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Grundwasser- und Wärmemodelle

SOFiSTiK | 2020
HYDRA
Grundwasser- und Wärmemodelle

HYDRA Manual, Service Pack 2020-6 Build 289

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Der Benutzer bleibt für seine Anwendungen selber verantwortlich. Er hat sich durch Stichproben von der
Richtigkeit seiner Berechnungen zu überzeugen.

Titelseite
Projekt: Queensferry Crossing | Foto: Bastian Kratzke
Inhaltsverzeichnis | HYDRA

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis i

1 Aufgabenbeschreibung 1-1

2 Theoretische Grundlagen 2-1


2.1 Mathematische Grundlagen und Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-1
2.2 Mathematische Behandlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-1
2.3 Elementformulierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-2
2.4 Gesamtformulierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-3
2.5 Instationäre Berechnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-3
2.6 Iterationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-4
2.7 Grundbegriffe der Wärmeleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-4
2.8 Grundgleichungen der Wärmeleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-5
2.9 Randbedingungen der Wärmeleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-5
2.10 Hydratation im Beton . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-6
2.11 Grundbegriffe der Hydrologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-8
2.12 Grundgesetze der Hydrologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-9
2.13 Grundgleichungen der Hydrologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-10
2.14 Dupuit-Hypothese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-11
2.15 Rohrleitungen und Gerinne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-12
2.16 Randbedingungen der Hydrologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-13
2.17 Koordinatensystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-14
2.18 Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-14
2.18.1 Rohrelement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-14
2.18.2 Linkelement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-14
2.18.3 Ebenes Element . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-15
2.18.4 Axialsymmetrisches Element . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-15
2.18.5 Räumliches Element . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-16
2.19 Randbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-16
2.19.1 Freispiegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-17
2.19.2 Sickerflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-17
2.19.3 Konvektions- und Strahlungsrandbedingungen . . . . . . . . . . 2-17
2.20 Prinzipieller Programmablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-17

3 Eingabebeschreibung 3-1
3.1 Programmgrenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-1
3.2 Eingabesprache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-1
3.3 SYST – Systemparameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-3
3.4 STEU – Steuerparameter der Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-5
3.5 STEP – Angaben zur instationären Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . 3-8
3.6 PLF – Angaben zum Ausgangszustand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-9

SOFiSTiK 2020 i
HYDRA | Inhaltsverzeichnis

3.7 COPY – Modifikation von Ergebnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-10


3.8 GRUP – Auswahl und Parameter von Gruppen . . . . . . . . . . . . . . . . 3-11
3.9 KVAL – Materialwerte in Knoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-13
3.10 HMAT – Materialwerte HYDRA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-14
3.10.1 Hydraulische Parameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-15
3.10.2 Wärmeleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-15
3.10.3 Hydratation von Beton . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-17
3.11 LINK – Verbindungselemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-20
3.12 ROHR – Rohr- und Gerinneelement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-22
3.13 LF – Berechnungsfall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-23
3.14 RAND – Knoten oder linienhafte Randbedingung . . . . . . . . . . . . . . . 3-24
3.14.1 Übergangswiderstand und Emissionsgrad. . . . . . . . . . . . . 3-26
3.15 SURF – Flächen- oder volumenhafte Randbedingung . . . . . . . . . . . . 3-28
3.16 FUNK – Zeitfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-30
3.17 HIST – Zeitliche Verläufe des Potentials . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-32
3.18 COPY – Modifikationen von Knotenergebnissen . . . . . . . . . . . . . . . 3-33
3.19 IMPO – Import von Ergebnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-34
3.20 ECHO – Steuerung der Ausgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-35

4 Ausgabebeschreibung 4-1
4.1 Systemparameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-1
4.2 Knoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-1
4.3 Materialien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-1
4.4 Querschnitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-2
4.5 Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-2
4.6 Randbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-3
4.7 Statusinformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-4
4.8 Ergebnisse der Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-4
4.9 Ergebnisse in den Knoten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-5
4.10 Bilanzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4-5

5 Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen 5-1


5.1 SIZE – Größe und Maßstab der Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5-1
5.2 SCHR – Größe der Beschriftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5-2
5.3 FUNK – Externe Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5-3
5.4 HIST – Zeitliche Verschiebungskurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5-3

ii SOFiSTiK 2020
Aufgabenbeschreibung | HYDRA

1 Aufgabenbeschreibung

Eine große Zahl von physikalischen Problemen lassen sich als Potentialprobleme beschreiben
und gehorchen dann der Laplace’schen (ΔH = 0) oder der Poisson’schen (ΔH = q) Differenti-
algleichung. Dazu gehören z.B. magnetische Feldprobleme, Wärmeleitungsprobleme und die
Strömung des Grundwassers. HYDRA ist auf die Berechnung der letzten zwei Problemkreise
spezialisiert, kann aber auch andere Probleme dieser Art behandeln.

Grundlage eines Finite-Element-Verfahrens ist die Zerlegung der realen dreidimensionalen


Struktur in eine endliche Anzahl von Elementen mit vereinfachten physikalischen Eigenschaf-
ten. Die Elemente sind untereinander in Knoten verbunden. Die Gesamtheit der einzelnen
Elemente repräsentiert ein angenähertes Modell der wirklichen Natur.

Wärmeleitmodelle können die Temperaturverteilung eines stationären Zustands oder die Wär-
meausbreitung in festen Körpern berechnen.

Grundwassermodelle sind verschiedene Verfahren zur Berechnung von Wasserständen und


Strömungen in Grundwasserleitern. Die Anwendung dieser Modelle erfolgt in den Bereichen
der Geologie, der Hydrologie, des Grundbaus und der Wasserwirtschaft.

Die Probleme der Grundwasserberechnungen können in verschiedene Untergruppen eingeteilt


werden, über deren Bedeutung im Einzelfall sich der Ingenieur im voraus Klarheit verschaffen
sollte.

• Ebene oder räumliche Probleme

Die reale Situation ist immer dreidimensional. Für die Berechnung können jedoch
vereinfachte Modelle verwendet werden, die eine der Dimensionen eliminieren. Für
einen langgestreckten Damm kann zum Beispiel eine Scheibe mit konstanter Dicke
herausgeschnitten werden. Bei Aquiferen, deren Mächtigkeit im Vergleich zur Ausdehnung
gering ist, kann ebenfalls mit der Dupuit’schen Hypothese ein vereinfachtes ebenes oder
dreidimensionales Modell gebildet werden.
• Lineare oder nichtlineare Fließmodelle

Nichtlineare Fließmodelle sind für Berechnungen im turbulenten Bereich (Rohrleitun-


gen), für praktische Grundwasserprobleme jedoch nicht so wichtig. Ein Sonderfall der
nichtlinearen Probleme stellt der freie Grundwasserspiegel dar. Alle nichtlinearen Probleme
müssen auf eine iterative mehrfache Lösung eines linearen Grundproblems zurückgeführt
werden.
• Freie oder gespannte Grundwasserspiegel und teilweise gesättigte Strömungen

Beim freien Grundwasserspiegel kann sich im Gegensatz zum gespannten eine drucklose
Oberfläche ausbilden. Dadurch ist das durchströmte Gebiet vorab nicht bekannt. Die
teilweise gesättigten Strömungen können näherungsweise durch eine druckabhängige
Leitfähigkeit berücksichtigt werden.
• Stationär oder Instationär

Alle Zustände, die sich zeitlich nicht verändern, sind stationär. Bei einer instationären

SOFiSTiK 2020 1-1


HYDRA | Aufgabenbeschreibung

Berechnung muß für jeden Zeitschritt ein eigenes lineares oder nichtlineares Problem
gelöst werden.

1-2 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Mathematische Grundlagen und Begriffe


Eine skalare Größe U, die in jedem Punkt des Raums bestimmte (eindeutige) Werte (z.B.
Temperatur, Potential, elektrische Spannung) einnimmt, heißt skalares Feld .

Eine Größe u, die in jedem Punkt des Raums als Vektor definiert ist (z.B. Verschiebungen,
Strömungsgeschwindigkeit) heißt Vektorfeld.

Durch partielle Ableitung eines skalaren Feldes U entsteht ein Vektorfeld:


 
∂U
 ∂ 
 = grdU = ∇U =  ∂U  (2.1)
 ∂y 
∂U
∂z
R
Ein konservatives Feld oder Potentialfeld ist ein Vektorfeld in dem das Kurvenintegral udr
zwischen zwei Punkten A und B von dem Integrationsweg unabhängig ist. Ein konservatives
Feld ist wirbelfrei d.h. das Umlaufintegral mit A=B ist Null. Befinden sich hingegen Quellen im
System, so ist das Umlaufintegral gleich der Summe der Quellen (Wirbel).

In der Regel ist das Potential nur durch Vorgabe eines Referenzwertes in einem wenn auch
beliebigem Punkt eindeutig. Die Fundamentallösung (Greensche Funktion) für den ebenen Fall
ist der Logarithmus bzw. die Arcustangensfunktion, für den räumlichen Fall hingegen die 1/r
Funktion. Im räumlichen Fall kann man das Referenzpotential sinnvollerweise im unendlichen
problemlos zu Null setzen, für die Lösung mit dem Logarithmus muss jedoch irgendwo im
endlichen einen Referenzwert des Potentials vorgegeben werden. Damit ist eine eindeutige
Lösung in 2D nicht immer möglich.

Durch Ableitung eines Vektorfeldes erhält man die Divergenz und die Rotation:
∂ ∂y ∂z
 
d = ∇ ·  = + + (2.2)
∂ ∂y ∂z

 
∂z ∂y

 ∂y ∂z 
rot =
 ∂ ∂z 
 −  (2.3)
 ∂z ∂ 
∂y ∂
∂ − ∂y

Ein konservatives Feld nimmt den größten und kleinsten Potentialwert auf dem Rand an.
(Maximumsprinzip)

2.2 Mathematische Behandlung


Mit Hilfe der Variationsrechnung ist es möglich, die Differentialgleichung des Potentialproblems
in ein zugehöriges Funktional umzuwandeln. Die Minimierung des Funktionals ist der Lösung
der DGL äquivalent. Im folgenden wird einheitlich H für das Potential verwendet. Bei Wärme-

SOFiSTiK 2020 2-1


HYDRA | Theoretische Grundlagen

leitung ist dies gleich der Temperatur T. Die DGL


δH
d(K · grd H) + S − Q = 0 (2.4)
δt
mit den Randbedingungen

H = Ho on 1 (2.5)

 T · n = q on 2 (2.6)

hat im stationären Fall das zugehörige Funktional:


δH δH δH
Z Z Z
 = 1/ 2 · kj · · · dΩ + (H − Ho ) · kj · Nj · d1 + H · q · d2 (2.7)
Ω δ δj 1 δ 2

Ein Prinzip der Finiten Elemente besteht darin, statt der exakten Lösung einen lokalen (ele-
mentweisen) Näherungsansatz in das Funktional einzusetzen. Die Minimierung ergibt dann
eine Näherungslösung, die die DGL nur näherungsweise, die Randbedingungen jedoch im all-
gemeinen exakt erfüllt. Die Näherungslösung muß die Dirichletsche Randbedingung für das
Potential bzw. die Temperatur

H = ƒ (s) (2.8)

auf den entsprechenden Rändern vorab erfüllen. Bei der Minimierung ergibt sich auf allen
anderen Rändern automatisch die sogenannte natürliche Randbedingung.

T · n = 0 (2.9)

was einem undurchlässigen bzw. adiabaten Rand entspricht.

2.3 Elementformulierung
Die einfachsten Elemente, das Dreieckselement mit 3 Knoten bzw. der Tetraeder mit 4 Kno-
ten, haben drei bzw. vier Freiheitsgrade, die einen linearen Näherungsansatz zulassen. Die
Ableitungen dieses Ansatzes sind dann konstant über das ganze Element.

Die vier- bzw achteckigen isoparametrischen Elemente haben eine etwas bessere Genauig-
keit, insbesondere bei der Beschreibung von Sattelpunkten. Darüber hinaus sind sie bei der
Netzgenerierung oft von Vorteil, so dass sich der etwas höhere Rechenaufwand lohnt.

Mit einigen mathematischen Umformungen (vgl. Zienkiewicz, 1975) kann der Ausdruck für das
Funktional als Matrixprodukt angeschrieben werden:
Z
e = Ht · Bt · K · B · dV · H (2.10)

Dabei ist K der Durchlässigkeitstensor, und B eine Matrix, die von der Geometrie des Elemen-
tes abhängt. Die Potentiale der Knoten H sind für die Integration konstant und können deshalb

2-2 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

herausgezogen werden.

2.4 Gesamtformulierung
Das Gesamtfunktional ergibt sich durch einfache Addition aller Einzelfunktionale der Elemente
und Ränder

 = 1/ 2 HT · A · H + H · Q (2.11)

wobei A die Gesamtdurchlässigkeitsmatrix darstellt und Q der Vektor der externen Mengen
darstellt. Die Minimierung erfolgt, indem die Ableitung gleich Null gesetzt wird:

A · H + Q = 0 (2.12)

Diese letzte Beziehung stellt nach der Einarbeitung der Potentialrandbedingungen ein linea-
res Gleichungssystem dar, das nach der Standardmethode von Gauss oder iterativ mit einem
konjugierten Gradienten Verfahren gelöst werden kann. Ohne Potentialrandbedingung ist das
Problem mehrdeutig.

2.5 Instationäre Berechnungen


Für den instationären Fall wird das Crank-Nicholson-Verfahren mit variablem Beiwert θ ver-
wendet. Für die zeitliche Diskretisierung wird folgender Ansatz gemacht:

δh/ δt = 1/ Δt (H − H−1 ) (2.13)

Die Differentialgleichung bzw. das Funktional wird für den Zeitpunkt t+ θ · Δt angesetzt. Somit
ergibt sich folgende Matrixgleichung:
1 1
 
(θ · A + · C) · H = (θ − 1) · A + · C H−1 − Q (2.14)
Δt Δt

oder direkt für die Inkremente:


1
 
θ · A + · C · ΔH = −A · H−1 − Q (2.15)
Δt

Dabei ist A die Durchlässigkeitsmatrix und C die Speichermatrix, die auf Elementebene defi-
niert ist durch:
Z
Cj = N S Nj dV (2.16)

mit dem Speicherkoeffizienten S. Bei Freispiegelproblemen muß die Matrix C um den Anteil
des speichernutzbaren Hohlraums auf der freien Oberfläche erweitert werden.

