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04.2.

Ausbau: Innenbekleidungen EBB 06


07
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


 06
07 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

„Wie der erfahrbare Raum durch die künstli-


che Begrenzung der Wände zum architekto-
nischen Raum umgebildet wird, so wird die
sichtbare Form durch eine künstliche Begren-
zung zur architektonischen Form.“
Dom H. van der Laan

Die nachfolgende Skriptenreihe soll den Stu-


dierenden eine Hilfe sein, die von D. van der
Laan genannte künstliche Begrenzung in den
notwendigen Eigenschaften unter Einbezie-
hung der Statik, Bauphysik und Haustechnik
verstehen zu können. Die Lösungsfähigkeit
konstruktiver Details mit unterschiedlichen
Randbedingungen ermöglicht dann, den Ent-
wurf durch die angemessene Anwendung
von Konstruktionsdetails auszuarbeiten und
zu bestärken.

Die Texte stellen kein Kompendium der Bau-


konstruktion dar, sondern sind ständig in der
Bearbeitung befindliche Momentaufnahmen
mit Bildkommentaren, die zu Problemstel-
lungen des heutigen Bauens Lösungsmög-
lichkeiten anbieten. Als Ergänzung möchten
wir auf die im Anhang beschriebenen Bücher
verweisen. Gerne nehmen wir Hinweise auf,
die zur Weiterentwicklung und Vervollständi-
gung dieser Schrift dienen.

München im August 2007

Abb. 1.0 TWA-Terminal, John F. Kennedy Airport; New York; 1962; Eero Saarinen
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
EBB 06
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TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


1 Definition 3.1.2.4 harte Bodenbeläge
- Schichten und Schalen - Holzbeläge
Dielen
Massivholzparkett
2 Anforderungen Mehrschichtparkett
- mechanische Belastungen Holzpflaster
- Raumklima Laminat
- Brandschutz Oberflächenbehandlung
- Schalldämmung - mineralische Beläge
- Schallabsorption Verlegung
poröse Absorber Keramik
Resonanz Absorber Naturwerkstein
Lärmpegelsenkung Betonwerkstein
optimale Nachhallzeit
- Lichtabsorption und -Reflexion
- Abdichtung
- Fugen / Toleranzen 3.2 Wand und Decke
- Modulordnung und Ausbauraster
3.2.1 Systeme
3.2.1.1 Schichtensysteme
- Beschichtung / Anstrich
3 Systeme und Bekleidungen - Sichtbeton / Sichtmauerwerk
3.2.1.2 Schalensysteme
- Vorsatzschalen
3.1 Boden Schalldämmung
Schalldämpfung
3.1.1 Systeme innernliegende Wärmedämmung
3.1.1.1 Schichtensysteme Estrich Vorwandinstallation
- im Verbund - Unterdecken
- auf Trennlage flächige Decken
- auf Dämmschichten elementierte Decken
- mit Installationen
Heizestrich 3.2.2 Bekleidungen
Unterflurkanäle, Revision 3.2.2.1 mehrschichtige Bekleidungen
Estricharten - Putz
- Nass - Estrich - Beschichtungen
Zementestrich - Tapeten
Anhydritestrich - mineralische Bekleidungen
Magnesitestrich 3.2.2.2 mehrschalige Bekleidungen
Gussasphalt - Holz, Holzwerkstoff
- Trocken - Estrich - Blech
3.1.1.2 Schalensysteme Aufbauböden - Sonderkonstruktionen
- Hohlraumboden - technische Bekleidungssysteme
- Doppelboden Akustikdecken
- Schwingboden Kühldecken und Kühlwände
Lichtdecken
3.1.2 Bekleidungen Lüftungsdecken
3.1.2.1 homogene Schichten integrierte Unterdeckensysteme
- Estrich ohne Bodenbelag Latentwärmespeicher
- Terrazzo
- Industrieböden
3.1.2.2 elastische Bodenbeläge
- Bahnen / Platten 4 Testfragen
Linoleum
PVC
Elastomer
Polyolefine 5 Literaturhinweise
Kork
3.1.2.3 textile Bodenbeläge
- Bahnen / Platten / Gespannt
Teppich 6 Bildnachweise
 06
07 EBB Innenbekleidungen Haptik mit bauphysikalischen Eigenschaften
und konstruktiven Anforderungen in Einklang
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso 1 Definition zu bringen. Umwelt- und Gesundheitsver-
Baukonstruktion und Baustoffkunde Als Innenbekleidungen werden die den Roh- träglichkeit, Wiederverwendbarkeit, Unter-
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
bau ergänzenden Raumoberflächen von halt, Primärenergieinhalt und Nachhaltigkeit
Decken, Böden und Wänden bezeichnet. In- der Baustoffe bestimmen die Auswahl.
nenbekleidungen übernehmen i.d.R. keine Im Folgenden werden die wichtigsten Anfor-
statischen oder aussteifenden Funktionen. derungen und Materialeigenschaften darge-
[1] Rutschfestigkeit von Boden-
belägen: Sie werden an bestehenden Konstruktionen stellt.
Anforderungen an die Rutschfestig- aufgebracht, verankert oder von diesen ab-
keit eines Bodenbelags sind in den
Unfallverhütungsvorschriften und den gehängt. Hierzu notwendige Unterkonstruk- Mechanische Belastungen
Arbeitsstättenrichtlinien festgelegt. tionen sind Bestandteil der Innenbekleidung. Die an Boden, Wand und Decke durch den
Nutzungsbedingt (z.B. Sporthallen)
können Anforderungen an die Rutsch- Rohbautoleranzen werden innerhalb der Gebrauch gestellten mechanischen Anforde-
hemmung eines Bodenbelags gestellt Konstruktion der Innenbekleidung ausgegli- rungen werden in Zusammenhang mit der
werden. Generell erhöhen Wasser,
Fette, Öle und Verschmutzungen chen. Soll auf Innenbekleidungen aus gestal- Gebäudenutzung erfasst. Bodenaufbauten
die Unfallgefahr durch Ausrutschen. terischen, ökonomischen oder technischen müssen definierten Belastungen standhalten
Im Prüfverfahren zur Festlegung der
Rutschhemmung von Belägen wird der Gründen verzichtet werden und die Ober- (z.B. Befahrbarkeit, Lagerregale, Rollmöbel).
Bodenbelag auf verstellbaren schiefen flächen des Rohbaus im fertigen Gebäude Hohe Belastungen der Wandflächen können
Ebenen unter vorbestimmten Voraus-
setzungen begangen. Dies führt zur in Erscheinung treten, stellt dies an Planung z.B. durch Rollmöbel, Bälle und Vandalismus
Festlegung spezifischer Bewertungs- und Bauausführung besonders hohe Anfor- auftreten. Weitere mechanische Bewertungs-
gruppen:
derungen. kriterien sind die Rutschfestigkeit des Boden-
R 9 Eingangsbereiche Werden haustechnische Installationen in die belags sowie die Abriebfestigkeit der Oberflä-
Treppen
Verkaufsräume Schicht der Innenbekleidungen integriert oder chen, [1], [2].
Kundenräume von diesen kaschiert, so ist das haustech-
Schalterräume
Flure, Pausenhallen nische Konzept und die Lage der zu verzie- Raumklima
R 10 Toiletten henden Leitungen maßgebend bei der Aus- Die Behaglichkeit in beheizten Räumen hängt
R 9 erreichbar durch Schliff C 120,
Chemische Behandlung, wahl und Art der Bekleidungskonstruktionen von der Raumlufttemperatur, der relativen
Lasertechnische Behandlung (Abb. 1.1). Luftfeuchte und der Oberflächentemperatur
R 10 erreichbar durch Schliff C 60 der umschließenden Flächen ab. Die Ober-
Schichten und Schalen flächentemperatur aller Raumflächen sollte
R9 geringer Haftreibwert »Schichten« bezeichnen unmittelbar anein- möglichst gleich sein.
R10 normaler Haftreibwert ander liegende, stofflich differenzierte Lagen Eine Temperatur von 16° bis 18° Grad im
einer Konstruktion. Bei einschichtigen Kons- Wandbereich und 22° bis 24° am Fußboden
R11 erhöhter Haftreibwert
truktionen verbleibt die Oberfläche der Roh- und eine relative Luftfeuchte von 65% wer-
R12 großer Haftreibwert
baukonstruktion sichtbar. Werden dem Roh- den als angenehm empfunden.
R13 sehr großer Haftreibwert bau weitere Schichten hinzugefügt, spricht Materialien mit hoher Rohdichte verfügen
DIN 51300, Bewertungsgruppen der
man von einer mehrschichtigen Konstruktion über eine gute Wärmespeicherfähigkeit. Sie
Rutschhemmung (Putze, Anstriche, Estriche usw.). lassen sich nur langsam erwärmen, können
»Schalen« sind Konstruktionen, deren Mate- jedoch viel Wärme speichern und zeitversetzt
A z.B. Umkleideräume riallagen von einander durch eine Luft oder wieder an die Raumluft abgeben (s. Nachtaus-
B z.B. Duschräume Dämmschicht getrennt sind (schwimmender kühlung). Somit wird die Raumtemperatur
C z.B. Treppen die ins Was- Estrich, abgehängte Decken, Doppelboden, stabilisiert, [3].
ser führen Vorsatzschalen usw.). Leichte Materialien sind schlechte Wärme-
DIN 51097, Bewertungsgruppen von speicher, benötigen aber weniger Energie,
nassbelasteten Barfußbereichen 2 Anforderungen um eine behagliche Temperatur zu erreichen.
DIN 51300, Prüfung von Bodenbelä- Bei der Auswahl von Material und Konstruk- Dies ist z.B. bei temporär genutzten Räumen
gen - Bestimmung der rutschhem- tion einer Innenbekleidung sind Optik und vorteilhaft. Wand-, Decken- und Bodenbe-
menden Eigenschaft - Arbeitsräume
und Arbitsbereiche mit Rutschge-
fahr (Begehungsverfahren - schiefe
Ebene).
Rohbau additive Installation verkleidete Installation integrierte Installation
DIN 51097 Prüfung von Bodenbelä-
gen; Bestimmung der rutschhem-
menden Eigenschaft; Naßbelastete Vorteil + Revision + Revision + Ausbau entfällt
Barfußbereiche. (Begehungsverfahren + kostengünstig
- schiefe Ebene)

Merkblatt GUV 26.17 „Bodenbeläge Nachteil - Anmutung - aufwändig - Revision


für nassbelastete Barfußbereiche“ - Reinigung - Raumbedarf - hohe Anforderung an die
Qualität des Rohbaus
[2] Abriebfestigkeit von Boden- - frühe Planungstiefe
belägen:
Für Bodenbelagsmaterialien werden
Beanspruchungsgruppen in Versuchen
ermittelt und festgelegt. Es liegt keine
einheitliche Bewertungsskala für alle
Bodenmaterialien vor. Die Beanspru-
chungsgruppen klassifizieren einen
Bodenbelag jedoch immer in Bezug
auf seine Eignung für die jeweilige
Nutzung des Gebäudes.

s.a.
Glasierte Fliesen DIN EN ISO 10545-7
Elastische Bodenbeläge DIN EN 685
Textile Beläge DIN EN 1307 Abb. 1.1 Vor- und Nachteile unterschiedlicher Installationsmöglichkeiten haustechnischer Elemente
kleidungen aus Baustoffen, die Wasser aus
der Luft aufnehmen und wieder an diese ab-
Temperatur C°

20
Maximale relative Luftfeuchtigkeit %

80
EBB 06
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geben, stabilisieren die relative Luftfeuchte TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
22 70
im Raum. Diese Materialeigenschaft wird als Baukonstruktion und Baustoffkunde

„hygroskopisch“ bezeichnet und hängt von 24 62


04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
der Gefügestruktur des Materials ab. Mate- 26 55
rialien mit vielen Kapillaren unterschiedlichen Abb. 2.1 Maximalwerte der relativen Luftfeuchtigkeit,
Durchmessers weisen ein großes Wasserauf- nach Arbeitsstättenrichtlinien
nahme und -abgabevermögen auf. (z.B. Gips,
Ziegel, Holz). überwiegende Leichte Mittel- Schwere
Materialien mit wenig Kapillaren zwischen Arbeitshaltung Arbeit schwere Arbeit
Arbeit
den Poren (z.B. Gasbeton) oder mit geschlos-
senporiger Struktur (z.B. Beton) tragen wenig Sitzen 20 Cº 19 Cº

zur Stabilisierung der Raumluftfeuchtigkeit Stehen und/oder 19 Cº 17 Cº 12 Cº


bei. Geschlossenporige Strukturen können je- Gehen
doch aufgrund ihrer hohen Dichte die Raum- Abb. 2.2 Lufttemperatur in Arbeitsräumen, nach Arbeits-
temperatur stabilisieren. stättenrichtlinien
Relative Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchte ist
ein Maß für die Menge an Wasserdampf (also Baustoffklasse Bauaufsichtliche Benennung
gasförmigen Wassers) in der Atmosphäre.
Die maximale Menge an Wasserdampf, die
A nicht brennbare Baustoffe [3] Nachtauskühlung:
die Luft bis zur Sättigung aufnehmen kann, Die Nachtauskühlung nutzt die
A1
ist von der Lufttemperatur abhängig. Warme Wärme-speicherfähigkeit von Ober-
A2 flächen zur Klimaregulierung von
Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte Gebäuden. Schwere Materialien mit
Luft. Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, zu B brennbare Baustoffe
geringer Wärmeleitfähigkeit (in der
Regel die unverkleideten Betondeck-
wie viel Prozent die Sättigungsfeuchte der en) werden im Tagesverlauf durch
B1 schwerentflammbare Baustoffe
Luft bei einer bestimmten Temperatur erreicht den anfallenden Energieeintrag über
B2 normalentflammbare Baustoffe die Fassade erwärmt. Die über zu
ist. Das heißt, bei steigender Temperatur sinkt öffnende Lüftungselemente nachts
B3 leichtentflammbare Baustoffe
die relative Feuchtigkeit. Die Arbeitsstät- durchströmende Luft kühlt die Spei-
chermassen und führt die überschüs-
tenrichtlinien definieren Maximalwerte für sige Wärme aus dem Gebäude ab.
AB In wesentlichen Teilen aus nicht brennbaren
die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur in Baustoffen Vorraussetzung ist eine hohe Tem-
peraturdifferenz zwischen Tag und
Arbeitsräumen (Abb. 2.1 u. Abb. 2.2). Nacht. Latentwärmespeicherflächen
Abb. 2.3 Baustoffklassen nach DIN 4102 können den Effekt noch verstärken
(siehe3 .2.2.2).
Brandschutz
Bauteile werden gemäß ihrer Feuerwider- Kurz- Bauaufsichtliche Benennung
bezeichnung
standsdauer in Feuerwiderstandsklassen
F 30-B feuerhemmend [4] BayBO Art. 40: Lüftungsanla-
eingeteilt. Auch an Innenbekleidungen, die gen, Installationsschächte und
als Bauteile (abgehängte Decken, Installati- F30-A feuerhemmend -kanäle, Leitungsanlagen
aus nichtbrennbaren Baustoffen (1) Leitungen dürfen durch Brand-
onsräume usw.) eingesetzt werden, können wände, durch Wände an Stelle von
Anforderungen bezüglich ihrer Feuerwider- F90-AB feuerbeständig Brandwänden, durch Treppenraum-
wände, sowie durch Trennwände
standsdauer gestellt werden. in wesentlichen
und Decken, für die eine Feuerwid-
Teilen aus nicht-
Aufmerksamkeit ist dann geboten, wenn der brennbaren Bau- erstandsdauer vorgeschrieben ist, nur
hindurchgeführt werden, wenn eine
Hohlraum hinter einer Bekleidung an unter- stoffen
Übertragung von Feuer und Rauch
schiedliche Räume grenzt und diese Räume F90-A feuerbeständig
nicht zu befürchten ist oder Vorkeh-
rungen hiergegen getroffen sind, das
laut Brandschutzanforderungen voneinander aus nicht brennbaren Baustoffen
gilt nicht für Decken innerhalb von
getrennt werden müssen (Installationsschäch- Wohnungen.
Abb. 2.4 Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102, die (8) Installationsschächte und -kanäle
te, -Decken und -Böden), [4]. Zahlen innerhalb der Kurzbezeichnungen geben die Wider- sind aus nichtbrennbaren Baustoffen
Bekleidungen, die den Feuerwiderstand von standsdauer in Minuten an herzustellen (Abb. 2.5).
Bauteilen erhöhen, werden als Brandschutzum-
mantelung bezeichnet (Abb. 2.5 unten). (1)

Schalldämmung
Wird der Schallübertrag von einem Raum (1) Kabel/Rohrschott; Öffnung mit
in den nächsten reduziert, so spricht man Modulstein (z.B. Promatstop)
ausgemauert
von Schalldämmung. Hier werden Körper- (2) F ugenabdichtung (z.B. Promastop
und Luftschall unterschieden, [5], [6]. Das Systemkit - N)
(3) (2) (3) R ohr- und Kabeldurchführung
bewertete Schalldämm-Maß (Rw), mit dem
die schalldämmenden Eigenschaften einer
Konstruktion/eines Bauteils frequenzabhän-
(4)
gig bezeichnet sind, beziffert um wie viel
Dezibel (dB) eine Konstruktion den Luftschall
zwischen zwei Räumen abmindert. (s. 04.3
Trennwände – Türen, Bauphysik). (4) Stahlträger z.B. IPE 300
Je höher das bewertete Schalldämm-Maß (5) B
 randschutz - Ummantelung (z.B.
(5) Promat Platte: Dämmplatte auf
desto besser ist die Luftschalldämmung. Calciumsilikatbasis)
Die beste Schalldämmung wird durch mehr- Abb. 2.5 Promat Kombischott (o), I-Träger mit Brandschut-
schalige Konstruktionen erreicht, die als Innen- zummantelung (u)
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Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

