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Niveau C1/1

D e u ts c h als F re m d s p ra c h e

Kursbuch
B a n d 1 I L e k tio n 1 - 6

Hueber
R o s a -M a ria D a lla p ia z z a I S andra Evans
R o la n d F is c h e r | A n ja S chüm ann | M aresa W in k le r

Deutsch als Fremdsprache

Kursbuch
Band 1
L e k tio n 1 - 6

N iv e a u C 1 /1

H u e b e r V e rla g
Beraterteam:
Ida Farkas, Vietnam
Susanne Lüders, Spanien
Gabriele Schweller, Deutschland
Andreas Werle, Österreich
und andere

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.


Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen
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3. 2. 1. Die letzten Ziffern


2014 13 12 11 10 bezeichnen Zahl und Jahr des Druckes.
Alle Drucke dieser Auflage können, da unverändert,
nebeneinander benutzt werden.
1. Auflage
© 2010 Flueber Verlag, 85737 Ismaning, Deutschland
Layout: Marlene Kern, München
Druck: Flimmer AG, Augsburg
Printed in Germany
ISBN 978-3-19-001675-4
In h a lt

Vorwort 4
Inhaltsübersicht 7

LEKTION 1 Ohne W orte 10 LEKTION 4 Auf Umwegen 68


□ Ohne Worte 11 □ Auf Umwegen 69
o „Sag jetzt nichts!“ 12 □ Es ist also alles noch offen? 70
Fokus Sprache 14 B Ohne Umwege zum Geld 73
B Worte sagen nicht alles 15 B Kennen wir uns nicht? 74
B Das liegt doch auf der Hand! 17 B Erfinde dich neu! 75
B Der letzte Schrei: Silent Dating 18 Fokus Sprache 77
Fokus Sprache 20 B Auf Umwegen zum Original? 78
B Der Baum 21 Fokus Sprache 79
Wendungen und Ausdrücke 22 B Aktuell im Gespräch 79
Grammatik 23 Wendungen und Ausdrücke 80
Nachlese: Immer mit der Ruhe 24 Grammatik 81
Projekt: Schönes Leben 26 Nachlese: Kluftingers erster Fall 82
Projekt: Manchmal kommt der
Strom auf Umwegen 84
LEKTION Z Vom Feinsten 28
o Vom Feinsten 29
Luxus pur? 30 LEKTION D Auf Achse 86
Q
B Die spät bezahlte Schuld 32 B Auf Achse 87
Fokus Sprache 35 B Nah und fern 88
B Gute Manieren gefragt? 36 B Nachhaltiger Tourismus 89
B „Es ist mir überaus unangenehm, ..." 38 Fokus Sprache 92
Fokus Sprache 39 B Mach das Radio an! 94
Aber bitte mit Sahne ... 40 B Über den ständigen Begleiter der Erde 95
B Alles, was schiefgehen kann, ... 41 B Ihr Fachgebiet - Ihre Präsentation 97
Wendungen und Ausdrücke 42 Wendungen und Ausdrücke 98
Grammatik 43 Grammatik 99
Nachlese: Absagen auf Bewerbungen 44 Nachlese: Ein Mann, ein Hund ... 100
Projekt: Mahlzeit 46 Projekt: Auf der Walz ... 102

LEKTION 3 Gegen den Strom 48 LEKTION 6 Ohne Ende 104


B Gegen den Strom 49 B Ohne Ende 105
B Was heißt typisch ...? 50 □ Alt gegen Jung? 106
B Na super...! 53 B „So langsam wie möglich“ 108
Immer anders, als man denkt 54 Arbeitszeiten ohne Ende? 109
Fokus Sprache 55 Fokus Sprache 112
B Meinetwegen, aber bitte nicht hier! 56 B Die nächste Ausgabe 114
Fokus Sprache 58 B Immer höher, immer schneller? 115
Gegen wen oder für wen? 59 Wendungen und Ausdrücke 116
B Bruno 60 Grammatik 118
Wendungen und Ausdrücke 61 Nachlese: Erinnerungen aus
Grammatik 63 der Zukunft 120
Nachlese: Frauen in der Biologie 64 Projekt: Flächen ohne Ende 122
Projekt: Es muss nicht immer
Chemie sein 66
Anhang 124
Fokus Sprache Lösungen 150
Quellenverzeichnis 151

Inhalt ZIEL C1/1 3


Vorwort

L ie b e L e r n e r in n e n u n d L e rn e r,

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M illi.- das Lehrw erk Ziel CI besteht aus Kursbuch, Band Lektion 1-6 und
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ZieLtei* Kursbuch, Band 2, Lektion 7-12.

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■ Das Kursbuch enthält sechs Lektionen. Jede Lektion hat 18 beziehungsweise 20 Seiten.
Eine Lektion beginnt immer mit einer Einstiegsseite.
Hier finden Sie das Lektionsziel sowie eine Ü bersicht über
die einzelnen Lernziele und die Textsorten.
Mit den Fotos und den Aufgaben des Abschnitts A steigen Sie
in das Thema einer Lektion ein.
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In den Lektionsabschnitten B, C ... lernen Sie mit den verschiedenen Lese- und Höraufgaben
■ n n sowie den Sprech- und Schreibanlässen Schritt für Schritt alles, was Sie zum Erreichen des
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Lektionsziels brauchen.
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■ Die Tracknum m ern zeigen Ihnen, wo Sie die Hörtexte auf der Audio-CD 1 oder 2 finden.

■ Diese Verweise sind Ihr Wegweiser vom Kursbuch ins Arbeitsbuch. Sie sagen Ihnen,
welche Übungen Sie an dieser Stelle machen können.

■ Eine Besonderheit des Kursbuchs sind die Fokus-Sprache-Seiten.


Fokus Sprache:
Auf diesen werden wichtige Phänomene des Sprachgebrauchs zusammengefasst und erläutert.
Die Lösungen zu den Aufgaben finden Sie im Anhang.

Auf den Ü bersichtsseiten werden die Grammatikinhalte sowie die


Wendungen und Ausdrücke jeder Lektion übersichtlich zusammengefasst.

Die Doppelseiten mit der Nachlese laden mit interessanten Texten


zum Lesen ein. Aufgaben zu diesen längeren Lesetexten sind im Arbeitsbuch.

4 Vorwort ZIEL C1/1


Die Fotodoppelseiten am Ende einer Lektion bieten Material
zur freien Anwendung.
Aufgaben für kleine und größere Projekte finden Sie dazu im Internet:
www.hueber.de/ziel.

■ Im Arbeitsbuch finden Sie zu jedem Thema des Kursbuchs das passende Angebot:

Grammatik: Strukturen und Formen lernen, systematisieren und üben,

gelebte spräche Sprache und Sprechabsichten verstehen,

Wortschatz: e rw eitern , festigen und üben,

Phonetik: Satzbetonung und Satzmelodie üben,

Sätze bauen: Sätze und Texte mithilfe der Wendungen und Ausdrücke formulieren,

texte bauen: Texte aufbauen, strukturieren und schreiben,

texte lesen: längere Texte entschlüsseln,

Prüfungsvorbereitung: Fertigkeiten erweitern und vertiefen.

B Auf der Lerner-CD-ROM zum Arbeitsbuch finden Sie alle Wendungen und Ausdrücke,
eine Grammatikübersicht, Portfolioaufgaben sowie die Hörtexte des Arbeitsbuchs.

B Zu Kursbuch und Arbeitsbuch gibt es darüber hinaus noch umfangreiches Zusatzmaterial.


Detaillierte Informationen dazu finden Sie unterwww.hueber.de.

Mit Ziel CI kommen Sie sicher an Ihr Ziel!

Ihr Autorenteam

Vorwort ZIEL C1/1 5


1 Ohne Worte 2 Vom Feinsten
sich privat über ein Thema austauschen Gespräche und Verhandlungen
im öffentlichen Leben führen
LESEN Q Gedicht (Auszug)
geflügeltes W ort LESEN______ Q S prichw ort
Z itat aus Biografie Z itat aus einem Sachtext
detailliertes Lesen 10 detailliertes Lesen 29
Q Gestik und M im ik verstehen 12 lü Erzählung
Q bildhafte Ausdrücke D ie spät bezahlte Schuld
detailliertes Lesen 17 kursorisches Lesen 32
B E rklä ru n g e n /D e fin itio n e n Ol o ffizielle Einladung
S ilen t D a tin g detailliertes Lesen 38
kursorisches/detailliertes Lesen 18 Angebot
Entstehungsgeschichte eines Bildes B ü fett-A ngebot f ü r 55 Personen
D e r Baum detailliertes Lesen 40
kursorisches/detailliertes Lesen 21 Nachlese: eine B uchkritik
Nachlese: Tagebucheinträge Absagen a u f Bewerbungen
Im m e r m it der Ruhe kursorisches / detailliertes Lesen 44
kursorisches/detailliertes Lesen 24 HÖREN_____ Q Radiointerview
HÖREN B Radiofeature (Auszug) Wer m it allem versorgt ist, sehnt sich ...
S tudentinnen, wie sie leben kursorisches / detailliertes H ören 30
kursorisches/selektives H ören 16 O Radiointerviews
B Dialoge m it bildhaften Ausdrücken Gutes Benehmen im A llta g
detailliertes H öre n 17 Gutes Benehmen u n d K a rrie re
B Radiofeature S ilen t D a tin ß Gutes Benehmen im H an dw e rk
kursorisches/detailliertes H ören 18 kursorisches/selektives H ören 36
R Radiosendung „Süpertester“ SCHREIBEN Q Mind Map erstellen 31
kursorisches H öre n 19 O Erörterung 31
SCHREIBEN Q N o tiz e n /S tic h p u n k te 15 B schw ierige Absage 38
B Erklärungstext zu in te rk u ltu re lle n 16 Q Bestellung 40
Kontexten Vereinbartes einfordern 40
SPRECHEN Q fre ie r Gedankenaustausch 11 SPRECHEN Q fre ie r Gedankenaustausch 29
Q Ratespiel 13 F l Ergebnisse präsentieren 31
Q Uber die Bedeutung von M im ik B um Unterstützung bitten (Behörde) 34
und Gestik 12 Q U nterstützung ablehnen 34
B über M im ik und Gestik im Q über Benehmen im interkulturellen
in te rk u ltu re ile n Kontext 13 Kontext sprechen 37
Q über Bedeutungsinhalte 16 B etwas im Nachhinein absagen 38
B über in te rk u ltu re lle U nterschiede 16 sich auf eine gemeinsame Sache
Q ku ltu re lle Kontexte beschreiben 16 einigen 40
Q bildhafte Ausdrücke im Vereinbartes telefonisch einfordern 40
Bedeutungskontext erklären 17 B in einer K risensituation agieren 41
B abwägend, kontrovers argumentieren 18
B ein Streitgespräch führen 19 GRAMMATIK Pronomen: nichts, ... I Vermutungen
m it und ohne Konjunktiv II I
sich auf eine Bildinterpretation
Zeitabläufe I Negation I Nomen-Verb-
einigen 21 Verbindungen I Nominalisierungen I
GRAMMATIK Fragen m it Angaben I Verschleifungen in Sprechersignale: Na, N a ja , wie g esa g t...
der gesprochenen Sprache I W ortbildung: WENDUNGEN etwas definieren I über die eigene
- a r tig ... UND AUSDRÜCKE Erwartungshaltung reflektieren I
WENDUNGEN einen Bedeutungszusammenhang erklären I etwas in Bezug bringen I
UND AUSDRÜCKE Unterschiede und Gemeinsamkeiten eine Hilfeleistung einfordern I
hervorheben I Gründe für etwas angeben I eine Hilfeleistung ablehnen I
etwas interkulturell beschreiben I etwas spontan gewichten I
etwas anhand eines Beispiels erklären I etwas kurzfristig absagen I
einen B egriff erläutern I abwägend auf eine kurzfristige Absage reagieren I
kontrovers argumentieren I eine Beschwerde äußern I
direkt kontrovers argumentieren auf eine Beschwerde reagieren

Übersicht ZIEL C1/1 7


3 Gegen den Strom 4 Auf Umwegen
Erfahrungen und Gefühlen Ausdruck verleihen gezielt Fragen stellen, ein Interview führen

LESEN_____ Q Kinderbuch (Auszug) LESEN Q Gedicht


D e r N e in ric h A ls m ein Vater ...
Zitate detailliertes Lesen 68
S prichw ort Q S prichw örter
detailliertes Lesen 49 detailliertes Lesen 69
Interview Q Zeitungsnotiz
kursorisches/detailliertes Lesen 50 detailliertes/kursorisches Lesen 70
Zeitungsartikel IÜ Meldung
kursorisches /d e ta illie rte s Lesen 56 Bedingungsloses G rundeinkom m en
Bericht Online-Zeitung detailliertes Lesen 73
A u f direktem Weg ins H e rz Q S ta tistik
detailliertes Lesen 59 detailliertes Lesen 73
0 Kurzbericht B Gesetzestext
kursorisches/detailliertes Lesen 60 A r tik e l 12, Absatz 1
Nachlese: Frauen in der Biologie 64 detailliertes Lesen 75
HÖREN Q Laudatio B Text zu Rechtsfragen
selektives H öre n 52 Kopierrechte
detailliertes Lesen 78
ID Nachrichten aus der Medizin
kursorisches/detailliertes H ören 54 Nachlese: Kluftingers erster Fall 82

SCHREIBEN Q Kom m entar 52 HÖREN B Interview


m it H o rs t Piepenburg
Q kurze neutrale Pressem itteilung 52
kursorisches/detailliertes H ören 70
persönliche E-Mail 52
IÜ Straßenumfrage
Q E-Mail m it Empfehlungen 54 detailliertes H ören 73
Posting 57 ID Chanson
Stellungnahm e 57 Lieben Sie P a rtys ? 74
Stellungnahm e 59 B Radiofeature
Leserbrief 60 D e r N e u s ta rt in der M itte
des Lebens
SPRECHEN fre ie r Gedankenaustausch 49 kursorisches/detailliertes H ören 75
Zwischenrufe form ulieren 52
spontan angemessen reagieren 53
SCHREIBEN B Erörterung
beruflicher N e u s ta rt 76
gehörte Inform ationen
als Tipps weitergeben 54 SPRECHEN ES fre ie r Gedankenaustausch 68
über Vorbilder d iskutieren 59 O Rollenspiel 72
IÜ Straßenumfrage 73
GRAMMATIK Nominalisierungen I Präsens
Q Präsentation 73
im Kontext I Nominalisierung:
Bedeutungsvarianten I A rtikel bei IÜ Small Talk 74
Namen I Funktionen von es I B Erörterung 76
Distanzmittel I Einschränkungen: B Interview 78
unpersönliche Rede I per, via I ID Interview 79
Ortsangaben durch A ttrib u tio n I
Übertreibungen und Generalisierungen GRAMMATIK Partizip I als Adjektiv I Negation:
Vorsilben I Aufforderungen I
WENDUNGEN spontane Reaktionen - auf eine
UND AUSDRÜCKE die Stelle vor dem Verb I
Entscheidung I spontane Reaktionen -
die Stelle nach dem Satzende I
auf eine schlechte Nachricht I
Relativsatz
Reaktionen m it unterschiedlichen
Intentionen I Ratschläge geben I WENDUNGEN eine S ta tistik/G ra fik beschreiben I
Toleranz formulieren I UND AUSDRÜCKE eine Statistik/ Grafik erklären
auf etwas Ungewöhnliches in der
Ö ffentlichkeit reagieren I
Unverständnis ausdrücken I
Gleichgültigkeit ausdrücken I
M itleid ausdrücken

8 Übersicht! ZIEL C1/1


5 Auf Achse 6 Ohne Ende
komplexe Inhalte verstehen und ve rm itte ln eigene Standpunkte in Diskussionen einbringen

LESEN Q Zitate LESEN Zitate


detailliertes Lesen 86 detailliertes Lesen 104
B Cartoons B Sachtext
detailliertes Lesen 88 kursorisches/detailliertes Lesen 106
B Sachtext B Sachtexte
a t mosf a i r D e r Zusam m enhalt der
detailliertes Lesen 89 Generationen ...
B Lied kursorisches/detailliertes Lesen 106
M ach das R a d io a n ! B Inform ationen einer
detailliertes Lesen 94 Internetseite
Sachtexte Klangwechsel beim C age-Konzert
D e r M ond kursorisches Lesen 108
D e r Einfluss des Mondes a u f die N a tu r B statistische Angaben
D e r Mythos „M o n d “ Wochenarbeitszeiten
D e r E influss des Mondes a u f detailliertes Lesen 109
den Menschen B Zeitungsartikel
D ie Erde ohne den M ond Ich w ill Spaß, ich geh Gas
D ie Entstehung des Mondes selektives/kursorisches Lesen 109
D ie Mondphasen Inform ationste xt
kursorisches/detailliertes Lesen 95 detailliertes Lesen 114
HOREN B Radiointerview Meldung
D e r Tourismus der Z u k u n ft detailliertes Lesen 115
kursorisches/detailliertes H ören 89
HOREN Radiomeldung
B Lied
A l t wie Methusalem
M ach das R a d io a n !
kursorisches H ören 106
detailliertes H öre n 94
B Radiofeature
SCHREIBEN B einen Cartoon in terpretieren 88 kursorisches/detailliertes H ören 110
B eine Präsentation in Stichpunkten 91
SCHREIBEN Inform ationen notieren 108
eine Präsentation in Stichpunkten 97
Stellungnahme 108
SPRECHEN fre ie r Gedankenaustausch 87
B gehörte Inform ationen notieren 110
B einen Cartoon erklären 88
B Erörterung 111
B Präsentation 91
B ein Lied erklären 94 SPRECHEN B fre ie r Gedankenaustausch 105
B Rechercheergebnisse präsentieren 94 Austausch über gelesene
Inform ationen 107
Inhalte weitergeben 96
Diskussion 107, 108, 111, 115
Präsentation 97
eine gemeinsame Entscheidung
GRAMMATIK A ttrib u tio n I Mengenangaben tre ffe n und präsentieren 114
WENDUNGEN etwas kommentieren, bewerten I GRAMMATIK von ... / G enitiv I a ll- I werden:
UND AUSDRÜCKE etwas vorschlagen I einen Cartoon Partizip I I Präpositionen der
interpretieren I über den Inhalt eines Schriftsprache I Sprecherbezug I
Liedes sprechen I etwas erläutern I W ortbildung Adjektiv: - a rtig ... I
Aussagen eines Autors präsentieren Steigerungsadverbien I Satzbau I
Präpositionen: seltenere Kontexte I
Satzmitte I Texte strukturieren
WENDUNGEN Argumente aus Texten wiedergeben I
UND AUSDRÜCKE nicht erfüllte Erwartung zum
Ausdruck bringen I in einer Diskussion
etwas beitragen I in einer Diskussion
Stellung nehmen I über etwas sehr
Ungewöhnliches im privaten Umfeld
reden I Diskussion alle Redeabsichten I
das W ort ergreifen I eine Einigung
finden I eine Entscheidung begründen

Ü bersicht ZIELC 1/1


+++ sich privat über ein Thema austauschen +++ sich privat über ein Thema austauschen +++ Ohne Worte +++ sich privat üben

Ohne Worte
■ 2

Alles kann man nicht sagen.


W enn man eine Sternschnuppe sieht,
kann man sich etwas wünschen.
Aber man d a rf es nicht sagen,
weil es sonst nicht in Erfüllung geht.
(...)
Martin Auer, Die jchönrten Kindergedichte
Q Ohne Worte
Q „Sag jetzt nichts!“
H Worte sagen nicht alles
0 Das liegt doch auf der Hand!
Q Der letzte Schrei: Silent Dating
Der Baum

Lernziel:
sich privat über ein Thema austauschen

an einem Gespräch zwischen deutsch­


sprachigen Muttersprachlern teilnehmen
-> nonverbale Kommunikation verstehen ■ »•
-> sich in den eigenen Argumenten auf W orte zerstören, * *
diejenigen der anderen Gesprächs­ W O SIE NICHT HINGEHÖREN. *
teilnehmer beziehen
-> zu verschiedenen Meinungsäußerungen
Stellung nehmen und die eigene
Position begründen
-> interkulturelle Bedeutungsunterschiede „Ich selber, in Berlin geboren,
erkennen, analysieren und anderen wurde im Alter von sieben Jahren
erklären sprachlich entwurzelt und nach
Situationen, Problemstellungen erörtern London verpflanzt, wo ich mich
•+ umgangssprachliche Varianten verstehen fast ein J a h r lang in der Schule
zur Stummheit verurteilt sah.“
die Intention eines ironisch angelegten
Textes verstehen Eva Herje

Textsorten
Radiofeature ■ Radioreportage ■
Radiosendung ■ Gedicht ■ Zitate ■
Tagebucheinträge

10 Ohne Worte LEKTION O


fcma austauschen +++ sich privat über ein Thema austauschen +++ sich privat über ein

AI Foto, Abbildung oder Text?


Was passt aus Ihrer Sicht
am besten zu „Ohne Worte“?
Tauschen Sie sich aus,
begründen Sie Ihre Auswahl.

A2 Was fällt Ihnen außerdem


zum Thema „Ohne Worte“ ein?
Welche Gedanken oder
Situationen verbinden Sie
damit?

!
ic o o n GLOBAL PICTURE DICTIONARY 76

Ohne W orte LEKTION O


HK »Sag je tz t n ic h ts !“ SPRECHEN

Bl Ohne Worte - aber mit fester Bedeutung


Kennen Sie diese drei Gesten? Was bedeuten sie bei Ihnen, in einem anderen Land,
das Sie kennen, in den deutschsprachigen Ländern? Gibt es Bedeutungsunterschiede?
Sammeln Sie im Kurs. Vergleichen Sie dann mit den Erklärungen auf Seite 124.

B2 Körpersprache. Sehen Sie sich die Fotos an.


i AR GELEBTE SPRACHE 1,3,4
SÄTZE BAUEN 2

Wie sehen die Personen auf den Fotos den Betrachter an? Wie empfinden Sie die Haltung,
den Ausdruck Ihres stummen Gesprächspartners? Sprechen Sie.

D e r Nann a u f B i l d A , i c h F lir t e n ? ? ? ! D er g u c k t doch


w e iß n i c h t , v i e l l e i c h t f l i r t e t t o t a l ir o n is c h « D er m acht
er g e ra d e . s ic h über je m a n d e n lu s tig . AB 5 WORTSCHATZ 5

Welche Adjektive passen für Sie zu den Personen? AB 6 -9 WORTSCHATZ 6-9

Ordnen Sie zu. Vergleichen Sie dann im Kurs.


überrascht ■ wütend ■ neugierig ■ ängstlich ■ freundlich ■ arrogant ■ entsetzt ■ witzig ■
neidisch ■ charmant ■ lustig ■ gelassen ■ zweifelnd ■ aggressiv ■ glücklich ■ eifersüchtig ■
enttäuscht ■ begeistert ■ gelangweilt ■ ironisch ■ ratlos ■ herablassend ■ unsicher ■ skeptisch ■
distanziert ■ provozierend ■ eingebildet ■ ausgelassen ■ gut gelaunt ■ offen ■ leicht verärgert ■
verführerisch ■ mürrisch

12 Ohne W orte LEKTION O


B3 Ratespiel: Arbeiten Sie zu zweit oder zu dritt. Wechseln Sie nach
einigen Durchgängen die Rollen. Die folgenden Ausdrücke helfen Ihnen.
Rolle A Rolle B
Beschreiben Sie eine der Personen aus B2a: Versuchen Sie möglichst schnell die Person
Mimik, Gestik, Körperhaltung. Beschreiben Sie sie so, zu erraten. Achten Sie auf die Details der
dass die Person nicht sofort erkannt wird. Beschreibung.

den Kopf zur Seite legen ■ die Stirn in Falten legen/runzeln ■ die Augen zusammenkneifen ■
die Augenbrauen nach unten/oben ziehen ■ die Nase rümpfen ■ das Kinn vorschieben ■
die Mundwinkel hochziehen ■ die Lippen spitzen ■ die Oberlippe hochziehen ■ die Unterlippe vorschieben ■
die Schultern heben ■ die Hände in die Hüften stemmen ■ den Mund verziehen/aufreißen ■
die Augen halb schließen ■ die Hände nach vorn strecken ■ ...

D ie P e rs o n z ie h t d ie Das i s t doch ... AB 10-12 WORTSCHATZ 10,11


S c h u lt e r n nach oben. auf B ild ..., o d e r? TEXTE BAUEN 12

B4 Die Personen auf den Fotos haben auf verschiedene Fragen geantwortet -
allerdings ohne Worte!
Fragen mit Angaben
Lesen Sie die Fragen auf Seite 144 und ordnen Sie zu:
GRAMMATIK 13-15
Welches Foto passt zu welcher Frage?

Frage 1 2 3 4 5 6 7 8
Foto
PHONETIK 16

# Vergleichen Sie anschließend mit der Lösung auf Seite 143.


Was war für Sie offensichtlich? Was hat Sie überrascht?

# Spielen Sie jetzt zu zweit oder in Kleingruppen und probieren Sie „eigene Antworten“
auf die Fragen auf Seite 144 aus. Aber bitte ohne Worte!

Sprechen verboten
Einigen Sie sich im Kurs auf vier verschiedene allgemeine Themen, die Sie interessieren.
Prüfungen ■ Erfahrungen im Ausland ■ Alltag ■ Kindererziehung ■ Schule ■ Essen und Trinken ■ ...

# Fragen und „antworten“


- Bilden Sie Kleingruppen. Jede Person in der Gruppe überlegt sich jeweils zwei Fragen zu diesen
vier Themen.
- Jeweils eine Person stellt eine Frage, die anderen antworten spontan, aber nur mit Körpersprache.
- Der Fragende versucht, die Antworten in Worten auszudrücken.

B6 Finden Sie die Mimik und die Gestik der Personen auf den Fotos in B2
übertrieben/heftig? Wie stark gestikuliert man in Ihrem Heimatland?
Tauschen Sie sich über Ihre Erfahrungen aus.

Ohne W orte LEKTION O 13


Fokus Sprache: Fragen im K ontext

1 Aussagen oder Fragen?


a Lesen Sie den Text. Was glauben Sie: Welche Sätze sind als Frage gemeint?
Unterstreichen Sie diese.
Sie fahren noch immer Ihr altes Auto Das stört Sie auch nicht Sie haben vor, dieses Jahr einen
neuen Wagen zu kaufen Wann, wenn nicht jetzt Besuchen Sie uns im Autohaus Meisinger
Wissen Sie bereits, dass Sie den Wagen monatlich finanzieren können, und das ohne zusätzliche
Kosten Klingt das nicht fantastisch Nutzen Sie die Prämie
1.2
b Hören Sie den Text und ergänzen Sie die Satzzeichen (Fragezeichen, Punkt, Ausrufezeichen).
c Lesen Sie die folgenden Sätze. Welche kann man als Aussage verstehen, welche als
Aussage oder als Frage, welche nur als Frage? Kreuzen Sie an.
Aussage Frage
1 Es stört Sie doch nicht, wenn ich das Licht anmache
2 Du weißt etwas darüber
3 Kommst du nicht
4 Kommst du heute wieder so spät
5 Kann es sein, dass du etwas darüber weißt
6 Du hast Petra getroffen
7 Du hast das gemacht, weil du Conny getroffen hast
8 Du kommst nicht
9 Sie wohnen in Bremen
10 Wie heißt das auf Deutsch
1.3
d Hören Sie die Sätze und überprüfen Sie Ihre Lösungen.
e Was ist für die gesprochene Sprache richtig? Überprüfen Sie das dann an den Sätzen in c.
Ob eine Äußerung als Frage gemeint ist, erkennt man in der gesprochenen Sprache
an der Form und/oder an der Intonation.

2 Angaben in Fragen

a Ergänzungssätze (dass-Sätze, indirekte Fragesätze) gehören zum Verb. Man kann sie nicht weglassen.
Zum Beispiel: Ic h weiß, d ass d u g e s te rn g e lo g e n hast. K a n n s t du m ir sagen, w ie ich zum W e s tb a h n h o f ko m m e ?
Angabesätze hingegen geben zusätzliche Informationen (Ort, Zeit, Grund, Bedingung usw.),
ohne die ein Satz aber trotzdem vollständig ist.
Zum Beispiel: Ich weiß, d ass du g e s te rn g e lo g e n hast, a ls de in Vater d ic h n ach d e in e n N o te n g e fra g t hat.
G e h st du m o rg e n zu m Tanzen, a u ch w enn d ir de in K n ie n o ch w e h tu t?

b Lesen Sie die Sätze. Unterstreichen Sie die Angabesätze, die man weglassen kann.
1 Weißt du, ob sie kommen kann, obwohl sie sich das Bein gebrochen hat?
2 Bist du sicher, dass der Motor anspringt, wenn man auf diesen Knopf drückt?
3 Können Sie sich erinnern, wo Sie gewesen sind, als das passierte?
4 Können Sie mir sagen, wie hoch der Rabatt ist, wenn man 100 Stück bestellt?
5 Wissen Sie, ob man sich hier anstellen muss, um Karten für die Abendvorstellung zu bekommen?
6 Elast du das gemacht, ohne die Mama zu fragen, ob du das darfst?

c Welche Bedeutung haben die unterstrichenen Teile? Ordnen Sie in b zu.


1 Angabe der Zeit 2 Angabe einer Bedingung 3 Angabe eines Ziels
4 Angabe einer Einschränkung 5 modale Angabe

14 O h n e W o rte LEKTION O
HOREN
W orte sagen n ic h t alles SPRECHEN
SCHREIBEN

CI Ein Wort - viele Bilder


Lesen Sie den Dialog. Was macht sie eigentlich? Sie studiert.

$ Welche Fotos passen für Sie zu der Aussage „Sie studiert.“, „Sie ist Studentin.“
in Ihrem Heimatland? Kreuzen Sie an.

Woran denkt man in Ihrem Heimatland, wenn man hört: „Sie studiert.“?
Welche Vorstellungen verbindet man spontan damit?
Notieren Sie Ihre Gedanken in Stichpunkten in b. AB 17-21 Sätze bauen 17-21
Tauschen Sie sich dann im Kurs aus.

Ohne W orte LEKTION O 15


W orte sagen n ich t alles

O 1.4
Hören Sie einen Ausschnitt aus einem Radiofeature zum Thema „Studentinnen,
was sie studieren und wie sie leben“ und notieren Sie die Informationen zur Studien­
situation der Studentinnen in Stichpunkten.
1 Anteil an Universitäten: 7 Organisation des Studiums:
2 N oten:..........................
3 beliebte Fächer:........... 8 finanzielle Situation:

4 unbeliebte Fächer:
9 Urlaub:

5 weitere Aspekte der Berufswahl:


10 Wohnen:
6 Erwartungen an das Berufsleben: 11 Freizeit:

£ Werten Sie nun Ihre Ergebnisse (1c, d) aus. Wo gibt es Überschneidungen,


wo gibt es Unterschiede? Verwenden Sie auch folgende Wendungen und Ausdrücke.
Ich verbinde m it dem Studentenleben grundsätzlich, dass ... ■ Unter einer Studentin
verstehe ich eine Person, die ... ■ Eine Studentin ist fü r mich jem and, d e r ... ■
Bei uns gehen Frauen an die U niversität, w eil ... ■ Vor allem Frauen studieren bei uns ..., weil ... ■
Studentinnen sind bei uns überwiegend ... ■ Bei uns beträgt der Anteil an Studentinnen n u r /
im m e rh in /s o g a r... und deshalb weiß man /k a n n man (nicht) sagen, ... ■ In der Regel ... ■

Es kom m t darauf an, ob ... ■ ... bedeutet nur te ilw e is e /g a r n ic h t/g a n z dasselbe. ■
Der Unterschied zwischen einer Studentin in ... und in ... besteht darin, dass ... ■
adversative Angaben
Unterschiedlich ist wohl, dass ... ■ Gemeinsam d e n k t/v e rb in d e t man ... sowohl bei uns ... GRAMMATIK 24,25
als auch ... ■ Ich konnte sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede feststellen ...

Haben Sie viele oder wenige Unterschiede gefunden? ab 2 2 - 2 5


Woran kann das liegen?
SÄTZE BAUEN 22, 23
... aus einem /dem einfachen Grund, weil ... (nämlich) ... ■ Woran das liegen kann?
V ielleicht daran, dass ... ■ Dafür g ib t es zahlreiche Erklärungen, ...

C2 Arbeiten Sie zu zweit oder in einer kleinen Gruppe.


Sie sollen in Ihrer deutschsprachigen Gastfamilie oder Ihren deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen
erklären, welche Vorstellungen man in Ihrem Fleimatland mit einem bestimmten Begriff verbindet.
- Wählen Sie einen der folgenden drei Begriffe aus.
- Welche Vorstellungen verbinden die Menschen in Ihrem Heimatland üblicherweise damit?
Welche „Bilder“ fallen Ihnen dazu ein? Überlegen Sie und machen Sie sich Notizen.
- Beschreiben Sie Ihren Begriff dann. Helfen können Ihnen dabei auch die folgenden Wendungen
und Ausdrücke sowie jene aus CI.
■ Geschäftsessen | Familientreffen ■ Einladung zum Kaffee oder zu einem anderen traditionellen Getränk
... spielt sich bei uns in aller Regel in ... ab. ■ Dabei muss man sich vorstellen, dass ... ■ Das dauert
ganz s ic h e r... ■ Da geht man nur mal s c h n e ll... ■ Es wird unglaublich v ie l/w e n ig getrunken /gegessen/
... ■ ... beschränkt sich bei uns auf ... ■ ... legt man großen W ert auf ... (E tik e tte /g u te Kleidung /
einen lockeren Umgangston ...) ■ Als Zeichen der A n e rk e n n u n g /F re u d e /... ■ ...

C3 Formulieren Sie Ihren Beitrag nun schriftlich. Tauschen Sie Ihre Beiträge aus.
Markieren Sie beim Lesen gelungene Textstellen und gute Formulierungen.
Haben Sie etwas nicht verstanden? Versehen Sie die Stelle mit einem ab 2 6 texte bauen 26
Fragezeichen. Kennzeichnen Sie auch Fehler.

16 Ohne W orte LEKTION O


HÖREN
Das lie g t doch auf der Hand! SPRECHEN

DI a Lesen Sie die folgenden Ausdrücke. Was bedeuten sie wortwörtlich?


Machen Sie sich Notizen.

A jem andem e tw as aufs Auge drücken

B sich die Z u n g e v e rb re n n e n

C je m a n d e m e t w a s a u s d e r N a s e z ie h e n

m von der Hand in den Mund leben

E nicht jem ands Bier sein

F etwas /den Karren an die Wand fahren

G ein Auge auf etw as w erfen

b Arbeiten Sie jetzt zu zweit. Was, glauben Sie, bedeuten diese bildhaften Ausdrücke
im Sprachgebrauch? Versuchen Sie, sie zu erklären. Verwenden Sie dazu auch Beispiele.
Notieren Sie Ihre Ergebnisse.
Das kann man zum Beispiel sagen, wenn ... ■ Also, man ..., wenn man beispielsweise/
zum Beispiel ... ■ Folgende Situation/Folgendes/Folgende Geschichte könnte
ein gutes Beispiel für den Ausdruck ... sein. ■ Das drückt zum Beispiel aus, dass man ... ■
Was das bedeutet, kann ich am besten an einem Beispiel erläutern: Wenn jemand ... ■
Das verstehe ich noch immer nicht. Kannst du / Können Sie mir das mit einem Beispiel erläutern?

c Waren Ihre Vermutungen richtig? Hören Sie nun die Episoden ab 27-31 W o r t s c h a t z 2 7 -3 0
und überarbeiten Sie gegebenenfalls Ihre Notizen. SATZE BAUEN 31
(Vergleichen Sie auch mit Seite 139.)

Suchen Sie sich eine Partnerin /einen Partner. Entscheiden Sie dann gemeinsam,
welche der beiden Aufgaben Sie machen möchten.

1 Gibt es in Ihrer Muttersprache ähnliche bildhafte Ausdrücke?


Notieren Sie jeder für sich mindestens zwei, höchstens vier „bildhafte“
Ausdrücke aus Ihrer Muttersprache. Übersetzen Sie diese dann ins
Deutsche. Tragen Sie sie vor, Ihre Partnerin / Ihr Partner versucht die
Bedeutung zu verstehen.

2 Möchten Sie weitere deutsche bildhafte Ausdrücke kennenlernen?


Partner A geht auf Seite 134, Partner B auf Seite 146. Lesen Sie sich
gegenseitig die Ausdrücke vor. Was bedeuten sie jeweils? Die
Satzbeispiele dienen der Erläuterung.

b Tragen Sie Ihre Ergebnisse im Kurs vor.

D3 Verwenden Sie in Ihrer Muttersprache häufig solche bildhaften Ausdrücke?


Welche der deutschen bildhaften Ausdrücke möchten Sie sich merken?

Ohne W orte LEKTION O 17


LESEN
Der letzte Schrei: S ilent Dating HÖREN
SPRECHEN

El $ Was bedeutet e in D a te h a b e n ? Kreuzen Sie an.


einen Termin haben ein Datum haben ein Rendezvous haben : eine Verabredung haben

|$ Kennen Sie die folgenden Begriffe? Was könnten sie bedeuten?


Finden Sie eine mögliche Erklärung. Machen Sie sich zu den Begriffen Notizen.
After Work Dinner Blind Date Brunch Blind Date Cooking Blind Date Dinner
Speed Blind Date© Sport Blind Date Silent Dating Speed Hating

Partnerarbeit. Tauschen Sie sich über die verschiedenen Begriffe aus.


Verwenden Sie auch die folgenden Wendungen und Ausdrücke.
Unter e in /... versteht man (w a h rs c h e in lic h /v e rm u tlic h ) ... ■ Wenn man von
ein/... spricht, meint man ein/... ■ Ein/... haben bedeutet, dass man ... ■ ... heißt ein/... ■
... könnte m i t ... übersetzt werden. ■ ... könnte man folgendermaßen beschreiben: ...
WORTSCHATZ 32-35
ab : PHONETIK 36
d Vergleichen Sie Ihre Erklärungen mit den Informationen auf Seite 138 f. SÄTZE BAUEN 3Z

«• Welche Art der Verabredung finden Sie eher interessant oder attraktiv?
Welche eher seltsam? Warum? Tauschen Sie sich aus.
Verwenden Sie verschiedene Wendungen und Ausdrücke des Argumentierens.
Ergänzen Sie Ihre Sammlung passender Wendungen und Ausdrücke mit den folgenden:
Das würde ich w ir k lic h /v ie lle ic h t doch anders beurteilen. ■ Ich glaube, so stim m t das
nun auch wieder nicht. ■ Das würde ich nicht so s tre n g /e n g sehen. ■ So pauschal kann
man das doch nicht sagen, da ...■ Wie auch im m er - ich fin d e /... das trotzdem ... ■
So kann man das natürlich auch sehen. ■ V ielleicht sehe ich das ja etwas anders,
w eil ... ■ Das scheint m ir doch fraglich. ■ Na ja, das kom m t darauf an, ... ■
Das hängt doch davon ab, ... ■ U nter Umständen ... ■ Je nachdem, ... AB 38 SÄTZE BAUEN 38

E2 Silent Dating
# Lesen Sie zuerst den folgenden Text und die Fragen zu den Abschnitten 1-3 einer
Radioreportage.
S ile n t D a tin g : F lir t e n o h n e W o r te
S ile n t D a t in g h e iß t: D e n m ö g lic h e n T r a u m p a r t n e r k e n n e n le r n e n , o h n e m it ih m z u r e d e n ! O b d a s f u n k tio n ie r t?
U n s e r e R e p o r t e r i n v o r O r t i s t P a u l a K l e i n , s ie b e g l e i t e t S u s a n n e , d i e h e u t e A b e n d e i n „ s i l e n t “ D a t e h a t .

... 1.6...
Abschnitt 1 1 Was hören Sie über den allgemeinen Ablauf eines solchen Abends?
Welche Spielregeln gibt es? Was wird über den Ort, was über die Personen gesagt?

,..... 1 .7 .....

Abschnitt 2 2 Was erfahren Sie über die Männer, die Susanne kennengelernt hat?
Werden sie eher positiv oder eher negativ beschrieben?
negativ positiv Charakterisierung?
a Claus: ...............................
b Angelo: *13 .........................
c Gunnar: :_ ...............................

3 Woran erinnert die Reporterin Silent Dating?

18 Ohne W orte LEKTION O


4 Welche wissenschaftliche Erkenntnis nennt die Reporterin?
S lL lI
Abschnitt3 5 Wie hat es Susanne gefallen? Hat sie ihren Traummann gefunden?

Mit wem würde sie sich noch einmal treffen?

6 Welche Meinungen vertreten Vanessa und Fred?

7 Was ist aus Claus und Susanne geworden?

8 Welches Fazit zieht die Reporterin?

TT.6- 8"
|| Hören Sie jetzt die Reportage ganz.
Hören Sie sie dann noch einmal Abschnitt für Abschnitt und beantworten Sie
die Fragen in E2a. (Notieren Sie die Stichworte auf einem Blatt.)

$ Wie bewerten Sie diese neue Möglichkeit des Sich-Kennenlernens?


1 Welche Argumente wurden für und gegen Silent Dating genannt? Sammeln Sie.
Fallen Ihnen noch weitere ein (siehe auch Seite 149)? Ergänzen Sie. Beachten Sie dabei folgende Punkte:
- Anbieter und Kundenkreis,
- die Bedeutung des Optischen,
- mögliche psychische Auswirkungen,
- Chancen und Risiken.

2 Nehmen Sie nun eine eindeutige Position ein: Sind Sie für oder gegen Blind Dates zum Kennenlernen
des künftigen Partners?
3 Streitgespräch m it einer guten Bekannten/einem guten Freund
Suchen Sie sich jetzt eine Partnerin / einen Partner, der die entgegengesetzte Position vertritt.
Versuchen Sie sie/ihn mit Ihren Argumenten von Ihrer Position zu überzeugen.
Verwenden Sie auch die folgenden Wendungen und Ausdrücke.

Das folgende Argum ent s p rich t doch eindeutig dafür/dagegen: ... ■


( Dazu kom m t doch noch, dass ... ■ Ein weiteres Argum ent ist, ... ■ Und außerdem ... ■
Das m usst du doch zugeben. ■ Und dann darf man ja auch nicht vergessen, ... ■
... v e ru rs a c h t/b e w irk t, dass ... ■ Das ist aber kein gutes/überzeugendes A rgum ent.»
I Du bist also dafür/dagegen, dass ... ■ Du bist auch noch dann dafür/dagegen,
wenn ... ■ Und es s tö rt dich demnach nicht, dass dann ... v ie lle ic h t...?
AB 39 SÄTZE BAUEN 39

O iii:
E3 Hören Sie die folgende Radiosendung und lösen Sie die Aufgaben.

1 Ist die Sendung / ernstgemeint ' kritisch □ ironisch / witzig?

2 Wie testen die „Süpertester“ das Silent Dating: ernsthaft / wissenschaftlich


ironisch/comedyartig? comedyartig
Verschleifungen
3 Die „Süpertester“ haben den Begriff Silent Dating korrekt bewusst falsch verstanden.
GRAMMATIK40-42

# Zu Ihrem persönlichen Hörverstehen ab 4 0 -4 3

1 Die Menschen in der Sendung sprechen überwiegend Hochdeutsch Umgangssprache.


PHONETIK 43
2 Wie haben Sie den Text verstanden? gut ; befriedigend ausreichend gar nicht
3 Das liegt daran, d a s s .....................................................................

Ohne W orte LEKTION O 19


Fokus Sprache: gesprochene Sprache - ____________
typ isch e V erschleifungen im K ontext
T 'T i "ö..

1 Beobachtungsaufgabe. Hören Sie acht Sätze.


Was haben Sie genau gehört, a oder b? Kreuzen Sie an.
1 a Das ist schon ein bisschen lange her. 5 a Jetzt guck mich mal an.
b Das is schon ein bisschen lange her. b Jetzt guck mich ma an.
2 a Was soll denn das sein? 6 a Jetzt hat sie zurückgeguckt.
b Was soll’n das sein? b Jetzt hatse zurückgeguckt.
3 a Jetzt gib dir mal ein bisschen Mühe. 7 a Es war einfach eine Bewunderung
b Jetzt gib dir ma’n bisschen Mühe. b ‘s war einfach ‘ne Bewunderung.
4 a Das ist ein Teilerfolg. 8 a Da haben wir aber Glück gehabt.
b Das iss’n Teilerfolg. b Da harn wa aber Glück gehabt.

2 Um welche Phänomene der Verschleifungen handelt es sich (Beispiele 1-9)? Ordnen Sie zu.

1 ’n a Verbindung mit „haben“


2 ma b ist ohne „ t “
3 harn c „w ir“
4 isse d Verbindung mit „sein“ - „ist sie“
5 ’n e hier: Verkürzung von „ein“
6 is f Verkürzung von „es“
7 nich g „nicht“ ohne „ t“
8 ’s / s ’ h Verkürzung von „mal“
9 wa i hier: Verkürzung von „denn“

3 Beobachtungsaufgabe. Hören Sie fünf Sätze.


Welche der Sätze - a oder b - drücken jeweils dasselbe wie der gehörte Satz aus?
Hören Sie und kreuzen Sie an.
1 a Mal ein Blick, mal eine Geste,
b Mann-Blick, Mann-Geste.

2 a Es ist auf einmal spät geworden,


b Iss auf. Es ist spät geworden.

3 a Was soll Wan machen?


b Was sollen wir denn machen?

4 a Er sah nicht gut.


b Mmh, sahnig, gut.

5 a Hansestadt-Führer?
b Haben Sie Stadtführer?

4 Beobachtungsaufgabe. Achten Sie bei den Hörtexten in Ziel CI auf Verschleifungen.


In der gesprochenen Sprache gelten folgende Merkmale: Verschleifungen kommen sowohl
im Hochdeutschen als auch in der Alltagssprache vor. Verschleifungen sind für die gesprochene Sprache
typisch. In der Umgangssprache können sie stärker ausgeprägt sein. Verschleifungen können sich mit
Elementen der Dialektsprache vermischen. Das erschwert manchmal das Verstehen.

20 Ohne W orte LEKTION O


LESEN
Der Baum SPRECHEN

MH.---------------- ---------

Fl Was ist das? Was stellt es dar?

Von wem ist das Foto? Was glauben Sie?


Lesen Sie und entscheiden Sie sich für eine der drei Möglichkeiten.

Das Foto stammt von


1 einem Hobbyfotografen.
2 einer Werbegrafikerin.
3 einer Fotokünstlerin.

b Bilden Sie drei Gruppen: jeweils eine Gruppe zu 1 , eine zu 2 und eine zu 3 .

c Analysieren Sie in Ihrer Gruppe die Informationen ( 1 auf Seite 141, 2 auf
Seite 128 und 3 auf Seite 136) und notieren Sie die wichtigsten Stichpunkte.

d Finden Sie zu „Ihrem“ Plakat auch einen passenden T ite l/d ie passende Bildunterschrift.

F3 Bilden Sie neue Dreiergruppen mit je einer Person aus 1 , 2 und 3.


Sie besuchen nun gemeinsam eine Ausstellung und stehen vor dem Plakat.
Jede/Jeder von Ihnen ist davon überzeugt, genauestens über das Bild Bescheid zu wissen.
Leider verfügen die anderen beiden über ganz andere Informationen.
- Tauschen Sie sich aus.
- Fragen Sie kritisch nach.
- Bringen Sie Ihre Informationen überzeugend ein.
- Können Sie sich auf eine der drei Interpretationen einigen?

Verwenden Sie auch die Wendungen und Ausdrücke dieser Lektion.

F4 Lesen Sie jetzt die „wahre Geschichte“ des Fotos auf Seite 143.

Ohne W orte I LEKTION Q 21


Wendungen und A usdrücke Ohne Worte

sich privat über ein Thema austauschen

einen Bedeutungszusammenhang erklären (-Cie) einen B egriff erläutern ( - E1c)


Ich verbinde mit ... grundsätzlich, dass ... Unter einem/... versteht man (wahrscheinlich/
U n te r... verstehe ich eine Person, die ... vermutlich) ...
... ist für mich jemand, d e r ... Wenn man von ein/... spricht, meint man ein/...
Bei uns ..., weil ... Ein/... haben bedeutet, dass man ...
Vor allem ... bei uns ..., weil ... ... heißt ein/...
... sind bei uns überwiegend ... ... könnte mit ... übersetzt werden.
Bei uns beträgt der Anteil an ... n u r/im m e rh in /so g a r... ... könnte man folgendermaßen beschreiben: ...
und deshalb weiß m an/kann man (nicht) sagen, ... Unter ein/versteht man vermutlich ein/...
In der Regel ...
Es kommt darauf an, ob ...

Unterschiede und Gemeinsamkeiten hervorheben ( - cie) abwägend kontrovers argum entieren ( - Eie)
... bedeutet nur teilw eise/gar n icht/ganz dasselbe. Das würde ich w irklich/vielleicht doch
Der Unterschied zwischen ... und ... besteht darin, dass ... anders beurteilen.
Unterschiedlich ist wohl, dass ... Ich glaube, so stimmt das nun auch wieder nicht.
Gemeinsam denkt/verbindet man ... sowohl bei uns ... Das würde ich nicht so streng/eng sehen.
als auch ... So pauschal kann man das doch nicht sagen, da ...
Ich konnte sowohl Gemeinsamkeiten als auch Wie auch immer - ich fin d e /... das trotzdem ...
Unterschiede feststellen ... So kann man das natürlich auch sehen.
Vielleicht sehe ich das ja etwas anders, weil ...
Das scheint mir doch fraglich.
Gründe fü r etwas angeben (-Cif) Na ja, das kommt darauf an, ...
... aus einem einfachen Grund, weil ... nämlich ... Das hängt doch davon ab, ...
Woran das liegen kann? Vielleicht daran, dass ... Unter Umständen ...
Aus dem einfachen Grund, weil ... Je nachdem, ...
Dafür gibt es zahlreiche Erklärungen, ...

etwas in te rk u ltu re ll beschreiben (- C2) d ire k t kontrovers argum entieren (— E2c)


... spielt sich bei uns in aller Regel in ... ab. Das folgende Argument spricht doch eindeutig
... dabei muss man sich vorstellen, dass ... dafür/dagegen: ...
Das dauert ganz sich e r... Dazu kommt doch noch, dass ...
Da geht man nur mal schnell ... Ein weiteres Argument ist, ...
Es wird unglaublich viel/w enig (...) getrunken/gegessen/... Und außerdem ...
... beschränkt sich bei uns a u f... Das musst du doch zugeben.
... legt man großen Wert a u f... (E tikette/gute Kleidung/ Und dann darf man ja auch nicht vergessen, ...
einen lockeren Umgangston / Fröhlichkeit...) ... verursacht/bewirkt, dass ...
... als Zeichen der Anerkennung / Freude / ... Das ist aber kein gutes/überzeugendes
Argument.
etwas anhand eines Beispiels erklären (- Dib) Du bist also dafür/dagegen, dass ...
Du bist auch noch dann dafür/dagegen, wenn ...
Das kann man zum Beispiel sagen, wenn ...
Und es stört dich demnach nicht, dass dann ...
Also, man ..., wenn man beispielsweise/zum Beispiel ...
Folgende Situation/Folgendes/Folgende Geschichte vielleicht ...?
könnte ein gutes Beispiel für den Ausdruck/... sein.
Das drückt zum Beispiel aus, dass man ...
Was das bedeutet, kann ich am besten an einem Beispiel
erläutern: Wenn jemand ...
Das verstehe ich noch immer nicht. Kannst du mir das mit
einem Beispiel erläutern?

22 Ohne W orte LEKTION O


G ram m atik Ohne Worte

Fragen mit Ergänzungen


Beginnt das hier pünktlich?
-> Wissen Sie, ob das hier pünktlich beginnt? (indirekte Frage: ob-Satz)
Welche Mannschaft gewinnt morgen?
Können Sie mir einen Tipp geben, welche Mannschaft morgen gewinnt? (indirekte Frage: mit Fragewort)
Er kommt morgen.
-» Weißt du, dass er morgen kommt? (dass-Satz)
In Fragesätzen mit Ergänzungssätzen kann man die Ergänzungssätze nicht weglassen,
weil sonst die Frage unvollständig und unverständlich wird.

Fragen mit Angaben


Wie sehen Sie aus?
Wie sehen Sie aus, wenn Sie lügen? (Bedingung)
Gehst du zur Arbeit?
Gehst du zur Arbeit, obwohl du krank bist? (konzessive Angabe)
Können Sie sich erinnern, wo Sie gewesen sind?
-» Können Sie sich erinnern, wo Sie gewesen sind, als das passierte? (Zeitangabe)
Muss man sich hier anstellen?
•+ Muss man sich hier anstellen, um Karten zu bekommen? (finale Angabe)
Angabesätze (Finalsätze, Bedingungssätze, Temporalsätze, Konzessivsätze usw.) geben
zusätzliche Informationen. Sie können weggelassen werden, die eigentliche Frage
bleibt auch dann sinnvoll.

Verschleifungen
Verschleifungen, also das Weglassen bzw. das Verbinden von Lauten, kommen in der
gesprochenen Sprache häufig vor. Sie sind in der Umgangssprache häufiger als im
Hochdeutschen. Dafür gibt es einige Regeln.

‘n Verschleifung von denn oder von e in /e in e n


‘ne Verschleifung von eine
is Verschleifung von ist
isse Verschleifung von is t sie
‘s / s ‘ Verschleifung von es

Wortbildung: Adjektiv Wortbildung: Adjektiv


m it Nomen und Endung m it Endungen
aus A djektiv aus Verben
fremdartig (fremd+-artig) verführerisch (verführen + -isch)
aus Nomen mürrisch (murren + -isch)
comedyartig (die Comedy+-artig) nachdenklich (nachdenken + -lieh)
klebrig (kleben + -ig)
bedeutsam (bedeuten + -sam)

Ohne W orte LEKTION O 23


Nachlese

Immer
von Christian Ulmen
Tag 1
W enn d ie G edanken k e in V e n til ... Dies ist der erste Tag eines Experiments. Eine Woche
m e h r fin d e n : W as p a s s ie rt m it einem schweigen.
M e n sch e n , d e r e in e W oche la n g e ise rn Ich spreche generell nicht viel. Nicht weil mir nichts ein­
sch w e ig t? fällt, sondern weil es mich anstrengt. Beim Small Talk
suche ich immer nach Themen, von denen ich annehme,
D er S c h a u s p ie le r C h ris tia n U lm en, dass sie irgendwie passen, die mich aber im Grunde
v o r d e r K am era s o n s t s e h r re d se lig , überhaupt nicht interessieren: die Grippewelle im Januar;
h a t es fü r uns a u s p ro b ie rt. warum die Bahn im Winter immer total überfordert ist; ob
Boris Becker noch in der Pubertät ist. Das ist mir alles
egal - aber ich unterhalte mich auf Stehpartys über diese
Dinge, als bestünden darin die letzten Wortwechsel mei­
nes Lebens; stets etwas hastig und unentspannt.
Man müsste Schweige-Partys organisieren. Keiner darf
was sagen. Alle stehen da und trinken und gucken und
nicken. Würde wahrscheinlich kaum einer mitmachen.
Was aber, wenn man das nur für sich durchzieht? Eine
Woche lang nichts sagen. Also noch weniger als sonst.
Gar nichts. SMS, Briefe und Mails - okay. Ansonsten:
Klappe halten. Kein einziges Wort sprechen. Und um’s
spannender zu machen: vorher niemandem etwas sagen.
Einfach morgen früh loslegen. Ganz normal aufstehen,
nur nichts mehr sagen. Das stelle ich mir sehr schön vor.
Mal sehen, was passiert.

Das Vorhaben ist in zwei Zeilen erklärt. Ich schrieb sie


am Vorabend auf und lasse sie meine Frau jetzt laut vor­
lesen: „Will eine Woche lang schweigen und Tagebuch
führen. Ein Experiment.“ Sie sieht mich an, prüft wohl, ob
es ernst gemeint ist. Hält es, glaube ich, für einen Scherz
und spielt mit. Kurz darauf leise Umarmung. Dem unbän­
digen Abschiedsritual meines Sohnes begegne ich mit
heftigem Grimassieren, was sicher wahnsinnig albern
aussieht. Er grimassiert zurück, scheint aber ansonsten
nichts zu vermissen.