Bei instationären Problemen insbesondere bei Freispiegelproblemen ist darauf zu achten, dass
die Zeitschritte im Vergleich zur Elementgröße weder zu groß noch zu klein werden. Für zu
große Zeitschritte werden die Ergebnisse beim Crank-Nicholson Verfahren ungenau, bei zu
kleinen Schritten treten, bedingt durch die Verletzung des diskreten Maximumprinzips, Schwin-
gungen in den Lösungen auf, die physikalisch widersinnig sind. Dieser Effekt wird zwar durch
die Verwendung von diagonalisierten Matrizen vermieden, jedoch sollte als Anhaltspunkt gel-
ten, dass eine Störung innerhalb eines Zeitschritts sich etwa ein Element weit ausbreiten kön-

SOFiSTiK 2020 2-3


HYDRA | Theoretische Grundlagen

nen sollte. HYDRA kann deshalb eine Zeitschrittgröße automatisch festlegen und verändern.

2.6 Iterationen
Die Lösung des Problems ist vollständig, wenn weder freie Ränder (Freispiegel) noch nicht-
lineare Randbedingungen oder nichtlineares Fließen auftreten. In diesen Fällen muß iteriert
werden.

Dieser Vorgang wird stückweise linearisiert, indem der anfangs linear und dann immer mehr
verbesserte Strömungszustand zur Berechnung einer neuen Durchlässigkeit oder Kapazität
herangezogen wird.

(A + ΔA(H )) · H+1 − Q+1 = 0 (2.17)

Dabei kann prinzipiell mit einer Tangentensteifigkeit oder mit einer konstanten Steifigkeit
(Quasi-Newton) gearbeitet werden. Da die Lösung eines neuen Gleichungssystems sehr auf-
wendig ist, kann obige Gleichung unter der Annahme, dass H von H+1 nur gering abweicht,
auch umgeschrieben werden:

A · H+1 = Q+1 − ΔA(H ) · H (2.18)

In diesem Falle kann die gleiche Matrix A wiederholt zur Lösung in den verschiedenen Itera-
tionsschritten herangezogen werden. Das zweite Verfahren konvergiert mit mehr, aber schnel-
leren Iterationen und ist sinnvoll bei sehr großen Systemen mit nicht allzu stark ausgeprägten
Nichtlinearitäten anzuwenden.

Die Quasi-Newton-Verfahren können durch den Einsatz mathematischer Methoden (Criesfield,


Broyden-Fletcher-Goldfarb-Shanno) jedoch ebenso effektiv wie ein Newton verfahren gemacht
werden.

Bei instationären Problemen ergibt sich aus H und H−1 auch die Zeitableitung, die in den
Iterationsprozess in geeigneter Form mit einzubeziehen ist.

2.7 Grundbegriffe der Wärmeleitung


Bei der Wärmeleitung ist das Potential H direkt durch die Temperatur T gegeben. Eine Wärme-
leitung kann nur durch ein Temperaturgefälle zwischen den Knoten und ein sie verbindendes,
die Wärme leitendes, Element entstehen.

Die Energiebilanz besagt, dass für jedes Gebiet die Summe der ein- und austretenden Wär-
memengen gleich der Summe der im Gebiet liegenden Wärmequellen, Senken sowie der Än-
derung des Wärmeinhalts in diesem Gebiet ist.
δT
d  = q − ρ · cp · (2.19)
δt

v = Vektor der Wärmestromdichte [ W/m2 ]


q = Leistungsdichte der Quellen und Senken [ W/m3 ]
ρ = Dichte des betrachteten Stoffes [ kg/m3 ]
cp = spezifische Wärmekapazität [ Wsec/K·kg]

Anmerkungen:

2-4 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

1 kcal = 4186.8 Joule


1 Joule = 1.0 Wsec = 1.0 kgm2 /sec2

Die Fouriergleichung verknüpft das Temperaturgefälle grad T mit den sich einstellenden Wär-
mestromdichten. Es lautet nach Biot/Fourier

 = −K · grd T (2.20)

wobei K den sogenannten Wärmeleitfähigkeitstensor darstellt



k ky kz


K = ky kyy kyz (2.21)

k kyz kzz
z

Die Leitfähigkeit ist abhängig von der Richtung des gewählten Koordinatensystems. Es gibt je-
doch drei zueinander orthogonale Richtungen derart, dass nur die Diagonalglieder des Durch-
lässigkeitstensors von Null verschieden sind. Für ein isotropes Medium ist außerdem

k = kyy = kzz = k


ky = kz = kyz = 0

2.8 Grundgleichungen der Wärmeleitung


Setzt man die Fouriergleichung () in die Energiebilanz () ein und fasst ρ·cp zu einem Speicher-
koeffizienten S zusammen, so erhält man die Wärmeleitungsgleichung des Problems.
δT
d(−K · grd T) = q − S · + (2.22)
δt

2.9 Randbedingungen der Wärmeleitung


• Potentiale (Linien oder Flächen gleicher Temperatur)

T = T0 (2.23)

• Stromlinien (Linien oder Flächen mit vorgeschriebenem Wärmefluss)

 = 0 (2.24)
Diese Randbedingung Umfasst auch die natürliche Randbedingung. An allen Rändern, an de-
nen keine Aussage gemacht wird, stellt sich die besondere Bedingung des adiabaten Randes
ein:

t · n = 0 (2.25)

• Konvektive Randbedingung Die Wärmestromdichte auf der Oberfläche ist proportional zur
Differenz der Oberflächentemperatur und der Umgebungstemperatur.

SOFiSTiK 2020 2-5


HYDRA | Theoretische Grundlagen

 = α · (T − T) (2.26)

• Strahlungs-Randbedingung des schwarzen Körpers Die Wärmestromdichte auf der Ober-


fläche ist proportional zur Differenz der vierten Potenzen der Oberflächentemperatur und
der Umgebungstemperatur. (Boltzmann-Gesetz)

q = ε · K · (T 4 − T4 ) (2.27)

2.10 Hydratation im Beton


Die Vorgänge beim Erhärten des Betons sind ausserordentlich komplex. Es ist jedoch möglich,
mit wenigen Parametern den Ablauf empirisch zu beschreiben. Basis für alle Eigenschaften,
sei es Festigkeit, Steifigkeit oder Wärmeentwicklung ist der Hydratationsgrad α , der sich als
das Verhältnis aus der bisher freigesetzen Wärmemenge zur insgesamt freisetzbaren Wärme-
menge definiert:
Q(τ )
α = (2.28)
Q(∞)
Sinnvollerweise verwendet man das wirksame Betonalters τ . Dafür sind mehrere Defini-
tionen gebräuchlich und implementiert. Die Variante nach Freiesleben ist experimentell am
besten abgesichert und deshalb die Standardmethode:

• STEU TEFF 1: erweiterte Definition nach Saul ( -10 ◦ < T < + 50 ◦)


™s
T + Treƒ
Z –
τ = dt ; Treƒ = 10 ; s = 1.0 (2.29)
20 + Treƒ

• STEU TEFF 2: Definition nach Freiesleben ( -10 ◦ < T < + 80 ◦)


A 1 1
Z   
τ = ep − dt (2.30)
R 293 273 + T

R = 8.3143 [ J/(mol K) ]
A = A0 + A1 · Max (0, 20-T)
A0 = 33500 [ J/mol ]
A1 = 1470 [ J/mol ]

• STEU TEFF 3: Definition nach Jonasson (kleine Modifikation für die Definition nach Frei-
esleben)
Œ−0.45  !
T + Treƒ
‚
1 1
Z
τ = ep 5300 − dt (2.31)
20 + Treƒ 293 273 + T

Für die Funktion die den Reifegrad in Abhängigkeit vom wirksamen Betonalter beschreibt, sind
zahlreiche Vorschläge in der Fachliteratur veröffentlicht worden, häufig wird am sinnvollsten die
Funktion nach Jonasson herausgestellt, die deshalb vorrangig implementiert wurde:

τ 
   
α = ep b · n 1 + (2.32)
τk

Beispielwerte für die Konstanten a,b und τk kann man z.B. im Anhang A des Heft 512 des

2-6 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

DAfStB finden, die beim Eingabesatz HMAT abgedruckt sind, in der Regel sind hier jedoch
Versuche erforderlich!

SOFiSTiK 2020 2-7


HYDRA | Theoretische Grundlagen

Abbildung 2.1

Eine andere mögliche Funktion ist das SShrinkage-Core"Modell:

 · (τ − τk )
α = τ > τk (2.33)
1 +  · (τ − τk )

oder das dänische Modell nach Wesche inklusive einer Funktion für die Druckfestigkeit :

τk b
‚   Œ
α = ep − (2.34)
τ

ƒcc (t) 0
β = =  · ep(c · t −0.55 ) c = c1 (2.35)
ƒcc (28d) z

2.11 Grundbegriffe der Hydrologie


In der Hydraulik ist es üblich, die Energie in Meter Wassersäule (Standrohrspiegelhöhe oder
Potential) anzugeben. Die Energie h setzt sich dann aus vier Anteilen zusammen:

- geodätische Höhe (Lageenergie) z


- Druckhöhe p/γ
- Geschwindigkeitshöhe v2 /2g
- Strömungshöhe (Beschleunigungsenergie) ”Integral”

Bei Grundwasserproblemen sind die auftretenden Geschwindigkeiten so gering, dass die letz-
ten beiden Anteile vernachlässigt werden können. Für z kann auch jede andere Koordinate mit
positivem oder negativem Vorzeichen verwendet werden.

2-8 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

Eine Bewegung des Grundwassers kann nur durch ein Standrohrspiegelgefälle zwischen den
Knoten und ein sie verbindendes hydraulisch leitendes Element entstehen. Die Strömung er-
folgt immer vom höheren zum niedrigeren Potential.

Wenn der Boden nicht nur Wasser sondern auch Luft enthält, so hat man eine sogenannte
Mehrphasenströmung, die von HYDRA nicht in der Form gekoppelter Differentialgleichungen
verarbeitet werden kann. Es gibt jedoch die Möglichkeit, mit negativen Porenwasserdrücken
teilgesättigte Strömungen zu beschreiben. Die negativen Unterdrücke kann man sich als ka-
pillare Steighöhe sehr gut verdeutlichen. Ein genügend feinkörniger Boden kann mit seinen
kapillaren Wasser nach oben ziehen. Er hat somit im trockenen Zustand einen Unterdruck, der
dieser maximalen Steighöhe entspricht.

Im Bereich des gesättigten Porenvolumens nimmt der Druck linear mit der Tiefe zu, so dass
sich Druckhöhe und Lagehöhe gerade zu einem konstanten Wert addieren. Eine ganz wichtige
Erkenntnis ist nun, dass in allen Punkten oberhalb des Kappilarsaums ein konstanter Unter-
druck herrschen muss. Infolge des konstanten Unterdrucks ergibt sich folglich ein Gradient des
Potentials von oben nach unten, der der geodätischen Höhe entspricht, also 1.0 beträgt.

2.12 Grundgesetze der Hydrologie


Die Theorie der Grundwasserbewegung wird durch zwei Gesetze beschrieben. Das Kontinui-
tätsgesetz besagt, dass für jedes Gebiet die Summe der ein- und austretenden Mengen gleich
der Mächtigkeit der im Gebiet liegenden Quellen, Senken oder Speicher ist.
∂m
d  = q − (2.36)
∂t

v = Vektor der Strömungsgeschwindigkeit


q = Quellen oder Senken
m = Masse des Grundwassers im Gebiet

Das Fließgesetz verknüpft das Standrohrspiegelgefälle i = grad H mit den sich einstellenden
Strömungsgeschwindigkeiten v. Das Gesetz von Darcy lautet

 = −K · grd H (2.37)

wobei K den sogenannten Durchlässigkeitstensor darstellt



k ky kz


K = ky kyy kyz (2.38)

k kyz kzz
z

Die Durchlässigkeit ist abhängig von der Richtung des gewählten Koordinatensystems. Es
gibt jedoch drei zueinander orthogonale Richtungen derart, dass nur die Diagonalglieder des
Durchlässigkeitstensors von Null verschieden sind. Für ein isotropes Medium ist außerdem

k = kyy = kzz = k

ky = kz = kyz = 0

SOFiSTiK 2020 2-9


HYDRA | Theoretische Grundlagen

Die Durchlässigkeiten können in sehr großen Bereichen (bis zu 10 Zehnerpotenzen) schwan-


ken. Die nummerische Behandlung von Systemen bei denen diese Grenzen erreicht werden
kann problematisch werden.

Das Gesetz von Darcy ist in weiten Bereichen gültig, bei sehr kleinen Gradienten tritt jedoch
infolge der Oberflächenspannung gar keine Bewegung oder eine solche der plastischen Flüs-
sigkeiten auf, bei großen Gradienten ist ein Umschlag in turbulentes Fließen zu erwarten, das
mit dem Fließgesetz nach Forchheimer beschrieben werden kann:

grdh =  ·  + b ·  2 (2.39)

kein
Durchfluss plastisch linear postlinear turbulent
K bzw. k

, , ,V V,V

 = ∂h
∂

Abbildung 2.2

2.13 Grundgleichungen der Hydrologie


Setzt man das Fließgesetz in die Kontinuitätsbedingung ein, so erhält man eine Differential-
gleichung des Problems.

d(−K · grd H) = q − S(δH/ δt) (2.40)

S ist dabei der spezifische Speicherkoeffizient, der die Änderung des gespeicherten Wasser-
volumens je Volumeneinheit des Grundwasserraumes bei Änderung der Standrohrspiegelhöhe
um einen Meter angibt. Dieser Wert läßt sich für einen gespannten Leiter aus der Kompressi-
bilität des Korngerüstes und des Wassers berechnen zu

S = γ ((1 − n)/ Kb + n/ K ) (2.41)

2-10 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

wobei

n = Hohlraumanteil oder Porosität


K = Kompressionsmoduli
z.B. K = 2 000 000 kN/m2

Im Bereich des freien Wasserspiegels wird S jedoch durch die freie Oberfläche und den spei-
chernutzbaren Hohlraumanteil nsp definiert. Dieser Wert ist in der Regel um viele Größenord-
nungen größer als der Wert nach Gleichung 5. Trotzdem empfiehlt es sich aus numerischen
Gründen auch den Wert S anzugeben, wenn eine sehr starke Änderung der Speicherfähigkeit
abgemildert werden soll.

