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Ralf Willems

RETTE SICH,
WER KANN!
So vermeiden Sie unnötig hohe Beiträge
bei Ihrer privaten Krankenversicherung.
Ralf Willems

Rette sich, wer kann!


So vermeiden Sie unnötig hohe Beiträge
bei Ihrer privaten Krankenversicherung.

Alle Rechte vorbehalten.


Copyright 2019 durch Ralf Willems
1. Auflage
Im Eigenverlag
ISBN 978-3-00-062175-8
www.corrigo.ag
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie
der Übersetzung vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form
(durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche
Genehmigung des Autors reproduziert oder unter Verwendung elektronischer
Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verarbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Vorwort von Jürgen Höller ............................................................................ 9

Einführung ....................................................................................................... 10

1.0 Die Herausforderung für privat krankenversicherte


Menschen ....................................................................................... 17
2.0 Die 7 relevantesten Möglichkeiten, wie Sie Ihre
Krankenversicherungsbeiträge senken können......................... 19
2.1 Wechsel in den Standardtarif ....................................................... 20
2.1.1 Allgemeines zu den Sozialtarifen Standard- und Basistarif ..... 20
2.1.2 Überblick über den Standardtarif................................................ 22
2.1.3 Voraussetzungen für einen Wechsel ........................................... 23
2.1.4 Beantragung des Standardtarifes ................................................. 23
2.1.5 Wechsel von Unisextarif in den Standardtarif ........................... 24
2.1.6 Beiträge im Standardtarif.............................................................. 25
2.1.7 Gemeinsame Wechsel mit dem Ehepartner ............................... 25
2.1.8 Leistungen im Standardtarif......................................................... 26
2.1.9 Leistungserhöhung durch Zusatzversicherungen
im Standardtarif ............................................................................. 28
2.2 Wechsel in den Basistarif .............................................................. 28
2.2.1 Das Wichtigste zum Basistarif ..................................................... 28
2.2.2 Voraussetzungen für den Wechsel in den Basistarif ................. 29
2.2.3 Leistungen des Basistarifs ............................................................. 30
2.2.4 Hinweispflicht für Basistarifpatienten......................................... 30
2.2.5 Altersrückstellungen ..................................................................... 31
2.2.6 Beitragshöhe im Basistarif ............................................................ 32
2.2.7 Selbstbeteiligung und Zusatzleistungen im Basistarif .............. 33
2.2.8 Leistungserhöhung durch Zusatzversicherungen
im Basistarif .................................................................................... 34
2.2.9 Leistungsunterschiede zwischen Basis-
und Standardtarif im Überblick .................................................. 35
2.2.10 Standard- oder Basistarif .............................................................. 36

5
Inhaltsverzeichnis

2.3 Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ..................... 36


2.3.1 Vorteile ............................................................................................ 37
2.3.2 Nachteile ......................................................................................... 39
2.3.2 Wie Sie einen Wechsel erreichen können................................... 40
2.3.2.1 Optionen für Arbeitnehmer ........................................................ 40
2.3.2.2 Optionen für Selbstständige ......................................................... 41
2.3.2.3 Menschen über 55 Jahre................................................................ 42
2.3.2.4 Wann ein Wechsel in die GKV überhaupt nur sinnvoll ist ...... 42
2.3.2.5 Die unbekannte Möglichkeit:
Wechseln in die GKV auch über 55............................................. 44
2.4 Anpassung der versicherten Leistungen .................................... 45
2.4.1 Leistungsanforderung an Ihre Krankenversicherung ............... 45
2.4.2 Warum 98% aller Geschäftsführer und Vorstände
mit dem Krankentagegeld Steuern und damit
bares Geld verschenken................................................................. 48
2.4.3 Beispiel einer Krankentagegeldoptimierung ............................. 51
2.5 Anpassung der Selbstbeteiligung................................................. 52
2.6 Wechsel der Versicherungsgesellschaft ....................................... 55
2.6.1 Vorteile ............................................................................................ 55
2.6.2 Nachteile.......................................................................................... 57
2.6.2.1 Alterungsrückstellungen............................................................... 57
2.6.2.2 Neue Risikoprüfung....................................................................... 61
2.6.2.3 Lebensalter...................................................................................... 63
2.7 Tarifwechsel bei der bestehenden
Versicherungsgesellschaft ............................................................. 64
2.7.1 Interessenkonflikt .......................................................................... 66
2.7.1.1 Beratungsaufwand und fachliche Expertise ............................... 69
2.7.1.2 Auflösung des Interessenkonfliktes ............................................. 70
2.7.2 Leistungsunterschiede beim PKV-Tarifwechsel ........................ 71
2.7.3 Wichtige Leistungen im Rahmen eines
Tarifwechsels korrekt bewerten ................................................... 79
2.7.3.1 Erhaltung erworbener Rechte:
Zahnstaffel, Wartezeit, Beitragsrückerstattung ......................... 79
2.7.3.2 Selbstbeteiligung ............................................................................ 80

6
2.7.3.3 Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte ............................. 80
2.7.3.4 Stationäre Unterbringung im Ein-Bettzimmer.......................... 82
2.7.3.5 Zahnersatzleistungen..................................................................... 83
2.7.4 Hauptgründe für die Entstehung des
Beitragsvorteils durch einen PKV-Tarifwechsel ........................ 83
2.7.5 Unterschiedliche Tarifwelten........................................................ 86
2.7.4.1 Unisextarife..................................................................................... 86
2.7.5 Wie Sie einen Tarifwechsel umsetzen können .......................... 89
2.7.5.1 Selbst wagen oder Experten fragen?............................................ 89
2.7.5.2 Hilfe durch Experten .................................................................... 90
2.7.5.3 Die Beratungsformen verschiedener Marktteilnehmer ........... 93
2.7.5.4 Verschiedene Vergütungsmodelle ............................................... 94
2.7.5.4.1 Maklervollmacht statt Honorar ................................................... 95
2.7.5.4.2 Festes Honorar (Pauschalpreis).................................................... 97
2.7.5.4.3 Erfolgsabhängiges Honorar .......................................................... 97
2.7.5.5 Warum es sinnvoll ist, ein faires und augenscheinlich
zunächst höheres Honorar zu bezahlen.................................... 100
2.7.5.6 Woran Sie einen qualifizierten Experten für
PKV-Tarifwechsel erkennen....................................................... 102
2.7.5.7 Beispiele für Beiträge und Beitragserhöhungen ...................... 104
2.7.5.8 Beispiele für erfolgreiche Tarifwechsel ..................................... 106
2.7.6 Mythen in der privaten Krankenversicherung......................... 108
2.7.6.1 Im Alter steigen die Beiträge nicht weiter! ............................... 109
2.7.6.2 Kulanz............................................................................................ 113
2.7.6.3 Ein Tarifwechsel ist wegen Vorerkrankungen
ausgeschlossen, da neue Tarife höhere Leistungen haben...... 114
2.7.6.4 Ein vereinbarter Risikozuschlag muss lebenslang gelten........ 116

3.0 Die steuerliche Behandlung von


Krankenversicherungskosten ..................................................... 117
3.1 Steuerlich relevanten Beitragsanteil ermitteln ......................... 117
3.2 Wirkung der Beitragsrückerstattung......................................... 121
3.3 Der Arbeitgeberzuschuss für Angestellte ................................. 123

7
Inhaltsverzeichnis

4.0 Über den Autor ............................................................................ 125


4.1 Expertenstatus .............................................................................. 125
4.2 Erkennen, verstehen, handeln.................................................... 128
4.3 Warum die persönliche Beratung vor Ort?............................... 130
4.4.1 Die Geschichte vom Frosch im Kochtopf................................. 131
4.4.2 Meine Erkenntnis aus dieser Geschichte .................................. 132

5.0 Lexikon.......................................................................................... 134


5.1 Krankenversicherungsbeitragsanteil-
Ermittlungsverordnung (KVBEAO) [Auszug] ........................ 134
5.2 Versicherungsvertragsgesetz [Auszug] ..................................... 138
5.3 Kalkulationsverordnung [Auszug] ............................................ 140
5.4 Sozialgesetzbuch V [Auszug] ..................................................... 142
5.5 Beschwerdestatistik des Bundesaufsichtsamtes
für Finanzen 2017 (Sparte: Krankenversicherung) ................. 143

Danksagung.................................................................................................... 144

8
Vorwort von Jürgen Höller

Vorwort von Jürgen Höller

Liebe Leserin, lieber Leser,

als mich Ralf darum bat, das Vorwort für sein Buch zu schreiben,
stimmte ich dem freudig zu.

Zum einen habe ich Ralf Willems in mehreren meiner Seminare gut
kennenlernen können. Seit vielen Jahren bildet er sich in meinen Se-
minaren fort und setzt die vermittelten Inhalte so präzise und gewis-
senhaft um, dass er seine Firma nochmals in neue Erfolgsdimensionen
führen konnte.

Aber darüber hinaus hat er mich auf einem meiner Seminare auch da-
von überzeugt, dass wir uns als Familie von ihm bezüglich Ersparnis-
sen in der privaten Krankenversicherung vertreten lassen.

Sein System, erfolgsabhängig bezahlt zu werden, hielt ich für eine sen-
sationelle Innovation. Was für ein Risiko sollten wir also eingehen?
Wir konnten nur gewinnen – und nichts verlieren.

Und tatsächlich war es dann so, dass innerhalb kurzer Zeit die Umstel-
lung erfolgte – und wir nun seit Jahren schon jedes Jahr einen vierstel-
ligen Betrag sparen können. Und sind trotzdem bei gleichen Leistun-
gen, bei der gleichen Krankenkasse geblieben.

Ich kann deshalb nur wärmstens empfehlen, Ralf Willems das Vertrau-
en zu schenken – und dieses Buch aufmerksam zu lesen.

Jürgen Höller

Motivations- und Erfolgstrainer


(www.juergenhoeller.de)

9
Einführung

Einführung

Liebe Leserin, lieber Leser,

bevor ich Ihnen in diesem Buch wichtige Tipps rund um Ihre private
Krankenversicherung gebe, möchte ich mich zunächst vorstellen.

Mein Name ist Ralf Willems. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses
Buches bin ich 39 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder.

In der ersten Etappe meines Berufslebens habe ich bei der Bundes-
wehrverwaltung Verwaltungswirtschaft studiert und war im An-
schluss 5 Jahre lang als Verwaltungsbeamter tätig.

Im Rahmen dieses Studiums konnte ich vertiefende Kenntnisse rund


um juristische Sachverhalte sowie um das Lesen und Anwenden von
Gesetzen gewinnen.

Bereits nach kurzer Zeit spürte ich jedoch, dass ich in dem berufli-
chen Umfeld falsch aufgehoben war und es wurde mir schnell klar,
dass ich mich umorientieren musste, da das berufliche Umfeld des
Beamtentums nicht meinen Wünschen und Vorstellungen entsprach.

Nachdem ich für mich mehrere Alternativen sondiert hatte, ent-


schied ich mich, mich der privaten Krankenversicherung zu widmen,
da ich selbst zu diesem Zeitpunkt bereits seit vielen Jahren privat
krankenversichert war und die Vorzüge des Systems genoss.

Aus der Überzeugung, dass es sich hierbei um das der gesetzlichen


Krankenversicherung überlegenere System handelt, wollte ich nun-

10
Einführung

mehr anderen Menschen dabei helfen, ebenfalls in dieses System zu


wechseln und hierbei kluge Entscheidungen zu treffen. So machte ich
mich im Jahr 2008 erst nebenberuflich, ab 2009 dann hauptberuflich
als Versicherungsmakler selbstständig und vermittelte private Kran-
kenversicherungen. Hierbei ging es zunächst nur darum, Menschen
aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu überführen oder beim
Wechsel von einer privaten Krankenversicherung in eine andere pri-
vate Krankenversicherung zu helfen.

Mir fiel dabei sehr häufig auf, wie privat krankenversicherte Men-
schen, insbesondere dann, wenn sie für ein Neugeschäft, also für
einen Neuabschluss einer neuen Krankenversicherung nicht mehr
infrage kamen, alleine gelassen wurden und die Kosten für die beste-
hende private Krankenversicherung dieser Menschen häufig gerade
in den letzten Jahren rasant stiegen. Die Schattenseite des Systems
der privaten Krankenversicherung schlug zu, nämlich die der ein-
kommensunabhängigen Beiträge.

So passte häufig der Krankenversicherungsbeitrag nicht zur Rente


oder den anderen Alterseinkünften. Die private Krankenversiche-
rung wurde also zu einem Zeitpunkt, wo die Wahrscheinlichkeit der
Inanspruchnahme aufgrund von altersbedingten Krankheiten am
höchsten ist, zu einem echten Problem für viele Menschen, denen
ich begegnete.

Exemplarisch möchte ich Ihnen dies an einem Beispiel, meiner für


mich prägenden Kundin aus Köln, aufzeigen. Eine Dame im Alter
von 67 Jahren suchte verzweifelt im Internet nach Hilfe zu ihrer pri-
vaten Krankenversicherung, da ihr die Kosten über den Kopf ge-
wachsen waren. In unserem ersten Gespräch zeigte sie mir den ak-

11
Einführung

tuellen Versicherungsschein ihrer Krankenversicherung, nach dem


sie monatlich 783,23 Euro für ihre private Krankenversicherung zu
zahlen hatte.

Bereits bei unserem zweiten Treffen war schon ein neues Schreiben
ihrer Gesellschaft im Briefkasten. Die jährliche Beitragserhöhung
wurde in blumigen Worten verkündet. Sinngemäß teilte der Versi-
cherer mit, dass aufgrund der hohen Inanspruchnahme von Leistun-
gen die Beiträge steigen müssten, denn schließlich führe die moder-
ne Medizin ja gerade dazu, dass die Menschen immer älter würden
und gerade in den letzten Lebensjahren besonders hohe Kosten ver-
ursachten. Weiterhin würden die Kosten im Gesundheitssystem im-
mer teurer, da neue Technologien und teure Medikamente genutzt
würden. Im Ergebnis müssten die Kosten selbstverständlich auf die
Versichertengemeinschaft umgelegt werden und die Beiträge damit
steigen.

Kurz gesagt: Ab dem 01.01. des Folgejahres sollte der Beitrag von 780
Euro auf sage und schreibe 980 Euro steigen, ohne dass sich an den
Leistungen etwas verbessern würde.

Aufgrund ihrer Rentensituation machte dies zum damaligen Zeit-


punkt rund die Hälfte ihrer Alterseinkünfte aus und führte in der
Lebenshaltung zu einem Leben im Rahmen der Pfändungsfreigren-
zen, und das nach einem langen und intensiven Berufsleben. Völlig
verzweifelt bat sie mich um Hilfe.

Zu diesem Zeitpunkt beschäftige ich mich allerdings wie oben be-


schrieben selbst ausschließlich damit, neue Krankenversicherun-
gen zu vermitteln. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters, sie war

12
Einführung

wie gesagt damals 67 Jahre alt, und vor allen Dingen aufgrund der
Tatsache, dass sie bereits über Jahrzehnte Altersrückstellungen an-
gespart hatte und auch nicht zuletzt daher, dass sie zum damaligen
Zeitpunkt einige gesundheitliche Probleme hatte, war ein Wechsel
zu einer neuen Krankenversicherung allerdings weder sinnvoll noch
möglich. Aus meiner damaligen Sichtweise heraus sah ich zunächst
keine Möglichkeit, der mir inzwischen lieb gewonnenen Dame zu
helfen.

Über Tage und Nächte brütete ich über die verzweifelte Lage der
Dame und ich habe mich regelrecht geärgert, dass ich keine Mög-
lichkeit fand, ihr zu helfen. Wie konnte ich hier meinem beruflichen
Anspruch gerecht werden: nämlich Menschen einen bezahlbaren
Zugang zu erstklassiger Medizin zu verschaffen.

Also habe ich mich tagelang informiert und nach Möglichkeiten Aus-
schau gehalten, wie man meiner Kundin helfen konnte. Nach einiger
Recherche und einer glücklichen Fügung stieß ich auf die Möglich-
keit des Tarifwechsels nach § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes
(VVG). Es war auf einmal ganz klar. Die Möglichkeiten gab ja sogar
das Gesetz selbst vor. Das musste doch einfach sein.

Also schrieb ich ihre Krankenversicherung an und bat darum, ihr


mehrere Umstellungsmöglichkeiten schriftlich anzubieten. Bei der
Auswahl der Angebote überließ ich alles der Gesellschaft, da ich zu-
nächst selbst ja noch keine Erfahrung mit diesem Themengebiet hat-
te.
Das erste Antwortschreiben waren allerdings extrem ernüchternd.
Viel mehr bekräftigte die Krankenversicherung, dass natürlich die
Möglichkeiten des Standard- und Basistarifes bestünden und meine

13
Einführung

Kundin auch auf die Leistungen Chefarzt- und Ein-Bettzimmer ver-


zichten könne. Andere Möglichkeiten bestünden allerdings nicht, da
Frau Gerke zum damaligen Zeitpunkt bereits ein fortgeschrittenes
Alter und vor allen Dingen auch diverse Vorerkrankungen hatte.
Kurz gesagt: zu alt, zu krank, wollen wir nicht in „guten“ Tarifen ha-
ben!

Mehrfach wurde seitens der Sachbearbeiter der Versuch unternom-


men, mich von meinem Vorhaben abzubringen, einen Tarifwechsel
für meine Kundin möglich zu machen. Ich wunderte mich, da die
gleichen Sachbearbeiter bei Neuabschlüssen immer so freundlich
waren.

Nach insgesamt 11 Schreiben, in denen ich unter Androhung diver-


ser Beschwerden ganz konkret die durch mich ermittelten und infra-
ge kommenden Tarife anforderte, und 4 Terminen im Wohnzimmer
meiner Kundin stand jedoch das Ergebnis fest und es war mehr als
nur ein wenig beeindruckend. Sie sparte nach ihrem Tarifwechsel
sage und schreiben 492,15 Euro monatlich (!), also fast 6.000 Euro
im Jahr, und hatte damit eine Ersparnis von tatsächlich fast 70%
ohne Verlust ihrer Altersrückstellungen und auch ohne Wechsel der
Versicherungsgesellschaft. Bezogen auf die bereits angekündigte Bei-
tragsanpassung im alten Tarif auf 980 Euro wirkte der Wechsel noch
stärker. Viel wichtiger dabei war allerdings, dass sie das Leistungsni-
veau ihrer Versicherung vollständig erhalten konnte und eben nicht
auf die altersbedingt immer wichtiger werdenden Leistungen ver-
zichten musste.

Das Angebot war für meine liebe Kundin so unglaublich, dass wir
mehrere Gespräche benötigten, ehe sie sich überhaupt traute, den

14
Einführung

Versuch der Umsetzung zu wagen.

Dieser Wechsel war nur möglich, da sie schlussendlich die Rechte aus
dem Tarifwechselrecht vollständig nutzte und einen zugegeben zum
damaligen Zeitpunkt noch semiprofessionellen Ansprechpartner an
ihrer Seite hatte, der ganz gezielt bei der Versicherungsgesellschaft
die gewünschten Tarife angefragt und auch die rechtlichen Rahmen-
bedingungen für sie durchgesetzt hatte, ohne sich dabei von bewusst
oder unbewusst irreführenden und falschen Aussagen seitens der
Versicherungssachbearbeiter abbringen zu lassen. Eben einem, der
sich hartnäckig für die Ziele der Kundin einsetzte.

Als wir die Bestätigung der Umstellung schwarz auf weiß in Händen
hielten und ich ihren warmen Gesichtsausdruck und die Tränen der
Erleichterung sah, wusste ich, dass ich meine Mission gefunden hat-
te: Allen Menschen diese Möglichkeiten aufzuzeigen und ihnen eine
faire Chance zu geben, die Vorteile für sich nutzen zu können.

Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass der gesamte Versi-
cherungsmarkt kein Interesse daran haben kann, Menschen dabei
zu unterstützen, ihre Kosten für ihre private Krankenversicherung
deutlich zu senken und es demzufolge einen „Gegenspieler“ braucht,
der sich wie ein Verbraucherschützer auf die Seite der Kunden stellt
und alleine deren Interessen hoch hält.

Mit dieser Grundidee gründete ich nur kurze Zeit später, im Jahr
2011, die CORRIGO AG (corrigere = lat. verbessern/berichtigen).
Diese sollte die grundsätzlich gute private Krankenversicherung ge-
nau für diese Zielgruppe verbessern.

15
Einführung

Die CORRIGO AG ist inzwischen Deutschlands größter Tarifwech-


selberater und berät bundesweit und regional auch persönlich privat
krankenversicherte Menschen mit dem Ziel, die Beitragssituation in
der privaten Krankenversicherung zu entlasten und dabei die Finan-
zierung bedarfsgerechter medizinischer Leistungen zu erhalten.

Inzwischen haben wir bereits mehr als 25.000 Beratungen durchge-


führt und ich bin wirklich stolz darauf, besonders vielen Menschen
einen sinnvollen Tarifwechsel zu ermöglichen oder auch, was auch
vorkommt, die Bestätigung zu geben, dass der aktuelle Versiche-
rungsschutz optimal aufgestellt ist. Inzwischen haben wir erreicht,
dass unsere Kunden weit über 15.000.000 Euro Jahr für Jahr weniger
für ihre private Krankenversicherung aufwenden müssen.

Daher können Sie gewiss sein, dass allem in diesem Buch Beschrie-
benen ein umfangreicher praktischer Erfahrungsschatz zugrunde
liegt, von dem Sie ausschließlich profitieren können.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses Buches, viele
neue Erkenntnisse und vor allen Dingen einen fairen monatlichen
Beitrag zu Ihrer privaten Krankenversicherung und damit einen be-
zahlbaren Zugang zu erstklassiger Medizin.

Herzliche Grüße

Ihr
Ralf Willems

16
Rette sich wer kann!

1.0
Die Herausforderung für privat
krankenversicherte Menschen

Mit dem Alter steigen die Beiträge für die private Krankenversiche-
rung teilweise massiv. Viele Menschen haben aus diesem Grund Sor-
ge um die Finanzierbarkeit der privaten Krankenversicherung im
Alter. Möglicherweise geht es auch Ihnen so.

Die regelmäßigen Beitragsanpassungen führen, auch bei mir persön-


lich, zu einem großen Unbehagen, vor allen Dingen vor dem Gefühl,
diesen Beitragsanpassungen scheinbar ohnmächtig und ohne weite-
re Möglichkeiten der Reaktion ausgeliefert zu sein.

So argumentieren die privaten Krankenversicherungen natürlich


teilweise nachvollziehbar und in jedem Fall auch korrekt damit, dass
die Beitragssteigerungen aufgrund von steigenden Kosten im Ge-
sundheitssystem erforderlich sind.

Wesentliche Gründe für Beitragssteigerungen sind hierbei selbstver-


ständlich die Kosten aufgrund des medizinischen Fortschritts, auf-
grund der höheren Lebenserwartung und nicht zuletzt und gerade
auch aktuell vor dem Hintergrund niedriger Zinsen, die dazu füh-
ren, dass die Altersrückstellungen, die kalkulatorisch eingeplant sind,
nicht in dem Maße steigen wie vorgesehen. Die hierdurch entstande-
nen Unterdeckungen müssen kompensiert werden und diese Kom-
pensation erfolgt – Sie ahnen es – durch regelmäßige Beitragsanpas-
sungen.

Die ohnmächtige Situation eines Endverbrauchers innerhalb der pri-

17
Rette sich wer kann!

vaten Krankenversicherung liegt vor allen Dingen daran, dass ihnen


die Möglichkeiten, die sich aufgrund der gesetzlichen Rahmenbe-
dingungen ergeben, weitestgehend unbekannt sind.

So wissen die meisten privat Versicherten nicht, dass es möglich


ist, einen Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung
durchzuführen. Vielmehr werden sie darüber im Unklaren gelassen.
Gleichzeitig wird von allen Seiten zu Recht gewarnt, dass ein Ver-
sicherungswechsel für sogenannte Altkunden aufgrund von vielen
Nachteilen nicht sinnvoll ist.

Doch die wirklich tragische Erkenntnis ist: Selbst diejenigen, die


schon einmal von einem Recht auf Tarifwechsel gehört haben, haben
häufig ohne professionelle Unterstützung allenfalls Versuche einer
Optimierung unternommen und sind in sehr vielen mir bekannten
Fällen dabei kläglich gescheitert.

Diese fehlende Transparenz alleine über die gesetzlichen Möglich-


keiten führt dazu, dass zum heutigen Zeitpunkt möglicherweise nur
5 % aller privat Versicherten diese Möglichkeiten kennen und sich
über sie intensiv informiert haben, geschweige denn, diese auch tat-
sächlich für sich umgesetzt haben.

Dieser Ratgeber soll dazu beitragen, dass Wissen und die Transpa-
renz in diesem Bereich deutlich zu erhöhen, damit auch Sie und die
privat krankenversicherten Menschen in Ihrem Umfeld diese Mög-
lichkeiten für sich ausloten, prüfen und im besten Fall auch nutzen.

18
Rette sich wer kann!

2.0
Die 7 relevantesten Möglichkeiten, wie Sie Ihre
Krankenversicherungsbeiträge senken können

Insbesondere langjährig privat krankenversicherte Menschen haben


mehrere Möglichkeiten, die Beiträge deutlich zu senken. Vielfach
machen die Versicherten von ihren Möglichkeiten jedoch keinen
Gebrauch. Der wesentliche Grund dürfte hierbei das mangelnde In-
teresse der Versicherungsvertreter und der Versicherung selbst sein,
diese Kostensenkung zu unterstützen, da beide Parteien hierdurch
wertvolle Einnahmen verlieren.

