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DaF/DaZ

Grammatikübersicht B2
Hauptsätze S. 2
Konjunktionen S. 4
Konjunktionaladverbien S. 5
Nebensätze S. 7
Subjunktionen S. 9
Doppelkonjunktionen S. 14
Infinitivsätze S. 15
Infinitivgruppen S. 15
Modalverben S. 16
Präpositionen S. 19
Adverbien S. 23
Präpositionaladverbien S. 26
Zeiten S. 28
Passiv S. 30
Konjunktiv II S. 33
Partizipien als Adjektive S. 35
Genitiv S. 36
Apposition S. 37
„man“ S. 37
Präfixe S. 38
Suffixe S. 39
Komposita S. 40
Indirekte Rede S. 41
„ss“ - „ß“ S. 42
Kommasetzung S. 43

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien


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Der Hauptsatz

 In einem Hauptsatz steht das Prädikat (P) an der 1. Position


(Fragesatz; Imperativ) oder an der 2. Position (Aussagesatz;
Fragesatz mit Fragewort). (Position = Satzgliedstelle)

P
Möchtest du einen Kaffee? → Fragesatz
1.

P
Mach mir bitte einen Tee! → Imperativ
1.

P
Ich hätte lieber ein Glas Wasser. → Aussagesatz
2.

P
Warum trinkst du keinen Apfelsaft? → Fragesatz mit Fragewort
2.

 Das Subjekt (S) steht immer im Nominativ.

 Ein Objekt (O) steht im Akkusativ, Dativ oder Genitiv.

S P O
Ich sehe einen Film.
Akkusativ

 Das Prädikat wird mit dem Subjekt (S) übereingestimmt - nicht mit
einem Objekt.

P S
Heute finden den ganzen Tag vor dem Schloss Schönbrunn Veranstaltungen statt.
2.
P S
Vor dem Schloss Schönbrunn finden heute den ganzen Tag Veranstaltungen statt.
2.

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 Die Konjunktionen „denn“, „aber“, „doch“ und „sondern“ leiten


einen Hauptsatz ein und haben keine Satzgliedstelle; man spricht
hier von der 0-Position (Nullposition). Auch die Konjunktionen
„und“ und „oder“ stehen an der 0-Position, wenn sie Hauptsätze
verbinden, und vor „und“ und „oder“ steht dann kein Komma. Nach
einer Konjunktion steht in Aussagesätzen das Subjekt, ein Objekt
oder ein Präpositionalobjekt oder ein Adverb, gefolgt vom Prädikat
an der 2. Satzgliedstelle (Position).

S P
Das Spiel wurde abgesagt, denn es regnet seit Stunden in Strömen.
0 1. 2.

S P
Sie aß keine Pizza, sondern (sie aß) Spaghetti. → Hier kann man kürzen.
0 1. 2.

 Ein Konjunktionaladverb - „daher“, „dennoch“ etc. - leitet einen


Hauptsatz ein und kann im Hauptsatz verschoben werden;
steht es an der 1. Satzgliedstelle, so folgt das Prädikat an der 2.
Satzgliedstelle.

Konj.-Adv. P S
Es hat aufgehört zu regnen, daher machen wir einen Spaziergang.
1. 2. 3.

Konj.-Adv. P S
Es hat aufgehört zu regnen, dennoch findet das Spiel nicht statt.
1. 2. 3.

 Manche Passivsätze haben kein Subjekt. Hier denkt man sich den
Subjektplatzhalter „es“ und setzt das Prädikat in die 3. Person
Singular.

Auch in anderen Städten wird heute gearbeitet. → kein Subjekt im Passiv

Es wird heute auch in anderen Städten gearbeitet. → Vorgangspassiv

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Konjunktionen (leiten einen Hauptsatz ein und stehen an


der 0-Position)

denn (kausal) → Warum?


S P
Heute mache ich einen Spaziergang, denn das Wetter ist wunderschön.
0 1. 2.

aber (adversativ) → Gegensatz

doch (adversativ)

Am Samstag habe ich Zeit, aber am Sonntag muss ich lernen.


Er hat versprochen, mich anzurufen, doch er hat nicht angerufen.

sondern (adversativ) → Gegensatz

Barcelona spielt nicht heute, sondern (Barcelona spielt) morgen. → Hier kann man
kürzen.

und (kopulativ)

Sie hört Musik und er sieht fern.


Sie geht ins Kino und (sie geht) anschließend in die Disco. → Hier kann man kürzen,
weil in beiden Hauptsätzen Subjekt und Prädikat identisch sind.

oder (disjunktiv)

Ich rufe dich an oder (ich) schreibe dir eine E-Mail. → Hier kann man kürzen.
Er geht in die Oper oder (er geht) ins Theater. → Hier kann man kürzen.

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Konjunktionaladverbien (leiten einen Hauptsatz ein,


haben eine Satzgliedstelle und können im Hauptsatz
verschoben werden)

daher (konsekutiv) → logische Folge

deshalb (konsekutiv)
deswegen (konsekutiv)
also (konsekutiv)
somit (konsekutiv)
folglich (konsekutiv)
darum (konsekutiv)

P S
Es regnet, daher nehme ich einen Regenschirm mit.
1. 2. 3.

dennoch (konzessiv) → unlogische Folge

trotzdem (konzessiv)

Er hatte keinen Hunger, dennoch ging er in ein Restaurant und bestellte sich einen
Kaiserschmarrn.

vorher (temporal)

Er aß eine Pizza und vorher trank er ein Glas Orangensaft.

davor (temporal)

Sie flog nach New York. Davor war sie noch nie in Amerika gewesen.

inzwischen (temporal)
Sie bereitete das Frühstück zu, inzwischen holte er die Zeitung.

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danach (temporal)

Er schrieb noch ein paar E-Mails, danach ging er schlafen.

anschließend (temporal)
Sie machten einen Spaziergang. Anschließend gingen sie in ein Restaurant.

sonst (konditional)

Ich rufe dich am Abend an, wenn ich Zeit habe, sonst rufe ich dich morgen an.

stattdessen (alternativ)
Er lernte nicht für die Prüfung, stattdessen spielte er ein Computerspiel.

jedoch (adversativ)

Sie versprach anzurufen, sie rief jedoch nicht an.

allerdings (restriktiv)

Er versuchte sie aus Tokio anzurufen, das klappte allerdings nicht.

außerdem (kopulativ)
Wir können uns einen Film ansehen, außerdem können wir auch noch in ein
Restaurant gehen.

demnach (kausal)

Sie sieht sehr glücklich aus, demnach hat sie die Prüfung geschafft.