HYDRA kann auch teilgesättigte Strömungen rechnen, indem die Durchlässigkeit und das
Speichervolumen in Abhängigkeit des Porenwasserunterdrucks definiert wird. Diese Verfahren
erfordern jedoch entsprechende Erfahrungen und können in diesem Handbuch nicht erläutert
werden.

2.14 Dupuit-Hypothese
In der Praxis tauchen sehr oft großflächige Aquifere geringer Mächtigkeit auf. Bei der Model-
lierung kann dann von der Dupuitschen Hypothese Gebrauch gemacht werden. Diese besagt,
dass das Potential über die Mächtigkeit der Schicht bzw. des durchströmten Anteils konstant
ist. Dann kann das dreidimensionale Problem auf ein zweidimensionales reduziert werden,
wobei die Geometrie der Strömungsschicht fast beliebig im 3D definiert sein kann, also nicht
eben sein muss. Anstelle der Durchlässigkeit tritt deren Integral über die Schichtmächtigkeit,

tatsächlicher Angenommener
Standrohrspiegel Standrohrspiegel

Abbildung 2.3: Dupuit-Hypothese

die sogenannte Transmissivität.

gespannter Aquifer:
Zd Zd
T = k dz , S = S0 dz (2.42)
0 0

ungespannter Aquifer:
ZH ZH
T = k dz , S = S0 dz + n (2.43)
0 0

SOFiSTiK 2020 2-11


HYDRA | Theoretische Grundlagen

2.15 Rohrleitungen und Gerinne


Als Ergänzung zu den linearen Grundgleichungen des vorigen Absatzes sind für die Berech-
nung von Rohrleitungen und Gerinnen zusätzliche nichtlineare Ansätze zu machen. Dabei wird
in beiden Fällen auf die Formeln von Prandtl-Colebrook bzw. Darcy-Weißbach zurückgegriffen.
Der Energieabfall ist proportional der Geschwindigkeitshöhe und einem Verlustbeiwert:

L · 2
Δh = λ · (2.44)
R · 8 · g

wobei

L= Rohrlänge
R= Hydraulischer Radius (bei Kreis R = Durchmesser/4)
v= Strömungsgeschwindigkeit
g= Erdbeschleunigung

Der Verlustbeiwert λ hängt von der Reynoldszahl ab.

RE =  · 4 · R · kz (2.45)

wobei kz den Kehrwert 1/ν der kinematischen Zähigkeit des fließenden Mediums darstellt.
Für den selten vorliegenden laminaren Strömungsbereich (RE < 2320) gilt das Gesetz von
Hagen-Poisseuille

λ = 64/ RE (2.46)

Für den turbulenten Strömungsbereich (RE>2320) gilt die Formel von Prandtl-Colebrook mit
der absoluten Rauigkeit k:

1 2.51 k
 
p = −2g p + (2.47)
λ λ · RE 14.84 · R

Für Gerinne wird der gesamte Querschnitt in Einzelquerschnitte mit gleichen Fließcharakte-
ristiken unterteilt. Dabei werden folgende Annahmen gemacht:

- Der Wasserspiegel ist quer zum Gerinne horizontal.


- In allen Bereichen des Gerinnes herrscht das gleiche Längsgefälle.
Der absolute Betrag des Gefälles ist gering.
- Es treten keine vertikalen Bewegungen auf.

Es sind zwei Unterteilungen üblich. Bei kompakten Querschnitten werden senkrecht zu den
Isotachen Trennlinien eingeführt. Diese Trennlinien erhalten keine Rauigkeiten, für den Wider-
standsbeiwert gilt:
X
 · λges = , · λ (2.48)

Der Wert l steht für die benetzte Länge des Querschnitts. In den Wert von λ geht neben der
Rauhigkeit auch der hydraulische Radius des Teilquerschnitts ein. Der hydraulische Radius
wie auch die Querschnittsfläche sind natürlich abhängig vom Wasserstand.

Bei gegliederten Querschnitten ist dieses Verfahren nicht zulässig. Hier werden die Trennflä-

2-12 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

chen meist lotrecht definiert und erhalten Rauhigkeiten die beim 1- bis 3-fachen der Sohlrau-
igkeiten liegen. Die Abflüsse werden dann getrennt für jeden Teilquerschnitt ermittelt.

2.16 Randbedingungen der Hydrologie


Die Grundrandbedingungen sind:

• Potentiallinien (Linien gleichen Standrohrspiegels)


(Dirichlet’sche Randbedingung)

H = H0 (2.49)

Hinweis: Eine von einer Flüssigkeit benetzte Fläche hat in allen Punkten den gleichen Wert
des Potentials, da sich geodätische Höhe und Druckhöhe jeweils zum gleichen Wert er-
gänzen.

• Stromlinien (Linien mit vorgeschriebenem Zufluss)


(Neumannsche Randbedingung)

 = 0 Q = Q0 (2.50)

Diese Randbedingung umfasst auch die natürliche Randbedingung. An allen Rändern, an


denen keine Aussage gemacht wird, stellt sich die besondere Bedingung des undurchläs-
sigen Randes ein

t · n = 0 (2.51)

Ebenso gehört zu dieser Art der Randbedingung die Grundwasserneubildung, auch


wenn hier die Bedingung eher auf das diskretisierte Volumen und nicht auf den Rand an-
zuwenden ist.

Mit diesen Grundtypen lassen sich zwei weitere kombinierte Fälle erzeugen:

• Freies Grundwasser

Der die Strömung begrenzende Rand ist gleichzeitig Grundwasserdruckfläche (p=0)


und Stromlinie. Die Lage dieses Randes ist vorab nicht bekannt und muß iterativ ermittelt
werden.
• Sickerflächen (Grundwasseraustritte)
An der Austrittsstelle herrscht atmosphärischer Luftdruck. Der Anschlagspunkt muß eben-
falls iterativ ermittelt werden.

Obwohl die Formulierung der freien Oberfläche mathematisch sehr elegant ist und einfach
implementiert werden kann, sollte man sich dessen bewusst bleiben, dass ein sehr steiles
Gefälle zu schleifenden Schnitten führt, die das Iterationsverfahren sehr empfindlich werden
lassen. Eventuell muss man auf teilgesättigte Strömungen ausweichen.

Schließlich sind noch zwei Sonderrandbedingungen verfügbar, die spezielle Randbedingungen


vereinfachen.

• Brunnen

SOFiSTiK 2020 2-13


HYDRA | Theoretische Grundlagen

Abbildung 2.4: Randbedingungen Freispiegelproblem

Brunnen sowie Schluckbrunnen können wie eine Potentialfläche oder Sickerfläche behan-
delt werden. Der Wasserstand im Brunnen wird dabei iterativ verändert, bis die gewünschte
Förder- oder Schluckmenge erreicht ist.
• Übergangsbedingungen

Übergangsbedingungen treten zum Beispiel bei verschlammten Flusssohlen auf (Leaka-


ge). Die eintretende Menge ist von dem Druckunterschied zwischen zwei Punkten abhän-
gig. Dies ist das hydraulische Analogon zur Feder einer statischen Berechnung.

2.17 Koordinatensystem
HYDRA verwendet ein dreidimensionales rechtsdrehendes kartesische Koordinatensystem.
Als Konvention zu Berechnung der Drücke ist festgelegt, dass eine der Koordinatenachsen
vertikal ausgerichtet ist. Dies ist normalerweise die Z-Achse, kann jedoch über die Richtung
des Eigengewichts beliebig gewählt werden.

2.18 Elemente
Das gesamte hydraulische oder wärmeleitende System kann durch die folgenden Elemente
beschrieben werden. Alle Elemente können miteinander gekoppelt werden. Die Mengen aus
allen an einem einzelnen Knoten angreifenden Elementen sind gleich der Einspeisung oder
Entnahme an diesem Knoten.

2.18.1 Rohrelement
Das Rohrelement verbindet zwei Knotenpunkte, es gehorcht dem Fließgesetz nach Prandtl-
Colebrook bzw. Darcy-Weisbach. Es ist für Rohrleitungen und offene Gerinne verwendbar. Für
Wärmeleitung ist es nicht geeignet. Rohrelemente werden als Fachwerkelemente mit einem
passenden Querschnitt (z.B. ROHR) definiert.

2.18.2 Linkelement
Das Linkelement verbindet zwei Knotenpunkte, es gehorcht einem linearen oder quadratischen
Fließgesetz und/oder der Strahlungsrandbedingung. Das Element wird aus den in der Daten-

2-14 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

Abbildung 2.5: Rohr- und Linkelement

basis gespeicherten Federelementen gebildet.

2.18.3 Ebenes Element


Das ebene Element mit drei oder vier Knoten beschreibt ein räumliches Element, bei dem die
Strömungskomponente senkrecht zur Elementebene verschwindet. Die durchströmte Fläche
wird durch die Ebene der Knoten 1-4 und die in Richtung der Flächennormalen n orientierte
Dicke d beschrieben. Ein Sonderfall der ebenen Elemente sind Oberflächenelemente. Diese

Abbildung 2.6: Ebenes Element mit freier Oberfläche

werden nur zur Definition von Randbedingungen verwendet. Sie sind nicht leitend und werden
durch eine negative Elementnummer gekennzeichnet.

2.18.4 Axialsymmetrisches Element


Das axialsymmetrische Element wird als ebenes Element definiert und beschreibt einen Teil
eines Meridianschnitts in der Y-X oder Z-X Ebene. Die Rotationsachse ist immer die X-Achse.
Bei Freispiegelproblemen ist deshalb auch die X-Achse zwingend parallel zur Richtung des

SOFiSTiK 2020 2-15


HYDRA | Theoretische Grundlagen

Abbildung 2.7: Axialsymmetrisches Element

Eigengewichts.

2.18.5 Räumliches Element


Das räumliche Element mit 8 Knoten ist geeignet, um allgemeine räumliche Probleme zu be-
handeln.

Abbildung 2.8: Räumliches Element

2.19 Randbedingungen
Die natürliche Randbedingung SStromlinießtellt sich von alleine auf allen Rändern ohne spe-
zielle Behandlung ein.

Weitere Strömungsrandbedingungen, werden ein entsprechendes Oberflächenintegral einge-


arbeitet. Dabei wird der Bezug zu den Knotenpotentialen durch die Verwendung der gleichen

2-16 SOFiSTiK 2020


Theoretische Grundlagen | HYDRA

Ansatzfunktionen für Elementinneres und Randfläche hergestellt:


Z
Q = q H · N dF (2.52)

2.19.1 Freispiegel
Der Freispiegel ist eine Randfläche, die sowohl eine Potential- als auch eine Strömungsrandbe-
dingung hat. Dafür ist deren Lage jedoch nicht bekannt. Wenn die Linie des verschwindenden
Druckes als Begrenzung des Integrals verwendet wird, so wird im nächsten Schritt die Strö-
mungsrandbedingung auf der alten Potentiallinie erfüllt. Durch Wiederholung dieses Prozesses
wird die wahre Lage des freien Spiegels allmählich angenähert.

Ein häufiger Fehler ist der, das man durch falsche Wahl der Randbedingungen das gesamte
Gebiet trocken fallen lässt, die so ermittelten Lösungen sind natürlich unbrauchbar, aber für
den Anfänger eventuell nicht erkennbar.

2.19.2 Sickerflächen
Ergibt sich bei Freispiegel und Vorgabe eines Potentials ein negativer Druck, so muß das Po-
tential auf die geodätische Höhe reduziert werden. Ergibt sich dann eine einströmende Menge,
so muß die Potentialrandbedingung fallen gelassen werden. Ergibt sich später wieder ein po-
sitiver Druck, so muß die Potentialbedingung reaktiviert werden.

2.19.3 Konvektions- und Strahlungsrandbedingungen


Dieser Typ von Randbedingung wird durch Zusatzglieder der Systemmatrix und Terme auf der
rechten Seite realisiert. Bei der Strahlungsbedingung muß mit einem Anfangswert einer linea-
ren Übergangsbedingung gestartet werden, die dann iterativ an die nichtlineare Bedingung
herangeführt wird.

2.20 Prinzipieller Programmablauf


Das Lösungsverfahren gliedert sich in folgende Schritte

• Das gesamte Gebiet wird in Knoten und Elemente zerlegt. Alle Konstanten werden für
Knoten oder Elemente definiert. Es können Teilgebiete definiert werden in denen fehlende
Materialwerte nach verschiedenen Verfahren (z.B. lineare Regression) ergänzt werden.
• Mit den angesetzten Randbedingungen wird nun eine stationäre oder instationäre Rech-
nung ausgeführt. Eventuelle Iterationen bzw. Zeit- schritte laufen nach dem Schema
- Ermittlung der Ergebnisse des Zustandes i-1
- Bilden einer neuen Durchlässigkeit oder entsprechender
Korrekturglieder der rechten Seite.
- Überprüfung der Randbedingungen
- Potentiale des Zustandes i
• Zum Abschluss eines Rechenganges werden, sofern verlangt, die Strömungsgeschwindig-
keiten der einzelnen Elemente berechnet und eine Bilanzierung der Mengen vorgenom-
men.

Q = −A · H − C · dH/ dt (2.53)

SOFiSTiK 2020 2-17


HYDRA | Theoretische Grundlagen

Dabei werden die Mengen für Teilgebiete (Gruppen) einzeln bilanziert. Die Strömungsmen-
gen ergeben sich als integral zu betrachtende Mengen in jedem Knoten. Die Summe der
Mengen erfüllt die Mengenbilanz exakt im Rahmen der Rechengenauigkeit. Bei instatio-
nären Berechnungen wird die Differentialgleichung zu einem Zeitpunkt vor dem Endwert
erfüllt. Es ergeben sich deshalb abhängig von der Größe des Zeitschritts prinzipielle Ab-
weichungen.
Die Strömungsgeschwindigkeiten bzw. Wärmestromdichten der Elemente werden aus ei-
ner Differentiation der Potentiale erhalten. Sie sind deshalb um eine Größenordnung
schlechter als die Potentiale oder Mengen und sind zwischen den Elementen im Gegensatz
zum Potential unstetig. Deshalb werden sie auch nur für den Schwerpunkt jedes Elementes
berechnet.

