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Klass.

Nr: 55126 DEUTSCHE NORM Oktober 2003


Prüfung von Kunststoff-Folien

Weiterreißversuch an trapezförmigen Proben

QUELLE: NOLIS (Norm vor Anwendung auf Aktualität prüfen!/Check standard for current issue prior to usage)
mit Einschnitt 53363
ICS 83.140.10 Ersatz für
DIN 53363:1969-05

Testing of plastics films —


Tear test using trapezoidal test specimen with incision

Contrôle des feuilles en matière plastique —


Essai de résistance à la déchirure sur échantillon à forme de trapèze incisés

Inhalt

Seite

Vorwort ............................................................................................................................................................2
1 Anwendungsbereich .........................................................................................................................3
2 Normative Verweisungen .................................................................................................................3
3 Begriffe ...............................................................................................................................................3
4 Proben ................................................................................................................................................4
4.1 Probenahme und Herstellung der Proben ......................................................................................4
4.2 Anzahl der Proben.............................................................................................................................5
5 Prüfgeräte...........................................................................................................................................5
6 Durchführung.....................................................................................................................................5
7 Auswertung........................................................................................................................................6
8 Prüfbericht .........................................................................................................................................6
Anhang A (informativ) Erläuterungen ...........................................................................................................7

Fortsetzung Seite 2 bis 7

Normenausschuss Kunststoffe (FNK) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


Normenausschuss Verpackungswesen (NAVp) im DIN

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. . Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, Ref. Nr. DIN 53363:2003-10
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e. V., Berlin, gestattet. Preisgr. 06 Vertr.-Nr. 0006
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
DIN 53363:2003-10

Vorwort
Diese Norm wurde vom Normenausschuss Kunststoffe (FNK), Arbeitsausschuss 403.3 „Kunststoff-Folien
und kunststoffbeschichtete Flächengebilde (Kunstleder); allgemeine Eigenschaften“ erstellt.

Änderungen
Gegenüber DIN 53363:1969-05 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Aktualisierung der normativen Verweisungen;


b) Aktualisierung der veralteten Einheiten;
c) Inhalt der Norm redaktionell überarbeitet.

Frühere Ausgaben
DIN 53363: 1969-05

2
DIN 53363:2003-10

1 Anwendungsbereich
Diese Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Widerstandes, den eine Kunststoff-Folie unter
festgelegten Bedingungen dem Weiterreißen entgegensetzt, fest. Das Verfahren nach dieser Norm ist
anwendbar bei Erzeugnissen, die auf Grund ihrer Weichheit beim Einspannen in die Zugprüfmaschine
zwischen den Einspannklemmen nicht brechen. Das Prüfverfahren gestattet, Proben verschiedener
Erzeugnisse miteinander zu vergleichen, sofern sich die Probendicken nicht mehr als 10 % unterscheiden.

2 Normative Verweisungen
Diese Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikationen.
Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen
dieser Publikationen nur zu dieser Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei
undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation (einschließlich
Änderungen).

DIN 51220, Werkstoffprüfmaschinen — Allgemeines zu Anforderungen an Werkstoffprüfmaschinen und zu


deren Prüfung und Kalibrierung.

DIN 53370, Prüfung von Kunststoff-Folien — Bestimmung der Dicke durch mechanische Abtastung.

DIN 53515, Prüfung von Kautschuk und Elastomeren und von Kunststoff-Folien — Weiterreißversuch mit der
Winkelprobe nach Graves mit Einschnitt.

DIN EN ISO 291, Kunststoffe — Normalklimate für Konditionierung und Prüfung (ISO 291:1997); Deutsche
Fassung EN ISO 291:1997.

DIN EN ISO 527-1, Kunststoffe — Bestimmung der Zugeigenschaften — Teil 1: Allgemeine Grundsätze
(ISO 527-1:1993 einschließlich Corr. 1:1994); Deutsche Fassung EN ISO 527-1:1996.

DIN EN ISO 7500-1, Metallische Werkstoffe — Prüfung von Prüfmaschinen für statische einachsige
Beanspruchung — Teil 1: Zug- und Druckprüfmaschinen — Prüfung und Kalibrierung der Kraftmess-
einrichtungen (ISO 7500-1:1999); Deutsche Fassung EN ISO 7500-1:1999.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Norm gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Weiterreißwiderstand
Quotient aus der Kraft, die eine trapezförmige Probe mit Einschnitt nach Bild 1 dem Weiterreißen
entgegensetzt, und aus der Probendicke

3
DIN 53363:2003-10

Maße in Millimeter

Legende
1 Marken für Einspannklemmen
2 Einschnitt

Bild 1 — Probe zur Bestimmung des Weiterreißwiderstandes

4 Proben

4.1 Probenahme und Herstellung der Proben

Aus dem zu prüfenden Erzeugnis werden Proben nach Bild 1 entnommen, und zwar möglichst so, dass der
Weiterreißwiderstand längs und quer zur Herstellrichtung der Kunststoff-Folie (Maschinenrichtung), ent-
sprechend der Richtung des Einschnittes, ermittelt werden kann.
ANMERKUNG Steht von dem zu prüfenden Erzeugnis nur ein Stück zur Verfügung, aus dem sich die Herstellrichtung
nicht erkennen lässt, sind Proben in zwei senkrecht zueinander stehenden Richtungen zu entnehmen.
Die Entnahmerichtungen sind zu kennzeichnen.
Für das Ausschneiden der Probe, für das Einschneiden des Einschnittes und für das Anbringen der Marken
für die Einspannklemmen ist zweckmäßigerweise eine Schablone (aus einem ausreichend schnittfesten
Material) nach Bild 2 zu benutzen. Die Probe wird mit einem Messer oder mit einer Rasierklinge
ausgeschnitten und eingeschnitten.
Die Marken sind mit einem Schreiber (Bleistift, Kugelschreiber oder Fettstift) aufzutragen.