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Der Nebensatz

 In einem Nebensatz steht das Verb bzw. stehen die Verben am


Satzende.

Hauptsatz Nebensatz
Sie muss sich noch umziehen, weil sie ins Theater geht.

 Bei zwei oder mehr Verben in einem Nebensatz steht das finite
Verb - bis auf ganz wenige Ausnahmen - am Satzende.

P
Er hat sich ein neues Handy gekauft, weil das alte nicht repariert werden konnte.

 Ein Modalverb* (Mv.) steht in einem Nebensatz immer am


Satzende. Ein Infinitiv (Inf.) steht unmittelbar davor.

* Modalverben: können, wollen, müssen, sollen, dürfen, möchte(n), mögen

Inf. Mv.
Sie hat jetzt keine Zeit, da sie noch etwas besorgen muss.

 Trennbare Verben werden im Nebensatz nicht getrennt.

Es war gut, dass sie einen Regenschirm mitnahm.

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 Nebensätze, die mit einer Subjunktion (Subj.) eingeleitet werden,*


und Relativsätze haben ein Subjekt (einen Nominativ).
* Ausnahme: Manche Nebensätze im Passiv.

Subj. S
Am Sonntag machen wir eine Wanderung, wenn das Wetter schön ist.

S
Der Film, den ich gestern gesehen habe, ist wirklich gut.
Rel.-Pron.
Relativsatz

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Subjunktionen (leiten einen Nebensatz ein)

dass (Attributsatz; Subjektsatz, Objektsatz) → Was?

Sie weiß, dass ich heute keine Zeit habe.

weil (kausal) → Warum? (ein Grund)


da (kausal)

Sie möchte nichts essen, weil sie keinen Hunger hat.


Da es schon spät ist, geht er jetzt nach Hause.

wenn (konditional) → Bedingung


falls (konditional)

Ich rufe dich am Abend an, wenn ich Zeit habe.


Falls er doch noch kommen sollte, so geben Sie ihm bitte diese Unterlagen.

sodass (konsekutiv) → logische Folge


… so …, dass … (konsekutiv)

Es regnet, sodass wir einen Regenschirm mitnehmen.


Es regnet so stark, dass wir heute zu Hause bleiben.

obwohl (konzessiv) → unlogische Folge

Er geht in ein Restaurant, obwohl er keinen Hunger hat.

damit (final) → Wozu? (ein Zweck)

Er hat den Fernseher ausgeschaltet, damit sie in Ruhe lernen kann.

indem (modal) → Wie?

Man schaltet den Computer ein, indem man auf die Power-Taste drückt.

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als (temporal) → Vergangenheit und Einmaligkeit; etwas ganz Bestimmtes

Als ich ein Kind war, spielte ich oft im Park.

wenn (temporal) → alle Zeiten und mögliche Wiederholung

Wenn sie müde ist, trinkt sie einen Kaffee.


Immer wenn sie müde ist, trinkt sie einen Kaffee.

seit (temporal) → Anfangszeitpunkt

Seit er in die Schule geht, hat er viele Freunde.

bis (temporal) → Endzeitpunkt

Bis der Film beginnt, können wir noch etwas trinken.

sobald (temporal) → Wann?

Sobald ich nach Hause komme, rufe ich dich an.

solange (temporal) → bestimmte Zeitdauer

Solange sie telefoniert, kann ich sie nicht fragen.

während (temporal) → Gleichzeitigkeit

Während er lernte, hörte er Musik.

bevor (temporal) → zeitliches Nacheinander

Bevor sie in die Disco ging, war sie im Kino.

nachdem (temporal) → zeitliches Nacheinander

Nachdem sie im Kino gewesen war, ging sie noch in die Disco.

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Die temporale Subjunktion „nachdem“

 Steht der „nachdem“-Nebensatz im Plusquamperfekt, so steht der


Hauptsatz im Präteritum.

Nachdem sie im Kino gewesen war, fuhr sie nach Hause.

 Steht der „nachdem“-Nebensatz im Perfekt, so steht der Hauptsatz im


Präsens.

Nachdem sie im Kino gewesen ist, fährt sie nach Hause.

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Der Relativsatz

Relativsätze sind Nebensätze und beginnen mit einem Relativpronomen oder mit
einer Präposition mit einem Relativpronomen. Ein Relativsatz kann in einen Haupt-
oder Nebensatz eingeschoben oder an einen Haupt- oder Nebensatz angehängt sein.

Der Mann, der neben mir wohnt, ist Polizist. → Relativpronomen im Nominativ

Der Mann, den ich gegrüßt habe, ist Polizist. → Relativpronomen im Akkusativ

Der Mann, dem ich die Zeitung gegeben habe, ist Polizist. → Relativpronomen
im Dativ

Der Mann, dessen Auto abgeschleppt wurde, ist Polizist. → Relativpronomen


im Genitiv

Der Mann, mit dem ich gesprochen habe, ist Polizist. → Präposition +
Relativpronomen im Dativ

Das sind die Bücher, die ich schon gelesen habe. → Relativpronomen
im Akkusativ

Es freut mich, dass dir das Buch, das ich dir geschenkt habe, gefällt.
→ Relativpronomen im Akkusativ

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Der indirekte Fragesatz

Ein direkter Fragesatz ist ein Hauptsatz. Ein indirekter Fragesatz ist ein Nebensatz.

Beginnt der direkte Fragesatz mit einem Fragewort, so leitet dieses Fragewort den
indirekten Fragesatz ein.
Ist dabei der Hauptsatz ein Fragesatz, steht am Ende des Satzes ein Fragezeichen.
Ist der Hauptsatz hingegen ein Aussagesatz oder ein Imperativ, entfällt das
Fragezeichen und der Satz wird mit einem Punkt geschlossen.

Wann findet das Champions-League-Finale statt? → Direkter Fragesatz

Kannst du mir sagen, wann das Champions-League-Finale stattfindet?

Ich weiß nicht, wann das Champions-League-Finale stattfindet.

