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Jaliresgabe

der
Marti n - Heidegger-CGesellschaft
2013/ 2014
MARTIN HEIDEGGER

Das Argument gegen den Brauch


( f ü r das Ansichsein des Seienden )

UNVER Ö FFENTLICHT
[ 84]

Das Argument gegen den Brauch

( f ü r das Ansichsein des Seienden ).

( Entwurf )

40
[103]

Geologisches Institut Zü rich 6, den 26 Mi« 1953


der Eidg. techn . Hochschule Z ü rich Sonneggst rasse 5

Instistut de Geologie
de I’Ecole polytechnique f6d £ rale Herrn Prof . Dr. Medard Bo«
Z ürich Theaterstr. 12
Z ürich

Sehr geehrter Herr Kollege,


Ihren Brief fand ich erst jetzt , bei der R ückkehr von
einer Reise. Sehr gerne vermittle ich Ihnen einige Iateraturangaben .
Elie Gagnebin, Histoire de la Terre et des Etres vivants ( 1946). Deutsch
bei B ü chergilde Gutenberg, 1950 ( Die Geschichte der Erde). -
Dieses Bä ndchen ist allgemeinverstä ndlich geschrieben , ist
aber dabei wissenschaftlich durchaus sauber.

Bernhard Peyer, Geschichte der Tierwelt, Zü rich 1950 (oder 51 ). Besonders
f ü r die Entwicklungsgeschichte, ebenfalls leicht verstä ndlich.
Otto H. Schindewolf ,] Der Zeitfaktor in Geologie und Palaeontologie,

Stuttgart 1950. Sehr gutes Expose aktueller Probleme, schon
spezieller.

Arthur Holmes, The Age of the Earth, London 1957. Methoden der absolu -
ten Altersbestimmung, sehr gut aber zum Teil nat ürlich ü berholt.
Gute Lehrbücher der Erdgeschichte sind: Roland Brinkmann, Ab-
riss der Geologie, 2. Band, 7. Auflage, Stuttgart 1954, und Carl O.
Dunbar, Historical Geology, New York 1952.
Die Ansichten ü ber das Alter der Erde ( und wahrscheinlich
damit des Weltalls) bewegen sich heute zwischen 3 und 4 V6 Milliarden
Jahren . Ä lteste bekannte Gesteine 2,4 Milliarden, ä lteste Lebens
spuren ( Kohlenstoff organischer Herkunft) ca. 1 ,4 Milliarden. Im
Ü brigen sind alle diese absoluten Altersbestimmungen mit Vorsicht
aufzunehmen , da es viele Fehlerquellen - von der Physik und von der
Geologie her - gibt, die meist nicht gen ü gend ber ücksichtigt worden
sind. Die Grössenordnungen, auf die es ja allein ankommt, stimmen
aber sicher.
Fü r uns Geologen kann es keinen Zweifel an der Realit ä t
einer sehr langen vor inenschliehen Erdgeschichte gehen . Diese Rea
iitä t mag letzten Endes nur dank der r ückhlickcnden Tä tigkeit des
-
menschlichen Geistes existieren aber da wird einem doch \ ur sei
ner Gottä hnlichkeit etwas bange.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
Rudoll IV ü iupv

41
( 104 )

1 . Nach den berechenbaren Halbwertszeiten sind die


Berge fr ü her da gewesen als das Menschenwesen da war.
2. Es wird zugegeben , dass dies richtig ist, innerhalb
freilich nur des wissenschaftlichen Betrachtungs -
kreises.
3. Richtig ist aber nicht wahr im Sinne der vollen
Entbergung des Seienden als solchem .
4. Richtig ist nur ein Aspekt dieser Wahrheit oder eine
Teilwahrheit.
5. Das An -tich -seiende, die Berge zum Beispiel, kö nnten nicht
Wie? Seiendes sein ohne das An -sich -sein .
6. Zum An -sich -sein, wie zum Sein ü berhaupt, gehört
das Menschenwesen als Lichtung.
Wie? 7. Wenn das An -sich -Seiende im An -sich -sein gründet,
dieses aber des Menschenwesens bedarf , kann An -sich -
Seiendes, also können die Berge zum Beispiel doch nicht vor
dem Aufkommen des Menschenwesens da gewesen sein .

42
[105]

Das Argument gegen den Brauch


(x)
Das Argument gegen die Abhä ngigkeit des Seins vom Menschenwesen

» Brauch « der Name f ü r die Zugeh ö rigkeit des Menschenwesens


in das Wesen des Seins. ( Brauch sagt jedoch ganz anderes als Subjektivität )
Brauch gehört vordem selbst zum qua Ereignis

» Brauch « Vereignung aus dem Ereignis in das Ver h ä ltnis


Brauch ist die Ü berantwortung des Ereignisses an das Menschenwesen —
als gewandeltes aus dem Ereignis
Ereignis selbst wird dadurch nicht abh ä ngig vom Menschen; vielmehr
lichtet sich die Unabh ä ngigkeit des l beantworteten.
Diese Vereignung ü bereignet den Menschen erst

in das entfaltete aus dem Gebirg
des Verhä ltnisses ereignete Wesen der Sterblichen.

!! In der folgenden Erlä uterung des Arguments gegen den » Brauch «



mu ß der »Brauch « namentlich sowohl wie im Wesen
noch im Ungesagten gelassen werden .

(x) 1 ) Abh ä ngigkeit; 2) Sein; 3) Menschenwesen .

43
[ 106 ]

b
Das Argument gegen den ftrauch

In der Darstellung ausgehen vom Anliegen der Verteidigung


der »Objektivitä t « durch Ansetzung eines Ansichseins.
Inwiefern die alltägliche Erfahrung ü berall ein An -sich - Seiendes
meint, ohne je eine genaue Auskunft ü ber das Ansichsein
geben zu kö nnen und solche Auskunft auch nur f ü r n ö tig zu finden.
Der folgende Entwurf verleitet dadurch , da ß er die Richtigkeit
des Vorstellens von Ansichseiendem im voraus zubilligt,
dazu, da ß nunmehr und fortan dies Zugegebene als
das ü berall Ma ßgebende angesetzt wird.
Alles, was dann sowohl die » Richtigkeit« (des Vorstellens von Seiendem ) als solche
in die Wahrheit des Seins zur ücknimmt, als auch alles was ü berhaupt
das Sein im Unterschied zum Seienden betrifft, wird dann lediglich
••
als nachkommende Abstraktion, als » Ü berbau «
( ideologischer ) zum eigentlichen und rechtmäßigen Vorstellen
des an sich Seienden (der Realit ä t, der Wirklichkeit ) ausgegeben
und nicht ernst genommen.