[5] Körperschall:
Schall, der sich in einem festen Körper
mit einer Frequenz > 15 Hz ausbrei-
Abb. 2.7 Körperschall: Ausbreitung über massive Bauteile Abb. 2.9 Luftschall: Ausbreitung über die Luft
tet, wird als Körperschall bezeichnet.
Körperschall ist nicht hörbar. Erst bei
Abstrahlung und Übertrag an die Luft
wird Körperschall zu hörbarem Luft-
bekleidungen in Form von Unterdecken oder Bei der Auswahl der Innenbekleidungen muss
schall verwandelt (Abb. 2.7). Wandvorsatzschalen ausgeführt werden. also die gewünschte Akustik berücksichtigt
Sind die Schalen des Konstruktionsaufbaus werden (Abb. 2.9).
[6] Luftschall:
Schallwellen, die sich über die Luft aus-
voneinander entkoppelt, ist die Umwandlung Treffen Schallwellen auf eine Oberfläche, ver-
breiten (Sprechen, Radio) (Abb. 2.9). der Schallenergie in Bewegungsenergie nicht setzen sie diese in Schwingung oder werden
möglich. zurück in den Raum reflektiert. Reflektierter
[7] Schallschutz im Hochbau:
Die DIN 4109 definiert jeweils zwei
Generell gilt: je höher das Gewicht und die Schall überlagert sich mit den von der Quelle
Norm- Luft- und Trittschallpegel: Biegeweichheit der Beplankung, desto besser ausgehenden Schallwellen und erhöht somit
R w: bewertetes Schalldämm-Maß in
dB ohne Schallübertrag über flankie-
ist die Schalldämmung. Zusätzlich mindern in den Lärmpegel im Raum. Die Absorption von
rende Bauteile den Schalenzwischenraum eingelegte Faser- Schall kann durch poröse, weiche Materialien
R’w: bewertetes Schalldämm-Maß in
dB mit Schallübertrag über flankie-
dämmstoffe (große Oberfläche) den Schall- erfolgen, in deren Oberfläche die Schallener-
rende Bauteile übertrag ab. Trittschall ist Körperschall, der gie in Wärmeenergie umgewandelt wird
L nw: bewerteter Norm-Trittschallpe-
gel in dB ohne Schallübertrag über
beim Begehen von Böden entsteht und in (poröse Absorber). Weiterhin wird die Schall-
flankierende Bauteile angrenzenden Räumen als Luftschall gehört absorption durch dünne frei schwingende
L´nw: bewerteter Norm-Trittschallpe-
gel in dB mit Schallübertrag über flan-
wird. Die Trittschalldämmung einer Decken- Oberflächen erreicht, die ihrerseits die Schall-
kierende Bauteile konstruktion wird im bewerteten Norm-Tritt- wellen in Bewegungsenergie umwandeln
schallpegel (L‘n,w,R) erfasst. (Resonanz-Absorber). In der Praxis werden
[8] Schalllängsdämmung R  :
Die durch eine abgehängte Decke
LW
Dieser gibt an, mit welchem Störgeräusch- häufig Konstruktionen eingesetzt, die beide
oder einen Systemboden zwischen pegel zu rechen ist und sollte daher niedrig Konstruktionsprinzipien kombinieren.
zwei benachbarten Räumen erreichte
Schallabminderung wird als Schall-
sein, [7]. Zur bewerteten Deckenkonstruktion
längsdämmung R’LW bezeichnet. zählen Bodenaufbau, Tragkonstruktion und Poröse Absorber: poröse und fasrige Materi-
Werden im Decken- oder Bodenhohl-
raum Leitungen geführt sind schall-
Deckenbekleidungen des darunter liegenden alien, z.B. Holzfaserplatten, Mineralfaserplat-
längsdämmende Konstruktion meist Raumes. Eine ausreichende Trittschalldäm- ten, Akustikputz, gelochte oder geschlitzte
die bessere Lösung gegenüber verti-
kalen Abschottungen im Decken oder
mung wird nur von mehrschaligen Decken- Platten, Stoffe und Teppiche; die Mindest-
Bodenhohlraum. konstruktionen erreicht. Die Schalen sind dicke von Absorberplatten beträgt 10 mm;
durch elastisches Dämmmaterial voneinander (Abb. 2.10 l.); besonders effektiv für hohe Fre-
[9] Nachhallzeit:
Nach Wallace Clement Sabine versteht
zu trennen. Hohes Flächengewicht, große quenzen.
man unter der Nachhallzeit das Zeit- Biegeweichheit und elastische Verbindungen
intervall innerhalb dessen der Schall-
druck auf den tausendsten Teil seines
der einzelnen Schalen wirken sich positiv auf Resonanz-Absorber: harte, dünne Platten,
Anfangswerts abgefallen ist. den Norm-Trittschallpegel aus (Abb. 2.8), [8]. z.B. Holzplatten, Gipskartonplatten die frei
schwingend mit Abstand vor der Konstruktion
Luft- Tritt- Schallabsorption (Schalldämpfung) montiert werden; besonders effektiv bei mitt-
schall- schall- Schalldämmende Konstruktionen verhindern, leren und tiefen Frequenzen (Abb. 2.10 r.).
däm- däm-
mung mung dass Geräusche aus dem Raum nach Außen
R’w L’n,w oder von Außen nach Innen dringen. Lärmpegelsenkung: Die Lärmminderung hängt
Geschoss- 54 53
Dagegen werden Schallpegel, Sprachverständ- von der Größe der Absorptionsfläche ab.
häuser lichkeit und Nachhall innerhalb eines Raumes
mit
Wohnun-
wesentlich durch die Oberflächenbeschaffen- Optimale Nachhallzeit: Eine gute Sprach- und
gen und heit von Wand, Boden und Decke beeinflusst. Musikverständlichkeit in einem Raum wird
Arbeits-
räumen
>2

Geschoss- 52 63
häuser
mit
Wohnun-
gen und
Arbe-
itsräumen
<2

Einfamil- - 48
ien-Dop-
pelhäuser
und Ein-
familien
Reihen-
häuser

Abb. 2.6 Luft- und Trittschall-


anforderungen nach DIN 4109 Abb. 2.8 Schalltoter Raum Abb. 2.10 Poröser Absorber (l.), Resonanz Absorber (r.)
durch eine optimale Nachhallzeit erreicht.
Die Nachhallzeit wird durch die eingesetzte EBB 06
07


Absorberkonstruktion, deren Größe und Posi- TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
tion im Raum bestimmt, [9]. Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


Lichtabsorption und - reflexion
Beschaffenheit und Farbe der Wand-,
Decken- und Bodenoberflächen bestim-
men, wie auftreffendes Licht reflektiert und
absorbiert wird. Je dunkler und matter eine
Oberfläche, desto mehr Licht wird absorbiert.
Helle, glatte Oberflächen reflektieren auftref-
fendes Licht. So werden Bekleidungen zum
Bestandteil komplexer Beleuchtungskonzepte [10] Empfohlene Reflexionsgrade
nach DIN EN 12464-1, Beleuchtung
(Abb. 2.11), [10]. von Arbeitsstätten:
Decken 60-90%
Wände 30-80%
Abdichtung Böden 10-50%
Ob eine Abdichtung der Innenbekleidung
Reflexionsgrade
notwendig ist hängt von der Nutzung, der Sichtbeton 20-30%
im Raum anfallenden Feuchtigkeit und der Holz 40-60%
Konstruktion der Hüllflächen ab. Böden Farbe Weiß 97%
in Nassräumen müssen abgedichtet sein, Abb. 2.11 Lichtreflektierende Decke, Kimbel Art Museum,
Farbe Schwarz 3%
um Dämmschichten und darunter liegende Forth Worth; Texas; USA; 1967; L. Kahn
Räume gegen Feuchtigkeit zu schützen. Als
Nassräume werden Innenräume bezeichnet,
in denen die nutzungsbedingt anfallende
Wassermenge einen Bodenablauf erfordert.
Wohnungsbäder gehören nicht zwingend
dazu, es sei denn, bodengleiche Duschen
werden eingeplant (Abb. 2.12), [11], [12].
(1)

Fugen / Toleranzen
Gebäudetrennfugen sind statisch notwen- (2)
dige konstruktive Fugen, die ein Gebäude in
Bewegungsabschnitte unterteilt. Sie gehen (1) Fliesen auf Putz mit Rabitzgewebe
durch alle tragenden und nicht tragenden (2) Festflansch
Bauteile eines Gebäudes und müssen somit
(3) Dauerelastische Abdichtung
auch in allen im Innenausbau eingebrachten
Bekleidungen ausgeführt werden. Im Ausbau (4) Dauerelastische Abdichtung
können zusätzlich Bewegungsfugen aufgrund (3)
des Dehnungsverhaltens der eingesetzten GGF. Sockelfliese (4)
Materialien notwendig sein. Werden diese [11] Abdichtung von Nassräumen
nicht ausgeführt, kommt es zu Bauschäden nach DIN 18195-5
Die Abdichtung in Nassräumen ist
durch die innerhalb des Materials auftre- mind. 15 cm über den fertigen Boden-
tenden Spannungsrisse. Anschluss- und Rand- belag hoch zuführen. Die Abdichtung
kann als Abdichtungsbahn in den Bo-
fugen werden an Fügepunkten ausgeführt, denaufbau integriert oder im direkten
Abb. 2.12 Randabschluss Dusche (l), Abdichtung Dusche (r)
um unterschiedliche Bauteile konstruktiv, Verbund (Dicht- und Klebesysteme)
mit den keramischen Belägen herge-
bauphysikalisch oder gestalterisch voneinan- stellt werden. Bodenabläufe werden
der zu entkoppeln (Abb. 2.13r u. Abb. 2.14). an die Abdichtungsebene angeschlos-
sen. Das Bodengefälle steigt mit der
anfallenden Wassermenge und liegt
Modulordnung und Ausbauraster zwischen 1-3 %. Bei Duschräumen ist
die Abdichtung in den Wänden bis
Bei elementierten Boden-, Decken- und 30 cm über die Höhe des Duschkopfes
Wandverkleidungen sind Elementfugen im zu führen. Bekleidungsanschlüsse an
aufgehende Bauteile sind aufgrund
eingebauten Zustand ablesbar. Aufgabe der von Bauwerksbewegungen besonders
Planung ist daher, Elementstöße aufeinander gefährdet und elastisch zu verfugen.
abzustimmen. Dem Ausbauraster liegt i.d.R.
Abb. 2.13 Mäßig beanspruchte Abdichtung, Ausführung
ein Grundmodul zugrunde. In Bekleidungen als Anstrich mit einem Gewebeband als Überbrückung zum
zu integrierende technische Elemente, wie schwimmenden Estrich (l), Randfuge (r)
[12] DIN 18195-5 Bauwerksabdich-
z.B. Beleuchtungen, Steckdosen, Lautspre- tung Unterscheidungen nach DIN:
Mäßig beanspruchte Innenflächen:
cher, Projektionsflächen, Bodenkanäle und Unmittelbar Spritzwasser ausgesetzte
Deckenluftauslässe, sollten an der Modulord- Fußboden und Wandflächen in Nass-
räumen des Wohnungsbaus (Wohn-
nung orientiert werden (s. 04.3.2.4 Raster). bäder mit Bodenablauf)
Hoch beanspruchte Innenflächen:
Durch Brauch- und Schmutzwasser
stark beanspruchte Fußboden- und
Wandflächen in Nassräumen, Umgän-
gen von Schwimmbädern, öffentliche
Duschen, gewerbliche Küchen andere
Abb. 2.14 Gebäudetrennfuge (l), Bewegungsfuge (r) gewerbliche Nutzungen.
 06
07 EBB 3 Systeme und Bekleidungen

3.1 Boden
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Baukonstruktion und Baustoffkunde
3.1.1 Systeme

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


Als Bodenaufbau wird die Abfolge der Schich-
ten über der Rohdecke einschließlich des
Nutzbelages bezeichnet. Auf Bodenaufbauten
ist in Werkplänen gesondert zu verweisen, da Abb. 3.2 Verbundestrich (l), Estrich auf Trennschicht (r)

z.B. unterschiedliche Aufbauhöhen aufeinan-


der abgestimmt werden müssen.
[13] Estriche im Bauwesen
DIN 18560
(...) 3.1.1.1 Schichtensysteme Estrich
5.1 Allgemeines Die zulässigen Maßtoleranzen des Roh-
Ein Estrich muss in jeder Schicht
hinsichtlich Dicke, Rohdichte und baus und ein ungehinderte Trittschallüber-
mechanischer Eigenschaften mög- trag erlauben nur in Ausnahmefällen, den
lichst gleichmäßig sein und eine ebene
Oberfläche mit Ebenheitstoleranzen Rohboden als Nutzschicht auszubilden. Zur
Abb. 3.3 Estrich- (l.), Heizestrich (r.) auf Dämmschicht
nach DIN 18202 aufweisen, die eine Egalisierung der Rohbautoleranzen wird im
für den Verwendungszweck ausrei-
chende Oberflächenfestigkeit aufwei- Bodenaufbau als vermittelnde Schicht unter- Papiere und Rohglasvliese eingelegt. Material
sen muss. halb des Nutzbelags ein (Ausgleichs-) Estrich und Ausführung der in der Regel zweilagigen
Werden bei Magnesia-, Kunstharz-
und Zementestrich für besondere vorgesehen (Abb. 3.1), [13]. Trennlage ist auf das Estrichmaterial abzu-
Anwendungsgebiete zusätzliche stimmen (Abb 3.2r).
Anforderungen an den Verschleißwi-
derstand gestellt, müssen die Kenn- im Verbund
werte für diese Anforderungen auf Direkt auf die Rohdecke eingebrachter Est- auf Dämmschichten
die Festigkeitsklassen abgestimmt
werden. rich wird als Verbundestrich bezeichnet. Ein Estrich wird als „schwimmend“ bezeich-
Material- und herstellungsbedingte Formänderung der Tragkonstruktion durch net, wenn die Estrichplatte frei auf einer
Farb- und Strukturunterschiede in der
Oberfläche des Estrichs sind zulässig. Schwinden, Temperatur oder Lasten führen Dämmschicht aufliegt und von allen angren-
zu Spannungen im Verbund der Materialien zenden Bauteilen durch Randstreifen entkop-
5.2 Dicke
Die Dicke eines Estrichs sowie die und müssen daher minimiert werden. Ein pelt wird. Schwimmende Estriche erfüllen
Ober- bzw. Nutzschichtdicke eines ein- Verbundestrich wird bei geringen Schall- und Schall- und/oder Wärmeschutzanforde-
oder mehrschichtigen Estrichs müssen
auf die jeweilige Estrichbauart und Wärmeschutzanforderungen eingesetzt. Er rungen. Tritt- und Luftschall wird durch den
den jeweiligen Verwendungszweck eignet sich als unterste Lage des Bodenauf- mehrschichtigen Aufbau gedämpft (Abb 3.3l).
des Estrichs abgestimmt sein. Die
Nenndicken liegen zwischen 10 und baus zur Ausbildung eines Gefälles und zur Bei mehrlagiger Ausführung der Dämmschicht
80 mm. Die Nenndicke des Estrichs Nivellierung von Unebenheiten der Rohdecke. sollte die Druckfestigkeit der Dämmung von
darf unter Stein- und keramischen
Belägen 40 mm bei Calciumsulfat- Bei Verbundestrichen ohne schalltechnische unten nach oben zunehmen. Der Estrich muss
Fließestrichen (CAF) und 45 mm bei Anforderungen sind Fugen nur im Bereich im Sinne einer ausreichenden Biegezugfes-
allen anderen Estrichen nicht unter-
schreiten. Bei geringeren Nenndicken von Durchdringungen (Stützen, Rohrlei- tigkeit eine Mindeststärke aufweisen, um
ist eine Prüfung auf Tragfähigkeit tungen) und über Bauwerksfugen, sowie an die Lastungen (Eigenlasten, Verkehrslast) als
und auch auf Durchbiegung nach 6.2
durchzuführen. den Rändern erforderlich. Durch den Verbund Platte gleichmäßig abzutragen. Die Trittschall-
(...) mit der Tragkonstruktion können hohe Lasten dämmung liegt unter der Wärmedämmung.
aufgenommen werden (Abb. 3.2l).
mit Installationen
[14] w/z-Wert: auf Trennlage Heizestrich: Zur Raumtemperierung kann der
Wasserzementwert (w/z-Wert) wird
das Gewichtsverhältnis des Wasser-
Ist mit unterschiedlicher Ausdehnung von Est- Estrich mittels Einbetten von Heizschläuchen
gehaltes w zum Zementgehaltes z rich und Decke zu rechnen und werden keine oder -rohren als s.g. Heizestrich ausgeführt
bezeichnet. Zement kann in etwa eine
Wassermenge von 40% seiner Masse
spezifischen Anforderungen (z.B. Schallschutz) werden. Die Heizleitungen werden systemab-
binden (w/z-Wert =0,4). an den Bodenaufbau gestellt, kann der Estrich hängig im Estrich, im Ausgleichsestrich oder
Zusatzmittel: Zusatzmittel wirken
mittels einer Trennlage (Gleitschicht) von der unter dem Estrich verlegt. Ein guter Wärme-
chemisch und/oder physikalisch. Sie Rohdecke konstruktiv getrennt werden. Als durchgang des späteren Oberbelags unter-
werden dem Estrich zugegeben, um
die Eigenschaften des Frischbetons,
Trennlagen werden Polyethylenfolien, kunst- stützt die Heizwirkung (Abb 3.3r).
und/oder Festbetons zu beeinflussen. stoffbeschichtete oder bitumengetränkte Unterflurkanäle: Erfordert die Nutzung des
Wegen der geringen Zusatzmengen
kann ihr Stoffraum bei der Mischungs-
berechnung (abgesehen von ggf.
entstehenden Luftporen und dem
Wasseranteil flüssiger Zusatzmittel Verbundestrich Estrich auf Trennlage schwimmender Estrich
bei hoher Dosierung) unberücksichtigt
bleiben. Aufbau Estrich Estrich Estrich
Bsp. Zusatzmittel: Rohdecke Trennlage Trennlage
Betonverflüssiger (BV) Rohdecke Dämmung (Wärme-, Trittschall)
Fließmittel (FM) Rohdecke
Luftporenbildner (LP) Estrichhöhe 20-50 mm 40-60 mm 60-100 mm
Dichtungsmittel (DM)
Verzögerer (VZ) Vorteil geringe Konstruktionshöhe höhere mech. Belastbarkeit Trittschallentkoppelung
Beschleuniger (BE) höhere mech. Belastbarkeit Bauteilaktivierung möglich Leitungsverlegung in Dämm-
Einpreßhilfen (EH) Bauteilaktivierung möglich ebene
Stabilisierer (ST)
Nachteil keine Trittschalldämmung keine Trittschalldämmung hohe Konstruktionshöhe
Zusatzstoffe: Zusatzstoffe sind z.B. Spannungsempfindlich geringere Belastbarkeit
Gesteinsmehle, latent-hydraulische
Stoffe, Puzzolane, Farbpigmente u.ä., Einsatzbereich Ausgleichsestrich Industriebau Wohnungsbau
die ebenfalls bestimmte Eigenschaften Gefälleestrich Außenbereiche
des Betons beeinflussen sollen. Ihr Industrieestrich
Stoffraum muss bei der Mischungsbe-
rechnung berücksichtigt werden. Abb. 3.1 Vor- und Nachteile der verschiedenen Verlegearten von Estrich
Zementestrich
(ZE)
Anhydritestrich
(AE)
Magnesiaestrich
(Steinholzestrich)
Gußasphaltestrich
(GE)
Trockenestrich
(TE) EBB 06
07


