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Skript zum virtuellen Kurs Markt – Macht – Moral 
Fallstudie zu Kapitel 7: Ethische Fragen zur Unternehmensführung 
 
 
 
 
 
Virtueller Kurs 
Markt – Macht – Moral 
 
 
 
 
Prof. Dr. Brigitte Nolopp 
Hochschule Wilhelmshaven 
 
 
Fallstudie zu Kapitel 7: 
Ethische Fragen zur Unternehmensführung 
 

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Skript zum virtuellen Kurs Markt – Macht – Moral 
Fallstudie zu Kapitel 7: Ethische Fragen zur Unternehmensführung 
 
ZEIT ONLINE, 29.3.2007 ‐ 11:02 Uhr 
http://pdf.zeit.de/online/2007/13/reto‐ringger‐konzept.pdf 
 
Der Dow Jones Sustainability Index 
 
Was ist nachhaltig? Die Mitarbeiter von Sustainable Asset Management (SAM) meinen: 
Nachhaltig ist nur, was ökonomisch, ökologisch und sozial in der Zukunft Bestand hat. 
Wenn sie den Dow Jones Sustainability Index (DJSI) zusammenstellen, analysieren sie deshalb diese 
drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Jede fließt zu einem Drittel in den Index ein. Sonst übliche Öko‐
Ratings bewerten lediglich die ökosozialen Leistungen der Unternehmen und überlassen die Finanz‐
analyse anderen Experten. 
 
© Meike Gerstenberg für ZEIT online BILD 
 
Die Methode der Schweizer ist das Best‐in‐Class‐Prinzip: Von den 2500 weltgrößten Konzernen wäh‐
len sie jedes Jahr im September jene aus, welche innerhalb ihrer Branche die besten ökologischen, 
sozialen und wirtschaftlichen Leistungen erbringen. Aus diesen Klassenbesten werden die stärksten 
zehn Prozent zum DJSI World gruppiert. In den verwandten DJSI Stoxx erhalten die besten zwanzig 
Prozent  Einlass.  Was  sind  die  Kriterien  der  Finanzexperten?  Sie  untersuchen  Managementsysteme 
und  Transparenz,  achten  auf  gute  Unternehmensführung  und  das  Verhalten  gegenüber  den  Mitar‐
beitern,  aber  auch  auf  die  Höhe  der  Kohlendioxid‐Emissionen  und  des  Energieverbrauchs,  auf  ein 
neues Produktdesign oder die Art der Müllverwertung. Die wichtigsten Informationen sind jene, die 
uns sagen, was Nachhaltigkeit bringt, was sie kostet und ob sie die Wettbewerbsfähigkeit des Unter‐
nehmens künftig erhöht , erläutert SAM‐Chef Reto Ringger. 
 
So berechneten SAM‐Analysten beispielsweise im Oktober, dass Energiekonzerne mit guten Nachhal‐
tigkeitsratings auch eine hohe Eigenkapitalrendite haben. Ringgers Börsenbarometer wird auch kriti‐
siert. So wurde vor zwei Jahren die Methodik plötzlich so geändert, dass der Vorbildkonzern Henkel 
aus dem Weltindex verschwand. Zum Teil gibt der SAM‐Chef seinen Kritikern Recht: Henkel ist wirk‐
lich eine tolle Firma. Doch Dow Jones gebe die Branchenbildung vor, und SAM müsse sich daran hal‐
ten. Schließlich wollen institutionelle Investoren die Performance des DJSI am konventionellen Ver‐
gleichsindex messen, deshalb müssten die Branchen sich gleichen. Aus dem gleichen Grund werden 
keine Branchen aus dem DJSI ausgeschlossen. 
 

