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Reine Binnenfälle: Inländische Zuständigkeit

Ist gegeben, wenn


 Sie ausdrücklich gesetzlich (JN) angeordnet ist
 Sie sich aus einer richterlichen Zuweisung ergibt (Ordination oder Delegation)

Zuständigkeit aufgrund des Gesetzes:


sZ verteilt die Rechtsstreitigkeiten unter die verschiedenen Gerichtstypen erster Instanz (BG <> LG?)

öZ verteilt die Rechtsstreitigkeiten innerhalb der Gerichte desselben Typs (welches BG?)
funktionelle Wer ist IN DERSELBEN RECHTSSACHE FÜR WAS zuständig?
Z - Zuständigkeit innerhalb des Instanzenzuges
- Zuständigkeit des erkennenden Gerichts und der Rechtshilfegerichte
- Verhältnis zwischen Richter und Rechtspfleger
individuelle wenn das Gesetz von vornherein für eine Rechtsstreitigkeit ein bestimmtes Gericht für (sachlich und
Z örtlich) zuständig erklärt zB 76a (Bezirksgericht Innere Stadt)
weitere Fälle § 77 Abs 2, § 94 Abs 2, § 114 a Abs 2 und 3 JN, § 252 und § 532 ZPO

A. Sachliche Zuständigkeit – Welcher Gerichtstyp?

Ist im Gesetz eine EIGENZUSTÄNDIGKEIT (ohne Rücksicht auf den Wert des Streitge-
genstandes) eines Gerichtes in einem bestimmten Gegenstand vorgesehen? – es gehören
vor die Bezirksgerichte (§ 49 Abs 2 Z 1-8) vor (allgemeinen) Landesgerichte (50 JN)
o alle Streitigkeiten über die Nichtigerklarung, o Arbeits- und Sozialrechtsstreitigkeiten
Aufhebung Scheidung einer Ehe o Klagen nach dem AHG + OHG (§ 9/ 1 AHG)
o Streitigkeiten über den gesetzlichen o Entschädigungsklagen für atomare
Unterhalt der (geschiedenen) Ehegatten, Ereignisse (§ 22 AtomHG)
o Besitzstörungsstreitigkeiten o Klagen auf Entschädigung wegen
o Bestandsstreitigkeiten. ungerechtfertigter Untersuchungshaft durch
o Feststellung des (Nicht- ]Bestehens einer Ehe eine Finanzbehörde (§ 192 FinStrG)
o Streitigkeiten aus dem Ehe- und Eltern- o Weitere ua: Art XIV EGJN, 79 JN, § 32 DSG
Kind-Verhältnis (Z 2-2b), § 341 Abs 1 BVergG
BG in Han- vor Handelsgerichte § 51 Abs 2 Z 9-11 JN

delssachen (§ - Streitigkeiten, die sich auf den Schutz und Gebrauch von Erfindungen, Mustern,

Modellen und Marken beziehen (Z9)


52 JN)
- Streitigkeiten wg unlauteren Wettbewerbs und nach dem UrhG (Z 10).
- keine Eigen-
- Weitere: Art XXIII Abs 2, Art XXV Abs 2 EGZPO, § 42 Abs 2 GmbHG, § 197 Abs 1, §
zuständigkeiten
201 Abs 1 + 4 AktG, § 162 Abs 1 PatG, § 38 MuSchG, § 44 Abs 1 GMG
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Wenn Streitigkeit nicht unter Pkt 1 zugewiesen:

1. Prüfe die Höhe des Streitwertes im ZP d Gerichtsanhängigkeit (Beachte aber


Klagserweiterungen!) : alle vermögensrechtlichen Streitigkeiten

bis zu Streitwert von einschl € 10.000 darüber liegenden Streitwerte

Vor die BG für HS Vor vor die Handelsgerichte gemäß § 51 vor die Landesgerichte

Bezirksgerichte Abs 1 Z 1-8b JN


1.Streitigkeiten aus Alle anderen Streitigkeiten zB
Jene gem § 51 Alle anderen
*unternehmensbezogenen Geschäften Klage auf KP-Zahlung von €
Abs 1 Z 1-8b JN Streitigkeiten
*sofern Beklagter im Firmenbuch 20.000
(siehe ggü)
eingetragen UND
*Geschäft für ihn ein unternehmens-
bezogenes Geschäft darstellt
2.Streitigkeiten nach AktG + GmbHG
3.Wechsel- und Scheckstreitigkeiten

 Jedoch: Höhe des Streitwertes sagt idR nichts über die Schwierigkeit des Prozesses aus

 Eine Mahnklage mit Streitwert von > € 10.000 gibt’s vor einem BG, wenn Eigenzuständigkeit vorliegt- zB eine

Mietzinsklage (§ 49 Abs 2 Z 5 IN), nicht aber Streitigkeiten nach dem WEG(zB Betriebskostenforderungen)

2. Die Streitwertberechnung nach 54 – 59 JN)

Situation Bewertung der Höhe des Streitgegenstandes NACH...


... Höhe der eingeklagten Hauptforderung (nicht Zinsen + Nebenfdg!!)
bei Zahlungsklagen auf Geld
Gilt auch bei Alternativbegehren + Eventualbegehren (vgl dazu Rz 580 ff).

Mehrere in einer Klage geltend gemachte Ansprüche, die Zusammenrechnung der in einer Klage geltend
gemachten Ansprüche (55JN)
Von Partei A gg Partei B von einer oder gegen eine

erhoben werden und in materielle(n)

einem tatsächlichen oder Streitgenossenschaft

rechtlichen Zshg stehen (>Rz 326) erhoben werden

KEINE Zusammenrechnung
solidarische Berechtigung oder Verpflichtung

Streitwert = Gesamtbetrag der noch unberichtigten Kapitalsforderung


Teileinklagung
(Kl. soll sich nicht durch willkürl Teilung die bezirksgerichtliche Zuständigkeit erschleichen)

Wiederkehrende Geldforderungen (Renten) einem Vielfachen der Jahresleistung § 58 JN


Streitigkeiten um Sicherstellung einer Betrag der Forderung

Fdg oder ein Pfandrecht Anm.: wenn Pfandgegenstand geringeren Wert hat – dessen Wert

Kläger hat Streitwert in der Klage selbst anzugeben


Individualleistungsklagen
Zur Frage der Bindung an diese Angaben: siehe gleich!
(= alle NICHT-Geld-
wenn er Bewertung unterlässt: gesetzlicher Streitwert von € 5000 (weil bis
forderungen)
dahin keine Anwaltspflicht besteht)
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Erläuterungen
„Rechtl Zshg“ = Ansprüche, die aus einheitlichen Vertrag od gesetzlichen Bestimmung abgeleitet werden

zB Mietzinsforderungen für Jänner, Febrauer, März etc…

Tats Zshg = alle Klageansprüche sind aus demselben Klagesachverhalt abzuleiten

maW.: das Sachvorbringen in Klage reicht, um auch über sämtliche Anspr entscheiden zu können

zB mehrere Schadenersatzansprüche aus demselben Unfall

Bedeutung des Streitwerts


 Begründung der Wertzuständigkeit
 Gerichtsbesetzung (§ 7 a JN)
 Anwaltspflicht (§§ 27 und 29 ZPO) ab € 5000
 Berechnung der Anwalts- und Gerichtsgebühren (RaTG)
 Zulässigkeit des Mahnverfahrens (§§ 244 ff ZPO): unter € 75.001
 Beschränkung der Berufungsgründe (§ 501 Abs 1 ZPO),
 Zulässigkeit des Rekurses (§ 517 ZPO), der Revision (§ 502 Abs 2 ZPO) und des Revisionsrekurses (§ 528)
 Bekämpfung der Nichtzulassung der ordentlichen Revision (§ 502 Abs 3 und 4 iVm 508 ZPO) bzw des
ordentlichen Revisionsrekurses (§ 528 Abs 2 Z 1 a iVm § 508 ZPO),

Bei Individualleistungsklagen: Bindung an die Wertangaben des Kl?