Bestandteile Zement, Wasser Gips, Wasser Mg-Oxid, Sägemehl, Bitumen, Sand, Holzwerkstoff, z.T. TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Zuschlagstoffe Zuschlagstoffe Quarzmehl, Mg- Steinmehl zementgebunden Baukonstruktion und Baustoffkunde
(Sand,...), Zusätze (Sand,...), Zusätze Chlorid, Wasser, Gipskarton- Gipsfa-
(Beschleuniger,...) (Beschleuniger,...) Zusätze serplatten
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
Aushärtung Verdunstung Verdunstung Verdunstung thermoplastisch -
chemisch irreversibel reversibel reversibel reversibel

Dicke 20-50 mm 40-50 mm 15-50 mm einlagig 20-40 mm -


45-70 mm (Heiz.) 45-60 mm (Heiz.) 2 x min.8 mm
zweilagig

Begehen 3 Tage 2Tage 2 Tage Abgekühlt nach nach Montage


2-4 Stunden
Belasten 7 Tage 5 Tage 5 Tage nach Abkühlung sofort

Ausgetrocknet 2-5 Wochen 2-5 Wochen 5 Wochen sofort sofort

Fuge je 4-7 Meter keine je 8-10 Meter keine abhängig von den
Plattengrößen

Heizestrich möglich möglich möglich nicht möglich nicht möglich

Vorteil Innen und Außen, geringe Rissneigung, hoch belastbar, gute Schalldäm- leicht,
Nutzboden, niedrige Kosten geringes Gewicht, mung kein Wasserein-
niedrige Kosten Fusswarm kein Wassereintrag trag während der
während der Bauzeit Bauzeit,
sofort weiterbear-
beitbar

Nachteil - feuchtigkeitsem- feuchtigkeitsemp- begrenzt Druckfest, -


pfindlich findlich, hohe Einbautem-
greift Metalle an peratur,
hohe Kosten

Abb. 3.4 Übersicht Estricharten

Gebäudes flexible Elektroinstallationen (z.B. überlappend verlegt) voneinander zu tren- Fes- Güte- Anwen-
Verwaltungsbau), können Unterflurkanäle in nen, um bei Zementestrich das Eindringen tigkeit prüfung, dungs-
Nennfes- beispiel
Estrich und/oder Dämmung integriert werden. der Zementmilch in den Dämmquerschnitt tigkeit,
In diesen werden Strom und Datenleitungen zu vermeiden. Die Druckfestigkeit der Däm- Druckfest-
igkeit
verzogen. Bodenauslässe im Oberbelag lie- mung und die Estrichdicke müssen aufeinan-
ZE 12 12 N/mm² Verbund-
fern die erforderlichen Anschlüsse (Steckdo- der abgestimmt sein, da Verkehrslasten über estrich zum
sen, Netzwerkdosen) und ermöglichen die Estrich und Dämmung in die Rohdecke wei- Ausgleich
von Une-
Revision. tergeleitet werden. benheiten
Da die Lage der Kanäle und Bodendosen die
ZE 20 20 N/mm² Schwim-
Flexibilität der Leitungsführung beschränkt Zementestrich: Zementestrich wird aus mender
(Abb 3.5), müssen diese auf Möblierung und Zement, Wasser, Zuschlägen und ggf. Zusatz- Estrich im
Wohnungs-
Ausbauraster abgestimmt sein. Größere Fle- mitteln und Zusatzstoffen hergestellt. Die bau
xibilität ermöglichen Hohlraum- und Doppel- Zuschläge können organisch (z.B. Quarzsand) ZE 30 30 N/mm² Verbund-
böden. oder anorganisch (z.B. Polystyrol) sein. Die estrich als
Nutzestrich;
Zuschläge sollen so beschaffen sein, dass ein normaler
Estricharten möglichst dichtes Gefüge mit wenigen Hohl- Fußgänger-
verkehr
Nass-Estrich räumen zwischen den Einzelkörnern entsteht.
Nassestriche werden als selbst nivellierende Sieblinie und Korngröße der Zuschläge ist ZE 40 40 N/mm² Verbund-
estrich als
Fließestriche oder nivellierbare, abzuziehende zudem von der Estrichstärke abhängig. Die Nutzestrich;
Masse auf die Trag- oder Schalldämmschicht maximale Korngröße beträgt 16 mm. Bei Est- leichter
Fahrverkehr
aufgebracht. Während des Abbindeprozesses richdicken unter 40 mm soll 8 mm Korngröße
ZE 50 50 N/mm² Verbund-
ist der Estrich einige Tage nicht betret- und nicht überschritten werden. Der Wasserze- estrich als
belastbar. Im Bauablauf ist zu berücksich- mentwert (w/z-Wert) gibt Auskunft über die Nutzestrich
im Indus-
tigen, dass der Oberbelag erst nach einer triebereich
oder mehreren Wochen Trocknungsphase
ZE 55 55 N/mm² Verbund-
aufgebracht werden kann. Um Risse vorzu- M* estrich als
beugen, sind in Abhängigkeit vom gewählten Nutzestrich
ZE 65 65 N/mm² im Indus-
Baustoff in festgelegten Abständen Bewe- A* triebereich,
gungs-, Rand- und Scheinfugen vorzusehen ZE 65 65 N/mm²
hochbean-
spruchbar
(Abb 3.5). Die Anordnung wird im Fugenplan KS *
festgelegt. Über Gebäudetrennfugen sind Hochbeanspruchte Zementestriche
Estrichfugen vorzusehen. Die Schall- und/ werden mit Hartstoffen nach DIN
1100 hergestellt. (ZE 55M, ZE 65 A
oder Wärmedämmung kann ein- oder mehr- und ZE 65 KS)
lagig ausgeführt werden. Werden auf der M, A, KS bezeichnen den jeweiligen
Hartstoffzuschlag
Rohdecke Installationen geführt (Heizrohre, M: Metalle
Kabelkanäle etc.) ermöglicht ein zweilagiger A: feste Natursteine, dichte Schlacke
oder Gemische mit M und KS
Aufbau der Dämmung die Ausbildung einer K: Elektrokorund
geschlossenen Dämmlage oberhalb der Lei- S: Siliziumkarbid
tungen. Estrich und Trittschalldämmung sind Abb. 3.6 Festigkeitsklassen
mittels Trennlage (z.B. PE-Folie; d=0,1mm; Abb. 3.5 Unterflurkanal mit Zug- und Anschlussdosen (*Hartstoffgruppe nach DIN 1100)
10 06
07 EBB Qualität des Estrichs, [14].
Je geringer der Wasseranteil, desto hochwer-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso tiger ist der Estrich. Beim Erhärten verdunstet
Baukonstruktion und Baustoffkunde überschüssiges Wasser und hinterlässt feine
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
Poren, welche Festigkeit, Formstabilität und
Witterungsbeständigkeit des Estrichs beein-
trächtigen. Im Wohnungsbau wird Zement
mit Sand als Zuschlag im Verhältnis von ca.
1:4 gemischt.
Den langen Trockenzeiten (normal: 2 - 5
Wochen) und der Neigung des Estrichs zum
Schwinden und Schüsseln kann mit Zusatzmit-
teln entgegengewirkt werden, [14]. Zusatz-
Abb. 3.8 Zementestrich, geschliffen mit farbigem Zuschlag
mittel und Zusatzstoffe werden zur Steuerung
der Estrichkonsistenz, des Abbindeprozesses
und der Zug- und Druckfestigkeit beige-
mischt. Luftporenbildner und Dichtungsmittel
beeinflussen Rohdichte, Wärmedämmeigen-
schaften und Wasseraufnahmevermögen
des Zementestrichs. Zementestrich wird in
Festigkeitsklassen ZE12 bis ZE65 eingeteilt
(Abb. 3.6-8).

Anhydritestrich: Wird als Bindemittel Anhyd-


rit (CaSO4, Gips) verwendet, entsteht ein sehr
formbeständiger, sich selbst nivellierender
Fliessestrich, der über große Flächen fugenlos
Abb. 3.9 Bitumenterrazzo, geschliffen
verarbeitet werden kann. Gips als hydrau-
lisches Bindemittel kristallisiert an der Luft
aus, bleibt jedoch wasserlöslich. Daher sind
Anhydritestriche empfindlich gegen Feuch-
tigkeit und sollten nur in trocken genutzten
Räumen eingebracht werden. Feuchtigkeits-
empfindliche Estriche müssen gegen Feuch-
tigkeit von unten, wie auch von oben, durch
Abdichtungen geschützt werden. Unter dem
Estrich eingelegte Dampfsperren verhindern
die Schädigung des Estrichs durch Feuchtig-
keit, die in Folge des Dampfdruckausgleichs
eindiffundieren würde. Vorsicht ist bei dampf-
dichten Oberbelägen auf feuchtigkeitsemp-
Abb. 3.10 Einbringen von heissen Gussasphaltestrich
findlichen Estrichen geboten, da sich unter
Estrich- Biege- Estrich-
art zugfestig- nenndi-
dem Oberbelag schädigende Feuchtigkeit müssen der hohen Einbautemperatur stand-
keitsklasse cke ansammeln kann. Diffusionsoffene Oberbe- halten. Dadurch ist der Einbau einer Fußbo-
Härteklasse bei einer läge sichern das ausreichende Austrocknen denheizung nur mit Kupferrohren möglich.
nach Zusammen-
DIN EN drückbar- des Estrichs. Gussasphaltestrich kann bei geringer Est-
13813 keit der
Dämmschicht
< 5mm
richdicke großflächig fugenlos eingebaut
Magnesitestrich: Magnesiaestriche sind feuch- werden. Gussasphaltestrich ist wasser- und
Calcium- F4 > 35 mm
sulfat F5 > 30 mm teempfindlich und greifen Metalle an. Magne- dampfdicht, verfügt über hohen elektrischen
Fliess- F7 > 30 mm siaestriche bestehen aus Magnesiumoxid und Widerstand und eine niedrige Körperschall-
estrich
CAF einer Salzlösung. Da sie kein Wasser enthal- leitfähigkeit. Gussasphalt kann als Nutze-
Calcium- F4 >45 mm
ten, können ihnen auch organische Zuschläge strich eingebracht und auch in Nassbereichen
sulfate- F5 >40 mm wie Sägemehl oder Kunststoffe beigemischt verlegt werden. Um die Rutschfestigkeit der
strich F7 >35 mm
werden. Dadurch wird die Wärmeleitfähigkeit Oberfläche zu erhöhen, kann diese mit Sand
Gussas- IC10 >25mm reduziert, so dass der Estrich als „fußwarm“ abgestreut und anschließend abgekehrt
phalt-
estrich gilt. So genanntes Steinholz (Zuschlagstoffe werden (Abb. 3.9-10).
Kunst- F7 >35 mm überwiegend aus Holzmehl/feinen Holz-
harz- F10 >30 mm spänen) kann direkt auf Holzböden verlegt Trockenestrich
estrich
werden. Wegen des höheren Preises kommt Alternativ zu Nass-Estrichen können Trocken-
Magne- F4 >45 mm Magnesiaestrich heute fast nur noch bei estriche aus vernuteten Holzwerkstoff-,
siaes- F5 >40 mm
trich F7 >35 mm Sanierungen zum Einsatz. Gipskarton- oder Gipsfasertafeln eingebaut
werden. Hierbei sind vollflächig schwimmende
Zement- F4 >45 mm
estrich F5 >40 mm Gussasphalt: Bitumen wird mit Zuschlags- und auf Lagerhölzern montierte Konstruktio-
stoffen (Sand, Splitt, Kies, Steinmehl) auf nen zu unterscheiden. Bei schwimmenden
ca. 250 °C erhitzt und als flüssige Masse vor Konstruktionen trennen Perlite-Schüttungen
Abb. 3.7 Nenndicken für
schwimmende Estriche n. DIN
Ort heiß eingebracht. Bauteile und Baustoffe, oder Dämmplatten den Trockenestrich voll-
18560-2 die mit Gussasphalt in Kontakt kommen, ständig von der Deckenkonstruktion. Tro-
ckenestriche sind schnell montierbar. Der
Oberbelag kann sofort verlegt werden.
higem Anhydritestrich (ca. 35 mm) verbindet
die einzelnen Trägerplatten. Diese sind daher EBB 06
07
11

Durch ihr geringes Eigengewicht eignen sie nach dem Einbau nicht mehr lösbar. TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
sich besonders für Altbausanierungen. Ihre Leitungen und Kabel müssen über exakt Baukonstruktion und Baustoffkunde

Trittschall dämmenden Eigenschaften sind positionierte Revisionsöffnungen (Zug- und 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
begrenzt. Es werden auch Trockenfußboden- Gerätedosen) erreichbar sein.
heizungssysteme angeboten. Sollte der, etwa 10 cm hohe Installationsraum
nicht ausreichen, kann ein Doppelboden not-
3.1.1.2 Schalensysteme Aufbauböden wendig werden.
Hohlraumboden
Hohlraumböden ermöglichen ein freies Doppelboden
horizontales Verziehen von Strom-, Daten- 600 x 600 mm große Trägerplatten werden
leitungen und anderen haustechnischen auf höhenjustierbaren Ständerstützen gela-
Notwendigkeiten zwischen Rohdecke und gert. Die Materialität der Einzelplatten sowie
Bodenbelag. die Gesamthöhe des Installationsraums (60-
Hartschalen, ähnlich einem umgekehrten 200 cm) werden auf die spezifischen Projek-
Eierkarton, werden mit Anhydritestrich aus- tanforderungen abgestimmt.
gegossen, Stützensysteme werden zunächst Üblich sind Holzwerkstoffplatten, Gipsfaser-
mit Trägerplatten (Gips) im Sinne einer verlo- platten, tiefgezogene, mit Anhydritestrich
renen Schalung belegt (Abb. 3.11). verfüllte Blechwannen (verbesserte akustische
Eine lastverteilende Tragschicht aus fliessfä- Eigenschaften durch hohes Eigengewicht),
(1) Fliessestrich
(2) PE-Folie
(5) (9) (3) Trägerplatte
(4) Stütze mit Fliessestrich gefüllt

(1) (2) (3) (4)

(6)

(7) (8)

(5) Doppelbodenplatte
(6) Stützenkopfauflage, justierbar
(7) Doppelbodenstütze
(8) Fußplatte am Unterboden
verklebt und/oder verdübelt
Abb. 3.11 Hohlraumboden mit Stützfüßen Abb. 3.13 Doppelbodensystem (9) Oberbelag, elementiert

Bestandteile Belags- Formate mm Eigenschaften Vorteile Nachteile


dicken mm

PVC Polyvinylchlorid 1,5 - 5 Bahnen Geschlossene, trittsicher, nicht maßbeständig


(PVC) Weichma‑ 2000 bis 3000 porenfreie abriebfest, leicht zu empfindlich gegen
cher, Platten von Oberfläche, reinigen, Bitumen und Fette,
mineralische Füll- 300 x 300 bis dampfdicht, feuchtigkeitsbeständig bei Verbrennung
stoffe Pigmente 900 x 300 schwer entflammbar, entsteht Chlorwas-
Stabilisatoren (B1), recyclebar serstoff (Salzsäure)

Lino- Leinöl, 2-4 Bahnen homogene Zusam- strapazierfähig, feuchtigkeitsemp-


leum Naturharz, 2000 bis 4000 mensetzung, zigarettenglutbeständig, findlich, empfindlich
Holz- u. Korkme- Platten von schwer entflammbar beständig gegen Fette gegen Laugen und
hl, mineralische 300 x 300 bis (B1), umweltfreund- und Öle Säuren
Füllstoffe, 900 x 300 lich/ kompostierbar
Farbpigmente

Kork Korkgranulat, 4-11 Platten von offenporige Ober- trittelastisch, feuchtigkeitsemp-


Bindemittel 300 x 300 bis fläche, umwelt- wärme- und trittschall- findlich, wenig
900 x 300 freunddlich dämmend strapazierfähig

Gummi Synthese- oder 1,8-3,5 Bahnen dichte Oberfläche, strapazierfähig, Gummigeruch bei
Elas- Naturkautschuk, 1200 schwer entflammbar maßbeständig, Erwärmung,
tomer Füllstoffe, Platten von (B1), recyclebar rutschhemmend, tritt- Verfärbungser-
Boden- Farbpigmente, 300 x 300 bis elastisch, feuchtigkeits- scheinungen bei
beläge Vulkanisier- 900 x 300 beständig, beständig ge- UV-Einwirkung
ungsmittel, gen Fette, Öle, Laugen,
Zuschlagstoffe Säuren u. Lösungsmittel,
kein Oberflächenfinish
notwendig, leicht zu
reinigen

