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JP AUSTRALIA WAVE 84

AHD Maui Force 8’6’’


Sehr gute Wave-Eignung und komfortable
Fahreigenschaften – diese vielseitige Kombi-
nation ist AHD-Shaper Bill Foot mit dem
neuen Maui Force einmal mehr gelungen. Der
auffällige Shape – sehr breite Outline und ex-
trem dünne Rails – dreht sowohl auf großer
wie auf kleiner Welle sehr schön und ist in
beinahe jeder Situation sehr einfach zu fah-
ren. Trotz satter Wasserlage (gut für die Kon-
trollierbarkeit) lässt er sich leichtfüßig an-
kanten. Besonders wichtig für kleinere Wel-
len: Auch über den hinteren Fuß lässt sich
das Brett mit dem außergewöhnlich dün-
nen Heck sehr gut steuern. Wahrscheinlich
wegen der mageren Rails liegt der AHD
beim Rausdümpeln etwas kippelig im Wasser,
einem geübten Waveboardfahrer sollte das
aber keine Probleme bereiten. Nach etwas
zögerlichem Angleiten flutscht der AHD
dann aber flott übers Weißwasser. Der
Maui Force lässt sich ebenfalls sehr gut als
Starkwindhobel für Flachwasser nutzen:
Weich und gedämpft, vermittelt er puren
Fahrkomfort, geht ohne zu zicken durch die
Halse, für Kabbelwasser eine Empfehlung.
Wenig gelungen: Die dünn gepolsterten
Schlaufen geben wenig seitlichen Halt, unser
Testbrett war nach kurzer Zeit recht rutschig.
Fazit: Ausgewogen in der Welle, komfortabel
im Flachwasser – ein Starkwindbrett für
unterschiedlichste Bedingungen.

Bic Tribal 8’3’’


899 Euro – das ist mal ein Wort. Bic-Tech-
nologie – Made in France – macht’s möglich.
Im Gegensatz zur fernöstlichen Cobra-Ferti-

Waveboards 85 gung, bei der Hightech vor allem hochwerti-


ge Materialien bedeutet, sind im Hause Bic
die Produktionsmethoden hochtechnisiert,
um trotz ASA-Technologie geringe Brettge-
Charakteristik: Volumen: 83 bis 91 Liter, Geeignete Segelgrößen: 4,2 bis 5,8 qm, wichte und die nötige Stabilität zu realisieren.
Revier: Welle (sideshore, onshore), Flachwasser bei Starkwind, Fahrer: Großes Aus der Form geschlüpft ist ein Brett, das
Waveboard für gute Surfer, Einsteiger-Wavebrett für leichte Fahrer sich in kleinen und mittleren Wellen keinesfalls
unter 65 Kilo, Allround-Waveboard für 80- bis 85-Kilo-Typen. verstecken muss. Mit besten Gleiteigen-
schaften dübelt der Tribal forsch durch die
Brandung. In engen Turns hängt er alle

M
it rund 85 Litern Volumen unter der Haube sind diese Boards perfekte Wave-Allrounder Verfolger ab und dreht so außergewöhnlich
für viele Surfer. Sie bieten auch 90-Kilo-Hünen noch ein Mindestmaß an Tragfähigkeit eng über den hinteren Fuß, dass man sich
bei nachlassendem Wind oder kniffeligen, auflandigen Bedingungen. Die immer wie- erst langsam daran gewöhnen muss. In
der auftauchenden Volumenunterschiede zwischen Herstellerangaben und surf-Messungen sor- großen Wellen fehlt dem Bic für radikale
gen leider häufig für Verwirrung. Dabei schwören auch wir nicht auf jede Stelle hinter dem Kom- Ritte der letzte Biss auf der Kante, an-
ma. Aber in der surf-Testanlage werden alle Boards unter gleichen Bedingungen gemessen – mit spruchsvolle Surfer werden vielleicht insge-
Ergebnissen, die sehr geringen Schwankungen unterliegen. Die Cobra-Bauweise beinhaltet aller- samt ein wenig Spritzigkeit vermissen. Bei vol-
dings scheinbar zwangsläufig – das geben beinahe alle Hersteller Zähne knirschend zu – Maß- ler Gleitfahrt wirkt er etwas schwerer und
abweichungen vom Prototypen, vor allem in der Brettdicke. Selbst wenn die Urform sorgfältig sehr gedämpft. Wer in jeder Situation ein
ausgelitert wurde, kann das Serienbrett im Volumen spürbar abweichen. Wir teilen Boards da- spritziges Brettgefühl verlangt, ist daher
her ausschließlich nach unseren Messergebnissen in die Gruppen ein. So wechselte der Mistral weniger gut beraten. Trotzdem kann der
Heat 8’4’’ von den 75-Liter-Waveboards in die 85er Gruppe. Tribal insgesamt ordentlich punkten. Ge-

