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Erklärung des Wortes Tāghūt

Was ist Tāghūt?


Der Begriff Tāghūt wird im Qur´ān an acht Stellen erwähnt. Diese sind:

ٌ‫ﻰ َﻻ اﻧ ِﻔﺼَﺎ َم َﻟﻬَﺎ وَاﻟّﻠ ُﻪ ﺳَﻤِﻴﻊ‬


َ ‫ﻚ ﺑِﺎﻟْ ُﻌﺮْ َو ِة اﻟْ ُﻮﺛْ َﻘ‬
َ‫ﺴ‬
َ ْ‫ت وَ ُﻳﺆْﻣِﻦ ﺑِﺎﻟّﻠ ِﻪ َﻓ َﻘ ِﺪ اﺳْ َﺘﻤ‬
ِ ‫ﻲ َﻓ َﻤﻦْ َﻳﻜْ ُﻔﺮْ ﺑِﺎﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
‫ﻦ اﻟْ َﻐ ﱢ‬
َ ‫ﻦ اﻟﺮﱡﺷْ ُﺪ ِﻣ‬
َ ‫ﻦ ﻗَﺪ ﱠﺗ َﺒ ﱠﻴ‬
ِ ‫َﻻ ِإآْﺮَا َﻩ ﻓِﻲ اﻟﺪﱢﻳ‬
۞ٌ‫ﻋَﻠِﻴﻢ‬
Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber
dem unrichtigen. Der also, der nicht an den Tāghūt glaubt, aber an Allāh glaubt, hat gewiss den
sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allāh ist Allhörend, Allwissend.
[Al-Baqarah:256]

‫ﻚ‬
َ ‫ت ُأوْﻟَـ ِﺌ‬
ِ ‫ﻈُﻠﻤَﺎ‬
‫ﻦ اﻟﻨﱡﻮ ِر ِإﻟَﻰ اﻟ ﱡ‬
َ ‫ت ُﻳﺨْﺮِﺟُﻮﻧَﻬُﻢ ﱢﻣ‬
ُ ‫ﻦ َآ َﻔﺮُواْ َأوْ ِﻟﻴَﺂ ُؤ ُه ُﻢ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ت ِإﻟَﻰ اﻟ ﱡﻨ ُﻮ ِر وَاﱠﻟﺬِﻳ‬
ِ ‫ﻈُﻠﻤَﺎ‬
‫ﻦ اﻟ ﱡ‬
َ ‫ﺟﻬُﻢ ﱢﻣ‬
ُ ‫ﻦ ﺁ َﻣﻨُﻮاْ ُﻳﺨْ ِﺮ‬
َ ‫ﻲ اﱠﻟﺬِﻳ‬
‫اﻟّﻠ ُﻪ َو ِﻟ ﱡ‬
۞‫ن‬ َ ‫ب اﻟﻨﱠﺎ ِر ُهﻢْ ﻓِﻴﻬَﺎ ﺧَﺎ ِﻟﺪُو‬ ُ ‫َأﺻْﺤَﺎ‬
Allāh ist der Beschützer derjenigen, die glauben. Er führt sie aus der Finsternis ins Licht. Diejenigen
aber die ungläubig sind, deren Freunde sind die Tāghūt. Sie führen sie aus dem Licht in die
Finsternis. Sie werden die Bewohner des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben.
[Al-Baqarah:257]

۞‫ﻼ‬
ً ‫ﺳﺒِﻴ‬
َ ْ‫ﻦ ﺁ َﻣﻨُﻮا‬
َ ‫ﻦ اﱠﻟﺬِﻳ‬
َ ‫ﻦ َآ َﻔﺮُواْ هَﺆُﻻء َأهْﺪَى ِﻣ‬
َ ‫ن ِﻟﱠﻠﺬِﻳ‬
َ ‫ت َو َﻳﻘُﻮﻟُﻮ‬
ِ ‫ﺖ وَاﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
ِ ْ‫ﺠﺒ‬
ِ ْ‫ن ﺑِﺎﻟ‬
َ ‫ب ُﻳﺆْ ِﻣﻨُﻮ‬
ِ ‫ﻦ ا ْﻟ ِﻜﺘَﺎ‬
َ ‫ﻦ أُوﺗُﻮاْ َﻧﺼِﻴﺒًﺎ ﱢﻣ‬
َ ‫َأ َﻟﻢْ َﺗ َﺮ ِإﻟَﻰ اﱠﻟﺬِﻳ‬
Hast du nicht jene gesehen, denen ein Teil der Schrift gegeben wurde? Sie glauben an Zauberei und
Tāghūt, und sie sagen von den Ungläubigen: "Sie sind in der Lehre besser geleitet als die
Gläubigen."
[an-Nisā':51]

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‫ت َو َﻗﺪْ ُأ ِﻣﺮُواْ أَن َﻳﻜْ ُﻔﺮُواْ ِﺑ ِﻪ َو ُﻳﺮِﻳ ُﺪ‬
ِ ‫ن أَن َﻳ َﺘﺤَﺎ َآﻤُﻮاْ ِإﻟَﻰ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ﻚ ُﻳﺮِﻳﺪُو‬
َ ‫ﻚ َوﻣَﺎ أُﻧ ِﺰ َل ﻣِﻦ َﻗﺒْ ِﻠ‬َ ْ‫ﻋﻤُﻮنَ َأ ﱠﻧ ُﻬﻢْ ﺁ َﻣﻨُﻮاْ ِﺑﻤَﺎ أُﻧ ِﺰ َل ِإ َﻟﻴ‬
ُ ْ‫ﻦ ﻳَﺰ‬
َ ‫َأ َﻟﻢْ َﺗ َﺮ ِإﻟَﻰ اﱠﻟﺬِﻳ‬
۞‫ﻼ ًﻻ َﺑﻌِﻴﺪًا‬ َ‫ﺿ‬َ ْ‫ﻀﻠﱠ ُﻬﻢ‬ ِ ‫ن أَن ُﻳ‬ ُ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬ ‫اﻟ ﱠ‬
Hast du nicht jene gesehen, die behaupteten, an das zu glauben, was zu dir und was vor dir
hinabgesandt worden ist? Sie wollen (nun) eine rechtswirksame Entscheidung beim Tāghūt suchen,
wo ihnen doch befohlen worden ist, ihn zu verleugnen; und Satan will sie weit abirren lassen.
[an-Nisā':60]

۞‫ﺿﻌِﻴﻔًﺎ‬
َ ‫ن‬
َ ‫ن آَﺎ‬
ِ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫ن َآﻴْ َﺪ اﻟ ﱠ‬
‫ن ِإ ﱠ‬
ِ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫ت َﻓﻘَﺎ ِﺗﻠُﻮاْ َأوْ ِﻟﻴَﺎء اﻟ ﱠ‬
ِ ‫ﺳﺒِﻴ ِﻞ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ن ﻓِﻲ‬
َ ‫ﻦ َآ َﻔﺮُواْ ُﻳﻘَﺎ ِﺗﻠُﻮ‬
َ ‫ﺳﺒِﻴ ِﻞ اﻟّﻠ ِﻪ وَاﱠﻟﺬِﻳ‬
َ ‫ن ﻓِﻲ‬
َ ‫ﻦ ﺁ َﻣﻨُﻮاْ ُﻳﻘَﺎ ِﺗﻠُﻮ‬
َ ‫اﱠﻟﺬِﻳ‬
Die da glauben, kämpfen für Allāhs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Tāghūt;
darum kämpft gegen die Anhänger des Satans! Wahrlich, die List des Satans ist schwach.
[an-Nisā':76]

‫ﺷ ﱞﺮ ﱠﻣﻜَﺎﻧ ًﺎ‬
َ ‫ﻚ‬
َ ‫ت ُأوْﻟَـ ِﺌ‬
َ ‫ﻋ َﺒ َﺪ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ﺨﻨَﺎزِﻳ َﺮ َو‬
َ ْ‫ﺟ َﻌ َﻞ ِﻣﻨْ ُﻬ ُﻢ اﻟْ ِﻘ َﺮ َد َة وَاﻟ‬
َ ‫ﻋ َﻠﻴْ ِﻪ َو‬
َ ‫ﺐ‬
َ ‫ﻀ‬
ِ ‫ﻏ‬
َ ‫ﻚ َﻣﺜُﻮ َﺑ ًﺔ ﻋِﻨ َﺪ اﻟّﻠ ِﻪ ﻣَﻦ ﱠﻟ َﻌ َﻨ ُﻪ اﻟّﻠ ُﻪ َو‬
َ ‫ﺸ ﱟﺮ ﻣﱢﻦ َذ ِﻟ‬
َ ‫ُﻗﻞْ َهﻞْ ُأ َﻧ ﱢﺒ ُﺌﻜُﻢ ِﺑ‬
۞‫ﺴﺒِﻴ ِﻞ‬ ‫ﺳﻮَاء اﻟ ﱠ‬ َ ‫ﺿ ﱡﻞ ﻋَﻦ‬
َ ‫َوَأ‬
Sprich: "Soll ich euch über die belehren, deren Lohn bei Allāh noch schlimmer ist als das? Es sind,
die Allāh verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Diener des
Tāghūt gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom
rechten Weg abgeirrt."
[al-Māidah:60]

‫ض‬
ِ ْ‫ﻋ َﻠﻴْ ِﻪ اﻟﻀﱠﻼ َﻟ ُﺔ َﻓﺴِﻴﺮُواْ ﻓِﻲ ا َﻷر‬
َ ْ‫ﺣ ﱠﻘﺖ‬
َ ْ‫ت ﻓَﻤِﻨْﻬُﻢ ﱠﻣﻦْ َهﺪَى اﻟّﻠ ُﻪ وَﻣِﻨْﻬُﻢ ﱠﻣﻦ‬ َ ‫ن اﻋْ ُﺒﺪُواْ اﻟّﻠ َﻪ وَاﺟْ َﺘ ِﻨﺒُﻮاْ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
ِ ‫َو َﻟ َﻘﺪْ َﺑ َﻌﺜْﻨَﺎ ﻓِﻲ ُآﻞﱢ ُأ ﱠﻣ ٍﺔ ﱠرﺳُﻮ ًﻻ َأ‬
۞‫ﻦ‬ َ ‫ن ﻋَﺎ ِﻗ َﺒ ُﺔ اﻟْ ُﻤ َﻜ ﱢﺬﺑِﻴ‬
َ ‫ﻒ آَﺎ‬
َ ْ‫ﻈﺮُواْ َآﻴ‬
ُ ‫ﻓَﺎﻧ‬
Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (,der da predigte): "Dient Allāh und meidet den
Tāghūt." Dann waren unter ihnen einige, die Allāh leitete, und es waren unter ihnen einige, die das
Schicksal des Irrtums erlitten. So reist auf der Erde umher und seht, wie das Ende der Leugner war
[an-Nahl:36]

۞‫ﻋﺒَﺎ ِد‬
ِ ْ‫ﺸﺮ‬
‫ت أَن َﻳﻌْ ُﺒﺪُوهَﺎ َوَأﻧَﺎﺑُﻮا ِإﻟَﻰ اﻟﱠﻠ ِﻪ َﻟ ُﻬ ُﻢ اﻟْ ُﺒﺸْﺮَى َﻓ َﺒ ﱢ‬
َ ‫ﻦ اﺟْ َﺘ َﻨﺒُﻮا اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫وَاﱠﻟﺬِﻳ‬
Und diejenigen, die den Tāghūt anzubeten scheuen und sich zu Allāh wenden - für sie ist die frohe
Botschaft (bestimmt) Gib denn die frohe Botschaft Meinen Dienern
[az-Zumar:17]

Der Begriff Tāghūt stammt von den Worten Tāgha, Yatghi, Tughyān, Yatghu und Tughyanan. Sie enthalten
die Bedeutungen: Er überschritt seine Grenzen, er stieg, er ist im Kufr zu weit gegangen, er überschritt
seine Grenzen bezüglich der Auflehnung.
Jeder, der diese Eigenschaften besitzt wird als Tāghūt bezeichnet.

Im berühmten Werk von Ibn Mansur steht:


Tāgha al Ma'u wal Bahr: Wenn gesagt wird, dass das Wasser und das Meer steigt, so bedeutet es, dass
die Wellen des Meeres steigen. Man bezeichnet jeden als Tāghūt, der seine Grenzen überschreitet.

Der Begriff Tāghūt wird für Einzahl und Mehrzahl, sowie für männlich und für weiblich benutzt. Sie
besteht aus Fa'lut, d.h. in Form von Tāghūt. Doch der Buchstabe (ya) kam vor den Buchstaben (gayn) und
wurde mit Fatha gelesen. Weil der Buchstabe zuvor ebenfalls mit Fatha gelesen wird, wurde der
Buchstabe (ya) zu dem Buchstaben (alif) umgewandelt und wurde so zu dem Wort "Tāghūt".

Die Mehrzahl von Tāghūt ist "Tawaghit".

In einem Hadīth heißt es:


"Schwört nicht auf die Namen eurer Väter und der Tāghūt (Tawāghi – Tawāghūt)!"

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Das Wort Tawaghi in diesem Hadīth ist die Mehrzahl von Thāghiya. Dies sind die Götzen, die die
Muschrikin anbeteten und anderen als Bezeichnung gaben. Wenn Daws Tāghiwa oder Khasam Thāghiwa
gesagt wird, dann meinte man damit die Götzen, die die Daws und die Khasam anbeteten. Tawāgi bedeutet
auch "Der in Kufr seine Grenzen überschreitet." Hiermit ist die Gehorsamkeit der Daws und der Khasam
gegenüber ihren Führern gemeint." [Lisan al Arab 15/7]

Abu Ishaq sagte: Alles, was neben Allāh (swt) angebetet wird, ist ein Dschibt und Tāghūt... Allāh (swt)
sagt zu dieser Angelegenheit:

۞… ‫ت‬
ِ ‫ﺖ وَاﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
ِ ْ‫ﺠﺒ‬
ِ ْ‫… ُﻳﺆْﻣِﻨُﻮنَ ﺑِﺎﻟ‬
… Sie glauben an den Dschibt und den Tāghūt. …
[Nisā':51]

Azhari sagte: "Der Dschibt und der Tāghūt in diesem Vers ist Hayy bin Ahtab und Ka'ab bin Ashraf...
Diese Bedeutung ist der wörtlichen Bedeutung nicht widersprüchlich. Denn wenn sie den Befehlen dieser
beiden befolgen, dann haben sie neben Allāh diesen beiden gehorcht."

Schu'bi, Ata und Mujāhid sagten: "Dschibt ist die Zauberei. Der Tāghūt ist der Satan, der Wahrsager und
jeder, der im Irrweg das Haupt darstellt."

Al Ahfash sagte über den Vers:

۞ ...‫ت أَن َﻳﻌْ ُﺒﺪُوهَﺎ‬


َ ‫ﻦ اﺟْ َﺘ َﻨﺒُﻮا اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫وَاﱠﻟﺬِﻳ‬
Und diejenigen, die sich davor scheuen dem Tāghūt zu dienen ...
[az-Zumar:17]

folgendes: So wie der Tāghūt aus Götzen bestehen kann, so kann er aus den Jinn und den Menschen
bestehen.

Wahidi sagte: "Alle Gelehrten der arabischen Sprache haben den Tāghūt als alles, was neben Allāh
angebetet wird, definiert."

Dschawhari sagte: "Tāghūt ist der Satan und jeder, der im Irrweg das Haupt bildet."