Textilien Polyamid, < 10 Bahnen schwer entflammbar wärme- und trittschall- bedingt strapazier-
Polypropylen 700 - 5000 (B1), recyclebar dämmend, fußwarm, fähig, schlechte hy-
Platten von trittelastisch giene, Verfärbungs-
300 x 300 bis erscheinungen bei
900 x 300 UV-Einwirkung,
Stoßfugen schadens-
anfällig

Abb. 3.12 Übersicht Bodenbeläge


12 06
07 EBB z.B. aus einer Schaumstoffkombination auf
(Abb. 3.15). Bei punktelastischen Sportböden
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso können nur elastische Beläge (PVC, Gummi)
Baukonstruktion und Baustoffkunde verwendet werden.
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
3.1.2 Bekleidungen
Der Bodenbelag trägt wesentlich zur Anmu-
tung des Raumes bei. Bei der Auswahl sind
Erscheinung, Farbe, Haptik, Kosten sowie
Materialeigenschaften wie Strapazierfä-
higkeit, Elastizität, Härte, Rutschfestigkeit
und chemische Belastbarkeit in Betracht zu
Abb. 3.14 Doppelboden mit elementierten Trägerplatten
und elementiertem Belag ziehen. Relevant sind auch die schalltech-
nischen, wärmedämmenden und elektrosta-
tischen Eigenschaften des Materials, sowie
die Reinigungskosten und die ökologische
Vertretbarkeit. Belagswechsel innerhalb eines
Geschosses sind gestalterisch und konstruktiv
sorgfältig zu planen. Unterschiedliche Kons-
truktionshöhen der Nutzbeläge verursachen
bei gleichem Bodenaufbau Höhendifferenzen
im fertigen Fußboden. Diese müssen unter-
halb des Belages im Bodenaufbau oder im
Rohbau ausgeglichen werden. Dampfdichte
Bodenbeläge wirken wie oberseitige Dampf-
Abb. 3.15 Unterkonstruktion eines flächenelastischen sperren. Feuchtigkeit im Estrich kann zu
Schwingbodens mit Höhenjustierung Schädigungen des Belags und der Unterkon-
struktion führen.
Ganzstahlplatten (flacher) oder Metallroste.
Da im Sinne einer größtmöglichen Flexibilität
jede Platte bei geändertem Installationsbedarf 3.1.2.1 homogene Schichten
abgenommen werden kann, folgt der Ober- Estriche ohne Oberbelag
belag in der Regel der Elementierung der Trä- Estriche, auf die kein weiterer Belag aufge-
gerplatten (Abb. 3.13-14). bracht wird, werden als Nutzestriche bezeich-
Häufig werden Doppelbodentrassen in Hohl- net. Die Oberfläche des Estrichs ist dann in
raumböden integriert. Abhängigkeit von der Nutzung mit einer
Ebenheit herzustellen, die der eines ferti-
Schwingboden gen Bodenbelags entspricht. Die Druck- und
Elastische Bodensysteme werden überwie- Abriebsfestigkeit des Estrichs wird durch
gend in Sporträumen ausgeführt. Die Träger- Zuschläge oder durch einen aufwendigeren
platten des Oberbelags (Parkett, PVC) werden Brennvorgang erhöht. Die Oberflächenstruk-
flächen- oder punktelastisch gelagert. tur kann durch Schleifen, Wachsen oder
Bei flächenelastischen Konstruktionen ist die polieren geschlossen werden.
einzelne Trägerplatte auf z.T. gekreuzten und
gegeneinander versetzt angeordneten Lat- Terrazzo
tungen befestigt. Terrazzoböden sind dem Estrich vergleichbare,
Dagegen lagern bei der punktelastischen fugenlose Bodenbeläge, die bauseits einge-
Konstruktion die Trägerplatte auf Einzellagern bracht werden. Die Farbigkeit der Oberfläche
wird durch mehrfaches Anschleifen verstärkt.
Terrazzo wird meist aus weißem oder grauem
Portlandzement, farbigen Zuschlägen und
ggf. Farbpigmenten und Wasser hergestellt.
Für einen fein geschliffenen Boden werden
gut zu schleifende Zuschläge wie z.B. gebro-
chener Kalkstein oder Marmorsplitt verwen-
det.
Diese gebrochenen Zuschläge müssen frei von
Verunreinigungen und verfärbenden Bestand-
teilen sein. Die Kornzusammensetzung ist
abhängig vom gewünschten Schleifbild. Das
Größtkorn hat i.d.R. einen Durchmesser von
16 mm (Abb. 3.16).

Industrieböden
Kunstharzbeschichtungen (Epoxidharz, Poly-
urethan) werden vor Ort als 0,3 bis 2 mm
Abb. 3.16 Terrazzo mit verschiedenfarbigen Zuschlägen starke Schicht auf die Rohbetondecken oder
den Estrich gegossen, gespritzt oder gespach-
telt. Je nach Beschichtungssystem wird eine
Linoleum: Linoleum besteht hauptsächlich aus
oxidativ polymerisiertem Leinöl, Baumharzen EBB 06
07
13

Schichtenabfolge aus Haftgrund, Kunstharz- (Kolophonium), Kork (Natur-) und Holzmehl, TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
beschichtung und Versiegelung ausgeführt. Titanoxid, Farbstoffen und Jutegewebe. Vor- Baukonstruktion und Baustoffkunde

Sie sind nahezu dampfdicht und teilweise emp- teile sind vor allem die Widerstandsfähigkeit 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
findlich gegen rückseitige Durchfeuchtung. gegenüber Ölen, Fetten und Teer. Linoleum ist
Beschichtungen können mit Farbpigmenten antistatisch und wirkt gegen diverse Mikroor-
oder mit Zuschlägen (Quarzkiesel, Gummi- ganismen leicht fungizid und bakteriostatisch.
chips) versetzt werden, die die Oberfläche Ursache dieser Wirkung ist die permanente
aufrauen. Bei transparenten Beschichtungen Emission von geringen Mengen verschiedener
erscheint der Estrich in seiner Farbigkeit und Aldehyde, wie Hexanal, Acrolein, Acetaldehyd
Struktur. etc., die aus der Leinöloxidation mit der Luft
Industrieböden sind verschleißfest, chemisch stammen oder Reste der Oxidationsreaktion
widerstandsfähig und weisen einen hohen im Herstellungsprozess sind. Sie bestimmen
elektrischen Widerstand auf. Kunstharzbe- den typischen Linoleumgeruch und können
schichtungen werden im wesentlichen im bei empfindlichen Personen nachweislich
Industrie-, Werkstatt- und Ausstellungsbau Schleimhautreizungen und Allergien auslösen.
eingesetzt. Linoleum ist schwer bis normal entflammbar
und erreicht im europäischen Brandschutz-
klassifizierungssystem in der Regel die Klasse
C und liegt damit eine Klasse unter anderen
elastischen Belägen. Auch ist Linoleum nicht
sehr punktlastresistent und nicht für den Ein-
satz in Feuchträumen geeignet. Außerdem
ist Linoleum sehr empfindlich gegen Alkalien
und wird von diesen chemisch abgebaut.
Linoleum wird in naherzu allen Farben produ-
ziert. Der Belag ist in ca. 2,0m breiten Bahnen
oder als quadratische Plattenware erhältlich
und wird mit dem eventuell zur verbesserten
Ebenheit und Haftung vorbehandelten Unter-
grund schwimmend verklebt oder lose ver-
(a) (b) legt.

PVC (Polyvenylchlorid): PVC ist ein amorpher


thermoplastischer Kunststoff und wird aus
dem Monomer Vinylchlorid erzeugt. Dabei
entsteht ein Polymer, ein Kettenmolekül.
(a) Gummibelag
Durch den Zusatz von Weichmacher lässt sich (b) Linoleum
die Härte und Zähigkeit von PVC gut variie- (c) PVC-Bahnen
(c) (d) ren. Es lässt sich gut einfärben. PVC nimmt (d) Kork

Abb. 3.17 elastische Bodenbeläge kaum Wasser auf, ist beständig gegen Säuren,
Laugen, Alkohol, Öl und Benzin. Angegriffen
3.1.2.2 elastische Bodenbeläge wird PVC von Aceton, Ether, Benzol, Chlo-
Bahnen / Platten roform, und konzentrierter Salzsäure. Auf-
Auch mit in Bahnen oder Platten verlegten grund des hohen Chlorgehalts ist PVC schwer
elastischen Bodenbelägen (PVC, Linoleum, entflammbar. Außerdem ist PVC ein guter
Kork, Gummi) kann ein homogenes Erschei- Isolator. Hart-PVC lässt sich gut, Weich-PVC
nungsbild erreicht werden (Abb. 3.17). Sind schlecht spanabhebend verarbeiten. Verbin-
die Beläge als Verbundkonstruktionen mehr- dungen können mit Klebstoffen (Lösungsmit-
schichtig ausgebildet oder mit Schaumrücken telklebstoffe, Zweikomponentenklebstoffe)
versehen, wird die Trittelastizität sowie der oder durch Schweißen (verschiedene manu-
Schall- und Wärmeschutz (Fußwärme) verbes- elle und maschinelle Schweißverfahren) her-
sert. Beläge mit geringen Bauhöhen benötigen gestellt werden.
einen ebenen, störungsfreien Untergrund. Farbauswahl und Verklebung mit dem Unter-
Diese Materialien werden in der Regel vollflä- grund ist ähnlich wie bei Linoleum. Die Ober-
chig mit systemspezifischen Klebstoffen auf fläche kann mit geprägten Noppen hergestellt
die Unterkonstruktion geklebt. werden. PVC-Beläge lassen sich aufgrund der
Die Verbindung der Bahnen oder Fliesen durch Weichmacher resultierende Elastizität
am Längs- oder Querstoß erfolgt durch etwas leichter als Linoleum verlegen.
Verschweißen mit einer thermoplastischen
Schnur, alternativ durch stumpfes Stossen. Elastomer (Gummi): Elastomere sind formfeste,
Werkseitige aber elastisch verformbare Kunststoffe, deren
Oberflächenschutzsysteme können die nach Glasübergangspunkt sich unterhalb der Raum-
der Endreinigung anfallende Einpflege der temperatur befindet. Die Kunststoffe können
Beläge ersetzen. sich bei Zug- und Druckbelastung verformen,
finden aber danach wieder in ihre ursprüng-
14 06
07 EBB liche, unverformte Gestalt zurück. Man unter-
scheidet generell zwischen Naturkautschuk
3.1.2.3 textile Bodenbeläge
Bahnen / Platten / Gespannt
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso und synthetischem Kautschuk. Konventio- Teppich: Meist Kunstfaserfäden werden in
Baukonstruktion und Baustoffkunde nelle Elastomere sind nicht schmelzbar. Die so unterschiedlichen Webarten mit einem Trä-
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
genannten thermoplastischen Elastomere sind gergewebe verwoben. Textile Beläge werden
in bestimmten Temperaturbereichen plastisch hinsichtlich ihres Herstellungsprozesses in
formbar. Farbgebung, Perforation und Verle- Pol-, Flach- und Nadelfilzteppiche unter-
gung ähnlich wie bei PVC. schieden: Veloure sind Polteppiche, deren
Garnabschnitte (h = ca. 5 mm) mit einem
Polyolefine: Polyolefine sind Polymere, die aus Grundgewebe verklebt oder verknotet sind.
Kohlenwasserstoffen mit einer Doppelbindung Bei Boucléteppichen werden Schlingen in
(Ethylen, Propylen, Buten-1, Isobuten) aufge- einem Webverfahren hergestellt. In Schlin-
baut sind. Polyolefine sind teilkristalline Ther- gen verknüpftes Endlosgarn wird auf Grund-
moplaste die sich leicht verarbeiten lassen. Sie gewebe und Rückenschicht befestigt (h=
zeichnen sich durch gute chemische Bestän- ca. 7 mm). Bei Nadelfilzen (h=4 mm) werden
digkeit und elektrische Isoliereigenschaften ungerichtete krause Fasern in die Kunstharz-
aus. Sie werden häufig als Ersatzprodukte für Rückenschicht eingekämmt (Abb. 3.18).
PVC verwendet und auch so verarbeitet. Unter den flächigen Bodenbelägen weisen
die textilen Oberbeläge die geringste Strapa-
Kork: Als Kork wird in der Botanik die Zell- zierbarkeit auf. Für Wohn- und Büroräume
schicht zwischen Epidermis und Rinde bezeich- ist diese jedoch in vielen Fällen ausreichend.
net. Im Alltagsgebrauch wird mit dem Begriff Schalltechnisch unterstützen textile Beläge
das Produkt aus der Rinde der Korkeiche aufgrund ihrer weichen Oberfläche die Tritt-
bezeichnet. Kork ist wasserabweisend (hydro- schalldämmung und akustische Bedämpfung.
phob), sehr elastisch und schlecht brennbar. Am gebräuchlichsten ist das vollflächige Ver-
Die Wärmeleitfähigkeit von Kork ist sehr kleben textiler Beläge auf dem ebenen und
gering, woraus sich seine Eignung als Wär- mit Haftgrund vorbehandelten Verlegeunter-
medämm- und Trittschalldämmstoff erklärt. grund. Auch wirkt der Belag unterstützend
Fußbodenbelag aus Kork wird aus gemahle- als Wärmedämmstoff. Linear verspannte
nen Korkrohstoff und Kleber zu einer Masse Teppiche werden entlang aller aufgehenden
gewalkt und in dünne Schichten gewalzt. Der Bauteile in Nagelleisten eingehängt. Diese
Belag ist in ca. 2,0m breiten Bahnen oder kostenintensive Verlegart zeichnet sich durch
als Plattenware erhältlich und wird mit dem höhere Verschleißfestigkeit des Belages und
Untergrund schwimmend verklebt. eine erhöhte Trittelastizität aus (Abb. 3.19). Für
eine lose Verlegung eignen sich ausschließlich
Teppichfliesen, die infolge ihres hohen Eigen-
gewichtes eben auf dem Verlegeuntergrund
aufliegen (Einsatz z. B. bei Doppelböden).

(1) Nadelfilz
3.1.2.4 harte Bodenbeläge
(2) Flachteppich Holzbeläge
(3) Polteppich - Velour Holz als organischer, vergleichsweise harter
(4) Polteppich - Boucle´ Werkstoff wird in Form von Dielen, Parkett
(1) (2)
oder Pflaster als Bodenbelag verarbeitet. Die
mechanische Belastbarkeit ist im Wesent-
lichen von der Holzart und deren Belastungs-
richtung in Bezug zur Holzfaser bestimmt.
Parketthölzer werden überwiegend längs zur
(3) (4) Faserrichtung belastet. Stirnholzparkett oder
Holzpflaster nutzen die höhere Druckfestig-
Abb. 3.18 textile Bodenbeläge
keit des Holzes längs der Faserrichtung und
halten daher höheren mechanischen Belas-
tungen stand, [15], [16].

Dielen: Dielenböden sind Konstruktionen aus


gehobelten Nut- und Federbrettern (l = 1500-
6000 mm), die meist verdeckt auf Lagerhölzern
befestigt sind. Der Konstruktionsabstand der
Lagerhölzer richtet sich nach der Dielenstärke.
Als Hohlraumdämpfung werden Matten oder
Schüttungen zwischen die Lagerhölzer einge-
bracht. Die Schallentkoppelung von Dielen-
boden und Deckenkonstruktion wird durch
unterfüttern der Lagerhölzer erreicht (z.B.
Mineralwollestreifen) erreicht.
Diese Konstruktion kann sowohl auf Holz-
Abb. 3.19 Spannteppich balkendecken und auf Massivdecken ausge-
schichten, bei denen die oberste Nutzschicht
etwa 10 mm stark ist. EBB 06
07
15

(1)
Riemenparketthölzer sind mit Nut und Federn TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
versehen. Stabparkett ist allseitig genutet und Baukonstruktion und Baustoffkunde

die einzelnen Hölzer werden durch Hirnholz- 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


federn miteinander verbunden.
(2) Lamellenparkett besteht aus Einzelstäben, die (1) Hochkantlamellenparkett
stumpf aneinander gestoßen werden. Von (8/25 mm) Lamellenlänge bis
Vorteil ist die ggf. geringere Einbauhöhe von 165 mm

10 mm bei gleicher Nutzschichtdicke. Beson- (2) Stabparkett als Mehrschicht-


parkett, allseitig genutet;
ders kostengünstig ist Hochkantlamellenpar- Nutzschicht mind. 10 mm
kett, das aus 8 mm dicken Einzellamellen (14-22 mm)
(3)
besteht, Die Lamellen können stehend oder (3) Parkettriemen, zweiseitig genu-
tet, zweiseitig angeordnete Fe-
liegend angeordnet sein und werden ebenso der; verdeckte Befestigung über
wie Lamellenparkett vollflächig mit dem Verschraubung/Nagelung
Untergrund verklebt. (4) Mehrschichtparkett (Fertigpar-
kett); Nutzschichtdicke mind-
(4) Nicht genutete Parkettstäbe oder Lamellen estens 2-2,5 mm
Abb. 3.20 Auswahl Parkettarten werden bei Auslieferung durch Gewebe oder
Papier unterseitig zusammen gehalten und
führt werden, wenn geringe bauphysikalische erst durch vollflächiges Kleben miteinander
Ansprüche gestellt werden. Da massive Holz- fixiert.
dielen quellen und schwinden sollten sie
nicht mit dem Untergrund verklebt werden Mehrschichtparkett: Bei Mehrschichtparkett
(Abb 3.20-22). wird auf zwei bis drei kreuzweise zueinander
verleimten Holz- oder Holzwerkstoffplatten
Massivholzparkett: Massivholzparkett wird (Mittellage + Gegenzugschicht) eine mindes-
als Ein- und Mehrschichtparkett produziert. tens 2 mm starke Nutzschicht aus Massivholz
Beide Parkettarten besitzen jeweils spezifische aufgeklebt. Mehrere Parkettstäbe können
Abmessungen, Oberflächenbilder und Vorfer- in einem Fertigparkettelement zusammen-
tigungsgrade. Einschichtparkett wird in der gefasst werden. Die Plattengrößen (b = 10-
Regel aus Vollholzquerschnitten hergestellt. 40 cm, l = 40-120 cm) ermöglichen neben
Als Stab- und Riemenparkett bestehen diese einem direkten Verkleben auch das Verlegen
aus 14 - 22 mm starken Vollholzquerschnitten auf einer frei schwimmenden Dämmschicht
oder aus kreuzweise verleimten Massivholz- oder eine verdeckte Befestigung auf Lager-