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STARBOARD ACID 88

spart wurde leider scheinbar bei den Schlaufen.


Die Polsterung ist dürftig und die Hülle nicht fix
mit den Gurten verbunden. Fazit: Der Bic ist ei-
ne günstige Alternative für viele Brandungsre-
viere, extrem drehfreudig, mit allerdings etwas
weniger spritzigem Fahrgefühl. Für die kurze
Nord- und Ostseewelle eignet sich der Tribal be-
sonders gut.

F2 Maui Project Wave 8’5’’


5,98 Kilo bringt unser Testboard auf die
Waage – das ist bei knapp 90 Litern Volumen
rekordverdächtig. Damit setzt F2 die Tradi-
tion der gesamten Maui-Project-Linie fort, die
Gewichtslimits so weit wie möglich nach unten
zu drücken. Das geringe Gewicht wirkt beim
„Pro“ auf Flachwasser wie eine Überdosis
Red Bull und verleiht beim Springen scheinbar
Flügel. In der Welle gehorcht der große F2 ent- F2 MAUI PROJECT WAVE 8’5’’
gegen dem radikalen Image auch weniger
professionellen Fahrern, man fühlt sich gleich
beim Rausdüsen wohl auf dem Brett. Im Ver-
gleich zum kleinen Bruder wurde die Charakte-
ristik allerdings etwas entschärft. Trotzdem
dreht der 8’5’’er eng, allerdings folgt er nur bei
konsequentem Zehendruck auch in die engsten
Turns. Dabei bleibt das Board auf der Welle je-
derzeit leicht zu beherrschen, Kontrollprobleme
kennt der Maui Project kaum. Wegen der
schwächeren Gleiteigenschaften spielt der F2
seine Stärken in windsicheren Side- oder On-
shore-Revieren noch besser aus als bei auf-
landigem, leichtem Wind. Fazit: Der F2 ver-
bindet radikales Image mit unkomplizierten
Fahreigenschaften in der Welle. Er ist bevorzugt
für Reviere mit ausreichend Wind und für
energischen Fahrstil geeignet.

AHD MAUI FORCE 8’6’’ BIC TRIBAL 8’3’’ F2 MAUI PROJECT W. 8’5’’ FANATIC RIP 56
1 0 1 1 0 1 1 0 1 1 0 1
2 2 2 2 2 2 2 2
3 3 3 3 3 3 3 3
4 4 4 4 4 4 4 4
5 5 5 5 5 5 5 5
258,9 cm

250,4 cm

257,2 cm

256,2 cm

komfortabel direkt komfortabel direkt komfortabel direkt komfortabel direkt


10 10 10 10
Waveriding Waveriding Waveriding Waveriding
8 große Welle 8 große Welle 8 große Welle 8 große Welle
Waveriding
6 10,0 Waveriding
6 8,0 Waveriding
6 10,0 Waveriding
6 9,0
kleine Welle4 kleine Welle4 kleine Welle4 kleine Welle4
9,0 2 10,0 2 9,0 2 9,0 2
2 4 6 8 10 2 4 6 8 10 2 4 6 8 10 2 4 6 8 10
10 8 6 4 2 Easy 10 8 6 4 2 Easy 10 8 6 4 2 Easy 10 8 6 4 2 Easy
2 2 2 2
4 Surfing 4 Surfing 4 Surfing 4 Surfing
8,0 6 9,0 10,0 6 8,0 7,0 6 7,0 7,0 6 9,0
Gleit- 8 Gleit- 8 Gleit- 8 Gleit- 8
57,2 cm eigenschaften 10 57,3 cm eigenschaften 10 56,4 cm eigenschaften 10 56,0 cm eigenschaften 10

