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Das Passiv

“werden” + Partizip II des Vollverbs = Passiv


Das Vorgangspassiv
Tempusform
Das Aktiv Das Passiv
Der Schüler schreibt einen Aufsatz. Präsens
Der Aufsatz wird (vom Schüler) geschrieben.

Der Schüler schrieb einen Aufsatz. Präteritum


Der Aufsatz wurde (vom Schüler) geschrieben.

Der Schüler hat einen Aufsatz geschrieben Perfekt Der Aufsatz ist (vom Schüler) geschrieben worden.

Der Schüler hatte einen Aufsatz geschrieben. Plusquam- Der Aufsatz war (vom Schüler) geschrieben worden
perfekt
Der Schüler wird einen Aufsatz schreiben. Futur I Der Aufsatz wird (vom Schüler) geschrieben werden.

Bei der Verwandlung von Aktiv ins Passiv wird das Akkusativobjekt vom
Aktivsatz zum Subjekt im Passivsatz.
Üblicherweise interessiert man sich nur wenig oder kaum für das wirkliche
Subjekt der Handlung. Doch, wenn das der Fall ist, kommt dieses wirkliche
Subjekt im Passivsatz als Präpositionalergänzung vor.
Ist das wirkliche Subjekt ein konkretes Nomen, so gebraucht man dieses im
Passivsatz mit der Präposition “von”.
Ist das wirkliche Subjekt ein abstaraktes Nomen, so gebraucht man dieses im
Passivsatz mit der Präposition “durch”.
Generell gilt:
“von” + Konkreta (Personen; Institutionen; Gegenstände)
“durch” + Abstarkta (Mittel, Instrument - mit Hilfe von; mittels)
Z.B.:
Der Journalist gab den Namen des Verbrechers bekannt.
Der Name des Verbrechers wurde vom Journalisten bekanntgegeben.
(der Journalist – konkretes Nomen - Person)

Die Presse gab den Namen des Verbrechers bekannt.


Der Name des Verbrechers wurde durch die Presse bekanntgegeben.
(die Presse – abstarktes Nomen)
Das subjektlose Passiv
In vielen Sätzen im Aktiv gibt es kein direktes Akkusativobjekt.
Das heißt aber nicht, dass die Passivbildung dort unmöglich ist.
Wenn im Aktivsatz kein Akkusativobjekt existiert, so gibt es nichts, was im
Passivsatz zum Subjekt wird, also geht es dann um das s.g. subjektlose Passiv
(Im Passivsatz gibt es kein Subjekt!)
Achtung: Die direkten Dativergänzungen unterliegen keiner Veränderung!
Die Präpositionalergänzungen unterliegen auch keiner Veränderung!
Alle subjektlosen Passivsätze können mit dem unpersönlichen “es” beginnen.
a) Hier ist das “es” kein Subjekt, sondern nur ein Platzhalter, damit das finite
Verb seine zweite Stelle behalten kann.
b) Wenn der subjektlose Passivsatz mit einer anderen Ergänzung beginnt,
braucht man das unpersöliche “es” nicht mehr und deshalb gebraucht man
es auch nicht.

Aktiv Passiv

Der Professor antwortet auf alle Fragen der a) Es wird auf alle Fragen der
Studenten. Studenten geantwortet.
b) Auf alle Fragen der Studenten wird
geantwortet.

a) Es wird dem Vater bei der Reparatur


Der Sohn hilft seinem Vater bei der des Autos geholfen.
Reparatur des Autos.
b) Dem Vater wird bei der Reparatur
des Autos geholfen.
c) Bei der Reparatur des Autos wird
dem Vater geholfen.

Man tanzt viel in der Disco. a) Es wird viel in der Disco getanzt.
b) In der Disco wird viel getanzt.

Das finite Verb im subjektlosen Passivsatz steht immer in der 3.Person Sg.!
Das Passiv mit Modalverb

Die Modalverben selbst bilden kein Passiv, aber sie können ein Teil
von einem Satz sein, wo es Passiv gibt.

Dann wird das Modalverb konjugiert, und das Verb “werden” aus dem Passiv
steht immer im Infinitiv!

