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03.6.

Hülle: Dächer - Schrägdach EBB 05


06


TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach

Abb. 6.9.1 Ziegeldach im Bergdorf San Stefano, Abruzzen


 05
06 EBB
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Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach


03 Hülle
EBB 05
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Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach


6 Dächer

6.9 Schrägdach
6.9.1 Definition
- Neigung
- Dachformen
- Begriffe
- Dachüberstände
Kaltdach, Warmdach

6.10 Schrägdachbestandteile
6.10.1 Tragstruktur
6.10.2 Dampfsperre
6.10.3 Wärmedämmung
- Untersparrendämmung
- Aufsparrendämmung
- Zwischensparrendämmung
- Lieferformen, Formate
6.10.4 Luftschichten
- Hinterlüftung der Deckung
- Überlüftung der Dämmung
6.10.5 Lattungen
6.10.6 Unterdach
- Unterdichtung
- Unterdeckung
6.10.7 Deckung
- Stroh - Reet
- Ebene Schuppen
- Verformte Schuppen
- Metallbahnen
- Profilplatten
- Glas
- Flachdach als Schrägdach

6.11 Rinnen und Bleche

6.12 Blitzschutz

6.13 Anschlüsse
- Traufe
- Ortgang
- First
- Grat
- Graben
- Kehle
- Vertikale Bauteile
- Dachflächenfenster

6.14 Lösungsprinzipien Schrägdach

6.15 Testfragen

6.16 Literaturhiweise

6.17 Bildnachweise
 05
06 EBB 6.9 Schrägdach

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso 6.9.1 Definition


Baukonstruktion und Baustoffkunde Im Vergleich zu Flachdächern, deren Funk-
tionsweise im wesentlichen mit Sperren
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
und Dichten definiert werden kann, nutzen
[8] DIN 18531 und die Flach-
geneigte Dächer in idealerweise die Schwer-
dachrichtlinien kraft und das Prinzip der Überlappung zum
unterscheiden Dächer nach unter-
schiedlichen Dachneigungs­gruppen.
Ableiten des Regenwassers. Ab einer Dach-
Die Dachneigungsgruppe beeinflusst neigung von 5 ° bis 40 ° werden Dächer als
Art und Ausführung der Dachabdich-
tung.
(flach-) geneigte Dächer bei Dachneigungen
Dächer der über 40 ° als Steildächer bezeichnet [8].
Dachneigungsgruppe I:
0 bis 3° (5 %);
Schrägdächer bestehen in der Regel aus
Dachneigungsgruppe II: 3 Komponenten:
über 3° bis 5° (5% - 9 %)
werden als Flachdächer bezeichnet.
1. Tragstruktur
Dächer der
Dachneigungsgruppe III
(s.02/05 Decken, Dachtragwerke)
über 5° bis 20° (9%-36) 2. Dachaufbau Abb. 6.9.4 Dachüberstand als Witterungsschutz
Dachneigungsgruppe IV
über 20° (> 36%)
(Dampfsperre, Dämmung, Luftschichten,
werden als flachgeneigte Dächer oder Unterdach, - spannbahn)
Steildächer bezeichnet.
3. Lattung und Dachdeckung
[9] Fachregeln für Dachdeckun-
gen
Neigung
– herausgegeben vom Zentralverband
des Deutschen Dachdecker-hand- Die Neigung des Schrägdaches beeinflusst die
werkes legen hinsichtlich des
Deckungsmaterials und dessen Verle-
Materialwahl der Deckung. Die Regeldachnei-
gearten Regeldachneigungen fest. gung ist die kleinste Dachneigungen, bei der
Glatte, profillose Biberschwanzzie-
gel z.B. können als Spließdeckung
ein Deckungsmaterial mit einer spezifischen
(einfache Überdeckung) nur ab einer Verlegeart eingesetzt werden kann [9].
Dachneigung von 40 ° ausgeführt
werden, während die Fälzung der
Ränder bei Betondachsteinen mit Dachformen und Begriffe
tiefliegendem Längsfalz und Fußver-
rippung das Eindringen von Nieder-
Bei Schrägdächern lassen sich verschiedene
schlägen verhindert. Dadurch werden Dachformen und Teilbereiche unterscheiden
flachere Dachneigungen ab 25 ° mög-
lich.
unterscheiden (Abb. 6.9.2 und Abb. 6.9.3):

Mansarde Abb. 6.9.5 Einheit von Fassade und Dach - Seekirchen 2004;


Walm ebner grömer architekten
Grat
First
Traufe Die Größe des Dachüberstandes richtet sich,
Kehle abgesehen von gestalterischen Vorgaben,
Gaupe
Ortgang (Abb. 6.9.5) nach dem statischen System.
Graben Bei konventionellen Sparrendächern sind
Pult
aufgrund der Lastabtragung am Sparren-
fusspunkt traufseitig nur kleine Überstände
möglich. Giebelseitig kann durch Überstand
Satteldach Grabendach der Lattung bzw. Schalung eine geringe Aus-
kragung erzielt werden.
Bei Pfettendächern sind Dachüberstände
durch Auskragungen der Tragkonstruktion
sowohl trauf- (Sparren), als auch und gie-
belseitig (Pfetten) leicht möglich. Da wo sie
Pultdach Sheddach zusammen sichtbar sind muß der Zusammen-
schluss von Ortgang und Traufe sorgfältig
aufeinander abgestimmt werden.

Kaltdach und Warmdach


Abb. 6.9.3 Teilbereiche und Begriffe Bei (Schräg-) Dächern werden ungedämmte
Dachkonstruktionen oder Dachquerschnitte,
Zeltdach Walmdach Dachüberstände bei denen die Wärmedämmung überlüftet
Dachüberstände schützen darunterliegende wird als Kaltdach bezeichnet (Abb. 6.9.6).
Bauteile vor Witterungseinflüssen (Abb.6.9.4). Warmdächer sind Dachkonstruktionen, bei
Durch die Verlagerung des Dachrandes aus der denen die Wärmedämmung nicht zusätzlich
Wandebene wird die Fügesituation zwischen überlüftet wird. Sie erfordern eine besonders
Dach und Wand vereinfacht. Die Belüftung dichte Dampfsperre und eine diffusionsoffene
Tonnendach Mansarddach und die Entwässerung des Dachquerschnittes Unterspannbahn, so daß Restfeuchtigkeit
kann sicher über den vorgelagerten Dachrand aus der Dämmung abgeführt werden kann
Abb. 6.9.2 Dachformen ausgeführt werden. (Abb. 6.9.7).
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03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach

Luftschicht

[10] DIN 4108


definiert die Dichtigkeit von dampf-
sperrenden Materialien mit Hilfe des
Kaltdach: Sd-Wertes. Der Sd- Wert steht für eine
die Dämmebene wird überlüftet; „diffusionsäquivalente Luftschichtdi-
die innenliegende Dampfbremse kann cke“ der inneren dampfsperrenden
geringere Dichtigkeit aufweisen als bei Schicht(en). Er wird folgendermaßen
Warmdachkonstruktionen, da eindrin- berechnet:
gende Feuchtigkeit durch die Überlüf-
tung der Dämmung abgeführt wird.  asserdampfdiffusionswiderstand des
W
Baustoffs x Baustoffdicke in m

Abb. 6.9.6 Kaltdach: Dämmung überlüftet Querschnitt  er


D Wasserdampfdiffusionswider-
stand (µ) der Baustoffe wird unter
definierten Bedingungen ermittelt und
kann aus der DIN 4108, Teil 4 entnom-
men werden.
Je größer der Zahlenwert, desto
größer ist der Widerstand, den der
Baustoff der Wasserdampfdiffusion
entgegensetzt.
Als dampfsperrende Bauteile sind
großflächige Folien mit ausreichendem
sd-Wert geeignet. Als „Dampfsperre“
bezeichnet man Sperrschichten mit
einem sd-Wert von >100 m, als
Dampfbremse Sperrschichten mit
einem sd-Wert < 100 m.

 eispiele: (µ x Dicke in m = Sd-Wert)


B

Holzschalung:
µ = 40 x 0,024 m = 0,960 m
Polystyrolplatte:
µ = 30 x 0,15 m = 4,500m
Mineralfaser:
µ = 1 x 0,20 m = 0,200 m
Gipskartonplatte:
µ = 8 x 0,0125 m = 0,100 m
Innenputz:
µ = 5 x 0,015 m = 0,075 m
Unterspannbahn, diffusionsoffen:
Warmdach:
µ = 250.000 x 0,0002 m = 50,00 m
die Dämmebene wird nicht überlüftet;
Unterspannbahn, dicht:
die innenliegende Dampfsperre muss
µ = 700.000 x 0,0002 m = 140,0 m
besonders dicht sein, da in den Dämm-
querschnitt eindringende Feuchtigkeit
nicht abgeführt werden kann.

Abb. 6.9.7 Warmdach: Dämmung nicht überlüftet Querschnitt

6.10 Schrägdachbestandteile 1 2

6.10.1 Tragstruktur
Sparrendach, Pfettendach, Massivdach, Fuss-
pfette, Mittel- und Firstpfette, Streichsparren,
Wechsel (s. 02.5. Decken, Dachtragwerke).

6.10.2 Dampfsperre
Bei grossen Temperaturdifferenzen und einem 3 4
1 Dampfsperre
erhöhten Wasserdampfdruckgefälle von Innen PE Film, Sd > 100 m
nach Aussen kann im Querschnitt Tauwas- 2 Dampfbremse
Polypropylen + Mikrofaservlies,
ser anfallen. Die Anordnung einer dichten, Sd > 2 m
innenseitigen Dampfsperre (Warmdach) oder
3 luftdichtes Klebeband,
einer diffusionshemmenden Dampfbremse alterungsbeständig
(Kaltdach), verhindert das Eindringen von 4 Dauerelastisches Dichtband,
Wasserdampf in den Bauteilquerschnitt [10], PUR Schaum
(Abb. 6.10.1). Abb. 6.10.1 Materialien zu Herstellung der Dampfdichtigkeit
 05
06 EBB Dies schützt vor Durchfeuchtung der Wärme-
dämmung und damit verbundenen Wärme-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso verlusten.Je dichter die Dampfsperre, desto
Baukonstruktion und Baustoffkunde sorgfältiger müssen Anschluss- und Stoss-
punkte ausgeführt werden. Überlappende
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
Folienstöße (5-10 cm Überlappungsbreite)
werden mit doppelseitigen Klebebändern
oder Gewebebändern gedichtet. Anschlüsse
an vertikale Bauteile (Aussenwände, Kamin)
werden mit vorkomprimierten Dichtungsbän-
dern, Dichtungsschnüren und verschraubten
Anpressleiten hergestellt (Abb. 6.10.2.1 u.
Abb. 6.10.2.2).
Folienstoss
Dampfsperren werden überlappend
- Dampfsperren im Dachbereich:
auf dem Sparren gestossen, die Dich-
tigkeit wird mittels Doppeklebeband - Polyäthylenfolien 0,2 - 0,3 mm
und Leistenpressung am Stosspunkt
hergestellt
- Aluminiumfolien 0,05 mm
 (z.B. auf Dämmung kaschiert )
Abb. 6.10.2.1 Warmdach: Dampfsperrenstoss Bahnenbreite 1 - 1500 mm
- Dampfbremsen:
- beschichtete Kraftpapiere 0,5 - 1 mm
- glasfaserverstärkte Pappen 0,5 - 2 mm
- Holzwerkstoffplatten 5 - 20  mm