2-18 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3 Eingabebeschreibung

Das Programm berechnet Grundwasser oder Temperaturprobleme für eine in der Datenbasis
vorhandene Struktur. Die unterschiedlichen Varianten werden durch Eingabe der Einheit der
Mengen (z.B. Watt oder l/min) im Satz SYST ausgewählt.

3.1 Programmgrenzen

allgemein
Höchste Knotennummer 9999999
Anzahl Knoten 9999999
Anzahl Materialien 999
Höchste Elementnummer 9999999
Anzahl Elemente 9999999
Anzahl Knoten/Brunnen 240

3.2 Eingabesprache
Das Programm HYDRA verwendet die CADINP Eingabesprache. Beschreibung siehe allge-
meines Handbuch SOFiSTiK: ’STATIK Installation und Grundlagen’. Folgende Satznamen sind
definiert:

Satzname Kennworte
SYST ART QNR GDIR DIMT DIMQ
STEU OPT WERT
GRUP NR LEV LAST HP HC TF
STEP N T TFAK THET HOPT TMIN
PLF NR T HP DHPX DHPY DHPZ DHTF
PU LFS LFU LFU0
KVAL NR TYP VAL VAL2 VAL3 VAL4 VAL5
VAL6 COPY
HMAT NR TYP TEMP KXX KYY KZZ KXY
KXZ KYZ S NSP A B C
LINK NR A B S EPS AREF
ROHR NR L
LF NR BEZ
RAND TYP VAL VON BIS DELT F VP
EPS NB DVX DVY DVZ
SURF TYP VAL VON BIS DELT F VP
EPS NB
Tabelle wird auf der Folgeseite fortgesetzt.

SOFiSTiK 2020 3-1


HYDRA | Eingabebeschreibung

Satzname Kennworte
FUNK T F NR BEZ
HIST TYP VON BIS DELT
ECHO OPT WERT

Die Sätze KOPF, ENDE und SEIT sind im allgemeinen Handbuch SOFiSTiK: ’STATIK Installa-
tion und Grundlagen’ beschrieben.

Es folgt die Beschreibung der einzelnen Sätze.

3-2 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.3 SYST – Systemparameter

Siehe auch: STEU, STEP, GRUP


SYST

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

ART Art des Systems LT REST


REST vorhandenes Hauptsystem
SECT System des Querschnitts GDIV
explizite Systemdefinitionen
QNR Querschnittsnummer − -
GDIR Richtung des Eigengewichts LT NEGZ
POSX,POSY,POSZ positive Achsen
NEGX,NEGY,NEGZ negative Achsen

DIMT Einheit der Zeit in Ein- und Ausgabe LT SEC


SEC Sekunden
MIN Minuten
H Stunden
D Tage
DIMQ Einheit der Mengen in Ein- und Ausgabe LT L
KG Megapascal
L Liter
M3 Kubikmeter
W Watt·DIMT,
Temperaturen in Celsius
KW Kilowatt·DIMT, Celsius
MW Megawatt·DIMT, Celsius
AW Watt·DIMT,
Temperaturen in Kelvin
AKW Kilowatt·DIMT, Kelvin
AMW Megawatt·DIMT, Kelvin

Das System zur Berechnung muss in der Datenbasis vollständig definiert sein.

HYDRA kann auch das FE-System eines Querschnitts für die Berechnung verwenden. Dieser
wird mit SYST SECT nnn ausgewählt, wobei nnn die Nummer des Querschnitts bezeichnet.
Das FE-System des Querschnitts wird in einem Unterverzeichnis verwaltet und muss für allge-
meine Querschnitte in AQUA mit der Option STEU STYP FEMX erzeugt werden. HYDRA legt
für typisierte Rechteck-, Plattenbalken- und Kreisquerschnitte automatisch ein strukturiertes
Netz an, sofern dieses noch nicht vorhanden ist. Dabei werden die Parameter der Netzdichte
(STEU HDIV) verwendet, die vor dem SYST-Satz angegeben werden.

Die Vorgabe einer Einheit W, kW oder MW bzw. AW, AKW oder AMW definiert ein Wärmeleit-
problem. Die Einheit KG ist für eine Dampfdiffusionsberechnung vorgesehen.

SOFiSTiK 2020 3-3


HYDRA | Eingabebeschreibung

Die Vorgabe einer Einheit für die Zeit erlaubt die Verarbeitung der sich in weiten Grenzen
bewegenden Ein- und Ausgabewerte in jeweils vernünftigen Größenordnungen. Betroffen sind
die Zeiten der Ganglinien und Zeitschritte sowie die Mengen bei den Randbedingungen und
alle Ausgaben von Mengen.

Die Einheit gilt nur innerhalb des Rechenlaufes. Da sie nicht in der Datenbasis gespeichert, ist
sie jedesmal neu zu definieren.

3-4 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.4 STEU – Steuerparameter der Berechnung

STEU

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

OPT Bezeichnung einer Option LT -


AFIX Behandlung mehrdeutiger Systeme
SCON Ansatz der Speichermatrizen
FROB Freispiegel
TURB Turbulente Strömung
SOLV Gleichungslöser
KITE Iterationsverfahren
GEN Genauigkeit der Iteration
MITE maximale Anzahl von Iterationen
ETOL Genauigkeit des Line-Search
HDIF erlaubte Veränderung des Potentials
FMAX maximaler Beschleunigungsfaktor
FMUL maximale Erhöhung Beschleunigungsfak-
tor
LDIF Speicherung Differenzzustand unter LF +
LDIF
HLIM Abbruchtoleranz der Standrohrspie-
gel/Temperatur
VLIM Abbruchtoleranz der Geschwindigkei-
ten/Stromdichten
GAM Spezifisches Gewicht Medium
KZ Kinematische Viskosität
TEFF Wirksames Betonalter
HDIV Netzdichte für Querschnitte

WERT Wert der Option ∗ !


W2 zweiter Wert für einige Optionen ∗ -
W3 dritter Wert für einige Optionen ∗ -

Die Optionen haben im einzelnen folgende Eingabemöglichkeiten:

SOLV Auswahl des Solvers


3 = seriell
4 = PARDISO parallel

GAM Spezifisches Gewicht des Mediums kN/m3 10


KZ Kinematische Viskosität sec/cm2 76.3
(nur für Rohrelemente)

SOFiSTiK 2020 3-5


HYDRA | Eingabebeschreibung

FROB Freispiegel - 0
0 = nicht berücksichtigen
1 = berücksichtigen
2 = inkl. Geschwindigkeitshöhe

TURB Nichtlineares Fließen - 0


0 = nicht vorhanden
1 = vorhanden (z.B. Rohr-Elemente)

SCON Art der Speichermatrizen - 1


1 = Diagonalmatrizen
2 = konsistente Matrizen
(erfordern eine Mindestgröße der Zeitschritte)

LDIF Speicherung des Differenzzustandes - 0


unter LF + LDIF wenn ungleich 0

KITE Bitmuster Iterationsverfahren - 1


0 = konstante Steifigkeit
1 = Tangentensteifigkeit
2 = Crisfield-Quasi-Newton
4 = Linesearch aktivieren
8 = BFGS-Verfahren
KITE = 8·(max Anzahl der Updates)

GEN Genauigkeit der Iteration bzw. K m 0.01

MITE Maximale Anzahl von Iterationen - 20

FMAX Maximaler Wert für Kontrollmechanismus - *


Voreinstellung: 2.0 bei KITE 1
10.0 bei KITE 0
1000.0 bei KITE >1
FMUL Maximale Erhöhung des Kontrollmechanismus - *
Voreinstellung: 1.1 bei KITE 1
2.0 bei KITE 0
1000.0 bei KITE >1
HDIF Erlaubte Änderung Potential/Temperatur m -
(beschränkt Linesearch) bzw. K

HLIM Toleranz der Standrohrspiegel/Temperatur m -


Die Berechnung wird abgebrochen, wenn die bzw. K
Werte des neuen Zustandes sich um mehr als
HTOL vom Ausgangszustand unterscheiden.

3-6 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

VLIM Toleranz der Geschwindigkeiten/Stromdichten m/sec -


Die Berechnung wird abgebrochen, wenn sich bzw.W
in einem Element Strömungsgeschwindigkeiten
einstellen, die größer als VTOL sind.
TEFF Methode zur Berechnung des wirksamen 2
Betonalters
0 keine Berechnung
1 Definition nach Saul
2 Definition nach Freiesleben
W2 = A0 [33500] ; W3 = A1 [1470]
3 Definition nach Jonasson
W2 = A2 [5300]

HDIV Netzdichte für FE-Querschnitte QB/QC m -


sowie eines Progressionsfaktors V2 - 1.3

Anmerkungen zum Iterationsverfahren:

Das Verfahren der veränderlichen Steifigkeit ist bei Freispiegelproblemen normalerweise zu


verwenden, da infolge der Randbedingungen die Matrix relativ häufig gelöst werden muß. Bei
großen Problemen, bei denen sich die Eigenschaften nicht so stark ändern, kann das Quasi-
Newton Verfahren deutliche Vorteile bezüglich der Rechenzeit bringen.

Zur Verbesserung des Verfahrens sind verschiedene Kontrollmechanismen vorhanden, die bei
oszillierenden Iterationen dämpfen und bei monotoner Konvergenz extrapolieren. Die Extrapo-
lation wird durch einen maximalen Faktor FMAX und eine maximale Erhöhung des Faktors um
FMUL gesteuert. Durch Vorgabe FMAX < 1.0 kann eine ständige Dämpfung erreicht werden.
Dieser Mechanismus kann mit der Eingabe STEU FMUL 0.0 deaktiviert werden.

SOFiSTiK 2020 3-7


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.5 STEP – Angaben zur instationären Berechnung

Siehe auch: STEU


STEP

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

N Anzahl der Zeitschritte − 0


T Zeitwert erster Zeitschritt / Gesamtzeit DMT 1
TFAK Faktor für Zeitschritte − 1
THET Beiwert des Zeitintegrationsverfahrens (0.5 ≤ Θ < 2) − 0.7
HOPT Optimale Änderung des Potentials m/ K -
TMIN Kleinstmöglicher Zeitschritt für HOPT DMT 0.001T

Eine instationäre Berechnung wird durch Angabe von N angestoßen. Für die Dauer und Un-
terteilung des Zeitintervalls sind eine Fälle von Möglichkeiten vorgesehen.

• konstanter Zeitschritt
Eingabe von N und T definiert die Größe des Zeitschritts.
• geometrische Progression mit festen Werten
Die Größe des (n+1)-ten Zeitschritts wird durch Multiplikation von TFAK mit dem n-ten
Zeitschritt erhalten. Bei vielen Zeitschritten empfiehlt sich die Kontrolle mit einem Taschen-
rechner, da der letzte Zeitschritt sehr hohe Werte annehmen kann, wenn man TFAK nicht
vorsichtig wählt.
• automatische Zeitschrittwahl
ausgehend von einem optimalen Wert HOPT für eine gewünschte Änderung des Potenti-
als in jedem Zeitschritt. TFAK ist dann mit 1.4 voreingestellt. Wenn die Änderung größer
wird als TFAK·HOPT, so wird der Zeitschritt verkleinert und der Schritt wiederholt. Ist die
Änderung kleiner als HOPT/TFAK, so wird der nächste Zeitschritt mit TFAK vergrößert.

Zum anderen kann man auch die Dauer der Gesamtberechnung explizit oder über die Vorgabe
der Zeitschritte eingeben.

• Mit der Eingabe N > 1 steht N für die Anzahl der Zeitschritte. Die Gesamtdauer der Be-
rechnung ergibt sich aus der Summe der Zeitschritte.
• Alternativ kann man bei T die Gesamtdauer eingeben, dann muß aber bei N ein Wert <
1 eingegeben werden, der die Größe des ersten Zeitschritts als Faktor der Gesamtzeit
definiert. (N 0.001 ergibt einen ersten Zeitschritt mit einem Tausendstel der Gesamtzeit T.)

3-8 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.6 PLF – Angaben zum Ausgangszustand

Siehe auch: STEU


PLF

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Nummer des Ausgangszustandes − -


T Zeitwert zu Beginn der Berechnung DMT *
HP Konstanter Wert des Startpotentials mbz.K 0.
DHPX Globales Gefälle des Ausgangswertes m/ m 0.
DHPY bz. 0.
DHPZ K/ m 0.
DHTF Faktor der zeitlichen Ableitung − 0.0
PU Minimaler Porenwasserdruck beim m -9999.0
Übergang zu Freispiegel
LFS Statischer Lastfall für Spannungen − -
LFU Statische Lastfälle zur Erzeugung eines − -
LFU0 Porenwasserüberdrucks aus LFU-LFU0 − -

Ausgangszustand einer instationären Berechnung oder Vergleichsbasis ist ein gespeicherter


Zustand NR zum Zeitpunkt T. Voreinstellung ist der letzte Zeitwert des unter NR gespeicherten
Zustandes. Dieser Wert ist für die richtige Interpolation in den Ganglinien und die Identifikation
der grafischen Ausgabe wichtig.

Zusätzlich können auch global linear veränderliche Ausgangswerte definiert werden. Für jeden
Knoten, wird der Anfangswert addiert:

HP = HP + DHPX · X + DHPY · +Y + DHPZ · +Z

Schließlich ist es auch möglich, über GRUP für jede Gruppe einen eigenen Wert zu addie-
ren. Knoten, die mehreren Gruppen angehören, erhalten dann das arithmetische Mittel der
definierten Gruppenwerte in diesem Knoten.