Allgemeine Bezeichnung Norm Länge Breite Dicke Sortierung Nutzschicht Feuchte [15] übliche Holzarten:
Bezeich- nach Norm [mm] [mm] [mm] Name/Symbol [mm] [%] Parkett Eiche, Buche, Esche
nung Dielen Eiche, Lärche, Fichte, Kiefer
Pflaster Eiche, Kiefer, Fichte
Einschicht-
parkett
[16] übliche Materialstärke von
Stabparkett Parkettstäbe DIN 280-1 250 - 600 45-80 22 N,G,R (1) 10 (9+2) Holzbelägen:
Parkettriemen Parkett d=7-25 mm
Vollholzele- E DIN EN 13 226 > 250 > 45 > 14 >5 (7 - 11) Dielen d=15-36 mm
mente mit Nut Pflaster d=20-80 mm
und/oder Feder
Dielen: Verhältnis von Dielenstärke
zum Lagerholzabstand.
Mosaikpar- Mosaiklamel- DIN 280-2 bis 165 bis 25 8 N,G,R 8 (9+2)
kett lenparkett E DIN EN 13488 115-165 < 35 > 2,5 8 (7 - 11) Holzdielen als Lagerhölzer
Mosaikparkett Bodenbelag lichter Abstand
Dicke in mm in mm
10-mm-Mas- Vollholzlam- E DIN EN 13227 200-400 40-65 10 N,G,R 10 (9+2)
sivparkett parkett 120-400 30-75 9-11 9-11 (7 - 11) 24 600

30 800
Hochkantla- - - bis 165 8 bis 25 -ohne- bis 25 (9+2)
mellenpar- 36 1000
kett
(Mehrzweck-
parkett)

Mehr-
schichtpar-
kett

Fertigparkett Fertigparket- DIN 280-5 ab 1.200 100 - 240 7 - 26 >2 (8+2)


telemente

(Mehrschicht- (Dreischichtpar- E DIN EN 13489 400 - 800 70 - 120 10 - 12 oder N, G, R >3


parkett) kett) hersteller- oder werks- > 2,5
bedingt eigen (8+2
(Zweischicht- meist N, G, R (5 - 9))
parkett)
Mehrschicht-
parkett (1)N Sortierung Natur

Tafelparkett Tafeln für DIN 280-1 Muster Zeichnung N, G, R >5 (9+2) G Sortierung Gestreift
Tafelparkett
R Sortierung Rustikal
Abb. 3.21 Übersichtstabelle Parkettarten; Quelle: Informationsdienst Holz
16 06
07 EBB (1) (2) Laminat: Laminatelemente gleichen in Größe
und Verlegung dem Fertigparkett. Die Nutz-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso schicht besteht jedoch aus einer mehrlagigen
Baukonstruktion und Baustoffkunde Melaminharzbeschichtung (0,7 mm-1,3 mm)
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
in die Dekorpapier, z.B. mit Holzmaserung
integriert wird. Eine hohe thermische und
mechanische Beanspruchbarkeit steht einer
erhöhten Empfindlichkeit gegen Feuchte
(offene Elementfugen) gegenüber. Beschä-
digte Belagselemente müssen ausgetauscht
(3) (4)
werden, da sanierendes Schleifen und Versie-
geln (Parkett) nicht möglich ist. Trittgeräusche
mit harten Sohlen werden als störend und
materialfremd empfunden (Abb. 3.23).

Oberflächenbehandlung: Um Holzböden
gegen Feuchtigkeit, Verschmutzung und
Abnutzung zu schützen, sollten sie imprägniert
oder versiegelt werden. Bei Laminatböden ist
diese Endbehandlung nicht notwendig.
(5) (6)
Als erster Arbeitsschritt werden Fugen und
(1) Englisch
Risse verspachtelt, geschliffen, feingeschliffen
und abschließend abgesaugt. Dann wird die
(2) Schiffsboden, unregelmäßig
Fläche in mehreren Arbeitsgängen geschützt.
(3) Würfelartig
Während die Versiegelung mit Siegellack als
(4) Flechtmuster
eigene Schicht verzahnungsarm das Holz
(5) Fischgrätmuster
»beschichtet«, dringen imprägnierende Öl-
(6) Fischgrät mit drei Riemen
oder Öl-Wachsemulsionen verdichtend und
Abb. 3.22 Verlegearten Parkett
vergütend in das Holz ein. Das Material bleibt
bei geölten oder gewachsten Böden offenpo-
hölzern. Da die Elemente mit Nut und Feder rig, und somit empfindlicher gegen Feuchte-
verbunden und werkseitig fertig geschliffen und Abriebsschäden.
und versiegelt werden, kann Fertigparkett Bei Versiegelungen sollten Wasserlacke auf-
schnell und einfach verlegt werden. grund des niedrigen Lösungsmittelanteils
(< 5 %) der Vorzug gegenüber Öl-Kunsthar-
Holzpflaster: Für hoch beanspruchte Fertig- zsiegeln oder Polyurethansiegeln gegeben
bodenbeläge wie in öffentlichen Räumen, werden. Massivholz- und Fertigparkettbeläge
Industriehallen und auf Stufen eignet sich der lassen sich bei ausreichend dimensionierter
Hirnholzbelag Holzpflaster besonders gut. Er Nutzschicht nach Beschädigung wiederholt
zeichnet sich durch die besondere Härte des anschleifen und versiegeln.
Holzes parallel zur Faserrichtung aus. Holz-
pflaster ist fußwarm und unter bestimmten
Bedingungen als Belag über Fußbodenhei-
zungen geeignet.
Die Holzklötze aus Kiefern-, Fichten-, Lär-
chen- oder Eichenholz haben eine Abmes-
sung von 22-80mm Höhe x 40-80mm Breite x
40-120mm Länge. Übliche Verlegearten sind
im Verband die dicht an dicht verlegte Preß-
verlegung und die mit eingelegten Leisten
und Dichtstoff versehene Lättchenverlegung.
Die Preßverlegung wird auf den ebenen und
mit einem Voranstrich versehene Unterbeton
ein- oder zweischichtig mit optional dazwi-
schen liegender Unterbelagbahn geklebt.
Die Holzpflasterklötze der Lättchenverlegung
werden direkt auf einen Voranstrich gelegt,
die Fugen werden anschließend mit z.B. einer
bituminösen Vergußmasse gedichtet.
Auf eine konstante Raumfeuchte von max.
65% Relativer Luftfeuchtigkeit ist bei der
Verlegung zu achten. Die Endbehandlung
geschieht wie bei allen Naturholzböden mit-
tels mehrmaligen Schleiffen und Versiegeln
oder einer Endbehandlung mit Hartwachsöl.

Abb. 3.23 Lättchenverlegung von Holzpflaster


mineralische Beläge
Zu den mineralischen Belägen zählen kera- EBB 06
07
17

mische Beläge, Naturstein und Betonstein- TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
beläge. Keramische Oberflächen sind bis auf Baukonstruktion und Baustoffkunde

stoßartige Belastugen sehr widerstandsfähig 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


und können somit überall eingesetzt werden.
Bei einigen Natur- und fast allen Betonwerk-
steinbelägen ist darauf zu achten, daß sie auf-
grund der hohen Streusalzanfälligkeit nicht Abb. 3.24 Belag im Dünnbett (l), im Dickbett (r)
im direkten Eingangsbereich zur Ausführung
kommen.

Verlegung: Mineralische Beläge können auf-


grund ihrer materialspezifischen Eigenschaften
(hohe Druckfestigkeit, geringe Zugfestig-
keit) nur begrenzt auf Biegung beansprucht
werden und müssen daher vollflächig gelagert
sein. Verformungen des Untergrundes durch
Schwinden, Lasteinwirkung oder thermische
Einflüsse können zu Schäden im Plattenbelag
führen. Neben der Materialität (Naturstein,
Keramik) sind auch Plattenformate, Verlege-
muster und Fugenbreiten gestalterisch ent-
scheidend. Sie werden in einem Verlegeplan
festgelegt (Abb. 3.63 u. Abb. 3.64).
Maßtoleranzen, die materialspezifische Aus-
bildung des Verlegeuntergrundes, sowie die
Maßgenauigkeit der Stein- oder Keramikbe-
läge sind entscheidend für die Verlegeart.
Abhängig von Material, Format und Nutzung
kann die Verlegung auf Rohdecke oder Est- Abb. 3.25 Mosaik aus Kunststoff metallisch bedampft
rich im Dünn- (ca. 2 bis 5 mm), Mittel- (ca. 6
bis 14 mm) oder Dickbettverfahren (ca. 15 bis
20 mm) ausgeführt.
Dünnbettverlegungen benötigen einen beson-
ders ebenen Verlegeuntergrund. Kleber wird
mit einem Kammspachtel filmartig mit der
Schichtdicke von ca. 5mm aufgebracht. Die
Platten liegen ohne Ausgleichschicht auf, so
dass keine Toleranzen ausgeglichen werden.
Mittelbettmörtel wird auf den sauberen Unter-
grund aufgebracht und mit einer Setzlatte
verdichtet und abgezogen. Unebenheiten Abb. 3.26 Glasfliesen mit gebrochenen Kanten
des Untergrundes werden ausgeglichen. Um
eine gute Haftverbindung zwischen Belag
und Mörtelbett zu erreichen, wird vor dem
Verlegen eine dünnflüssiger Zementmörtel-
schlemme als Kontaktschicht aufgestrichen.
Der Verlegeuntergrund muss anfallender
Feuchtigkeit aus dem Dickbettmörtel stand-
halten. Die Mörtelschichtdicke beträgt ca. 1
- 2cm.
Dickbettmörtel wird in einer Dicke von 3 - 4cm
aufgebracht. Auftragen, Toleranzausgleich
und Untergrundanforderungen verhalten sich Abb..3.27 Terrazzofliese aus Marmorgranulat
wie beim Mittelbettmörtel (Abb. 3.24l).

Keramik: Scherben (gebrannter Fliesenkörper [17] Abmessungen für Steingut


ohne Glasur) von keramischen Belägen sind und Steinzeugfliesen:
in ihrer Rohstoffzusammensetzung und nach
der jeweiligen Brenntemperatur zu unter- d Baurichtmaß Nennmaß

scheiden. mm mm mm
Werden sie unterhalb der Sintergrenze 6 100 x 100 97 x 97
(ca. 1000 °C) gebrannt, entsteht ein offen- 6 125 x 125 122 x 122
poriges Material (Steingut). Bei Brenntempe-
9 300 x 300 297 x 297
raturen über der Sintergrenze sind die Poren
Fugenbereite 3 mm
weitgehend miteinander verschmolzen und Abb. 3.28 Bruchfliesen
18 06
07 EBB verschlossen (Steinzeug).
In die offenen Poren des Steinguts kann
3.2 Wand und Decke
3.2.1 Systeme
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Wasser eindringen und gegebenenfalls gefrie-
Baukonstruktion und Baustoffkunde ren. Steingut wird daher nur in Innenräumen Gestaltung, haustechnische, bauphysikalische
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
verlegt. Eine Glasur verhindert das Eindringen Anforderungen und die Notwendigkeit Tole-
von Spritzwasser und macht die Fliese für ranzen auszugleichen oder Risse und Fugen
Nassbereiche tauglich. Im Unterschied dazu zu verkleiden, führen zur Weiterbearbeitung
sind Steinzeug-Fliesen frostbeständig und der rohen Wand- und Deckenkonstruktion.
werden im Innen- und Außenbereich verlegt. Im wesentlichem werden, wie beim Boden,
Die Abmessungen von keramischen Belägen bei den Verkleidungen mehrschichtige und
orientieren sich am Oktameter- oder Dezime- mehrschalige Systeme unterschieden. Als
tersystem. Schichten bezeichnet man Spachtelungen,
Die Fliesenstärke nimmt mit größeren Fliesen- Putze und Anstriche, die direkt auf die vorbe-
abmessungen zu und liegt zwischen 6 mm reitete Wandoberfläche aufgebracht werden.
und 20 mm (Abb. 3.25-28), [17]. Mehrschalige Systeme sind Vorsatzschalen,
abgehängte Decken oder raumseitig ange-
Naturwerksteinbeläge: Die physikalischen brachte Wärmedämmungen. Mehrschalige
Eigenschaften eines Natursteins hängen Verkleidungen werden im Gegensatz zu den
vor allem von seinem Entstehungsprozess Schichten in Werkplänen als wichtige Infor-
(magmatische, Sediment- oder Umwand- mationen für Installationsführung und Flä-
lungsgesteine) und den jeweiligen Mineralbe- chenberechnungen eingezeichnet.
standteilen ab. Werden aus Natursteinblöcken
Platten hergestellt, spricht man von Naturwerk- 3.2.1.1 Schichtensysteme
steinen. Bei der Auswahl des Naturwerkstei- Werden auf Wände und Decken mehrschich-
nes ist neben den technischen Eigenschaften tige Bekleidungen aufgebracht so ist auf
des Materials, dem Erscheinungsbild, dem eine nach Außen hin zunehmende Elastizität
Preis auch die mengenmäßige Verfügbarkeit der aufeinander liegenden Bauteilschichten
abzuklären. Hohe Abriebfestigkeit, Formsta- zu achten. Spannungen zwischen dem
bilität und Brandsicherheit sind Vorteile jedes beschichteten Bauteil und den einzelnen
Naturwerksteinbelags. Beschichtungslagen können zu Rissen und
Witterungsbeständigkeit, Wasseraufnahme- Abplatzungen durch Belastung und Aus-
fähigkeit und Frostbeständigkeit sind maß- trocknung der Unterkonstruktion oder durch
gebend dafür, ob ein Naturstein auch im Temperaturdifferenzen zwischen den einzel-
Außenbereich eingesetzt werden kann. Auf nen Lagen des Bauteils führen.
die hohe Wärmeleitfähigkeit und Schallrefle-
xion muss bauphysikalisch, auf die geringe Beschichtung / Anstrich
Elastizität konstruktiv reagiert werden. Zur Herstellung eines ebenen Untergrundes
Die Oberfläche von Naturwerksteinbelägen (Toleranzausgleich) wird eine Putzschicht
kann handwerklich bearbeitet oder maschinell oder Spachtelung als vermittelnde Schicht auf
geschliffen, poliert oder sandgestrahlt sein. Mauerwerks- oder Betonwände aufgebracht.
Die Plattenstärke ist vom Gestein, der Verle- Die Fähigkeit Wasserdampf aufzunehmen, zu
getechnik, dem Untergrund und dem Format speichern und wieder abzugeben wirkt sich
abhängig. Sie liegt meist zwischen 8-10 mm regulierend auf das Raumklima aus. Die Haf-
bei Naturwerksteinfliesen und 10-50 mm bei tung der Beschichtung auf dem Untergrund
Naturwerksteinplatten, [18]. muss ausreichend groß sein um die Lasten aus
Anstrichen oder leichte Tapeten aufnehmen zu
Betonwerksteinbeläge: Betonwerksteine sind können. Putze und Spachtelungen müssen in
[18] Auswahl verschiedener
Oberflächenbearbeitung von
vorgefertigte Steine aus bewehrtem oder der Regel Anforderungen an Abriebfestigkeit,
Naturwerkstein und Betonwerk- unbewehrtem Beton, die in vielfältigsten Plat- Feuchtebeständigkeit und Schallabsorbtions-
steinbelägen:
Geschliffen: In der Regel wird nass
tenformaten, Materialzusammensetzungen, vermögen erfüllen. Im wesentlichem werden
geschliffen, je feiner das Schleifkorn, Farben und Oberflächenausführungen herge- Gips-, Kalk- , Kalk-Gips-, Kalkzement- Lehm-
desto weniger sichtbare Schleifspuren
(C60 bis C220). Feiner geschliffene
stellt werden. und Kunstharzputze verwendet. In belasteten
Oberflächen bringen Farbe und Textur Durch Ihr gleichmäßiges Erscheinungsbild Bereichen (Treppenhäuser, Bäder) werden
des Stein deutlich zur Geltung.
Poliert: Die Politur ist der letzte
unterscheiden sie sich von Naturwerksteinen. auch Zementputze eingesetzt. Spachtelungen
verfeinernde Vorgang auf zuvor Betonwerksteine werden unter anderem als
geschliffenen Oberflächen. Polierte
Oberflächen haben je nach Grad der
Bodenbelag im Innen- und Außenbereich ein-
Politur eine glänzende bis spiegelnde gesetzt.
Oberfläche.
Sandgestrahlt: Unter hohem Druck
Für Treppen werden objektbezogene Tritt-
wird Strahlsand auf die Oberfläche und Setzstufen hergestellt (Abb. 3.29), [18].
gespritzt. Sandgestrahlte Oberflächen
sind gleichmäßig „weich“ matt.
Gestockt: Die Oberfläche wird mit
einem mit pyramidenförmigen Zähnen
versehenen Stockhammer bearbeitet.
Gestockte Oberflächen sind grobkör-
nig eben.
Scharriert: Die Oberfläche wird
mit einem Scharriereisen - einem
Meissel ähnlich - bearbeitet. Schar-
rierte Oberflächen sind durch lineare
Furchen strukturiert Abb. 3.29 Beton geschliffen
sind immer auf Kunstharz- oder Zementbasis.
Putze können auch für akustische Zwecke
Schalldämmung: Vorsatzschalen, die den
Schallübertrag zweier benachbarter Räume EBB 06
07
19

eingesetzt werden. Ist nicht die Herstellung verringern sollen, werden mit biegeweichen TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
eines ebenen Untergrundes notwendig, dann Platten beplankt und zur Dämpfung mit Faser- Baukonstruktion und Baustoffkunde