6.10.3 Wärmedämmung
seitlicher Folienanschluss: Bezogen auf den Wärmeschutz wäre der Ide-
mittels Klemmleiste und Klebeband
wird die Dampfsperre an die aufge-
alfall eine homogene Wärmedämmschicht,
hende Wand dicht angeschlossen. Zur die sich über die gesamte Fläche der Aussen-
Aufnahme von Bauteilbewegungen
wird das Folienende schlaufenförmig
hülle erstreckt. Konstruktiv bedingte Durch-
ausgeführt. dringungen der Dämmschicht mit Materialien,
Der Innenputz sollte bis Unterkante
Sparren geführt werden, so daß eine
die schlechtere Wärmedämmeigenschaften
glatte Anschlussfläche vorliegt. aufweisen sind jedoch unvermeidbar. Diese
Punkte stellen „Wärmebrücken“ dar. Auf-
Zwischensparrendämmung/ grund des lokal auftretenden geringeren
Untersparrendämmung
Vermeidung von Kältebrücken/
U-Wertes und einer damit verbundenen nied-
Wärmeverlust über die Sparren rigeren Oberflächentemperatur kann es zu
Tauwasserbildung und ggf. Bauschäden durch
Feuchtigkeitseinwirkung im Bereich der Wär-
mebrücken kommen [11]. Im Dachquerschnitt
sind verschiedene Anordnungsmöglichkeiten
für die Wärmedämmung möglich (s. auch
[11] Der Wärmedurchgangskoef-
fizient von Baustoffen in [W/m²K]
03.1 Hüllsysteme, Bauphysik, Energie).
wird als U-Wert bezeichnet.

 er U- Wert bezeichnet den Wärme-


D
Untersparrendämmung
strom, der durch ein Material (z.B. Die Dämmung wird unter den Sparren
Hauswand, Dämmstoff) von 1m² hin-
durchgeht, wenn der Temperaturun-
angeordnet (z.B. Sanierung von alten Fach-
terschied der das Material auf beiden werkhäusern mit sehr unterschiedlichen Spar-
Seiten umgebenden Luft 1K (Grad
Kelvin; gibt die absolute Temperatur-
renprofilen und Abständen). Wärmeverluste
differenz an) beträgt. Abb. 6.10.2.2 Warmdach: Dampfsanschluss seitlich über die Sparrenquerschnitt werden dadurch
J e kleiner dieser Wert, desto geringer
reduziert. Zur Optimierung der Dämmwirkung
der Wärmeverlust, d.h. desto höher ist 1 2 werden üblicherweise Unter- und Zwischen-
der Dämmwert des Materials.
sparrendämmung kombiniert (Abb. 6.10.2 u.
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) Abb. 6.10.3; 1).
schreibt bei einer Erneuerung einer
Dachfläche (z.B.: neue Ziegel, Erneu-
erung der raumseitigen Bekleidung), Aufsparrendämmung
einem nachträglichen Einbau von
Dämmschichten, oder einem Dachge-
Die Dämmung liegt über den Sparren
schossausbau einen Mindest-U-Wert (Abb. 6.10.3; 2). Aufsparrendämmungen sind
der Dachfläche von 0,3 W/(m2K) vor.
Das entspricht in der Regel 14-18 cm
besonders geeignet für große zusammenhän-
Dämmstoff. 3 4 gende Dachflächen mit einfachen Dachgeo-
metrien. Wärmeverluste über die Konstruktion
1 Untersparrendämmung als Rolle
werden reduziert, da diese im warmen Innen-
2 druckfeste Aufsparrendämmung; raum liegt. Aufsparrendämmungen müssen
Verlegung auf Unterdach
druckfest sein. Großformatige Polystyrol-
3 Zwischensparrendämmung als-
Dämmplatten oder PU-Schaumplatten können statisch auch
4 Zwischensparrendämmung als
die Last der Ziegel abtragen. Kleinformatige
Rolle mit Schnittmarkierungen Dämmplatten/-matten erfordern dagegen ein
Abb. 6.10.3 Wärmedämmstoffe für Schrägdächer zusätzliches Unterdach über der Dämmung.
Zwischensparrendämmung
Die Zwischensparrendämmung ist ein beson- EBB 05
06


ders häufig ausgeführtes Dachdämm­ver­ TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
fahren. Die Dämmstärke wird durch die Baukonstruktion und Baustoffkunde

Sparrenhöhe begrenzt. Die Sparren bilden


03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
daher Wärmebrücken (15-20 % der Dach-
fläche), die die Dämmeigenschaften bis zu
30 % verschlechtern. Um Wärmeverluste
zu minimieren werden die verschiedenen Traglattung
Konterlattung
Dämmprinzipien (Auf-, Unter,- und Zwischen-
sparrendämmung) miteinander kombiniert Wasser Luft
(Abb. 6.10.2).

Lieferformen - Formate
Wärmedämmungen für schräge Dächer
werden in der Regel als Rollen, Plattenstapel, [12] Dämmstoffstärken
Matten oder als Schütt- und Einblasdämm- werden bei Neubauten zwischen 25 cm
und 30 cm ausgeführt. Für eine ener-
stoffe eingesetzt [12]. Bei Platten und Rollen giesparende Bauweise sind U-Werte
sind unterschiedliche Dämmstoffdicken in Abb. 6.10.4 Lüftungsquerschnitt unter 0,15W/(m2*K) anzustreben. Bei
Altbauten sollten Dämmstoffstärken
2 cm Schritten erhältlich. Dämmstoffdicken >14 cm vorgesehen werden:
liegen in der Regel zwischen 12 - 24 cm.
- Mineralwolle-Randleistenmatten
Rollenbreiten werden in 10 cm Schritten aluminiumkaschiert, für die Däm-
zwischen 50 cm und 120 cm Gesamtbreite mung zwischen den Sparren
- Glaswolle-Klemmfilz, unkaschiert,
hergestellt. Dies sollte bereits bei der Planung für die Dämmung zwischen den
der Sparrenabstände berücksichtigt werden, Sparren
- Steinwolle-Dämmkeile, Dämmung
um unnötigen Verschnitt zu vermeiden. Die zwischen Sparren
Rollenlängen liegen zwischen 280 - 650 cm. - Glas-/Steinwolle Dämmplatten,
Dämmung auf Sparren mit aufka-
Dämmplatten sind in Breiten zwischen 50 cm schierter Unterspannbahn
und 61,5 cm marktüblich und werden in - Schütt- und Einblasdämmstoff,
Dämmung zwischen Sparren
Längen zwischen 110 cm und 126,5 cm gelie- - Steinwolleflocken, Zellulosefasern
fert. Produktbezogen sind Sonderformate und aus Altpapier, Perlite - Dämmstoff-
schüttung, Korkschrot 3-5mm
Übergrößen möglich (Abb. 6.10.01; 3-4). - Polystyrolplatten, Dämmung unter
Abb. 6.10.5 Dachlattenbündel und auf Sparren
- Polyurethanplatten und -keile, beid-
6.10.4 Luftschichten seitig Alu-beschichtet, Dämmung
Durch die Anordnung von durchlüfteten Traufe und First und an Dachdurchdringungen unter und auf Sparren
- Korkplatten, Dämmung zwischen,
Schichten wird sichergestellt, dass Feuchtig- (z.B. Dachflächenfenster) sichergestellt sein unter und auf Sparren
keit, die aufgrund von extremen Witterungs- (Abb.6.10.27), [13]. - Verbundplatten, Dämmstoff (Mine-
ralwolle, Hartschaum bis 8cm) und
verhältnissen (z.B. Schlagregen), Diffusions Gipskarton oder Holzwolleleicht-
oder Konvektionsvorgängen oder aufgrund 6.10.5 Lattungen bauplatte mit integrierter Dampf-
sperre, zusätzliche Dämmung unter
von Undichtigkeiten in den Dachquerschnitt Lattungen sind je nach Sparrenabstand und Sparren
gelangt, wieder aus der Konstruktion ent- Deckungsgewicht zu wählen (Abb.6.10.5), - Wolle/Baumwolle/Flachs/Kokos-
fasern, zwischen Sparren
weicht. [14]. - Schaumglasplatten, Dämmung auf
Nennquerschnitte - Auflagerabstände (Achse) Sparren
Hinterlüftung der Deckung 24 / 48 mm - bis 0,70 m, Sortierklasse S13
Feuchtigkeit die unter die Deckung gelangt, 24 / 60 mm - bis 0,80 m, Sortierklasse S13 [13] Lüftungsquerschnitt
(Schlagregen, Flugschnee, abtropfendes 30 / 50 mm - bis 0,80 m, Sortierklasse S10 Lattung und Konterlattung erzeugen
Tauwasser) kann in der Regel auf der Unter- 40 / 60 mm - bis 1,00 m, Sortierklasse S10 unter der Deckung den Lüftungsquer-
schnitt.
spannbahn, bzw. dem Unterdach ablaufen. Bei Kaltdächern mit einer Dachnei-
Der Lüftungsquerschnitt unter der Deckung 6.10.6 Unterdach gung < 10° muss über der Dämmung
> 5 cm, bei Dächern > 10 ° Dachnei-
sichert die Austrocknung von Restfeuchte Unterhalb der Deckung leitet das Unterdach gung > 2cm freier Lüftungsquer-
(Abb.6.10.4). als zusätzliche wasserführende Schicht ein- schnitt vorliegen (DIN 4108)
Feuchtigkeit läuft auf dem Unterdach
dringende Niederschläge ab. Unterschieden zur Traufe ab, die Luftströmung zwi-
Überlüftete Dämmung (Kaltdach) werden Unterdeckungen und Unterdich- schen Traufe und First sichert das Aus-
trocknen von Restfeuchte
Feuchtigkeit, die trotz der innenseitigen tungen.
Dampfsperre/Dampfbremse in die Dämmung
gelangen konnte (Tauwasser) oder sich wäh- Unterdeckungen
rend der Bauphase dort gesammelt hat, kann Unterdeckungen sind nicht dicht, sondern
[14] Sortierkriterien
mit einem Luftstrom oberhalb der Dämmung diffusionsoffen. Die Bahnen lagern entweder Bauholz wird nach genormten Krite-
abgeführt werden. Diese Luftschicht ist nach auf einer Schalung oder direkt auf bzw. über rien sortiert und in Sortierklassen kate-
gorisiert (S7, S10, S13 aufsteigende
DIN 4108 nicht zwingend erforderlich, wenn der Dämmung. Die einfachste Form der Un- Güteklasse).
Ausgleichsmassnahmen (dichte Dampf- terdeckung ist die Unterspannbahn, die mit Kriterien sind: Baumkante, Äste,
Jahrringbreite, Faserneigung, Risse,
sperre, diffusionsoffene Unterspannbahn) Abstand zur Dämmung frei von Sparren zu Verfärbungm Druckholz, Mistelbefall,
vorgesehen werden. Wird eine Luftschicht Sparren spannt. Die Regendichtigkeit wird Krümmung. Dachlatten sind es erst,
wenn die sortierten und versandbe-
vorgesehen, dann muss der erforderliche bei den verschiedenen Konstruktionsweisen reiten Bündel (bis max. 10 Latten) eine
Belüftungsquerschnitt über der Dämmung durch überlappende Stöße, bei Unterdichtun- Sortierungskennzeichnung und an der
Stirnseite die Farbkennung der Sortier-
(> 2 cm) und ein ungehinderter Luftstrom an gen durch Verschweissen oder Verkleben der klasse nach DIN 4074 (rot=S10 und
den Zu- und Abluftöffnungen im Bereich von Bahnen hergestellt. blau=S13) haben.
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06 EBB 6.10.7 Deckungen
Kriterien für die Wahl des geeigneten Dek­
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso kungs­materials sind:
Baukonstruktion und Baustoffkunde - Regeldachneigung [2]
- Materialeigenschaften
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
- Halbzeuge, Sonderformate und Profile
- Verarbeitungs- und Fügetechnik