Ohne W orte I LEKTION O


... Fünf Minuten später fahre ich ins Büro. Der Verkehr zwar nachdrücklich. Vor ein paar Tagen noch hätte ich
steht zäh, mein Navigationssystem wird kreativ. Die Da­ jetzt einen Kriegsplan geschmiedet, sofort den Entwurf
me spricht am laufenden Band. Ferres-Momente, wenn für einen Rachetext begonnen, in dem von Kindertheater
ihre Stimme übergluckst. Kurz gut gegen die eigene Stille. die Rede ist. Vielleicht hätte ich gar eine schmierige
Figur mit heftigen Minderwertigkeitskomplexen erfun­
Sie betont Straßennamen, als seien es eingeölte Körper­ den, die im mittleren Management sein will, aber immer
teile: Kurfürstendamm klingt plötzlich ekelhaft. Schalte nur das Fernsehprogramm aufschreiben darf. Doch
sie stumm. Muss noch ein Paket abgeben. Postfrau fran­ heute ... Nichts dergleichen. Fühle mich friedfertiger denn
kiert atemlos, rasend und stumm. Zum ersten Mal wün­ je. Wieder ein Zwischenfazit: Schweigen entfesselt unge­
sche ich ihr keinen schönen Tag. Flab ich all die Jahre mein und beruhigt nachhaltig.
gemacht, sie hat nie geantwortet. Fast eine kleine Ra­
che. Gehe befriedigt. Flab ich sie da noch leise grüßen Tag 6
hören? Ich schlafe lange und träume wild. Noch am Morgen
wundere ich mich über mich selbst. Fühle mich ein biss­
Im Büro begrüße ich alle mit Flandschlag. Wirke wie ein chen erleuchtet. Wie nach den Exerzitien im Schweige­
Vorschüler, der seinen Chemiebaukasten mit Leucht­ kloster. Wie peinlich. Flobby-Buddhisten palavern oft
kristallen auspackt. Ich halte ihnen die Notiz hin, die ich denselben Kram. Flore noch mal den Anrufbeantworter
zuvor meiner Frau zeigte. „Mal wieder ein verrücktes Ex­ ab. Nix Neues. Das alte Rascheln, Niesen, Auflegen. Das
periment“ , sagt der Redakteur, der auch heute zu spät Rascheln muss von Polyester herrühren. Das trägt nur
war. Dabei knistert er leise. Er trägt wieder Polyester. unser Redakteur. Und krank ist er auch ständig. Offen­
Könnte ich ihn jetzt drauf hinweisen. Zusammenhänge sichtlich wollte er mich überwachen, testen, ob ich mein
zwischen Polyester, elektrischer Spannung und Körper­ Gelübde breche. Ich bewundere mich für meine neue
geruch herstellen. Er weiß nun, dass ich es nicht darf. ... Kombinationsfähigkeit.
In meinem Bürozimmer lasse ich die Tür einen Spalt auf.
Um alle Unterhaltungen mitzubekommen. Scheine stän­ Tag 7
dig entscheidende Teile zu verpassen. Flabe das Gefühl, Meine Frau und mein Sohn kommen früher als verabre­
dass man nur über mich spricht. Wie ein Kiffer. Wort­ det. Sie rennen mir entgegen, sehen mich an, als hätte
fetzen werden in meinem Kopf zu Sätzen, Behauptungen, ich die Chemotherapie knapp überstanden. Dabei habe
Fragen. Beginne, in Gedanken zu antworten. Schließe die ich heute gekocht und die Möbel neu angeordnet und
Tür. einen Roman zu Ende gelesen. Die ersten Worte perlen
aus mir heraus. Floren sich neu an, klingen fröhlich nach.
Tag 5 Ich erzähle und muss mich erst mal wieder an meine
Nach fünf Tagen mit lautlosem Telefon stelle ich mich Stimme gewöhnen. Meiner Frau ist das egal. Ihr gefällt
dem Anrufbeantworter. 14 neue Nachrichten. Einige bit­ nicht, was ich da im Wohnzimmer gemacht habe. Ich
ten zweimal um Rückruf, die haben aber auch schon ge­ nicke und sage, dass wir die Möbel auch gerne wieder so
mailt. Andere anonym. Knistern und Auflegen. Noch mal hinstellen können wie vorher. Zweimal lese ich Tomte
Knistern. Jemand niest, eine Tür schlägt zu. Flabe plötz­ Tummetott, dann schläft mein Sohn ein. Als ich es be­
lich Ideen. Nicht ein Möbelstück, sondern eine ganze neue merke, bin ich etwas froh. Endlich wieder schweigen.
Wohnphilosophie. Zeichne Regale, Tische und Sitzele­
mente in eine Skizze für das Wohnzimmer und koloriere Christian Ulmen, 33, war früher MTV-Moderator und
den Fußboden mit dem braunen Wachsmalstift meines a rb e ite t heute vor allem als Schauspieler und
Sohnes. Wo sich sonst in dünnen Bächen der Gestal­ Produzent. Für seine Rollen in dem Kinofilm Herr
tungswille seinen Weg suchte, kommt nun ein erquickli­ Lehmann und der Fernsehserie Dr. Psycho erhielt er
cher Stausee zusammen, in dem sich Ideen in stunden­ den Bayerischen Fernsehpreis, fü r Letztere außer­
schneller Mikro-Evolution entwickeln. dem den Adolf-Grimme-Preis. Seit 2008 betreibt er
seinen eigenen Fernsehsender unter www.ulm en.tv.
Komme mit vier vollgeschriebenen Seiten ins Büro. Kann
keine Mails mehr sehen. Brauche was zum Anfassen.
Drucke alles aus. Man kolportiert*, der Ressortleiter der
Medienseite einer Tageszeitung habe dafür gesorgt, dass AB 44 TEXTE LESEN 44

die ganze Zeitung nie wieder über mich berichtet, und * verbreitet Gerüchte

Ohne W orte LEKTION O 25


Schönes Leben

kflK.8'M

ivS-

D as A l l e in s e in

LEHRT M IC H , DASS ES SCHON IST,


m it A nderen z u s a m m e n z u s e in

D as Z u s a m m e n s e in m i t A nderen

LEHRT M IC H , DASS ES SCHÖN IST,


A LLE IN ZU SEIN.

D ie V ie l s a m k e it * ,
d ie Z w e is a m k e it ,

d ie E in s a m k e it ,

B a u s t e in e e in e s s c h ö n e n L ebens.

* W o rtschöpfung des D ichters


f+ + Gespräche und Verhandlungen im öffentlichen Leben führen +++ Vom Feinsten +++ Gespräche und Verhandlungen im öffentlich«

• X7 '■ff

Vom Feinsten

Es is t n ic tit
a lle s G old,
was g lä n z t.
Sprichwort
O Vom Feinsten
f l Luxus pur?
Q Die spät bezahlte Schuld
E Gute Manieren gefragt?
H „Es ist mir überaus unangenehm, ..."
Aber bitte mit Sahne ...
0 Alles, was schiefgehen kann, ...

Lernziel: Gespräche und Verhandlungen


im öffentliche n Leben führen

Dienstleistungsgespräche, Verhandlungen
zu außergewöhnlichen Themen führen
-► Sachverhalte mit Dienstleistern,
Behörden klären
Vereinbarungen treffen, aufgreifen
und einfordern, auch am Telefon
auf Fragen, Äußerungen, Einwände
eingehen
- * unterschiedliche Informationen präzise
notieren
-» bei Unklarheiten um Präzisierung bitten
sich für nicht eingehaltene Vereinbarungen
entschuldigen und Lösungen anbieten
Small-Talk-Phasen meistern
-♦ wichtige Inhaltspunkte herausarbeiten
etwas definieren

________ i k ______________________
Textsorten
Wortspiel ■ Headline ■ Erzählung ■
Interviews ■ Sprichwort ■ Inhaltsangabe
Angebot und Auftragsbestätigung ■
Radiogespräch ■ Buchkritik

Vom Feinsten LEKTION Q


lführen +++ Gespräche und Verhandlungen im ö ffe n tlich e n Leben führen +++ Gespräche

Betrachten Sie, lesen Sie 1-6. m


Was hat für Sie am ehesten mit E s g ib « k e in
dem Ausdruck „vom Feinsten“ N o rm a l m e h r,
zu tun? n u r n o c h S u p e r.
Es ging zwar bei diesem Satz
A2 Spiegelt sich in einem der nur um die Abschaffung einer
Bilder oder Texte ein Thema Benzinsorte. Aber er klingt
wieder, das aktuell in der wie ein Motto der Zeit.
Presse diskutiert wird?

A3 Haben Sie weitere Assoziationen


(Fotos/Texte) zum Thema,
die Sie noch gern ergänzen
würden?

Wertheim Village Outlet Shopping -


über 100 Designer-Marken

Vom Feinsten LEKTION Q 29


HÖREN
Luxus pur? SPRECHEN
SCHREIBEN
_______

Bl a Was empfinden Sie persönlich am ehesten als Luxus?


Lesen Sie, kreuzen Sie an und ergänzen Sie.

ein Fünf-Sterne-Hotel ausschlafen können


handgemachte Schuhe frisches Wasser
halbtags arbeiten am Wochenende freihaben
Stille

Bilden Sie Kleingruppen. Tauschen Sie sich aus: AB WORTSCHATZ 1

Was haben Sie in a angekreuzt oder ergänzt und warum?

B2 „Wer mit allem versorgt ist, sehnt sich nach dem Nichts“ - so lautet der Titel eines
Interviews mit dem Kultursoziologen Reinhold Knoll. Was drückt dieser Titel aus?
Welche Idee könnte dahinterstehen? Schreiben Sie und sprechen Sie dann im Kurs.
Den Titel verstehe ic h /in te rp re tie re ich folgendermaßen: ... ■ Pronomen:
„N ic h ts “ ste h t in diesem Satz f ü r ... ■ M it allem versorgt zu sein kann n ic h ts ,... n _
beispielsweise heißen ... ■ Besitz kann als ... empfunden werden ■ ... GRAMMATIK 2-5

AB 2 -8

B3 „Wer mit allem versorgt ist, sehnt sich nach dem Nichts.“ SÄTZE BAUEN 6
Ein Interview mit dem Kultursoziologen Reinhold Knoll. WORTSCHATZ 7, 8

Lesen Sie die folgenden Aussagen 1 -8. Hören Sie dann das Interview.
Sie hören zunächst eine vereinfachte Version des Originalgesprächs.
Haben Sie die Aussagen sinngemäß im Interview gehört?
Ja oder nein'7
. Kreuzen Sie an. ja
1 Für jeden Menschen kann „Luxus“ etwas anderes bedeuten.
2 „Luxus“ war in Europa früher eher etwas Negatives.
3 Dinge werden von reichen Menschen oft danach beurteilt, wie teuer sie sind.
4 Was einmal sehr wertvoll (Luxus) war, bleibt immer besonders teuer und wertvoll.
5 Reiche Menschen werden immer reicher.
6 Wenn die Wirtschaft in der Krise ist, kann es zu schweren Problemen zwischen
Reich und Arm kommen.
7 Viele reiche Leute fahren ins Kloster, um in Ruhe zu beten. i.i
8 Reiche Leute und Unternehmen kaufen wildes, unbewohntes Land, um damit später
viel Geld zu verdienen.
O J -lIr i9
Hören Sie jetzt das Originalinterview. Überprüfen Sie Ihre Antworten in a.

• Lesen Sie die folgenden Fragen zum Interview. Antworten Sie in Stichworten.
Vergleichen Sie dann Ihre Antworten in Kleingruppen. Wenn Sie unsicher sind,
hören Sie den passenden Ausschnitt (siehe Tracknummer) noch einmal.
0 ...1.14 1 Mit welchem Wort „übersetzt“ Reinhold Knoll das Wort Luxus?
Q ..0 6 ' 2 Der Kultursoziologe nennt drei Dinge, die man heutzutage billig erwerben kann, die aber
früher Luxusgüter waren. Welche?
0 ..1.18 3 Welche negativen Auswirkungen kann Luxus laut Reinhold Knoll auf die Gesellschaft haben?
0 ...T 19 4 Wo und wozu kaufen Nahrungsmittelkonzerne laut Reinhold Knoll Wälder?

30 Vom Feinsten LEKTION 0


B4 a Lesen Sie im Folgenden die Aussagen A -F. Lösen Sie dann die Aufgaben 1-3.
A Luxus ist Verschwendung.
ja ; / nein Meinung anderer Person/en j sagt dazu nichts

B Luxus heißt, mehr auszugeben und mehr zu haben, als man braucht.
ja nein r i Meinung anderer Person/en : / sagt dazu nichts

C Es ist Luxus, weniger zu besitzen.


ja nein Meinung anderer Person/en sagt dazu nichts

D Luxus ist erwünscht.


ja : nein Meinung anderer Person/en / j sagt dazu nichts

E Das Streben nach Luxus hat nie ein Ende.


ja nein Meinung anderer Person/en sagt dazu nichts

F Öko-Philantropie ist ein positiv besetzter Begriff.


ja : nein ; L Meinung anderer Person/en sagt dazu nichts

1 Entscheiden Sie: Ist das jeweils eine Aussage von Reinhold Knoll, ja oder nein? Kreuzen Sie an.
2 Gibt Herr Knoll hier die Meinung einer anderen Person /anderer Personen wieder? Kreuzen Sie an.
3 Sagt er dazu gar nichts? Kreuzen Sie an.

# Vergleichen Sie Ihre Lösungen im Kurs.


Floren Sie zur Kontrolle den Text eventuell noch einmal.

B5 Austausch und Präsentation von Ergebnissen


1 Gruppenbildung
Mit welcher Aussage A-F aus B4a möchten Sie sich beschäftigen? Schreiben Sie den entsprechenden
Buchstaben auf einen Zettel. Alle mit demselben Buchstaben bilden eine Gruppe.

2 Austausch
- Sprechen Sie: Was drückt die Aussage für Sie aus? Welche Gedanken, Argumente, Erfahrungen
verbergen sich dahinter? Halten Sie Ihre Beiträge in Stichpunkten fest. Denken Sie an mögliche
Ursachen, beachten Sie Folgen und Gefahren.
- Sortieren Sie dann Ihre Stichpunkte auf einer großen Mindmap (Plakat).

3 Präsentation
- Präsentieren Sie mithilfe Ihrer Mindmap Ihre Gedanken, Meinungen und Argumente im Kurs.
- Beantworten Sie Fragen der anderen Gruppen zu Ihrer Präsentation.
AB 9-13 SÄTZE BAUEN 9,10,12,13
TEXTE BAUEN 11

B6 Schreiben Sie auf der Grundlage Ihrer gemeinsam erstellten Mindmap einen Text.
Greifen Sie alle Inhaltspunkte Ihrer Präsentation auf.
Schreiben Sie Ihren Text allein, zu zweit oder in der Gruppe. AB 14 TEXTE bauen h

Vom Feinsten LEKTION Q 31


LESEN
Die spät bezahlte Schuld SPRECHEN

Stefan Zweig hat eine Erzählung mit dem Titel Die spät bezahlte Schuld
geschrieben. Lesen Sie den folgenden Wörterbucheintrag. Was könnte
das Hauptmotiv (die Idee) in dieser Erzählung sein? Was vermuten Sie?

die S c h u l d , -en: 1 (ohne P lu ra l) Verantwortung fü r etwas Unangenehmes, Negatives, Tragisches;


Vermutungen
fü r ein Unglück: Er trägt die Schuld an dem Unfall. 2 (ohne P lu ra l) eine unmoralische Tat, ein m it/o h n e
unmoralisches Verhalten: eine persönliche Schuld; etwas falsch gemacht haben 3 (m it P lu ra l) K onjunktiv II
Geldbetrag, den jmd. einem anderen schuldet 4 (ohne P lu ra l) zu Dank verpflichtet sein fü r eine GRAMMATIK 17
gute Tat/ H ilfe/ einen Gefallen: Ich stehe in Ihrer Schuld.
AB 15-17

Lesen Sie jetzt den folgenden Auszug aus der Erzählung. Sie hat die Form WORTSCHATZ 15,16
eines Briefes. Lesen Sie ohne Wörterbuch. Hören Sie nicht auf, wenn Sie etwas
nicht verstehen, lesen Sie einfach weiter. Notieren Sie während des Lesens
(auf Deutsch oder in Ihrer Muttersprache), was in der Geschichte passiert.
Lesen Sie dann noch einmal. Ergänzen Sie Ihre Notizen.

D ie s p ä t b e z a h lte S c h u ld
Margaret, die Frau eines angesehenen Chefarztes in Wien, ist zur Erholung
in die Südtiroler Berge gefahren und sitzt am Abend in einem Wirtshaus.
Was sie dort erlebt, schildert sie in einem Brief an ihre Jugendfreundin Ellen.

5D e a r o ld E lle n ,

D u w i r s t , i c h w e i ß e s , v e r w u n d e r t s e in , v o n m i r n a c h s o l a n g e n J a h r e n e i n e n B r i e f z u e r h a l t e n ; e s m ö g e n f ü n f
o d e r v i e l l e i c h t g a r s e c h s J a h r e s e in , s e i t d e m ic h D ir z u m le t z t e n m a l g e s c h r ie b e n h a b e . ( . . . ) D ie s m a l is t d e r
A n l a ß n i c h t s o f e i e r l i c h . ( . . . ) A b e r d a s , w a s m i r v o r w e n i g e n T a g e n b e g e g n e t is t , k a n n i c h n u r D i r e r z ä h l e n . N u r
D u a lle in k a n n s t es v e r s te h e n .
io (...)
S o h a t t e i c h e in e Z e i t l a n g g e s e s s e n , t r ä u m e r i s c h u n d g e d a n k e n l o s , a ls s ic h - e s m o c h t e e t w a n e u n U h r s e in —
w i e d e r u m d i e T ü r ö f f n e t e , a b e r d i e s m a l n i c h t i n d e r l a n g s a m e n , b e h ä b i g e n A r t d e r a n d e r e n B a u e r n . S ie w u r d e
p l ö t z l i c h b r e i t a u f g e s t o ß e n , u n d d e r M a n n , d e r e i n t r a t , b l i e b , s t a t t s ie s o f o r t z u s c h l i e ß e n , e i n e n A u g e n b l i c k b r e i t
a u f d e r S c h w e l l e s t e h e n , a ls w ä r e e r n o c h n i c h t g a n z e n t s c h lo s s e n , o b e r e i n t r e t e n s o lle . D a n n e r s t w a r f e r , v ie l
t5 l a u t e r a ls d i e a n d e r n , d i e T ü r in s S c h l o ß , b l i c k t e n a c h a l l e n S e it e n u n d g r ü ß t e m i t e in e m t i e f e n u n d t ö n e n d e n
„G rü ß G o t t a ll e s a m t , m e i n e H e r r e n . “ M i r f i e l s o f o r t d i e s e r e t w a s k ü n s t l i c h e u n d u n b ä u r i s c h e G r u ß a u f . ( . . . )
N ie m a n d s c h a u te a u f , d ie W i r t i n s t o p f t e r u h ig w e it e r a n d e n g r a u e n W o lls o c k e n , n u r v o m T is c h d e r K u t s c h e r
k n u r r t e e i n e r le is e e i n g l e i c h g ü l t i g e s „ G r ü ß G o t t “ z u r ü c k , d a s i m T o n fa ll e b e n s o s a g e n k o n n te : „ H o l d ic h d e r
T e u f e l . " N i e m a n d e n s c h ie n d a s S o n d e r b a r e d ie s e s s o n d e r b a r e n G a s t e s z u v e r w u n d e r n , a b e r d e r F r e m d e l i e ß
20s ic h d u r c h d ie s e n u n f r e u n d l i c h e n E m p f a n g k e i n e s w e g s v e r w i r r e n . ( . . . )
E r m o c h t e e t w a f ü n f u n d s e c h z i g J a h r e a l t s e in , w a r s t a r k b e l e i b t ( . . . ) E i n S c h l a g f l u ß * m u ß t e d i e e in e K ö r p e r s e i t e
l e i c h t g e l ä h m t h a b e n ( . . . ) S e in e K l e i d u n g w a r a b s o n d e r l i c h f ü r e i n G e b i r g s d o r f ; e r t r u g s t a t t d e r l ä n d l i c h e n , b ä u ­
r is c h e n J o p p e u n d d e r ü b lic h e n L e d e r h o s e g e lb e s c h lo t t r ig e P a n t a lo n s ( . . . ) . E t w a s H e r u n t e r g e k o m m e n e s w a r
i n s e in e m g a n z e n A u f z u g u n d d o c h w a r e s m ö g l i c h , d a ß d i e s e r M a n n e i n m a l s t a t t l i c h g e w i r k t h a b e n m o c h t e .
25 (...)
S chon vom e r s te n A u g e n b lic k a n , d a e r e in g e tr e te n w a r u n d ic h s e in e S t i m m e g e h ö r t h a t t e , h a t t e e t w a s i n
ih m - ic h w u ß t e n ic h t, w a s — m ic h u n r u h ig g e m a c h t. A b e r n ic h ts g e s c h a h . (...) N ie m a n d a c h te te a u f ih n .
U n te r d e s s e n w a r d ie W i r t i n v o n ih r e m S c h a n k t is c h a u f g e s t a n d e n , u m e tw a s a u s d e r K ü c h e z u h o le n . I c h n ü t z ­
t e d e n A n l a ß , u m i h r n a c h z u g e h e n u n d s ie z u f r a g e n , w e r d a s w ä r e . „ A c h “ , s a g t e s ie g l e i c h m ü t i g , „ d e r a r m e K e r l ,
30d e r w o h n t h i e r i m A r m e n h a u s , u n d i c h s p e n d i e r i h m j e d e n A b e n d e i n G la s B ie r . E r k a n n s i c h ’s n i c h t s e l b e r z a h ­
l e n . A b e r m a n h a t ’s n i c h t l e i c h t m i t i h m . E r i s t f r ü h e r e i n m a l i r g e n d w o S c h a u s p i e l e r g e w e s e n , u n d e s k r ä n k t i h n
h a lt , d a ß d ie L e u t ih m n ic h t r e c h t g la u b e n , d a ß e r ir g e n d e tw a s g e w e s e n is t , u n d ih m k e in e E h re a n tu n .

0 S c h la g a n ta ll

Vom Feinsten LEKTION Q


M a n c h m a l z ie h e n s ie i h n a u f u n d s a g e n i h m , e r s o l l e i h n e n e t w a s v o r t r a g e n . U n d d a s t e l l t e r s ic h d a n n h i n u n d
r e d t s t u n d e n l a n g h e r u n t e r , l a u t e r D i n g e , d i e k e i n M e n s c h v e r s t e h t . M a n c h m a l s c h e n k e n s ie i h m d a n n e in e n
35T a b a k u n d z a h le n ih m n o c h e in B ie r . M a n c h m a l l a c h e n s ie i h n a u s , u n d d a n n w i r d e r i m m e r w i l d . ( . . . ) Z w e i ,
d r e i M a ß B ie r , w e n n m a n ih m z a h lt, d a n n is t e r s c h o n g lü c k lic h — ja , e r is t h a lt e in a r m e r T e u fe l, d e r a lt e P e te r ."
„ W ie , w ie h e iß t e r ? " f r a g t e ic h g a n z e r s c h r o c k e n , o h n e n o c h r e c h t z u w is s e n , w a r u m ic h e r s c h r o c k e n w a r .
„ P e te r S tu r z e n ta le r ." ( ...)
M i t e in e m m a l , i c h w u ß t e z u e r s t n i c h t w a r u m , l i e f e i n S c h a u e r ü b e r m i c h h i n . ( . . . ) J e t z t k a n n i c h e s D i r o f f e n
40s a g e n , d ie s i n n e r s t e G e h e i m n i s . D i e s e r f r e m d e M e n s c h ( . . . ) , E l l e n , d i e s e r M a n n h a t e in e g e f ä h r l i c h e M i n u t e
la n g m e in g a n z e s L e b e n in H ä n d e n g e h a b t. ( ...)
D u k a n n s t D i r d e n k e n , L ie b e , w a r u m ic h s o e r s c h r a k . D e n n ic h v e r s t a n d s o f o r t d a s U n a u s d e n k b a r e . D ie s e r
P e te r S t u r z e n t a le r , d ie s e r h e r a b g e k o m m e n e , v e r t r u n k e n e , g e lä h m te a lt e M a n n a u s d e m A r m e n h a u s , k o n n t e n ie ­
m and a n d e r e r s e in a ls der G o tt u n s e re r J u g e n d , der H e rr u n s e re r T rä u m e ; e r , d e r a ls P e te r S tu rz , a ls
45S c h a u s p i e l e r u n d e r s te r L ie b h a b e r u n s e re s S ta d tth e a te r s f ü r u n s d e r I n b e g r if f d e s H o h e n u n d E r h a b e n e n g e w e ­
s e n , e r , d e n w i r b e i d e — D u w e i ß t e s d o c h — a ls M ä d c h e n , a ls h a l b e K i n d e r s o w a h n w i t z i g b e w u n d e r t , s o i r r w i t ­

z ig g e lie b t h a t te n . ( .. .)
W i e d e r g i n g d i e T ü r , a b e r m a l s t r a t e n d r e i B a u e r n e in m i t s c h w e r e n , s c h l u r f e n d e n S c h r i t t e n , b e s t e l l t e n i h r B i e r
u n d s a h e n s ic h d a n n u m n a c h e in e m P la t z . „ G e h , r ü c k z u r S e it e n " , b e f a h l e in e r ih m z ie m lic h g r o b . D e r a r m e
so S t u r z s t a r r t e a u f . I c h s a h , d ie s e g r o b e V e r ä c h t l i c h k e i t , m i t d e r m a n ü b e r i h n v e r f ü g t e , b e l e i d i g t e i h n . A b e r e r
w a r s c h o n z u m ü d e u n d z u g e d e m ü t i g t , u m s ic h z u w e h r e n o d e r z u s t r e i t e n . ( . . . ) I c h s a h , e r h a t t e k e i n e K r a f t
m e h r , s ic h z u w e h r e n , u n d w i e v i e l a n D e m ü t i g u n g e r w a r t e t e s e in A l t e r n o c h !
I n d ie s e m A u g e n b l i c k k a m e n d l i c h d e r b e f r e i e n d e G e d a n k e ü b e r m i c h . I c h k o n n t e i h m n ic h t w ir k lic h h e lf e n ,
d a s w u ß t e i c h . I c h k o n n t e i h n n i c h t w i e d e r j u n g m a c h e n , d ie s e n z e r b r o c h e n e n , z e r m ü r b t e n M a n n . A b e r i c h
55k o n n t e i h n v i e l l e i c h t e i n w e n i g s c h ü t z e n g e g e n d i e P e in d i e s e r V e r a c h t u n g ( . . . ) .
S o s t a n d i c h a u f u n d s c h r i t t , z i e m l i c h a u f f ä l l i g , a u f s e in e n T i s c h z u , w o e r e i n g e z w ä n g t z w i s c h e n d e n B a u e r n
s a ß , d ie v e r w u n d e r t b e i m e in e m K o m m e n a u f b lic k t e n , u n d s p r a c h ih n a n . „ H a b e ic h v ie lle ic h t d ie E h r e , m it
H e r r n H o fs c h a u s p ie le r S t u r z z u s p r e c h e n ? "
E r z u c k t e a u f . E s w a r w ie e in e le k t r is c h e r S c h la g d u r c h u n d d u r c h , s o g a r d a s s c h w e r e L i d ü b e r d e m lin k e n
60A u g e h o b s ic h a u f . E r s t a r r t e m i c h a n . J e m a n d h a t t e i h n g e r u f e n , m i t s e in e m a l t e n N a m e n , d e n h i e r n i e m a n d
k a n n t e , m i t d ie s e m N a m e n , d e n a l l e a u ß e r i h m s e l b s t l ä n g s t v e r g e s s e n h a t t e n , u n d s o g a r H o f s c h a u s p i e l e r h a t t e
ic h ih n g e n a n n t , w a s e r in W i r k l i c h k e i t n ie g e w e s e n w a r . ( .. .)
„ A l l e r d i n g s ... d a s i s t . .. d a s w a r m e i n N a m e . " I c h b o t i h m d i e H a n d . „ O h , d a s i s t e i n e g r o ß e F r e u d e f ü r m i c h ...
e in e g a n z g r o ß e E h r e . " I c h s p r a c h a b s i c h t l i c h l a u t , d e n n e s g a l t j e t z t , k ü h n z u lü g e n , u m i h m A c h t u n g z u v e r -
65 s c h a f f e n . „ I c h h a b e z w a r n i e d a s G l ü c k g e h a b t , S ie a u f d e r B ü h n e b e w u n d e r n z u d ü r f e n , a b e r m e i n M a n n h a t
m i r i m m e r u n d i m m e r w i e d e r v o n I h n e n e r z ä h l t . E r h a t S ie a ls j u n g e r G y m n a s i a s t o f t a u f d e m T h e a t e r g e s e h e n .
E s w a r , g la u b e ic h , in I n n s b r u c k . "
„ J a w o h l , i n I n n s b r u c k , d o r t w a r i c h z w e i J a h r e . “ S e in G e s i c h t b e g a n n s ic h p l ö t z l i c h z u b e le b e n . E r m e r k t e , d a ß
i c h i h n n i c h t v e r s p o t t e n w o l l t e . ( . . . ) „ I c h w e i ß n u r n i c h t , o b i c h S ie b i t t e n d a r f , h i n ü b e r a n m e i n e n T i s c h z u k o m -
?o m e n . " D i e B a u e r n n e b e n ih m s ta rrte n a u f u n d r ü c k te n u n w illk ü r lic h r e s p e k t v o l l z u r S e it e . I c h s a h , d a ß s ie
ir g e n d w ie b e u n r u h ig t u n d b e s c h ä m t w a r e n . ( . . . ) M i t d e r a m T h e a t e r g e le r n t e n W ü r d e s c h r it t e r la n g s a m h i n ­
über zu m e in e m T is c h . Ic h b e s te llte la u t : „ E in e F la s c h e W e in und den b e s te n zu E h re n des H e rrn
H o fs c h a u s p ie le r s ." J e t z t b lic k t e n a u c h d ie S p ie le r a m K a r t e n t is c h a u f u n d b e g a n n e n z u w is p e r n . ( .. .) U n d es
w a r m i t e i n e r a n d e r e n G e s t e a ls v o r d e m , m i t e i n e r d u r c h a u s r e s p e k t v o l l e n , m i t d e r n u n d i e a l t e W i r t i n d a s G la s
75v o r ih n s te llt e . U n d d a n n k a m e in e w u n d e r b a r e S t u n d e f ü r ih n u n d f ü r m ic h ( ...) S o s a ß e n w i r in e in e r A r t
V e r z ü c k u n g b e is a m m e n b is e l f U h r n a c h ts . ( . . . ) U n d s o b a t ic h d ie a n d e r e n : „ I c h h o f fe , d ie H e r r e n w e r d e n s o
g ü t i g s e in , d e n H e r r n H o f s c h a u s p i e l e r n a c h H a u s e z u b e g l e i t e n . " „ M i t g r ö ß t e m V e r g n ü g e n " , s a g t e n a l l e w i e a u s
e in e m M u n d ; e in e r h o lt e ih m r e s p e k t v o ll d e n z e r s c h lis s e n e n H u t , d e r a n d e r e h a l f ih m e m p o r, u n d ic h w u ß te ,
v o n d ie s e m A u g e n b lic k a n w ü r d e n s ie n i e m e h r ü b e r i h n s p o tte n , n ie m e h r ü b e r ih n la c h e n , n ie m e h r ih m
so S c h m e r z a n t u n , d ie s e m a r m e n a l t e n M a n n , d e r e in s t e n s d a s G l ü c k u n d d i e N o t u n s e r e r J u g e n d g e w e s e n . ( . . . )
( . . . ) J e t z t w e i ß t D u a lle s v o n u n s e r e m P e t e r S t u r z u n d a u c h d a s l e t z t e a l t e G e h e i m n i s

von D einer Freundin M argaret

Vom Feinsten LEKTION 0 33


LESEN
Die spät bezahlte Schuld SPRECHEN

Haben Sie alle wichtigen Punkte, Handlungsschritte notiert? Texte strukturieren:


Vergleichen Sie mit der Inhaltsangabe auf Seite 125. zeitlicher Ablauf
GRAMMATIK 20-22
Lesen Sie den Text danach gegebenenfalls noch einmal.
AB 18-22

C3 In Zeile 4 1 /4 2 steht: „Dieser fremde Mensch, Ellen, dieser Mann hat WORTSCHATZ 18,19
eine gefährliche Minute lang mein ganzes Leben in Händen gehabt.“
Lesen Sie auf Seite 127, was damals passiert ist.
1 Entspricht die Grundidee der Erzählung Ihren Vermutungen aus CI?
Ich habe m ir ehrlich gesagt etwas anderes vorgestellt: ... ■ ..., dass ... etwas doch, ja
w irklich S chlim m es/... getan hat. ■ ... jemand etwas D ram atisches/... erlebt hat. ■ GRAMMATIK 25
... jem and am Ende m i t ... bezahlt hat. ■ Ich bin eher e nttäusch t über ... ■
Ich habe m ir etwas Ä h n lich e s/... gedacht. ■ Auf diesen Gedanken /
Auf so eine G e sch ich te /... wäre ich nie gekommen.
GELEBTE SPRACHE 23,24
2 Könnte die Geschichte Ihrer Ansicht nach auch heutzutage passieren?
SÄTZE BAUEN 27, 28
Was wäre genauso? Was wäre anders? PHONETIK 26

Na j a , v i e l l e i c h t s c h o n : I c h g la u b e , d a s k a n n
Es g i b t d o c h im m e r w ie d e r man n i c h t w i r k l i c h
S i t u a t i o n e n , i n d e n e n man ... v e r g le ic h e n : . . .

C4 Wie verhält sich die Erzählerin Peter Sturzentaler gegenüber?


Welche Konsequenzen hat das für ihn?
• Haben Namen oder Titel Ihrer Erfahrung nach in der heutigen Zeit AB 29,30 SÄTZE BAUEN 29, 30
eine ähnliche Wirkung?

soziales Netz: alle


C5 Rolltreppe abwärts: vom Fernsehstar zum Obdachlosen so zialpo litischen
M a ß n a h m e n (Gesetze,
Vor Jahren noch ein Starschauspieler, jetzt ...
In s titu tio n e n , Zuschüsse,
Wie würden Sie die Lebenssituation dieses Menschen beschreiben,
H ilfe le is tu n g e n ), die
der plötzlich aus dem sozialen Netz gefallen ist? Arbeiten Sie zu zweit. den E in ze ln e n vor

völlig verarmt ■ heruntergekommen ■ alkoholkrank ■ obdachlos ■ als Penner leben ■ sozialen K atastrophen

ohne Sozialkontakte ■ vereinsamt ■ krank ■ psychisch am Ende ■ verachtet ■ hilflos ■ schützen

verlassen ■ auf Hilfe angewiesen ■ dringend Hilfe brauchen ■ Betreuung brauchen ■


ohne Einkünfte leben ■ betteln ■ auf Almosen angewiesen sein ■ unter der Brücke
AB 31-34 WORTSCHATZ 31-33
schlafen ■ Hunger leiden ■ seine Interessen nicht durchsetzen können TEXTE BAUEN 34

Sie möchten Ihrem in a beschriebenen Ex-Star helfen. Sie gehen zur


zuständigen Behörde und wenden sich dort an die zuständige Person.
Negation
1 Arbeiten Sie zu zweit. Wählen Sie eine der Rollen. GRAMMATIK 35-36

A Sie wollen Hilfe organisieren. m Sie sind angestellt. Sie haben Vorschriften
Ihre Rollenbeschreibung finden Sie einzuhalten. Sie können wenig tun. Ihre AB 35-40
auf Seite 130. Rollenbeschreibung finden Sie auf Seite 135.
GELEBTE SPRACHE 37
SÄTZE BAUEN 38-40
2 Führen Sie das Gespräch.

34 Vom Feinsten LEKTION Q


Fokus Sprache: negative In te n tion e n im K ontext

Lesen Sie 1-10. Welche Bedeutungen stecken in den Ausdrücken? Ordnen Sie zu.
Manche passen mehrmals.
1 finanzielles Defizit a Etwas wird weniger,
2 wirtschaftlicher Schaden b Etwas hat negative Folgen,
3 Loch in der Haushaltskasse c Etwas fehlt,
4 dramatischer Wassermangel d Etwas ist falsch,
5 Stimmenverluste bei der Wahl e Man kann etwas nicht machen.
6 Druckfehler
7 Arbeitsunfähigkeit
8 Umweltverschmutzung
9 Versorgungslücke
10 alle Flüge ausgebucht
..1.20
2 Man sagt oft nicht direkt nein, meint es aber so.
Lesen und hören Sie die Sätze. Was bedeuten die Antworten?
Kreuzen Sie an und vergleichen Sie dann mit dem Lösungsschlüssel.

a Wie wäre es in diesem Jahr mit einer Gehaltserhöhung?


Ich werde mal darüber nachdenken.

^ Gut, er überlegt sich das, ^ Na ja, die Gehaltserhöhung


da hab ich ja eine Chance. kann ich wohl vergessen.

b Es war nett, Sie kennengelernt zu haben. Sie können mich ja mal besuchen.

1 Eine nette Antwort. Aber 2 Schön! Dann besuche ich


eine Einladung war das nicht. ihn nächste Woche mal.

c Ich habe es eilig und nur diese Tafel Schokolade. Könnten Sie mich bitte vorlassen?
Da könnte ja jeder kommen.

1 Keine Chance. Da muss ich 2 Nett, dass sie/er


mich doch hinten anstellen. mich vorlässt.

d Stell dir vor, die Meier aus dem dritten Stock hat schon wieder einen neuen Freund.
Ach, wie interessant.
1 Das ist wirklich 2 Das ist mir egal,
eine Überraschung.

e Ich geh jetzt! Du hörst mir ja doch nicht zu.


Das ist doch albern.

1 Das stimmt nicht. 2 Das ist lustig.

f Wir fahren jetzt los, egal, ob es stürmt und schneit.


Hältst du das für eine gute Idee?

1 Sie/Er überlässt mir 2 Sie/Er meint, wir


die Entscheidung. sollten nicht fahren.

Vom Feinsten LEKTION 0 35


1 % _______ : : : : HÖREN
■ Gute Manieren gefragt? SPRECHEN

Wl

DI Sie lernen jemanden kennen. Worauf achten Sie dann besonders?


Kreuzen Sie an. Können Sie dies auch begründen? Sprechen Sie.

Sprache Kleidung Ausstrahlung Höflichkeit, Auftreten Interesse an anderen


Einfühlungsvermögen Begrüßung Stimme Gesichtsausdruck Händedruck

WORTSCHATZ 41,42
TEXTE BAUEN 43
D2 Drei Interviews zum Thema „Gutes Benehmen
* Lesen Sie zuerst die Inhaltspunkte in der ersten Spalte.
1.21..
b Hören Sie dann das Interview 1 zum Thema „Gutes Benehmen im
Alltag“. Notieren Sie in Stichpunkten, was Sie zu den jeweiligen
Inhaltspunkten hören. Folgen Sie dem Ablauf des Gesprächs.

D re i In te rv ie w s zum T h e m a „G utes B e n e h m e n “
In haltspu nkte Interview 1: A lltag Interview 2: K a rrie re Interview 3: Handwerk
Der Stellenwert
guten Benehmens
bis zu den 90ern

Ursache

Der Stellenwert
guten Benehmens
aktuell

Die Grundlage
guten Benehmens

Der Sinn
guten Benehmens

Die Folgen
eines mangelnden
Benehmens

Grundlegende
Verhaltensregeln

Tischmanieren

Kleidung

Sonstiges

36 Vom Feinsten LEKTION Q


Q HT22~
• Hören Sie jetzt das Interview 2 zum Thema „Gutes Benehmen und Karriere“.
Zu welchen Inhaltspunkten wird etwas gesagt? Machen Sie sich Notizen.

d Hören Sie jetzt ein Interview zum Thema „Gutes Benehmen im Handwerk“ und
machen Sie sich Notizen wie in c.

e Vergleichen Sie Ihre Lösungen. Hören Sie die Interviews eventuell noch einmal.

D3 Gutes Benehmen - der persönliche Aspekt


Aus den drei Interviews lässt sich folgende Stichwortsammlung zusammenstellen.
Lesen Sie.
angemessen auf Konfliktsituationen reagieren ordentliches Erscheinungsbild
(Beschwerde, Kompromiss) Pünktlichkeit
angemessen auf Menschen zugehen (Begrüßung, Höflichkeit usw.) Sauberkeit
angemessen reagieren (argumentieren, nachfragen usw.) Respekt vor fremdem Eigentum
Einfühlungsvermögen über die richtigen Themen sprechen
Hilfsbereitschaft Zuverlässigkeit
im Team angemessen agieren

b Wählen Sie in a diejenigen Aspekte (Stichworte) aus,


die Ihnen am wichtigsten erscheinen (maximal fünf). Kreuzen Sie sie an.
Sprechen Sie dann im Kurs über Ihre Auswahl. Begründen Sie sie.
Also ich halte ... fü r w ich tig e r als ...
Ohne ... hat man bei uns im B ü ro /... keine Chance auf Erfolg.
Das W ichtigste ist doch (,) ...

■ Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet


a Lesen Sie noch einmal die Stichworte in D3a und ordnen Sie sie unter
folgenden Kriterien in die nachfolgende Tabelle ein. Doppelnennungen sind möglich.
- Welche der aufgezählten Aspekte könnten in der Kommunikation
mit Deutschsprachigen für Sie schwierig sein? (Spalte: interkulturell schwierig)
- Welche Aspekte könnte man Ihrer Meinung nach in Kursen erlernen? In welchen?
(Spalte: in Deutschkursen erlernbar/Spalte: in anderen Kursen erlernbar)
- Was sind Ihrer Meinung nach Merkmale einer Persönlichkeit, die nicht erlernbar sind?
(Spalte: individuelle Eigenschaften)

interkulturell schwierig in Deutschkursen erlernbar in anderen Kursen erlernbar individuelle Eigenschaften

b Vergleichen Sie nun Ihre Ergebnisse im Kurs. Begründen Sie Ihre Zuordnung.

Vom Feinsten LEKTION 0 37


■......... LESEN

B "" „Es ist m ir überaus unangenehm , SPRECHEN


SCHREIBEN

E Peinlich, peinlich
a Lesen Sie zuerst die Einladung und dann die Situation.

Verein der Freunde der deutschen Sprache 2. April 20

Sehr geehrte Frau / Sehr geehrter H e r r ........................................................

Im Rahmen unserer T a g e d e r d e u t s c h e n S p r a c h e möchten w ir Sie hierm it herzlich


zu unserem Empfang zu Ehren der Delegation aus unserer Partnerstadt Bordeaux einladen.

Der Empfang findet am 20. Juni in unserem Gebäude in der Maistraße 17a um 18.30 Uhr statt.

Festprogramm: 18.30 Uhr Begrüßung durch unsere Oberbürgermeisterin. Johanna Stolz


Rede unseres Vereinsvorsitzenden, Martin Rettelbach
Rede der Delegationsleiterin. Michelle Dupont
19.30 Uhr Eröffnung des Büfetts

Für die musikalische Untermalung sorgt das Kammerorchester des Sophie-Scholl-Gymnasiums.


I Bitte geben Sie uns unter vsundermann@vdfdsp Bescheid, ob Sie teilnehmen können.

Mit freundlichen Grüßen


im Namen des Organisationskomitees
Veronika Sundermann

Sie hatten Frau Sundermann versprochen, sich am Abend des Empfangs um die
Nomen-Verb-
französischen Gäste zu kümmern, weil Sie gut Französisch sprechen. Eine Woche vorher Verbindungen
bemerken Sie plötzlich, dass Sie an diesem Tag nicht können. ab 44,45 Nominalisierungen
GRAMMATIK 44, 45

# Am Telefon. Arbeiten Sie nun zu zweit. Bereiten Sie den Dialog vor.
Ihre Lernpartnerin / Ihr Lernpartner übernimmt die Rolle von Frau Sundermann.
Sammeln Sie auch die passenden Wendungen und Ausdrücke.
Begrüßen Sie Frau Sundermann, fragen Sie nach, wie es ihr geht, wie die Vorbereitungen laufen.
Beschreiben Sie dann die Situation, in der Sie sich befinden und erklären Sie den Grund dafür
(siehe auch die folgenden Vorschläge). Er sollte aber angemessen sein.

wichtiger Geschäftstermin in New York ■ Sohn/Tochter: Abschiedsabendessen vor Beginn des Studiums«
eine Feier zu Ehren Ihres M annes/Ihrer Frau ■ Ihnen wird in einem festlichen Rahmen eine Auszeichnung
überreicht ■ Urlaub ■ Oma zu Besuch ■ Sport ■ ...

Bieten Sie dann an, dass eine Bekannte/ein Bekannter die Aufgabe übernehmen könnte.
- Welche Wendungen und Ausdrücke könnten Sie in Ihrem Gespräch auch verwenden?
Sammeln Sie. Vorschläge finden Sie auf Seite 42.

^ Führen Sie jetzt das Telefongespräch. Überprüfen Sie dann Ihren Dialog: Haben Sie alle
Inhaltspunkte angesprochen? Haben Sie Ihre Wendungen und Ausdrücke verwendet?
GELEBTE SPRACHE 46
AB 4 6 -49 SÄTZE BAUEN 47 48
# Tragen Sie nun Ihr Gespräch frei im Kurs vor. Die anderen im Kurs te x te bauen 4 9
notieren die inhaltlichen Punkte und achten auf die Wendungen und Ausdrücke.
Klang das Gespräch flüssig? Was könnte man verbessern?

e Formulieren Sie Ihre Absage jetzt als E-Mail.

38 Vom Feinsten LEKTION Q


Fokus Sprache: Signale im G esprächskontext

Es gibt im Deutschen zahlreiche kommunikative Signale, die vor allem mündlich gebraucht werden.
Mit Wörtern wie na, na ja, also, tja signalisiert man, welche Haltung man einnimmt.
Der Zuhörer bekommt damit schon einen Hinweis darauf, wie die folgende Äußerung gemeint ist.

Beobachtungsaufgabe. Lesen Sie die Sätze.


Was signalisieren hier na, na ja, also, tja? Was leiten sie ein? Ordnen Sie zu.

a na
1 Na was macht das Diplom?
2 Na dann wäre das damit geklärt. Sie informieren
die Geschäftsleitung, ich den Außendienst.
3 Na dann bekomme ich wie besprochen morgen die Unterlagen.
4 Na das kann ja heiter werden, wenn Oma weiter so mit
dem Geld um sich schmeißt.

a Erleichterung, Zustimmung
b eine vertrauliche Frage
c eine negative Erwartungshaltung
d die (ungeduldige) Bekräftigung einer Aufforderung

b na ja
1 Na ja, das war ja dann wohl nichts mit der neuen Stelle.
2 Na ja, ganz unrecht hat sie damit nicht.

a skeptische Gedankenpause, um dann mit einem Einwand fortzufahren


b Gleichgültigkeit, Fatalismus

c also
1 Also wenn ich auch was dazu sagen darf - so pauschal,
wie Sie das darstellen, kann man das doch wohl nicht sehen.
2 Also dann boykottieren wir die Veranstaltung.

a Skepsis
b abschließende Äußerung

d tja
1 Tja wir werden uns auf ein schwieriges Geschäftsjahr einstellen müssen.
2 Tja das war ja zu erwarten.

a negativ gefärbte Zusammenfassung


b Aussage im Sinne von „vorher gewusst haben“

Vom Feinsten I LEKTION 0 39


LESEN
Aber b itte m it Sahne ... SPRECHEN

Fl Arbeiten Sie zu dritt. Sie haben die Aufgabe übernommen, sich um die
Organisation des Büfetts zu kümmern (siehe Einladung in El).
a Lesen Sie den Notizzettel und das Angebot der Catering-Firma C reative c o o k in g .

S ü fc tt fü r 5"5" Fe-rSon&n; (Z n e trä n fc A lic - f c - r t e-in Sponsor:


^ o f w o 'm , We-i^tve-in, S a ft; S y id g & t: 1 “5 0 0 & ir o

A n g e b o t f ü r 5 5 P e r s o n e n

Büfett M enü B ei der W a h l eines M enüs

K a lte s B ü f e tt M e n ü a b fo lg e Z w isc h e n g a n g
aus V o rs p e is e n u n d S alaten N O R M A L oder R E G IO N A L NORMAL 220 €
NORMAL 440 € V orspeise 370 € F E IN 275 €
F E IN 880 € H a u p tg a n g 550 € dazu gratis e in G r u ß
N ac h s p e is e 185 € aus d e r K ü c h e

W a rm e s B ü fe tt M e n ü a b fo lg e F E IN S u p p e a ls Z w isc h e n g a n g
NORMAL 880 € V orspeise 550 € NORMAL 120 €
F E IN 1 190 € H a u p tg a n g 735 € F E IN 165 €
N a c h s p e is e 185 € K ä s e p l a t t e , extra 100 €
B r o t k o r b , extra 40 €

N a c h s p e is e n B ü fe tt 185 € D e k o ra tio n p a u sc h a l
NORMAL 200 €
F E IN 300 €
G e d e c k e , pauschal 100 € in L a n d e s fa rb e n extra 50 €

b Einigen Sie sich auf eine Menuauswahl und eine Dekoration. Achten Sie dabei WORTSCHATZ 50
auf die Einhaltung Ihres Budgets. Schreiben Sie dann Ihre Bestellung (Fax), ab 50-52 SÄTZE BAUEN 51
TEXTE BAUEN 52

F2 Rollenspiel.
a Lesen Sie die Auftragsbestätigung auf Seite 133. Sie entspricht nicht Ihrer Bestellung.
Arbeiten Sie zu zweit. Übernehmen Sie jeweils die Rolle A oder B .
A Zehn Tage vor dem Termin bekommen Sie die B Sie erhalten einen Anruf mit einer
Bestätigung von Creative cooking. Sie haben Ihre Bestellung Reklamation. Gehen Sie auf den
aus F1b vor sich liegen. Rufen Sie an, beschweren Sie sich. Anrufer ein, reagieren Sie angemessen.
Inhaltspunkte: der Firma vertraut sich Sorgen machen Inhaltspunkte: noch nie vorgekommen
Creative cooking - Verantwortung tragen Bedauern äußern perfekte Lieferung
auf Einhaltung der vereinbarten Preise bestehen Büfett garantieren Bestellung durchgehen
laut Bestellung keine Mehrkosten Entschädigung anbieten

A Guten Tag, spreche ich m i t ...? ■ Leider e n tsp rich t die Bestätigung n ic h t... ■
Würden Sie das mal m it m ir gemeinsam überprüfen/durchgehen? I Da muss irgendetwas
schiefgelaufen sein. ■ Ich habe mich da ganz auf S ie /... verlassen. ■ Können Sie m ir d e fin itiv
Zusagen, dass ...? ■ Ich bin nicht bereit, den vollen Rechnungsbetrag zu zahlen, wenn ..., das
können Sie sicher ve rstehen.« |B W ir werden alles zu Ihrer vollen Zufriedenheit erledigen,
das kann ich Ihnen garantieren. ■ Ich fürchte, hier handelt es sich um eine Verwechslung. ■
Hier muss eine Verwechslung vorliegen. ■ ...
,R , SÄTZE BAUEN 53, 54
b Formulieren Sie jetzt Ihre Forderungen in einer E-Mail. 55 texte bauen 55

40 Vom Feinsten I LEKTION 0


Alles, was schiefgehen kann, SPRECHEN
geht auch mal schief

G ■», Sie haben ein Fest für den ganzen Kurs organisiert.
Lesen Sie, was Sie für die Durchführung des Festes vereinbart haben.
Es ist Donnerstagnachmittag, am Samstagabend soll das Fest stattfinden. Sie haben sich darauf geeinigt,
dass es ein Fest in landesüblicher Tracht / Kleidung sein soll. Für die Herstellung des Büfetts haben sich
zwei Kursteilnehmer/-innen gemeldet. Das Fest soll in der Wohngemeinschaft zweier Kursteilnehmer/-innen
stattfinden. Sie hatten sich ganz bewusst gegen den Institutsraum entschieden.

# Arbeiten Sie so, dass immer ein /e oder zwei Kursteilnehmer/-innen eine Rolle
(siehe Rollenkarten) übernehmen, die Rolle 6 können auch mehrere übernehmen.
Lesen Sie die Rollenkarten und teilen Sie die Rollen untereinander auf.

■ Sie sind für die Erstellung des Büfetts verantwortlich. Sie haben von allen
Kursteilnehmern 3,50 Euro eingesammelt. Nun stellen Sie fest, dass Sie aber
mehr ausgegeben haben. Es müsste nun jeder 3,50 Euro nachzahlen.

m Sie sehen überhaupt nicht ein, dass nachgezahlt werden soll. Sie finden, die
Verantwortlichen hätten sich das vorher überlegen und vernünftig planen sollen.
Machen Sie einen anderen Vorschlag. Sponsor?

m Das Fest sollte eigentlich in Ihrer WG stattfinden. Sie hatten aber ganz verges­
sen, dass die Eltern einer anderen Mitbewohnerin gerade dann für einige Tage zu
Besuch kommen und in der WG übernachten. Deshalb geht das nun doch nicht.

m Sie sind M itglied/-er der Institutsleitung. In Ihrem Institut gibt es zwar einen
großen Raum für Feste, aber Sie sehen gar nicht ein, dass Sie so kurzfristig den
Raum organisieren sollen. Außerdem hat der Hausmeister am Wochenende frei.
Auch sind Sie darüber enttäuscht, dass die Organisation so schiefgelaufen ist.

m Sie sind über die Kursteilnehmer/-innen und über die Institutsleitung empört.
Setzen Sie durch, dass das Fest irgendwo stattfinden kann. Versprechen sie gege­
benenfalls, dass Sie die Verantwortung für den Raum und die Säuberung nach dem
Fest sowie für den Schlüssel übernehmen.

6 Sie sind Kursteilnehmer/-innen und haben zu allen Fragen eine Meinung.


Mischen Sie sich mit Ihrer Meinung spontan ein. Sie haben sich bisher um nichts
gekümmert. Sie sind aber von allem sehr enttäuscht.

4$ Lösen Sie die Konflikte im Rahmen einer Krisensitzung.


1 Rolle|l und Rolle 3 fangen an, indem Sie die Probleme darlegen.
Machen Sie auch deutlich, dass es Ihnen leidtut. Haben Sie auch Vorschläge?
2 Anschließend steigen die übrigen Teilnehmer der Gesprächsrunde ein. Bringen Sie Ihren Ärger,
Ihre Situation, Ihre Enttäuschung, Ihre Erwartungen deutlich zum Ausdruck.
3 Finden Sie eine Lösung.
4 Verwenden Sie auch die Wendungen und Ausdrücke dieser Lektion.

Vom Feinsten LEKTION Q 41


W endungen und Ausdrücke Vom Feinsten

Gespräche und Verhandlungen im öffentlichen Leben führen

etwas definieren ( - B2) etwas spontan gewichten (— D3b)


... verstehe ich /interpretiere ich folgendermaßen: ... Also ich halte ... für wichtiger, als ...
... steht in diesem Satz f ü r ... Ohne ... hat man ... keine Chance auf Erfolg/...
... kann beispielsweise heißen ... Das Wichtigste ist doch (,) ...
... kann als ... empfunden werden.
etwas k u rzfristig absagen
über die eigene Erwartungshaltung reflektieren (— C31 )
Wie gut, dass ich Sie erreiche ...
Ich habe mir, ehrlich gesagt, etwas anderes vorgestellt: ...
Wie geht es Ihnen denn?
..., dass ... etwas wirklich Schlimmes/... getan hat.
Wie laufen die Vorbereitungen? Sie haben
... jemand etwas Dramatisches/... erlebt hat.
sicher schon alle Hände voll zu tun.
... jemand am Ende mit ... bezahlt hat.
Es ist mir sehr unangenehm, ...
Ich bin eher enttäuscht ü b e r...
Ich traue mich kaum, es Ihnen zu sagen,
Ich habe mir etwas Ähnliches/... gedacht.
aber ich kann beim besten Willen n ic h t...
Auf diesen Gedanken /A u f so eine Geschichte /...
Ich wollte Ihnen doch am ... bei ... helfen.
wäre ich nie gekommen.
Leider musste ich ... feststellen / habe ich ...
festgestellt, dass ich an dem Termin nicht kann.
etwas in Bezug bringen ( - C3 2)
Ausgerechnet an dem Tag fin d e t/is t zur
Na ja, vielleicht schon: Es gibt doch immer wieder selben Z e it...
Situationen, in denen man ... Es ist mir überaus peinlich/unangenehm,
Ich glaube, das kann man nicht wirklich vergleichen:... dass ich ... übersehen habe.
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie unangenehm
eine H ilfeleistung einfordern ( - C5b) das für mich ist.
Ich habe gehört/gelesen, dass Sie sich f ü r ... einsetzen. Aber ich habe einen Ersatz gefunden: ...
Aber es geht hier um einen ganz besonders Aber ich kann Ihnen eine Lösung anbieten: ...
tragischen/schw ierigen/... F all:...
Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten: ... auf eine kurzfristige Absage reagieren (-E lb)
Hören Sie doch bitte einen Augenblick zu: Es geht hier
Das ist ja ganz ... / Das ist jetzt aber wirklich ...
um ... Ich bin mir sicher, dass ... die Unterstützung
Ich muss schon sagen, ...
verdient.
Also ich habe mich jetzt wirklich auf
Verstehen Sie doch. Er kann nicht ...
Sie verlassen ...
Dazu kom m t... Dieser Mensch braucht unsere Hilfe.
Ich verstehe, dass Sie viel zu tun haben/
viele Vorschriften einhalten müssen, aber es muss eine Beschwerde äußern ( - F2a)
doch eine Möglichkeit geben.
Guten Tag, spreche ich m it...?
Er ist ohne unsere Hilfe verloren.
Leider entspricht die Bestätigung nicht ...
Die Folgen haben Sie zu verantworten.
Ich habe mich da ganz auf S ie/... verlassen.
Die Konsequenzen dieser Antwort haben Sie zu tragen!
Können Sie mir definitiv Zusagen, dass ...?
Haben Sie denn gar kein Mitleid und kein Verständnis?
Ich bin nicht bereit, ..., wenn ..., das können
So schnell werden Sie mich nicht los.
Sie sicher verstehen.
eine H ilfeleistung ablehnen (— C5b)
Ich kann ja verstehen, dass Sie helfen möchten,
auf eine Beschwerde reagieren ( - F2 a)
aber da könnte ja jeder kommen.
Ich kann wirklich n ic h t... Würden Sie das mal mit mir gemeinsam
Ich kann ja verstehen, dass ..., a b e r... überprüfen/durchgehen?
Da könnte ja jeder einfach .... Da muss irgendetwas schiefgelaufen sein.
Er hätte ... machen müssen / können ... Wir werden alles zu Ihrer vollen Zufriedenheit
Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass ... erledigen, das kann ich Ihnen garantieren.
Ich würde em pfehlen/raten/..., dass ... Ich fürchte, hier handelt es sich um
Sinnvoll wäre es vielleicht (gewesen) ... eine Verwechslung.
Ich bedaure es sehr, a b e r... Hier muss eine Verwechslung vorliegen.