kann mittels eines Anstriches der Untergrund dämmstoffen oder Holzwolleleichtbauplatten 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
farblich verändert, lasiert oder vor Nässe oder hinterlegt. Generell gilt: je höher das Gewicht
Verschmutzung geschützt werden. der Beplankung, desto besser die Schalldäm-
mung. Hier kommen auch Schwerfolien zur
Sichtbeton/Sichtmauerwerk schalltechnischen Verbesserung zum Ein-
Werden Sichtbeton- und Sichtmauerwerks- satz. Der beste Wirkungsgrad wird erreicht,
wände im Innenraum ausgeführt, entfallen wenn keine feste Verbindung zwischen der
in der Regel alle Beschichtungen und Ver- tragenden Wandkonstruktion und der Unter-
kleidungen der Wände. Diese Einsparungen konstruktion der Vorsatzschale besteht. So
erfordern jedoch sorgfältigste Planung und kann kein Übertrag der in Bewegungsenergie
Ausführung. Unbehandelte Wandoberflächen umgewandelten Schallenergie erfolgen (s. 2
können als gestalterisches Element eingesetzt Anforderungen, Schalldämmung) (Abb. 3.33-
sein, werden aber auch in untergeordneten 36).
Räumen (Technik, Lager) aus Kostengründen
ohne Beschichtung belassen. Sichtmauerwerk
kann aus Beton-, Kalksand- , Ziegelstein, Klin- Schalldämpfung: Bei Vorsatzschalen, welche
ker und Naturstein erstellt werden (Abb. 3.30). die Raumakustik verbessern, wird zwischen
Mit Kalkschlemme versehene oder gestrichene porösen Absorbern und Resonanzabsorbern
Wände aus Sichtmauerwerk lassen Wand- unterschieden. Die Schallabsorptionsfähigkeit
oberflächen homogen erscheinen, bewahren einer Konstruktion oder eines Materials wird
jedoch den Mauerwerkscharakter. in einer Schallabsorptionskurve dargestellt.
Bei Betonwänden ist die Oberfläche der Diese wird nicht allein durch das Beplan-
Wand das Spiegelbild der Schalung. Die Scha- kungsmaterial, sondern durch den Gesamt-
lungshaut, die Lage der Spannanker und der aufbau der Konstruktion beeinflusst.
Schalungs- und Betonierfugen gestalten die
Oberfläche. Die Saugfähigkeit der Schalung
und der Wasser-Zementwert (w/z-Wert) des
Betons beeinflussen Farbe und Porosität der
späteren Wandoberfläche. Wird dem Beton
beim Abbinden Feuchtigkeit entzogen, so
entstehen raue, porenfreie und dunkle Ober-
flächen (auch bei beschädigten Schalungen
oder undichten Schalfugen). Glatte, helle
Oberflächen erhält man beim Einsatz von nicht
saugender Schaloberfläche, jedoch kommt es
hierbei auch zu kleineren Lufteinschlüssen und
Poren an der Wandoberfläche. Betonoberflä-
chen können nachträglich mechanisch bear- Abb. 3.30 Museum; Marktoberdorf; 2000; Beath & Deplazes

beitet (z.B. Schleifen, Stocken, Sandstrahlen),


poliert oder versiegelt werden, [18]. Nachdem
Sichtbeton nicht einheitlich genormt ist und
jede Wand ein Unikat darstellt empfehlen sich
genaue Absprachen mit der ausführenden
Firma und die Bemusterung von Probeflächen
(Abb. 3.31-32).

3.2.1.2 Schalensysteme
Vorsatzschalen
Vorsatzschalen können als Mauerwerks-
wände oder als Ständerkonstruktion errichtet
Abb. 3.31 Le Palais de Justice, Le Corbusier
werden. Ständerkonstruktionen bestehen aus
einer mit einem Plattenmaterial (z.B. Holz,
Metall, Gips, Glas) beplankten Unterkon-
struktion aus Kanthölzern oder Stahlblech-
profilen. Vorsatzschalen werden mit oder
ohne Abstand zur Wand aufgestellt und an
Decke und Boden oder direkt an der Wand
verankert. Sie können raumakustisch wirksam
ausgebildet sein, Toleranzen aufnehmen und
gestalterisch eingesetzt werden. Im Abstand
zwischen Wand und Beplankung können
Schall/Wärmedämmung und Installationslei-
tungen eingebracht werden. Abb. 3.32 Haus Koshino, Tadao Ando
20 06
07 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

Abb. 3.35 Lochungen zur Schalldämmung

Abb. 3.33 Akustikpaneel Konstruktion (l), Foto (r)

Einflussfaktoren auf den Absorptionsbereich


einer Konstruktion sind: die Größe des hinter
der Konstruktion liegenden Hohlraums, der
Anteil des Schallschluckmaterials im Hohl-
raum, Porosität, Gewicht und Biegeweichheit
der Beplankung. Gelochte oder geschlitzte Abb. 3.36 Lochungen zur Schalldämmung
Beplankungen reflektieren weniger und legen
das Dämmmaterial frei. Der Lochanteil einer sanierungen erhalten, kann eine Innendäm-
Beplankung wird in Flächenprozent angege- mung der Außenwände unvermeidbar sein.
ben. Gipskartonplatten sind vorgefertigt mit Wärmebrücken im Bereich der Deckenan-
unterschiedlichsten Lochungen erhältlich. Die schlüsse sind hier problematisch. Von Vorteil
Plattenstöße werden nach der Montage ggf. sind innen liegende Dämmungen bei selten
mit einem eingelegten Glasfasergewebeband oder nur kurzzeitig beheizten Räumen, da
verspachtelt. Bei Holz- oder Metallbeplan- diese sich wegen der fehlenden Speicher-
kungen ist die Lochung in Größe und Geo- masse schnell aufheizen lassen. Schalltech-
metrie vor der Fertigung genau anzugeben. nisch aktive Innendämmungen (offen ohne
Dampfsperren) müssen auf den Taupunkt der
Innenliegende Wärmedämmung: Wird zwi- Wand abgestimmt sein (i.d.R. nicht dicker als
schen tragender Außenwand und innerer 2,5 cm).
Bekleidung eine Innendämmung vorgesehen
so ist dies aus bauphysikalischer Sicht pro-
blematisch. Es kann im Übergangsbereich
zwischen der tragenden „kalten“ Außen-
wand und der innenliegenden „warmen“
Dämmung zur Kondensatbildung kommen.
Grund hierfür ist die mit der warmen Raum-
luft in den Wandquerschnitt diffundierende
Feuchtigkeit. Raumseitig angebrachte Dampf-
sperren, Dampfbremsen oder dampfdichte
Dämmungen (z.B. Schaumglas) verhindern
dies. Wird die originale Fassade bei Gebäude-

Abb. 3.34 Vorwandinstallation Ansicht, Schnitt


Vorwandinstallation: Vorsatzschalen, die Vor-
wandinstallationen bekleiden, werden z.B. in EBB 06
07
21

Sanitärbereichen oder in der Altbausanierung TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
14 - 16cm
eingesetzt. Vorteilhaft sind Vorwand-instal- Baukonstruktion und Baustoffkunde

lationen dort, wo dahinter liegende Wände Abb. 3.38


14 - 16cm
Vorwandinstallation ohne Kreuzungen 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
weder statisch oder wärme-, brand- und 14 - 16cm
schallschutztechnisch beeinträchtigt werden
dürfen. Bei Reparaturen und Änderungen
der Vorwandinstallationen bleibt die restliche
Bausubstanz unverändert. Installa-tionsein- 16 - 23cm
heiten können vorgefertigt angeliefert und
montiert werden. Die Tiefe der Vorsatzschale 16 - 23cm

ist abhängig von den zu verkleidenden Instal- 16 - 23cm


lationsleitungen und der Konstruktionsweise Abb. 3.39 Vorwandinstallation mit Kreuzungen
(Abb. 3.34, Abb. 3.37-40).

20cm (Horizontal)
25cm (Vertikal)
20cm (Horizontal)
25cm (Vertikal)
20cm (Horizontal)
25cm (Vertikal)

Abb. 3.40 Vorwandinstallation nach DIN18022

Unterdecken
Unterdecken bestehen aus Tafeln, die an
einer Unterkonstruktion aus Latten befestigt
sind. Die Unterkonstruktion leichter Decken-
bekleidungen ist direkt an der Rohdecke
montiert. Abgehängte Decken werden im
Gegensatz dazu mit einem Zwischenraum
für z.B. Installationen montiert. Beides sind
mehrschalige Systeme. Sie tragen nicht und
dürfen nicht betreten werden. Das Gewicht
der Gesamtkonstruktion darf 50 kg/m² nicht
überschreiten. Die Unterkonstruktion muss so
bemessen sein, dass sie die Lasten der Beklei-
dung ohne sich zu verformen aufnehmen
kann. Als Material werden Kanthölzer, Alumi-
nium- oder feuerverzinkte Stahlblechprofile
eingesetzt.Der Abstand und die Anzahl der
korrosionsbeständigen Abhänger ist abhängig
vom Deckengewicht und den Querschnitten
der Trag- und Grundlattung. Jeder Abhänger
ist einzeln höhenjustierbar um Toleranzen
der Rohdeckenunterseite auszugleichen
(Abb. 3.41-42).
In Unterdecken können technische Gebäu-
deausrüstungen integriert werden. Bezüg-
lich Wärmedämmung, Schalldämmung und
-absorption gelten die gleichen Konstruk-
[19] DIN EN 13964 Unterdecken
tionsprinzipien wie für Vorsatzschalen im Anforderungen und Prüfverfah-
Wandbereich, [19]. ren:
Tragende Teile der Unterkonstruk-
tion sind so zu bemessen, dass die
Flächige Decken: Gipskarton-, Gipsfaserplat- Durchbiegung höchsten 1/500 der
Stützweite beträgt jedoch kleiner als
ten oder Putzträgerplatten ermöglichen ein 4 mm ist.
flächiges, weitgehend fugenloses Erschei-
Leichte Deckenbekleidungen:
nungsbild der Deckenuntersicht. Die Plat- Die Unterkonstruktion wird direkt an
tenfugen werden nach Montage auf der der tragenden Decke verankert.
Unterkonstruktion verspachtelt und die Abgehängte Decken:
gesamte Deckenuntersicht gestrichen oder Die Unterkonstruktion wird von der
tragenden Decke abgehängt.
verputzt und gestrichen. Flächige Unter-
decken können Brand-, Schall- und Akus- Unterkonstruktionen aus Kanthölzern:
Grundlattung min.40/60 mm
tikanforderungen erfüllen. Geschlossene Traglattung min.24/48 mm
Abb. 3.37 Vorwandinstallation, offen Deckenspiegel können jedoch nach Fertigstel- Grund- und Traglattung 30/50 mm
22 06
07 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

Abb. 3.41 Deckenbekleidung

Abb. 3.45 Rigips Montagedecke einlagig

Abb. 3.42 Abgehängte Decke Abb. 3.46 Rigips Montagedecke zweilagig

lung nur mit erheblichem baulichen Aufwand liegenden Konstruktionen und Installatio-
geöffnet werden (Wartung, Revision). Daher nen teilweise sichtbar und müssen sorgfältig
sind in Abstimmung mit den Fachplanern für geplant werden. Sind die Elemente über der
Haustechnik gezielt Revisionsöffnungen zu Unterdecke dunkel gehalten, treten sie im
planen. Diese werden in gesonderten Plänen Raum kaum in Erscheinung. Bei geschlossenen
(Deckenspiegel), zusammen mit allen ande- Systemen ist der Raum über der Unterdecke
ren technischen Installationen (Beleuchtung, nicht einsehbar. Elementierte Decken sind
Belüftung), die im Deckenbereich angeordnet aus den verschiedensten Plattenwerkstoffen
sind, eingetragen (Abb. 3.43-44), [20]. herstellbar (z.B. Metall, Kunststoff, Holzwerk-
Elementierte Decken: Bei elementierten stoff, Gipskarton). Die Bekleidungen elemen-
Decken ist die Aufteilung der Deckenelemente tierter Decken werden systemabhängig in
für den Raum bestimmend. Systemabhängig die Unterkonstruktion eingelegt, eingehängt
lassen sich die einzelnen Deckenelemente zu oder eingeklemmt (Abb. 3.47-55).
Revision und Wartung der verkleideten Instal-
lationen herausnehmen. Neben der Klassifi-
zierung nach Bekleidungsgeometrie (Platten-,
Paneel-, Lamellen-, Raster-, Waben und Pyra-
midendecken) kann die Bekleidung offen oder
geschlossen ausgeführt werden. Bei offenen
Systemen bleiben die über der Unterdecke

[20] Werkstoffplatten
Mineralfaserplatten: Werden aus einer
Masse aus Steinfasern, organischen
Bindemittel und Wasser unter hohen
Temperaturen zu Platten gewalzt.
Die Platten sind feuchtigkeitsemp-
findlich und sind in nicht brennbarer Abb. 3.43 Akustik Schwinghänger
(Brandschutzklasse A2) oder schwer
entflammbarer (Brandschutzklasse
B1) Qualität erhältlich. Auf Grund
ihrer strukturierten porösen Oberflä-
che eignen sie sich hervorragend zur
Raumschalldämmung. Sie sind mit
einer glatten oder porösen Oberfläche
erhältlich. Die Plattenformate basieren
auf den Modulen 300 oder 312,5 mm
und sind 15 oder 20 mm stark. Mine-
ralfaserplatten werden als Putzträger-
platten eingesetzt. Ihre Oberflächen
können mit farbigen Beschichtungen
oder anderen Oberflächen wie z.B. Abb. 3.47 Gehängtes metallisches Gewebe in der Biblio-
Metall versehen werden.] Abb. 3.44 Rigips Anker Schnellabhänger (l), Nonius (r) théque de France; Paris; 1998; Dominique Perrault
3.2.2 Wand und Deckenbekleidungen
3.2.2.1 mehrschichtige Bekleidungen EBB 06
07
23

Putze TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Innenputz wird ein- oder mehrlagig ausge- Baukonstruktion und Baustoffkunde

führt. Mehrlagige Ausführungen können 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


leichter größere Unebenheiten im Putzgrund
Abb. 3.48 Plattendecke ausgleichen. Zweilagiger Innenputz wird mit
einer mittleren Dicke von 15 mm angesetzt.
Nach der Putzgrundvorbereitung wird Unter-
und Oberputz nacheinander aufgebracht. Um
sicherzustellen, dass der Putz haftet, muss der
Putzgrund sauber, staubfrei, homogen, etwas
rau und saugfähig sein.
Ein Spritzbewurf aus Zementmörtel ist als
Abb. 3.49 Plattendecke Haftgrund auf Betonwänden notwendig. Her-
steller bieten eine Vielzahl von Putzbeweh-
rungen, -anschlussprofilen und -trägerplatten
an, um einen haftfähigen Putzuntergrund zu
schaffen, falls Fugen, Materialwechsel oder
Kanten zu überputzen sind (Abb. 3.56). Der
Innenputz wird vor dem Einbringen des Est-
Abb. 3.50 Fugenlose Decke richs und vor den Bodenbelagsarbeiten auf-
gebracht. Türzargen und Fenster werden vor
dem Verputzen eingesetzt.
Putzmörtel wird aus Wasser, Bindemitteln,
Zuschlagsstoffen und Zusätzen hergestellt.
Mineralischen Putzen wird als Bindemittel
Baukalk, Zement, Putz-, Mauerbinder, Bau-
gips oder Anhydritbinder zugesetzt. Putze mit
Abb. 3.51 Paneeldecke hydraulischen Bindemitteln härten nach dem
Anmachen mit Wasser sowohl an der Luft
als auch unter Wasser aus. Die Reaktion des
Bindemittels mit dem Wasser führt zu einem
schnell erhärtenden, festen und wasserresis-
tenten Putz. Dagegen bleiben Putze mit nicht
hydraulischen Bindemitteln, wie Gips und
Kalk, feuchtigkeitsempfindlich (Abb. 3.57-58).
Abb. 3.52 Lamellendecke Hydraulische Bindemittel schwinden beim
Erhärten, daher müssen Zuschlagsstoffen bei-
gemischt werden. Bindemittel und Zuschlags-
stoff beeinflussen die bauphysikalischen
Eigenschaften des Putzes. Putzmörtel werden
nach Druckfestigkeit in Mörtelgruppen dif-
ferenziert. Im Innenraum wird bei üblichen
Beanspruchungen eine Mindestdruckfestig-
keit von 1,0 N/mm² gefordert (Abb. 3.59-60).
Abb. 3.53 Lamellendecke

Abb. 3.54 Wabendecke

Abb. 3.55 Rasterdecke Abb. 3.56 Putzeckprofil


24 06
07 EBB Hydraulische Bindemittel

Luftbindemittel
Baukalk, Zement

Gips, Luftkalk, Putz- und Mau-


Lehmputz: wird aus Lehm als Bindemittel,
Sand als Zuschlagsstoff und Zugaben von
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso (nicht hydraulisch) erbinder, Anhydritbinder Hanf, Stroh oder Flachs als Armierung herge-
Baukonstruktion und Baustoffkunde stellt. Lehmputz haftet mechanisch auf dem
Abb. 3.57 Putzbindemittel
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
Untergrund. Daher sind Vliese, Schilfrohrmat-
dichtes Gefüge poriges Gefüge
ten oder ähnliche Haftgründe vor dem Auf-
bringen des Putzes anzubringen. Lehmputz
mineralisch Sand Perlite, Bims, Blähton ist diffusionsoffen und wirkt sich durch sein
organisch Kunststoffgranulat Expandierte Polystyrol- hohes Vermögen, Luftfeuchtigkeit aufzuneh-
kügelchen men und wieder abzugeben besonders positiv
Abb. 3.58 Putzzuschlagsstoffe auf das Raumklima aus.
Kunstharzputze sind 3-10 mm dicke Beschich-
Putzgruppe Art der Bindemittel tungen aus organischen Bindemitteln (Polyme-
PI Luftkalke
risatharze) und Füllstoffen, die als elastische
Wasserkalke oberste Putzlage auf mineralische Putze oder
Hydraulische Kalke
Dämmungen aufgebracht werden. Bauphysi-
P II Hochhydraulische Kalke kalisch ist der relativ hohe Wasserdampfdif-
Putz- Und Mauerbinder
Kalk-Zement-Gemische fusionswiderstand von Kunstharzputzen zu
beachten.
P III Zemente