Auf der anderen Seite führen aber auch zum Teil irrationale Ängste
der Versicherten selbst dazu, dass die Möglichkeiten nicht genutzt
werden. Vielfach wird hierbei die gesamte Tragweite eines mögli-
chen Wechsels übersehen. Die Einsparung von 100 Euro im Monat
wirkt oft nicht so relevant. Tatsächlich führt diese scheinbar geringe
Einsparung aber zu Effekten von vielen 10.000 Euro auf langfristige
Sicht. Im Zeitalter von Altersarmut und Co. könnte man mit diesem
Geld natürlich einen erheblichen Beitrag zur Schließung etwaiger
Lücken hernehmen. Doch auch wenn die finanzielle Situation sehr
auskömmlich und die Rente gesichert ist, selbst dann würde die Nut-
zung der Einsparung und die Umleitung der Gelder in soziale Zwec-
ke immer noch sinnvoller sein, als diese ohne erkennbaren Grund
der eigenen Versicherung zugutekommen zu lassen.

Der teilweise fehlende Wille zu handeln, erinnert mich häufig an die


Geschichte des Frosches im Kochtopf von Charles B. Handy. Der
schleichende Prozess der Beitragssteigerungen führt bei vielen zu
einer Ohnmacht und später zum bösen Erwachen. Die Geschichte,

19
Rette sich wer kann!

von der ich spreche, habe ich Ihnen am Ende des Buches zur Verfü-
gung gestellt.

Im Wesentlichen haben die privat krankenversicherten Kunden die


nun folgenden Möglichkeiten, ihre Beiträge spürbar zu senken.

In der Priorisierung der einzelnen Möglichkeiten ist diese Liste von


hinten nach vorne abzuarbeiten. Die Aufzählung steigert sich also
von „letzter Option“ hin zur „ersten Wahl“.

2.1
Wechsel in den Standardtarif

2.1.1
Allgemeines zu den Sozialtarifen
Standard- und Basistarif

Unter bestimmten Voraussetzungen steht den über 65-jährigen pri-


vat Krankenversicherten der Zugang zu kostengünstigen Standardta-
rifen zur Verfügung. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist im-
mer ein Wechsel in den Basistarif möglich.

Zu beachten ist hierbei, dass der Versicherungsschutz in beiden Ta-


rifen extrem eingeschränkt ist und die Abrechnungsmöglichkeiten
der Ärzte in beiden Fällen extrem viel schlechter sind als bei Versi-
cherten der gesetzlichen Krankenkassen. Da keiner der Vorteile ei-
nes Privatpatienten greift (bessere Abrechnungsmöglichkeiten), aber
der entscheidende Nachteil von Privatpatienten beim Arzt verbleibt
(Risiko der Zahlung einer Rechnung; Ausfallrisiko bei Menschen im

20
Rette sich wer kann!

Sozialtarif vermutlich höher als üblich), wird man zum unliebsamen


Patienten der dritten Klasse. Interessant zu wissen ist, dass Ärzte bis
zum 30.06.2007 die Behandlung von Patienten im Standardtarif so-
gar ablehnen durften.

Günstigen Beiträgen im Standardtarif steht somit eine erhebliche


Verschlechterung der Leistung entgegen. Der grundsätzlich teurere
Basistarif wird nur dann günstig, wenn eine entsprechende Sozi-
albedürftigkeit nachgewiesen werden kann. Diese muss durch Of-
fenlegung der Vermögensverhältnisse gegenüber dem Versicherer
nachgewiesen werden. Unter dieser Voraussetzung kann der Beitrag
auf ca. 300 Euro halbiert werden. Weitere Reduzierungen sind durch
weitere Offenlegung gegenüber dem Sozialamt möglich.

Zusammenfassend bleibt zu konstatieren, dass der Wechsel in den


Standard- oder auch in den Basistarif die allerletzte Wahl, das aller-
letzte Mittel des privat Krankenversicherten sein sollte. Ein sinnvoller
Wechsel bei Erhaltung der Leitungen ist hier definitiv nicht gegeben.

21
Rette sich wer kann!

2.1.2
Überblick über den Standardtarif

In den Standardtarif können privatversicherte Menschen wechseln,


denen die Beiträge ihres aktuellen Versicherungstarifs zu hoch sind.
Der Standardtarif ist ein sogenannter Sozialtarif der privaten Kran-
kenversicherung (PKV). Diesen muss jede Krankenversicherung
ihren Kunden anbieten und es herrscht Kontrahierungszwang. Das
bedeutet, dass ein Versicherer den Antrag auf Wechsel in diesen Tarif
nicht ablehnen darf.

Neben dem Standardtarif gibt es noch den Basistarif in der privaten


Krankenversicherung. Wichtig zu wissen ist, dass der Standardtarif
oft deutlich weniger Leistungen als die Alternative des Basistarifs hat.
Dementsprechend ist er regelmäßig auch deutlich günstiger. Er kann
sich besonders für Eheleute, die beide privat krankenversichert sind,
lohnen.

Die Leistungen des Standardtarifs sind mit denen der gesetzlichen


Krankenversicherung vergleichbar.

22
Rette sich wer kann!

2.1.3
Voraussetzungen für einen Wechsel

Voraussetzung für einen Wechsel in den Standardtarif ist, dass Sie vor
2009 in die private Krankenversicherung eingetreten sind.

Zusätzlich muss einer der drei folgenden Punkte zutreffen:

1. Sie sind mindestens 55 Jahre alt und Ihr Jahreseinkommen liegt


unter der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 54.450
Euro (Stand: 2019) oder

2. Sie sind mindestens 65 Jahre alt oder

3. Sie beziehen bereits eine gesetzliche Rente, etwa eine Erwerbs-


minderungsrente, und Ihr Einkommen liegt unter der Beitrags-
bemessungsgrenze.

2.1.4
Beantragung des Standardtarifes

Den Wechsel in den Standardtarif können Sie formlos, also mit ei-
nem einfachen Schreiben an Ihren Versicherer, beantragen. Soweit
erforderlich, stellt dieser Ihnen dann weitere Unterlagen zur Prüfung
und Unterzeichnung zur Verfügung.

Sofern Sie bereits Rentner sind, haben Sie die Möglichkeit, bei der
Rentenversicherung einen Zuschuss zu beantragen, um Ihre Ausga-
ben so ggf. noch weiter zu senken.

23
Rette sich wer kann!

Bei einem Wechsel in den Standardtarif gelten die gleichen Grund-


sätze wie bei jedem Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesell-
schaft der privaten Krankenversicherung.

Risikozuschläge bleiben erhalten und für Mehrleistungen kann der


Versicherer eine Gesundheitsprüfung verlangen und ebenfalls Risi-
kozuschläge festsetzen.

Soweit diese Mehrleistungen von Ihnen nicht gewünscht oder die Ri-
sikozuschläge unverhältnismäßig hoch sind, können Sie diese durch
eine Verzichtserklärung in Bezug auf die Mehrleistungen abwenden.
Es bleibt damit dann bei den bislang versicherten Leistungen und der
Risikozuschlag fällt nicht an. Da der Tarif aber bedeutend schlech-
tere Leistungen hat als ein normaler Tarif, wird dieser Fall eher die
Ausnahme sein.

2.1.5
Wechsel von Unisextarif in den Standardtarif

Beim Standardtarif handelt es sich um einen sogenannten Bisextarif,


also einem Tarif, der in der Beitragskalkulation nach dem Geschlecht
unterscheidet.

Soweit Sie bereits zuvor einen Tarifwechsel in einen sogenannten


Unisextarif (siehe 2.7.4.1) vorgenommen haben, ist ein Rückwechsel
in einen Bisextarif und damit eben auch in den Standardtarif ausge-
schlossen.

24
Rette sich wer kann!

2.1.6
Beiträge im Standardtarif

Das Besondere am Standardtarif ist, dass der maximale Beitrag be-


grenzt ist.

Diese Grenze ist gleich mit dem Höchstbeitrag in der gesetzlichen


Krankenversicherung (GKV), der 2019 bei 662,48 Euro im Monat
liegt.

Beim Wechsel in den Standardtarif nehmen Sie Ihre Altersrück-


stellungen in voller Höhe mit. Dies hat die positive Folge, dass der
tatsächliche Zahlbetrag im neuen Standardtarif nochmals deutlich
niedriger ist.

Für Heil- und Hilfsmittel wie Krücken oder Medikamente fällt hier
eine Selbstbeteiligung von maximal 306 Euro an.

2.1.7
Gemeinsame Wechsel mit dem Ehepartner

Wie bereits erwähnt, kann es sich ebenso vorteilhaft auf den Beitrag
auswirken, wenn Sie und Ihr Ehepartner beide privat krankenver-
sichert sind und einen gemeinsamen Wechsel in den Standardtarif
vornehmen.

Sofern Ihr Gesamteinkommen die Beitragsbemessungsgrenze der


gesetzlichen Krankenversicherung nicht übersteigt, zahlen Sie beide
als privat versicherte Ehepartner im Standardtarif zusammen ma-

25
Rette sich wer kann!

ximal 150 % des Höchstbetrages zur gesetzlichen Krankenversiche-


rung, damit Stand 2019 also 993,72 Euro.

Wie hoch der tatsächlich zu zahlende Beitrag nach einem Wechsel in


den Standardtarif ist, kann Ihnen nur Ihre Versicherungsgesellschaft
benennen, da dieser von mehreren Faktoren wie Ihrem Alter, der
Vorversicherungszeit etc. abhängig ist. Die Berücksichtigung dieser
Faktoren und damit der Auswirkungen der Alterungsrückstellung
auf diesen Beitrag errechnet die Versicherung.

Informieren Sie sich daher vor der Beantragung eines Wechsels über
die tatsächliche Höhe des Monatsbeitrags im Standardtarif.

2.1.8
Leistungen im Standardtarif

Die Leistungen, die im Standardtarif erbracht werden, sind an den


Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung angelehnt
und bei allen Krankenversicherungsgesellschaften gleich. Wichtig zu
wissen ist, dass die Leistungen im Standardtarif teilweise sogar noch
etwas geringer sind als die Leistungen im Basistarif oder sogar den
Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse.

Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über die Leistungen:

1. Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel werden bis zur Erreichung


des Selbstbeteiligungsbetrages zu 80% erstattet. Ist dieser Betrag
erreicht, übernimmt die private Krankenversicherung die weite-
ren Kosten in voller Höhe.

26
Rette sich wer kann!

2. Für eine ambulante Psychotherapie werden im Standardtarif bis


zu 25 Sitzungen pro Jahr erstattet.

3. Achtung: Reha-Maßnahmen, Kuren, Haushaltshilfen etc. bezahlt


die Versicherung in der Regel nicht.

4. Der Arzt darf maximal bis zum 1,8-fachen Satz der Gebühren-
ordnung abrechnen (siehe 2.7.3.3.), ein Zahnarzt immerhin bis
zum 2,0-fachen Satz. Im Normalfall könnte er immer bis zum
2,3-fachen, mit Begründung sogar bis zum 3,5-fachen Satz ab-
rechnen. Folglich verdienen Ärzte und Zahnärzte bei einem Pati-
enten im Standardtarif fast 50% weniger als bei einem „normalen“
Privatpatienten. Sie sind verpflichtet, Ihren Arzt darauf hinzu-
weisen, dass Sie im Standardtarif versichert sind.

Art der Leistungen des Besonderheiten


Behandlungen Standardtarif
Ambulante ärztliche 100 % Der Arzt darf maximal bis zum 1,8-fachen Satz der GOÄ abrechnen. Der
Behandlung Patient muss dem Arzt mitteilen, dass er im Standardtarif versichert ist.
Psychotherapie max. 25 Sitzungen Erstattung erfolgt maximal bis zum 1,8-fachen Salz der GOÄ
pro Jahr
Rettungsfahrten 90 % 5-10 € Zuzahlung je Fahrt
Häusliche 90 % Es werden maximal die von der GKV akzeptieren Höchstsätze erstattet.
Behandlungspflege Zuzahlung für max. 28 Tage im Jahr. Versicherte unter 18 Jahre müssen keine
Selbstbeteiligung tragen.
Arznei- und 80 % Die maximale Jährliche Selbstbeteiligung liegt bei 306 Euro. Es gibt ein
Verbandmittel, Heil- Hilfsmittelverzeichnis mit Hilfsmittel Höchstsätzen.
und Hilfsmittel
Zahnarztliche 100 % Der Zahnarzt darf maximal bis zum 2,0-fachen der GOZ abrechnen. Der
Behandlungen Patient muss dem Zahnarzt mitteilen, dass er im Standardtarif versichert ist.
Zahnersatz 65 % Der Zahnarzt darf maximal bis zum 2,0-fachen der GOZ abrechnen. Der
Patient muss dem Zahnarzt mitteilen, dass er im Standardtarif versichert ist.
Kieferorthopädie 80 % Der Zahnarzt darf maximal bis zum 2,0-fachen der GOZ abrechnen. Der
Patient muss dem Zahnarzt mitteilen, dass er im Standardtarif versichert ist.
Krankenhaus 100 % der 10 € Zuzahlung für maximal 28 Tage pro Jahr
Regelleistung

27
Rette sich wer kann!

2.1.9
Leistungserhöhung durch
Zusatzversicherungen im Standardtarif

Der Standardtarif lässt sich auch nicht mit privaten Zusatzversiche-


rungen ergänzen, die die im letzten Punkt genannten Kosten abdec-
ken. Lediglich die Auslandsreisekrankenversicherung oder Kranken-
tagegeldversicherung können Sie zusätzlich abschließen.

Damit kaufen Sie sich im Standardtarif erhebliche Leistungseinbu-


ßen ein.

2.2
Wechsel in den Basistarif

2.2.1
Das Wichtigste zum Basistarif

1. In den Basistarif können privatversicherte Menschen wechseln,


die die Beiträge ihres aktuellen Krankenversicherungstarifs nicht
mehr bezahlen können.

2. Ebenso ist der Basistarif für Menschen geeignet, die längere Zeit
keine Krankenversicherung hatten und sich nun wieder privat
versichern müssen und an den Hürden der Risikoprüfung schei-
tern.

3. Die Versicherungsgesellschaft darf niemanden, der die Voraus-


setzungen erfüllt, den Wechsel in den Basistarif verweigern.

28
Rette sich wer kann!

4. Die Versicherung darf bei einem Wechsel in den Basistarif eben-


so keine Risikozuschläge beim Versicherten erheben oder gar
Leistungen ausschließen.

2.2.2
Voraussetzungen für den Wechsel
in den Basistarif

Wie bereits im Abschnitt Standardtarif beschrieben, ist maßgeblich,


wann der Eintritt in die private Krankenversicherung erfolgt ist. Bei
Eintritt ab dem 01.01.2009 hat der Versicherte die Möglichkeit, den
Basistarif ohne Vorbedingungen in Anspruch zu nehmen.

Für die Versicherten, die vor dem 01.01.2009 in die private Kranken-
versicherung eingetreten sind, ist der Standardtarif oft die günstigere
Lösung. Jedoch gibt es auch Gründe, die für einen Wechsel in den
Basistarif sprechen. In diesem Fall müssen folgende Voraussetzun-
gen erfüllt sein:

1. Der Versicherte ist finanziell nicht mehr in der Lage, die monat-
liche Versicherungsprämie zu bezahlen.

2. Der Versicherte bezieht eine gesetzliche Rente beziehungsweise


eine Beamtenpension.

3. Der Versicherte ist mindestens 55 Jahre alt.

29
Rette sich wer kann!

2.2.3
Leistungen des Basistarifs

Das Versicherungsvertragsgesetz schreibt vor, dass der Basistarif


nach Art, Umfang und Höhe mit den Leistungen der gesetzlichen
Krankenkassen vergleichbar sein muss.1

Dies hat zur Folge, dass der Versicherte jedoch auch auf den wesentlich
umfangreicheren Versicherungsschutz einer privaten Krankenvoll-
versicherung verzichten muss.

Daher ist es auch hier ratsam, vor einem Wechsel in den Basistarif
gründlich zu überprüfen, ob es weitere Tarifalternativen bei Ihrer
Krankenversicherung gibt.

2.2.4
Hinweispflicht für Basistarifpatienten

Bei einem Arztbesuch müssen Sie darauf hinweisen, dass Sie im Ba-
sistarif versichert sind, da die Kassenärzte in diesem Fall andere Ge-
bühren abrechnen, als es die Regeln der Gebührenordnung für Ärzte
normalerweise vorsehen.

Sofern Sie Leistungen in Anspruch nehmen, die über die der gesetz-
lichen Krankenversicherung hinausgehen, werden diese von der pri-
vaten Krankenversicherung im Basistarif nicht erstattet. Die hierbei
entstehende Differenz müssen Sie somit selbst tragen.

1 § 193 Abs. 5 VVG

30
Rette sich wer kann!

Dasselbe gilt auch, wenn Sie sich von Privatärzten ohne kassenärztli-
che Zulassung (Privatpraxen) behandeln lassen.

Mitunter können hierdurch hohe Zusatzkosten entstehen. Daher ist


es wichtig, dass Sie sich vor einem Wechsel gründlich über die Vor-
und Nachteile informieren und sich auch die bestehenden Alterna-
tivtarife der Versicherungsgesellschaft aufzeigen zu lassen.

2.2.5
Altersrückstellungen

Wie auch beim Wechsel in den Standardtarif bleiben Ihnen beim


Wechsel in den Basistarif sämtliche Altersrückstellungen in voller
Höhe erhalten. Voraussetzung ist hierbei der Wechsel innerhalb der
Gesellschaft, bei der Sie schon im Vorfeld in einem Normaltarif pri-
vat vollversichert sind.

Grundsätzlich wäre auch ein Wechsel in eine andere Versicherungs-


gesellschaft möglich, da alle Gesellschaften die gleichen Leistungska-
taloge für den Basistarif vorsehen. Das ergibt jedoch grundsätzlich
keinen Sinn, da Sie Ihre Alterungsrückstellungen in diesem Falle
weitestgehend verlieren, soweit Sie vorher in einem anderen als dem
Basistarif bei Ihrer Gesellschaft versichert waren.

Haben Sie Ihren Versicherungsschutz bereits vor dem 01.01.2009


abgeschlossen, gehen diese sogar vollständig verloren, wodurch der
Monatsbeitrag bei einer anderen Gesellschaft bedeutend höher sein
wird.

31
Rette sich wer kann!

2.2.6
Beitragshöhe im Basistarif

Wie auch beim Standardtarif ist der Höchstbeitrag im Basistarif be-


grenzt auf den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversiche-
rung zzgl. dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Kranken-
kassen; 2019 liegt dieser Höchstbeitrag bei rund 705 Euro im Monat.

Sofern die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen


Krankenversicherung steigt, kann auch der zu zahlende Höchstbe-
trag im Basistarif steigen.

Das Besondere am Basistarif ist, dass versicherte Personen, die hilfs-


bedürftig sind oder durch zu hohe Krankenversicherungsbeiträge
hilfsbedürftig werden, in der Regel lediglich die Hälfte des Höchst-
betrags bezahlen müssen.

Der Begriff der Hilfsbedürftigkeit orientiert sich am Sozialgesetz-


buch (§ 9 SGB II). Sofern eine der vorstehenden Notlagesituatio-
nen eintritt, muss der Versicherte demnach nach derzeitigem Stand
(2019) lediglich ca. 354 Euro an Beitrag zahlen, sofern er dies anzeigt
und er die entsprechenden Nachweise beibringen kann.

Sofern auch dieser Betrag nicht vom Versicherer geleistet werden


kann, beteiligt sich der Träger der Grundsicherung am verminder-
ten Beitrag. Damit ist der Basistarif für alle diejenigen geeignet, die
erhebliche wirtschaftliche Sorgen zu überwinden haben.

32
Rette sich wer kann!

2.2.7
Selbstbeteiligung und Zusatzleistungen
im Basistarif

Für die Wahl einer möglichen Selbstbeteiligung gibt es in der Regel


folgende Stufen: 300, 600, 900 oder 1.200 Euro pro Jahr. Die gewählte
Selbstbeteiligung müssen die Versicherten im Basistarif grundsätz-
lich 3 Jahre beibehalten.

Die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung ist natürlich nur dann


sinnvoll, wenn sich hierdurch der Monatsbeitrag der Versicherungs-
prämie reduziert. Oft ist dies, gerade bei den geringen Selbstbeteili-
gungsstufen, aber nicht der Fall. Dies sollte im Vorfeld in jedem Fall
sorgfältig geprüft werden.
Wurde eine Selbstbeteiligung gewählt und es stellt sich im Nachhin-
ein heraus, dass der Beitrag hierdurch nicht sinkt, kann der Versi-
cherte von seiner Versicherungsgesellschaft verlangen, dass diese die
Selbstbeteiligung im Basistarif streicht.

33
Rette sich wer kann!

2.2.8
Leistungserhöhung durch
Zusatzversicherungen im Basistarif

Im Gegensatz zum Standardtarif haben Sie im Basistarif die Mög-


lichkeit, die Leistungen durch Abschluss einer Zusatzversicherung
zu erhöhen. Diese Zusatzversicherung können Sie entweder bei Ihrer
Versicherungsgesellschaft oder aber bei anderen Anbietern abschlie-
ßen, sofern dem keine gesundheitlichen Einschränkungen entgegen-
stehen.

Hierdurch können Sie den Basistarif aufwerten und über das Maß der
Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus aufstocken.

Durch Sonderkonzepte ist es darüber hinaus möglich, auch unab-


hängig vom Gesundheitszustand sinnvolle Ergänzungen zum Basis-
tarif wie auch zur gesetzlichen Krankenversicherung abzudecken.

34
Rette sich wer kann!

2.2.9
Leistungsunterschiede zwischen
Basis- und Standardtarif im Überblick

Standardtarif Basistarif

In der Regel deutlich niedriger In der Regel GKV-Höchstbe-


als der Höchstbeitrag zur GKV; itrag plus durchschnittlicher
Besonderheit: maximal 150% Zusatzbeitrag pro Person;
Beitrag

des GKV-Höchstbeitrags für Besonderheit: Hälfte bei Hil-


privat versicherte Ehepaare febedürftigkeit nach § 9 SGB II

Vergleichbar mit Kassenleistun- Entsprechen den Kassenleistun-


gen; freie Wahl bei Fach- und gen; Arzt mit Kassenzulassung
Privatärzten; keine Übernahme ist erste Anlaufstelle; deutlich
heilpraktischer Verfahren, bessere Leistungen bei Kuren,
psychotherapeutische Behan- Haushaltshilfe, Krankentage-
dlung nur nach Bewilligung, geld, Psychotherapie, Sozio-
eingeschränkte Erstattung unter therapie, Hilfs- und Heilmitteln,
Leistungen

anderem von Hilfs- und Heil- Reha-Leistungen und Palliativ-


mitteln sowie Zahnersatz-Leis- versorgung
tungen; höhere Abrechnungssä-
tze möglich

Nicht möglich, bis auf Aus- Möglich, Krankentagegeld


Upgrade2

landsreise-Krankenversi- bereits mitversichert.


cherung, Krankentagegeld.

2 Erhöhung der Leistungen durch Zusatzversicherungen

35
Rette sich wer kann!

2.2.10
Standard- oder Basistarif

Viele Privatversicherte, die 55 Jahre oder älter sind, können zwischen


dem Basistarif und dem Standardtarif wählen. Der Standardtarif
ist in den meisten Fällen die deutlich billigere Variante, da der Bei-
trag des Basistarifs in der Regel dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen
Krankenversicherung entspricht – hinzu kommt noch der durch-
schnittliche Zusatzbeitrag.

Die Prämie sollte aber nicht allein entscheiden, da der Basistarif in


einigen Bereichen etwas bessere Leistungen bietet.

Es gilt vor einem Wechsel genau abzuwägen, was die eigenen Bedürf-
nisse und natürlich letztlich auch die finanziellen Mittel sind, um
gesundheitlich eine optimale und bezahlbare Versorgung gewährlei-
sten zu können.

2.3
Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung

In vielen unserer Gespräche mit Kunden eröffnet sich der Wunsch,


zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln zu wollen.
Und natürlich stellt dieser Wunsch in vielen Fällen auch eine sinn-
volle Option dar.

Einmal privat versichert ist vielen diese Möglichkeit jedoch verwehrt,


da der hierzu erforderliche Aufwand zu hoch ist bzw. die Vorausset-
zungen schlicht nicht gegeben sind.

36
Rette sich wer kann!

Viele Modelle entpuppen sich abschließend auch als Milchmädchen-


rechnung, da auf Einkommen verzichtet werden muss oder andere
Sozialabgaben für Renten- und Arbeitslosenversicherung anfallen.

Gerade Personen, die das 55. Lebensjahr bereits überschritten haben,


haben kaum noch eine Möglichkeit zu wechseln.

Die politischen Gründe für diese Barrieren sind natürlich offenkun-


dig. So will der Gesetzgeber aus naheliegenden Gründen vermei-
den, dass Versicherte in jungen Jahren die Vorteile der in der Regel
deutlich günstigeren privaten Krankenversicherung nutzen, und in
der Zeit, in der die Leistungsinanspruchnahme bedeutend höher
ist, mit niedrigeren Beiträgen der Sozialversicherung zur Last fallen,
während die privaten Krankenversicherungen die aufgebauten Alte-
rungsrückstellungen vereinnahmen.

Im Folgenden sollen die Vor- und Nachteile sowie die bestehenden


Möglichkeiten kurz skizziert werden.

2.3.1
Vorteile

Ob ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung vorteilhaft


ist oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab.

Der wesentliche Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung im


Vergleich zur privaten Krankenversicherung liegt darin, dass die Bei-
tragserhebung in Abhängigkeit von den Einnahmen erfolgt.

37
Rette sich wer kann!

Damit stehen dem Grunde nach immer genug Einnahmen für die
Zahlung der Beiträge zur Verfügung.

Weitere Vorteile liegen darin, dass die Selbstbeteiligungen im Rah-


men der gesetzlichen Krankenversicherung auf die Zuzahlungen zu
Arznei- und Verbandsmitteln, bei stationärer Unterbringung und für
sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen erfolgen. Verglichen
mit den üblichen Selbstbeteiligungen der privaten Krankenversiche-
rung fallen diese zusätzlichen Kosten eher gering aus.