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Öl‐,  Tabak‐  und  Rüstungskonzerne  können  also  im  Index  notiert  sein.  Wir  wollen  die  Mainstream‐
Investoren erreichen , verteidigt Ringger sein Konzept. Ausschlusskriterien würden die Risiken erhö‐
hen und die Vergleichbarkeit mit konventionellen Indizes einschränken. 
Ethik ist oft subjektiv. 
Investoren  müssen  schon  selbst  entscheiden,  wie  weit  sie  gehen  wollen.  Allerdings  erreichen  Rüs‐
tungsproduzenten nur schwer die 20 Punkte, die mindestens nötig sind, um in den Index aufgenom‐
men zu werden. Und in Einzelfällen kann das Index Design Komitee doch ein Unternehmen vom In‐
dex ausschließen dann nämlich, wenn nicht klar ist, ob kriminelle Machenschaften des Konzerns oder 
die  Tatsache,  dass  Diktaturen  unterstützt  wurden,  ein  Unfall  oder  doch  ein  strukturelles  Problem 
sind.  Veröffentlicht  wird  die  Entscheidung  nicht.  Nur:  Komplette  Branchen  werden  eben  nicht  von 
vornherein aus dem Hauptindex DJSI verbannt, sondern nur aus speziellen Versionen. 
 
Das  unterscheidet  Ringgers  Index  von  anderen  Nachhaltigkeitsindizes  wie  dem  Domini  400  Social 
Index sowie  der weltweit  zweitwichtigsten Indexfamilie, die auf dem britischen FTSE4Good basiert. 
Andere  Indizes  hingegen  verfolgen  das  DJSI‐Konzept,  so  der  Europa‐  Index  ASPI  des  französischen 
Anbieters Vigeo sowie der Stoxx Ltd., der die 120 nachhaltig besten Unternehmen des DJ Euro Stoxx 
auswählt. Der DJSI wählt die Besten unter den Großkonzernen. Besonders nachhaltige mittlere oder 
kleine Unternehmen sind nicht SAMs Maßstab. Wer sich an ihnen orientieren will, muss zum Beispiel 
den Naturaktienindex heranziehen, oder den UBAI‐UmweltbankAktienindex für deutsche Unterneh‐
men. 
 
Seit  2004  gibt  es  zudem  den  in  Amsterdam  notierten  Kempen/SNS  Smallcap  SRI  Europe  (KEMSRI), 
den ersten Ökoindex für kleine und mittlere europäische Firmen. Nachhaltigkeit rentiert sich das hat 
der  DJSI  bewiesen,  indem  er  rückgerechnet  seit  1996  den  konventionellen  Vergleichsindex  stets 
übertrifft. Die am DJSI angelehnten Fonds schaffen allerdings das nicht immer. Zwar schlug der SAM 
Sustainability  Global  Fund  den  Vergleichsfonds  seit  Auflage  bis  Ende  2006  um  1,5  Prozentpunkte, 
doch  der  SAM  Sustainable  Leaders  lag  im  5‐Jahres‐Vergleich  um  mehr  als  sechs  Prozentpunkte  zu‐
rück. Auch darauf sollten Anleger achten. Zum Thema Für eine bessere Ökonomie ‐ Reto Ringger hat 
Maßstäbe  gesetzt:  Er  überzeugte  den  Mediengiganten  Dow  Jones  vom  Nutzen  der  Nachhaltigkeit:  
Was bedeutet Nachhaltigkeit am Kapitalmarkt? 
 
ZEIT ONLINE 2007 VON SUSANNE BERGIUS 
 

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Pressemitteilung vom 14.09.2009 
Pressefach: Siemens AG 
Siemens ist bestes Unternehmen seiner Branche im Dow Jones Sustainability Index 
Höchstpunktzahl  bei  Compliance  und  Risikomanagement  ‐  Erneut  große  Fortschritte  bei  „Umwelt“ 
und „Gesellschaft“  
 
Die Siemens AG ist erneut im renommierten Nachhaltigkeits‐Ranking Dow Jones Sustainability World 
Index (DJSI) vertreten und belegte innerhalb des Sektors „Diversified Industrials“ den ersten Platz. In 
diesen Sektor sind neben Siemens unter anderem ITT, General Electric und Toshiba eingruppiert. In 
den Bewertungskategorien „Compliance“ und „Risikomanagement“ hat Siemens seine führende Posi‐
tion vom Vorjahr ausgebaut und in die‐sem Jahr jeweils die Höchstpunktzahl erhalten. In den Katego‐
rien „Umwelt“ und „Gesellschaft“ hat das Unternehmen seine Bewertung jeweils deutlich verbessert. 
Siemens wurde nun bereits zum zehnten Mal in Folge für sein nachhaltiges Handeln ausgezeichnet 
und hat in diesem Jahr seine bislang beste Gesamtnote erzielt. Die Änderungen im DJSI treten zum 
21. September 2009 in Kraft.  
 