Sag mir bitte, wann das Champions-League-Finale stattfindet!

Bei einem Fragesatz ohne Fragewort wird der indirekte Fragesatz mit der
Subjunktion „ob“ eingeleitet.

ob (indirekter Fragesatz) → (mindestens) zwei Möglichkeiten

Hat Real Madrid gewonnen?

Kannst du mir sagen, ob Real Madrid gewonnen hat?

Ich weiß nicht, ob Real Madrid gewonnen hat.

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Doppelkonjunktionen

… sowohl ... als auch … (kopulativ)

Er isst sowohl einen Hamburger als auch einen Cheeseburger.

… nicht nur ..., sondern auch … (kopulativ)

Er isst nicht nur einen Hamburger, sondern auch einen Cheeseburger.

… entweder ... oder … (alternativ)

Ich esse entweder eine Pizza oder Spaghetti.

… weder ... noch … (kopulativ)

Ich möchte weder einen Kaffee noch einen Tee.

… dadurch (…), dass … (modal-instrumental) → Wie?

Man schaltet den Computer dadurch ein, dass man auf die Power-Taste drückt.

... je [Komp.] ..., desto/umso [Komp.] … (modal)

Je mehr man übt, desto besser wird man.

... zwar ..., aber (dennoch) … (restriktiv)

Der Film ist zwar gut, aber nicht spannend.

… insofern …, als … (modal-restriktiv)

Der Film ist insofern gut, als er eine interessante Geschichte erzählt.

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Der Infinitivsatz

 Infinitivsätze haben kein Subjekt. Am Satzende steht zu + Infinitiv.

Akkusativ zu + Inf.
Sie lernt fleißig, um die Prüfung zu schaffen.
Finaler Infinitivsatz

Infinitivsätze

…, um … zu + Inf. (finaler Infinitivsatz) → Wozu?

Er lernt fleißig, um die Prüfung zu schaffen.

…, statt … zu + Inf. (modaler Infinitivsatz)


…, anstatt … zu + Inf. (modaler Infinitivsatz)

Sie trifft sich mit ihren Freundinnen, statt für die Prüfung zu lernen.
Sie trifft sich mit ihren Freundinnen, anstatt für die Prüfung zu lernen.

…, ohne … zu + Inf. (modaler Infinitivsatz)

Er sitzt schon seit acht Stunden am Computer, ohne etwas zu essen.

Die Infinitivgruppe

…, … zu + Inf.

Sie freut sich schon, Deutsch zu lernen.


Es ist immer gut, eine Fremdsprache zu können.
Er hatte Lust, sich am Sonntag endlich einmal so richtig auszuschlafen.

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Modalverben

 Ist das Prädikat ein Modalverb* (Mv.), steht am Satzende in der


Regel ein Infinitiv (Inf.).

* Modalverben: können, müssen, sollen, dürfen, wollen, möchte(n), mögen

Mv. Inf.
Ich kann dir helfen.

Mv. Inf.
Sie kann Klavier spielen.

Mv. Inf.
Ich muss lernen.

Mv. Inf.
Soll ich das Fenster öffnen?

Mv. Inf.
Darf man hier rauchen?

Mv. Inf.
Er will heute nicht weggehen.

Mv. Inf.
Willst du mit mir ins Kino gehen?

Mv. Inf.
Ich möchte ins Kino gehen.

Mv. Inf.
Ich möchte eine Pizza (haben). → Hier kann der Infinitiv
weggelassen werden.

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Mv.
Er mag Jazz-Musik. → „mögen“ fast immer ohne Infinitiv

Ausnahmen: Das mag schon sein.


Das mag schon stimmen.
Dies mag darin begründet liegen, dass ...
→ „mögen“ hat hier die Bedeutung von „können“

Die Modalverben „möchte(n)“ und „mögen“

Das Modalverb „möchte(n)“ hat keine eigene Vergangenheitsform.

möchte(n) mögen

Präsens 3. P. Sg.: möchte mag


Präteritum 3. P. Sg.: wollte mochte

Sie möchte noch einen Kaffee.


Sie wollte noch einen Kaffee.

Er mag sie.
Er mochte sie.

„nicht müssen“ bzw. „nicht brauchen“

Bei der Umschreibung der Negation des Modalverbs „müssen“ durch die
Negation von „brauchen“ steht der Infinitiv mit „zu“.

Mv. Inf.
Du musst das nicht machen.

brauchen Neg. zu + Inf.


Du brauchst das nicht zu machen.

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Modalverbähnliche Verben

Die Verben „gehen“, „lassen“, „lernen“, „sehen“, „hören“, „bleiben“,


„fahren“, „üben“ und „helfen“ können wie ein Modalverb mit einem
Verb im Infinitiv verbunden werden.

Inf.
Sie geht arbeiten.

Inf.
Er ließ das Licht brennen.

Inf.
Sie lernt Klavier spielen.

Inf.
Er sah das schon auf sich zukommen.

Inf.
Sie hörte ihn Violine spielen.

Inf.
Er blieb kurz stehen.

Inf.
Sie fährt noch schnell einkaufen.

Inf.
Er übt fleißig tanzen.

Inf.
Sie hilft ihm suchen.

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Präpositionen

+ Akkusativ: um, durch, ohne, bis, für, gegen, betreffend*

* „betreffend + Akkusativ“ voran- oder nachgestellt


Ich hätte noch eine Frage den Vertrag betreffend.

+ Dativ: bei, mit, von, zu, nach, seit, aus, ab, außer, gegenüber*,

gemäß*

* „gegenüber“, „gemäß“
voran- oder nachgestellt

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+ Akkusativ oder Dativ - Wechselpräpositionen:

an, auf, in, vor, hinter, neben, über, unter, zwischen

 Wohin? → Akkusativ (Ausnahmen: zu + Dativ; nach + Dativ)

 Wo? → Dativ

Wohin? → Akkusativ Wo? → Dativ

Sie hängt das Bild an die Wand. Das Bild hängt an der Wand.

Er legt das Buch auf den Tisch. Das Buch liegt auf dem Tisch.

Sie geht in den Supermarkt. Sie ist im Supermarkt.

Er stellt das Auto vor das Haus. Das Auto steht vor dem Haus.