Imām Nawawi sagte: Lays, Abu Ubayda und Al Kasai sagten über den Tāghūt: "Tāghūt ist alles, das
neben Allāh angebetet wird." [Scharhu Sahīhi Muslim Band 3/18]

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Worte der Salaf über die Bedeutung des Tāghūt
1. Der Satan
'Umar bin alKhattab (ra) und 'Abdullāh bin 'Abbas (ra) sagten, als sie den Tāghūt in dem Qur´ān-Vers

۞…‫ﻰ َﻻ اﻧ ِﻔﺼَﺎ َم َﻟﻬَﺎ‬


َ ‫ﻚ ﺑِﺎﻟْ ُﻌﺮْ َو ِة اﻟْ ُﻮﺛْ َﻘ‬
َ‫ﺴ‬
َ ْ‫ت وَ ُﻳﺆْﻣِﻦ ﺑِﺎﻟّﻠ ِﻪ َﻓ َﻘ ِﺪ اﺳْ َﺘﻤ‬
ِ ‫… َﻓ َﻤﻦْ َﻳﻜْ ُﻔﺮْ ﺑِﺎﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
…Wer den Tāghūt verleugnet und an Allāh glaubt, hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem
es kein Zerreißen gibt …
[Baqara:256]

erläuterten, dass der Begriff Tāghūt "Satan" bedeutet. [Bukhāry]

Ibn Kāthir sagte, nachdem er die Ansichten von 'Umar bin alKhattab (ra) und Ibn 'Abbas (ra) zitierte:
Diese Ansicht ist eine sehr starke Ansicht. Denn sie erklärt in schönster Weise die Situation, auf der sich
das Volk der Jahiliya befand. Sie beten die Götzen an (Tāghūt im Gottesdienst), sie lassen sich von ihnen
richten (Tāghūt in der Gesetzgebung und der Urteilsfindung) und bitten diese Götzen um Hilfe (Tāghūt in
der Freundschaft).

Mujāhid sagte über den Tāghūt: Tāghūt ist der Satan in Menschengestalt, von dem sie sich richten lassen
und seinen Befehlen gehorchen. [Tafsir Ibn Kāthir]

2. Alles, was außer Allāh angebetet wird


Dies ist die Ansicht von Imām Mālik und den meisten der Sprachgelehrten.

3. Die Wahrsager
Dies ist die Ansicht von 'Abdullah bin 'Umar (ra) und Dschābir bin 'Abdullāh (ra).

Ibnu Dschuraydsch sagte über den Tāghūt: Tāghūt sind die Wahrsager. Die Satane steigen zu ihnen herab
und flüstern in ihre Herzen und auf ihre Zungen das ein, was sie sagen sollen.

Ibnu Dschuraydsch sagte: Abu Zubayr benachrichtigte mich über Dschābir bin Abdullāh (ra): "Dschābir
(ra) wurde über die Tāghūt befragt, von welchen sich die Götzendiener richten ließen. Dschabir (ra) sagte:
"Sie hatten einige Tāghūt, von denen sie sich richten ließen. Einer davon war im Stamm Dschuhayna und
der andere im Stamm Aslam. Diese waren Wahrsager, welche von den Satanen belehrt wurden."

4. Der Zauberer
Dies ist die Ansicht von Abu Aliya und Sa'id bin Jubayr (ra).

5. Die Götzen
Dies ist die Ansicht von Ikrima, Dahhak und Suddi.

6. Die Dolmetscher der Götzen


'Abdullāh bin 'Abbas (ra) sagte zu dieser Ayat:
Der Dschibt: Dies sind die Götzen. Der Tāghūt: Dies sind die Wahrsager, die auf die Götzen aufpassen. Sie
schwören im Namen dieser Götzen um die Menschen irre zu leiten.

7. Die jüdischen Gelehrten


Einige Salaf-Gelehrten haben den Tāghūt als jüdische Gelehrte ausgelegt, vor denen die Juden sich in
Streitigkeiten richten ließen. Diese jüdischen Gelehrten haben bei ihrer Urteilung mit anderem gerichtet als
mit dem, was Allāh (swt) hinabgesandt hat.

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Ibn 'Abbas (ra) sagte: Tāghūt war jemand unter den Juden und er hieß Kāb bin Àshraf. Als die Juden in
ihren Streitigkeiten aufgefordert wurden sich durch das Urteil Allāhs und Seines Gesandten richten zu
lassen, da sagten sie: "Wir rufen euch auf, euch von Kāb bin Àshraf richten zu lassen."
Hierauf wurde der Vers

۞…‫ب‬
ِ ْ‫ت َو َﻗﺪْ ُأ ِﻣﺮُواْ أَن َﻳﻜْ ُﻔﺮُوا‬
ِ ‫ن أَن َﻳ َﺘﺤَﺎ َآﻤُﻮاْ ِإﻟَﻰ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫… ُﻳﺮِﻳﺪُو‬
... Sie wollen sich vor dem Tāghūt richten lassen, obwohl ihnen befohlen war ihn zu leugnen. …
[Nisā':60]

offenbart.
Dies ist die Ansicht von Dahhak, Mujāhid und Rabi bin Ànas.

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Die umfassendere und umfangreichere Bedeutung von Tāghūt
Für die meisten der Sahāba und Tabyin ist Tāghūt der Satan.
Für Malik bin 'Anas und die arabischen Sprachgelehrten ist Tāghūt alles, was außer Allāh (swt) angebetet
wird. Diese beiden sind die umfangreichsten Beschreibungen. Die anderen Beschreibungen sind die Äste
von diesen zweien. Diese zwei Beschreibungen über den Tāghūt stützen sich eigentlich auf eine Grundlage.
Doch diese Grundlage besitzt ein äußerliches Erscheinungsbild und eine Wirklichkeit. Aus diesem Grund
haben die Gelehrten, die nach dem Äußeren dieser Grundlage den Tāghūt beschrieben, ihn als "Alles, was
außer Allāh angebetet wird" erklärt. Die Gelehrten, die den Tāghūt nach seiner Wirklichkeit beschrieben,
haben ihn als den "Satan" erläutert.

Allāh (swt) sagt:

۞‫ﻦ َﺗ ُﺆزﱡ ُه ْﻢ َأزًّا‬


َ ‫ﻋﻠَﻰ اﻟْﻜَﺎ ِﻓﺮِﻳ‬
َ ‫ﻦ‬
َ ‫ﺸﻴَﺎﻃِﻴ‬
‫ﺳﻠْﻨَﺎ اﻟ ﱠ‬
َ ْ‫َأ َﻟﻢْ َﺗ َﺮ َأﻧﱠﺎ َأر‬
Hast du nicht gesehen? Wir sandten gewiss die Satane auf die Ungläubigen, damit sie sie anstacheln
und sie aufeinander aufhetzen.
[Maryam:83]

Aus diesem Grund hat jeder, der in den Kufr fällt und etwas anderes anbetet außer Allāh (swt), dies
aufgrund der Beschmückung dieser Taten durch den Satan, getan. Außerdem hat jeder, der äußerlich etwas
anderes anbetet außer Allāh (swt), eigentlich dem Satan gedient.

Allāh (swt) sagt:

۞... ‫ن‬
َ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫َأ َﻟﻢْ َأﻋْ َﻬﺪْ ِإ َﻟﻴْ ُﻜﻢْ ﻳَﺎ ﺑَﻨِﻲ ﺁ َد َم أَن ﻟﱠﺎ َﺗﻌْ ُﺒﺪُوا اﻟ ﱠ‬
Habe Ich euch, ihr Kinder Adams, nicht geboten, nicht Satan zu dienen …
[Yasin:60]

Allāh (swt) teilt uns über die Worte Ibrāhīms (as) zu seinem Vater folgendes mit:

۞… َ‫ﺸﻴْﻄَﺎن‬
‫ﺖ ﻟَﺎ َﺗﻌْ ُﺒ ِﺪ اﻟ ﱠ‬
ِ ‫ﻳَﺎ َأ َﺑ‬
Oh mein Vater, diene nicht dem Satan …
[Maryam:44]

Ibrahims Vater betete eigentlich nicht den Satan, sondern die Götzen an.
Allāh (swt) sagt zu dieser Angelegenheit:

۞… ‫ﺨ ُﺬ َأﺻْﻨَﺎﻣًﺎ ﺁ ِﻟ َﻬ ًﺔ‬
ِ ‫َوِإذْ ﻗَﺎ َل ِإﺑْﺮَاهِﻴ ُﻢ َﻷﺑِﻴ ِﻪ ﺁ َز َر َأ َﺗ ﱠﺘ‬
Und als Ibrahim zu seinem Vater Azar sagte: "Nimmst du Götzen zu Göttern? …
[An'ām:74]

Obwohl Ibrahims Vater Azar die Götzen anbetete, sagte Ibrāhīm zu ihm:
O Vater! Bete nicht den Satan an!

Denn der Satan ist der größte Tāghūt. Aus diesem Grund hat derjenige, der einen Götzen, Stein, Baum oder
einen Menschen anbetet, eigentlich den Satan angebetet.
Demzufolge: Wer auch immer andere Gesetze und Verfassungen außer den Urteilen Allāhs (swt)
akzeptiert, oder sich von einem Richter richten lässt, der nicht mit Allāhs (swt) Gesetzen urteilt, dann hat
dieser eigentlich die Urteile des Satans akzeptiert und hat sich vom Satan richten lassen. Die Bedeutung der
Urteilsfindung beim Tāghūt (zu suchen) ist genau dies!

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Wer auch immer für ein Volk, eine Rasse oder ein System kämpft, die dem Islam widersprüchlich ist wie
die Demokratie, dann hat dieser für den Satan gekämpft.
Die Bedeutung der Worte in dem Qur´ān-Vers

۞… ‫ت‬
ِ ‫ﺳﺒِﻴ ِﻞ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ن ﻓِﻲ‬
َ ‫… ُﻳﻘَﺎ ِﺗﻠُﻮ‬
… sie kämpfen für den Tāghūt ...
[an-Nisā':76]

ist genau diese.

Die Wirklichkeit des Tāghūt ist der Satan. Aus diesem Grund haben die Gelehrten der Salaf us Salihīn bei
der Auslegung der Bedeutung des Tāghūt ihn als "Satan" erläutert. Die Gelehrten der Salaf us Salihīn, die
das Erscheinungsbild des Tāghūt betrachteten, haben ihn als "alles, was außer Allāh (swt) angebetet wird"
erläutert.

Die Gelehrten der Salaf us Salihīn gaben den Tāghūt Bedeutungen, wie Wahrsager, Götzen, die Wahrsager
und Dolmetscher der Götzen, Zauberer oder jüdische Gelehrte, indem sie den Offenbarungsgrund und den
Zusammenhang der Qur´ān-Verse betrachteten.

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Worte der Gelehrten über den Tāghūt
Ibnu Dscharīr at-Tabari sagte: Für mich ist die beste Bedeutung, die man den "Tāghūt” geben kann
folgende: Der seine Grenzen gegenüber Allāh überschreitet und neben Allāh angebetet wird, sei es mit
Zwang oder freiwillig. Dieses Wesen, das angebetet wird kann ein Satan, ein Götze oder auch etwas
anderes sein. [Tafsir at-Tabari]

Imām Qurtubi sagte: Tāghūt ist ein Wahrsager, Satan und alle Führer bezüglich des Irreweges.
[Tafsir al Qurtubi 3/282]

Qurtubi sagte an einer anderen Stelle: Die Bedeutung von "Verleugnet den Tāghūt" ist: Verlasst die
Satane, Wahrsager, Götzen und alles, das neben Allāh angebetet wird und zur Falschheit ruft.
[Tafsir al Qurtubi 9/10]

Ibn Taymīya sagte: Der Begriff "Tāghūt” besteht aus der Fa'lut-Form und stammt aus dem Begriff
"tughyan”. Tugyan bedeutet jedoch die Grenzen zu überschreiten. Und dies ist die Ungerechtigkeit und das
Unrecht. Wenn jemand, der neben Allāh angebetet wird und damit zufrieden ist, so ist er ein Tāghūt
geworden. Aus diesem Grund hat der Gesandte Allāhs (saws) die Götzen als Tāghūt bezeichnet.

In einem wahren Hadīth sagte er: Diejenigen, die den Tāghūt dienen, werden (im Jenseits) den Tāghūt
folgen.

Jeder Weg, dem man sich bezüglich der Auflehnung gegen Allāh bindet und der außerhalb der
Rechtleitung und dem wahren Dīn ist und dem Buch und der Sunna widerspricht, ist ein Tāghūt. Aus
diesem Grund wird derjenige, der nicht mit dem Buch Allāhs sondern mit etwas anderem richtet und von
dem man sich richten lässt als Tāghūt bezeichnet. Aus diesem Grund wurde auch Fir"aun (Pharao) als
Tāghūt bezeichnet. [Madschmu'al Fatawa Band 28/200201]

Ibn al-Qayyim sagte: Tāghūt ist ein Diener, der bezüglich der Anbetung, Bindung und Gehorsamkeit
seiner selbst, seine Grenzen überschreitet. Der Tāghūt der Menschen sind diejenigen, die nicht mit den
Gesetzen Allāhs und Seines Gesandten regieren, vor dem man sich richten lässt außer vor Allāh, der
angebetet wird und den man wegen seines Wesens befolgt, ohne sich auf den Befehlen Allāhs zu stützen
und Ihm zu gehorchen. Genau das sind die Tāghūt der Welten. Wenn du über diese nachdenkst und die
Situation der Menschen anschaust, dann wirst du sehen, dass die meisten Menschen nicht Allāh, sondern
den Tāghūt dienen, sich nicht vor den Urteilen Allāhs und Seines Gesandten, sondern vor den Urteilen des
Tāghūt richten lassen und nicht Allāh und Seinem Gesandten, sondern dem Tāghūt gehorchen und sich an
ihn binden. [Alamu lMuwakkīn Band 1/50]

Hierzu muss man folgendes sagen: Wenn die Ansicht von Ibn al-Qayyim über die Menschen seiner Zeit,
d.h. vor 700 Jahren, auf diese Weise war, wie wäre dann seine Ansicht über die Menschen in unserer
heutigen Zeit gewesen, wenn er sie sehen würde?