Stroh - Reet
Reet und Stroh sind natürliche Baustoffe, die
landwirtschaftlich erzeugt werden.
Reet wächst an flachgeneigten Ufern, wo es
in der kalten Jahreszeit geerntet, gereinigt und
getrocknet und zu Bündeln weiterverarbeitet
wird. Zum Decken von Dächen können Rohr-
kolbenschilf, Roggenstroh und Weizenstroh
verarbeitet werden. Stroh und Reetdächer
Abb. 6.10.6 verstärkte Unterspannbahn, diffusionsoffen werden ab einer Regeldachneigung von 45 °,
besser 50 ° ausgeführt. Reet- und Strohdächer
sind atmungsaktiv und luftfilternd, diffusions-
fähig und feuchtigkeitsspeichernd, aber auch
[15] Baustoffklassen Stroh, Reet
brennbar [15].
Beide Baustoffe gehören zu den Der Baustoff ist sehr anfällig gegenüber
leicht entflammbaren Baustoffen (B3)
und müssen von Gebäuden mit nicht
Schädlingen wie z.B. Wanzen, Ameisen, Scha-
brennbrennbaren Deckungen 15 m; zweilagige Unterdichtung ben und Vögeln, auch Moose zerstören die
von anderen Gebäuden mit leicht ent-
flammbarer Bedachung 25 m Abstand
Dachhaut. Eine ständige Wartung des Daches
einhalten. ist deshalb unumgänglich. Bei regelmäßiger
Wartung ist eine Lebensdauer von 30 bis 50
Jahren möglich. Obwohl Strohdeckungen
wärmedämmend sind, darf der Dämmwert
der Deckung nicht angerechnet werden.
Eine zusätzliche Dämmung unterhalb der
Unterdachschalung Deckung wird erforderlich. Bei Reet sind die
Deckungen 30 - 35 cm, bei Stroh 25 - 30 cm
[16] Schuppenformate: dick. Die Bündel werden mit der darunterlie-
Holz:  genden Lattung entweder mit Draht vernäht
Scharschindeln (keil, parallel): oder Mithilfe von Stöcken gehalten, welche
Länge: 120 - 800 mm
Breite: 60 - 350 mm Abb. 6.10.7 Unterdach mit Unterdichtung an die Dachlatten mit Draht oder Teerstricken
Dicke: 5 - 20 mm gebunden werden.

Legschindeln (gleiche Dicke) Bei Warmdächern ist diese zweite Ebene Die Dichtigkeit wir durch mehrfache Überlap-
Länge: 60 - 1200 mm notwendigerweise diffusionsoffen, so dass pende Anordnung der Bündel gewährleistet
Breite: 100 - 350 mm
Dicke: 15 - 20 mm eindringende Feuchtigkeit und Restfeuchte (Abb. 6.10.8).
aus dem Dämmquerschnitt diffundieren und
Schiefer:
Sortierung: 1/1, 1/2, 1/4...1/64 die Wärmedämmung austrocknen kann. Vor
Länge: 110 - 500 mm Fertigstellung der abschliessenden Deckung
Breite: 110 - 420 mm
Dicke: 5 - 6 mm dient das Unterdach bei Schlechtwetterperi-
oden während der Bauphase als Notdach.
Faserzement:
Europa-, Eifel-,...Vogtlandplatte Materialien für Unterdeckungen/Unterspann­
Länge: 150 - 600 mm bahnen:
Breite: 200 - 600 mm
Dicke: 4 - 6 mm - gitterverstärkte PE-Folien, mikroperforiert
- Polypropylen-Spinnvlies, verbunden mit
Bitumen:
Poylmerbitumen, einer PP-Membrane, diffusionsoffen, was-
Oxidationsbitumen serdicht (Abb .6.10.6)
Länge: 333 - 360 mm
Breite: 500, 1000 mm
Dicke: 3 - 6 mm Unterdichtungen
Ton/ (Beton): Unterdichtungen sind Konstruktionen, bei
Biberschwanz denen eine zweilagige Abdichtung flächig auf
Länge: 380 (420) mm
Breite: 180 (168) mm einer Schalung aufliegt. Sehr flache Dachnei-
Dicke: 15 (14) mm gungen können diese Dichtungsschicht als
Strangfalz-, Pressfalzziegel Zusatzmassnahme unter der Deckung erfor-
Länge: 400 (420) mm derlich machen (Abb. 6.10.7).
Breite: 205 (333) mm
Dicke: - (-) mm
Materialien für Unterdichtungen:
Metall:
Kupfer : Parallelogramm, Quadrat,
- Kunststoff-Dichtungsbahnen
Rechteck - Bitumen-/Polymerbitumendichtungsbahnen
Länge: 430 - 600 mm
Breite: 430 - 600 mm
- Bitumen-/Polymerbitumen-Schweißbahnen
Dicke: 0,7 mm - Bitumen-Dachbahnen Abb. 6.10.8 Reetdachdeckung
Ebene Schuppen
Ebene Schuppen werden aus Ton, Beton, 1 2 3
EBB 05
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Holz (Schindeln), Faserzement, Bitumen oder TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Stein hergestellt (Abb. 6.10.9). In Abhängig- Baukonstruktion und Baustoffkunde

keit von der jeweiligen Verlegeart sind mate-


03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
rialbezogene Regeldachneigungen festgelegt
(Abb. 6.10.10).

Funktionsweise
An den Schuppenstössen der oberen Deck- 4 5
1 Faserzementschindel
schicht kann Niederschlagswasser auf die
2 Biberschwanzziegel
versetzt angeordneten Schuppen der zwei-
ten Schicht fliessen. Diese leitet das Wasser 3 Strangfalzziegel

wieder zurück auf die Dachoberfläche. Je 4 Holzschindeln


nach Deckungsart (z.B. Biberschwanz - Dop- 5 Schiefer
peldeckung) leitet eine versetzt zur zweiten Abb. 6.10.9 ebene Schuppen
Schicht angeordnete dritte Schuppenlage
durchsickerndes Restwasser zurück auf die
Dachoberfläche. Dieses Anordnungsprin- 100%

90°
zip ist traditionell bewährt und erreicht eine

85°
80°
90

7 5°
70°
gute Dichtigkeit der Deckungsebene, da an

65°
80

60
jeder Stelle mindestens drei wasserableitende 1 Biber Spließdeckung

°
55
Schichten übereinanderliegen (Abb. 6.10.11). 70

°
2 Strangfalzziegel

50
°
Ebene Schuppen sind in Abhängigkeit vom 60 40 45 3 Biber, Doppel/ Kronendeckung
Material in verschiedenen Dimensionen und 35
° °
4 Betonstein mit tiefliegendem
50 °
Ausführungen erhältlich [16]. 30 Längsfalz
°
Sie werden in der Regel bis auf Schuppen 40 25°
aus Beton oder Ton mit Nägeln oder Klam- 20°
30
mern auf der Unterkonstruktion befestigt. 1 5°
Die Befestigungspunkte liegen innerhalb der 20
10°
Höhen- bzw. Seitenüberdeckung. Diese Über-
10
deckung richtet sich nach der Schuppenlänge 5°
und der Dachneigung. Je flacher die Dach- 0 0°
neigung, desto größer ist das Überlappungs- Abb. 6.10.10 Regeldachneigungen für ebene Schuppen
maß.

Biberschwanz: Doppel-, Kronendeckung [17]


[17] Doppeldeckung:
Neigung: Bei der Doppeldeckung liegt auf jeder
< 35° 90 mm Überlappung Latte eine Biberreihe. Sie bildet mit
der darunter und darüberliegenden
> 35°- 40° 80 mm Überlappung Reihe einen Verband. Die Biberreihen
> 40°- 45° 70 mm Überlappung werden so angeordnet, das die erste
Reihe noch die dritte überdeckt. First-
> 45°- 60° 60 mm Überlappung und Traufgebonde werden als Kro-
> 60° 50 mm Überlappung nendeckung ausgebildet.

Kronendeckung:
Schuppen aus Ton oder Beton können in der Bei der Konendeckung liegen auf
jeder Latte zwei Reihen Biberschwänze
Fläche ohne eine Zusatzbefestigung aufge- (Lager- und Deckschicht), die unterein-
legt werden. Bei sehr steilen Dachneigungen ander einen Verband (versetzte Fuge)
bilden. Beide Schichten bilden ein
und an Sonderbereichen (Ortgang, First, Grat, Abb. 6.10.11 Funktionsweise der Überlappung Deckgebinde und überlagern das dar-
Kehle) ist zusätzliche eine Befestigung mit unterliegende Deckgebinde, so daß
der Fugenschnitt der Deckschichten
Schrauben, Haftklammern, Deck- und Ver- vom First zur Traufe in gerader Linie
strichmörtel oder Drahtstiften erforderlich verläuft.
(Sturmsicherung). 1 2 3

Verformte Schuppen
Die Problematik des durchsickernden Wassers
an den Stößen der ebenen Schuppen kann
durch die Ausbildung von Schikanen reduziert
werden (Abb.6.10.12 u. Abb.6.10.14).

Funktionsweise 4 5
Bei verformten Schuppen verhindern Fäl-
1 Tessiner Pfanne (Beton)
zungen das Eindringen des Niederschlages
2 Flachdachpfanne (Ziegel)
und leiten das Wasser gezielt ab. Zusätzlich
3 Falzziegel
erhöht die Profilierung der Schuppen deren
Stabilität und Tragfähigkeit. Einschichtige 4 Krempziegel

Deckungen und dadurch ein vergleichsweise 5 Mönch und Nonne (Ziegel)


ökonomischer Materialeinsatz sind möglich. Abb. 6.10.12 verformte Schuppen
10 05
06 EBB 100% Die Profilierung der Schuppen führt zu
flacheren Regeldachneigungen (Abb. 6.10.13

90°
85°
80°
90

7 5°
u. Abb. 6.10.14). Nach der Herstellungsart

70°
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso

65°
80 werden verformte Schuppen in stempelge-

°
Baukonstruktion und Baustoffkunde

60

°
presste und stranggepresste Formate unter-

55
70

45 °
03.6 Hülle Dächer Schrägdach

50
• •
teilt [18].

°
° 60
40 Die Abstände von Traglattungen errechnen
°
35 50 sich aus der jeweiligen Ziegellänge abzüglich
°
1 Mönch und Nonne 30 einer notwendigen Mindestüberdeckung. Die
40
Hohlpfanne
25° Überdeckungsweite variiert in Abhängigkeit
Krempziegel
20° 30 von der Dachneigung. (z.B. Krempziegel: Zie-
2 Verschiebeziegel 1 5° gellänge 340 mm; 8 cm Mindestüberdeckung
20
3 Falzziegel
10° = 26 cm Lattweite). Spezielle Anschlusspunkte
4 Betonstein mit hoch-/ 10
tiefliegenden Längsfalzen 5° und Funktionen erfordern Sonderformate. Je
5 Flachdachpfanne
0° 0 nach Deckungsart werden Formsteine und
Dachsystemteile für Anschlüsse an First und
Abb. 6.10.13 Regeldachneigungen verformte Schuppen Ortgang, für Durchdringungen, Kehlen und
Lüftungen angeboten.