Weiterer Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung liegt in der


Familienversicherung.3 Diese führt dazu, dass Familienangehörige
unter den im Sozialgesetzbuch geregelten Voraussetzungen, also
vorrangig Ehepartner und Kinder, beitragsfrei mitversichert werden
können.

Soweit also die Einnahmen gering sind, kann ein Wechsel in die
gesetzliche Krankenversicherung wirtschaftlich sehr sinnvoll sein,
zumal auch hier die bestehenden privaten Versicherungen als Zu-
satzversicherung fortgesetzt und damit wichtige Leistungen erhalten
bleiben können.

3 Vgl. § 10 des Sozialgesetzbuches V

38
Rette sich wer kann!

2.3.2
Nachteile

So, wie die einkommensorientierte Beitragszahlung bei geringen


Einnahmen vorteilhaft ist, so ist sie naturgemäß bei hohen Einnah-
men auch nachteilig. Der Gesamtbeitrag bei Einkommen oberhalb
der Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von derzeit (Stand 2019)
60.750 Euro pro Jahr beträgt inklusive Zusatzbeitrag4 784,69 Euro
zzgl. 154,41 Euro5. Insgesamt können damit maximale Kosten in
Höhe von 939,10 Euro entstehen.

Wichtig ist, dass grundsätzlich6 alle Einkommensarten bei der Bei-


tragserhebung berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass auch Ein-
künfte aus Mieten, Pachten, Renten, privaten Renten- und Lebens-
versicherungen, gerade auch betrieblichen Altersvorsorgeverträgen
sowie Einkünfte aus Kapitalvermögen wie Zinsen und Dividenden
etc. berücksichtigt werden.

Ausgehend von diesen Beiträgen ist die gesetzliche Krankenversiche-


rung in den absolut überwiegenden Fällen keine Option, da die pri-
vate Versicherungslösung in der Regel preiswerter sein dürfte.

Eine Ausnahme hiervon kann dann gegeben sein, wenn der Ehepart-
ner ebenfalls privat versichert ist und über Einkünfte unterhalb der
Einkommensgrenze für die Familienversicherung verfügt.7

4 Beispielhaft ist ein Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent angesetzt, zzgl. 14,6 Prozent regulärer
GKV-Satz = 15,5% insgesamt
5 Aktueller Beitragssatz 3,05 % zzgl. ggf. 0,25 % Kinderlosenzuschlag
6 Es gibt Ausnahmetatbestände für die „Krankenversicherung der Rentner“, die für wenige
gelten. Diese Möglichkeit ist hier nicht berücksichtigt.
7 Siehe 7.4, aktuell 445 Euro, alternativ Minijob (Basis: 450 Euro)

39
Rette sich wer kann!

2.3.2
Wie Sie einen Wechsel erreichen können

2.3.2.1
Optionen für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer müssen dafür sorgen, dass Ihr Einkommen unter die


Versicherungspflichtgrenze von derzeit8 60.750 Euro pro Jahr fällt.
Variable Gehaltsbestandteile, beispielsweise Tantiemen, variable Pro-
visionen etc.) sind hierbei nicht relevant.

Werden also die Arbeitsstunden reduziert und der Anteil der variab-
len Bezüge z.B. erhöht, so kann der Fall des Unterschreitens der Ver-
sicherungspflichtgrenze eintreten und der Arbeitnehmer wird sozi-
alversicherungspflichtig und kann damit wieder in eine gesetzliche
Krankenversicherung wechseln.

Wird die o. g. Grenze von derzeit 60.750 Euro nur knapp überschrit-
ten, so kann auch der Weg einer Entgeltumwandlung, also eine Form
der betrieblichen Altersvorsorge, in Betracht kommen.

In jedem Fall muss allerdings der Arbeitsvertrag geändert werden.


Hierbei handelt es sich um eine einschneidende Veränderung, die
ein besonders hohes Maß an Vertrauen gegenüber dem Arbeitgeber
voraussetzt, sodass nicht dauerhaft Nachteile entstehen. Vor dem
Hintergrund zahlreicher anderer Möglichkeiten (Basistarif, Stan-
dardtarif, PKV-Tarifwechsel etc.) sollte dieses Szenario nach meiner
Meinung eine nachgelagerte Rolle spielen.

8 Stand 2019

40
Rette sich wer kann!

Gerade bei Angestellten, die dauerhaft ein hohes Erwerbseinkom-


men erzielen konnten, ist auch im Rentenalter aufgrund hoher
Renten von höheren gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträgen
auszugehen. Die Beiträge kann man auf Basis der Rentenbescheide
ermitteln.

Wie bereits zuvor ausgeführt, führt die geringfügige Unterschreitung


zu insgesamt nach wie vor hohen Beiträgen in der gesetzlichen Kran-
kenversicherung und ist nur dann sinnvoll, wenn diese Einnahmen
z. B. im Rentenalter drastisch sinken, weil die Rentenansprüche und
Alterseinkünfte entsprechend gering sind.

2.3.2.2
Optionen für Selbstständige

Wollen Selbstständige zurück in die gesetzliche Krankenversicherung


wechseln, so ist dies nur durch Aufnahme einer sozialversicherungs-
pflichtigen Angestelltentätigkeit möglich, soweit das regelmäßige
Einkommen die bereits genannte Einkommensgrenze von derzeit
60.750 Euro pro Jahr nicht überschreitet. Die Aufgabe der selbststän-
digen Tätigkeit stellt ebenfalls einen gravierenden Einschnitt dar, der
weitreichende Konsequenzen hat.

41
Rette sich wer kann!

2.3.2.3
Menschen über 55 Jahre

Menschen, die das 55. Lebensjahr bereits überschritten haben, haben


nahezu keine Möglichkeit mehr, zurück in die gesetzliche Kranken-
versicherung zu wechseln. Selbstständige müssen hierfür zum Bei-
spiel ihr Gewerbe vollständig aufgeben und dürfen über Gesamtein-
nahmen in allen Einkommensarten (z. B. Renteneinkünfte, Mieten,
Pachten etc.) von maximal 445 Euro monatlich verfügen bzw. maxi-
mal einer geringfügigen Tätigkeit auf Basis von 450 Euro (Minijob)
nachgehen9. Diese Voraussetzung dürfte nur dann erfüllt sein, wenn
erhebliche Lücken bei der Vorsorgeplanung aufgetreten sind.

2.3.2.4
Wann ein Wechsel in die GKV
überhaupt nur sinnvoll ist

Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur


dann sinnvoll, wenn bei dauerhafter Planung davon ausgegangen
werden kann, dass sich Kosten und Leistungen im gesetzlichen Sy-
stem besser darstellen.

Aufgrund der einkommensabhängigen Beitragserhebung in der ge-


setzlichen Krankenversicherung bedeutet dies, dass die Einkünfte
aus allen Einkommensarten gering ausfallen müssen und alle in die-
sem Buch genannten Möglichkeiten nicht zum gewünschten Ergeb-
nis in der privaten Krankenversicherung geführt haben.

9 Siehe 7.4: Familienversicherung

42
Rette sich wer kann!

In jedem Fall stellt der Basistarif die ordentliche Alternative dar, da


hier durch Verrechnung der Alterungsrückstellungen ebenfalls bei
einem Tarifwechsel günstige Beiträge anfallen können. Gerade bei
mittleren Einkommen wäre dies zu prüfen.

Bestehen hohe Einkommen aus Renten, Mieten etc., empfiehlt sich


ein Wechseln folglich nicht. Daher ist stets eine Einzelfallprüfung er-
forderlich.

43
Rette sich wer kann!

2.3.2.5
Die unbekannte Möglichkeit:
Wechseln in die GKV auch über 55

Auf der ständigen Suche nach Möglichkeiten, ungeachtet der oben


genannten Nachteile und Barrieren zurück in die gesetzliche Kran-
kenversicherung zu wechseln, bin ich auf eine weitere Möglichkeit
im Rahmen der EU-Abkommen gestoßen. Diese Möglichkeit haben
wir bereits vielfach zusammen mit erfahrenen Juristen durchgeführt.

Sollten die hier angeführten Möglichkeiten also nicht zum gewünsch-


ten Erfolg führen und Sie aufgrund Ihrer Alterseinkünfte sinnvoller-
weise zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln wol-
len, so lade ich Sie herzlich ein, mich auf einen Wechsel zurück in
die gesetzliche Krankenversicherung anzusprechen, auch wenn Sie
das 55. Lebensjahr bereits überschritten haben. Wege der Kontakt-
aufnahme finden Sie am Ende dieses Buches.

44
Rette sich wer kann!

2.4
Anpassung der versicherten Leistungen

Abhängig von Ihrem persönlichen Verständnis ist es natürlich auch


möglich, die Leistungen der bisherigen Versicherung zu prüfen und
ggf. auch auf die eine oder andere Leistung zu verzichten.

Hierbei darf natürlich nicht alleine der Rückschluss auf die Inan-
spruchnahme der Leistungen in der Vergangenheit zum Tragen
kommen, vielmehr sollte der Tatsache Rechnung getragen werden,
dass die Wahrscheinlichkeit, dass gerade im letzten Drittel des Le-
bens andere und mehr Leistungen in Anspruch genommen werden,
besonders berücksichtigt werden.

Zur aktuellen Ermittlung Ihrer eigenen Bedürfnisse an eine private


Krankenversicherung könnten Ihnen zum Beispiel folgende Frage-
stellungen eine Eingrenzung der infrage kommenden Optionen bie-
ten:

2.4.1
Leistungsanforderung
an Ihre Krankenversicherung

Ambulante Gesundheitsversorgung:
1. Nehmen Sie in relevantem Umfang Vorsorgeuntersuchungen in
Anspruch?

2. Nehmen Sie in größerem Umfang heilpraktische Leistungen in


Anspruch?

45
Rette sich wer kann!

3. Tragen Sie eine hochwertige Sehhilfe?

4. Sollen alle Kosten, die ein Arzt nach den Regeln der Gebühren-
ordnung ohne Rücksprache mit Ihnen berechnen kann, erstattet
werden?

5. Haben Sie einen Hausarzt, der Ihre erste Anlaufstelle ist, oder
könnten Sie dies problemlos so einrichten?
 
Stationäre Behandlung
(Leistungen bei Krankenhausaufenthalten):
1. Ist Ihnen eine Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte
auch stationär wichtig oder möchten Sie sich auf die Regellei-
stungen der gesetzlichen Krankenversicherung mit Fallpauscha-
len beschränken?

2. Sollen alle Kosten, die ein Arzt ohne Rücksprache mit Ihnen
nach den Regeln der Gebührenordnung berechnen kann, erstat-
tet werden?

3. Ist Ihnen eine besondere Unterbringung im Zwei- oder Ein-Bett-


zimmer wichtig?

Zahnbehandlungen/Zahnersatz:
1. Gehen Sie davon aus, dass Sie kurzfristig Leistungen in Anspruch
nehmen könnten, sodass eine Summenbegrenzung oder Zahn-
staffel vermieden werden sollte?

2. Ist ein besonders hoher Erstattungssatz (größer 70%) für Sie rele-
vant?

46
Rette sich wer kann!

3. Sollen alle Kosten, die ein Arzt ohne Rücksprache mit Ihnen
nach den Regeln der Gebührenordnung berechnen kann, erstat-
tet werden?

Pflegeversicherung:
Soll die Leistung auf das Notwendige bei vollständiger Pflegebedürf-
tigkeit erweitert werden?10

Krankentagegeldversicherung:
1. In welcher Höhe soll Krankentagegeld gezahlt werden (der Ta-
gessatz sollte möglichst realistisch gewählt werden, um alle lau-
fenden Kosten trotz fehlender Einnahmen decken zu können)?
Mindestens in der Höhe, in der auch die gesetzliche Krankenver-
sicherung zahlen würde, 90% des Nettogehaltes.

2. Ab wann soll Krankentagegeld gezahlt werden (ab Tag 43 der


Krankschreibung oder schon früher ab Tag 15)? Hier lohnt sich
auch ein Vergleich verschiedener Anbieter: Wie wirkt sich die
Höhe des Krankentagegeldes auf den Beitrag aus? Ab welchem
Tag kann das Geld flexibel bezogen werden?

Diese Checkliste soll Ihnen einen ersten Überblick geben, sodass Sie
für sich einschätzen können, in welcher Güteklasse Sie Ihre private
Krankenversicherung wählen möchten.

Abhängig von den Antworten auf die Fragen können Sie dann nach
sinnvollen Optionen bei Ihrer Krankenversicherungsgesellschaft su-
chen.

10 Derzeit ca. 60 Pflegetagegeld

47
Rette sich wer kann!

2.4.2
Warum 98 % aller Geschäftsführer und Vorstände
mit dem Krankentagegeld Steuern und damit
bares Geld verschenken

Die Absicherung des Krankentagegeldes ist für die meisten Men-


schen elementar, da die finanziellen Rücklagen der meisten nicht
ausreichen, um mehrere Monate ohne Einnahmen zu überstehen.
Im Falle von mittelfristiger Erkrankung führt dies zu enormen wirt-
schaftlichen Problemen.

Doch auch wenn die finanziellen Rücklagen ausreichend wären, über


Monate den finanziellen Standard zu halten und auch die Fortfüh-
rung des Unternehmens durch Einstellung eines Geschäftsführers
für die Genesung zu finanzieren, wäre dennoch eine unnötige Ko-
stenposition, da die Absicherung für den mittelfristigen Ausfall auf-
grund von Arbeitsunfähigkeit durch Erkrankung preiswert abzusi-
chern ist.

Bei der Absicherung sind mehrere Aspekte zu beachten, wie bereits


der o. g. Checkliste zu entnehmen ist.

Leider fällt die Leistung für ein Krankentagegeld nicht unter die KV-
BEAO11, sodass die fälligen Beiträge in aller Regel keinerlei steuer-
liche Berücksichtigung finden und somit immer aus dem Nettoein-
kommen zu zahlen sind.

11 Verordnung zur tarifbezogenen Ermittlung der steuerlich berücksichtigungsfähigen


Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1
Nummer 3 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes (Details siehe Lexikon)

48
Rette sich wer kann!

Doch für diese Regel gibt es eine Ausnahme, weshalb die folgenden
Fragen eine besondere Bedeutung haben:

Bin ich selbst Angestellter meines Unternehmens (Geschäftsführer


oder Vorstand)?

oder

Kann ich als Angestellter mit der Personalabteilung meines Unter-


nehmens Einkommensbausteine verhandeln?

Soweit diese Frage mit „Ja“ zu beantworten ist, gibt es eine hervor-
ragende Möglichkeit, wie Sie entweder Beiträge einsparen können,
oder – und das wäre die bessere Option – die Karenzzeit12 zu redu-
zieren, also die Versicherungsleistung bereits früher greifen zu lassen.

Und so geht es:


1. Sie vereinbaren mit Ihrem Arbeitgeber (ggf. mit Ihrer eigenen
Gesellschaft), dass Ihr Gehalt im Falle einer krankheitsbedingten
Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von 12 Monaten (statt üblicher-
weise 6 Wochen) weitergezahlt wird.

2. Der Arbeitgeber sichert das Risiko dieser Gehaltszahlung (6.


Woche bis 52. Woche) durch eine eigene Krankenzusatzversiche-
rung ab.

12 Als Karenzzeit bezeichnet man bei einem Krankentagegeld die Anzahl an Tagen,
ab der die Versicherungsleistung greift. Üblicherweise nach 6 Wochen, analog zur
Entgeltfortzahlung bei Angestellten.

49
Rette sich wer kann!

3. Soweit das Risiko besteht, dass Sie Ihren Arbeitgeber wechseln


und in jedem Fall für die Dauer der ersten 3 Jahre versichern Sie
Ihr bisheriges Krankentagegeld als Anwartschaft weiter. Der Bei-
trag beträgt zwischen 10-30% des bisherigen Beitrages.

4. Dauerhaft versichern Sie das Krankentagegeld in passender Höhe


ab der 53. Woche zu einem sehr günstigen Beitrag.

Hierdurch ergeben sich für Sie folgende Vorteile:

1. Alle Beitragszahlungen zusammen sind regelmäßig preiswerter


als die bisherigen Beitragszahlungen.

2. Vor allem aber ist die Rückversicherung des Arbeitgebers zu


100% als Betriebsausgabe zu werten, sodass diese aus dem Brutto
der Gesellschaft finanziert wird. Diese Zahlung stellt auch keinen
zu versteuernden geldwerten Vorteil dar.

Da Sie Ihr bisheriges Krankentagegeld zu 100% aus Ihrem Netto-


einkommen finanzieren, entsteht neben dem reinen Beitragsvorteil
ein erheblicher zusätzlicher Steuervorteil, der in der nachfolgenden
Aufstellung verdeutlicht werden soll:

50
Rette sich wer kann!

2.4.3
Beispiel einer Krankentagegeld-optimierung

Alter des Kunden:........................................................................ 40 Jahre


Karenzzeit in Tagen: ............................................................................. 42
Tagegeldhöhe: ....................................................................... 200,00 Euro

Aktuell:
Beitrag aus Nettoeinkommen:............................................... 83,00 Euro

Neu:
Beitrag aus Bruttoeinkommen: ............................................. 42,00 Euro
Beitrag aus Nettoeinkommen:13 ............................................ 21,80 Euro
Bleibende Krankentagegeldkosten:14 .................................... 15,65 Euro

Beitragsersparnis monatlich netto:....................................... 45,55 Euro


Beitragsersparnis bis Lebensalter 67:15...........................14.757.00 Euro
Mögliches Kapital mit 67:16............................................ 48.922,00 Euro

Auf Basis dieses Rechenbeispiels lässt sich schön aufzeigen, wie auch
scheinbar kleine Zahlen langfristig eine enorme Wirkung erzielen
können.

13 Es wird eine Entgeltumwandlung unterstellt, also so getan, als würde der Arbeitnehmer in
Beitragshöhe auf Gehalt verzichten, ausgehend von 42 % Steuersatz zzgl. Soli und Kirche,
gesamt also 48,09 %
14 Tagegeld ab der 53. Woche und Anwartschaft
15 Auf Nettobasis
16 Im Rahmen einer Entgeltumwandlung (Beitrag 84,75 Euro, 27 Jahre Laufzeit,
Nachkostenrendite 4 % p. a.)

51
Rette sich wer kann!

Die meisten Menschen, die wir im Rahmen unserer täglichen Bera-


tung treffen, kennen und nutzen diese Möglichkeiten nicht.

Da Sie nun dem Grunde nach wissen, welche Möglichkeiten alleine


beim Krankentagegeld bestehen, können Sie sich diese Vorteile si-
chern.

Daher möchte ich Sie herzlich einladen, sich weiter zu informieren.


So können wir schnell feststellen, wie auch Sie von dieser clevereren
Vorgehensweise profitieren können. Die Möglichkeiten zur Kontakt-
aufnahme finden Sie am Ende dieses Buches.

2.5
Anpassung der Selbstbeteiligung

Vielfach ist die Selbstbeteiligung auf Wunsch des privat Krankenver-


sicherten zum Beginn des Versicherungsschutzes gewählt worden.
Häufig wünschen sich Versicherte, die Selbstbeteiligung aufgrund
der eigenen Kosten möglichst niedrig zu halten. Dies ist jedoch viel-
fach nicht sinnvoll.

Auch hier greift jedoch der Interessenkonflikt in der Versicherungs-


wirtschaft. Jeder Euro Monatsbeitrag wird mit einer Provision des
x-fachen dieses Beitrages vergütet. Verträge mit niedrigen Selbstbe-
teiligungen verursachen einen höheren Monatsbeitrag. Dieser verur-
sacht eine höhere Provision. Können Sie tatsächlich verlangen, dass
ein selbstständiger Versicherungsvermittler gegen seine eigenen In-
teressen berät?

52
Rette sich wer kann!

Eine genaue Analyse aller infrage kommenden Tarife unter genau-


er Einbeziehung der jeweiligen Möglichkeiten zur Gestaltung der
Selbstbeteiligung sollte unter Berücksichtigung der KVBEAO, der
Rechtsverordnung, die die steuerliche Anrechenbarkeit von den pri-
vaten Krankenversicherungsbeiträgen regelt, genau überprüft wer-
den. Eine solche Analyse ist wesentlich für die Wahl der korrekten
Selbstbeteiligung.

Der Kostenverlauf in Tarifen mit höheren Selbstbeteiligungen ist in


aller Regel deutlich günstiger als bei Tarifen mit niedrigen Selbstbe-
teiligungen.

Die Gründe hierfür sind unterschiedlich und können im Einzelnen


auch tendenziell nur erahnt werden.

Einleuchtend erscheint die Annahme, dass in Tarifen mit höheren


Selbstbeteiligungen überwiegend kostenbewusste Menschen, wie
z. B. Unternehmer, versichert sind, wohingegen in Tarifen mit nied-
riger Selbstbeteiligung „Vollkaskomentalitäten“ gefördert werden
könnten, die Inanspruchnahme damit höher ist, was zwangsläufig zu
höheren Beiträgen führt.

Darüber hinaus hat die Versicherung in Tarifen mit höheren Selbst-


beteiligungen einen geringeren Verwaltungsaufwand, da die Kunden
seltener und gesammelt Rechnungen einreichen.

Ein weiterer Vorteil von Selbstbeteiligungen ist die höhere Chance


auf Beitragsrückerstattungen, da geringere Rechnungen selbst ge-
zahlt werden. Regelmäßig sparen Kunden im Rahmen eines Tarif-
wechsels stark überproportional, d.  h. einer Erhöhung der Selbst-

53
Rette sich wer kann!

beteiligung in Höhe von 500 Euro steht häufig eine Ersparnis von
beispielsweise 1.500 Euro gegenüber, sodass selbst bei hohen Arzt-
kosten enorme Einspareffekte verbleiben und ein Wechsel somit in
aller Regel sinnvoll ist.

Wie bereits ausgeführt, ist dies unter Berücksichtigung der steuerli-


chen Regelung genau abzuwägen.

54
Rette sich wer kann!

2.6
Wechsel der Versicherungsgesellschaft

2.6.1
Vorteile

Zu den Vorteilen des Wechsels der Versicherung im Ganzen zählt


ohne Zweifel der Umstand, dass Sie eine neue Entscheidung in Be-
zug auf den Leistungsträger treffen können.

So können Sie bei der Auswahl der Gesellschaft zum einen auf das
Tarifgefüge achten, sodass sie unter Umständen bessere Möglich-
keiten finden, einen Ihrem Bedarf (siehe Checkliste zu 2.4) entspre-
chenden Tarif zu finden.

Zum anderen haben Sie eine neue Möglichkeit, sich den Bilanzkenn-

55
Rette sich wer kann!

zahlen des neuen Anbieters zu widmen, um zu überprüfen, ob Sie es


mit einem „gesunden“ Versicherer zu tun haben. Hierbei sollten Sie
bestenfalls immer die Zahlen mit Ihrem bisherigen Anbieter verglei-
chen und Argumente für die Veränderungen finden. Diese können
am Beispiel der Eigenkapitalquote auch konzernbedingte Gründe
haben und zeigen nicht zwangsläufig „Schwierigkeiten“ des Versi-
cherers auf.

Wichtig wäre in jedem Fall darauf zu achten, dass die Mittel des Ver-
sicherers überdurchschnittlich hoch sind, so zum Beispiel die Eigen-
kapitalquote17 oder aber auch die Rückstellungen für Beitragsrück-
erstattungen (RfB-Mittel). Hohe Werte weisen auf eine solide Finan-
zierung hin, die Beitragsanpassungen ggf. abmildern können.

Weiterer Indikator kann zum Beispiel die Kostenquote für Verwal-


tungs- und Vertriebskosten bieten. Für die tägliche Abwicklung
ebenfalls interessant: die Beschwerdequote beim Bundesaufsicht-
samt für Finanzen.18

17 Wie gesagt: Hier muss man genauer hinschauen


18 Siehe 7.5

56
Rette sich wer kann!

2.6.2
Nachteile

Die erheblichen Nachteile, die gerade für langjährig Versicherte gel-


ten, gliedern sich in drei Teile, welche im Folgenden erläutert werden.

2.6.2.1
Alterungsrückstellungen

Leistungsentwicklung
Kosten

Leistungsphase
Verzehr der Altersrückstellungen

Sparphase
mit Rückstellungen für Beiträge im Alter (RfB) kalkulierter Beitrag

30 35 40 45 50 55 60 65 70 Lebensalter 80

Durch einen Wechsel der Versicherungsgesellschaft verliert der Kun-


de die kalkulierten Alterungsrückstellungen.

Alterungsrückstellungen werden gebildet, um einen möglichst


gleichbleibenden Kostenverlauf Ihrer privaten Krankenversicherung
sicherzustellen.

57
Rette sich wer kann!

Schematisch kann man sich hierbei den Krankheitskostenverlauf


eines Menschen in einer exponentiellen Kurve19, d. h. in einer sich
dynamisch entwickelten Steigungsrate vorstellen. In jungen Jahren
entstehen durchschnittlich niedrige Kosten, in den letzten Lebens-
jahren steigen diese rasant.

Um nun einen gleichbleibenden Kostenverlauf darzustellen, werden in


jungen Jahren deutlich höhere Beiträge verlangt, als es dem tatsächlichen

Risiko entspricht, damit diese die Kosten der letzten Lebensjahre


decken. Dieser Überschuss in jungen Jahren wird nach festen Regeln
investiert20. Die so zu erwartenden Erträge werden in der Kalkulati-
on entsprechend berücksichtigt. Sinken, wie nun schon seit Jahren
erfolgt, die Zinsen, so entstehen folgerichtig Deckungslücken, die
durch Beitragserhöhungen kompensiert werden müssen.

Anders ausgedrückt:
Zum Zeitpunkt der Tarifentstehung kalkuliert der Versicherer, wie
hoch die Kosten einer Person, die mit einem bestimmen Eintritts-
alter zu einem bestimmten Zeitpunkt eintritt, durchschnittlich sein
werden.