Imām Schanqiti sagte: Zusammenfassend ist alles, was neben Allāh angebetet wird ein Tāghūt. Und in
dieser Sache bekommt der Satan den größten Anteil, wie es Allāh in dem folgenden Vers gebietet:

۞... ‫ن‬
َ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫َأ َﻟﻢْ َأﻋْ َﻬﺪْ ِإ َﻟﻴْ ُﻜﻢْ ﻳَﺎ ﺑَﻨِﻲ ﺁ َد َم أَن ﻟﱠﺎ َﺗﻌْ ُﺒﺪُوا اﻟ ﱠ‬
Habe Ich euch, ihr Kinder Adams, nicht geboten, nicht Satan zu dienen …
[Yasin:60]

[Adwau lBayan 1/228]

Imām Abdurrahman Abu Batin sagte: Tāghūt ist alles, das neben Allāh angebetet wird, im Irrweg den
Vorhut bilden, die zur Falschheit rufen und es als schön darstellen. In gleicher Weise sind jene ebenfalls

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Tāghūt, die mit Gesetzen zwischen den Menschen richten, die jenen Allāhs und Seines Gesandten
widersprechen, die Wahrsager und Zauberer, die Friedhofswärter, welche die Menschen mit falschen und
lügenhaften Geschichten zur Anbetung der Gräber aufrufen, sowie seine Diener und seine Beschützer. Der
eigentliche und größte unter diesen Tāghūt ist der Satan. Der Satan ist der größte Tāghūt. Allāh weiß es am
besten. [AdDuraru sSaniya 2/103]

Shaykh Muhammad Hamid alFiqhi sagte: Aus den Worten der Salaf-Gelehrten über den Tāghūt ist
folgendes zu verstehen: Tāghūt; der die Anbetung zu Allāh, die Aufrichtigkeit im Dīn und die
Gehorsamkeit zu Allāh und Seinem Gesandten hindert und zu anderen Richtungen hinwendet. So wie er
(der Tāghūt) Satan oder jemand unter den Menschen und den Jinn sein kann, so kann er auch ein Baum,
Stein oder etwas anderes sein. Mit Gesetzen zu herrschen, die der islamischen Sharī'a widersprüchlich
sind, sowie alle Gesetze um im Bezug des Menschenleben, Eigentums und der Tugend zu richten, sind
Tāghūt. Alle menschengemachten Gesetze, die die Strafen Allāhs, also Seine Sharī'a, abschaffen und den
Verbot von Zins, Unzucht und Alkohol aufheben, fallen ebenfalls in die Kategorie des Tāghūt. Außerdem
sind solche Gesetze ohnehin einzelne Tāghūt. In gleicher Weise ist jedes Buch, dass dazu führt, sich von
der Wahrheit und der Sharī'a, die der Gesandte Allāhs brachte, abzuwenden, ein Tāghūt. Was auch immer
die Absicht des Autors ist, sei es bewusst oder auch unbewusst geschrieben. [Fußnote in Fathu lMadschid]

Sulaymān bin Sahmān sagte über den Tāghūt: Der Tāghūt besteht aus drei Arten: Der Tāghūt in der
Entscheidung, der Tāghūt im Gottesdienst und der Tāghūt in der Gehorsamkeit und der Befolgung.
[AdDuraru sSaniya 8/ 272, Kapitel: Hukmul Murtad]

Imām Muhammad ibn 'Abdul-Wahāb sagte:


Es gibt viele Arten von Tāghūt; doch es gibt 5 wichtige, bzw. führende Tāghūt.

1. Der Satan, der die Menschen dazu aufruft, etwas anderes, außer Allāh anzubeten.
Allāh sagt:

۞... ‫ن‬
َ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫َأ َﻟﻢْ َأﻋْ َﻬﺪْ ِإ َﻟﻴْ ُﻜﻢْ ﻳَﺎ ﺑَﻨِﻲ ﺁ َد َم أَن ﻟﱠﺎ َﺗﻌْ ُﺒﺪُوا اﻟ ﱠ‬
Habe Ich euch, ihr Kinder Ādams, nicht geboten, nicht Satan zu dienen …
[Yasin:60]

2. Diejenigen, die die Menschen dazu zwingen, mit anderen Gesetzen als den Gesetzen Allāhs gerichtet zu
werden und grausame Herrscher, die Allāhs Gesetz ändern.

‫ت َو َﻗﺪْ ُأ ِﻣﺮُواْ أَن َﻳﻜْ ُﻔﺮُواْ ِﺑ ِﻪ َو ُﻳﺮِﻳ ُﺪ‬


ِ ‫ن أَن َﻳ َﺘﺤَﺎ َآﻤُﻮاْ ِإﻟَﻰ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ﻚ ُﻳﺮِﻳﺪُو‬
َ ‫ﻚ َوﻣَﺎ أُﻧ ِﺰ َل ﻣِﻦ َﻗﺒْ ِﻠ‬َ ْ‫ﻋﻤُﻮنَ َأ ﱠﻧ ُﻬﻢْ ﺁ َﻣﻨُﻮاْ ِﺑﻤَﺎ أُﻧ ِﺰ َل ِإ َﻟﻴ‬
ُ ْ‫ﻦ ﻳَﺰ‬
َ ‫َأ َﻟﻢْ َﺗ َﺮ ِإﻟَﻰ اﱠﻟﺬِﻳ‬
۞‫ﻼ ًﻻ َﺑﻌِﻴﺪًا‬ َ‫ﺿ‬َ ْ‫ﻀﻠﱠ ُﻬﻢ‬ ِ ‫ن أَن ُﻳ‬ ُ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬ ‫اﻟ ﱠ‬
Hast du nicht jene gesehen, die behaupteten, an das zu glauben, was zu dir und was vor dir
hinabgesandt worden ist? Sie wollen (nun) eine rechtswirksame Entscheidung beim Tāghūt suchen,
wo ihnen doch befohlen worden ist, nicht daran zu glauben; und Satan will sie weit verwirren lassen.
[an-Nisā':60]

3. Diejenigen, die mit anderen Gesetzen richten als mit den Gesetzen Allāhs.
Allāh sagt:

۞َ‫ﻚ ُه ُﻢ اﻟْﻜَﺎﻓِﺮُون‬
َ ‫َوﻣَﻦ ﱠﻟﻢْ َﻳﺤْﻜُﻢ ِﺑﻤَﺎ أَﻧ َﺰ َل اﻟّﻠ ُﻪ َﻓُﺄوْﻟَـ ِﺌ‬
Und wer nicht nach dem richtet, was Allāh herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.
[al-Māidah:44]

4. Diejenigen, die vorgeben das Verborgene zu kennen oder zu wissen.

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۞‫ﺣﺪًا‬
َ ‫ﻏﻴْ ِﺒ ِﻪ َأ‬
َ ‫ﻋﻠَﻰ‬
َ ‫ﺐ َﻓﻠَﺎ ُﻳﻈْ ِﻬ ُﺮ‬
ِ ْ‫ﻋَﺎ ِﻟ ُﻢ اﻟْ َﻐﻴ‬
Er ist der Kenner des Verborgenen; Er enthüllt keinem Seine Kenntnis vom Verborgenen.
[al-Jinn:26]

5. Diejenigen, an die Gottesdienst verrichtet wird und die daran Gefallen haben.
Allāh sagt:

۞َ‫ﻚ َﻧﺠْﺰِي اﻟﻈﱠﺎ ِﻟﻤِﻴﻦ‬


َ ‫ﺟ َﻬ ﱠﻨ َﻢ َآ َﺬ ِﻟ‬
َ ‫ﻚ َﻧﺠْﺰِﻳ ِﻪ‬
َ ‫َوﻣَﻦ َﻳ ُﻘﻞْ ِﻣﻨْ ُﻬﻢْ إِﻧﱢﻲ ِإ َﻟ ٌﻪ ﻣﱢﻦ دُو ِﻧ ِﻪ َﻓ َﺬ ِﻟ‬
Und dem, der von ihnen sagen wollte: "Ich bin ein Gott neben Ihm" würden Wir es mit Gahannam
vergelten. Und ebenso vergelten Wir es den Ungerechten.
[al-Anbiyā':29]

[Risāla fī Mana at-Tāghūt]

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Die heutigen Tāghūt
Erster Tāghūt: Derjenige, der neben Allāh Gesetze erlässt
Es gibt einen Unterschied zwischen dem, der Gesetze erlässt und dem, der diese Gesetze anwendet. In
unserer Zeit werden die Gesetzesgeber als Legislative bezeichnet. Diejenigen, die diese Gesetze anwenden
werden als Exekutive bezeichnet. Die Exekutive vollstreckt die Gesetze, die die Legislative aufstellt. So
wie der Gesetzesgeber außer Allāh (swt) eine Person sein kann, so kann es auch ein Lebenssystem, ein
Volk, eine Partei, ein Parlament, ein Religionsmann, ein Priester oder ein Shaykh, der sich in ein
Religionskleid eingehüllt hat und andere Sachen außer diese sein.
Im Allgemeinen sagen wir folgendes: Jemand, der in einer Sache ein Verbot oder eine Erlaubnis aufstellt,
zu einer Sache gut oder schlecht sagt, indem er dabei Allāh (swt) widerspricht, oder die Gesetzgebung,
welche das alleinige Recht Allāhs (swt) ist, für sich beansprucht und so Gesetze für die Menschen erfindet,
die seinen Gelüsten (nafs) entsprechen, hat sich somit Allāh (swt) gleichgestellt und ist zu einem Tāghūt
geworden. Die Pflicht, die auf einen Muslim fällt, ist es, solche Personen zu verleugnen und ihnen den
Unglauben zuzschreiben. Solche Personen ist in dem Urteil des folgenden Verses mit enthalten:

۞… ‫ب‬
ِ ْ‫ت َو َﻗﺪْ ُأ ِﻣﺮُواْ أَن َﻳﻜْ ُﻔﺮُوا‬
ِ ‫ن أَن َﻳ َﺘﺤَﺎ َآﻤُﻮاْ ِإﻟَﻰ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫… ُﻳﺮِﻳﺪُو‬
… Sie wollen (nun) eine rechtswirksame Entscheidung beim Tāghūt suchen, wo ihnen doch befohlen
worden ist, ihn zu verleugnen …
[an-Nisā':60]

Wer sich von den Gesetzen dieser Person/Staat/Institution richten lässt, die Besonderheit der
Gesetzgebung, die nur Allāh (swt) gehört, ihm zuspricht und ihm gehorcht und sich vor ihm ergibt, hat ihn
somit angebetet und ihm gedient, obwohl diese Besonderheit allein Allāhs (swt) Besonderheit ist. Das
Recht der Gesetzgebung und der Ergebung vor diesen Gesetzen gehört einzig und allein Allāh (swt). In
dieser Sache akzeptiert Er niemals einen Partner neben sich.
Allāh (swt) sagt:

۞‫ﺣﺪًا‬
َ ‫ﺣﻜْ ِﻤ ِﻪ َأ‬
ُ ‫ك ﻓِﻲ‬
ُ ‫… َوﻟَﺎ ُﻳﺸْ ِﺮ‬
… und Er teilt Seine Befehlsgewalt mit keinem.
[al-Kahf:26]

Wer auch immer das Recht der Gesetzgebung einem anderen als Allāh (swt) zuspricht und sich von diesem
richten lässt, den hat er zu einem weiteren Herrn und Gott (ilah) außer Allāh (swt) akzeptiert, auch wenn er
das Pflichtgebet verrichtet, fastet oder behauptet ein Muslim zu sein. Zu solchen Personen passen die
folgenden Worte Allāhs (swt):

۞… ‫ن اﻟّﻠ ِﻪ‬
ِ ‫ﺨﺬُواْ َأﺣْﺒَﺎ َر ُهﻢْ َو ُرهْﺒَﺎ َﻧ ُﻬﻢْ َأرْﺑَﺎﺑًﺎ ﻣﱢﻦ دُو‬
َ ‫ا ﱠﺗ‬
Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Allāh ...
[at-Taubah:31]

Baghāwi sagte in der Auslegung dieses Verses:


Wenn behauptet wird: "Sie beteten die Schriftgelehrten und Mönche nicht an, indem sie sich vor ihnen
verbeugten und niederwarfen." dann kann man dazu folgende Antwort geben: "Die in dem Vers
vorkommende Gehorsamkeit ist nicht bezüglich der Verbeugung oder der Niederwerfung, sondern die
Gehorsamkeit zu ihnen wenn sie Allāhs Erlaubte verbieten und Seine Verbote erlauben, indem sie sich
Allāh widersetzen. Genau auf diese Weise haben sie die Schriftgelehrten und Mönche zu Herren
genommen."

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Adiyy bin Hātim (ra) sagte: Ich trat zum Gesandten Allāhs (saws) vor und trug dabei noch ein Kreuz aus
Gold. Als der Gesandte Allāhs (saws) mich sah, sagte er: "O Adiyy! Werfe diesen Götzen weg, den du um
den Hals trägst!" Ich warf es sofort weg, danach kam ich zu ihm. Er las gerade den Vers:

‫ﻋﻤﱠﺎ‬
َ ‫ﺳﺒْﺤَﺎ َﻧ ُﻪ‬
ُ ‫ﻦ َﻣﺮْ َﻳ َﻢ َوﻣَﺎ ُأ ِﻣﺮُواْ ِإ ﱠﻻ ِﻟ َﻴﻌْ ُﺒﺪُواْ ِإﻟَـﻬًﺎ وَاﺣِﺪًا ﱠﻻ ِإﻟَـ َﻪ ِإ ﱠﻻ ُه َﻮ‬
َ ْ‫ﺢ اﺑ‬
َ ‫ن اﻟّﻠ ِﻪ وَاﻟْ َﻤﺴِﻴ‬
ِ ‫ﺨﺬُواْ َأﺣْﺒَﺎ َر ُهﻢْ َو ُرهْﺒَﺎ َﻧ ُﻬﻢْ َأرْﺑَﺎﺑًﺎ ﻣﱢﻦ دُو‬
َ ‫ا ﱠﺗ‬
۞‫ن‬ َ ‫ُﻳﺸْ ِﺮآُﻮ‬
Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Allāh. (Ebenso) den
Messias, den Sohn der Maria (haben sie zum Herren genommen). Und doch war ihnen geboten
worden, allein den Einzigen Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Gepriesen sei Er über das,
was sie (Ihm) zur Seite stellen!
[at-Taubah:31]

Als er diesen Vers zu Ende las, sagte ich zu ihm: "Wir beteten sie doch nicht an!" Daraufhin sagte er:
"Wenn sie das Erlaubte Allāhs verbieten und Seine Verbote erlauben, habt ihr es dann auch nicht verboten
oder erlaubt?" Ich antwortete: "Ja." Daraufhin sagte der Gesandte Allāhs (saws) "Genau auf diese Art habt
ihr sie angebetet." [Tafsir al-Baghawi Band 3 S. 285]

Zweiter Tāghūt: Jedes Gesetz, außer den Gesetzen Allāhs


Jede Art von Gesetz, die den Gesetzen Allāh (swt) widerspricht, ist ein Tāghūt. Allāh (swt) sagt:

۞… ‫ب‬
ِ ْ‫ت َو َﻗﺪْ ُأ ِﻣﺮُواْ أَن َﻳﻜْ ُﻔﺮُوا‬
ِ ‫ن أَن َﻳ َﺘﺤَﺎ َآﻤُﻮاْ ِإﻟَﻰ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫… ُﻳﺮِﻳﺪُو‬
… Sie wollen (nun) eine rechtswirksame Entscheidung beim Tāghūt suchen, wo ihnen doch befohlen
worden ist, ihn zu verleugnen …
[an-Nisā':60]

Mit dem Tāghūt in diesem Vers sind alle Gesetze außer den Gesetzen Allāhs (swt) gemeint. Wie es schon
vorher in der Erklärung des Tāghūt erwähnt wurde, haben einige Gelehrte den Gesetzen außer denen
Allāhs (swt), den Begriff "Tāghūt" gegeben. Alle Gesetze, die heutzutage in den ehemaligen islamischen
Ländern angewendet werden, sind Tāghūt. Denn diese Gesetze wurden nicht von den Gesetzen Allāhs
(swt) entnommen und zudem sind sie menschengemachte Gesetze, welche den Gesetzen Allāhs (swt)
widersprechen. Die Gesetzgeber, die diese Gesetze beschlossen haben, betrachten diese (Gesetze) als über
alle anderen Gesetze geltend. Aus diesem Grund behaupten sie, dass sich jeder und in jeder Zeit diesen
Gesetzen, d.h. der Verfassung unterwerfen muss.
Die Diener dieser menschengemachten Verfassung scheuen sich so sehr vor dieser Verfassung, dass sie
jedem widersprechen, jedoch niemals der Verfassung. Für alles finden sie einen Einwand, jedoch niemals
für die Verfassung. Denn gegen die niemals veränderbare Verfassung darf man niemals einen Einwand
vorwerfen, sie niemals mit schiefem Auge betrachten, über seine Richtigkeit und Falschheit niemals
diskutieren. Wer auch immer gegen die Verfassung Verrat ausübt, dessen Lage wird sehr schlimm werden
und des Weiteren.
Die Bücher, die zum Kufr oder zur Anwendung der menschengemachten Gesetze anregen und
insbesondere die laizistische Ordnung loben, sind ebenfalls einzelne Tāghūt. Denn jedes Buch, das Kufr
und Shirk beinhaltet, ist wie ein Götze. Aus diesem Grund haben diejenigen, die sich dem Geschriebenen
in diesen Büchern zuwenden und es in ihrem Leben anwenden, diese Bücher angebetet. Solche Bücher
sollten nicht verkauft werden, weder für materiellen Nutzen noch um den Gedanken und Meinungen in
diesen Büchern zu dienen. Denn auf diese Art hätte man dazu beigetragen, dass sich der Kufr, Shirk und
der Irrweg verbreitet.

