Sie sind auf Seite 1von 8

Originalarbeit

Z Gerontol Geriat 2009 · 42:328–335 R.-J. Schulz · R. Nieczaj · A. Moll · M. Azzaro · K. Egge · R. Becker


DOI 10.1007/s00391-008-0015-3 Campus Virchow-Klinikum, Forschungsgruppe Geriatrie
Eingegangen: 28. Februar 2008
am Ev. Geriatriezentrum Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Akzeptiert: 17. September 2008
Online publiziert: 18. August 2009
© Springer-Verlag 2009
Behandlung der Dysphagie
in einem klinisch-geriatrischen
Setting: funktionelle Dysphagie-
therapie und PEG-Einsatz

Neurogene Dysphagien treten am häufigs- ist, sondern erst bei chronischer Dyspha- der jüngeren Patienten konnte die PEG
ten nach einem Schlaganfall in der Akut- gie indiziert ist [8, 20]. Die FOOD-Studie entfernt werden, sobald die Dysphagie
phase bei über 50% und chronisch bei et- [8, 9], die die Ernährung über eine naso- sich zurückgebildet hatte. Aus den Ergeb-
wa 30% im Kontext zerebrovaskulärer Er- gastrale Sonde mit der Ernährung über nissen wurde gefolgert, dass die Entschei-
krankungen auf [12, 21]. eine PEG-Sonde nach Schlaganfall ver­ dung für eine frühe Versorgung mit PEG
Klinisch manifestieren sich Dyspha- glichen hat (N=321), zeigte bessere funkti- (innerhalb der ersten beiden Wochen) ab-
gien als Beschwerden beim Essen und onelle Ergebnisse (gemessen mit der Mo- hängig von der Prognose, dem Ziel der Er-
Trinken und/oder der Unfähigkeit des difizierten Ranking Scale), wenn die Pa- nährungsbehandlung, der Dauer der Dys-
Abschluckens von Speichel und Sekret, tienten in den ersten 2-3 Wochen nach phagie, dem Alter und den Begleiterkran-
in Mangelernährung mit Gewichtsverlust Schlaganfall mit NSG und nicht mit PEG kungen ist und ein differenziertes Assess-
und Exsikkose sowie pulmonalen Kom- versorgt waren. Es zeigte sich aber kein ment erfordert.
plikationen durch Aspiration [15, 20]. signifikanter Unterschied in der Morta- Die funktionelle Dysphagietherapie
Schluckstörungen können die Lebens- litätsrate. Andere Studien [3, 19] erbrach- (FDT) ist ein übendes Therapieverfahren
qualität erheblich beeinträchtigen und ten dagegen eine empirische Evidenz für [2]. Das Ziel der funktionellen Dysphagie-
führen in schweren Fällen zu vitaler Be- die Überlegenheit der PEG gegenüber der behandlung ist die Aktivierung und Wie-
drohung. Bei der Versorgung dyspha- NSG hinsichtlich Mortalitätsrate und ver- derherstellung der beeinträchtigten Funk-
gischer Patienten gilt der Grundsatz, die schiedener Ernährungsparameter (z. B. tionen bei der Nahrungsaufnahme und/
Ernährung und einen optimalen Schutz Gewichtzunahme, höhere Nahrungszu- oder die Vermittlung von Techniken und
der tiefen Atemwege unter Erhalt der fuhr) bei der Behandlung von persistie- Strategien zur Kompensation der Störung,
größtmöglichen Lebensqualität sicherzu- renden Dysphagien nach Schlaganfällen. um eine selbständige Nahrungsaufnahme
stellen [22]. Besonders schwer beeinträchtigte ältere zu ermöglichen bzw. zu erhalten. Es wer-
Eine nasogastrale Sonde (NSG) oder Schlaganfallpatienten mit Dysphagie pro- den in der Behandlung je nach Zielstel-
eine PEG (perkutane endoskopische Gas- fitieren hinsichtlich des Ernährungssta- lung verschiedene Übungsinhalte einge-
trostomie) ist indiziert, wenn eine aus- tus, der Mortalität und der Krankenhaus- setzt: restituierende, kompensatorische
reichende Flüssigkeits- und/oder Nah- verweildauer von einer Versorgung mit und adaptierende Verfahren. Schluck­
rungszufuhr auf oralem Wege nicht aspi- PEG [17]. Der Nachteil von NSGs ist, dass übungen können sehr gut parallel zu einer
rationsfrei möglich ist. In einer retrospek- sie wiederholt gelegt werden müssen, da PEG erfolgen. Crary et al. [6] beschreiben,
tiven Datenbank-Analyse wurde gezeigt, sie verrutschen bzw. besonders von ger- wie mit funktioneller Therapie die orale
dass PEG-Sondenanlagen in der Geriatrie iatrischen Patienten selbst entfernt wer- Nahrungsaufnahme bei Dysphagiepati-
überwiegend bei Patienten mit Schlagan- den. Ha & Hauge [13] untersuchten 83 Pa- enten, die mit Sonde ernährt werden, an-
fall (65,1%) und/oder Dysphagie (64,1%) tienten nach Schlaganfall und anderen gebahnt wird. Zu Beginn des oralen Kost-
erfolgen [25]. Die Krankenhaussterblich- Krankheiten (Kontrollgruppe). Die Pa- aufbaus muss der Dysphagiepatient min-
keit lag in der PEG-Gruppe infolge der tienten erhielten eine PEG-Sonde, nach- destens in der Lage sein, kleine Mengen
Schwere der Erkrankung deutlich höher dem der Einsatz der nasogastralen Son- Flüssigkeit oder Breikost sicher und effizi-
(17,6%) als in der Vergleichsgruppe (4,3%). de nicht erfolgreich oder eine Langzeit- ent zu schlucken. Die Rückkehr zur oralen
Verschiedene Befunde zeigen, dass eine versorgung absehbar war. Bei 20% der äl- Nahrungsaufnahme steht sowohl mit der
PEG in der Akutphase nicht angebracht teren Patienten (>74 Jahre) und bei 31% Verbesserung des kognitiven Status als

