband 4657 ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von tesa SE.
Balsamharz Chips ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von Willers Engel & Co GmbH & Co.
Pine-Oil 55-60 ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von Overlack AG.
Bodyguard 50530 ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von tesa SE.
Pril ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von Henkel AG & Co. KGaA.
P10 ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von Menzerna polishing compounds GmbH & Co. KG.
P10 NG (New Generation) ist die Herstellerbezeichnung des Produkts, hergestellt von Koch-Chemie GmbH.
Diese Angaben dienen nur zur Unterrichtung der Anwender dieser Werknorm und bedeuten keine Anerkennung der genannten Pro‐
dukte durch den Volkswagen Konzern. Gleichwertige Produkte dürfen verwendet werden, wenn sie nachweisbar zu den gleichen
Ergebnissen führen.
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8 Serienüberwachung
Um die geprüfte und freigegebene Qualität der Teile in der laufenden Serie sicherzustellen, muss
der Lieferant die Prüfungen nach Tabelle 2 an den beschichteten Bauteilen durchführen und doku‐
mentieren:

Tabelle 2
Prüfung je Fertigungs‐ je Beschichtungs‐ je Rezyklatcharge
schicht pro Farbe stoffcharge, (für Rezyklate
nach Chargen‐ GK2 nach
wechsela) VW 50026)

Tabelle 1, lfd. Nr. 1.2 Farbton × × –


Tabelle 1, lfd. Nr. 1.3 Struktur × × –
Tabelle 1, lfd. Nr. 3.1 Steinschlagprüfung – × ×
Tabelle 1, lfd. Nr. 3.2 Dampfstrahlprüfung – × ×
Tabelle 1, lfd. Nr. 3.3 Gitterschnitt – × ×
Tabelle 1, lfd. Nr. 3.4 Kondenswasserprüfung – × ×

a) Ein Beschichtungsstoffchargenwechsel ist erfolgt, wenn rechnerisch die Charge vollständig gewechselt ist.

Abweichungen von der Prüfhäufigkeit können mit dem zuständigen BTV (Bauteilverantwortlicher
Qualitätssicherung Kaufteile) des Auftraggebers vereinbart werden. Abweichungen müssen in der
Bauteilzeichnung, im Lastenheft oder in einer bilateralen Vereinbarung mit dem Lieferanten schrift‐
lich festgehalten werden.

9 Mitgeltende Unterlagen
Die folgenden zitierten Dokumente sind zur Anwendung dieses Dokuments erforderlich:

PV 1200 Fahrzeugteile; Prüfung der Klimawechselfestigkeit (+80/-40) °C


PV 3.3.3 Farben und Lacke; Prüfung der Kratzfestigkeit von Klarlacken
PV 3929 Nichtmetallische Werkstoffe; Bewitterung in trocken-heißem Klima (Exte‐
rieur)
PV 3930 Nichtmetallische Werkstoffe; Bewitterung in feucht-warmem Klima
PV 3964 Oberflächen im Fahrzeuginnenraum; Prüfung der Cremebeständigkeit
PV 3965 Dekorative Oberflächen am und im Fahrzeug; Visuelle Abmusterung der
Farbe nach DIN EN ISO 3668
TL 788 Dieselkraftstoff; Kraftstoffanforderungen
VW 01155 Fahrzeug-Teile; Genehmigung von Erstlieferung und Änderung
VW 50026 Granulat für thermoplastische Bauteile; Klassifizierung und Einsatzberei‐
che
VW 50185 Fahrzeugbauteile; Freibewitterungsbeständigkeit
VW 50195 Farbmetrische Beurteilung von Exterieur Automobillackierungen
VW 50196 Dekorative Exterieurbauteile in Nichtkarosseriefarbe; Bestimmung von
Farbe und Glanz
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VW 50554 Normalklimate und Raumtemperaturen; Anforderungen für Prüfklimate


VW 52000 Werkstoffliche Bemusterung; Anforderungen und Dokumentation
VW 91101 Umweltnorm Erzeugnisse; Werkstoffkonformität
DIN 5033-7 Farbmessung - Teil 7: Messbedingungen für Körperfarben
DIN 51604-2 FAM-Prüfflüssigkeit, methanolhaltig, für Polymerwerkstoffe; Zusammen‐
setzung und Anforderungen
DIN EN 20105-A02 Textilien - Farbechtheitsprüfungen - Teil A02: Graumaßstab zur Bewer‐
tung der Änderung der Farbe
DIN EN 228 Kraftstoffe - Unverbleite Ottokraftstoffe - Anforderungen und Prüfverfah‐
ren
DIN EN ISO 1463 Metall- und Oxidschichten - Schichtdickenmessung - Mikroskopisches
Verfahren
DIN EN ISO 16925 Beschichtungsstoffe - Prüfung der Beständigkeit von Beschichtungen
gegen Druckwasserstrahl
DIN EN ISO 20567-1 Beschichtungsstoffe - Prüfung der Steinschlagfestigkeit von Beschich‐
tungen - Teil 1: Multischlagprüfung
DIN EN ISO 2409 Beschichtungsstoffe - Gitterschnittprüfung
DIN EN ISO 2812-3 Beschichtungsstoffe - Bestimmung der Beständigkeit gegen Flüssigkei‐
ten - Teil 3: Verfahren mit einem saugfähigen Material
DIN EN ISO 2812-4 Beschichtungsstoffe - Bestimmung der Beständigkeit gegen Flüssigkei‐
ten - Teil 4: Tropf-/Fleckverfahren
DIN EN ISO 2813 Beschichtungsstoffe - Bestimmung des Glanzwertes unter 20°, 60° und
85°
DIN EN ISO 4628-2 Beschichtungsstoffe - Beurteilung von Beschichtungsschäden - Bewer‐
tung der Menge und der Größe von Schäden und der Intensität von
gleichmäßigen Veränderungen im Aussehen - Teil 2: Bewertung des
Blasengrades
DIN EN ISO 4628-3 Beschichtungsstoffe - Beurteilung von Beschichtungsschäden - Bewer‐
tung der Menge und der Größe von Schäden und der Intensität von
gleichmäßigen Veränderungen im Aussehen - Teil 3: Bewertung des
Rostgrades
DIN EN ISO 4628-8 Beschichtungsstoffe - Beurteilung von Beschichtungsschäden - Beurtei‐
lung der Menge und der Größe von Schäden und der Intensität von
gleichmäßigen Veränderungen im Aussehen - Teil 8: Bewertung der von
einem Ritz oder einer anderen künstlichen Verletzu...
DIN EN ISO 6270-2 Beschichtungsstoffe - Bestimmung der Beständigkeit gegen Feuchtigkeit
- Teil 2: Kondensation (Beanspruchung in einer Klimakammer mit gehei‐
ztem Wasserbehälter)
DIN EN ISO 845 Schaumstoffe aus Kautschuk und Kunststoffen - Bestimmung der Roh‐
dichte
DIN EN ISO 9227 Korrosionsprüfungen in künstlichen Atmosphären - Salzsprühnebelprü‐
fungen
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DIN ISO 3696 Wasser für analytische Zwecke; Anforderungen und Prüfungen
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Anhang A (normativ) Angaben vom Lieferanten