44
[ 107]

Das Argument gegen den Hrauch

Die Richtigkeit besteht nur als alleiniges Ma ß ries Vorstellens, solange


dieses sich in der Verblendung festgesetzt hat, nur Seiendes
und das Vorstellen desselben sei das » Wahre«; Was au ßerdem
noch vorgebracht werde, gehöre in das leere und bodenlose
Feld unwirklicher Abstraktion und habe keine begr ü ndende
Kraft im Bezirk wissenschaftlicher Argumentation ,
Diese Art von »einleuchtender« Argumentation hat ihre
Herkunft in der Seinsvergessenheit. Solange daher
kein Weg gebaut ist, diese so zu erfahren , da ß sie
die Wissenschaften und das hei ß t das sie durchforschende technische
Betreiben von Grund aus ersch üttert, solange ist ein fruchtbares
Gespr äch des Denkens mit den Wissenschaften nicht m öglich .
Daß die Wissenschaften nicht zust ä ndig sind , weder f ü r die Entfaltung
der »Seinsfrage« noch f ü r deren Lösung, dies ist ihnen schwer
verst ä ndlich zu machen.
Die Wissenschaften werden vorlä ufig immer nur dann ben ü tzt,
wenn ihre Resultate und Erfolge bedrohliche Folgen f ü r den Bestand
des Menschen zeigen .
[ 108]

A
Welches Anliegen bestimmt
und erregt die Argumentation

hinsichtlich des Ansichseins ?

Die Ersch ü tterung der »Objektivitä t « ?


Was sagt dies? Die innerhalb
der heutigen Lage und des Standortes des
Menschen d ä mmernde Einsicht
in das, was Objektivität in Wahrheit
besagt? Bislang unterstellt man
ihr dies, als sei sie die Sicherung eines
Ansichseienden.

46
’S

[ 109 ]

H
Welches Anliegen • •


jetzt verlagert sich alles in die Subjektivitä t ,

die selber ohne Anhalt und Grund bleibt inwiefern ?!
Das Suchen nach Aushilfen!
Wof ü r?
Gleichzeitig die Steigerung der K äserei des
Technischen und seiner immer handgreiflicheren
N ü tzlichkeit und Unentbehrlichkeit.
(die Frage der Rohstoffquellen;
die Frage der Ern ä hrung der sich vermehrenden Menschheit )

Die Bestimmung des Menschen und die Weltreligionen


die M öglichkeit des Denkens.

47
( HO]

Das Argument gegen die Abhängigkeit


des Seins vom Menschen

Was hei ß t » Abh ä ngigkeit « ?


Was hei ßt »Sein « ?
Was heißt » Mensch «?

hinsichtlich der modernen Physik ( unbestimmte Relation


und die r ü ckl ä ufige Frage
nach einem Ansichseienden )

hinsichtlich der Historie und des Schreibens als Ü berliefern


im Ganzen : innerhalb des Gestells.

4H
[ 111]

Das Argumentfilr das Ansichsein


des Seienden

49
[ U 2]

Unabhängigkeit

Es gibt die Unabh ä ngigkeit des Ansich -Seienden .


Unabhängigkeit als Charakter des Seienden.
Unabhä ngigkeit: in welchem Sinne von
Abh ä ngen?
in welchem Sinne von » IJn «

Wie gibt es solche Unabh ä ngigkeit? In


welchem Geben durch welches Es, das gibt — ?
Oder sagt man besser statt Es — » Er « | unter Berufung auf
den 1 . Artikel des Nicänums? und dieses?
und die Berufung darauf ?

Die Unabhä ngigkeit des Ansich -Seienden vom seienden Menschen


schlie ßt nicht aus, sondern ein , daß vermutlich auch das
Ansich »sein « von Seiendem des Menschen //’e$ercs bedarf , welches
Menschenwesen selber das im Ereignis Gebrauchte ist und so
zum gehört.

50
[ 113]

1
» Ansichsein« und Anwesen

Wie weit lassen sich : Ansichsein und


Anwesen
— als das Selbe denken ?
An - wesen - als von sich her aufgehend
Her - W ä hren

Ansich - » sein«J was hei ß t hier »Sein«?


^
jia<Xxisich - meint nicht nur Vonsichher —
^^ sondern | per sei | ungleich nicht a se
meint Verursachung als Herstellung!
( vgl. nicht als grobes Verfertigen aus etwas)
Auch »Sch ö pfung« ist vorgestellt im
Verstehenshorizont von An- wesen- lassenl
Inwiefern eignet dem »Sein « das Ansich?

51
[114]

2
» Ansichsein« und Anwesen

in »Ansich sein« - ist eher und gerade eine unbe -


dingte Unabhä ngigkeit vorgestellt, | ( wie steht es mit dem

ens creatum ?)
wä hrend
— —
» Anwesen « in sich schon eine Verweisung
auf ein Her an ( Lichtung ) einschließ t
und damit eine Abhängigkeit im »Sein « als solchem

»das Ansichsein « - meint die Unabh ä ngigkeit von


Seiendem .
»Unabhä ngigkeit« ein Charakter des


»Seins« in welchem Sinne?

52
[ 115]

ZU 1)

|)ipErde l ä llt »ich nehmen als


ein Ansiebseiendes, das zu seinem Ansichsein ein Seiendes
von dei/Ä rt des Lebewesens Mensch nicht
benötigt.
Doch die Frage kehrt wieder: was betagt
Ansichsein der Erde? Was sagen wir,
wenn wir dieses Ansichsein nennen ?
Was sagen wir, wenn wir »Sein « sagen ?
» Anwesen «
Wenn Sein nicht etwas Seiendes ist am Seienden ,
wo und wie gibt es Sein ?
Es gibt Sein nur als Sagbares
und Gesagtes. | Und woher und wie gewä hrt sich ein Es gibt?

das Es gibt | Welches Es gibt hier Vorl ä ufiges II. 61.

53
[ 116 ]

1
Das Argument gegen den Brauch
-
( f ü r das Ansichsein des Seienden
»der Natur* )

Wesens der Sterblichen


[ Brauch: die im Ereignis ereignete Zugeh örigkeit des
in das
Metaphysisch und das hei ßt zugleich nach der gewohnten und wissenschaftlichen
Vorstellungsweise, bedeutet dies die Abh ä ngigkeit des Seins
(vulgä r verstanden , da ß und wie Seiendes ist ) vom Menschen .
Brauch besagt dann: wenn keine Menschen Vorkommen ,
gibt es auch kein Seiendes.
Dieser Satz ist leicht zu widerlegen durch unbestreitbare Hinweise
auf erwiesene Tatsachen. Man kann jetzt berechnen , wie
alt die Erde ist ( die Messung der Geschwindigkeit des radioaktiven Zerfallspro-
zesses ). Die Erde ist weit ä lter als der Mensch. Seiendes
also war l ä ngst, ehe Menschen vorkamen und ehe der
Mensch aufkam. Das Seiende bed ü rfte, um zu sein ,
des Menschen nicht , ( vgl. Seite 4 )
Auf dem Boden dieser Vorstellungsweise ist gegen sie nichts ein -
zuwenden . Die Frage bleibt , inwiefern diese Vorstellungsweise sich selbst
als die in erster Linie und schlechthin maßgebende behaupten kann und darf.