Die kalkulierten Krankheitskosten im gesamten Lebensverlauf wer-


den geteilt durch die verbleibenden Restmonate der statistischen Le-
benserwartung. So ergibt sich ein kalkulatorischer Grundbeitrag.

Auf diesen Grundbeitrag werden Aufschläge für Sicherheitspuffer,


Kosten des Versicherers, Gewinnmarge des Versicherers und unter
19 Siehe Grafik
20 Siehe blaue Unterlegung

58
Rette sich wer kann!

Umständen anfallende Steuern usw. erhoben, womit der zu zahlende


Gesamtbeitrag entsteht.

Der so ermittelte Beitrag enthält damit Altersrückstellungen kalkula-


torischer Art, weil die Kosten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlus-
ses natürlich bedeutend niedriger sind, als der Monatsbeitrag dies
wiedergibt.

Damit zahlt der Endkunde über einen Zeitraum X mehr als er an sta-
tistischem Risiko selbst zu zahlen hätte, um die Kosten im höheren
Alter zu decken.21

Im Rahmen dieser Kalkulation rechnet man natürlich damit, dass


sich diese Rückstellungen (Gesamt über alle privaten Krankenver-
sicherungen ca. 250.000.000.000 Euro!) gewinnbringend investieren
lassen. Soweit die tatsächliche Verzinsung jedoch niedriger ausfällt
als der kalkulatorisch vorgesehene Zins, der sogenannte Rechnungs-
zins, so führt dies zwangsläufig zu Kostensteigerungen.

Wechselt nun ein langjährig Versicherter seine private Krankenver-


sicherung, so verbleibt im neuen Tarif weniger Zeit, um Rückstel-
lungen für die altersbedingt zu erwartenden Kosten zu bilden. Aus
diesem Grund müssen die Kosten für den neuen Tarif bedeutend
höher sein, um diesen zeitlichen Nachteil aufzuholen. Daher sind
Neubeiträge für ältere Kunden regelmäßig bedeutend teurer.

Wichtig für Sie ist, dass Ihnen durch einen Tarifwechsel keine Alters-
rückstellungen verlorengehen. Dies ist gesetzlich in § 204 des Versi-

21 Siehe blaue Unterlegung

59
Rette sich wer kann!

cherungsvertragsgesetzes22 sowie auch in § 13 der Kalkulationsver-


ordnung23 geregelt.

Für Versicherte, die Ihren Krankenversicherungsschutz nach dem


01.01.2009 neu vereinbart haben, gelten andere Regeln.

So können diese bei einem späteren Versicherungswechsel einen er-


heblichen Teil der Altersrückstellungen zum neuen Anbieter portie-
ren.

Diese Portierung, also die Mitnahme der angesparten Rückstellun-


gen, führt zu einer Beitragsminderung beim neuen Versicherer.

Übertragen werden darf aber nur der Teil der Altersrückstellungen,


der angespart worden wäre, wenn der Kunde in dieser Zeit im Basi-
starif versichert gewesen wäre. Da dieser Tarif als Sozialtarif anders
kalkuliert ist als gewöhnliche Krankenvollversicherungstarife, wer-
den hier im Verhältnis deutlich weniger Alterungsrückstellungen an-
gehäuft. Zwar reduziert sich der Verlust von Rückstellungen für diese
Kunden, dennoch bleibt ein Verlust zu verbuchen.

Die Beschränkung der Mitnahme auf den Basistarif-Anteil gilt dabei


unabhängig davon, ob man in einen Volltarif oder in einen Basistarif
bei einem anderen Versicherungsunternehmen wechselt.

Fazit: Auch bei der jetzigen Regelung ist der Versicherungswechsel


üblicherweise mit einem Verzicht auf einen Teil der Altersrückstel-
lungen verbunden. Der eintretende Verlust ist lediglich abgemildert.
22 Siehe 7.2
23 Siehe 7.3

60
Rette sich wer kann!

Ob sich ein Versicherungswechsel damit unter dem Strich rechnet,


lässt sich nur im konkreten Einzelfall beurteilen.

2.6.2.2
Neue Risikoprüfung

Ein weiterer erheblicher Nachteil eines Versichererwechsels ist die


neue Risikoprüfung. Im Rahmen eines Neuantrages wird der Ge-
sundheitszustand im Detail erfragt. Der Versicherte ist selbstver-
ständlich gezwungen, alle Angaben vollständig und korrekt zu ma-
chen. Aufgrund möglicher vorvertraglicher Anzeigepflichtverlet-
zungen, die erheblich sanktioniert werden und im schlechtesten Fall
zum Verlust des vereinbarten Versicherungsschutzes führen können,
ist hier Vorsicht geboten.

61
Rette sich wer kann!

In der Gruppe der langjährig Versicherten gibt es tatsächlich wohl


nur wenige Menschen, die noch nie wegen Beschwerden bei einem
Arzt oder einem anderen Heilbehandler (Physiotherapeut, Heilprak-
tiker etc.) waren. Zwar wird vielfach behauptet, man sei „kernge-
sund“, bei genauerer Nachfrage ergeben sich jedoch fast immer aus
Sicht eines Versicherungsunternehmens sehr relevante Angaben.

Diese führen in sehr vielen Fällen zu Nachfragen, der Notwendigkeit


der Einreichung ärztlicher Zeugnisse und Untersuchungsergebnisse
und im Ergebnis häufig zu Risikozuschlägen und auch regelmäßig zu
Ablehnungen. Aus Sicht der Versicherung ist dies auch nachvollzieh-
bar, weil das Risiko der hohen Inanspruchnahme mit jedem weiteren
Lebensalter steigt. Da natürlich auch die Versicherung antritt, um
Gewinne zu erwirtschaften und Tarife möglichst lange beitragsstabil
zu halten, werden die Prüfungen und Annahmerichtlinien kontinu-
ierlich strenger.

Die Neueinführung der Kalkulationssoftware AktuarMed® beispiels-


weise führte dazu, dass die Kostenprognosen von Vorerkrankungen
zu Beginn der Versicherung anhand von Statistiken wesentlich prä-
ziser kalkuliert werden konnten, sodass bei scheinbar geringen Vor-
erkrankungen auch schon erhebliche Risikozuschläge ermittelt wur-
den, was im Sinne der „gesunden“ Kunden grundsätzlich natürlich
auch fair und korrekt ist.

Daher ist alleine aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der da-
mit wesentlich höheren Wahrscheinlichkeit eines Arztbesuchs in der
Vergangenheit auch ein Versichererwechsel mit großen Herausforde-
rungen verbunden.

62
Rette sich wer kann!

2.6.2.3
Lebensalter

Ungeachtet der Nachteile ist es jedoch in den allermeisten Fällen so,


dass die Beiträge schon allein aufgrund des fortgeschrittenen Alters
entsprechend hoch sind. Den oben genannten Ausführungen zur
Beitragsfindung einer privaten Krankenversicherung war zu entneh-
men, dass selbstverständlich kalkulatorisch eingeplant werden muss,
die hohen Kosten in einem hohen Alter zu kompensieren.

Je später also ein Versicherungsschutz abgeschlossen wird, desto we-


niger Zeit verbleibt, die höheren Kosten im Alter durch Altersrück-
stellungen zu kompensieren.

63
Rette sich wer kann!

Spätestens jetzt führt das Fehlen an Altersrückstellungen dazu, dass


die Beiträge aufgrund des hohen Alters massiv steigen.

Damit ist oft schon alleine das Alter ausschlaggebend und macht ei-
nen Versicherungswechsel unwirtschaftlich.

2.7
Tarifwechsel bei der bestehenden
Versicherungsgesellschaft

Die entscheidende und nach wie vor vielfach unbekannte Möglich-


keit bietet der Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversiche-
rung.

64
Rette sich wer kann!

Experten gehen davon aus, dass nach wie vor lediglich 5% aller in-
frage kommenden Kunden von dieser Möglichkeit vollständig Ge-
brauch gemacht haben.

Im Rahmen unser langjährigen Tätigkeit haben wir viele „Versuche“


eines Tarifwechsels erlebt, teilweise durch Kunden in Eigenregie
durchgeführt, teilweise aber auch durch Versicherungsvermittler. In
Unkenntnis aller Möglichkeiten wurden hierbei teilweise kritische
Ergebnisse erzielt.

Im Rahmen unserer Erfahrung kann konstatiert werden, dass die


Menschen auf einen Tarifwechsel vorbereitet werden müssen. Viel-
fach besteht die berechtigte Angst vor Fehlentscheidung und das
Vertrauen in die bisherigen Berater und auch die Sachbearbeiter der
eigenen Versicherung ist unbegründet hoch.

Die generelle Grundregel „wer sagt was warum“ wird vielfach außer
Acht gelassen, dabei ist diese Frage doch alles entscheidend, wie Sie
im Folgenden erkennen werden.

65
Rette sich wer kann!

2.7.1
Interessenkonflikt

Weder die Versicherung noch der bestandsführende Versicherungs-


vermittler, also der Vermittler, der für die Betreuung des Vertrages
zwischen 1 und 2% der monatlichen Prämie als Bestandsprovision
erhält, haben ein wirtschaftliches Interesse an einer massiven Bei-
tragssenkung.

Die Versicherung nicht, weil bei vergleichbarem Leistungsverspre-


chen die Einnahmen sinken, der Versicherungsvermittler nicht, weil
bei gleichem Betreuungsaufwand die laufende Bestandsprovision
sinkt.

66
Rette sich wer kann!

Beispiel:
Krankenversicherungsbeitrag Jährliche Bestandsprovision Vermittler
Kunde (z.B. 2%)
750 Euro 180 Euro
350 Euro 84 Euro

In diesem Beispiel verliert der Versicherungsvermittler jährlich 96


Euro an Einnahmen.

Die Frage, warum privat Versicherten diese Informationen vorent-


halten werden, hören wir sehr regelmäßig. Diese Frage ist auch na-
heliegend, da jeder zunächst davon ausgeht, dass die eigene Versi-
cherung und der eigene Vertreter die Interessen des Versicherten im
Blick haben.

Jedoch lässt diese Annahme außer Acht, dass jede Partei eigene In-
teressen verfolgt. Aus Sicht der Versicherung ist ein privat kranken-
versicherter Mensch, der bereits seit 15, 20 oder länger bei diesem
Versicherungsunternehmen versichert ist, nicht in erster Linie inter-
essant.

Ein Versicherungsunternehmen verfolgt naturgemäß auch eigene


Interessen. Das Interesse eines Versicherungsunternehmens ist es
selbstverständlich, Gewinne zu erwirtschaften. Hierbei spielt am
Ende auch die Rechtsform der Versicherung, nämlich Versiche-
rungsverein auf Gegenseitigkeit oder Aktiengesellschaft, keine Rolle.
In beiden Rechtsformen ist die Gewinnerzielungsabsicht vorhanden,
was ja vollkommen nachvollziehbar und richtig ist.

Ist ein privat versicherter Mensch seit 10, 15 oder vielleicht sogar 20
oder noch mehr Jahren bei einem bestimmten Versicherer privat

67
Rette sich wer kann!

krankenversichert, so ist dem Versicherer selbst selbstverständlich


bewusst, dass unter normalen Umständen ein Versichererwechsel
für diese Person ausscheidet. Die Hauptgründe hierfür wurden be-
reits erläutert.

So gesehen hat der Versicherer über den privat Versicherten quasi


eine Monopolstellung. Wenn Sie sich an die Zeiten einer Deutschen
Post, einer Deutschen Telekom zurückerinnern bzw. alle Situationen
aufführen, in denen es eine Monopolstellung gibt, so ist eines sehr
klar: Ein Monopolist hat kein Interesse daran, Preise aktiv zu senken.
Ganz einfach, weil er keine Notwendigkeit hierfür hat. Vielmehr ist
dem Monopolisten, in diesem Fall dem privaten Krankenversicherer,
vollkommen bewusst, dass ihm eine bestimmte Person quasi „ausge-
liefert“ ist.

Natürlich gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, die in Bezug auf


Beitragssteigerungen greifen. So soll nicht der Anschein erweckt
werden, als könne das Versicherungsunternehmen Preise nach eige-
nem Gusto gestalten. Jedoch ist es so, dass Steuerungsmechanismen,
die zu Beitragsstabilität führen, für privat Versicherte dieser Alters-
gruppen weniger greifen als es in anderen Bereichen der Fall ist. Dies
wird im nächsten Abschnitt näher erläutert.

Zudem ist es jedoch auch so, dass aus Sicht der Versicherung der
Kunde, der zu einem Zeitpunkt ausscheidet, der nach der Über-
schreitung des Break-Even-Points (siehe Grafik zu Alterungsrück-
stellungen) liegt, ein kalkulatorischer Gewinn. Ideal wäre es für eine
Versicherung unter dem reinen Kostenaspekt, wenn technisch alle
Kunden zu diesem Zeitpunkt ausscheiden würden. Daher ist auch
hier die Interessenlage, den Kunden zu halten, eher gering.

68
Rette sich wer kann!

2.7.1.1
Beratungsaufwand und fachliche Expertise

Für einen Tarifwechsel ist eine umfangreiche Recherche und fun-


diertes Wissen erforderlich. Hier sind eine Vielzahl von Tarifkom-
binationen und deren Wirtschaftlichkeit gegeneinander abzuwägen.

Gleichzeitig muss der Anspruch sein, die Erkenntnisse und Unter-


lagen so aufzubereiten, dass auch der Kunde schnell erkennen kann,
ob ein Wechsel leistungs- und kostenseitig sinnvoll ist.

Vielfach ist es so, dass die Menschen regelrecht davon überzeugt


werden müssen, dass einem erheblich geringeren Beitrag tatsächlich
eine vergleichbare Leistung gegenübersteht. Es ist natürlich erst ein-
mal für einen Laien nicht nachvollziehbar, wenn Beiträge z.B. von
750 Euro durch einen Tarifwechsel auf 57 Euro, wie zuletzt gesche-
hen, sinken.

Hierzu ist eine große Erfahrung und eine hohe fachliche Kompe-

69
Rette sich wer kann!

tenz erforderlich. Des Weiteren ist die Übersetzung in die „normale“


Sprache erforderlich, damit Details der Versicherungsbedingungen
durch den Kunden erfasst und verstanden werden können.

Es ist nicht zumutbar, dass von einem „normalen“ Versicherungsver-


mittler verlangt wird, dass er sich zum einen derart intensiv in den
Themenbereich hineinbohrt und diese Dienstleistung am Ende sogar
noch gegen seine eigenen wirtschaftlichen Interessen durchführen
soll. Vielen Arbeitsstunden steht im o.  g. Beispiel eine Minderein-
nahme von 96 Euro jährlich auf die vielleicht kommenden 20 Jahre
gegenüber. Kein Unternehmer würde freiwillig derart handeln.

2.7.1.2
Auflösung des Interessenkonfliktes

Genau aus diesem Grund habe ich mich bei der Gründung der COR-
RIGO AG dafür entschieden, diesen Interessenkonflikt aufzulösen.
Dies geschieht, in dem wir uns rein erfolgsabhängig vergüten lassen.

Für den Kunden bedeutet dies, dass die gesamte Beratung einschließ-
lich der Recherche, der fachlichen Auswertung und der Aufbereitung
der Unterlagen sowie Aushändigung und Erläuterung der Experti-
sen vollständig kostenfrei ist.

Nur im Falle einer erfolgreichen Umstellung fällt ein Honorar in Ab-


hängigkeit von der Ersparnis an. Damit also ein Honorar, das sonst
ohnehin an den Versicherer zu zahlen gewesen wäre. So gesehen
bleibt diese Dienstleistung sogar kostenfrei.

70
Rette sich wer kann!

Bei weit über 25.000 erfolgten Beratungen und mehr als 8.000 er-
folgten Tarifwechseln kann ich Ihnen versichern, dass Einsparungen
von 2.700 Euro und mehr pro Jahr die Regel und nicht etwa die Aus-
nahme sind und dass, obwohl Zwei-Bettzimmer, Chefarzt, Zahner-
satz, freie Arztwahl und viele andere wichtige Leistungen vollständig
erhalten bleiben.

Auf Basis der jahrelang gesammelten Erfahrung bleibt es jedoch


kaum vermeidbar zu erwähnen, dass die vollständige und korrekte
Umsetzung dieser Möglichkeiten ausschließlich dann gewährleistet
ist, wenn ein unabhängiger und die Interessenlage des Kunden ver-
tretender Berater involviert ist.

2.7.2
Leistungsunterschiede beim PKV-Tarifwechsel

Es wäre falsch zu behaupten, dass die Leistungen unterschiedlicher


Tarife unterschiedlicher Generationen exakt die gleichen Leistungen
beinhalten. Dies ist schon allein aufgrund der sich ständig wandeln-
den Erkenntnisse, Kundenpräferenzen und auch sich ändernden
sonstigen Rahmenbedingungen nachvollziehbar und sinnvoll. So
führen die neuen Bedingungen von Versicherungstarifen regelmä-
ßig dazu, dass auch Versicherungslücken, die zum Zeitpunkt frühe-
rer Kalkulationen nicht offenkundig waren, geschlossen werden oder
sich neuen Gegebenheiten anpassen.

So wurde beispielsweise früher eine Ergotherapie durch Ärzte durch-


geführt. Die Kostenabrechnung war damit durch die Gebührenord-
nung für Ärzte abgedeckt. Mittlerweile wird diese Therapie durch

71
Rette sich wer kann!

Ergotherapeuten durchgeführt, die nicht über die Gebührenordnung


für Ärzte abrechnen können. Damit muss ein Tarif eine Erstattung
von Ergotherapeuten vorsehen, damit diese Leistung verbindlich er-
stattungsfähig ist.

Ein weiteres Beispiel bieten „Gemischte Anstalten“, Anstalten


also, die neben der normalen Akutmedizin auch Reha-Maß-
nahmen durchführen. Die Musterbedingungen für Kranken-
kassen sehen vor, dass ein Versicherer nur dann für die Kosten,
die in einer Gemischten Anstalt anfallen, leisten muss, wenn er
dies vorab genehmigt hat24. Werden Sie unfallbedingt bei fehlen-
dem Bewusstsein eingeliefert, konnten Sie Ihren Versicherer nicht um

Erlaubnis fragen. Die Kosten müssen formal dennoch nicht gezahlt


werden, weil die Musterbedingungen keine Ausnahme von der o. g.
Regelungen (z. B. „nicht im Notfall“) vorsehen.

Sie haben bei einem Tarifwechsel die Möglichkeit, aus Eiern einer
bestimmten Güteklasse zu wählen, ohne dass diese jedoch in Form,
Farbe und Gewicht 100% identisch sind. Sie sind eben nur vergleich-
bar.

Gerade vor diesem Hintergrund ist eine fachliche Auswertung der


jeweiligen Tarife unabdingbar, damit Sie als Endverbraucher zu
100% gewährleistet wissen, dass Sie über alle mit einem Tarifwechsel
verbundenen sich ergebenden Vor- und Nachteile vollständig infor-
miert ist.
24 Vgl. § 4 Absatz 5 Satz 1 MBKK 2009: Für medizinisch notwendige stationäre Heilbe-
handlung in Krankenanstalten, die auch Kuren bzw. Sanatoriumsbehandlung durchfüh-
ren oder Rekonvaleszenten aufnehmen, im Übrigen aber die Voraussetzungen von Abs. 4
erfüllen, werden die tariflichen Leistungen nur dann gewährt, wenn der Versicherer diese
vor Beginn der Behandlung schriftlich zugesagt hat.
72
Rette sich wer kann!

Die Expertise der CORRIGO AG führt hierzu z.B. auf regelmäßig


zwei DIN-A4-Seiten detailliert und ausführlich alle Vor- und Nach-
teile auf, sodass es Ihnen erspart bleibt, eine tabellarische und vielsei-
tige Vergleichsaufzählung durchzuarbeiten und somit sich selbst auf
die Suche machen zu müssen, worin den Unterschiede liegen.

Übersicht der tariflichen Vor- und Nachteile


Tarif bisher: Muster 1

Tarif neu: Muster 2

Relevante Nachteile
Selbstbeteiligung 1.600 € für alle Bereiche
(bisher 20% vom RB, max. 306,78 € ambulant)
Hilfsmittel sind zu 100 % bei Zusage oder Bezug über den Versicherer,
ansonsten zu 80% versichert (bisher 100% ohne Zusage oder Bezug mit
begrenzten Leistungen)
Sehhilfen sind zu 100% bis zu einem RB von 500 € alle 2 Jahre versichert
(bisher Gläser voll, Gestelle bis max. 76,69 € alle 3 Jahre)
Gebührenordnung dental ist bis zum Höchstsatz erstattungsfähig
(bisher auch darüber hinaus)
Maximal 6 Implantate je Kiefer erstattungsfähig (bisher unbegrenzt)
Inlays sind zu 85 % durch Kooperationszahnärzte, ansonsten zu 75 % versichert
(bisher zu 100 %)
Heilpraktikerleistungen sind zu 80 % bis max. 1.000 € versichert
(bisher zu 100 %)
Geringere BRE als bisher

73
Rette sich wer kann!

Relevante Vorteile

Offener Hilfsmittelkatalog (z.B. Atemmonitor, Herzmonitor, Heimdialysegerät usw.)


(bisher geschlossener Katalog)
Abrechnungen nach dem Hufelandverzeichnis sind zu 80 % bis zu 1.000 €
versichert (bisher nicht versichert)
Zahnersatz und Implantate sind bis zu 85 % durch Kooperationszahnärzte
erstattungsfähig, ansonsten zu 75% (bisher auch zu 75%)
Zahnprophylaxe (laut Liste des VR) und PZR sind ohne Anrechnung der
SB versichert
Ambulante Krankenfahrten/-transporte sind auch zur Chemotherapie, Dialyse, etc.
versichert (bisher nur im Notfall und bei Unfällen)
Gemischte Anstalten – bessere Regelung als MB/KK (mind. Notfall)
Ambulante und stationäre Kuren (REHA und Anschlussheilbehandlung – AHB nur
stationär) ohne Kostennachweis in Höhe von 30,– € je Tag für maximal 28 Tage
erstattungsfähig (bisher nicht versichert)
Vor- und Nachstationäre Behandlung ist versichert (bisher nicht erwähnt)
Die Erstattung von Vorsorgeuntersuchungen (lt. Liste des VR) und Schutzimpfungen
erfolgt unabhängig von einer tariflich bestehenden Selbstbeteiligung
(bisher mit Anrechnung)
Die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen (lt. Liste des VR)
Schutzimpfungen und Zahnprophylaxe beeinflussen die Beitragsrückerstattung nicht
(bisher mit Anrechnung)
Schutzimpfungen sind auch für Auslandsreisen versichert (bisher nicht versichert)
Weltgeltung 6 Monate (bisher 1 Monat für den Tarif AD1)
Ab dem 92. ununterbrochenen vollstationären Aufenthaltstag im KH wird unter
bestimmten Voraussetzungen der Tarif für den weiteren stationären Aufenthalt
beitragsfrei fortgeführt
Beitragsersparnis

74
Rette sich wer kann!

Vor allen Dingen besteht damit nicht mehr der Bedarf, sämtliche Ver-
sicherungsbedingungen eigenständig zu studieren. Diese verschaffen
einen einfachen und schnellen Überblick, der dann eine Möglichkeit
des Tarifwechsels bietet.

Vielfach werden privat Versicherte dadurch um ihr Tarifwechselrecht


gebracht, dass keine transparente Aufstellung der Vor- und Nach-
teile aufgezeigt wird. Darüber hinaus werden Ängsten und Sorgen
dadurch geschürt, dass der Versicherer, der grundsätzlich kein In-
teresse am Tarifwechsel haben kann, den Kunden im Nachgang zu
einem solchen schlechter behandeln würde und Kulanzleistungen
nicht mehr gewährt würden.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen eine Geschichte aus


meiner beruflichen Erfahrung erzählen.

Im Jahr 2010 habe ich einen Metzgermeister in Köln zum PKV-Ta-


rifwechsel beraten. Er war bei einem Krankenversicherer aus Köln
versichert und hatte eine Jahresersparnis von mehr als 4.250 Euro
zu erwarten. Aufgrund der hohen Jahresersparnis und der nahezu
identischen Versicherungsleistung führte dies – wie schon häufiger –
dazu, dass der Kunde kaum glauben konnte, dass dieser Tarifwechsel
in dieser Form so für ihn möglich sei. Zum einen sah er die Gründe
dafür darin, dass er verschiedene Vorerkrankungen hatte, zum an-
deren darin, dass er sich nicht vorstellen könne, dass seine Versiche-
rung das zulasse. Er bat mich darum, dies nochmals mit seiner Ver-
sicherung besprechen zu können, bevor er eine Entscheidung träfe.

Selbstverständlich willigte ich ein, schlug jedoch vor, dass er die Ver-
treterin der Versicherung zu sich einbestelle und wir dieses Gespräch

75
Rette sich wer kann!

zu dritt führen, damit keine einseitige falsche Information an ihn


möglich war, ohne dass meinerseits die Gegenargumente angeführt
werden konnten.

Dem folgend wurde ein Gesprächstermin anberaumt. Die Versiche-


rungsvertreterin jedoch war zugegebenermaßen clever und bereits
eine halbe Stunde vor dem angesetzten Termin bei dem Metzger-
meister. Innerhalb dieser halben Stunde hat er viele Informationen
erhalten und mit Eintreffen meiner Person winkte er gleich ab und
sagte, dass es sich für ihn erledigt habe, dass ein Tarifwechsel für ihn
nicht infrage kommt.

Da ich ja persönlich vor Ort war, fragte ich ihn, was ihn denn zu
dieser Entscheidung veranlasst habe. So führte er im Beisein der
Versicherungsvertreterin aus, dass es ja so sei, dass er aufgrund von
Vorerkrankungen diesen Tarifwechsel nicht durchführen könne und
dies ja durch die Vertreterin der Versicherung soeben auch bestätigt
worden sei. Die DKV würde einen entsprechenden Antrag aufgrund
der Vorerkrankungen ablehnen und man könne sich und der Versi-
cherung den Aufwand ersparen.