42 Vom Feinsten LEKTION Q


Grammatik Vom Feinsten

N eg atio n doch, j a im S inne von w ie m an w eiß


N egationsw örter Kinder machen, wie man weiß, alles nach.
keinesfalls, keineswegs Kinder machen doch alles nach.
w eitere Formen: Kinder machen ja alles nach.
Nomen m it Vorsilben: das Defizit
Nomen m it Nachsilben: die Lieblosigkeit
V e rm u tu n g e n m it und o h n e K o n ju n k tiv II
Ausdruck m it negativer Intention:
Da könnte ja je d e r kommen. m it Modalverben
(Bedeutet so viel wie „nein“ .) Das m u s s / m ü s s te /k ö n n te /d ü rfte /... ein Einbrecher sein
m it werden
Das w ird ein Einbrecher sein,
G eb rau ch von n ic h t und kein
m it Ausdrücken
Ich habe jetzt keinen Hunger. Das ist m it absoluter Sicherheit / m it höchster Wahr­
Das ist kein gutes Angebot. scheinlichkeit / m it hoher W ahrscheinlichkeit/
(kein- steht vor einem unbestimmten Objekt m it ziemlicher S ich e rh e it/m e in e r Einschätzung n a c h /
und verneint die Satzaussage.) meiner Vermutung nach ein Einbrecher,
Ich interessiere mich nicht für Sport. m it Adverbien
(nicht steht vor dem Satzende und verneint die Das ist höchstwahrscheinlich / sicher / m öglicherw eise/
Satzaussage.) v ie lle ich t ein Einbrecher,
Ich habe ihn nicht mit Geld, sondern mit m it Partikeln
Sachleistungen unterstützt. Das ist woh ein Einbrecher,
(nicht verneint einen Satzteil.)
kom binierte M öglichkeiten
Ich spiele kein Tennis. Das ist wohl kaum ein Einbrecher.
(allgemeine Aussage: Tennis spielen - Das w ird wohl kaum ein Einbrecher sein.
kein Tennis spielen) Das könnte vie lle ich t doch ein Einbrecher sein.
Ich spiele heute nicht Tennis.
(in einer konkreten Situation) T exte s tru k tu rie re n : z e itlic h e r A b lau f
Ich spiele nich t Gitarre. m it Adverbien
(bei einem konkreten Gegenstand: Gitarre spielen) Sofort danach bewarb sie sich bei der Konkurrenz.
Weitere: bald darauf, danach, daraufhin, inzwischen,
N eg a tio n bei b e s tim m te n V erb en m ittle rw e ile , soeben, endlich, unterdessen,
anschließend, währenddessen, bisweilen, zuweilen,
Ich liebe diesen Schauspieler einfach, er ist toll.
zeitweise, wiederum , niemals zuvor, zeitlebens, stets
Ich mag ihn n ic h t./Ic h kann ihn nicht leiden.
(Der Satz: Ich liebe ihn nicht, bedeutet, dass man m it Konjunktionen
nicht in ihn verliebt ist.) Gerade als ich Eppinghoven verlassen wollte, erreichte
mich der Anruf.
Das Abendessen gestern hat mir nicht geschmeckt.
(Die Speisen waren nicht gut.) Weitere: seitdem , bis, bevor, ehe,
nachdem, kaum dass, sobald, sowie
Das Abendessen hat mir nicht gefallen, (bezieht sich
während, solange, ...
auf die Veranstaltung, das Menü, die Dekoration usw.)
m it festen Ausdrücken
Am gleichen Abend noch reisten wir ab.
In d e fin itp ro n o m e n n ichts, alle s , etw as Weitere: m it einem M a l..., In diesem Augenblick, einen
Die Indefinitpronomen alles, nichts und etwas Tag eher, ab diesem Zeitpunkt, in der Zwischenzeit, ...
beziehen sich nicht auf etwas Konkretes, sondern
auf eine unbestimmte Summe, Anzahl, Menge,
N o m in a lis ie ru n g von S ätzen
Gestalt.
Der Sprecher setzt voraus, dass der Zuhörer versteht, Unsere Bürgermeisterin begrüßt Sie um 18.30 Uhr
was gemeint ist. 18.30 Uhr Begrüßung durch unsere Bürgermeisterin
Mir wird alles zu viel. / Na ja, etwas muss er wohl Um 19.00 Uhr eröffnen die Veranstalter das Büfett.
auch bekommen./Hier geht’s doch um nichts. 19.00 Uhr Eröffnung des Büfetts durch die Veranstalter

Vom Feinsten LEKTION 0 43


Nachlese

A b s a a e n a u f
Entschuldigung, ich bin keine

Bewerbungen zu schreiben is t schwierig, Absagen zu


Das etwas andere Bewerbungsbuch: form ulieren allerdings auch. Bewerbungen sind ein
Der Satiriker Jürgen Sprenzinger Krampf. Wer auf Jobsuche ist, durchsucht bisweilen
Hunderte Annoncen, m üht sich bei den Anschreiben -
hat Unternehmen Absagen auf
5 und erhält zum Dank meist nur eine plumpe Absage.

Stellenanzeigen geschickt. Jürgen Sprenzinger hat es irgendwann gereicht und er


hat den Spieß einfach umgedreht. Er schickte Absagen
Manche Personalabteilungen an Unternehmen, die Stellenanzeigen in Zeitungen ver­
ö ffe n tlic h t haben. Unter dem Titel Sehr geehrter Herr
waren sehr traurig.
10 Hornbach, um ein Haar hätte ich mich bei Ihnen bewor­
ben - Absagen auf unverlangte Stellenanzeigen hat der
Satiriker ein Buch aus seiner Sammlung gemacht, das
m it Witz die sprachlichen Ungetüme von Stellenanzei­
gen e nth üllt.

is A uf eine Anzeige einer Elektrotechnik-Firma, die zwei


Ingenieure suchte, antwortete Sprenzinger beispiels­
weise m it folgender Absage:
„Sehr geehrte Damen und Herren, ursprünglich wollte
ich mich bei Ihnen bewerben, doch dann fie l m ir auf,
20 dass ich leider nur ein Ingenieur bin. Ich war bislang

immer nur einer und nie zwei, obwohl es natürlich schon


sehr praktisch wäre, zu zweit zu sein, dann wäre man
n ic h t immer so allein ..."
Die Argum entation überzeugte die Firma: Sprenzinger
25 wurde n ich t eingestellt. Ein anderes Unternehmen, das

eine Empfangssekretärin suchte, kassierte ein Schreiben


von dem Satiriker, in dem er auf die geschlechtsspezifi­
sche Diskrim inierung hinweist:
„Ic h muss Ihnen leider m itteilen, dass ich die Anzeige
30 als gegenstandslos betrachte und mich n ich t bei Ihnen

bewerben kann. Der Hauptgrund ist: Ich bin keine Emp­


fangssekretärin, sondern m ännlichen Geschlechts."
Auch klassische Absagen-Phrasen hat Jürgen Sprenzinger

44 Vom Feinsten I LEKTION ©


B e w e rb u n g e n
Empfangssekretärin

verwendet - auf Anzeigen, die selbst voller Worthülsen Das war Sprenzinger Grund genug fü r eine R ichtigstel­
35 waren. So sagte er auf die Annonce einer Bäckerei, die lung: „Ic h habe mich aber n ich t beworben, sondern
einen Verkaufsleiter suchte, folgendermaßen ab: 70 abgesagt."
„Vielen Dank für Ihre Stellenanzeige in meinem Exem­ Die kuriosen Schreiben zeigten Wirkung: Die Personal­
plar der Augsburger Allgemeinen und das Vertrauen, das abteilung antwortete m it großer Enttäuschung:
Sie damit meiner Person entgegengebracht haben. Leider „M it Bedauern nehmen w ir zur Kenntnis, dass Sie n ich t
« konnte ich aufgrund der Vielzahl der Stellenanzeigen fü r die Position des Senior Sales Managers zur Verfü-
Ihre Stellenanzeige n ich t berücksichtigen und muss da­ 75 gung stehen. Gerne hätten w ir Sie zu einem Gespräch

her von einer Bewerbung fü r eine Tätigkeit in Ihrem eingeladen und m it Ihnen herausgefunden, ob w ir nicht
Haus absehen." gemeinsam Ih r jahrelanges Kreiseln beenden könnten.
Manche Personalabteilungen haben geantwortet, und Möglicherweise hätten w ir Ihnen den Anstoß in die
45 einige haben m it ihren Antworten Humor bewiesen. richtige Richtung geben können und m it ein wenig
Beispielsweise die der Firma „Remonds", die in der Frank­ eo Glück hätten Sie dann w irklich m it uns ausbrechen kön­

furter Allgemeinen Zeitung m it folgender Ausschrei­ nen. Wir hoffen sehr, dass Sie nun n ic h t einbrechen."
bung einen Senior Sales Manager suchte: Und im PS: „Wir haben selten so schön gelacht, vielen
„Für manche ist die Welt recht eng. Und wer sich im Kreis Dank!".
so dreht, fin d e t kein Ende. Brechen Sie m it uns aus ..." Der Aussage kann sich der Leser der Absagensammlung
Im Kreis drehen? Ausbrechen? Jürgen Sprenzinger 85 nur anschließen. Selten hat man bei einem Buch zum
konnte bei diesem W ortlaut n ich t widerstehen und sagte Thema Bewerbungen so herzhaft gelacht wie bei dieser
m it folgenden Worten ab: Zusammenstellung. Ein w irklich lesenswertes Büchlein!
„M it besonderer Aufmerksamkeit habe ich Ihre Stellen-
55anzeige gelesen. Besonders Ihre Aussage, dass fü r man­
che die Welt sehr eng is t und dass derjenige, der sich im
Kreis dreht, kein Ende fin de t, hat mich unwahrschein­
lich angesprochen. Ich drehe mich seit Jahren im Kreis.
Wenn ich ehrlich bin, hab ich schon einen Drehwurm.
«0 Auch is t meine Welt recht eng. Ich lebe allein m it Hund

auf etwa 45 Quadratmetern. (...) Gerne würde ich m it


Ihnen ausbrechen. Leider muss ich Ihnen aber m itte i-
len, dass ich mich n ich t bei Ihnen bewerben kann, denn
ich glaube, dass ich fü r Ih r Stellenangebot bereits zu
65verschroben b in ."
Auf diese Absage antwortete die Personalabteilung sehr AB 56 TEXTE LESEN 56

professionell - und bestätigte erst einmal den Empfang.

Vom Feinsten LEKTION Q 45


Mahlzeit!

Siegfried Zaworka ▲
Mit leerem Magen funktioniert
dein Hirn nicht so gut, 2009,
Öl auf Papier' ** ® •
70 x 81 < p

,» , I 1 ! • 1
* , * % ♦ ** * % „ ‘ »# •

Essen bedeutet Genuss, prodiiziert. Ge*


seiligkeit, ist ein Ritual, kann auch krank’
machen. Das sind nur ein paar Ideen, die
mit Essen in Zusammenhang gebracht und
von der Kunst aufgegriffen werden.

Ausstellung zum Thema Essen


im Salzburger Traklhaus

- 3»9
Vielfältige Aufgaben und Projekte unter www.hueber.de/ziel

...........

Jerry’s Punsch, 2004, ohne Titel, 1993-96, Stilleben mit


Kunstharz lackiert, Bronzeguss, rotem Selbstporträt, 1969,
65 x 50 x 50 cm 70 x 50 x 50 cm Öl auf Leinwand,
Sammlung Land Salzburg Courtesy: Galerie Elisabeth & 81 x 97 cm
Klaus Thomann, Innsbruck Courtesy: Neue Galerie Graz
am Landesmuseum Joanneum,
Inv. Nr. 1/2188,
Foto: J. Koinegg
k++ Erfahrungen und Gefühlen Ausdruck verleihen +++ Gegen den Strom +++ Erfahrungen und Gefühlen Ausdruck verle

Gegen den Strom


L e rn e n is t w ie R u d e rn gegen
den S tro m . H ö r t m a n d a m it a u f,
tr e ib t m a n z u rü c k .
(L a o ts e )

Q Gegen den Strom


□ Was heißt typisch ...? . i l l
Q Na s u p e r...
O Immer anders, als man denkt
G Meinetwegen, aber bitte nicht hier
Gegen wen oder für wen?
H Bruno
• • . » . • • • ♦ •
_______________ 4
j»_:
V • * V *
Lernziel: Erfahrungen und Gefühlen
Ausdruck verleihen i« • . * • •_ * . * • • V i t t * '
- * auf emotionale Erfahrungen anderer
reagieren (schriftlich/mündlich)
-» Mitleid, Betroffenheit und Toleranz ► • * * , ♦ • * , • * ^ * * * » • ' * * # • • * •
ausdrücken » * .. • • • • • •/.
-> über emotionale Erfahrungen berichten
-► Ironie erkennen # ' oii ER NICHT EINFACH
JO ÜBERLEGTE, OB
-> mit konkreten Vorschlägen beraten NUR TRÄUMTE. „ICH MUSS IHN FRACEN,
i WER ER EIGENTLICH IST.“
-> auf Probleme anderer mit Verständnis UN/FAIR TRADE „ Wer bist denn du?“ , fr a g te er.
Die Kunst der Gerechtigkeit
eingehen i* S eine eigene St im m e klang ih m
Zorn und Enttäuschung Ausdruck ! ■ seltsam fremd in den O hr en .
verleihen „Ich bin der N einrich“, sagte d e r K le in e .
-» eine Begebenheit einmal offiziell, „ Neinrich?“, w ie d e rh o lte L e o . „ M it N ‘?
neutral und einmal emotional, N icht vielleicht H einrich?“
persönlich schildern „Das würde ja keinen
- * zu emotional aufgeladenen Themen Sinn machen “ , sagte d e r k le in e K e r l.
Stellung nehmen „ Wieso?“, fr a g te L e o v e rs tä n d n is lo s .
„ Weil ich dazu da bin , d ir das NEINsagen
beizubringen“, sagte d e r K le in e ,
Textsorten d e r sich N e in ric h nannte.
aus: Der Neinrich <1
Sprichwort ■ Interview ■ Meinungen auf
Mailbox ■ Nachrichten aus der Medizin ■
Zeitungsartikel ■ Glosse ■ Meldung ■
Weisheiten

48 Gegen den Strom LEKTION 0


l ................................................................................... HOREN i '
i------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
«+ Erfahrungen und Gefühlen Ausdruck verleihen +++ Erfahrungen und Gefühlen SPRECHEN

Versuchen Sie die Bedeutung


des Ausdrucks „gegen den
Strom“ mithilfe von Beispielen
im konkreten Sinn und im über­
tragenen Sinn zu beschreiben.

Welches Foto oder welcher Text


passt Ihrer Meinung nach am
besten zum Lektionstitel?
Notieren Sie Stichpunkte.
Tauschen Sie sich im Kurs aus.

Kennen Sie eine Person - des


öffentlichen Lebens oder auch
privat - die sich einmal „gegen
den Strom“ verhalten hat?
Erzählen Sie.

m 10
ln einem alten Geschäftslokal über­ R atschläge gegen den W ind Gegen den Wind
nachten oder lieber in einer Hinterhof­ KOMMEN ALS SCHLÄGE ZURÜCK. beweist sich die Freundschaft.
werkstatt? Ist es das, was Sie wollen? Prof. Dr. Haris-Jürgen Sprichwort
Dann kommen Sie zu uns nach Linz - 4g-. ® £ ♦
Quadbeck-Seeger (*1939).
denn mit dem „Pixelhotel“, einem deutscher Chemiker ; * •
Projekt der Kulturhauptstadt Linz,
ist das selbstverständlich. Denn das
„Pixelhotel“ ist ein Hotel der unkon­
ventionellen Art. Das „Pixelhotel“
lässt aus ungenutzten Räumen in Linz
Hotelzimmer entstehen. Die individuell
gestalteten Zimmer und Suiten ver­
teilen sich auf den gesamten Linzer
Stadtraum.

Gegen den Strom LEKTION © 49


-jm m
LESEN
Was heißt typisch ...? HÖREN
SPRECHEN
. . . ™ . . . . . .

SCHREIBEN

Bl m Lesen Sie die Sätze a-d. Was passt: Quereinsteiger oder Außenseiter?
Ergänzen Sie. Vergleichen Sie dann Ihre Lösungen im Kurs.

a Karrieresprünge kann man in der Arbeit auch a ls ......................................machen. Hier ein paar Tipps

und Tricks dazu von unseren Experten.

b Die Mannschaft war in dieser Regionalliga als angetreten - und hat gewonnen.

c ......................................in der Schule: Wenn Kinder ausgegrenzt werden, führt das oft zu einem

undurchdringbaren Teufelskreis.

d Der Senat hat gestern den Weg in den Lehrerberuf für frei gemacht.

Wie würden Sie (mithilfe der Beispielsätze) die Bedeutung E m p o rk ö m m lin g : jemand,
von Quereinsteiger und Außenseiter auf Deutsch erklären? der in kurzer Zeit Macht/Ruhm und
Und wie würden Sie die beiden Wörter in Ihre Muttersprache Reichtum erlangt hat; G lü c k s k in d :
(oder in eine andere Sprache) übersetzen? jemand, der bei allem, was er tut,
Glück hat; K a r r ie r e m a c h e r /
K a r r ie r is t: jemand, der m it allen
Mitteln, ohne Rücksicht a u f andere,
B2 In dem folgenden Interview lernen Sie einen Wiener Professor kennen. an seiner Karriere arbeitet; Q u e r­
Was für ein Mensch ist er? Lesen Sie den Text in Ruhe. d e n k e r: jemand, der immer oder
Notieren Sie am Zeilenrand, wenn Ihnen eine der folgenden sehr oft andere Meinungen hat als
Charakterisierungen passend vorkommt. andere

Außenseiter (A) ■ Quereinsteiger (Q) ■ Glückskind (G) ■ Karrieremacher/Karrierist (K) ■


Emporkömmling (E) ■ Querdenker (D) ■ Lebenskünstler (L) ■ Einzelkämpfer (Ei) WORTSCHATZ 1-3

Interviewer: H e r r G irtle r , sind Sie ein „ty p is c h e r“ gegen die Kollegen vorgehen, die muss man in Ruhe
U n iv e rs itä ts p ro fe s s o r ? lassen, die muss man akzeptieren.
Girtler: Was heißt typisch? Ich habe das Glück gehabt,
Professor zu werden, ich habe gearbeitet, ich habe Interviewer: S oll m an e her gegen den S tro m s ch w im - 25

5 gedacht, wenn ich genug arbeite und fleißig bin, dann m en o d e r doch lie b e r m it dem S tro m ?
habe ich vielleicht die Chance, an die Universität zu Girtler: Beides. Man muss viel arbeiten, aber auch Sa­
kommen. Zu m ir hat einmal einer gesagt: Um etwas zu chen machen, die die andern nicht machen, da muss
werden, braucht man drei Dinge: Sein, Schein und eine man gegen den Strom schwimmen, aber gewisse Rituale
Menge Schwein. Also ich muss was leisten, muss mit muss man einhalten, auch gewisse Höflichkeitsformen
10 Leuten reden können und ich brauch eine Menge Glück. sind schon wichtig, man darf andere nicht beleidigen. 30

Ich glaub, ein guter Universitätsprofessor zeichnet sich Berufsneid muss man bekämpfen, jeder neigt dazu.
dadurch aus, dass er einen weiten Horizont hat und Hochachtung vor dem anderen zu haben, ist oft sehr
großzügig ist. Er muss Glück haben. Er muss großzügig schwer, man muss andere akzeptieren. Ich freue mich
sein, er muss Mut haben, er muss gegen den Strom auch, wenn ich akzeptiert werde. Viele kritisieren mich,
i5 schwimmen können, er braucht Geduld, er muss abwar- dass ich in der Tageszeitung meine Kolumnen schreibe, 35

ten können. Dann braucht er Großzügigkeit, er darf aber dadurch erreiche ich die Leut’ , aber das ist auch
nicht kleinlich sein, das ist etwas Furchtbares, kleinliche ein gewisser Neid der Kollegen. Mitleid bekommt man
Leut‘ , die bringen’ s auch zu nichts, du musst manchmal geschenkt, den Neid muss man sich erst verdienen! Aber
über Sachen hinwegsehen. Dann brauchst du Humor, heute lassen mich meine Kollegen in Ruh’ .
20 Humor ist auch wichtig, kann aber manchmal falsch Ich war immer Einzelkämpfer, nie zu zweit, die guten 40

ausgelegt werden. Wichtig is’ auch a bissl a rebellischer Arbeiten in der Soziologie sind immer von Leuten
Geist, nicht zu viel, sonst fallt man auf. Man darf nicht geschrieben, die allein arbeiten; zu zweit kenne ich nur

50 Gegen den Strom LEKTION 0


die Brüder Grimm, zu zweit hat man immer Mühe, da „Lasst’s den komischen Narren!“ Ich hab auch immer
muss man sich abstimmen. Nicht einmal Rad fahren tu Leute gehabt, die selber ein bissl am Rand waren**, die
45 ich zu zweit, das ist eine gewisse Unfreiheit. mich unterstützt haben.
Begonnen hab ich ja mit Jus*, hab zwei Staats­
prüfungen in Jus abgelegt, bin aber dann Gott sei Dank Interviewer: W enn m an P ro f. G ir t le r tre ffe n w ill,
durchgefallen! Hab dann einen Motorradunfall gehabt muss m an zu m C a fe L a n d tm a n n gehen, da h ä lt e r ?o
und bin dann monatelang im Krankenhaus gelegen und H o f.
so habe dort mit Leuten aus der untersten Schicht zu tun Girtler: Ich hab es so eingerichtet, ich habe kein
gehabt. Da war ein Zimmernachbar, „ein Herr mit Zimmer an der Uni, ich mache alles im Kaffeehaus, ob
Herzstich“ , mit dem hab ich mich angefreundet, da war ich Prüfungen halte oder Sprechstunden, ich war auf der
ich neugierig. Der war damals noch am Anfang einer Uni immer nur ein kleiner Fisch, habe nie eine Se­
ganz großen Karriere, später ist er dann König der kretärin gehabt. Ich lebe nach dem Grundsatz: So ist es 75
55 Wiener Unterwelt geworden. M it dem bin ich heute gut, so ist es recht, niemandes Herr, niemandes Knecht!
noch in Kontakt. Das hat mich interessiert und nach dem Bin nie ein Vorgesetzter gewesen, wollte auch nie einer
Krankenhaus hab ich gesagt, ich hör auf mit Jus, hab sein, bemühe mich bei den Studenten, dass sie einiger­
meine Zeugnisse öffentlich verbrannt, da in einem Gast­ maßen gut schreiben, bin kein Lehrer, der auf „Nicht
haus da drüben, und hab dann Soziologie studiert. Nach genügend“ prüft. Der Unterschied zu den juristischen ao
so der zweiten Staatsprüfung Jus hab ich geheiratet, dann Professoren ist, dass die schauen, was der Student nicht
war der Unfall, dann hab ich fleißig Soziologie studiert. kann. Unsere Kunst müsste sein, herauszufinden, was
Schon als Kind hab ich mit Außenseitern zu tun der kann, was ihn interessiert.
gehabt, weil ich in einem D o rf aufgewachsen bin, wo
nach dem Krieg alle möglichen Leut’ zusammengekom- Interviewer: S ind Sie ein p o litis c h e r M ensch?
65 men sind. Das hat mich fasziniert. Girtler: Ich weiß gar nicht, was das heißt. Ich bin gegen
Ideologien, sie erniedrigen Menschen. Politisch bin ich
Interviewer: W ü rd e n Sie w ie d e r gegen den S tro m insofern, dass ich versuche, großzügig zu sein. Gefähr­
schw im m en? lich sind die Kleinlichen, ja ja. Respekt soll man haben,
Girtler: Ich würde überhaupt nichts anders machen. Grüßen ist wichtig.
Man lässt mich ja auch, meine Kollegen denken: * Jus = Jura ** Außenseiter
Präsens im K ontext
GRAMMATIK 4
II Arbeiten Sie zu dritt. Welcher oder welche der in B2a genannten
Begriffe passen am besten zu Professor Girtler?
AB 4 -9
Können Sie sich einigen?
WORTSCHATZ 7 -9
% Was an Professor Girtler entspricht Ihrem Bild von einem SÄTZE BAUEN 5, 6
Universitätsprofessor? Was nicht? Sammeln Sie im Kurs die
entsprechenden Informationen aus dem Text.

Das würde man erwarten und ist selbstverständlich:

Das ist schon eher ungewöhnlich:

AB 10,11 WORTSCHATZ 10,11


« Welche Eigenschaften und Fähigkeiten erwarten Sie von einer Lehrkraft,
unabhängig davon, an welcher Institution? (Hinweise finden Sie auf Seite 124.)
Vergleichen Sie und sprechen Sie auch über Ihre Erfahrungen.

Gegen den Strom LEKTION © 51


LESEN
Was heißt typisch ...? HÖREN

m SPRECHEN
SCHREIBEN
0 "T 24
B3 $ Eine Jury hat Professor Girtler zum „Professor des Jahres“ vorgeschlagen.
Die Aufregung ist groß. Auf einer eigens eingerichteten Telefonhotline gehen
zahlreiche Kommentare ein. Hören Sie zehn Meinungen und entscheiden Sie:
Stammen sie von einem Befürworter (B) oder von einem Kritiker (K)?
Kommentar 1 J ■ Kommentar 2 J ■ Kommentar 3 J ■ Kommentar 4 ■ Kommentar 5 J ■
Kommentar 6 LJ • Kommentar 7 LJ • Kommentar 8 J ■ Kommentar 9 J ■ Kommentar 10
0 '''T :24''
# Lesen Sie die folgenden Sätze. Welche hören Sie in den Kommentaren?
Kreuzen Sie an.

1 Als ob wir keine besseren Kandidaten hätten! Das ist ja wohl nicht zu glauben!
2 Also das mit dem Girtler finde ich eine ganz ausgezeichnete Wahl. Das war
wirklich schon längst überfällig.
3 Kann ich nur voll und ganz unterstützen.
4 Sagen Sie, ist das Ihr Ernst?!
5 Der Girtler? Das kann doch wohl nur ein Witz sein!
6 Hätte ich nicht gedacht! - Girtler! Schon stark!
7 Girtler? - Na ja, warum eigentlich nicht!? Mal was anderes.
8 Endlich einmal eine mutige Entscheidung!
9 Girtler - wer sonst!
10 Ist das wirklich wahr?! Nur weiter so!
11 Na endlich! War aber auch an der Zeit! Artikel bei Namen
12 Das kann ich nur zutiefst bedauern. Das hat die Soziologie einfach nicht verdient! GRAMMATIK 12
13 Um Gottes willen, Girtler!
14 Girtler? Also ich weiß nicht, musste das sein?! AB 12-14
15 Also unter einer Juryentscheidung habe ich mir was ganz anderes vorgestellt.
16 Mensch, das geht jetzt aber zu weit! Das ist echt eine Provokation. SÄTZE BAUEN 13,14
17 Finde ich eine echt gute Entscheidung.

Welches Bild haben die Anrufer von Professor Girtler in den Kommentaren 5, 8 und 10?
Arbeiten Sie zu zweit. Notieren Sie Ihre Antworten. Sprechen Sie dann im Kurs.

B4 Sie nehmen an der Veranstaltung teil, an der Professor Girtler offiziell zum Professor
des Jahres gekürt wird.
1 Zu welchem Lager - Befürworter oder Kritiker - gehören Sie? Formulieren und notieren Sie Ihre Zwischenrufe.
O IIIII 2 Probieren Sie es aus: Hören Sie die Laudatio und rufen Sie Ihre Meinungen in die Menge.

B5 Schreiben Sie einen persönlichen, kritischen und emotionalen Kommentar


(E-Mail) an den Veranstalter. Nehmen Sie Bezug auf die Entscheidung und
die Veranstaltung. ab 1 5 -1 7 te xte bauen 1 5 -1 7

b Pressemitteilung. Schreiben Sie eine kurze, neutrale Pressemitteilung


über die Ernennung von Professor Girtler, die obige Veranstaltung (B4)
und die Gründe, weshalb er diese Auszeichnung erhalten hat.

|g» Schreiben Sie eine E-Mail an eine Freundin/einen Freund und schildern Sie
ihr/ihm die Vorkommnisse.

52 Gegen den Strom LEKTION ©


HÖREN
Na super ...! SPRECHEN

Q T2 6..
jcfl $ Hören Sie den Beginn eines Gesprächs. Was ist passiert?

# Lesen Sie jetzt eine Reihe möglicher Antworten. Welche Reaktionen auf Gerhards
Mitteilung finden Sie persönlich angemessen? Kreuzen Sie an. Vergleichen Sie dann.

a Das hat ja mal passieren müssen, so, wie du fährst!


b Um Gottes willen! Schon wieder! Ruf sofort die Polizei an, hörst du!
c Nimm’s nicht so tragisch. Hauptsache, dir ist nichts passiert!
d Du bist doch nicht zu retten! Also mein Auto kriegst du so schnell nicht wieder.
e Jetzt beruhige dich erst einmal, also schön langsam, der Reihe nach. Was ist genau passiert ...
f Zieh mich da bloß nicht rein, ich will damit nichts zu tun haben.
g Du, ich bin in einem Meeting, tut mir echt leid, a b e r... Mach’s gut.
h Um Gottes willen, ist dir was passiert, warte, ich komme, ich fahre gleich los ...
i Und das Auto? Was ist mit dem Auto?
j Jetzt biste deinen Bonus los bei der Versicherung, das ist sicher.
k Das kann doch jedem mal passieren, jetzt beruhige dich doch mal.
I Sauber. Und jetzt?
m Brauchst du was? Soll ich kommen?
n Und was habe ich damit zu tun? / Was geht mich das an?
o Und deswegen rufst du an? Wegen so ’ner Lappalie? Ich dachte, dir war’ echt was passiert!

Welche finden Sie völlig unangemessen? Erklären Sie im Kurs, warum.

0"T27

1 Spontan angemessen reagieren. Welche der Wendungen und Ausdrücke


drücken die folgende emotionale Haltung aus? Hören Sie und ordnen Sie zu.
Ordnen Sie auch die Reaktionen aus C lb (a-o) zu.

Die Sprecherin/Der Sprecher reagiert


gelassen ............ verärgert kritisierend ............ bestürzt/ratlos

erfreut ............ ablehnend mitfühlend ............ gleichgültig

überrascht ............ schadenfroh ironisch ............

1 Immer mit der Ruhe. 11 Na wenn schon!


2 So ein Mist aber auch! 12 So ein Glück aber auch!
3 Na wer hätte das gedacht! 13 Du Arme/-r! Das ist ja schrecklich!
4 Ich hab’s kommen sehen! 14 Ist doch egal.
5 Das hat uns gerade noch gefehlt. 15 Das spielt doch keine Rolle!
6 Das macht mich jetzt echt so sauer, ... 16 Na wer sagt’s denn!
7 Das überrascht mich jetzt nicht wirklich. 17 Das tut mir aber leid.
8 Das überrascht mich jetzt. Ich kann 18 Das ist jetzt aber nicht mein Problem!
gar nicht sagen ... 19 Es gibt Schlimmeres.
9 Hey, super. 20 Da tust du mir jetzt aber überhaupt nicht leid
10 Nur nicht gleich nervös werden. 21 Das geschieht dir jetzt aber recht.
SÄTZE BAUEN 18
AB 18, 19
PHONETIK 19

Wie reagieren Sie? Arbeiten Sie zu zweit.


Reagieren Sie auf die Äußerungen Ihrer Lernpartnerin / Ihres Lernpartners
am Telefon. (Rolle A: Seite 144; Rolle B: Seite 141.)

Gegen den Strom LEKTION © 53


'M B S i

D Immer anders, als man denkt


HÖREN
SPRECHEN
SCHREIBEN
'1 . 2 8 - 3 3

D Nachrichten aus der medizinischen Forschung


a Sie hören sechs Nachrichtentexte aus der Medizin.
Hören Sie und ordnen Sie die jeweils passende Überschrift zu. Vergleichen Sie dann im Kurs.
Nachricht 1 2 3 4
Titel

A Wegen falscher Ernährung sind viele Arbeitnehmer krank F Lernen im Schlaf


B Das ist der Hit: Sauna verstärkt die Wirkung G Rheuma kennt kein Alter
von Medikamenten H Sauna und Medikamente - kein guter Mix
C Falscher Umgang mit Lebensmitteln hält I Schlafen unterstützt das Gedächtnis
Arbeitnehmer zu Hause J Viel trinken in kälteren Monaten
D Kaffee hilft der Leber K Vor allem Ältere brauchen Hilfe bei Rheuma
E Kaffee schützt vor Lebererkrankungen L Wenn es kälter ist, brauchen wir weniger Wasser

H Lesen Sie die Aufgabe. Hören Sie dann die Nachrichten noch einmal.
Notieren Sie in Stichworten die Informationen, die Sie für die ab 20-23 Wortschatz 20-23
betreffenden Personen hören. Vergleichen Sie dann Ihre Lösungen.
1 Für Rheumakranke: Gilt für a lle :...........................................................................................................................
Gilt für K inder:.........................................................................................................................................................

2 Für Arbeitnehmer, die gesund bleiben möchten:

3 Für chronisch Kranke, die fit bleiben möchten:

% Geben Sie eine kleine Einführung mit Tipps zur Gesundheit vor einer der hier
abgebildeten Gruppen. Greifen Sie auf die Informationen zurück, die Sie in den
Nachrichten aus der Medizin gehört haben.
Funktionen von es
GRAMMATIK 25-27

AB 24-30
GELEBTE SPRACHE 24
Gesundheitstipps für eine Gruppe Junge Rheumakranke auf einer Ältere Menschen, die fit bleiben PHONETIK 28
von neuen Auszubildenden zum Gesundheitsmesse möchten
SÄTZE BAUEN 29
TEXTE BAUEN 30
Thema „Gesund bleiben“ .
Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass ... ■ Eine gute Methode is t , ... ■ Eine gute Möglichkeit
w ä re ,... ■ Es bietet sich an, ... ■ Es hat sich bewährt, ... ■ Erfolg versprechend ist o ft ... ■
V ielleicht würde es sich lohnen, ... ■ ... w ürde sicher eine Verbesserung bringen. ■
Um das zu erreichen, sollten Sie ... ■ Sie sollten auch nicht vergessen, ... zu ... ■ V ielleicht sollten
Sie auch daran denken, ... zu ... ■ Es wäre vielleicht keine schlechte Idee, wenn Sie ... würden. ■
Man könnte auch überlegen, ob man n ic h t... ■ In jedem Fall m u s s /s o llte man ... ■ Auf keinen Fall
sollten Sie vergessen, ... ■ Es hätte einige Vorteile, wenn ... ■ Bestim m t können Sie ... ■
Denken Sie auch an ... ■ Ziehen Sie in Betracht, dass ... ■ ...

d Sie kennen eine betroffene Person (siehe c) persönlich. Schreiben Sie ihr/ihm (E-Mail),
was Sie gehört haben und was Sie ihr/ihm davon empfehlen würden. texte bauen 31
AB 31,32 GELEBTE SPRACHE 32
e Führen Sie nun ein Telefongespräch mit einer/einem betroffenen Freundin/
Freund. Schildern Sie ihr/ihm, was Sie gehört haben und was Sie ihr/ihm empfehlen.

54 Gegen den Strom LEKTION 0


Fokus Sprache: distanzierte Redeweise mit Wendungen und Ausdrücken

1 Zurückhaltend formulierte Vorschläge


Wenn man direkt mit jemandem spricht, wählt man oft eine distanzierte Redeweise,
um den anderen nicht zu brüskieren oder zu verletzen.
Lesen Sie die Vorschläge. Ein Vorschlag ist nicht angemessen. Kreuzen Sie an.
Tja, Herr Müller, Ihr Gewicht hat seit der letzten Untersuchung doch deutlich zugenommen,
a Eine gute Möglichkeit wäre eine Kur.
b Machen Sie sofort eine Kur!
c Es wäre vielleicht keine schlechte Idee, mal eine Kur zu machen,
d Sie könnten sich mal überlegen, eine Kur zu machen,
e Erfolg versprechend ist oft eine Kur.
f Vielleicht würde sich da eine Kur anbieten.

2 Positive und negative Reaktionen


Man reagiert auf Vorschläge oder Angebote oft nicht direkt mit ja oder mit nein.
Entweder möchte man sich nicht sofort entscheiden oder man möchte nicht direkt ja oder nein sagen.
Das ist aber je nach Situation und Gesprächspartner unterschiedlich.
a Beobachtungsaufgabe. Lesen und hören Sie die Sätze. Welche der Reaktionen 1-10
sind eindeutig negativ, welche eindeutig positiv? Kreuzen Sie an.
Nächste Woche startet die Ausstellung „Ägyptische Kunst im Wandel der Zeiten“ .
Wir könnten da ja mal hingehen. eindeutig: negativ positiv
1 Könnte man sich überlegen.
2 Naja, warum eigentlich nicht?
3 Das finde ich eine tolle Idee, wir sollten das machen.
4 Da muss ich noch einmal darüber schlafen. Ich sag dann Bescheid.
5 Ja ja, auf jeden Fall! Was denkst du denn?
6 Das halte ich für keine gute Idee.
7 Das klingt ganz interessant.
8 Daran hab ich auch schon einmal gedacht.
9 Warum eigentlich nicht?
10 Das klingt nicht uninteressant.
b Notieren Sie nun, welche der Reaktionen in 2a
tendenziell eher negativ und welche eher positiv sind.
eher negativ:.............................................. eher p o sitiv:..............................................

3 Zurückhaltende Reaktionen
Manchmal möchte man nicht direkt sagen, dass man mit etwas nicht einverstanden ist oder
dass man anderer Meinung ist.

Beobachtungsaufgabe. Lesen Sie die Sätze und kreuzen Sie an,


welche Antworten Sie in einem Gespräch für angemessen halten.
1 Diese ganze Steuerdiskussion ist doch für die Katz!
a Da bin ich gar nicht Ihrer Meinung.
b Vielleicht würde es sich lohnen, die Diskussion unter einem anderen Gesichtspunkt zu führen,
c Es wäre vielleicht keine schlechte Idee, alles noch einmal genauer zu durchdenken,
d Jetzt ist aber Schluss!
2 Das führt doch nicht weiter. Am besten, wir beenden die Sache.
a Eine gute Möglichkeit wäre vielleicht, doch einen unabhängigen Experten hinzuzuziehen,
b Man sollte vielleicht, doch noch ein wenig darüber nachdenken.
c Auf keinen Fall!
d Man könnte doch überlegen, ob es noch Alternativen gibt.

Gegen den Strom LEKTION © 55


LESEN
Meinetwegen, aber bitte nicht hier! SCHREIBEN

Et Lesen Sie die Reaktionen der Leute und spekulieren Sie gemeinsam:
Was könnte hier passiert sein? Tauschen Sie Ihre Vermutungen aus, sprechen Sie
über Ihre Szenarien.
Wem’ s n i c h t g e f ä l l t , W i r k l ic h e in e Ir g e n d w ie t u t s ie D ie s in d doch
d e r muss s ic h das j a Schande f ü r den O r t ! ! m ir e in fa c h n u r l e i d ! a lle v e rrü c k t.
n ic h t a n se h ’ n !

Plan kann s ie doch A ls o da f e h l t m ir Da i s t je d e J e d e r h a t das R e c h t,


n i c h t e in fa c h s ic h je d e s V e r s tä n d n is . H i l f e u m s o n s t. s ic h s e in Leben s e lb s t
s e lb s t ü b e r la s s e n ! zu o r g a n is ie r e n .

Wem ’ s n i c h t g e f ä l l t , Wie kann man Es müssen n i c h t Das g e h ö r t


d e r muss j a n ic h t s ic h n u r so a l l e Menschen doch v e r b o te n !
h in s c h a u e n . gehen la s s e n ? ! g le i c h s e in !

AB 33-35 GELEBTE SPRACHE 33,34


PHONETIK 35
E2 Lesen Sie den Beginn des folgenden Zeitungsartikels.
(OZ, Wiethagen). G e s te rn m e ld e te ein J ä g e r im S ta d tfo rs t W ie th a g e n ,
in S tra n d n ä h e eine leblose Person gesehen zu h aben.

Was für eine Geschichte erwarten Sie jetzt?


Machen Sie sich Notizen und tauschen Sie sich aus.
Lesen Sie nun den Rest des Textes.

Revierförster Stefan Schlüter ahnte Die Frau lehnte jegliche Hilfe ab und woll­
bereits, wer unter der Schneewehe steckt te lediglich einen Rastplatz in der Nähe 25
und konnte den Jäger beruhigen. Die vor des Strandes zugewiesen bekommen. Die
Ort angesprochene Frau antwortete ener- Zivildienstleistenden Henry Kapust und
5 gisch: ..Lassen Sie mich bitte in Ruhe!" und Paul Lücke besuchten sie bisher dreimal
schob sich wieder in ihren total zuge­ in ihrem neuen Zuhause und konnten sie
schneiten Unterschlupf aus Decken und lediglich dazu überreden, eine Isolations- 30
einer Plastikplane, so Schlüter. matte, einen Regenmantel und gespende­
Die aus Berlin stammende Frau lebt seit mehreren te warme Frauenkleidung sowie einige Hygieneartikel
io Jahren entweder am Warnemünder, am Markgra- anzunehmen. Inzwischen besitzt sie auch ein Fahr­
fenheider oder am Graal-Müritzer Strand. Sie besitzt rad. das immer neben ihrem Schlafplatz abgestellt ist.
in der Hauptstadt eine Wohnung, zieht aber diese Die wenigen kurzen Gespräche wurden stets sofort 35
alternative Lebensweise vor. Dabei verstößt die Frau abgebrochen, wenn nach dem Grund ihrer jetzigen
in keiner Weise gegen geltende Gesetze. Sie schläft Lebensweise gefragt wurde. „Ich brauche das Meer
io unter freiem Himmel. „Nie wurde gesehen, dass sie und die Bäume und vertraue nur mir selbst."
ein Feuer entfachte." sind die Revierförster beruhigt. „Wir werden uns auch weiterhin um die Frau in den
Anfang Februar wurde die Frau vom Graal-Müritzer Dünen kümmern, zumindest in dem Rahmen, den sie «
Ordnungsamt per schriftlicher Verfügung aus dem selbst zulässt", verspricht Revierförster Roger Köhler.
Küstenwald ..Uhlenflucht" verwiesen. Zivildienstleis- In den letzten Tagen gab es mehrere Anfragen im
20 tende des Stadtforstamtes Rostock kümmerten sich Amt. Herr Köhler bittet alle Wanderer, diese Frau in
daraufhin um die „Frau in den Dünen", wie man sie in Ruhe zu lassen und ihre Lebensweise zu akzeptieren.
der Region bereits nennt, und nahmen sie mit in die 45
Rostocker Heide.
Einschränkungen
... gehört verboten
AB 36-39 P ^ , via ...
Ortsangaben durch Attribution
GRAMMATIK 36-39

56 Gegen den Strom LEKTION ©


d Was genau steht im Text?
Unterstreichen Sie die richtigen Aussagen und notieren Sie die Zeilen,
in denen Sie passende Informationen finden.
Vergleichen Sie Ihre Lösungen zu zweit.

1 Die Stadt lässt die Frau im S tich /lä sst die Frau nicht im Stich. Z eile/n ..................

2 Die Frau lebt außerhalb der G esetze/hält sich an die Gesetze. Z eile/n..................
3 Die Behörden haben die Frau heim geschickt/ihr einen Schlafplatz zugewiesen. Z e ile /n ..................

4 Privatpersonen sind an Menschen wie dieser Frau interessiert/nicht interessiert. Z e ile /n ..................

e Welche Informationen im Text könnten der Grund für die Aufregung der Leser (El) sein?
Welche Informationen der Grund für die Toleranz anderer?
Markieren Sie die jeweiligen Textstellen und vergleichen Sie im Kurs.

# Wählen Sie eine Überschrift für diesen Zeitungstext.


Vergleichen Sie Ihre Vorschläge und wählen Sie den besten aus.
(Die Originalüberschrift finden Sie auf Seite 132.)

E3 In einem Internetforum läuft eine Diskussion zu diesem Fall.


Schreiben Sie ein Posting mit Ihrer Meinung dazu.
Wählen Sie dazu auch passende Wendungen und Ausdrücke auf Seite 62 aus.

AB 40, 41 TEXTE BAUEN 40, 41

E4 # Erweitern Sie nun Ihr Posting zu einer Stellungnahme. Schreiben Sie.

Arbeiten Sie nun zu zweit. Tauschen Sie Ihre Stellungnahmen aus. Lesen Sie sie.
Achten Sie dabei auf folgende Punkte:
- Bezug zum Zeitungsartikel (Inhalt)
- Informationen aus dem Artikel verständlich wiedergegeben
- grundsätzliche Meinung (FHaltung) der Verfasserin/des Verfassers
- Begründung
- Beispiele für die Gründe
- Berücksichtigung möglicher Gegenpositionen
- Verständlichkeit der Stellungnahme
- Verwendung passender Wendungen und Ausdrücke
- gute und klare Verknüpfung der Sätze
- linearer Aufbau oder inhaltliche Sprünge

Markieren Sie dann Stellen, die Ihnen besonders gut gefallen.


Markieren Sie Stellen, die Ihrer Ansicht nach nicht in eine Stellungnahme passen.
Korrigieren Sie auch Fehler, die Ihnen auffallen.

# Überarbeiten Sie dann Ihren eigenen Text.

Gegen den Strom LEKTION © 57


Fokus Sprache: Übertreibung durch Generalisierung

1 a Beobachtungsaufgabe. Was ist hier gemeint? Kreuzen Sie an.


Dass h i e r n ie jem and s e in e Sachen w e g rä u m t,
i s t sch on ä r g e r l i c h ! Immer muss i c h a l l e s m achen!

1 Genau so ist es: Alle anderen tun überhaupt nichts, ich bin hier wirklich die einzige Person,
die aufräumt.
2 Das ist natürlich übertrieben, aber ich ärgere mich, dass die anderen ihre Sachen ziemlich
oft herumliegen lassen. Mich stören die Sachen, wenn sie rumliegen.

b Durch welche Wörter in a wirkt die Aussage übertrieben? Kreuzen Sie an.
alles hier immer machen muss nie jemand schon

... 1~"34"

2 Beobachtungsaufgabe. Lesen und hören Sie jeweils drei Aussagen in a-c.


Warum äußert man sich so? Ordnen Sie mögliche Gründe (A-C) zu.
A Man will etwas sehr positiv darstellen, zum Beispiel um etwas zu verkaufen.
B Frust über Dinge des täglichen Lebens
C Aufforderungen (Da sollte jemand was tun!)

a 1 Und der Computer stürzt auch ständig ab. Nichts funktioniert in diesem Laden.
2 Du kannst mir nie eine richtige Antwort geben.
3 Dein Zimmer sieht immer so aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte.

b 1 Die fahren alle wie die Verrückten auf der Autobahn.


2 Immer steh ich an der falschen Kasse.
3 Da ist ständig besetzt, egal, wann man anruft.

c 1 Die Ausstellungen hier sind immer total klasse!


2 Du willst Geld anlegen? Dann geh zu Konsul Dr. Dr. Meier.
Da kannst du nichts falsch machen.
3 Geht nicht? Gibt’s nicht! Zumindest bei uns nicht.

3 Urteile und Vorurteile durch Generalisierung


.... 1. 3 5

a Lesen und hören Sie die folgenden Sätze.


Die Beispielsätze b sind Vorurteile und Verallgemeinerungen.
1 a Unser neuer Mittelstürmer konnte nur mit einer hohen Ablösesumme verpflichtet werden,
b Die ganzen Fußballspieler, die verdienen doch alle zu viel Geld.

2 a Ich kenne einen Deutschen, der viel arbeitet und pünktlich kommt,
b Die Deutschen arbeiten viel und sind immer pünktlich.

3 a Der Beamte, der für mich zuständig ist, bearbeitet meinen Antrag erst nächste Woche,
b Kennst du hier auch nur einen Beamten, der was tut?

4 a Unser Abgeordneter war in einen Bestechungsskandal verwickelt,


b Diese Politiker sind doch alle korrupt.

b Durch welche Mittel wirken die Vorurteile/Verallgemeinerungen übertrieben? Kreuzen Sie an.
bestimmte Artikelwörter alle auch nur + unbestimmter Artikel
unbestimmte Artikel Singular Plural

58 Gegen den Strom LEKTION €>


LESEN
Gegen wen oder für wen? SPRECHEN
SCHREIBEN F
Lesen Sie die Einleitung zu einem kurzen Bericht. Welche Informationen über das Leben
des Nobelpreisträgers erhalten Sie in diesem kurzen Abschnitt? Sammeln Sie im Kurs.
W e r n e r F o rß m a n n A u f d ir e k te m W e g ins H e r z
Die Nachricht ist 1956 eine Sensation in Deutsch- die Erfindung des Herzkatheters ausgezeichnet: Fast
land: Ein Provinzarzt bekommt den Nobelpreis für 30 Jahre vorher hat er sich selbst einen Gummi-
Medizin! Der unbekannte Werner Forßmann wird für schlauch bis ins Herz geschoben.

F2 Lesen Sie jetzt den ganzen Bericht. Bringen Sie die Abschnitte in eine sinnvolle,
chronologische Reihenfolge. Vergleichen Sie dann mit Ihrer Lernpartnerin/Ihrem Lernpartner.
Einigen Sie sich auf eine Lösung.
A Am Donnerstag, den 18. Oktober 1956 stehen für den inzwischen 52-Jährigen drei größere Nierenoperationen
in einem Krankenhaus in Bad Dürkheim auf dem Programm. Was danach geschieht, schildert Forßmann in seinen
Memoiren so: „Kaum aber hatte ich den letzten Eingriff beendet und war gerade dabei, meine Gummihandschuhe
abzustreifen, als unser ärztlicher Direktor eintrat und mich mit todernster Miene in eine Ecke zog. Wie jeder alte Sol­
dat überprüfte ich blitzschnell mein Sündenregister und konnte ausnahmsweise wirklich keinen Fehl an mir finden.
Überraschenderweise sagte er leise und gerührt: .Herr Forßmann, ich möchte Ihnen und Ihrer Frau als erster die
Hand drücken. Sie haben mit zwei Amerikanern zusammen den diesjährigen Nobelpreis für Medizin gewonnen.'"
1 B Sommer 1929 in Eberswalde bei Berlin: Im Auguste-Victoria-Krankenhaus betäubt der junge Assistenzarzt
Werner Forßmann in einer Mittagspause seinen linken Arm. Er ritzt sich die Haut auf, steckt eine Nadel in eine Ader
und führt einen dünnen Gummischlauch 30 Zentimeter tief in eine Vene ein. Anschließend stellt er sich hinter einen
Röntgenschirm und schiebt den Katheter weitere 30 Zentimeter in seinen Körper. In einem Spiegel gegenüber sieht
Forßmann: Die Spitze des Gummischlauchs steckt in seiner rechten Herzkammer. Als Beweis lässt er eine Rönt­
genaufnahme machen. Werner Forßmann glüht vor Stolz: Er hat den direkten Weg zum Herzen gefunden.
C Forßmann kehrt enttäuscht nach Eberswalde zurück und experimentiert weiter. Er untersucht, ob man über den
Katheter Kontrastmittel in das Herz pumpen kann, um dann von den Gefäßen Röntgenaufnahmen zu machen. Dazu
führt er erst Tierversuche durch, testet aber bald wieder an sich selbst. 1931 stellt Forßmann auf dem 55. Deutschen
Chirurgenkongress in Berlin seine neuen Ergebnisse vor. Schon mit seiner Anwesenheit erbringt er den Beweis:
Kontrastmittelinjektionen in das Herz des Menschen können durchaus verträglich sein. Doch auch auf diesem
Kongress interessiert sich niemand für ihn.
D In der renommierten Fachzeitschrift „Klinische Wochenschrift'' publiziert Forßmann einen Bericht über sein Ex­
periment. Doch die medizinische Fachwelt reagiert kaum darauf. Forßmann verliert sogar seine Assistenzarzt-Stelle
an der Berliner Charite. Als die Boulevardzeitung „Nachtausgabe" den Selbstversuch mit der Schlagzeile „Heldentat
eines jungen Arztes - Die Sonde im Herzen!" anpreist, wirft ihn sein Chef, der berühmte Chirurg Ferdinand Sauer­
bruch, mit den Worten hinaus: „M it solchen Kunststückchen habilitiert man sich in einem Zirkus und nicht an einer
anständigen deutschen Klinik!"
E Zwei Amerikaner, Andre Frederic Cournand und Dickinson W. Richards, bringen Forßmann doch noch späte
Anerkennung. 1941 führen die beiden die Herzkatheteruntersuchung in die klinische Praxis ein. Zehn Jahre später
gehört sie in Amerika bereits zu den Routinemethoden bei Herz- und Lungenerkrankungen. Cournand hatte seine
maßgebliche Arbeit mit der Feststellung begonnen: „The German Forssmann was the first."
F Im Jahr 1934 unternimmt Forßmann seinen letzten Selbstversuch. Er will die Verträglichkeit eines Kontrastmittels
testen, mit dem er die Gefäße der Nieren darstellen will. Als erst nach drei Tagen Kopfschmerzen und andere
Nebenwirkungen abklingen, weist ihn seine Frau zurecht: „Jetzt ist aber endgültig Schluss mit deinen verrückten
Versuchen! Du hast jetzt eine Familie und kein Recht zu einem solchen Unfug!"

Stimmen die Informationen, die Sie in Fl „entdeckt“ haben? Markieren AB42.43 Wortschatz 42,43
Sie sie im Text. Sammeln Sie dann weitere Informationen aus dem Text.
b Gegen wen hat der spätere Nobelpreisträger agiert? Und für wen hat er das getan?
Sprechen Sie im Kurs darüber.
c Könnte dieser Forscher ein Vorbild für heutige junge Mediziner sein?
Diskutieren Sie in kleinen Gruppen.
d Wie würden Sie im Nachhinein die Reaktion des Professors Sauerbruch bewerten?
Schreiben Sie eine kurze Stellungnahme.

Gegen den Strom LEKTION © 59


LESEN

G Lesen Sie den folgenden Artikel und unterstreichen Sie im Text die Antworten
auf die Fragen: Wer ist „Bruno“? Womit entsprach er nicht den Erwartungen?
Was waren die Folgen?

In Europa waren Braunbären noch vor wenigen Jahr­


hunderten die Könige der Wälder, mittlerweile sind sie vom
Aussterben bedroht und nur noch in vereinzelten Regionen
zu finden. Zahlreiche Gesetze und Richtlinien sollen sie und
ihren Lebensraum schützen, viele Projekte dienen dazu,
ihnen in ruhig gelegenen Berg- und Waldregionen wieder
ein Zuhause zu schaffen. Doch wie der Fall „Bruno“ zeigt,
sind die Menschen vielerorts nicht auf ein Zusammenleben
mit Bären vorbereitet.

Bruno wurde sein Besuch im Freistaat Bayern vor zwei


Jahren zum Verhängnis: Nach 171 Jahren war er der erste
Bär, der seine Tatzen wieder auf deutschen Boden gesetzt
hat. Weil Bruno keine Scheu vor Menschen zeigte, Bienen­
stöcke knackte und Schafe riss, wurde er zum „Problembä­
ren“ und den Behörden zu gefährlich: Bruno wurde abgeschossen. Naturschützer heulten auf.
„Das ist eine Tragödie für den bayerischen Naturschutz“, erklärte der Geschäftsführer der
Naturschutzjugend. Die Diskussion darüber, wie man mit frei lebenden wilden Tieren umzuge­
hen hat, ebbt nicht ab. Man hätte den Bären umerziehen sollen, hieß es. Kritiker der Wiederan-
siedlung von Bären führen an, dass in anderen Regionen Bären und Wölfe zunehmend zu einem
Problem werden.

$$ Reagieren Sie mit einem Leserbrief auf den kurzen Artikel.


Wählen Sie einen der beiden folgenden Standpunkte.
Benutzen Sie beim Schreiben auch die Wendungen und Ausdrücke dieser Lektion.

LJ Sie sind über die Tötung des Bären empört. Sie sehen den Artenschutz in Gefahr.
LJ Sie finden, dass die Bedürfnisse der Menschen Vorrang haben und wilde Tiere
nicht in die Nachbarschaft von Menschen gehören.

Berücksichtigen Sie in Ihrem Schreiben folgende Inhaltspunkte:

- Welche Informationen im Text sind wichtig, interessant?


- Welche Bedeutung haben wild lebende Tiere, zum Beispiel Bären, für die Natur?
- Welche Probleme kann es mit den Anwohnern in diesen Regionen geben?
- Können Sie etwas dazu sagen, wie solche Situationen in Ihrem Heimatland gehandhabt werden?
- Wie ist Ihre persönliche Meinung zu diesem Thema?