Volumen1): 85 Liter; Gewicht1): 7,0 kg; Volumen1): 84 Liter; Gewicht1): 7,2 kg; Volumen1): 89 Liter; Gewicht1): 6,0 kg; Volumen1): 86 Liter; Gewicht1): 6,5 kg;
Preis 2): 1290 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 899 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1279 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1079 Euro; Garantie: 12 Monate;
Finne: Select Pro Wave/23,4 cm/ Finne: Bic Wave/23,1 cm/US-Box/ Finne: North Shore Fins Side On Shore 8‘5“/ Finne: Maui Fins Wave/22,1 cm/US-Box/G10;
US-Box/Carbon-Sandwich; Carbon-Sandwich; 21,7 cm/US-Box/GFK;
Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: ASA-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich
1) Ohne Fußschlaufen, Finne, Mastfuß; 2) Preis ohne Mastfuß; / Flächendiagramme: Alle Kriterien sind Einzelnoten. Waveriding große u. kleine Welle sind die wichtigsten Kriterien für diese Gruppe.

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Fanatic Rip 56 gut, lässt sich leicht umkanten und bleibt auch der 84er ebenfalls recht hart, dreht nicht su-
Hausintern ist der komplett neue Rip mit ei- bei viel Wind noch gut zu kontrollieren. Die pereng, dafür aber die besten Speed Jibes.
nem Preisvorteil von 200 Euro gegenüber quirlige Drehfreude prädestiniert das Brett ge- Fazit: Die Gleit- und Dreheigenschaften des JP
dem Goya vor allem für peisbewusste Käufer radezu für kleine und mittlere Wellen bei sind auf große Wellen programmiert, hier
interessant. Im Testteam konnte der Rip Onshore-Bedingungen. Auf dem Weg durch überzeugt das Brett durch beste Kontrolle bei
nicht so einheitlich überzeugen wie der die Brandung erfordert der Hifly allerdings et- schnellen Turns. Für kleine Wellen dürfte
Goya in der kleineren Gruppe. Auf großen Wel- was Übung – Preis für die Qualitäten auf der das Brett etwas agiler über den hinteren Fuß
len wirkt er etwas träge, in kleineren Wellen Welle ist eine kippelige Wasserlage und die drehen.
dreht er ordentlich, aber nicht auffällig gut. In schwächeren Gleitleistungen. Auf Flachwasser
einer sonst sehr charakterstarken Gruppe fällt zieht der Hifly zwar superenge, kontrollierte Mistral Heat 8’4’’
der Rip kaum auf, funktioniert in allen Bedin- Halsen und springt hervorragend, die nervö- Der Mistral ist ein Grenzgänger: 78 Liter wa-
gungen, ohne besondere Stärken oder se, freie Gleitlage lädt allerdings nicht gerade ren bei der Entwicklung avisiert worden, mit
Schwächen. Als „graue Maus“ begeistert zu langen Schlägen im Kabbelwasser ein. gemessenen 83 Litern landete das Brett
der Rip den engagierten Waverider, der einen Fazit: Der Hifly ist ein reinrassiges und aus- jetzt in der größeren Gruppe. Vielleicht liegt
kernigen Charakter von seinem Brett ver- gesprochen sportliches Waveboard, das in hier auch der Grund, dass der Shape als be-
