Sie sind auf Seite 1von 10

BFH

Projektmanagement
Tram Bern West
Berns Westen entwickelt sich sehr dynamisch. Dadurch stossen die
öffentlichen Verkehrmittel an ihre Grenzen. Wir stellen in diesem Dokument
das Projekt Tram Bern West vor und beziehen uns in einem ersten Teil auf die
Problematik und die Beschreibung des Projekts. Dabei werden die Änderungen
zum alten Projekt Tram Bern West deutlich gemacht, die Linienführung erklärt
und auf die Kostenverteilung eingegangen. In einem zweiten Teil analysieren
wir das Projekt bezüglich der im Unterricht erlernten Methoden und
Vorgehensweisen des Projektmanagement. Wir zeigen die typischen
Merkmale des Projekts auf, erstellen eine SMART Analyse und gehen auf den
Projektstrukturplan ein.

BFH-TI
Fach Projektmanagement
Studenten D.Cotrona, M.Kernen, T.Küffer
Abgabe Bericht 22.12.2010
Projektmanagement

Inhaltsverzeichnis
1 Das Projekt......................................................................................................................1
1.1 Zeitlicher Ablauf .......................................................................................................1
1.2 Bern West ................................................................................................................1
1.3 Vergleich der Beförderungskapazitäten ....................................................................2
1.4 Die Linienführung .....................................................................................................2
1.5 Die Konsequenzen aus der Kritik vom ersten Projekt ...............................................3
1.6 Die Kosten des neuen Projekts ................................................................................4
2 Projektmanagementtheorie angewandt auf das Projekt ...................................................5
2.1 Typische Merkmale des Projekts ..............................................................................5
2.2 SMART ....................................................................................................................7
2.3 Phasenkonzept ........................................................................................................7
2.4 Projektsteuerung ......................................................................................................8
2.5 Weitere Wekzeuge ...................................................................................................8

Tram Bern West ii


Projektmanagement

1 Das Projekt
Der Westen von Bern entwickelt sich sehr dynamisch. Die eingesetzten Busse stossen mit
ihrer relativ geringen Fördermenge an ihre Kapazitätsgrenzen. Das neue Projekt Tram Bern
West wurde im Vergleich zum alten Tram Bern West bezüglich der kritisierten Punkte
verbessert und ist rund 20Mio günstiger. Das Projekt ist dringlich und wird aus dem
Infrastrukturfaonds unterstützt.

1.1 Zeitlicher Ablauf

1918 Die Idee eines Trams nach Bümpliz wird im Gemeinderat


Bümpliz als unerledigt abgetan.
2000 Ein Ideenwettbewerb für die städtebauliche, verkehrstechnische
und betriebliche Einpassung des Trams Bern West in den
bestehenden Strassenraum wird lanciert.
November 2003 Finanzielle Mittel für das Tram Bern West werden in einer
kantonalen Volksabstimmung gesprochen. Kanton und Stadt
beteiligen sich am Projekt.
16. Mai 2004 Die Stimmberechtigten des Kantons Bern lehnen das erste
Projekt Tram Bern West mit 50,4 Prozent Nein-Stimmen knapp
ab. Alle Arbeiten für das Tram Bern West werden sofort gestoppt.
September 2004 Der Grosse Rat beauftragt die Regierung, unter Berücksichtigung
der Kritik am ersten Projekt ein zweites auszuarbeiten.
ab Herbst 2004 Erarbeitung des neuen Projekts unter Einbezug der Bevölkerung,
der lokalen Quartierorganisationen, der politischen Parteien und
Interessenverbände sowie der ETH Zürich.
6. Oktober 2006 Das Bundesparlament verabschiedet das
Infrastrukturfondsgesetz, womit der Bundesbeitrag an die
Finanzierung von Tram Bern West gesichert ist.
26. November 2006 Die Stimmberechtigten der Stadt Bern sprechen sich mit über
70% Ja-Stimmen für den Anteil der Stadt Bern von 26 Mio.
Franken an Tram Bern West aus.
22. März 2007 Der Grosse Rat heisst den Kantonsbeitrag von 33,37 Mio.
Franken mit 140 Ja zu 0 Nein bei einer Enthaltung gut.
17. Juni 2007 Die Stimmberechtigten des Kantons Bern werden über das
zweite Projekt Tram Bern West an der Urne befi nden können.