60 Gegen den Strom LEKTION Q


Wendungen und Ausdrücke Gegen den Strom

Erfahrungen und Gefühlen Ausdruck verleihen

spontane Reaktionen - auf eine Entscheidung (-> B3b)


Als ob wir keine besseren ... hätten! Das ist ja wohl nicht zu glauben!
Also das mit dem ... finde ich eine ganz ausgezeichnete Wahl. Das war wirklich schon längst fällig.
Kann ich nur voll und ganz unterstützen.
Sagen Sie, ist das Ihr Ernst?!
D e r...? Das kann doch wohl nur ein Witz sein!
Hätte ich nicht gedacht! - ...! Schon stark!
...? - Na ja, warum eigentlich nicht!? Mal was anderes.
Na endlich einmal eine mutige Entscheidung.
... - wer sonst!
Ist das wirklich wahr?! Nur weiter so!
Na endlich! War aber auch an der Zeit!
Das kann ich nur bedauern. Das hat die ... nicht verdient!
Um Gottes willen, ...!
...? Also ich weiß nicht. Musste das sein?!
Also unter einer Juryentscheidung habe ich mir was ganz anderes vorgestellt.
Mensch, das geht aber jetzt zu weit! Das ist echt eine Provokation.
Finde ich eine echt gute Entscheidung.

spontane Reaktionen - auf eine unangenehme N achricht (-> cib)


Das hat ja mal passieren müssen, so wie du ...!
Um Gottes willen. Schon wieder! Ruf sofort die Polizei an, hörst du!
Nimm‘s nicht so tragisch. Hauptsache, dir ist nichts passiert!
Du bist doch nicht zu retten! Also ... kriegst du so schnell nicht wieder.
Jetzt beruhige dich erst einmal, also schön langsam, der Reihe nach. Was ist genau passiert ...?
Zieh mich da bloß nicht rein, ich will damit nichts zu tun haben.
Du, ich bin in einem Meeting, tut mir echt leid, a b e r... Mach’s gut.
Um Gottes willen, ist dir was passiert, warte, ich komme, ich fahre gleich los ...
Und das ...? Was ist mit dem ...?
Jetzt biste deinen ... /... los, das ist sicher.
Das kann doch jedem mal passieren, jetzt beruhige dich doch mal.
Sauber. Und jetzt?
Brauchst du was? Soll ich kommen?
Und was habe ich damit zu tun?/W as geht mich das an?
Und deswegen rufst du an? Wegen so ’ner Lappalie? Ich dachte, dir wär echt was passiert!

Reaktionen m it unterschiedlichen Intentionen (-> C 2 )


Immer mit der Ruhe. So ein Glück aber auch!
So ein Mist aber auch! Du Arm e/r! Das ist ja schrecklich!
Na wer hätte das gedacht! Ist doch egal.
Ich hab’s kommen sehen! Das spielt doch keine Rolle!
Das hat uns gerade noch gefehlt. Na wer sagt’s denn!
Das macht mich jetzt echt so sauer, ... Das tut mir aber leid.
Das überrascht mich jetzt nicht wirklich. Das ist jetzt aber nicht mein Problem!
Das überrascht mich jetzt, ich kann gar nicht sagen ... Es gibt Schlimmeres.
Hey, super. Da tust du mir jetzt aber überhaupt nicht leid
Nur nicht gleich nervös werden. Das geschieht dir jetzt aber recht.
Na wenn schon!

Gegen den Strom LEKTION 0 61


Wendungen und Ausdrücke Gegen den Strom

Ratschläge geben (-♦ De) U nverständnis ausdrücken (-* E3)


Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass ... Alles hat seine Grenzen. Das geht einfach zu weit.
Eine gute Methode ist, ... Wenn das jeder machen würde!
Eine gute Möglichkeit wäre, ... Da könnte dann ja jeder einfach ...
Es bietet sich an, ... Es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, dass ...,
Es hat sich bewährt, ... zumal ... doch ...
Erfolg versprechend ist oft ... Wo kommen wir denn da hin!
Vielleicht würde es sich lohnen, ... Es gibt halt ein paar Regeln ...
... würde sicher eine Verbesserung bringen. Das ist doch einfach schrecklich.
Um das zu erreichen, sollten Sie ... H a t... denn gar kein Ehrgefühl?
Sie sollten auch nicht vergessen, ... zu ...
Vielleicht sollten Sie auch daran denken, ... zu ...
Es wäre vielleicht keine schlechte Idee, G leichgültigkeit ausdrücken (-> E3)
wenn Sie ... würden. Von mir aus kann jeder machen, was er will.
Man könnte auch überlegen, ob man nicht ... Was m a ch t... denn schon Schlimmes?
In jedem Fall m uss/sollte man ... Worüber regen wir uns eigentlich auf?
Auf keinen Fall sollten Sie vergessen, ... Na wenn schon!
Es hätte einige Vorteile, wenn ... Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.
Bestimmt können Sie ... Mir ist das ziemlich egal, wenn ich ehrlich bin.
Denken Sie auch an ... Da hab ich mich schon mehr aufgeregt.
Ziehen Sie in Betracht, dass ... Das berührt uns doch eigentlich gar nicht.
Das geht uns doch eigentlich gar nichts an.

Toleranz form ulieren (— E3) M itleid ausdrücken ( - E3)


Bis zu einem gewissen Grad kann ich ja ... tut mir einfach nur leid.
verstehen, dass ... D ie /D e r.... was wird wohl in ihr/ihm Vorgehen!
Es ist zwar nicht wirklich üblich, a b e r... Es ist einfach schrecklich, sich vorzustellen,
..., was ist denn schon groß dabei? dass ...
Na und? ... tut doch niemandem was. Wenn man ... nur irgendwie helfen könnte.
Nur weil ... nicht so ist wie alle, kann man .... Wenn ... sich nur helfen ließe.
doch n ic h t... Da empfinde ich tiefstes Mitgefühl.
..., das ist doch die ganze Aufregung nicht wert. Ich kann ... nur bedauern.

auf etwas Ungewöhnliches in der Ö ffe n tlich ke it reagieren (-> E3)


Wem es nicht gefällt, der muss sich das ja nicht anseh’n!
Wirklich eine Schande f ü r ...!
Irgendwie tut ... mir einfach nur leid!
Die sind doch alle verrückt.
Man kann ... doch nicht einfach sich selbst überlassen!
Also da fehlt mir jedes Verständnis.
Da ist jede Hilfe umsonst.
Jeder hat das Recht, sein ... /... selbst zu organisieren.
Wem es nicht gefällt, der muss ja nicht hinschauen.
Wie kann man sich nur so gehen lassen?!
Es müssen nicht alle Menschen gleich sein!
Das gehört doch verboten!

62 Gegen den Strom LEKTION ©


Grammatik Gegen den Strom

P räsen s im K o n te x t
Um etwas zu werden, braucht man drei Dinge Allgemeine Bedingungen
Wasser ist lebensnotwendig. Allgemeingültigkeit

Wenn man Prof. Girtler treffen will, muss man Regelmäßigkeit


zum Cafe Landtmann gehen. Da hä lt er Hof.

Ich bin gegen Ideologien. Haltung

A rtik e l bei N a m e n
Grundsätzlich werden Namen ohne Artikel gebraucht. Ausnahmen: in der Kindersprache oder bei
emotionaler Redeweise (freundlich, aggressiv). Regionale Unterschiede: Im Süden weitaus häufiger.
Also, das mit dem Girtler finde ich einfach unmöglich. Der Girtler, das ist doch ein super Typ!

F u n k tio n e n von es
Es ist meistens kalt im Januar. ka lt sein + es (fester Ausdruck,
Im Januar ist es meistens kalt. es kann nicht wegfallen.)
Es hat sich bewährt, regelmäßig zum Arzt zu gehen. sich bewähren + es (fester Ausdruck, es kann
Im Allgemeinen hat es sich bewährt, regelmäßig zum Arzt zu gehen, nur wegfallen, wenn das Subjekt vorne steht.
Regelmäßige Arztbesuche haben sich bewährt. Das ist bei diesen Ausdrücken aber selten.)
Es darf gelacht werden. es als Platzhalter, wenn nichts anderes
Jetzt darf gelacht werden. an der ersten Stelle im Satz steht.
Ich hab’s gefunden. referenzielles es (bezieht sich auf etwas, was
Ich hab das Handy gefunden. Sprecher und Hörer wissen oder kennen,
Ich hab’s doch gewusst. es steht hinter dem Verb und fällt weg, wenn
Ich hab doch gewusst, dass du wieder zu spät kommst. gesagt wird, worum es geht.)
Es müssen nicht alle Menschen gleich sein. thematisches es
Es blühen im Garten die Rosen so schön. (Man leitet eine Aussage aus stilistischen oder
Die Rosen blühen so schön im Garten. Betonungsgründen mit es ein, oft in Gedichten.)

O rts a n g a b e n d u rch A ttrib u tio n


das Ordnungsamt (Wo? Welches?) das Graal-Müritzer Ordnungsamt
der Strand (Wo? Welcher?) der Warnemünder Strand

P rä p o s itio n e n : p e r , via, p ro ...


per schriftlicher Verfügung durch
via Salzburg über
pro Teilnehmer je

u n p e rs ö n lic h e R e d e w e is e m it b e k o m m e n und g e h ö ren


Das gehört verboten. (gehören + Partizip II) Das muss verboten werden.
Sie hat einen Rastplatz zugewiesen bekommen, (bekommen + Partizip II) Jemand hat ihr einen Rastplatz zugewiesen.

E in s c h rä n k u n g
zum indest
Wir werden uns um die Frau kümmern, Beschreibt die Grenzen des Möglichen.
zum indest in dem Rahmen, den sie selbst zulässt.
lediglich
Sie wolle lediglich einen Rastplatz. = nur, drückt Bescheidenheit aus.

Gegen den Strom LEKTION © 63


t

Melina Schuh verbringt viele Stunden gut gelaunt im


Kellergeschoss des EMBL vordem Computer. Hierauf spielt
sie Bilder, die ihr ein konfokales Mikroskop liefert. Durch
dieses Lichtmikroskop können virtuelle optische Schnitte
durch ein Objekt erzeugt werden. Dank ausgefeilter Soft­
ware werden diese Schnittbilder dann zu einer räumli­
chen Darstellung zusammengesetzt. Im Blick hat die Dok­
torandin die Entwicklung von Maus-Eizellen. Sie betrach­
tet Aufnahmen von dünnen Schnitten innerhalb der Eizel­
le. Melina Schuh will wissen, wie eine befruchtungsfähige
Eizelle entsteht, und zwar anhand eines Organismus, der
mit dem des Menschen verwandt ist. Wenn die Stipendia­
tin, die in Bayreuth Biochemie studiert hat, über das The­
ma ihrer Doktorarbeit spricht, ist ihr die Faszination anzu­
merken. Und auch die Freude darüber, eine Doktoranden­
stelle in der Gene Expression-Gruppe im EMBL ergattert
zu haben.
Optischer Schnitt durch die Mause-Eizelle: Melina Schuh
European Molecular Biology Laboratory heißt das interna­
tional vernetzte Forschungsinstitut auf dem Heidelberger
Boxberg, das 1974 gegründet wurde und inzwischen von
19 westeuropäischen Staaten und Israel unterstützt wird.
Das Forschungslabor verfolgt vier Ziele: Es betreibt Grund­
lagenforschung in der Molekularbiologie. Wissenschaftler
in den Mitgliedsstaaten können die Geräte und Datenban­
ken für ihre Forschung nutzen. Mitarbeiter und Studenten
werden ausgebildet. Und schließlich werden hier neue
Geräte für die biologische Forschung entwickelt. Das
Hauptlabor befindet sich in Heidelberg, weitere Standorte
sind Hamburg, Grenoble, das italienische Monterotondo
und das britische Hinxton. Kurzum, das Labor ist eine
erste Adresse für Wissenschaftler geworden.

Und auch für Wissenschaftlerinnen. Um junge Frauen zu


einer Forscherinnenkarriere zu ermutigen, gehen die Mit­
arbeiterinnen gezielt in Schulen, Universitäten und laden
Schülerinnen zu sich ein. Das scheint trotz respektabler
D e m M ä u s e -G e n Zahlen notwendig. Zwar sind längst die meisten neuen
Biologen weiblich, ähnlich sieht es in der Chemie aus, und
auch in der Mathematik stellen Frauen die Mehrzahl der
a u f d e r S p u r Absolventen. Weitaus geringer ist allerdings der Frauen­
anteil bei der Physik, der Informatik und in den Ingenieur­
wissenschaften und fächerübergreifend vor allem dann,
Von Ursula Kais wenn es um renommierte Positionen geht: Mit einem
Professorinnen-Anteil von nur 5,9 Prozent an Universitä­
ten rangiert Deutschland ziemlich weit hinten im interna­
tionalen Vergleich. In Finnland sind es laut EU-Statistik
18,4 Prozent und in der Türkei sogar 21,5 Prozent.

64 Gegen den Strom


K a rrie re s ta rt m it F ru ch tflie g e n eines privaten Forschungsinstituts in Heidelberg, leitet.
Biophysik hat sie in Oxford studiert, Chemie in den Ver­
Ob Melina Schuh später einmal eine Professur anstrebt,
einigten Staaten, in Deutschland Informatik. Ich mache
das weiß sie noch nicht. Glasklar fest steht aber, dass sie
viel interdisziplinär. Wir versuchen, Biomoleküle zu verste­
in der Forschung bleiben möchte. „Akademisches For­
hen, zu verstehen, wie sie funktionieren im Hinblick auf
schen macht mir ganz viel Spaß. Für mich ist es ein gro­
Werkstoffentwicklung. Abwanderungspläne haben sie und
ßes Geschenk, an der Basis des Lebens etwas anschauen
ihr Mann, ein Bioinformatiker, nicht. Heidelberg ist wun­
zu können.“ So wie bei den Ovarien von Mäusen. Die 26-
derschön, sagt sie, außerdem haben die beiden 8 und 12
Jährige untersucht, wie die Chromosomenverteilung bei
Jahre alten Söhne hier ihre Freunde. Ein weiterer Grund:
der Befruchtung zustande kommt, ein noch wenig er­
Es ist schwierig, für zwei Karrieren, die auf ziemlich hoher
forschter Mechanismus, der - wenn er denn durchleuch­
Ebene sind, Herausforderungen zu finden. Die Bedingun­
tet ist - später helfen kann, Chromosomendefekte zu ver­
gen hier sind gut. Professorenstellen hat sie abgelehnt -
hindern oder Gründe für eine Unfruchtbarkeit zu erken­
Ich hatte wenig Lust auf das ,Old-Boy-Network’ - und
nen.
schätzt die große zeitliche Flexibilität ihres Arbeitgebers.
Birgit Kerber hat ihre wissenschaftliche Karriere nicht mit
Auf dem Boxberg, wo Rebecca Wade neun Jahre geforscht
Mäuse-Ovarien, sondern mit Ausscheidungsorganen bei
hat, sind die Arbeitszeiten ohnehin ungewöhnlich. Um
Fruchtfliegen gestartet. Das hat mich richtig gepackt mit
zwei Uhr am Sonntagmorgen noch Laborlichterzu sehen,
den Fliegen und genau zu schauen, wie sich deren Organe
ist hier keine Seltenheit. Sabine Schmidt trifft man zu
entwickeln, und zu sehen, wie es dazu kommt, dass es eine
nachtschlafender Zeit allerdings nicht an. Sie ist eine von
festgelegte Größe gibt, sagt die promovierte Biologin und
600 Heidelberger EMBL-Mitarbeitern und als sogenannter
schwärmt bei aller nüchternen Naturwissenschaftlichkeit
Technical Officer beim Genomics Core Facility tätig.
von der Faszination für ein Thema. Als sie sich für das
Studium der Biologie in Marburg eingeschrieben hat, war D eutsche R a b enm ütte rdiskussio n
sie unter den 130 Erstsemestern die einzige Frau. Ent­
Studiert hat sie Biotechnologie an der Universität für An­
schieden hat sich die heute 37-Jährige für das Fach auch
gewandte Wissenschaft in Mannheim und war danach
durch sehr gute Biologielehrer, die meine Begeisterung ge­
beim Deutschen Krebsforschungsinstitut und bei einem
weckt haben. Vor allem das Gebiet der Genetik hat sie
Start-up-Unternehmen. Die Diplom-Ingenieurin verbringt
gepackt, ich wollte wissen, wie das geht. Promoviert hat
einen Großteil ihres Arbeitstages mit der Gene-Expression-
sie dann am Max-Planck-Institut für biophysikalische
Analyse. Wir schauen uns Gewebe an, gesund gegen
Chemie. Und den Spagat zwischen Kindern und Karriere
krank, behandelt gegen unbehandelt. Dazu gehören auch
hat Birgit Kerber auch hinbekommen. Sie arbeitet Teilzeit
Tumorproben von Kliniken, häufig Leber-, Brust- oder Ho­
im Unternehmen Emblem, das auf Technologietransfer
dengewebe. Wir betreiben keine Diagnostik, aber suchen
spezialisiert ist und sich mit der Patentierung und
auf genetischer Ebene nach Unterschieden, die zwischen
Vermarktung der am EMBL entstandenen Erfindungen be­
gesund und krank unterscheiden. Zum Beispiel sind Stoff­
schäftigt. Hier leitet sie den Bereich Intellectual Property
wechselwege in der Leber nicht hundertprozentig bekannt.
Management, ein sehr dynamisches Feld. Ihr Nachwuchs,
Es geht darum, Vorgänge in den Genen, also Muster, zu
zwei und drei Jahre alt, ist fünf Stunden am Tag im insti­
verstehen. Ihr Tagesablauf sieht immer anders aus. Die
tutseigenen Kindergarten untergebracht. Das ist sehr be­
34-Jährige ist in bis zu sieben parallel arbeitende Projekte
ruhigend, wenn etwas ist, kann ich rübergehen. Ich habe
einer Serviceeinheit eingebunden, die international ver­
das Beste aus beiden Welten, sagt die Frau eines Physi­
netzt ist. Proben kommen aus ganz Europa, manchmal
kers. Sie wird übrigens in ihre ehemalige Schule im saar­
auch aus Australien. Keine Frage, dass die Umgangs­
ländischen Dillingen gehen, um Mädchen für den Beruf zu
sprache Englisch ist. Die Kinder-Karriere-Frage sei übri­
begeistern.
gens gerade bei den wechselnden ausländischen
Keine Lust a u f das O ld-B o y-N etw o rk Kollegen immer wieder Thema. Meine Kollegen aus Frank­
reich oder Portugal finden die deutsche Rabenmutter­
Als Botschafterin für Wege in den Naturwissenschaften
diskussion mittelalterlich.
ist auch Rebecca Wade unterwegs. Die Vielfältigkeit, die
Ganz abgesehen davon:
Frauen mitbringen, ist gut für die Wissenschaft, sagt die
Wer in der Wissenschaft
Britin, die bisher rund 130 wissenschaftliche Publikatio­
drei Jahre Pause macht, AB 44 TEXTE LESEN 44
nen veröffentlicht hat und die Arbeitsgruppe Molecular
der ist draußen.
and Cellular Medling des European Media Laboratory,

Gegen den Strom LEKTION © 65


Es muss nicht immer Chemie sein

Weißdorn (Crataegus spec.)


Der Weißdorn fördert die Durch­
ln so mancher unscheinbaren Pflanze am Wegesrand steckt ein
blutung der Herzkranzgefäße und
potenzielles Arzneimittel. Viele Hobbygärtner wissen gar nicht,
des Herzmuskels und steigert somit
wie viele gängige Heilkräuter im eigenen Garten wachsen: Brenn­
die Herzleistung.
nessel, Johanniskraut, Spitzwegerich, Löwenzahn, Baldrian, Königs­
kerze, Ringelblume, Hopfen, Huflattich, Malven und Färberkamille
sind nur eine kleine Auswahl. Viele Heilkräuter sind schon seit Jahr­
tausenden bekannt, andere schlummern noch unentdeckt nicht
nur in entlegenen Urwaldgebieten. Heilpflanzen stellen eine milde
Alternative zu chemischen Substanzen dar und dienen immer
öfter als Grundlage für die Gewinnung neuer wirksamer Medika­
mente. Naturheilmittel werden zwar kaum von den Krankenkassen
mitfinanziert, sie erfreuen sich aber immer größerer Beliebtheit
als Alternative zu den chemischen Pillen und Salben aus den
Apotheken.

Bittere Schleifenblume
(Iberis amara)
Die Wirkung der Bitteren
Schleifenblume bei Magen-
Darm-Beschwerden ist seit
dem Altertum bekannt.

Artischocke (Cynara scolymus)


Nachdem die Artischocke als Heilpflanze langi
Vergessenheit geraten war, gehört sie heute
der zu den bekanntesten Kräutern. Extrakte ai
den Blättern machen fette Mahlzeiten bekömi
eher und helfen als Kapseln oder Dragees bei
Magen- und Verdauungsproblemen.

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Johanniskraut ' v * # .
(Hypericum perforatum)
Für die Medizin ist der . • ; x % £ ♦
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Extrakt aus dem
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Johanniskraut eine wertvolle
Arznei. Äußerlich angewendet ♦
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gilt es nicht nur als Haut­
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die Wundheilung und lindert
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V ie lfä ltig e A u fg a b e n und P ro je k te u n te r w w w . h u e b e r . d e / z i e l

Salbei (Salvia)
Neben dem ätherischen Öl
sind Gerbstoffe die Träger der
Heilwirkung. Sie töten Keime
ab und schützen die Schleim­
haut in Mund und Rachen.
Bei Entzündungen hilft es, mit
warmen Salbeizubereitungen
zu gurgeln. Dafür eignen sich
frische Blätter als Aufguss oder
eine mit Wasser verdünnte
Tinktur. Salbeibonbons helfen
bei Halsweh und Heiserkeit.

W einblätter
(Vitis viniferi Folia)
Weinblätter sind schon seit
der Antike als Heilpflanze
bekannt, zum Beispiel bei
Entzündungen. Heute wer­
den Extrakte aus rotem
Weinlaub, als Kapsel oder
Creme, bei leichten
Venenleiden eingesetzt.

Schlüsselblume (Primula)
Der Extrakt aus Wurzelstock
und Blüten der Schlüsselblume
hemmt das Wachstum von
Erkältungsviren sowie ver­
schiedenen Bakterien und Pil­ Lavendel
zen. Die Schlüsselblume (oder (Lavandula angustifolia)
Primel, wie sie mit anderem Lavendeltee lindert nervöse
Namen heißt) erleichtert das Magenbeschwerden und
Abhusten bei akuten und chro­ sogar bei leichten depressi­
nischen Atemwegsentzündun­ ven Verstimmungen erfahren
gen, hilft gegen belegten Hals viele Patienten eine
und angehende Angina. Besserung.
gezielt Fragen stellen, ein Interview führen +++ Auf Umwegen +++ gezielt Fragen stellen, ein Interview führen +++ g

Auf Umwegen

O Auf Umwegen
■ 'V
n Es ist also alles noch offen?
1*1 Ohne Umwege zum Geld
1*1 Kennen wir uns nicht? , •
Q Erfinde dich neu!
Q Auf Umwegen zum Original? • j
Aktuell im Gespräch ►•

Lernziel: gezielt Fragen stellen,


ein Interview führen
M
-» in einem Interview gezielte Fragen stellen
-» in einem Interview gezielte Antworten A ls mein Vater
geben mich zum ersten M al fragte
-» ausweichend, gezielt antworten was ich werden will
-» Fragen für Straßenumfragen formulieren sagte ich nach kurzer Denkpause:
-» Ergebnisse von Straßenumfragen „Ich möchte glücklich werden."
auswerten und kommentieren
Da sah mein Vater sehr unglücklich aus
-» ein Interview führen
aber dann bin ich doch
-»einen Fragebogen erarbeiten, auswerten,
präsentieren und kommentieren was anderes geworden
-» Small Talk führen und alle waren mit mir zufrieden.
-»wichtige Informationen aus Texten
Lieselotte Rauner
herausarbeiten

Textsorten
Radiointerviews ■ Feature ■ Statistiken ■
Straßenumfrage • Gesetzestext ■ Lied ■
Zeitungsmeldung »Zeitungsartikel ■
Sachtext ■ Gedicht ■ Sprichwörter

68 A uf Umwegen LEKTION ©
...
Jk
agen stellen, ein Interview führen +++ gezielt Fragen stellen, ein Interview füh SPRECHEN J \

„Auf Umwegen“ kann etwas ganz ü


Konkretes bezeichnen. Welches Hast du es eilig,
Foto, welche Abbildung, welcher so mache einen Umweg.
Text könnte das darstellen? Sprichwort

A2 „Auf Umwegen“ im übertragenen


•* Sinn: Zu welcher Darstellung
• •
oder zu welchem Text fällt Ihnen m

♦•
spontan eine Geschichte oder Umwege erhöhen
eine Anekdote ein? Erzählen Sie. die O rtskenntnis.
Sprichwort
A3a Wenn Sie die beste Darstellung
des Ausdrucks „auf Umwegen“
aussuchen müssten, welche
.
würden Sie wählen? Oder haben
Sie einen anderen Vorschlag?

(Die Auflösung
finden Sie
auf Seite 144.)

Die Spinne ist gierig und ungeduldig. Um die


Fliege möglichst schnell zu packen, w ill sie der
gepunkteten Linie folgen. Ist das der kürzeste A uf Umwegen LEKTION © 69
Weg von der Spinne zur Fliege?
m m *
LESEN
Es ist also alles noch offen? HÖREN
SPRECHEN
...

Bl Welche Bedeutung könnte die folgende Schlagzeile


im Zusammenhang mit dem Foto haben?
Was glauben Sie?

G r ü n gegen G e l b

Lesen Sie jetzt den


Zeitungsartikel auf Seite 146
und lösen Sie die Aufgaben.
Waren Ihre Vermutungen
richtig?

B2 a Wie geht’s weiter? Stellen Sie sich vor, Sie sind beim Rundfunk
beschäftigt und bereiten sich auf ein Interview mit dem Chef der
PIN Group, Horst Piepenburg, vor (siehe Infos in Blb).
Welche Themen würden Sie ansprechen? Kreuzen Sie an.

Rettungsplan ■ LJ Finanzierungskonzept ■ LJ Zukunft der PIN Group ■


Optimierung der Holding-Gruppe B J Sanierungsplan ■
Unternehmensschließung ■ LJ Abfindungen ■ J J Verkauf durch Hauptaktionär S
Sozialplan ■ LJ Konkurrenz ■ LJ Finanzpläne
AB 1-4 WORTSCHATZ 1-4

b Was erwarten Sie sich von einem Gespräch mit Horst Piepenburg?
Lesen Sie die folgenden Wörter und Ausdrücke. Wählen Sie die aus,
die zu Ihrer Erwartungshaltung passen, und ordnen Sie sie in die Tabelle ein.

bezüglich seines Auftretens bezüglich seiner Antworten bezüglich seiner Sprache

Expertenwissen ■ Experte ■ unverständlich ■ besorgt ■ gleichgültig ■ selbstbewusst ■


stark involviert ■ wenig involviert ■ völlig desinteressiert B Hintergrundinformationen B
ausführlich B kurz und inhaltsleer B kurz angebunden B konkrete Informationen B
unkonkrete/schwammige Informationen B kompetent B inkompetent B ausweichend B
sich verteidigend B konfrontativ B überzeugend B klar B informativ B viele Fakten und Zahlen B
Partizip I als Adjektiv
sachlich B gehobene Umgangssprache B Fachsprache B Alltagssprache B arrogant B Negation: Vorsilben
Dialekt B Fachbegriffe B fachlich fundiert B verständlich B bescheiden B hochmütig GRAMMATIK 8, 9

O IIZ I AB 5-10
0 Hören Sie jetzt den ersten Teil des Interviews.
Erfüllen die Antworten von Horst Piepenburg Ihre Erwartungen?
WORTSCHATZ 5-7,10
Warum? Warum nicht? Vergleichen Sie mit Ihren Antworten in B2b.

70 A uf Umwegen LEKTION ©
d Woran könnte es liegen, dass die Moderatorin keine angemessenen Antworten
auf ihre Fragen erhält? Was glauben Sie?
... weiß die Antworten nicht ■ ... weicht aus, möchte ... nicht deutlich sagen ■ ... hat die Fragen
nicht verstanden ■ ... fürchtet einen Skandal ■ ... möchte noch nichts offiziell verkünden ■
... ist noch an eine Schweigepflicht gebunden ■ ... ist noch in geheimen Verhandlungen ■
wartet noch auf eine Antwort von einem Investor
O l .M l
Hören Sie den zweiten Teil des Interviews. ab ii Wortschatz ii
Waren Ihre Vermutungen richtig?

B3 Gute Frage - gute Antwort?


£2.4-12
m Zur Zukunft der PIN Group hören Sie jetzt ein „gelungenes“ Interview mit
Horst Piepenburg. Mit welchen Wörtern und Ausdrücken aus B2b würden Sie
Horst Piepenburg und seine Antworten in diesem Gespräch charakterisieren?

Hören Sie jetzt das Interview noch einmal. Lösen Sie die Aufgaben zu jedem Abschnitt
(siehe Tracknummer). Entscheiden Sie: Sind die folgenden Aussagen richtig oder falsch?
richtig falsch
;.... 2~4 1 Horst Piepenburg muss noch viele Aufgaben erledigen, Ende des Monats weiß er mehr.

f f ....275 2 Die PIN Group arbeitet weiter und wird vielen möglichen Kunden ihre Dienste anbieten.

•;f ..o " 3 a Die Deutsche Post hat recht, weil die PIN Group fast ihren ganzen Umsatz verloren hat.
b Horst Piepenburg kann mit Zahlen belegen, dass die Analyse der Post zum Zustand
der PIN Group insgesamt nicht stimmt und die PIN Group mehr Kunden hat als früher.

0 T 2.7 4 Horst Piepenburg meint, dass es für die Kunden wichtig ist, Konkurrenten der Deutschen
Post mit Aufträgen zu unterstützen, damit sie ihre Post günstiger versenden können.

OlM 5 a Horst Piepenburg gibt zu, dass das Unternehmenskonzept wegen der gesetzlichen
Mindestlöhne gescheitert ist.
b Der Chef der PIN Group weist auch darauf hin, dass sich vieles optimieren ließe und
man so mehr Geld einnehmen könnte, als man ausgeben muss.

6 Horst Piepenburg schließt die Möglichkeit aus, Zeitungsausträger auch als Briefzusteller
zu nutzen.

QCM. 7 Die Gesprächspartner sind sich einig, dass bei der PIN Group mindestens zwei Drittel
der Gesellschaften geschlossen werden müssen.

8 Horst Piepenburg schließt nicht aus, dass die ganze Holding in Insolvenz geht.

0 '2."1Ö 9 Alle alten Besitzer der PIN Group haben sich schon zu einem Verkauf entschlossen,
weil es einen guten Investor gibt.

y o r 10 Unter Horst Piepenburg werden zunächst keine weiteren Stellen abgebaut.

O ..2.12 11 Horst Piepenburg sieht sich auch in Zukunft als Chef der Holding.

Aufforderungen
AB 12 GRAMMATIK 12

Auf Umwegen LEKTION O 71


" 'm m LESEN
Es ist also alles noch offen? HÖREN

. . . . . .
SPRECHEN

B4 Wer antwortet wie? Auf welche Fragen?

% Lesen Sie die folgenden Fragen und Behauptungen des Interviewers.


An welcher Stelle würden Sie ganz spontan mit einer Ja/Nein-Antwort reagieren,
an welcher Stelle mit einer Information? Kreuzen Sie an.
Ja/Nein Info
1 Herr Piepenburg, als neuer PIN-Chef kündigen Sie an, Hunderte neue Kunden für
die Firma gewinnen zu wollen. Das heißt dann also, dass die Zukunft von PIN gesichert ist? LJ
2 Es ist also noch alles offen?
3 Sie sprechen von einer Vertriebsoffensive, die Deutsche Post dagegen sieht Sie längst in
der Defensive. 50 Kunden seien zurückgewechselt, 30 Millionen Umsatz bei Ihnen futsch.
4 Aber niemand wechselt doch zu einem Anbieter, den es bald nicht mehr gibt?
5 Es gibt eine politische Mehrheit für den Mindestlohn. Dessen Verfechter argumentieren,
das Geschäftsmodell von PIN sei nicht tragfähig.
6 Die Unternehmensberater sind schon länger bei PIN aktiv und schlagen (...) vor, Briefe den
Zeitungszustellern statt eigenen Briefträgern mitzugeben. Kommt das?
7 Auch weitere Insolvenzen (innerhalb der PIN Group) nicht?
8 Kann die Holding in die Insolvenz gehen?
9 Welchen Entscheidungen müssen die Altgesellschafter noch zustimmen?
10 Bei Ihrem letzten Fall blieben am Ende 80 % der Arbeitsplätze erhalten.
Ab welcher Quote werden Sie bei PIN einmal von einem Erfolg sprechen?
11 Kann es sein, dass Sie in fünf Jahren noch PIN-Chef sind?
QTTääz
*b Hören Sie jetzt das Interview noch einmal. Markieren Sie die Fragen/Behauptungen
1-11 in B4a, auf die Horst Piepenburg anders antwortet, als Sie das spontan getan hätten.

* Überlegen Sie gemeinsam: Welche Intentionen hat der Interviewer mit seinen
GELEBTE SPRACHE 14
Fragen/Behauptungen? Welche Intentionen verfolgt Horst Piepenburg ab 13,14 WORTSCHATZ 13
mit seinen Reaktionen?
konkrete Informationen erhalten ■ die Dinge auf den Punkt bringen ■ Optimismus verbreiten ■
die Chancen des Unternehmens hervorheben ■ wichtige Details mitteilen ■ wichtige Details erfahren ■
den Mitarbeitern Mut machen ■ möglichen Investoren Mut machen ■ die Fragen der Hörer beantworten ■
den Chef des Unternehmens zu eindeutigen Aussagen zwingen ■ zu einer konkreten Antwort zwingen ■
keine voreiligen Schlussfolgerungen zulassen ■ den aktuellen Stand der Dinge festhalten ■ den aktuellen
Stand der Dinge erfahren ■ sich nicht zu eindeutigen Aussagen zwingen lassen wollen

B5 Rollenspiel
Arbeiten Sie zu zweit. Sie kennen sich mit der Situation der PIN Group nun
schon sehr gut aus. Schlüpfen Sie in die Rolle des Pressesprechers der PIN Group.
Ihre Lernpartnerin / Ihr Lernpartner stellt Ihnen die Fragen aus B4a. Sie antworten.
Tauschen Sie dann die Rollen.

Wie haben Sie geantwortet?


So, wie Sie das in B4a getan hätten, oder eher wie Horst Piepenburg?

72 A uf Umwegen LEKTION O
LESEN
Ohne Umwege zum Geld SPRECHEN
HÖREN

CI Sie lesen die folgende Meldung in der Zeitung. Überlegen Sie gemeinsam,
welche Konsequenzen diese Nachricht für Ihr Leben hätte. Sprechen Sie.
Ab kommenden Monat hat jede Staatsbürgerin/jeder Staatsbürger das Recht auf das * Diese Meldung gibt es
bedingungslose Grundeinkommen. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein in der Realität nicht,
vom Staat ausgezahltes Grundeinkommen,

das • allen Bürgern des Staates individuell zusteht,


• die Existenz sichert,
• ohne Bedürftigkeitsprüfung, ohne Arbeitszwang und -Verpflichtung
AB 15,16 WORTSCHATZ 15,16
m onatlich ausgezahlt w ird .*

# Wie würden Sie unter diesen Bedingungen weiterleben?


1 Entscheiden Sie sich für eine der folgenden Positionen und kreuzen Sie an.
W eiterarbeiten w ie bisher
weniger arbeiten und noch etwas anderes tun (Hobby, Ehrenamt, ...) Li
eine Auszeit nehmen Li
gar nicht mehr arbeiten Li
2 Erstellen Sie nun eine Kursstatistik an der Tafel. Für welche Position haben sich
die meisten entschieden? Für welche die wenigsten? Warum? Diskutieren Sie die Fragen im Kurs.

Lesen Sie jetzt die Statistik auf Seite 132 und


WORTSCHATZ 17
beantworten Sie die Fragen dazu. SÄTZE BAUEN 18-23

0 2.13
Eine Straßenumfrage zum Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“
Hören Sie drei Antworten. Formulieren Sie anschließend eine Frage, die möglichst
zu allen drei Antworten passt. Vergleichen Sie dann Ihre Fragen im Kurs:
Sind sie gleich, gibt es Unterschiede? Passen sie? Warum? Warum nicht?
(Die tatsächlich gestellte Frage finden Sie auf Seite 130.)

Machen Sie eine Umfrage (Kursumfrage/Straßenumfrage). Arbeiten Sie zu zweit.


1 Wählen Sie ein Thema auf Seite 143.
2 Überlegen Sie sich genau: Wie muss Ihre Frage lauten, damit Sie möglichst viele
unterschiedliche Antworten bekommen?
3 Fragen Sie jetzt alle Kursteilnehmer/-innen oder Leute auf der Straße. Notieren Sie die Antworten
in Stichpunkten. Erhalten Sie „gute“ Antworten mit vielen verschiedenen Informationen?
Wenn nicht, formulieren Sie Ihre Frage neu.
AB 24 TEXTE BAUEN 24

Präsentation der Umfrageergebnisse


1 Vorbereitung
- Werten Sie die Ergebnisse aus und erstellen Sie eine Statistik.
- Fassen Sie die Informationen zusammen.
- Kommentieren Sie Ihre Ergebnisse.
2 Präsentation
- Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im Kurs.
- Geben Sie auch eine kurze Analyse zur Entwicklung Ihrer Frageformulierung
(gar nicht geändert/einm al geändert/mehrmals geändert).

Auf Umwegen LEKTION O 73


Kennen wir uns nicht? SPRECHEN

.... 2 . 1 4

DI Lieben Sie offizielle Einladungen, Empfänge, Partys? Hören Sie das Lied.
Spricht es Sie an? Empfinden Sie auch so? Oder ganz anders? Sprechen Sie.
AB 25. 26 WORTSCHATZ 25. 26

D2 Hilfe, ich kenne hier niemanden.

# Notieren Sie zu jedem Foto A-K ein passendes allgemeines Thema.


b Über welche der Themen könnten Sie auf einem Empfang sprechen?
Wählen Sie drei aus. Welche eignen sich gar nicht? Streichen Sie sie.
Vergleichen Sie dann im Kurs. Gibt es Unterschiede?
D ^

AB 27 GELEBTE SPRACHE 27

Sammeln Sie jetzt für sich Sätze, die Sie zu Ihren drei Themen als
Gesprächseröffnung sagen können.
d Notieren Sie auch, was Sie noch zu Ihren Themen sagen könnten,
um das Gespräch in Gang zu halten.
e Vergleichen Sie anschließend mit den Hinweisen auf Seite 125,
ob Ihre Themen den grundsätzlichen Kriterien von Small Talk genügen.
% Notieren Sie sich nun einige Inhaltspunkte zu den anderen geeigneten Themen.
Denken Sie daran, dass sie von allgemeinem Interesse sein sollten.

D3 Small Talk auf der Party: Stellen Sie sich in Vierergruppen zusammen.
Sie können auch Gläser in der Hand halten und Partymusik anschalten.
Versuchen Sie, drei bis fünf Minuten lang ein Small-Talk-Gespräch zu führen.

74 A uf Umwegen LEKTION O
___________________________________________________________ LESEN
Erfinde dich neu!____________________________________ h ö re n
SPRECHEN
SCHREIBEN

Berufswahl in Deutschland. Lesen Sie den folgenden Textauszug.


Was bedeutet der Artikel 12 für die Bürger? Sammeln Sie Ihre Interpretationen im Kurs.
Können Sie sich auf eine gemeinsame Interpretation einigen?
Artikel 12 Absatz 1 Satz 1 im Grundgesetz gewährleistet allen Deutschen das Recht, den Beruf, den
Arbeitsplatz und die Ausbildungsstätte frei zu wählen. Der Staat darf keine zwangsweise Berufslenkung
vornehmen; er kann nur Empfehlungen geben, z. B. durch Berufsberatungsstellen.*
* Anmerkung: Dies ist eine Erläuterung, den Originaltext finden Sie auf Seite 141.

Welche positiven oder negativen Folgen kann Artikel 12 ab 28 W o rts c h a tz 28

des Grundgesetzes aus Ihrer Sicht für den Einzelnen haben?


Notieren Sie Ihre Stichpunkte und tauschen Sie sich aus.

E2 Freie Berufswahl - zufriedene Berufstätige?


Sehen Sie sich die Statistik an und analysieren Sie die Daten.
Passende Wendungen und Ausdrücke finden Sie auf Seite 80.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten -


w ürden Sie den gleichen B eruf noch einmal ergreifen? - Wie zufrieden sind die Berufstätigen
70% im deutschsprachigen Raum mit
60%
ihrem Beruf?

50%
- Gibt es etwas, was Sie erstaunt?
40%
5 1 % 54% 51% - Stellen Sie eine Verbindung zum
Grundgesetz her.
30%

20% 28% 27% 29%


21% 19% 20%
10%

0%
Ichwürde etwas Ichwürde diegleiche Richtung Auf jeden Fall.
komplett anderes einschlagen, aber bei meiner Ichliebe meinenJob! AB 29-31 SÄTZE BAUEN 29-31
machen. Ausbildungzielgerichteter sein.
Deutschland Österreich Schweiz

E3 Ein beruflicher Neuanfang - gar nicht so ungewöhnlich in Deutschland


2.15
.....

# Der Neustart in der Mitte des Lebens. Lesen Sie die folgenden Fragen.
Hören Sie dann den ersten Abschnitt einer Featuresendung und
beantworten Sie die Fragen.
1 Marlies hat sich mit über 50 Jahren zur Feng-Shui-Beraterin* ausbilden lassen und sich
in diesem Beruf selbstständig gemacht. Welcher Gruppe (siehe Statistik in E2) würden Sie Marlies
vor ihrem Neustart zuordnen?
2 Welche waren ihre beruflichen Stationen vor der Feng-Shui-Ausbildung?
Welche davon waren freiwillig, welche unfreiwillig?
3 Wie ist sie dann zu ihrem neuen Beruf gekommen?
4 Wie steht die Familie zu ihrem neuen Beruf?
5 Welches Lebensmotto hat sie bestärkt?
* Feng-Shui: Ziel dieser chinesischen Lehre ist es, den Menschen zu helfen, in Harmonie mit ihrer Umgebung zu leben.
In diesem Sinne kann auch Wohnraum eingerichtet und gestaltet werden.

tj| Könnte der Neustart von Marlies Vorbildfunktion für andere haben?
In welchen Situationen? In welchem Alter? Sprechen Sie darüber im Kurs.

Auf Umwegen LEKTION O 75


LESEN
Erfinde dich neu! HÖREN
SPRECHEN
SCHREIBEN

0 Hören Sie jetzt die Fortsetzung des Features mit Dirk Grüne, einem Personal Trainer
und Experten für berufliche Neuanfänge, und überprüfen Sie, welche Ihrer Antworten
aus b im Feature genannt werden. Nennt Dirk Grüne weitere wichtige Aspekte?
# Lesen Sie jetzt die Aufgaben zu den Abschnitten 2 -5 des Radiofeatures.
Hören Sie dann das Feature in Abschnitten noch einmal und lösen Sie die Aufgaben.
Abschnitt 2
Sind die folgenden Aussagen zum Abschnitt richtig oder falsch? Kreuzen Sie an. richtig falsch
a Dirk Grüne war in seinem Beruf sehr erfolgreich, wurde aber durch äußere Umstände
zu einem Neustart gezwungen.
b Dirk Grüne hat sich, als er keinen Job in seinem Metier fand, sofort selbstständig gemacht. ;J
c Man sollte, laut Dirk Grüne, bei einem Neustart drei Aspekte grundsätzlich beachten:
Es gibt den Idealberuf nicht. Man hat ein soziales Umfeld zu berücksichtigen.
Die berufliche Umorientierung sollte keine Flucht vor Problemen im Arbeitsleben sein.

f i r Abschnitt 3
Welche der folgenden Aussagen entsprechen der Meinung von Dirk Grüne? Kreuzen Sie an.
a Es ist ganz klar: Jeder Neustart erfordert eine intensive neue Ausbildung,
b Bevor man einen Neuanfang plant, sollte man sich und seine Fähigkeiten einer genauen
Analyse unterziehen.
c Das Gelingen des Neustarts hat nicht mit anderen Menschen zu tun, sondern nur damit,
was man selbst kann,
d Zur Not muss man für einen Neubeginn auch einen Umzug in Kauf nehmen,
e Bevor man anfängt, sein Leben neu zu gestalten, sollte man sich darüber informieren,
wie der gewünschte Beruf in der Wirklichkeit aussieht und was er von einem fordert.
> 2 .18 .. Abschnitt 4
a Welche Motive für einen Neuanfang werden von Dirk Grüne genannt? Kreuzen Sie an.
i beweisen, dass man mehr kann {_ man entdeckt plötzlich seinen „Traumberuf“
_ berufliche oder persönliche Krise ; } Abenteuerlust j . j Alltagsfrust ein lang geplanter Wunsch

b Welche der folgenden Punkte sollte man bei der Planung des Neustarts laut Dirk Grüne beachten?
;.J Wohnumgebung ■ ; Beruf ■ [__] Ausbildung ■ Familie ■ ] soziales Netz ■
;J Interessen ■ : Intellekt ■ ; ; Gesundheit ■ L i Charakter ■ ; i Persönlichkeit ■ L Vermögen ■
L sozialen Status ■ ; Motivation ■ Emotionen

c Von wem kann man Hilfe bekommen, wenn man einen beruflichen Neustart plant?
L ; Internet S ; Freunden / Kollegen / Familie und Verwandtschaft B j. j Banken B Betrieb, in
dem man gerade arbeitet B Staat (Beratern/der Agentur für Arbeit/anderen Einrichtungen) B
Vereinen B Finanzamt

)TTiT~ Abschnitt 5
Wie könnte man den Satz im Sinne von Dirk Grüne zu Ende formulieren?
„Ganz ohne Kosten geht ein Neustart selten, aber auch wenn man an sich glaubt und einen Neustart wagt,
sollte m a n ........................................................................................................................................................... “

E4 Wie sehen Sie das Problem der Berufswahl, das in der Statistik und
in dem Interview thematisiert wird? Wie sind Ihre Erfahrungen?
GRAMMATIK 32-35
Wie ist es in Ihrem Heimatland? Sprechen Sie darüber im Kurs. AB bz Bo TEXTE BAUEN 36
Bearbeiten Sie das Thema in einem schriftlichen Text.

76 Auf Umwegen LEKTION ©


F okus S p r a c h e : d ie S te lle v o r d em V e rb im K o n te x t

Im Hauptsatz können vor dem Verb verschiedene Satzteile stehen.


Diese Freiheit ermöglicht es, bestimmte Informationen zu betonen.

1 Wortstellungsvarianten in der Kommunikation


a Beobachtungsaufgabe. Lesen Sie die Sätze. Welche Wortstellungsvarianten sind möglich?
Kreuzen Sie an. Vergleichen Sie dann mit den Lösungen.
1 Also, man sollte sich grundsätzlich zwei Dinge vorab überlegen. (Subjekt)
2 Also, vorab sollte man sich grundsätzlich zwei Dinge überlegen. (Zeitangabe)
3 Also, grundsätzlich zwei Dinge sollte man sich vorab überlegen. (Objekt)
4 Also, sich sollte man vorab grundsätzlich zwei Dinge überlegen, (sich)
5 Also, überlegen sollte man sich vorab grundsätzlich zwei Dinge. (Verb 2)
6 Also, grundsätzlich sollte man sich zwei Dinge vorab überlegen, (modale Angabe)
7 Also, zwei Dinge sollte man sich grundsätzlich vorab überlegen. (Objekt)
..2.20
b Hören Sie nun die korrekten Sätze aus a und achten Sie auf die Betonung.
In welchen Sätzen wird der Satzteil vor dem Verb besonders betont? Kreuzen Sie an.
Satz 1 Satz 2 Satz 3 Satz 5 Satz 6 Satz 7

Diese Satzteile stehen tendenziell hinten im Satz. Ordnen Sie zu.


1 Ich brauche dringend neue Schuhe. a Verb 2
2 Wir arbeiten ständig an der Verbesserung dieses Produkts. b Ergänzung im Akkusativ mit unbestimmtem Artikel
3 Dafür zeigten die Kunden keinerlei Interesse. c Nomen einer Nomen-Verb-Verbindung
4 Ich habe noch nie etwas von dieser Firma gehört. d prädikatives Adjektiv
5 Das ist in diesem Zusammenhang nicht wichtig. e Ergänzung mit Präposition
2.21
d Formulieren Sie die Sätze in c neu, indem Sie jeweils den letzten Satzteil vor das Verb stellen.
Hören Sie dann die Sätze und sprechen Sie sie nach. Achten Sie auf die Betonung.
2,22
e Beobachtungsaufgabe. Lesen und hören Sie weitere Wortstellungsvarianten.
Achten Sie darauf, wie sich die Betonung ändert.
1 a Dringend brauche ich neue Schuhe. 2 a Ständig arbeiten wir an der Verbesserung dieses Produkts,
b Neue Schuhe brauche ich dringend. b An der Verbesserung dieses Produkts arbeiten wir ständig.

2 Wortstellung im Textzusammenhang
Im Text knüpft der erste Satzteil des jeweiligen Folgesatzes an den Inhalt des vorangegangenen Satzes an.
Die Wortstellung trägt also auch zum Zusammenhang der Inhalte im Text bei.

Lesen Sie die folgenden Sätze. Was glauben Sie: Welche Variante schließt sich besser
an den ersten Satz an? Kreuzen Sie an. Vergleichen Sie dann mit dem Lösungsschlüssel.
1 Ende des vergangenen Jahres beschloss der Bundestag die Einführung eines Mindestlohns für Briefzusteller.
a Unmittelbar nach dem Beschluss kündigte die PIN Group den Abbau von Arbeitsplätzen an.
b Die PIN Group kündigte unmittelbar nach dem Beschluss den Abbau von Arbeitsplätzen an.

2 Ist es generell wichtig, dass man auch mal flexibel ist?


a Vor allem im Beruf hilft das schon.
b Das hilft schon, vor allem im Beruf.

3 Wir werden im ersten Quartal weiterhin Post austragen.


a Wir werden deshalb einige Hundert mittelständische Betriebe ansprechen,
b Deshalb werden wir einige Hundert mittelständische Betriebe ansprechen.

Auf Umwegen LEKTION O 77


LESEN
A uf Umwegen zum O riginal? SPRECHEN
SCHREIBEN

Fl Sie haben den Auftrag, ein Interview mit Einzelpersonen zu machen.


Das Thema lautet: Kopieren oder kaufen? Der Umgang mit Musik und Texten im internet.

Bereiten Sie sich inhaltlich auf Ihr Interview vor. Auf Seite 148 f. finden ab 3 7 ,3 8 W o r ts c h a tz 3 7 ,38
Sie die Informationen.

b Gehen Sie in Ihren Fragen auf folgende Inhaltspunkte ein. Notieren Sie Ihre Fragen.
Wissen zum Thema „Rechtsfragen“
- Fernsehsendungen aufnehmen/herunterladen (Video / DVD/ Festplatte /USB-Stick)
- Radioprogramme aufnehmen / herunterladen (mp3 / CD / Festplatte / USB-Stick)
- Musik aus dem Radio aufnehmen / herunterladen (mp3 / CD / Festplatte / USB-Stick)
- im Internet Musik oder Texte tauschen
- etwas „Fieruntergeladenes“ weitergeben
- bei anderen abschreiben / andere zitieren

Umgang mit Musik, Filmen und Texten im privaten Gebrauch


- als mp3 /... kopieren
- mit Freunden tauschen
- alles im Original haben wollen / kaufen

c In welcher Reihenfolge wollen Sie Ihre Fragen stellen? Sortieren Sie sie.

d Beachten Sie als Interviewer folgende Phasen in einem Interview und sammeln Sie dazu
Wendungen und Ausdrücke.
- Einleitung: ein bis zwei Sätze zum Thema
- Wiederholung oder Umformulierung der Frage
AB 39 TEXTE BAUEN 39
- Unterbrechen der Antwort
- Stellen einer zusätzlichen Verständnisfrage

e Führen Sie jetzt das Interview mit Ihrer Lernpartnerin / Ihrem Lernpartner durch.
S ie /E r antwortet mithilfe ihrer/seiner Notizen aus Fla.

f Überlegen Sie dann gemeinsam: Hat das Interview geklappt?


Beantworten Sie dazu die folgenden Fragen.
- Waren die Fragen so, dass man leicht antworten konnte?
- Haben die Antworten inhaltlich zur Frage gepasst? Wenn nicht, woran könnte das liegen?
- Waren die Antworten zu k u rz /z u lang? Wenn ja, woran könnte das liegen?

g Überarbeiten Sie gegebenenfalls Ihre Fragen/Antworten gemeinsam.


Führen Sie das Gespräch dann mit anderen Personen noch einmal.

F2 Sie möchten nun, zum Vergleich, viele Menschen befragen und


planen deshalb eine Fragebogenaktion zum Thema Kopieren oder kaufen?
1 Überlegen Sie zu zweit: Welche Ihrer Fragen aus F1b möchten Sie im Fragebogen aufgreifen?
Welche Frageform(en) bietet/bieten sich an? Notieren Sie die Fragen.
2 Überprüfen Sie Ihre Fragen. Sind sie eindeutig? Verständlich? Nicht zu allgemein?
3 Verteilen Sie die Fragebogen, lassen Sie sie ausfüllen und sammeln Sie sie wieder ein.
4 Werten Sie Ihre Fragebogen aus. Stellen Sie Ihre Ergebnisse als Statistik zusammen. AB 40 TEXTE BAUEN 40
5 Schreiben Sie zu Ihrer Statistik einen kurzen Text.

78 A uf Umwegen LEKTION O
Fokus Sprache: nach dem „Satzende“

...2 .23

1 Beobachtungsaufgabe. Lesen und hören Sie die Sätze.


Welche Wortstellungsvariante ist verständlicher? Kreuzen Sie an.
1 a Wir haben viele Hörermeinungen, die wir gleich beantworten werden, bekommen,
b Wir haben viele Hörermeinungen bekommen, die wir gleich beantworten werden.

2 a Unmittelbar nach dem Beschluss kündigte die Geschäftsleitung den Abbau von Arbeitsplätzen,
kurze Zeit später die Insolvenz zahlreicher in der Holding zusammengeschlossener
Briefdienstleistungsunternehmen an.
b Unmittelbar nach dem Beschluss kündigte die Geschäftsleitung den Abbau von
Arbeitsplätzen an, kurze Zeit später die Insolvenz zahlreicher in der Holding
zusammengeschlossener Briefdienstleistungsunternehmen.

2 Bestimmte Satzteile stellt man gern hinter das eigentliche Satzende,


besonders wenn diese lang sind. Lesen Sie die Beispiele und ordnen Sie zu.
1 Wir haben Anfragen bekommen von F in a n zin ve sto re n , von s tra te g is c h e n In ve sto re n ,
von D e u ts c h e n u n d A u s lä n d e rn .
2 Man kann nicht immer auf dem Weg weitermarschieren, den m a n e in m a l e in g e sch la g e n hat.
3 Es gibt derzeit einen Fachkräftemangel, u n d z w a r im B e re ich M e d iz in u n d e rfo rs c h te M e d iz in te c h n ik .
4 Ich habe das genauso gemacht w ie du.
5 Hier handelt es sich um den Bonobo, e in e b is h e r kaum e rfo rs c h te M e n s c h e n a ffe n a rt.

a Apposition (Erläuterung mit verkürztem Relativsatz)


b Aufzählung
c Erläuterung mit u n d z w a r
d Relativsatz
e Vergleich
...2 .2 4

3 In der gesprochenen Sprache gibt es viele Freiheiten bei der Wortstellung. Hören und
lesen Sie die Sätze. Die Varianten in b kann man hören, man sollte sie aber nicht schreiben.
1 a Sie ziehen gerade nach Castrop-Rauxel um.
b Wir ziehen gerade um, nach Castrop-Rauxel.
2 a Ich ruf dich nachher an.
b Ich ruf dich an nachher.
3 a Er arbeitet schon seit zehn Jahren auf diesem Schiff,
b Er arbeitet auf diesem Schiff schon seit zehn Jahren.
4 a Ich hab dir dein Buch doch gestern in der U-Bahn zurückgegeben,
b Ich hab dir dein Buch doch gestern zurückgegeben in der U-Bahn.

A ktu e ll im Gespräch SPRECHEN

G Wählen Sie ein aktuelles Thema. Entscheiden Sie dann:


Möchten Sie eine Straßenumfrage machen? Ein Interview?
Einen Fragebogen? Arbeiten Sie zweit.

m Gehen Sie vor, wie Sie es in der Lektion gelernt haben.


Präsentieren Sie dann Ihre Ergebnisse im Kurs.