langt, weniger. Dafür kann Otto-Normal- dieser Volumengruppe auffällig radikal auf sonders radikales Brett auffällt. Wie die bei-
Wavesurfer mit dem Fanatic keine groben der Welle dreht. den anderen Radikalinskis geht er etwas zö-
Fehler machen. Fazit: Der Rip ist das unauf- gerlicher los – ein paar Pumpschläge helfen
fälligste Brett der Gruppe, mit ausgewogenen JP Australia Wave 84 auf dem Weg durch die Brandung. Auf der
Eigenschaften in verschiedenen Wave-Be- Bei fast keiner Marke ist innerhalb einer Welle dreht der Heat dafür sehr eng und prä-
dingungen und auf Flachwasser. Ohne echte Brettpalette so durchgehend eine Hand- zise, selbst bei wenig Speed schneiden die
Schwächen, aber auch ohne herausragende schrift zu erkennen wie bei JP. Die Charakte- Kanten noch exakt in den Turn. Bei großen
Stärken. ristik des kleinen 72 findet man beinahe Wellen läuft der Mistral auf der Gleitfläche
identisch beim voluminöseren Schwester- down-the-line zwar unruhig, angekantet greifen
Hifly Wave 85 modell wieder. Das hart und direkt laufende die Rails aber sicher. Im Flachwasser prä-
Die Marke Hifly trägt im Bereich radikaler Board steht griffig auf der Kante – in großen sentiert sich der Heat dagegen als Wave-
Highend-Boards immer noch schwer am Wellen wie auf Flachwasser. Mit dem gleichen banane mit schlechten Gleitleistungen, aber
PP-Biedermeier-Image. Allerdings völlig zu bissigen Kantengriff wie bei schnell gefahrenen passabler Kontrolle. Fazit: Der Heat ver-
Unrecht. Wie zum Trotz hat Hifly-Shaper Bottom Turns erlaubt der JP auf Flachwasser mittelt typisches „hochnäsiges“ Wave-Ge-
Klaus Jocham für die 85-Liter-Gruppe einen auch die schnittigsten Race Jibes aus voller fühl und schlitzt in kleinen wie großen Wellen
der radikalsten Wellenschlitzer geschnitzt. Fahrt. Erfahrene Wavesurfer nehmen so gleichermaßen gut. Die etwas mäßigen
Obwohl der Wave 85 exakt das Gruppen- aus schnellen Turns viel Speed mit auf dem Gleiteigenschaften verlangen nach konstantem
volumen trifft, wirkt er kleiner und lebendiger. Weg zur Wellenlippe. Diese Charakteristik Wind oder einem guten Fahrer.
Mit ausgeprägt überrundetem Deck, recht empfiehlt auch den größeren JP eher für Re-
schlanker Nase und lebendig freier Gleitlage viere mit großen, kräftig schiebenden Wellen. Naish Competition Wave 8’5’’
vermittelt der kleine Hifly ein ausgesprochen Ohne viel Speed wirkt das Brett weniger Naish bleibt Naish – auch nach der Trennung
sportliches Wave-Gefühl. Das Brett be- „snappy“ (zackig), dreht nur mit viel Druck und von Mistral müssen Naish-Fans dem typi-
schleunigt auch auf drucklosen Wellen sehr auch weniger eng. Auf Flachwasser läuft schen Feeling nicht nachtrauern: Hart laufend,

HIFLY WAVE 85 JP AUSTRALIA WAVE 84 MISTRAL HEAT 8’4’’ NAISH COMP. WAVE 8’5’’
1 0 1 1 0 1 1 0 1 1 0 1
2 2 2 2 2 2 2 2
3 3 3 3 3 3 3 3
4 4 4 4 4 4 4 4
5 5 5 5 5 5 5 5
255,0 cm