Die Versicherungsvertreterin, ihres Zeichens tatsächlich sogar noch


Juristin, fragte ich danach, wie sie dazu komme, den Kunden der-
art falsch zu informieren. Völlig empört antwortete sie, dass dies
die Vorgabe der Versicherung sei und diese Vorgabe aus ihrer Sicht
unumstößlich sei. Ich schlug den § 204 Versicherungsvertragsgesetz
auf und wies sie darauf hin, dass etwaige Mehrleistungen des neuen

76
Rette sich wer kann!

Tarifs durchaus ausschließbar25 wären, was dazu führe, dass der an-
gebotene Beitrag zu 100% umgesetzt werden könne. Im Übrigen sol-
le man doch zunächst erst einmal abwarten, ob es denn tatsächlich
zu einer Ablehnung kommen würde oder ggf. für die im neuen Tarif
nachweislich enthaltenen Mehrleistungen, also Leistungen, die über
den aktuellen Versicherungsschutz hinausgingen, zu einem mögli-
cherweise sogar vertretbaren Risikozuschlag komme und der Kunde
trotz Vorerkrankungen von den Mehrleistungen des neuen Tarifes
profitieren könne. Andernfalls könne man die Ablehnung und auch
den Risikozuschlag unter Verweis auf die gesetzlichen Regelungen
abwehren.

In ihrer Verzweiflung fragte sie tatsächlich, ob ich denn wirklich


mit Verweis auf das Gesetz, also juristisch, durchsetzen wolle, dass
der Kunde diesen Einspareffekt erzielen könne. Mit völliger Selbst-
verständlichkeit bejahte ich dies natürlich, da es ja die rechtlichen
Rahmenbedingungen seien und sie als Juristin sehr wohl in der Lage
sei, Recht und Gesetz zu erkennen und demnach zu handeln. Ein
anderes Verhalten könne auch der größte Krankenvollversicherer
Deutschlands wohl kaum selbst von sich verlangen.

An dieser Stelle und möglicherweise auch rhetorisch überrannt,


führte sie dann aus, dass in diesem Fall ja damit zu rechnen sei, dass
sich das Abrechnungsverhalten der Versicherung nachträglich zuun-
gunsten des Versicherungsnehmers ändern würde. Ich befragte sie,
25 Vgl. § 204 Absatz 1, Nr. 1 Satz 2 und 3 Versicherungsvertragsgesetz: Soweit die Leistungen
in dem Tarif, in den der Versicherungsnehmer wechseln will, höher oder umfassender
sind als in dem bisherigen Tarif, kann der Versicherer für die Mehrleistung einen
Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und insoweit auch eine
Wartezeit verlangen; der Versicherungsnehmer kann die Vereinbarung eines Risiko-
zuschlages und einer Wartezeit dadurch abwenden, dass er hinsichtlich der Mehrleistung
einen Leistungsausschluss vereinbart

77
Rette sich wer kann!

ob sie insoweit zitierfähig sei und – oh Wunder – sie verneinte (siehe


hierzu: Mythos Kulanzleistungen).

Selbstverständlich hat der Kunde im Nachgang den Tarifwechsel


durchgeführt und die Abrechnungsmodalitäten des Versicherers
haben sich in keiner Weise geändert. Vielmehr, und das ist traurige
Wahrheit, in diesem Fall aber auch sichere Gewissheit, interessiert
sich niemand bei der Leistungsabteilung einer Versicherung, wer
hinter der Versicherungsnummer steht und ob im Vorfeld ein Tarif-
wechsel durchgeführt wurde. Vielmehr ist der Versicherungsnehmer
eine Versicherungsnummer mit einem vereinbarten tariflichen Lei-
stungsanspruch. Der jeweilige Sachbearbeiter der Leistungsabteilung
rechnet die Leistungen anhand der versicherten Leistung zu dieser
Versicherungsnummer ab – fertig.

Ob ein Tarifwechsel vorher oder nachher durchgeführt wurde oder


ob es sonstige Streitigkeiten mit einem Versicherer gab, spielt hierbei
keinerlei Rolle.

78
Rette sich wer kann!

2.7.3
Wichtige Leistungen im Rahmen eines
Tarifwechsels korrekt bewerten

Im Rahmen einer Expertise zu Ihrer privaten Krankenversicherung


erhalten Sie regelmäßig unterschiedliche Tarifangebote. Zwei un-
terschiedliche Tarife miteinander zu vergleichen bedeutet, alle Vor-
und Nachteile sauber gegeneinander abzuwägen. Wichtig ist, dass
Sie, soweit wie möglich, stets den wirtschaftlichen Aspekt im Auge
behalten und dann entscheiden, welcher Tarif für Sie langfristig der
günstigste ist.

Hierbei ist es auch relevant, existenzielle oder unkalkulierbare Risi-


ken von vorneherein auszuschließen.

2.7.3.1
Erhaltung erworbener Rechte:
Zahnstaffel, Wartezeit, Beitragsrückerstattung

Bei einem Tarifwechsel werden Sie von Ihrer privaten Krankenver-


sicherung so gestellt, als hätten Sie den neuen Tarif schon zu Versi-
cherungsbeginn vereinbart. Das bedeutet, dass Ihnen alle Versiche-
rungsjahre auf Zahnstaffel und Wartezeit im neuen Tarif angerech-
net werden, soweit die Leistungen den bisherigen entsprechen.

Nur im Falle einer Leistungsverbesserung kommt es für die hinzu-


kommenden und neuen Leistungen zu Wartezeiten bzw. zu Zahnstaf-
feln. Die gleiche Systematik gilt für Beitragsrückerstattungen. Die bis-
herigen leistungsfreien Jahre werden in den neuen Tarif übertragen.

79
Rette sich wer kann!

2.7.3.2
Selbstbeteiligung

Siehe hierzu die Ausführungen zu 2.5.

2.7.3.3
Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte

Regelmäßig treffen wir auf Kunden, denen die Gebührenordnung für


Ärzte nicht inhaltlich bekannt ist. Aus diesem Grund ist es wichtig,
Ihnen diese Leistungen hier noch einmal darzustellen.

Die Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte ist eine katalogar-


tige Aufzählung aller durch einen Arzt oder Zahnarzt erbringbaren
medizinischen Leistungen. Jede Leistung wird mit einem Grundwert
definiert. Abhängig vom Aufwand kann der Arzt frei entscheiden,
mit welchem Faktor er diesen Grundwert multipliziert.

Begrenzt wird dieses Verfahren insoweit, als dass der Arzt ab dem
Faktor 2,3 eine angemessene Begründung geben muss und er dann
bis maximal zum 3,5-fachen Satz abrechnen darf.

Beispiel: Gebührenordnungsziffer für Ärzte, Ziffer 1, Beratung auch


mittels Fernsprecher (diese Abrechnungsziffer finden Sie so ziemlich
auf jeder Abrechnung).

Der Grundwert 4,66 Euro x Faktor, beispielsweise 2,3 = 10,72 Euro.

Über den Faktor 3,5 darf der Arzt nur dann abrechnen, wenn er ei-

80
Rette sich wer kann!

nen außergewöhnlich hohen Aufwand begründen kann und der Pa-


tient der Behandlung zu einem höheren Satz als 3,5 nach ausreichen-
der Bedenkzeit im Vorfeld schriftlich zugestimmt hat. Folglich kann
dieser Fall nie ungeplant eintreten.

Nach dem Zahlenbericht des PKV-Verbandes aus dem Jahr 2017


wurden ambulant 4,12% aller Abrechnungsfälle über dem 3,5-fa-
chen Satz abgerechnet, stationär 2,52 % und dental 2,50%.26

Berücksichtigt man, dass nur ca. 10% aller Menschen in Deutsch-


land überhaupt privat krankenversichert sind, so kann man dann er-
rechnen, wie viele Fälle dies tatsächlich betrifft.

Absolut entscheidend ist jedoch, dass der Faktor 3,5 in jedem Fall
abrechnungsfähig ist. In allen anderen Fällen hätten Sie, wie eben
beschrieben, unkalkulierbare Risiken, da der Arzt bis 3,5-fach ab-
rechnen kann, sie selbst jedoch beispielsweise durch Ihre Versiche-
rung nur den 2,3-fachen Satz oder, wie beispielsweise im Standard-
tarif, den 1,7-fachen Satz mit Ihrem Versicherer abrechnen können.
Dies bedeutet, dass Sie den gesamten Differenzbetrag eigenständig
zu finanzieren hätten.

Je nach Behandlung und Aufwand kann dies zu einem existenziellen


Risiko werden, das Sie keinesfalls eingehen sollten!

26 Quelle: Zahlenbericht der Privaten Krankenversicherung 2017, Seite 87

81
Rette sich wer kann!

2.7.3.4
Stationäre Unterbringung im Ein-Bettzimmer

Vielen Menschen ist die Unterbringung in einem Ein-Bettzimmer


sehr wichtig. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Doch auch wenn die
Kostenerstattung für die Unterbringung im Ein-Bettzimmer versi-
chert ist, so bedeutet dies dennoch nicht, dass Sie einen rechtlichen
Anspruch auf die tatsächliche Unterbringung in eben diesem haben.

Die tatsächliche Unterbringung ist abhängig von den räumlichen


Gegebenheiten im behandelnden Krankenhaus.

Soweit das Ein-Bettzimmer verfügbar ist, können Sie dieses auch


ohne Versicherungsschutz gegen eine Zuzahlung in Anspruch neh-
men.

Der Aufpreis von einem Zwei-Bettzimmer zu einem Ein-Bettzimmer


beträgt durchschnittlich 39,94 Euro27 je nach Übernachtung.

Dieser Betrag wird häufig durch ein Krankenhaustagegeld abgedeckt.


Aus diesem Grund ist es eine gute Option, auch Tarife mit einer Ko-
stenerstattung im Falle einer Unterbringung im Zwei-Bettzimmer in
Erwägung zu ziehen. Die Mehrkosten für die tatsächliche Unterbrin-
gung im Ein-Bettzimmer können dann, wie auch eine Hotelunter-
kunft, aus eigenen Mitteln finanziert werden.

27 Quelle: Zahlenbericht der Privaten Krankenversicherung 2017, Seite 89/90

82
Rette sich wer kann!

2.7.3.5
Zahnersatzleistungen

Häufig bieten die vorgeschlagenen Tarife geringfügigere Leistungen


für Zahnersatz, z.B. 5% oder 10%. Dies ist selbstverständlich ein
Nachteil, der als solches auch ausgewiesen wird. Bitte beachten Sie
jedoch, dass sich dieser in aller Regel durch die Einsparung mehr als
überkompensiert.

Sparen Sie beispielsweise durch unseren Vorschlag 1.000 Euro jähr-


lich bei 5 % weniger Zahnersatz, so müssten Sie Jahr für Jahr 20.000
Euro Aufwendungen für Zahnersatz erzeugen, um diese Einsparung
von 1.000 Euro aufzubrauchen.

2.7.4
Hauptgründe für die Entstehung des
Beitragsvorteils durch einen PKV-Tarifwechsel

Wesentliche Voraussetzungen für eine Verbesserung der Situation im


Rahmen der privaten Krankenversicherung ist das Vorhandensein
mehrerer Tarife innerhalb eines bestehenden Krankenversicherungs-
unternehmens. Hierbei gibt es Krankenversicherungsunternehmen,
die sehr gute Auswahlmöglichkeiten liefern, während es andere Ver-
sicherer gibt, die bedeutend weniger Möglichkeiten bieten, da es die
Tariflandschaft innerhalb eines privaten Krankenversicherungsun-
ternehmens nicht hergibt.

Im Rahmen der Produktentwicklung werden jedoch in unregelmä-


ßigen Abständen neue Tarife durch einen Versicherer auf den Markt

83
Rette sich wer kann!

gebracht. Diese sollen stets den Anspruch erfüllen, möglichst at-


traktiv für Neukunden zu sein, um die Kundenbasis aufgrund des
Ausscheidens älterer Menschen aus den Tarifen bzw. der Fluktuation
innerhalb eines Tarifes zu kompensieren und Wachstum für ein Ver-
sicherungsunternehmen sicherzustellen.

Diese neuen Tarife sprechen in erster Linie eine jüngere Tarifgemein-


schaft an. Zum Zeitpunkt der Risikoprüfung sind diese Menschen
weit überwiegend gesund. Ansonsten würden sie keinen Zugang
zum Tarif erhalten.

Zudem verursachen sie in jungen Jahren schon alleine aufgrund des


exponentiellen Gesundheitskostenverlaufes durchschnittlich weni-
ger Kosten28.

Weiterhin hat, wie eben ausgeführt, der Versicherer in einem solchen


Tarif ein hohes Interesse daran, die Versicherungsbeiträge günstig zu
halten, damit möglichst lange möglichst viele Menschen in diesen
Versicherungsschutz eintreten. Dies alles hat zur Folge, dass die Bei-
träge innerhalb dieses Tarifes günstig bleiben, soweit dies denn den
gesetzlichen Rahmenbedingungen entspricht.

Im Gegensatz dazu sind Tarife, die heute nicht mehr am Markt ange-
boten werden, sogenannte „geschlossene Tarife“, weniger interessant
aus Sicht eines Versicherers, da hier keine Neukunden mehr gewor-
ben werden können.

Vielmehr handelt es sich hierbei um eine durchschnittlich ältere

28 Siehe Grafik zu Alterungsrückstellungen, blaue Einfärbung

84
Rette sich wer kann!

Tarifgemeinschaft, die aufgrund des statistischen Verlaufes natürli-


cherweise häufiger Erkrankungen aufweist, damit insgesamt selbst-
verständlich höhere Arzt- und Medikamenten- und sonstige Kosten
verursacht.

Hinzu kommt abschließend, dass der Versicherer hier weniger In-


teresse daran hat, die Beiträge günstig zu halten, da der Versiche-
rer genau weiß, dass eine Fluktuation ab einem gewissen Zeitpunkt
nicht mehr möglich sein wird und falls doch, diese sogar in seinem
Interesse liegt.

Ergänzend muss hinzugefügt werden, dass der Versicherer über RfB-


Mittel verfügt, sogenannte Rückstellungen für Beitragsrückerstat-
tungen, die im Rahmen gesetzlicher Vorschriften durch den Versi-
cherer gezielt zur Vermeidung von Beitragssteigerungen eingesetzt
werden können.

Auf Basis der vorgenannten Interessenlage ist klar verständlich, dass


der Versicherer tendenziell eher dazu neigt, diese Mittel für die soge-
nannten offenen Tarife, also für die Tarife, die heute zur Neukunden-
gewinnung dienen sollen, zu nutzen, während diese Mittel tendenzi-
ell weniger in den sogenannten „geschlossenen Tarifen“ ankommen.

Dies führt weiterhin dazu, dass die Schere der Kosten zwischen offe-
nen und geschlossenen Tarifen weiter steigt.

85
Rette sich wer kann!

Hauptgründe für die Entstehung des Beitragsvorteils

ältere Tarifgemeinschaft jüngere


Tarifgemeinschaft
häufigere Erkrankungen durchschhnittlich
weniger Erkrankungen
höhere Arztkosten -40%
(= 225 € mtl.) weniger Arztkosten
wenig Interesse der
Versicherung an hohes Interesse der
günstigen Beiträgen Versicherung an
günstigen Beiträgen
höherer Beitrag

 höherer Beitrag  günstigerer Beitrag


Geschlossener Tarif Offener Tarif

2.7.5
Unterschiedliche Tarifwelten

2.7.4.1
Unisextarife

Mit Einführung der Unisextarife ergibt sich hier jedoch ein etwas
anderes Bild. Unisextarife sind Tarife, für die geschlechtsunabhängig
der gleiche Beitrag gilt. Seit dem 21.12.2012 sind alle neu abgeschlos-
senen Tarife aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen so kalku-
liert.

Im Gegensatz dazu sind Bisextarife solche Tarife, in denen das Ge-


schlecht ein Tarifkriterium für die Risikobewertung und damit der

86
Rette sich wer kann!

Beitragserhebung darstellt.

Mit Einführung der Unisextarife Ende 2012 wurden alle Bisextarife


geschlossen, da ein Neuabschluss in Bisextarifen unzulässig wurde.
Dennoch sind „jüngere“ Bisextarife nach wie vor gerade für einen
Tarifwechsel äußerst interessant.

Vielmehr sind hier tatsächlich die Tarife älterer Generationen ge-


meint, die bereits 10, 20 oder noch mehr Jahre am Markt existieren.
Eine genaue Kenntnis und Auswahl der Tarife ist hier von entschei-
dender Bedeutung.

Wie bereits ausgeführt, sind die Kenntnis der Tarife sowie deren Sta-
tus (alte Welt, neue Welt, Unisex, Bisex usw.) von entscheidender Be-
deutung.

Grundsätzlich kann natürlich auch ein Unisextarif für einen Tarif-


wechsel infrage kommen und wird von uns auch regelmäßig aufge-
zeigt und angeboten.

Allerdings ist ein solcher Wechsel mit großer Vorsicht zu genie-


ßen.

So kann sich aufgrund des Wechsels bereits heute natürlich ein fi-
nanzieller Vorteil ergeben. Aufgrund der jungen Tarifhistorie dieser
Tarife ist es jedoch noch schwer abzuschätzen, wie sich die Kosten
im Verlauf der nächsten Jahre entwickeln werden. Wichtig ist jedoch,
dass ein Wechsel zurück in Bisextarife mit einmaligem Wechsel in
einen Unisextarif gesetzlich ausgeschlossen ist.

87
Rette sich wer kann!

[Auszug § 204 Versicherungsvertragsgesetz, Absatz 1 Nr. 1 Satz 6: „Ein


Wechsel aus einem Tarif, bei dem die Prämien geschlechtsunabhängig
kalkuliert werden (Unisextarif, der Autor), in einen Tarif, bei dem dies
nicht der Fall ist, ist ausgeschlossen.“]

Das führt dazu, dass sich ein Versicherter, der heute in einen Uni-
sextarif wechselt, jedweder Möglichkeit beraubt, zukünftig in andere
Tarife der jeweiligen Versicherungsgesellschaft zu wechseln.

Dies ist ein erheblicher Nachteil.

Hinzu kommt, dass für Menschen, die grundsätzlich das Recht auf
den Wechsel in einen Standardtarif hätten (dieser soll selbstver-
ständlich nur als allerletzter Notfallanker dienen, ist jedoch immer
noch ein probates Mittel, um existenzsichernd einen Wechsel vorzu-
nehmen), ein Wechsel in den Standardtarif ausschließt, da dieser von
der vorstehenden Regelung ebenfalls betroffen ist.

Damit ist dieses Recht für alle Zeit verwirkt und die Inkaufnahme
dieses Nachteils sollte gut abgewogen werden. Dies ist sicherlich nur
in wenigen Einzelfällen sinnvoll.

88
Rette sich wer kann!

2.7.5
Wie Sie einen Tarifwechsel umsetzen können

2.7.5.1
Selbst wagen oder Experten fragen?

Die Frage, wie Sie nun vorgehen möchten, kann natürlich nur von
Ihnen selbst beantwortet werden.

Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, mit den in diesem


Buch gewonnenen Informationen selbst auf Ihre Versicherung zu-
zugehen, um Ihre Rechte auf eine Überprüfung Ihrer privaten Kran-
kenversicherung durchzusetzen.

Das Problem bei diesem Vorgehen sehe ich allerdings darin, dass Sie
nicht genau wissen, wonach Sie fragen sollen. Das bedeutet, dass Sie
ganz allgemein nach Umstellungsvorschlägen zu Ihrem Vertrag fra-
gen. Und eines ist sicher, diese werden Sie auch erhalten.

Mit den in diesem Buch gewonnenen Informationen wissen Sie be-


reits im Ansatz, nach welchem Muster Sie die Angebote zu sondieren
haben; dass also der Basis- und der Standardtarif keine echte Opti-
on sind und das man versuchen wird, Sie zu einer Beitragsersparnis
durch Reduzierung der versicherten Leistungen zu bewegen bzw. die
neuen Leistungen so tief ansetzen wird, dass Sie gleich abwinken,
weil Sie ja den bisherigen Schutz beibehalten möchten.

Doch am Ende ist es wie Stochern im Nebel. Sie wissen, dass es


grundsätzlich sehr wahrscheinlich etwas im Nebel gibt, da Sie aber
die Hand vor Augen nicht sehen können, wissen Sie nicht, wo Sie

89
Rette sich wer kann!

genau hinsteuern müssen.

Auch die Nachfrage bei den Experten in Ihrem Umfeld, also Ihrem
bisherigen Versicherungsvermittler, den viele unserer Kunden schon
seit Jahren vor unserem Kontakt weder gehört noch gesehen haben,
ist ebenfalls nur ein Teil der Lösung. Wie bereits dargestellt, fehlt hier
zum einen das wirtschaftliche Interesse, Ihnen bei Ihrem Wunsch zu
helfen, zum anderen oftmals auch die fachliche Spezialisierung, die
das Gewusst-wie bietet, um Sie zielsicher durch das Labyrinth der
unterschiedlichen Möglichkeiten zu führen.

Spätestens jetzt wird Ihnen auffallen, dass Sie niemanden haben, der
in Ihrem Boot sitzt, sondern alle Parteien mehr oder weniger aus-
schließlich die eigenen Interessen verfolgen.

2.7.5.2
Hilfe durch Experten

Die logische und naheliegende Folge muss daher sein, sich Experten
mit in das eigene Boot zu holen. Experten, die das gleiche Interesse
daran haben, dass Sie nur noch den Beitrag zu entrichten haben, der
auch unter den gegebenen Umständen, also in Ihrer persönlichen
Situation, bei Ihrem Anbieter der privaten Krankenversicherung er-
forderlich ist.

Hierzu benötigen Sie einen Experten, der konkret in der Lage ist, die
bisherige Tarifsituation mit Ihren aktuellen Wünschen und Zielen
abzugleichen, um Ihnen dann entweder zu bestätigen, dass aktuell
alles in Ordnung ist, oder Ihnen qualifizierte und fachlich sauber

90
Rette sich wer kann!

aufbereitete Unterlagen zur Verfügung stellt, die es Ihnen ermögli-


chen, diese einfach und verständlich für sich abzuwägen, um dann
treffsicher eine nachhaltig vernünftige Entscheidung zu treffen.

Die Hinzuziehung eines Experten hat für Sie viele entscheidende


Vorteile:

1. Abhängig vom jeweiligen Bezahlmodell (siehe eigener Abschnitt)


sitzt der Experte mit der gleichen Interessenlage in Ihrem Boot!

2. Als Experte kennt er alle Möglichkeiten, die sich in Ihrer Situati-


on bei Ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen erge-
ben und kann treffsicher Angebote anfordern.

3. Alleine durch die zielgenaue Auswahl sparen Sie schon Zeit, was
eine frühere Umstellung ermöglicht, womit Sie aufgrund der zü-
gigeren Ersparnis bereits Teile der anfallenden Vergütung ver-
dient haben.

4. Durch seine Fähigkeiten ist der Experte in der Lage, die Ange-
bote sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich einzuordnen. Da-
mit erhalten Sie bereits eine Vorabprüfung, welche der Angebote
überhaupt sinnvoll sind. So werden Sie vor langen Abwägungs-
prozessen bewahrt, was Ihnen ebenfalls weitere Zeit spart (siehe
3.). Oftmals wird aufgrund vorherrschender Unsicherheiten bei
Kunden, die in Eigenregie agieren, vorsichtshalber gar keine Um-
stellung vorgenommen und damit werden kostbare Einsparmög-
lichkeiten verschenkt.

5. Mit einem Experten haben Sie zudem eine Person, die für alle

91
Rette sich wer kann!

seine Aussagen, ob korrekt oder fehlerhaft, haftet. Kommt es also


aufgrund falscher Beratung zu einer Fehlentscheidung Ihrerseits,
so können Sie den Experten haftbar machen. Dieser, rückgedeckt
durch seine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, kommt
für den Schaden auf, sodass Sie selbst schadlos gestellt werden.

Diese und weitere Vorteile entgehen Ihnen, wenn Sie auf den fachli-
chen Rat eines Experten verzichten, um möglicherweise Kosten ein-
zusparen.

Doch die Freude über einen scheinbar günstigen Preis oder gar eine
kostenfreie Eigenleistung währt kurz, während der Ärger und die
Folgen einer fehlerhaften Entscheidung in diesem Kontext oft für
den Rest des Lebens wirken.

Daher möchte ich an dieser Stelle eine Aussage meiner Großmut-


ter zitieren, die diese vermutlich schon von Ihrer Großmutter hör-
te: „Wer billigt kauft, kauft zwei Mal.“ Weil aber für die Korrektur
von Fehlern bei der Streichung von Versicherungsleistungen oft kein
Weg mehr zurückführt, ist „das zweite Mal kaufen“ oftmals unmög-
lich und die Fehler müssen ein Leben lang ausgebadet werden.

Oder wie es auch Henry Ford bereits treffend formulierte: „Ich bin zu
arm, um billig zu kaufen.“

92
Rette sich wer kann!

2.7.5.3
Die Beratungsformen verschiedener
Marktteilnehmer

Der wesentliche Unterschied der am Markt befindlichen Experten


für den PKV-Tarifwechsel liegt im Wesentlichen in der Art und Wei-
se, in denen Ihnen die Angebote vorgestellt und präsentiert werden.

Die Anbieter teilen sich hierbei in zwei Lager. Zum einen gibt es die
Anbieter, die Ihre Beratung ausschließlich postalisch oder telefo-
nisch durchführen oder ggf. im Rahmen von Videokonferenzen eine
Onlineberatung durchführen.