A uf Umwegen LEKTION G 79
Wendungen und A usdrücke Auf Um wegen

eine S ta tis tik /G ra fik interpretieren, analysieren und erklären

sagen, worum es in der S ta tis tik /G ra fik geht (-> cib/E2)


Wie der Titel der G ra fik/d e r Statistik schon sagt, geht es um ...
Die S ta tistik/D ie Grafik ... g ib t/lie fe rt Informationen zum Thema ... darüber, w ie/w as ...
In der Statistik /G ra fik ... wurden Meinungen zu ... ausgewertet.
Die S ta tistik/D ie Grafik ... gibt Auskunft darüber, ... wie die Befragten zu dem Thema ...
stehen/... was die Menschen interessiert/bewegt.

die D aten / Ergebnisse der S ta tistik beschreiben (-> Clb/E2)


wie die G ra fik /S ta tis tik aufgebaut ist
Links/ Rechts / Oben / Unten / Seitlich /... stehen die Angaben / Informationen /...
Die Angaben beziehen sich a u f...
Die Zahlen sind Prozentangaben. / Die Zahlen geben die Anzahl der Nennungen wider.
welche Aussagen sich ablesen lassen
Es ist zu beobachten, dass ...
Die G rafik/S tatistik z e ig t/m a ch t deutlich, dass ...
... zeigt/verdeutlicht eine allgem eine/die Tendenz, dass ...
welche Entwicklungstendenzen sich ablesen lassen
Im letzten Quartal/Im laufenden Jahr/In diesem Monat/Von ... an ist folgende Entwicklung zu verzeichnen:...
Vergleicht man die Zahlen des letzten Q uartals/... mit den aktuellen Zahlen, kann man einen Abwärtstrend/
einen Aufwärtstrend/ein Ansteigen/ein Absteigen der ...zahlen beobachten.
Bei den Zahlen zeigt sich, dass ...
Die Entwicklung .../Veränderung von ... zu ... beschleunigt/verlangsamt sich. Die Kurve von . ../d e r ... s te ig t/
w ä c h s t/s in k t/fä llt.
Es gibt eine Zunahme / einen Anstieg / eine Abnahme / einen Rückgang von ... a u f... / um ...
Die Zahl d e r ... geht um ... zurück / erhöht sich ... / bleibt stabil / gleich.
Der Anstieg / Der Rückgang beträgt / beläuft sich a u f...

auf besondere D a te n /In fo rm a tio n e n verweisen (— Cib/E2) vergleichen (-> cib/E2)


Besonders auffallend i s t ... Im Vergleich/Im Unterschied/
Eine dramatische/extreme Entwicklung zeigt sich darin, dass ... Im Gegensatz (da)zu ...
Wenn man ... m it... vergleicht, (so) wird
deutlich, dass ...
gewichten (-»cib/E2) Während fü r ... Prozent der Befragten ...
... steht an erster/ zweiter/... Stelle (auf der Skala) von Bedeutung/wichtig ist, stehen/
Direkt danach kom m t..., gefolgt von ... steht bei ...Prozent... im Vordergrund.
Nur/Sogar... Prozent/Die M eisten/D ie Wenigsten ... machen im Vergleich immerhin noch ...
wünschen sich / sagen / bewerten / legen Wert da ra u f... Prozent aus.
Die drei wichtigsten Kriterien/Zahlen/Informationen sind ...

bewerten, auswerten (-> c ib /E 2 )


sagen, welche Gründe /U rsachen ... lässt die Schlussfolgerung zu, dass ...
es (möglicherweise) gib t (->cib/E2) Angesichts dieser Entwicklung liegt die
Für diese Tendenz/Zahlen sind folgende Faktoren Schlussfolgerung nahe, dass ...
verantwortlich / könnte es folgende Gründe geben: ... ... b e legt/stü tzt die These/Behauptung/
Diese Entwicklung ist (w ohl/vielleicht/... a u f... zurückzuführen. Vermutung, dass ...
Eine mögliche Ursache könnte die Tatsache/ Anhand der Grafik lässt sich zeigen/
der Umstand sein, dass ... dokumentieren/belegen, dass ...
... liegt möglicherweise darin, dass ... Aus der Grafik geht hervor, dass ...

80 A uf Umwegen LEKTION O
G r a m m a tik A u f U m w e g e n

Partizip I als Adjektiv


Er gab eine ausweichende Antwort. (Attribut, mit Endung)
Er antwortete ausweichend. (Adverb)

Negation: Vorsilben
desinteressiert (uninteressiert, nicht interessiert)
inkompetent (nicht kompetent)
disharmonisch (nicht harmomisch)
dezentral (nicht zentral)
nonverbal (nicht verbal)

Aufforderungen in Notizform m it Nomen + Verb (Infinitiv)


Budget kalkulieren Ich/Jemand muss das Budget kalkulieren.
Vertrieb informieren den Vertrieb informieren.
Tagungsraum buchen einen Tagungsraum buchen.

die Stelle vor dem Verb


normale W ortstellungsvarianten (ohne besondere Betonung)
Morgen kaufe ich mir neue Schuhe. Zeitangabe
Ich kaufe mir morgen neue Schuhe. Subjekt
Wenn ich w ieder Geld habe, kaufe ich mir neue Schuhe. Angabesatz (Bedingung)
Meine neuen Schuhe habe ich im Internet gekauft. bestimmtes Objekt
In diesem Geschäft bekommt man tolle Schuhe. Ortsangabe
W ortstellungsvarianten m it besonderer Betonung
Neue Schuhe kaufe ich mir morgen. unbestimmtes Objekt
Zum Verkauf kommen heute die neuen Frühjahrsmodelle. nominaler Teil einer Nomen-Verb-Verbindung
Kaufen würde ich diese Schuhe nicht. Verb
Schön sind diese Schuhe schon. prädikatives Adjektiv

die S telle nach dem Satzende


Wir haben Anfragen bekommen von Finanzinvestoren,
von strategischen Investoren, von Deutschen und Ausländern. Aufzählung
Man kann nicht immer auf dem Weg weitermarschieren,
den man einm al eingeschiagen hat. Relativsatz
Es gibt derzeit einen Fachkräftemangel,
und zwar im Bereich Medizin und M edizintechnik. Erläuterung mit u n d z w a r
Ich habe das genauso gemacht w ie du. Vergleich
Hier handelt es sich um den Bonobo,
eine bisher kaum erforschte M enschenaffenart. Apposition (Erläuterung mit
verkürztem Relativsatz)

A uf Umwegen LEKTION G 81
Kluftingers ( L ese p r o b e )
Die Stimme der jungen Beamtin am anderen
Ende war erfüllt von professioneller Ernsthaftig­
keit und Betriebsamkeit. „... Tötungsdelikt... kri-
sminaltechnische Untersuchung ... vor O rt ...
Staatsanwaltschaft.“ Als es Kluftinger gelungen
war, seine Aufmerksamkeit vom Topfklappern aus
der Küche weg und auf das Gespräch zu lenken,
hatte er das Wichtigste bereits verpasst. Die Dame
ioam anderen Ende redete viel zu schnell. Sie war
aus Norddeutschland.

M aier stand bereits hinter ihm. Er hatte darauf


gewartet, dass sein Chef sich wieder bewegte, vor-
15her hätte er sich nicht getraut, ihn anzusprechen.
E r schwenkte eine durchsichtige Plastiktüte vor
Kluftingers Gesicht. „Das war um seinen Hals ge­
wickelt“, sagte er mit einem Kopfnicken in Rich­
tung der Leiche. Kluftingers Magen rebellierte
20wieder. Es war die Vorhangschnur.
So etwas hatte er noch nie gesehen. Ja, im Fern­
sehen vielleicht. Aber hier? In seiner Siebentau-
send-Seelen-Gemeinde Altusried? Wenn das
bekannt werden würde ...
25„Vorerst nichts über den Tathergang an die
Öffentlichkeit“, sagte Kluftinger schnell. Er wollte
sich setzen oder gleich gehen, aber er zwang sich,
noch ein paar Schritte auf die Leiche zuzugehen.
„Wer hat ihn gefunden?“
so„Ein Kollege aus dem Milchwerk, wir haben ... “
„Ist er noch da?“, unterbrach Kluftinger seinen
Kollegen.

82 A uf Umwegen LEKTION o
Eine Leiche w urde gefunden. Eins ist klar: Es handelt sich um Mord. Der schrullige K rim inalkom m issar Klüftiger
muss den M örder finden. K luftinger hat ein Problem: Er e kelt sich vor Leichen. Was muss man noch über ihn w is­
sen? Er w o h n t in A ltusried im Allgäu. Er ist eher altm odisch, m it m odernen Dingen kann e r wenig anfangen.
Durchgestylte K arrieretypen verunsichern ihn. Er sehnt sich nach einem ruhigen, eher langweiligen Alltag, aus
dem ihn seine eigenen Gedanken und Lichtblitze m anchm al herausreißen. Dies hier ist sein erster M ordfall als
Krim inalkom m issar. Seine M ita rb e ite r sind M aier und Strobl.

„Nein, der war völlig fertig. Ich habe seine erste ist für morgen früh um neun bestellt“, antwortete
Aussage aufgezeichnet. Willst du mal hören?“ M aier und klang dabei ein wenig stolz.
35Der Kommissar atmete lautstark. Was M aier bloß 65„H at er Verwandte?“
immer mit seinem Diktiergerät hatte. „Erzähl’s „Bartsch?“
mir einfach.“ Kluftingers Wangen fingen an zu leuchten. Er war
„Er hat sich den Schlüssel beim Nachbarn geholt, schon viel zu lange hier. „Nein, der Dings natür­
weil Wächter den ganzen Tag nicht zur Arbeit ge- lich, der Tote“, sagte er und hatte Mühe, nicht un-
« kommen war. Er ist ein hohes Tier im Milchwerk. 70wirsch zu klingen.
Lebensmittel ... na irgendwas mit ... Moment!“ „Ach ja, sicher. Das wollte Strobl klären.“
M aier spulte auf seinem Diktiergerät herum, Kluftinger stand auf. Er hatte genug gesehen. Er
drückte ein paar M a l irgendwelche Knöpfe. ging nach draußen. Strobl sprach gerade mit einem
Kluftinger wurde ungeduldig. „Ist doch egal ... “ Beamten in Uniform. Als er Kluftinger sah, lief er
45„Nein, warte, ich hab’s.“ Er drückte auf Wieder­ 75ihm entgegen.
gabe. „Lebensmitteldesigner“ war die Bezeich­ „Kein schöner Anblick, was?“ Kluftinger verdrehte
nung, die er suchte. „Lebensmittel ... was?“ die Augen.
Kluftinger sah seinen Kollegen fragend an. „H at er Verwandte?“
„De-sig-ner.“ „Also Dr. Langhammer hat gemeint, er lebt allein,
so„Was soll denn das sein?“, fragte der Kommissar aoEr hat aber zwei Töchter, eine wohl im Ausland.
und ging dabei in die Hocke, um sich die Leiche Seine Frau lebt irgendwo in Südamerika. Seine
genauer anzusehen. Er war vielleicht noch einen Exfrau, meine ich. W ir checken das.“ So ein
Meter von ihr entfernt, näher wollte er ihr auf kei­ Schmarrn. Die sollten sich lieber mal schleunigst
nen Fall kommen. ans Telefon klemmen,
55„N a ja , also, das ist einer, also der macht ... das ist äs„W ir sehen uns morgen“, sagte Kluftinger und
schwer zu erklären.“ Kluftinger hätte beinahe ging auf seinen alten Passat zu.
gelacht, wäre die Situation nicht so ernst gewesen.
M aier konnte einfach nicht zugeben, wenn er et­
was nicht wusste,
so„Ich will ihn gleich morgen früh im Büro sehen.“
„Wen?“
„Na den, der ihn gefunden hat.“ AB 41 TEXTE LESEN 41

„Ach so, den Bartsch. Habe ich schon erledigt. Er

A uf Umwegen LEKTION ©
Manchmal kommt der Strom auf Umwegen

Die Schweiz setzt auf Wasser

Der S trom ko m m t aus d e r S teck­ A n te il d e r n e u e n e rn e u e rb a re n E n e rg ie n 2 0 0 7


dose. W oher d e r S trom d o rth in A n d e r g e s a m te n s c h w e iz e ris c h e n N e tto -E le k triz itä ts p r o d u k tio n

kom m t, w issen w ir in d e r Regel E r n e u e r b a r e A n te ile au s A b fa ll 1 ,4 8 %


nicht. Trotzdem haben w ir im m e r • B io g a s e aus d e r A b w a s s e rre in ig u n g 0 ,1 9 %
Sonne 0, 0 4 2 %
m ehr M ö g lich ke ite n , über unseren
• B io m ass e (H o lz, B iogas aus L a n d w irts c h a ft 0 ,1 8 6 %
S tro m ta rif dazu beizutragen, dass • W in d 0 , 0 2 5 %
im m e r m ehr n a c h h a ltig e r S trom
W a s s e r k r a ftw e r k e 5 3 , 7 %
erzeugt w ird .
N e u e , e r n e u e r b a r e S t r o m p r o d u k tio n 1 ,9 2 %
• N ic h t e r n e u e r b a r e S t r o m p r o d u k tio n 4 4 , 4 %

Windmühlen nutzen die


Windenergie aus und leis­
ten Arbeit.
Die ersten Windmühlen
wurden um 600 n. Chr. in
Asien gebaut. Um 1100 ge­
langte diese Erfindung
nach Europa. Bei den ers­
ten Windmühlen wurde
ein Rad mit langen Segeln
an einem Turm befestigt.
Dieser war schwenkbar
und konnte sich somit immer je
nach Windrichtung einstellen. Wenn
sich die Arme der Windmühle dreh­
ten, trieben sie über Zahnräder eine
Welle im Inneren an. Meistens wa­
ren mit ihr Mühlsteine verbunden,
die Getreide mahlten, oder Gefäße,
die Wasser hochpumpten. Solche
Windmühlen gibt es heute nur noch
als Erinnerung an frühere Zeiten, vor
allem in den Niederlanden. Moderne
Windmühlen erzeugen elektrischen
Strom. Sie haben keine segelartigen
Arme mehr, sondern Propeller, die
wie Tragflächen eines Flugzeugs ge­
formt sind. Sie drehen sich sehr
schnell und treiben einen Generator
im Inneren an. Es sind allerdings vie­
le solcher Windanlagen notwendig,
um ein herkömmliches Kraftwerk zu
ersetzen. W asserkraftw erk Schweiz
Strom aus der Nordsee fü r 71 M illionen Haushalte

m
V ie lfä ltig e A u fgabe n und P ro je k te u n te r w w w .h u e b e r.d e /z ie l

Warmwasser über Solarenergie


Perfekter Energiemix: Wind und Sonne

Freiburg Green City ^ U-


Die Stadt Freiburg hat sich mit ihrer
ehrgeizigen Umweltpolitik und ei­
nem politischen und bürgerschaftli-
chen Bekenntnis zu erneuerbaren
Energiequellen als Green City welt­
weit einen Namen gemacht. Wenn
es um nachhaltiges Energiemanage­
ment geht, überzeugt Freiburg
Green City mit einer Vielzahl öko­
logischer, technischer und organi­
satorischer Lösungen.

Steinkohle
Kernenergie 2 0 ,1 %
23,3

Erneuerbar
* 14,4%
i l Wind 6,6%
II Biomasse 3,2%
T Photovoltaik 0,6%
Müll (50% fossil) 0,6%
Wasser reg. 3,3 %
Braunkohle
23,5 Erdgas
13,0%
Sonstige Mineralöl
4,1 % 1,6 %
Anteile der Stromerzeugung in Prozent
r++ komplexe Inhalte verstehen und v e rm itte ln +++ A u f A c h s e +++ komplexe Inhalte verstehen und ve rm itte ln +++ komplexi

O Auf Achse
f l Nah und fern
P I Nachhaltiger Tourismus
o Mach das Radio an!
1=1 Über den ständigen Begleiter der Erde
Ihr Fachgebiet - Ihre Präsentation

Lernziel: komplexe Inhalte verstehen


und verm itteln

-> Gefühle und Empfindungen ausdrücken


Begriffe umschreiben, ihre Bedeutung
erklären
Anspielungen, Komik, Ironie verstehen
-> einen komplexen Fachtext / Sachtext
verstehen und zusammenfassen
-» ein komplexes Gespräch / Fachgespräch
verstehen und zusammenfassen
-» ein komplexes Thema knapp, gut
strukturiert und überzeugend darstellen
-> komplexe Inhalte vereinfacht darstellen
und vermitteln
-4 einen umgangssprachlichen Text
verstehen und zusammenfassen
-4 das eigene Fachgebiet einfach und
verständlich darstellen

Textsorten
Cartoons ■ Interview ■ Lied ■
Sachtexte ■ Zitate

86 A uf Achse LEKTION 0
sverstehen und ve rm itte ln +++ komplexe Inhalte verstehen und ve rm itte ln +++ SPRECHEN

AI Welches Bild könnte wort­


wörtlich etwas mit dem Begriff
«3)KOMPASS „W as bliebe von der Ferne,
„Achse“ zu tun haben? Wanderführer 1058
W E N N IC H IN D E R F E R N E B L IE B E ?

Was könnte der Ausdruck „auf Europäischer


Fernwanderweg E5
Achse (sein)“ im übertragenen (Atlantik)—Bodensee-*Alpen-*Adria
Sinn bedeuten? Überprüfen Sie Mit Altcrnativstrccke Gardasee
Ihre Vermutungen mithilfe des
Wörterbuchs.

Welchen Zusammenhang sehen


Sie zwischen den übrigen Bildern
und Texten sowie dem Titel der
Lektion? Machen Sie sich Notizen
und tauschen Sie sich aus.

A3 Was fällt Ihnen noch dazu ein?


Welche Ideen oder Situationen
verbinden Sie darüber hinaus mit
„auf Achse“?
Nah und fern SPRECHEN

Fernweh - Heimweh
Was bedeuten diese Begriffe?
Übersetzen Sie die beiden Wörter in Ihre Muttersprache und/oder in eine andere
Sprache. Geht es? Vergleichen Sie: Drücken die Übersetzungen dasselbe aus?
Hat die Frau auf dem Foto Fernweh oder Heimweh? AB 1,2 WORTSCHATZ 1
SÄTZE BAUEN 2
Was meinen Sie? Wie könnte man die Gefühle,
die diese Wörter ausdrücken, beschreiben?

Wie würden Sie die beiden Begriffe auf Deutsch erklären?


Darunter versteht man ...

Fernweh oder Heimweh? Was entspricht eher Ihrer Persönlichkeit? SÄTZE BAUEN 3
Sprechen Sie in der Gruppe. PHONETIK 4

Ich bin eher der ...typ. ... Das ist nicht so mein Ding.
Ich persönlich ... lieber ...

B2 Heimweh nach daheim


Betrachten Sie gemeinsam den Cartoon.
Verstehen Sie ihn? Wo liegt die Komik?
Ich würde sagen,
es ist zuerst mal ... WORTSCHATZ 5, 6
SÄTZE BAUEN 7

# Welche sprachlichen und landeskundlichen Hintergrund­


informationen braucht man, um den Cartoon zu verstehen?
’ AB 8 SATZE BAUEN 8
Man müsste etwas darüber wissen, wie ...

B3 Cartoons verstehen
Arbeiten Sie zu dritt. Jeder von Ihnen sieht sich einen anderen Cartoon an
(Cartoon 1: Seite 143; Cartoon 2: Seite 135; Cartoon 3: Seite 131). Was ist das Thema?
Wie wird es dargestellt? Worin liegt die Komik/die Ironie? Braucht man besondere
Hintergrundinformationen, um ihn zu verstehen? Machen Sie sich Notizen.
Beschreiben und erklären Sie sich nun gegenseitig Ihre Cartoons.
Begründen Sie auch, warum Ihnen Ihr Cartoon gefällt oder nicht gefällt.
Verwenden Sie auch die folgenden Wendungen und Ausdrücke.
Mein Cartoon ste llt folgende Situation dar: ... ■ Dazu muss man wissen, dass ... ■
Der C artoonist arbe ite t m it Ü b e rraschun gen/einem W o rtsp ie l/ ... ■
In meinem Cartoon g ib t es eine ü b e rra s c h e n d e /in te re s s a n te /... Pointe. ■
Die Komik bekom m t der Cartoon durch das W o rtsp ie l/ den Z e ic h e n stil/... ■
Die Komik des Cartoons lie g t darin, dass .../b e s te h t darin, dass ... SÄTZE BAUEN 9
TEXTE BAUEN 10
c Stellen Sie einen Cartoon aus Ihrer Heimat vor (schriftlich oder mündlich).

88 A uf Achse LEKTION 0
_________________________________________________________________ LESEN
Nachhaltiger Tourismus____________________ h ö re n
SPRECHEN

CI Mit dem Flugzeug unterwegs


Umweltfreundlich reisen - ist das für Sie ein Thema? Sprechen Sie in der Gruppe.
Lesen Sie die Informationen zum Klimaschutzprogramm atmosfair und
unterstreichen Sie Schlüsselwörter.

a t m o s f a i r

Jeder Flug trägt zur K lim a e rw ä r­ sionen des Flugzeugs. F in an zie rt


mung bei. A b e r w er von B erlin nach werden Projekte in E ntw icklungs - 15

San Francisco w ill, hat außer V er­ ländern.


zicht keine praktische A lternative. A lle Klim aschutzprojekte von atmos­
5 Wenn Sie in dieser Situation einen fa ir unterstützen erneuerbare Ener­
B eitrag zu m K lim a s c h u tz leisten gien w ie Solarspiegel in Indien oder
wollen, nutzen Sie atmosfair. Energiesparmaßnahm en w ie e ffizien te Küchen 20

Passagiere zahlen fre iw illig fü r die von ihnen in A frik a . D ie Projekte müssen den Menschen vor
verursachten Flugem issionen. Das G eld w ird O rt von Nutzen sein und die lokale U m w e lt
'o zum Beispiel in Solar-, W asserkraft-, Biomasse­ entlasten. Sie werden von U N -a k k re d itie rte n
oder Energiesparprojekte investiert, um dort eine Prüfern v e rifizie rt, die dafür in vo llem U m fan g Attribution
M enge Treibhausgase einzusparen, die eine ver­ haften, w w w .atm osfair.de 25
GRAMMATIK 11-17
gleichbare K lim a w irk u n g haben w ie die Em is­
AB 11-18

WORTSCHATZ 18
• Machen Sie sich Notizen und geben Sie das
Klimaschutzprogramm atmosfair mit eigenen Worten wieder.
Erläutern Sie dabei die Grundideen.
SÄTZE BAUEN 19
AB 19,20
TEXTE BAUEN 20
• Ist ein Programm wie atmosfair sinnvoll?
Könnten Sie sich vorstellen, sich daran zu beteiligen? Sprechen Sie.

( Das (e r)s c h e in t m ir e in le u c h te n d /ü b e rz e u g e n d . ... ■


Das k lin g t z w a r im e rs te n M o m e n t ü b e rz e u g e n d , a b e r ... ■

Ich fra g e m ic h , o b ... ■ M an k ö n n te e in w e n d e n , d a s s ... ■ AB 21 SÄTZE BAUEN 21


W enn m an b e d e n k t, d a s s ..., d a n n ... ■
H ö c h s t w a h r s c h e in lic h / V e r m u t lic h / V ie lle ic h t w ü rd e ich ... ■
Ich k ö n n te m ir d u rc h a u s v o rs te lle n , d a ss ...

Der Tourismus der Zukunft

0 Was müsste sich Ihrer Meinung nach im Bereich des internationalen


und des nationalen Tourismus ändern? Tragen Sie kurz Ihre Ideen zusammen.
02-25:28
Ein Interview mit Sabrina Meier-Schwarz
Lesen Sie die folgenden Inhaltspunkte. Hören Sie dann das Interview.
Kreuzen Sie die Inhaltspunkte an, die Ihrer Meinung nach im Hörtext
angesprochen werden.
Vergleichen Sie dann mit Ihrer Lernpartnerin / Ihrem Lernpartner.
Zwei Themen kommen nicht vor.

Auf Achse LEKTION 0


LESEN
Nachhaltiger Tourismus HÖREN
SPRECHEN

a LJ zunehmendes Interesse an nachhaltigem e das Verhalten der deutschen Reisenden


Tourismus f sinnvolle Kompensationsprogramme
b : : steigender Flugreiseverkehr g Tourismus in Entwicklungsländern
c LJ immer mehr Kritik an Luxushotels h neue Chancen für innovative Firmen
Attribution
d LJ negative Auswirkungen von i Forderungen an die Tourismusbranche
GRAMMATIK 22, 23
Eingriffen in die Natur auf die Umwelt j Tipps für nachhaltiges Reisen

AB 2 2 -2 6

$ Lesen Sie zuerst die folgenden Aussagen.


WORTSCHATZ 24-26
Hören Sie anschließend das Interview noch einmal in Abschnitten
(Abschnitt 1-3) und kreuzen Sie an: Wurde das - sinngemäß -
im Interview gesagt oder nicht?
ja nein
Abschnitt 1 1 Das Interesse der deutschen Reisenden an nachhaltigem Tourismus
0 " ' "2 .'25 ist infolge von Umwelt- und Sozialbewusstsein gestiegen.
2 Man spricht von nachhaltigem Tourismus, wenn alle Hotels
Bio-Produkte verwenden.
3 Touristikunternehmen verfügen bereits über gute Konzepte des nachhaltigen
Tourismus und haben dafür Gütesiegel.
Abschnitt 2 4 Der Tourismus trägt grundsätzlich keine Schuld an Umweltschäden.
0 2 .2 6
5 Die meisten deutschen Reisenden reisen nur umweltfreundlich,
wenn es für sie nicht mit Einschränkungen verbunden ist.
6 Kompensationsprogramme wie a tm o s fa ir sind zertifiziert und deshalb glaubwürdig.
Abschnitt 3 7 Den Tourismusunternehmen in Entwicklungsländern fehlt es oft an den nötigen
Strukturen, um nachhaltig arbeiten zu können.
8 Die Tourismusbranche sollte Systeme zum Schutz der Umwelt und
im Hinblick auf mehr soziale Verantwortlichkeit aufbauen.

# Welche Faktoren werden in dem Interview mit dem Begriff „nachhaltiger Tourismus
in Verbindung gebracht? Kreuzen Sie an. Vergleichen Sie dann im Kurs.

LJ Umweltmanagementsysteme ■ LJ regionale Förderung ■ LJ Einsparen von Ressourcen ■


LJ Bio-Boom ■ LJ Bio-Label ■ LJ soziale Verantwortlichkeit ■ LJ umweltfreundliches Reisen ■
L J Bio-Reisen ■ LJ Komfort ■ LJ Ausbau und Stabilisierung des regionalen Angebots ■
LJ Ökotourismus ■ LJ soziale Fragen ■ LJ Umweltfragen ■ LJ Ökobilanz ■
LJ Arbeitsplätze der Region ■ LJ regionale Produkte

Abschnitt 4
0 Lesen Sie die folgende Frage. Hören Sie dann Abschnitt 4 des Interviews noch einmal.
©....ML. Notieren Sie die Antwort in Stichworten. Nennen Sie mindestens vier Punkte.
Wie können Reisende einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

90 Auf Achse LEKTION 0


C3 Programmplanung - Teambesprechung im Reisebüro
Sie sind davon überzeugt, dass ein neues Segment „Bewusstes Reisen
und nachhaltiger Tourismus“ die Zukunft Ihres Reisebüros sichern
würde. Sie möchten in der nächsten Teambesprechung Ihre
Mitarbeiter davon überzeugen. Arbeiten Sie zu zweit.

1 Sammeln Sie Argumente zum Thema nachhaltiger Tourismus. Orientieren Sie


sich dabei an dem Interview in C2. Die Antworten und Lösungen dort helfen Ihnen.
- Was versteht man unter nachhaltigem Tourismus?
- Welche Möglichkeiten bietet der nachhaltige Tourismus?
- Woran sollten sich deshalb problembewusste Reiseanbieter orientieren?

2 Überlegen Sie nun gemeinsam, welche Konsequenzen die Ergebnisse Ihrer Analyse
für den eigenen Betrieb haben könnten. Notieren Sie jeweils die drei wichtigsten.

Probleme beim konventionellen Angebot:


we-n'igC'V' l3vcAivn^fvi ■ wov\\a^r Umsätze- in ole-r TovriSmvSbyancbe- ■ ne-ve-, Ve-ranole-rbe-
AftSyrüchc- ole-r Kvndon ■ Ve-rSfarfcte- K nilh Von \imwc-ltbow\jSStoY\ ICvno/e-n ■

neue Chancen für den nachhaltigen Tourismus:


newe- ICvnde-n ^^pwinne-n ■ Ch ano^n f ü r innovative n rrvie n ■ neve M ö ^Jie h fce ite n für
innovative- A n a o b o te - ■ In v e s titio n in d ie Z v fa /n ft ■ besondere«; M arfeenz-eiehen ■

Was möchten Sie Ihrem Team in der Sitzung vorschlagen? Notieren Sie Stichpunkte.
A n g e b o t e rm /e ite rn ■ innovative A n b ie te r ins Programm avfne-hmlen ■
W e rb u n g anders g e s ta lte n ■ ICvnden d i r e k t anSetireiben vnd in fo rm ie re n ■

4 Stellen Sie nun Ihre Präsentation zusammen. Achten Sie dabei auf eine sinnvolle Reihenfolge
der Argumente. Denken Sie auch an die Einleitung und an den Schluss. Und vergessen Sie nicht:
Sie möchten überzeugen. Überlegen Sie auch, wer welchen Teil vorträgt.

5 Formulieren Sie Ihre Präsentation zuerst einmal zu zweit für sich in Stichworten. Stimmt der Aufbau?
Drücken Sie sich angemessen aus. Die folgenden Wendungen und Ausdrücke helfen Ihnen dabei.
..., das ist eine Form des Tourismus, die ... ■
... ist eine Ursache fü r ... ■ ... lässt sich auf ... zurückführen. ■
Gegenüber dem ... h a t ... den Vorteil, dass ... ■
Ein Vorteil d e s / d e r ... besteht darin, dass ... ■
Man da rf auch nicht vergessen, dass ... ■
V ie lle ich t kann ich das an einem Beispiel erläutern: ... ■
Es kom m t noch etwas hinzu, näm lich ...

Könnten w ir nich t Folgendes tun: ...? ■


W ir könnten auch darüber nachdenken, ob ... ■
Eine andere M öglichkeit wäre, dass w i r ... ■
Wäre es nich t auch denkbar, dass w ir ...? ■
Wie wäre es dam it: W ir ...

b Präsentieren Sie nun gemeinsam Ihr Ergebnis. ab 27,28 ^atze bauen 27


Sprechen Sie frei, orientieren Sie sich an Ihren Stichpunkten.

Auf Achse LEKTION 0 91


Fokus Sprache: Attribution im Kontext

1 Komprimierte Informationen
a Lesen Sie den folgenden Text.

Passagiere zahlen freiwillig für die von ihnen verur­ Alle Klimaschutzprojekte von atmosfair unterstützen
sachten Flugemissionen. Das Geld wird zum Beispiel erneuerbare Energien wie Solarspiegel in Indien oder
in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiespar­ Energiesparmaßnahmen wie effiziente Küchen in Af­
projekte investiert, um dort eine Menge Treibhausgase rika. Die Projekte müssen den Menschen vor Ort von
einzusparen, die eine vergleichbare Klimawirkung Nutzen sein und die lokale Umwelt entlasten. Sie wer­
haben wie die Emissionen des Flugzeugs. den von UN-akkreditierten Prüfern verifiziert, die
dafür in vollem Umfang haften.

b Beobachtungsaufgabe. Wie wirkt der Text auf Sie? Kreuzen Sie an.
1 Der Text ... enthält wenig Informationen. enthält viele Informationen
2 Der Inhalt ist ... leicht verständlich. eher komplex.
3 Die Sprache ist ... genau. eher ungenau.
eher schriftsprachlich. eher alltagssprachlich.

c Beobachtungsaufgabe. Lesen Sie die beiden Sätze und beantworten Sie dann die Fragen.
Kreuzen Sie an.
1 Passagiere zahlen freiwillig für die von ihnen verursachten Flugemissionen.
2 Passagiere verursachen Flugemissionen, und dafür zahlen sie freiwillig Geld.

Welcher Satz ist eher schriftsprachlich? Satz 1 Satz2


Welcher Satz ist (z. B. beim Floren) leichter verständlich? Satz 1 Satz2

d Was ist mit den folgenden Satzteilen im Kontext des Textes (1a) gemeint?
Kreuzen Sie an.
1 die von ihnen verursachten Flugemissionen
a meint eine indirekte Verursachung durch die Passagiere
b meint eine direkte Verursachung durch die Passagiere

2 Energiesparprojekte
a Projekte zum Sparen von Energie
b Projekte, die Energie sparen
3 eine vergleichbare Klimawirkung
a eine ähnliche Klimawirkung
b eine Klimawirkung, die man vergleichen kann

4 alle Klimaschutzprojekte von a tm o s fa ir


a alle Projekte sind von a tm o s fa ir gegründet
b alle Projekte werden von a tm o s fa ir unterstützt
5 Menschen vor Ort
a Menschen, die dort leben, wo die Projekte durchgeführt werden
b Menschen vor den Orten der Projekte

6 Prüfer, die dafür in vollem Umfang haften


a Prüfer sind für den Erfolg der Projekte verantwortlich
b Prüfer sind für die Erfüllung der Kriterien verantwortlich

92 A uf Achse LEKTION 0
2 Etwas genau beschreiben - viele Möglichkeiten der Attribution
Lesen Sie die Beispiele. Achten Sie auf die kursiven Wörter.
Um welche grammatikalischen Formen a-h handelt es sich dabei?
Ordnen Sie zu.

1 das Flugzeug da d rü b e n
2 ein n e u e s Flugzeug
3 das Flugzeug, m it d e m w ir flie g e n
4 der F lugzeugba u
5 das Flugzeug b e im S ta rt
6 der Bau de s Flugzeugs
7 das s ic h in d e r L u ft b e fin d lic h e Flugzeug d
8 dieses Flugzeug is t n e u

a zusammengesetzte Nomen
b attributives Adjektiv
c Genitiv
d Linksattribut mit Adjektiv/Partizip
e Attribut mit Präposition
f prädikatives Adjektiv
g Relativsatz
h Adverb

3 a Beobachtungsaufgabe. Welche Aussagen stimmen? Kreuzen Sie an.


1 Alle Varianten der Attribution werden gleichermaßen in der Alltagssprache
wie in der Schriftsprache verwendet.
2 Folgende Varianten der Attribution kommen vor allem in Fach- und Sachtexten vor:
zusammengesetzte Nomen, Genitiv, Linksattribut. Die Informationen werden dadurch
komplexer und konzentrierter, aber auch schwerer verständlich.
3 In der gesprochenen Sprache verwendet man oft prädikative Adjektive und Relativsätze,
wenn man etwas beschreiben möchte.

b Beobachtungsaufgabe. Lesen Sie die Sätze und notieren Sie, welche eher
zur geschriebenen (a) und welche eher zur gesprochenen (b) Sprache gehören.
1 Das Flugzeug da d rü b e n muss noch betankt werden.
2 Und hier seht ihr das Flugzeug, m it d e m w ir n ach B e rlin g e flo g e n sin d .
3 Unsere Flotte besteht ausschließlich aus Flugzeugen, d ie n ic h t ä lte r a ls d re i Jahre sind.
4 Bei der Entwicklung d ie s e s n e u e n F lu g ze u g typ s wurde vor allem auf dessen
Um W e ltv e rträ g lic h k e it ge ac hte t .
5 Ich suche für mein Enkelkind ein S p ie lze u g flu g ze u g , so eins, das fliegen kann.
6 Die Sitzplätze in u n s e re n F lu gzeugen bieten hohen Komfort auch bei langen Flugreisen.
7 D ie S itze in d e m F lie g e r waren wieder mal ziemlich u n b e q u e m .
8 Die Zahl d e r g e ra d e im Bau b e fin d lic h e n F lugzeuge beläuft sich auf 24 Maschinen.

Auf Achse LEKTION 0 93


HÖREN
Mach das Radio an! SPRECHEN
LESEN

Wise Guys: „Radio“


2 .2 9

a Sehen Sie die Fotos an und hören Sie die Musik. Welches Bild passt
Ihrer Meinung nach am besten zu dem Lied? Warum? Begründen Sie Ihre Wahl.

b Welche dieser Begriffe verbinden Sie mit dem Lied? Warum?


Kreuzen Sie an und vergleichen Sie dann in der Gruppe.
Fluchtgedanken Abenteuerlust Verliebtsein Rebellion Freiheitsliebe Alltagsmüdigkeit
Fernweh Wunschträume Optimismus Fleimweh Sehnsucht Langeweile

H it . . . v e rb in d e i c h / Für m ich d r ü c k t . . . so etwas aus AB 29 WORTSCFIATZ29


a s s o z iie r e ic h . . . w ie . . . Es e r in n e r t m ich an . . .

c Versuchen Sie, das Lebensgefühl, das in dem Lied anklingt, in Worte zu fassen.
Es findet sich in vielen aktuellen Liedtexten wieder. Können Sie dieses Phänomen
erklären? Existiert in Ihrem Heimatland ein ähnliches Phänomen?
Das Lied v e rm itte lt ein Lebensgefühl, das ... ■ Man könnte das Lebensgefühl folgendermaßen
beschreiben: ... ■ Eine zentrale/besondere Bedeutung hat ... ■ Typisch fü r ... ist ... ■
Das Lied e rw eckt den Eindruck, als ob ... ■ Dieses Phänomen/ Dieser Trend ist vie lle ich t
darauf zurückzuführen, dass ... ■ Eine mögliche Ursache dafür ist .../lie g t darin, dass ... ■
Verglichen m it der S ituation in meinem Heimatland ... ■
In meinem Heim atland s te llt sich das ganz anders dar: ... ■ AB 30 SÄTZE BAUEN 30
In meinem Heim atland g ib t es e in /k e in vergleichbares Phänomen: ...

d Lesen Sie nun den Liedtext auf Seite 136.


Hören Sie dann das Lied noch einmal und singen Sie mit, wenn Sie wollen. AB31 P h o n e t i k 31

D2 Die Wise Guys

a Wer sind die Wise Guys? Recherchieren Sie im Internet.


Tragen Sie Ihre Informationen im Kurs zusammen. Ist die Band beliebt?
Seit wann hat sie Erfolge und welche? Wer sind die Bandmitglieder?
Woher kommen sie? Haben sie ein bestimmtes musikalisches Ziel?

b Wie finden Sie die Musik? (modern, veraltet, altmodisch, ...)

94 A uf Achse LEKTION ©
LESEN
Über den ständigen Begleiter der Erde SPRECHEN

El Was wissen Sie über den Mond? Sammeln Sie im Kurs.


Bei Vollmond ... ■ Soviel ich weiß, ... der Mond .... ■
S ich e r/U n b e stritte n ist auf jeden Fall, dass ... ■ Angeblich soll ja ... ■
V erbreitet ist, glaube ich, die Annahme, dass ...

E2 Ordnen Sie die Fotos 1-6 den Themen zu.


m Der Einfluss des Mondes auf die Natur ..... D Die Erde ohne den Mond
■ Der Mythos „Mond“ ..... * Die Entstehung des Mondes
■ Der Einfluss des Mondes auf den Menschen ..... m Die Mondphasen

E3 a Lesen Sie den folgenden Text und vergleichen Sie mit Ihren Aussagen in El.
Werden im Text dieselben oder ähnliche Themen angesprochen?

Der Mond
Der Mond hat die Menschheit etwa 384 000 Kilometern auf einer ellipsenförmigen
schon immer fasziniert. Seit Jahr­ Bahn umkreist. Für eine ganze Umdrehung benötigt der 20
tausenden ranken sich Legen­ Mond etwa 29,5 Tage. Im Laufe dieser Zeit wechselt sein
den, Mythen und Geschichten Anblick, da wir manchmal mehr, manchmal weniger
um Ursprung und Wesen des seine helle Seite sehen. Dies nennt man die Mondphasen.
Mondes. Geheime Kräfte wer­ Die Entstehung des Mondes blieb lange Zeit ein Rätsel.
den ihm zugeschrieben. Unzählige Gedichte, Lieder, Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich in Fachkreisen die 25
Romane, Sachbücher und esoterische Ratgeber spiegeln Ansicht durchgesetzt, dass der Mond nach einem
diese Faszination wider. Zusammenstoß der Ur-Erde mit einem etwa marsgroßen
,o Dass der Mond Ebbe und Flut bestimmt, ist physikalisch Himmelskörper entstanden ist.
erklärbar, und hinter einer Mondfinsternis steckt schon Was wäre, wenn w ir den Mond nicht hätten?
lange kein Geheimnis mehr. Auch manche Tiere passen Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahrzehnten 30
sich in ihrem Rhythmus den Gezeiten an und sind damit herausgefunden, wie wichtig dieser Planet für die
indirekt vom Mond abhängig. Doch wie steht es mit sei- Entwicklung der Erde war. Sie kommen zu dem Schluss,
15 nem Einfluss auf den Menschen? Wissenschaftler sind dass ohne den Mond die Umweltbedingungen radikal
skeptisch. Es fehlt an Beweisen. anders wären - ja, dass unser Planet vielleicht sogar so
Aus der Sicht eines Astronomen ist der Mond ein lebensfeindlich wäre, wie der Mars es heute ist.
Himmelskörper, der unsere Erde in einer Entfernung von
AB 32-33 WORTSCHATZ 32,33

Auf Achse LEKTION 0 95


I — LESEN
■ Über den ständigen Begleiter der Erde SPRECHEN

JHBP
% Wo kommen die Themen aus E2 im Text vor? Markieren Sie die Textstellen
und schreiben Sie den passenden Buchstaben an den Rand. Vergleichen Sie im Kurs.

gp Wo steht das im Text? Notieren Sie die entsprechenden Zeilen.


Zeile

1 Von jeher übt der Mond eine große Faszination auf den Menschen aus. X 2 -

2 Wechselwirkungen zwischen dem Mond und bestimmten Phänomenen in der Natur


lassen sich physikalisch erklären.

3 Es konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, dass der Mond auch


einen besonderen Einfluss auf den Menschen hat.

4 Der Mond dreht sich in etwa einem Monat einmal um die Erde.

5 Wissenschaftler gehen bei der Frage, wie der Mond entstanden sein könnte,
von einer Kollisionstheorie aus.

6 Die Existenz des Mondes hat einen starken Einfluss auf die Lebensbedingungen auf der Erde.

E4 Kurzpräsentation in der Gruppe

m Arbeiten Sie in Gruppen (höchstens zu sechst).


Jeweils ein Gruppenmitglied bearbeitet ein Thema (A-F).
Wählen Sie jetzt das Thema aus, das Sie bearbeiten möchten.
Lesen Sie dann „Ihren“ Text im Anhang und lösen Sie dort die Aufgaben.

Der Einfluss des Mondes auf die Natur: Seite 142 D Die Erde ohne den Mond: Seite 145
B Der Mythos Mond: Seite 131 E Die Entstehung des Mondes: Seite 137 en
6 GRAMMATIK 34-37
C Der Einfluss des Mondes auf den Menschen: Seite 134 Fs Die Mondphasen: Seite 140
AB 34-39

$ Sammeln Sie Wendungen und Ausdrücke, die für Ihre Präsentation passen. SÄTZE BAUEN 38
Achten Sie auch auf unterschiedliche Textverknüpfungen. TEXTE BAUEN 39

# Präsentieren Sie die Informationen aus Ihrem Text mit eigenen Worten.
Wenn möglich, beziehen Sie sich auch auf den Text „Der Mond“ (E3a) oder auf
die Beiträge der anderen Kursteilnehmer.
Die Autorin /D e r A utor befasst sich m it dem Thema ... ■
Die A u to rin / Der A utor setzt sich zunächst m i t ... auseinander. ■
Die zentrale A ussage/H auptaussage des Textes ist: ... ■
Es geht vor allem um ... ■
Die Autorin / Der A utor b e s c h re ib t/v e rw e is t a u f/fa s s t zusammen, ... ■
Die Autorin / D e r A utor hebt besonders hervor, dass ...
Wie schon in dem Text „Der Mond“ erw ähnt, ... ■
I Das Thema ..., das auch schon in dem Text „Der Mond“ vorkom m t, w ird hier ... ■
Wie auch ... schon g e sa g t/e rw ä h n t hat, ... ■
Am Beispiel von ... legt die A utorin /d e r Autor dar, dass ... ■
Als Beispiel fü h rt s ie /e r Folgendes an: ... ■ S ie/E r e rö rte rt dies an folgendem Beispiel: ...
Zunächst w ird ... dargestellt, dann e rlä u te rt s ie / e r ... ■
Ausgehend vom Beispiel ... fü h rt s ie /e r vor, dass ... ■
Am S c h lu s s /A ls Fazit legt s ie /e r dar, dass ...

96 A uf Achse LEKTION 0
LESEN
Ihr Fachgebiet - Ihre P räsentation ;CHREIBEN
SPRECHEN

Fl Recherchieren und sammeln Sie Informationen zu einem Thema, das Sie interessiert
und/oder in dem Sie sich gut auskennen, z. B. aus den Bereichen Naturwissenschaft,
Technik, Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport.

N a tu rw is s e n s c h a ft Technik P o litik

W irts c h a ft K ultur S po rt

F2 Ihre Aufgabe besteht darin, in Ihrem Kurs eine Präsentation zu Ihrem Thema zu halten.
Sie darf höchstens fünf Minuten dauern.

1 Vorbereitung

- Überlegen Sie, was Sie vermitteln, zeigen, erklären möchten. Gehen Sie davon aus,
dass die anderen Kursteilnehmer kein Vorwissen mitbringen.
- Notieren Sie Schlüsselwörter.
- Machen Sie sich dann Notizen zu den Schlüsselwörtern.
- Überlegen Sie sich, welche Wörter oder Begriffe für die Zuhörer unbekannt sein könnten
oder in diesem Zusammenhang eine neue Bedeutung haben könnten.
- Haben Sie Beispiele, Abbildungen, Schaubilder, Grafiken oder Ähnliches?
- Wenn Sie wollen, können Sie nun alles in einer Mind Map strukturieren.

2 Ausarbeitung

- Bringen Sie nun Ihre Informationen in die Reihenfolge Ihrer Präsentation. Achten Sie auf
eine logisch strukturierte Gliederung Ihrer Präsentation.
- Sammeln Sie nun die passenden Wendungen und Ausdrücke für Ihre Präsentation.
Denken Sie daran, dass Sie eine Einleitung und auch einen Schluss brauchen.
- Überlegen Sie sich, mit welchen Wörtern, Wendungen und Ausdrücken Sie schwierige Begriffe
erklären können.

Halten Sie Ihre Präsentation. Beantworten Sie anschießend Fragen der Zuhörer.

b Haben Sie die Inhalte gut und verständlich dargestellt? Fragen Sie Ihre Zuhörer.

Auf Achse LEKTION 0 97


Wendungen und Ausdrücke Auf Achse

komplexe Inhalte verstehen und ve rm itte ln

einen Cartoon inte rp re tie re n (— B3b) etwas erläutern (— C3a5)


... stellt folgende Situation dar: ... ..., das ist eine Form der/des ..., die ...
Dazu muss man wissen, dass ... ... ist eine Ursache f ü r ...
... arbeitet mit Überraschungen/ ... lässt sich a u f... zurückführen.
einem Wortspiel /... Gegenüber dem ... h a t... den Vorteil, dass ...
Im Cartoon gibt es eine überraschende/ Ein Vorteil d e s /d e r ... besteht darin, dass ...
interessante/... Pointe. Man darf auch nicht vergessen, dass ...
Die Komik bekommt der Cartoon durch Vielleicht kann ich das an einem Beispiel erläutern: ...
das W ortspiel/den Zeichenstil/... Es kommt noch etwas hinzu, nämlich ...
Die Komik des Cartoons liegt darin,
dass .../b e ste h t darin, dass ...

etwas kom m entieren, bewerten (-♦ cid) über den Inhalt eines Liedes sprechen ( - Die)
Das (er)scheint mir einleuchtend/ Das Lied vermittelt ein Lebensgefühl, das ...
überzeugend. ... Man könnte das Lebensgefühl folgendermaßen
Das klingt zwar im ersten Moment beschreiben:...
überzeugend, a b e r... Eine zentrale/besondere Bedeutung h a t...
Ich frage mich, ob ... Typisch f ü r ... i s t ...
Man könnte einwenden, dass ... Das Lied erweckt den Eindruck, als ob ...
Wenn man bedenkt, dass ..., dann ... Dieses Phänomen /Dieser Trend ist vielleicht darauf
Höchstwahrscheinlich /Vermutlich / zurückzuführen, dass ...
Vielleicht würde ich ... Eine mögliche Ursache dafür ist .../liegt darin, dass ...
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ... Verglichen mit der Situation in meinem Heimatland ...
In meinem Heimatland stellt sich das ganz anders dar: ...
In meinem Heimatland gibt es ein/kein vergleichbares
Phänomen: ...
etwas vorschlagen (— C3a5)
Könnten wir nicht Folgendes tun: ...?
Wir könnten auch darüber nachdenken, ob ... Aussagen eines Autors präsentieren ( - E 4 c)

Eine andere Möglichkeit wäre, dass w ir ... Die Autorin/Der Autor hebt besonders hervor, dass ...
Wäre es nicht auch denkbar, dass w ir ...? Wie schon in dem Text ... erwähnt, ...
Wie wäre es damit: W ir... Das Thema ..., das auch schon in dem Text...
vorkommt, wird h ie r...
Wie auch ... schon gesagt/erwähnt hat, ...
Am Beispiel von ... legt die Autorin/der Autor dar, dass ...
Wissen weitergeben (-►E i ) Als Beispiel führt sie /e r Folgendes an: ...
Soviel ich weiß, ... Sie/Er erörtert dies an folgendem Beispiel: ...
Sicher/Unbestritten ist auf jeden Fall, dass ... Zunächst wird ... dargestellt, dann erläutert s ie /e r ...
Angeblich soll ja ... Ausgehend vom Beispiel ... führt sie /e r vor, dass ...
Verbreitet ist, glaube ich, die Annahme, dass ... Am Schluss/Als Fazit legt sie /e r dar, dass ...

98 A uf Achse LEKTION 0
Grammatik Auf Achse

A ttrib u tio n
Unter Attribution versteht man sprachliche Möglichkeiten, etwas genauer zu beschreiben.

m ith ilfe des Genitivs


die Gravitation des Mondes

durch W ortbildung: zusammengesetzte Nomen


das E nergiesparprojekt

durch Adjektive
Alle Klimaschutzprojekte unterstützen erneuerbare Energien,
durch Partizipien
Sie werden von a kkre d itie rte t Prüfern verifiziert.
Das sind überzeugende Argumente.

durch Relativsätze
Ein Klima, das höher entw icke lte s Leben unm öglich gem acht hätte.
..., wird auf der Seite der Erde, rn Mond gerade zugewandt 3t, der Wasserspiegel angehoben,

durch verkürzte Sätze


Den Roman, hren letzten, schrieb sie mit über 90 Jahren.

Adjektive zum Ausdruck von Ort, Zeit ...


Die heutige Sitzung muss leider ausfallen.

adverbiale Angaben
Die Straße vor unserem Haus wird neu geteert. Gemeint ist die ganze Straße, die vor dem Haus vorbeiführt.
Die Straße wird vor unserem Haus neu geteert. Gemeint ist das Stück der Straße, das genau vor dem Haus liegt.

M e n g e n a n g a b e n / M a ß e in h e ite n
- Flächen:
Quadratmeter (m2), Quadratkilometer (km2), Ar (a), Hektar (ha), Morgen (in der Landwirtschaft)
1 Ar = 100 m2; 1 ha = 10.000 m2; 1 km 2 = 1.000.000 m2; 1 Morgen= 2.500 m2 oder 25 Ar

- Entfernungen:
Millimeter (mm), Zentimeter (cm), Dezimeter (dm), Meter (m), Kilometer (km), Meilen, Seemeilen
1 cm = 10 mm; 1 dm = 10 cm, 1 m = 100 cm; 1 km = 1.000 m; 1 Meile = ca.1,6 km;
1 Seemeile (sm) = 1.852 m
- Gewichte:
Gramm (g), metrisches Pfund, Kilogramm (kg), Zentner, europäische Tonne (t)
1 Pfund = 500g; 1 kg = 1.000 g; 1 Zentner = 50 kg; 1 t = 1.000 kg
in Österreich: 1 dag (Dekagramm oder „Deka“) = 10 g

- Volumen:
M illiliter (ml), Kubikzentimeter (cm3), Liter (I), Hektoliter (hl)
1 ml = 1 cm3; 1 I = 1 . 0 0 0 ml = 1 . 0 0 0 cm3; 1 hl = 1 0 0 I

Auf Achse LEKTION 0 99


Ein Mann, ein Hund, ein Weg. Der Mann ist cool.
Der Hund manchmal nicht und der Weg führt
m itten durch Deutschland, was für Andreas
Kieling etwas ungewöhnlich ist, denn normaler­
weise ist er in Afrika, Alaska und Australien un­
terwegs, um wilde Tiere zu filmen. Er musste
fast 5 0 werden, um herauszufinden, dass es
auch bei uns wilde Tiere gibt.

Ein Mann, ein Hund


und der Weg der
Nandus, zum Beispiel, in Mecklenburg. Das sind sie ihren Optimismus und suchte ihr Heil in der
südamerikanische Laufvögel, die Latinos unter den Flucht. Noch nie zuvor hatte Andreas Kieling seinen
Straußen, wenn man so will. Im besonders kalten Hund so schnell laufen sehen, doch Nandus haben
Winter des Jahres 1989 brachen ein paar von ihnen ein cholerisches Temperament und machen bis zu
aus einem Gehege in Schleswig-Holstein aus und 60 km/h, wenn sie sauer sind. Fast hätte der große
flüchteten über den gefrorenen Ratzeburger See in Vogel den Hund gekriegt, aber im letzten Moment
den Osten. Dort fing sie niemand ein, sie vermehr­ erreichte Cleo ihren Herrn. Und suchte Schutz hinter
ten sich ungestört und inzwischen gibt's 2 0 0 freie ihm. „Ich hatte Glück", sagt der Tierfilmer. „Die
Nandus in Mecklenburgs freier Natur, und auf einen Kralle des Nandus riss mir nicht das Gesicht
von ihnen stürmte der Hund des Tierfilmers zu. Der oder die Brust auf, sondern nur die Hose. Und
Hund heißt Cleo und er ist noch ein bisschen unge­ halb nackt ist halb so schlimm wie halb tot,
stüm, weil erst zwei Jahre alt, und der große Vogel oder?" Andreas Kieling und das Glück scheinen eine
war leider Gottes ein Hahn. Bei den Nandus brüten unendliche Geschichte zu sein. Er wurde in Kenia
die Hähne, sie führen und bewachen auch die von Löwen, in Alaska von Eisbären, in Kanada von
Jungen. Dieser kam gerade mit sechs seiner Grizzlys und in Australien von Salzwasserkrokodi­
Kleinen über einen abgemähten Acker spaziert und len angegriffen, und er ist immer heil davongekom­
die Zeit, in der Cleo glaubte, dass er auf dem Acker men. Ein Nandu im Mecklenburgischen machte ihm
der Chef sei, war relativ kurz. Der Hahn griff sofort deshalb nicht allzu viel Angst. Das merkte auch der
an. Nandus (Scheitelhöhe 1,40 Meter, Rückenhöhe Vogel und er verdrückte sich. Und weiter ging's auf
1 Meter) kämpfen so: Sie springen einen - auch mal dem grünen Band. So wird das Naturschutzgebiet
zwei - Meter hoch in die Luft und schlagen dabei genannt, das sich entlang der ehemaligen inner­
mit ihren muskulösen Beinen wie Bruce Lee zu. An deutschen Grenze zieht. Aber auch schon vor dem
ihren Klauen haben sie jeweils eine saurierartige Fall der Mauer war der Todesstreifen* ein Rückzugs­
Kralle, die wie ein Krummdolch aussieht und messer­ gebiet für seltene und bedrohte Arten, die in den
scharf ist. Als die Hündin all das bemerkte, verlor intensiv genutzten Wirtschaftswäldern oder auf den

100 A uf Achse LEKTION G


*

großen Agrarflächen jenseits der Grenze geringe


Überlebenschancen hatten. Innerhalb nur eines Ta­
ges ihrer 1400 Kilometer langen Wanderung von
der bayerisch-böhmischen Grenze bis zur Ostsee
konnten der Tierfilmer und sein Hund fünf seltene
Arten beobachten, ohne wirklich nach ihnen zu
suchen.
Am Morgen eine Wildkatze, die vor ihnen den seine tägliche Angelration (drei Flaschen), bevor er
Weg überquerte. Gegen M ittag, als sie Rast in dem Tierfilmer zeigte, wo in der Saale die großen
einem Moor machten, sonnten sich zwei Kreuz­ Forellen und Hechte schwimmen. Das wurde eine
ottern neben ihnen. Dann sahen sie Birkhähne eher lustige Expedition. Doch zurück zur Hauptper­
sowie einen Wanderfalken, der eine Ringeltaube son. Cleo war die Heldin der Reise. Sie führte
in der Luft schlug, und am Abend flog völlig ge­ ihrem Herrchen ja nicht nur durchgeknallte Rie­
räuschlos ein riesiger Uhu über die Waldlichtung, senvögel zu, sondern auch mal eine schöne Förs­
in der sie ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Seltene terin. In der Lausitz, im Morgengrauen, im Regen.
Tiere. Seltene Menschen. Das Naturschutzgebiet Herr und Hund sahen deshalb ein bisschen herun­
scheint auch sie zu schützen. Brocken-Benno zum tergekommen aus und der Tierfilmer wusste sofort,
Beispiel, der seit einigen Jahren jeden Tag den was die Försterin dachte. Wie kommt ein Wander­
höchsten Berg des Harzes ersteigt. Okay, der ist nur vogel wie der an so einen Hund! Cleo ist ein Hanno­
1400 Meter hoch, aber Benno macht das zweimal veraner Schweißhund, eine exklusive und teure
Rasse. Es gibt nur ein paar Hundert von ihnen welt­

Freiheit
weit. Der Tierfilmer sah den Blick der Försterin und
sagte: „Ich weiß genau, was Sie denken." Nachdem
Andreas Kieling ihr erzählte, dass er früher selber
Förster und Jäger gewesen ist, seit 14 Jahren als
Tierfilmer durch die Welt reist und jetzt mit Cleo auf
pro Tag. Insgesamt war er bereits über 5300-mal dem Weg zur Ostsee ist, lud sie ihn zum Frühstück
auf dem Brocken und als Andreas Kieling ihn frag­ in ihr Forsthaus ein. Das war die gute Nachricht. Die
te, ob bei ihm zu Hause eine garstige Frau sitzt, schlechte: Nach dem Frühstück öffnete die schöne
sagte Benno, nee, nee, er habe nur diesen unbändi­ Försterin eine Stalltür und ein etwa 120 Kilo schwe­
gen Bewegungsdrang, außerdem gäbe es einen rer Wildschweinkeiler kam brummend und schnau­
Wessi, der von sich behauptet, den Brocken am bend heraus. Ihre Waldarbeiter hatten ihn als
häufigsten bestiegen zu haben. „Das kann ich als Frischling im dunklen Tann gefunden, er gilt hier als
Ossi nicht auf mir sitzen lassen. Und bitte, entschul­ Haustier. Name: Einstein. Kräfte: unermesslich. Cha­
digen Sie mich, ich muss jetzt langsam wieder run­ rakter: fraglich. Der Eber verbiss sich zum Abschied
ter vom Berg. Ich will ja nachher noch mal rauf." noch ein bisschen in das Knie des Tierfilmers und
Oder Karpfen-Klaus am Oberlauf der Saale. die nächsten zwei Tage sah Cleo ihren Herrn durch
Früher war er Facharbeiter, je tz t lebt er von den Thüringer Wald humpeln. Dann ging’s wieder,
H artz IV, aber er macht das Beste draus. Er geht also kein Grund zur Sorge. Außerdem sind die schö­
seit Jahren nur noch angeln. Angeln bringt der ne Försterin und ihr Mann zu guten Freunden
Seele Gelassenheit und Frieden, aber es gab noch geworden. Nur Einstein macht da nicht mit. Als
einen anderen Grund für Karpfen-Klaus' Fröhlich­ Andreas Kieling Monate nach seiner Reise durch
keit. Andreas Kieling tra f ihn in Hirschberg, in Deutschland die Försterei ein zweites Mal be­
einer kleinen Apotheke. „Es war die kurioseste suchte, biss der Eber sofort wieder zu. Dieses
Apotheke, die ich je gesehen hatte. Es gab Pharma- Mal in die Schulter, der Tierfilmer weiß auch nicht,
zeutika und selbst gemachte Naturheilpräparate, warum. Wahrscheinlich ist es immer dieselbe
gleichzeitig war die Apotheke eine Poststelle, und Geschichte. Bei jeder Schönen ist eine Bestie.
man konnte in ihr Angelscheine kaufen, und zu den
Angelscheinen boten sie legal gebrannten .Wurzel- * Ein Grenzstreifen zwischen der DDR und
der BRD, der DDR-Bürger am (unerlaubten) ab 4 0 TEXTE LESEN 40
peter' an." „Wurzelpeter" ist der traditionelle Grenzübertritt hindern sollte: Er war mit
Schnaps der Gegend und Karpfen-Klaus kaufte sich Minen und Selbstschussanlagen gesichert.