1.2 Bern West


Holligen, Bümpliz und Bethlehem, welche den Westen von Bern bilden, sind bereits heute
mit über 30‘000 Einwohnern und 15‘400 Arbeitsplätzen ein dicht besiedeltes Gebiet von
der Grösse einer mittleren Stadt wie Chur oder Schaffhausen. Bern West ist zudem das
grösste Entwicklungsgebiet der Stadt.
Anwohner und Arbeiter in Brünnen und Ausserholligen, die zwei wichtigsten
Entwicklungsgebiete, zusätzlich die Menschen des neu gebauten Freizeit- und
Einkauszentrum Westside, welches 10‘000 Besucher pro Tag erreicht, wollen mit den
öffentlichen Verkehrmitteln befördert werden. Zudem wurden in Brünnen rund 1‘000
Arbeitsplätze und Wohnungen für 2‘500 Personen gebaut. Mit den neuen Tramlinien kann
das erwartete Verkehrsaufkommen bewältigt werden.

Tram Bern West -1-


Projektmanagement

1.3 Vergleich der Beförderungskapazitäten

Es ist wirtschaftlicher, den Westen von Bern mit dem Tram zu erliessen. In der nun
fahrenden Trams von 42 bis 45 Meter Länge können knapp 2.5 mal soviele Gäste
befördert werden als in einem Gelenkbus. Im Vergleich zum längsten Bus, dem Megabus
oder Doppelgelenkbus, ist das nun fahrende Tram pro Jahr rund eine Million günstiger.

1.4 Die Linienführung


Die neue Linie folgt den alten Linien der Busse, ausser im Bereich Bethlehem Kirche. Dort
wurden eine komplett neue Linie gebaut. Das Tram fährt vom Bahnhof Bern auf den alten
Tramschienen nach Westen, ab Brunnmatt weiter auf neuen Schienen und teilt sich nach
der Unterführung der Autobahn, in zwei Äste, welche einerseits in Richtung
Brünnen/Westside und Bümpliz führen.
Die gesamte Neubaustrecke hat eine Länge von 6.8 Kilometer. Grösstenteils verläuft die
Strecke über das bestehende Strassennetz. Auf zwei Kilometern fährt das neue Tram auf
eigenem Trassee.

Das neue Tramnetz verknüpft den Osten mit dem Westen von Bern. Dazu werden die
Linen 13 und 14 über den Hauptbahnhof hinaus weitergezogen und führen nun bis
Ostring, beziehungsweise Saali. Dadurch ist es möglich, vom Westen aus das ganze
Stadtzentrum bis und mit Zytglogge ohne umzusteigen zu erreichen.

Tram Bern West -2-


Projektmanagement

1.5 Die Konsequenzen aus der Kritik vom ersten Projekt


Die Kritikpunke:
• Das Projekt ist zu teuer
• Unterquerung des Autobahnviadukt Weyermannshaus
• Nichteinbezug des Stöckackerquartiers
• Behinderung des Individualverkehrs
• Nichteinbezug von interessierten Kreisen und der Bevölkerung
Die Konsequenzen
• Die Kosten betragen nun 151.7 Millionen Franken, 20 Millionen weniger als das alte
Projekt.
• Auf die Unterquerung beim Weyermannshaus wurde verzichtet
• Die neue Linie führt nun durch das Stöckackerquartier.

• Es wuren mehr Überholmöglichkeiten für Autos geschaffen. Von den insgesamt


achzehn Haltestellen der neuen Linie gibt es noch vier an welchen die Autos das
Tram nicht überholen können. Da nicht mehr im 1.5 Minuten-Takt gefahren werden
muss, rollt der Verkehr zukünftig flüssiger.

Tram Bern West -3-


Projektmanagement

• Die Quartierorganisationen wurden miteinbezogen. Zudem wurde eine


Begleitkommission gegründet, welche auch mit der Bevölkerung Workshops
durchgeführt hat. Damit ist das Projekt politisch breit abgestützt.