328 |  Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009


Zusammenfassung · Abstract

Z Gerontol Geriat 2009 · 42:328–335  DOI 10.1007/s00391-008-0015-3


© Springer-Verlag 2009

R.-J. Schulz · R. Nieczaj · A. Moll · M. Azzaro · K. Egge · R. Becker


Behandlung der Dysphagie in einem klinisch-geriatrischen Setting:
funktionelle Dysphagietherapie und PEG-Einsatz
Zusammenfassung
Eine nasogastrale Sonde (NSG) oder eine per- fünf Viskositätsstufen und angedickte Getränke here Verbesserungswerte als die schwer gestör-
kutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist eingesetzt. Zusätzlich gingen der Zeitpunkt der ten Dysphagiepatienten (Gruppe 1).
bei Dysphagie dann indiziert, wenn eine aus- PEG-Versorgung, Krankenhausverweildauer, die Darüber hinaus konnte nachgewiesen wer-
reichende Flüssigkeits- und/oder Nahrungs- Anzahl der Komplikationen und die Mortalität den, dass je früher eine PEG angelegt wurde,
zufuhr auf oralem Wege nicht aspirationsfrei in die Untersuchung ein. desto stärker die Schluckfunktion (FOIS) der Pa-
möglich ist. Die Entscheidung über den rich- Die Ergebnisse zeigten, dass beide Unter- tienten gesteigert wurde. Die Ergebnisse einer
tigen Interventionszeitpunkt und die adäquate suchungsgruppen (mit oder ohne PEG) von der multiplen Regressionsanalyse zeigten bei Grup-
Methode wird in der Literatur kontrovers dis- funktionellen Dysphagietherapie profitierten. pe 1 geringe aber dennoch signifikante Zusam-
kutiert. Die vorliegende Studie geht der Fra- Die Nahrungsaufnahme der Gruppe 2 ­konnte menhänge zwischen einer frühzeitigen Ver-
ge nach, welchen Einfluss die funktionelle Dys- im Verlauf der Therapie signifikant verbessert sorgung mit PEG und den Verbesserungen der
phagietherapie mit oder ohne PEG-Anlage auf werden. Es zeigten sich Steigerungen der Kost- oralen Nahrungsaufnahme durch die funktio-
die Nahrungsaufnahme von Patienten mit Dys- stufe von breiiger Konsistenz bis zu festen Spei- nelle Dysphagie­therapie.
phagie hat. sen. Die Schluckleistung der Gruppe 2 war da- Die Gruppe 1 wies signifikant mehr Kompli-
In der retrospektiven Untersuchung eines mit bei Entlassung deutlich besser als bei den kationen und eine signifikant höhere Mortalität
Zentrums für Akutgeriatrie (EGZB) wurden schwer gestörten Patienten der Gruppe 1. Die auf als die Patienten der Gruppe 2, die nicht mit
164 Dysphagiepatienten innerhalb eines Jah- Patienten der Gruppe 1 konnten bei Entlassung PEG versorgt war.
res in zwei Gruppen unterteilt: Dysphagiepati- zwar weitgehend oral ernährt (in Kombinati- Die Ergebnisse belegen, wie wichtig eine
enten mit PEG (Gruppe 1; n=59) und Dyspha- on mit der PEG) werden, waren aber in der Re- präzise Schluckdiagnostik ist, um eine frühzei-
giepatienten ohne PEG (Gruppe 2; n=105). Bei- gel auf diätetische Maßnahmen (z. B. Breikost, tige PEG-Versorgung gezielt bei persistierenden
de Gruppen wurden nach der funktionellen Andicken von Getränken) angewiesen. Die The- Dysphagien einzuleiten. Die Behandlung der
Dysphagietherapie von Sprachtherapeuten be- rapieverläufe zeigen aber, dass auch die schwer Dysphagie in der Geriatrie erfordert einen mul-
handelt. gestörten Dysphagiepatienten (Gruppe 1) trotz tidisziplinären Ansatz, ein differenziertes As-
Erhoben wurde das Geriatrische Basis­ eines geringeren Rehapotentials signifikant von sessment und eine auf die spezifische Störung
assessment, die logopädische Diagnostik zur der Schlucktherapie profitierten. angepasste logopädische Übungsbehandlung.
Einschätzung der Schluckfunktion und der Nah- Die Patienten der Gruppe 2 zeigten zusätz-