A uf Achse LEKTION 0 101


Auf der Walz - nicht nur zur Völkerverständigung, aber auch

Die Walz?
Handwerksgesellen ziehen von Ort zu
Ort. Wo sie Arbeit finden, bleiben sie.
Für kurze Zeit. Ziel der Walz ist es, Land
und Leute kennenzulernen, den eige­
nen Horizont zu erweitern, sich beruf­
lich weiterzubilden und neue Arbeitstech­
niken zu erlernen. Dabei gibt es kaum
Grenzen: Deutschland, Europa, Japan, Süd­
afrika - alles ist erlaubt, nur muss es min­
destens 50 Kilometer vom Heimatort ent­
fernt sein.

Das Wanderbuch
Ist so etwas wie ein Ausweis des Wanderers:
Damit kann er beweisen, dass er einem Schacht
angehört und eine Wandergesellin oder ein
Wandergeselle ist. In jeder Stadt können sie |
sich den offiziellen Stempel der Stadt auf <
dem Rathaus holen.
,---------------------------------* — - 9

Überraschender Besuch
beim Bürgermeister. Ein Wanderer
auf der Walz suchte ihn auf und stellte
sein Handwerksleben in Spruchform
dar. Der Bürgermeister wünschte ihm
eine gute Zeit auf seiner dreijährigen
Wanderschaft und verabschiedete ihn
mit einem kleinen Zehrgeld. In seinem
Wanderbuch hat der Geselle nun ei­
nen weiteren Stadtstempel.

W fA dui-J.
jL .i i .
Vielfältige Aufgaben und Projekte unter w w w .h u e b e r.d e /zie l

Wie lange ist man fort?


Meistens drei Jahre und einen Tag. Manchmal auch nur zwei
Jahre und einen Tag. Aber der gehört dazu, auf jeden Fall.

Wer darf sich auf die Socken machen?


Nicht jeder: Wer zum Bespiel auf sein Handy nicht verzichten
kann, muss zu Hause bleiben. Grundsätzlich kann jeder Hand­
werksgeselle auf die Walz gehen, also Zimmerleute, Tischler,
Steinmetze oder Maurer. Voraussetzungen sind: Man muss
einen Gesellenbrief besitzen, ledig, kinderlos, unter 30 Jahre
und schuldenfrei sein. Und wie gesagt, kein Handy. Zugege­
ben: Nicht jeder Verband nimmt auch Frauen auf, aber im­
merhin, auch hier ändern sich die Zeiten (ungefähr zehn Pro­
zent beträgt ihr Anteil heute).

: * » v, ^ 'ir r lE T
Wohin des Weges? Nicht nur in Deutschland
Prinzipiell überall dorthin, wo es den ausge­ Die CCEG (Confederation Compagnonnage
übten Beruf gibt und der Geselle neue Europeen) ist eine Dachorganisation der eu­
Erfahrungen sammeln kann. Auch wenn die ropäischen Gesellenzünfte. Seit 1978 hat
Walz eine europäische Tradition ist, haben die CCEG ein beratendes Statut im Europa­
Handwerksgesellen heutzutage die Möglich­ rat in Straßburg.
Woher kom m t die Tradition der Walz? keiten, in ferne Länder zu reisen und dort Hauptaufgabe der CCEG ist, die reisenden
Die Wanderjahre haben ihren Ursprung im mehr über ihren Beruf, über Land und Leute Gesellen im Besonderen sowie die einhei­
12. und 13. Jahrhundert. In dieser Zeit wa­ zu erfahren. „Die Gesellenreise führt heute mischen Kameraden der verschiedenen
ren Handwerksgesellen zur Walz verpflich­ auch weit über die traditionellen Walz­ Zünfte und Länder einander näherzubrin­
tet. Handwerksmeister der Stadt wollten gebiete Europas hinaus in die USA nach gen, um sich kennenzulernen und sich ge­
ihr Territorium für sich behalten und so wa­ Kanada, Australien und Neuseeland“, sagt genseitig nach Kräften zu unterstützen.
ren die Gesellen gezwungen, sich neue Ar­ Zimmermeister Erwin Götz aus Nürnberg, Somit genießt jeder Geselle die Gast­
beitsstellen zu suchen. Im 18. Jahrhundert der außerdem Präsident der Confederation freundschaft aller Mitgliedsvereinigungen.
gehörte die Walz zur Ausbildung in den aus Compagnonnage Europeen (CCEG) ist, einem Die CCEG veranstaltet alle fünf Jahre ein
dem Mittelalter stammenden Zunftbetrie­ Dachverband der Europäischen Gesellen­ Europatreffen, das turnusgemäß jeweils von
ben. zünfte. einer anderen Mitgliedszunft ausgerichtet
wird. 2008 fand das Treffen in Dänemark
statt. Der damalige dänische Außenminis­
ter Per Haekkerup hat in seiner Rede an­
lässlich des Kopenhagener Europatreffens
sehr treffend gesagt: „Die reisenden Hand­
werker waren die ersten echten Europäer.“

„ W ir s in d z w e i G esellen von e ig e n e r Z u n ft -,
es fe h lt uns an n ic h ts - w e d e r M u t noch
Vernunft.
W ir s in d a u f d e r Walz, das is t u n s ’re M ission,
suchen M e is te r u n d A rbeit, B e tt u n d B ro t
u n se r Lohn. “
-++ eigene Standpunkte in Diskussionen einbringen +++ O h n e E n d e +++ eigene Standpunkte in Diskussionen einbringen +ti

Ohne Ende
Q Ohne Ende
11 Alt gegen Jung?
Q „So langsam wie möglich“
O Arbeitszeiten ohne Ende?
Q Die nächste Ausgabe
Immer höher, immer schneller

Lernziel: eigene Standpunkte in


Diskussionen einbringen

in einem kontroversen Gespräch


die Argumente verstehen
sich in der eigenen Argumentation
auf die Argumente anderer beziehen
dabei angemessen auf Fragen und
Einwände eingehen
angemessene Fragen zu den Beiträgen
anderer stellen
-> unterschiedliche Informationen zu
einem Thema notieren und weitergeben
die eigene Meinung zu komplexen
Themen äußern
sich nach einem kontroversen Gespräch
auf eine Lösung einigen
die Lösungen/das Ergebnis eines
kontroversen Gesprächs präsentieren
die Inhalte eines kontroversen Gesprächs
in einer Stellungnahme zusammenfassen
detaillierte Informationen verstehen
(gesprochene /schriftliche)
--------------------------------------------------- A

Textsorten
Sachtexte Statistik Feature
Informationen des Ministeriums
Argumentationsliste Fachtexte
Website Radiomeldung

104 Ohne Ende I LEKTION O


r

nie Standpunkte in Diskussionen einbringen +++ eigene Standpunkte in Diskus SPRECHEN

"...

AI Welches Foto oder welcher Text spricht


Sie spontan am meisten an? Sprechen
Sie zu zweit über Ihr Foto/Ihren Text und
erläutern Sie Ihre Wahl.

A2 Was könnte Ihr Foto oder Ihr Text mit


dem Titel dieser Lektion zu tun haben?
Sprechen Sie.

A3 Was fällt Ihnen noch zu „Ohne Ende“ ein?


Welche Gedanken oder Situationen
verbinden Sie damit?

W
Lieber ein Ende
mit Schrecken,
als ein Schrecken
ohne Ende.

Job Koelewijn: Bücherregal ohne Ende

Ohne Ende LEKTION O 105


F
. ......
LESEN

Alt gegen Jung? HÖREN


SPRECHEN
. 9 1 ......

O 2.30

Bl Hören Sie die Meldung.


Überlegen Sie kurz: Was wäre, wenn das, was Sie gehört haben, stimmen würde?
Sprechen Sie im Kurs.

B2 Alt und Jung im Sozialstaat WORTSCHATZ 1,2


AB 1-3
SÄTZE BAUEN 3
Prognose für das Jahr 2060. Lesen Sie zuerst die Aufgaben,
lesen Sie dann den Text und lösen Sie die Aufgaben.

Im Jahre 2002 waren in der EU schon 19% der Bevölke­ Alter bedeutet jedoch nicht nur Engagement, Lebens­
rung über 65. Im Jahr 2060 werden es gut 30% sein, kraft und Mobilität. Die Zahl hilfe- und pflegebedürftiger
nämlich eine Person von drei. Menschen in Deutschland und den anderen EU-Ländern
Ältere Menschen gestalten und prägen die Gesellschaft: wird infolge des demografischen Wandels steigen. Auch
5 mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen, ihren Fähigkeiten und die Zahl derjenigen wird zunehmen, die von Demenz- 25
ihrem Engagement. Sie sind aktiv, mobil und äußern ihre erkrankungen betroffen sind. Alle diese pflegebedürfti­
Wünsche und Bedürfnisse nach einer selbstständigen gen Menschen haben einen Anspruch auf menschen­
und individuellen Lebensführung. würdige und fachgerechte Pflege.
Aufgrund der steigenden Lebenserwartung haben ältere Eine weitere Frage ist, wie die Rente finanziert wird. In
io Menschen mehr Zeit, sich in unserer Gesellschaft einzu­ Zukunft müssen zwei Arbeitnehmer einen Rentner finan- 30
bringen. Sie fordern dies auch mit Nachdruck ein. Das ist zieren, zurzeit sind es vier. Die Bereiche der ehrenamtli­
erfreulich und kann den Zusammenhalt unserer Gesell­ chen Tätigkeit, aber auch der bezahlten Arbeit werden
schaft fördern. chronisch unterbesetzt sein.
Politik und Gesellschaft sind aufgefordert, entsprechen- Für die Jüngsten der Gesellschaft wird die Erfahrung ei­
i5 de Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Chancen nerjungen, dynamischen, innovativen und gesellschafts- 35
einer immer älter werdenden Gesellschaft zu nutzen. verändernden Generation Illusion bleiben. In Deutsch­
Dazu gehören Fragen wie die der Wohngestaltung, der land wird es 2060 zum Beispiel genauso viele Kinder und
Integration am Arbeitsplatz, aber auch städtebauliche Teenager wie Über-80-Jährige geben.
Maßnahmen, die ein Miteinander der jungen und der
20 älteren Menschen ermöglichen.

1 (Zeile 1-3) Heute ist etwa ein Fünftel der Menschen über 65 Jahre alt,
2060 wird es etwa ein Drittel sein. Steht das im Text? Kreuzen Sie an: Ja. LJ Nein. LJ

2 (Zeile 6- 8) Welche Charakteristika finden Sie, die für das Leben der älteren Generation
in den EU-Ländern typisch sind?

3 (Zeile 14-20) In welchen Bereichen müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden?

4 (Zeile 21-28) Welche Menschen haben einen gesellschaftlichen Anspruch auf fachgerechte Pflege?

5 (Zeile 29-31) Wie viele Arbeitnehmer werden in Zukunft einen Rentner finanzieren müssen?

6 (Zeile 31-33) Was ist richtig? Kreuzen Sie an: Die demografische Entwicklung führt zu
einem Arbeitskräftemangel,
einem Arbeitskräfteüberschuss,
zunehmender Arbeitslosigkeit.

7 (Zeile 33-37) „Die junge Generation ist von so vielen älteren Menschen umgeben,
dass sie keine Chance mehr hat, sich gegen diese Übermacht zu stellen.
Die ältere Generation überwiegt und bleibt tonangebend.
Die Gesellschaft verliert die Chance zur Erneuerung.“
Sagt diese Zusammenfassung ungefähr dasselbe aus wie der Text? Ja. ; J N ein.' j

106 Ohne Ende LEKTION ©


# In welchen Bereichen der Gesellschaft könnte es Probleme geben, von ... / Genitiv
all- ^
wo gäbe es Vorteile? Markieren Sie die entsprechenden Stellen im Text. werden: Partizip I
Nummerieren Sie die aus Ihrer Sicht drei wichtigsten Punkte. Präpositionen der
Schriftsprache
Vergleichen Sie dann im Kurs. welch-
Adverbien
GRAMMATIK 4-10

B3 Lesen Sie die Überschriften. Wählen Sie den Text, der aus Ihrer Sicht
den/die wichtigsten Aspekt/e zum Thema Alt und Jung im Sozialstaat aufgreift.
WORTSCHATZ 11,12
Lesen Sie ihn und lösen Sie dann die Aufgaben zu Ihrem Text.

A D er Z u s a m m e n h a lt B G e n e ra tio n e n ­ C A lte r n a ls Chance


d e r G e n e ra tio n e n g e re c h tig k e it - in e in e r G e s e lls c h a ft
m uss g e s tä r k t w e rd e n eine N o tw e n d ig k e it des langen Lebens
Seite 126 Seite 129 Seite 132

Betrachten Sie Ihre Informationen nun unter folgendem Aspekt:


Welche Auswirkungen haben sie auf das zukünftige Leben Ihrer Generation
in Deutschland (in Europa)? Machen Sie sich Notizen.

^ Tauschen Sie sich in Dreiergruppen (möglichst je ein B-, B- und C-Leser)


über das Gelesene aus. Verwenden Sie auch die folgenden Wendungen und Ausdrücke.
In meinem Text geht es um die Fragestellung, w ie /o b ... ■ Ein Beispiel dafür ... ■
( Ein /D ie s e s Argum ent, das in meinem Text steht, finde ich besonders ... ■
Auch die Inform ation, dass ..., finde ich e rs c h re c k e n d /in te re s s a n t/m o tiv ie re n d /... ■
In diesem Text w ird die These aufgestellt, dass ... Dazu werden folgende Argumente
genannt: ... ■ Was mich besonders ü b e rra s c h t/s c h o c k ie rt/... hat, ...
... könnten in Z ukunft die Ursache dafür sein, dass ... ■ ... verursacht, dass ... ■
... verursacht (vie lle ich t/m ö g lich e rw e ise ) ... ■ ... hat (m öglicherweise) zur Folge, dass ... ■
... hat eventuell ... zur Folge. ■ ... b ew irkt, dass ... ■ ... hat (e in d e u tig /m ö g lich e rw e ise )
p o s itiv e /n e g a tiv e Auswirkungen a u f... ■ ... b ringt es m it sich, dass ...

Wie stellt sich die Situation in Ihrem Heimatland dar? ab 13,14 Sätze bauen 13,14
In anderen Ländern? Sprechen Sie im Kurs.

B4 Abschlussgespräch. Wie sehen Sie nun das Verhältnis zwischen jungen


und älteren Menschen in der Gesellschaft (deutschsprachiger Raum)?
Muss die jüngere Generation Ihrer Meinung nach die volle Verantwortung
für die älteren Menschen übernehmen? Beziehen Sie sich dabei auf AB 15 SÄTZE BAUEN 15
Ihre erarbeiteten Ergebnisse.
Ich würde gern direkt etwas dazu sagen: ... ■ Darf ich dazu noch schnell etwas sagen? ... ■
Ich würde hier noch gern ergänzen, was ich ... g e le s e n /g e h ö rt habe ... ■
Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass ... ■ Ich möchte dazu auch etwas sagen ... ■

Das A rg u m e n t/D ie Information, d as/die mich am meisten ü b e rze u g t/erstaunt/nachde nklich


gemacht hat, war ... ■ Das leuchtet m ir überhaupt nicht ein. ■ Ich finde vielmehr, dass ... ■
Dahinter ste ckt doch ein ganz anderes Problem. ... ■ Das ist eine sehr pauschale ... ■
Man muss differenzieren, denke ich. Denn ...

Ohne Ende LEKTION 0 107


LESEN

b>m
„ So langsam w ie m öglieh“ SPRECHEN
SCHREIBEN
..M

CI Sehen Sie sich das Foto an und lesen Sie den Text.
Notieren Sie sich dann die wichtigsten Informationen zu diesem Kunstereignis.

Klangwechsel beim Cage-Konzert in Halberstadt


K la n g w e ch se l in der B u rc h a rd ik irc h e : Das lä n g s te M u s ik s tü c k der
W elt, „ORGAN/ASLSP" v o n Jo h n Cage, w urde am D onnerstag um die
Töne „ d " u n d „e " e rg ä n zt. Das M u s ik s tü c k des A va n tg a rd e k o m p o ­
n is te n J o h n Cage d a u e rt n o rm a le rw e is e e in ig e M in u te n . Die A n ­
w e isu n g des K ü n s tle rs zu diesem S tü c k aber la u te t: so langsam w ie 5
m ö g lic h . U nd so lä u ft das S tü c k in der a u fg e b lä h te n H a lb e rs ta d te r
V ersion 639 Ja h re . T eil 1, so n st n u r w e n ig e M in u te n la n g , d a u e rt
s o m it 71 Jahre. Jede T o n ä n d e ru n g fin d e t als g e fe ie rte r Tonw echsel
s ta tt.

Den sie b te n T onw echsel h a t d ie B e s ts e lle ra u to rin W ibke B ru h n s 10


Die Cage-Orgel in der
Burchardikirche in Halberstadt v o llz o g e n . Was m e in t sie zu dem P rojekt? „Es g e fä llt m ir so g u t, w e il
es so u n n ü tz is t, u n d u n n ü tz fin d e ic h to ll. U n d es g e fä llt m ir auch,
w e il es na ch v o rn e g u c k t." W ibke B ru h n s g la u b t je d e n fa lls fe s t da ra n , dass das K o n z e rt auch
zu Ende g e s p ie lt w ird . „ Ic h b in m ir z ie m lic h sich e r, dass es v o n G e n e ra tio n zu G eneration
im m e r je m a n d e n geben w ird , der das P ro je k t fo rtfü h re n w ird ." U nd lä c h e ln d fü g t sie h in z u : ,6
„ Ic h kom m e a u f je d e n F all in 632 J a h re n n o c h m a l v o rb e i u n d schau es m ir a n ."

Insgesam t w ird die Cage-Orgel w o h l 180 000 Euro ko ste n . Sponsoren k ö n n e n sich fü r 1000 Euro
e in e in ze ln e s K la n g ja h r k a u fe n .

C2 Jahrhundertwerk oder kompletter Unsinn? Diskutieren Sie in Gruppen.


1 Überlegen Sie: Wie finden Sie persönlich das Musikprojekt?
2 Welche der folgenden Wendungen und Ausdrücke passen zu Ihrer Meinung?
Wählen Sie aus.
3 Tauschen Sie sich nun aus. Begründen Sie Ihre Meinung.

Das ist doch völliger Q u a ts c h /to ta le r Blödsinn /k o m p le tte r Unfug. ■


Was ist das denn fü r ein Q uatsch/ U n s in n /U n fu g ! ■ Was soll das denn überhaupt? ■
Was b ringt das denn, wenn ...? ■ Das ist doch absurd. ■ Das ist doch wohl ein
(April-)Scherz/W itz? ■ Das kann man doch nicht ernst nehmen. ■
Was fü r eine Geldverschwendung! ■ Total g e n ia l/w itz ig /u n g la u b lic h /w a h n s in n ig /c o o l ...! ■
Einfach irre /s u p e r/g e n ia l/g ro ß a rtig /a u ß e rg e w ö h n lic h /e in m a lig . ■ Das ist eine geniale Idee. ■
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen, a ln unserer schnelllebigen Zeit
ist so ein M usikstück ...
AR1, 17 GELEBTE SPRACHE 16
’ SÄTZE BAUEN 17

C3 Schreiben Sie eine Stellungnahme zu dem musikalischen Projekt.

108 Ohne Ende LEKTION ©


LESEN
A rbeitszeiten ohne Ende? HÖREN
SPRECHEN
SCHREIBEN

DI a Analysieren Sie die statistischen Angaben zur Arbeitszeit für die deutschsprachigen Länder.
Was fällt Ihnen auf? Warum gibt es wohl eine gesetzliche Obergrenze? Was glauben Sie?
Land gesetzliche Obergrenze tarifvertraglich vereinbart tatsächlich geleistet*
(Durchschnitt)
Österreich 40 38,5 40,1
Deutschland 48 37,7 40,3
Schweiz 4 5 /5 0 40,5 44
* Informationen zu allen Ländern der EU finden Sie auf Seite 128. Je nach Untersuchung
gibt es bei den Angaben kleine Unterschiede.

b
f< Was glauben Sie: In welchen Berufen gibt es in Deutschland (in Österreich/
in der Schweiz) extrem viele Wochenarbeitsstunden? Kreuzen Sie an.
Worin sehen Sie die Ursachen dafür? Sprechen Sie im Kurs.

Klinikärzte ■ ;_ angestellte Facharbeiter ■ Hausärzte ■ ; Fachärzte mit eigener Praxis ■


Krankenschwestern ■ ; Kellner ■ ; Verkäufer ■ ;_ Bankangestellte am Schalter ■
Investmentbanker ■ ; Angestellte im öffentlichen Dienst ■ [ selbstständige Rechtsanwälte ■
R ic h te r« ; N o ta re « ; angestellte Friseure ■ Manager in Chefetagen ■ Taxifahrer«
Busfahrer für Reisebusse « L j Lokomotivführer ■ ; Politiker auf Landes- und Bundesebene
Lkw-Fahrer B ; Fernsehmoderatoren/-innen ■ ; Restaurantköche • ; Bäcker ■
Chefsekretärinnen«; S treifenpolizisten«; Kom m issare«: S chriftsteller«
Rettungssanitäter ■ ; Gymnasiallehrer

AB 18 WORTSCHATZ 18

D2 Wie können sich extrem lange Arbeitszeiten auf die Arbeitnehmer


auswirken (positiv und/oder negativ)? Sammeln Sie im Kurs.
b
$ Lesen Sie den folgenden Text und markieren Sie die Aspekte im Text,
die Sie in D2a genannt haben.
E x t r e m j o b b e r

Ich will S p aß, ich g eh ' Gas


Von Lothar Kuhn
Hamburg - Eine Umfrage von Kienbaum Management derung ist mir wichtig. 57 Prozent geben als Motiv für
Consultants und Harvard Businessmanager zeigt: Auch ihren Einsatz an: Ich bekomme Anerkennung für meine
in Deutschland gibt es Extremjobber, die bereitwillig 60 Leistung.
Stunden und mehr pro Woche arbeiten. Bei diesem zu- Die Arbeitsbelastung steigt fast linear mit dem Gehalt,
s erst in den USA beschriebenen neuen Typus äußerst leis­ hat Walter Jochmann, Vorsitzender der Geschäftsfüh- 20

tungswilliger Manager und Mitarbeiter handelt es sich rung von Kienbaum Management Consultants, beob­
nicht um getriebene Workaholics, sondern um hoch mo­ achtet. Das bestätigt auch die Umfrage: Bei denjenigen,
tivierte Toptalente, die mit ihrem Leben zufrieden sind. die mehr als 200 000 Euro im Jahr verdienen, arbeitet
Bei den Extremjobbern handelt es sich um Personen, die fast die Hälfte sogar mehr als 60 Stunden.
to mindestens 60 Stunden pro Woche arbeiten, sehr gut Natürlich birgt das Extremjobbing auch Gefahren. Ein 25

verdienen, für die Kunden ständig verfügbar sind, viel Drittel der Befragten räumt ein, mit seiner Work-Life-
reisen und hohe Verantwortung tragen. Trotz dieser Balance unzufrieden zu sein; fast die Hälfte klagt, zu
außerordentlichen Belastung sagen 95 Prozent der 142 wenig Zeit mit dem Partner zu verbringen; drei Viertel
von Kienbaum befragten Führungskräfte: Mein Job geben zu, sich zu wenig zu bewegen. ...
i5 macht mir Spaß. 87 Prozent betonen: Die Herausfor­
Sprecherbezug
AR 19
v GRAMMATIK 19

Ohne Ende LEKTION 0 109


LESEN
Arbeitszeiten ohne Ende? HÖREN
SPRECHEN
SCHREIBEN
c Arbeiten Sie zu zweit. Lösen Sie die Aufgaben.
1 Definieren Sie gemeinsam den Begriff „Extremjobber“ .
Wie würden Sie ihn in Ihre Muttersprache übersetzen?
2 Vergleichen Sie nun Ihre markierten Textstellen mit Ihren Vorstellungen in D2a.
Was hat Sie beim Lesen des Textes überrascht? Was im Text entspricht Ihren Vorstellungen?

Ich hätte nicht gedacht, dass ... ■ Meine Erwartung war, dass ..., aber es ist in Wirklichkeit so, dass ... ■
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ... Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ...

AR ? n -?3 WORTSCHATZ 2 0 -2 2
Arbeiten ohne Ende Sä t z e b a u e n 23

Sie hören jetzt ein Feature zum Thema Extremjobben.


Hören Sie die Sendung erst einmal ganz. Vieles kommt Ihnen vielleicht schon bekannt vor.
Machen Sie sich zu den fünf Abschnitten Stichpunkte zum Thema Extremjobben.

b Arbeiten Sie nun zu zweit. Tragen Sie Ihre Stichpunkte zu den einzelnen
Abschnitten zusammen. Sehen Sie sich anschließend die folgende Tabelle an.
Wie gut haben Sie den Text verstanden? Kreuzen Sie individuell an.
Abschnitt alle Informationen die wesentlichen einige das Wesentliche
verstanden Informationen Informationen nicht verstanden
verstanden verstanden
2 .3 1

Abschnitt 1
2 .3 2

Abschnitt 2
2 .3 3

Abschnitt 3
2 .3 4

Abschnitt 4
2 .3 5

Abschnitt 5

Haben Sie noch Verstehenslücken? Hören Sie dann den betreffenden W ortbildung: Adjektiv
Steigerungsadverbien
Abschnitt noch einmal und ergänzen Sie Ihre Stichworte. Präpositionen
GRAMMATIK 2 5 -2 7
d Formulieren Sie nun zu jedem der fünf Abschnitte ein bis drei
Verstehensfragen auf Zetteln. Tauschen Sie sie im Kurs aus. AB 2 4 -2 7

Beantworten Sie dann schriftlich die Fragen, die Sie bekommen haben.
Besprechen Sie Ihre Antworten zusammen mit dem Verfasser der Fragen. WORTSCHATZ 24

D4 „Für eine bestimmte Zeit ist Extremjobben durchaus sinnvoll.“

» Bilden Sie Vierergruppen. Zwei in der Gruppe stimmen dieser Ansicht zu.
Zwei sind anderer Meinung. Erstellen Sie eine Liste mit Ihren persönlichen
Argumenten (siehe auch D2 und D3).

B . . C
Diskussionsteilnehmer/-in kontra pro D kontra

110 Ohne Ende LEKTION ©


b Sammeln Sie Wendungen und Ausdrücke für Ihre Diskussion.
Notieren Sie zu jeder Gesprächssituation (1 -1 0 ) möglichst zwei passende,
die Ihnen einfallen, oder wählen Sie auf Seite 116 f. zwei aus, die Ihnen gefallen.
Sie möchten ...

1 mehrere Argumente im Zusammenhang 6 ein Argum ent/die Argumente Ihres


präsentieren Gesprächspartners aufgreifen und nachfragen

2 ein A rgum ent/die Argumente Ihres 7 eine Information Ihres Gesprächspartners


Gesprächspartners aufgreifen in Zweifel ziehen

das A rgum ent/die Argumente Ihres


3 Stellung nehmen
Gesprächspartners einschränken

4 ausdrücken, dass Sie nicht der Meinung 9 Argumente, Meinungen gegeneinander


Ihres Gesprächspartners sind abgrenzen

5 eine provozierende Frage stellen 10 das Wort ergreifen


Satzmitte
Texte strukturieren
GRAMMATIK 2 8 -3 0

AB 2 8 -3 4

Diskussion: Tauschen Sie sich nun aus. Führen Sie das Gespräch
SÄTZE BAUEN 3 1 -3 3
unbedingt in der Sie-Form. Setzen Sie möglichst jede Gesprächssituation
PHONETIK 34
der Diskussionsteilnahme (1 -1 0 ) einmal um.

d Wiederholen Sie gegebenenfalls Ihre Diskussion. Achten Sie


dabei gezielt auf den Gebrauch der Wendungen und Ausdrücke.
AB 35 TEXTE BAUEN 35

D5 Lesen Sie den folgenden kurzen Text. Erörtern Sie dann das Problem in einem eigenen
Text. Gehen Sie auf die unten genannten Punkte ein. Schreiben Sie ca. 180 Wörter.
Seien Sie auch kritisch.

In Unternehmen auf der ganzen Welt ist eine neue sehr gut verdienen und für ihren Beruf bereitwillig einen
Gruppe extrem engagierter Toptalente zu beobachten, beträchtlichen Teil ihres Privatlebens opfern. Für junge
Menschen, die mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten, Manager ist das der Einstieg in die Chefetagen.
- Beschreiben Sie das Problem auch in Bezug auf die Statistik (siehe Dia)
- Gehen Sie in Ihrem Text auf die Ursachen ein.
- Beschreiben Sie mögliche Folgen.
- Behandeln Sie auch das Thema Karrierechancen von Nachwuchsmanagern.
- Unter welchen Voraussetzungen kann Extremjobben sinnvoll sein?
- Wie ist Ihre persönliche Meinung?

Ohne Ende LEKTION © 111


Fokus Sprache: lange und kurze Satzteile

2 .3 6

1 a Beobachtungsaufgabe. Hören und lesen Sie die Sätze 1-3.


Welche Varianten kann man leichter verstehen? Kreuzen Sie an.
Rainer Dietze ist Immobilienberater.
1 Nach dem Studium an der European Business School im Rheingau stieg er
vor einem knappen Jahr bei einer amerikanischen Immobilienfirma ein.
2 Er stieg nach dem Studium an der European Business School im Rheingau
vor einem knappen Jahr bei einer amerikanischen Immobilienfirma ein.
3 Vor einem knappen Jahr stieg er nach dem Studium an der European Business School
im Rheingau bei einer amerikanischen Immobilienfirma ein.

b Markieren Sie die einzelnen Satzteile in a, Satz 1.


Welche Satzteile passen zu den Fragen? Notieren Sie.

Wann? .................................................................................................................................................

Wer? .................................................................................................................................................

Bei wem? .................................................................................................................................................

c Wo stehen die Satzteile von Satz 1 in den Sätzen 2 und 3?

d Welche Aussage stimmt Ihrer Meinung nach? Kreuzen Sie an.


Zwischen dem Verb und dem Satzende stehen bei einem verständlichen Satz tendenziell

viele Satzteile, weil so die wichtigsten Informationen an einer Stelle stehen,


wenige Satzteile, damit der Abstand zwischen dem Verb und dem Satzende nicht zu groß wird.

2 Komplexe Satzteile in der geschriebenen Sprache


a Lesen Sie Ausschnitte aus einer offiziellen Information der Bundesregierung
und notieren Sie die Anzahl der Satzteile vor und nach dem Verb (1).
Vergleichen Sie dann mit dem Lösungsschlüssel.
1 Unter Generationengerechtigkeit is t die „gerechte“ Aufteilung der Lasten und Gewinne vor nach
einer Gesellschaft unter ihren verschiedenen Altersgenerationen zu verstehen.
2 Das relativ hohe Niveau der Bezüge einer immer größer werdenden Anzahl von Rentnern
kann nur auf Kosten immer weiter steigender Rentenbeiträge erbracht werden.
3 Aufgrund geringerer Staatseinnahmen wegen hoher Arbeitslosigkeit und
schwachen Wirtschaftswachstums steigt zudem die (Neu-)Verschuldung des Landes.
4 Die Schieflage des Bundeshaushalts und der Sozialversicherungen erfordert aus Sicht
der Jungen Unternehmer von allen Bevölkerungsgruppen erhebliche Anstrengungen.

b Was haben Sie beobachtet? Welche Aussagen stimmen? Kreuzen Sie an.
1 ln der geschriebenen Sprache können die Sätze ziemlich lang sein,
weil sie tendenziell viele Satzteile enthalten,
weil die einzelnen Satzteile tendenziell lang sind.
2 Lange, komplexe Satzteile
können viele Informationen enthalten.
machen einen Text tendenziell leichter verständlich.
machen einen Text tendenziell schwerer verständlich.

112 Ohne Ende LEKTION o


3 In der Satzmitte stehen
eher viele Satzteile,
eher wenige Satzteile.

..2.37 "

3 In der gesprochenen Sprache werden komplexe Informationen (siehe 2a 1)


auf mehrere, eher kurze Informationen verteilt.
a Lesen und hören Sie die Sätze.
1 Hast du das verstanden mit der Generationengerechtigkeit?
Ja, das kann ich dir erklären. Also: Der Staat will dafür sorgen, dass der Wohlstand an alle
Generationen möglichst gerecht verteilt wird, also zum Beispiel Kindergärten und eine gute
Schulbildung für die Kinder, soziale Sicherheit für die Erwachsenen und ausreichende Renten für
die ältere Generation. Dazu gehört aber auch, dass alle Generationen gleichmäßig belastet werden,
wenn es Probleme gibt.
2 Generationengerechtigkeit, meine Damen und Herren, ist ein zentrales Thema für eine gesunde
Volkswirtschaft. Dem Staat kommt dabei die Aufgabe zu, den Wohlstand wie auch die Lasten
der Gesellschaft so zu verteilen, dass alle Generationen gleichmäßig, also gerecht, profitieren
beziehungsweise belastet werden.

b Was haben Sie in 3a im Vergleich zu Sachtexten beobachtet? Ordnen Sie zu.


1 In der gesprochenen Sprache (und in Präsentationen)
2 In der geschriebenen Sprache, in der Fachsprache und in Fachvorträgen
a stehen viele Informationen in einem Satz,
b werden die Informationen auf verschiedene Sätze verteilt.

4 In der gesprochenen Sprache packen wir nicht zu viele Informationen in einen Satz.
a Lesen Sie die Sätze. Die Variante b ist jeweils besser.
1 a Wir sind mühsam mit dem ganzen Gepäck am frühen Morgen losgelaufen.
b Am frühen Morgen sind wir dann losgelaufen. Wir hatten das ganze Gepäck dabei und
es war ziemlich mühsam.
2 a Ich möchte in Ihrer Firma aus Interesse an Sprachen im kommenden Jahr ein Praktikum machen,
b Ich interessiere mich für Sprachen. Deshalb interessiere ich mich für ein Praktikum in Ihrer Firma,
wenn möglich im kommenden Jahr.
3 a Diese Fotos habe ich mit meiner neuen Digicam bei meinem letzten Aufenthalt in New York gemacht,
b Diese Fotos habe ich mit meiner neuen Digicam gemacht, als ich letztes Mal in New York war.

b Was haben Sie beobachtet? Welche Aussagen stimmen? Kreuzen Sie an.
1 Wenn man in der gesprochenen Sprache mehrere Angaben (Ort, Zeit, Grund) machen möchte,
a verteilt man diese auf mehrere Sätze, weil der Zuhörer die Informationen dann
leichter verstehen kann.
b steht eine Angabe oft am Satzanfang, weil diese wichtige Angabe dann auch extra betont ist.
c stehen diese zusammen am Satzende, damit man alle Informationen auf einmal bekommt.

5 Wählen Sie einen Sachtext aus Lektion 5 oder 6 aus. Markieren Sie in dem Text
die einzelnen Satzteile. Wie würden Sie den Inhalt des Textes als Kurzvortrag formulieren?
Verwenden Sie dabei Angabesätze, Relativsätze und die Möglichkeiten der
Satzstrukturierung.

Ohne Ende LEKTION Q 113


LESEN
Die nächste Ausgabe SPRECHEN

El Lesen Sie den folgenden Informationstext. Welche Aspekte sind dabei wichtig?

Das erste Guinnessbuch der Rekorde erschien 1955. Es erschien im Rahmen


einer Werbekampagne: Die irischen Pubbesucher liebten nämlich nicht nur
das Bier, sondern auch ihre W ettleidenschaft. Seitdem ist das Buch zum
erfolgreichsten nicht religiösen Buch der Welt geworden. Am häufigsten
verkauft und am häufigsten geklaut. Cuinness World Records ist heute eine
eingetragene Marke, in Los Angeles gibt es sogar ein eigenes Museum. Seit
einigen Jahren w ird jährlich der internationale Tag der W eltrekorde gefeiert.

# Sie arbeiten an einer Werbebroschüre für die nächste Ausgabe des deutschsprachigen
Guinnessbuches. Das Buch enthält wieder viele aufsehenerregende Rekorde.
Welches der beiden Fotos eignet sich besser als Aufmacherfoto auf der Titelseite?

Bus am Zopf die größte Frikadelle

1 Arbeiten Sie zu zweit. Partner/-in 1 bekommt Foto A, Partner/-in 2 Foto B.


2 Notieren Sie Ihre Gedanken zu Ihrem Foto: Was stellt es dar? Welche Atmosphäre zeigt es?
Was hat es mit Rekorden zu tun? Was ist daran spannend/interessant/...?
Warum könnte es die Menschen ansprechen?
3 Versuchen Sie jetzt Ihre Partnerin / Ihren Partner von den Vorzügen Ihres Fotos zu überzeugen.
4 Einigen Sie sich auf eines der Fotos, vielleicht aber auch auf einen Kompromiss.
Verwenden Sie auch die folgenden Wendungen und Ausdrücke.
Ich finde, w ir sollten ..., w eil ... ■ Wäre es nicht besser, w i r ...? ■
Ein guter Kompromiss wäre v ie lle ich t auch, wenn ... ■
Wie wäre es, wenn w ir einfach ... ■ Könnten w ir uns darauf einigen, ... ■
... Sind w ir uns da je tz t einig? ■ Einigen w ir uns also darauf, dass ... ■
Damit wäre ich im Großen und Ganzen einverstanden. ■ Ich weiß nicht recht, ... ■
Ja, v ie lle ich t, aber ... ■ Ich weiß nicht, ob das ... WORTSCHATZ 36
SÄTZE BAUEN 37

E2 Präsentieren Sie Ihr Ergebnis kurz im Kurs.


Verwenden Sie auch die folgenden Wendungen und Ausdrücke.
1 Schildern Sie, worum es geht.
2 Erläutern Sie kurz, welche Argumente es für die einzelnen Fotos gab.
3 Präsentieren Sie Ihr Ergebnis / Ihren Kompromiss und begründen Sie es/ihn kurz. AB 38 SÄTZE BAUEN 38

Ausschlaggebend fü r unsere W ahl/Entscheidung war, ... ■ Es war uns wichtig, dass ... ■
W ir haben dabei berücksichtigt, dass ... ■ W ir hielten den Aspekt, dass ..., f ü r ... ■
Wenn man bedenkt, dass ..., dann w ar die Entscheidung ziem lich eindeutig.

114 Ohne Ende LEKTION O


LESEN
Im m er höher, im m er s c h neller? SPRECHEN

Fl Lesen Sie die folgende Meldung. Markieren Sie die wichtigsten Informationen.

D o p in g - S ie g e , R e k o r d e u n d M e d a ille n u m je d e n P r e is ?

Millimeter und Tausendstelsekunden entscheiden heute im Spitzensport über


Sieg und Niederlage. In fast allen Disziplinen ist die Weltspitze in den letzten
Jahrzehnten derart eng zusammengerückt, dass winzige Kleinigkeiten im
Wettkampf den Ausschlag geben können - Tagesform, eine perfekte Vorberei­
tung, aber auch illegale Wundermittel wie EPO.
Was aber genau versteht man unter Doping? Das Anwenden eines verbotenen
Wirkstoffs, der auf der Dopingliste steht, um bessere Resultate bei einem
Wettbewerb zu erzielen. Auch schon der Versuch wird als Doping bewertet.
Der Nachweis ist oft sehr schwer.

F2 Doping auf Rezept vom Arzt - das ist die Alternative


a Lesen Sie die Argumente dafür und dagegen.
Markieren Sie die aus Ihrer Sicht überzeugendsten.
Welche sprechen für eine Freigabe von Dopingmitteln, welche dagegen?
- Ohne Doping ist gar kein Spitzensport mehr möglich.
- Auf Doping zu verzichten bedeutet, auf Gewinnen zu verzichten.
- An die Leistungen im Profisport ist auch der Verdienst im Profisport gekoppelt.
- Nicht nur die Sportler, nein, auch die Betreuer, Ärzte usw. verdienen am illegalen Handel zu viel.
- Der legale Handel würde einen gesünderen, besonneneren Umgang möglich machen.
- Doping auf Rezept würde auch bedeuten, dass die Sportler medizinisch betreut und aufgeklärt würden:
Folgeschäden wären geringer.
- Gedopt wird ja in allen Branchen, zumindest im Topmanagement, nur wird darüber nicht gesprochen.
Doping ist selbstverständlich.
- Im Rahmen der Gleichbehandlung: Dopingtests für alle, Berufsverbot für alle bei positiven Tests
oder für niemanden.
- Die Kontrollen sind schwierig, technisch nicht ausgereift; man erwischt immer nur einige Sündenböcke.
- Eine Freigabe auf Rezept würde den Schwarzmarkt beenden.
- Alle hätten dann die gleichen Chancen, denn alle hätten den gleichen Zugang zu Dopingmitteln.
- Keine Chancengleichheit für Sportler/-innen, die aus gesundheitlichen Gründen auf Doping verzichten
möchten.
- Wer soll die verschriebenen Medikamente, die Dopingtherapien bezahlen? Die Krankenkassen?
- Wer soll die Folgeerkrankungen bezahlen?
- Eine Freigabe der Dopingmittel würde eine Flut von neuen Produkten auf den Markt bringen.
- Eventuell würde dann auch mit Genmanipulation an der Verbesserung der sportlichen Leistungen
gearbeitet.
- Das Interesse der Zuschauer nähme bei Dopingfreigabe ab, die Verdienstmöglichkeiten würden
zurückgehen.
- Der moralische Anspruch auf fairen Sport, die Grundidee von Sportwettkämpfen überhaupt,
wäre damit aber Geschichte.

b Notieren Sie jetzt Ihre persönliche Meinung.

c Diskutieren Sie nun in kleinen Gruppen.


Verwenden Sie die Wendungen und Ausdrücke, die Sie gelernt haben.

O hne Ende LEKTION © 115


Wendungen und Ausdrücke Ohne Ende

eigene Standpunkte in Diskussionen einbringen

Argum ente aus Texten wiedergeben (-> B 3 c) mehrere Argumente im


In meinem Text geht es um die Fragestellung, w ie /o b ... Zusammenhang präsentieren (-> D 4 b i )
Ein Beispiel d a fü r... Die folgenden Argumente sprechen doch
Ein /Dieses Argument, das in meinem Text steht, eindeutig dafür/dagegen: ...
finde ich besonders ... Man kann wichtige Argumente dagegen/
Auch die Information, dass ..., finde ich erschreckend/ dafür aufzählen: Zum Beispiel ...
interessant / motivierend /... Dafür/Dagegen gibt es wichtige Argumente.
In diesem Text wird die These aufgestellt, dass ... Zum einen, dass ..., zum anderen, dass ...
Dazu werden folgende Argumente genannt: ... Zunächst einmal muss man doch feststellen,
dass ...
Außerdem ...
Dazu kommt noch, dass ...
in einer Diskussion etwas beitragen (-> B4)
Ein weiteres Argument dafür/dagegen ist,
Ich würde gern direkt etwas dazu sagen: ... dass ...
Darf ich dazu noch schnell etwas sagen? ... Man darf auch nicht vergessen, dass ...
Ich würde hier noch gern ergänzen, Man muss auch berücksichtigen, dass ...
was ich ... gelesen / gehört habe ... Für/Gegen ... sprechen folgende Gründe: ...
Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass ...
Ich möchte dazu auch etwas sagen ...

Argum ente des Gesprächspartners


über etwas sehr Ungewöhnliches aufgreifen (— D 4 b 2 )
im privaten Umfeld reden (-* C 2 )
Im Gegensatz zu Ihrer Aussage, dass ...,
Das ist doch völliger Quatsch /to ta le r Blödsinn / bestätigt ..., dass ...
kompletter Unfug! Sie sagen, dass ..., aber in Wirklichkeit
Was ist das denn für ein Quatsch / Unsinn / Unfug! ist es doch so, dass ...
Was soll das denn überhaupt? Das, was Sie sagen, ist doch kein Nachteil/
Was bringt das denn, wenn ...? Vorteil f ü r ...
Das ist doch absurd.
Das ist doch wohl ein (April-)Scherz/Witz?
Das kann man doch nicht ernst nehmen.
Total genial/w itzig /unglaublich/w ahnsinnig/cool...!
Einfach irre/super/gen ial/groß artig/ in einer Diskussion Stellung nehmen (-* B 4 /4 b 3 )

außergewöhnlich/einmalig. Ich bin absolut (nicht) der M einung/


Das ist eine geniale Idee. Auffassung, dass ...
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Das ist doch völlig unbestritten.
In unserer schnelllebigen/... Zeit ist so ein ... Das ist exakt meine Meinung.
Was für e in/... Da kann ich nurzustimmen.
So sehe ich das jedenfalls.
Das Argum ent/D ie Information, das/die mich
nich t e rfü llte Erwartungen am meisten überzeugt/erstaunt/nachdenklich
zum Ausdruck bringen (-» D 2 c ) gemacht hat, w a r...
Ich hätte nicht gedacht, dass ... Das leuchtet mir überhaupt nicht ein.
Meine Erwartung war, dass ..., aber es is t / Ich finde vielmehr, dass ...
... in Wirklichkeit so, dass ... Dahinter steckt doch ein ganz anderes Problem.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ... Das ist eine sehr pauschale Beurteilung/
Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ... Behauptung/...
Was mich besonders überrascht/schockiert/... hat, ... Man muss differenzieren, denke ich. Denn ...

116 Ohne Ende LEKTION ©


Wendungen und Ausdrücke_____ Ohne Ende

ausdrücken, dass man n ich t der Meinung Argum ente, Meinungen


des Gesprächspartners is t ( - D 4 b 4 ) gegeneinander abgrenzen (-» D 4 b 9 )
Sie sagen, dass das halte ich für falsch / Die Begriffe ... und ... haben doch
das sehe ich ganz anders. nichts miteinander zu tun.
Diese Ansicht/Auffassung teile ich nicht. Also ... und ... bedeuten doch nur
Das (,was Sie da sagen,) kann ich überhaupt teilweise dasselbe: ...
nicht nachvollziehen, weil ... Man kann f ü r ... sein, wenn man darunter
versteht, dass ..., aber nicht, wenn ...
In der Vergangenheit..., heute ... a b e r...
eine provozierende Frage stellen (— D 4 b 5 )
Glauben Sie nicht, dass ... gegen ... verstößt?
Sie werden doch nicht bestreiten, dass ... das W ort ergreifen (-> D 4 b i0 )
Aber Sie müssen doch zugeben, dass ...
Ist das nicht bloß eine Behauptung? Dazu würde ich gern sofort etwas sagen,
wenn Sie erlauben: ...
Lassen Sie mich dazu bitte gleich etwas
ein Argum ent des Gesprächspartners sagen: ...
aufgreifen und nachfragen (-* D 4 b 6 )
Sie haben gesagt, dass ... Meinen Sie damit wirklich, dass ...?
Sie haben gerade gesagt, dass ..., aber ich muss sagen, das sich einigen (-> e i b)
überzeugt mich nicht, weil wir doch alle wissen, dass ... Ich finde, wir sollten ..., weil ...
Wäre es nicht besser, w ir ...?
Ein guter Kompromiss wäre vielleicht
eine Inform ation des Gesprächspartners
auch, wenn ...
in Zweifel ziehen ( - D 4 b 7 )
Wie wäre es, wenn wir einfach ...?
Sie sagten gerade, dass ..., da hätte ich aber eine Frage: ... Könnten wir uns darauf einigen, ...?
Sie sagen, dass ... Aber das kann man doch so Sind wir uns da jetzt einig?
wirklich nicht behaupten! Einigen wir uns also darauf, dass ...
Sie sagen, dass ... Also, dagegen habe ich einen Einwand. Damit wäre ich im Großen und Ganzen
Sie vertreten die Meinung, dass .... Ich glaube aber, einverstanden.
das muss man differenzierter sehen: ... Ich weiß nicht recht, ...
Man könnte hier einwenden, dass ... Ja, vielleicht, aber ...
Ich glaube nicht, dass man wirklich so argumentieren kann, ... Ich weiß nicht, ob das ...
Ich frage mich, ob ...

Argumente des Gesprächspartners eine Entscheidung begründen ( - E2)

einschränken (— D 4 b 8 ) Ausschlaggebend für unsere Wahl/... w ar,...


Während ... Es war uns wichtig, dass ...
Mag ja sein, dass ..., aber ... Wir haben dabei berücksichtigt, dass ...
Das, was Sie da sagen, trifft doch nur teilweise zu. Wir hielten den Aspekt, dass ..., f ü r ...
Also das überzeugt mich nicht ganz, wenn ich ehrlich bin. Wenn man bedenkt, dass ..., dann war
Das trifft doch nur teilweise zu, das müssen Sie zugeben. die Entscheidung ziemlich eindeutig.
Ja, vielleicht, aber nur, wenn ...
Es kommt auch hier darauf an, ob ...
Ihrem Argument kann ich (nicht) vorbehaltlos zustimmen,
denn ...
Angeblich ist es aber so, dass .../Angeblich ist ...

Ohne Ende LEKTION O 117


G r a m m a tik O h n e E n d e

von . .. (+ D a tiv ) / G e n itiv


diese Masse von älteren Menschen alternativ diese Masse älterer Menschen
die Zahl hilfe- und pflegebedürftiger Menschen alternativ die Zahl von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen
Zusammentreffen von Vertretern Treffen zwei „Genitive“ aufeinander, nimmt man einmal von;
aller 500 Einrichtungen man nimmt von, wenn ein Nullartikel folgt und kein Genitiv
erkennbar ist.
eine Umfrage von Kienbaum Management weil (Unternehmens)name
Consultants und Harvard Businessmanager ze ig t...
in welchen Bereichen der Gesellschaft hier: als fester Ausdruck, keine Umschreibung mit von
19 % der Bevölkerung hier: als fester Ausdruck, keine Umschreibung mit von

a ll

Form
all- Indefinitpronomen - wird dekliniert wie ein Adjektiv.
Wer? Alle Bewohner des Hauses. Wem? Alle/? Bewohnern des Hauses.
Bedeutung
all- bezeichnet zusammenfassend eine Menge von Dingen, Personen - und zwar die gesamte Menge,
a ll- wird deshalb generalisierend verwendet. Bei zählbaren Dingen im Plural, bei nicht „zählbaren“,
abstrakten Dingen im Singular.
Alle Bären lieben Honig.
Nach vorläufigen Schätzungen spart all(es) das dem Staat viele Millionen.
all- (Plural): feste Verbindungen m it dieser, jener, Possessivartikel
In diesen Verbindungen ist sowohl all als auch alle möglich.
All(e) diese pflegebedürftigen Menschen haben einen Anspruch a u f...
all- (Plural): nach einem Personalpronomen
Wir alle haben an ihn geglaubt.

w e rd e n : P a rtiz ip I Sprecherbezug
werden bildet ein Partizip I, meistens mit Komparativ. Der Bürgermeister: „Bei den Verhandlungen
Die immer älter werdende Bevölkerung mit der FDP stehen die bildungspolitischen Ziele
Kostenlose Zeitschrift fü r werdende Eltern der Stadt im Vordergrund.“
m ith ilfe von Verben
Der Bürgermeister hat betont, dass bei den
Verhandlungen mit der FDP die bildungspolitischen
P rä p o s itio n e n d e r S c h rifts p ra c h e Ziele der Stadt im Vordergrund stehen.
Rede von Kulturstaatsminister Bernd Neumann weitere: hat k ritis ie rt, hat hervorgehoben,
anlässlich der Eröffnung der 60. Internationalen hat eingeräumt, hat zugegeben, hat geklagt,
Filmfestspiele Berlin 2010 hat angeführt, hat heruntergespielt,
Aufgrund geringerer Nachfrage geht unser Umsatz zurück. hob als w ich tig hervor, bedauerte
weitere: anhand von, sta tt, anstatt, anstelle, Präpositonen
um ... w illen, anhand, seitens, angesichts, Laut Bürgermeister Meier stehen bei den
m ith ilfe , vonseiten, k ra ft Verhandlungen mit der FDP ...
Gemäß der Schulordnung müssen w ir ...
weitere: nach, zufolge,

Adverb
Bei den Verhandlungen mit der FDP stehen die
bildungspolitischen Ziele der Stadt im Vordergrund,
so der Bürgermeister.

118 Ohne Ende LEKTION ©


G r a m m a tik O h n e E n d e

W o rtb ild u n g A d je k tiv e S te ig e ru n g s a d v e rb ie n


aus Nomen m it Partizipien Burn-out bedeutet in diesem Fall, dass sie
m arktorientiert hochgradig innerlich erschöpft und sehr krank sind.
branchenübergreifend auch: extrem , ä u ß e rs t...

P rä p o s itio n e n : s e lte n e r e K o n te x te
Präpositionen in selteneren Kontexten lernt man am besten als feste Ausdrücke.
Unter den 30 Mitarbeitern herrscht ein lockeres Betriebsklima.
Er brachte das Flugblatt unter die Leute.
Das Projekt steht unter ihrer Leitung.
Der Fluglärm war auf einige Kilometer zu hören.
Das stimmt auf den Cent genau.
Auf zehn Schüler kommt ein Lehrer.
Auf Befehl des Richters ...

S a tz m itte (la n g e u nd k u rz e S a tz te ile )


In der Satzmitte stehen in aller Regel nicht viele Satzteile (Ergänzungen, Angaben).
In der Schriftsprache können die Satzteile aber sehr lang sein:
Unter Generationengerechtigkeit ist die „gerechte“ A ufteilung Ergänzung (Nominativ)
der Lasten und Gewinne einer G esellschaft unter ihren
verschiedenen Altersgenerationen zu verstehen.

Angaben verteilt man im Satz (auf Satzanfang und Satzmitte) oder auf verschiedene Sätze:
nicht so gut: besser:
Wir haben am Abend m it Müh und Not Am Abend haben wir mit Müh und Not
das Basislager erreicht. Wir sind das Basislager erreicht. Am frühen Morgen sind wir
mühsam m it dem ganzen Gepäck dann losgelaufen. Wir hatten das ganze Gepäck dabei,
am frühen Morgen losgelaufen. und das war ziemlich mühsam.