1. ErstGericht bemängelt die Streitwertangaben des Klägers:


Erstgericht kann grds nichts gg SWA machen (ist gebunden)

Ausnahmen:

Bei übermäßig hoher Wertangabe beim LG – bei übermäßig niedriger WA


LG kann SW prüfen Keine Prüfung
- durch amtswegige Erhebungen
möglich
- wenn sich „bei richtigerer Bewertung" wahrscheinlich die Zust / Besetzung des Gerichts ändern würde
wenn sich das bestätigt – Streitsache ist abzutreten
vom Gerichtshof an das Bezirksgericht vom Senat an den Einzelrichter
Kosten trägt Kläger

2. Prozessgegner (PG) bemängelt SWA im Hinblick auf Kostenentscheidung (Rechtsan-


waltstarif: § 7 RaTG!): Bemängelung spätestens in der Vorbereitenden Tagsatzung
Gericht muss sodann
1. Einigung der Parteien herbeiführen versuchen

2. subsidiär mittels Beschluss:

a. ohne weitere Erhebungen + ohne die Erledigung wesentlich zu verzögern

b. den Streitgegenstand bewerten

Beschluss ist nicht anfechtbar


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Werden Geldleistungsansprüche bis (einschließlich) € 75.000 (Streitwert) eingeklagt?
 diesfalls zwingend Mahnverfahren vorgesehen

 Egal, ob eine BG <>LG-zuständigkeit <>Arbeitsrechtssache gegeben ist (§ 448 <> §§ 244ff)


In Arbeitsrechtssachen gelten die §§ 448ff (BG-Mahnverfahren)

 Durchführung des Mahnverfahrens obliegt,


solange nicht die Anordnung einer Wenn dies doch erforderlich In Arbeitsrechtssachen

Tagsatzung erforderlich ist

dem Rechtspfleger (§ 16 RpflG) Dem Richter Senatsvorsitzenden § 56 ASGG

Exkurs: Für das BG-verfahren gelten ergänzende Regelungen (§§ 431 –460),

Obwohl eigtl das BG-verfharen das bedeutendere Verfahren ist arg.:

1. Fasst 90% des Neuanfalls = Eingaben beim Bezirksgericht

2. Entscheidung über Bestand-, Unterhaltsstreitigkeiten und Ehesachen

3. in Arbeitsrechtssachen werden die meisten der BG-Bestimmungen analog angewandt

Welche abweichenden §§ fürs BG gibt es? (subsidiär gilt: Allgemeine ZPO!)

§§ zur Erleichterung der Rechtsverfolgung § 29 Abs 1, § 64 Abs 1 Z 4, § 65 Abs 1, § 432 Abs 1, §§

433, 434, 520 Abs 1 ZPO

§§ zu Beschleunigung und Vereinfachung des Verfahrens § 5 JN, §§ 436, 440, 442, 443 ZPO

Bzgl Mahnverfahren § 448 ZPO,

Bzgl Besitzstörungsverfahren §§ 454-459 ZPO

Bzgl Eheverfahren § 460

B. Ortliche Zuständigkeit – Gerichtsstände (GS)

1. Liegt ein Besonderer Gerichtsstand (= ausdrückl im G vorgesehen) vor?


Ausschließliche Gerichtsstande: §§ 76 – 84 JN Wahlgerichtsstände - §§ 86a – 101 JN

wenn G solchen vorschreibt > Klage MUSS dort wenn G solchen vorschreibt > Kl hat Wahl
Klage beim WGS Klage beim allgemeinen
eingebr werden (allgem GS ausgeschlossen)
einbringen oder GS einbringen
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Var 1: Ausschliessliche GS §§ 76 – 84 JN

a.: Ausschl GS bei denen die Möglichkeit einer abweichenden Vereinbarung


(Prorogation) AUSDRÜCKLICH nicht besteht (Zwangsgerichtsstände)
Welche Fälle sind betroffen Bei welchem Gericht ist KL einzubringen?
§ 83 a Streitigkeiten aus Teilschuldverschreibungen Allgemeiner Schuldnergerichtsstand
§ 83b JN Streitigkeiten aus dem Verbandsverhältnis Sitz der Vereinigung
§4 Abs 1 Z 2, Z 3 und Z Zuständigkeit für Arbeitsrechtssachen nach § 50 Siehe beim Arbeitsrecht Rz 1185
4 ASGG Abs 1 Z 4, 5, 6 und 8 ASGG
Zuständigkeit für Rechtsstreitigkeiten, die sich auf die In deren Sprengel ein Unternehmen des
§ 5 a ASGG
Konzernvertretung beziehen Konzerns seinen Sitz hat
Zuständigkeit für arbeitsverfassungsrechtliche In deren Sprengel sich ein Betrieb befindet
§ 5b ASGG
Streitigkeiten nach §§177 – 203 und § 206 ArbVG,
Zuständigkeit für Sozialrechtssachen nach § 65 Abs Wohnsitzgericht des Versicherten
§ 7 ASGG
1 Z 1, 2, 4 –6 und 8 ASGG
§ 532 ZPO Zuständigkeit für die Nichtigkeits- und Wiederaufnahmsklage Rz 1081 ff
- Verbraucher iSd KSchG hat seinen Dürfen IMMER NUR GEKLAGT WERDEN am G
Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen  ihres Wohnsitzes,
§ 14 KSchG!!
Aufenthalt im Inland oder ist er im Inland  Aufenthaltsorts oder
beschäftigt  Beschäftigungsorts
- U klagt Verbraucher es dürfen auch nur diese 3 Gerichte prorogiert werden
Klagen des Verbrauchers gegen den Vereinbarung, mit der ein nach dem Gesetz gegebener
Exkurs: § 14 Abs 3 Unternehmer Gerichtsstand ausgeschl wird, ist dem Verbraucher
ggü unwirksam (relative Unwirksamkeit).

b. Ausschl GS bei denen die Möglichkeit einer Prorogation besteht


Welche Fälle sind betroffen Bei welchem Gerficht ist KL einzubringen?
Eigentumsklage, die Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Eigentum, beim Gericht, in dessen Sprengel sich die
Klagen wegen Servituten oder Pfandrechten, Löschungskl, Liegenschaft befindet
Eigentumsfreiheitsklagen; Teilungs-, Grenzberichtigungs- und
§ 81 JN
Besitzstörungsklagen nicht jedoch die Geltendmachung von Ansprüchen aus
obligatorischen Rechten, auf Einräumung dinglicher Rechte, Klage des Käufers
auf Übergabe der Liegenschaft
Mietzinsklagen, Klagen auf Feststellung des (Nicht-Bestehens BO liegt im Inland BO im Ausland
eines Bestandverhältnisses, gerichtliche
§ 83 → Bezirksgericht → Kl. am allgem
Aufkündigungen,Anträge auf Erlassung eines Übergabe- oder
des BO GS mögl
Übernahmeauftrages (s Rz 1129)
in 1. BG wo Ehegatten im ZP d Klagserhebung ihren gemeinsamen gew. Aufenthalt haben/hatten
Ehesache 2. subs BG des gewöhnli. Aufenthaltsortes des Bekl
§ 76
n > Rz 3. Subs.. BG des gewöhnlichen AufenthO des klag. EG
960 4. subs.: BG Innere Stadt Wien

Sonstige Streitigkeiten aus Ehe BG bei dem eine Ehesache anhängig ist / Wenn noch kein
(vermögensrechtlicher + nicht glz anhängig gemacht wird (gemäß § 76) Eheverfahren anhängig >
§ 76a JN
vermögensrechtlicher Natur) + Unterhaltsklage + Scheidungsklage beim Wahlgerichtsstand § 100 JN
über gesetzlichen Unterhalt selben Gericht!