54
[ 117]

2
Das Argument gegen den Brauch

Diese Argumentation und das hei ß t die sie tragende Vorstellungsweue


kann niemals widerlegt werden , solange man sich auf
ihren Boden begibt und in ihrer Sprache spricht; denn ihr
Eigent ü mliches ist es gerade, daß sie als ontische Argumentation
sich auf eine Besinnung gar nicht einlassen kann , die dem

^^
Wesen des >i s nachdenkt.
Ein Gespr äch mit dieser Vorstellungsweise geht nur so vonstatten,
daß sie selber dazu gebracht wird , sich als das zu erfahren,
wie sie ist, eine ganz bestimmte Auslegung des Seienden und

des Menschen als eines vorkommenden Lebewesens welche
Auslegung inzwischen die Form der uneigentlichen Vergegenstä ndigung
des Seienden als Bestand angenommen hat.
Das besinnliche Gespr ä ch stellt an diese Vorstellungsweise das
Ansinnen, sich auf ein Denken einzulassen, das nur
in einem Sprung zu erreichen ist , wodurch die genannte
Vorstellungsweise und ihre Argumentation preisgegeben wird.
Allein mit der Preisgabe der Vorstellungsweise ist die ihr
unbedacht zugrunde liegende Frage nach dem Wesen des
Seins noch keineswegs erörtert oder gar beantwortet.

55
[ 118]

J
DU » Argument gegen den Brauch

Es gen ügt nicht, da ß durch den Sprung in da » Denken der ge -


nannten Vorstellungsweise nur der Boden entzogen wird .
Die Zumutung de » Sprungs bliebe dann , von der Vorstei lungsweise
her gesehen , eine grobe l Iberrumpelung, so wie umgekehrt ,
der besinnungslose Anspruch der Vorstellungsweise , auf ihre unantastbare
Richtigkeit einer Abwehr jeder Bereitschaft zum Denken gleich -
k ä me .
Das Denken kann sich jederzeit leicht auf das Argument ein -
lassen und seine Schl üssigkeit innerhalb seiner Vorstellungs -
weise zugestehen . Nicht nur dies. Das Denken vermag sogar,
sich auf diese Vorstellungsweise zu besinnen und sie selbst
in ihrem Wesen zu bedenken; was dagegen der wissenschaftlichen Vorstellungsweise
grundsä tzlich verwehrt bleibt, es sei denn, daß sie selber
sich als ein vorhandenes physisches, biologisch bestimmbares Vor-
kommnis feststellt und diese Betrachtungsweise f ür ausreichend
hält.
Wie immer man der M öglichkeit eines Gesprächs zwischen der
Argumentation gegen den Brauch und dem Denken des Brauchs
nachgeht , sie scheint jeweils von jeder Seite ein
eigenartiges Entgegenkommen und Eingestä ndnis zu ver-
langen , deren Erörterung bereits in den Bereich des Denkens
fä llt , dem die Wissenschaft ausweicht und zwar ihrer » Natur« nach .

56
[ 119 ]

4
Da » Argument gegen den Hrauch

Gegeneinander stehen, anscheinend unversö hnlich:


die Berufung auf das ^fnsichsein des Seienden ( A )
und
das Denken aus dem /brauch ( B )

A h ält sich f ü r wahr aufgrund des Nachweises, da ß die Erde als


Seiendes schon war, ehe der Mensch war. Die Erde ist älter
als der Mensch ; darum kann der Mensch niemals die notwendige
Bedingung f ü r das Sein der Erde ausmachen.

B denkt das Sein als aus dem Ereignis. B. leugnet


die Richtigkeit der Argumentation von A keineswegs, aber B.
fragt , erlaubt sich die Fragen: 1.) was Ansichsein besage; 2.)
ob durch den Nachweis eines chronologisch älteren Seienden
etwas ü ber das »Ansichsein « und seinen Sinn ausgemacht sei und
jemals etwas erörtert werden kö nne; 3.) ob nicht viel -
mehr die Berufung auf solches Seiendes ein Seinsverst ä ndnis
voraussetze, dessen Herkunft und Wahrheit doch nicht ohne weiteres
au ßerhalb jeder Erörterung stehen kann und das keinesfalls nur deshalb
hingenommen
werden darf , weil es ein gelä ufiges und dem Gelä ufigen Vorstellen
eingä ngiges ist.

57
[ 120]

4Q
I )a* Argument gegen » len Hrauch

Kur» gesagt : Kein Partner diese» Gespr äch « darf den anderen im voraus
auf seine nur ihm eigene Denkweise festlegen . Gegen ü ber dem
Argument gegen den Brauch mu ß die ( iegcnfrage erlaubt sein ,
die das vorhin Vermerkte auf zwei Fragepunkte zusammenfa ßt:
l . l n welchem Sinn versteht man das Ansichsein der Natur?
2. Worauf beruft man sich als den Rechtsgrund f ü r die Wahrheit
der vorgebrachten Auslegung des Ansichseins?
5. Ist diese Auslegung nur eine durch das menschliche Vorstellen
gesetzte Bestimmung des Sinnes von Ansichsein oder ist dieser
Sinn dem menschlichen Vorstellen vorgegeben ?
4. Trifft dies zweite zu , woher ergibt sich diese Vorgabe?
5. Trifft das erste zu , bleibt dann die Berufung auf das
Ansichseiende nicht erst recht eine willk ürliche Annahme
aufgrund einer in ihrer Herkunft ungeklä rten subjektiven
Vorstellung von Ansichsein?

Ohne Beantwortung dieser Fragen, ohne die Bereitschaft, deren


Fragw ü rdigkeit als
unumgä ngliches Element in die Argumentation einzubeziehen, bleibt jedes
Argument gegen den Brauch trotz seiner unmittelbar einleuchtenden
••
Ü berzeugungskraft im
Scheinbaren und Halbgedachten .

5H
’l

[ 121 ]

4b
I )as Argument gegen den Hrau< h

Vermutlich beruht die Schwierigkeit und die Eigent ü mlichkeit diese« Gespr ächs
nicht darin, da ß die eine oder die andere Seite schlagende Be -
weisgr ü nde vorbringt, wodurch da * Gespr äch gleichsam nieder -
geschlagen wird. Das Entscheidende liegt darin , einen
zureichend weiten und beweglichen Bereich f ü r das Gespr äch
zu finden , innerhalb dessen vor allem anderen ge-
hört werden kann , was die Partner Vorbringen .
Dieses Hörenkönnen aufeinander schlie ß t die Bereitschaft
in sich , die vorgebrachten Fragen nicht so sehr zu beantworten ,
als sie auf ihre jeweilige Fragw ü rdigkeit und Tragweite hin
zu pr ü fen .
Fü r den Fall jedoch , daß sich die wissenschaftliche Argumentation nur
auf ihre Vorstellungsweise versteift, dann ist das Gespr ä ch zu Ende,
bevor es begonnen hat. Das Selbe geschieht aber auch , wenn
das Denken der » Philosophie« den Bedenken der Wissenschaften
nur den R ü cken kehrt und vergi ßt, daß die Wissenschaften
ü berall vom Denken der Philosophie Gebrauch machen, auch dort
wo sie diesen Gebrauch nicht wahrhaben wollen oder ihn
auf ihre Weise umdeuten.