T e x te s tru k tu rie re n
m it Adverbien
Argum ente ergänzen
Zudem erstattet die Versicherung nur 80 % der Kosten.
weitere: auch, außerdem, ferner, überdies, ebenso, ebenfalls, gleichfalls, anschließend, zuletzt
Folgen aufzeigen
Folglich gibt es für diese Behauptung keinen Beweis.
weitere: also, daher, demnach, infolgedessen, darum, demzufolge, deshalb, deswegen, m ithin, so, som it
etwas ausschließen
Sonst gehen unsere Absätze noch weiter zurück.
weitere: andernfalls
ein Argum ent entgegensetzen
Vielm ehr geht es doch darum, die Jugendlichen auf die beruflichen Anforderungen vorzubereiten.
weitere: dagegen, doch, hingegen, in d e sse n , jedoch
etwas einräum en
Gleichwohl können Flausaufgaben positive Auswirkungen haben.
weitere: dennoch, des(sen) ungeachtet, gleichw ohl, im m erhin, trotzdem , zwar ... aber

Ohne Ende LEKTION 0 119


Matthias Duderstadt:
Erinneru
Ich glaube, es war im Jahr 2034, ich war gerade sieben
Jahre alt geworden, als es bei meinem Vater mit dieser
merkwürdigen Marotte losging. Er redete immerzu von
„aufheben“ , fast jedes zweite Wort war „aufheben“ . Wenn
5 wir im Herbst an einem der sehr wenigen Bäume vorbei­
kamen, hielt er sein Auto an, und wir hoben die Eicheln,
Kastanien, Tannen- und Kieferzapfen, oder was auch 35wenn er losfuhr, um sie zu holen, war er mehrere Stunden
immer es war, auf. Aber er meinte mit diesem Wort noch fort. Nach einem Jahr wuchsen im Schlafzimmer kleine
etwas anderes. Er sagte zum Beispiel: „Wenn wir jetzt Eichen, Kastanien, Ahorne, Buchen, Tannen, Kiefern und
io nicht alles aufheben, werden eure Kinder eines Tages andere Bäume, deren Namen ich damals noch nicht kann­
nicht mehr wissen, wie das alles aussah zu euren Zeiten.“ te. Wir bekamen feuchte Wände, und so baute er weitere
Wir hoben viel auf in diesen Zeiten, damit unser Vater es M Fenster ein und isolierte bei dieser Gelegenheit die
aufheben konnte. Unser Vater war weder Gärtner, Bauer, Wände. Selbst meine Mutter musste zugeben, dass die
Biologe noch sonst etwas in dieser Richtung. Aber er Pflanzen schön aussahen, wie sie da so dicht beieinan­
io hatte diese Marotte mit dem Aufheben von Dingen, die derstanden, aber sie vermisste nach wie vor ihr
mit Bäumen und Blumen zusammenhingen. Vielleicht war Schlafzimmer.
es zu Beginn nur eine Art Ausgleich für seine Arbeit bei
einer Versicherungsfirma, ich weiß es nicht genau. 45Als mein Vater feststellte, dass die Pflanzen wuchsen,
Jedenfalls mussten nach einiger Zeit auch Bücher und mussten wir plötzlich noch mehr aufheben: Glas, Fens­
20 Zeitungen aufgehoben werden. „Das sind im Grunde terrahmen - ganz egal, aus welchem Material - , Türen,
Bäume und Baumwollpflanzen“, sagte er einmal, „auch Steine, Styropor, Glaswolle, Kork und so w eiter... Was wir
das muss aufgehoben werden.“ nicht tragen konnten, holten wir mit dem Auto ab. Das
soWohnzimmer wurde halbiert; auch hier wurden Beete an­
Noch im Jahr 2034 begann er das Haus auf den Kopf zu gelegt. Nach und nach baute er in die Fenster komplizier­
stellen. Das Schlafzimmer, das er zusammen mit meiner te Filteranlagen ein, und das Wasser ließ er durch einen
25 Mutter hatte, räumte er aus. Das Bett stellte er ins Wohn­ Tankwagen heranschaffen, „Verrückte soll man machen
zimmer, den Schrank und die übrigen Möbel verteilte er lassen“, sagte meine Mutter, die sich langsam daran ge-
im Haus. Einiges stellte er in den Keller. Meine Mutter pro­ 55wohnt hatte, kein Schlafzimmer zu haben. Mein Bruder
testierte vergeblich. „Es gibt jetzt Wichtigeres zu tun“, und meine Schwester dachten genauso, sie amüsierten
war das Einzige, was er immer wieder entgegnete. Mehr sich köstlich über ihren Vater.
so sagte er in solchen Gesprächen nie. Im Schlafzimmer
wurde aufgehoben. Er baute alles mit Regalen voll, auf Wir hatten alle angenommen, nun wäre er endlich zufrie­
denen er die gesammelten Dinge ausbreitete. Auf dem den mit seiner Hobbygärtnerei. Aber wir hatten uns
Fußboden legte er Beete an, ich weiß nicht, woher er die sogründlich geirrt. Vom Wohnzimmer und vom ehemaligen
Erde hatte. Sie sah anders aus als gewöhnliche Erde, und Schlafzimmer aus machte er jetzt Durchbrüche zum
Garten. Was wir gesammelt hatten, wurde nicht aufgeho­
ben, sondern verbaut. In dieser Zeit schlief er kaum noch.
Man hörte ihn bis spät in die Nacht rumoren, und mor-
65gens saß er als erster am Frühstückstisch, den er selbst
gedeckt hatte. Wenn er gefragt wurde, was das alles
solle, gab er ziemlich unverständliche Antworten: „Ihr
werdet schon sehen, was ihr davon habt. - Wenn ihr
wüsstet, was ein Versicherungsangestellter alles wissen
?o kann“, und so w eiter... Einmal sagte er: „Ihr müsst lernen,

im Holz zu lesen.“ Das verstand nun keiner mehr von uns.


Im Jahr 2040 jedenfalls bewohnten wir nur noch die

Ohne Ende LEKTION o


f

...

ngen
aus d e r Z u k u n ft
obere Etage unseres Hauses. Wohnzimmer, Schlafzimmer Gelände bewegen konnten. Im Jahr 2042 waren wir tief
und Küche waren zu einem großen Treibhaus geworden, verschuldet. Wir merkten es am Essen. Aber wir Kinder
75durch Luftfilter von der Außenwelt abgeschirmt. Nur das waren dennoch ganz zufrieden. Jeder von uns hatte eine
Klo erinnerte noch an früher. Viele unserer Freunde und Aufgabe, die er mit Freude erfüllte. Ich war inzwischen
Bekannten hielten ihn - und uns auch - für Spinner, aber ho immerhin fünfzehn und hatte längst begriffen, dass wir al­
es gab auch einige, die bestaunten, was sie sonst nur in les andere als arm waren. In Wirklichkeit waren wir reich.
einem der wenigen Gewächshäuser zu sehen bekamen, Die Zeit der großen Vergiftungen war vorüber. Aber das
so Denn selbst im Hochsommer sah es draußen auf dem Wasser, das man in näherer Umgebung finden konnte,
Land aus wie in früheren Zeiten nur im Spätherbst: braun­ und auch die Erde waren immer noch verseucht. Man
grünlichgraudreckig. ns musste das Wasser reinigen und die Erde von weit her
bringen. Ohne Luftfilter konnten Bäume, Blumen und die
Der Garten war mit Glas umbaut, ein großer, grünsilbern meisten Tiere immer noch nicht überleben. Die Pflanzen
glänzender Glaswürfel. In einigen Bereichen sah der Gar­ wuchsen unter großen Glas- oder Plastikglocken heran,
es ten aus wie „Wald“ , wie eine Fläche also, auf der viele während man sich an die Arbeit machte, draußen Flecken
Bäume zusammenstehen. Ich hatte das Wort Wald einmal 120zu schaffen, an denen Tiere und Pflanzen Überlebens­
unter einem alten Foto gelesen. Da waren viele Bäume, möglichkeiten hatten.
sehr dicht auf einem Hügel zusammengedrängt, und da­ Vom Jahr 2045 an wurden wir reich. Von überall her
runter stand „Deutscher Wald“ . kamen Leute, um Bäume, Blumen und Tiere zu kaufen. In
unseren Gewächshäusern hatten wir Pflanzen und Tiere,
90Als mein Vater sah, dass alles prächtig gedieh, mietete er res die die meisten nur noch aus Filmen oder alten Büchern
in der Nachbarschaft Gärten dazu. Die Erde ließ er von kannten. Viele Pflanzen, viele Tiere der Erde, des Wassers
Lastern abtransportieren und ließ neue bringen. Auch die­ und des Himmels gab es nur noch in starren oder künst­
se Gärten umbaute er mit Glas, und auch hier wurden lich bewegten Bildern. Aber einige von ihnen lebten noch
Luftfilter installiert. Auch hier zog er Bäume und Blumen. immer, nicht nur als Bild.
95Als er das fünfte Glashaus fertig hatte, besorgte er sich
von irgendwoher ulkig aussehende Tiere, die ich nur aus
Filmen kannte. Er sagte nicht viel dazu, abgesehen von
diesen komischen Bemerkungen wie „Ihr werdet schon
sehen, was ihr davon habt!“ oder „Geduld hat noch nie-
ioo mandem geschadet.“ In einem alten Lexikon fand ich Bil­
der, die einigen seiner Tiere ziemlich ähnlich waren. Es
waren Frösche, Kröten, Eidechsen, Spechte, Kleiber,
Hasen, sogar zwei Eichhörnchen waren darunter. Er hatte
eine Art Gang mit kleinen Tümpeln angelegt, auf dem sich AB 39 TEXTE LESEN 39

105die Tiere über das inzwischen rund drei Kilometer lange

Ohne Ende LEKTION Q 121


F lä c h e n o h n e E nde

i Vm
M
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im w ItftP
i H w v
1

w
k
\ Die Klein’sche Flasche
\ Die Klein’sche Flasche
\ hat genau wie das
\ Möbiusband nur eine Seite.
\ In vier Dimensionen geht
der „Henkel“ auf der rech-
ten Seite in das „Innere“ der
/ Flasche über, ohne die Wand
' zu durchstoßen!
Alles, was einen Anfang hat,
hat auch ein Ende, und was nicht
außen ist, muss innen sein, oder? _
Nicht unbedingt, wenn man die Welt “
der Topologie betritt. Als Unterbereich der
Mathematik befasst sie sich mit der Form aller
Dinge, und die kann manchmal recht „exotisch“
sein.
Einer der topologischen Superstars ist das sogenannte
Möbiusband (auch Möbiusschleife genannt). Dass dies keine ge-
wohnliche Schleife ist, stellt man fest, sobald man einmal mit dem
Finger ihre Oberfläche abfährt. Ohne ein Loch bohren oder den Rand über-
queren zu müssen, gelangt man automatisch auf die Rückseite des Ausgangs-
Punktes. Das Möbiusband hat nur eine Seite und nur einen Rand!
Ungewöhnlich, aber nicht einzigartig in der Topologie.
Objekte, bei denen „außen“ gleich „innen“ ist, gibt es nämlich auch in vier Dimensionen. Diese überstei­
gen zwar unser räumliches Vorstellungsvermögen, mathematisch gesehen sind sie jedoch eng mit der
„einfachen“ Möbiusschleife verknüpft. Klebt man von dieser mehrere aneinander, erhält man zum
Beispiel die Klein’sche Flasche. Auch sie hat nur eine Seite mit einem lang gebogenen Flaschenhals, der
das Innere nach außen kehrt, allerdings ohne Ränder und ohne die Oberfläche zu durchstoßen. Möglich
nur dank einer zusätzlichen vierten Dimension: Genau wie sich zwei nicht parallele Geraden in zwei
Dimensionen schneiden, unter Hinzufügen einer Höhe jedoch durchaus aneinander vorbeilaufen können,
so kann der Hals der Klein’schen Flasche ohne Loch oder Rand durch ihren Bauch ins Innere abtauchen.
V ie lfä ltig e A u fgabe n und P ro je k te u n te r w w w .h u e b e r.d e /z ie l

Das Kunstwerk „Kontinuität“


(etwa fünf Meter hoch) von
Max Bill (1908-1994) wurde
1986 aufgestellt. Es erweist
sich bei näherer Betrachtung
als vielfach gewundenes
Möbius'sches Band.

Möbiusband
Ein Möbiusband ist leicht herzu-
stellen: Kleben Sie einen länge­
ren Streifen Papier an beiden
Enden zu einem Ring zusammen
Aber Achtung: Sie müssen ein
Ende vor dem Zusammenkleben
um 180 Grad drehen

Dieses Band, benannt nach dem


Mathematiker August Ferdinand Möbius
(1790-1868), ist eine einseitige Fläche, wie man sie
erhält, wenn man einen Papierstreifen mit um 180 Grad ver­
drehten Enden zusammenklebt. Ohne den Rand zu über­
schreiten, kann man auf die Rückseite der Ausgangsstelle
gelangen. Damit verliert der Begriff Rückseite für diese
Fläche überhaupt seinen Sinn.
Anhang

Gegen den Strom B2 •

W a s z e ic h n e t e in e g u t e L e h r k r a f t a u s ?
Ergebnisse einer Schülerbefragung
Gerechtigkeit und Fairness (89%, 226 Stimmen)
Fachwissen (71%, 180 Stimmen)
Geduld (63%, 160 Stimmen)
Motivation und Engagement (59%, 149 Stimmen)
Dialog- und Kritikfähigkeit (52%, 132 Stimmen)
verständliche Präsentation der Lehrinhalte (51%, 129 Stimmen)
Begeisterungsfähigkeit (44%, 111 Stimmen)
Allgemeinwissen (41%, 104 Stimmen)
lernbereit, selbst nach vielen Dienstjahren noch (40%, 100 Stimmen)
durchschaubare Bewertungskriterien (34%, 87 Stimmen)
Belastbarkeit (34%, 85 Stimmen)
konsequent (34%, 85 Stimmen)
Engagement über den Unterricht hinaus (32%, 82 Stimmen)
strukturiertes Vorgehen (30%, 75 Stimmen)
Aufgeschlossenheit (29%, 73 Stimmen)
ziel- und ergebnisorientiert (26%, 66 Stimmen)
ist auch NACH der Schule noch erreichbar (26%, 65 Stimmen)
einfühlsam (25%, 63 Stimmen)
leitet an zu eigenverantwortlichem Handeln (25%, 62 Stimmen)
persönliche Ansprache (23%, 58 Stimmen)
Vorstellung verschiedener Lerntechniken (22%, 56 Stimmen)
inspirierend/kreativ (22%, 55 Stimmen)
Vermittlung von Normen und Werten (20%, 50 Stimmen)

Abstimmende insgesamt: 253 Schülerinnen und Schüler


einer österreichischen Schule.

Ohne Worte bi

Erklärungen zu den Gesten


A - Im deutschsprachigen Raum und in einigen anderen europäischen Ländern
ist das eine Aufforderung zum Telefonieren.
- In China bedeutet dies die Zahl sechs.
- In Südeuropa ist sie die Geste für „trinken“ .
- „Sei locker!” : So wird die Geste unter Surfern genutzt.
B - Bedeutet im deutschsprachigen Raum „essen“ . Die drei Finger werden zusammengelegt
und zum Mund geführt: mal vom Tisch aus direkt zum Mund, mal auch mit kreisenden Bewegungen.
C Klatschen. Aber Klatschen kann unterschiedlich ausfallen und verschiedene Intentionen/
Bedeutungen haben.
- Beifall, weil einem etwas sehr gut gefallen hat (Begeisterung, Zustimmung, Lob usw.), nach einer
Vorstellung, einem Vortrag usw. Mit der Intensität und der Dauer des Klatschens wird der Grad
der Begeisterung gezeigt.
- Als Aufforderung, wenn irgendeine Veranstaltung nicht rechtzeitig beginnt: wenig klatschen,
aber demonstrativ.
- Ironische Missbilligung bis hin zur Beleidigung. Starke, fast beleidigende Kritik. Geklatscht wird laut,
mit langen Abständen. Eventuell von einem höhnischen „Bravo!“ oder „Gut gemacht!“ begleitet.

124 Ziel C I/I ANHANG


Vom F e in s ten C2| #

W a s p a s s ie r t in d e r G e s c h ic h te ? D ie In h a lts a n g a b e

E in e fein e D a m e ist in d e n U rla u b g e fa h re n u n d s itz t a b e n d s in ein em W irts h a u s .


E in M a n n k o m m t h e re in , d e r d u rc h sein B e n e h m e n u n d sein e K le id u n g a u lfä llt.
E r k o m m t ih r b e k a n n t vor.
Sie fra g t die W irtin n a c h D e ta ils, e r f ä h r t sein e n N a m e n , P e te r S tu rz , u n d die W irtin e rz ä h lt
5 d e r D a m e , d a ss d e r M a n n im A rm e n h a u s le b t. E r g ib t vor, m al S c h a u s p ie le r g e w e se n zu sein
u n d w ird v o n d e n B a u e rn im D o rf g e d e m ü tig t. D a e r in n e r t sich die D a m e , w o h e r sie S tu rz
k e n n t. E r w a r in ih r e r J u g e n d S c h a u s p ie le r in ih r e r S ta d t u n d d e r J u g e n d s c h w a r m v o n ih r u n d
ih r e r F re u n d in E llen . In ih re m L e b e n h a t e r sich ein m al in e in e r sc h w ie rig e n S itu a tio n als fe i­
n e r M e n sc h e rw ie se n . Sie ü b e rle g t, w ie sie ihm h elfen k a n n , u n d h a t eine Idee. Sie lä d t ih n v o r
10 allen G ä ste n a n ih re n T isch zu dem te u e r s te n W ein ein u n d lo b t sein e S c h a u s p ie lk ü n s te vo n
frü h e r. D e r R e s p e k t d e r B a u e rn fü r d e n fr ü h e re n S c h a u s p ie le r w ä c h st.

A u f U m w eg e n 02 e

S m a ll T a lk is t n ic h t s o s c h w e r , w e n n m a n e in ig e G r u n d r e g e ln b e a c h t e n le r n t

1 Mit Small Talk möchte man eine nette, gemütliche Atmosphäre für alle schaffen. Es geht nicht darum,
die eigene Meinung zu äußern, andere zu überzeugen oder einen Vortrag über ein Problem des
eigenen Fachgebiets zu halten. Nett sein, unkompliziert, charmant, nicht dominant.

2 Für so ein Gespräch eignen sich im Allgemeinen Themen wie das Wetter, aktuelle sportliche Ereignisse
wie Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele. Danach kommt man dann sicher zum eigenen
Sportverhalten. Achtung, auch hier locker bleiben, sich nicht an Details festbeißen.

3 Aktuelle politische Ereignisse sind nicht so geeignet. Viel diskutierte Sendungen zu solchen Ereignissen
schon, aber auch hier nicht ins Detail gehen.

4 Bei Wahlen sollte man über die Wahlen selbst reden: spannend, nicht bemerkenswert, ruhig, aber
nicht über die politischen Positionen.

5 Politik, Geld und Gesundheit sind eher Themen, die man vermeiden sollte.

6 Noch ein Tipp: Hören Sie zu. Greifen Sie auf, was der Gesprächspartner sagt.
7 Gehen Sie auf ein Gespräch über andere Gäste oder die Gastgeber nicht ein, es sei denn, der Inhalt ist
nur positiv.
8 Geben Sie Feedback-Signale.

Ziel C I/I ANHANG 125


O hne Ende ß3 a

Lesen Sie den Text.


Machen Sie sich Notizen zu den folgenden Punkten und tragen Sie die Ziffern
an den Stellen ein, wo Sie die Information gefunden haben.

- Was ist ein Mehrgenerationenhaus? (1)


- Warum sind Mehrgenerationenhäuser überhaupt notwendig? Was hat sich geändert? (2)
- Welche Angebote bietet ein Generationenhaus an? (3)
- Wer sind die Mitarbeiter? Unter welchen Bedingungen? (4)
- Wer hat einen Nutzen von den Angeboten? (5)
- Gibt es finanzielle Unterstützung? (6)

D er Z u sam m en h alt der G enerationen


m uss gestärkt w erden
Familienministerin Ursula von der Leyen: „Der Gene­
rationenzusammenhalt ist so wichtig wie nie zuvor.“
Der erste Zwischenbericht der Wirkungsforschung
nennt drei wesentliche Merkmale, die den Erfolg der
Mehrgenerationenhäuser ausmachen:
1. M e h rg e n e ra tio n e n h ä u s e r sind ein E rfo lg s m o d e ll
f ü r fre iw illig e s E ngagem ent
Insgesamt engagieren sich 15 000 Männer und Frau­
en in den Mehrgenerationenhäusern. Am stärksten
beteiligen sich mittlere und ältere Erwachsene zwi­
schen 30 und 65 Jahren. Bemerkenswert: 60 Prozent
der Engagierten sind berufstätig und investieren so
zusätzlich zu Beruf und Familie Zeit in das Mit­
einander der Generationen. Zudem binden sich Frei­
Das Mehrgenerationenhaus Pirna hat sich aus dem willige meist eng an ihr Mehrgenerationenhaus.
Familienzentrum FAMIL e.V entwickelt und ist in Etwa zwei Drittel von ihnen engagieren sich mindes­
Pima-Copitz. Es ist ein gemeinnütziger Verein, aner­ tens einmal pro Woche.
kannter Träger der freien Jugendhilfe, Mitglied im
2. M e h rg e n e ra tio n e n h ä u s e r sind ein E rfo lg s m o d e ll
Mütterzentrumsverband und im Deutschen Familien­
f ü r den Z u s a m m e n h a lt d e r G e n e ra tio n e n
verband. Die Maßnahme wird aus dem Europäischen
Sozialfonds kofinanziert. 90 000 Menschen kommen täglich bundesweit in die
Das Mehrgenerationenhaus Pirna ist ein Treffpunkt für Mehrgenerationenhäuser und nehmen knapp 10 000
Menschen aller Generationen. regelmäßige Angebote wahr. Bereits jetzt begegnen
sich in drei von vier dieser Angebote Jung und Alt -
Kommen Sie vorbei - wir freuen uns auf Sie ... insbesondere bei Kultur- und Sportangeboten, aber
A ngebote u n d D ie n stle istu n g e n auch in 70 Prozent der offenen Treffs sind Jung und
Alt gemeinsam aktiv.
Hier finden Sie die Angebote des MGH für Sie.
Vieles wird noch entstehen, machen Sie mit! 3. M e h rg e n e ra tio n e n h ä u s e r sind ein E rfo lg s m o d e ll
f ü r h aushaltsnahe D ienstleistungen
- Mit Musik und Tanz in die Welt
- Änderungsschneiderei Täglich greifen fast 10 000 Menschen auf Dienst­
- Schülerdienste für Senioren leistungen zurück, die in Mehrgenerationenhäusern
- Babysitter-, Leihomaservice angeboten werden. Insgesamt stehen rund 1500
- Lese-Cafe Dienstleistungen zur Verfügung: Mehr als 500 sind
- Uni für Erwachsene Betreuungsangebote (45 Prozent aller Angebote),
- Einfache soziale Beratung 300 Essensangebote (24 Prozent) und 240 andere
- Seniorencafe Dienstleistungen (16 Prozent) wie etwa Haushalts­
- Seniorensport hilfen oder Fahrdienste.
- Kinderbetreuung

126 Ziel C1/1 ANHANG


„In einer Gesellschaft, die hohe Mobilität und Fle­ diese Großfamilie nicht zurücksehnen, aber wir können
xibilität verlangt, haben einerseits Familienwerte aus den Prinzipien von Familien lernen, um heute den
Konjunktur. Familie wird als zuverlässigstes soziales Kreislauf des Gebens und Nehmens zwischen den
Netz wahrgenommen“, sagt Ursula von der Leyen. Generationen wieder zu beleben. Dazu brauchen wir
„Gleichzeitig ist die Kernfamilie vielfach zu klein Orte, an denen sich Menschen aller Generationen ganz
geworden für ihre großen Aufgaben. Die traditionelle selbstverständlich im Alltag begegnen, voneinander ler­
Großfamilie mit vielen Vettern, Cousinen, Onkeln oder nen und sich gegenseitig unterstützen. Mit Mehrgene­
Tanten ist aus unserer Gesellschaft fast vollständig ver­ rationenhäusern versuchen wir, überall in Deutschland
schwunden. Von den Vier- und Fünljährigen wachsen solche Räume entstehen zu lassen“, so die Bundes­
knapp 30 Prozent ohne Geschwister auf. Wir können familienministerin.

Vom F e in s ten C3

D ie E rz ä h le rin M a rg a re t w a r n och e in ju n g e s M äd ch e n , als P eter S tu rz e n ta le r u n te r dem


K ü n s tle rn a m e n P eter S tu rz e in b e k a n n te r S chauspieler, e in S tar w ar. Wo e r h in k a m , fe ie rte e r
an den B ü h n e n Ö ste rre ich s groß e E rfolge.
D a m als h a tte M a rg a re t sich u n s te rb lic h in ih n v e rlie b t, u n d g e m e in s a m m it ih r e r F re u n d in
E lle n h im m e lte sie den S ta r h e im lic h an.
E in e W e lt b ric h t in d em ju n g e n M ä d ch e n zu sa m m e n , als sie e rfä h rt, dass ih r g e lie b te r S tar die
S tadt ve rla sse n w ir d u n d n u n e in le tzte s M a l im S ta d tth e a te r a u ftritt.
Sie is t v e rz w e ife lt, v ö llig v e rs tö rt, k u rz davor, e rn s th a ft zu e rk ra n k e n , sodass ih r V a te r ih r v e r­
b ie te t, d ie A b s c h ie d s v o rs te llu n g zu besuchen.
A u ß e r sich ve rlä sst M a rg a re t d a ra u fh in das E lte rn h a u s , h e g t S e lb stm o rd g e d a n ke n , lä u ft z ie l­
los d u rc h d ie Straßen, b is sie sich w ie im T ra u m v o r S tu rz ’ H aus w ie d e rfin d e t.
Sie w ill ih n u n b e d in g t n och e in m a l sehen. U n b e m e rk t s c h le ic h t sie in sein W o h n h a us u n d
k lo p ft an seine Z im m e rtü r. S tu rz ö ffn e t se lb e r - u n d h ä lt sie fü r e in D ie n stm ä d ch e n , das eine
N a c h ric h t ü b e rb rin g e n so ll. D e sh a lb b itte t e r sie h e re in . K a u m is t sie in se in e m Z im m e r,
b ric h t sie in T rä n e n aus, b itte t ih n d a zu b le ib e n , fle h t ih n in ih re r V e rz w e iflu n g an, sie m itz u ­
n e h m e n . Egal, w o h in . „T u n Sie m it m ir, w as Sie w o lle n ... n u r ve rla sse n Sie m ic h n ic h t.“ Sie
k la m m e rt sich an ih n .
N u r k u rz ü b e rle g t S tu rz, d a n n r u ft e r seine H a u s h ä lte rin : E r e rz ä h lt ih r, M a rg a re t h ä tte
fre u n d lic h e rw e is e d ie G rüß e ih r e r ganzen S ch u lkla sse ü b e rb ra c h t u n d w o llte n u n nach H ause
gehen. D e sh a lb b itte t e r d ie H a u s h ä lte rin , M a rg a re t fü rs o rg lic h h in a u s z u b e g le ite n .
D e r S tar S tu rz h a t das A n g e b o t d e r S c h ü le rin n ic h t fü r sich a u sg e n u tzt, s o n d e rn sie m ith ilfe
s e in e r H a u s h ä lte rin u n d e in e r k le in e n N o tlü g e v o r dem bösen G erede in d e r K le in s ta d t, v o r
dem V e rlu s t ih re s g u te n R ufs g e sch ü tzt.

Ziel C1/1 ANHANG 127


O hne Ende di #

Wochenarbeitszeit in der Europäischen Union


V o n V o l l z e i t b e s c h ä f t i g t e n , in S t u n d e n a n g e g e b e n

Land gesetzliche tarifvertraglich tatsächlich


Obergrenze vereinbart geleistet
(Durchschnitt)
Österreich 40 38,5 40,1
Belgien 38 38 39,7
Tschechische Republik 41,9
Zypern 48 38 40,4
Dänemark 48 37 40,1
Estland 40 40 41,8
Finnland 40 37,5 40
Frankreich 48 35 38,5
Deutschland 48 37,7 40,3
Griechenland 48 40 41,9
Ungarn 48 40 41,5
Irland 48 39 40,7
Italien 48 38 39,8
Lettland 40 40 44,8
Litauen 40,5
Luxemburg 48 39 40,3
Malta 48 40 41,1
Niederlande 48 37 39,1
Polen 40 40 43,1
Portugal 48 39 41,1
Slowakei 40 38,5 42,1
Slowenien 40 40 42
Spanien 40 38,6 41
Schweden 40 38,8 40,1
Vereinigtes 48 37,2 44,9
Königreich von
Großbritannien und Nordirland
Europäische Union 48

O h ne W o rte F2 c

Text 2

Ein Werbegrafiker, Aktivist in einer Umweltschutzbewegung, hatte seinem Verband versprochen, ein werbewirk­
sames Plakat zu gestalten.
Mit dem Plakat wollten die Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass mit der immer neuen Ansiedlung von
Häusern und Gewerbegebieten immer mehr lebensnotwendiger Wald zerstört wird. Der Werbegrafiker setzte
sich an seinen Computer und arbeitete an einem großen Foto, das einen Nadelwald darstellte, das war sein
Hintergrund. Und dann kam ihm die grandiose Idee: Der Laubbaum ist im Nadelwald ein Fremdkörper, er gehört
da nicht hin. Was wäre, wenn er aus Elementen, die aussehen wie Ziegelsteine, halbfertige Häuser, einen
„Laubbaum“ in den Nadelwald legen würde? Und so entwarf er das Plakat: Die flachen Wurzeln des Baums, der
Stamm und die Äste, das sind die Straßen, die in den Nadelwald hineingerodet werden. Die Blätter, das sind
die Gebäude, die Parkplätze, die Supermärkte und die Gewerbegebiete. Indem er den riesigen Laubbaum auf
den Nadelwald legte, hatte er ein Symbol für die Zerstörung, die der Mensch anrichtet.
Ihm selbst gefiel das Plakat so gut, dass er es für eine Ausstellung einreichte. Es wurde genommen.

128 Ziel C1/1 ANHANG


O hne Ende ß 3 i#


Lesen Sie den Text.
Machen Sie sich Notizen zu den folgenden Punkten und tragen Sie
die Ziffern an den Stellen ein, wo Sie die Information gefunden haben.
- Welche Bereiche in der Gesellschaft sind von diesen Veränderungen besonders betroffen? (1)
- Wie sieht das aktuell aus der Sicht der jungen Unternehmer aus? (2)
- Welche Gruppen in der Gesellschaft bekommen durch die Veränderungen Probleme? (3)
- Was versteht man unter Generationengerechtigkeit? (4)
- Welches Phänomen führt zu Problemen bei der Generationengerechtigkeit? (5)

Generationengerechtigkeit -
eine Notwendigkeit
Unter Generationengerechtiqkeit ist die „gerech­ des Landes. Zum einen wird argumentiert, dass
te" Aufteilung der Lasten und Gewinne einer beispielsweise das Rentensystem über Gebühr die
Gesellschaft unter ihren verschiedenen Alters­ jungeren Ge nerationen beiastet: das relativ hohe
generationen zu verstehen. Die zentrale Idee ist, Niveau der Bezüge einer immer größer werdenden
dass eine Generation nicht „auf Kosten" der ande­ Anzahl von Rentnern kann nur auf Kosten immer
ren leben und wirtschaften soll. Dabei kann es sich weiter_steigender Rentenbeiträge erbracht wer­
um materielle Güter (z. B. finanzielle Mittel), aber den. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass dieje­
auch um andere Werte wie etwa eine saubere nigen, die heute einzahlen, in Zukunft immer weni­
Umwelt handeln. So wurde in den 80er-Jahren des ger aus dem System erhalten werden, wenn sie
vergangenen Jahrhunderts die Diskussion um selber in den Ruhestand gehen. Aufgrund geringe­
Generationengerechtigkeit von der Überlegung rer Staatseinnahmen wegen hoher Arbeitslosig­
geprägt, ein stärkeres ökologisches Bewusstsein in keit und schwachen Wirtschaftswachstums steigt
der Gesellschaft zu etablieren, damit nachkom­ zudem die (Neu-)Verschuldung des Landes, für die
mende Generationen eine möglichst intakte U m ­ die nachfolgenden Generationen aufzukommen
welt vorfinden. Der Begriff der Generationenge­ haben werden.
rechtigkeit ist somit stark mit jenem der Nachhal­
tigkeit verbunden. Wie schwierig dieses Thema ist, zeigen auch die
Der demografische Wandel verändert das zahlen­ Ergebnisse einer Umfrage, die die „Jungen Unter­
mäßige Verhältnis der verschiedenen Alters­ nehmer" gemacht haben.
gruppen und Generationen in Deutschland erheb­ Die Schieflage des Bundeshaushalts und der
lich. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung Sozialversicherungen erfordert aus Sicht der
wird die Gruppe der älteren Menschen größer, „Jungen Unternehmer" von allen Bevölkerungs­
während die Anzahl von Kindern und - in der Fol­ gruppen erhebliche Anstrengungen, um zukünfti­
g e ^ von Personen mittleren Alters zurückgeht. gen Generationen keine unüberbrückbaren Schul­
Wie wird sich die veränderte Altersstruktur der denberge zu hinterlassen. Im Sinne der Genera­
deutschen Gesellschaft auf die Beziehungen zwi­ tionengerechtigkeit müssen diese Lasten zwi­
schen den Generationen auswirken? schen Jungen und Alten gleichmäßig aufgeteilt
In der aktuellen Debatte um Generationengerech­ werden. Derzeit stufen jedoch 51,5 Prozent der
tigkeit geht es vor allem um die Nachhaltigkeit der befragten Unternehmer die Beiträge der Rentner [
sozialen Sicherungssystenne, die in Deutschland zur Konsolidierung als zu gering ein. Nur knapp
immer noch hauptsächlich als Umlagesysteme jeder Zehnte bezeichnet den Anteil der Rentner
konzipiert sind, sowie um die hohe Verschuldung als zu hoch.

39,2% 51,6% 9,2% 80,8% 5,4% 13,8%

genau richtig zu gering zu hoch genau richtig zu gering zu hoch


Der Beitrag der Rentner zur Der Beitrag der jüngeren Generation
Generationengerechtigkeit ist ... zur Generationengerechtigkeit i s t ...

Ziel C1/1 ANHANG 129


Vom F e in s ten cs #

Rollenkarte Q

Schildern Sie Ihrer Ansprechpartnerin / Ihrem Ansprechpartner den Fall.


Sie wollen erreichen, dass dem heruntergekommenen Star geholfen wird.
Sie haben das feste Ziel, sich nicht abwimmeln zu lassen.

Lesen Sie, was Sie alles fordern können /w o llen . Markieren Sie die Forderungen,
die Sie besonders wichtig finden.
__} eine Wohnung besorgen
.J die Formalitäten für ihn erledigen
die Kosten für die Miete übernehmen
.J eine sofortige Betreuung organisieren
„ j ein Zimmer in einem Obdachlosenheim als Übergangslösung organisieren
_J ärztliche Versorgung ermöglichen (Kostenübernahme)
..] Sozialhilfe für ihn beantragen - dafür Hilfe organisieren
_J eine Arbeit für ihn finden
..] ihm eine Postadresse einrichten
__] ihm ein Girokonto ermöglichen
__j einen Rechtsbeistand organisieren, der seine Honoraransprüche durchsetzt
psychische und soziale Betreuung zur Wiedereingliederung organisieren
_J sich an einen Streetworker (Sozialarbeiter, der sich um Obdachlose kümmert) wenden
__} einen Antrag stellen auf ein Zimmer im Künstlerwohnheim (lange Wartezeit)

Die folgenden Wendungen und Ausdrücke könnten Ihnen in Ihrem Gespräch helfen.
Ich habe g e h ö rt/g e le s e n , dass Sie sich f ü r ... einsetzen.
Aber es geht hier um einen ganz besonders tra g is c h e n /s c h w ie rig e n /... Fall: ...
V ielleicht g ib t es ja noch andere M öglichkeiten: ...
Hören Sie doch b itte einen Augenblick zu: Es geht hier um ... Ich bin m ir sicher, dass ... die
U nterstützung verdient.
Verstehen Sie doch. Er kann nicht ...
Dazu k o m m t... Dieser Mensch braucht unsere Hilfe.
Ich verstehe, dass Sie viel zu tun haben /v ie le Vorschriften einhalten müssen, aber es muss doch
eine M öglichkeit geben.
Er is t ohne unsere Hilfe verloren.
Die Folgen haben Sie zu verantw orten.
Die Konsequenzen dieser A n tw o rt haben Sie zu tragen!
Haben Sie denn gar kein M itleid und kein Verständnis?
So schnell werden Sie mich nicht los.

A u f U m w eg e n C2

„Was würdest du arbeiten, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe?“

130 Ziel C I/I ANHANG


A u f A chse Hm
Text 0
Lesen Sie den folgenden Text und versuchen Sie, unbekannte Wörter
aus dem Kontext zu verstehen.

M y t h o s M o n d
In frühen Kulturen sahen die Menschen den M ond off als ein mythisches
Wesen. Meist spielte es im Vergleich zur mächtigen Sonne nur eine unterge­
ordnete Rolle. In regelmäßigen Abständen focht es einen Kampf aus, aus
dem es stets als Verlierer hervorging - der M ond verschwindet bei Neumond
für drei Tage vom Himmel.
In vielen Kulturen wurde der Mond als weiblich gesehen - auch in der grie­
chisch-römischen, die die europäische Kultur wesentlich geprägt hat. Sein
wechselndes Gesicht hat den M ond zum Sinnbild für Werden und Vergehen,
für Leben und Tod gemacht. In der Mythologie trägt die ägyptische Göttin
Isis die Mondsichel als Fruchtbarkeitssymbol im Haar; die griechische
Mondgöttin Selene verwaltet Friedhof und Grab.
Im Deutschen hat „der Mond“ männliches Geschlecht, in den meisten ande­
ren europäischen Sprachen ist er weiblich (z. B. italienisch und spanisch „la
luna“, französisch „la lune“). In der germanischen Mythologie war der Mond
ein (männlicher) Riese, der vom G ott Odin an den Himmel verbannt wurde.

Lesen Sie die Wörter noch einmal im Kontext und ordnen Sie die Synonyme zu.

a einen Kampf ausfechten ........ 1 sehr groß, einflussreich


b die Fruchtbarkeit ........ 2 hier: sterben
c aus einem Kampf als Verlierer hervorgehen ........ 3 einen Kampf zu Ende bringen
d mächtig ........ 4 übernatürlich große, männliche Märchenfigur
e jdn. verbannen ........ 5 die Fähigkeit, Kinder zu bekommen
f das Wesen ........ 6 einen Kampf, einen Konkurrenzkampf verlieren
g etw ./jdn. prägen ........ 7 eine schmale Mondform
h die Mondsichel ........ 8 die Kreatur
i vergehen ........ 9 starken Einfluss auf etw ./jdn. haben
j der Riese ........ 10 jdn. vertreiben

Markieren Sie wichtige Stellen im Text und notieren Sie stichpunktartig wichtige Informationen.
Bringen Sie Ihre Notizen in eine sinnvolle Reihenfolge.

Welche Informationen möchten Sie den anderen Kursteilnehmern mitteilen?


Fassen Sie diese in wenigen kurzen Sätzen zusammen.

A u f Achse

Cartoon 3 R E IS E N ...

Z ielC 1/1 ANHANG 131


G egen den S trom E2 #

Frau in den Dünen lehnt Hilfe ab

A u f U m w eg e n c | e

So stellen sich die Menschen ihr Leben


mit bedingungslosem Grundeinkommen vor:

Weiterarbeiten wie bisher 56%


31%
weniger arbeiten und noch etwas anderes tun (Hobby, Ehrenamt,
56%
Vereinsarbeit) 31 %
eine Auszeit nehmen 10% 10%
gar nicht mehr arbeiten 3%
3%
1 Wie würde die Mehrheit der Befragten in dieser Situation weiterleben?
2 Was sagt die Statistik über die Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Arbeit aus?
Glauben Sie, dass das stimmt?
3 Welche Institutionen würden (laut dieser Statistik) vom bedingungslosen
Grundeinkommen besonders profitieren? Warum? Halten Sie das für realistisch?
4 Decken sich diese Zahlen mit den Ergebnissen Ihrer Kursstatistik?

O hne Ende B3|#

Lesen Sie den Text.


Machen Sie sich Notizen zu den folgenden Punkten und tragen Sie die Ziffern
an den Stellen ein, wo Sie die Information gefunden haben.
- Welche Rolle kommt der älteren Generation laut diesem Artikel zu? (1)
- Auf welche Bereiche bezieht sich diese Forderung nach einer „aktiveren älteren Generation“? (2)
- Wie könnte man das gewünschte Engagement der älteren Generation im öffentlichen Leben beschreiben? (3)
- Welche Rolle könnte die ältere Generation in der Wirtschaft übernehmen? (4)
- Welche Probleme ergeben sich da für die Mitarbeiter? (5)
- Welche Vorurteile müssen im Hinblick auf die ältere Generation abgebaut werden? (6)

A l t e r n a ls C h a n c e in e in e r G e s e lls c h a f t d e s la n g e n L e b e n s
Alter schafft Neues
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen am neuen Programm „Aktiv im Alter“ teilnehmen und
und Jugend will einen wichtigen Impuls zur Stärkung vormachen, wie die Beteiligung älterer Menschen aus-
[1] des Engagements älterer Menschen in der Gesellschaft sehen kann. „Wie wollen wir morgen leben?“ ist dabei
setzen. Mit der Initiative „Alter schafft Neues“ soll das die leitende Frage, mit deren Hilfe gemeinsam Ziele ent­
Potenzial und das freiwillige Engagement der älteren wickelt und umgesetzt werden sollen. Ältere Menschen
Menschen stärker gefordert werden. Im Mittelpunkt der unterstützen jüngere Familien, aber auch hilfsbedürftige
Initiative stehen die Programme „Aktiv im Alter“, gleichaltrige Senioren. Die Idee ist ein Geben und Neh­
„Freiwilligendienste aller Generationen“ sowie „Wirt­ men.
schaftsfaktor Alter“.
Freiwilligendienst aller Generationen
Aktiv im Alter Das Programm „Freiwilligendienst aller Generationen“
[%] Mit dem Programm „Aktiv im Alter“ soll es älteren wird ab dem 1. Januar 2009 neuen Zielgruppen die
Menschen leichter gemacht werden, sich gesellschaft­ Möglichkeit zum passgenauen Engagement eröffnen -
lich einzubringen. Außerdem sollen Kommunen dabei entsprechend der individuellen Lebenssituation, den
unterstützt werden, Strukturen auf- oder auszubauen, Interessen und Fähigkeiten sowie dem vorhandenen
die eine stärkere Partizipation älterer Menschen ermög- Zeitbudget. Neben Kindern, Jugendlichen und Migran-
lichen. Die ersten 50 Kommunen stehen bereits fest, die tinnen und Migranten werden hier insbesondere älteren

132 Ziel C I/I ANHANG


Menschen vielfältige Möglichkeiten geboten, sich mit arbeiten. Die aktiven „Rentner“ müssen sich im Gegen­
ihrem umfangreichen Erfahrungswissen in dem neuen zug daran gewöhnen, die höheren Positionen jüngerer
Freiwilligendienst zu engagieren. Mitarbeiter zu akzeptieren, auf gewisse Machtan­
sprüche zu verzichten und ihr Wissen unterstützend ein- :
W ir t s c h a f t s f a k t o r A lt e r zubringen. Dafür, dass das in Zukunft konfliktfrei funk­
Das Programm „Wirtschaftsfaktor Alter“ verbindet tioniert, arbeitet man mit Fachleuten an entsprechenden
Senioren-, Wirtschafts- und Verbraucherpolitik mitein­ Modellen für das Unternehmen. Mit diesen Plänen be­
ander und zielt sowohl auf die Erhöhung der Lebensqua­ findet sich das Unternehmen in guter Gesellschaft.
lität von älteren Menschen als auch auf die Stärkung von Vorurteilen, dass ältere Menschen nicht mehr leistungs-
Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Die Initiative fähig seien, begegnet auch die Wissenschaft: Rund 70
wurde vom Bundesfamilienministerium gemeinsam mit Prozent der 60-Jährigen verfügen über ein unver­
dem Bundeswirtschaftsministerium initiiert. ändertes oder sogar verbessertes kognitives Niveau. Das
Aus der Sicht der Wirtschaft: Auf einer Versammlung Umgekehrte gilt aber auch: Ältere Menschen, die länger
einer großen Versicherung wurde nachdrücklich darauf im Beruf bleiben, behalten ihr Niveau auch länger, das
hingewiesen, dass man bestrebt sei, Mitarbeiter, die in dient wiederum insgesamt der Gesellschaft. Man muss
den Ruhestand gingen, für das Unternehmen zu erhalten. aber zugeben, dass die Geschwindigkeit der Informa­
Denn, so der Tenor, ihr Wissen werde gebraucht. Das tionsverarbeitung, das Arbeitsgedächtnis und ausführen­
heißt aber auch, dass sich junge Mitarbeiter daran ge­ der Tätigkeiten etwas abnimmt.
wöhnen müssen, mit älteren, erfahrenen zusammenzu-

Vom F e in s ten F2 a>

C r e a tiv e c o o k in g [ i o . j u n i 2 0 ..]

M ozartstraße 1, 12345 Schuberthausen, Tel. + Fax: 08765


an
Verein der Freunde der deutschen Sprache
M aistraße 17a*, 12346 Schuberthausen

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den zuverlässigen Partner für alle Veranstaltungen.
Sollten Sie Rückfragen oder Änderungswünsche haben,
wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechpartner.

M it freundlichen Grüßen

U n te rs c h rift
F irm a , V e re in u n d Adressen fre i e rfu n d e n

Ziel C1/1 ANHANG 133


O h n e W o rte D2

Partner A
kalte Füße bekommen
Der Käufer hier hat glatt 200 Euro für das Comicheft geboten - total wahnsinnig.
Aber dann, plötzlich, als ein Mitbieter auf 220 Euro erhöhte, hat er
im letzten Moment kalte Füße bekommen und nicht mehr mitgeboten.
-> Angst bekommen
jem andem ste h t etwas bis zum Hals
■ Sag mal, könntest du die Organisation von der Betriebsfeier nicht übernehmen?
• Ich?? Unmöglich! Mir steht die Arbeit bis zum Hals. Ich hab echt keine Zeit dafür.
—zu viel von etwas haben, z. B. zu viel Arbeit
am Rockzipfel hängen
Also, den Urlaub mit Hannes hab ich mir anders vorgestellt.
Ich kann überhaupt nichts alleine machen - der hängt nur an meinem Rockzipfel!
-* jemand ist sehr unselbstständig
um den kleinen Finger w ickeln
• Sag mal, hast du das auch bemerkt? Falko, der macht nur noch, was Lydia will!
■ Ja, ist mir auch aufgefallen. Sie hat ihn wirklich ganz schön um den kleinen Finger gewickelt.
-»jemanden (mit Charme) dazu bringen, alles für einen zu tun

A u f Achse E4 a

T e x tQ

Lesen Sie den folgenden Text und unterstreichen Sie wichtige Wörter und Aussagen.

D e r E in f lu s s d e s M o n d e s a u f d e n M e n s c h e n
Der M ond ist „in". Das Geschäft mit seiner Wieder­ störungen. Bei abnehmendem Mond solle man sich
entdeckung boomt. Zahlreiche Mondkalender, Ratge­ von überflüssigem Ballast befreien —so gilt diese Zeit
ber von Luna-Yoga bis M onddiät oder Mondkosmetik auch als die beste für Operationen. Angeblich wächst
feiern derzeit große Erfolge. das H aar schneller, wenn es bei Neumond geschnitten
Glaubt man den Umfragen, sind 92 Prozent der Deut­ wird. Wird es dagegen regelmäßig bei abnehmendem
schen überzeugt, dass der M ond einen Einfluss auf Mond geschnitten, wächst es langsamer, aber fülliger.
das Verhalten und die Gesundheit des Menschen hat. Auch die Periode der Frauen wird mit dem
Menschen, die an eine starke W irkung des Mondes Mondzyklus in Verbindung gebracht.
glauben, sehen in der Zeit des Neumonds einen guten Verbreitet ist auch die Annahme, dass bei Vollmond
Moment, um Neues zu beginnen. Bei zunehmendem mehr Verkehrsunfälle, Geburten oder Gewalttaten
M ond würden aufbauende Kräfte besonders gut wir­ vorkämen. Dazu gibt es inzwischen unzählige Statis­
ken, Wunden dagegen schlechter heilen als bei abneh­ tiken, doch konnte bisher nicht bewiesen werden, dass
mendem Mond. Bei Vollmond würden die Gefühle dieser Zusammenhang besteht.
intensiver und viele Menschen litten unter Schlaf­

2 Ergänzen Sie Stichpunkte zu den Mondphasen in der Darstellung.

1
>» 2 3 4 5
tc 6 7

Bringen Sie Ihre Notizen in die richtige Reihenfolge und fassen Sie die wichtigsten
Aussagen des Textes mithilfe Ihrer Notizen zusammen.

134 Ziel C1/1 ANHANG


Vom F e in s te n c f#

Rollenkarte Q

I h r e M ö g l i c h k e i t e n zu h e l f e n s in d b e s c h r ä n k t .
S ie k ö n n e n n i c h t s o h n e d i e U n t e r s t ü t z u n g d e s o b d a c h l o s e n S c h a u s p i e l e r s t u n .
V e r w e i s e n S ie a u f d i e M ö g l i c h k e i t , d ie e s in d e r S t a d t g ib t , H ilf e zu b e k o m m e n .

L e s e n S ie d i e A r g u m e n t e , d ie I h n e n z u r V e r f ü g u n g s t e h e n .
W e l c h e k ö n n t e n I h n e n h e lf e n ? K r e u z e n S ie a n .

LJ sich eine Arbeit suchen, da sicher erwerbsfähig (drei Stunden Arbeit pro Tag zumutbar),
also zur Agentur für Arbeit (aufs Arbeitsamt) gehen
•J erwerbsunfähig? dann Sozialhilfe beantragen, Formulare dafür ausfüllen
LJ regelmäßig zu einer sogenannten Tafel (kostenlose Speisung von Armen) gehen
LJ sich an eine Hilfsorganisation wenden, zum Beispiel: Helfende Hände e.V.
LJ sich an das Arztmobil wenden
i.J sich Hilfe in einem der Wohnheime für Obdachlose suchen
LJ alle Sozialwohnungen belegt: sich in eine Warteliste eintragen
LJ einen der angebotenen Schlafplätze in Anspruch nehmen
LJ Helfer: sich im Internet informieren und dann mit der betroffenen Person die Anlaufstellen aufsuchen
LJ das Budget für dieses Jahr ist ausgeschöpft

D ie f o l g e n d e n W e n d u n g e n u n d A u s d r ü c k e k ö n n e n Ih n e n in I h r e m G e s p r ä c h h e lf e n .

Ich kann ja verstehen, dass Sie helfen m öchten, aber da könnte ja je d e r kommen.
Ich kann w irk lic h n ich t h inter den Menschen herlaufen.
Ich kann ja verstehen, dass Sie helfen m öchten, aber ich habe leider überhaupt
keine M ö g lic h k e ite n /fin a n z ie lle n M ittel mehr, um ...
Da könnte ja je d e r einfach ....
Er hätte ... machen m ü s s e n /k ö n n e n ...
Des W eiteren m öchte ich darauf hinweisen, dass ...
Ich würde e m p fe h le n /ra te n /..., dass ...
Sinnvoll wäre es v ie lle ic h t (gewesen) ...
Ich bedaure es sehr, a b e r ...

A u f Achse b$ #

C artoon 2

Ziel C I/I ANHANG 135


A u f A chse di d

D ie N a ch b arn w e rd en sagen: „Es tu t uns schrecklich leid.“


D ie Polizei w ird nach uns fragen, a b e r k ein er w eiß B escheid.
W enn das hier ein Kinofilm w a r ’, w ü rd ’ ich aus dem Kino rennen,
ab e r w enn w ir das jetzt d u rc h z ie h ’n, w ird uns nichts m ehr jem als trennen.
Total nervös und tro tzd em froh —ich g la u b ’, es g eh t d ir ebenso.
W ir lassen alles liegen, w as uns noch im W ege steht.
D as viel zu alte C abrio h at im m erhin ein Radio.
D as fällt bald auseinander, a b e r H a u p tsa ch e es geht:
M ach das R adio an u n d d re h rich tig lau t auf,
w ir fahren d u rc h den S om m erregen d e r S onne entgegen.
M ach das R adio an, w ir fa h r’n im m er w e iter raus,
einfach im m er geradeaus, w ie sich die W olken w egbew egen...
W er h ätte das von uns ged ach t? O h n e D ach u n d ohne K arte
g e h t’s m it Vollgas d u rc h die N a ch t. Es gibt nichts, w as ich erw arte.
W enn du mich lässt, nehm ich dich nicht n u r in den Arm .
Total d u rch n ässt, doch d e r Regen ist ganz w arm .
M ach das R adio an u n d d re h richtig laut auf,
w ir fahren d u rc h den S om m erregen d er S onne entgegen.
M ach das R adio an, w ir fa h r’n im m er w eiter raus,
einfach im m er geradeaus, w ie sich die W olken w egbew egen ...
Es w ird schon geh n. (E s w ird schon g e h ’n.)
H ab dich schon lang nicht m eh r so glücklich g ese h ’n ...
E s w ird schon g e h ’n. (E s w ird schon g e h ’n.)
H ab dich schon lang nicht m eh r so glücklich g ese h ’n ... (d u rch den S om m erregen)
Es w ird schon g e h ’n. (E s w ird schon g e h ’n.)
H ab dich schon lang nicht m eh r so glücklich g ese h ’n ...
Es w ird schon geh n. (E s w ird schon g e h ’n.)
H ab dich schon lang nicht m eh r so glücklich g ese h ’n ... (d u rch den S om m erregen)
M ach das R adio an, d re h richtig laut auf,
w ir fahren d u rc h den S om m erregen d e r S onne entgegen.
M ach das R adio an, dreh richtig laut auf,
w ir fahren d u rc h den S om m erregen d e r S onne entgegen.

O hne W o rte F2 #

Text 3

V ie le M o n a te q u ä lte sich ein F o to k ü n s tle r m it ein em am C o m p u te r a u f ein F o to , a b e r nichts gefiel ihm .


A u ftra g . E r s o llte ein F o to fü r ein P lakat g estalten , au f F ru s trie r t k lic k te e r in seinem A rc h iv h e ru m , bis e r ein
dem d ie V ie lfä ltig k e it der N a tu r d a rg e s te llt w ü rd e . altes L u ftfo to fand, a u f d e m ein ganzer, rie s e n g ro ß e r
D ie s e s P la k a t s o llte sow ohl K in d e rn als auch N a d e lw a ld a b g e b ild e t w ar. N u r zu m Spaß k o p ie rte e r
E rw ach sen en auffallen und es s o llte ein d e u tig sein. Er einen Laubbaum in das Bild. D e r Laubbaum w a r rö tlic h ,
w o llte n ic h t d ie üblichen M o tiv e abbilden: B lu m en auf bei S o nn en u nte rg an g im H e r b s t fo to g ra fie rt. Das, w as
W ie s e n , S o nn en u nte rg än ge o d e r in te res sa n te , se lte n e e r dann au f seinem B ildschirm sah, gefiel ihm . Ein riesi­
T ie re . Er suchte nach e in e r einm aligen Id e e. Als e r dann g e r Laubbaum , d e r p lö tzlic h so aussah, als w ü r d e e r
w ä h re n d eines Spaziergangs in e in e m M isch w ald v o r ganz g em ü tlic h im N a d e lw a ld liegen. D e r F o to k ü n s tle r
e in e m T an nenb au m stand und d an eb en ein en g ro ß e n , w a r von s e in e r eigenen Id e e b e g e is te rt. Er b e a rb e ite te
s ta ttlich e n Laubbaum sah, kam ihm d ie zü n d e n d e Idee: das F o to noch farbig und g e s ta lte te das Plakat: D e r
W a r u m n ic h t zw e i Bäum e: einen Laubbaum und einen Id e e n re ic h tu m , d ie Fantasie der N a tu r ist w irk lic h
N a d e lb a u m (z. B. T an n e n b au m ) nehm en? E r fing an zu u ne ndlich, d ac h te e r sich, als e r sein Plakat sah.
fo to g ra fie re n , m it F o to m o n ta g e zu e x p e rim e n tie re n . Er Ihm selbst gefiel das P lakat so gut, dass e r es fü r eine
fo to g ra fie rte L aubbäum e, N a d e lb ä u m e , m o n tie r te sie A u ss tellun g e in re ic h te . Es w u r d e g e n o m m e n .

136 Ziel C1/1 ANHANG


A u f A chse E$$)

Text Q

1 L e s e n S ie d e n T e x t u n d u n t e r s t r e i c h e n S ie d r e i I h r e r M e i n u n g n a c h w i c h t i g e I n f o r m a t i o n e n .