Auf der anderen Seite gibt es die Anbieter, und diese sind hierbei
deutlich in der Unterzahl, die durch eine persönliche Beratung vor
Ort und, soweit von Ihnen gewünscht, fakultativ auf das Medium der
Onlineberatung zurückgreifen.

Hierbei gilt es zu bedenken, dass ein Tarifwechsel in der privaten


Krankenversicherung eine elementare Entscheidung darstellt. Bei
Missverständnissen oder Fehlentscheidungen können die Folgen
mitunter ein Leben lang nachwirken.

Daher war und bin ich persönlich der Überzeugung, dass es von ele-
mentarer Bedeutung ist, den Menschen hinter der privaten Kranken-
versicherung zu kennen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie er die
Dinge sieht, an welcher Stelle er Sorgen hat und was ihm bei einer
Tarifauswahl von Bedeutung ist.

Nach meiner langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet ist es daher

93
Rette sich wer kann!

immer von Vorteil, sich persönlich getroffen zu haben, sich in die


Augen geschaut zu haben und neben der Akustik auch die Körper-
sprache und die Mimik wahrzunehmen, damit noch fundierter ein
Anforderungsprofil erstellt und die passenden Angebote ermittelt
werden können.

Eine Änderung der privaten Krankenversicherung geht nicht so


leicht von der Hand, wie den Abwasch zu machen oder sich eine Jac-
ke überzuziehen. Es gilt, viele Details zu beachten und eine fundierte
Entscheidung zu treffen. Das ist umso leichter, je mehr Experte und
Kunde sich kennen und je besser der Kunde einschätzen kann, dass
er dem Experten auch vertrauen kann.

Beides wird im täglichen Ablauf bedeutend leichter, wenn beide sich


einmal kennen gelernt haben.

Da dies natürlich mit einem bedeutend höheren Aufwand verbun-


den ist, da Transferzeiten und ‑kosten anfallen, ist es naheliegend,
dass dieser höhere Wert der Beratung sich auch im Honorar wider-
spiegelt.

2.7.5.4
Verschiedene Vergütungsmodelle

Inzwischen gibt es einige wenige größere Unternehmen, die sich auf


den PKV-Tarifwechsel spezialisiert haben. Hierbei kommen unter-
schiedliche Vergütungsmodelle zum Vorschein, die ich Ihnen gerne
im Folgenden vorstellen möchte.

94
Rette sich wer kann!

2.7.5.4.1
Maklervollmacht statt Honorar

Es gibt tatsächlich einen Anbieter, der damit wirbt, dass der PKV-
Tarifwechsel durch Ihre eigene Versicherung bezahlt würde und Sie
keine Kosten zu tragen hätten.

Um einen Tarifwechsel über diesen Anbieter durchführen zu kön-


nen, ist es aber erforderlich, dass Sie eine vollumfängliche Vollmacht
erteilen. Mit dieser Vollmacht wäre es dem Anbieter, den Sie nicht in
einem persönlichen Gespräch kennen lernen konnten, theoretisch
möglich, Ihre Verträge zu ändern oder sogar zu kündigen. Das allei-
ne löst bei vielen Kunden bereits nachvollziehbar ein großes Unbe-
hagen aus.

Nicht minder wichtig ist aber, dass diese Vorgehensweise höchst pro-
blematisch ist. Der in diesem Buch unlängst beschrieben Interessen-
konflikt wird hierbei nicht gelöst, sondern in Wahrheit sogar noch
weiter verstärkt.

Wie bereits dargelegt, hat Ihr bisheriger Versicherungsvermittler


kein eigenes wirtschaftliches Interesse daran, Ihnen beim PKV-Ta-
rifwechsel behilflich zu sei, da die Bestandsprovisionen gegen ihn
wirken. Jedoch hat dieser Vermittler wenigstens in der Vergangen-
heit Geld mit diesem Vertrag verdient, da er beim Abschluss eine
Abschlussprovision erhalten hat und nun möglicherweise seit Jah-
ren daneben auch die erwähnte Bestandsprovision vereinnahmen
konnte. Daher kann hier wenigstens noch unterstellt werden, dass er
im Rahmen des Wunsches, Sie als Bestandskunden zu halten, notge-
drungen und auf aktive Nachfrage handelt.

95
Rette sich wer kann!

Warum soll aber ein Unternehmen, das noch keinen Cent an Ihnen
verdient hat und ausschließlich darauf spekuliert, Sie dauerhaft als
neuen Bestandskunden zu gewinnen und die Bestandsprovisionen
zu erhalten, ganz in die Vollen gehen und für Sie die maximale Er-
sparnis herausholen, wenn jeder Euro, den Sie sparen, dazu führt,
dass der Return on Invest, also die Rückzahlung des eigenen Perso-
nal- und Mitteleinsatzes, sich um Jahre verschiebt?

Die Anfrage, Ausarbeitung, Erläuterung und Antragsstellung sind


ein Prozess, der eine Vielzahl an Arbeitsstunden verbraucht. Selbst
wenn wir nur von einem einfachen Beraterstundensatz von 100 Euro
ausgehen wollen und unterstellen, dass ein solcher Vorgang durch-
schnittlich 10 Stunden in Anspruch nimmt, dann investiert der An-
bieter wenigstens 1.000 Euro. Bei einer Bestandsprovision von 100
Euro für Ihren Vertrag (z.B. 2% von 500 Euro Beitrag) benötigt der
Anbieter damit 10 Jahre, um in die Amortisation zu kommen. Redu-
ziert sich Ihr Beitrag auf 300 Euro durch den optimalen Tarifwechsel,
dann sind es bereits mehr fast 14 Jahre29.

Meiner persönlichen Meinung nach wird der Interessenkonflikt, der


in diesem Buch ausführlich beschrieben wurde, so nicht aufgelöst,
sondern sogar noch verstärkt.

Dieses Geschäft rechnet sich nur dann, wenn entweder nicht der op-
timale Tarifwechsel vorgenommen wird oder der Anbieter gezwun-
gen ist, Ihnen auch andere Produkte verkaufen zu müssen, damit sei-
ne Rechnung aufgeht. Insgesamt also nach meinem Dafürhalten eine
schwierige Situation, der ich als Endkunde ausweichen würde.

29 300 Euro * 2% = 6 Euro x 12 x 14 = 1.008 Euro

96
Rette sich wer kann!

Hinzu kommt, dass auch die Werbeaussage, dass die eigene Versiche-
rung den PKV-Tarifwechsel bezahlen würde, inhaltlich schlicht falsch
ist. Natürlich finanziert sich der Anbieter über die Bestandsprovisio-
nen, die abschließend der Versicherer zahlt, eine Finanzierung des
Tarifwechsels selbst ist dies jedoch ganz sicher nicht.

2.7.5.4.2
Festes Honorar (Pauschalpreis)

Andere Anbieter bieten ein festes Honorar für Ihre Dienstleistung


an. Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie von Beginn an genau wissen,
welche Kosten auf Sie zu kommen. Was Sie jedoch nicht wissen ist,
ob Sie überhaupt eine sinnvolle Tarifwechselmöglichkeit haben und
damit Geld einsparen und wenn ja, wie hoch diese Ersparnis sein
wird und ob sich die Investition in die Beratung damit für Sie lohnt.

2.7.5.4.3
Erfolgsabhängiges Honorar

Der nach meiner Überzeugung fairste Weg ist die rein erfolgsabhän-
gige Bezahlung. Das bedeutet für Sie, dass Sie nur dann ein Honorar
zahlen, wenn Sie auch tatsächlich eine Ersparnis für sich verzeichnen
konnten. Sparen Sie nichts, so zahlen Sie auch nichts.

Weiterhin sollte sich nach meiner Überzeugung dieses Honorar auch


tatsächlich der Höhe nach an der tatsächlichen Ersparnis richten.
Damit ist gewährleistet, dass sich Ihre Investition nach dem verein-
barten Zeitpunkt auch rechnet. Im Übrigen zahlen Sie so nur den

97
Rette sich wer kann!

Beitrag an Ihren Berater, den Sie ansonsten ohnehin an Ihren Versi-


cherer gezahlt hätten.

In dieser Konstellation ist die Inanspruchnahme der Dienstleistung


vollkommen risikolos und Sie haben die Gewissheit, dass der Berater
auch wirtschaftlich in Ihrem Boot sitzt.

Neben der inzwischen durch ein BGH-Urteil30 geklärten Frage, ob


eine erfolgsabhängige Vergütung überhaupt zulässig sei, stören sich
viele Marktteilnehmer und insbesondere die Versicherungsunter-
nehmen selbst daran, dass eine ersparnisorientierte Honorierung
dazu führen könne, dass falsche Anreize gesetzt würden. So wäre
der Berater darauf aus, dem Kunden „schlechte Tarife“ für „gut“ zu
verkaufen, um so seinen eigenen Profit zu maximieren.

Grundsätzlich ist diese These nicht vollständig falsch. Allerdings


setzt sie voraus, dass der Endkunde freiwillig Leistungskürzungen
akzeptieren würde, um dann auf Teufel komm raus ein hohes Hono-
rar an den Berater zahlen zu dürfen. Die Logik dieser beiden Ansätze
erschließt sich mir nicht.

Vielmehr habe ich in den letzten Jahren im Rahmen der vielen Tau-
send Beratungen festgestellt, dass die Menschen, die seit Jahren eine
private Krankenversicherung haben, mit Argusaugen und vollkom-
men berechtigt darauf achten, dass die Leistungen bestmöglich er-
halten bleiben. Vielfach wird freiwillig auf höhere Einsparungen ver-

30 Eine Partei vertrat die Rechtsauffassung, dass die erfolgsabhängige Vergütung gegen das
Rechtsdienstleistungsgesetz verstoße und Versicherungsvermittler bei Endverbrauchern
ohnehin nicht gegen Honorar beraten dürften. Der Bundesgerichtshof hat diese Klage
abgewiesen (Aktenzeichen I ZR 77/17).

98
Rette sich wer kann!

zichtet, um nicht zwingend erforderliche Leistungen, die gut kalku-


lierbar wären, zu erhalten.

Damit wäre zu konstatieren: Für Kunden, die sich voll und ganz gut-
gläubig und blind ihrem Berater hingeben, ohne die Leistungsunter-
schiede im Detail zu erfassen und abzuwägen und dabei bereitwillig
tief in die Tasche greifen, um diese Leistung zu honorieren, für die
birgt das rein erfolgsorientierte Vergütungsmodell tatsächlich Risi-
ken.

Für alle anderen Kunden stellt dieses Modell aus meiner


Sicht den einzigen Weg dar, der es ermöglicht, vielen über-
haupt sinnvollen Zugang zur Prüfung zu geben und nicht die
zu bestrafen, für die keine Einsparungen möglich sind, son-
dern in fairen Relationen dafür zu sorgen, dass die Leistung
insgesamt von denen getragen wird, die auch am meisten davon pro-
fitieren.

Damit entspricht dieses Modell zu 100% dem sozialen Gedanken.

99
Rette sich wer kann!

2.7.5.5
Warum es sinnvoll ist, ein faires und
augenscheinlich zunächst höheres Honorar
zu bezahlen

Die Anbieter von rein erfolgsabhängigen Honoraren unterscheiden


sich hierbei noch in der Anzahl der für die Honorarbemessung zu-
grunde liegenden Monatseinsparungen.

Hierbei sind anhand der bereits erwähnten Beratungsformen (per-


sönlich oder telefonisch) größere Unterschiede notwendig, da der
Beratungsaufwand auch unterschiedlich hoch ist. Durch ein etwas
höheres Honorar ist es überhaupt erst möglich, eine persönliche Be-
ratung wirtschaftlich vernünftig anbieten zu können.

Weitere Aspekte sprechen zudem für ein höheres Honorar:


1. Soweit das Honorar insgesamt eine vernünftige Größenordnung
erreicht hat, wird der „Verkaufsdruck“ des Beraters geringer, da
weniger Umstellungen für ein auskömmliches Dasein sorgen.

2. Das bedeutet, dass – ausgehend vom gleichen Anspruch an das


Einkommen – geringere Honorare mehr Abschlüsse erforderlich
machen. Damit entstehen folgende Nachteile:

a. Der Berater hat weniger Zeit, sich um einen bestimmten Kun-


den zu kümmern.

b. Der Berater muss den Kunden zu einer möglicherweise mit


Nachteilen verbundenen größeren Ersparnis bringen, um das
gleiche Ergebnis zu erzielen.

100
Rette sich wer kann!

Interessant ist hierbei, dass ein Tarifwechsel, im Gegensatz zu den


meisten anderen Wechseln im Versicherungsbereich, ganzjährig
zum ersten eines Monats möglich ist. Damit greifen die Vorteile we-
sentlich schneller als bei allen anderen Versicherungen.

Erfahren Sie beispielsweise im Januar, dass ein anderer KFZ-Versi-


cherer Ihr Fahrzeug für den halben Beitrag versichern würde, müs-
sen Sie dennoch 11 Monate warten, ehe Sie diesen Vorteil nutzen
können. Hier ist das vollkommen normal.

Warum sollte es also darauf ankommen, den letzten Monatsbeitrag


der Ersparnis zu kürzen, um sich gleichzeitig die o. g. Nachteile ein-
zukaufen?

Getreu dem Leitsatz, dass gute Leistung auch gut bezahlt werden
muss, möchte ich Ihnen empfehlen, in diesem Zusammenhang nicht
am falschen Ende sparen zu wollen. Denn die Freude über einen au-
genscheinlich günstigen Preis währt nie so lange wie der Ärger über
eine falsche Kaufentscheidung.

Gestatten Sie Ihrem Berater ein auskömmliches Honorar, so erhöhen


Sie damit nachhaltig die Chance, eine richtige Entscheidungsgrund-
lage zu erhalten, um damit langfristig noch mehr zu profitieren.

101
Rette sich wer kann!

2.7.5.6
Woran Sie einen qualifizierten
Experten für PKV-Tarifwechsel erkennen

1. Ein seriöser und qualifizierter Experte für PKV-Tarifwechsel


sollte Sie zunächst unverbindlich und kostenfrei über die grund-
sätzlichen Möglichkeiten, die sich aus dem PKV-Tarifwechsel er-
geben, informieren.

2. Weiterhin sollte er Sie darüber aufklären, wann Sie die Dienstlei-


stung Geld kostet.
3. Im Anschluss sollte er sich durch Blick in den Versicherungs-
nachtrag ein Bild über Ihren aktuellen Versicherungsschutz ma-
chen.

4. Durch gezielte Fragestellungen sollte er sich ein Bild davon ma-


chen, welche Leistungen Sie bereits in Anspruch genommen ha-
ben und welche Leistungen Ihnen für die Zukunft wichtig sind.

5. Er sollte Ihnen in Ruhe und ohne Druck das weitere Vorgehen


und die zu zeichnenden Unterlagen und Erklärungen erläutern
und Ihnen jeweils Kopien der Unterlagen zur Verfügung stellen
bzw. Sie die Unterlagen kopieren lassen.

6. Im Nachgang sollte er die bestehende Situation mit den von Ih-


nen geäußerten Wünschen und Zielen abgleichen und geeignete
Tarife durch Ihre Versicherungsgesellschaft berechnen lassen.

7. Die infrage kommenden Angebote sollten so aufbereitet sein,


dass Sie die Gesamtzusammenhänge und die tariflichen Vor-

102
Rette sich wer kann!

und Nachteile leicht erfassen können.

8. Im Nachgang sollte er Ihnen alle für die Beantragung erforder-


lichen Unterlagen bereitstellen und Sie bei der Antragsstellung
unterstützen.

9. Er sollte sich dafür einsetzen, dass alle Vorteile des neuen Tari-
fes durch eine Risikoprüfung auch realisiertwerden, soweit dies
durch Ihren Gesundheitszustand auch möglich ist.

10. Weiterhin sollte er prüfen, ob bestehende Risikozuschläge durch


eine Neuordnung aufgrund des Wegfalls von Vorerkrankungen
möglicherweise reduziert werden können oder sogar ein Entfal-
len dieses Zuschlages möglich ist.

11. Sämtliche Rückfragen durch den Versicherer, wie beispielsweise


Erklärungen über Risikozuschläge oder Mehrleistungsverzichte,
sollte er detailliert mit Ihnen so besprechen, dass Sie Kenntnis
über alle Details haben.

12. Im Anschluss sollte er die neue Police auf Richtigkeit prüfen und
Ihnen auf Wunsch eine dauerhafte Betreuung zu Ihrem Vertrag
anbieten.

13. Abschließend wird er die Beratung sinnvoll und im Rahmen der


Vorschriften dokumentieren.

103
Rette sich wer kann!

2.7.5.7
Beispiele für Beiträge und Beitragserhöhungen

In der Vergangenheit habe ich häufig von Kunden gehört, dass die
Beiträge nicht unbegrenzt steigen und ab einem Zeitpunkt „x“ sogar
eingefroren würden. Diese Beispiel – eines von vielen – soll Ihnen
aufzeigen, dass dem nicht so ist. Bereits an diesem Beispiel zeige ich
Ihnen den Vorher-Nachher-Effekt, bevor im folgenden weitere Bei-
spiel folgen.

Vorher:

104
Rette sich wer kann!

Nachher:

105
Rette sich wer kann!

2.7.5.8
Beispiele für erfolgreiche Tarifwechsel

CORRIGO senkt Ihre Beiträge.

Das ist möglich, jährlich!


Ersparnis 4.932 Euro
Beispiel
Jürgen Brüggemann, Hamburg

Vorher Nachher

Selbstbeteiligung 307 Euro 400 Euro


Freie Arztwahl ja ja
Heilpraktiker ja ja
Psychotherapie ja ja
Unterbringung 2-Bett 2-Bett
Chefarzt ja ja
Zahnbehandlung 100% 100%
Zahnersatz 75% 85%
Monatsbeitrag 705 Euro 294 Euro

„Sie können gerne auf mich als Referenz


verweisen. Ich habe Sie bereits mehrfach
empfohlen und werde dies auch zukünftig tun.“
Jürgen Brüggemann, Hamburg

106
Rette sich wer kann!

Beispiele
Bestatterin, AXA, Alter: 52 J.  Jahresersparnis: 2.184 Euro!
Leistungen Vorher Nachher
Selbstbeteiligung 550 € 750 €
Freie Arztwahl Ja Ja
Heilpraktiker Ja Ja
Psychotherapie Ja Ja
Stationäre Unterbringung 2-Bett 2-Bett
Chefarzt Ja Ja
Zahnbehandlung 100% 100%
Zahnersatz 75% 85%
Monatsbeitrag 554 € 372 €

Rechtsanwalt, Gothaer, Alter: 63 J.  Jahresersparnis: 3.132 Euro!


Leistungen Vorher Nachher
Selbstbeteiligung 1.716 € 500 €
Freie Arztwahl Ja Ja
Heilpraktiker Ja Ja
Psychotherapie Ja Ja
Stationäre Unterbringung 2-Bett 2-Bett
Chefarzt Ja Ja
Zahnbehandlung 100% 100%
Zahnersatz 80% 90%
Monatsbeitrag 591 € 330 €

107
Rette sich wer kann!

Polsterer, Signal Iduna, Alter: 61 J.  Jahresersparnis: 5.520 Euro!


Leistungen Vorher Nachher
Selbstbeteiligung 160 € 960 €
Freie Arztwahl Ja Ja
Heilpraktiker Ja Ja
Psychotherapie Ja Ja
Stationäre Unterbringung 2-Bett 2-Bett
Chefarzt Ja Ja
Zahnbehandlung 80% 100%
Zahnersatz 80% 90%
Monatsbeitrag 807 € 347 €

2.7.6
Mythen in der privaten Krankenversicherung

Im Rahmen unserer Beratung wurden uns viele Informationen zuteil,


die privat versicherten Menschen beim Abschluss mitgeteilt wurden,
möglicherweise auch, um es den Kunden leichter zu machen, einem
Abschluss zuzustimmen.

108
Rette sich wer kann!

2.7.6.1
Im Alter steigen die Beiträge nicht weiter!

Als Grund dafür, dass die Beiträge im Alter nicht steigen sollten,
wurden die Altersrückstellungen und der zum 01.01.2000 für Neu-
versicherte eingeführte „gesetzliche Zuschlag“ genannt.

Mit Einführung des gesetzlichen Zuschlags Anfang der 2000er-Jahre


verfolgte der Gesetzgeber das Ziel, die Höhe der Altersrückstellun-
gen gesetzlich zu regeln, da viele Krankenversicherer aus eigener
Kalkulation heraus zu geringe Rückstellungen geboten haben, um
mit einem günstigeren Beitrag Neukunden zu werben.

Vielfach wurde dieser gesetzliche Zuschlag privat krankenversicher-


ten Menschen so „verkauft“, dass dies zu einer Deckelung der Bei-
träge im Alter führen würde. Das heißt, dass ab dem Zeitpunkt des
Wegfalls des gesetzlichen Zuschlages, nämlich mit dem Lebensalter
60, keine Beitragssteigerung innerhalb der privaten Krankenversi-
cherung zu erwarten wäre. Dies ist jedoch inhaltlich falsch.

Selbstverständlich ist es korrekt, dass diese Rückstellungen dazu füh-


ren, dass grundsätzlich mehr Mittel zur Verfügung stehen, um die
Kostensteigerung zu decken. Die Realität ist jedoch, dass auch die
Beiträge für die privaten Krankenversicherungen unaufhaltsam stei-
gen. Durchschnittlich muss man Jahr für Jahr von einer Steigerung
in Höhe von mindestens 4,5% pro Jahr ausgehen und das bis an das
Lebensende.

Dass bei bestimmten Monatsbeiträgen nicht haltgemacht wird, ha-


ben wir schon in zahlreichen Fällen selbst sehen können. Beispiels-

109
Rette sich wer kann!

weise bei einer Steuerberaterin, die bereits mit dem Alter von 55
Jahren 1.137,42 Euro für ihre private Krankenversicherung zahlen
musste. Die Frage, die sich zwangsläufig stellt, ist, wie hoch dieser
Beitrag wohl mit dem Lebensalter 70, 75 oder 80 sein wird. In jedem
Fall klagte die Kundin bereits heute darüber, dass die Beiträge kaum
zu stemmen seien.

Wichtig zu erwähnen wäre an dieser Stelle, dass es sich bei der Kun-
din um eine Steuerberaterin handelt. Also um eine Person, die sich
tagtäglich mit rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzt.

Dennoch hat sie zum Zeitpunkt des Kennenlernens keinerlei Mög-


lichkeit gesehen, die Beiträge entsprechend zu senken. Nach unse-
rem Treffen und nach der Durchsetzung aller Möglichkeiten hat sich
der Beitrag dieser Dame auf sage und schreibe 634,15 Euro gesenkt.
Zugegeben, immer noch ein beachtlicher Beitrag, jedoch fast 500
Euro weniger als zum Zeitpunkt des Kennenlernens. Die jährliche
Ersparnis liegt somit bei 6.000 Euro.

Ein weiteres Beispiel gibt ein Rechtsanwalt aus Nordrhein-Westfa-


len, der im Alter von 64 Jahren unsere Dienstleistung in Anspruch
genommen hat. Der Versicherer hat mehrfach bezeugt, dass es sich
bei dem Beitrag um einen altersgerechten und fairen Beitrag handelt.
Dieser lag zum Zeitpunkt des Kennenlernens bei 591 Euro bei einer
Selbstbeteiligung in Höhe von 1.716 Euro. Nach unserer Expertise,
der Beratung und der Umsetzung der Möglichkeiten sank die Selbst-
beteiligung auf 500 Euro und damit um sage und schreiben 1.216
Euro pro Jahr. Der monatliche Beitrag sank von 591 Euro auf 330
Euro. Insgesamt sparte der Kunde damit allein auf der Beitragssei-
te 3.132 Euro pro Jahr und, abhängig davon, wie der Kostenverlauf

110
Rette sich wer kann!

eines Jahres ist, zusätzliche 1.216 Euro über die reduzierte Selbstbe-
teiligung. Die sonstigen Leistungen waren absolut vergleichbar. So
blieb es weiterhin bei einer freien Arztwahl, weiterhin bei einer Un-
terbringung im Zwei-Bettzimmer unter wahlärztlicher Behandlung
und auch im Bereich Zahnersatz/Zahnbehandlung/Heilpraktiker
und Psychotherapie blieben die Leistungen unverändert.

Ein drittes Beispiel bietet die Bestatterin aus Köln. Diese nahm un-
sere Dienstleistung im Alter von 52 Jahren in Anspruch. Zu diesem
Zeitpunkt zahlte sie für ihre Krankenversicherung 554 Euro Beitrag
– bei einer Selbstbeteiligung in Höhe von 550 Euro. Nach dem Wech-
sel erhöhte sich die Selbstbeteiligung tatsächlich um 200 Euro. Je-
doch sank der Beitrag auf 372 Euro. Die jährliche Ersparnis in Höhe
von 2.184 Euro stand damit im besten Verhältnis zu der Selbstbetei-
ligungserhöhung von nur 200 Euro.

Alle weiteren Leistungen blieben vergleichbar – so wie im eben ge-


nannten Beispiel beschrieben.

Ein weiteres und damit abschließendes Beispiel soll der Polsterer aus
Bonn bringen. Im Alter von 61 Jahren begegnete er mir persönlich
und sagte mir zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens, dass er bereits
mehrere Vergleichsangebote durch den ortsansässigen Versiche-
rungsvertreter angefragt habe.

Ich bot ihm an, diese Vergleichsangebote abzuwarten und erst da-
nach unsere Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Die Angebote
des Versicherungsberaters beliefen sich darauf, dass er ca. 50 Euro
monatlich dadurch sparen könnte, dass er den Zahnersatz um 10%
niedriger versicherte. Weitere Umstellungsangebote waren der Basi-

111
Rette sich wer kann!

starif, also die Leistung auf gesetzlich versichertem Niveau, was zu


kaum einer Beitragsersparnis führte, sowie der Standardtarif, der er-
heblich schlechtere Leistungen hat als der Basistarif und auch hier
eine Beitragsersparnis zwar möglich war, aber aufgrund der Alters-
und Krankendiagnose des Kunden und vor allen Dingen auch auf-
grund der Ansprüche an die private Krankenversicherung inakzep-
tabel war.