Tempus Aktiv Passiv

Präsens Der Junge kann den Aufsatz sehr Der Aufsatz kann sehr schnell
schnell schreiben. geschrieben werden

Präteritum Der Junge konnte den Aufsatz sehr Der Aufsatz konnte sehr schnell
schnell schreiben. geschrieben werden.

Perfekt Der Junge hat den Aufsatz sehr Der Aufsatz hat sehr schnell
schnell schreiben können. geschrieben werden können.

Plusquam- Der Junge hatte den Aufsatz sehr Der Aufsatz hatte sehr schnell
perfekt schnell schreiben können geschrieben werden können.

Futur I Der Junge wird den Aufsatz sehr Der Aufsatz wird sehr schnell
schnell schreiben können. geschrieben werden können.

Die passivunfähigen Verben


Nicht alle Verben können Passiv bilden. Diese, die kein Passiv bilden können,
nennt man “passivunfähige” Verben.
Zu den passivunfähigen Verben gehören:
1. Die reflexiven Verben (mit kleinen Ausnahmen). Sie bilden kein Passiv!
2. Die Modalverben. Sie bilden auch kein Passiv.
3. Die Hilfsverben “haben”, “sein” und “werden”;
4. Die unpersönlichen Verben (es gibt; es regnet; es schneit, es donnert…)
5. Die Verben mit einem vermeintlichen Subjekt wie “schmecken” und
“gefallen”;
6. Die Verben, deren Subjekt semantisch dem Objekt gleichgestellt ist,
wie: ähneln, gleichen, passen;
7. Die Verben wissen, erfahren, kennen lernen; kennen;
8. Die Verben des Eigentums: haben, besitzen, gehören, bekommen,
erhalten, kriegen;
9. Die festen Nomen-Verb-Verbindungen und die Redewendungen;
10. Die Sprichwörter und die geflügelten Worte;
11. Die intransitiven Verben, die eine Zustandsveränderung und eine
Richtung der Handlung ausdrücken (außer wenn man einen (strengen)
Befehl ausspricht).
Jetzt wird aber eingeschlafen!
Jetzt wird aber schneller gegangen!

Alternativen zum Ausdruck von passivischen Beziehungen


bei (Modalverb + Passiv)
Konkurrenzkonstruktionen von Passiv:

1. Können(dürfen) / müssen(sollen) + Passiv sein + zu + Infinitiv


Der Aufsatz kann/muss schnell geschrieben werden -
Der Aufsatz ist schnell zu schreiben

2. Können(dürfen) / müssen(sollen) + Passiv Gerundivum


Der Aufsatz kann/muss schnell geschrieben werden. -
Der schnell zu schreibende Aufsatz…

zu + Partizip I = Gerundivum = zu + Infinitiv + „d”

3. können(dürfen) + Passiv sich lassen + Infinitiv


Der Aufsatz kann sehr schnell geschrieben werden. -
Der Aufsatz lässt sich sehr schnell schreiben.

4. müssen(sollen) + Passiv haben + zu + Infinitiv


Der Aufsatz muss sehr schnell geschrieben werden. -
Man hat den Aufsatz sehr schnell zu schreiben. Aktiv!!!
5. Können(dürfen) + Passiv

Adjektiv mit einem Auslauf auf “-lich” / “-bar” / “-sam“ / „-abel”


Die große Freude kann nicht beschrieben werden. -
Die große Freude ist unbeschreiblich.
reparieren – reparabel; transportieren – tranzportabel
Der Schaden kann nicht repariert werden.
Der Schaden ist irreparabel.
Deine Handschrift kann nicht leicht gelesen werden. -
Deine Handschrift ist ganz unleserlich.
Die Erklärungen des Mathelehrers können leicht verstanden werden. –
Die Erklärungen des Mathelehrers sind leicht verständlich.
Mein Bruder kann immer sehr viel abeiten und ermüdet nicht. –
Mein Bruder ist sehr arbeitsam und unermüdlich.
Das neue Auto der Familie Bayer ist sehr schön, aber es kann von uns
nicht bezahlt werden. – Das Auto ist für uns unbezahlbar.