> Erbschaftsklagen = Sitz des Gerichts. bei dem das


> Klagen aus Vermächtnissen / sonstigen Verfügungen auf den Todesfall Verlassen-schafts-verfahren
§ 77 > Klagen der Nachlassgläubiger aus Ansprüchen gg. den EL /Erben anhängig ist
Jeweils bis zur Einantwortung
Erbteilungsklagen (auch nach der Einantwortung) ebenso
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Var 2: Wahlgerichtsstände(§§ 86a ff JN) – Kläger kann ohne Prorogation auswählen

Welche Fälle sind betroffen Bei welchem Gerficht ist KL einzubringen?


delikt OD. Vertragl SE-A wegen Gericht in dessen Sprengel schäd-igende Verhalten gesetzt
§ 92a
- Tötung oder Verletzung einer Person worden ist oder Gericht, in dessen Sprengel der Ort liegt an dem
JN
- Freiheitsberaubung der unmittelbare Schaden eingetreten ist (Ubiquitätstheorie)
- Beschädigung einer körperlichen Sache Im internationalen Bereich durch Art 5 Z 3 EuGVVO verdrängt
>Bekl hat außerhalb seines Wohnsitzes od gew Aufenthalts noch Gericht der Niederlassung
Niederlassung od bewirtschaftetes Gut Im internationalen Bereich wird § 87
§ 87
>Ansprüche, die sich auf geschäftliche oder berufliche Tätigkeit, auf von Art 5 Z 5 EuGVVO/LGVÜ verdängt.

die Zweigniederlassung oder Bewirtschaftung des Gutes beziehen


betrifft va Ärzte od Architekten
>.Im Vertrag ist ein Erfüllungsort vereinbart worden Gericht des Erfüllungsorts
+ dies kann auch urkundlich nachgewiesen werden Ausn.: bei Verbrauchern muss trotz Vereinbarung § 14

§ 88 /1 >.Klage auf Feststellung des Bestehens oder KSchG erfüllt sein (dh Es muss ein Gerichtsstand nach
14 KSchG zugunsten des Verbrauchers sein!)
JN Nichtbestehens des Vertrages, auf Erfüllung oder
Im internationalen Bereich geht Art 5 Z 1 EuGVVO vor
Aufhebung oder Schadenersatz wegen Nicht- oder
nicht gehöriger Erfüllung
>.Klage aus beidseitigem Unternehmergeschäft aufgrund dessen Waren Durch Fakturenübersendung
übersandt werden aus Warenkäufen oder Werklieferungsverträgen > GS des Erfüllungsortes
88/2 >.Spätestens mit Warenzugang übersendete Faktura (=Rechnung über 14 KSchG + 5/1 EuGVVO: wie

Ware und Kaufpreis incl der Klausel „Zahlbar und klagbar in Wien") bei 88/1 JN

> Faktura ersetzt somit die Erfüllungsortvereinbarung


- einheitliche Streitpartei nach § 14 ZPO oder materielle Gemeinsam klagen beim allgemeinen
Streitgenossenschaft geklagt Gerichtsstandes eines Beklagten
§ 93 - diese haben vor verschiedenen Gerichten ihren allgem Gs > Einschränkung bei Verbrauchern gilt hier

JN) - kein anderer „gemeinschaftlicher besonderer" (also ausschli., nach hM NICHT


> Art 6 Z 1 EuGVVO geht vor
wahlweiser /vereinbarter) GS begründet
- Gericht darf nicht S/Ö unprorogabel unzuständig sein
1. gemeinsam mit der Hypothekarklage erhobene Klage auf Zahlung der Gerichtsstand des Ortes, wo
gesicherten Forderung, für die zugleich mit der Löschungsklage Liegenschaft liegt
erhobene Klage auf Feststellung des Nichtbestehens der Art 6 Z 4 EuGVVO geht vor
§ 91
pfandrechtlich gesicherten Forderung und für Klagen auf rückständige
Leistungen aus einer Reallast
2. beide Klagen müssen jeweils gg selben Beklagten gerichtet sein

Welche Fälle sind betroffen Bei welchem Gericht ist KL einzubringen?

Beklagte erhebt gg Kläger Widerklage Rz 565 ff) Gericht d Vorprozesses


§ 96
Gericht könnte prorogiert werden (gemäß 104 JN) (Fall einer indiv Zust)
mündliche Verhandlung über die Vorklage in I.IZ noch nicht geschlossen Art 6 Z 3 EuGVVO geht vor

Bekl = Pers, die > Jedes Gericht in dessen Sprengel sich Vermögen dieser
- im Inland weder allg noch ausschli GS hat Personen oder der mit der Klage in Anspruch genommene
- auch keinen Wohnsitz in einem MS hat Gegenstand selbst befindet
§ 99
(dh.: EuGVVO/LGVÜ nicht anwendbar!) > Wenn Bekl = JP > auch Gericht, in dessen Sprengel sich die
- vermögensrechtliche Ansprüche ständige inländische Vertretung oder das mit der Besorgung
der Geschäfte betraute Organ befindet
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Ad § 99
Telos inländischer Kläger soll leichter gg Ausländern mit Vermögen im Inland prozessieren

Wert des im Inland darf nicht erheblich geringer sein als der Wert des Streitgegenstandes (20% d SW ist ok)

befindlichen Vermögens Vermögen muss auch exekutiv verwertbar sein

Wenn nicht 1, dann: allgemeiner Gerichtsstand § 65 – 75 JN

Das ist welcher?

Beklagter = natürliche, bei JP-Beklagten (auch OG + Bekl = Republik Österreich, Länder

oder jP als deren Vertreter der Bund


physische Person KG)
oder ein Land einzuschreiten hat

Gericht des Wohnsitzes oder Gericht des Hauptverwaltungssitzes Sitz der zur Vertretung berufenen

gewöhnli. Aufenthaltsort des Bekl (Sitz ist im Zweifel dort, wo Organe

gemäß §§ 65 – 71 JN Verwaltung geführt wird) § 75

Wohnsitz = „Dauernder, GEWOLLTER Aufenthalt“ einer Person

- Keinen Wohnsitz durch dauernden Aufenthalt können daher haben (sie können keine Willen bilden!)

zur Gänze Besachwaltete Person Personen, die den Gebrauch der Minderjähriger

nach § 268 Abs 3 Z 3 ABGB Vernunft nicht haben

- Diese Personen haben allgemeinen Gerichtsstand aufgrund des gewöhnlichen Aufenthalts (zB wer in

Pflegeanstalt oder im Gefängnis sich befindet) – Begründung: kommende Seite

- Ist bei Prüfung nach EuGVVO problematisch, weil dort NIE (außer Art 5 Z2) auf gewöhnlichen

Aufenthalt abgestelltt wird (sondern nur auf Wohnsitz) und diese Personen dann keinen

Gerichtsstand begründenden Wohnsitz haben

Gewöhnlicher Aufenthalt = wo sich eine tatsächlich, faktisch aufhält (objektives Kriterium!)