59
[122]

;
Das Argument gegen den Brauch

Doch bevor wir vom Brauch her, der notwendig f ü r A undenkbar bleibt ,
A bel ä stigen , k ö nnte es ersprie ß lich werden , unvoreingenommen
der Argumentation und Position des Anderen zu zu h ören und versuchsweise alles
auf dem Boden seiner Vorstellungsweise zu verhandeln , das hei ß t zu
erkl ä ren ; ü berdies aber auch davon abzusehen , ob A das ver -
standen hat und verstehen kann, was B. vorbringt.
Die Erde, der Kosmos, sind ä lter als der Mensch . Sie sind schon seiend ,
ehedem der Mensch ein Seiender wurde.
Entschiedener und ü berzeugender kann man kaum auf Seiendes
verweisen , das unabh ä ngig vom Menschen ist, was es ist und wie es
ist.
Doch bedarf es, um dergleichen Seiendes vorzuweisen , der umstä ndlichen
Berufung auf Ergebnisse der modernen Naturforschung bez ü glich des verschiedenen
Alters von Erde und Mensch ? An diese Forschungen könnte sogleich die
verfä ngliche Frage gestellt werden, woher sie denn die Zeiten nehmen
f ür ihre Berechnung der Erdzeitalter. Steckt diese Art von Zeit zum Beispiel
im Eis der » Eiszeit« , deren Phasen die Geologie uns errechnet ?
Allein um ein vom Menschen unabhängiges Seiendes vorzuweisen ,
gen ügt zum Beispiel der schlichte Hinweis auf das Alpengebirge, das in den Himmel
ragt und dazu des Menschen und seiner Machenschaften in keiner Weise

bedarf . Das Alpengebirge ist ein Ansichseiendes es zeigt sich als solches
ohne die Hinblicknahme auf das verschiedene Alter der Erdformationen
und der Menschenrassen.

t )0
[ 123]

6
I )ai Argument gegen den Brauch

Wenn man »ich ohne Zögern auf dieses offenkundig Ansichseiende be -


ruft und es wie die klarste Sache von der Welt vor Augen
legt , dann mu ß man doch auch hinsichtlich dieses Ansichseienden
die Frage hinnehmen, was denn hierbei Ansichsein besage.
Ist dieses ebenso sonnenklar wie das Ansichseiende?
Kann man sich die
Inanspruchnahme des Ansichseins in der gleichen hindernislosen
Weise gestatten wie die Berufung auf das Ansichseiende,
mit dem man tagtäglich zu tun hat? Das Hinnehmen
des Anblicks des Ansichseienden Alpengebirges ist so gewohnt wie
alles Gew ö hnliche. Ist dagegen nicht das Achten auf das Ansichsein
als solches das Ungewö hnlichste des Ungewohnten ? Und steht,
was sich diesem Achten auf das Ansichsein vielleicht kundgibt
in der selben Klarheit, wie jenes, was sich der Wahrnehmung
des Alpengcbirges zeigt? Wenn dies nicht der Fall ist, wie steht
es dann mit der Berufung auf das Ansichseiende, wenn anderes
hierbei und hierf ü r nichts geringeres als das Ansichsein beansprucht
wird ?

Das Alpengebirge - sagt man ist vorhanden und zwar fordern,
da ß Menschen dar ü ber und daran handeln, sei es durch Erforschung, sei
es durch eine Besteigung, sei es durch Abtragung von Gesteins-

massen . Das Alpengebirge ist vor - handen das heiß t vor jeglicher

(il
[ 124 ]

7
Das Argument gegen den Hrauch

Behandlung durch den Menschen vorliegend . Allein kennzeichnet


diese Bestimmung des Ansichseienden als das Vorhandene das ge -
nannte Seiende nicht doch gerade durch den Bezug auf die
Behandlung durch den Menschen , freilich in der Weise, da ß dieser
Bezug zum Menschen sich als Unabh ä ngigkeit vom Menschen
darstellt?
ü ber besagt das Ansichsein noch anderes als diese Unabh ä ngigkeit?
Ist diese Unabh ä ngigkeit vom Menschen bereits und je nur eine
Folge des Ansichseins des Alpengebirges?
Was bei ß t hier An sich - sein ? esse per se?
Durch diese Bestimmung » Ansichseiend « ist das Seiende sich selber
ü berlassen , sich selber, das hei ß t ledig jeder Abh ä ngigkeit vom Menschen .
Steckt nicht auch in dieser Bestimmung »an sich seiend « ein versteckter
Bezug auf den Menschen? Dies sei nur der Besinnung anheim -
gegeben.
Falls sie sich auf den Weg macht, wird sie erfahren, daß ihr dabei
alle Kenntnisse und Probleme zum Beispiel der Geologie oder der
Geographie keinen Schritt weiterhelfen. Man
wird , wenn man endlich vorgeht, sich in der Lage finden
auf etwas zu achten, nä mlich das Ansichsein als solches, das in
keiner Geologie und Geographie als m ögliches Thema vorkommt.

62
[ 125]

X
Das Argument gegen den Brauch

Wohlgemerkt: wir bestreiten und leugnen nicht , das Alpengebirge


sei etwas Ansichseiendes. Wir bestreiten auch nicht, die Erde sei nach
geophysikalischer und naturwissenschaftlicher Feststellung ein ä lteres
Seiendes als der Mensch .
Wir verlangen lediglich , da ß man das, worauf man sich im
Namen der Wissenschaft beruft, das Ansichsein des Ansichseienden
nicht weniger ernst nimmt hinsichtlich seiner Bestimmbarkeit und
Ausweisbarkeit wie das Ansichseiende selbst.
Wie also steht es um das Ansichsein ? Wroher und wie ergibt
es sich ? Welche Instanz befindet dar ü ber, wras sich da als
Ansichsein gibt?
Und wenn nachgewiesen wird, die Erde sei älter als der
Mensch , wras ist dann in diesem Falle
ä lter beziehungsw eise j ü nger: das Ansichseiende oder das
Ansichsein? Wenn das Ansichseiende die Erde älter
ist, das heißt nach der naturwissenschaftlichen Zeitmessung weiter in
der Vergangenheit zur ü ck liegt , sogar unvorstellbar weit zur ück,
kö nnte nicht am Ende das Ansichsein noch früher
sein als das allerä lteste des ä ltesten Ansichseienden ?
Wie k äme es zum ältesten Ansichseienden, wenn es nicht

63
[ 126]

9
Das Argument gegen den Brauch


dergleichen wie Ansichsein zuvor schon gä be zuvor nicht nur innerhalb
der zur ü cklaufenden Zeitfolge des alten , ä lteren und ä ltesten
Ansichseienden , sondern » znnor« als vor dieser Zeitfolge als
solcher? Dieses »zuvor « geh ört in den Anfang der Fr ü he, die wir als
die Zeit denken lernen m üssen, die der gew ö hnlichen Zeit, in der das
Ansichseiende des Kosmos und der Erde ist, erst den Zeit - Raum ge -
währt. Dieses Gew ä hrende ist das Ereignis selbst. Die Einkehr des
Menschenwesens in das Ereignis ist die R ü ckkehr in seine
Wesensherkunft, in der die Menschen immer schon gewesen
sind , ohne sie bisher eigens bewohnt zu haben.
Es ist eine Frage von ganz eigener und uns Heutige noch
durchaus befremdender Fragw ü rdigkeit, wo und wie innerhalb
der historisch und prä historisch vorgestellten und bekannten
Menschengeschichte jene Einkehr ereignet wird.
Vermutlich bedarf es bei dieser Einkehr eines Abschieds von
der Geschichte im bisherigen Sinne, was keineswegs eine
Verleugnung ihrer Ü berlieferung bedeutet, wohl dagegen
ihre Verwandlung. Der genannte Abschied von der Ge-
schichte und das heiß t zugleich die Verwindung des abendlä ndischen
Geschicks von Sein könnte sogar dadurch wesentlich