Metallbahnen
Metallbedeckungen werden in Bahnen (Scha-
ren) oder großformatigen Tafeln verlegt, die
über Fälze handwerklich miteinander verbun-
den sind. Die im wesentlichen eingesetzten
Metalle (Aluminium, Blei, Kupfer, Titanzink,
Edelstahlblech) weisen unterschiedliche
Bahnbreiten, Bahnlängen und Materialstär-
22.5 ken in Abhängigkeit von der Gebäudehöhe
auf [19].
[18] DIN 456 Dachziegel - Güteei-
genschaften
Aluminium:
42

definiert Dachziegel als flächige


Bauelemente, die aus Lehm, Ton, max. Bandlänge: 10.000 mm
oder tonigen Massen geformt oder
gebrannt werden.
Bandbreite: 600, 670, 700, 800 mm
Die Maßhaltigkeit der Ziegel ist je Blechdicke: 0,7 - 0,8 mm
nach Herstellungsverfahren im Mittel
festgelegt: (l/b)
Kupfer:
Pressdachziegel: max. Bandlänge: 10.000 mm
- Falzziegel 333 mm /200 mm
- Reformpfanne
Bandbreite: 600, 670, 700, 800 mm
- Falzpfanne Blechdicke: 0,6 - 0,7 mm
- Flachdachpfanne
- Krempziegel
Blei:
max. Bandlänge: 1500 - 1800 mm
Strangdachziegel:
- Hohlpfanne 400 mm / 235 mm
Bandbreite: 600 mm
- Biberschwanz 1 155 mm / 375 mm Blechdicke: 2 mm
- Biberschwanz 2 180 mm / 380 mm
- Strangfalzziegel 1 400 mm / 205 mm
Titanzink:
- Strangfalzziegel 2 420 mm / 225 mm max. Bandlänge: 10.000 mm
Bandbreite: 600, 670, 700, 800 mm
Abb. 6.10.14 Reformpfanne: Doppelte Fälzung längs/quer Blechdicke: 0,7 - 0,8 mm
[19] Die Richtlinien für die Aus- Edelstahl:
führung von Metall-Dächern,
herausgegeben vom Zentralverband
max. Bandlänge: 14.000 mm
Sanitär, Heizung, Klima formulieren Bandbreite: 600, 670, 700, 800, 1000 mm
Aussenwandbekleidungen und Bau-
klempnerarbeiten:
Blechdicke: 0,4 - 0,7 mm

 ahnendeckungen können mit einer


B
Standartbahnbreite von 600 mm und
Deckungsarten werden benannt nach der Art
einer Metallstärke von 0,7 mm aus- der Längsverbindungen zwischen den Bahnen.
geführt werden. Diese Abmessungen
gelten für die gängigen Metalle
Je nach Längsfalzart sind verschiedene Regel-
(Aluminium, Blei, Kupfer, Titanzink, dachneigungen möglich (Abb. 6.10.21).
Edelstahlblech) und für Gebäude bis
über 20 m Höhe, wenn die Lastannah-
men nicht über die in der DIN 1055 Anschlüsse und Verbindungen
genannten hinausgehen. In Ausnah-
mefällen kann bei geringeren Gebäu-
Übliche Falzausführungen für Längsstöße mit
dehöhen eine größere Bandbreite den zugehörigen Ortgangabschlüssen sind
mit größerer Metalldicke gewählt
werden.
in Abbildung 6.10.22 dargestellt. Querver-
bindungen werden in Abhängigkeit von der
Die in der Tabelle genannten Werte
gelten sinngemäß auch für Tafel-
Dachneigung einfach überlappend (Neigung
deckungen. Hier muss die Dachnei- >30 °),einfach gefalzt (Neigung >10 °), dop-
gung jedoch größer als 13% (7°) sein.
pelt gefalzt oder mit Gefällestufe hergestellt.
Gebäudehöhe Bahnbreite Dicke (Abb. 6.10.16 u. Abb. 6.10.17). Metallbahnen
0-100 m 600 mm 0,70 mm
0-20 m 700 mm 0,70 mm
werden auf einem flächigen Untergrund ver-
0-8 m 800 mm 0,80 mm Abb. 6.10.15  Edelstahldächer; Reutlingen 2003; ASW legt (Holzschalung).
Zwischen Holzschalung und Metalldeckung
wird in der Regel eine Trennlage (Polymerbi-
100%
EBB 05
06
11

85°
90°

8 0°
90

75°
tumenbahn) angeordnet.

70°
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso

65°
80
Diese schützt vor schädigender Einwirkung

60
Baukonstruktion und Baustoffkunde

°
55
durch Holzschutzmitteln aus der Schalung, 70

°
50
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
dient als Gleitlage bei thermischen Längen-

°
45
60 40

°
änderungen, verbessert den Schallschutz und 35
°
leitet als Unterdach eindringendes Wasser 50 °
30
ab. Die Befestigung der Metallbahnen auf ° 1 Winkelstehfalz
40 25°
der Schalung bzw. den Leisten erfolgt hand- 2 Belgische Leiste
30 20°
werklich oder maschinell (Abb. 6.10.18, 3 Doppelstehfalz
15°
Abb. 6.10.19, Abb. 6.10.22 - 24). 20
Deutsche Leiste
1 0° Hohlwulst
Bei der Ausbildung der Fälze (Hafte und Holzwulst
10
Bleche werden zusammengefaltet) wird die 5°
thermische Längenausdehnung der Bahnen 0 0°
berücksichtigt (verschiebliche und feste
Hafte). Abb. 6.10.21 Bsp. Regeldachneigungen Metalldeckungen

Abb. 6.10.16 Querverbindung: einfach und doppelt gefalzt, 1

2
Abb. 6.10.17 einfach überlappend, Gefällestufe

Abb. 6.10.18 Hafte, Hosenhafte: fest


1 Belgische Leiste
4 Dachneigung: 7° - 80°
2 Deutsche Leiste
Dachneigung: > 3° (5%)
3 Deutsche Leiste ohne Kantholz

4 Doppelwinkelstehfalz mit Abdeck-


leiste und Ortgangausbildung
Dachneigung > 7°
5 5 Doppelstehfalz
Dachneigung: > 3° (5%)

Abb. 6.10.19 Hafte, Hosenhafte: verschieblich Abb. 6.10.22 Längsverbindungen bei Metallbahnend

Abb. 6.10.20 maschinelle Falzbearbeitung Abb. 6.10.23 handwerkliche Bearbeitung der Metallbahnen Abb. 6.10.24 Doppelfalzschliesser
12 05
06 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach

Abschlussfalz Bereich First:


An der Firstaufkantung wird der Falz Doppelstehfalz
umgelegt und in die vertikale Blech-
verwahrung eingebunden

Abschlussfalz Bereich der Traufe:


An der Traufe umschlägt der Falz ein
Schiebeblech (Vorstossblech), das Län-
genausdehnungen ermöglicht

Vorstossblech auf Traufbohle

ebene Holzschalung als Tragschicht für die


Trennlage: z. B. Bitumenbahn: Metallbahnen
- Abführen von Restfeuchte Mindestdicke 24 mm bei Vollholz;
- Gleitlage bei Längsausdehnung Mindestdicke 25 mm bei Holzwerkstoffen
- Materialtrennung Abb. 6.10.25  Schematische Darstellung der Falzführung an Traufe und First (Spanplatten sind nicht geeigtnet)

An den Rändern werden Falzverbindungen


umgelegt und in den Abschlussfalz (Trauf-,
First-, Grat- Kehl- Grabenfalz) eingebunden.
1
1. Kehlneigung > 25°: Die temperaturbedingte Ausdehnung der
Verbindung mit Kehlschar durch ein-
fachen Falz Scharen wird am First durch eine versetzte
Anordnung der Fälze, an der Traufe durch
Umschlagen der Fälze um ein Schiebeblech
2. Kehlneigung > 10° (Vorstoßblech) berücksichtigt (Abb.6.8.25).
Verbindung durch einfachen Falz mit 2
Zusatzfalz Wie bei den Querstößen ist die Art des
Anschlusses von Kehlblechen abhängig von
der Dachneigung und der Kehlenlänge.
3. Kehlneigung > 7° (Abb.6.8.26).
beidseitiger doppelter Kehlfalz
3 Die Luftzirkulation am First kann durch die
Anordnung von Einzellüftern oder die Ausbil-
4. Kehlneigung > 3° dung eines Lüfterfirstes sichergestellt werden.
vertiefte Kehle, verschieblicher Beim Lüfterfirst werden Trennlagen und
Anschluss an Kelhbleche
Blechscharen 15 cm aufgekantet und durch
4 Abdeckbleche überdeckt.
Mehrfaches Abkanten des Abdeckbleches
und der Scharenden bietet Schutz vor Flug-
Abb. 6.10.26 Kehlblechausbildung schnee und Schlagregen (Abb.6.8.27).

Lüfterfirst:
gekantetes Blech auf Trennlage (Bitu-
menbahn) und ebener Holzschalung/
Unterkonstruktion

Halteblech:
an vertikaler Holzschalung befestigt
dient der Befestigung des Insekten-
schutzes und der Verwahrung der
Scharenden

Insektenschutz:
gekantetes Lochblech

Blechdeckung:
auf ebener Holzschalung und Trenn-
lage (Bitumenbahn). Die Scharenden
werden aufgekantet und durch den
Lüfter überdeckt

Unterkonstruktion Lüfterfirst Abb. 6.10.27 Beispiel Lüfterfirst - Aufkantung des Firstfalzes


Profilplatten
Wellen- und trapezförmige Platten werden aus
1 2 EBB 05
06
13

Faserzement, Metallblechen (Abb. 6.10.28), TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Kunststoff oder Bitumen hergestellt. Baukonstruktion und Baustoffkunde

Faserzement ist als Wellplatte in zwei Form- 03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
profilen (Profil 5, Profil 8) erhältlich, während
Profilbleche als Trapez- Wellen- oder Stegpro-
filplatten angeboten werden (Abb. 6.10.29).
Bei Profilplatten wird die Regeldachnei-
3 4
gung unter Berücksichtigung der Parameter
Abstand, Plattenlänge, Profilhöhe und Mate-
rialstärke zwischen First und Traufe festgelegt.
Entscheidend ist der Horizontalstoß, der u. U. 1 Faserzementwelle
durch die Einlage von Butylstreifen verbessert
2 Aluminium-, Edelstahlwelle
werden kann [10].
3 Kunststoffprofilplatten
Wie bei den kleinformatigen Schuppende-
ckungen sichert die Überlappung der Pro- 4 Bitumenwellplatten

filplatten in Längs- und Querrichtung die Abb. 6.10.28 Profilplatten


notwendige Dichtigkeit des Daches.
Die Platten werden in Reihen verlegt, wobei
die breitere Rippe immer die Tiefrippe bildet.
(Wasserableitung, flächiges Auflager auf dem
Untergrund) Faserzementwellplatte: Profil 5, Profil 8