Sie stellt das Auto hinter das Haus. Das Auto steht hinter dem Haus.

Er legt das Buch neben den Laptop. Das Buch liegt neben dem Laptop.

Sie hängt die Lampe über den Tisch. Die Lampe hängt über dem Tisch.

Der Hund legt sich unter den Tisch. Der Hund liegt unter dem Tisch.

Er legt den Stift zwischen das Buch und die Mappe. Der Stift liegt zwischen dem Buch und der Mappe.

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+ Genitiv: bezüglich*, hinsichtlich, laut, während, wegen*, aufgrund,

anhand, mithilfe, mittels, angesichts, infolge, trotz, statt, anstatt,

anstelle, seitens, vonseiten, anlässlich, einschließlich, innerhalb,

außerhalb, oberhalb, unterhalb

* „bezüglich + Genitiv“

Ich hätte noch eine Frage bezüglich des Vertrags.

[„in Bezug auf + Akkusativ“

Ich hätte noch eine Frage in Bezug auf den Vertrag.]

* „wegen + Dativ“ bei Pronomen

Wegen dir sind wir zu spät gekommen.

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Temporale Präpositionen → Wann?

 Wann? Präposition → Dativ

an, auf, in, vor, zwischen, ab, bei, nach, seit, von, zu → Dativ

Wir fahren am kommenden Wochenende nach Linz.

Ich rufe dich in den nächsten Tagen an.

Ausnahmen: über, für, um, gegen, bis → Akkusativ

Wir fahren über das kommende Wochenende nach Linz.

Ausnahmen: während, außerhalb, innerhalb, zeit → Genitiv

Während der Zugfahrt las sie ein Buch.

 Wann? keine Präposition → Akkusativ

Sie lernte den ganzen Tag für die Prüfung. → Akkusativ

Ausnahme: Eines Tages wird sie eine berühmte Schauspielerin sein.

→ Genitiv

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Adverbien

Adverb bedeutet: „Zum Verb“, „Was beim Verb steht“. Das Adverb selbst ist kein
Verb. Ein Adverb ist ein Wort, das ein Verb näher bestimmt. Eine andere
Bezeichnung für Adverb ist „Umstandswort“.
Adverbien sind Einzelwörter und unveränderlich (nicht flektierbar). Sie haben eine
eigene Satzgliedstelle (Position) im Satz.

 Temporale Adverbien geben Auskunft über die Zeit und man fragt nach
ihnen mit „Wann?“.

Sie geht morgen ins Kino.

 Lokale Adverbien geben Auskunft über den Ort und man fragt nach ihnen
mit "Wohin?", "Wo?" oder "Woher?".

Setzen Sie sich bitte dorthin!


Man kann hier gut lernen.
Das Auto ist von rechts gekommen. (Präposition + Adverb)

 Modale Adverbien geben Auskunft über die Art und Weise und man fragt
nach ihnen mit „Wie?“.

Er wird die Prüfung sicher schaffen. Er wird die Prüfung ganz sicher schaffen.
Er hat die Prüfung sehr gut bestanden.

 Kausale Adverbien geben Auskunft über den Grund und man fragt nach
ihnen mit „Warum?“.

Sie hat vorsichtshalber einen Regenschirm mitgenommen.


(…, weil sie vorsichtig ist.)

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Temporale Adverbien → Wann?

zuerst, zunächst, anschließend, dann, danach, schließlich, abschließend,


zuletzt

immer, ständig, stets, immerfort, zeitlebens, ewig, meistens, oft, häufig,


zeitweise, mehrmals, manchmal, mitunter, bisweilen, selten, nie

(so)eben, vorhin, kürzlich, unlängst, neulich, früher, damals, einst

jetzt, nun, momentan, gerade, gegenwärtig, heutzutage, zurzeit; endlich

gleich, sofort, bald, später, demnächst, zukünftig

anfangs, zuvor, vorher

gleichzeitig, zeitgleich, zugleich, währenddessen, unterdessen,


inzwischen, mittlerweile

nachher, hinterher

heute, gestern, vorgestern, morgen, übermorgen

morgens, vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachts, montags,


stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich

Lokale Adverbien → Wohin? → Wo? → Woher?

da, hier, dort, überall, nirgendwo

oben, unten, vorne, hinten, innen, außen, drinnen, draußen, drüben,


links, rechts

geradeaus, aufwärts, abwärts, vorwärts, rückwärts

dahin, hierhin, dorthin, hinein, hinaus, hinauf, hinunter, hinüber

daher, hierher, dorther, herein, heraus, herauf, herunter, herüber

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 24


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Modale Adverbien → Wie?

Modalwörter: bestimmt, sicher, sicherlich, wahrscheinlich, vermutlich,


vielleicht, möglicherweise, hoffentlich, leider

Morgen wird es bestimmt regnen.


sicher
wahrscheinlich
vielleicht
leider

kaum

allerdings

zweifellos, offenbar, offensichtlich, anscheinend, wohl

ganz, sehr, besonders, ziemlich, überaus

gar, überhaupt

fast, beinahe, einigermaßen, halbwegs, ein bisschen, wenig

bestenfalls, schlimmstenfalls, notfalls, keinesfalls

normalerweise, glücklicherweise, erfreulicherweise, freundlicherweise

beispielsweise, vergleichsweise, relativ

...

vorsichtshalber → kausales Adverb (Warum?)

...

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 25


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Präpositionaladverbien

Ein Präpositionaladverb bezieht sich vornehmlich auf eine Sache oder einen
Sachverhalt. Treffen bei Adverb und Präposition zwei Vokale aufeinander, so werden
sie durch ein Fugen-r voneinander getrennt.

woran, worauf, woraus, wobei, wodurch, wofür, wogegen, womit,


wonach, worüber, worum, worunter, wovon, wovor, wozu

daran, darauf, daraus, dabei, dadurch, dafür, dagegen, dahinter,


damit, danach, daneben, darüber, darum, darunter, davon, davor,
dazu

 Präpositionaladverbien, die mit „wo-“ beginnen, können als


Interrogativadverbien einen Fragesatz und als Relativadverbien einen
Nebensatz einleiten:

Worum geht es? (Um was geht es?)

Worüber habt ihr gesprochen? (Über was habt ihr gesprochen?)

Worauf wartest du? (Auf was wartest du?)