- unabhängig von Erlaubtheit oder Freiwilligkeit

- gewöhnlicher Aufenthalt:

o Beständig mindestens 6 Monate

o Prüfe: Ist dieser Ort zum Mittelpunkt seines Lebens, seiner wirtschaftlichen Existenz und seiner sozialen

Beziehungen gemacht (§ 66 Abs 2 IN)

Sonderfragen: Beklagter hat

mehrere Wohnsitze oder Aufenthaltsorte Kläger kann zwischen diesen wählen

weder im Inland noch im Ausland einen allgemeiner Gerichtsstand am Ort des MOMENTANEN Aufenthaltes im

Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt Inland (§ 67 Satz 1 IN).

wenn inländische Aufenthaltsort unbekannt Allgem GS = Gericht des letzten Wohnsitzes oder Aufenthaltes

minderjährige Kinder Allgem GS = Gericht ihres gesetzlichen Vertreters, dessen Haushalt es angehört.
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Prüfung der internationalen Zuständigkeit nach EugVVO


(=MahnVO / BagatellVO) / EhekindVO / UnterhaltsVO / nach
autonomem Recht (Restzuständigkeiten)
1. von Amts wegen bei Einlangen der Klage

2. ohne an die Angaben des Klägers in der Klage gebunden zu sein

3. Ergebnis

Fehlt sie (dh 1. nach 25, 26 EuGVVO


angerufenes Prüfe: Ist Gericht eines anderen MS nach Art 22 EuGVVO zwangszuständig?
Gericht ist i.uzu) Ja Nein (Folgendes gilt auch für Brüssel IIa! + UnterhaltsVO)
Klage amtswegig Klage an Bekl zustellen – Lässt sich dieser rügelos auf das Verfahren ein?
wg int. Unzust- Ja Nein, erhebt recht- Nein, er tut gar nichts (= ist
ändigkeit mit zeitig die Einrede säumig)
Beschluss Int. Uzu nach Art 24 Gericht muss über Gericht hat gem Art 26 Abs 1
zurückweisen (Art EuGVVO geheilt Vorliegen der iZu EuGVVO von Amts wegen die
25 EuGVVO) in absprechen* I.uzu aufzugreifen 1
limine litis

nach autonomem österreichischen Recht > Rz 269.


Klage ist bei I.uzu (egal ob prorogabel oder unprorogabel) jedenfalls mit Beschluss zurückzuweisen.
Fehlt, eine GILT NICHT für Brüssel IIa VO!
es Vereinba- nach Art 23 EuGVVO - Parteien können vereinbaren nach § 104 Abs 1 Z 1 JN: Parteien können
gibt rung
2a, 2b, 2c, 2d vereinbaren.. alt 3
aber
o iZu eines Mitgliedstaates ODER > iZu Österreichs ODER
o öZ eines bestimmten Gerichts eines MS ODER > Abbedingung des gesetzlichen österr
o Abbedingung bestimmter Gerichtsstände (sog Gerichtsstandes (sog Derogation)
Derogation) EuGVVO darf nicht anwendbar sein!
Einlassung des Bekl GILT NICHT für Brüssel IIa VO!
in die Hauptsache
Art 24 EuGVVO, 10 UnterhaltsVO 4 § 104 Abs 3 JN 5
ohne (rechtzeitig) die
VS: Zumind 1 Partei muss (Wohn-)Sitz (vgl Art 59 f EuGVVO) VS: Keine der VP hat (Wohn-
Einrede der
in einem MS haben )Sitz in einem MS
mangelnden int. bzw
Nicht durch RA/Notar vertretener Bekl muss über die …muss vorher belehrt
örtlichen UZ zu
Rügemöglichkeit nicht vorher richterlich belehrt werden werden
erheben
eine rechts- KEINE Aufhebung der Entscheidung nach deren Rechtskraft gem 42/2 JN vorgesehen!
kräftige E
Ist gegeben, fällt zB.: Bekl mit Wohnsitz in Ö (Art 2 EuGVVO) verlegt während Prozess Wohnsitz ins Ausland
bis Rechtskraft Folge: IzU wird perpetuiert (aufrecht erhalten) (§ 29 e contr JN)
aber weg

Wichtig: die roten Ziffern verweisen auf das Kapitel „8 Fragen zur Klagsprüfung“

Sie vertiefen die hier gebotene Übersicht!


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Prüfung der Zuständigkeit bereits bei G-anhängigkeit (abs. ProzessVS)


1.Prüfung von Amts wegen od einredeweise, NICHT in jeder Lage des Verfahrens, sondern nur
wie lange? (Prozess soll möglichst nicht wg Uzu Nichtig werden)

Prorogable sachliche od örtliche Uzu (Rechberger / Simotta Rz 276)


Kann bis zu folgenden Zeitpunkten amtswegig Muss via Einrede des Beklagten bis zu
wahrgenommen werden (§ 43 JN) folgenden Zeitpunkten bei sonstigem
Ausschluss spätestens geltend gemacht
Im BG-verfahren 1.Außerhalb des Mahnverfahrens: Im BG- Var 1) in der Vorbereitenden Tagsatzung
Bis zur Anberaumung der verfahren vor Einlassung in die Hauptsache (§ 441
vorbereitenden Tagsatzung Satz 1 ZPO)
2.im Mahnverfahren Var 2) bei aufgetragenem vorbereitenden
Bis zur Erlassung des bedingten Schriftsatz: in diesem
Zahlungsbefehls
LG-verfahren 1.Außerhalb des Mahnverfahrens: LG-verfahren 1.Außerhalb des Mahnverfahrens:
Bis zur Erteilung des Auftrags zur In der Klagebeantwortung (§ 240 e contr)
Klagebeantwortung 2.im Mahnverfahren: im Einspruch gegen
2.im Mahnverfahren: Bis zur Erlassung den bedingten Zahlungsbefehl (§ 248!)
des bedingten Zahlungsbefehls

Unprorogable S/Ö Uzu:


Prüfe, ob (alt)
1. Zuständigkeit des Gerichts bereits rechtskräftigt bejaht worden ist (§ 42 Abs 3 JN) ODER

2. ein in § 43 Abs 3, §§ 45, 46 Abs 1 JN geregelter Fall vorliegt (Ausschluss der Unzuständigkeitseinrede)

Wenn über Sache jedenfalls ein Einzelrichter des GH zu Unzulässig: Einrede, dass anderer Gerichtshof (zB statt
entscheiden hätte des LGZ Wien das HG Wien) sachlich zuständig wäre
Streitigkeiten, die jdnf vor ein BG gehören Unzulässig: ein anderes Bezirksgericht (zB statt des BG
Hietzing das BGHS Wien) sachlich zuständig wäre
Wenn ein Gericht nach Eintritt der bejaht hat E nicht anfechbar
Streitanhängigkeit seine sachliche Verneint hat anfechtbar, wenn das Gericht, das nach dieser
Zuständigkeit Entscheidung sachlich zuständig wäre, seinen Sitz nicht
in derselben Gemeinde hat
Wenn ein Gericht sachliche E für jedes andere Gericht bindend, bei dem die Rechtssache später
Unzuständigkeit rechtskräftig ausge- anhängig wird (§ 46 Abs 1 JN).
sprochen hat Gericht kann nicht mehr sagem dass Ursprungsgericht zuständig wäre
Antwort
Ja Nein (beide)

Unzuständigkeit ist unproblematisch, sie braucht nicht Heilung nach 104/3 durch Einlassung möglich!

heilen, kann ohnehin nicht mehr geltend gemacht werden (= durch Einlassen)
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2. Gericht an Angaben des Kl gebunden

3. Ergebnis:

Fehlt sie – 1. Bei Fehlen der Zuständigkeitsangaben, bei unvollständigen oder unklaren Zuständigkeitsangaben
Gericht hält sich > Verbesserungsauftrag nach § 230 Abs 2 ZPO
für uzu 2. Wenn Verbesserungsauftrag nicht erfüllt:

1. IZ Gericht im ASG-Verfahren § 38 Abs 2 Im außerstreitigen Verfahren, im Exek-


streitigen Verfahren ASGG verf, im Verfahren zur Erlassung einer
Klage in limine litis Klage ist nach Anhörung einstweiligen V, Insolvenzverfahren
zurückzuweisen des Klägers von Amts
Amtswegige Überweisung ans
(Beschluss); keine amt- wegen an das nicht
zuständige Gericht
swegige Überweisung ans offenbar unzuständige

zuständige Gericht 6 Gericht zu überweisen

Fehlt, Vereinb. nach § 104 JN Siehe dazu 7

gibt Bekl lässt sich in Hauptsache ein Heilung nach § 104/3 8


aber eine rechtskräftige E Heilung jeder Art der Unzuständigkeit!