64
[ 127]

10

^
I )iiR Argument gegen ( on Mrauch

erleichtert werden , als di « * Menschheit de« Planeten einer eigent ü mlichen


( » esohiolitslosigkoit » utroibt , die au » der I lerrschaft des Ge-Stells be -

stimmt wird , das nur noch die jeweils beiteilbaren Best ä nde
als das Seiende gelten l äß t . Zur Best ä ndigkeit dieser Bestä nde geh ört
es, da ß sie immer schneller auswecliselbar werden und im Bestand
des Bestandlosen das allein Wirksame und Wirkliche suchen.
Dali ein Weltalter seine geschichtliche Zeit zum erstenmal aus
der Beschaffung und Sicherung von Naturenergien her bestimmt und
sich als das Atonucitalter vorstellt, d ü rfte eines Nachdenkens
w ü rdig sein . Am Ende bedarf es nur weniger Schritte, um innerhalb
dos Weltbereiches dieses Zeitalters auch das Ansiehseiende, was zun ächst
noch als Kr de und Kosmos erscheint, auf blo ße Energieverlä ufe
xur ückgef ü hrt wird , in die sich alle Materie auflöst, welche Energie-
verl ä ufe selbst ihr Anwesen in der Weise bekunden, da ß sie rein
mathomatiaoh - logistisch vorstellbar und das hei ß t bestellbar werden.
Und wiederum ist es nur ein Schritt, um den Bezirk der Lebe-
wesen und diese selber als solche Energiebestä nde vorzustellen
und die Unabh ä ngigkeit des Ansichseienden so weit zu treiben, daß
sogar der Mensch , ein Lebewesen, in den Energiebeständen
.
verschwindet Ü brig bleiben nur noch die Menschen, die
ihre letzte Behausung in dieser Vorstellungsweise suchen,
die aber ihre Konsequenz nicht wird einschrä nken lassen ,
sondern fordern wird , da ß der letzte Mensch des Atomzeitalters

65
[ 128 ]

11
I )as Argument gegen den Brauch

einzig dadurch der gem äße Zeitgenosse dieser Zeit wird , da ß


er sichselbst durch die zureichende Energiemasehmerie und durch
den letzten Handgriff , der die unbeschrä nkte bestellbarkeit der
Energie auslöst, zum Verschwinden bringt .
Irgendwo bei den unsterblichen Göttern wird dann ein
Hohngelächter ü ber jene erschallen , die meinen , durch ihre
unentwegte wissenschaftliche Berufung auf das Ansichseiende eine Stauwehr
gegen den Nihilismus errichtet zu haben , der nach der
Meinung der Wissenschaften durch das Denken betrieben wird , das
sich anschickt , nach dem Sinn und der Wesensherkunft des
Seins zu fragen .
Das zuletzt Gesagte könnte indes den Verdacht bestärken , als
versuche das Denken, dergleichen wie ein Ansichseiendes zu
leugnen . Das ist keineswegs der Fall . Vom gewöhnlichen
vorwissenschaftlichen, aber auch vom wissenschaftlichen Vorstellen
wird mit vollem Recht die solchem Vorstellen vertraute
Unabh ängigkeit des Ansichseienden ins Feld gef ührt .
Man nimmt hierbei die Unabhängigkeit des Ansichseienden, der
Natur, vom seienden Menschen. Unabhängigkeit besagt
hier Ansichsein und umgekehrt . Das Ansichsein waltet
jedoch als An wesen , das heißt als Her - und Herein - Währen

66
[ 129 ]

12
I )ns Argument gegen den Brauch

in eine Lichtung, deren Offenheit jedoch vom Menschenwesen abh ä ngig


-
ist , insofern der Mensch als ekstatisches Dasein diese Lichtung ver
wahrt.
Die Abh ä ngigkeit des Anwesens vom Menschenwesen ist ganz anderer
Herkunft und Art als diejenige Abh ä ngigkeit , die im Fall der Berufung
auf die Unabhä ngigkeit des Ansichseienden vom seienden Menschen
in Anspruch genommen wird . Jenes Abh ä ngen , das die Unabh ä ngigkeit
des Ansichseienden als ein Nichtabh ä ngen meint, ist das Verursachtsein
von Seiendem durch Seiendes. Das Ansichseiende, die Natur, die Erde, ist
kausal nicht bedingt dadurch , da ß Seiendes von der Art des Menschen vor -
kommt oder nicht. Die Unabh ä ngigkeit der Natur im Sinne des kausalen
Abh ä ngens vom Menschen bestreitet niemand. Aber die Frage stellt sich ,
ob dieses Nichtabhängen schon das Ansichsein des Ansichseienden
ausmacht, ob das Ansichsein nicht vielmehr abh ä ngt vom Menschen -
wesen ob nicht diese Abh ä ngigkeit die Voraussetzung und Bedingung f ür
jene kausale Unabh ängigkeit bleibt, in der zum Beispiel die Erde
als Seiendes sein kann ohne den Menschen .
Das Ansichsein ist vom Menschenwesen abh ängig, insofern Sein
stets schon Lichtung von Anwesen in sich birgt , welche Lichtung
das Menschenwesen verwahrt, dies jedoch in der Weise, da ß dieses
Mensch wesen selbst zum Wesen des geh ört, aus dem
jenes Ansichsein herkommt .

67
[ 130]

13
Das Argument gegen den Brauch

Anwesen ist in sich zeithaft gem äß einem noch unaufgehellten


.
Wesen von Z eit. An wesen ist An kommen in der Unverborgen -
heit, darum Wesen vermutlich das Seihe ist wie die jetzt ge-
meinte 7,eit. Zeit und Unverborgenheit walten im Wesen des
Seins als solchen . Ankunft aus einem Zu - kommen und
Unverborgen heit brauchen in sich eine Offenheit; das zur
Wahrnis der Offenheit gebrauchte Wesen ist der Mensch . Er
ist eigentlich Mensch als dieser Gebrauchte.
Der Hinweis auf den Brauch vermenschlicht das Sein nicht, sondern
verweist vielmehr den Menschen erst in sein Wesen und dieses
Wesen in die Zugehörigkeit zum
Der Brauch ist keine Herabsetzung des Seins in die von einem vereinzel -
ten Seienden, genannt Mensch , bewirkte Abh ä ngigkeit. Der Brauch
ist vielmehr die Erfahrung des insofern das so erst in
seiner Wesensf ü lle zum Leuchten kommt. Demgemäß wandelt sich
mit der gebrauchten Zugeh ö rigkeit des Menschenwesens in das dileses
selbst in das den Brauch vereignende und ihn sich vereignende Ereignis.
Der Brauch ist im Sinne des Brauchens der Bezug, aber nicht mehr
ein solcher, worin Sein das Menschenwesen in Anspruch nimmt, sondern
jener der das Wesende des Seins als Ereignis selber ausmacht.
[ 131 ]