Woran denkst du? (An was denkst du?)

Kochen ist das, womit er sich am liebsten beschäftigt.

Es gibt etwas, worüber sie sprechen möchte.

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 26


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 Präpositionaladverbien, die mit „da-“ beginnen, können als


Konjunktionaladverbien einen Hauptsatz einleiten und können im Hauptsatz
verschoben werden; sie können auch in einem Nebensatz stehen, diesen
aber nicht einleiten; sie können einen Fragesatz einleiten und im Fragesatz
verschoben werden:

Sie hat überaus fleißig gelernt, dadurch hat sie die Prüfung problemlos geschafft.

Sie hat überaus fleißig gelernt, sie hat dadurch die Prüfung problemlos geschafft.

Zuerst bestellte er eine Suppe, danach aß er Spaghetti.

Davor aß er einen Apfel.

Sie hat gerade darüber nachgedacht, wo sie ihren Urlaub verbringen könnte.

Ich weise Sie darauf hin, dass das Rauchen hier verboten ist.

Es ist gut, dass Sie mich darauf hingewiesen haben.

Ich habe darauf vergessen, weil ich gar nicht daran gedacht habe.

Davon hast du geträumt?

Du hast davon geträumt?

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 27


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Die Zeiten

Im Deutschen unterscheidet man sechs Zeiten: Futur I, Futur II,


Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt.

Futur I: Er wird ins Theater gehen.


Futur II: Er wird ins Theater gegangen sein.
Präsens: Er geht ins Theater.
Präteritum: Er ging ins Theater.
Perfekt: Er ist ins Theater gegangen.
Plusquamperfekt: Er war ins Theater gegangen.

Futur I: Sie wird ein Buch lesen.


Futur II: Sie wird ein Buch gelesen haben.
Präsens: Sie liest ein Buch.
Präteritum: Sie las ein Buch.
Perfekt: Sie hat ein Buch gelesen.
Plusquamperfekt: Sie hatte ein Buch gelesen.

 Das Futur I

„werden“ + Infinitiv

Wir werden einen Spaziergang machen.

Präsens + Zeitangabe
Sie geht morgen in die Disco.

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 28


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 Das Futur II

„werden“ + Partizip II + Infinitiv von sein oder haben

Sie wird nach Hause gegangen sein. → eine Vermutung

Sie werden Fußball gespielt haben. → eine Vermutung

Morgen um 15 Uhr wird sie die Prüfung geschafft haben. → in der Zukunft

Bei einem Ortswechsel oder einer Zustandsveränderung im Futur II,


im Perfekt oder im Plusquamperfekt wird das Hilfsverb
„sein“ verwendet.

Futur II: Er wird nach Linz gefahren sein.


Perfekt: Er ist nach Linz gefahren.
Plusquamperfekt: Er war nach Linz gefahren.

Futur II: Es wird kühler geworden sein.


Perfekt: Es ist kühler geworden.
Plusquamperfekt: Es war kühler geworden.

Bei einer Tätigkeit im Futur II, im Perfekt oder im Plusquamperfekt


wird das Hilfsverb „haben“ verwendet.

Futur II: Sie wird Klavier gespielt haben.


Perfekt: Sie hat Klavier gespielt.
Plusquamperfekt: Sie hatte Klavier gespielt.

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 29


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Das Passiv

Vorgangspassiv Zustandspassiv

„werden“ + Partizip II „sein“ + Partizip II

Ein Vorgang → Ein Zustand

Das Fenster wird geöffnet. Das Fenster ist geöffnet.

S OAkk.
Sie ruft ihn an. => Aktiv (Das Subjekt ist aktiv.)

Das Objekt im Akkusativ des Aktivsatzes wird zum Subjekt des Passivsatzes.
Das Subjekt des Aktivsatzes wird zum Präpositionalobjekt "von + Dat." im
Passivsatz.

S von + Dat.
Er wird von ihr angerufen. => Passiv (Das Subjekt ist passiv.)
„werden“ Part. II

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 30


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Vorgangspassiv: „werden“ + Partizip II

Futur I: Die Sitzung wird eröffnet werden.


Futur II: Die Sitzung wird schon eröffnet worden sein. → Vermutung
Präsens: Die Sitzung wird eröffnet.
Präteritum: Die Sitzung wurde eröffnet.
Perfekt: Die Sitzung ist eröffnet worden.
Plusquamperfekt: Die Sitzung war eröffnet worden.

Zustandspassiv: „sein“ + Partizip II

Futur I: Die Sitzung wird eröffnet sein.


Futur II: Die Sitzung wird schon eröffnet gewesen sein. → Vermutung
Präsens: Die Sitzung ist eröffnet.
Präteritum: Die Sitzung war eröffnet.
Perfekt: Die Sitzung ist eröffnet gewesen.
Plusquamperfekt: Die Sitzung war eröffnet gewesen.

Vorgangspassiv mit Modalverb im Hauptsatz

Futur I: Die Nudeln werden gekocht werden müssen.


Präsens: Die Nudeln müssen gekocht werden.
Präteritum: Die Nudeln mussten gekocht werden.
Perfekt: Die Nudeln haben gekocht werden müssen.
Plusquamperfekt: Die Nudeln hatten gekocht werden müssen.

Zustandspassiv mit Modalverb im Hauptsatz

Präsens: Die Nudeln müssen gekocht sein.

Vorgangspassiv mit Modalverb im Nebensatz

Präsens: Wir wissen, dass Nudeln gekocht werden müssen.

Zustandspassiv im Nebensatz

Präsens: Ich sehe, dass die Nudeln gekocht sind.

Vorgangspassiv ohne Subjekt

Präsens: Auch in anderen Ländern wird heute gearbeitet.

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 31


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Passiv-Ersatzformen

 „sein“ + zu + Infinitiv
Die Nudeln sind zu kochen.

 sich lassen + Infinitiv


Sie lässt sich die Haare schneiden.

 „sein“ + Adjektiv auf -bar (Verbstamm + bar)

Dieser Kasten ist nicht verschließbar.