Befestigung
Befestigungen erfolgen über Haken- und
Flanschverbindungen oder mit Verschrau-
Trapezprofilblech, Stahl, Aluminium
bungen. Sie werden an den Hochpunkten Abb. 6.10.30 Befestigungs-
angeordnet (doppelte Sicherheit) und mit haken-, Verschlusskappe
Verschlusskappen oder Neoprendichtungen
ausgeführt um Eindringen von Feuchtigkeit Wellplatte, Stahl, Aluminium
zu verhindern.(Abb. 6.10.30).
Bei Profilplatten aus Metall sind aufgrund
der thermischen Längenänderung sowohl
Fest- (Fixierung, Schubübertragung), als auch Stegprofilplatte, Kupfer
Schiebebefestigungen (Langlöcher, Gleit-
[20] Regeldachneigungen
schuhe) vorzusehen (Abb. 6.10.31). Profilplatten
Faserzementwellplatten:
Formteile Materialstärken:
Kurzwelle  5,7 - 7,0 mm
Anschlussdetailpunkte (Ortgang, Traufe, First, Abb. 6.10.29 Stegprofilplatte, Stahl, Aluminium
Wellplatte 6,5 - 7,0 mm
Kehlen, Grate) werden in Ausnahmefällen
Plattenlängen:
handgefertigt ausgeführt. In der Regel sind Kurzwelle 625, 830 mm
für jede Profilplatte passgenaue Systemteile in verschiebliche Halterung
Wellplatte 1250, 1600 mm
2000, 2500 mm
der entsprechenden Profilierung erhältlich. zur Aufnahme von Plattenbreiten: 920, 1000 mm
Längsausdehnungen der
Stegprofilplatten Regeldachneigung:
Dachverglasungen Kurzwelle > 25°
Im Dachbereich dürfen zum Schutz vor her- Wellplatte:
bei Dachtiefe < 30 m > 10°
abfallenden Glasteilen nur Gläser verwendet bei Dachtiefe > 30 m > 12°
werden, die raumseitig splitterbindend sind. Metallprofilplatten:
Bei Einfachverglasungen kann hierzu Ver- Materialstärken:
Welle, Trapez 0,5 - 1,5 mm
bundsicherheitsglas (VSG) verwendet werden; Stegprofil (Alu) 0,7 - 1,2 mm
bei Isolierglas muß die innere Scheibe aus VSG Stegprofil, (Kupfer) 0,6 mm
Stegprofil, (Stahl) 0,6 - 1,0 mm
bestehen. Alternativ kann Glas mit Draht-
netzeinlage verwendet werden (Drahtglas), Abb. 6.10.31 Falzverbindung bei Stegprofilplatten (KalZip) Plattenlänge:
Welle, Trapez (Alu)
jedoch können hierbei thermische Probleme LKW Transport 750 - 15.000 mm
und Korrosion auftreten. Welle, Trapez (Alu)
Bahntransport 750 - 30.000 mm
Für viele Profiltafeln werden auch passende
lichtdurchlässige Profilplatten aus Polcarbonat Welle (Stahl) < 20.000 mm
Stegprofil (Kupfer) < 30.000 mm
oder glasfaserverstärktem Kunststoff als kos- Stegprofil (Alu, Stahl) < 50.000 mm
tengünstige Alternative angeboten.
Plattenbreiten:
Welle, Trapez,(Alu) 600, 1000 mm
Stegprofil
Maße (transportbedingt) (Alu, Stahl) 305, 1000 mm
Isolierglas wird bis maximal 3,2 m x 6,0 m Stegprofil (Kupfer) 457 mm

hergestellt; bei Dachverglasungen begrenzt Regeldachneigungen:
hauptsächlich die zulässige Durchbiegung der bei Dachtiefe < 06 m > 05°
bei Dachtiefe < 10 m > 06°
Scheibe unter Schneelast die max. Scheiben- bei Dachtiefe < 15 m > 08°
größe. Abb. 6.10.32 Formteilherstellung für Eternitwellen bei Dachtiefe > 30 m > 10°
14 05
06 EBB Verlegearten
Bei Schrägverglasungen wird zwischen
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso dichtender und deckender Verlegeart unter-
Baukonstruktion und Baustoffkunde schieden. Bei der dichtenden Verlegung
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
werden die Gläser allseitig über Pressleisten
und Dichtungen gehalten und angedichtet
(Abb. 6.10.33). Die Neigung der Glasfläche
sollte mindestens 10 ° betragen. Um Was-
serstauungen an den Querstößen von Press-
leisten zu vermeiden, müssen die Pressleisten
linienförige Lagerung und dicht-
ende Verlegung der Glasscheiben: sowie die Dichtungen an diesen Stellen ent-
Glasscheiben werden allseitig mit sprechend abgeschrägt werden .
Pressleisten auf der Unterkonstruktion
befestigt. Bei der deckenden Verlegung überlappen die
Gläser an den Querstößen analog zu Schup-
pendeckungen. Niederschlagswasser kann
ungehindert zum Tiefpunkt ablaufen. Eine
ausreichende Dichtigkeit wird über zwischen
die Gläser eingelegte Neoprendichtungspro-
Abb. 6.10.33 Renzo Piano building workshop; Genua 1991 file erreicht. Die notwendige Überdeckung
wird durch sog. Stufenisoliergläser ermög-
Quersstoss: 
deckende Verlegung, Dichtung mittels
licht. Diese Art der Verglasung ist ab ca.
Neoprenprofil 30 ° Dachneigung möglich (Abb. 6.10.34).
Beide Verlegungssarten (deckend und dich-
Stufenisolierglas:
Zur Ausbildung einer Traufkante kann tend) können kombiniert ausgeführt werden
eine der Glasscheiben zurückgesetzt (Abb. 6.10.35).
werden. Der Randverbund des
Isolierglases muß im Bereich der
Traufkanten zusätzlich geschützt Lagerung der Glasscheiben
werden. (z.B. Emaillierung des Randes
im Siebdruckverfahren) Glasscheiben von Schrägverglasungen kön­
nen linienförmig auf Tragprofilien (häu-
figste Anwendungsform; (Abb. 6.10.33),
Tragprofil  flächig oder punktförmig gelagert werden
(Abb. 6.10.36).Bei einer punktförmigen
Lagerung werden Punkthalterungen in der
Scheibenfläche und am Scheibenrand unter-
Abb. 6.10.34 Deckende Verlegung; öffenbare Glaslamellen schieden: In der Scheibenfläche punktgela-
gerte Gläser werden im Randbereich gebohrt
und mit gelenkig gelagerten Punkthaltern an
Längsstoss: 
der Tragkonstruktion befestigt. Idealerweise
Befestigung mit Pressleisten sitzt hierbei das Gelenk in der Scheibenachse.
Die Dichtung zwischen den Scheiben erfolgt
Stufenisolierglas: mit dauerelastischen Dichtstoffen. Bei einer
Kantenschutz durch emaillierten Rand
punktförmigen Lagerung am Scheibenrand
können die Scheiben entweder an den Ecken
oder in der Fuge zwischen zwei Scheiben
Quersstoss: 
durch Klemmprofile gehalten werden. Die
deckende Verlegung, Dichtung mittels Lastabtragung wird durch die Verklotzung
dauerelastischer Verfugung der Scheiben in der Fuge gewährleistet. Diese
Neoprenprofil: Methode hat den Vorteil, dass die Scheiben
zur zwängungsfreien Lagerung der nicht aufwändig durchbohrt werden müssen.
Glasscheiben

Ausfütterung wegen Überlappung Anforderungen an Glasdächer


Abb. 6.10.35 Deckende und dichtende Verlegung Aufgrund ihrer exponierten Lage sind Dach-
verglasungen erhöhten Temperaturen infolge
von Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Um
Schäden durch Überhitzung zu vermeiden
sollte die Dachkonstruktion vor extremen
thermischen Belastungen durch zusätzliche
Massnahmen geschützt werden:

1. Vermeidung von Wärmestau


- gleichmaßige Belüftung der Scheiben
- auf Abstand montierter Sonnenschutz
punktförmige Lagerung und
deckende Verlegung: 2. Vermeidung partieller Wärmelasten
Glasscheiben werden punktförmig
gelagert an der Tragkonstruktion - Schlagschatten verhindern
befestigt - kein Bemalen und Bekleben der Scheiben
Abb. 6.10.36 Schloss Juval, Vinschgau; Robert Danz, 1991 - Glaseinstand gering halten (< 20 mm)
3. wärmewiederstandsfähige Scheiben
- Verwendung vorgespannter Glasscheiben EBB 05
06
15

(Reduktion thermischer Längendehnung) TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


-  Verwendung von Gläsern mit einem Baukonstruktion und Baustoffkunde

Scheibenzwischenraum unter 15 mm, da


03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
der Druck aus dem Schiebenzwischen-
raum mit größerem Luftvolumen steigt. [21] DIN 1986 Teil 2
legt Begriffsdefinitionen und Bemes-
sungsgrundlagen für Entwässe-
Sonnenschutz rungsanlagen von Gebäuden und
Grundstücken fest.
Aufgrund der erhöhten Sonneneinstrahlung In der DIN 18460 wird die Ausfüh-
auf Dachflächen ist ein wirksamer Sonnen- rung und Bemessung von Regenfal-
leitungen und Dachrinnen ausserhalb
schutz bei größeren Schrägverglasungen von Gebäuden definiert.
unumgänglich. Dieser wird analog zum Für die Bemessung von Dachrinnen
und Fallrohren ist die Ermittlung ver-
Sonnenschutz vertikaler Fassaden entwickelt schiedener Kenngrößen erforderlich:
(Abb. 6.10.37, s. 03.3. Öffnungen, Sonnen-
r: Regenspende (r = Regenwasser-
schutz). summe in der Zeiteinheit, bezo-
gen auf die Fläche l/(s x ha)
In Deutschland werden Regen-
Flachdach als Schrägdach fallleitungen und Dachrinnen
Ab einer Dachneigung von > 5° (9%) werden Abb. 6.10.37 Renzo Piano building workshop; Genua 1991 nach der maximalen Regen-
spende von 300 Liter pro
Dachkonstruktionen als flach-geneigte, bzw. Sekunde und Hektar bemessen.
Steildächer bezeichnet (s. auch 03.6.1.1) F: Dachgrundfläche
Ψ: Regenwasserabflussbeiwert
Unter Berücksichtigung der Überlappung als Überhöhung Regen Schnee
(Verhältnis von Regenwasserab-
Abdichtungsprinzip können die unter 03.6.1 fluss zur Regenspende in Abhän-
gigkeit von der Dachneigung
- 03.6.8 genannten Flachdachkonstruktionen und der Oberflächenbeschaffen-
auch bei größeren Dachneigungen ausgeführt heit der Deckung)
Abflussbeiwerte:
werden. Die größere Dachneigung erfordert Neigung > 15° 1,0
aber zusätzliche Befestigungsmaßnahmen Neigung < 15° 0,8
Kiesschüttdächer 0,5
Abdichtungesbahnen (Halteleisten, Nägel). Dachgärten 0,3