14
I )as Argument gegen den Brauch

Der Brauch ist keine Relativierung des Seins auf ein vereinzeltes Seiendes
von der besonderen Art des Menschen . Der Brauch ist das selbst als
der heißend anrufende Be zug der VVahrnis der Lichtung von Sein ,
das hei ß t von Seiendem als solchem inmitten von Seiendem , das in der Weise
des von sich her Anwesenden erscheint.
Die Erde l äß t sich vernehmen als ein durch lange schon vergangene Zeitr ä ume
hindurch Seiendes, das als Ansichseiendes keineswegs ein Seiendes von der
Art des Lebewesens » Mensch « ben ötigt .
Dieses Argumentfiir die Unn ötigkeit des Menschen hinsichtlich des Ansichseienden
ist richtig. Indem es sich streng nach dem in den Wissenschaften vor-
gestellten Gegenst ä ndigen richtet , kann es daraus jederzeit ü berzeugende Be -
weisgr ü nde f ü r seine Aussagen entnehmen und sich selber f ü r gegenst ä ndig,
objektiv gesichert halten und behaupten .
Aber ist das Gegenst ä ndige des Seienden schon das Ansichseiende?
Das Gegenst ä ndige bleibt stets nur derjenige Erfahrungsbezirk
des Ansichseienden , durch den sich dieses dem wissenschaftlichen Vorstellen
z /zkehrt. Die Lehre von der Gegenstä ndigkeit der Gegenstä nde der Natur, zum Beispiel
die I ^ehre Kants von der Objektivitä t der Objekte könnte hier zu be -
denken geben , da ß diese Objektivit ä t in den kategorialen Vor -
stellungsweisen der transzendental bestimmten Subjektivitä t des Subjekts
gr ü ndet. Fassen wir dieses Subjekt als das vorstellende Selbstbewu ß tsein des

6?)
[ 152 ]

15
Das Argument gegen den Brauch

Menschen , dann w ä re durch die Berufung auf Kant die Subjektivitä t


alles Objektiven erwiesen und damit die Abh ä ngigkeit der Bestimmung
der Objekte und die aus dieser geschöpften Argumente vom Menschen
klar gestellt. Doch die Berufung auf Kant ist zu voreilig;
deshalb n ä mlich , weil Kant das wissenschaftliche Vorstellen zwar als
empirischen Bealismus erf ä hrt, diesen jedoch im Sinne seines
transzendentalen Idealismus auslegt. Kurz gesagt: Kant setzt
im vorhinein Sein an im Sinne von Objektivit ä t. Diese aber ent -

h ä lt die Zugekehrtheit des Seienden zur Subjektivitä t. Objektivit ä t


ist nicht gleichbedeutend mit Ansichsein des Ansichseienden .
Doch meint nicht alle Wissenschaft durch die Objektivit ä t ihrer Objekte
hindurch und mit dieser das Ansichsein des Ansichseienden zu treffen?
Gewi ß. Doch mit welchem Recht beruft sich das wissenschaftliche Vor-
stellen auf das durch ihre Forschung festgestellte Ansichsein
des Seienden ? Das Ansichsein ist selbst offenkundig kein Objekt
unter anderen; es l äß t sich auch nicht einmal mit der Objektivitä t
der Objekte gleichsetzen .
Das Argument der Wissenschaften gegen die Abh ä ngigkeit des vor- hergemeinten
Ansichseienden
vom Menschen bleibt richtig und zwar innerhalb des Bezirks des
wissenschaftlich objektiven Vorstellens. Aber dieser Bezirk hat als
solcher keine Befugnis zur Entscheidung ü ber das Wesen und die Her
kunft des Ansichseins. Wissenschaftlich objektiv kann die
Wissenschaft nicht einmal nach dem Ansichsein als solchem fragen.

70
[ 135]

16
Das Argument gegen den Brauch

Das Richtige, was die Wissenschaften ü ber das objektiv Ansichseiende au»-
sagen , enth ä lt noch keine Wahrheit ( das hei ß t Entbergung ) ü ber
das Ansichsein . Wie immer die Wahrheit ü ber das Ansichsein lauten
mag, sie tastet die Richtigkeit ü ber das Ansichseiende nicht an ,
setzt ihr jedoch eine f ü r die Wissenschaften selber uniiber -
schreitbare Grenze im Hinblick auf den Wahrheitsanspruch der
Wissenschaften . Alle Richtigkeit des Vorstellens von Seiendem ruht in
einer Wahrheit ü ber das Sein . So gesehen , ist die auf sich beschrä nkte
Richtigkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis ohne Wahrheit . Sie ist wahr- los
in dem Sinne, da ß die wissenschaftliche Forschung das Sein als Sein nicht
zu wahren vermag, wenngleich sie eine Wahrheit ü ber das Sein
ü berall und st ä ndig unausgesprochen in Anspruch nimmt. Je unaus-
gesprochener dies geschieht, je ausschlie ßlicher sich das wissenschaftliche
Vorstellen auf das objektiv Ansichseiende st ü rzt und in den
Ergebnissen solchen Vorstellens die alles regelnde Wahrheit sucht ,
um so wahrloser werden die Wissenschaften. Es geht mit ihnen
das vor sich , was wir im rechtgedachten Sinn die Verwahrlosung
der Wissenschaften nennen kö nnen .
In dem Maße als sie sich steigert , werden die Entdeckungen der Wissenschaften
umgreifender und eingreifender, dies am Ende und anscheinend so
unbedingt, daß das von ihr entdeckte Ansichseiende, die Atomenergie, den
geschichtlichen Sinn des Zeitalters zu bestimmen und zu prä gen vermag.

71
[ IMJ

17
Das Argument gegen den Brauch

Die steigende Verwahrlosung des wissenschaftlichen und alltä glichen Vorstellens


bringt es mit sich , da ß die Bereitschaft f ü r eine Besinnung auf
das Ansichsein als solches immer mehr schwindet. Weil die Entdeckungen
ü ber das objektiv Seiende auf allen Gebieten der Forschung sich ü berst ü rzen , findet
man , ausger üstet mit den nutzbringenden Ergebnissen der Wissenschaften , es
völlig nutzlos einer Frage auch nur f ü r einen Augenblick ernsthaft
zuzuh ören , die lauten k ö nnte: Was sagen wir, wenn wir Ansichsein ,
wenn wir Sein sagen ? Von woher spricht solches Sagen , gesetzt , da ß
Ansichsein und Sein sich niemals innerhalb der Objekte und des
Ansichseienden antreffen lassen?
Wo bewegt sich unser Meinen, Wissen und Verstehen , wenn wir erfahren , da ß
das ü berall und stets gesagte »Sein « nichts anderes besagt als »Anwesen «.
Wo und wie gibt es dergleichen wie »Anwesen «? Können wir mit Sinn
und Verstand je etwas ü ber das Ansichsein Vorbringen und uns darauf
berufen, solange wir nicht bedacht haben , was »Anwesen « sagt?
Doch , so kö nnten die Wissenschaften entgegnen, das von uns nachgewiesene
Ansiehseiende ist, ohne da ß wir uns auf eine Erlä uterung und Erörterung
dessen einlassen , was »Sein «, » Anwesen « sagt .
Gewi ß, das richtig festgestellte Ansiehseiende wird dadurch weder gest ü tzt
noch ersch ü ttert , da ß wir eine Erörterung dessen pflegen, was
Sein und Anwesen besagt .

