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Elektromobilität, Energieeffizienz und

intelligente Netze „Smart Grids“


Mobil, Effizient und Intelligent – Drei wichtige Schlagwörter, wenn es um unsere
Energieversorgung und deren Nutzung in Zukunft geht.

Die JU München unterstützt den weiteren Ausbau von Elektromobilität und sieht in ihr eine
wichtige Zukunftstechnologie. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig,
bestehende Arbeitsplätze in der Automobilbranche nachhaltig zu sichern, neue zu schaffen
und im Bereich Elektromobilität eine führende Stellung im internationalen Wettbewerb
einzunehmen.

Der World Energy Outlook der internationalen Energie-Agentur macht deutlich, dass der
größte Beitrag (über 50%) zur Erreichung der Klimaschutzziele durch die Umsetzung von
Energieeffizienzpotenzialen erreicht werden kann. Investitionen in Energieeffizienz und
„Smart Grids“ sind Investitionen in die Zukunft. Insbesondere können innovationsfreudige
und kapitalstarke Städte wie München ihre führende Stellung durch Investitionen in
Energieeffizienzmaßnahmen absichern und ausbauen.

Staatliche Förderung von Elektromobilität

Um Elektromobilität zur Marktreife zu entwickeln ist erheblicher Forschungsbedarf


notwendig. Diese Forschung, und insbesondere die Forschung im Bezug auf die Speicherung
der elektrischen Energie, soll durch den Staat intensiv gefördert werden. Vor diesem
Hintergrund fordern wir am Automobilstandort München ein eigenes Forschungscluster
bzw. ein Forschungszentrum zu gründen. Außerdem soll auf europäischer Ebene ein neues
Rahmenforschungsprogramm für Forschung im Bereich Elektromobilität und
Energiespeicherung eingerichtet werden.

Wir fordern den Aufbau einer Verwertungs- und Recyclingstrategie für alte Elektroautos und
dabei insbesondere den Ausbau der Forschung im Bezug auf die Wiederverwendung von
seltenen Rohstoffen, die in den Batterien der Elektroautos enthalten sind.

Wir fordern den Aufbau einer Koordinationsstelle für alle deutschen Aktivitäten im
Zusammenhang mit Elektromobilität an höchster politischer Stelle, um der wirtschafts- und
industriepolitischen Bedeutung der Elektromobilität gerecht zu werden.

Förderung der Infrastruktur

Dass das Laden von Elektroautos mehr Zeit beansprucht, als das derzeitige Tanken ist
bekannt. Man muss sich der Tatsache stellen und die Versorgung von Elektroautos sowohl
zentral, als auch dezentral aufzubauen. So soll beim Bau neuer Tiefgaragen für jeden
Parkplatz eine Steckdose vorgesehen werden.

Zudem fordern wir eine Erweiterung der beruflichen Ausbildung um Inhalte, die im
Zusammenhang mit Elektromobilität stehen und einen Ausbau entsprechender
Studiengänge, damit dem Markt die benötigten Fachkräfte mit Wissen zum Thema
Elektromobilität zur Verfügung stehen.

Modellregion München

München ist als Metropolregion besonders gut geeignet für den Ausbau der
Elektromobilität. Ländliche Gebiete als Modellregionen auszuwählen, um der dort
vorherrschenden Strukturschwäche entgegenzuwirken, ist aufgrund technologischer und
ökologischer Erwägungen nicht zielführend.

Wir fordern den Aufbau von Informationszentren zum Thema Elektromobilität und die
Verbesserung von Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, denn bislang ist der
Bevölkerung kaum bekannt, dass München bereits jetzt eine Modellregion für
Elektromobilität ist.