1.6 Die Kosten des neuen Projekts


Das neue Projekt kostet 151.7 Millionen Franken. Die Tramifrastruktur mit Gleisen, Trasse,
Fahrleitungen, ect. kosten 105.5 Millionen Franken. Diese weden vom Bund und vom
Kanton Bern finanziert.
Das neue Projekt ist rund 22 Millionen Franken günstiger als das alte. Die Einsparungen
sind möglich, da die Unterführung der Autobahn beim Weyermannsviadukt nicht gebaut
wird und eine kürzere Strecke geplant ist.
Wer zahlt wie viel
Den grössten Teil, die Infrastrukturkosten teilen sich Bund und Kanton zu je 52.75
Millionen Franken. Am Kantonsanteil beteiligen sich zu einem Drittel die bernischen
Gemeinden.
Die Stadt Bern leistet einen Beitrag von 26 Millionen Franken und setzt diesen zum
gestalten des Öffentlichen Raums und zum Strassenbau ein.
Der Bund hat das Tram Bern West als eine der dringlichsten Projekte zur Lösung der
Verkehrsprobleme in der Agglomeration anerkannt und unterstützt dieses desshalb aus
dem Infrastrukturfonds.

Bund
Kanton
Stadt
EWB
Weitere

Die obenstehende Grafik zeigt die Aufteilung der Kosten.


Bund und Kanton je 34.8%
Stadt Bern 17.1%
Energie Wasser Bern 9.9%
Weitere 3.4%
Total 100%

Tram Bern West -4-


Projektmanagement

2 Projektmanagementtheorie angewandt auf das Projekt


2.1 Typische Merkmale des Projekts
Zeitlich befristet
Dieses Projekt ist ein zeitliches befristetes Projekt, da es an einem bestimmten Datum
beginnt und an einem vorgegebenen Datum beendet werden muss.
Der Bau des Trams Bern West hat am 1. April 2008 begonnen. Es dauerte bis Ende
September 2010. Am 12. Dezember 2010 ist der Trambetrieb aufgenommen worden.

Komplexität
Der technische Aspekt ist bei diesem Projekt sicherlich nicht die Schwierigkeit, da
Bernmobil schon diverse Bauprojekte durchgeführt hat, und dadurch ein grosses Know-
How bezüglich dem Bau von Fahrbahnleitungen und Geleisen aufweisen kann. Die
Schwierigkeit liegt eindeutig bei der Durchführung der verschiedenen Bauphasen, d.h. wie
kann das Projekt durchgeführt werden, damit die Verkehrseinschränkungen den normalen
Alltagsverkehr so gering wie möglich einschränkt. Das Projekt wurde deshalb in 33
Bauabschnitte unterteilt, um einen zügigen Baufortschritt zu erzielen und die
Auswirkungen auf die Anwohnerinnen und Anwohner so gering als möglich zu halten. Der
Bauablauf der einzelnen Jahre ist aus der nachfolgenden Grafik ersichtlich:
Grafik: siehe nächste Seite.

Einmaligkeit
Die Erschschliessung des Westens von Bern mittels eines Trams ist sicherlich eine
einmalige Angelegenheit. In diesem Umfang wird das öffentliche Verkehrsnetz in Bern in
dem nächsten Jahrzehnt nicht mehr modifiziert, da sehr viele öffentliche Gelder in das
Projekt geflossen sind und der Steuerzahler nicht mehr gewillt ist, noch mehr Gelder in
derartige Projekte zu investieren.

Begrenzte Ressourcen
Bernmobil besitzt nicht unbeschränkt viele Ressourcen. Da es sich um ein öffentliches
Projekt handelt sind sicherlich die Gelder limitiert. Der Steuerzahler will genau informiert
sein, was mit den Geldern realisiert wird und es herrsch der Grundsatz je günstiger desto
besser. Auch bezüglich des Personals kann Bernmobil nicht unbeschränkt viele temporär
Angestellte hinzuziehen, da solche Angestellte sofort einen hohen Aufwandsposten in der
Projektbilanz generieren.

Innovativ
Es ist bezüglich der Verkehrsführung und Personentransportkapazität ein innovatives
Projekt, da nach Beendigung des Projekt mehr Personen transportiert werden können, und
der Westen von Bern schneller erreichbar ist.