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Scheinargument
Man könnte nun folgendes fragen: "Wie es schon zuvor erläutert wurde, ist ein Tāghūt etwas, das neben
Allāh (swt) angebetet wird. Wie kann man die Gesetze, die außer den Gesetzen Allāhs (swt) stehen,
anbeten?"

Die Antwort hierauf ist folgendermaßen: "Sich, außer den Gesetzen Allāhs (swt), vor anderen Gesetzen
richten zu lassen, ihnen zu gehorchen, sich seinen Urteilen zu beugen und gegen sie keinen Einwand
vorzubringen, stellt eine Anbetung zu ihnen dar. Denn diese Handlungen dürfen einzig und allein für die
Gesetze Allāhs (swt) ausgeführt werden. Wer auch immer die Rechte und Befugnisse, die man den
Gesetzen Allāhs (swt) entgegenbringen muss, den menschengemachten Gesetzen entgegenbringt, der hat
somit diese Gesetze angebetet und diese Gesetze sind so seine Tāghūt geworden."

Dritter Tāghūt: Die Nation und der Nationalismus


Der Nationalismus und der Patriotismus können neben Allāh (swt) angebetete Tāghūt sein, wenn die Liebe
und die Feindschaft für das Vaterland und für die Nation stattfindet, wenn Rechte nicht für den Islam,
sondern für die Grenzen des Landes und für den Nationalismus gegeben werden. Wenn beispielsweise den
Menschen, seien es die schlimmsten Kuffar, innerhalb der Grenzen eines Landes jede Art von Recht
gewährleistet und Freundschaft gezeigt wird, jedoch für die anderen Menschen, die außerhalb der Grenzen
dieses Landes leben, seien es die Gottesfürchtigsten unter den Menschen, nicht in gleicher Weise der
Freundschaft gezeigt und die gleichen Rechte zugesichert werden, dann wird der Patriotismus und der
Nationalismus zu Tāghūt, die neben Allāh (swt) angebetet werden.
Es gibt einige getäuschte Menschen, die mit ihren Zungen Worte daherreden wie "die unzertrennliche
Einheit des Volkes" oder "die Vereinigung der Nation." Mit diesen Worten meinen sie, dass die Menschen,
die in dem selben Land leben und der selben Nation angehören, sich für die Verteidigung ihres Landes
gegen die Angriffe, die gegen das Land oder die Nation gerichtet sind, vereinigen müssen. Dabei spielt es
keine Rolle welchen Parteien, Meinungen oder Adyān sie angehören. Für diese Leute gilt alles für das
Vaterland und für die Nation. Sie würden sogar einen Pakt mit dem Teufel eingehen, um ihr wichtiges und
wertvolles Vaterland zu schützen. In einem Augenblick werden die zu größten Feinde ausgerufenen
Länder, gegen die man den Krieg erklärt hat, zu den wichtigsten Verbündeten des Landes erklärt, als ob
unter ihnen eine jahrhunderte lange Freundschaft herrschte und eine Feindschaft nie stattgefunden hätte.
Wer auch immer zwischen den Juden, Christen, den restlichen Ungläubigen und den Muslimen die
Trennungen allein aufgrund ihrer Nationen beschließt, alle Menschen, die zu diesen Adyān gehören
gleichstellt und zwischen allen die selben (Kufr-)Urteile ausführt, hat zweifellos den größten Kufr
begangen. Denn dieser hat im Bezug der Freund- und Feindschaft den Patriotismus und den Nationalismus
Allāh (swt) beigesellt, die Freund- und Feindschaft nicht für die Aqida und den Dīn, sondern für das Land
gehegt. Solch ein Gedanke, Glaube oder eine Handlung bedeutet, die Verse Allāhs (swt) und die Worte
Seines Gesandten (saws), die besagen, dass die Freundschaft und die Feindschaft allein nur für die Aqida
und den Dīn stattfinden darf, zu leugnen.
Heutzutage ist das Patriotismus- und Nationalismusbewusstsein so empor gehoben worden, dass die
Nachkommen auf diesen Ideen erzogen werden und alle guten Taten nur dem Land gewidmet werden.
Damit sich diese Idee verbreitet, wurden auch die Medien an der richtigen Stelle benutzt. Auf diese Art
werden die Handlungen, die eigentlich nur für Allāh (swt) und nur für das Erlangen des Wohlgefallen
Allāhs (swt) ausgeführt werden sollten, für das Land ausgeführt. Für das Land hat man gekämpft, für das
Land wird materielle Hilfe gesammelt, für das Land ist man gestorben und für das Land werden Freund-
und Feindschaften gezeigt.

Einst kam ein Mann zum Gesandten Allāhs (saws) und fragt ihn: "Jemand kämpft für die Kriegsbeute, ein
anderer für Ruhm und ein anderer für ein Amt. Welcher von diesen ist auf dem Weg Allāhs (swt)?" Der
Gesandte Allāhs (saws) antwortete: "Wer darum kämpft, damit das Wort Allāhs sich verbreitet, dann hat
dieser auf dem Wege Allāhs (swt) gekämpft." [Bukhary]

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Dieser Hadīth grenzt den Bereich des Jihad ein und teilt uns mit, dass der vom Islam angeregte Jihad nur
für Allāh (swt) und nur zur Verhelfung der Sharī'a Allāhs (swt) zur Herrschaft stattfinden darf. Die Kämpfe
außer diesen, mit welcher Absicht sie auch immer ausgeführt werden, finden nicht für Allāh (swt) sondern
für den Tāghūt statt. Allāh (swt) sagt:

۞‫ﺿﻌِﻴﻔًﺎ‬
َ ‫ن‬
َ ‫ن آَﺎ‬
ِ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫ن َآﻴْ َﺪ اﻟ ﱠ‬
‫ن ِإ ﱠ‬
ِ ‫ﺸﻴْﻄَﺎ‬
‫ت َﻓﻘَﺎ ِﺗﻠُﻮاْ َأوْ ِﻟﻴَﺎء اﻟ ﱠ‬
ِ ‫ﺳﺒِﻴ ِﻞ اﻟﻄﱠﺎﻏُﻮ‬
َ ‫ن ﻓِﻲ‬
َ ‫ﻦ َآ َﻔﺮُواْ ُﻳﻘَﺎ ِﺗﻠُﻮ‬
َ ‫ﺳﺒِﻴ ِﻞ اﻟّﻠ ِﻪ وَاﱠﻟﺬِﻳ‬
َ ‫ن ﻓِﻲ‬
َ ‫ﻦ ﺁ َﻣﻨُﻮاْ ُﻳ َﻘﺎ ِﺗﻠُﻮ‬
َ ‫اﱠﻟﺬِﻳ‬
Die da glauben, kämpfen für Allāhs Sache, und die nicht glauben, kämpfen für die Sache des Tāghūt;
darum kämpft gegen die Anhänger des Satans! Wahrlich, die List des Satans ist schwach.
[an-Nisā':76]

Dieser Qur´ān-Vers zeigt, dass die Kriege nur für zwei Sachen stattfinden und dass es keine dritte Sache
gibt. Die Kriege werden entweder für Allāh (swt) und um die Sharī'a Allāhs (swt) zur Herrschaft zu
verhelfen oder für den Tāghūt geführt. Ein Krieg, der nicht um die Verhelfung der Gesetze Allāhs (swt) zur
Herrschaft geführt wird, wird für den Tāghūt geführt.

Scheinargument
Jemand könnte folgendes fragen: Es wird behauptet, dass es nicht erlaubt sei für das Land zu kämpfen und
alles dafür zu opfern. Jedoch ist es allgemein bekannt, dass es für die Muslime Pflicht ist für die
Verteidigung eines islamischen Gebietes zu kämpfen. Existiert nun zwischen diesen zwei Angelegenheiten
kein Widerspruch? Zudem teilte uns der Gesandte Allāhs (saws) in einigen der Hadīthe mit, dass jemand,
der gegen einen Ungerechten kämpft, um sein Eigentum und seine Ehre zu verteidigen und dabei stirbt, als
ein Märtyrer stirbt. Sind diese Überlieferungen gegenüber den obigen Aussagen nicht im Widerspruch?

Die Antwort hierauf: Zwischen den Worten, die besagen, dass es nicht erlaubt ist für das Land zu kämpfen
und dafür zu sterben und den Worten, dass es für die Muslime Pflicht ist für die Verteidigung des
islamischen Staates zu kämpfen und dass derjenige, der für die Verteidigung seines Eigentums und seiner
Ehre gegen die Ungerechtigkeit kämpft und dabei stirbt, als ein Märtyrer stirbt, ist Allāh (swt) sei Dank
nicht der geringste Widerspruch.
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem Kampf, der nur geführt wird, um des Wohlgefallen
Allāhs (swt) wegen, um Seine Befehle auszuführen, Seine Urteile anzuwenden und für den Schutz des
Eigentums und der Ehre einerseits und dem Kampf, der nicht um des Wohlgefallen Allāhs (swt) wegen,
sondern nur geführt wird, um etwas Bestimmtes (weltliches) zu erlangen.
Die erste Art des Kampfes wird ausgeführt um nur die Befehle Allāhs (swt) auszuführen. Und dies ist die
größte Anbetung, die man erbringen kann, um Allāh (swt) nähern zu kommen. Die zweite Art ist eine
Handlung des Shirk und der Falschheit, die gemacht wird, ohne dabei die Befehle Allāhs (swt) zu beachten.
Dass der Mensch seine Heimat liebt, das Gebiet, wo er geboren und aufwuchs vermisst, ist gestattet. Dies
ist keine Sache, die dem Islam nicht entspricht. Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen dieser
Situation und der anderen, nämlich nur für das Land Freund- und Feindschaften zu schließen und alles für
das Land zu tun. Diese Situation entspricht nicht dem Islam und ist daher nicht erlaubt. Denn wie schon
zuvor erwähnt, würde dies bedeuten, das Land Allāh (swt) beizugesellen. Leider verwechseln die meisten
Menschen in unserer Zeit diese Angelegenheit, sei es bewusst oder aufgrund ihrer Unwissenheit. Sie
bezeichnen nicht diejenigen, die für Allāh (swt) kämpfen als Märtyrer sondern diejenigen, die für den
Schutz der Tāghūt, ihrer Gesetze, der Republik, welche eine Tāghūt-Regierung ist, der Demokratie,
welches ein Kufr-Dīn ist, dem Laizismus, dem Kāfir, dem Muschrik, dem Wohlstand der anderen
islamfeindlichen Kāfir-Länder, der Juden und Christen, der Huren, der Zuhälter, Wucherer, Feiglinge und
Ausbeuter. Auf diese Art haben sie die islamische Bedeutung des Begriffs "Schahīd" verändert und ihm
eine andere Bedeutung gegeben, die den Tāghūt gefallen. Genau wie es bei den Begriffen "Ilah (Gott)",
"Rabb (Herr)", "Dīn (Glaube)", "'Ibāda (Anbetung)" usw. getan wurde. Im Islam ist der Begriff Märtyrer
eine sehr erhabene Eigenschaft, die jenen gegeben wird, die für die Souveränität der Worte "Lā ilaha
illāAllāh" und mit diesem Zweck für die Aufhebung der Schlechtigkeiten, die wir oben erwähnten,
kämpfen. Wenn der Begriff Märtyrer fällt, dann kommt als erstes der Islam, die Worte Lā ilaha illāAllāh,

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der Kampf gegen die Kāfir auf diesem Wege, ein schöner Tod und die großen Belohnung und die Gnade,
die Allāh (swt) einem zuteil werden läßt.
Man denke über die Absicht der Narren nach, welche die Toten auf ihren Weg als Märtyrer bezeichnen,
ohne an die oben genannten Dīnge zu glauben und sogar gegen diese feindlich gestimmt zu sein!
Geschieht dies nicht zum Schutz ihrer Herrschaft, indem sie die religiösen Gefühle des unwissenden
Volkes ausnutzen? Auf der ganzen Welt war Makka der Lieblings-Ort des Propheten (saws). Doch in
seinem Herzen war ihm Allāh (swt) noch lieber, noch wichtiger und noch erhabener als dieser Ort. Als er
zwischen diesen zweien entscheiden musste, d.h. in Makka zu bleiben, wo er seine Kindheit und Jugend
verbrachte und diesen Ort liebte oder für Allāh (swt) zum islamischen Staat Madīna auszuwandern, hat er
die Liebe zu Allāh (swt) der Liebe zur Heimat vorgezogen und entschied sich nicht in Makka zu bleiben,
sondern nach Madīna auszuwandern. Seine Gefährten und jene, die sich zu ihnen bekannten, haben
ebenfalls diesen Weg verfolgt. Und wenn Allāh es will, werden wir sie zu Vorbildern nehmen und das
gleiche tun, was auch sie taten!