72
[ 135]

18
l )n » Argument gegen den Brauch

aber, wir verzichten auf eine solche Erö rterung, gesetzt , wir machen
( Jesetzt

mit diesem Verzicht durchaus ernst , dann m ü ssen wir uns auch versagen,
dergleichen wie Sein , Ansichsein , zu sagen und zu meinen. Wenn wir uns auf
diesen Verzicht einlassen , wie stellt es dann mit der Berufung auf das
Ansichseiende? Dieses Wort wird dann mit einem Schlag zu einem
leeren Wortschall. Das, worauf wir uns berufen m öchten , das
Ansichseiende ist unnennbar geworden . Mag es dahin kommen,
so k önnte die Wissenschaft entgegnen , mit der erwiesenen Unnennbarkeit des
Ansichseienden ist doch keineswegs bewiesen, da ß das Ansichseiende nicht
doch ist, was und wie es ist . Darin beruht ja sein Ansichsein , da ß es sogar
unabh ä ngig bleibt davon , ob wir dergleichen w ie » Ansichsein « sagen und meinen
können .
Allein ist dies soeben Vorgebrachte: Ansichsein beruhe in der Unabh ängigkeit
von unserem Sageverm ögen , nicht auch ein Sagen und sogar ein solches,
das sich schon angema ß t hat ü ber das Ansichsein etwas auszumachen,
ohne da ß im Geringsten gepr üft wird, aufgrund wrovon und mit
welcher Verbindlichkeit wir solches ü ber das Ansichsein sagen ?
Doch selbst diese Mä ngel werden das wissenschaftliche Vorstellen nicht davon
abbringen,
daß es ein Ansichseiendes wissenschaftlich nachgewiesen hat. Die Wissenschaft
pocht auf die Richtigkeit ihrer Feststellungen. Die Wissenschaft wird davon nicht
mehr angefochten, da ß in diesen Feststellungen und in deren Richtigkeit stets
« hon das Ansichsein des Ansichseienden gesagt wird und gesagt sein muß.

73
[ 1 >]
*
19
I )as Argument gegen den Brauch

Die Verwahrlosung dessen , worauf die Wissenschaften ü berall im Grunde gr ü nden ,


die Verwahrlosung des unausgesprochen gesagten Seins, Ficht die Wissenschaften
nicht nur nicht an , sie fä llt ü berhaupt nicht ins Gewicht im Vergleich
zu dem ununterbrochenen Fortgang der Best ä tigungen ihrer Forschungsergebnisse.
Die ü berall durch ihre Erfolge in steigendem Ma ße bekrä ftigte Selbstsicherheit
der Wissenschaften hinsichtlich ihrer Aussagen ü ber das Ansichseiende, wird sich
noch weniger durch die folgende Besinnung beirren lassen.
F ü r die Wissenschaften scheint es ein Ansichseiendes zu geben ohne ein
Ansichsein . Streichen wir das Sein durch , dann bleibt f ü r die Wissenschaften
immer noch das Ansichseiende. Die Frage darf erneut gefragt werden ,
was besagt dann noch »ansichseiend « ? Die Wissenschaft antwortet: was dies besagt,
k ü mmert uns nicht; uns gen ügt das »Ansichseiende«, daß es an sich ist.
Wenn wir den Wissenschaften diese Genü gsamkeit einmal zubilligen als
eine f ü r ihren Bedarf m ögliche und n ötige, dann gelangen wir dahin ,

zu sagen: das Ansichseiende ist ohne auf Ansichsein angewiesen zu bleiben.
Das Ansichseiende ist dann, wenn alles Sein au ßeracht bleibt, im Sinne der
Wissenschaften
keineswegs das Nicht -Seiende; aber die Wissenschaft wird um das Zugestä ndnis
nicht herumkommen , da ß das Ansichseiende sein /os ist. Die Beweislast
des Nachweises, was dieses besagt, Fiele der Wissenschaft zu.
Was wird sie auf diese Zumutung antworten ?

74
Editoriache Hinweise

Der vorliegende Text » Da » Argument gegen den Brauch ( f ü r da » Ansich -


sein de» Seienden )« stammt au »
einer umfangreichen Handschrift Martin
Heidegger » mit dem Titel » Vermächtnis der Seinsfrage« . Diese Hand
gchrift wurde in der ersten H ä lfte der siebziger Jahre ( vermutlich zwi -
schen 1975 und 1975) verfasst und stellt die Vorarbeiten Heideggers zu
einer gro ß angelegten Einleitung in die Gesamtausgabe dar. Zur Fertig-
stellung dieser Einleitung kam es jedoch aus gesundheitlichen Gr ü nden
nicht mehr.

Der hier erstmals veröffentlichte Text wurde von Dietmar Koch und Mi -
chael Huppert ausgewä hlt, transkribiert und mit Anmerkungen versehen .
Er entstammt dem gleichnamigen Manuskript » Das Argument gegen den
Brauch ( f ü r das Ansichsein des Seienden ). ( Entwurf )« ( Blatt 84), das im
Heidegger- Nachlass in einem Schuber unter dem Titel » Brauch « aufbe
wahrt wird ( Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N., Sign.: A: Heidegger
1, Inv. - Nr.: 2006.21. 1 ). Die in der Transkription rechts oben in eckige
Klammern gesetzten Zahlen verweisen auf die Blattnummer innerhalb
dieses Schubers.

Die » Vollstä ndige Ausarbeitung > Das Argument gegen den Brauch < « wie
der Text auf Blatt 82 des Manuskripts von ( mutma ßlich ) spä terer Hand

bezeichnet wird - umfasst insgesamt 21 Blä tter im Format DIN A 5 ( Blatt
116 -136). Die einseitig beschriebenen Bögen sind in der oberen rechten
Ecke durchnummeriert ( 1-19 sowie zusä tzlich 4 a und 4 b). Sie bilden eine
abgeschlossene Einheit, die ergä nzt wird durch hier unverö ffentlichte No-
tizen ( Blatt 85-102 ), sowie Vorbemerkungen und zwei maschinenge-
schriebene Bl ä tter, darunter ein Brief des Geologen Rudolf Tr ü mpy an
den Psychoanalytiker Medard Boss vom 26. Mä rz 1955 ( Blatt 103-115).
Das Datum des Briefes und Heideggers noch klare Handschrift deuten
darauf hin , dass dieser Teil aus einer fr ü heren Zeit stammt als der Rest
de» Schubers. Heidegger wird dieses Manuskript noch vor einem seine

— —
Schrift deutlich verä ndernden Schlaganfall im April 1970 ausgearbeitet
haben . M öglicherweise hat er das Manuskript im zeitlichen lImfeld der

75
Seminare« geschrieben , die er zusammen mit Medard Bo»
» Zollikoner

zwischen 1959 und 1969 abhielt.

Die Druckfassung gibt den handschriftlichen Text unver ä ndert wieder. In


der Handschrift unterstrichene Worte sind kursiv gedruckt. Abk ü rzungen
w urden aufgel öst . Versehen in der Zeichensetzung sowie Verschreibungen
wurden stillschweigend verbessert.