255,7 cm

253,8 cm

256,7 cm

komfortabel direkt komfortabel direkt komfortabel direkt komfortabel direkt


10 10 10 10
Waveriding Waveriding Waveriding Waveriding
8 große Welle 8 große Welle 8 große Welle 8 große Welle
Waveriding
6 9,0 Waveriding
6 10,0 Waveriding
6 9,0 Waveriding
6 9,0
kleine Welle4 kleine Welle4 kleine Welle4 kleine Welle4
10,0 2 9,0 2 9,0 2 10,0 2
2 4 6 8 10 2 4 6 8 10 2 4 6 8 10 2 4 6 8 10
10 8 6 4 2 Easy 10 8 6 4 2 Easy 10 8 6 4 2 Easy 10 8 6 4 2 Easy
2 2 2 2
4 Surfing 4 Surfing 4 Surfing 4 Surfing
6,0 6 5,0 7,0 6 6,0 6,0 6 7,0 6,0 6 5,0
Gleit- 8 Gleit- 8 Gleit- 8 Gleit- 8
53,5 cm eigenschaften 10 55,2 cm eigenschaften 10 54,8 cm eigenschaften 10 55,8 cm eigenschaften 10

Volumen1): 85 Liter; Gewicht1): 6,2 kg; Volumen1): 88 Liter; Gewicht1): 6,5 kg; Volumen1): 83 Liter; Gewicht1): 7,0 kg; Volumen1): 85 Liter; Gewicht1): 6,9 kg;
Preis 2): 1199 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1295 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1079 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1273 Euro; Garantie: 12 Monate;
Finne: HiFly Wave/21,5 cm/Powerbox/GFK; Finne: JP Sideshore Wave 8.50/22,0 cm/ Finne: Mistral On Shore 8‘75/22,2 cm/ Finne: Naish Competition Wave 8.5/
US-Box/GFK; US-Box/GFK; 21,5 cm/US-Box/GFK;
Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich

1) Ohne Fußschlaufen, Finne, Mastfuß; 2) Preis ohne Mastfuß; / Flächendiagramme: Alle Kriterien sind Einzelnoten. Waveriding große u. kleine Welle sind die wichtigsten Kriterien für diese Gruppe.
AHD MAUI FORCE 8’6’’ NAISH COMPETITION WAVE 8’5’’

RRD WAVE ONE MEDIUM BIC TRIBAL 8’3’’ HIFLY WAVE 255

eng drehend und quicklebendig hängt der mit bescheidenen Wellen. Auf cleanen Wellen tition Wave ist ein radikales, reinrassiges
8’5’’er am Fuß. Auf kabbeligen Wellen ist das steht der Naish auch bei schnellen Sideshore- Waveboard: Quirlig in kleiner Brandung, an-
Brett – auch fast Naish-typisch – schwieriger Ritten sauber und ruhig auf der Kante und spruchsvoller zu fahren in großen Klopfern –
zu kontrollieren, schlägt härter und erfordert kann seine Quirligkeit voll ausspielen. Damit vor allem bei nicht ganz sauberen Wellen.
wegen der Laufunruhe einen besseren Surfer. stellt der Naish recht hohe Ansprüche an
Dafür beschleunigt der Comp auch auf Fahrkönnen und Revier. Ohne Wellenschub Naish Wave Quest 254
kleinsten Wellen rasant und dreht schon gleitet der Comp Wave eher zögerlich und mit Der Quest bildet zum Competition Wave einen
bei langsamer Fahrt radikal über den hinteren erhöhtem Segelzug an, im Kabbelwasser Gegenpol wie er krasser nicht sein könnte.
Fuß – ein dickes Plus in Onshore-Bedingungen läuft er hart und nervös. Fazit: Der Compe- Kaum zu glauben, dass beide Bretter tat-
sächlich den selben Shapeho-
beln von Iggy/Naish entstam-
men. So extrem der Comp für
NAISH WAVE QUEST 254 RRD WAVE ONE MEDIUM STARBOARD ACID 88 die besten Fahrer und perfekte
1 0 1 1 0 1 1 0 1
Bedingungen designed wurde,
2 2 2 2 2 2
3 3 3 3 3 3 genauso konsequent wurde
4 4 4 4 4 4
5 5 5 5 5 5 der Quest entschärft: Volle
Rails, deutlich weniger Scoop
253,8 cm