Im Anschluss daran bot ich ihm unsere Dienstleistung an, die er dan-
kend in Anspruch genommen hat. Der Monatsbeitrag von 807 Euro
sank auf sage und schreibe 347 Euro monatlich, was eine jährliche
Ersparnis von 5.520 Euro ausmachte. Erwähnt werden muss, dass
sich die Selbstbeteiligung um 800 Euro erhöht hat, die aber ebenfalls
im besten Verhältnis zu den 5.520 Euro Beitragsersparnis steht.

Skandalös in dieser Situation ist und war, dass der ortsansässige Ver-
sicherungsvertreter keinerlei Möglichkeiten aufgezeigt hat, wie der
Beitrag sinnvoll reduziert werden konnte. Aus diesem Grund war
der Möbelbauer extrem dankbar, dass er unsere Dienstleistung in
Anspruch nehmen konnte und hat auch gerne und bereitwillig ein
Honorar an uns gezahlt.

112
Rette sich wer kann!

2.7.6.2
Kulanz

Vielfach wird an dieser Stelle hinzugefügt, dass der Versicherer bisher


doch immer so kulant gewesen sei und man dieses Kulanzverhalten
durch einen Tarifwechsel, also durch ein Ärgernis für den Versiche-
rer, nicht gefährden wolle. Dies führt jetzt dazu, dass ich an dieser
Stelle auch über das Thema Kulanz sprechen muss.

Ein Versicherer leistet dann, wenn es die Versicherungsbedingungen


vorsehen. Sonst nicht.

Eine Kulanz in dem von Endverbrauchern wahrgenommenen Sinn


gibt es hierbei nicht. Wenn es sie gäbe, würde dies dazu führen, dass
alle anderen Versicherungsnehmer dieses Versicherungskollektivs
ungerecht benachteiligt würden, da ein Versicherungsnehmer eine
Leistung beansprucht, die nicht versichert, nicht kalkuliert und da-
mit auch schlussendlich nicht bezahlt ist. Dies würde einem Betrug
an der übrigen Versicherungsgemeinschaft gleichkommen, weshalb
diese eben ausgeschlossen ist.

Natürlich gibt es Grenzfälle – diese hängen jedoch weniger von ei-


nem „kulanten Verhalten“ der Versicherung ab, sondern vielmehr
vom Nachdruck, mit dem ein Versicherungsnehmer ggf. mithilfe
von Versicherungsberatern oder auch Anwälten seinen Anspruch
einfordert.

Vielfach wird allerdings ein Abrechnungsverhalten als Kulanz verkauft,


nämlich einseitig von der Versicherung als ein solches dargestellt, da-
mit sich der Versicherungsnehmer geborgen und gut aufgehoben fühlt.

113
Rette sich wer kann!

Dies ist jedoch nicht zu verwechseln damit, dass ein tariflicher An-
spruch gegeben ist, der entsprechend auch bedient wurde.

2.7.6.3
Ein Tarifwechsel ist wegen Vorerkrankungen
ausgeschlossen, da neue Tarife höhere
Leistungen haben

Regelmäßig wird uns durch unsere Kunden berichtet, der Versiche-


rer habe einen im Eigenversuch anberaumten Tarifwechsel ablehnt,
da der Wechsel in einen neuen Tarif mit Mehrleistungen verbunden
wäre und diese Mehrleistungen im Rahmen der Gesundheitsprüfung
nicht mehr versicherbar seien.

Grundsätzlich erscheint dieses Argument einleuchtend, da der Ver-


sicherer ja nicht dazu gezwungen werden kann, ein höheres Risiko
bei schlechterem Gesundheitszustand zu akzeptieren.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber mit § 204 VVG klar geregelt,
dass der Versicherer tatsächlich das Recht hat, die höheren Leistun-
gen im Rahmen eines Tarifwechsels mit einem Risikozuschlag, also
einem aufgrund des persönlichen Risikos deutlich höheren Beitrag,
zu versehen oder die Annahme sogar ganz abzulehnen.31

Dieses Recht, die Leistung durch einen „Mehrleistungsausschluss“


abzulehnen, hat allerdings nicht nur der Versicherer.

31 Vgl. § 204 Absatz 1, Nr. 1 Satz 2 VVG

114
Rette sich wer kann!

Auch Sie als Versicherungsnehmer haben das Recht, diese Mehrlei-


stung abzulehnen, um damit einen für die Mehrleistungen berechtig-
ten Risikozuschlag abzuwenden.32

Häufig werden im Rahmen der Risikoprüfung auch Diagnosen durch


den Versicherer benannt, die vielen Kunden vollkommen unbekannt
sind.

Hauptgrund hierfür ist, dass sich die wenigsten Menschen die Ab-
rechnungen der Ärzte im Detail anschauen. So werden aus Abrech-
nungsgründen mitunter Diagnosen aufgeführt, die entweder gar
nicht vorlagen oder die gerade mit der Untersuchung ausgeschlossen
wurden. Beides kann der Versicherer nicht unterscheiden und geht
daher nachvollziehbar davon aus, dass diese Diagnosen tatsächlich
vorlagen.

Daher sollten Sie stets prüfen, was Ihr Arzt in den Rechnungen be-
schreibt und dies im Bedarfsfall richtigstellen. Ich selbst hätte we-
gen eines solchen Missverständnisses fast meinen eigenen Versiche-
rungsschutz verloren.

32 Vgl. § 204 Absatz 1, Nr. 1 Satz 3 VVG

115
Rette sich wer kann!

2.7.6.4
Ein vereinbarter Risikozuschlag
muss lebenslang gelten

Ein bei Abschluss eines Vertrages vereinbarter Risikozuschlag kann


regelmäßig überprüft werden, soweit sich die zugrunde liegende
Diagnose geändert hat oder die Erkrankung möglicherweise voll-
ständig ausgeheilt ist.

Vor diesem Hintergrund ist es empfehlenswert, regelmäßig zu schau-


en, ob eine neue Stellungnahme durch Ihren Arzt dazu führen kann,
die Kosten in diesem Zusammenhang zu senken. Hierbei haben Sie
selbst natürlich am besten im Blick, wann ein sinnvoller Zeitpunkt
für eine solche Überprüfung sein kann. Wichtig ist, dass die Erkran-
kung bzw. die Ursache für den Risikozuschlag schon mindestens ein
Jahr behandlungs- und beschwerdefrei sein sollte. Das meint natür-
lich auch, dass in dieser Zeit auch keinerlei Medikation zu dem The-
menfeld genutzt werden darf.

Prüfen Sie Ihren Vertrag daher auch darauf, ob dieser einen Risiko-
zuschlag enthält, der kontrolliert werden könnte.

116
Rette sich wer kann!

3.0
Die steuerliche Behandlung von
Krankenversicherungskosten

3.1
Steuerlich relevanten Beitragsanteil ermitteln

„Nur zwei Dinge auf dieser Welt sind uns sicher:


Der Tod und die Steuer.“
(Benjamin Franklin, 1706-1790)

Um sicherzustellen, dass ein PKV-Tarifwechsel für Sie wirklich sinn-


voll ist, gilt es natürlich auch, den steuerlichen Aspekt mit einzube-
ziehen.

Die steuerliche Behandlung von Krankenversicherungsbeiträgen wur-


de mit der KVBEAO33 (siehe Lexikon in Textform) neu gefasst. Unab-
hängig von der Höchstgrenze für „sonstige Vorsorgeaufwendungen“34
können Kosten für die Krankenversicherung nach Maßgabe dieser
Rechtsverordnung erstattet werden. Überschreiten allerdings die Ko-
sten, die nach der KVBEAO für die Krankenversicherung berück-
sichtigt werden können, die allgemeinen Höchstgrenzen für „sonsti-
ge Vorsorgeaufwendungen“, so ist eine zusätzliche Erstattung weite-
rer, nach diesen Regelungen grundsätzlich berücksichtigungsfähiger
Aufwendungen ausgeschlossen.

33 Verordnung zur tarifbezogenen Ermittlung der steuerlich berücksichtigungsfähigen


Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1
Nummer 3 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes (KVBEVO)
34 Vgl. § 10 Einkommenssteuergesetz

117
Rette sich wer kann!

Das Grundprinzip der KVBEAO ist leicht verständlich. So kann der


Steuerpflichtige alle Kosten, die für den gesetzlichen Krankenver-
sicherungsschutz (Beiträge zur Krankenversicherung und der Pfle-
gepflichtversicherung) vollständig als abzugsfähige Aufwendungen
absetzen.

Sie als Mitglied einer privaten Krankenversicherung sollen dem im


Grundsatz gleichgestellt werden. Das bedeutet, dass Sie die Kranken-
versicherungsbeiträge, die für Leistungen, die auch in der gesetzli-
chen Krankenversicherung für Krankheits- und Pflegekosten anfal-
len, ebenfalls zu 100% steuerlich geltend machen können.

Erstattet Ihr Tarif in der privaten Krankenversicherung jedoch für


folgende Leistungen35:

1. Heilpraktiker,
2. Chefarztbehandlung und Unterbringung im Zweit-Bettzimmer,
3. Unterbringung im Ein-Bettzimmer,
4. Zahnersatz und Implantologie,
5. Kieferorthopädische Leistungen,

so übersteigt Ihr Leistungsanspruch den, der für einen gesetzlich


krankenversicherten Menschen gelten würde. Um eine vergleichbare
Basis zu schaffen, sind daher Abzüge bei den Beiträgen vorzuneh-
men.

Alle Leistungen, die in einer privaten Krankenversicherung möglich


sind, werden mit § 3 Absatz 2 KVBEAO prozentual gewichtet. Diese

35 Vgl. § 2 Absatz 1 Nr. 1 – 5 der KVBEAO (siehe Lexikon)

118
Rette sich wer kann!

gewichteten Werte ergeben dann, soweit versichert, den absetzbaren


prozentualen Anteil. Sind einzelne Leistungen, die oben beschrie-
ben sind, in einem gesonderten Tarif versichert, so ist dieser generell
nicht berücksichtigungsfähig.

Im Folgenden soll dies anhand zweier konkreter Bespiele erläutert


werden. Nehmen wir im ersten Beispiel an, Sie haben die Tarife DKV
Best Med K/1 für 500 Euro und PPV für 40 Euro versichert. Der Tarif
ist ein Unisex36-Kompakttarif37, der alle der o. g. Leistungen enthält.
Daraus ergäbe sich nach der über § 3 der KVBEAO folgende Rech-
nung:

Leistung Prozentualer Abzug


Leistung für 1. 1,69%
Leistung für 2. 3,64 %
Leistung für 3. 9,24%
Leistung für 4. 5,58%
Leistung für 5. 0,26%
Summe 20,41%

Folglich ist vom Beitrag für den Kompakttarif ein Abzug in Höhe
von 20,41 % vorzunehmen. Damit sind umgekehrt also nur 79,59%
des Beitrages von 500 Euro, demnach also 397,95 Euro, steuerlich
abzugsfähig.

36 Unisex = das Geschlecht ist kein Tarifierungsmerkmal, d. h. Frauen und Männer mit
gleichem Eintrittsalter zahlen auch den gleichen Beitrag.
37 Kompakttarif = in diesem Tarif sind Leistungen für ambulante, stationäre und dentale
Leistungen zusammengefasst.

119
Rette sich wer kann!

Haben Sie einen Grenzsteuersatz38 von beispielsweise 42% zzgl. Soli-


daritätszuschlag in Höhe von 5,5% und zahlen weitere 9% Kirchen-
steuersatz, so beträgt Ihre Grenzsteuerlast insgesamt:

42 % x (100 % + 5,5% + 9%) = 42 % x 114,5% = 48,09%

Das bedeutet, dass Sie auf 397,95 Euro monatlich, also 397,95 Euro x
12 = 4.775,40 Euro jährlich den so errechneten Steuersatz nicht mehr
zahlen müssen, da Sie die Beiträge in der genannten Höhe vom zu
versteuernden Einkommen abziehen können.

Ihre steuerliche Ersparnis beträgt damit in diesem Beispiel:

4.775,40 Euro x 48,09% = 2.296,49 Euro

Nehmen wir an, der genannte Tarif hätte nun in einem neuen Bei-
spiel keine der o.g. Leistungen (1.-5.), dann könnten Sie den gesam-
ten Beitrag in Höhe von 500 Euro x 12 = 6.000 Euro vom zu versteu-
ernden Einkommen in Abzug bringen.

Ihre steuerliche Ersparnis beträgt damit in diesem Beispiel:

6.000 Euro x 48,09% = 2.885,40 Euro

38 Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, den Sie nach dem Steuertarif auf den letzten Euro Ihres
Einkommens zahlen, also der höchste Steuersatz auf den letzten Euro Ihres zu versteuern-
den Einkommens. Dieser ist in Höhe von 42% dann fällig, wenn Ihr zu versteuerndes
Einkommen oberhalb von 55.961 Euro liegt. Die sogenannte Reichensteuer in Höhe von
45% greift, soweit das zu versteuernde Einkommen die Grenze von 250.730 Euro jährlich
überschreitet.

120
Rette sich wer kann!

Wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass diese Berechnungen nur
das Grundschema darstellen sollen. Eine steuerliche Beratung und
rechtsverbindliche Auskünfte zu diesem Thema obliegen selbstver-
ständlich Ihrem Steuerberater und den Finanzbehörden.

In jedem Fall erhalten Sie jährlich eine Steuerbescheinigung durch


Ihre private Krankenversicherung, der die so ermittelnden abzugsfä-
higen Beiträge zu entnehmen sind.

3.2
Wirkung der Beitragsrückerstattung

Viele Gesellschaften und Tarife sehen Beitragsrückerstattungen für


den Fall vor, dass Sie in einem oder mehreren Jahren keine Leistun-
gen in Form von Leistungsabrechnungen in Anspruch nehmen. Das
ist aus Sicht der Versicherung sinnvoll, da für diesen Fall zum einen
keine administrativen Kosten anfallen, da niemand diese Abrech-
nungen bearbeiten und bezahlen muss, zum anderen aber so auch
kostenbewusstes Verhalten gefördert wird.

Zu unterscheiden ist hierbei die freiwillige, erfolgsabhängige Bei-


tragsrückerstattung von der garantierten Beitragsrückerstattung, oft
auch Pauschalleistung genannt.

Wie man an der Bezeichnung bereits erkennen kann, besteht auf


die rein erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung kein vertraglicher
Anspruch. Das bedeutet, dass je nach „Kassenlage“ des Versicherers
darüber entschieden wird, ob die Versicherten diese Erstattungen
erhalten. Anders verhält es sich dagegen bei der „garantierten Bei-

121
Rette sich wer kann!

tragsrückerstattung“, oft auch „Pauschalleistung“ genannt. Auf die-


se besteht ein vertraglicher Anspruch, weshalb sie bei Eintreten der
Voraussetzungen immer gezahlt werden muss.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal findet sich bei der Frage, ob


zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen und Zahnprophylaxe ohne
schädliche Wirkung auf eine Beitragsrückerstattung und bestenfalls
sogar losgelöst von tariflichen Selbstbeteiligungen erstattet werden.
Einige Versicherungsgesellschaften bieten derartige Konstellationen
an, mit denen sichergestellt werden soll, dass grundsätzlich kosten-
bewusstes Verhalten nicht in „Geiz“ ausartet, und damit an sinnvol-
ler Vorsorge und Prophylaxe, also möglicherweise am falschen Ende,
gespart werden soll.

Bei der Frage, ob in einem Jahr ausreichend Krankheitskosten ange-


fallen sind, die eine Abgabe einer Leistungsabrechnung beim Ver-
sicherer und damit den Verlust auf den Anspruch einer Beitrags-
rückerstattung rechtfertigen, ist unbedingt auch die sich auf- und
abbauende Staffelung der Höhe der Beitragsrückerstattungen zu be-
rücksichtigen.

Ähnlich wie bei der unfallbedingten Höherstufung im Rahmen einer


KFZ-Versicherung führt die einmalige Einreichung vielfach zu einer
Rückstufung der Beitragsrückerstattungsansprüche für die Folgejah-
re. Soweit Sie also in den Folgejahren erneut auf die Beitragsrücker-
stattung spekulieren, da Sie grundsätzlich gesund sind, ist dies bei
den Überlegungen unbedingt zu beachten.

Soweit Beitragsrückerstattungen durch den Krankenversicherer ge-


zahlt werden, so sind diese von den angefallenen Kosten für die Kran-

122
Rette sich wer kann!

kenversicherung im Rahmen der steuerlichen Betrachtung wieder in


Abzug zu bringen. Das bedeutet für Sie, dass der auf die Summe der
Beitragsrückerstattungen entfallene Steuervorteil wieder entfällt.

3.3
Der Arbeitgeberzuschuss für Angestellte

Soweit Sie als Angestellter die Einkommensvoraussetzungen39 erfül-


len, besteht für Sie die Möglichkeit, das gesetzliche Krankenversiche-
rungssystem zu verlassen und Mitglied einer privaten Krankenversi-
cherung zu werden.

Ihr Arbeitgeber zahlt in diesem Fall den Betrag als Zuschuss zu Ihrer
privaten Krankenversicherung weiter, den er auch hätte zahlen müs-
sen, wenn Sie weiterhin Mitglied der gesetzlichen Krankenversiche-
rung geblieben wären, allerdings maximal die Hälfte des Beitrages,
den Sie tatsächlich für die private Krankenversicherung zahlen.

Die Höchstbeiträge, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erwarten können,


betragen aktuell40 351,66 Euro für die Krankenversicherung und
maximal 69,20 Euro für die private Pflegepflichtversicherung. Letzt-
genannter Erstattungsbetrag wird jedoch aufgrund der regelmäßig
deutlich niedrigeren tatsächlichen Beiträge (regelmäßig weniger als
138,40 Euro für die private Pflegepflichtversicherung) tatsächlich ge-
ringer ausfallen.

39 Regelmäßiges jährliches Einkommen oberhalb von 60.750 Euro pro Jahr


40 Stand: 03/2019

123
Rette sich wer kann!

Für die privaten Krankenversicherungsbeiträge bedeutet dies, dass


Sie bis zu einem Gesamtbeitrag in Höhe von 703,32 Euro die Hälfte
durch Ihren Arbeitgeber als steuer- und sozialversicherungsfreien
Zuschuss erhalten.

Bei einem Tarifwechsel ist insbesondere bei Angestellten eine genaue


Aufstellung erforderlich. Höhere Selbstbeteiligungen oder Leistungs-
reduktionen gehen ausschließlich zulasten des Angestellten, wäh-
rend der Arbeitgeber die Hälfte der Einsparungen für sich verbuchen
kann.

Einsparungen, die aufgrund von Beiträgen, die bislang oberhalb der


Grenze von 703,32 Euro liegen, verbleiben hingegen alleine bei Ih-
nen als Angestellten.

124
Rette sich wer kann!

4.0
Über den Autor

4.1
Expertenstatus

Schon vor der Gründung der CORRIGO AG im Jahr 2011 beschäf-


tigte ich mich ausschließlich mit sich aus dem Versicherungsver-
tragsgesetz ergebenden Verbraucherschutzrecht des § 204.

Aufgrund von mehr als 25.000 Kundenkontakten und einer 8-stelli-


gen erreichten Jahresersparnis ohne einer einzigen Inanspruchnah-
me aufgrund eines Beratungsfehlers ist unsere Leistungsbilanz ein-
wandfrei.

Mit meinem Unternehmen, der CORRIGO AG, sind wir zudem der
einzige Berater mit dieser Expertise, der Sie auf Wunsch persönlich
und vor Ort berät. Auf Wunsch ist natürlich auch die Nutzung aller
Medien, wie Onlinevideokonferenzen, möglich.

Die Erstberatung, die Erstellung der Expertise sowie die anschlie-


ßende Beratung ist vollkommen unverbindlich und generell kosten-
frei. Nur dann, wenn Sie diese Einsparmöglichkeiten tatsächlich für
sich gewinnbringend umsetzen, fällt ein Beratungshonorar an.

Die faire Erfolgsbeteiligung führt dazu, dass Sie als Privatversicherter


überhaupt erst in die Lage versetzt werden, sich sinnvoll mit dem
Tarifwechselrecht zu beschäftigen. Ganz ehrlich: Würden Sie einem
Unbekannten sofort eine umfängliche Vollmacht erteilen oder gar
ohne Wissen über das Ergebnis ein pauschales Entgelt zahlen?

125
Rette sich wer kann!

Wir verdienen nur im Erfolgsfall, also nur dann, wenn Sie tatsäch-
lich Geld einsparen. Dieses Beratungshonorar misst sich an Ihrer Er-
sparnis und stellt damit das Geld dar, das Sie sonst ohnehin für die
nächsten Monate an Ihre private Krankenversicherung zu entrichten
hätten, per Saldo ist diese Dienstleistung für Sie damit ohne zusätzli-
che Kosten und damit vollkommen risikolos.

Mir ist an dieser Stelle besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass


es um viel mehr geht als um eine Ersparnis von 100 Euro im kom-
menden Monat. Es geht darum, dass Sie sicherstellen, dass Ihr Zu-
gang zu erstklassiger Medizin im Privatstatus für Sie bezahlbar bleibt.

Auch die scheinbar geringe Ersparnis von 100 Euro monatlich wächst
über Monate und Jahre mit den im Bereich der Krankenversicherung
üblichen Steigerungsraten von fast 5% Jahr für Jahr an. So sprechen
wir bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von Einsparun-
gen, die oftmals in Größe einer schönen Eigentumswohnung liegen.

Bitte unterschätzen Sie nicht den langfristigen Effekt. Denn dieser


wird schon alleine deshalb greifen, weil Sie Ihre Krankenversiche-
rung bis zum Ende Ihres Lebens begleiten wird.

Nun gibt es einige, die in der glücklichen Lage sind, dass sich ihr Le-
ben, auch durch Einsparungen in der langfristigen Wirkung gedacht,
nicht ändern würde. Und das freut mich sehr. Doch auch in dieser
glücklichen Lage ergibt eine Überprüfung der privaten Krankenver-
sicherung absolut Sinn.

Denn selbst wenn Sie diese Einsparungen für sich selbst nicht nutzen
möchten, so könnten Sie damit viel Gutes bewirken, in dem Sie die-

126
Rette sich wer kann!

ses Geld in sinnvolle soziale Projekte investieren.

Und Hand aufs Herz: Auch wenn man es sich leisten kann, so zahlt
man doch trotzdem nicht gerne mehr als notwendig, nicht wahr?

127
Rette sich wer kann!

4.2
Erkennen, verstehen, handeln

Bestimmt konnten Sie bis hierhin erkennen, dass dieses Thema für
mich eine absolute Herzensangelegenheit ist. Mein Ziel ist es, dass
wir unseren Kunden ihren Alltag und ihren Ruhestand mit unserer
Dienstleistung ein Stück weit sorgenfreier gestalten, indem wir ihnen
mehr finanzielle Freiräume verschaffen, ohne sie dabei auf optimal
angepasste medizinische Leistung verzichten zu lassen. Eben eine
optimale medizinische Leistung zu einem fairen Beitrag.

Es verursacht bei mir regelrechte körperliche Schmerzen, wenn


Menschen Ihren Zugang zu erstklassiger Medizin aufgeben müssen,
weil Ihnen die richtigen Informationen und die Mittel zu deren Um-
setzung fehlen.

Mir ist es wichtig, dass Sie als Kunde auf Grundlage einer breiten
Informationsbasis eine eigene Entscheidung treffen können. Hierzu
werden wir Ihnen alle wirtschaftlich interessante Angebote zur Ver-
fügung stellen.

Erst dadurch haben Sie überhaupt einen Gesamtüberblick der Mög-


lichkeiten und können dann selbst entscheiden, welche der Varian-
ten für Sie infrage kommt.

Durch eine klare Sprache und eine einfache Erklärung wird Ihnen
diese Entscheidung klar erleichtert. Zudem möchte ich Ihnen nie-
mals unkalkulierbare Risiken zumuten. Daher werde ich Ihnen nie-
mals solche Leistungen anbieten, die genau dieses Risiko in sich ber-
gen. Der Anspruch ist hierbei, Gutes zu verbessern.

128
Rette sich wer kann!

Beispielhaft für ein solch „unkalkulierbares“ Risiko ist die Reduzie-


rung der Faktoren zur Gebührenordnung für Ärzte. So werde ich Ih-
nen niemals Tarife anbieten, die nur den 2,3-fachen Satz der Gebüh-
renordnung erstatten, da jeder Arzt, unabhängig davon, ob Sie damit
einverstanden sind oder nicht, berechtigt ist, bis zum 3,5-fachen Satz
abzurechnen.

Viele Kunden sagen mir, dass Sie doch mit dem Arzt verhandeln kön-
nen, dass er nur bis zum 2,3-fachen Satz abrechnet. Und ja, das ist
möglich.

Doch stellen Sie sich hierzu bitte folgende Fragen:


1. Geht das immer, also auch dann, wenn Sie im Koma liegen, wäh-
rend sich der Arzt nach den Regeln der ärztlichen Kunst dafür
einsetzt, dass Sie überleben und möglichst wenig Folgeschäden
davontragen?
2. Wird ein Arzt, mit dem Sie darüber verhandelt haben, Sie genau
so motiviert behandeln wie den Patienten, bei dem er weiß, dass
er den gerechten, rechtlich vorgesehenen Lohn für seine Arbeit
erhält?

Wie schon gesagt: Die Freude über einen augenscheinlich günstigen


Preis währt nie so lange, wie der Ärger über eine schlechte Dienstlei-
stung. Wo sollte das mehr gelten als bei Ihrer Gesundheit?