An den Diener Allāhs


Du, Diener Allāhs! Wisse: Der größte Zweck ist die Liebe Allāhs (swt). Dies jedoch ist auch das Recht
Allāhs (swt), das Er auf Seine Diener hat. Aus diesem Grund darf keine andere Absicht höher gestellt
werden als diese. Wenn Du in einer Entscheidung stehst zwischen der Liebe zu Allāh und der Liebe zur
Heimat, zur Familie, zum Besitz oder zu anderen weltlichen Dīngen, so musst Du unter allen Umständen
die Liebe zu Allāh (swt) vorziehen. Möge alles auf dem Wege Allāhs (swt) geopfert werden! Denn die
weltlichen Werte, die auf dem Weg Allāhs (swt) verloren gehen, sind nicht wichtig. Für weltliche Dīnge
kann man nichts opfern, denn sie sind vergängliche Werte und besitzen nicht die höhere Eigenschaft, die
die wahre Liebe verdient. Die Kāfir und Muschrikin, die außer den Muslimen existieren, opfern alles für
den Tāghūt. Warum sollten wir Muslime dann nicht all unsere Werte für Allāh (swt) und auf dem Wege
Allāhs (swt) aufopfern? Wir sind eher dafür bestimmt so zu handeln, denn wir hegen Hoffnungen auf Allāh
(swt). Aber die Diener des Tāghūt haben nicht die geringste Hoffnung. Für die Liebe Allāhs (swt) alles auf
dem Wege Allāhs (swt) aufzuopfern, ist die Vorraussetzung des Glaubens und des Tawhīd. Wenn dies
nicht auf diese Weise ausgeführt wird, dann ist die Bekennung zum Islam nicht wahr und nichtig. Allāh
(swt) sagt:

‫ﺐ ِإ َﻟﻴْﻜُﻢ‬
‫ﺣ ﱠ‬
َ ‫ﺿﻮْ َﻧﻬَﺎ َأ‬
َ ْ‫ﻦ َﺗﺮ‬
ُ ‫ن َآﺴَﺎ َد َهﺎ َو َﻣﺴَﺎ ِآ‬َ ْ‫ﺸﻮ‬ َ ْ‫ﻋﺸِﻴ َﺮ ُﺗ ُﻜﻢْ َوَأﻣْﻮَالٌ اﻗْ َﺘ َﺮﻓْ ُﺘﻤُﻮهَﺎ وَﺗِﺠَﺎرَةٌ َﺗﺨ‬ َ ‫ﺟ ُﻜﻢْ َو‬
ُ ‫ن ﺁﺑَﺎ ُؤ ُآﻢْ َوَأﺑْﻨَﺂ ُؤ ُآﻢْ َوِإﺧْﻮَا ُﻧ ُﻜﻢْ َوَأزْوَا‬
َ ‫ُﻗﻞْ إِن آَﺎ‬
۞‫ﻦ‬ َ ‫ﺳﻘِﻴ‬ِ ‫ﻲ اﻟّﻠ ُﻪ ِﺑ َﺄﻣْ ِﺮ ِﻩ وَاﻟّﻠ ُﻪ َﻻ َﻳﻬْﺪِي اﻟْ َﻘﻮْ َم اﻟْﻔَﺎ‬
َ ‫ﺳﺒِﻴ ِﻠ ِﻪ َﻓ َﺘ َﺮ ﱠﺑﺼُﻮاْ ﺣَﺘﱠﻰ َﻳﺄْ ِﺗ‬
َ ‫ﺟﻬَﺎ ٍد ﻓِﻲ‬ ِ ‫ﻦ اﻟّﻠ ِﻪ َو َرﺳُﻮ ِﻟ ِﻪ َو‬ َ ‫ﱢﻣ‬
Sprich: "Wenn eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Frauen und eure Verwandten
und euer Vermögen, das ihr euch erworben habt, und euer Handel, dessen Stillstand ihr fürchtet,
und eure Wohnstätten, die ihr liebt, euch lieber sind als Allāh und Sein Gesandter und der Jihad auf
Seinem Weg, so wartet auf Allāhs Befehl. Allāh leitet den Fasiqūn nicht den Weg."
[at-Taubah:24]

Der Begriff Fisq (Ungehorsam) in diesem Vers bedeutet ein großer Fisq, welcher den Ausschluss aus dem
Islam nach sich zieht. Zudem stützen die anderen Beweise, die mit dieser Sache zu tun haben, diesen Vers.

Vierter Tāghūt: Der Humanismus (Menschlichkeit)


Der Grund dafür, dass die Humanität zu einem Tāghūt werden kann, der neben Allāh (swt) angebetet wird,
ist, dass die Freund- und Feindschaft, Krieg und Frieden auf Grund dieses Glaubens und dieser Idee
stattfinden. Die Idee dea Humanismus sagt den Menschen folgendes: Alle Menschen sind gleich, was in
erster Linie nicht dem Islam nicht widerspricht jedoch ist der Schutz des Menschen, seiner freien
Entfaltung und seiner schöpferischen Kräfte das wichtigste, nach dem die Menschen streben sollen und
dabei spielt es keine Rolle was sie für einen Dīn oder Glauben besitzen. Nach dieser Ansicht sind der
gottesfürchtigste Mensch und der ungläubigste Mensch gleich. Denn nur aufgrund ihres Wesens, Menschen
zu sein, bestehen zwischen ihnen keine Unterschiede.
Zweifellos ist diese Ansicht nach dem Islam falsch und dies ist jedem Muslim bekannt. Zu so einer Ansicht
bindet sich nur jemand, der sich vom Islam entfernt hat und ein Kāfir geworden ist. Denn diese Ansicht ist

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ein Glaube und eine Meinung, die den besten Menschen auf Erden, nämlich den Gesandten Allāhs
Muhammad (saws), mit den schlimmsten Menschen und Führern des Irrgangs, beispielsweise Abu Jahil
(der ein verbitterter Feind des Gesandten (saws) war), gleich stellt. Diejenigen, die sich der Idee des
Humanismus bekennen, tun alles in ihrer Macht stehende, um diese Idee zu verteidigen. Wenn sie eine Tat
begehen, dann sagen sie, dass sie sie für die Menschheit getan haben. Wenn einer von ihnen materielle
Hilfe geleistet hat, dann sagt er: "Ich habe für die Menschheit materielle Hilfe geleistet." Wenn er in einem
Kampf Platz genommen hat, sagt er: "Ich habe für die Menschheit gekämpft." So behauptet er alles für die
Menschheit getan zu haben. Genau auf diese Art wird der Humanismus zu einem Tāghūt, der neben Allāh
(swt) angebetet wird.

Fünfter Tāghūt: Das Volk


Wenn das Volk als Quelle der Gesetzgebung gesehen wird, und ihm die Befehlsgewalt, die Verwaltung des
Landes und der Beschluss der im Staat angewendeten Gesetze gegeben wird, so wird er zu einem Tāghūt,
der neben Allāh (swt) angebetet wird, auch wenn diese Gesetze den Gesetzen Allāhs (swt) nicht
widersprechen. Die Gründe dafür, dass das Volk zu einem Tāghūt wird, sind die folgenden:
1. Wenn die Befugnis der Gesetzgebung dem Volk gegeben wird, so wird sie bezüglich der
Entscheidungsgewalt und Gesetzgebung in die gleiche Ebene wie Allāh gestellt. Dies jedoch ist großer
Shirk.

Sayyid Qutb sagte: Im islamischen System wird der Verwalter von dem Volk gewählt und sie geben ihm
die Befugnis die Gesetze Allāhs (swt) auszuführen. Das bedeutet nicht, dass das Volk die Quelle der
Gesetzgebung darstellt und die Befugnis besitzt die Gesetze zu bestimmen, die ausgeführt werden sollen.
Denn die Quelle der Gesetzgebung ist Allāh (swt). Eine Menge Leute, sogar die Islamwissenschaftler
konnten zwischen der Verwaltung des Volkes und der Quelle der Gesetzgebung nicht unterscheiden. Wenn
sich alle Menschen versammeln würden, so können sie dennoch nicht das Recht der Entscheidung besitzen.
Der wahre Besitzer der Entscheidung ist einzig und allein Allāh (swt). Die Menschen jedoch, führen die
Entscheidungen Allāhs (swt) mit Seiner Befugnis aus. Niemand besitzt das Recht Gesetze zu erlassen außer
den Urteilen Allāhs (swt). Die Urteile der Gesetzesgeber, die neben Allāh Gesetze erlassen, sind keine
gültigen Urteile. [Fizilal’i l-Qur´ān Band 4, S. 1990]

Im Islam wird der Verwalter vom Volk auserwählt, damit er die Urteile Allāhs (swt) ausführt. Aus diesem
Grund hat das Volk keine Befugnis einen Verwalter zu wählen, der mit anderen Urteilen herrscht als den
Urteilen Allāhs (swt). Sie haben auch nicht die Befugnis einen Kāfir als Verwalter zu wählen. Demzufolge,
wer auch immer dem Volk diese Befugnis gibt, hat es somit zu einem Gott neben Allāh (swt) genommen.
2. Wenn dem Volk nur wegen seines Wesens gehorcht und gebeugt wird, auch wenn es sich gegen
Allāh (swt) auflehnt und seine gegebenen Urteile den Urteilen Allāhs (swt) widersprechen, dann wird das
Volk zu einem Tāghūt, der neben Allāh (swt) angebetet wird.
3. Wenn der Befehl des Volkes höher gestellt wird als der Befehl Allāhs und das Volk zu einer hohen
Verwaltung bestimmt wird um zwischen den Menschen zu richten. So wird das Volk zu einem Tāghūt, der
neben Allāh (swt) angebetet wird. Die Beispiele hierzu können im praktischen Leben beobachtet werden.
Zum Beispiel: Wenn zwischen einer Regierungspartei und seinem Gegner ein Streitigkeit auftaucht, so
drohen sie sich gegenseitig mit dem Verfassungsgericht. Doch die einzige Quelle, zu der man sich in
Streitigkeiten wenden muss, ist Allāh (swt) und Sein Gesandter (saws). Allāh (swt) sagt:

۞‫ﻼ‬
ً ‫ﻦ َﺗﺄْوِﻳ‬
ُ‫ﺴ‬
َ ْ‫ﻚ ﺧَﻴْﺮٌ َوَأﺣ‬
َ ‫ﺧ ِﺮ َذ ِﻟ‬
ِ ‫ن ﺑِﺎﻟّﻠ ِﻪ وَاﻟْ َﻴﻮْ ِم اﻵ‬
َ ‫ﺷﻲْ ٍء َﻓ ُﺮدﱡو ُﻩ ِإﻟَﻰ اﻟّﻠ ِﻪ وَاﻟ ﱠﺮﺳُﻮ ِل إِن آُﻨ ُﺘﻢْ ُﺗﺆْ ِﻣﻨُﻮ‬
َ ‫… َﻓﺈِن َﺗﻨَﺎ َزﻋْ ُﺘﻢْ ﻓِﻲ‬
… Und wenn ihr über etwas streitet, so bringt es vor Allāh und den Gesandten, wenn ihr an Allāh
glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist das Beste und nimmt am ehesten einen guten Ausgang.
[an-Nisā:59]

4. Wenn man daran glaubt, es sei notwendig sich dem Urteil des Volkes zu ergeben, dann wird das
alleinige Recht des Herrn der Welten dem Volk gegeben und dieser wird somit zu einem Gott und Herrn
genommen. Dabei spielt es keine Rolle was es für ein Urteil ist.

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5. Wenn die Befugnis der Gesetzgebung den vom Volk gewählten Parlamenten gegeben wird, dann
wird dieses gesetzgebende Parlament zu einem Tāghūt. Denn das Recht der Gesetzgebung gehört allein nur
Allāh (swt). Wer auch immer diese Besonderheit für sich beansprucht, hat sich in der Behauptung wieder
gefunden, ein Gott zu sein. Und wer auch immer die Behauptung der Göttlichkeit dieser gesetzgebenden
Parlamente akzeptiert, so wird dieses Parlament zu seinem Tāghūt.

Sechster Tāghūt: Die Mehrheit


Die Entscheidung der Mehrheit ist ein fundamentaler Bestandteil des demokratischen Dīn, denen sich die
meisten Menschen binden. Nach dieser Grundlage ist das Urteil der Mehrheit ein absolutes Urteil, dem
man einwilligen und danach handeln muss, ob es der Wahrheit entspricht oder nicht.
Für jene, die dem demokratischen Dīn angehören, ist es verpflichtend sich dem von der Mehrheit der
Menschen gefällten Urteil zu binden und es auszuführen, auch wenn es dem Urteil Allāhs (swt) und Seines
Gesandten (saws) widerspricht. Sich der Mehrheit auf diese Art zu binden, bedeutet sie zu einem Tāghūt zu
erheben. Auf diese Weise wird die Mehrheit zu einem Gott, der neben Allāh (swt) angebetet wird. Denn
sich vor einem von der Mehrheit bestimmten Urteil richten zu lassen, wegen seines Wesens dieses Urteil
für gültig zu erklären und daran zu glauben, dass die Gehorsamkeit zu diesem erforderlich ist, bedeutet ihn
anzubeten. Zudem stellt es ebenfalls eine Anbetung dar, wenn man das Urteil der Mehrheit als das
erhabenste Urteil akzeptiert, daran glaubt, dass es nicht erlaubt ist dieses Urteil zu verwerfen, ihm zu
widersprechen und ihm nicht einzuwilligen. Wie wir vorher schon erwähnten, ist dies eine Besonderheit,
welche man nur Allāh (swt) zusprechen darf. Denn allein Allāh (swt) ist der Urteilgeber. Die Entscheidung
gehört nur Ihm (swt). Nur Seinen Urteilen widerspricht man nicht. Nur Sein Urteil wird gegeben und sonst
kein anderes Urteil. Nur Seinen Urteilen willigt man ein und ergibt sich ihnen.

Siebter Tāghūt: Die Volksvertretung


Jene, die für ihr eigenes Ego und für die Menschen Versammlungen für die Gesetzgebung gründen und
diesen den Namen Parlament oder Volksvertretung geben, haben gegen Allāh (swt) die größte Schuld
begangen. Denn diese Sitzung erlässt für die Menschen Gesetze ohne dabei auf Allāhs (swt) Befehle
Rücksicht zu nehmen. Jeder einzelne, der sich in diesen Sitzungen befindet, hat die wichtigste
Besonderheit Allāhs (swt), nämlich die Gesetzgebung und Entscheidung für sich zu beanspruchen,
verworfen und ist so zu einem großen Tāghūt geworden. Der Grund dafür warum die Volksvertreter zu
Tāghūt werden, ist, dass sie der Gesetzgebung berechtigt werden und diesen Gesetzen gegenüber
Unterwerfung stattfindet. Auf genau diese Weise werden sie angebetet. Jemand, der diese durch die
Mehrheit erlassenen Gesetze kennt, sieht, dass sie ohne Einwand oder Einspruch akzeptiert werden.

Achter Tāghūt: Die Vereinten Nationen


Die Vereinten Nationen ist eine von mehreren Staaten gegründete Organisation, die ihre eigens
aufgestellten Verpflichtungen der Abmachungen einhalten und erfüllen wollen um angeblich den
Weltfrieden und Weltsicherheit zu gewährleisten und zwischen den Staaten eine wirtschaftliche,
gesellschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zu fördern. Die meisten Länder, die als islamische Staaten
bezeichnet werden, aber in Wirklichkeit Kufr-Staaten sind, sind Mitglieder dieser Organisation.

Die Gesetze der Organisation der Vereinten Nationen


Die Abmachungen der Vereinten Nationen sind die Gesetze dieser Organisation. Die in diese Organisation
eintretenden Mitglieder müssen sich diesen Gesetzen, der Charta der Vereinten Nationen, unterwerfen, sie
akzeptieren und sich damit richten lassen. Die Abmachung dieser Organisation besitzt 111 Paragraphen
und jedes einzelne dieser Paragraphen widerspricht dem Islam. Jedes Mitglied muss diese Paragraphen
akzeptieren. Dies geschieht, wenn die Interessenten (Staaten), die in diese Organisation eintreten möchten,
eine Erklärung über die Akzeptanz und die Bindung an diese Gesetze dieser Organisation abgeben müssen.
Dies zeigt, dass jedes Mitglied, das dieser Organisation angehört, all ihre Gesetze als Höchstmaß zu
akzeptieren hat. Um vor Augen zu führen, wie sehr sie dem Islam widersprechen werden nachfolgend
einige Gesetze der Vereinten Nationen aufgelistet.