P IV Baugipse ohne Anteile von Baukalken


Beschichtungen
PV Anhydritbinder ohne und mit Anteilen von Bau- Beschichtungen (Anstriche) setzen sich aus
kalken
Bindemitteln, Farbpigmenten, Füllstoffen,
P Org. 1 + 2 Polymerisatharz
Verdünnungsmitteln und Zusätzen zusam-
Abb. 3.59 Putzmörtelgruppen nach DIN 18550-1 men. Grundierung, Zwischen- und Deckan-
striche sind aufeinander abgestimmte
Putzmörtel- Mindestdruck- Einsatzgebiet Beschichtungssysteme. Der Beschichtungsun-
gruppe festigk. in N/mm²
tergrund muss tragfähig, trocken, saugfähig,
P Ia,b keine Anf. Innen-/Außenputz einfach
P Ic 1,0 Innen-/Außenputz Feuchtr. frei von Schmutz sein und eine homogene riss-
P II 2,5 Innen-/Außenp. abriebsfest freie Oberfläche aufweisen. Grundierungen
P III 10,0 Außen-/Sockeputz
P IVa,b,c 2,0 Innenputz verbessern die Haftung zwischen Untergrund
P IVd keine Anf. Innenputz und Anstrich, verfestigen den Untergrund
PV 2,0 Innenputz
P Org. 1 + 2 - Innen-/Außenp. wasserab- und vermindern dessen Saugfähigkeit. Die
weisend Deckbeschichtung stellt die gewünschte
Abb. 3.60 Druckfestigkeiten nach DIN 18550-2 Oberfläche her, sie kann ein- oder mehrlagig
ausgeführt werden.
Bei der Freskomalerei werden Farbpigmente
in Kalkwasser angerührt und auf den noch
frischen Putz aufgetragen. Beim Abbinden
entsteht eine homogene Kalkputzschicht mit
eingearbeiteten Farbpigmenten (Abb. 3.61).
Die Farbe kann nicht wie beim Malen auf tro-
ckenen Untergrund abblättern.
Das jeweilige Farbbeschichtungssystem muss
auf den zu beschichtenden Untergrund abge-
stimmt sein. So ist bei nicht hydraulischen,
d.h. nicht feuchtigkeitsresistenten Putzen
wie Gips oder Anhydrit, Vorsicht geboten, da
diese durch ungeeignete Beschichtungssys-
Abb. 3.61 Freskomalerei auf frischen Putz, die Erschaffung teme angelöst werden (Abb. 3.62), [21].
des Adams; 1508-1512; Michelangelo Buonarroti

Bindemittel Eigenschaften ungeeigneter Untergrund

Silikatfarbe Kaliwasser gut haftend Gips- und Anhydritputz


(Mineralfarbe) licht-, säure- wetterbeständig
offenporig d.h. wasser- und was-
serdampfduchlässig

Dispersionsfarbe Kunststoffdispersion gut haftend Luftkalkputz


licht-, wetterbeständig
nahezu geschlossenporig, d.h.
wasserunddurchlässig
eingeschränkt wasserdampf-
duchlässig

Siliconharzfarbe Kunststoffdispersion und Silicon- gut haftend ohne Einschränkung


harzdispersion wasserabweisend
wasserdampfduchlässig
teuer

Kalkfarbe Kalk feuchtebeständig, Öl. Lack, Dispersion


wasserdampfduchlässig Gips- und Anhydritputz
preiswert
[21] Klassifizierung der Innenbe-
schichtungen auf Dispersionsbasis Abb. 3.62 Beschichtungssysteme für Innenputz
Tapeten
Tapeten werden in Rollen (z.B. Europarolle
erhärtenden Zementmörteln abgedichtet. Ist
mit stehendem Wasser oder viel Spritzwasser EBB 06
07
25

10,05 x 0,53 m) geliefert und direkt an Decke zu rechnen, wird eine zusätzliche Dichtung in TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
und Wänden mit Tapetenkleister oder Disper- der Ebene des Fliesenklebers oder als Dicht- Baukonstruktion und Baustoffkunde

sionskleber vollflächig aufgeklebt. Es werden kleber erforderlich. 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


Tapeten die nach dem Aufkleben bereits die In der Ausführungsplanung werden für Be-
fertige Wandoberfläche bilden und solche, die reiche mit keramischen Bekleidungen Fliesen-
nachträglich beschichtet werden unterschie- pläne (M1:20, M1:10) als Wandabwicklungen
den. Tapeten werden aus unterschiedlichsten und Bodenaufsichten erstellt. Fliesenlänge
Materialien (Papier, Textilien, Naturmateri- und Fugenbreite ergeben das Rastermaß. Für
alien, Kunststoff, Glasgewebe) hergestelt. die Verfliesung wird ein Ausgangspunkt fest-
Bauphysikalische Eigenschaften und Verarbei- gelegt. Hier bietet sich häufig die Mitte der zu
tung sind materialabhängig. fliesenden Fläche an, so können Toleranzen
gleichmäßig an den Rändern ausgeglichen
mineralische Bekleidungen werden (Abb. 3.63-64). Ideal ist, wenn die
Mineralische Bekleidungen: Keramische Platten Fliesen inkl. Fuge exakt dem Öffnungsmaß
(Fliesen, Steingut, Steinzeug) oder bestimmte inkl. zwei mal dem Fliesenaufbau maß ent-
Naturwerksteine werden aufgrund ihres neu- spricht. Regeln für den Fliesenplan:
tralen Verhaltens gegenüber Wasser in Ver- - Ansichten sollen ein symmetrisches
bindung mit ihrer reinigungsfreundlichen Fliesenbild ergeben
porenarmen Oberfläche ebenfalls als Wand- - Restfliesen kleiner ½ Fliesenbreite sind zu
bekleidung, z.B. in Sanitärräumen eingesetzt. vermeiden
Sie können im Dick- oder Dünnbett verlegt - Pfeiler, Trennwände und Vormauerungen
werden (vgl. 3.2.3 Mineralische Beläge, Verle- sind auf das Fliesenraster zu beziehen
gung, Keramische Beläge). Als Untergrund für - Fugen von senkrechten und waagrechten
die Verlegung im Dünnbett sind planebene Fliesenflächen sollen übereinstimmen
Oberflächen aus Putz, Sichtbeton, Planblock- - Einrichtungen, Sanitärgegenstände, In-
mauerwerk oder Gipskartonplatten geeignet. stallationen, Schalter, Sanitärauslässe sind
Die Fugen werden in der Regel mit hydraulisch auf das Fliesenraster zu beziehen

3.2.2.2. Mehrschalige Bekleidungen


Neben Materialien, die vor Außenfassaden
gehängt werden (siehe Skript Wärmedäm-
mung und Bekleidung) eigenen sich innen
auch witterungsunbeständige Materialien als
vorgehängte oder vorgestellte Bekleidungen.
Hersteller bieten eine Vielzahl von aufeinander
abgestimmten Komplettsystemen bestehend
aus Unterkonstruktion und Bekleidungen an.
In der Regel liegt mehrschaligen Bekleidungen
ein Raster oder Modul zugrunde das sich in
den Plattenformaten und Fugen abzeichnet.
Die Vielfalt der Bekleidungsmaterialien reicht
von Holz, Metall, Glas, Naturstein, Keramik,
Betonwerkstein, Kunststoff bis hin zu bran-
chenfremden Materialien die im baulichen
Kontext neu interpretiert werden.
Abb. 3.63 Fliesenplan Ansicht
Holz, Holzwerkstoff
Bekleidungen aus Vollholz müssen nach den
Regeln der Holzverarbeitung zugeschnitten
und weiterverarbeitet werden. Begrenzte
Dimensionen und ständiges Quellen und
Schwinden sind kennzeichnend. Verbreitet
sind Vollholz Bekleidungen aus Profilbrettern
die an ihrer Längsseite stumpf oder durch
Nut und Feder gestoßen werden. Gestalte-
risch sind die Längsfugen der Bretter deutlich
ablesbar. Die Profilbretter können auf die
Unterkonstruktion aus Holzlatten sichtbar
oder verdeckt befestigt werden. Sichtbare
Verschraubung oder Nagelung sollten genau
geplant und die Befestigungsmittel sorgfältig
ausgewählt werden. Verdeckt befestigte Pro-
filbretter werden entweder im Profilfalz gena-
gelt oder mittels Profilklammern oder Krallen
Abb. 3.64 Fliesenplan Grundriß auf der Unterkonstruktion gehalten. Der
26 06
07 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

Abb. 3.65 Profilklemme (l), Detail (r)

Abb. 3.70 Profilbretter an Decke Wand und Boden, Präsen-


tationsgebäude in Erkheim, A.ML + Partner

Abstand der rechtwinklig zu den Profilbret-


tern angebrachten Unterkonstruktion richtet
[22] Profilbretter
Breite 69 – 196mm
sich nach der Profilbrettstärke und liegt in der
Dicke 11-19,5mm Regel zwischen 60 und 80 cm (Abb. 3.65-66),
Länge 60-610cm
Holzarten: Fichte, Kiefer, Lärche, Red
[22].
Pine, Oregon Red Pine, Hemlock Abb. 3.66 Verdeckt genagelte Profilbretter Bekleidungspaneele, deren Oberflächen einen
Vollholz-Eindruck erwecken, sind in der Regel
mit Furnieren beschichtete Holzwerkstoffplat-
[23] Furnier Bezeichnungen
ten. Werden unbeschichtete Holzwerkstoff-
Sägefurnier: Werden wie Bretter aus platten als Bekleidung angebracht so empfiehlt
einem Stamm gesägt und sind min.
1mm stark. Ihre Maserung entspricht
sich die Qualitätssicherung durch Grenzbe-
der von gesägten Brettern musterung. Wie bei Massivhölzern und Holz-
Messerfurnier: Der Stamm wird
furnieren ist auch die Oberflächenqualität von
durch kochen in Wasser geschmei- Holzwerkstoffplatten aus unterschiedlichen
dig gemacht um dann mit Messern
Furniere abzuziehen. Die Maserung
Chargen nicht immer einheitlich. Furnierblät-
entspricht der von gesägten Brettern. ter sind 0,2 bis 2,0 mm dünne Holzschichten,
Der Kochvorgang verändert die Farbe
des Holzes.
die auf Holzwerkstoffplatten geleimt und
gepresst werden. Die Kanten der furnierten
Schälfurnier: Der Stamm wird durch
kochen in Wasser geschmeidig ge-
Holzwerkstoffplatten werden durch Ein- oder
macht und dann zentriert eingespannt Umleimer stabilisiert. Ein weniger hochwer-
und mit einem Messer abgeschält.
Die Maserung ist unregelmäßig. Der
tiges Furnier auf der Plattenrückseite, auch
Kochvorgang verändert die Farbe des Abb. 3.67 Einhängeprofil Blindfurnier genannt, verhindert, daß sich
Holzes.
die Platte verzieht. Laminatbeschichtungen
Mehrschichtholzplatten: Furnier- werden wie Furniere verarbeitet (Abb. 3.69),
schichtholz oder Sperrholz Platten,
kein Katenschutz notwendig.
[23]. Die Schadstoffbelastung der verleimten
Verbundplatten: Trägerplatte für Holzbauteile mit z.B. Formaldehyd ist zu über-
hochwertige Furniere, Kanten müssen
mit Ein- oder Anleimern aus Vollholz
prüfen. Als Ersatz kommen häufig Kleber auf
geschützt werden. Polyurethanbasis zum Einsatz.
Spanplatten: Trägerplatten für Furniere
und Beschichtungen. Unbehandelte Blech
Kanten sind porös und stoßempfind-
lich, sie müssen mit Ein- oder Anlei-
Serienmäßig hergestellte Wand- und Decken-
mern aus Vollholz geschützt werden. bekleidungen werden aus verzinkten Stahl-,
Holzfaserplatten: Strapazierfähige,
schwere Platten deren Kanten auch
Aluminium- und Edelstahl Blechen angebo-
ungeschützt verbleiben können Abb. 3.68 Metalldeckenplatte ten. Blechpaneele die ihre Formstabilität

(1)

(2)

(1) Senkrechtes Einhängeprofil

(2) Waagrechtes Einhängeprofil


Abb. 3.69 Beispiel für Paneel Montagesystem
EBB 06
07
27

TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

Abb. 3.71 Decke Wand und Boden aus einem Material, Ho- Abb. 3.73 Wandbekleidung Weidengeflecht, Pfarrheim
tel Puerta America in Madrid, Zaha Hadid Thalmässing, Andreas Meck

durch das Aufkanten der Ränder erhalten einem Material modelliert. Klima- und Sani-
sind aus 0,5 bis 0,9 mm dicken Blechen her- tärleitungen werden im Raum zwischen Tro-
gestellt. Werden flache Bleche eingesetzt, so ckenbauwänden, Rohdecke und Bekleidung
wird deren Stabilität durch höhere Blechstär- verzogen (Abb. 3.71). [24] Pulverbeschichtung
Lösungsmittelfreie, korrosionsbe-
ken erreicht. Lochungen und Oberflächenbe- Beim Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing ständige Kunststoffbeschichtung von
schichtungen der Paneele erfolgt werkseitig. wurde direkt vor Ort eine aus Weidenruten Stahl. Der Farbauftrag eines Pulver-
lacks aus Polyester- oder Polyure-
Unterkonstruktion und Blechpaneele sind geflochtene Wandbekleidung ausgeführt. thanharzen erfolgt im elektronischem
geometrisch so auf einander abgestimmt, dass Vor der Innenschale der mehrschaligen Spritzverfahren. Anschließend werden
die Farbpartikel durch Erhitzen ein-
die Paneele eingehängt, eingeklickt oder ein- Außenwand bildet ein teilweise mit Akustik- gebrannt. Pulverbeschichtungen sind
gelegt werden können. Vorteil dieser Systeme dämmung auf Abstand hinterlegtes Weiden- unempfindlich gegen Kalk und Zement
können aber bei höheren Beanspru-
ist deren Montage- und Revisionsfreundlich- geflecht die Wandoberfläche. Die offenen chungen abplatzen. Die Beschichtung,
keit. Daher kommen sie bei allen technischen Fugen der Gewebeoberfläche sind raum- die in jedem Farbton erfolgen kann
über Eck den Materialeindruck des
Decken- und Wandsystemen häufig zum Ein- akustisch und schallabsorbierend wirksam beschichteten Metalls.
satz (Abb.  3.67-68), [24] [25]. (Abb. 3.72-73).
[25] Eloxieren
Korrosionsschutz und Gestaltungsmit-
Sonderkonstruktionen technische Bekleidungssysteme tel von Aluminium. Zunächst wird die
Oberfläche der Bleche durch mecha-
Im Innenausbau kann relativ leicht von Stan- Akustikdecken: Um die Schalldämmung Rw nische Bearbeitung und chemische
dardlösungen abgewichen werden. einer Deckenkonstruktion durch eine abge- Reinigung vorbehandelt. Bei der im
Schwefelbad erzeugten anodischen
In einem Hotel in Madrid hat Zaha Hadid Gäs- hängte Decke zu verbessern ist ein möglichst Oxidation wird in der Aluminiumober-
tezimmer mit einer alle Oberflächen umklei- biegeweiches, aber schweres Beplankungs- fläche eine Oxydationsschicht erzeugt
die weit stärker ist als die natürliche
denden Haut aus dem Mineral-Acryl-Werkstoff material (wie bei Wandvorsatzschalen) einzu- Oxidationsschicht. Die Oxydations-
bekleidet. Vorfabrizierte Bekleidungselemente setzen. schicht kann in unterschiedlichen Farb-
tönen ausgeführt werden. Auf Grund
wurden auf einer Unterkonstruktion aus MDF Einflussfaktoren auf die Schalldämmung einer der Weichheit von Aluminium bleibt
geklebt und vor Ort zusammengefügt, ver- Deckenkonstruktion durch eine abgehängte Eloxiertes Aluminium empfindlich
gegen mechanische Beschädigung.
klebt und zu einer fugenlosen Oberfläche ver- Decke: Kalk, Zement, Farben und Lösungsmit-
schliffen. Wände, Decke und Möbel sind aus - Hohes Flächengewicht der Beplankung tel schädigen die Oxidationsschicht.
- Schallabsorbierende Dämmstoffauflage
(50-100 mm)
- Größe des Schalenabstands von der Roh-
decke
- Flächen- und Fugendichtigkeit der Be-
plankung
- Federnd ausgebildete Abhänger in gerin-
(1) ger Anzahl

(1) Weidenrutengeflecht
Abb. 3.72 Pfarrheim Thalmässing Detailschnitt Abb. 3.74 Bibliothek in Viipuri; Alvar Aalto
Strahlungsdecke
28 06
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Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


Abb. 3.75 Bibliothek in Viipuri, Akustikkonzept; Alvar Aalto

Wird eine Unterdecke zur Regulierung des


Lärmpegels und der Akustik in einem Raum
eingesetzt, können die Konstruktionsprin- Strahlungsdecke
zipien der Wandvorsatzschalen übertragen
werden (s. 3.2.1.2). Leitungen integriert
Abb. 3.78 Rohdecke

Akustikputzsysteme zeichnen sich durch eine Strahlungsdecke


Strahlungsdecke
mittels Silikatzuschlägen (Quarzsand) ver-
grösserte Materialoberfläche aus und können
durch die Porösität nur im nicht stoßbelaste-
ten Bereich über ca. 2,50 m ü. FFB oder an Leitungen integriert
Raumdecken zur Regulierung des Lärmpegels
eingesetzt werden. Sie ermöglichen eine weit-
Strahlungsdecke
Abb. 3.79 Strahlungsdecke
gehend fugenlose Deckenuntersicht. Akustik-
putz kann direkt auf die Rohdecken oder auf
die Beplankung von Unterdecken aufgebracht
werden. Die Endbeschichtung erfolgt mit spe-
[26] Kühldecken:
ziell auf den Putz abgestimmten Systemen.
Strahlungskühldecken: Geschlossene Hersteller bieten auch mehrschalig aufge-