 „sein“ + Adjektiv auf -lich

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Vorgangspassiv mit Modalverb in eine Passiv-Ersatzform umformen

können → sich lassen + Infinitiv oder „sein“ + Adjektiv auf -bar

Das Auto kann repariert werden. → Vorgangspassiv


Das Auto lässt sich reparieren. → Passiv-Ersatzform
Das Auto ist reparierbar. → Passiv-Ersatzform

müssen → „sein“ + zu + Infinitiv

Das Fenster muss geschlossen werden. → Vorgangspassiv


Das Fenster ist zu schließen. → Passiv-Ersatzform

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

Der Konjunktiv II

 Konjunktiv II im Präsens

Hilfsverben (3. P. Sg.): wäre, hätte, würde

Ich wäre jetzt gerne in der Karibik. → ein Wunsch

Er hätte gerne einen Ferrari. → ein Wunsch

„würde“ + Infinitiv

„würde“ Inf.
Die Kinder würden gerne ins Kino gehen. → ein Wunsch

Würden Sie bitte das Fenster schließen? → eine höfliche Aufforderung

Modalverben (3. P. Sg.): könnte, müsste, dürfte, sollte

Mv. Inf.
Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen? → eine höfliche Frage

Sie müsste bald kommen. → eine Vermutung

Dürfte ich bitte ein Glas Wasser haben? → eine sehr höfliche Frage

Du solltest mehr Sport machen. → ein Vorschlag

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

 Konjunktiv II in der Vergangenheit

„wäre“ + Partizip II

„wäre“ Part. II
Sie wäre gerne in die Disco gegangen.

„hätte“ + Partizip II

„hätte“ Part. II
Er hätte gerne einen guten Film gesehen.

„hätte“ + Infinitiv + Infinitiv

„hätte“ Inf. Inf.


Du hättest mich wenigstens anrufen können.

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

Partizipien als Adjektive

Partizip I als Adjektiv: Partizip I + Adjektivendung

Die lesenden Studenten und Studentinnen machen sich viele Notizen.

→ Sie lesen gerade und machen sich viele Notizen. → Gleichzeitigkeit

Partizip II als Adjektiv: Partizip II + Adjektivendung

Die gelesenen Bücher werden ins Regal zurückgestellt.

→ Diese Bücher wurden schon gelesen. → in der Vergangenheit

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

Der Genitiv

Mit dem Fragewort „wessen“ kann man nach dem Genitiv fragen.

Manche Präpositionen verlangen den Genitiv:

Wegen des schlechten Wetters musste das Spiel abgesagt werden.

Ich hätte noch eine Frage bezüglich des Vertrags.

Der Genitiv drückt sehr oft ein Besitzverhältnis aus - jemand oder etwas gehört zu
jemandem oder etwas.
Häufig findet sich der Genitiv als Genitivattribut. Das Genitivattribut ist eine
Beifügung zu einem Nomen, wobei es sich bei diesem Nomen um das Subjekt, ein
Objekt, ein Präpositionalobjekt oder eine Adverbialbestimmung handeln kann.
Das Genitivattribut hat keine eigene Satzgliedstelle; es gehört zum Nomen und ist
untrennbar mit diesem verbunden.

Das Handy meiner Freundin ist kaputt.

Er hat den Computer seines Freundes repariert.

Er versteht sich gut mit der Freundin seiner Schwester.

Im Inneren der Sonne beträgt die Temperatur 15,6 Millionen Grad Celsius.

Eigennamen können als Genitivattribut einem Nomen vorangestellt werden.

Adrianas Freund möchte Tierarzt werden.

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Die Apposition

Eine Apposition (Beifügung) steht im Kasus des Bezugsworts.

Nom. Nom.
Nicole, eine Freundin von mir, hat ein Tennisturnier gewonnen.

Akk. Akk.
Sie traf Peter, ihren Freund, zufällig im Supermarkt.

Dat. Dat.
Sie hat den Laptop Thomas, einem Freund, geschenkt.

Genitivattribut Gen.
Im Licht des Mondes, des treuen Begleiters der Erde, spazierten wir durch die Nacht.

Das Indefinitpronomen „man“

Das Indefinitpronomen „man“ steht immer im Nominativ und ist somit


Subjekt des Satzes. Es steht in der 3. Person Singular.

S
Das macht man nicht.

Der Akkusativ lautet „einen“, der Dativ „einem“.

Akk.
Das geht einen doch gar nichts an.

Dat.
Das kann einem doch egal sein.

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

Präfixe

Das Präfix (die Vorsilbe) ist dem Wortstamm vorangestellt. Verben mit einem Präfix
können trennbar sein. Trennbare Verben werden im Hauptsatz im Präsens und im
Präteritum getrennt.

mitschreiben - schrieb mit - mitgeschrieben

Er schreibt alles mit.

Er schrieb alles mit.

Hat ein Verb eines der folgenden Präfixe, so ist es nicht trennbar:

be-
ent-
er-
ge-
miss-
ver-
zer-

Verben, die eine Präposition als Präfix haben, sind meist trennbar. Verben mit den
Präfixen „über-“ und „unter-“ sind je nach Bedeutung trennbar oder untrennbar.

Diese Regel gilt immer:

 Präfix unbetont → Verb ist nicht trennbar

 Präfix betont → Verb ist trennbar

Sie überging seine Frage. → Die Betonung liegt auf „-ging“.

Der Kochtopf ging über. → Die Betonung liegt auf „über“.

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

Suffixe

Das Suffix (die Nachsilbe) ist dem Wortstamm nachgestellt.

Nomen, die eine der folgenden Nachsilben haben, sind maskulin:

-or (der Motor, der Ventilator, der Katalysator, der Sektor, der Sensor, der Meteor …)*
-ist (der Komponist, der Pianist, der Rezeptionist, der Polizist, der Statist …)
-and (der Diplomand, der Doktorand …)
-ant (der Praktikant, der Maturant, der Spekulant, der Trafikant, der Mandant …)
-ent (der Student, der Dozent, der Dirigent, der Patient, der Klient, der Präsident …)
-eur (der Friseur, der Ingenieur, der Monteur, der Installateur, der Chauffeur …)
-ismus (der Humanismus, der Realismus, der Naturalismus, der Kommunismus …)
-ling (der Liebling, der Schmetterling, der Frühling, der Säugling, der Feigling …)
- Geräte mit der Endung -er (der Computer, der Fernseher, der CD-Player …)

Nomen, die eine der folgenden Nachsilben haben, sind feminin:

-ung (die Zeitung, die Rechnung, die Rettung, die Lösung, die Erleichterung …)
-heit (die Freiheit, die Gesundheit, die Krankheit, die Sicherheit, die Menschheit …)
-keit (die Flüssigkeit, die Sauberkeit, die Einsamkeit, die Ehrlichkeit, die Eitelkeit …)
-schaft (die Freundschaft, die Bekanntschaft, die Eigenschaft, die Kundschaft …)
-ion (die Station, die Rezeption, die Reaktion, die Redaktion, die Injektion …)*
-tät (die Realität, die Aktualität, die Aktivität, die Qualität, die Identität, die Fakultät …)
-ur (die Natur, die Frisur, die Statur, die Struktur, die Tastatur, die Dressur …)
-ei (die Konditorei, die Bäckerei, die Streiterei, die Träumerei, die Zauberei …)
-in (die Lehrerin, die Chefin, die Verkäuferin, die Ärztin, die Polizistin, die Studentin …)
-ine (die Maschine, die Mandarine, die Nektarine, die Kantine, die Violine …)
- Endsilbe: -sicht (die Aussicht, die Rücksicht, die Vorsicht, die Nachsicht …)
- Viele Nomen mit der Endung -e (die Freude, die Sonne, die Wiese, die Blume …)

Nomen, die eine der folgenden Nachsilben haben, sind neutral:

-um (das Datum, das Museum, das Zentrum, das Studium, das Individuum …)
-chen (das Mädchen, das Kätzchen, das Hündchen, das Häschen, das Häuschen …)
-lein (das Männlein, das Fräulein, das Büchlein, das Blümlein, das Vöglein …)
- Nomen vom Infinitiv (das Leben, das Essen, das Trinken, das Lernen …)
- Nomen vom Adjektiv (das Gute, das Böse, das Schöne, das Neue …)

* Aber: das Labor (Kurzform vom Neutrum: das Laboratorium)


* Aber: das Stadion (Endung aus dem Altgriechischen: Neutrum)

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Komposita

Ein Kompositum besteht aus mindestens zwei Nomen, einem Verb + Nomen, einem
Adjektiv + Nomen oder einer Präposition + Nomen.
Bei der Form „Nomen + Nomen“ bestimmt das Genus des letzten Nomens das Genus
des Kompositums.

das Auto + der Schlüssel = der Autoschlüssel


fahr(en) + das Rad = das Fahrrad
schnell + die Bahn = die Schnellbahn
vor + das Spiel = das Vorspiel

Bei der Form „Nomen + Nomen“ steht zwischen den Nomen ein Fugen-s, wenn das
erste Nomen ein feminines Nomen mit der Nachsilbe -ung, -heit, -keit, -schaft, -ion
oder -tät ist.

die Zeitung + der Artikel = der Zeitungsartikel


die Sicherheit + die Lücke = die Sicherheitslücke
die Flüssigkeit + der Verlust = der Flüssigkeitsverlust
die Eigenschaft + das Wort = das Eigenschaftswort
die Injektion + die Nadel = die Injektionsnadel
die Produktivität + die Steigerung = die Produktivitätssteigerung

Das Fugen-s steht auch bei Nomen mit der Endung -ling oder -tum und bei Nomen
vom Infinitiv.

der Liebling + das Essen = das Lieblingsessen


das Datum + die Angabe = die Datumsangabe
das Leben + die Freude = die Lebensfreude

Nach den folgenden Nomen steht ebenfalls ein Fugen-s: Beruf, Unterricht, Urlaub,
Einkauf, Verkehr; Arbeit, Liebe, Hochzeit, Heirat; Glück,* Gefühl, Geschäft.

* Aber: der Glückwunsch

Fugen-n: die Familie + der Vater = der Familienvater

Copyright © Mag. Wolfgang Böhm, Wien 40


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Die indirekte Rede

Sie sagt: „Ich bin eine Filmschauspielerin.“ → direkte Rede

Überträgt man die direkte Rede in die indirekte Rede, so setzt man das
finite Verb in den Konjunktiv I.

Konj. I
Sie sagt, dass sie eine Filmschauspielerin sei. → indirekte Rede

Sie sagt, sie sei eine Filmschauspielerin.

Mit dem Konjunktiv I wird die direkte Rede neutral in der indirekten
Rede wiedergegeben.

Möchte man sich von einer Aussage distanzieren, weil man sie für falsch
hält, so kann man statt des Konjunktivs I den Konjunktiv II verwenden.

Konj. II
Sie sagt, dass sie eine Filmschauspielerin wäre. → Distanzierung

Ist der Konjunktiv I identisch mit dem entsprechenden Indikativ im


Präsens, so weicht man zum Konjunktiv II aus.

Konj. II
Sie sagen, dass sie schon gegessen hätten.

Ist der Konjunktiv II identisch mit dem entsprechenden Indikativ im


Präteritum, so umschreibt man mit „würde“ + Infinitiv.

Inf. „würde“
Sie sagen, dass sie Musik hören würden.

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„ss“ - „ß“

 Nach einem kurz gesprochenen Vokal (a, e, i, o, u) oder Umlaut (ä,


ö, ü) steht das „ss“.

essen, lassen, wissen, Schloss, wusste, Fluss; lässt, Schlösser, müssen

 Nach einem lang gesprochenen Vokal oder Umlaut steht das „ß“.

aß, ließ, groß, Fuß, Gruß; gemäß, Größe, grüßen, süß

 Auch nach einem Diphthong (au, äu, ei, eu) steht das „ß“.

draußen, äußern, heiß, heißen, weiß, scheußlich

 Hat ein Wort in der Grundform nur ein „s“, so gelten die obigen
Regeln nicht und dieses „s“ bleibt in allen etwaigen Deklinations-
oder Konjugationsformen erhalten.

Infinitiv „lesen“: Ich lese. Er liest. Sie las die Zeitung. Wir haben gelesen.

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Die Kommasetzung

 Haupt- und Nebensatz werden immer durch ein Komma


voneinander getrennt - auch wenn sie durch „und“ oder „oder“
verbunden sind.

Es ist schön, dass du gekommen bist.

Heute möchten sie gemeinsam etwas unternehmen, und weil das Wetter so
schön ist, fahren sie in die Berge.