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Die Abmachung der Vereinten Nationen:
"Als die Vereinten Nationen haben wir uns dazu verpflichtet, die nachkommenden Generationen vor
Kriegsgefahren zu schützen. Und wir bekräftigen, dass wir an die fundamentalen Menschenrechte
glauben. Und wir glauben auch, dass jedes Individuum einen Wert besitzt, dass Mann und Frau, alle
Völker, große oder kleine vor der Verfassung gleich gestellt werden. Wir werden darauf beharren, dass
die Gerechtigkeit und die Abmachungen zwischen den Staaten gewährleistet wird und den von dem
Staaten erlassenen Gesetzen und getroffenen Abmachungen gebunden bleiben wird. Um diese
erwähnten Absichten anzuwenden, haben wir uns gegenseitig geschworen die unten erwähnten
Angelegenheiten anzuwenden: Wir werden uns gegenseitig tolerieren, in Frieden bleiben und in guten
Nachbarsbeziehungen leben. Wir werden unsere Kräfte für die Gewährleistung des Friedens, des
Schutzes und der Sicherheit der Staaten vereinigen. Um dieses zu gewährleisten, werden wir die
Prinzipien dieser Organisation akzeptieren, diesbezüglich Pläne schmieden. Wir werden die
Waffenmäßigen Kräfte nur für das gemeinsame Wohl einsetzen und um all die Zwecke zu
gewährleisten, werden wir unsere Kräfte vereinen. Aus diesem Grund befinden wir uns als Vertreter
der verschiedenen Staaten, die der Vereinten Nation angehören, hier in San Fransisco. Den Vertretern
der Staaten, die sich für diese Organisation bewerben, wurde ein Formular gegeben, welches zeigen
soll, dass sie die Bedīngungen dieser Organisation und die getroffene Abmachung akzeptiert haben.
Und sie haben diese Bedīngungen und Abmachung akzeptiert und das Fundament für den Ausschuss
der Staaten gewährleistet. Der Name dieses Ausschusses der Staaten ist "Die Vereinten Nationen" und
hiernach werden sie mit diesen Namen bezeichnet..."

Nach dieser Abmachung werden die anderen Paragraphen zitiert. Alle Staaten, die sich für diese
Organisation bewarben, unterschrieben die Bindungspflicht zu diesen Gesetzen. Diese Versammlung fand
am 26. Juni 1945 in San Francisco statt.

Gesetze und Paragraphen dieser Abmachung:


Paragraph 1: Die Prinzipien und Absichten der Vereinten Nationen
a) Die Gewährleistung des Friedens und der Sicherheit zwischen den Staaten, die Vernichtung aller
Elemente, die den Frieden bedrohen, die Streitigkeiten zwischen den Staaten nach den gerechten und
staatsbezogenen Gesetzen in Frieden zu lösen.

Dieser Paragraph zeigt, dass die zuständige Behörde für die Lösung der Streitigkeiten zwischen den
Staaten dem Islam widersprüchliche Gesetze sind. Und diese Handlung ist offenkundiger Kufr. Die
Gläubigen, die in wahrer Bedeutung an Allāh (swt) glauben und sich Ihm ergeben, ernennen einzig und
allein nur die Sharī'a Allāhs (swt) als Richter, und lassen sich nur vor diesen richten. Die Rechtssysteme
und Gesetze und all jene, die diese erlassen, sehen sie als Tāghūt an und lassen sich niemals von ihnen
richten.

b) Die Stärkung der Zuneigung zwischen den Staaten.


c) Die Unterstützung der Staaten um die Probleme der Menschen bezüglich des Wissens, des Sozialen
und der Kultur zu lösen, die fundamentalen Rechte und Freiheit der Menschen, ohne dabei zwischen
Religion, Sprache und Rasse zu unterscheiden, nach den Gleichheitsprinzip zu gewährleisten und die
Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu gewährleisten.
Paragraph 2: Die Prinzipien, die verfolgt werden, müssen um die Gewährleistung der Absichten der
Vereinten Nationen zu führen:
a) Die Ausschüsse und Mitglieder der Vereinten Nationen sind bezüglich der Verwaltung
gleichberechtigt.
b) Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nation gewährleisten die Umsetzung der Gesetze der
Vereinten Nationen.
c) Sie versucht mit friedlichen Mitteln die Uneinigkeiten zwischen den Staaten zu lösen, damit
der Frieden zwischen den Staaten, die Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet wird.

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Die hier erwähnten Paragraphen sind nur ein kleines Beispiel der zahlreichen Gebote der Vereinten
Nationen und es ist sehr verständlich, dass diese Paragraphen dem Islam widersprechen. Denn nach diesen
Paragraphen ist der Kāfir und der Muslim gleichberechtigt, der Jihad wird aufgehoben und die
Urteilsersuchung vor den Gerichten der Tāghūt wird aufgezwungen. In der Organisation der Vereinten
Nationen befinden sich fünf große (falsche) Götter (Tāghūt). Diese sind: Amerika, Russland, China,
England und Frankreich. Ein Gesetz, das diese Götter (Tāghūt) nicht akzeptiert, wird niemals erlassen.
Denn sie haben das Vetorecht. Wenn man sich die Organisation der Vereinten Nationen und die
geschichtliche Entwicklung anschaut, so sieht man, dass die Juden eine sehr große Wirkung darin und in
der Verwirklichung dieser Organisation hatten. Nach dem hier Erwähnten ist erkenntlich, dass die
Vereinten Nationen Tāghūt sind, die neben Allāh (swt) angebetet werden. Auch gilt folgendes:
1. Diese Organisation ist den Urteilen des Qur´ān und der Sunna nicht gebunden, sie beugt sich der Lust
und Laune der Weltmächte, ihrem Wohlergehen und ihrem Groll.
2. Wenn zwischen den Staaten und Völkern Uneinigkeiten auftreten, lassen sie sich nicht vor Allāhs (swt)
Gesetzen, sondern den Gesetzen dieser Organisation richten.
3. Die Staaten und Völker stellen diesen Rat über alles und erheben niemals einen Einwand gegen ihn. Aus
diesem Grund ist es ihr Glaube, dass die Ausführung der von dieser Organisation erlassenen Gesetze ohne
Einwand notwendig ist. Aufgrund dessen wird dieser Rat für sie ein Tāghūt. Gibt es vielleicht unter den
Tāghūt, die neben Allāh (swt) angebetet werden, einen Gefährlicheren und Ungerechteren als diesen?
Desto trotz akzeptieren die Menschen die Gesetze dieser Tāghūt ohne zu zögern sogar auch die, die sich
dem Islam zusprechen. Damit sie zwischen ihnen richten, gehen sie vor die Gerichte dieses Tāghūts und
lassen sich ohne zu zögern von ihm richten. Jede Ratsversammlung, die die Besonderheiten und Befugnisse
der Vereinten Nationen besitzt, ist ein Tāghūt, der neben Allāh (swt) angebetet wird. Der Grund warum
hier die Vereinten Nationen erwähnt werden ist, dass dieser ein Tāghūt ist, dessen Ungerechtigkeit den
Völkern gegenüber sehr offenkundig ist. So kann der Leser leichter die anderen Organisationen beurteilen,
indem er sie mit dieser vergleicht.

Neunter Tāghūt: Ständiger Internationaler Gerichtshof in Hāg


Der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen schaut sich die Klagen der Länder an, die die
Befolgung der erlassenen Urteile zuvor akzeptierten. Der Gerichtshof besteht aus fünfzehn Richtern aus
verschiedenen Staaten. Ihre Amtszeit beträgt neun Jahre. Alle, die zu diesem Gericht gebrachten
Streitigkeiten, werden dem Urteil, der in der Sitzung teilnehmenden Richtern durch Wahlmehrheit,
gebunden. Der Gerichtshof versammelt sich mit mindestens neun Richtern. Die Richter können sich auch
außerhalb von Hāg versammeln. Es ist eigentlich richtiger den Ständigen Internationalen Gerichtshof im
Hāg als Kufr-Gericht zu bezeichnen. Dieser Gerichtshof befindet sich in der Stadt Hāg in den
Niederlanden. Die Streitigkeiten unter den Staaten werden in diesem Gericht mit Gesetzen gelöst, die dem
Islam widersprechen. Für die Mitglieder dieser Vereinten Nationen ist es zwangsläufig, die Urteile dieses
Gerichtes zu akzeptieren, diese Urteile zu respektieren und sich durch diesen richten zu lassen.

Der Paragraph 94 der Vereinten Nationen besagt:


"Jeder Staat, der der Vereinten Nation angehört, muss einen Eid ablegen, dass es in irgendeiner
Streitigkeit oder Uneinigkeit den Urteil des Ständigen Internationalen Gerichtshof in Hāg, in deren
fundamentalen Ordnung sie Mitglied sind, akzeptiert."

Paragraph 93 ist folgendermaßen:


"Jedes Land, das in den Vereinten Nationen Mitglied ist, ist aufgrund seiner Mitgliedschaft auch
gleichzeitig ein Mitglied der fundamentalen Ordnung des Ständigen Internationalen Gerichtshof in
Hāg."

Die in diesem Gericht gegebenen Urteile werden nach den Gelüsten der meisten Kāfir-Gesetzesgeber
gefällt. Mit anderen Worten, wenn die meisten in diesem Gericht ernannten Richter ein Urteil in einer

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Angelegenheit fällen, so wird dieses Urteil akzeptiert und ausgeführt. In dieser Angelegenheit hat niemand
das Recht einen Einwand zu bringen.

Im Paragraph 60 dieses Gerichtes steht folgendes:


"Das gefällte Urteil des Gerichts ist endgültig. Keiner hat das Recht Berufung einzulegen."

In diesem Gericht wird in der zu urteilenden Angelegenheit zur keiner Zeit und niemals auf den Gesetzen
Allāhs (swt) weder Rücksicht genommen noch Wert gelegt. Aus diesem Grund ist dieses Gericht ein
Tāghūt und es ist das Gericht des Tāghūt. Wer auch immer sich an diese Gerichte wendet, damit diese über
ihn richten und sich von ihnen richten lässt, der hat sich zweifellos dem Tāghūt zugewendet und hat sich
von dem Tāghūt richten lassen. Alle Staaten, die in dieser Organisation der Vereinten Nationen Mitglied
geworden sind (wie Saudi-Arabien, Ägypten, u.a.), haben sich diesem Tāghūt ergeben und akzeptiert, dass
sie ihn zum Richter zwischen ihren Streitigkeiten ernennen werden. Diese Länder sind aufgrund dieser
Besonderheiten den Tāghūt anbetende Kufr-Staaten geworden.

10. Tāghūt: Götzen, Kreuze, Steine, Kühe, Gräber, Bilder, Tiere und dergleichen, die angebetet werden
Wenn außer Allāh (swt) die erwähnten Dīnge angebetet werden, dann werden diese (Dīnge) zu Tāghūt.

Scheinargument
Man könnte folgendes sagen: Die erwähnten Dīnge hier sind viel zu banal. Darüber zu diskutieren ist doch
nicht die Rede wert. Denn heutzutage gibt es doch niemanden, der diese Dīnge anbetet. Obendrein ist
unsere Zeit die Zeit der Wissenschaft und der Technik. Aus diesem Grund ist es unmöglich, dass es
Personen gibt, die diese Dīnge wertschätzen und sie anbeten.

Die Antwort hierauf: Wenn man sich die Menschen, Völker und Nationen anschaut, dann sieht man, dass
zwei Drittel der Erdbevölkerung diese banalen Dīnge anbeten. Man sehe sich China an, deren Bevölkerung
mehr als eine Milliarde zählt! Man sehe sich Japan und die restlichen asiatischen Länder an! Man sehe sich
Amerika, Afrika und einige europäische Gebiete an! Es ist zu erkennen, dass die meisten Menschen in
diesen Ländern Götzendiener sind und Götzen und Bildnisse anbeten. Ein Blick auf den indischen
Kontinent zeigt, dass die meisten Menschen dort Kühe, Götzen und Gräber anbeten. Im christlichen Europa
sind die Kirchen und Gebetsstätten voll von Götzen und Bildnissen, die neben Allāh (swt) angebetet
werden. Wird von diesen Statuen und Bildern denn nicht geglaubt, dass sie Jesus (as) und seine Mutter
Maria oder ihre heilig gesehenen Religionsmänner, so genannte Apostel und Päpste darstellen. Sie
verrichten ihre Anbetung ('ibāda) zu diesen Götzen und Abbildungen anstatt zu Allāh (swt). Zudem stellen
sie jedes Jahr einen Weihnachtsbaum auf. Sie verehren diesen Baum und singen gar Lobgesänge für ihn,
sehen ihn als heilig an und machen dafür große Veranstaltungen. Ihre Päpste und Pfarrer gratulieren ihnen
sogar für diese Götzen, die neben Allāh (swt) angebetet werden. Wie verschieden die Rechtsschulen der
Christen auch immer sein mögen, wenn man sich ihre 'ibāda und erfundenen religiösen Veranstaltungen
anschaut, dann erkennt man, dass sie den Götzendienern viel ähnlicher sind. Achtet man des Weiteren auf
die Länder, die früher islamisches Gebiet waren (d.h. alle heutigen so genannten "islamische Länder"), fällt
einem sofort auf, dass dort Gräber angebetet werden. In jedem Staat kann man mit Bestimmtheit ein Grab
finden, das angebetet und nur zu dessen Anbetung gereist wird. Die Tāghūt in diesen Ländern beschützen
diese Gräber und treiben die Menschen an, sie zu besuchen. Auch ist es möglich überall Götzen zu finden,
die die Verwalter und Präsidenten jedes Landes symbolisieren. Diese Götzen der Tāghūt sind in den
Eingängen der Städte, an den Wegrändern, in Schulen und in großen Institutionen. An bestimmten Tagen
oder wenn sie mal dazu Lust haben, stellen sie sich vor diesen Götzen und zeigen diesen Geschöpfen ihren
Respekt, indem sie zu ihnen den Qiyām (aufrecht stehen) verrichten, den sie eigentlich nur zu Allāh (swt)
verrichten dürfen. Jeder einzelne von ihnen ist ein Tāghūt, der außer Allāh (swt) angebetet wird. Denn es
werden zu ihnen die 'Ibāda verrichtet, die wir zuvor erwähnten. Auch ist die Flagge, vor denen man sich
aus Respekt aufrecht hinstellt und dafür Hymnen singt, ein Tāghūt, der außer Allāh (swt) angebetet wird.
Wenn jemand während einer Zeit, in der man aus Respekt aufrecht stehen muss, der Flagge keinen Respekt

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zeigt, sich bewegt, seinen Kopf kratzt oder eine andere Bewegung macht, dann kann er sich auf
unangenehme Reaktionen gefasst machen.