D ie E n t st e h u n g des M ondes
Am Anfang war eine Scheibe aus Gas und Staub. Vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden daraus unsere Sonne
und die Planeten. In diesem frühen Sonnensystem hatte die Gravitation noch nicht für Ordnung gesorgt -
Himmelskörper schwirrten wild umher und schlugen immer wieder auf die jungen Planeten ein. Einer die­
ser Brocken traf 50 Millionen Jahre nach der Geburt des Sonnensystems die noch kaum fertige Erde. Er war
von der Größe des Mars, etwa ein Zehntel so schwer wie die Erde, raste aus dem All heran und schlug in fla­
chem Winkel ein. Der gewaltige Aufprall verwandelte die Erdkruste in einen See geschmolzener Lava und
jagte eine Fontäne aus Gas und flüssiger Materie Zehntausende von Kilometern in den Weltraum. Dort kreis­
ten die Trümmer der Katastrophe um die Erde und verdichteten sich schließlich, von der Schwerkraft aufein­
ander zugetrieben, zu einem neuen Himmelskörper - dem Mond. Hätte der Brocken auf seinem Flug die
Erde knapp verfehlt, nur leicht angekratzt oder sie mitten in den Bauch getroffen - der Mond wäre entweder
gar nicht oder in einer ganz anderen Größe entstanden. So, wie wir ihn kennen, verdanken wir den Mond
diesem zufälligen Aufprallwinkel.

L e s e n S ie d ie W ö r t e r n o c h e i n m a l im K o n t e x t u n d o r d n e n S ie d ie S y n o n y m e zu .

a umherschwirren 1 hier: zunehmen, sich zusammenschließen


b das All 2 nicht erreichen, nicht treffen
c sich verdichten 3 sehr schnell fahren, fliegen
d die Schwerkraft 4 das Bruchstück
e verfehlen 5 kaputte Teile, Stücke, Reste
f der Brocken 6 der Weltraum
g rasen 7 herumfliegen (ohne Ziel)
h Trümmer (PI.) 8 die Gravitation

3 B e s c h r i f t e n S ie d ie A b b i l d u n g e n . 4 M a c h e n S ie s ic h N o t i z e n z u m T e x t.
der Winkel - der Aufprall - die Erdkruste - die Fontäne - die Lava

F a s s e n S ie d e n I n h a l t d e s T e x t e s m i t h i l f e I h r e r N o t i z e n in S t i c h w o r t e n z u s a m m e n .

Ziel C1/1 ANHANG 137


O h n e W o rte ei #

Speed Blind Date


Zeit? Wer hat bitte heute noch Zeit? Auf zum Speed Dating! Zwei Fremde sitzen sich für eine über­
schaubare Zeitspanne gegenüber und müssen in Minutenschnelle alle relevanten Fragen klären. Was
machst du beruflich? Hast du einen Lieblingsfilm? Kinder? Der Nächste bitte! Wenn man den ande­
ren Wiedersehen will, macht man hinter seinem Namen ein kleines Kreuzchen. Die Veranstalter wer­
ten die Zettel aus und geben die Kontakte weiter, bei denen die Kreuzchen übereinstimmten.

Speed Hating
Sie würden heute gern jemanden zur Schnecke machen? Prima, dann ab zum Speed Hating. Statt
Süßholzraspeln* können Sie hier vom Leder ziehen, was das Zeug hält. Das Beste: Sie fluchen nicht
einfach so ins Blaue** hinein, Ihnen sitzt tatsächlich ein menschliches Wesen gegenüber, das Sie
nach Herzenslust angiften*** können. Genauso kriegen Sie es dann von ihm oder ihr auch zurück.
Fair Play also. Und wer hat's erfunden? Na klar, die Engländer. Deren schräger Sinn für Humor macht
auch vorm Dating nicht halt. Eine witzige Sache ist das allemal. Aber ob es für die Liebesanbahnung
ein geeigneter Einstieg ist, bleibt fraglich. *iro n is c h f ü r K o m p lim e n te m a c h e n * * o h n e Z ie l * * * b e s c h im p fe n

Silent Dating
Silent-Dating ist der neue Trend aus Amerika! Singles treffen sich und schweigen. Nonverbal ist
(fast) alles erlaubt. Geflirtet werden darf mit den Augen. Kommuniziert wird mit handgeschriebenen
Zetteln, mit Gestik und Mimik. Ansonsten ist absolute Ruhe angesagt! (Lachen ist allerdings
erlaubt!!!) Die Gäste treffen ein und werden von den Veranstaltern begrüßt. Jeder Gast bekommt ein
Namensschild mit seinem Vornamen. Dann geht es auch schon los. Es nehmen jeweils eine Frau und
ein Mann an einem Einzeltisch Platz. Danach haben alle ein paar Minuten Zeit, mit Ihren Tisch­
partnern nonverbal Kontakt aufzunehmen, dann wird die Tischordnung gewechselt, sodass wieder
neue „Tischpaare" entstehen. Der Abend kann bei einem gemeinsamen Glas Wein oder einem schö­
nen Essen ausklingen.

After Work Dinner


Das After Work Dinner ist unser Blind Date Dinner in einer kleinen Runde (sechs Personen) und fin­
det an einem Abend während der Woche statt.
Hier treffen sich je drei Frauen und drei Männer in einem schönen Restaurant, um sich kulinarisch
verwöhnen zu lassen und dabei nach Herzenslust zu flirten.
So kann man auf eine witzige und unkomplizierte Art in angenehmer Atmosphäre neue und interes­
sante Singles kennenlernen.
An jedem After Work Dinner nehmen je drei Männer und drei Frauen teil, die nach Interessen und
Alter passend und mit Sorgfalt (z. B. Raucher/Nichtraucher) ausgesucht werden.

Blind Date Brunch


Sonntagmorgen alleine frühstücken? Die Zeiten sind vorbei. Lernen Sie beim Blind Date Brunch
neue Leute kennen. Ab 10.30 Uhr morgens gibt es alles, was das Herz (und der Magen) begehrt.
Bei Brötchen und Rührei, Fisch und Antipasti, verschiedenen warmen und kalten Speisen, süßen
Leckereien sowie Kaffee und Tee satt kann nach Herzenslust geflirtet werden. Damit Sie möglichst
viele Leute kennenlernen, lautet die Kennenlern-Regel: Immer da, wo jemand aufsteht und an das
Büfett geht, kann sich jemand anderes an den Tisch setzen.

138 Ziel C1/1 ANHANG


Blind D ate Dinner
U m 2 0 . 0 0 U h r w e r d e n S ie m i t e i n e m G l a s S e k t e m p f a n g e n . D a n n w e r d e n I h n e n g l e i c h d i e a n d e r e n
G ä s te v o r g e s te llt. F ü r d e n e r s te n G a n g d e s M e n ü s w ir d d ie T is c h o r d n u n g fe s tg e le g t, u n d es n e h m e n
je w e ils d r e i D a m e n u n d H e r r e n a n e in e m s c h ö n g e d e c k t e n T is c h P la tz .
V o r j e d e m w e i t e r e n G a n g d e s M e n ü s w e c h s e ln S ie Ih r e T i s c h p a r t n e r i n n e n u n d T is c h p a r t n e r . D a z u
w u r d e e t w a s v o r b e r e i t e t . L a s s e n S ie s i c h ü b e r r a s c h e n u n d l e r n e n S ie v i e l e i n t e r e s s a n t e M e n s c h e n
an e in e m e in z ig e n A b e n d k e n n e n .
N a c h d e m M e n ü g i b t e s e i n e n K a f f e e a n d e r B a r. D a s E n d e i s t o f f e n . S ie k ö n n e n d e n A b e n d a u s k l i n ­
g e n l a s s e n o d e r d u r c h s t a r t e n ...
N a c h d e m B l i n d D a t e D i n n e r s i n d S ie f ü r d i e a n d e r e n G ä s t e ü b e r d e n C h i f f r e s e r v i c e e r r e i c h b a r . U m
d e n w e i t e r e n K o n t a k t z u e r m ö g l i c h e n , b e k o m m e n S ie a m A b e n d e i n e C h i f f r e l i s t e m i t d e n V o r n a m e n
a lle r A n w e s e n d e n .

S port Blind D ate


A b s o f o r t v e r b in d e n e in ig e S t ä d t e t e a m s s p o r t l i c h e E v e n ts m it B lin d D a te s f ü r S in g le s , w ie K a n u - u n d
F a h r r a d t o u r e n . D a b e i k a n n m a n a u f e in e w itz ig e A r t a n d e r e S in g le s m it g le ic h e n In te re s s e k e n n e n ­
le rn e n .

Blind D ate Cooking


L i e b e g e h t j a b e k a n n t l i c h d u r c h d e n M a g e n ... B e i d e m B l i n d D a t e C o o k i n g t r e f f e n s i c h S i n g l e s , u m
m it e in a n d e r zu k o c h e n u n d zu e s s e n . Z u z w e it g e h t m a n e in k a u fe n , b e r e ite t zu H a u s e e in G e r ic h t zu
und zum g e m e in s a m e n E sse n d e s 3 - G ä n g e - M e n ü s t r i f f t m a n s ic h d a n n m it v ie r w e ite re n neuen
L e u t e n , e b e n f a l l s in e i n e r p r i v a t e n W o h n u n g , u m d a s 3 - G ä n g e - M e n ü z u v e r k ö s t i g e n . H i e r h a t m a n
d a n n g e n ü g e n d Z e it u n d R u h e s ic h g e g e n s e it ig k e n n e n z u le r n e n . N a c h d e m E s s e n g e h t 's z u r A f t e r
D in n e r P a rty , u m a lle w e it e r e n K o c h g r u p p e n , d ie a n d ie s e m A b e n d g e k o c h t u n d g e g e s s e n h a b e n , zu
tr e f fe n u n d k e n n e n z u le rn e n .

Ohne Worte d | # *•

Lösungen:
• A jemanden eine unangenehme Aufgabe lösen/machen lassen
• B etwas über jemanden oder eine Sache weitererzählen, was einem dann Probleme bereitet.
• C viele Fragen stellen müssen, um Informationen zu bekommen
• D kein Geld für alltägliche Dinge haben, es reicht gerade mal knapp fürs Essen
• E Problem betrifft eine andere Person
• F etwas misslingt jemandem total
• G etwas ansehen und eventuell spontan beurteilen, korrigieren

Ziel C1/11ANHANG 139


A u f A chse E4 a

T e x tQ

1 Lesen Sie den Text und unterstreichen Sie w ichtige Stellen im Text.

D ie M o ndph asen
D e r M ond w ird ständig von der Sonne beschienen. Seine Oberfläche besteht ausschließlich aus dunklen
Steinen und Gesteinsstaub. Diese reflektieren das L ic h t etwa so schlecht wie Kohle - nur sieben Prozent
des eingestrahlten Lichts werden zurückgeworfen. U nd nur ein Teil dieses Lichts erreicht die Erde. Doch
das reicht aus, um den M o n d nachts fü r das menschliche Auge am H im m e l deutlich sichtbar zu machen.
M it einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 3 700 km /h um kreist der M o n d in 29,5 Tagen die Erde. In
dieser Z e it durchläuft er alle seine Phasen: V ollm ond, abnehmender M ond, Neum ond und zunehmender
M ond. Da er annähernd kugelförm ig ist, scheint die Sonne stets auf eine H älfte, egal wo er sich auf sei­
ner U m laufbahn um die Erde befindet. N u r sehen w ir von der Erde aus n ich t im m er diese beleuchtete
H älfte; der A n te il des beleuchteten und des unbeleuchteten Teils des Mondes, den w ir sehen, ändert sich
kontinuie rlich .
Bei V ollm ond sehen w ir n u r den beleuchteten Teil, bei Halbm ond eine H älfte des beleuchteten und eine
H älfte des unbeleuchteten Teils, bei Neum ond schließlich nur den unbeleuchteten Teil.
Abnehmender und zunehmender M ond lassen sich ganz einfach unterscheiden. F ür die Nordhalbkugel
g ilt: Ist die linke M ondseite zu sehen, ist er abnehmend. Sieht man die rechte M ondseite, n im m t er zu.
A u f der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt.

Beschriften Sie die Abbildung.

die Sonne ■ die Erde ■ zunehmender Mond ■ abnehmender Mond ■ die Umlaufbahn

29Tage. 12Stunden. 44Minuten Erstes Viertel maßstabsgetreu

Zeichnen Sie eine ähnliche Skizze an die Tafel und erklären Sie
das Entstehen der Mondphasen m it eigenen Worten.

140 Ziel C1/1 I ANHANG


Gegen den Strom C3

Rolle B

Variante 1
Hörst du mich? Hör mal, ich hab die Aufnahmeprüfung nicht geschafft!

Variante 2
Stell dir vor, die Firma ist pleite. Ab März gibt’s uns nicht mehr.

Variante 3
Jetzt war mein Kurzurlaub doch viel teurer, als es im Prospekt stand.

Variante 4
Du hattest recht, ich muss meine Diplomarbeit doch schon in zwei Wochen abgeben!

Auf Umwegen ei a

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.
Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen
einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

Ohne Worte f2 c

Text 1

Während eines Rundflugs erblickte ein Pilot rein zufällig einen Baum. Er fotografierte ihn. Es war
natürlich kein echter Baum, sondern die Abbildung eines wunderschönen Laubbaums, mitten in
einem Nadelwald. Die Abbildung war die Folge von Zerstörung. Zerstörung, die ein Hurrikan ver­
ursacht hatte, als er durch den Nadelwald tobte. Der Sturm hatte an den Stellen, an denen man
den „Laubbaum" sieht, die Nadelbäume einfach entwurzelt, aus der Erde gerissen. Der Pilot, ein
Hobbyfotograf, zückte instinktiv seine Kamera und es gelang ihm, das Bild vom Laubbaum im
Nadelwald einzufangen.
Der Pilot war fasziniert davon, mit welcher Intensität die Natur zuschlagen kann. Er fragte sich
dann, ob es möglich sei, dass die Natur dem Menschen eine W arnung schicken wollte. Der Pilot
hat selbst schon die Erfahrung gemacht, dass es in der Region viel mehr Stürme gibt als früher. Er
hört und liest immer wieder in den Medien, dass auch der Mensch dazu beiträgt, dass sich das
Klima ändert und immer extremer wird.
Der Gedanke wurde zu seiner fixen Idee. Er flog noch einmal dorthin, nun gezielt, und machte
weitere Fotos. Er war sich sicher, er musste die Botschaft der Natur den anderen Menschen wei­
tergeben.
Zu Hause gestaltete er aus dem Foto ein Plakat.
Ihm selbst gefiel das Plakat so gut, dass er es für eine Ausstellung einreichte. Es wurde genom­
men.

Ziel Cl/1 ANHANG 141


A u f A chse e^ #

Lesen Sie den folgenden Text. Ist das rich tig oder falsch? richtig falsch
a Die Gravitation von Erde und Mond ist die Ursache von Ebbe und Flut,
b Der Meeresspiegel hebt und senkt sich zweimal täglich zu denselben Zeiten,
c Die Gravitation hat keine Auswirkung auf die Form der Erdoberfläche,
d Auch einige Meerestiere reagieren sensibel auf den Mond.

D e r E in f lu s s d e s M o n d e s a u f d ie N a t u r

U n b e stritte n ist, dass die G ra vita tio n des M ondes a u f die M eere w irk t.
Z w eim al am Tag heben und senken sich M eere und Ozeane, im
R hythm us von 12 Stunden und 25 M in u te n . U n te r F lu t versteht man
das Ansteigen des Wassers vom N ie d rig - bis zum Hochwasser. Ebbe ist
das Fallen des Wasserspiegels.
A u fg ru n d der physikalischen Tatsache, dass sich Erde und M o n d
gegenseitig anziehen (S ch w e rkra ft bzw. G ra vita tio n ), w ird auf der
Seite der Erde, die dem M o n d gerade zugew andt ist, der Wasserspiegel
angehoben. D ies hat z u r Folge, dass sich d o rt ein F lu tb e rg bildet. A u fg ru n d der Z e n trifu g a lk ra ft
(F lie h k ra ft), die entsteht, w e il sich Erde und M o n d um kreisen, b ild e t sich a u f der gegenüberliegen­
den Seite ein zw e ite r F lu tb e rg . D a sich die Erde innerhalb von 24 Stunden zusätzlich einmal um die
eigene Achse dreht, w andern diese Flutberge ständig um die Erde herum. Diese Tatsache hat zur
Folge, dass zw eim al täglich Ebbe und F lu t entstehen. Jeden Tag verschieben sich die Zeiten von
Ebbe und F lu t um ru n d 50 M in u te n , w e il der M o n d entsprechend später auf- und untergeht.
Selbst die E rd k ru s te w ir d d u rch diese G ra v ita tio n s k ra ft periodisch le ic h t angehoben. D ie
E rdoberfläche kann sich in Ä quatornähe um bis zu 40 Z e n tim e te r heben und senken.
A u ch in der T ie rw e lt m acht sich der E influss des M ondes bem erkbar. Viele M eeresbew ohner besit­
zen einen R hythm us, den sie dem M o n d angepasst haben. A ustern öffnen z. B. ihre Schalen bei F lu t
und schließen sie bei Ebbe —sogar w enn sie fern der M eere im A q u a riu m gehalten werden.

Beschriften Sie die Abbildungen.


die Auster ■ die Achse (der Erde) ■ die Erdkruste

M arkieren Sie w ichtige Stellen im Text und notieren Sie stich p u n kta rtig w ichtige
Inform ationen. Bringen Sie Ihre Notizen in eine sinnvolle Reihenfolge.

Fassen Sie diese Inform ationen m it eigenen Worten zusammen (schriftlich und mündlich).

142 Ziel C I/I ANHANG


Ohne Worte f4

Es war Jocke Berglund, der den Baum erblickt hatte. Um es genau zu sagen, die
Abbildung des riesigen Laubbaums in einem Nadelwald. Aber das, was die rötli­
chen Blätter, die Äste ausmacht, war die Folge eines großen Hurrikans, der die
Nadelbäume an dieser Stelle aus der Erde gerissen hatte. Die Maschinen, die
diese entwurzelten Bäume entfernt hatten, hatten dann in der Erde ihre Spuren
hinterlassen - und so war das Bild vom Laubbaum entstanden.

Ohne Worte ß4 b

A - F3 E - F7
B - F4 F - F8
C - Fl G -F 5
D -F 6 H -F 2

Auf Umwegen C3

T h e m a 1: Urlaub und Reisen: Ort, Grund, Ziel, Beschäftigung, D auer...


T h e m a 2: Internet: Nutzung, Grund, Ort, Dauer, Möglichkeiten ...
Them a 3: Klimawandel: Wichtigkeit, Grund, Maßnahmen dagegen ...
Them a 4: Neue Grippe: Impfen, Maßnahmen, Angst ...
Them a 5: Millionen-Lottogewinn: Reaktion, Anlage, Spenden, Angst ...
T h e m a 6: Traumjob auf einem anderen Kontinent: annehmen, Bedingungen, Grund, Familie, ...
T h e m a 7: Hauptrolle im nächsten James-Bond-Film: annehmen, Bedingungen, Grund ...

Auf Achse ß3 a

„ A u f s A u t o v e r z ic h t e n ,
g a r k e in e F ra g e , a b e r a u c h
a u f d e n C a m p in g u rla u b
in S ü d it a lie n -
d a s g in g e z u w e it . “

Ziel C1/1 ANHANG 143


A uf U m w egen a

Think.

1 T
Die Antwort:
Nein. Der kürzeste Weg fuhrt nicht an der
Würfelkante entlang.

Die Begründung:
Den kürzesten Weg finden Sie, indem Sie sich
den Würfel flach ausgebreitet vorstellen.
Wenn Sie dann von der Spinne zur Fliege eine
gerade Linie ziehen, können Sie klar erkennen,
dass dieser Weg kürzer ist als der Weg diagonal
über den Würfel und an der Kante entlang.

Ohne Worte ß4

Frage 1: Sind Sie eher schön oder eher klug?


Frage 2: Welches Tier sieht Ihnen am ähnlichsten?
Frage 3: Mit welchem Gesichtsausdruck finden Sie sich unwiderstehlich?
Frage 4: Mit welchem Gesichtsausdruck kann man Sie provozieren?
Frage 5: Wie sehen Sie aus, wenn Sie lügen?
Frage 6: Was empfinden Sie, wenn Sie an Deutschland denken?
Frage 7: Was fehlt Ihnen zum Glück?
Frage 8: Wie fühlt man sich mit 40?

Gegen den Strom C3


Rolle Q

V a ria n te 1
Stell Dir vor, so eine Gemeinheit, ich bin durchgefallen.

V a ria n te 2
Hörst du mich, du, man hat mir gekündigt!!

V a ria n te 3
Du, hör mal, die Renovierung meines Badezimmers war jetzt doch dreimal so teuer, wie ich gedacht habe!!

V a ria n te 4
Dieses Projekt, du weißt schon, es muss jetzt doch schon nächste Woche abgeschlossen sein,
und ich dachte, wir hätten noch vier Wochen Zeit!

144 Ziel C I/I ANHANG


A u f A chse E4 a

Text Q

■ L e s e n S ie d e n f o l g e n d e n T e x t u n d u n t e r s t r e i c h e n S ie d ie d r e i w i c h t i g s t e n I n f o r m a t i o n e n .

D ie E rde o h n e d e n M o n d
Die Computersimulationen des französischen Astronomen Jacques Laskar ergeben für eine mondlose Erde
ein geradezu vernichtendes Bild. Laskar zeigte 1993, dass die Kräfte aus dem All die Erdachse im Laufe der
Jahrmillionen auf chaotische Weise taumeln ließen, würde der M ond sie nicht stabilisieren. Die Drehachse
der Erde hat heute eine Neigung von 23,5 Grad zur Ekliptik, ihrer Bahn im Lauf um die Sonne. Dieser
Winkel beschert uns die Jahreszeiten, wie wir sie kennen: Zeigt die Nordhalbkugel stärker in Richtung
Sonne, kommt dort mehr Licht und Wärme an als auf der Südhalbkugel; im Norden herrscht dann Sommer,
im Süden Winter. W andert die Erde so weit um die Sonne, dass die Südhalbkugel dem Licht stärker zuge­
neigt ist, wechseln die Jahreszeiten. Laskar berechnete, dass aufgrund der Kräfte der anderen Planeten die
Neigung der Erdachse eigentlich zwischen 0 und 85 Grad schwanken müsste. Doch das tut sie nicht. Die
Achse wackelt um weniger als 3 Grad, und diese Stabilität verdankt sie dem großen und relativ nahen
Mond.
D er serbische M athematiker Milutin Milankovic bewies im J a h r 1930, dass selbst die kleine Variation der
Achsenneigung wesentlich zum Entstehen der Eiszeiten beigetragen hat. W äre die Erdachse um 60 oder
mehr Grad geneigt, versänken die tropischen Zonen in Schnee und Eis, die Polarregionen aber würden sich
auf bis zu 80 Grad Celsius aufheizen. In M itteleuropa ginge die Sonne im Sommer bei Temperaturen von
60 Grad während mehrerer Monate nicht unter. Im W inter herrschte hingegen monatelang sonnenlose
Nacht bei frostigen minus 50 Grad. Ein Klima, das höherentwickeltes Leben unmöglich gemacht hätte.

die Erdachse/Drehachse der Winkel /die Neigung

L e s e n S ie d ie W ö r t e r n o c h e i n m a l im K o n t e x t u n d o r d n e n S ie d ie S y n o n y m e zu.

a vernichtend ........ 1 sehr kalt

b das All 2 wackeln, schwanken

c taumeln ........ 3 zerstörerisch, furchtbar

d bescheren ........ 4 der Weltraum, das Universum

e frostig 5 schenken

3 M a c h e n S ie sich N o t iz e n z u m T e x t u nd e r k l ä r e n S ie d ie Z u s a m m e n h ä n g e a n h a n d d e r N o t iz e n .

die Erde mit Mond die Erde ohne Mond

Ziel C I/I ANHANG 145


Ohne Worte 02

2 P artn er B

einen Knall haben


• Und, wie war das Seminar?
■ Sei froh, dass du nicht da warst! Wir sollen bis nächste Woche
alle drei Bücher fertiggelesen haben. Der hat doch einen Knall!
-> verrückt sein; „Der spinnt!“

so ’nen Hals kriegen


• Die Versicherung will nichts für den Einbruch bezahlen, weil es keine Einbruchsspuren gibt.
■ Was, also, da krieg’ ich ja so ’nen Hals! Da zahlen wir jahrelang ein und dann soll es kein Geld geben,
wenn wir’s wirklich mal brauchen??
-> total sauer werden
Spendierhosen anhaben
• Also, Papa hatte ja heute mal wieder seine Spendierhosen an: Zu der Cola hat er uns eingeladen,
aber das Essen mussten wir selber zahlen.
-> jemand ist sehr großzügig und bezahlt alles (wird oft ironisch verwendet, wie in diesem Beispiel)
sich keinen Kopf m achen
• Mist, jetzt hab ich schon wieder die Bücher für dich vergessen!
■ Ach, mach dir keinen Kopf! Das eilt doch nicht.
-> sich keine Sorgen machen
die N ase voll haben
• Erst hat er mich zwei Stunden warten lassen und dann auch noch den ganzen Abend mit der Firma
telefoniert - ich sag’s dir ehrlich - ich hab die Nase voll - ich melde mich jetzt gar nicht mehr bei ihm.
-»genug von etwas haben

Auf Umwegen bi #

L e s e n S ie d e n T e x t u n d lö s e n S ie d ie A u f g a b e n 1 - 7 .

Zustelldienste: Grün gegen Gelb


Das höchst einträgliche Monopol der Deutschen Post gigantischer Markt, a uf dem im vergangenen Jahr 10,2
fallt. Schön fü r die Kunden: Das Porto w ird günstiger, M illiarden Euro umgesetzt wurden. Von diesem fetten
der Service besser. Kuchen w ill sich PIN ein ordentliches Stück abschnei­
Von Januar 2008 an dürfen auch andere Firmen ohne den. Das Ziel lautet eine M illiarde Euro Umsatz bis 2010.
jede Einschränkung Post befördern, so wie jetzt bereits Der preiswerte PIN-Briefverkehr, über den sich vor
bei den Paketen Unternehmen wie UPS oder FedEx. allem Äm ter und Unternehmen freuen, hat allerdings
Experten rechnen m it einem harten K am pf um den seine Kehrseite: Die grünen Zusteller verdienen deutlich
M illiardenm arkt. weniger als die gelben Postboten. „D ie Gehälter liegen
Aber schon jetzt tragen neue Anbieter wie die Firma an der Armutsgrenze“ , schimpft Benedikt Frank von der
PIN auch private Briefe aus. Die PIN Group AG, das ist Gewerkschaft ver.di.
ein Unternehmenszusammenschluss aus Verlagen und Nachtrag: 2008 beschloss der Bundestag m it den
Gesellschaftern (eine H olding). Statt gelb kommen die Stimmen der Regierungsmehrheit die Einführung eines
PIN-Briefträger grasgrün daher. Die Ziele der PIN M indestlohns fü r Briefzusteller. Diese Einführung
Group sind ambitioniert: „Ende des Jahres haben w ir ein würde die privaten Zustelldienste ruinieren, noch bevor
flächendeckendes Netz fü r unsere Kunden geknüpft“ , sie richtig losgelegt haben, so die Kritiker. Unmittelbar
sagt der PIN-Vörstandschef. nach dem Beschluss kündigte die PIN Group den Abbau
Dass sich private Konkurrenz m it so viel Aufwand schon von Arbeitsplätzen an, kurze Zeit später die Insolvenz
vor dem Fall des Briefmonopols in Stellung bringt, hat zahlreicher in der H olding zusammengeschlossener
seinen Grund: Das Geschäft m it den Briefen ist ein Briefdienstleistungsuntemehmen.

146 Ziel C1/1 ANHANG


W a s b e d e u t e t „ M o n o p o l d e r D e u t s c h e n P o s t “ ? K r e u z e n S ie a n .

D ie D e u t s c h e P o s t is t d a s e i n z i g e g e s e t z l i c h z u g e l a s s e n e U n t e r n e h m e n
fü r B rie fzu s te llu n g .

• D ie D e u t s c h e P o s t is t d a s g r ö ß t e , b e k a n n t e s t e u n d e r f o l g r e i c h s t e g e s e t z l i c h
z u g e la s s e n e U n t e r n e h m e n fü r B rie fzu s te llu n g .

„Das höch st e in trä g lic h e M o n o p o l d e r D e u ts c h e n Post fä llt.“


W a s is t r ic h t ig ? K r e u z e n S ie a n . D e r S a t z b e d e u t e t , d a s s

d e r U m s a t z z u r ü c k g e h t , d a s s a ls o w e n i g e r B r i e f s e n d u n g e n t r a n s p o r t i e r t w e r d e n .

• d e r U m s a tz d e r D e u ts c h e n Post z u rü c k g e h t, w eil auch a n d e r e A n b ie te r


B rie fs e n d u n g e n tr a n s p o r tie r e n d ü rfe n .

3 W a s b e d e u t e t d e r A u s d r u c k „s ic h in S t e l l u n g b r i n g e n “? U m s c h r e i b e n S ie d e n A u s d r u c k
a u f D e u t s c h . W i e w ü r d e n S ie d a s in I h r e r M u t t e r s p r a c h e f o r m u l i e r e n ?

W a r u m e n g a g i e r t s ic h e i n e F ir m a w i e P IN a u f d i e s e m M a r k t ?
M a r k i e r e n S ie d ie S t e l l e n d o r t im T e x t, w o S ie d i e A n t w o r t f i n d e n .

D ie P IN G r o u p b i e t e t ih r e n S e r v i c e k o s t e n g ü n s t i g e r a n als d ie P os t.
W e r m u s s d i e „ K o s t e n “ f ü r d i e s e E in s p a r u n g e n t r a g e n ? K r e u z e n S ie a n .

die P ost LJ die PIN-Zusteller LJ die Kunden LJ


W a s b e d e u t e t d e r A u s d r u c k „ h a t a l l e r d i n g s s e i n e K e h r s e i t e “? U m s c h r e i b e n S ie d e n
A u s d r u c k a u f D e u t s c h . W i e w ü r d e n S ie d a s in I h r e r M u t t e r s p r a c h e f o r m u l i e r e n ?

W a s is t d e r G r u n d f ü r d ie p l ö t z l i c h e n e g a t i v e V e r ä n d e r u n g b e i d e r P IN G r o u p ?
N e n n e n S ie d a s S c h l ü s s e l w o r t u n d e r k l ä r e n S ie a u c h d ie A u s w i r k u n g e n .

Ziel C1/1 ANHANG 147


A uf U m w egen f| a>

1 Lesen Sie die markierten Wörter und Ausdrücke. Lesen Sie dann den Text und überprüfen Sie,
ob Sie die Wörter und Ausdrücke verstehen.
2 Markieren Sie nun die Informationen, nach denen Sie in Ihrem Interview fragen könnten.
3 Unterstreichen Sie die Informationen, die Sie eventuell in Ihren Antworten brauchen könnten.

Musik und Filme auf CDs, DVDs, Videos und anderen Trägern darf man fü r den privaten Gebrauch, etwa
um sie gemeinsam m it Freunden anzusehen oder anzuhören, vervielfältigen. Es sei denn, sie sind
kopiergeschützt.

Digitales Fernsehen, Festplattenrekorder, DVD-Brenner und die passende Software - diese Kombination
macht es einem so leicht wie nie zuvor, TV-Sendungen in bester Q ualität aufzunehmen, zu speichern,
an Freunde zu verleihen. Aber ist all das auch erlaubt?

W enn es da ru m g e h t, F e rn se h se n d u n g e n von fre i e m p fa n g b a re n S e n d e rn a u fz u n e h m e n , is t d ie


R e c h ts la g e e r f r e u lic h e in d e u tig : J e d e r d a r f s o lc h e S e n d u n g e n a u fn e h m e n u n d d a u e r h a f t b e h a lte n .
O b d ie P r o g r a m m e a u f d ie g u te a lte V id e o k a s s e tte , a u f e in e F e s tp la tte o d e r d ir e k t a u f e in e D V D a u f ­
g e z e i c h n e t w e r d e n , s p i e l t k e in e R o lle .
A u c h d ie A u fn a h m e n z u b e a r b e ite n is t f ü r d e n p r iv a t e n G e b ra u c h k e in P r o b le m : lä s tig e W e r b u n g
r a u s s c h n e id e n , S z e n e n , d ie K in d e r n ic h t s e h e n s o lle n .
A b e r m a n d a r f d ie K o p ie n n ic h t v e r k a u fe n u n d a u c h n ic h t a u f ir g e n d w e lc h e n T a u s c h b ö rs e n a n b ie te n .
B ei B e z a h lfe r n s e h e n d a r f m a n n u r k o p ie re n , w a s n ic h t m it e in e m K o p ie r s c h u t z v e r s e h e n is t. A u c h
F ilm e v o n V i d e o - o n - D e m a n d - F i r m e n d ü r f e n in d e r R e g e l n i c h t k o p i e r t w e r d e n .

Radio ist das Überall-Medium. Im Auto, in der Küche, bei der Arbeit: Überall versorgt es uns m it aktuel­
len Nachrichten - aber vor allem m it ganz viel Musik. Ideal, um Songs aufzunehmen und damit sein p ri­
vates Archiv zu ergänzen.

D ie A n t w o r t la u t e t e i n d e u t ig : J a . So, w ie m a n f r ü h e r d a s R a d io p r o g r a m m a u f K a s s e t t e n a u f g e n o m ­
m e n h a t, d a r f m a n h e u te M u s ik d ig ita l m it d e m C o m p u te r a u fn e h m e n . N ic h t w e n ig e r u n d n ic h t m e h r,
d e n n es is t n ic h t e r la u b t, d ie s e M u s ik w e ite r z u g e b e n , sei es ü b e r e in e W e b s ite , e in e T a u s c h b ö rs e ,
e in e W e b - 2 . 0 - P la t t f o r m o d e r e in e n P o d c a s t - g e s c h w e ig e d e n n , s ie z u v e r k a u f e n . M a n d a r f s ie a b e r
a n F re u n d e a u f C D g e b r a n n t w e it e r g e b e n , d e n n s ie w u r d e r e c h t s k o n f o r m ( im R a d io ) a n g e b o t e n . A b e r
m a n d a r f d ie K o p ie n n ic h t v e r k a u fe n u n d a u c h n ic h t a u f ir g e n d w e lc h e n T a u s c h b ö rs e n a n b ie te n .

Wie praktisch: Die Lieblingsfernsehsendung aufzeichnen lassen, um sie dann an jedem Ort mit
Internetzugang wieder abzurufen. Einige Firmen bieten diesen Service auch in Deutschland an. Je nach
Anbieter fehlen allerdings bestim m te Programme - ein Hinweis darauf, dass die Dienste urheberrecht­
lich um stritten sind. Was bedeutet das fü r den Nutzer?

S o la n g e d ie s e D ie n s te z u r V e r fü g u n g s te h e n , k ö n n e n I n t e r e s s e n t e n d a v o n a u s g e h e n , d a s s s ie s ie
auch n u tz e n d ü rfe n . Das b e d e u te t a lle rd in g s n ic h t, dass man auf d ie s e W e is e h e rg e s te llte
A u f n a h m e n a n d e r e n o h n e E in s c h r ä n k u n g z u r V e r f ü g u n g s t e lle n d a r f. D ie K o p ie f ü r d e n F re u n d o d e r
d ie S c h w e s t e r a u f C D o d e r U S B - S t ic k is t d u r c h d ie P r i v a t k o p i e r r e g e l u n g e n g e d e c k t . D ie A u f n a h m e
e in e r F ernse hse nd ung über e in e In te rn e tta u s c h b ö rs e a n z u b ie te n v e rs tö ß t je d o c h gegen das
U r h e b e r r e c h t* , d a s es v e r b ie te t, d ie s e S e n d u n g e n ö f f e n tlic h z u g ä n g lic h z u m a c h e n .

An Tauschbörsen im Internet werden eigene Produktionen getauscht, aber auch Produkte, die jemand
in die Tauschbörse gestellt hat, die er irgendwo gekauft oder bekommen hat, die aber nicht ihm gehö­
ren. Ist das Benutzen von Tauschbörsen erlaubt?

T a u s c h b ö r s e n z u n u t z e n is t a n s ic h n i c h t r e c h t s w id r i g . Im G e g e n t e il, m a n k a n n s ie f ü r n ü t z lic h e u n d
v ö llig le g a le Z w e c k e v e r w e n d e n . A b e r v ie le s , w a s m it T a u s c h b ö r s e n z u s a m m e n h ä n g t , is t t a t s ä c h lic h
v e rb o te n .
S o is t e s e t w a le g a l, T a u s c h b ö r s e n z u b e n u t z e n , w e n n m a n d ie R e c h t e a n d e n D a te ie n b e s it z t , d ie
m a n d o rt z u r V e rfü g u n g s te llt (z u m B e is p ie l e in s e lb s t k o m p o n ie r t e s u n d a u fg e n o m m e n e s M u s ik -

* Urheberrecht: Das ist das Gesetz, das die Rechte von Autoren, Künstlern, Komponisten, Übersetzern usw. schützt.

148 Ziel C1/1 ANHANG


s tü c k , e in s e lb s t g e m a c h te s S o f t w a r e p r o g r a m m o d e r e ig e n e F o to s - m it E in v e r s tä n d n is d e r P e rs o n e n -
o d e r s e lb s t g e s c h r ie b e n e T e x te ).
P r o b le m a t is c h w ir d e s b e i I n h a lt e n , d ie m a n n ic h t s e lb s t g e s c h a ff e n h a t o d e r d e r e n R e c h te m a n
e x k lu s iv a n e in e n D r i t t e n a b g e t r e t e n h a t (z u m B e is p ie l e in e n V e r la g o d e r e in e P la t t e n f ir m a ) . W ill m a n
f r e m d e W e rk e in e in e r T a u s c h b ö r s e a n b ie t e n , b r a u c h t m a n d ie E r la u b n is d e s R e c h t e in h a b e r s .
D ie w e it a u s m e is te n I n h a lt e d ü r f e n je d o c h n ic h t in T a u s c h b ö r s e n z u m D o w n lo a d e n a n g e b o te n w e r ­
d e n . W e r e tw a e in e M u s ik -C D k a u f t , e r w i r b t a n d e n M u s ik s tü c k e n d a r a u f k e in e R e c h te : E r d a r f d ie CD
n u r a b s p ie le n u n d h ö r e n .

Hoch- oder Runterladen: eine w ichtige Unterscheidung

Es is t w ic h t ig z u u n t e r s c h e id e n , o b m a n e in g e s c h ü t z t e s W e rk a u s e in e r T a u s c h b ö r s e h e r u n t e r lä d t
o d e r o b m a n e s d o r t z u r V e r f ü g u n g s t e ll t . W e n n e in p r i v a t e r N u t z e r z u m B e is p ie l e in M u s ik s tü c k a u s
e in e r T a u s c h b ö r s e z ie h t , is t d a s e in e V e r v ie lf ä lt ig u n g . W ird d ie K o p ie f ü r p r iv a t e Z w e c k e g e m a c h t,
is t s ie e r la u b t . I s t a llg e m e in e r k e n n b a r , d a s s e in e D a te i n ic h t h ä t t e k o p ie r t w e r d e n d ü r fe n , d a r f s ie
a u c h n ic h t h e r u n t e r g e la d e n w e r d e n ( z u m B e is p ie l b e i F ilm e n , d ie n o c h g a r n ic h t in d e n K in o s la u fe n
u s w .).

Wann ist eine Sem inararbeit ein Plagiat oder wann enthält es ein solches, wann ist die Idee von einem
anderen Forscher ein Z ita t - keine einfache Frage.

G ib t m a n g e n a u a n , w e r w a n n u n d w o d ie s e n G e d a n k e n g e ä u ß e r t h a t o d e r e tw a s s o g e s c h r ie b e n h a t,
d a n n d a r f m a n d ie Id e e n v o n a n d e r e n in d e r e ig e n e n A r b e it v e r w e n d e n . W e n n m a n a b e r je m a n d e n
z i t i e r t , k u r z e o d e r la n g e P a s s a g e n a u s a n d e r e n A r b e it e n ü b e r n im m t u n d n ic h t d a z u s c h r e ib t, w o h e r
m a n d e n T e x t g e n o m m e n h a t, t u t m a n so , a ls h ä t t e m a n d e n T e x t s e lb s t g e s c h r ie b e n . D a s is t n ic h t
e r la u b t . Im Z w e if e ls f a ll a ls o b e s s e r im m e r a n g e b e n , w o h e r m a n e t w a s h a t. D e n n n ic h t e r la u b t e s u n d
n ic h t a u s g e w ie s e n e s V e r w e n d e n v o n f r e m d e n Id e e n m it d e m Z ie l, d ie s e a ls e ig e n e z u „ v e r k a u f e n " ,
is t e in „ s c h w e r w ie g e n d e s F e h lv e r h a lt e n " u n d h a t d e s h a lb s c h w e r w ie g e n d e F o lg e n : V e r lu s t a k a d e m i­
s c h e r G ra d e u n d d e r L e h r b e f u g n is u sw .

Ohne Worte E2| #


- Beim ersten Date habe ich immer Angst, dass ich plötzlich nichts mehr zu sagen habe
und ein großes Schweigen entsteht. Das kann beim Silent Dating nicht passieren.
- Es kann passieren, dass man jemanden erst als angenehm empfindet, bis man seine Stimme gehört hat.
Ob einem auch die Stimme gefällt, erfährt man erst später.
- Es ist sehr schön, wenn man mal Zeit hat, auf andere Dinge zu achten. Endlich kann man jemandem
mal tief in die Augen schauen. Das ist doch viel schöner als tausend Worte.
- Es werden doch nur banale Informationen ausgetauscht. Da kann man beim Chatten viel mehr erfahren.
- Es wird immer gesagt, dass man beim Silent Dating viel Wert auf Mimik und Gestik legt.
Aber es gab kaum einen Blickkontakt, weil man ja dauernd nur Zettel schreibt oder liest.
- Unsichere, schüchterne Menschen haben es erst mal leichter.
- Es wird dabei doch viel zu viel Wert auf das Äußere gelegt. Man erfährt doch gar nichts Wichtiges
über die anderen Menschen.

Ziel C1/1 ANHANG 149


Lösungen - Fokus Sprache

S eite 14: 1b Sie fahren noch immer Ihren alten Polo? Das stört Sie auch nicht? Sie haben vor, dieses Jahr
einen neuen Wagen zu kaufen? Wann, wenn nicht jetzt. Besuchen Sie uns im Autohaus Meisinger. Wissen
Sie bereits, dass Sie den Wagen monatlich finanzieren können, und das ohne zusätzliche Kosten? Klingt das
nicht fantastisch? Nutzen Sie die Prämie. 1b (Frage = F, Aussage = A) 1 F; 2 A, F; 3 F; 4 F; 5 F; 6 F, A; 7 F, A;
8 F, A; 9 A, F; 10 F 2b 1 obwohl sie sich das Bein gebrochen hat 2 wenn man auf den Knopf drückt 3 als das
passierte 4 wenn man 100 Stück bestellt 5 um Karten für die Abendvorstellung zu bekommen 6 ohne die
Mama zu fragen, ob du das darfst (kann man weglassen, weil der Ergänzungssatz zu fragen gehört) 2c 1 4;
2 2; 3 1; 4 2; 5 3; 6 5
S eite 20: 1 1-8 b; 2 1 i/e ; 2 h; 3 a; 4 d; 5 i/e ; 6 b; 7 g; 8 f; 9 c; 3 1 a; 2 a; 3 b:4 a; 5b
S eite 35: 1 1 c; 2 b; 3 c; 4 c; 5 a; 6 d; 7 e; 8 b; 9 c; 10 e (c); 2 a 2; b 1; c 1; d 2;e 1; f 2
S eite 39: 1a 1 b; 2 a; 3 d; 4 c; 1b 1 b; 2 a 1c 1 a; 2 b Id 1 a; 2 b
S eite 55: 1 b 2a positive: 3, 5, 8; negative: 6 2b eher positiv: 1, 2, 7, 9, 10 ehernegative: 4 3 1 b, c;
2 a, b, d
S eite 58: 1a 2; 1b alles; immer, muss; nie jemand; 2 a C; b B; c A 3 alle; auch nur + unbestimmter Artikel;
Plural
Seite 77: 1a 4 ist nicht möglich; 1b 3, 5, 7 1c 1 b; 2 e; 3 c; 4 a; 5 d 1e 1 b (nach vorn genommene
Ergänzung mit unbestimmtem Artikel); 2 b (nach vorn genommene Ergänzung m it Präposition) 2 1a; 2 b; 3 b
Seite 79: 1 b; 2 b 2 2 1 b; 2 d; 3 c; 4 e; 5 a 3 (Diese Informationen nach dem Satzende werden nach einer
kleinen Pause als Zusatzinformation angefügt.)
S eite 92: 1b 1 enthält viele Informationen; 2 eher komplex; 3 genau, eher schriftsprachlich 1c schriftsprach­
lich - Satz 1; leichter verständlich - Satz 2 Id 1 a; 2 a; 3 a; 4 b; 5 a; 6 b 2 1 h; 2 b; 3 g; 4 a; 5 e; 6 c; 7 d;
8 f 3a 2, 3 3b 1 b; 2 b; 3 b; 4 a; 5 b; 6 a; 7 b; 7 a
S eite 112: 1a 1, 3 1b Wann? vor einem knappen Jahr, nach dem Studium an der Business School im Rheingau
Werl er (Rainer Dietze, Immobilienberater) Bei wem? bei einer amerikanischen Immobilienfirma 1c Satz 2:
Wer? steht vor dem Verb, alle anderen Informationen zwischen Verb und Satzende (trennbare Vorsilbe); Satz B:
Wann? steht vor dem Verb, Wer? nach dem Verb und Bei wem? vor dem Satzende. Id wenig Satzteile 2a 1
vor: 1, nach: 1; 2 vor: 1, nach: 1 (mit Partikel nur); 3 vor: 1, nach: 1; 4 vor: 1, nach: 1; 2b 1 weil die Satzteile
tendenziell lang sind; 2 können viele Informationen enthalten, machen einen Text tendenziell schwerer ver­
ständlich; 3 eher wenige Satzteile 3b 1 b; 2 a 4 b a, b

150 Ziel C I/I ANHANG


Quellenverzeichnis

Umschlag rechts (Echinacea-Blüte): MEV


6. Reihe von oben M itte (Lavendelfeld): Goodshoot
7. Reihe von oben M itte (Pflaumen): Aron Yhat (Nora Tahy); Illustration: © Creatas; Restliche Abbildungen I Stockphoto
Seite 10: Foto: © Getty Im ages/Photodisc; Cartoon, Michael Luz, S tuttgart
Seite 11: Foto: © Finest Images; Sym bolwörterbuch: aus ICOON GLOBAL PICTURE DICTIONARY © Amperpress
Seite 12: oben: a), c) © ; Panthermedia b) © MHV; unten: Chromeorange/R.Tscherwitschke
Seite 15: а) © Panthermedia; b, e, f, g, i, j, k, m und n) © IStockphoto; c) © ww w.giftcom pany; d) © Oberlandesgericht Düsseldorf;
h) © lm a go//T hom as Frey; I) © Im ago/David Heerde
Seite 21: Foto: © PRESSENS BILD/JOAKIM BERGLUND
Seite 26: Kirche am See und Mann auf Bootssteg: © Istockphoto; Mischwald und Kinder am Strand: © Panthermedia
Seite 27: Fotos © Panthermedia
Seite 28: 2) © www.heels-angels.de; 5) © Getty Im ages/Look/Eisenberger
Seite 29: 4) © Value Retail Management, 6) beide Fotos © Getty Images
Seite 30: Fotos: © Istockphoto
Seite 36: Portrait Frau Umberta Andrea Simonis, www.simonis-serviceagentur.com © Privat; Portrait Herr Uwe Fenner,
Inhaber des Institut fü r Stil & Etikette in Berlin, w w w .institut-fuer-stil-und-etikette.de ® Angelika Zinzow
Seite 48: 4) © Istockphoto; 5) © U n/F airtrade, die Kunst der Gerechtigkeit (Eigner/W eibel), Springer 2007;
Seite 49: 1) © Istockphoto; 3) © picture-alliance / maxppp c) © Deutsche Gesellschaft für Akustik
Seite 54: 1) © Manfred V ollm er/D as Fotoarchiv; 2) und 3) © Panthermedia
Seite 60: Karte © WWF Österreich
Seite 64: Foto: © Marietta Schupp/EM BL
Seite 66: Bittere Schleifenblume © Panthermedia; alle anderen Fotos © Istockphoto
Seite 68: 1) © Im agesource-Black/Flonline; 2) © Im ago/Hans Blossey
Seite 69: 3) © Mit freundlicher Genehmigung des Ravensburger Spieleverlags / Gerold Como; 4) © Michael Mantel,
б) © Mit freundlicher Genehmigung des Ravensburger Spieleverlags und Becker Studios,
Seite 74: alle Fotos© picture-alliance
Seite 70: Foto: © imago
Seite 71: Portrait Herr Piepenburg) © p icture-alliance/dp a
Seite 74: oben: Panthermedia; a, c, d, e und g © Istockphoto; f, h, i und k ©Panthermedia; b© Getty Images/Taxi; j © Euroklassik
Seite 82: Cover M ilc h g e ld - K lu tin g e rs e r s te r F a ll v o n Volker Klüpfel und Michael Kobr, erschienen 2003 bei Pieper München; Foto Altusried
© Kultur- und Verkehrsamt Altusried
Seite 84: Foto Photovoltaikanlage und Energiemix © istockphoto; W asserkraftwerk © swissworld.org; Kupferstich Windmühle
© Getty Im ages/Visual Language
Seite 75: Windpark Nordsee© Panthermedia; Logo Solar Uni Freiburg © Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Seite 86: Rucksäcke) © Istockphoto; 1) © p icture-alliance/dp a; 4 © Alfa Romeo;
Seite 87: Wanderführer: © KOMPASS-Karten Gmbh; Illustration: © Creatas; Mann mit Fahrrad © Avenue Im ages/Im age 100;
Sternenkarte © Finest Images
Seite 88: Foto: © Frank Siem ens/buchcover.com ; Cartoon © T.Wizany
Seite 89: Foto: © Atmosfair; Cover Bewusst reisen © VERBRAUCHER INITIATIVE
Seite 91: Foto: Istockphoto
Seite 94: Fotos: oben links und rechts © istockphoto; m itte © Panthermedia; unten links und rechts © Panthermedia;
m itte © Istockphoto; Foto Wise Guys © Wise Guys
Seite 95: 1, 3 und 6 © NASA; 2) © Panthermedia; © ; 4 © picture-alliance/dp a; 5) © Josephine Wall; © ;
Mondphasen © Diercke Weltatlas, Westermann, Braunschweig; Gemälde © Finest Images
Seite 100: Foto © frank Zauritz
Seite 101: Foto © Istockphoto
Seite 102: Wandergesellen © picture-alliance/dp a; Wandergeselle beim Bürgermeister © Grafenstadt;
Handwerksgesellin © Wolfgang Künstle; Wanderbuch © T. Lecher
Seite 103: Wandergesellen vor Straßenschild © dpa P icture-A lliance/W olfgang Langenstrassen; Wandergesellinnen
© dpa P ic ture-A lliance/R olf Haid; Zimmermänner bei der Arbeit © C a ro/S orge
Seite 104: Foto oben © Finest Images; unten Istockphoto
Seite 105: Foto oben © Getty Images/Stone;
unten Job Koelewijn; Untitled (lemniscaat), 2005 Wood, books
125 x 780 x 240 cm
Courtesy Galerie Fons Weiters
Foto: Erik van den Boom
Seite 108: Foto © Cage-Projekt
Seite 114: Fotos © ASSOCIATED PRESS
Seite 122: Klein’sche Flasche © MHV-Archiv
Seite 123: Skulptur: Kontinuität, 1986, Max Bill (1908-1994), Sammlung Deutsche Bank, Foto @ Alex Kraus;
Kind m it Möbiusband @ Swiss Science Center Technorama
Seite 124: Fotos © ASSOCIATED PRESS
Seite 126: Foto © Teutopress/Süddeutsche Zeitung Photo
Seite 131: Holzschnitt © Interfoto; Cartoon © Glenn M. Bülow / toonpool.com
Seite 134: Mondphasen © Diercke Weltatlas, Westermann, Braunschweig
Seite 135: Cartoon © J. Borer
Seite 137: Fontäne © Laif/H ardy Müller; Mondaufprall © NASA; Vulkan © NASA
Seite 140: Mondphasen © Diercke Weltatlas, Westermann, Braunschweig
Seite 142: Austern © Fernando F ernändez/A G E /F lonline
Seite 143: Cartoon Michael Luz, Stuttgart
Seite 144: Spielkarte © Mit freundlicher Genehmigung des Ravensburger Spieleverlags/G erold Como

Ziel C1/1 ANHANG 151


Quellenverzeichnis

Seite 10: W o rte z e r s tö re n , © Eva Hesse, Vom Zungenreden in der Lyrik; A lle s k a n n m a n n ic h t s a g e n
© Martin Auer A lle s k a n n m a n n ic h t s a g e n aus: Hans-Joachim Gelberg (hrsg.), Überall und neben dir © 1986 Beltz & Gelberg
in der Verlagsgruppe Beltz, Weinheim und Basel; W o rte z e rs tö re n , w o s ie n ic h t h in g e h ö re n © Annegret Kronenberg
Seite 29: Es gibt kein Normal mehr. Nur noch Super. © Klaus Scheunig
Seite 32: D ie s p ä t b e z a h lte S c h u ld , Auszüge aus Stefan Zweig, Die spät bezahlte Schuld. In: ders., Phantastische Nacht. Erzählung.
© S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1982
Seite 44: E n ts c h u ld ig u n g , ic h b in k e in e E m p fa n g s s e k re tä rin © w w w .ze it.de/karriere/bew erbung/
Seite 48: L e o ü b e rle g te , o b e r..., Text von Edith Schreiber-Wicke aus: Edith Schreiber-W icke/Carola Holland,
Der Neinrich © 2002 by Thienemann Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart-W ien
Seite 49: R a ts c h lä g e g e g e n d e n S tro m k o m m e n a ls S c h lä g e z u r ü c k , Prof. Dr. Hans-jürgen Quadbeck Seeger
Seite 64: D e m M ä u s e -G e n a u f d e r S p u r, © Alle Rechte Vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv
Seite 69: A ls m e in V a te r m ic h z u m e r s te n M a l fra g te ... , Liselotte Rauner
Seite 82: M ilc h g e ld Volker Klüpfel / Michael Kobr: Milchgeld © 2004 Piper Verlag GmbH, München
Seite 84: W in d m ü h le n , m it freundlicher Erlaubnis von Hans Peter Klauck
Seite 85: F re ib u rg G re e n C ity , mit freundlicher Erlaubnis der Stadt Freiburg
Seite 89: a tm o s fa ir, m it freundlicher Erlaubnis von www.atmosfair.de
Seite 100: E in M a n n , e in H u n d u n d d e r W eg d e r F r e ih e it, © Helge Timmerberg
Seite 103: N ic h t n u r in D e u ts c h la n d , © www.rolandsbruder.de
Seite 109: Ic h w ill S p aß, ic h g e b ’ G as, © w w w .m anager-m agazin.de/koepfe/karriere/0,2828,484351,00.html
Seite 120: E rin n e ru n g , © Matthias Duderstadt
Seite 122: F lä c h e n o h n e E n d e , © W issenschaft im Dialog gGmbH
Seite 124: Was z e ic h n e t e in e g u t e L e h r k r a f t a u s? , © Andreas Bubrowski
Seite 126: D e r Z u s a m m e n h a n g d e r G e n e ra tio n m u s s g e s t ä r k t w e rd e n mit freundlicher Genehmigung der FAMIL e.V.;
M e h r g e n e r a tio n e n h ä u s e r s in d e in E r fo lg s m o d e l.. 1 , Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Seite 129: G e n e r a tio n s g e re c h tig k e it? , © Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V;
W ie s c h w ie r ig d ie s e s T h e m a i s t ... © BJU
Seite 137: D ie E n ts te h u n g d e s M o n d e s ? , © Herbert Cerutti
Seite 138: S p e e d B lin d D a te und S p e e d H a tin g © Annette Riestenpatt/ElitePartner.de; S ile n t D a tin g , A f t e r W o rk d in n e r und
B lin d D a te B ru n c h © Kabarett Barbara Balldini
Seite 139: B lin d D a te D in n e r und S p o rt B lin d D a te © Kabarett Barbara Balldini; B lin d -D a te -C o o k in g © WDR
Seite 145: D ie E rd e o h n e d e n M o n d ? , © Herbert Cerutti

152 Ziel C I/I ANHANG


Niveau C l/1
Kursbuch

Ziel CI
Band 1 I Lektion 1-6

■ is t k o n z ip ie r t f ü r e rw a c h s e n e
u n d ju g e n d lic h e L e rn e r

■ Z ie l C I, B a n d 1 u n d B a n d 2 fü h re n z u m N iv e a u C I
de s G e m e in s a m e n E u ro p ä is c h e n R e fe re n z ra h m e n s
u n d zu a lle n P rü fu n g e n a u f dem N ive a u

Dazu gibt es
■ 2 A u d io -C D s z u m K u rs b u c h
■ e in A rb e its b u c h , w a h lw e is e m it o d e r
o h n e L e rn e r-C D -R O M
■ e in e A u d io -C D z u m A rb e its b u c h
■ e in e E xtra -C D -R O M
■ e in e DVD
■ s p e z ie lle P rü fu n g s v o rb e re itu n g e n
■ e in L e h re rh a n d b u c h
■ e in in te r a k tiv e s L e h re rh a n d b u c h , CD-RO M
■ e in e n In te rn e ts e rv ic e : w w w .h u e b e r.d e /z ie l

Niveaustufen H u e b e r Wörterbuch
Z ie l B 1 + > B1 + Speziell fü r Deutschlernende
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