248,5 cm

251,7 cm

komfortabel direkt komfortabel direkt komfortabel direkt


10 10 10
und eine viel flachere Gleitlage
Waveriding Waveriding Waveriding
8 große Welle 8 große Welle 8 große Welle sorgen für eine völlig andere
Waveriding
6 8,0 Waveriding
6 9,0 Waveriding
6 9,0
Charakteristik. Der Quest ge-
kleine Welle4 kleine Welle4 kleine Welle4
8,0 2
2 4 6 8 10 8,0 2
2 4 6 8 10 9,0 2
2 4 6 8 10 hört zu den besten Gleitern
10 8 6 4 2 10 8 6 4 2 10 8 6 4 2
2 Easy 2 Easy 2 Easy der Gruppe, ist trotz direktem,
4 Surfing 4 Surfing 4 Surfing
9,0 6 8,0 9,0 6 9,0 7,0 6 10,0 kernigem Fahrbahnkontakt auf
Gleit- 8 Gleit- 8 Gleit- 8 Flachwasser gut zu kontrollie-
56,5 cm eigenschaften 10 54,7 cm eigenschaften 10 55,8 cm eigenschaften 10
ren und sehr laufruhig. Dabei
Volumen1): 91 Liter; Gewicht1): 6,9 kg; Volumen1): 88 Liter; Gewicht1): 6,4 kg; Volumen1): 90 Liter; Gewicht1): 6,6 kg; vermittelt das Brett Speedfeeling
Preis 2): 1120 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1295 Euro; Garantie: 12 Monate; Preis 2): 1324,25 Euro; Garantie: 12 Monate; pur. Mit vollem Speed in die
Finne: Naish Wave 8.75/22,3 cm/US-Box/GFK; Finne: Maui Fin Co Wave One /22,0 cm/ Finne: Starboard Acid/21,9 cm/
Halse? Mit dem Quest kein
US-Box/GFK; US-Box/Carbon-GFK;
Problem. Auf der Welle zeigt
Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich
sich der Quest allerdings deutlich