rungsaufnahme, sowie der Sprechverständlich- lich im Bereich der kommunikativen Leistungen Schlüsselwörter
keit und der kommunikativen Leistungen. Es und der Sprechverständlichkeit signifikant hö- Dysphagie · Ernährung · PEG-Anlage ·
wurden ein Ernährungsplan bei Dysphagie mit Funktionelle Dysphagietherapie

Dysphagia treatment in a clinical-geriatric setting: PEG and functional therapy of dysphagia


Abstract
Objectives Patients with dysphagia whose ing viscosity and texture of foods and liquids sion analysis showed a small but nevertheless
food intake is inadequate and who may com- was used. Additional data on the time between significant association between an early sup-
promise their airways need to receive nasogas- being admitted to hospital and receiving a PEG ply of PEG and improvement of functional oral
tric (NG) or gastrostomic (PEG) feeding. There tube, the hospitalization period, the number of intake which had been achieved by function-
are controversial discussions about the best complications and mortality were collected. al dysphagia therapy. Significantly more com-
time for intervention and the best method. Results Both groups benefited from function- plications and significantly higher mortality oc-
Each approach has its advantages and disad- al dysphagia therapy. The patients of group curred in group 1 (PEG feeding) compared to
vantages. Further research is required to assess 2 showed a significant improvement in func- group 2 (exclusively oral feeding).
the optimum method of treating patients with tional oral intake post-treatment. In most of Conclusion The treatment of dysphagia in the
dysphagia. A retrospective study was under- the cases, diet modification improved from elderly requires a multi-professional setting, dif-
taken to investigate the influence of functional pasty consistency to firm meals. Swallowing ferentiated assessment and functional training
dysphagia therapy with or without PEG feeding. abilities were much better than those of the of oral motor skills and sensation and swallow-
Methods A total of 164 patients with dys- more severely disabled patients of group 1. ing techniques. Compared to patients with se-
phagia were investigated in a center for ge- Group 1 still needed PEG feeding post-treat- vere dysphagia, however, patients with mild to
riatric medicine (EGZB) within one year. Pa- ment but could also take in some food oral- moderate dysphagia benefit most from func-
tients were divided into two groups: those ly. However even the patients of group 1 tional training. The results reveal the impor-
with PEG (group 1, n=59) and those without showed a significant increase in functional tance of precise and early diagnosis of swal-
(group 2, n=105). Both groups received func- oral intake. Group 2 also showed significantly lowing disorders in order to introduce PEG sup-
tional training (training of oral motor skills stronger improvements in communication abili- ply early in cases of persistent dysphagia.
and sensation, compensatory swallowing ties and speech intelligibility after training com-
techniques) by speech-language therapists. pared to the severely disabled patients of group Keywords
Geriatric basic assessment was used. Speech- 1. In terms of the clinical outcome of group 1 it Dysphagia · Nutrition · PEG tube placement ·
language therapists also evaluated language, was demonstrated that the sooner a PEG was Functional therapy
speech and swallowing disorders pre- and post- placed, the more significantly functional oral in-
training. Diet modification for oral intake alter- take improved. The results of a multiple regres-