Bei instationären Berechnungen kann die zeitliche Ableitung des letzten Ausgangszustandes
als Startwert für die Berechnung eventuell eine Vereinfachung der Iteration bewirken. Dazu
ist dann z.B. DTHF 1.0 einzugeben. Die zeitliche Ableitung wird als Differenz der letzten zwei
gespeicherten Potentialverteilungen errechnet. Da die Ableitung aber nicht immer übernom-
men werden kann, ist die Voreinstellung DTHF 0.0. Der Wert PU wird eventuell benötigt, falls
sich vom Primärzustand zum Startwert bereits signifikante Änderungen der Randbedingungen
ergeben haben sollten.

Sofern für T das Literal CONT eingegeben wird, so werden alle Potentialwerte des Primärzu-
standes (auch die früherer Zeitwerte) in den aktuellen Lastfall übernommen. Dies erhöht zwar
den Umfang der Daten in der Datenbasis ist aber für das Postprocessing von Vorteil. Elemen-
tergebnisse können jedoch nicht mit diesem Verfahren nicht gemeinsam verarbeitet werden.

SOFiSTiK 2020 3-9


HYDRA | Eingabebeschreibung

Mit LFS kann ein Lastfall ausgewählt werden dessen Spannungen für eine Modifikation der
Durchlässigkeiten (HMAT FVOL/FSIG) herangezogen werden.

Mit LFU/LFU0 können ein oder zwei statische Lastfälle angegeben werden. Die volumetri-
schen Differenzspannungen dieser Lastfälle werden dann als Ausgangsbedingungen für den
Porenwasserüberdruck einer Konsolidation angesetzt (H=h-1/3(Δsigx+Δsigy+Δsigz)/gam).

Für ganz besondere Fälle ist es auch möglich an gespeicherten Lastfällen noch Modifikationen
vorzunehmen. Mit COPY, kann man mehrere Lastfälle zu einem transienten zusammenkopie-
ren und die Druckwerte skalieren.

3.7 COPY – Modifikation von Ergebnissen

COPY

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

VON Erste Nummer eines Zustandes − -


BIS Letzte Nummer eines Zustandes − VON
NACH Neue Nummer eines Zustandes − VON

PCOR Druckwerte verschieben um ∗ 0.0


PREF Druckwerte teilen durch ∗ 1.0

3-10 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.8 GRUP – Auswahl und Parameter von Gruppen

Siehe auch: STEU, STEP


GRUP

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Gruppennummer Lt/ − *
Voreinstellung: * alle Gruppen
LEV Verwendungslevel LT VOLL
NEIN nicht verwenden
JA verwenden, aber nicht drucken
VOLL verwenden und drucken
LAST Belastung in der Datenbasis speichern LT NEIN
NEIN nichts speichern
AUFT Auftrieb
STRO Strömungsdruck
DRUC Auftrieb + Strömungsdruck
TEMP Temperaturunterschied
ATEM absolute Temperatur
HP Wert des Potentials im Primärzustands m|◦ -
(siehe PLF für weitere Hinweise)
HC Größe des Übergangsbereichs (Kapillarsaum) m 0
TF Reduktionsfaktor für die Durchlässigkeit im undurch- − 0.001
strömten Gebiet

Die gesamte Struktur wird in Gruppen eingeteilt. Die Gruppennummer wird multipliziert mit
dem Gruppendivisor (Satz SYST GDIV) und bei der Erzeugung aller Elemente nach dem ent-
sprechenden GRUP-Satz vor die Elementnummer gesetzt. Bei späteren Berechnungen kön-
nen Teile des Systems unberücksichtigt bleiben, indem die entsprechenden Gruppen mit LEV
NEIN deaktiviert werden.

HYDRA kann als Ergebnis der Berechnung Lasten in der Datenbasis speichern, die dann von
den Programmen TALPA oder ASE weiterverwendet werden können. Komplette Temperatur-
felder können von diesen Programmen allerdings besser unmittelbar verwendet werden und
brauchen hier nicht behandelt werden.

AUFT Alle Elemente unterhalb der freien Oberfläche werden mit Auftrieb belastet.

P = +γ · grd Z

STRO Alle Elemente unterhalb der freien Oberfläche werden mit Strömungsdruck belas-
tet.

P = −γ · grd H

DRUC Alle Elemente unterhalb der freien Oberfläche werden mit Auftrieb + Strömungs-

SOFiSTiK 2020 3-11


HYDRA | Eingabebeschreibung

druck belastet.

P = −γ · grd (H − Z)

TEMP Alle Elemente werden mit einer gleichmäßigen mittleren Temperaturerhöhung be-
lastet.

Bei Freispiegelproblemen wird für den nicht durchströmten Bereich aus nummerischen Grün-
den nicht die Durchlässigkeit Null, sondern ein mit TF multiplizierter Wert angesetzt. Durch die
Angabe von HC kann ein Übergangsbereich mit linear abnehmender Durchlässigkeit definiert
werden, wie er z.B. durch einen leitenden Kapillarsaum gegeben ist.

3-12 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.9 KVAL – Materialwerte in Knoten

Siehe auch: HMAT


KVAL

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Knotennummer (0=alle Knoten) − !


TYP Wertetyp (vgl. Tabelle) LT !
VAL Wert ∗ !
VAL2 zusätzliche Werte, wenn erforderlich ∗ -
VAL3 ∗ -
VAL4 ∗ -
VAL5 ∗ -
VAL6 ∗ -
COPY Einheitsfall in der Datenbasis − -

Lineare Materialwerte können sowohl für jeden Knoten als auch in einer separaten Materialta-
belle definiert werden. Knotenbezogene Werte werden mit dem Satz KVAL definiert.

Für TYP sind folgenden Literale zugelassen (vgl. Satz HMAT):

K Isotrope Durchlässigkeit nach Darcy m/sec


bzw. Isotrope Wärmeleitfähigkeit W/Km

KXYZ Anisotroper Durchlässigkeitstensor m/sec


bzw. anisotrope Wärmeleitfähigkeit W/Km
Die Kennworte VAL-VAL6 sind die Werte
k , kyy , kzz , ky , kz , kyz
S Spezifischer Speicherkoeffizient 1/m
bzw. J/Km3
NSP Speichernutzbarer Hohlraumanteil -

Mit COPY kann ein beliebiger in der Datenbasis unter dieser Nummer gespeicherte Ergebnis-
fall zur Besetzung der Materialwerte herangezogen werden. Die Werte VAL bis VAL6 sind
dann Faktoren. Mit dieser Methode kann der Anwender einen stetigen Verlauf über eine
Identifikations- oder Vorberechnung mit vorgegebenen Werten in einigen wenigen Punkten
erzeugen.

SOFiSTiK 2020 3-13


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.10 HMAT – Materialwerte HYDRA

HMAT

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Materialnummer − !
TYP Typ des Materialgesetzes LT *
DARC Sickerströmung (Darcy, linear)
FORC Sickerströmung (Forchheimer)
MISS Sickerströmung (Missbach)
FLOW Allg. Diffusion (z.B. Dampf)
FOUR Wärmeleitung (Fourier, linear)
Hydration of concrete:
JONA Jonasson Hydratation
HSCM ”Shrinkage-Core” Modell
WESC Dänisches Modell nach Wesche

TEMP Temperatur oder Druckniveau ∗ 0.


KXX Isotrope Leitfähigkeit ∗ 0.
KYY bzw. Werte bei Anisotropie ∗ KXX
KZZ bzw. Parameter A, B (Forchheimer), ∗ KXX
KXY bzw. Parameter C,M (Missbach) ∗ 0.
KXZ ∗ 0.
KYZ ∗ 0.
S Spezifischer Speicherkoeffizient ∗ 0.
NSP Speichernutzbarer Hohlraumanteil oder Feuchtig- − 0.
keitsgehalt

Parameter für Hydratation:


A Konstante a für JONA / HSCM / WESC − *
B Konstante b für JONA / WESC − *
C Konstante c für WESC − *
QMAX Maximale Hydratationswärme kJ/ m3 0.
TK Referenzzeit h 15

BEZ Bezeichnung des Materials Lt32 -

Mit HMAT können Materialsets für die drei individuellen Grundaufgaben Diffusion, Strömung
und Wärmeleitung für ein Material definiert werden. Die Materialeigenschaften sind der Fachli-
teratur oder Versuchen zu entnehmen. Grobe Anhaltspunkte kann man jedoch (ohne Gewähr)
angeben.

Pro Materialnummer und Set können bis zu 15 verschiedene Sets von Materialkonstanten für

3-14 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

unterschiedliche Temperaturen [ ◦ Celsius] oder Porenwasserdruckniveaus [ kPa = kN/m2 ]


definiert werden. Bei einer nichtlinearen Berechnung wird dann zwischen diesen Werten inter-
poliert.

3.10.1 Hydraulische Parameter


Bei Grundwassersstömungen (DARC,FORC,MISS) ist die Einheit für Leitfähigkeiten (KXX,
KYY, KZZ) ist [ m/sec] , für Speicherkoeffizient (S) [ m3/m] . TEMP ist der Druck in [ kPa] .

z.B. Hydraulische Leitfähigkeiten (nach Dyck, Peschke):

Bodenart k [ m/sec]
Sandiger Kies 3·10−3 ... 5·10−4
Kiesiger Sand 1·10−3 ... 2·10−4
Mittlerer Sand 4·10−4 ... 1·10−4
Schluffiger Sand 2·10−4 ... 1·10−5
Sandiger Schluff 5·10−5 ... 1·10−6
Toniger Schluff 5·10−6 ... 1·10−8
Schluffiger Ton ≈ 10−8

Positive Porenwasserdrücke stehen für gesättigte, negative Werte für ungesättigte Zustände.
Es werden k-Werte und Speicherwerte interpoliert. Bei Freispiegelproblemen wird zusätzlich
die Veränderung des Hohlraumvolumens nsp in einen Speicherkoeffizienten der freien Ober-
fläche umgerechnet.

Die Materialwerte können auch anisotrop oder isotrop von den wirkenden mechanischen Span-
nungen abhängig gemacht werden. Dazu definiert man unter der gleichen Materialnummer
Eingabewerte vom Typ FVOL, FSIN oder FSIT. Der Unterschied zwischen FSIN und FSIT liegt
darin, ob eine Leitung über den Riss oder in Rissrichtung andere Materialwerte erhalten soll.
Für die Skalierung der Rissweite sind normalerweise die linearen Spannungen besser geeig-
net.

Der Benutzer kann in HYDRA Materialdefinition für die Elemente über die Materialnummer
(bei ingenieurmäßigen Konstruktionen) oder einer inhomogenen Definition über die Knoten
(Element-Materialnummer = 0), z.B. bei Grundwassermodellen wählen. Beide Varianten sind
auch gleichzeitig verwendbar. Bei einer allgemeinen Diffusion (FLOW) nach der Potentialtheo-
rie sind die Einheiten der Menge in kg und daher für Leitfähigkeiten (KXX, KYY, KZZ) ist
[ sec/m] , für Speicherkoeffizient (S) [ kg/m3/Pa] =[ sec2/m] .

3.10.2 Wärmeleitung
Wärmeleitung erfolgt nach den Gleichungen von Fourier (FOUR). Einheit für Leitfähigkeiten
(KXX, KYY, KZZ) ist [ W/K/m] , für Speicherkoeffizient (S) = Stoffwärme*Dichte [ J/Km3 ] . TEMP
ist die Temperature in Grad Celsius oder Kelvin, dies kann man mit einer expliziten Vorgabe
der Einheit im Tabellenkopf festlegen.

z.B.:

SOFiSTiK 2020 3-15


HYDRA | Eingabebeschreibung

Material Leitfähigkeit Stoffwärme Ausdehnung Emissions-


λ [ W/Km] c [ J/kgK] koeff. [ -] grad ε[ -]
Porenbeton 0.14 ... 1.20 1050
Leichtbeton 0.70 ... 1.20 1050
Stahlbeton 1.60 ... 2.10 1050 1.0·10−5
Mauerwerk 0.50 ... 1.30 950 0.93
Dämmstoffe 0.020 ... 0.090 850 -
Stahl 50 420-670 1.2·10−5 0.06 . . . 0.67
Kupfer 380 385 1.6·10−5 0.04 . . . 0.78
Aluminium 200 900 2.4·10−5 0.05 . . . 0.30
Holz 0.13 ... 0.20 2500 0.18·10−3
Wasser 0.58 4187
(S = c·ρ)

Sofern die Materialien mit BETO, STAH, HOLZ, MAUE oder TYP bei MATE definiert wurden,
werden bei Angabe FOUR alle Standardwerte nach EN 12524 vorbesetzt. Für Beton und Holz
definiert der Eingabewert NSP dabei die relative Feuchte.

Mit einer expliziten Vorgabe von mehreren Sätzen mit einer expliziten Eingabe von TEMP
können Tabellenwerte in gewünschter Feinheit abgerufen und modifiziert werden. In der Vor-
einstellung werden die im Eurocode abgelegten Funktionen verwendet.

4500
1.800
4000
1.600
3500
1.400
3000
1.200
1.000 2500 S [kJ/m3/K]

0.800 2000
K [W/m/k]
0.600 1500

0.400 1000

0.200 500
0.00 [◦ C] 0.00 [◦ C]
200.00

300.00

400.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00

200.00

300.00

400.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00
100.00

100.00
1000.00

1100.00

1200.00

1000.00

1100.00

1200.00
0.00

0.00

Abbildung 3.1: Leitfähigkeit und Wärmekapazität von Beton

Die thermische Leitfähigkeit des Betons kann zwischen einer oberen (A=1.0) und einer unteren
(A=0.0) Grenze liegen. Spezialeffekt bei S ist die Verdampfung des Porenwassers.