Faktisch bedeutet diese Leistungsreduktion eine Selbstbeteiligung in


Höhe von 34 % und zwar nach oben unbegrenzt. Fallen also Kosten
in Höhe von beispielsweise 25.000 Euro für eine große Operation an,
so tragen Sie 8.571 Euro selbst. Große Operationen können natürlich
auch bedeutend teurer sein.

129
Rette sich wer kann!

Genau aus diesem Grund möchte ich Ihnen dringend empfehlen,


solche Tarife nicht zu nutzen. Tarife im Übrigen, die unseren Kun-
den regelmäßig von deren Vertretern und den Sachbearbeitern der
Versicherung angeboten und oft auch vor unserer Hilfe umgestellt
wurden. In meinen Augen ist dies seitens der Gesellschaften und
deren Vertretern unterlassene Hilfeleistung, da sie es hätten besser
wissen können und auch müssen.

4.3
Warum die persönliche Beratung vor Ort?

Wer die individuellen Bedürfnisse eines Kunden verstehen will, der


muss den Kunden genau kennen lernen. Bei einer persönlichen Be-
ratung fällt es wesentlich leichter, Sie, Ihre Bedürfnisse und Ihre Prä-
ferenzen zu verstehen. Vor allen Dingen haben Sie selbst in diesem
Gespräch zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, all Ihre Fragen zu stel-
len, die dann qualifiziert beantwortet werden. Ein PKV-Tarifwechsel
ist facettenreich und beratungsintensiv. Eine umfangreiche Beratung
vor Ort ist daher der beste Weg, um Klarheit zu schaffen.

Eine hochqualifizierte Expertise und mögliche Transparenz wird Ih-


nen dadurch in jedem Fall gewährleistet.

Gegenüber der telefonischen internetbasierten Beratung können


die Aspekte eines Tarifwechsels ganz in Ruhe mit einem persönli-
chen Berater besprochen werden. Weiterhin ist das Formularwesen
im Rahmen eines Tarifwechsels ohne Routine und Kenntnis relativ
komplex. Auch hierbei wird Ihnen unserer Berater vor Ort wesentli-
che Unterstützung bieten können.

130
Rette sich wer kann!

4.4.1
Die Geschichte vom Frosch im Kochtopf

Von Charles B. Handy

Ein alter Mann saß vor seiner Hütte am Ufer eines Sees und sinnierte
über sein Leben. Und während er so saß und nachdachte, sah er am
Ufer einen Frosch. Er packte diesen Frosch, brachte ihn in seine Hüt-
te, wo er ihn in einen Topf mit kochendem Wasser gab. Der Frosch
machte einen entsetzten Sprung aus dem Topf, sprang aus der Hütte
und verschwand im Gestrüpp.

Eines Tages saß der alte Mann wieder vor seiner Hütte und dachte
über sein Leben nach. Ihm fiel der Frosch ein, der sich mit Sicherheit
stark verbrannt hatte, sich aber beherzt der Situation entzogen hatte,
um weiterzuleben.

In diesem Moment entdeckte der Mann wieder einen Frosch am


Ufer. Er fing ihn und nahm ihn mit in seine Hütte. Da dieses Mal
kein kochendes Wasser bereit stand, gab er den Frosch in einen Topf
mit kaltem Wasser und stellte ihn auf den Ofen. Dann machte er Feu-
er im Ofen.

Zu seinem Erstaunen stellte der alte Mann fest, dass sich der Frosch
im Topf ruhig verhielt. Das Wasser wurde immer wärmer, schließlich
heiß und dann begann es zu kochen. Doch der Frosch blieb selbst im
heißen Wasser ruhig und machte keinerlei Anstalten, der bedrohli-
chen Situation entkommen zu wollen.

Der alte Mann freute sich über das unerwartete Abendmahl und

131
Rette sich wer kann!

dachte weiter über das Leben nach, während er mit Genuss an seiner
Froschsuppe schlürfte.

4.4.2
Meine Erkenntnis aus dieser Geschichte

Lassen Sie sich von schleichenden und langsamen Prozessen nicht


täuschen. Eine langsame Vergiftung w irkt i m E rgebnis e benso w ie
eine schnelle.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen tödlich.

Der Vorteil bei der langsamen Vergiftung ist: Sie haben mehr Zeit,
sich das Gegengift zu besorgen und den Prozess zu stoppen. Aller-
dings hilft es Ihnen nichts, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt verpas-
sen.

Lassen Sie also schnellstmöglich Ihren Krankenversicherungstarif


auf Optimierungspotenzial hin überprüfen. Nur so entkommen Sie
der Beitragsspirale in der privaten Krankenversicherung und stellen
damit sicher, dass Ihr Zugang zu erstklassiger Medizin auch langfri-
stig bezahlbar bleibt.

Mein Angebot für Sie:


Als Leser erhalten Sie eine Ersteinschätzung im Wert von 97 Euro
vollkommen gratis und geschenkt. Alles, was Sie tun sollten, ist, Ihre
Versicherungspolice zu kopieren/fotografieren/scannen und mir
die-se per E-Mail an r.willems@corrigo.ag zusammen mit Ihrer
Telefonnummer zu senden.

132
Rette sich wer kann!

Sie erhalten dann kostenfrei und unverbindlich eine Ersteinschät-


zung und wissen direkt, ob Ihr Vertrag Optimierungspotenzial hat,
sei es im Krankentagegeld oder in den Haupttarifen.

Handeln Sie also jetzt und senden mir Ihren Versicherungsschein


zu – damit Sie schnellstmöglich Gewissheit haben.

Herzlichst

Ihr
Ralf Willems

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme:


E-Mail: r.willems@corrigo.ag
Telefon: 0 26 53-91 15 80

133
Rette sich wer kann!

5.0
Lexikon

5.1
Krankenversicherungsbeitragsanteil-
Ermittlungsverordnung (KVBEAO) [Auszug]

Ausfertigungsdatum: 11.08.2009
Stand: Geändert durch Art. 2 Abs. 9 G v. 1.4.2015 I 434

Eingangsformel
Auf Grund des § 10 Absatz 5 und des § 51 Absatz 1 Nummer 3 des
Einkommensteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung
vom 19. Oktober 2002 (BGBl. I S. 4210; 2003 I S. 179), von denen §
10 Absatz 5 durch Artikel 1 des Gesetzes vom 16. Juli 2009 (BGBl. I S.
1959) neu gefasst worden ist, verordnet die Bundesregierung:

§ 1 Anwendungsbereich und Grundsätze


(1) Durch diese Verordnung wird bezogen auf den Tarif bestimmt,
wie der Teil der Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungs-
schutzes, der auf das Krankentagegeld und auf Leistungen entfällt,
auf die ein Anspruch besteht und die in Art, Umfang oder Höhe
den Leistungen nach dem Dritten Kapitel des Fünften Buches Sozi-
algesetzbuch nicht vergleichbar sind, durch einheitliche prozentuale
Abschläge auf den zugunsten des jeweiligen Tarifs gezahlten Beitrag
zu ermitteln ist, soweit diese Versicherungsleistung nicht bereits als
gesonderter Tarif ausgewiesen wird.

(2) Werden in einem gesonderten Tarif ausschließlich Krankentage-


geld oder Leistungen ausgewiesen, auf die ein Anspruch besteht und

134
Rette sich wer kann!

die in Art, Umfang oder Höhe den Leistungen nach dem Dritten Ka-
pitel des Fünften Buches Sozialgesetzbuch nicht vergleichbar sind, ist
der für diesen Tarif entrichtete Beitrag insgesamt nicht abziehbar. Im
Übrigen ist der nicht abziehbare Beitragsanteil nach § 3 zu ermitteln,
wenn Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 1 bis Nummer 5
oder Krankentagegeldleistungen oder Krankenhaustagegeldleistun-
gen versichert sind.

§ 2 Definitionen und Leistungsbestimmungen


(1) Leistungen im Sinne des § 1 Absatz 1 liegen insbesondere vor bei:
1. ambulanten Leistungen durch einen Heilpraktiker im Sinne
des Heilpraktikergesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III,
Gliederungsnummer 2122-2, veröffentlichten bereinigten
Fassung, das zuletzt durch Artikel 15 des Gesetzes vom 23.
Oktober 2001 (BGBl. I S. 2702) geändert worden ist,
2. der Erstattung von Aufwendungen für ein Ein-Bettzimmer,
3. der Erstattung von Aufwendungen für Chefarztbehandlungen
oder eines Zwei-Bettzimmers,
4. Leistungen für Zahnersatz oder implantologische Leistungen,
5. kieferorthopädischen Leistungen.

(2) Ein Tarif sieht ein einheitliches Leistungsversprechen für alle in


ihm Versicherten vor und umfasst Leistungen der privaten Kranken-
versicherung.

(3) Der Beitrag ist das Entgelt, welches für das dem Tarif zugrunde
liegende Leistungsversprechen entrichtet wird.

(4) Krankentagegeld ist eine Leistung, die den Verdienstausfall er-


setzt, der durch Arbeitsunfähigkeit als Folge von Krankheit oder Un-

135
Rette sich wer kann!

fall entsteht. Krankenhaustagegeld ist eine in vertraglich festgelegter


Höhe gezahlte Leistung für den Zeitraum einer medizinisch notwen-
digen stationären Heilbehandlung.

§ 3 Ermittlung des Abschlags


(1) Zur Ermittlung des nicht abziehbaren Teils des Beitrags ist die
Summe der Absatz 2 zu entnehmenden Punkte für die im Tarif ver-
einbarten Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 1 bis Num-
mer 5 zu ermitteln. Die nach Satz 1 ermittelte Summe ist durch die
Summe der Absatz 2 zu entnehmenden Punkte für die im Tarif ins-
gesamt versicherten Leistungen zu teilen. Das Ergebnis ist auf die
vierte Nachkommastelle zu runden und mit dem vom Steuerpflichti-
gen geleisteten Beitrag zu multiplizieren. Der sich ergebende Betrag
ist auf die zweite Nachkommastelle zu runden.

(2) Den in einem Tarif versicherten Leistungen sind folgende Punkte


zuzuordnen:
1. ambulante Leistungen, ohne Leistungen im Sinne des § 2
Absatz 1 Nummer 1: 54,60 Punkte
2. Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 1: 1,69 Punkte
3. stationäre Leistungen, ohne Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1
Nummer 2 und Nummer 3: 15,11 Punkte
4. Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 2: 3,64 Punkte
5. Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 3: 9,24 Punkte
6. zahnärztliche Leistungen, ohne Leistungen im Sinne des § 2
Absatz 1 Nummer 4 und Nummer 5: 9,88 Punkte
7. Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 4: 5,58 Punkte
8. Leistungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Nummer 5: 0,26 Punkte

(3) Sieht ein erstmals nach dem 1. Mai 2009 für das Neugeschäft

136
Rette sich wer kann!

angebotener Versicherungstarif weder die Erstattung von Aufwen-


dungen für allgemeine Krankenhausleistungen, für ambulante Arzt-
behandlungen noch für Zahnbehandlungen vor, ist vom geleisteten
Beitrag ungeachtet der Absätze 1 und 2 ein Abschlag von 99 Prozent
vorzunehmen. Gleiches gilt, wenn in einem Tarif Krankentagegeld
oder Krankenhaustagegeld zusammen mit anderen Leistungen ver-
sichert ist. § 1 Absatz 2 Satz 1 bleibt unberührt. Für Krankentagegeld,
das zusammen mit anderen Leistungen in dem Basistarif im Sinne
des § 152 Absatz 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes versichert ist,
ist ungeachtet der vorstehenden Regelungen von dem für den Basi-
starif geleisteten Beitrag ein Abschlag in Höhe von vier Prozent vor-
zunehmen.

§ 4 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2010 in Kraft.

137
Rette sich wer kann!

5.2
Versicherungsvertragsgesetz [Auszug]

§ 204
(1) Bei bestehendem Versicherungsverhältnis kann der Versiche-
rungsnehmer vom Versicherer verlangen, dass dieser

1. Anträge auf Wechsel in andere Tarife mit gleichartigem Versiche-


rungsschutz unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen
Rechte und der Alterungsrückstellung annimmt; soweit die Leistun-
gen in dem Tarif, in den der Versicherungsnehmer wechseln will,
höher oder umfassender sind als in dem bisherigen Tarif, kann der
Versicherer für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss oder ei-
nen angemessenen Risikozuschlag und insoweit auch eine Wartezeit
verlangen; der Versicherungsnehmer kann die Vereinbarung eines
Risikozuschlages und einer Wartezeit dadurch abwenden, dass er
hinsichtlich der Mehrleistung einen Leistungsausschluss vereinbart;
bei einem Wechsel aus dem Basistarif in einen anderen Tarif kann
der Versicherer auch den bei Vertragsschluss ermittelten Risikozu-
schlag verlangen; der Wechsel in den Basistarif des Versicherers un-
ter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der
Alterungsrückstellung ist nur möglich, wenn:

a) die bestehende Krankheitskostenversicherung nach dem 1. Janu-


ar 2009 abgeschlossen wurde oder

b) der Versicherungsnehmer das 55. Lebensjahr vollendet hat oder


das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, aber die Vorausset-
zungen für den Anspruch auf eine Rente der gesetzlichen Ren-
tenversicherung erfüllt und diese Rente beantragt hat oder ein

138
Rette sich wer kann!

Ruhegehalt nach beamtenrechtlichen oder vergleichbaren Vor-


schriften bezieht oder hilfebedürftig nach dem Zweiten oder
Zwölften Buch Sozialgesetzbuch ist oder

c) die bestehende Krankheitskostenversicherung vor dem 1. Januar


2009 abgeschlossen wurde und der Wechsel in den Basistarif vor
dem 1. Juli 2009 beantragt wurde; ein Wechsel aus einem Tarif,
bei dem die Prämien geschlechtsunabhängig kalkuliert werden,
in einen Tarif, bei dem dies nicht der Fall ist, ist ausgeschlossen;

139
Rette sich wer kann!

5.3
Kalkulationsverordnung [Auszug]

§ 13
(1) Bei einem Wechsel in Tarife mit gleichartigem Versicherungs-
schutz ist für jeden Leistungsbereich dem Versicherten der ihm
kalkulatorisch zugerechnete Anteil der Alterungsrückstellung nach
§ 341f des Handelsgesetzbuchs mit Ausnahme des Teils, der auf die
Anwartschaft zur Prämienermäßigung nach §  12a Abs.  2 des Versi-
cherungsaufsichtsgesetzes entfällt und der betragsmäßig anlässlich
des Tarifwechsels unverändert bleibt, vollständig prämienmindernd
anzurechnen. Die Anrechnung kann so weit begrenzt werden, dass
die für diesen Leistungsbereich zu zahlende anteilige Prämie dieje-
nige zum ursprünglichen Eintrittsalter nicht unterschreitet. In die-
sem Fall ist der nicht gutgebrachte Teil der Alterungsrückstellung der
Rückstellung zur Prämienermäßigung im Alter des Versicherten zu-
zuführen. Das ursprüngliche Eintrittsalter ist das Alter des Versicher-
ten, zu dem für ihn erstmals nach Vollendung des 21. Lebensjahres
eine auf die gesamte Vertragslaufzeit bezogene Alterungsrückstellung
bei dem Krankenversicherungsunternehmen gebildet worden ist.
(1a) Bei Versicherten, die nach einem Wechsel gemäß § 204 Ab-
satz  1 Nummer  2b des Gesetzes über den Versicherungsvertrag im
Basistarif versichert sind, wird bei einem Wechsel in Tarife mit gleich-
artigem Versicherungsschutz während der ersten 18 Monate seit Be-
ginn der Versicherung im Basistarif abweichend von Absatz 1 Satz 1
nur die seit Beginn der Versicherung im Basistarif gebildete Alte-
rungsrückstellung prämienmindernd angerechnet. Bei Versicherten,
die nach einem Wechsel gemäß § 13a Absatz 5 Satz 2 im Basistarif
eines dritten Krankenversicherers versichert sind, wird bei einem
Wechsel in Tarife mit gleichartigem Versicherungsschutz nur der Be-

140
Rette sich wer kann!

trag angerechnet, der seit dem erstmaligen Wechsel in den Basistarif


entstanden ist. Der nicht gutgebrachte Teil der Alterungsrückstellung
ist in diesen Fällen zugunsten der Senkung des Zuschlags gemäß § 8
Absatz 1 Nummer 7 zu verwenden.
(2) Der Wegfall eines Leistungsbereiches kann als Teilstorno an-
gesehen werden. Dies gilt auch, wenn der Versicherte lediglich einen
Teil des Tagegeldes innerhalb der Leistungsbereiche nach § 12 Abs. 1
Satz 2 Nr. 2 und 4 bis 7 kündigt. Ist der Versicherte bedingungsgemäß
verpflichtet, seinen Versicherungsschutz herabzusetzen, ist ihm die
vorhandene Alterungsrückstellung entsprechend Absatz 1 anzurech-
nen. Wenn eine Rückstellung für Beitragsermäßigung im Alter nicht
zu bilden ist, ist die Alterungsrückstellung über die Begrenzung nach
Absatz 1 Satz 2 hinaus prämienmindernd anzurechnen.
(3) Stellt der Versicherte nach einer Herabsetzung nach Absatz 2
Satz 3 seinen ursprünglichen Versicherungsschutz innerhalb von fünf
Jahren ganz oder teilweise wieder her, ist der nach Absatz 1 Satz 3 zum
Zeitpunkt der Herabsetzung gutgeschriebene Teil der Alterungsrück-
stellung sofort prämienmindernd anzurechnen.
(4) Für die Prämienberechnung bei Umstufungen sind die For-
meln des Abschnitts B des Anhangs I oder andere geeignete Formeln,
die den anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik entspre-
chen, zu verwenden. Bei einer Umstufung, die zu einer niedrigeren
Prämie führt, sowie bei Wiederherstellung des ursprünglichen Ver-
sicherungsschutzes nach Absatz 3 dürfen nicht erneut einmalige Ab-
schlusskosten eingerechnet werden.
(5) (aufgehoben)

141
Rette sich wer kann!

5.4
Sozialgesetzbuch V [Auszug]

§ 10 Familienversicherung
(1) Versichert sind der Ehegatte, der Lebenspartner und die Kinder
von Mitgliedern sowie die Kinder von familienversicherten Kindern,
wenn diese Familienangehörigen:

1. ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben,


2. nicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 1, 2, 2a, 3 bis 8, 11 bis 12 oder nicht
freiwillig versichert sind,
3. nicht versicherungsfrei oder nicht von der Versicherungspflicht
befreit sind; dabei bleibt die Versicherungsfreiheit nach § 7 außer
Betracht,
4. nicht hauptberuflich selbstständig erwerbstätig sind und
5. kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein
Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 des Vierten Bu-
ches überschreitet [Stand 2019: 445 Euro, der Autor]; bei Renten
wird der Zahlbetrag ohne den auf Entgeltpunkte für Kindererzie-
hungszeiten entfallenden Teil berücksichtigt; für geringfügig Be-
schäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1, § 8a des Vierten Buches beträgt
das zulässige Gesamteinkommen 450 Euro.

Eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit im Sinne des Satzes 1


Nr. 4 ist nicht deshalb anzunehmen, weil eine Versicherung nach § 1
Abs. 3 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte vom 29.
Juli 1994 (BGBl. I S. 1890, 1891) besteht. Ehegatten und Lebenspart-
ner sind für die Dauer der Schutzfristen nach § 3 des Mutterschutz-
gesetzes sowie der Elternzeit nicht versichert, wenn sie zuletzt vor
diesen Zeiträumen nicht gesetzlich krankenversichert waren.

142
Rette sich wer kann!

5.5
Beschwerdestatistik des Bundesaufsichtsamtes
für Finanzen 2017 (Sparte: Krankenversicherung)41
Reg.-Nr. Name Bestand Beschwerden Beschwerden/
relativ je 10.000
4095 AXA KRANKEN 1.733.457 210 12,11
4011 LANDESKRANKENHILFE (LKH) 366.091 35 9,56
4043 HALLESCHE KRANKEN 641.604 45 7,01
4037 MÜNCHEN.VEREIN KV 314.585 17 5,40
4001 CONTINENTALE KRANKEN 1.358.302 50 3,68
4004 CENTRAL KRANKEN 1.721.082 62 3,60
4117 HUK-COBURG KRANKEN 1.028.380 36 3,50
4112 ARAG KRANKEN 595.223 20 3,36
4145 INTER KV AG 376.713 12 3,19
4042 BARMENIA KRANKEN 1.230.199 36 2,93
4119 GOTHAER KV AG 591.553 17 2,87
4044 DKV AG 4.400.233 113 2,57
4142 ALTE OLDENBURGER AG 161.679 4 2,47
4134 BAYERISCHE BEAMTEN K 1.132.075 28 2,47
4034 ALLIANZ PRIV.KV AG 2.617.887 60 2,29
4045 UNIVERSA KRANKEN 358.170 8 2,23
4002 SIGNAL IDUNA KRANKEN 1.977.989 42 2,12
4039 SÜDDEUTSCHE KRANKEN 666.892 14 2,10
4013 DT. RING KRANKEN 593.748 12 2,02
4118 CONCORDIA KRANKEN 99.270 2 2,01
4144 HANSEMERKUR KRANKEN_V 1.473.189 24 1,63
4131 DEVK KRANKENVERS.-AG 391.403 6 1,53
4109 LVM KRANKEN 351.864 5 1,42
4028 DEBEKA KRANKEN 4.002.120 52 1,30
4121 ENVIVAS KRANKEN 406.356 5 1,23
4126 ERGO DIREKT KRANKEN 1.510.964 12 0,79
4108 UNION KRANKENVERS. 1.206.407 9 0,75
4116 R+V KRANKEN 884.433 5 0,57
4125 NÜRNBG. KRANKEN 280.917 1 0,36
4122 HANSEMERKUR S.KRANKEN 6.710.973 2 0,03

41 Quelle am 13.02.2019: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistik/


Beschwerde/dl_st_2017_beschwerde.html

143
Danksagung

Danksagung

Bei einem Buch steht naturgemäß nur der Autor auf dem Titel. Der
Autor ist jedoch nur eines der vielen Zahnräder, die bei der Erstel-
lung eines Buches ineinander laufen müssen. Es sind viele helfende
Hände erforderlich, bis das gedruckte Werk greifbar geworden ist.
Daher danke ich allen, die mich beim Sammeln der vielen Erkennt-
nisse in den letzten Jahren begleitet haben, die nunmehr in der Er-
stellung dieses Buches zusammenfließen.

Zunächst richtet sich mein Dank an meine Vertriebspartner, die


mich in den letzten Jahren und hoffentlich auch noch viele weitere
Jahre bei meiner Mission begleitet haben und noch weiter begleiten
werden. Ganz besonders richtet sich mein Dank an Stefan König, der
den Vertriebsausbau und damit das Erreichen von heute mehr als
25.000 beratenen Menschen mit ermöglichte. Ein weiterer besonde-
rer Dank richtet sich an Oliver Andert, der ebenfalls einen maßgebli-
chen Beitrag am Erfolg des Unternehmens hatte und auch in Zukunft
haben wird.

Ein besonderer Dank gebührt auch allen Mitarbeiterinnen und


Mitarbeitern der CORRIGO AG, die in den vergangenen acht Jah-
ren hervorragende Arbeit geleistet haben und mir auch bei der Er-
stellung dieses Buches eine große Hilfe waren. Im Zusammenhang
mit diesem Buch richtet sich ein besonderer Dank auch an Tatjana
Schlimpen für die Transkription des eingesprochenen Textes und an
Burkhard Faust für den fachlichen Austausch der letzten Jahre.

Weiterhin danke ich Dr. Ruven Karr und Dr. Birgit Siekmann
(www.karrektur.de) für das Lektorat, Stephan Halverkamps

144
Danksagung

(www.halverkamps.de) für den Satz und die Deckblattgestaltung und


Jürgen Höller für die Inspirationen zahlreicher Seminare und für die
Erstellung des Vorwortes.

Und selbstverständlich geht der Dank auch an meine Liebsten zu


Hause – an meine wunderbare Frau und meine wunderbaren Kinder,
die mir immer die Kraft und die Zeit gegeben haben, mich meinem
Buchprojekt zu widmen und mir stets den Rücken stärken.

Auch meinen Eltern und meinen Schwiegereltern (ja, auch meiner


Schwiegermutter :-) und meinen Geschwistern möchte ich ein herz-
liches Danke sagen.

Allen, die nicht namentlich erwähnt werden, aber dennoch wissen,


dass auch sie gemeint sind, ebenfalls ein besonderer Dank, der von
Herzen kommt!

145
Kostenexplosion in der privaten
Krankenversicherung! Rette sich, wer kann!
Viele privat Versicherte wünschen sich, sie wären nicht im System der stän-
dig steigenden Kosten gefangen. Der scheinbare Mangel an Handlungsop-
tionen schnürt vielen Privatversicherten den Hals zu, so dass der Ruf der
privaten Krankenversicherungen in Deutschland darunter leidet und sich
eine Vielzahl der Betroffenen wünscht, sich noch einmal für die gesetzliche
Krankenversicherung entscheiden zu können.

Doch das muss nicht sein!

In diesem Buch zeigt der Autor verständlich und nachvollziehbar den Inter-
essenkonflikt in der deutschen Versicherungswirtschaft auf. Denn in Wahr-
heit sind es nicht die fehlenden Möglichkeiten, die das Gefühl der Ohnmacht
vermitteln, sondern die Interessenlagen der einzelnen Teilnehmer, welche
die konstruktive und ergebnisorientierte Information der betroffenen Men-
schen verhindern.

Nach mehr als 26.000 Beratungen von privat versicherten Menschen und er-
zielten Jahreseinsparungen von deutlich mehr als 15.000.000 Euro zeigt der
Autor die bestehenden Möglichkeiten zur Kostenreduzierung bei Leistungs-
und Alterungsrückstellungserhalt aus der Interessenlage der Kunden auf.

Eine Pflichtlektüre für jedes Mitglied einer privaten Krankenversicherung.

ISBN 978-3-00-062175-8

www.corrigo.ag