4
DIN 53363:2003-10

Maße in Millimeter

Dicke der Schablone: t = 2 bis 3

Bild 2 — Schablone zur Herstellung der Proben

4.2 Anzahl der Proben

Es werden mindestens fünf Proben geprüft, gegebenenfalls fünf Proben, die längs und quer zur
Herstellrichtung entnommen wurden. In Schiedsfällen sind mindestens 10 Proben längs und quer zu prüfen.

5 Prüfgeräte

5.1 Zugprüfmaschine nach DIN EN ISO 7500-1, die den Anforderungen der Klasse 1 nach DIN 51220
entspricht. Sie muss mit einer Einspanneinrichtung versehen sein, die es gestattet, die Probe an den Marken
(siehe Bild 1) einzuspannen.
5.2 Messgerät zur Bestimmung der Probendicke nach DIN 53370.

6 Durchführung
Der Weiterreißversuch ist im Normalklima 23/50 nach DIN EN ISO 291 durchzuführen.
ANMERKUNG In vielen Fällen ist es zweckmäßig, die Bestimmung des Weiterreißwiderstandes durch Prüfungen bei
tieferen und höheren Temperaturen zu ergänzen. Hierfür muss eine Temperaturkammer zur Verfügung stehen, die es
gestattet, die eingestellte Temperatur während der Prüfung auf 0,5 °C konstant zu halten.

Die Dicke der Probe ist nach DIN 53370 an fünf Stellen nahe am Grund des Einschnittes zu messen.
Anschließend ist die Probe 24 h an das Prüfklima anzugleichen.

5
DIN 53363:2003-10

Die Probe ist in die obere und untere Einspannklemme der Zugprüfmaschine einzuspannen, wobei die
Marken mit den Rändern der Einspannklemmen möglichst genau zusammenfallen müssen (siehe auch die
Erläuterungen). Die Prüfgeschwindigkeit beträgt 100 mm/min ± 10 mm/min (nach DIN EN ISO 527-1). Die
angezeigte Höchstkraft ist abzulesen.

7 Auswertung
Aus den Einzelversuchen ist das arithmetische Mittel der abgelesenen Werte für die Höchstkraft – längs und
quer getrennt – zu bilden und der Weiterreißwiderstand in Newton je Millimeter Probendicke (= Mittelwert der
Messung nach Abschnitt 6) zu berechnen.

8 Prüfbericht
Der Prüfbericht muss folgende Angaben enthalten:

a) Hinweis auf diese Norm;

b) Art und Kennzeichnung des geprüften Erzeugnisses;

c) Dicke der Proben;

d) Weiterreißwiderstand in Newton je Millimeter, auf drei wertanzeigende Ziffern gerundet


– Einzelwerte;
– Mittelwerte;

e) Richtung der Zugkraft in Bezug auf die Maschinenrichtung des geprüften Erzeugnisses, soweit dies
möglich ist;

f) gegebenenfalls besonderes Verhalten der Proben während der Zugbeanspruchung und Beschaffenheit
nach dem Versuch, wie Rissverlauf und Bruchbildung;

g) von dieser Norm abweichende Bedingungen;

h) Prüfdatum.

6
DIN 53363:2003-10

Anhang A
(informativ)

Erläuterungen

Das Prüfverfahren nach dieser Norm ist anwendbar auf Kunststoff-Folien. Daneben gibt es noch das
Prüfverfahren nach DIN 53515 „Weiterreißversuch mit der Winkelprobe nach Graves mit Einschnitt", das
außer für Kunststoff-Folien auch für Erzeugnisse aus Kautschuk und Elastomeren anwendbar ist.
Die trapezförmige Probe (siehe Bild 1) wird an den zunächst noch im Winkel von 2 X 15° zueinander
stehenden Marken in die parallel zueinander stehenden Einspannklemmen der Zugprüfmaschine eingespannt
(siehe Bild A.1). Die Schaffung des Prüfverfahrens nach dieser Norm war erforderlich geworden, da viele
Kunststoff-Folien bei der Prüfung nach DIN 53515 zunächst eine hohe Festigkeit zeigen, bedingt dadurch,
dass der Bogen bei der Graves-Probe in die Hauptspannungslinien beim Auseinanderfahren der Klemmen
gezogen wird. Hierbei verlaufen die Spannungslinien h i n t e r dem Einschnitt. Erst nach Auftreten einer
entsprechend großen Kraft erfolgt das eigentliche Weiterreißen, wobei sich die Kraft auf einen Bruchteil
verringert. Bei Verwendung der neuen trapezförmigen Probe verschwindet die große Kraft, die zwar einen
hohen Festigkeitswert darstellt, aber nicht das wirkliche Verhalten der Kunststoff-Folie charakterisiert,
besonders bei harten Folien.

Legende
1 Obere Einspannklemme
2 Probe
3 Untere Einspannklemme

Bild A.1 — Eingespannte Probe vor dem Versuch