Tabelle A.1
Allgemein Lieferant
Ansprechpartner, Tel./ E-Mail
VW-Teilenummer/ ggf. Positionsnummer
VW-Teilebezeichnung
VW-Farbton/VW-Farbkennzeichen
Rohteil Kunststoffteilehersteller, Ort, Land
Herstellverfahren (z. B. Spritzguss, Extrusion)
Grundmaterial (Kunststofftyp, Hersteller, Handelsbezeichnung)
Massetemperatur
Werkzeugtemperatur
Anzahl der Nester im Werkzeug, Oberfläche der Kavität (Grad der Politur, Narbung
etc.)
Lackierung Lackierbetrieb und -anlage (Typ, Bauart, Klimatisierung), Ort, Land
Lackierdatum
Reinigung: z. B. Power-Wash, CO2, ionisierte Luft
Aktivierung: z. B. Beflämmen, Niederdruckplasma
Schichtaufbau der Lackierung (Lacksystem, Lackhersteller, Schichtdicken, Hydro/Lö‐
semittelbasis, ggf. verwendete Härter, Produktionsort Lackmaterial)
Bei Verwendung von Lacken aus der Lacksystemfreigabeliste: Angabe der Num‐
mer(n)
Foto mit Anordnung der Teile im Gestell
Für Entwicklungsteile: Stand Lackierprozess
Mischungsverhältnis der Komponenten (Massenverhältnis)
Härtungsverfahren (z. B. Ofen, IR, UV)
Folie Beschichter, Beschichtungsanlage, Ort, Land
Beschichtungsverfahren (IMD, IML, Hotstamping, TOM)
Datum der Beschichtung
Handelsname (inkl. Lieferantenfarbcode)
Folienaufbau (inkl. Schichtdicken)
Ggf. zusätzliche Aushärtung (UV/thermisch)
Folienhersteller, Produktionsort der Folie
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Anhang B (informativ)

B.1 Lacksystemliste
Für diese Technische Lieferbedingung ist eine Lacksystemliste vorhanden. Die Lacksystemliste ist
auf der ONE.Konzern Business Plattform (ONE.KBP) (Volkswagen Group Supply – www.vwgroup‐
supply.com) unter folgendem Pfad hinterlegt:
Start > Informationen > Geschäftsbereiche > Qualitätssicherung > Werkstofftechnik > Material-
Freigabelisten

B.2 Freigabeblatt „Digitale Referenzen von Urtönen“


Das Freigabeblatt ist auf der ONE.Konzern Business Plattform (ONE.KBP) (Volkswagen Group
Supply – www.vwgroupsupply.com) unter folgendem Pfad hinterlegt:
Start > Informationen > Geschäftsbereiche > Produktion > Farbprogramme (Digitale Referenzen
von Urtönen)

B.3 Radartransparenz
Folgende Maßnahmen begünstigen die prozesssichere Radartransparenz von beschichteten Ra‐
darabdeckungen:
– jeder zum Einsatz kommende Farbton sollte im Gesamtlackaufbau erprobt werden (die Erpro‐
bung gilt nur für die Handelstypen der untersuchten Schichten und ist nicht übertragbar auf
Lackschichten alternativer Handelstypen oder Lackhersteller)
– Farbtonabhängige Festlegung des Schichtdickenfensters der Lackschichten (Basislack, Grun‐
dierung, Klarlack), ggf. in Abhängigkeit von der Bauteildicke (die ermittelten Schichtdicken‐
fenster gelten nur für die Handelstypen der untersuchten Schichten und sind nicht übertragbar
auf Lackschichten alternativer Handelstypen oder Lackhersteller)
– keine, im ausgehärteten Zustand, elektrisch leitfähigen Lackschichten einsetzen
– hohe metallische Pigmentkonzentration vermeiden
– Nachlackierung (besonders von Metallic-Basislacken) vermeiden
– Werkstattlackierungen sollten nur zulässig sein, wenn die Anforderungen an die Hochfre‐
quenzparameter erfüllt werden