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zahmer und träger als der Comp. Aus WEITERE NOTEN
langsamer Fahrt dreht er zwar noch gut, bei
großen Klopfern kommt das Brett aller- Hightech aus Frankreich: Mit weicherem (leichte-
dings an seine Grenzen. Die dicken Rails rem) Schaum innen, einer Zwischenlage Glas und
schneiden nicht so satt ins Wasser, wie man einer dichteren (druckfesteren) Schaumart außen
bauen die Bic-Techniker ein Sandwich ganz ande-
es sich auf großen Wellen wünschen würde, rer Art. Gut zu erkennen sind die eingelassenen
für engere Turns muss man die Kante or- Dämpfungskissen unter den Fersen.
dentlich mit Fußdruck bearbeiten. Fazit:
Der Quest ist vor allem für Surfer, die mit
dem Board häufig bei Starkwind im Flach-
wasser fahren und es zusätzlich als mode-
rates Waveboard für kleine und mittelgroße
Brandung einsetzen. Die guten Gleiteigen-
schaften dürften Wave-Einsteigern sehr
entgegenkommen. Die auffälligsten Shapeunterschiede zeigen
beide Naish-Boards: Hochnäsig zeigt sich der
Wavespezialist „Competition“, beinahe ohne
RRD Wave One Medium erkennbaren Scoop der gemäßigte „Quest“.
Der RRD ist die Komfortkutsche der Gruppe Plug and Play bei Mistral (Fotos oben):
Finnen und Schlaufen einfach nach den
– durchaus positiv gemeint. Wer auf den letz- aufgedruckten Anweisungen und Mar-
ten Tick Spritzigkeit gerne verzichtet und ein kierungen montieren – da kann man nix
einfach zu fahrendes Board mit großem verkehrt machen. Zum Abreiten lässt
sich eine vordere Schlaufe nach innen
Einsatzbereich sucht, ist mit dem RRD versetzen.
bestens bedient. Weich und gedämpft
zieht der Wave One seine Bahn, in der
Welle wie im Flachwasser. Der Ricci gleitet
flott an, zischt übers Weißwasser und
halst rund gegen die Welle. Retour mit deutlich weicherem Fahrgefühl, aber besse- druck auch sehr eng drehen kann, wirkt es et-
der Welle kann man es gemächlich angehen rem Kantengriff auf größeren Wellen. was schwerfälliger als die lebendigen, frei lau-
lassen oder die Kiste mit viel Fußdruck fenden Bretter der Gruppe. Bei Hack und rau-
quälen – den Radien sind dabei allerdings Starboard Acid 88 en Bedingungen kehrt sich diese gelassene
selbst bei Gewaltanwendung Grenzen ge- Acid bedeutet Säure – doch ätzend wirkt Natur ins Positive. Kabbelwellen werden
setzt. Auf dem breiten Bug huscht man beim das kleine Starboard ganz und gar nicht. Eher einfach geschluckt und auch auf ruppigsten
Wenden leicht zur neuen Seite, eine Qualität, mild und pflegend, die Laufruhe ist legendär. Wellen erlaubt das Board schnelle, kontrol-
die vor allem Wave-Einsteiger schätzen. Egal ob auf kabbeligster Welle oder aufge- lierte Turns. Zwar mit vorgegebenen weiteren
Auf Flachwasser läuft der RRD sehr ruhig wühlter Holperpiste, das Starboard lässt Radien, aber immer unter Kontrolle. Acid –
und lässt sich auch von kabbeligen Bedin- sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn an- bei Kabbelwasser besser als Aspirin. Fazit:
gungen nicht beirren, halst zwar nicht dere Boards längst ihre Grenzen erreicht ha- Der Acid wird zum Star, wenn die Bedingun-
außergewöhnlich eng, dafür aber sehr ben, kann dieses Brett erst richtig seine gen am Limit sind. Ein perfektes Board für
brav und kontrolliert. Fazit: Ähnlich wie Stärken zeigen. Bei wenig Wind wirkt der Acid kontrolliertes Waveriding in ruppigen Wellen
der Naish Quest bietet der RRD einen guten vergleichsweise träge und gedämpft. Ob- und obendrein eine Wohltat im Kabbelwasser.
Kompromiss für Flachwasser und Welle. Mit wohl man das Brett mit ordentlich Fuß- Der Preis ist die fehlende Spritzigkeit.

WEITERE NOTEN
Kontrollierbarkeit EINSATZBEREICH Wave Flachwasser
auf Flachwasser Enge Halsen Springen ➞➞
AHD Maui Force 8'6'' 8 8 8 AHD Maui Force 8'6'' 10 9
Bic Tribal 8'3'' 8 10 8 Bic Tribal 8'3'' 10 9
F2 Maui Project W. 8'5'' 7 8 10 F2 Maui Project W. 8'5'' 10 9
Fanatic Rip 56 8 8 8 Fanatic Rip 56 10 9
HiFly Wave 85 5 9 10 HiFly Wave 85 10 6
JP Australia Wave 84 6 7 9 JP Australia Wave 84 10 8
Mistral Heat 8'4'' 7 7 8 Mistral Heat 8'4'' 10 7
Naish Comp. Wave 8'5'' 5 9 10 Naish Comp.Wave 8'5'' 10 6
Naish Wave Quest 254 8 6 8 Naish Wave Quest 254 9 10
RRD Wave One Medium 9 6 6 RRD Wave One Medium 10 10
10 7 7
Von links oben nach rechts unten:
Starboard Acid 88 Starboard Acid 88 10 10
AHD, Bic, F2, Fanatic, Hifly, JP Aus-
tralia, Mistral, Naish Competition und
Die Noten sind nicht mit anderen Gruppen vergleichbar. Das beste Brett einer Disziplin in dieser Gruppe Wave Quest, RRD und Starboard.
erhält zehn Punkte.

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