Auch jene Unzuständigkeiten, die nicht nach 104/3 geheilt werden

Ist gegeben, fällt bis Rechtskraft aber weg Perpuatio fori GILT!

Exkurs: Zuständigkeitsstreit – insb bei negativem Kompetenzkonflikt


zwischen inländischen Gerichten: § 47 JN

Grds: Es entscheidet das gemeinsame übergeordnete Gericht


- auf Antrag einer Partei oder

- auf Anzeige eines beteiligten Gerichts oder

- aus Anlass einer Entscheidung über einen Rekurs gegen eine Zuständigkeitsentscheidung

Ausn.: in In Sozialrechtssachen iFe positiven Kompetenzkonfliktes


es hat immer jenes LG den Vorrang, bei dem die Rechtssache als Erstem anhängig gemacht worden ist.

zwischen inländischen und ausländischen Gerichten > Problem der internationalen


Rechtshängigkeit Rz 717 ff.
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8 Fragen zur Klagsprüfung
1 Nach Säumigkeit des Bekl.: Amtswegiges Aufgreifen nach 26/1 EuGVVO + UnterhaltsVO

Prüfe: War es Bekl möglich, die Klage so rechtzeitig zu empfangen, dass er sich
angemessen verteidigen konnte? = Prüfe: rechtzeitige Zustellung der Klage erfolgt?
maW.: Bestimmungen des Art 19 EuZustVO eingehalten worden?

maW.: Ist dem Beklagten effektives rechtliches Gehör gewährt worden?


Wenn dies festgestellt werden kann Wenn dies nicht festgestellt wird + trotzdem Wenn dies nicht

(Verfahren ist solange zu Versäumungsurteil erlassen festgestellt wird

unterbrechen, bis dies feststeht)

VU zu 1. Urteil muss in anderen MS nicht anerkannt werden (34/2 EuGVVO) Nochmaliger

erlassen 2. Bekl kann gg Vollstreckbarerklärung des VU Zustellmangel als Zustellversuch

Versagungsgrund geltend machen

6 Antrag des Klägers auf Überweisung der Klage an das von ihm namhaft gemachte, nicht
offenbar unzuständige Gericht

Telos eines Überweisungsantrags


- Kl wendet sich gg vom Bekl rechtm eingewendete UZU + Klagszurückweisung

- Abwendung einer Verjährung des Anspruchs nach Klagszurückweisung

Übersicht:
43 Abs 1 JN §§ 240,441 ZPO §§ 230a, 261

Gericht geht gegen Uzu vor Bekl geht gegen Uzu vor Kl tut etwas gg Uzu

Übersicht der Voraussetzungen


Überweisungsantrag nach § 261 Abs 6 ZPO nachträgliche Überweisungsantrag nach § 230a ZPO
- Klage noch nicht wegen S/Ö p/up Uzu zurückgewiesen - Klage bereites wegen S/Ö p/up Uzu zurückgewiesen (alt)
- Uzu durch Einrede des Beklagten oder von Amts wegen Kann sein ZW a limine Kann sein später erfolgte ZW
rechtzeitig (> Rz 270) moniert, sonst: HEILUNG! zB nach VU od ohne Belehr.
- Richter muss dem Kläger vor der Klagszurückweisung - Uzu noch nicht geheilt
die Möglichkeit geben, einen Überweisungsantrag nach § - Kl hatte keine Gelegenheit zu einem Antrag nach 261/6
261 Abs 6 ZPO zu stellen (richterliche Pflicht nach 182/2) =Richter hat Pflicht nach 182/2 (ggü) nicht eingehalten
- Erhebung des Antrags binnen 14 Tag nach Zustellung
der ZW-beschlusses
Kläger kann unter diesen VS einbringen den Kl kann unter diesen VS einbringen den Antrag
(Eventual-)Antrag - die Klage an das von ihm namhaft gemachte, nicht
- für den Fall, dass sich das Gericht tatsächlich für S/Ö offenbar unzuständige Gericht zu überweisen
uzu halten sollte (summarische Prüfung d Zuständigkeitsfrage)
- die Klage an das von ihm namhaft gemachte, nicht
offenbar unzuständige Gericht zu überweisen
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b. Weiteres Vorgehen beim Überweisungsantrag nach § 261 Abs 6 ZPO
1. „B“(= Beschluss): Überweisungsgericht muss prüfen, ob Adressatgericht „nicht offenbar unzuständig" sei

2. Je nach Entscheidung

Negativer ÜW-beschluss Pos Überweisungsbeschluss


dagegen hat Kläger kein Adressatgericht (AG) setzt dort fort, wo Überweisungsgericht (ÜG) Verf beendete
Rechtsmittel > Klage Gerichts- und Streitanhängigkeit bleiben aufrecht
zurückgewiesen bisherigen Verfahrensergebnisse sind zu verwerten (durchbricht Unmittelbarkeitsgrds)
Kläger hat kein Rechtsmittel gegen 1) Überweisung 2) Zuständigkeitsentscheidung
3. Beklagte hat vor dem AG (kum)
a. Einrede der sachlichen und örtlichen Unzuständigkeit (gem allgem Regeln)
b. Einrede der internationalen Unzuständigkeit, aber nur soweit als
i. diese noch nicht nach Art 24 EuGVVO oder 104 Abs 3 JN geheilt ist UND
ii. Er sich nicht auf Gründe stützt, die mit seinen früheren Behauptungen in Widerspruch stehen
iii. Jedoch nur vor Einlassung in die Hauptsache

c. Weiteres Vorgehen beim nachträgliche Überweisungsantrag nach § 230a ZPO


1. Antrag nach 230a kann mit Rekurs gg Uzu-beschluss kumuliert werden - Erledigung erfolgt
i. Primär nach der vom Kläger bestimmten Reihenfolge
ii. Subs.: zuerst über den Rekurs zu entscheiden: das deswegen, weil der Kläger mit dem
Rekurs geltend macht, dass der Unzuständigkeitsbeschluss selbst unzulässig ist
2. „B“(= Beschluss): Überweisungsgericht muss prüfen, ob Adressatgericht „nicht offenbar unzuständig" sei

3. Je nach Entscheidung

Negativer Überweisungsbeschluss Pos Überweisungsbeschluss


Kläger-Rekurs nur hinsichtl der a. Zurückweisungsbeschluss aufzuheben
Entscheidung über die Kosten des b. Gerichtsanhängigkeit (+ etwaig bestehende Streitanhängigkeit) bleiben
Zuständigkeitsstreits daher erhalten (Verjährungsrisiko abgewehrt)
c. Kläger muss keine neue Klage einbringen > Kostenersparnis
Kläger hat dagegen kein Rechtsmittel
4. Beklagte kann vor dem AG

Bei Überweisung vor Eintritt der Streitanhängigkeit Bei Überweisung nach Eintritt der Streitanhängigkeit
jedwede Unzuständigkeit mit Einrede geltend machen Darf Einreden nicht auf Gründe stützen, die mit seinen
(Auch, dass das Überweisungsgericht) zuständig sei früheren Behauptungen in Widerspruch stehen
13

Zuständigkeitsvereinbarungen (Prorogation)
Wenn Vereinbarung ERLAUBT IST Wenn Vereinbarung UNZULÄSSIG ist
Liegt eine prorogable (int, sachl, örtl) Unzuständigkeit Liegt eine UNprorogable (int, sachl, örtl) Unzuständigkeit
(des angerufenen Gerichts) vor (des angerufenen Gerichts) vor

Im Internationalen Bereich

2a Voraussetzungen zur wirksamen Vereinbarung nach 23 EuGVVO:

Materielle VS – Wann ist Vereinbarung erlaubt? Proro <> u-proro?