Strahlungsdecke
Deckenoberflächen, bei denen der
Wärmeaustausch hauptsächlich über
baute Beplankungselemente an, die Akustik- Abb. 3.80 Strahlungsdecke mit integrierten Leitungen
Strahlung (50-60%) erfolgt werden und Brandschutzanforderungen erfüllen und
als Strahlungsdecken bezeichnet. Sie
nach Montage fugenlos mit Akustikbeschich-
können als Putz- Gipskarton oder
Metalldecken ausgeführt werden. Sind tungen versehen werden (Abb. 3.76). Leitungen integriert
Strahlungsdecke
sie mehrschalig konstruiert werden
die Kühlleitungen nach oben hin
wärmegedämmt um eine maximale Kühldecken und Kühlwände: Die in einem
Kühlleistung im Raum zu erreichen.
Raum auftretende Wärme kann durch Kühlung
Kühlleistung 60-80 W/m²
Leitungen integriert
Konvektionskühldecken:
Sind offene Unterdecken die beidsei-
der Luft (Fensterlüftung, Klimaanlage) oder
durch Kühlung umgebender Bauteile abge- Strahlungsdecke
führt werden. Bei der Bauteilkühlung wird in
Leitungen in abgeh. Decke
tig von der Raumluft umgeben sind.
Der Wärmeaustausch erfolgt überwie-
gend durch Konvektion. Kühlleistung
der Regel eine größere zusammenhängende
90-150 W/m². Fläche durch wasserführende Leitungen auf
Strahlungsdecke
Strahlungsdecke
Abb. 3.81 Strahlungsdecke, Leitungen in abgehängter Decke
Leitungen integriert
Leitungen in abgeh. Decke

Abb. 3.76 Akustikputz auf Trägerplatte


Strahlungsdecke
Konvektionsdecke
Abb. 3.82 Konvektionsdecke glatt

eine Temperatur unterhalb der Raumtempe-


Leitungen
ratur abgekühlt.in abgeh. Deckedann
glatt Dieses Bauteil entzieht

Strahlungsdecke
bei seiner Erwärmung der Raumluft Wärme-
energie. Um das Auftreten von Tauwasser auf
der Kühlfläche zu vermeiden, müssen Raum-
Konvektionsdecke
Leitungen
luftfeuchte undin abgeh. Decke der
Oberflächentemperatur
Kühlflächen (Vorlauftemperatur 16-18 °C) so
geregelt werden, daß bei Kondensatgefahr
glatt
die Kühlleistung gedrosselt wird (Abb. 3.76-

Strahlungsdecke
82), [26].

Lichtdecken: Lichtdecken sind Unterdecken,


Abb. 3.77 Lamellendecke Leitungen in abgeh. Decke
die von oben durch Leuchtstoffröhren oder

Konvektionsdecke
ecke

Kanäle EBB 06 29

ecke
07
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde

04.2 Ausbau • Innenbekleidungen

Kanäle

Abb. 3.83 Lichtdecke im Museum der Bildenden Künste; Abb. 3.84 Kanäle
Leipzig, Hufnagel, Pütz, Rafaelian

ecke Tageslicht beschienen werden. Als Beplan-


ert kung oder Füllung eignen sich transluzente
Glas- und Kunststoffplatten und Aluminium-
oder Kunststoffplatten mit eng gerasterten
Ausbaustrukturen. Der darunter liegende
ecke Raum wird durch die Streuung des Lichtes

ert
gleichförmig und blendfrei beleuchtet. Licht-
decken werden dort eingesetzt, wo große Überdruck
Flächen gleichmäßig ausgeleuchtet werden
sollen (z.B. Museen oder Schalterhallen)
(Abb. 3.83).

Überdruck
Abb. 3.85 Überdruck
Lüftungsdecken: Der Luftaustausch in einem
Raum kann durch natürliche Lüftung (Fens-
terlüftung) oder durch mechanisches Zu- und
Abführen der Luft erfolgen. Bei raumlufttech-
nischen Anlagen wird die aufbereitete Luft in
verzinkte Stahlblechkanäle geleitet und durch
Auslässe in Decke, Boden oder Wänden in
den Raum eingeblasen bzw. abgesaugt. Bei
Lüftungsdecken können zwei grundsätzlich
verschiedene Konstruktionen unterschieden
werden. Zum einen kann Zu- und Abluft
im Deckenhohlraum in getrennten Kanälen
geführt und über Öffnungen eingeblasen und
ecke abgesaugt werden, die in das Deckensystem Abb. 3.86 Unterdruck

Unterdruck
integriert wurden. Andere Deckensysteme
eh. Decke nutzen den gesamten Deckenhohlraum als
Luftkammer (Abb. 3.85). Je nach Luftführung [27] Latentwärmespeicher (PCM);
wird Überdruck (Luftzufuhr) oder Unterdruck Latentwärmespeicher: funktionieren durch Äquivalente Schichtdicken

ecke (Luftabfuhr) erzeugt. Randanschlüsse, Decken-


einbauten und Flächen über raumakustisch
reversibler thermodynamischer Zustandsän-
derungen eines Speichermediums, wie z. B.

eh. Decke
wirksamen Konstruktionen (Schallschluckein-
lagen mit oberseitiger Alu-Folienkaschierung) Unterdruck
des Phasenübergangs von fest nach flüssig
(Schmelzen/Erstarren). Beim Aufladen von-
Baustoff: PCM Beton

müssen hier sorgfältig abgedichtet sein. Bei Latentwärmespeicher werden meist spezi- Schicht-
stärke:
Überdruckdecken strömt die Luft über Plat- elle Salze oder Paraffine als Speichermedium
tenfugen, Deckenperforationen oder spezielle geschmolzen, die dabei sehr viel Wärmeen-
Auslässe ein. Unterdruckdecken nutzen z.B. ergie, die Schmelzwärme, aufnehmen. Da
in die Decke integrierte Beleuchtungskörper dieser Vorgang reversibel ist, gibt das Spei-
zur Luftabsaugung und führen gleichzeitig chermedium genau diese Wärmemenge beim
3,0 cm 8,1 cm
die durch die Beleuchtungselemente entste- Erstarren wieder ab. Der Vorteil dieser Wär-
hende Wärme ab (Abb.3.84-86). mespeichertechnik beruht darauf, möglichst
viel Wärmeenergie in möglichst wenig Masse
Integrierte Unterdeckensysteme: Komplette zu speichern. Die Nutzung eines Phasenüber-
decke Unterdeckensysteme, in die Beleuchtung,
Akustikelemente, Brandmelder, Medientech-
gangs ist dabei wesentlich effektiver als das
bloße Erwärmen des Mediums.
Gipsputz/
Platte
Leichtziegel-
wand

nik, Aus- und Einlässe der Belüftung und Latentwärmespeichermaterialien im Innen-


Trennwandanschlüsse integriert sind können ausbau sind auf Salz- oder Paraffinbasis und
in Abstimmung mit dem jeweiligen Hersteller kommen als Wand- oder Deckenbekleidung

decke in Raster, Geometrie und Leistungsfähigkeit


der technischen Ausstattung an die jeweilige
zum Einsatz. Sie werden als leichtes Platten-
material auf Unterkonstruktionen als Schalen
Bauaufgabe angepasst werden. montiert [27]. 13,4 cm 28,8 cm
30 06
07 EBB 4 Testfragen 7.  ann müssen Fugen bei Wand,-
W
Decken und Bodenbekleidungen ge-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso plant werden?
Baukonstruktion und Baustoffkunde 1.  ekleidungen können mehrschichtig
B a bei Gebäudetrennfugen
04.2 Ausbau • Innenbekleidungen
oder mehrschalig konstruiert werden. b bei Bekleidungen aus Materialien mit
Grundlegend unterscheiden sie sich einem hohen Wärmeausdehnungsko-
durch: effizienten
a ihr Flächengewicht c bei in einer Fläche liegenden Material-
b ihre Farbigkeit übergängen
c ihre schalldämpfenden Eigenschaften d a, b und c sind richtig
d ihre konstruktive Verbindung zur tra-
genden Wandkonstruktion 8.  ie Genehmigungsbehörde fordert für
D
ein Bauteil F90-A:
2.  ie kann die Luftschallabsorption ver-
W a D
 as Bauteil muss einem Feuer 90 Mi-
größert werden? nuten standhalten und aus nicht
a Oberflächenminimierung brennbaren Material sein
b Oberflächenmaximierung b Das Bauteil muss einem Feuer 90 Mi-
c Verwendung harter Materialien nuten standhalten und in wesentli-
d akustisch wirkende Farbgestaltung chen Teilen aus nicht brennbaren Ma-
terial sein
3.  as beeinflusst die Schallabsorptions-
W c Das Bauteil muss einem Feuer 90 Mi-
kurve einer mehrschaligen Wandver- nuten standhalten und aus brennbar-
kleidung am wenigsten? en Material sein
a Material der Wandbekleidung d Das Bauteil muss den Durchtritt von
b Abstand der Bekleidung vor der Rauch 90 Minuten lang verhindern
Wand und aus nicht brennbaren Material
c Dicke des schallschluckenden Materi- sein
als hinter der Bekleidung
d Oberflächenstruktur der bekleideten 9.  elche konstruktive Maßnahme ver-
W
Wand hindert den Übertrag von Trittschall?
a E ntkoppeln der schallbelasteten
4.  ine hohe Schalldämmung einer
E Masse
Deckenkonstruktion bezeugen: b E rleichterung der Deckenplatte mittels
a hohes Luftschalldämmmass Rw und Leichtbeton.
hoher Normtrittschallpegel Lnw c schallharte Bodenbeläge
b h ohes Luftschalldämmmass R‘w und d das Prinzip der Schikane
hoher Normtrittschallpegel Lnw
c niedriges Luftschalldämmmass Rw 10.  as ist das Hauptmerkmal eines
W
und hoher Normtrittschallpegel Lnw schwimmenden Estrichs?
d hohes Luftschalldämmmass R‘w und a E r wird nur in Naßräumen verlegt.
niedriger Normtrittschallpegel L’nw b E r ist an seinen Rändern resistent
gegen eindringende Feuchtigkeit.
5.  ie Wärmespeicherfähigkeit eines
D c D er Bodenbelag wird vom Estrich durch
Materials ist abhängig von dessen? eine Trittschalldämmung getrennt ver-
a Rohdichte legt.
b Farbe d Er wird auf einer Trittschalldämmung
c Materialstärke verlegt.
d Elastizität
11.  as ist die Funktion eines Doppelbo-
W
6. In welchem Raum ist mit dem stabil- dens?
sten Raumklima bezüglich der relativen a Er dient der freien Installationsfüh-
Luftfeuchte zu rechnen? rung.
a Wand- und Bodenbekleidung b E r dient dazu die Geschoßhöhen an
Steinzeug Fliesen, abgehängte Gips- die gewünschten Höhen anzupassen.
kartondecke c Er dient dem Brandschutz.
b Wände und Decke mit Gipsputz ver- d Er dient der Luftschalldämmung.
putzt und mit Siliconharzfarbe be-
schichtet, Bodenbelag glasierte Ste- 12.  elcher Estrich bietet sich beim Ausbau
W
ingutfliesen des Dachgeschosses eines Altbaus an,
c Wände und Decke mit Kalkputz ver- wenn die vorhandene Deckekonstruk-
putzt und mit Silicatfarbe beschichtet, tion nur wenige zusätzliche Lasten auf
Bodenbelag geölter Dielenboden nehmen kann?
d Elementwände aus elementierten mit a Zementestrich
Mineralwolle hinterlegten Alumini- b Trockenestrich
umverkleidungen, abgehängte Kühl- c Gussasphalt
decke, mit Linoleum belegter Hohl- d Anhydritestrich
raumboden 
13. Parkett hat eine Bauhöhe von:
a 25-40 mm
20.  ei welchem Bodenbelag
B
Nutzschicht nicht aus Holz?
ist die
EBB 06
07
31

b 5-7 mm a Eichenlaminat TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso


c 7-25 mm b Dielenboden Baukonstruktion und Baustoffkunde

d 5-70 mm c Stirnholzparkett 04.2 Ausbau • Innenbekleidungen


d Fertigparkett
14. In der Regel hat Verbundestrich eine
Bauhöhe von? 21.  elcher Bodenbelag kann im mittel-
W
a 3 0 - 40 mm zzgl. 20 mm Trittschal- europäischen Klima im Außenbereich
dämmung verlegt werden?
b 4
 0 - 60 mm zzgl. 20 mm Trittschall- a Parkett
dämmung b Steinzeug
c min. 100 mm c Linoleum
d 20 - 50 mm d Terrazzo

15.  arum verlegen Sie auf einem Doppel-


W 22.  ine Innenwand soll als Sichtmau-
E
boden keinen schwimmenden Estrich? erwerk aus Kalksandstein erstellt
a Der schwimmende Estrich ist zu werden. Welche lichte Raumhöhe er-
schwer. möglicht ein gleichmäßiges Fugenbild?
b Der Estrich läuft beim Verlegen in die a 300 cm
Fugen des Doppelbodens. b 299 cm
c Der Estrich kann bei Belastung ins c 301 cm
Schwingen geraten. d 301,5 cm
d Der Doppelboden ist nicht mehr an
jeder Stelle zu öffnen. 23.  eim Ausschalen einer Sichtbeton-
B
wand erscheint ein dunkler wolkiger
16.  ie aufeinander folgende Schichten
D Fleck auf der Wandoberfläche. Ursache
einer geputzten Innenwand müssen für die Verfärbung ist vermutlich:
inklusive der Wandkonstruktion: a Vandalismus
a von Innen nach Außen an Festigkeit b Zement, Betonzuschlag und Wasser
zunehmen waren nicht ausreichend vermischt
b v on Innen nach Außen an Festigkeit c der Beton wurde an dieser Stelle nicht
abnehmen verdichtet
c identische Ausdehnungskoeffizienten d die Schalhaut war beschädigt und hat
aufweisen dem Beton beim aushärten Wasser
d immer mit Grundierungen als Zwi- entzogen
schenlagen aufgebracht werden
24.  elche Aussage trifft für abgehängte
W
17. Putze mit hydraulischen Bindemitteln Unterdecken nicht zu?
a härten nicht unter Wasser aus a U
 nterdecken bestehen aus Beklei-
b härten unter Wasser und an der Luft dung, Unterkonstruktion und Abhän-
aus ger
c benötigen keine Zuschlagstoffe b Unterdecken dürfen ein Eigengewicht
d sind nur für Innenräume geeignet von 50kg/m² nicht überschreiten und
dürfen nicht betreten werden
18.  elche der nachfolgenden Regeln für
W c Unterdecken sind überholte Konstruk-
den Fliesenplan ist falsch? tionen und werden nur noch selten
a A
 nsichten sollen ein symmetrisches montiert
Fliesenbild ergeben c Unterdecken können mit unterschied-
b F ugen von senkrechten und waag- lichsten Materialien beplankt werden
rechten Fliesenflächen sollen überein-
stimmen 25.  ofür eignen sich Mineralfaserplatten
W
c Restfliesen kleiner als ½ Fliesenbreite nicht?
sind zu vermeiden a zur Raumschalldämmung
d Fliesenlänge und 2 Fugenbreiten erge- b zur Wandbekleidung in Feuchträu-
ben das Rastermass für die Verflie- men
sung c als Putzträgerplatten
d als Brandschutzverkleidung
19.  elche Oberflächenbekleidung wird
W
nicht in der Werkplanung M 1:50 ver- 26.  elches Bodensystem wählen sie aus,
W
maßt? wenn im Bodenaufbau Elektro- und
a Unterdecken Datenkabel sowie Sanitär- und Abluft-
b Hohlraumböden leitungen verzogen werden sollen?
c mehrschichtige Wand- und Decken- a Hohlraumboden
bekleidungen b Doppelboden
d mehrschalige Wand- und Decken- c Schwingboden
bekleidungen d schwimmender Estrich
32 06
07 EBB 5 Literaturhinweise 6 Bildnachweise

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Detail -Licht und Innenraum, 5
3.25 Material & Konzept, München
München, 2006, S.314
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Detail - Innenräume, 1/2
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Detail - Innenräume, 1/2
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Handbuch der Gebäudetechnik, Band 1, S.A55/1

3.40 Piestol, W.
Handbuch der Gebäudetechnik, Band 1, S.A55/1

3.41 Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U.


Baukonstruktion Teil 1
Stuttgart, 2002, S.574 Bild 14.17b

3.42 Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U.


Baukonstruktion, Teil 1
Stuttgart, 2002, S.574 Bild 14.17e

3.43 Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U.


Baukonstruktion, Teil 1
Stuttgart, 2002, S.593 Bild 14.43

3.44 www.rigips.de

3.45 www.rigips.de

3.46 www.rigips.de

3.47 www.creativeweave.de

3.48-55 Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U. Nur für Lehrzwecke ©


Baukonstruktion, Teil 1
Stuttgart, 2002, S.582 Bild 14.27 A1, B1-4 Verfasser:

3.56 Frick, Knöll, Neumann, D., Weinbrenner, U. TUM - Fakultät für Architektur
Baukonstruktion, Teil 2 Lehrstuhl EBB
Stuttgart, 2002, S.679 Bild 921 Arcisstr.21
80333 München
3.57 EBB, Prof. Musso, F., München
Univ. Prof. Dipl.-Ing. Florian Musso
3.58 EBB, Prof. Musso, F., München Dipl.-Ing. Konstanze Elbl
Dipl.-Ing. Thomas Lenzen
3.59 EBB, Prof. Musso, F., München Dipl.-Ing. Matthias Pätzold
Dipl.-Ing. Sonja Weber
3.60 EBB, Prof. Musso, F., München
Mitarbeit
3.61 www.weltchronik.de Cand.- Arch. Philipp Sürth

3.62 EBB, Prof. Musso, F., München Stand: 08.2007