3-16 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

.0 50.00 18000
18000
.0 45.00
16000 16000
.0 40.00
14000 14000
.0 35.00
12000 12000
.0 30.00 K [W/m/k]
k [W/m/K] 10000 10000
.0 25.00
8000 8000
.0 20.00
6000 6000 S [kJ/m3/K]
.0 15.00 S [kJ
.0 10.00 4000 4000

00 5.00 2000 2000


.0 0.00 [◦ C] 0.00 0.0 [◦ C]
[ C] [ C]

0.00

100.00

300.00

400.00

500.00

700.00

1000.00

1200.00
1100.00
0.00

100.00

200.00

300.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00

1000.00

1200.00
1100.00
100.00

200.00

300.00

400.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00

100.00

200.00

300.00

400.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00
1000.00

1100.00

1200.00

1000.00

1100.00

1200.00
0.00

0.00
Abbildung 3.2: Leitfähigkeit und Wärmekapazität von Stahl

1.50 7.00
1.40 6.50
1.30 6.00
1.20 K [W/m/k] 5.50
1.10 5.00
1.00
4.50
0.90
4.00
0.80
0.70 3.50
0.60 3.00
0.50 2.50
0.40 2.00
0.30 1.50
0.20 1.00
0.10 0.50 S [kJ/m3/K]
[◦ C] [◦ C]
100.00

200.00

300.00

400.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00

100.00

200.00

300.00

400.00

500.00

600.00

700.00

800.00

900.00
1000.00

1100.00

1200.00

1000.00

1100.00

1200.00
0.00

0.00

Abbildung 3.3: Leitfähigkeit und Wärmekapazität von Holz

3.10.3 Hydratation von Beton


Für die Hydratation von Beton benötigt man die maximale Wärmemenge QMAX, eine Funktion
für das wirksame Betonalter (siehe HYDRA STEU TEFF) sowie einen Ansatz für den Hydrata-
tionsgrad α als Leitgröße. Hierfür gibt es zahlreiche Ansätze mit unterschiedlichen Parametern.
Gemeinsam ist jedoch:

TEMP Eine Referenztemperatur [ ◦ C] 10


QMAX Die maximale Wärmemenge [kJ/ m3 ] !
TK Die Bezugszeitτk [ h] 15
S Der Exponent für Reifegrad nach Saul 1.00

TYP JONA Funktion nach Jonasson, eine Erweiterung des Ansatzes von Byfors:
 
τ
  
α = ep b n 1 + (3.1)
τk

Beispielwerte für die Konstanten a,b und τk kann man z.B. im Anhang A des Heft 512 des
DAfStB finden, die beim Eingabesatz HMAT abgedruckt sind, in der Regel sind hier jedoch
Versuche erforderlich! Leider gibt es auch Veröffentlichungen in denen die Parameter a und b

SOFiSTiK 2020 3-17


HYDRA | Eingabebeschreibung

vertauscht sind.

A,B Parameter a und b [ -} -1.15,-1.00

Die Werte sind aus Versuchen zu ermitteln, in der Literatur wird häufig auch die Wärmemenge
in [ J/kg] angegeben. Anhaltswerte gibt die folgende Tabelle:

Q-max [ kJ/m3] a b τ k [ h]
B25 (Heft 512 DAfStB) 167700 -0.925 -0.42 41.82
B35WU (Heft 512 DAfStB) 135750 -1.185 -1.00 17.53
B35 (Heft 512 DAfStB) 105940 -1.605 -1.00 37.46

TYP HSCM
”Shrinkage-Core” Modell:

 · (τ − τk )
α = τ > τk (3.2)
1 +  · (τ − τk )

τk ist die sogenannte Ruhezeitraum, der in der Originalfomel mit d bezeichnet wird. Werte sind
für einen Massenbeton bei Dussinger angegeben:

τk = 2.88[h]  = 0.029[1/ h] (3.3)

TYPE WESC
Dänisches Modell nach Wesche :
τk b
‚   Œ
α = ep − (3.4)
τ

ƒcc (t) € Š 0
β = =  · ep c · t −0.55 c = c1 · (3.5)
ƒcc (28d) z

Der Wasserzementwert w0 /z geht in den einzugebenden Koeffizienten c unmittelbar ein. Bit-


te beachten, dass der Parameter a im Original in beiden Gleichungen verwendet wird. Die
folgende Tabelle gibt einige Parameter für das Stoffgesetz von Wesche:

Q-max [ kJ/kg] a c1
w0 /z 0.35 0.55 0.75
Z 55 / Z 45 F 380 1.10 1.15 1.20 -1.50
Z 45 L / Z 35 F 295 1.20 1.30 1.40 -2.80
Z 35 L 216 1.30 1.50 1.70 -4.40
Z 25 1.50 1.90 2.30 -7.10

3-18 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

Werte sind für einen Massenbeton (Z 35L) bei Dussinger angegeben:

τk = 24.87[h]
b = 0.84[−]
0 / z = 0.68[−] (3.6)
 = 1.63[−]
c1 = −4.4[−] ⇒ c = −4.4 · 0.68 = −2.99

Hinweis: Wenn die Reifefunktion nach Saul verwendet wird, so kann der zugehörige Exponent
S mit dem Kennwort S eingegeben werden.

SOFiSTiK 2020 3-19


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.11 LINK – Verbindungselemente

Siehe auch: ROHR


LINK

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Elementnummer oder sekundäre Gruppe − !


A Linearer Verlustbeiwert ∗ 0.0
B Quadratischer Verlustbeiwert ∗ 0.0
S Speicherkoeffizient ∗ 0.0
EPS Emissionsvermögen ∗ 0.0

Abbildung 3.4: Link-Element

Mit diesem Satz werden Federelemente für die Berechnung aktiviert. Diese Elemente können
jederzeit neu definiert werden, was z.B. für gemischte Temperatur und Strömungsberechnun-
gen wichtig sein kann. Das Verbindungselement erlaubt die Kopplung von hydraulischen oder
wärmeleitenden Systemen auf einfache Weise. Der Abfall des Potentials bzw. der Temperatur
im Element gehorcht der Gleichung:

Q Q 2
dh = A · + B ·
Areƒ Areƒ

Zum Beispiel
L dh
dh = · Q ⇐⇒ Q = Areƒ · K ·
K · Areƒ L

für einen prismatischen Körper der Fläche Areƒ , der Leitfähigkeit K und der Länge L. Der Term
B kann nur bei einer nichtlinearen Berechnung berücksichtigt werden.

Zusätzlich kann eine Strahlungsbedingung nach dem Boltzmanngesetz angesetzt werden,


dann ist bei EPS das Emissionsvermögen des schwarzen Körpers anzugeben. Für die De-
finition der Randbedingungen ist dann darauf zu achten, ob Kelvin oder Celsius vorgegeben
werden und das entsprechende Literal beim Satz SYST eingegeben wird. Auch dieser Effekt
kann nur bei einer nichtlinearen Berechnung berücksichtigt werden.

Die Einheiten der Konstanten sind je nach Problemstellung wie folgt:

3-20 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

Hydraulisch Wärmeleitung
A m pro m/sec K ·m2 /W
B m pro m/sec nicht sinnvoll
S 1 = m3 /m/m2 kJ/m2 /K
EPS nicht sinnvoll 1

SOFiSTiK 2020 3-21


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.12 ROHR – Rohr- und Gerinneelement

Siehe auch: LINK, QNR


ROHR

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Elementnummer oder sekundäre Gruppe − !


L eff. Länge des Rohrs falls nicht gleich der Entfernung m *
der Knoten

Hydraulisch leitende Rohre und Gerinne werden durch das Fachwerkelement beschrieben.
Ein Rohrquerschnitt TUBE benutzt die Nennweite sowie die mit MEX definierte Rauigkeit. Es
können aber auch beliebige offene oder geschlossene Querschnitte mit Polygon-Querschnitten
definiert werden.

Abbildung 3.5: Rohr- und Gerinneelement

Das Rohrelement gehorcht dem nichtlinearen Fließgesetz von Prandtl-Colebrook. Es kann für
Rohrleitungen und offene Gerinne verwendet werden. Der Speicherkoeffizient S wird aus der
Kompressibilität der Füllung und den elastischen Eigenschaften der Rohrwand oder aus der
aktuell vorhandenen freien Oberfläche (Fließbreite) ermittelt.

Eine Berechnung muß mit TURB=1 und KITE=1 (Satz STEU) durchgeführt werden.

Ein Querschnitt mit QP-Elementen besteht aus beliebig vielen Polygonsegmenten. Jede Kante
enthält über die Eingabe von EXP / MEXT eine Rauhigkeit zugewiesen.

Abbildung 3.6: Gerinneaufteilung

3-22 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.13 LF – Berechnungsfall

Siehe auch: RAND, SURF, FUNK


LF

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

NR Nummer des Berechnungsfalls − 1

BEZ Bezeichnung des Berechnungsfalls Lt32 -

Die Abspeicherung der Ergebnisse in der Datenbasis erfolgt unter einer Nummer LF. Je Ein-
gabeblock ist nur ein LF-Satz erlaubt.

Es können auch die Differenzwerte der Potentiale zu einem Ausgangszustand abgespeichert


werden. Dazu ist mit dem Satz PLF der Ausgangszustand zu spezifizieren und mit dem Satz
STEU LDIF ein Inkrement oder Dekrement der Lastfallnummer zu definieren.

SOFiSTiK 2020 3-23


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.14 RAND – Knoten oder linienhafte Randbedingung

Siehe auch: LF, SURF, FUNK


RAND

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

TYP Typ der Randbedingung LT QA


VAL Wert der Randbedingung ∗ !
VON Anfangsnummer −/ LT 1
BIS Endnummer − VON
DELT Inkrement / Selektionstyp −/ LT 1

F Funktionsnummer für eine zeitliche Abhängigkeit − 0


VP Zusatzparameter zur Randbedingung m/ K 0.0
EPS Emissionsgrad (nur bei Typ SPEZ) − 0.0
NB Bilanznummer − 1

DVX Globales Gefälle der Randbedingung ∗/ m 0.0


DVY z.B. bei Einbettung in Grundwasserstrom ∗/ m 0.0
DVZ ∗/ m 0.0

Eingabe einer linearen oder geometrisch unabhängigen Randbedingung durch eine Folge von
Knoten. Für die Auswahl der Knoten können entweder ein Bereich von Nummern mit Inkre-
menten oder eine in der Datenbasis gespeicherte Kante (EDGE) verwendet werden.

RAND H wert 11 111 10 $ Knoten 11,21,...,111


RAND H wert 11 12 FIT $ alle Knoten der EDGE 11 nach 12
RAND H wert EDGE 100 $ alle Knoten der EDGE 100
RAND H wert EDGE 'UP' $ alle Knoten der EDGE 'UP'

Es sind Varianten möglich, bei denen jeder Knoten den gleichen Wert erhält, sowie solche, bei
denen jeder Knoten einen Wert erhält, der sich aus dem Integral des Randwertes zwischen
den Knoten ergibt.

Übersicht zu den implementierten Randbedingungen RAND

H Standrohrspiegel (m) bzw. Temperatur (K)


An allen Knoten wird das Potential VAL angesetzt.
HP An allen Knoten wird das Potential des Ausgangszustandes
(vgl. PLF) erhöht um VAL angesetzt.

Eine Strömung erfolgt immer vom höheren zum niederen Potentialwert. Das Vorzeichen von H
ist bei Freispiegelproblemen deshalb immer nach öben"positiv. Normalerweise wird an nur den
Knoten ein Potential angesetzt, die geodätisch unterhalb von VAL liegen, also einen positiven
Druck aufweisen. Liegen die Knoten geodätisch über VAL, so wird ein druckloses Potenti-
al angesetzt, wenn sich dadurch eine Entnahme ergeben sollte (Grundwasseraustritts- oder

3-24 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

Sickerfläche). Wenn die geodätische Achse nach unten zeigt (GDIR POSZ) ist deshalb für
eine drucklose Sickerfläche der Wert des Potentials H = -z.

In Sonderfällen wie z.B. bei der Formulierung von Randbedingungen eines vorgegebenen
Wasserstandes innerhalb eines BRIC-Elements, darf dieser Mechanismus nicht verwendet
werden. Der Benutzer kann deshalb diese beiden Effekte getrennt beeinflussen wie folgt:

• Wenn NB negativ oder zu Null eingegeben wird, so wird das Potential immer angesetzt,
eine Mengenkontrolle unterbleibt.
• VP beschreibt den maximal möglichen negativen Unterdruck im Knoten. Für Typ HP ist
dieser Wert mit -9999 vorbesetzt. Damit wird das Potential nicht mehr auf den geodätischen
Wert angehoben, sondern wird immer mit dem definierten Randwert angesetzt.

Die entstehenden Summen der Mengen der Knoten mit H, HP oder SPEZ Randbedingung
werden für jeden Wert von NB getrennt ausgewiesen und können auch mit dem Satz HIST
abgespeichert werden.

Es können auch global linear veränderliche Randwerte definiert werden. Bei Eingabe von Wer-
ten DVX bis DVZ wird für jeden Knoten, der ausgewählt wurde, ein spezieller Wert der Rand-
bedingung errechnet:

VAL = VAL + DVX · X + DVY · Y + DVZ · Z (3.7)

Mengenbedingungen:

QA Zufluss (VAL positiv) oder Abfluss (VAL negativ)


in definierter Menge pro definierter Zeiteinheit (vgl. Satz SYST).
QI Zufluss oder Abfluss intern
Entspricht QA, in die Grundwasserbilanz wird aber die Menge als intern eingerech-
net.
QP An allen Knoten wird der Zufluss des Ausgangszustandes angesetzt
QAD wie QA, die Mengen sind jedoch auf die Längen zwischen den Knoten bezogen
(e.g. Liter/m pro definierter Zeiteinheit, vgl. Satz SYST)
QID analog zu QAD interne Mengen
NB ist bei QI und QID die Nummer der Gruppe bzw. Teilgebiets, in dem die Mengen
in die Bilanzierung eingehen sollen.
BRUN Brunnen
Durch den Ansatz eines entsprechenden Wasserstandes sollen alle Knoten insge-
samt die Menge VAL (Liter/Zeiteinheit) fördern (positiv) oder einspeisen (negativ).
Dabei darf im Brunnen ein Unterdruck bis zum Wert VP (m) angesetzt werden
(Vakuumbrunnen). Die Anzahl von Knoten pro Brunnen ist auf 240 begrenzt.
SPEZ Gemischte oder konvektive Randbedingung
Die eintretende Menge ist vom aktuellen Standrohrspiegel (Leakage) bzw. der
Temperatur abhängig. Die Menge Q wird berechnet zu

Q = −(H − VP) · VAL + EPS · 5.67E − 8 · (H4 − VP4 )

Dabei ist VP der Potentialwert der Umgebung in [ m] oder [ K] . VAL definiert als
Leitwert die Dichte pro Potential (z.B. l/sec/m oder W/K oder kW/K) pro laufenden

SOFiSTiK 2020 3-25


HYDRA | Eingabebeschreibung

Meter Rand. Wenn H im Randknoten größer als in der Umgebung (VP) ist, ergibt
sich im Knoten eine austretende Menge.