„Nachhaltigkeit ist seit jeher ein grundlegender Aspekt unserer Unternehmenspolitik und heute we‐
sentlicher  Bestandteil  der  Unternehmensstrategie  von  Siemens“,  so  Barbara  Kux,  Siemens‐
Vorstandsmitglied für Supply Chain Management und Nachhaltigkeit. „Dass wir in der Bewertung des 
Dow  Jones  Sustainability  World  Index  so  gut  abschneiden,  zeigt,  dass  unsere  Strategie  auch  extern 
Anerkennung  findet.“  Neben  der  wirtschaftlichen  und  sozialen  Dimension  fokussiert  sich  Siemens 
insbesondere  auf  den  Ausbau  seines  Umweltportfolios  sowie  auf  die  Reduzierung  der  CO2‐
Emissionen seiner Produkte ‐ eine Verpflichtung, die Siemens auch bei seinen Zulieferern einfordert. 
Hinsichtlich  der  Standards  für  Zulieferer  erzielte  Siemens  im  DJSI  die  Bestnote.  Der  strategischen 
Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit hat Siemens unter Federführung von Barbara Kux jüngst auch 
durch die Gründung eines eigenen Sustainability Boards mit Vertretern aus dem gesamten Konzern 
Rechnung getragen.  
 
Als führender grüner Infrastrukturanbieter gilt das Unternehmen aufgrund seiner Erfahrung, techni‐
schen  Expertise  und  finanziellen  Solidität  als  verlässlicher  und  nachhaltiger  Partner  auf  der  ganzen 
Welt. Schon heute erwirtschaftet Siemens mit Produkten und Lösungen für den Klimaschutz rund 19 
Milliarden Euro ‐ nahezu ein Viertel des Konzernumsatzes. Bis 2011 will das Unternehmen diese Zahl 
auf  25  Milliarden  Euro  steigern.  Mit  den  Produkten  und  Lösungen  seines  Umweltportfolios  konnte 
der  Konzern  2008  den  Ausstoß  von  148  Millionen  Tonnen  CO2  bei  seinen  Kunden  vermeiden.  Dies 
entspricht  der  jährlichen  Gesamtemission  der  Megastädte  New  York,  London  und  Hongkong.  Bis 

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2011  soll  dieses  Vermeidungspotenzial  auf  275  Millionen  Tonnen  ansteigen.  Siemens  selbst  hat 
schon heute hohe Umweltstandards im Unternehmen. Trotzdem hat sich das Unternehmen auch für 
die Zukunft weiterhin ehrgeizige Ziele gesetzt: Der Konzern will seine Treibhausgasemissionen relativ 
zum  Umsatz  von  2006  bis  2011  um  20  Prozent  senken,  die  Effizienz  bei  der  Wassernutzung  in  der 
Fertigung verbessern sowie die Abfallmengen im Unternehmen deutlich reduzieren. 
 
Der DJSI ist der bedeutendste Nachhaltigkeitsindex und umfasst die führenden 10 Prozent der größ‐
ten 2.500 Unternehmen, die im Dow Jones Global Index geführt werden. Die Siemens AG (Berlin und 
München) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern 
ist auf den Gebieten Industrie und Energie sowie im Gesundheitssektor tätig. Rund 410.000 Mitarbei‐
ter  entwickeln  und  fertigen  Produkte,  projektieren  und  erstellen  Systeme  und  Anlagen  und  bieten 
maßgeschneiderte  Lösungen  an.  Siemens  steht  seit  über  160  Jahren  für  technische  Leistungsfähig‐
keit,  Innovation,  Qualität,  Zuverlässigkeit  und  Internationalität.  Im  Geschäftsjahr  2008  erzielte  das 
Unternehmen einen Umsatz von 77,3 Mrd. EUR und einen Gewinn nach Steuern von 5,9 Mrd. EUR. 
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com. 

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