1. Kl muss in den sachlichen + zeitlichen Anwendungsbereich der EuGVVO fallen (Art 1 und 66 EuGVVO)

2. mind 1 Partei muss Wohnsitz / Sitz (Art 59 + 60 EuGVVO) im Hoheitsgebiet eines MS haben

3. KEIN Verstoß gg Schutzvorschriften in Versicherungs-, Verbraucher- und Arbeitssachen (Art 13, 17 und 21 EuGVVO)

4. KEIN Verstoß gg Zwangszuständigkeiten des Art 22 EuGVVO (23/5 EuGVVO) - UNPROROGABEL

VS für die Vereinbarung selbst

Vereinbart werden muss die Zuständigkeit


eines KONKRETEN örtlich zuständigen Gerichts der Gerichte eines MS (also lediglich die iZu)

Das konkrete öZ-gericht ergibt sich diesfalls nach dem nationalen Verfahrensrecht des

prorogierten Staates > Beachte Ordination gemäß § 28 JN

Vereinbarung muss sich beziehen auf


a. alt
eine bereits entstandene Rechtsstreitigkeit eine künftige, aus best RechtsV entspr. Rechtsstreitigkeit

b. Es darf KEIN reiner Binnenfall sein!


c. EGAL ist, ob RS Bezug zum gew. Gerichtsstaat hat (Vereinb eines national neutralen Gerichts zulässig)
Formvorschrift nach Art 23 Abs 1 Satz 3 EuGVVO
alternativ
 schriftlich oder mündlich mit schriftlicher Bestätigung, auch elektronische Übermittlung zulässig (lit a)
 in einer Form, welche den Gepflogenheiten entspricht, die zwischen den Parteien entstanden sind (lit b);
 im internationalen Handel in einer Form, die einem Handelsbrauch entspricht, den die Parteien kannten
Nachweis des formgerechten Zustandekommens durch Urkundenvorlage ODER Aussage von Zeugen
Die Beachtung der richtigen Form ist Wirksamkeitserfordernis
Ergebnis
Fehlen einer VS Vorliegen aller VS
Vereinbarung unwirksam, es gelten allgemeine Zuständige Gericht(e) werden ausschließlich zuständig,
Zuständigkeitsregeln sofern die Parteien nichts anderes vereinbart haben
Vergleiche: wirksame Prorogation nach österr Recht
bewirkt einen Wahlgerichtsstand
14
2b Sonderfall: Vereinb in Versicherungs-, Verbraucher-und Arbeitssachen (Art 13, 17, 21)

NUR zulässig, wenn (alt)


die Vereinbarung nach Entstehung der Streitigkeit Sie „dem Schwächeren“ die Befugnis einräumt, zusätzliche

getroffen worden ist (= vor Streiteinlassung) Gerichte anzurufen

In Versicherungs- und Verbrauchersachen überdies zulässig, wenn sie zwischen


Vertragspartnern getroffen worden ist,
die (kum)
- zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ihren Wohnsitz / gewöhnl Aufenthalt im selben MS haben

- und die Zuständigkeit der Gerichte dieses Staates begründet wird,

- außer eine solche Vereinbarung ist nach dem Recht dieses Staates nicht zulässig

Telos:
 Schutz des Versicherers, dass er bei einem Auslandsschaden nicht im AuslandsMS verklagt wird

 Schutz des VP des Verbrauchers davor, dass er wg 16/2 EuGVVO den Verbraucher in einem anderen MS

klagen muss, als in jenem MS, in dem dieser im ZP d V-schlusses seinen Wohnsitz hatte

2c: Art 4 EuUnterhaltsVO: (iZw ausschließliche) Gerichtsstandsvereinbarung

Dh.: iZw Verdrängen sie die Zuständigkeiten nach Art 3

Voraussetzungen:
Schrift elektronischen Form, die eine dauerhafte Aufzeichnung ermöglicht

Es muss aber ein Gericht gewählt werden, auf das zumind 1 Partei einen gewissen Bezug hat

Keine Streitigkeiten über Minderjährigenunterhalt (hier ist Prorogation ausgeschlossen!)

2d: Die Zuständigkeiten nach EheKindVO sind immer unprorgabel

3 VS für Zuständigkeitsvereinbarung eines österr Gerichts durch „Drittstaatler“ gem 104 JN:

I. keine EU-VO bzw EuGVÜ / LGVÜ anwendbar

II. Kein Fall, in dem die iZu nicht durch Prorogation begründet werden kann
(unprorogable iUzu):

Das sind folgende


1. Fall eines Prorogationsverbotes nach Art 23 Abs 5 EuGVVO oder der internationale Zwangszuständigkeit in

Ehesachen nach Art 3 – 5 EuEheKindVO

2. Fall des 104/1/1: 104 JN – Prorogation ist nicht zulässig


 im (reinen) Exekutionsverfahren
 im Verfahren zur Erlassung einstweiliger Verfügungen (§ 51 EO),
 im Insolvenzverfahren (§ 172 Abs 2 IO)
 im Außerstreitverfahren
3. Sozialrechtssache nach § 65 ASGG (§ 9 Abs 1 a ASGG);
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4. Rechtssachen nach § 104 Abs 4 JN + 38 Abs 2 EO

a. Welche?
 nach § 81 JN (Streitigkeiten um unbewegliches Gut),
 nach § 83 JN (Bestandstreitigkeiten)
 nach § 83 b JN (Streitigkeiten aus dem Verbandsverhältnis),
 nach § 92 b JN (Streitigkeiten aus dem Gesellschaftsverhältnis)
 nach §§ 35-37 EO (Oppositions-, Impugnations- und Exszindierungsklage)
b. maW.: Ist der in den §§ geforderte zuständigkeitsbegründende Anknüpfungspunkt

NICHT verwirklicht in Österreich gelegen bzw verwirklicht

kann die Zust auch nicht durch kann die Zust auch nicht durch Parteienvereinbarung

Parteienvereinbarung iSd § 104 Abs 1 Z 1 iSd § 104 /1/1 JN ausgeschlossen werden (Derogation)

JN begründet werden

unbewegliche Gut nicht in Österreich unbewegliche Gut in Österreich gelegen (81 JN),

gelegen (81 JN), > Österr Zusändigkeit kann nicht durch Vereinbarung eines

> Österr zust kann nicht begründet werrden ital. Gerichts ausgeschl werden

5. Vorliegen eines ausdrückl Verbotes, die nach § 27a JN gegebene iZu durch Vereinb auszuschließen (Derogation)

zB Ausschluss der nach § 27a JN bestehenden österr iZu für Klagen des Verbrauchers > Unternehmer

arg.: nach 14/3 KSchG: Vereinb, die dem Verbraucher seinen gesetzl Gerichtsstand wegnehmen > unwirksam

Zusammenfassung
Fälle 1-5 Alle anderen Fälle

Hier liegt eine unprorogable nationale Unzuständigkeit vor Prorogable Unzuständigkeit