Ermittelt wird die tatsächliche Abwas-


6.11 Rinnen und Anschlussbleche 1/3 2/3 1/3 2/3 sermenge Qr: (F x r / Ψ)
Dachrinnen werden mit einer Mindestnei- Abb. 6.11.1 Rinnenposition Mit Hilfe dieses Wertes lässt sich die
Dimension von Rinne und Fallrohr
gung von 0,5 % ausgeführt. Bei Überlastung bestimmen:
sichert die Überhöhung der hinteren Rin- 5 Bemessungsbeispiel:
nenkante den Notüberlauf nach vorne. Die 5 5 9 Im Raum München gilt die anzuneh-
Positionierung der Rinne berücksichtigt, dass 4 mende Regenspende r von
300 l x (s x ha).
ablaufendes Regenwasser im Drittelspunkt
03 Regenspende: r: 300l/s x ha
abgeleitet wird, während Schneebretter über Dachgrundfläche: F: 180 m2
den Rand hinwegrutschen. (Abb. 6.11.1) 07
Abflussbeiwert:
Dachrinnendimensionen orientieren sich an Dachneigung > 15° Ψ: 1,0
7
der örtlichen Regenspende, der Dachgrund- 6 6 Regenwasserabfluss:
fläche und dem Abflußbeiwert (Regenwas- Qr: 180 x 300 x 1,0 = 5,4 l/s
1 x 10.000
serabfluss / Regenspende). Nach Berechnung 1
2 gemäß Tabelle Abb. 6.11.3 muss die
des Regenwasserablusses ist die Festlegung Abwicklung der Rinne 400 mm betra-
der Fallrohrnennweite und der erforder- gen.
lichen Dachrinnenabwicklungen möglich [21] 8 8
(Abb. 6.11.2 u. Abb. 6.11.3). 1 Fallrohr
Die halbrunde oder rechteckige Dachrinne Abb. 6.11.2 Rinnensystem, Zink 2 Winkel
wird mit Rinnenhaltern (Kupfer, verzinkter 3 Rinnenhalter, horizontal und ver-
Stahl, Titantink, Kunststoff) im Bereich der tikal verschieblich
Traufe befestigt (Abb. 6.11.4 u. 6.11.5). 4 Ablauf
5 Endbogen (links, rechts)
6 Rohrbogen
Regen- max. Regenfallleitung zugeordnete Dachrinne
wass- Dach- 7 Schiene zur Halterbefestigung
werabfluss grund-
fläche 8 Rinne, rund, eckig
l/s m2 Nenn- A cm2 Nenn- A cm2 Nenn- A cm2 9 Dichtungsmuffe
größe grösse größe

1,1 37 50 26 200 25 200 28

1,7 57 70 38 - - - -

2,5 83 80 50 250 42
Traufblech
4,5 150 100 79 333 92 333 90 verzinktes Stahlblech gekantet
7,3 243 120 113 400 145 400 135
Rinne
8,1 270 125 122 - - - -
Rinnenhalter
Flachstahl, verzinkt
13,3 443 150 177 500 245 500 220
Gefälle > 0,5%
gültig für die örtliche Regenspende von 300l/(s.ha)
Traufbohle
auf Sparren
Abb. 6.11.3 Fallrohrnennweite, Rinnenabwicklung in Abhä-
gigkeit vom ermittelten Regenwasserabfluss Abb. 6.11.4 Positionierung Dachrinne und Rinnenhalter
16 05
06 EBB In Abhängigkeit von der Beanspruchung sind
die Halter etwa alle 70 - 90 cm anzuordnen.
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso (Abb. 6.11.4 u. Abb. 6.11.6). Traufbleche
Baukonstruktion und Baustoffkunde schliessen den Übergang zwischen Dachrinne
und Dachdeckung. Sie werden mit Haften
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
befestigt und müssen mindesten 15 cm flä-
chig auf der Unterkonstruktion (Traufbohle)
aufliegen. Die Positionierung der Dachrinne
C-Profil als Montageschiene und des Traufbleches beeinflusst die Ent-
Rinnenhalter, wässerung des Unterdaches (Abb. 6.11.7). Je
zum Einhängen und Justieren
nach Aussenwandstärke und gestalterischem
Anspruch kann die Dachrinne auch verdeckt
angeordnet oder in die Dach- / Wandebene
integriert oder werden (Abb. 6.11.8). Bei
Gefahr von im Schadensfall nach Innen abflie-
ßenden Wassers sollte eine zusätzliche Dich-
tebene untergeschoben werden.

6.12 Blitzschutz
Abb. 6.11.5 Schnitt - Anschluss Abb. 6.11.6 Drehhalter an Befestigungsschiene, Rheinzink Im Falle einer besonderen Blitzgefährdung
(Hochhäuser, großflächige Gebäude, expo-
nierte Lage, weichgedeckte Bauwerke, Lager)
ist eine Blitzschutzanlage vorzusehen. Der äus-
sere Blitzschutz besteht aus einer maschen-
förmigen Fangleitung auf der Dachfläche
(Maschengröße 10 x 20 m), einer Ableitung
und der Erdung. Über eine Anschlussfahne
aus Bandstahl (3,5/30 mm) wird die Ableitung
(z.B. Rundstahl, verzinkt: 8, 10, 16 mm) an den
Fundamenterder angeschlossen. Ableitungen
können in der Wand liegen (Unterputz, im
Beton). Bei Metalldächern kann die Deckung
als Fangeinrichtung verwendet werden, wenn
sie mit mindestens 100 mm Überlappung ver-
legt wurden und Mindeststärken einhalten:
Stahl, verzinkt: 0,5 mm
Kupfer: 0,3 mm
Abb. 6.11.7 Entwässerung Unter-
dach Aluminium: 0,5 mm
Zink: 0,7 mm
Doppelte Sicherheit: Blei: 2,0 mm
zweite Dichtungsebene unter der Ent-
wässerungsrinne: OK Sicherheitsdich-
tung über OK Rinnenrand 6.13 Anschlüsse
Abb. 6.11.8 Integrierte Rinne, Eichstätt, 1980; Schattner
Traufe
Die Traufe ist der tiefste längseitige Abschluss
Deckung
Biberschwanz Kronendeckung der Dachfläche des geneigten Daches, an dem
Unterdach (Unterdeckung) in der Regel die Dachrinne angeordnet wird
Unterspannbahn auf Schalung

Traufbohle mit Abdeckblech Anforderungen - Fügung


hier Auflager für Traufbibiber
1. Ableiten der Dachlasten in vertikale
Wandbauteile
Insektenschutz,
Lochblech, Edelstahl 3. 2. Zusammenschluss der Dämmebenen
5.- 7.
Dach / Wand
Traufblech,
gekantetes Zinkblech 3. dichter Anschluss der Dampfsperre
4. 1. 4. Positionierung und Befestigung von
Rinne, Zinkblech, Ng 333
Rinnenhalter Dachrinne und Fallrohr
kaltverformter Flachstahl, verzinkt; auf 5. Auflager Traufstein; Ableiten des Nie-
Schalung befestigt (Hinweis: Unter-
spannbahn überlappt die Halter) 2. derschlagswassers in die Dachrinne
6. Ableiten des anfallenden Fehlwassers
Überlüftung der Dämmung
von Unterdichtung / Unterdeckung
Insektenschutz, 7. Anordnung der Zustromöffnungen für
Lochblech, Edelstahl
die Dachlüftung, Insektenschutz

Ortgang
Fusspfette auf Ringbalken Der Ortgang ist der Fügepunkt zwischen der
Lastabtragung, Aussteifung
Dachkonstruktion und den stirnseitigen Gie-
Abb. 6.13.1 Traufe - Kaltdach; Biberschwanzdeckung belwänden.
EBB 05
06
17

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach

Deckung
Biberschwanz Kronendeckung
2. - 4.
Ortgangrinne
gekantetes Zinkblech; mit Halteblech
an Konterlatten Deckung befestigt

Ortgangblech
Schutz der Mauerkrone vor Durch-
feuchtung, Verwahren der Ortgang­
1. rinne
5.
Unterdach (Unterdeckung)
Unterspannbahn auf Schalung
6.
Füllholz
Auflager der auskragenden Schalung
des Unterdachs
Abb. 6.13.2 Ortgang mit Ortgangblech; D&K Eichstätt 2002
Ringbalken
Lastabtragung, Aussteifung des Gie-
Anforderungen - Fügung beldreiecks
1. Abschluss der Deckung zum Schutz
der Mauerkrone vor Durchfeuchtung Konstruktionsholz
Befestigung der Unterspannbahn
2.  gerichtetes Ableiten des Nieder- am Dachrand; flächige Unterlage der
schlagswassers vom Dachrand auf die Ortgangrinne; Befestigung der Halte-
konstruktion des Ortgangbleches
Dachfläche (Dachrandüberhöhung)
3. Sicherung der Dachrandformteile
(Formsteine, Bleche gegen Abheben Abb. 6.13.3 Ortgang - Kaltdach; Ortgangrinne
4. ggf. Anordnung von Zustromöff-
nungen zu Querlüftung der Dachhaut Firststein
5. Zusammenschluss der Dämmebene- Firstlatte auf Firstlattenhalter
Dach/Wand 1. - 2.
Lüftungsvlies
6. dichter Anschluss der Dampfsperre mit Lüftungsöffnungen und Dich-
tungsvlies

Der Abschluss der Dachdeckung kann mit Ort- Biberschwanz


3. Kronendeckung
gangziegeln, Ortgangblechen (Abb. 6.13.2)
oder einer Ortgangrinne (Abb. 6.13.3) ausge-
bildet werden. Beim Ziegeldach erfordert ein 4.

nahezu bündiger Ortgang mit Formsteinen die


Unterdach (Unterdeckung)
exakte Abstimmung zwischen der Gebäude- Unterspannbahn auf Schalung
breite und der Deckungsbreite des gewählten Überlüftung der Dämmung

Materials. Die notwendigen Mindestüberde-


ckungen der Mauerkrone sind abhängig von
der Gebäudehöhe [20].

First 5.
Der oberste Abschluss des geneigten Daches
wird als First bezeichnet.
[20] Die Richtlinien für die Aus-
führung von Metall-Dächern,
Anforderungen - Fügung Aussenwandbekleidungen und
Bauklempnerarbeiten,
1. Abschluss der Deckung, Schutz der herausgegeben vom Zentralverband
Sparrenenden und Wärmedämmung Sanitär, Heizung, Klima geben
1. - 2. Abstände und Aufkantungshöhen für
vor Durchfeuchtung Metalldeckungen vor in Abhängigkeit
Firststein im Mörtellager
2. Befestigung der Firststeine auf der Einzellüfter, Leeseite
von der Gebäudehöhe vor.
Unterkonstruktion (Firstlatte, Latten- Gebäudehöhe < 8 m:
halter, Mörtellager) Scharaufkantung: 40 - 60 mm
Abkantung Ortgangblech: > 50 mm
3. Anordnung von Ausstromöffnungen 3. Abstand Tropfkante
zur Dachlüftung (Firstlüfter oder Ein- 4. Bauwerk: > 20 mm
zellüfter, Insektenschutz) Gebäudehöhe 8 - 20 m:
4. Zusammenschluss der Dämmebenen Scharaufkantung: 40 - 60 mm
Abkantung Ortgangblech: > 80 mm
5. dichter Anschluss der Dampfsperre Abstand Tropfkante
Bauwerk: > 20 mm
Je nach Ausführung der Firstentlüftung 5. Gebäudehöhe > 20 m:
werden die Firststeine mit Mörtel aufgesetzt Scharaufkantung: 60 - 100 mm
Abkantung Ortgangblech: > 100 mm
oder mit Klammern, bzw. Nägeln an der First- Abstand Tropfkante
latte befestigt (Abb. 6.13.4). Abb. 6.13.4 First, oben Firstentlüftung; unten mit Einzellüfter Bauwerk: > 30 mm
18 05
06 EBB Grat
Linienförmige Verschneidungen zweier Dach-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso flächen an einer Aussenecke des Gebäudes
Baukonstruktion und Baustoffkunde werden als Grat bezeichnet. Im Gegensatz
zum First ist die Gratdeckung geneigt und
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
muss aufgrund der geometrischen Verschnei-
dungen handwerklich angepasst werden
(Abb. 6.13.5 u. Abb.6.13.6).