3.14.1 Übergangswiderstand und Emissionsgrad.


Für den Übergangswiderstand bei Wärmeproblemen sind folgende Werte gebräuchlich (DIN
4108 Teil 4, EC 1 Teil 2):

Leitwert α
[ W/m2 K]
Innenwand 7.8
Decke und Wand nach außen 25.0
Decke und Wand nach außen (hinterlüftet) 12.5
Decke, Wärmestrom von oben nach unten 5.8
Decke, Wärmestrom von unten nach oben 10.0
Brandfall, Feuerseite 25.0
Brandfall, Außenseite 5.0

Bei der Strahlungsbedingung muß zwischen absoluten Temperaturen (Kelvin) und normalen
Temperaturen (Celsius) unterschieden werden (vgl. Satz SYST DIMQ). Diese Bedingung steht
für Einzelknoten nicht zur Verfügung (statt dessen LINK-Element).

Der Emissionsgrad EPS = εƒ · εm enthält den Faktor der Strahlungsquelle εƒ (z.B. 0.8) und den
des absorbierenden Bauteils εm (z.B. 0.7). (Vgl. EC1-2, Abs. 4.2.1) Ein totaler Wert von 0.5
bis 0.7 ist somit gebräuchlich. Kordina gibt jedoch an, dass für die Nachrechnung von ETK-
Brandbelastungen ein resultierender Gesamtwert von 0.4 sinnvoller anzuwenden sei (Beton-
kalender, 2003, Seite 180). Ansonsten kann man in einer Physiktabelle für εm finden:

Materialkonstanten aus Physiktafel Emissionsgrad ε


Stahlblech, gewalzt 0.67
Stahlblech vernickelt 0.06
Stahlblech, verzinkt 0.25
Eisen, poliert 0.29
Grauguss, rau 0.94
Aluminium, gewalzt 0.081
Aluminium, poliert 0.051
Aluminium, Sandguss 0.30
Kupfer, poliert 0.04
Kupfer, schwarz 0.78
Mauerwerk, verputzt 0.93
Beton 0.90
Sand 0.76
Schamottestein 0.75

3-26 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

Materialkonstanten aus Physiktafel Emissionsgrad ε


Wasser 0.67
Ruß 0.95

SOFiSTiK 2020 3-27


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.15 SURF – Flächen- oder volumenhafte Randbedingung

Siehe auch: LF, RAND, FUNK


SURF

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

TYP Typ der Randbedingung LT !


VAL Wert der Randbedingung ∗ !
VON Anfangselementnummer − 1
BIS Endelementnummer − VON
DELT Inkrement − 1
F Funktionsnummer für eine eventuelle zeitliche Abhän- − -
gigkeit
VP Zusatzparameter zur Randbedingung mbz.K -
EPS Emissionsvermögen (nur bei SPEZ) − 0
NB Bilanznummer − 1

Abbildung 3.7: Oberflächenbedingung

Der Satz SURF wirkt als flächenhafte Randbedingung auf Viereckselemente. Es können nor-
male Viereckselemente mit positiver Nummer oder Oberflächenelemente mit negativer Num-
mer angesprochen werden. Die Randbedingungen QAV und QIV wirken jedoch immer auf
räumliche Elemente.

Übersicht zu den implementierten Randbedingungen

QAS Zufluss oder Abfluss flächenbezogen


Für alle Viereckselemente im angegebenen Bereich wird die Zuflussmenge VAL in
(Mengeneinheit/m2 ) pro definierter Zeiteinheit (Vgl. Satz SYST) angesetzt.

VAL positiv = Zufluss ins System


VAL negativ = Abfluss vom System
QIS Zufluss oder Abfluss intern
Entspricht QAS, in die Grundwasserbilanz wird aber die Menge als intern eingerech-

3-28 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

net. NB ist die Nummer der Gruppe bzw. Teilgebiets, in das die Mengen bilanziert
werden sollen.
QAV Zufluss oder Abfluss volumenbezogen
Für alle räumlichen Elemente im angegebenen Bereich wird die Zuflussmenge VAL
in (l/m3 ) pro definierter Zeiteinheit (Vgl. Satz SYST) angesetzt.
QIV Zufluss oder Abfluss intern volumenbezogen
SPEZ Gemischte oder konvektive Randbedingung
Die eintretende Menge ist vom aktuellen Standrohrspiegel bzw. Temperatur abhän-
gig. Die Menge Q wird berechnet zu

Q = −(H − VP) · VAL + EPS · 5.67E − 8 · (H4 − VP4 )

Dabei ist VP in (m) oder (K). VAL definiert die Dichte pro Potential (z.B. l/sec/m
oder W/K) pro m2 Oberfläche. Wenn H im Element der Oberfläche größer als in der
Umgebung (VP) ist, ergibt sich in den Knoten eine austretende Menge.

Die Parameter der SPEZ-Bedingung sind beim Satz RAND näher beschrieben.

SOFiSTiK 2020 3-29


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.16 FUNK – Zeitfunktion

Siehe auch: LF, RAND, SURF


FUNK

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

T Zeitwert ∗ !
F Funktionswert oder vordefinierter Typ −/ LT !
ETK Einheitsbrandkurve
EXT Externe Brandkurve
CARB Hydrokarbon-Brandkurve
NR Nummer der Zeitfunktion − 1
BEZ Bezeichnung der Funktion Lt32 -

Der Satz FUNK definiert die zeitliche Variation von Randbedingungen bei instationären Be-
rechnungen (Ganglinien). Die Zeitwerte sind in der im Satz SYST definierten Einheit einzu-
geben. Ohne Eingabe von FUNK wird ein konstanter Verlauf des gesetzten Randwerts für
die entsprechende Funktion angesetzt. Mit FUNK werden die Funktionswerte von RAND und
SURF mit dem jeweils aktuellen Funktionswert multipliziert. Beim TYP SPEZ wird nur der VP-
Wert multipliziert. In diesem Falle ist es meist von Vorteil, VP mit 1.0 anzugeben und die realen
Potentialwerte mit FUNK zu beschreiben.

Eine Funktion besteht aus mindestens zwei Eingabesätzen mit gleicher Funktionsnummer.
Die Werte müssen nach Zeitwerten geordnet eingegeben werden. Der Funktionswert vor dem
ersten Zeitwert ist Null, nach dem letzten Zeitwert bleibt der letzte Funktionswert erhalten.
Statt diskreter Funktionswerte kann über ein Literal eine der im EC1-2 Absatz 4.2. definierten

Abbildung 3.8: Ganglinie

Brandkurven unmittelbar abgerufen werden:

• Einheitsbrandkurve nach 4.2.2. (wie auch in DIN 4102-2)

T = 20 + 345og10 (8t + 1) (3.8)

3-30 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

• Externe Brandkurve nach 4.2.3.

T = 20 + 660 · (1 − 0.687 · e−0.32t − 0.313 · e−3.8t ) (3.9)

• Hydokarbon-Brandkurve nach 4.2.4.

T = 20 + 1080 · (1 − 0.325 · e−0.167t − 0.675 · e−2.5t ) (3.10)

1100 HYDRO−CARBON
1050 ISO/ETK
1000
950
900
850
800
750
700
EXTERN
650
600
550
500
450
400
350
300
250
200
150
100

100

105

110
115

120
5.00

10.0

15.0

20.0

25.0

30.0

35.0

40.0

45.0

50.0

55.0

60.0

65.0

70.0

75.0

80.0

85.0

90.0

95.0
50.0
0.0

[min]

Abbildung 3.9: Brandkurven

SOFiSTiK 2020 3-31


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.17 HIST – Zeitliche Verläufe des Potentials

HIST

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

TYP Typ des Ergebnisses LT *


H Potentialwerte in Knoten
T Temperatur in Knoten
Q Menge in Knoten
QB Gesamte Menge für Bilanznummer
PIPE Strömungsmenge Elemente
ROHR / LINK
QUAD Strömungsgeschwindigkeit
in QUAD-Elementen
BRIC Strömungsgeschwindigkeit
in BRIC-Elementen
REST Übernahme der Auswahl des
Primärzustandes

VON Erste Nummer − !


BIS Letzte Nummer − VON
DELT Inkrement der Nummern − 1

Bei instationären Berechnungen kann man entweder für jeden Zeitschritt alle Ergebnisse kom-
plett in der Datenbank ablegen oder mit dem Satz HIST einen kompakten zeitlichen Verlauf von
Ergebniswerten wie dem Standrohrspiegel, Temperatur oder der Strömungsmengen einzelner
Knoten oder Elemente (max 1024 Stück) in der Datenbasis speichern und unmittelbar mit dem
Programm DYNR grafisch darstellen.

Wenn man in einem Primärzustand schon eine Auswahl getroffen hatte kann man diese mit
HIST REST übernehmen und die Kurven sozusagen verlängern.

3-32 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.18 COPY – Modifikationen von Knotenergebnissen

COPY

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

VON Bereich von Ergebnisfällen die bearbeitet − -


BIS werden sollen − -
NACH Fallnummer für Ergebnis − -

Korrektur der Drücke


PCOR um einen zu addierenden Wert ∗ 0.0
PREF Division durch einen Referenzwert ∗ 1.0

COPY ist ein Befehl für Spezialfälle in denen es erforderlich ist, Ergebnisse getrennter Läu-
fe zusammen zu fassen oder zu modifizieren. Für die Auswertung von Winddrücken, die mit
PHYSICA berechnet worden sind, ist die Konvertierung in Winddruckbeiwerte eine nützliche
Hilfe.

Eine HYDRA Lizenz ist für die Verwendung dieser Option nicht erfoderlich.

SOFiSTiK 2020 3-33


HYDRA | Eingabebeschreibung

3.19 IMPO – Import von Ergebnissen

IMPO

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

LF Ergebnisfallnummer − !
TYP Typ der Ergebnisse LT !
TEMK Temperaturen in Kelvin
TEMP Temperaturen in Celsius
TK2C Konvertiere Kelvin in Celsius

T Zeitwert sec !
FROM Dateiname für Import Lt48 !

Mit IMPO können Ergebnisse aus anderen Programmen in HYDRA eingelesen werden. Die
Import-Datei ist eine Textdatei und darf beliebige Kommentar-Zeilen enthalten, die mit einem
$ oder # beginnen, sowie Zeilen in denen jeweils eine Knotennnummer und der zugehörige
Datenwert in freiem Format stehen.

Eine Zeile *END beendet den Lesevorgang, eine Zeile *TIME=zahlenwert kann zur expliziten
Vorgabe von Zeitwerten einer instationären Rechnung verwendet werden.

Eine HYDRA Lizenz ist für die Verwendung dieser Option nicht erfoderlich.

3-34 SOFiSTiK 2020


Eingabebeschreibung | HYDRA

3.20 ECHO – Steuerung der Ausgabe

ECHO

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

OPT Bezeichnung einer Option LT -


VOLL alle Optionen
KNOT Knotenkoordinaten und Werte
ELEM Elemente
FUNK Zeitfunktionen (Ganglinien)
RAND Randbedingungen
POT Potentiale bzw. Temperaturen
ERG Mengen
VELO Filter- und Abstandsge-
schwindigkeiten bzw.
Wärmestromdichten
STAT Iterationen
STEP Ausgabeintervall bei
instationären Berechnungen

WERT Wert der Option LT/ − VOLL


NEIN keine Ausgabe
JA teilweise Ausgabe
VOLL erweiterte Ausgabe

Zur Wirkung der einzelnen Optionen vergleiche Absatz 4. Ausgabebeschreibung.

SOFiSTiK 2020 3-35


HYDRA | Eingabebeschreibung

3-36 SOFiSTiK 2020


Ausgabebeschreibung | HYDRA

4 Ausgabebeschreibung

4.1 Systemparameter
Zu Beginn jeder Berechnung werden alle Systemparameter mit ausführlichen Beschreibungen,
sowie die definierten Gruppen ausgegeben. In der Tabelle der Gruppen stehen die Anzahl der
Elemente in der entsprechenden Gruppe, der Verwendungslevel und die Art der zu erzeugen-
den Belastung. Außerdem wird die Höhe des Kapillarsaums (H-KAP) und die Reduktion im
trockenen Fall (FT) ausgegeben.

Diese Tabelle kann nicht mit dem Satz ECHO beeinflusst werden.

4.2 Knoten
Zuerst werden die maximalen Koordinaten des ganzen Systems ausgegeben. Dann folgt die
Tabelle der Knoten, die in der Voreinstellung nur die explizit eingegebenen Knoten umfasst.
Mit ECHO KNOT VOLL werden alle Knoten, somit auch die generierten, ausgegeben. Eine
analoge Auswahl erfolgt auch bei den Knotenergebnissen.

Die Knotentabelle wird nur bei einer Systemerzeugung bzw. Veränderung oder bei Eingabe
von ECHO VOLL ausgegeben.

Sie umfasst:

NUMMER Knotennummer
X, Y, Z Knotenkoordinaten
D-MAX Maximale Mächtigkeit der Schicht
S Speicherkoeffizient
NSP(-) nutzbarer Hohlraumanteil
K isotrope Leitfähigkeit/Durchlässigkeit oder bis
sechs Elemente des räumlichen Tensors.