Heilung erst mit Rechtskraft Heilung gemäß § 104 Abs 3 JN

Vereinbarung eines national neutralen Gerichts ist zulässig:


 Können vereinbaren, dass auf alle zwischen ihnen abgeschlossenen KaufV entspringenden Streitigkeiten

 Die österr Gerichte international zuständig sein sollen

Nachweis der Vereinbarung durch Urkundenvorlage


16

7 Im nationalen Bereich: Zuständigkeitsvereinbarung nach § 104 JN

Vereinbarung…

der sachlichen Zuständigkeit

Rechtsachen, die (kraft Gesetzes) vor ein BG gehören Dürfen nicht vor GH 1. Instanz gebracht werden

(Eigenzuständigkeiten: Besitzstörung, Bestand) Arg.: Verfahren vor LG ist teurer

Rechtssachen, die kraft Eigenzuständigkeit vor einen GH 1. Dürfen nicht vor ein BG gebracht werden - Jede

Instanz gehören insb Arbeits- und Sozialrechtssachen, AHG Vereinbarung unzulässig

BG > BGHS Zulässig - eine Ehe könnte v BGHS gesch werden

kraft Wertzuständigkeit vor das HG gehörige Rechtssache (wie zB eine Zulässig vors BG

Streitigkeit nach dem PHG mit einem Streitwert von € 30.000)

kraft Wertzuständigkeit vor ein allgemeines LG gehörige Rechtssache Zulässig vors BG für bzw in Handelssachen

(wie zB eine SE-klage nach einem Verkehrsunfall über € 40.000)

vor das allgemeine LG oder das HG gehörige Streitigkeit Kann vors ASG gebracht werden

eine vor ein (allgemeines oder kausales) BG gehörende Rechtssache Kann nicht vors ASG gebracht werden

der örtlichen Zuständigkeit

Grds Ausn: wo Gesetz Vereinbarungen ausschließt


zulässig Zwangsgerichtsstände (s.o)
Prorogationsverbote des § 14 Abs 1 KSchG
durch die die gesetzl Zuständigkeit ausdrücklich ausgeschlossen wird (Derogation)

Grds Folgende §§ verbieten nur das Verbot des Ausschlusses der öZ!
> zulässig § 14 Abs 3 KSchG, § 48 Abs 2 VersVG, § 6 Abs 3 VAG).
Zur Gänze unprorogabel sind aber

o Die funktionelle Zuständigkeit (= Instanzenzug)


o Der Zulässigkeit des Rechtsweges
o Der inländische Gerichtsbarkeit
Zuständigkeitsvereinbarungen im Außerstreitrecht

Grds Ausn
Jede Unzuständigkeit = unprorogabel, Auch keine Heilung nach Abs 3 möglich Eheangelegenheiten
17
Voraussetzungen der Vereinbarung
1. muss ausreichend bestimmt sein
in Arbeitsrechtssachen muss sich Vereinbarung Ansonsten – Vereinbarung muss sich beziehen auf (alt)

auf einen bestimmten einzelnen Rechtsstreit beziehen (§ 9 einen bestimmten auf die aus einem bestimmten

Abs 1 ASGG). Rechtsstreit Rechtsverhältnis entspringenden

Rechtsstreitigkeiten

2.Form, in der eine Gerichtsstandsvereinbarung abgeschlossen werden muss


- es gelten zwar nicht die strengen Formvorschriften nach Art 23 EuGVVO

- jedoch: muss sie schriftlich oder mündlich mit schriftlicher Bestätigung geschlossen werden

Arg.: Vereinbarung muss im Bestreitungsfall urkundlich nachgewiesen werden

Durch die Vereinbarung wird ein Wahlgerichtsstand begründet


maW.: das vereinbarte Gericht tritt neben das nach dem Gesetz zuständige Gericht
nach EuGVVO: wird ausschließlicher Gerichtsstand begründet

Heilung von Unzuständigkeiten durch Einlassung

4International: VS zur Heilung der internationalen Unzuständigkeit Art 24 EuGVVO

1. nach Art 22 EuGVVO ist kein anderer MS zwangszuständig > Rz 140


2. Rechtzeitige „Einlassung“
- Einspruch

= jede Verteidigung, die unmittelbar auf die Klagsabweisung oder Klagszurückweisung abzielt

- eine Einlassung in die Hauptsache ist nicht notwendig

- zB: begründeter Einspruch gegen einen ZB OHNE Einwendung der Unzuständigkeit

* ist nach Art 24 EuGVVO eine Einlassung

* nach 104/3 JN keine Einlassung

- Vorgehen daher:

1. Einspruch gg Zahlungsbefehl: „Es wird der Mangel der iZu geltend gemacht“

2. VOR Einspr darf KEINE (WEITERE) Stellungnahme erhoben werden, die nach österr Recht als das erste

(auf die Klagsabweisung / -zurückweisung abzielende) Verteidigungsvorbringen anzusehen wäre

3. gleichzeitig zum rechtz Einspruch kann sich der Bekl hilfsweise zur Sache einlassen, ohne deshalb die

Einrede der Unzuständigkeit zu verlieren


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National: 5+8.Heilung nach § 104 Abs 3 JN

Prorgable int Uzu + Uproro S/Ö nationale Uzu:

1. Prüfe. ist Bekl durch RA od Notar vertreten?


Ja - Heilung bereits dadurch, dass Nein – Heilung erst, wenn (kum)

>Bekl zur Sache vorbringt oder 1. Richter über Möglichkeit der Uzu-Einrede und deren Wirkungen belehrt hat

mündlich verhandelt OHNE Uzu- 2. diese Belehrung auch im Verhandlungsprotokoll beurkundet wurde

einrede zu erheben) 3. Bekl zur Sache vorbringt oder mündlich verhandelt OHNE Uzu-einrede

>Beachte 38 iVm 40/3 ASGG!! zu erheben)

2. Bsp:
Gericht ist unzuständig, Streitwert < € 10.000
Beklagter ist nicht vertreten
Richter belehrt protokolliert + Bekl bringt zur Sache Richter belehrt protokolliert nicht
vor, ohne die Uzu-Einrede zu bringen
Uzu nach 104/3 geheilt Keine Heilung, da die VS nach 104/3 nicht ggb sind!

Kommt es zu keiner wirksamen Heilung nach 104/3 durch Einlassen?


Das ist wann?
a. insb, wenn Versäumungsurteil ergangen ist,
b. wenn der un vertretene Beklagte durch den Richter nicht entsprechend belehrt oder diese Belehrung
nicht protokolliert worden ist

Folge: Heilung erst mit Rechtskraft

Folge: Folge Überweisung ans zuständige Gericht erster Instanz (§ 475/ 2 ZPO).
19

Delegation - Übertragung einer Rechtssache vom zust.Gericht an


ein anderes gleicher Gattung durch gerichtliche Verfügung
Übertragung durch die Entscheidung eines Übertragung durch das angerufene Gericht selbst (direkte

übergeordneten Gerichts (Delegation ieS: §§ 30, 31 JN) Zuständigkeitsübertragung: §§ 31 a, 111 IN).