Anforderungen - Fügung
2. 1. Abschluss der Deckung, Schutz der
Sparrenenden und Wärmedämmung
vor Durchfeuchtung
2. Befestigung der Gratsteine auf der
Unterkonstruktion (Gratlatte, Lat-
tenhalter, Mörtellager, First-/Grat­
Abb. 6.13.5 Gratstein, Walmglocke; Frankfurter Pfanne klammern)
3. Anordnung von Ausstromöffnungen
zur Dachlüftung (Gratlüfter, Einzellüf-
Fristklammer/Gratklammer 2.
wird auf die Gratlatte genagelt und ter, zusätzliche Entlüftungsöffnungen
dient der Befestigung des unteren bei überlüfteter Dämmung; Insekten-
Gratsteins mit einem Haftnagel. Der
deckende Stein wird in die Klammer schutz)
eingehängt. 4. geometrische Verschneidung der
Dachsteine entlang der Gratlinie
4. 5. Zusammenschluss der Dämmebenen
1. 6. dichter Anschluss der Dampfsperre

Graben
3.
Der untere Wandanschluß einer geneigten
Frist-/Gratlattenhalter
die Bandstahllaschen werden aufge-
Dachfläche oder der untere Anschluß Dach-
bogen und auf die Sparren / Schalung Dach heisst Graben (Abb.6.13.7). Bei Dach-
genagelt
konstruktionen mit überlüfteter Dämmung
muss die Luftführung durch verkantete
Deckung Blechabdeckungen und Abstandslattungen im
Biberschwanz Kronendeckung Bereich der aufgehenden Wand sichergestellt
dem Gratverlauf geometrisch/ hand-
werklich angepasst sein. Da sich bei Überbelastung der Abläufe
3.
Wasser in der Grabenrinne anstauen kann,
zusätzliche Lüftungsöffnung
die Überlüftung der Dämmung wird
5. - 6. muss diese bis zur Anstauhöhe als dichte
durch zusätzliche Ausstromöffnungen Rinne mit Notüberläufen ausgeführt werden.
sichergestellt
Die Blechrinne sollte mindestens 20 cm
breit sein, an der Wand mindestens 20 cm
hochgeführt werden und ggf. zur Vermei-
Abb. 6.13.6 Grat; Kaltdach, Biberschwanzdeckung dung von Eisbildung beheizt werden.
Unterhalb der Rinne schützt eine zweilagige
3. Abdichtung vor Undichtigkeiten. Grabenrin-
nen sollten zu Reinigungszwecken begehbar
sein. Besser ist, sie ganz zu vermeiden.
5.
Grabenrinne Anforderungen - Fügung
1.
gekantetes Zinkblech, allseitig durch
Blechverwahrungen gesichert; einge-
1. Auflager für Grabenstein, gefalzte
legte Rinnenheizung 6. Blechverwahrung der Rinnenkante
zusätzliches Unterdach
2. Flächiges Auflager der Grabenrinne
als doppelte Sicherheit unterhalb der 5. durch zusätzliche Schalung/Unterdach
Rinne
3. Anordnung von Ausstromöffnungen
4. zur Dachlüftung (Hinterlüftung der
Deckung, Überlüftung der Dämmung
bei Kaltdach); Insektenschutz)
4. zusätzliche Abdichtung unterhalb der
Rinne, am Wandanschluss mindestens
20 cm hochgeführt
5. Notüberlauf: UK unterhalb der Öff-
nungen für die Dachentlüftung
Lüftungsöffnung 6. Eingelegtes Heizkabel zur Vermeidung
die Überlüftung der Dämmung wird von Eisbildung und Schneestau
durch die Luftführung entlang der auf-
gehenden Wand und die Anordnung 7. 7. dichter seitlicher Anschluss der Dampf-
der Ausstromöffnungen sichergestellt. sperre an Pfettenauflager
Abb. 6.13.7 Graben, Kaltdach, Biberschwanzdeckung
Kehle
Verschneidungen zweier Dachflächen an EBB 05
06
19

einer Gebäudeinnenecke werden als Kehle TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
bezeichnet (Abb. 6.13.8). Baukonstruktion und Baustoffkunde

Kehldeckungen liegen in der Regel unter der


03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
Dachflächendeckung. Bei Deckungen mit
ebenen Schuppen und steilen Dachneigungen
können sie in die Dachdeckung eingebunden
sein. Aufgrund der geometrischen Verschnei-
dungen müssen Dachdeckungen an der Kehle
handwerklich angepasst werden (einfach
gefalzt, doppelt gefalzt, vertieft s. Deckungen
/ Metallbahnen Abb. 6.10.26).
Die Hinterlüftung der Deckung kann ähnlich
wie beim Grat durch die Anordnung zusätz-
licher Einzellüfter oberhalb der wasserführen- Abb. 6.13.8 Kehlrinne; geometrische Verschneidung
den Kehlrinne gesichert werden. Überlüftete
Dämmungen müssen durch Lüftertöpfe mit Rinnenblech,
der oberen Luftschicht vebunden werden. mit Halteblech an Konterlatten
Deckung befestigt

Vertikale Bauteile Deckung


Biberschwanz Kronendeckung
Bei geringer Dachneigung und starkem Was-
Deckprofil
seranfall wird der seitliche Wandanschluss der Zinkblech, gekantet;
Deckung mit einer vertieften Rinne ausgeführt Verwahrung der Oberkante Rinnen-
blech > 0,15 m ü. OK Deckung
(Abb. 6.13.9). Die vertiefte Rinne greift mit
3. 1. - 2.
dem Wasserfalz unter die Deckung. Wand-
seitig wird das Rinnenblech und die Unterde-
ckung > 15 cm hochgeführt und verwahrt.

Anforderungen - Fügung Dämmstein, z.B. Foamglas


1.  gerichtetes Ableiten des Nieder- Vermeidung von Wärmebrücken im
Übergang von Dach - Wand - Aus-
schlagswassers vom Dachrand auf die 4. senraum
Dachfläche (Dachrandüberhöhung)
Fugendichtband
2. Überlappung der Rinne durch (Kompriband)
Deckung;
3. Aufkantung des Rinnenbleches und 5.
der Unterdeckung > 15cm
4. Zusammenschluss der Dämmebenen
Dach/Wand; Vermeidung von Wärme-
brücken
5. dichter Anschluss der Dampfsperre Abb. 6.13.9 Anschluss vertikales Bauteil mit vertiefter Rinne

Dachflächenfenster
Dachflächenfenster (Abb. 6.13.10 u.
Abb. 6.13.11) mit Aufsatzkranz ragen > 15 cm
über die Dachfläche. Umlaufend wird ein
Wasserleitblech aufgekantet und durch die
Zargenbekleidung des Fensters abgedeckt.
Innenseitig muss die Dampfsperre dicht an die
Wechselhölzer und Sparren angeschlossen
werden. Die Unterspannbahn ist firstseitig als
Rinne ausgeformt, so dass Restwasser seitlich
an den Rahmenhölzern vorbeifliessen kann.

6.14 Lösungssprinzipien Schrägdächer


- Deckungen überlappend anordnen
- ausreichende Lüftungsquerschnitte
und Zustromöffnungen vorsehen
- Dachränder und Formsteine zusätzlich Systemdachflächenfenster werden
gegen Windsog befestigen in festen Größen als Gesamtlösung
angeboten (Eindeckrahmen, Dämm-
- Wandanschlüsse mit aufgekanteten und Anschlusselemente)
Blechen, Rinnen Bei Innen sichbaren Dachsparren
sollte sich die Planung des Dachstuhls
- durchlaufende Dämmebene, (Abstand der Sparren) u.a. an diesen
Wärmedämmung von Fassade und Größen orientieren.
Dach zusammenführen Abb. 6.13.11 Größen Dachflächen-
- dichter Anschluss der Dampfsperre Abb. 6.13.10 Dachflächenfenster fenster Fa. Velux
20 05
06 EBB 6.15 Testfragen 8.
a
Wozu dienen Haften?
zur Befestigung von Blechbahnen
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso 1.  Wodurch unterscheiden sich beim b zur Befestigung von Rohren
Baukonstruktion und Baustoffkunde Schrägdach Kehle und Graben? c zur Befestigung von Dachziegeln
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
a Die Kehle verläuft waagrecht, der d als Einbauhilfe für Dachfenster
Graben geneigt.
b Die Kehle verläuft geneigt, der 9. Was versteht man unter Ortgang?
Graben waagrecht. a die höchste Stelle des Dachs
c Kehle ist ein anderer Ausdruck für b den Wartungsgang auf dem Dach
Graben. c den geneigten Dachrand
d Der Graben ist wesentlich breiter als d die Traufe bei Dachgauben
die Kehle.
10. Welche minimale Neigung muss eine
2.  Was unterscheidet das Warmdach vom Dachrinne haben?
Kaltdach (Schrägdach)? a 0,1 %
a Das Warmdach ist auch im Winter b 0,5 %
geheizt. c 5 %
b Das Warmdach besitzt eine Wärme- d 10 %
dämmung.
c Die Wärmedämmung des Warm- 11. Wie werden Faserzementwellplatten
daches ist hinterlüftet. als Dachdeckung befestigt?
d Die Wärmedämmung des Warm- a an den Tiefpunkten der Welle
daches ist nicht hinterlüftet. b an den Hochpunkten der Welle
c nur an Ortgang, Traufe und First
3. Wo befindet sich beim Schrägdach das d von unten, ohne Durchstoßpunkte
Unterdach? durch die Dachhaut
a über den Sparren, unter der Deckung
b zwischen den Sparren, unter der 12. Wie unterscheiden sich Grat und First
Deckung beim Schrägdach?
c unter den Sparren, unterhalb der a Ein Grat besitzt im Gegensatz zum
Wärmedämmung First eine Rinne.
d unter der Wärmedämmung b Der Grat tritt nur bei Gauben auf.
c Der First verläuft geneigt, der Grat
4. Wozu dient die Verfälzung von Dach- waagrecht.
ziegeln? d Der Grat verläuft geneigt, der First
a Verfälzte Ziegel sind leichter transpor- waagrecht.
tierbar.
b Verfälzte Ziegel sind weniger anfällig 13. Wozu dienen Lüfterziegel?
für Bruch. a als Luftaustrittsöffnung von Dachhin-
c Die Verfälzung verhindert das Eindrin- terlüftungen
gen von Wasser. b zur Verbesserung des Raumklimas
d Die Verfälzung dient der besseren c als Ersatz für Dachgauben
Hinterlüftung. d zur Belüftung von Nebenräumen