 Der Infinitivsatz wird durch ein Komma vom Haupt- oder


Nebensatz getrennt.

Sie lernt fleißig, um die Prüfung zu schaffen.

Wir machen einen Spaziergang, weil das Wetter so schön ist, anstatt ins
Museum zu gehen.

 Zwischen gleichrangigen Hauptsätzen steht ein Komma, wenn sie


nicht durch „und“ oder „oder“ verbunden sind.

Er geht ins Theater, sie (geht) in die Disco.


Er geht ins Theater und sie (geht) in die Disco.

Ich esse gerne Italienisch, am liebsten (esse ich) Pizza.


Ich esse gerne Italienisch und am liebsten (esse ich) Pizza.

Er geht ins Theater oder (er geht) in die Oper.

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 Zwischen gleichrangigen Nebensätzen (auch zwischen


Relativsätzen) steht ein Komma, wenn sie nicht durch „und“ oder
„oder“ verbunden sind.

Ich bin dafür, dass wir ins Kino gehen, da das Wetter wirklich nicht schön ist.

Es ist gut, dass du fleißig gelernt hast und (dass du) die Prüfung geschafft
hast.

Man kauft sich am Kaffeeautomaten einen Kaffee, indem man 80 Cent einwirft,
(indem man) eine Wahl trifft, (indem man) kurz wartet und (indem man) den
fertigen Kaffee entnimmt.

Der Mann, der gerade vorbeigegangen ist, den ich gegrüßt habe, ist mein
Nachbar.
Der Mann, der gerade vorbeigegangen ist und den ich gegrüßt habe, ist mein
Nachbar.

 Zwischen Infinitivsätzen steht ein Komma, wenn sie nicht durch


„und“ oder „oder“ verbunden sind.

Sie geht in die Disco, um Spaß zu haben, statt einfach nur daheim vor dem
Fernseher zu sitzen.

Er fährt nach Graz, um dort seine Großeltern zu besuchen und (um) einen
Freund zu treffen.

 Zwischen gleichrangigen attributiven Adjektiven steht ein Komma,


wenn sie nicht durch „und“ oder „oder“ verbunden sind.

Sie hat schwarze, lange, glatte Haare.

Er hat ein nagelneues, rotes und sehr großes Auto.

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

Bildet jedoch das letzte Adjektiv mit dem Nomen einen


Gesamtbegriff, so steht kein Komma.

Die allgemeine weltpolitische Lage gibt Anlass zur Sorge.

 Zwischen Aufzählungen steht ein Komma, wenn sie nicht durch


„und“, „oder“ oder „sowie“ verbunden sind.

Sie spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

Bei Zusätzen mit „wie“ ist die Kommasetzung freigestellt.

Sprachen, wie Englisch, Deutsch und Französisch, werden auch


Prestigesprachen genannt.
Sprachen wie Englisch, Deutsch und Französisch werden auch
Prestigesprachen genannt.

 Bei den Doppelkonjunktionen „sowohl – als auch“, „entweder –


oder“ und „weder – noch“ steht kein Komma.

Sie isst sowohl einen Hamburger als auch einen Cheeseburger.

Sie isst entweder einen Hamburger oder einen Cheeseburger.

Sie isst weder einen Hamburger noch einen Cheeseburger.

Aber:

Sie isst nicht nur einen Hamburger, sondern (sie isst) auch einen
Cheeseburger.
(Zwei Hauptsätze, von denen der zweite gekürzt ist.)

Einerseits hat ein Handy bei Kindern gewisse Vorteile, andererseits (hat ein
Handy bei Kindern) aber auch Nachteile.
(Zwei Hauptsätze, von denen der zweite gekürzt ist.)

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

 Bei der Infinitivgruppe ist das Komma weitgehend freigestellt, es


wird aber empfohlen, hier immer ein Komma zu setzen, um die
Satzstruktur und die Sprechpause zu kennzeichnen.

Es ist immer gut, eine Fremdsprach zu können.

Sie freut sich schon, im Sommer endlich wieder ins Freibad gehen zu können.

In den folgenden Fällen muss ein Komma stehen:

Es gibt für ihn nichts Schöneres, als Mozart zu hören.

Sie hatte nichts zu tun, außer Kaffee zu trinken und mit ihrer Kollegin zu
quatschen.

Sie sind dafür, weiterzuarbeiten.

 Auch bei der Partizipgruppe ist das Komma weitgehend


freigestellt.

Durch seine jüngsten Erfolge gestärkt, nahm er die neue, große


Herausforderung an.
Durch seine jüngsten Erfolge gestärkt nahm er die neue, große
Herausforderung an.

Wenn die Partizipgruppe angekündigt wird, müssen Kommata


gesetzt werden.

Auf diese Weise, ganz präzise arbeitend, hatte er als Wissenschaftler großen
Erfolg.

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DaF/DaZ-Grammatikübersicht B2

 Eine nachgestellte Erläuterung steht mit einfachem bzw. paarigem


Komma.

Sie telefoniert gerne mit ihrer Freundin, und das stundenlang.

Er macht täglich Sport, und zwar abends.

Konjunktionaladverbien, zum Beispiel „daher“, „dennoch“ und „sonst“, leiten


immer einen Hauptsatz ein.

Die Interpunktion, besonders die Kommasetzung, muss noch ein bisschen


geübt werden.

Nächsten Freitag, das heißt, sobald sie frei hat, fährt sie nach Salzburg.

 Eine Apposition steht mit einfachem bzw. paarigem Komma.

Er schenkt den Computer Markus, seinem Cousin.

Adriana, seine Freundin, möchte heute ins Kino gehen.

 Die Kommasetzung bei Datums- und Zeitangaben:

Wien, am 26.03.2021
Wien, den 26.03.2021
Der Termin ist am Freitag, dem 29. Mai. (Dativ – Dativ)
Sie freut sich schon auf Sonntag, den 14. Juni. (Akkusativ – Akkusativ)
Die Eröffnung der neuen Filiale findet am Montag, dem 12. Oktober 2021, um
09:00 Uhr im Donauzentrum statt.
Bei Zeitangaben ist die Kommasetzung mitunter freigestellt:
Der Termin ist am Freitag, dem 29. Mai, um 10:00 Uhr.
Der Termin ist am Freitag, dem 29. Mai um 10:00 Uhr.

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