Ad 1:
notwendige Delegation (§ 30 JN) zweckmäßige Delegation (§ 31 JN)
- Ausgeschlossenheit /Befangenheit d Wohnort der Parteien / vernehmenden Zeugen / Lage des Augen-

Richters (s Rz 58 scheinsgegenstandes lassen Prozess vor einem anderen Gericht


- Weitere Fälle § 9 Abs 4 AHG, § 9 Abs 3 sinnvoll erscheinen > wesentliche Verbilligung des Verfahrens +
PoIBEG, etc Erleichterung des Gerichtszuganges dadurch möglich

Delegation von Amts wegen Delegation auf Antrag einer Partei,

an ein Gericht gleicher Gattung nur im Ausnahmefall

durch das im IZZ übergeordnete Gericht an ein Gericht gleicher Gattung

durch

Delegation im OLG-Spr Über OLG-sprg hinaus

das betreffende OLG OGH

Ad 2 Die Zuständigkeitsübertragung durch das angerufene Gericht (§ 31 a JN)


Var 1: nachträgliche Konsensprorogation § 31 a /1 JN Delegation bei gleichartigen SE-prozessen § 31a /2

Übereinstimmender Antrag der Parteien - auf Antrag oder von Amts wegen

Spät zu Beginn der mündlichen Streitverhandlung - bei verschiedenen Gerichten gleicher Art sind SE-

Auf Übertragung prozesse wg Tötung/ Verletzung einer Person, Frei-

an ein Gericht gleicher Einer LG-sache ans BG heitsberaubung oder Sachbeschädigung aus

Art (nicht umgekehrt!) demselben Sachverhalt anhängig

Übertragung auch bei Zwangsgerichtsständen mögl > - Übertragung geeignet, den Verfahrensaufwand zu

daher: Einhaltung der VS des 104/3 JN (Vertretung durch verringern (SE wg Massenunfall auf der Autobahn)

RA oder Notar / aktenkundige Belehrung!) - andere Verfahren im ZPder Übertragung zumindest

gleich weit gediehen + nicht schon entscheidungsreif

- Adressat muss dasjenige Gericht sein, bei dem als

erstem eine Klage eingebracht worden ist

Adressatgericht an Rk- Überweisungsbeschluss gebunden Übertragungsbeschluss ohne Einschränkung anfechtbar

Überweisung hat dieselben Wirkungen wie 261/6 ZPO Adressatgericht an Rk- Überweisungsbeschluss gebunden
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Außerstreit

ÖZ - §§ 105 ff JN - Es gibt KEINEN Allgemeinen Gerichtsstand

 für jede einzelne Außerstreitmaterie besondere Zuständigkeitsbestimmungen


 die einzelnen Gerichtsstände können in den §§ 105 – 122 JN nachgelesen werden

Sachliche Zuständigkeit :

§ 104 a JN > Bezirksgerichte sachlich zuständig, soweit nicht anderes bestimmt ist.

Wo wäre das ausnw der Fall > Zuständigkeit der Gerichtshöfe erster Instanz

- Führung des Firmenbuchs


- handelsrechtliche VaSt, die in die Zuständigkeit des Firmenbuchsgerichts fallen (§§ 120, 120a JN),
- Verfahren über die Enteignungsentschädigung

Exekutionsrecht §§ 17-18 EO
Vollstreckungsgewalt haben NUR ordent Gerichte (keine Sonder- und Schiedsgerichte)

- Bewilligungsgericht = die Exekution bewilligende Gericht


- Exekutionsgericht = Vollstreckung vollziehende Gericht
- Titelgericht = dieses erteilt nur die Vollstreckbarkeitsbestätigung
- seit 1995 sind Bewilligungs- und Exekutionsgericht im Regelfall ident

inländischer Vollstreckungsgerichtsstand = in der Regel dann, wenn sich das


Vollstreckungsobjekt im Inland befindet (nur diesfalls liegt inländ Gerichtsbarkeit vor)

Kann gg Verpflichteten mit (Wohn-)Sitz im Ausland Trend der Jud: Ja, weil: Vorrang der praktisch

Exekution zur Erwirkung der Unter-lassung von bestehenden Vollstreckungsinteressen vor staatlichet

inländischen Handlungen geführt werden? Souveränitätsinteressen

wenn Rechtsverfolgung im Ausland unmöglich oder unzumutbar + kein Ordination möglich

inländischer Vollstreckungsgerichtsstand besteht

Allgemeine Zuständigkeiten:

Bewilligung der Exekution

Grundsätzlich
sachliche Z.: örtliche Z - § 18 Z 1-4 EO:
Exekutionsgerichte (Ex-G) Immobiliar- BG, in dessen Sprengel sich die Einlage des

sind STETS Bezirksgerichte exekution unbeweglichen Guts befindet (= sog Grundbuchsgericht)

(17/1 EO) Forderungsex allgem Gerichtsstand d Verpfli ;


wenn nicht vorhanden: Wohnsitz d DrittSch
wenn nicht: Belegenheit des Pfandes
in allen andern Fällen BG, in dessen Sprengel sich Vermög-ensteile des
- Fahrnisexekution Verpflichteten zu Beginn des Vollzugs befinden
Exekution zur Sich-erstellung wahlweise Zuständigkeit dTitelgerichts
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Beachte Sonderfragen in §§ 5 , 6 , 69 Abs 1 + Abs 2, 21, 22 EO!
§§ 5, 6 > Wahlgerichtsstände
§ 69: Exekutionsersuchen
§§ 21,22: Delegation, Ordination in der Exekution
KEINE Gerichtsstandsvereinbarung möglich – ausschl ZwangsGSS(§ 51 EO).
 Heilung der Unzuständigkeit iS von § 104 Abs 3 JN kommt nicht in Betracht
 von einem unzuständigen Gericht getr Entscheidungen = NICHTIG (nach § 477 ZPO)
 Folglich: Gericht muss
- die für die Zuständigkeit maßgebenden Tatsachen VON SELBST untersuchen
- gesamten Antrag ohne inhaltlich darüber zu entscheiden an das zuständige Gericht (oder eines von
mehreren zuständigen Gerichten). (§ 44 Abs 1 JN).

Zuständigkeit für ex-rechtliche Klagen:

Grds
Oppo- und Impugnsklage Gericht , von dem die Exekution in erster Instanz bewilligt wurde (§ 35 Abs 2)
Exszindierungsklage o vor Beginn des Exekutionsvollzuges: wie bei Oppo + Impugno
o nach Beginn des Vollzuges: Exekutionsgericht (§ 37 Abs 3 EO).
Pfandvorrechtsklage das Exekutionsgericht (§ 258 Abs 1 EU).
Für die Interessenklage wahlweise
nach § 368 EO - das sonst nach der JN zuständige <> Exekutionsgericht (§ 368 Abs 2 EO).
Titelergänzungsklage Gericht , in dessen Sprengel der Beklagte seinen allgemeinen Gerichtsstand hat
Drittschuldnerklage Gericht, das ohne die Überweisung der Forderung für eine Klage des Verpfl zuständig wäre

hier Gerichtsstandsvereinbarungen zulässig (Beachte aber § 38 Abs 2!!)

Insolvenzrecht

Sachliche Zuständigkeit

Bezirksgericht (=Schuldenregulierungsverfahren), § 182 Landesgericht

Für natürliche Personen, die in allen anderen Fällen


(in Wien das
- zum Zeitpunkt der Stellung des Antrags auf Insolvenzeröffnung
Handelsgericht) = alle
- kein Unternehmen betreiben
Unternehmer + alle jP
- auch wenn der Schuldner zum Antragszeitpunkt noch und Verlassenschaften,
unternehmerische Schulden hat gleichgültig ob sie ein
Unternehmen betreiben
Es gilt KSchG-Unternehmer
oder nicht
>"jede auf Dauer angelegte Organisation selbständiger wirtschaftlicher Tätigkeit, mag sie
auch nicht auf Gewinn gerichtet sein" (§ 1 Abs 2 KSchG; siehe auch § 1 Abs 2 UGB)

Örtliche Zuständigkeit

= Gericht, in dessen Sprengel Schuldner sein Unternehmen betreibt /gewöhnlichen Aufenthalt hat
Hilfsweise wird an inländische Niederlassungen oder an den Ort angeknüpft, an dem

Sich Vermögen des Schuldners befindet (§ 63 10).