Tram Bern West -5-


Projektmanagement

Tram Bern West -6-


Projektmanagement

2.2 SMART
Eine SMART Analyse für das Tram Bern West könnt folgendermassen aussehen:
Spezifisch
Die Ziele des Projektes Bern West sind eindeutig definiert, nämlich man hat sich zum Ziel
gesetzt, die Transportkapazität wesentlich zu erhöhen und eine bessere Erschliessung der
Quartiere die Westen von Bern liegen zu ermöglichen.
Messbar
Man weiss genau wo momentan die Kapazitätsgrenze liegt und desweiteren ist bekannt
was für eine Steigerung bezüglich der Kapazität möglich ist.
Angemessen
Die Ziele sind angemessen definiert, da der Bund und Kanton genügend finanzielle Mittel
zur Verfügung stellt. Zudem besitzt die Bernmobil AG genügend Know-How um ein
solches Projekt durch zu führen.
Relevant
Durch die Steigerung der Kapazitätsgrenze kann ein entscheidender Mehrwert generiert
werden. Desweiteren ist es offensichtlich das neue Transportmittel eingesetzt werden
müssen, da eine Verdichtung des Fahrplans nicht möglich ist. Diese neuen Transportmittel
bieten den Kunden einen erhöhten Komfort, was eine Erhöhung der Qualität der
Dienstleistung, die Bernmobil anbietet, bedeutet. Einen anderen Weg zur Erschliessung
der neuen Quartiere in Bern ist nicht gegeben, deshalb ist die Realisierung dieses
Projektes unabdingbar.
Terminiert
Die Termine sind klar gegen, da am 12.Dezember der grosse Fahrplanwechsel stattfindet
und somit alle entsprechenden Arbeiten vollzogen sein müssen.

2.3 Phasenkonzept
Das Projekt Tram Bern West wurde nach dem SIA 1 Phasenkonzept durchgeführt. Das SIA
Konzept setzt sich grob erklärt aus folgenden Phasen zusammen. Zudem sind einige
Komentare bezüglich des Projekts Tram Bern West vom Geschäftsführer der Tram Bern
West AG, Herr Beat Isler dazugeschrieben.

• Phase 1: Strategische Planung


• Phase 2: Vorstudien
In der Projektentwitklung (Strategische Plaung und Vorstudien ging es darum meist
mittels Workshop die Bedürfnisse zu ermitteln. Gleichzeitig wird eine Bauherren- und
Projektorganisation definiert und für die späteren Phasen (Ab Phase 3, Projektierung)
ein Projekthandbuch erstellt und umgesetzt.
• Phase 3: Projektierung
Die Projektierung wird vom Groben ind Feine konkretisiert, mittels Schlaufen.
• Phase 4: Realisierung
• Phase 5: Nutzung

1
SIA - Schweizer Ingenieur- und Architekten-Verein. Projektplanung für Bauprojekte

Tram Bern West -7-


Projektmanagement

In der Planungsphase (Phase 1 und 2) wurde nach der unten dargestellten Hirarchischen
Aufstellung das Projekt geplant.

Dabei ist zu erkennen, dass die Quartiersorganisationen ebenfalls miteinbezogen sind.


Diese konnten an drei Workshops ihre Anliegen vortragen. So kann optimal auf die
Bedürfnisse der Bevölkerung eingegangen werden. Im Gesamtprojekttem sind alle
beteiligten Bau- und Interessensgrupen vertreten. Dazu gehört auch die Energie Wasser
Bern.

2.4 Projektsteuerung
Auf die Anfrage zur Projektsteuerung des Projekts Tram Bern West hat Her B.Isler
folgendes geschrieben:
Jede Stufe (Geschäftsführung / Gesamtprojektleitung; Teilprojektleitung; Oberbauleitung;
Bauleitung) setzt die üblichen Instrumente für Kosten-, Termin- und Qualitätskontrolle ein.
Eine Risikoabschätzung gehört selbstverständlich auch dazu. Die Parameter werden nach
oben rapportiert, hinterfragt, diskutiert und verdichtet an den Verwaltungsrat (monatliche
VR-Sitzungen) und die Besteller (=Politik; halbjährliche Reportings) weiter geleitet.

2.5 Weitere Wekzeuge


Weitere, beim Projekt Tram Bern West eingesetzte Werkzeuge sind auf Anfrage beim
Geschäftsleiter folgende:
In der Methodik ist das allerwichtigste der XMV (Xunder Menschen Verstand), welches
über alle Phasen des Projekts eine grosse Wichtigkeit hat. Zusätzlich wurden die üblichen
Projektmanagementkonzepte wie „vom Groben ins Feine“ und die 80-20% - Regel
angewandt.

Tram Bern West -8-