Es ist zu überprüfen, welche Möglichkeiten es in München gibt, herkömmliche Autos am


Stadtrand gegen ein Elektroauto einzutauschen, um damit in die Innenstadt zu fahren (vgl.
Park&Ride-Plätze)

Energieeffizienz

Der JU Bezirksverband München spricht sich ausdrücklich dafür aus, die Potentiale von
Energieeffizienzmaßnahmen in München zu nutzen. Maßnahmen, bei denen mit geringem
Einsatz von Ressourcen eine große Wirkung erzielt werden kann, sind bevorzugt umzusetzen
und genauso sollen bei Energieeffizienzmaßnahmen Technologien angewandt werden, die
bereits etabliert und am Markt verfügbar sind

Das Automatisches Herunterfahren bzw. Abschalten von Beleuchtungsanlangen, allen


Computern, Telefonanlagen, Hubs, Switches während der Nacht und an den Wochenenden
in allen Behörden und staatlichen Einrichtungen in München führt zur Einsparung nicht
genutzter Ressourcen.

Der stärkere Einsatz von LED’s, z. B. bei U-Bahnen oder in staatlichen Gebäuden soll
gefördert werden.

Die Energieeffizienzklassen, die es bereits für weiße Ware gibt, sollen auch auf andere
Geräte (z. B. Fernseher, Computer, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte) ausgedehnt
werden. Dadurch soll Transparenz über den Energieverbrauch der entsprechenden Geräte
geschaffen werden. Auch das Verhalten im Stand-By-Modus ist dabei zu berücksichtigen und
gesondert auszuweisen.

Energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung ist noch weiter auszubauen. Insbesondere im


Bereich der lokalen Wärmenetze und der industriellen Kraft-Wärme-Kopplung sind viele
Potentiale noch nicht erschlossen. Derartige Projekte sollten von staatlicher Seite nicht nur
finanziell (z. B. durch die KWK-Förderung), sondern auch ideell noch stärker unterstützt
werden, z. B. durch einfachere Genehmigungsverfahren, unbürokratischere Abwicklung, etc.

Einführen einer „Grünen Welle“ in München und abschalten von Ampeln auf wenig
befahrenen Straßen und in der Nacht

Intelligente Netze „Smart Grids“

Dezentrale Energieerzeugung wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen und in zunehmenden


Maß die weiterhin bestehenden Großkraftwerke ergänzen. Um die hohe Zuverlässigkeit der
deutschen Stromversorgung, trotz dieser Zunahme der fluktuierenden dezentralen
Einspeisung, auch weiterhin sicherzustellen, ist eine stärkere Vernetzung und eine zentrale
Koordination dieser Erzeugungseinheiten erforderlich. Dazu ist der Aufbau einer
intelligenten Netztechnologie notwendig.

Durch intelligente Netze können dezentrale Speicher, z. B. die Akkus von Elektroautos,
genutzt werden um die Stromversorgung zu optimieren.

In Zukunft wird der Einsatz von intelligenten Netzen und Stromzählern „Smart Meter“ zur
Steuerung der Stromnachfrage an Bedeutung gewinnen. Intelligente Netze erhöhen durch
bessere Transparenz den Komfort für den Stromverbraucher. Sie fördern dadurch beim
Endverbraucher das Bewusstsein, wie viel Energie verbraucht wird und tragen auf diese
Weise dazu bei, dass Energie eingespart wird.

München soll Modellregion für intelligente Energieversorgung werden. Deswegen schlagen


wir vor eine Initiative für moderne/ intelligente Energieversorgung zu starten, im Gegensatz
zu dem von den Stadtwerken München ausschließlich forcierten Ausbau erneuerbarer
Energien.

München 2030 – München wird energetisch …

 Staatliche Förderung der Forschung im Bereich Elektromobilität und


Energiespeicherung
 Publikationen der Modellregion für Elektromobilität in München ausweiten
 Ausbau der Infrastruktur und Erweiterung der beruflicher Ausbildung zur Sicherung
der Fachkräfte in der Industrie und im Handwerk
 Energieeffiziente Maßnahmen prüfen und umsetzen
 München als Modellregion für intelligente Energieversorgung