Elfter Tāghūt: Die Demokratie


Die Demokratie ist bezüglich des Lebens, des Menschen und des Daseins ein bestimmtes Gedankengut
tragender Dīn (Glaube) und ein System, das das laizistische Gedankengut festlegt und den Staat von der
Religion trennt. Für den demokratischen Dīn ist die 'ibāda zu Allāh (swt) nur in Moscheen, Kirchen, in
Ecken und Gebetsstätten zu verrichten. Doch die Angelegenheiten über die bestimmten oder allgemeinen
Themen des Lebens sind dem demokratischen Dīn bestimmt. D.h., der Verwalter im demokratischen Dīn
hat das Recht die Befugnisse, die allein Allāh (swt) zustehen, für sich zu beanspruchen. Doch er hat nicht
die Befugnis in Angelegenheiten Gesetze zu erlassen, die Allāhs (swt) Rechte sind. Denn wenn er so
handelt, dann würde man ihn beschuldigen, die Religion in die Politik eingemischt zu haben oder er wird
als fundamentaler Religiöser oder Terrorist beschuldigt. Allāh (swt) sagt:

‫ن ِﻟّﻠ ِﻪ‬
َ ‫ﺼ ُﻞ ِإﻟَﻰ اﻟّﻠ ِﻪ َوﻣَﺎ آَﺎ‬
ِ ‫ﻼ َﻳ‬
َ ‫ﺸ َﺮآَﺂ ِﺋ ِﻬﻢْ َﻓ‬
ُ ‫ن ِﻟ‬
َ ‫ﺸ َﺮآَﺂ ِﺋﻨَﺎ َﻓﻤَﺎ َآﺎ‬
ُ ‫ث وَا َﻷﻧْﻌَﺎ ِم ﻧَﺼِﻴﺒًﺎ ﻓَﻘَﺎﻟُﻮاْ هَـﺬَا ِﻟّﻠ ِﻪ ِﺑ َﺰﻋْ ِﻤ ِﻬﻢْ َوهَـﺬَا ِﻟ‬
ِ ْ‫ﺤﺮ‬
َ ْ‫ﻦ اﻟ‬
َ ‫ﺟ َﻌﻠُﻮاْ ِﻟّﻠ ِﻪ ِﻣﻤﱢﺎ َذ َرَأ ِﻣ‬
َ ‫َو‬
۞َ‫ﺷ َﺮآَﺂ ِﺋ ِﻬﻢْ ﺳَﺎء ﻣَﺎ ﻳَﺤْ ُﻜﻤُﻮن‬ ُ ‫ﺼ ُﻞ ِإﻟَﻰ‬ ِ ‫َﻓ ُﻬ َﻮ َﻳ‬
"Sie haben für Allāh einen Anteil ausgesetzt an den Feldfrüchten und dem Vieh, das Er wachsen
ließ, und sie sagen: «Das ist für Allāh», wie sie meinen, «und das ist für unsere Götzen». Aber was
für ihre Götzen ist, das erreicht Allāh nicht, während das, was für Allāh ist, ihre Götzen erreicht.
Übel ist, wie sie urteilen."
[al-An’ām:136]

Im demokratischen Dīn urteilt das Volk gegenseitig. D.h., der Gesetzgeber und der, dem man gehorcht, ist
nicht Allāh (swt), sondern der Mensch. Auch wenn es dem Dīn Allāhs (swt) nicht entspricht, auch wenn
damit gespottet wird, solange man nicht ihren menschengemachten Gesetzen widerspricht, herrscht im
demokratischen Dīn Glaubensfreiheit. Jeder, der möchte, kann jede Art von Hurerei, Unzucht und Sodomie
usw. führen, die er möchte... Denn für den demokratischen Dīn herrschen keinerlei erhabene Werte.
Obendrein wird dieser Dīn so erhaben gesehen, dass man ihm nicht widersprechen, ihn nicht zur
Rechenschaft ziehen und kritisieren darf. Im demokratischen Dīn ist die Meinung der Mehrheit erhaben
und gültig, auch wenn sie falsch ist und dem Islam widerspricht. Im demokratischen Dīn hat man in jeder
Sache die Entscheidungsfreiheit, was auch immer dessen Wert und Heiligkeit ist, auch wenn es sich hierbei
um Allāhs (swt) Dīn handelt. Im demokratischen Dīn wird bezüglich der Auserwählung des Verwalters der
einfachste und unwissendste Mensch mit dem gottesfürchtigsten und gelehrtesten Menschen gleichgestellt.
Im demokratischen Dīn ist es erlaubt, dass politische Parteien und verschiedene Gruppierungen entstehen
dürfen, was auch immer ihre Glauben und Gedanken sind. Nach diesen Erläuterungen ist im
demokratischen Dīn der Gott, der angebetet und dem gehorcht wird, die Lust und Laune des Menschen.
Und die Besitzer dieser irregehenden demokratischen Gedanken glauben an diesen neuen Dīn und hegen
ihre Feindschaften, Freundschaften und ihre Kriege nur für diese Sache. Jene, die in diesen Dīn eintreten,
nehmen sie zu Freunden und helfen ihnen. Und jenen, die nicht in diesen Dīn eintreten, zeigen sie
Feindschaft und erklären ihnen den Krieg. Die Demokratie ist ein Tāghūt und bildet das Fundament der
Tāghūt, die außer Allāh (swt) angebetet werden. Trotz dessen zögern und scheuen sich die Menschen nicht
in diesen Dīn einzutreten, sie lassen sich von ihm richten und loben ihn.
Es gibt heutzutage eine verblüffende Situation: Jene, die von sich behaupten Muslime zu sein, scheuen sich
davor in jüdische und christliche Religionen einzutreten. Doch sie scheuen sich nicht in einen Dīn einer
demokratischen, kommunistischen, sozialistischen oder laizistischen Partei einzutreten. Jedoch, so wie das
Christentum und Judentum einzelne Adyān sind, so sind auch die Demokratie, der Kommunismus, der
Sozialismus und der Laizismus einzelne Adyān. Der einzige Unterschied zwischen ihnen ist, dass das
Christentum und das Judentum himmlischen Ursprungs sind und (in richtiger Weise befolgt) die Moral und
gerechte Ordnung unter ihnen mehr oder weniger aufrecht erhalten wird (trotz der Tatsache, dass auch sie
Kuffar sind und auch die schlimmste Untat, den Shirk begehen) wobei die Demokratie, der Kommunismus,
der Sozialismus und der Laizismus nicht himmlischen Ursprungs, sondern der Lust und Laune und den
niederen Begierden entspringen.

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Zwölfter Tāghūt: Jene, die behaupten das Verborgene (ghayb) zu kennen
Ghayb ist der Masdar von "Ghaba" und trägt die Bedeutung: "Was vor den Augen und Sinnen geheim,
unbekannt ist". Aus diesem Grund wird alles, was vor den Sinnen und dem Wissen der Geschöpfe geheim
ist mit diesem Begriff ausgedrückt. Die hauptsächlichen Arten des Verborgenen sind folgende:

a) Das Verborgene, das allein nur Allāh kennt und niemandem in dieser Sache Auskünfte gibt, seien
es Engel oder Gesandte.
Allāh (swt) sagt:

۞‫ﺐ َﻻ َﻳ ْﻌ َﻠ ُﻤﻬَﺎ ِإ ﱠﻻ ُه َﻮ َو َﻳﻌْ َﻠ ُﻢ ﻣَﺎ ﻓِﻲ اﻟْ َﺒ ﱢﺮ وَاﻟْ َﺒﺤْ ِﺮ‬


ِ ْ‫ﺢ اﻟْ َﻐﻴ‬
ُ ‫َوﻋِﻨ َﺪ ُﻩ َﻣﻔَﺎ ِﺗ‬
Die Schlüssel des Verborgenen sind bei Ihm. Außer Ihm kennt sie niemand. Nur Er weiß was auf
dem Lande und im Meer passiert.
[al-An’ām:59]

Diesem Vers zufolge gehört das Wissen über das Verborgene allein Allāh (swt). In diesen Dīngen, die nur
Allāh (swt) kennt, hat niemand Mitspracherecht, auch wenn es sich dabei um Engel, Jinn oder Gesandte
handelt. Ziehen wir dazu eine weitere Aussage Allāhs (swt) heran:

۞... ‫ﺐ ِﻟّﻠ ِﻪ‬


ُ ْ‫… َﻓ ُﻘﻞْ ِإ ﱠﻧﻤَﺎ اﻟْ َﻐﻴ‬
… Sprich: "Das Verborgene gehört Allāh allein. …
[Yunus:20]

In einem anderen Vers sagt Allāh (swt):

۞‫ن‬
َ ‫ن ُﻳﺒْ َﻌﺜُﻮ‬
َ ‫ن َأﻳﱠﺎ‬
َ ‫ﺐ ِإﻟﱠﺎ اﻟﱠﻠ ُﻪ َوﻣَﺎ َﻳﺸْ ُﻌﺮُو‬
َ ْ‫ض اﻟْ َﻐﻴ‬
ِ ْ‫ت وَاﻟْ َﺄر‬
ِ ‫ﺴﻤَﺎوَا‬
‫ﻗُﻞ ﻟﱠﺎ َﻳﻌْ َﻠ ُﻢ ﻣَﻦ ﻓِﻲ اﻟ ﱠ‬
Sprich: "Niemand in den Himmeln und auf Erden kennt das Verborgene außer Allāh; und sie
wissen nicht, wann sie wieder auferweckt werden."
[an-Naml:65]

Im Qur´ān befinden sich einige verborgene Tatsachen, deren Wirklichkeit Allāh (swt) nicht erklärte, und
nur deren Existenz und Namen erwähnte. In dem, im Bukhāry vorkommenden Hadīth fragte Jibrīl
(Gabriel) (as) den Propheten (saws) wann der Weltuntergang stattfinde. Der Gesandte Allāhs (saws)
antwortete: "Dies ist eines von fünf verborgenen Dīngen, die außer Allāh (swt) niemand kennt." Danach
rezitierte er folgenden Vers:

‫ن اﻟﱠﻠ َﻪ‬
‫ت ِإ ﱠ‬
ُ ‫ض َﺗﻤُﻮ‬
ٍ ْ‫ي َأر‬
‫ﺐ ﻏَﺪًا َوﻣَﺎ َﺗﺪْرِي ﻧَﻔْﺲٌ ِﺑ َﺄ ﱢ‬
ُ ‫ﺴ‬
ِ ْ‫ﺚ َو َﻳﻌْ َﻠ ُﻢ ﻣَﺎ ﻓِﻲ اﻟْﺄَرْﺣَﺎمِ َوﻣَﺎ َﺗﺪْرِي ﻧَﻔْﺲٌ ﻣﱠﺎذَا َﺗﻜ‬
َ ْ‫ﻋ ِﺔ َو ُﻳ َﻨﺰﱢ ُل اﻟْ َﻐﻴ‬
َ ‫ﻋﻠْ ُﻢ اﻟﺴﱠﺎ‬
ِ ‫ن اﻟﱠﻠ َﻪ ﻋِﻨ َﺪ ُﻩ‬
‫ِإ ﱠ‬
۞ٌ‫ﺧﺒِﻴﺮ‬ َ ٌ‫ﻋَﻠِﻴﻢ‬
Wahrlich, bei Allāh allein ist die Kenntnis der Stunde. Er sendet den Regen nieder, und Er weiß, was
in den Mutterschößen ist. Und niemand weiß, was er sich morgen zufügen wird, und niemand weiß,
in welchem Lande er sterben wird. Wahrlich, Allāh ist Allwissend, Allkundig.
[Luqman:34]

Diesem Vers zufolge, weiß allein Allāh (swt) wann der Weltuntergang stattfindet, wann der Regen fällt,
wie das Kind sich im Bauch bis zum feinsten Detail entwickelt, wann und wo jemand sterben wird usw. In
diesen Angelegenheiten Vermutungen aufzustellen sind Verhaltensweisen, die nicht zum Glauben passen.
Die Behauptung diese Dīnge mit Bestimmtheit zu kennen, ist Kufr. Allāh (swt) sagt:

۞‫ﻼ‬
ً ‫ح ِﻣﻦْ َأﻣْ ِﺮ رَﺑﱢﻲ َوﻣَﺎ أُوﺗِﻴﺘُﻢ ﻣﱢﻦ اﻟْ ِﻌﻠْ ِﻢ ِإ ﱠﻻ َﻗﻠِﻴ‬
ُ ‫ح ُﻗ ِﻞ اﻟﺮﱡو‬
ِ ‫ﻦ اﻟﺮﱡو‬
ِ‫ﻋ‬
َ ‫ﻚ‬
َ ‫َو َﻳﺴْ َﺄﻟُﻮ َﻧ‬
Und sie befragen dich über die Seele. Sprich: "Die Seele ist eine Angelegenheit meines Herrn; und
euch ist vom Wissen nur wenig gegeben."
[al-Isra:85]

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Diesem Vers zufolge ist auch die Seele eine verborgene Angelegenheit, die allein Allāh (swt) kennt. Die
Seele außerhalb der erläuterten Grenzen des Qur´ān und der Sunna zu beschreiben oder ihre Wirklichkeit
zu erforschen, ist eine unnötige und verbotene Handlung. Das, was auf den Gläubigen fällt, ist es, in
solchen Angelegenheiten keine Auslegungen zu machen und es so zu akzeptieren, wie Allāh (swt) es
mitgeteilt hat. Auch die Gedanken und Absichten, die die Menschen in ihren Herzen hegen, sind
verborgene Dīnge, die allein Allāh (swt) kennen kann. Kein einziger Diener hat weder die Macht, noch die
Erlaubnis solche Angelegenheiten zu wissen oder darüber Aussagen zu machen. Demzufolge, wer auch
immer behauptet zu wissen, was in den Herzen vorgeht, wird zu einem Kāfir, weil er:
- Die Eigenschaft "das Verborgene zu kennen", welche allein Allāh (swt) gehört, bei sich gesehen hat.
- Behauptet Offenbarungen zu erhalten und somit die Nachricht geleugnet hat, dass die Offenbarungen
abgeschlossen wurden
.
b) Das Verborgene, das Allāh durch Offenbarungen Seinen Gesandten mitteilte.
Allāh (swt) sagt:

۞‫ﺻﺪًا‬
َ ‫ﺧﻠْ ِﻔ ِﻪ َر‬
َ ْ‫ﻦ َﻳ َﺪﻳْ ِﻪ َو ِﻣﻦ‬
ِ ْ‫ﻚ ﻣِﻦ َﺑﻴ‬
ُ ‫ﻦ ارْﺗَﻀَﻰ ﻣِﻦ ﱠرﺳُﻮ ٍل َﻓ ِﺈ ﱠﻧ ُﻪ َﻳﺴُْﻠ‬
ِ ‫ﺣﺪًا۞ ِإﻟﱠﺎ َﻣ‬
َ ‫ﻏﻴْ ِﺒ ِﻪ َأ‬
َ ‫ﻋﻠَﻰ‬
َ ‫ﺐ َﻓﻠَﺎ ُﻳﻈْ ِﻬ ُﺮ‬
ِ ْ‫ﻋَﺎ ِﻟ ُﻢ اﻟْ َﻐﻴ‬
Er ist der Kenner des Verborgenen - Er enthüllt keinem Seine Kenntnis vom Verborgenen
außer allein dem, den Er unter Seinen Gesandten erwählt hat. Und dann lässt Er eine Schutzwache
vor ihm schreiten und hinter ihm.
[al-Jinn:26-27]

In diesem Vers kann man offen sehen, dass Allāh (swt) einige Auskünfte über das Verborgene Seinen
auserwählten Gesandten (as) mitgeteilt hat. Einige dieser Auskünfte sind Nachrichten über die
vergangenen Völker und über Ereignisse, die in Zukunft passieren werden. Allāh (swt) hat sogar in
manchen Zeiten Seinen Gesandten (as) Auskünfte über die Geschehnisse in den Herzen der Menschen
mitgeteilt. Und die Gesandten (as) haben den Menschen in solchen Angelegenheiten durch diese
Offenbarungen Auskünfte gegeben oder auch trotz der äußerlichen Anzeichen über die Menschen nach den
Geschehnissen ihrer Herzen geurteilt. Doch diese Situation ist eine Besonderheit, die allein den Gesandten
(as) zusteht. Wie man sieht, haben sogar die Gesandten (as) nicht die Befugnis, das Verborgene zu kennen,
ohne dass Allāh (swt) es ihnen mitteilt. Allāh (swt) sagt:

۞‫ﻲ اﻟﺴﱡﻮ ُء‬


َ ‫ﺴ ِﻨ‬
‫ﺨﻴْ ِﺮ َوﻣَﺎ َﻣ ﱠ‬
َ ْ‫ﻦ اﻟ‬
َ ‫ت ِﻣ‬
ُ ْ‫ﺐ َﻻﺳْ َﺘﻜْ َﺜﺮ‬
َ ْ‫ﺖ َأﻋْ َﻠ ُﻢ اﻟْ َﻐﻴ‬
ُ ‫ﻚ ﻟِﻨَﻔْﺴِﻲ َﻧﻔْﻌًﺎ َو َﻻ ﺿَﺮًّا ِإ ﱠﻻ ﻣَﺎ ﺷَﺎء اﻟّﻠ ُﻪ َو َﻟﻮْ آُﻨ‬
ُ ‫ﻗُﻞ ﱠﻻ َأﻣْ ِﻠ‬
Sprich: "Ich habe nicht die Macht, mir selbst zu nützen oder zu schaden, es sei denn, Allāh will es.
Und hätte ich Kenntnis von dem Verborgenen, wahrlich, ich hätte mir die Fülle des Guten zu sichern
vermocht, und Übles hätte mich nicht berührt.
[al-A’rāf:188]

c) Das Verborgene, das Allāh durch Träume oder Eingebungen Seinen aufrichtigen Dienern mitteilt
Genau wie es 'Umar (ra) einst passierte...