4.3 Materialien
Sofern Materialien definiert sind, folgt eine Tabelle wie folgt.

NR Materialnummer
S[ 1/m] Speicherkoeffizient
NSP[ -] nutzbarer Hohlraum
Kxx[ m/sec] Durchlässigkeiten
Kyy[ m/sec]
Kzz[ m/sec]

bzw. bei Wärmeproblemen:

SOFiSTiK 2020 4-1


HYDRA | Ausgabebeschreibung

NR Materialnummer
TEMP Temperaturniveau
S[ J/Km3] Speicherkoeffizient
eps[ -] Feuchtigkeitsgehalt
Kxx[ W/Km] Leitfähigkeit
Kyy[ W/Km]
Kzz[ W/Km]

4.4 Querschnitte
Die Tabelle der Gerinne bzw. Rohrquerschnitte ist kaskadenförmig aufgebaut:

Q U E R S C H N I T T E
NR TNR KNR FLAECHE UMFANG BENETZT K LEAKAGE Y Z
[m2] [m] [m] [mm] (m2/sec) [m] [m]
2 57.0000 59.301 31.301 4.9 1.55E+02 S = 1.250E+01
2 1 6.5000 15.414 8.414 12.6 2.54E+01 15.000 -2.000
1 2 20.0 1.00E+00 14.000 -1.000
1 3 12.0 4.00E+00 8.000 -1.000
1 4 -8.0 0.00E+00 8.000 -2.000
2 2 46.0000 36.472 20.472 5.6 1.12E+02 8.000 -2.000
2 12 -4.0 0.00E+00 8.000 -1.000
2 13 3.0 0.00E+00 7.000 1.000
2 14 7.0 8.00E+00 -7.000 1.000
2 15 3.0 0.00E+00 -8.000 -1.000
2 16 -4.0 0.00E+00 -8.000 -2.000
...

Die erste Zeile beschreibt die Gesamtquerschnittswerte mit den gemittelten Rauigkeiten und
Leakage-Koeffizienten. Danach kommen (mit ECHO QUER VOLL) jeweils die Gesamtwerte
eines Teilquerschnitts, gefolgt von den einzelnen Polygonpunkten der Querschnitte (ECHO
QUER EXTR).

4.5 Elemente
Der zweite Teil der Systembeschreibung ist durch die Elemente gegeben. Diese Tabellen wer-
den nur bei einer Systemeingabe oder expliziten Eingabe von ECHO ELEM VOLL ausgege-
ben.

Link Elemente

NUMMER Elementnummer
K1,K2 Knotennummern
Aref[ m2] Bezugsfläche
A Linearer Verlustbeiwert
B Quadratischer Verlustbeiwert

4-2 SOFiSTiK 2020


Ausgabebeschreibung | HYDRA

S0 Speicherkoeffizient
eps Emissionsvermögen nach Boltzmann

Rohr Elemente

NUMMER Elementnummer
K1,K2 Knotennummern
NQ Querschnittsnummer
NW(MM) Lichte Weite
KS(MM) absolute Rauigkeit
L(M) Rohrlänge
S0(L/M2) Speicherkoeffizient

Ebene Elemente

NUMMER Elementnummer
K1-K4 Knotennummern
MNR Materialnummer
D0[ m] Elementdicke oder Text ÖBERFLAECHE"

Räumliche Elemente

NUMMER Elementnummer
K1-K8 Knotennummern
MNR Materialnummer

4.6 Randbedingungen
Die Tabelle der Randbedingungen enthält alle eingegebenen Randbedingungen mit den glei-
chen Bezeichnungen, die auch in der Eingabe Verwendung finden. Diese Tabelle kann mit
ECHO RAND NEIN abgeschaltet werden.

Randbedingungen
Elementrandbedingungen

TYP Typ der Randbedingung


NB Bilanznummer oder Identifikationsnummer
F Funktionsnummer
VON kleinste Knoten- bzw. Elementnummer
BIS größte Knoten- bzw. Elementnummer

SOFiSTiK 2020 4-3


HYDRA | Ausgabebeschreibung

DELT Inkrement der Knoten- bzw. Elementnummern


WERT Wert der Randbedingung
VP Zusatzwert (Umgebungspotential, Unterdruck etc.)
EPS Emissionsvemögen nach Boltzmann

4.7 Statusinformationen
Mit ECHO STAT erhält man die Zwischenwerte bei Iterationen oder instationärer Rechnung
auch in der Ausgabe (sonst nur Protokoll):

Schritt 2 dt= 1.0000 dH= 1.242 Knoten 3


dt= 1.0000 dH= 1.243 Knoten 3
Iteration 2 dH= 0.017 Knoten 41 f = 1.000
dt= 1.0000 dH= 1.237 Knoten 3
Iteration 3 dH= 0.045 Knoten 34 f = 0.112

Dabei ist dt die Größe des Zeitschritts, der dazugehörige dH-Wert ist die Veränderung des Po-
tentials im Zeitschritt, die folgenden Iterations-Zeilen beschreiben hingegen die Veränderung
gegenüber der letzten Iteration. "fïst der Korrekturfaktor der Konvergenzbeschleunigung bzw.
des line-search.

Für jeden Brunnen wird die aktuelle Spiegelhöhe und die errechnete Entnahme ausgegeben.
Bei instationären Berechnungen und ECHO FUNK werden für jeden Zeitschritt die Zeit und die
Funktionswerte der Ganglinien ausgegeben.

4.8 Ergebnisse der Elemente


Für jedes Element dessen Mittelpunkt unterhalb der freien Oberfläche liegt und dessen Gruppe
zum Drucken selektiert wurde, wird für den Schwerpunkt ausgegeben:

Ebene Elemente

NUMMER Elementnummer
GRADIENT Potential bzw. Temperaturgefälle
VX,VY,VZ Komponenten der Strömung bzw. des Wärmeflus-
ses
(Abstandsgeschwindigkeit bei Grundwasser)
Q Die durch das Element strömende Menge

Bei Rohrelementen ergibt sich wieder eine kaskadierende Tabelle

ROHR Elementnummer
T Teilgebietsnummer
I[ m/km] Gefälle
Q[ l/sec] Durchfluss
V[ m/sec] Strömungsgeschwindigkeit

4-4 SOFiSTiK 2020


Ausgabebeschreibung | HYDRA

A[ m2] Querschnittsfläche
R[ m] Hydraulischer Radius
K[ mm] effektive Rauigkeit
REYNOLD Reynoldszahl
FROUD Froudsche Zahl

Bei offenen Gerinnen wird eine Überflutung gemeldet. Elemente, deren Geschwindigkeit den
in der Eingabe festgelegten Toleranzwert überschreiten, werden mit Sternchen markiert.

Für die LINK-Elemente wird nur bei ECHO VELO VOLL die Potentialdifferenz und die durch-
strömende Menge ausgegeben.

Mit ECHO VELO NEIN können diese Tabellen generell unterdrückt werden. Mit ECHO VELO
VOLL werden bei den Kontinuumslementen auch die Filtergeschwindigkeiten in einer Folge-
zeile ausgegeben. Sofern der Hohlraumanteil nicht eingegeben wurde, sind die Abstandsge-
schwindigkeiten nicht definiert. Die einzige ausgegebene Zeile enthält dann die Filtergeschwin-
digkeiten.

4.9 Ergebnisse in den Knoten


Nach erfolgter Berechnung eines Zustandes werden die Potentiale für alle explizit eingegebe-
nen Knoten, bei ECHO POT auch für alle generierten Knoten, die Potentiale ausgegeben. Bei
instationärer Berechnung wird in der Überschriftszeile die aktuelle Zeit ausgegeben.

Alle Knoten, bei denen sich eine ein- oder austretende Menge ergeben hat, werden in einer
weiteren Tabelle aufgeführt. Bei sehr großen Systemen, sowie bei nichtlinearen Problemen
kann sich auch bei Knoten, die eigentlich keine Menge aufweisen sollten, eine kleine Menge
ergeben. Mit ECHO ERG EXTR werden alle Knoten ausgegeben.

Bei instationärer Berechnung werden auch die zeitlichen Ableitungen und die daraus resul-
tierenden Speicheranteile in die Mengen eingerechnet. Bei größeren Zeitschritten ergeben
sich dadurch Abweichungen in den ausgedruckten Bilanzen. Wird ECHO ERG 6 oder 7 statt
VOLL oder EXTR eingegeben, so werden nur die Mengen aus der Durchlässigkeit ermittelt.
Es ergeben sich dann in allen Knoten die Mengen, die an diesen gespeichert oder abgegeben
werden.

Bei gekoppelten Knoten ergibt sich in der Regel immer eine Menge an den beteiligten Knoten.

4.10 Bilanzen
Für jede Gruppe wird eine Gesamtbilanz der ein- und ausströmenden Mengen sowie der intern
erzeugten oder verschluckten Mengen gebildet. Eine Gesamtbilanz aller Gruppen wird bei
mehr als zwei Gruppen im System ebenfalls ausgegeben.

SOFiSTiK 2020 4-5


HYDRA | Ausgabebeschreibung

4-6 SOFiSTiK 2020


Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen | HYDRA

5 Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen

Für die grafischen Darstellungen sind die Module WING/WinGRAF und DYNR zuständig. Da
vom Programm DYNR nur wenige Befehle für den HYDRA-Benutzer interessant sind, sind
diese hier zum leichteren Gebrauch nochmal aufgeführt.

5.1 SIZE – Größe und Maßstab der Darstellung

SIZE

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

DINA Größe des Zeichenbogens − -4


Positiver Wert Querformat
Negativer Wert Hochformat
M Maßstab der Funktionswerte − *
0 formatfüllend
* ingenieurmäßiger Maßstab,
Zeichnung blattfüllend
W Breite des Blattes cm DINA
H Höhe des Blattes cm DINA
RAND Zeichnen eines Randes LT VOLL
AUS keinen Rand zeichnen
NEIN nur inneren Rand zeichnen
JA zusätzlichen Rand freilassen
VOLL zusätzlich Schnittrand um
das Zeichenblatt ziehen
FORM Form des Randes LT STAN
STAN Standardrahmen SOFiSTiK
ZTVK Rahmen nach ZTVK-88
TMAX Maximale Zeit in der Darstellung sec *

Der horizontale Maßstab der Zeit wird automatisch aufgrund der vorliegenden Werte ingenieur-
mäßig gewählt. Es wird automatisch auf Minuten oder Tage umgeschaltet, wenn die Zeitwerte
entsprechend groß werden. Mit TMAX kann zum besseren Vergleich ein größerer Zeitbereich
angewählt werden. Der vertikale Maßstab wird mit M gewählt. Beim Ausgabesatz HIST kann
außerdem der Wertebereich beliebig verändert werden.

Weitere Erläuterungen siehe allgemeines Handbuch SOFiSTiK: ’STATIK Installation und


Grundlagen’.

SOFiSTiK 2020 5-1


HYDRA | Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen

5.2 SCHR – Größe der Beschriftung

SCHR

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

H1 Kopfzeilen cm 0.35
H2 Texte der Legende cm 0.25
H3 Bezeichnung der Achsen cm 0.25
H4 Vermaßung der Achsen cm 0.25
H5 Firmen- und Programmname cm 0.18

Die Voreinstellung von H1 wird bei schmalen Formaten korrigiert um 72 Zeichen darstellen zu
können. Ein Wert von 0. unterdrückt die jeweilige Beschriftung.

Die Werte bleiben bis zu einer neuen Definition der Sätze SIZE oder SCHR bestehen.

5-2 SOFiSTiK 2020


Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen | HYDRA

5.3 FUNK – Externe Funktion

FUNK

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

T Zeitwert sec !
F Funktionswert − !
DT Teilung der Zeit sec *
NR Nummer der Funktion − *

BEZ Bezeichnung Lt24 -

Es können beliebige Funktionen im Programm DYNR definiert werden, die als Vergleichskur-
ven zum Ausgabesatz HIST angewählt werden können.

NR und BEZ werden nur beim ersten Funktionswert eingegeben. Wenn kein Zeitwert angege-
ben wird, so wird das letzte Zeitinkrement auf den letzten Zeitwert addiert. Bei regelmäßigen
Zeitintervallen kann deshalb die Angabe der Zeitwerte bei allen höheren Werten entfallen.

5.4 HIST – Zeitliche Verschiebungskurven

HIST

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

LFSP Speichernummer für Verlauf − !


TYP Freiheitsgrad (siehe Erläuterungen) LT !
NR1 Erste Knoten- bzw. Elementnummer − -
F1 Farbe und Strichart erste Kurve − 1001
NR2 Zweite Knoten- bzw. Elementnummer − -
F2 Farbe und Strichart zweite Kurve − F1
NR3 Dritte Knoten- bzw. Elementnummer − -
F3 Farbe und Strichart dritte Kurve − F2
NR4 Vierte Knoten- bzw. Elementnummer − -
F4 Farbe und Strichart vierte Kurve − F3
NR5 Fünfte Knoten- bzw. Elementnummer − -
F5 Farbe und Strichart fünfte Kurve − F4
NR6 Sechste Knoten- bzw. Elementnummer − -
F6 Farbe und Strichart sechste Kurve − F5
Tabelle wird auf der Folgeseite fortgesetzt.

SOFiSTiK 2020 5-3


HYDRA | Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen

Wert Bedeutung Unit Voreinst.

YMIN Unterer Wert vertikaler Wertebereich ∗ *


YMAX Oberer Wert vertikaler Wertebereich ∗ *
TMIN Untere Wert vertikaler Wertebereich ∗ 0.
TMAX Oberer Wert vertikaler Wertebereich ∗ *
TDIM Einheit zu TMIN + TMAX und Legende LT SEC
SEC, MIN, H und D

Mit dem Ausgabesatz HIST werden zeitliche Entwicklungen mit bis zu sechs Kurven pro Bild
angefordert. Der dargestellte Wertebereich wird aufgrund der vorkommenden Werte und der
im Satz SIZE definierten Maßstabsangaben automatisch festgelegt. Mit YMIN und YMAX bzw.
TMIN und TMAX kann dieser Bereich beliebig verändert werden.

Als Typ sind möglich:

H = Potentiale
QH QBH QHPI = Strömungsmengen Knoten, Flächen, Rohre
VQUA VBRI = Strömungsgeschwindigkeit QUAD, BRIC-Elemente

T = Temperatur
QT QBT QTPI = Wärmeströme Knoten, Flächen, Links
QQUA QBRI = Wärmestromdichten QUAD, BRIC-Elemente

Außer den gespeicherten Verläufen der Datenbank können auch Vergleichskurven mit FUNK
definiert und dargestellt werden. Dazu wird bei einer der NRi-Eingaben mit negativem Wert die
Nummer der Funktion angesprochen. Sollen nur die Funktionen dargestellt werden, so ist bei
LFSP der Wert 0 einzugeben.

5-4 SOFiSTiK 2020