Dem Nachlassverwalter des Heidegger - Nachlasses, Herrn Dr. Hermann


Heidegger, dankt die Gesellschaft f ü r die Genehmigung zur Veröffentli
chung des Textes in ihrer Jahresgabe. Ebenso dankt die Gesellschaft den
Erben des Nachlasses Rudolf Tr ü mpys, Herrn Dr. Daniel Tr ü mpy und
Frau Barbara Schucan -Tr ü mpy, f ür ihr Einverstä ndnis zur Veröffent-
lichung des Briefes Tr ü mpys an Heidegger vom 26. M ä rz 1955 in ihrer
Jahresgabe. Frau Monica Bussmann von der Bibliothek der Eidgen össisch
technischen Hochschule Zürich ist f ür ihre Mithilfe bei der Ermittlung
des Briefautors zu danken. Ferner dankt die Gesellschaft dem Deutschen
Literaturarchiv Marbach a. N., das die Originale f ü r die Herstellung der
Faksimiles zur Verf ü gung gestellt hat.

76
Anmerkungen

[ 103]
Medard Hass: Mrdard Hon* ( 1003 1000) begleitete nach seiner im Jahre
1047 erfolgten I lahi 1 itntinn seit 1044 eine Professur f ü r Psychotherapie an
der Medizinischen FakultMt der I ) niv*» r » itttt Zü rich mit l >ehrauftrng ( V l .
Medard Hoss - Archiv von Marianne Hon« und Christian M ü ller, Artikel ^
» Ross, Medard « , in: Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz ( Hrsg ),

Historisches Lexikon der Schweiz , Bd . 2, Basel : Schwabe 2003, S. 604 ).


Elie Gagnebm, Histoirr de la Terre et des Eines vtvants ( 1946 ). Deutsch hei
Büchergilde Gutenberg, 1950 ( Die Geschichte der Erde ): Vgl . Lhe Gagne-
bin , Histoire de la terre et des Stres vtvants , Collection gai »avoir Bd. 10,
Lausanne: Guilde du Livre 1046. Hie deutsche Ü bersetzung dieses Buches
stammt von Rudolf Trü mpy. Vgl . Elie Gagnebin , Die Geschichte der Erde ,
.
Reihe Forschung und I eben , ins Deutsche ü bertragen von Rudolf Tr ü mpy,
Z ü rich : Büchergilde Gutenberg 1031 .
Bernhard Peyer, Geschichte der Tierwelt , Zürich 1950 (oder 51): Vgl. Bern -
hard Peyer, Geschichte der Tierwelt , Stuttgart: Europa - Verlag 1040 und
ders., Geschichte der Tieru>elt, Reihe Forschung und Leben , Z ü rich : B ü -
chergilde Gutenberg 1050.
Otto H. Schindewolf, Der Zeitfaktor in Geologie und Palaeontologie ,
Stuttgart 1950: Vgl. Otto II. Schindewolf , Der Zeitfaktor in Geologie und
Paläontologie. Akademische Antrittsvorlesung am 8. Juli 1948 im Auditorium
Maximum der Universität Tübingen , Stuttgart: Schweizerbart 1050.
Arthur Holmes, The Age of the Earlh, London 19 )7: Vgl . Arthur Holmes,
The age of the earth , London / New York: Harper & Brothers 1013 und
ders., The age of the earth An introduction to geological ideas, London :
Benn 1027.
Roland Brinkmann , Abriss der Geologie , 2. Band, 7. Auflage, Stuttgart 1954:
Vgl. Roland Brinkmann , Abriß der Geologie. Zureiter Band: Historische
Geologie, Erd - und Lebensgeschichte , hegr. von Emanuel Kayser, neubearb.
von Karl Krü mmelbein, durchges. von Friedrich Strauch, Stuttgart: Enke
, 41901.
CarlO. Dunbar, Historical Geology, New York 1952: Vgl , Carl ( X Dunbar,
Hisüiriealgeology , New York: Wiley I 960.
'

77

Rudolf lY ümpy: Rudolf IVü mpy ( 1921 2009) war »eit 1950 Privatdozent,
sMMt 1955 auDerordentllcher und »eit 1964 ordentlicher Professor f ü r Geo-
logie am CM*ologliehen Institut der Eidgen össisch technischen Hochschule
Zürich . Au ßerdem hatte er seit 1956 eine au ßerordentliche und seit 1969
eine ordentliehe Professur ad personam f ü r historische Geologie, Sedi

mentologie und Stratigraphie an der Universitä t Z ü rich inne ( Vgl . Ralph


-
Eichler und Andreas Fischer, Todesanzeige » Rudolf Tr ü mpy «, ETH Z ü -
rich und Universitä t Zü rich, 5. Februar 2009 und Peter M ü lleT- Griesha -
ber, Artikel »Trü mpy, Rudolf « , in: Stiftung Historisches Lexikon der
Schweiz ( Hrsg.), Historisches Lexikon der Schweiz , Bd. 12, Basel; Schwabe
[ erscheint im Oktober 2013]) .
[ 104 ]
Der Autor dieses maschinengeschriebenen Blattes konnte nicht ermittelt
werden . Das gegen ü ber dem Brief Rudolf Tr ü mpys verä nderte Papierfor -
mat und die abweichende Papiersorte, deuten darauf hin , dass entweder
Martin Heidegger selbst diese Thesen verfasst hat oder Medard Boss der
Autor ist und das Blatt zusammen mit dem Brief Tr ü mpys an Heidegger
weitergegeben hat. Ein Indiz daf ür kö nnten auch die von Heidegger hand -
schriftlich vorgenommenen Randbemerkungen und gelben Unterstrei -
chungen sein.

[ 112]
/. Artikel des Nicänums: In der deutschen Ü bersetzung des Bekenntnisses
von Nikaia hei ß t es: » Wir glauben an [den ] einen Gott, den Vater, den
Allmächtigen, den Sch ö pfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, und an
j den ] einen I lerrn Jesus Christus, den Sohn Gottes [ . . . ] Die aber sagen: > Es
gab einmal eine Zeit, als er nicht war < , und > Bevor er gezeugt wurde, war
er nichts und > Er ist aus nichts gewordem , oder die sagen , der Sohn Gottes
»ei aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit, oder er sei geschaffen
oder [ -1 ] wandelbar oder verä nderlich , diese belegt die katholische Kirche
.
mit dem Anathema « ( Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubens~
hekennttune und kirchlichen Lehrentscheidungen, hrsg. von Peter H ü ner
mann, Freiburg i . Br. / Basel / Wien 4'2010, S. 57 f. ( Nr. 125 f.)).

78
[115]
Vorläufiges U 61.: Die Aufzeichnungen Vorläufiges I - IV sind zur Veröf - %
I

fentlichung f ü r Gesamtausgabe Bd . 102 vorgesehen .

79
Die Jahresgabe 2015/ 2014 wurde f ü r die Mitglieder
der Martin - lleidegger - ( » esellschaft


in einer einmaligen, nummerierten Auflage von 1000 Exemplaren
mit den Nummern l - C und 1 900 gedruckt.

Dieses Exemplar trttgt die Nummer

© Dr. Hermann Heidegger


Printed in Germany
Satz und Druck: Offizin Scheufeie Druck und Medien, Stuttgart