Während seines Kalifats schickte 'Umar eine islamische Armee zu einem Kampf mit Sariya als Führer. Der
Ort an dem der Kampf gegen die Kuffar stattfand, war am Fuße eines Berges. Die Kuffar wollten hinter
diesem Berg gegen die Muslime hervortreten, sie umzingeln und einen plötzlichen Angriff starten, ohne
dass jene es merken sollten. Währenddessen predigte 'Umar an einem Freitag in Medīna auf der Kanzel.
Allāh zeigte Umar die Kampfszene. Als 'Umar sah, dass die Muslime von hinten angegriffen werden, rief
er: "O Sariya! Zum Berg, zum Berg!" Allāh lies 'Umars Stimme Sariya erreichen. Hierauf nahm Sariya
sofort Vorkehrungen und verhinderte den Angriff der Feinde. Er stieß vor und besiegte sie.
[Ibn al-'Asir in Al Kamilu Fi t-Tarih, Ibnu Hajar in Al-Isbah]

Bei diesem Ereignis sehen wir, dass Allāh (swt) 'Umar (ra) etwas Verborgenes durch Eingebungen
mitteilte. Die Kenntnis durch Träume oder Eingebungen der Aufrichtigen ist kein absolutes Wissen, das

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man befolgen muss. Denn diese Informationen sind nicht vor dem Satan geschützt, wie die Offenbarungen,
die den Gesandten (as) zu Teil kamen. Aus diesem Grund dürfen die Menschen nicht behaupten, dass die
Informationen, die ihnen zuteil kommen, von Allāh (swt) stammen. Diese Personen können die Kenntnisse,
die ihnen durch Träume oder Eingebungen zuteil kommen, nur in ihrer eigenen Person leben. Träume und
Eingebungen sind keine islamischen Quellen. Die Behauptung von solchen Personen, das Verborgene
durch diese Art von Eingebung genau zu kennen, ist Kufr. Denn es ist nicht sicher, ob die Träume und
Eingebungen, die ihm zuteil kommen, von Allāh (swt) stammen. Sie können auch vom Satan sein.

d) Verborgenes, das Jinn aus dem Himmel stehlen und den Wahrsagern und Zauberern mitteilen
Allāh (swt) lässt den Engeln, die für Lauhi l-Mahfuz zuständig sind, einige Geschehnisse aufschreiben und
die Engel (as) übertragen diese Nachrichten gegenseitig. Bevor der Gesandte Allāhs (saws) geschickt
wurde, war es den Jinns erlaubt diese Nachrichten zu entnehmen. Doch nachdem Muhammad (saws) als
Gesandter geschickt wurde, wurde den Jinns bis zum Tage der Auferstehung verboten, Nachrichten aus
dem Himmel zu entnehmen. Und jene Jinn, die versuchen die Nachrichten des Himmels zu lauschen,
werden mit Meteoriten Namens Schihāb verjagt. Allāh (swt) sagt:

۞‫ﺻﺪًا‬
َ ‫ﺷﻬَﺎﺑًﺎ ﱠر‬
ِ ‫ﺠﺪْ َﻟ ُﻪ‬
ِ ‫ن َﻳ‬
َ ‫… َﻓﻤَﻦ َﻳﺴْ َﺘ ِﻤ ِﻊ اﻟْﺂ‬
… Wer aber jetzt lauscht, der findet einen schießenden Stern für sich auf der Lauer.
[al-Jinn:9]

Jene Jinn, die nicht von einem Schihāb (Meteoriten) getroffen werden und entkommen, geben diese
gestohlene Nachrichten, denen sie Hunderte Lügen einmischen, sofort den Zauberern und Wahrsagern
weiter. Die Zauberer und Wahrsager erzählen diese Nachrichten den Menschen. Wenn von dem Gesagten
etwas wahr wird, glauben die Menschen, dass sie das Verborgene kennen würden. Obwohl diese
Nachrichten durch die Mitteilung Allāhs (swt) an Seine Engel (as) nicht mehr zur Verborgenheit gehört.

Von A'ischa (ra) wurde überliefert, dass der Gesandte Allāhs (saws) sagte: "Die Engel steigen auf (eine
Wolke namens) Anana hernieder und sprechen über einige Vorbestimmungen und Urteile, die im Himmel
gefällt wurden. In diesem Moment hören die Satane heimlich mit. Und dass, was sie hören, teilen sie
heimlich ihren Wahrsagern mit. Die Jinn fügen in diesen Nachrichten noch hundert Lügen hinzu."
[Bukhāry]

Der Wahrsager ist jemand, der von sich behauptet zu wissen, was in der Zukunft passieren wird. Diese
Besonderheit gehört jedoch allein Allāh (swt). Jene, die von Tassen, Handflächen und Sandformen einige
Dīnge aus der Zukunft voraussagen oder Horoskope sowie Sterndeutungen, die in Zeitungen und im
Fernsehen sehr verbreitet sind, gehören ebenfalls zu der Kategorie Wahrsagerei. Jeder von diesen Personen
behauptet das Verborgene zu kennen, die allein nur Allāh (swt) kennen kann.

Aus diesem Grund, hat jeder, der zu den Wahrsagern geht, ihre Behauptungen bestätigt und daran glaubt,
einen großen Kufr begangen, welcher den Menschen aus dem Islam befördert.

Der Gesandte Allāhs (saws) sagte: "Wer zu einem Wahrsager, oder zu jemandem, der aus dem
Verborgenen Kenntnisse gibt oder zu einem Zauberer geht und sie nach etwas fragt und an ihr Gesagtes
glaubt und es bestätigt, wird zu einem Kāfir." [Abu Dawud, Ahmad]

"Wer an das Glück und Unglück glaubt, gehört nicht zu uns. Wer Wahrsagerei ausübt und zum Wahrsager
geht, gehört nicht zu uns. Wer für sich Zauberei ausüben lässt, gehört nicht zu uns."
[at-Tabarāni mit Sahih-Überlieferungskette]

"Wer zum Arraf oder zum Wahrsager geht und an seine Behauptungen glaubt, der hat das geleugnet, was
auf Muhammad herabgesandt wurde." [Ahmad mit Sahih-Überlieferungskette]

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"Wenn jemand zu einem Wahrsager geht und seinen Behauptungen glaubt, hat sich von dem entfernt, was
auf Muhammad herabgesandt wurde." [Ahmad mit Sahih-Überlieferungskette]

e) Das Verborgene, das wir nicht sehen; oder mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmen; oder
das wir nicht wissen können, da es fern von uns ist, aber es von den Jinn erfahren können...
Die Jinn besitzen aufgrund ihrer Besonderheiten, die Allāh (swt) ihnen gab, die Eigenschaft sich sehr
schnell zu bewegen. Aus diesem Grund können sie sofort benachrichtigt werden, wenn irgendwo etwas
passiert. Wir jedoch können mit unseren Wahrnehmungen nur das kennen, von dem wir Zeuge sind. Dass,
was in weiten Fernen passiert und wir es mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmen können, ist für uns
verborgen. Allāh (swt) sagt:

‫ﻋ َﻠﻴْ ِﻪ‬
َ ‫ﻚ وَإِﻧﱢﻲ‬ َ ‫ﻚ ِﺑ ِﻪ َﻗﺒْ َﻞ أَن َﺗﻘُﻮ َم ﻣِﻦ ﱠﻣﻘَﺎ ِﻣ‬
َ ‫ﻦ َأﻧَﺎ ﺁﺗِﻴ‬
‫ﺠﱢ‬ِ ْ‫ﻦ اﻟ‬ َ ‫ﺷ َﻬﺎ َﻗﺒْ َﻞ أَن ﻳَﺄْﺗُﻮﻧِﻲ ُﻣﺴْﻠِﻤِﻴﻦَ۞ ﻗَﺎ َل ﻋِﻔْﺮﻳﺖٌ ﱢﻣ‬ ِ ْ‫ﻗَﺎ َل ﻳَﺎ َأ ﱡﻳﻬَﺎ اﻟ َﻤ َﻠُﺄ َأ ﱡﻳ ُﻜﻢْ َﻳ ْﺄﺗِﻴﻨِﻲ ِﺑ َﻌﺮ‬
‫ﻚ َﻓ َﻠﻤﱠﺎ رَﺁ ُﻩ ُﻣﺴْ َﺘﻘِﺮًّا ﻋِﻨ َﺪ ُﻩ ﻗَﺎ َل هَﺬَا ﻣِﻦ َﻓﻀْ ِﻞ رَﺑﱢﻲ ِﻟ َﻴﺒُْﻠ َﻮﻧِﻲ‬َ ‫ﻃﺮْ ُﻓ‬
َ ‫ﻚ‬َ ْ‫ﻚ ِﺑ ِﻪ َﻗﺒْ َﻞ أَن َﻳﺮْ َﺗ ﱠﺪ ِإ َﻟﻴ‬
َ ‫ب َأﻧَﺎ ﺁﺗِﻴ‬
ِ ‫ﻦ ا ْﻟ ِﻜﺘَﺎ‬
َ ‫ي أَﻣِﻴﻦٌ۞ ﻗَﺎ َل اﱠﻟﺬِي ﻋِﻨ َﺪ ُﻩ ﻋِﻠْﻢٌ ﱢﻣ‬ ‫َﻟ َﻘ ِﻮ ﱞ‬
۞ٌ‫ﻲ آَﺮِﻳﻢ‬ ‫ﻏ ِﻨ ﱞ‬
َ ‫ن رَﺑﱢﻲ‬ ‫ﺴ ِﻪ وَﻣَﻦ َآ َﻔ َﺮ َﻓ ِﺈ ﱠ‬ِ ْ‫ﺷ َﻜ َﺮ َﻓ ِﺈ ﱠﻧﻤَﺎ َﻳﺸْ ُﻜ ُﺮ ِﻟ َﻨﻔ‬
َ ‫َأَأﺷْ ُﻜ ُﺮ َأمْ َأآْ ُﻔ ُﺮ َوﻣَﻦ‬
"Er sprach: «O ihr Häupter, wer von euch bringt mir ihren Thron, bevor sie zu mir kommen in
Ergebenheit?»
Da sprach ein Kraftvoller unter den Jinn: «Ich will ihn dir bringen, ehe du dich von deinem
Feldlager erhebst; wahrlich, ich habe die Stärke dazu und bin vertrauenswürdig.»
Da sprach einer, der Kenntnis von der Schrift hatte: «Ich bringe ihn dir, ehe dein Blick zu dir
zurückkehrt.» Und da er ihn vor sich stehen sah, sprach er: «Dies ist durch die Gnade meines Herrn,
dass Er mich prüfen möge, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, der ist
dankbar zum Heil seiner eigenen Seele; wer aber undankbar ist, siehe, mein Herr ist Sich Selbst
genügend, freigebig.”
[an-Naml:38-40]

Wie in diesem Vers mitgeteilt wird, können die Jinn mit den Besonderheiten, die Allāh ihnen gab, von
einigen verborgenen Dīngen in Kenntnis gesetzt werden. Für uns ist es Kufr durch Mittel der Jinn zu
versuchen solche verborgene Dīnge zu erfahren. Denn die Jinn, die solche verborgene Dīnge lehren, sind
Kuffar und diese ungläubigen Jinn geben den Muslimen nichts ohne sie in Kufr zu bringen oder irre zu
leiten. Die muslimischen Jinn in dieser Sache zu benutzen ist unmöglich. Denn sie wissen, dass diese
Handlung Kufr ist. Die Befugnis über die Jinn zu herrschen, wurde nur Sulaymān (as) gegeben und sonst
niemandem. Allāh (swt) sagt:

‫ﻦ َﻓﺰَادُو ُهﻢْ رَهَﻘًﺎ‬


‫ﺠﱢ‬
ِ ْ‫ﻦ اﻟ‬
َ ‫ن ِﺑ ِﺮﺟَﺎ ٍل ﱢﻣ‬
َ ‫ﺲ َﻳﻌُﻮذُو‬
ِ ‫ﻦ ا ْﻟﺈِﻧ‬
َ ‫ن رِﺟَﺎلٌ ﱢﻣ‬
َ ‫َوَأﻧﱠ ُﻪ آَﺎ‬
Und freilich pflegten einige Leute unter den gewöhnlichen Menschen bei einigen Leuten unter den
Jinn Schutz zu suchen, so dass sie (letztere) in ihrer Bosheit bestärkten.
[al-Jinn:6]

Wer nach all diesen Versen, Hadīthen und Erläuterungen behauptet das Verborgene zu kennen, das allein
Allāh (swt) kennen kann, ist somit ein Tāghūt und zudem das Haupt in der Überschreitung geworden. Und
wer seine Behauptung akzeptiert, hat somit die alleinige Befugnis Allāhs (swt) dieser Person übertragen
und ihn so zu einem Gott neben Allāh (swt) genommen und ist somit zum Kāfir geworden. Der Grund,
warum diese Arten des Verborgenen erklärten werden ist, dass die, in dieser Sache zu Tāghūt gewordenen,
genau erkannt werden und jene, die ihren Tawhīd sichern möchten von ihnen fern bleiben können. Solchen
Personen sollte man sich nicht zum Scherz oder aus Spiel nähern. Denn der Dīn Allāhs (swt) ist ein Dīn,
der mit Ernsthaftigkeit wahrgenommen werden muss.

http://www.aazara.net 25 Ahl as-Sunna wal-Jamā'a


[Kleinere Korrekturen und eine Vereinheitlichung des Textformates wurden durch āzara.net durchgeführt.
Fehler in der Anzeige der Qur´ān-Zitate sind möglich, dies hängt von der jeweiligen Systemeinstellung ab.
Der Dank geht an die Verfasser dieses Textes. Auf dass das Licht des Haqq die heutige Dunkelheit der
Irrlehren und der Fitna auslösche.]

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