Sie sind auf Seite 1von 5

CONTROLLING (WS 19/20) Prof. Dr.

Gunther Friedl

Lösungsskizze zu Übungsblatt 2:
Altklausuren Lücke-Theorem

Aufgabe 2.1: Altklausur Sommersemester 2013

A) Kapitalwert der Zahlungsströme

01.01.2014 31.12.2014 31.12.2015


Et 5.100 3.500
At 3.000 + 2.600 = 5.600 340 560
Üt = E t - A t -5.600 4.760 2.940

4.760 2.940
𝐾𝑊8% (Ü𝑡 ) = −5.600 + + = 1.327,98
1,08 1,082

Die Investition ist profitabel und sollte durchgeführt werden.

B) Kapitalwert der Residualgewinne

01.01.2014 31.12.2014 31.12.2015


Vorräte 3.000 1.000 0
Vermögen Anlagen 2.600 1.300 0
Summe 5.600 2.300 0
Vorräte [3.000] -2.000 -1.000
ΔVermögen Anlagen (AfA) [2.600] -1.300 -1.300
Summe [5.600] -3.300 -2.300
Zahlungsüberschüsse [-5.600] 4.760 2.940
Gewinn = ZÜ + ΔVermögen [0] 1.460 640
Kalk. Zinsen 448 184
Residualgewinn 1.012 456

1.012 456
𝐾𝑊8% (𝑅𝐺𝑡 ) = + = 1.327,98
1,08 1,082

1
CONTROLLING (WS 19/20) Prof. Dr. Gunther Friedl

C) Kongruenzprinzip

𝑇 𝑇

∑ 𝐺𝑡 = ∑ Ü𝑡
𝑡=0 𝑡=0

1.460 + 640 = 2.100 = −5.600 + 4.760 + 2.940

D) Anforderungen an Abschreibungsmethode

Bedingung ist lediglich, dass das Kongruenzprinzip eingehalten wird. Das bedeutet, dass der
Buchwert des Anlagevermögensgegenstandes (Maschine etc.) genau auf null abgeschrieben
wird. [Weder darf zum Ende des betrachteten (Investitions-)Projekts ein Restwert stehen bleiben. Noch
darf mehr abgeschrieben werden (durch bspw. kalk. Abschreibungen auf bereits abgeschrieben aber
weiterhin genutzte Anlagen) als der ursprüngliche Wert (Anschaffungswert).]

Sofern das gilt, ist die Wahl der Abschreibungsmethode aber egal.

2
CONTROLLING (WS 19/20) Prof. Dr. Gunther Friedl

Aufgabe 2.2: Altklausur Wintersemester 2014/2015

Zentrales Ergebnis: Der Kapitalwert bzw. Endwert der Zahlungsüberschüsse entspricht dem
Kapitalwert bzw. dem Endwert der um kalkulatorische Zinsen verringerten Periodengewinne (=
Residualgewinne).

Kongruenzprinzip: Über die gesamte Laufzeit betrachtet muss die Summe aller Periodengewinne der
Summe aller Einzahlungsüberschüsse entsprechen.

Bilanzidentitätsprinzip: Der Periodengewinn muss um kalkulatorische Zinsen auf den Kapitalbestand


der Vorperiode verringert werden. Dieser wird definiert als Differenz zwischen den bis zur Vorperiode
addierten Periodengewinnen und den bis zur Vorperiode addierten Einzahlungsüberschüssen.

Bedeutung für Anreizsysteme: Periodenerfolgsgrößen können durch die Berücksichtigung


kalkulatorischer Zinsen auf den Kapitalbestand auf das Ziel einer (Kapital-)Wertmaximierung eines
Unternehmens ausgerichtet werden. Eine Steuerung auf Basis dieser Größen ist daher grundsätzlich
möglich.

3
CONTROLLING (WS 19/20) Prof. Dr. Gunther Friedl

Aufgabe 2.3: Altklausur Wintersemester 2016/2017

A) Kapitalwert der Zahlungsströme

Ermitteln Sie den Kapitalwert der Investition auf Basis der Zahlungsströme. Sollte die
Investition durchgeführt werden?

44.500.000 39.450.000
−76.000.000 + + = −2.942.148,76
1,1 1,12

Nein, die Investition sollte nicht durchgeführt werden, da der Kapitalwert des Projekts negativ ist.

B) Gewinne und Residualgewinne 2018 und 2019

31.12.2018 31.12.2019

Zahlungsüberschuss 44.500.000 39.450.000

Vorratsverbrauch 8.000.000 8.000.000

Abschreibung 36.000.000 24.000.000

Gewinn 500.000 7.450.000

Vermögen zu Beginn 76.000.000 32.000.000

Kalkulatorische Zinsen 7.600.000 3.200.000

Residualgewinn -7.100.000 4.250.000

C) Kapitalwert der Gewinne und Residualgewinne inkl. Entscheidung

Kapitalwert der Gewinne

500.000 7.450.000
+ = 6.611.570,25
1,1 1,12

 Wenn Verena Lüftli anhand der Gewinne als Bemessungsgrundlage bezahlt würde, würde sie
das Flugzeug kaufen.

4
CONTROLLING (WS 19/20) Prof. Dr. Gunther Friedl

Kapitalwert der Residualgewinne

−7.100.000 4.250.000
+ = −2.942.148,76
1,1 1,12

 Wenn Verena Lüftli anhand der Residualgewinne als Bemessungsgrundlage bezahlt würde,
würde sie das Flugzeug nicht kaufen.

D) Unterschied der Kapitalwerte mit Bezug auf das Lücke-Theorem

Kapitalwert auf Basis der Zahlungsströme und auf Basis der Residualgewinne ist der gleiche
wohingegen der Kapitalwert auf Basis der Gewinne abweicht.

Ursachen des Unterschiedes zwischen den beiden unterschiedlichen Kapitalwerten:

Andere Periodisierung der anfänglichen Investitionsauszahlungen über die Verrechnung von


Abschreibungen. Im Beispiel: Die Anschaffungsauszahlungen von 60 Millionen € werden um eine
Periode nach hinten verschoben. Die Auszahlungen gehen so den Aufwendungen voraus. Die Differenz
der Kapitalwerte lässt sich auf diese Nachverlagerung der anfänglichen Auszahlung zurückführen. Die
Differenz zwischen beiden gleichen Kapitalwerten und dem Kapitalwert auf Basis der Gewinne gleicht
dem Barwert der Zinsen auf das gebundene Kapital.

Das gebundene Kapital (auf das die kalkulatorischen Zinsen berechnet werden sollen) wird durch
das Bilanzidentitätsprinzip definiert:

Bilanzidentitätsprinzip (Definition der Kapitalbindung):

𝑉𝑡−1 = ∑𝑡−1 𝑡−1


𝑠=0 𝐺𝑠 − ∑𝑠=0 Ü𝑠