5. Ab welcher Neigung kann Doppelsteh- 14. Wo befindet sich die Dampfsperre bei
falzdeckung verwendet werden? einem Warmdach (Schrägdach)?
a 25 % a unter der Wärmedämmung
b 12 ° b über der Wärmedämmung
c 7 ° c direkt unter der Dachhaut
d 40 % d Ein Warmdach benötigt systembe-
dingt keine Dampfsperre.
6. Welches Dachdeckungsmaterial eignet
sich für ein Dach mit 12° Neigung? 15. Wie nennt man ein einseitig geneigtes
a Faserzementwellplatten Dach?
b Mönch und Nonne a Satteldach
c einfache Schieferdeckung b Walmdach
d Biberschwanzziegel c Pultdach
d Schleppdach
7. Wozu dient eine Konterlattung?
a zur besseren Befestigung der Dach- 16. Welche Funktion hat eine Konterlatte?
ziegel a Sie dient zur Befestigung der Rinnen-
b zur Erzeugung eines Luftzwischen- haken.
raumes b Sie stellt den Übergang zwischen Ort-
c zur Vermeidung von Durchstoßpunk- gang und First her.
ten durch die Dachhaut c Sie stellt die Luftschicht zwischen
d zur Materialersparnis bei der Unterdach und Lattung her.
Dachkonstruktion d Auf ihr wird das Traufblech befestigt.
17. Wie heißt der schräge seitliche Rand
eines geneigten Dachs?
25. Was versteht man unter Regeldachnei-
gung? EBB 05
06
21

a Walm a Die vorgeschriebene Dachneigung TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
b Kehle innerhalb eines Bebauungsgebiets Baukonstruktion und Baustoffkunde

c First b Dachneigung, die bei einem bestimm- 03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
d Ortgang ten Deckungsmaterial nicht unter-
schritten werden soll
18. Welchen Vorteil haben Doppelsteh- c Dachneigung, die bei einem bestimm-
fälze gegenüber Einfachstehfälzen? ten Deckungsmaterial nicht über-
a dichter schritten werden soll
b materialsparender d Die Dachneigung, mit der in der
c leichter herzustellen Regel die meisten Dächer gedeckt
d keine Befestigung erforderlich werden

19. Bei Kaltdächern muss 26. Wo sollte beim Schrägdach die Unter-
der freie Lüftungsquerschnitt über der spannbahn angeordnet sein?
Dämmung gemäß DIN 4108 mindes- a innen unter der Wärmedämmung
tens betragen: b direkt unter der Dachdeckung
a 4 cm bei Dachneigung < 10° c zwischen Lattung und Konterlattung
b 2 cm bei Dachneigung > 10° d unter der Dachdeckung und unter
c 5 cm bei Dachneigungen > 10° Lattung und Konterlattung
d 10 cm bei Dachneigungen> 10°
27. Welches Dämmaterial eignet sich
20. Welche Schicht folgt in einem mit besonders als Dämmung in der Sparre-
Kupfer gedeckten Warmdach unter der nebene?
Deckung? a Polyurethan-Hartschaum (PU)
a Wärmedämmung b Mineralwolle
b Luftschicht c Extrudierter Polystyrol-Hartschaum
c Unterdach (XPS)
d Lattung d Polystyrol-Partikelschaum
(EPS)
21. Welche Aussage trifft für ein geneigtes
Kaltdach zu? 28. Mit welchem Bauteil werden Dachrin-
a zwischen Dämmung und Unterdach nen an einem schrägen Dach befes-
wird entlüftet tigt?
b zwischen Unterdach und Deckung a Rinnhaken
wird entlüftet b Traufblech
c zwischen Dämmung und Innenver- c Fallrohr
kleidung wird entlüftet d Firstbohle
d zwischen Dampfsperre und Däm-
mung wird entlüftet 29. Wie werden Blech-Bahnendeckungen
befestigt?
22. Welchen Vorteil hat ein hinterlüftetes a mit Haften verfalzt
Dach gegenüber einem nicht hinterlüf- b durch das Blech genagelt
teten? c durch den Stehfalz geschraubt
a Es ist kostengünstiger d mit dem Unterdach verschweisst
b Es belüftet den Dachraum
c Tauwasser wird durch die Hinterlüf- 30. Wie sollten Unterspannbahnen bei
tung abgeführt Unterdeckungen be­schaffen sein?
d Schäden an der Dachhaut sind leich- a diffusionsdicht
ter zu beheben b diffusionsoffen
c UV-beständig
23. Welches Bauteil leitet Regenwasser d wasserdurchlässig
von der Deckung in die Dachrinne?
a Traufbohle 31. Ihr Dach ist 10° geneigt.
b Traufblech Welche Deckung kommt in Frage?
c Regenrohr a Reet
d Insektengitter b Faserzement-Wellplatten
c Flachdachpfannen
24. Bei einem Gebäude mit einer d Lärchenholzschindeln
Höhe < 8m muss die Abkantung eines
vorgesehenen Ortgangbleches mindes- 32. Wie werden Faserzement-
tens betragen: Schindeln befestigt?
a 50 mm a eingehängt
b 120 mm b verschraubt
c 4 mm c mit Mörtel vermauert
d 250 mm d genagelt
22 05
06 EBB 6.16 Literaturhinweise 6.9.6 - 7 EBB, Prof. Musso, F. München

6.10.1 URSA, Grupo Uralita


TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Schrägdach: URSA Seco, S.22 - 26
Baukonstruktion und Baustoffkunde
[1]  Braas Dachsysteme GmbH (Hrsg.). (2000) 6.10.2.1 EBB, Prof. Musso, F. München
Braas Handbuch Geneigte Dächer 6.10.2.2
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach Oberursel: Eigenverlag
6.10.3 URSA, Grupo Uralita
[2] Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U. (1997) URSA Seco, S.08-17
Baukonstruktion Teil 1, (31. Aufl.)
Stuttgart: B.G. Teubner 6.10.4 BRAAS Dachsysteme
Handbuch geneigte Dächer, S.178
[3]  Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U. (1998)
Baukonstruktion Teil 2, (30. Aufl.) 6.10.5 www.gettyimages.de
Stuttgart: B.G. Teubner
6.10.6 BRAAS Dachsysteme
[4]  Grützmacher, B. (1981) Handbuch geneigte Dächer, S.179
Reet- und Strohdächer
 München: Callwey 6.10.7 BRAAS Dachsysteme
Handbuch geneigte Dächer, S.114
[5]  Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und
Forsten (Hrsg.). (2002) 6.10.8 Barbara Brenner, Hamburg
 Wind und Luftdichtigkeit bei geneigten Dächern Reet- und Strohdächer, S.39
Wiesbaden: Eigenverlag
[6]  Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und 6.10.9 - EBB, Prof. Musso, F. München
Forsten (Hrsg.). (2004) 6.10.14
 Wärmedämmung von geneigten Dächern
Wiesbaden: Eigenverlag 6.10.15  Stefani Friedrich, München
 Verwaltungsgebäude Reutlingen
[7]  Hofmann H.-G., Zipf, E. im Bundesverband der Deut- Detail 2003 (7/8), S.812-818
schen Ziegelindustrie (Hrsg.). (1966)
Das Ziegeldach 6.10.16- EBB, Prof. Musso, F. München
 Oestrich im Rheingau: A. Etienne 6.10.19

[8]  Rheinzink GmbH (Hrsg.). (1988) 6.10.20  Rheinzink, Anwendung in der Architektur, S. 54
Anwendungen im Hochbau
Datteln: Eigenverlag 6.10.21- EBB, Prof. Musso, F. München
6.10.22
[9]  Schunck, E., Finke, T., Jenisch, R., Oster, H-J.
(1991, 2002); 6.10.23  Rheinzink, Anwendung in der Architektur, S. 99
Dachatlas, geneigte Dächer
München: Institut für Internationale Architekturdoku- 6.10.24  www.dräco.de
mentation GmbH
6.10.25- EBB, Prof. Musso, F. München
[10] Täumer & Söhne GmbH (Hrsg.). (1993) 6.10.27
Dachdecker und Spenglerarbeiten
Donauwörth: Ludwig Auer 6.10.28 keine Quelle

[11]  Vittone, R. (1996) 6.10.29 Dachatlas, S.160
Batir, Manuel de la construction
Lausanne: Presses Polytechniques Et Universitaires 6.10.30 Dachatlas, S.152
Romandes
6.10.31 Kal-Zip, Gleitklipp, Planungsordner
[12]  Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
(Hrsg.). (1999 - 2003) 6.10.32 Eternit in der Schweiz
Fachregeln für Dachdeckungen mit Schiefer, mit Dach- Zürich: GTA-Verlag
ziegeln und Dachsteinen, mit Faserzementdachplatten,
mit Faserzementwellplatten, mit Bitumenschindeln, mit 6.10.33 Fregoso & Basalto, Genua
Holzschindeln, mit Reet Glasbauatlas, S.290
Köln: Rudolf Müller GmbH
6.10.34 EBB, Prof. Musso, F., München
[13]  Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
(Hrsg.). ( 2003) 6.10.35 EBB, Prof. Musso, F., München
Fachregeln für Metallarbeiten, Unterdächer, Unterde- Quelle: Glas am Bau, S.107, S.159
ckungen, Unterspannbahnen, Wärmeschutz bei Dach
und Wand 6.10.36 Krewinkel, Heinz, Böblingen
Köln: Rudolf Müller GmbH Glasbauatlas, S.299

- www.baunetz.de: [14]  Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks 6.10.37 Fregoso & Basalto, Genua
infoline Geneigtes Dach (Hrsg.). (2003) Glasbauatlas, S.291
Merkblatt äußerer Blitzschutz auf Dach und Wand
- www.iwu.de Köln: Rudolf Müller GmbH 6.11.1 EBB, Prof. Musso, F.

- Firmen, Verbände: [15]  Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks 6.11.2 www.dangel-lenningen.de


(Hrsg.). (2004)
Industrieverband Bitumen-Dach- Merkblatt Einbauteile bei Dachdeckungen 6.11.3 Quelle: Dachatlas; S. 206
und Dichtungsbahnen (vdd) e.V. Köln: Rudolf Müller GmbH
6.11.4 EBB, Prof. Musso, F.
Europäische Vereinigung dauerhaft [16]  Zinkberatung e.V.(Hrsg.). (2000/2003)
dichtes Dach e.V. Titanzink im Bauwesen 6.11.5 www.rheinzink.de
Düsseldorf: Selbstverlag
Technische Arbeitsgruppe Kunst- 6.11.6 www.rheinzink.de
stoff-
und Kautschukbahnen für Dach- 6.11.7 EBB, Prof. Musso, F., München
und Bauwerksabdichtung e.V. 6.11.8
6.17 Bildnachweise
FBB Fachvereinigung Bauwerksbe- 6.13.1 EBB, Prof. Musso, F., München
grünung e.V. Schrägdach:
6.13.2 Gabriel, A., München
Quelle: Detail 2002 7/8, S. 926
BRAAS 6.9.1 Detail 2002, 7/8, S. 965
Eternit 6.13.3 EBB, Prof. Musso, F., München
Foamglas 6.9.2 -3 EBB, Prof. Musso, F., München
ISOVER 6.13.4. EBB, Prof. Musso, F., München
Rockwool 6.9.4 Lenzen, T., München
KME 6.13.5 BRAAS Dachsysteme
Rheinzink 6.7.4 Steiner, R., Wien Handbuch geneigte Dächer, S.78
Velux Haus W. Seekirchen
Rheinzink Detail 2004 (1+2), S. 323 6.13.6 EBB, Prof. Musso, F., München
6.13.7 EBB, Prof. Musso, F., München

6.13.8 BRAAS Dachsysteme


EBB 05
06
23

Handbuch geneigte.Dächer,S .11


TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
6.13.9 EBB, Prof. Musso, F., München Baukonstruktion und Baustoffkunde

6.13.10 www.fotocommunity.de 03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach

6.13.11 www. velux.de

Verfasser:

TUM - Fakultät für Architektur


Lehrstuhl EBB
Arcisstr.21
80333 München

Univ. Prof. Florian Musso


Dipl. - Ing. Thomas Hirschmann
Dipl. - Ing. Thomas Lenzen

Mitarbeit
Cand.- Arch. Monika Breig
Cand.- Arch. Bernhard Kurz

Stand: 11.2005