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009  | 329


Originalarbeit

Tab. 1  Basisdaten und Kenngrößen der untersuchten Gruppen


  Gruppe 1 Gruppe 2 Gesamt Mann-Whitney-U-Test
mit PEG (N=59) ohne PEG (N=105) (N=164) Signifikanz (p)
Geschlecht (weiblich, %) 57,6 49,5 52,4 0,320
Alter bei Aufnahme (Jahre, MW ± SD) 76,7 ± 9,1 79,0 ± 8,3 78,2 ± 8,6 0,168
Verweildauer (Tage, MW ± SD) 32,8 ± 13,8 30,3 ± 17,0 31,2 ± 15,9 0,094
MMSE-Score (MW ± SD) 18,3 ± 6,4 (N=12) 18,5 ± 6,5 (N=47) 18,5 ± 6,4 (N=59) 0,821
Therapieeinheiten Logopädie (MW ± SD) 12,5 ± 8,9 11,7 ± 9,1 12,0 ± 9,0 0,470
Dauer bis PEG-Anlage (Tage, MW ± SD) 8,7 ± 8,1 – – –
Gewichtsdifferenz zwischen Aufnahme und Entlassung − 1,3 ± 2,9 − 0,6 ± 3,3 − 0,9 ± 3,2 0,785
(kg, MW ± SD)
Barthel-Index bei Aufnahme (MW ± SD) 3,8 ± 9,0 17,4 ± 20,3 12,5 ± 18,3 < ,001
BI-Differenz zwischen Aufnahme und Entlassung (MW ± SD) 6,6 ± 20,6 16,0 ± 20,9 12,7 ± 21,2 0,001
Anzahl der Komplikationen (MW ± SD) 1,9 ± 1,4 1,0 ± 1,0 1,3 ± 1,2 < ,001
Mortalität (relative Häufigkeit, %) 22,0 8,6 13,4 0,016
MW ± SD = Mittelwert ± Standardabweichung, BI = Barthel-Index, MMSE = Mini-Mental State Examination, p = Signifikanz: Unterschiede Gruppe 1 und 2

auch der physiologischen Schluckfunkti- Dysphagie, die sich im Jahr 2006 im Ev. on, der Sprechverständlichkeit und der
on im Zusammenhang. In klinischen Stu- Geriatriezentrum Berlin in einer akut- sprachlichen Leistungen.
dien [5, 10] konnte gezeigt werden, dass geriatrischen Behandlung befanden. Die Es wurde ein Ernährungsplan bei Dys-
Schlucktherapie den Übergang von Son- Dysphagie wurde bei Aufnahme klinisch phagie erstellt, in dem über fünf Stufen die
denernährung zu oraler Nahrungsauf- durch Sprachtherapeuten festgestellt. Es Viskosität der Speisen langsam gesteigert
nahme effektiv unterstützt und eine posi- lagen unterschiedliche Ätiologien vor wird (breiig, passiert, teilpassiert, über-
tive Auswirkung auf den Ernährungssta- (z. B. Apoplex, Hirnblutung, degenera- wiegend fest, adaptierte Normalkost)
tus ausübt. tive neurologische Erkrankungen, struk- [4]. Je nach Störungsgrad wurde die ora-
Ein kritischer Faktor zur Beurteilung turelle Erkrankungen der Schluckorgane). le Ernährung anhand einer der Koststu-
der Effektivität der Behandlung ist die 59 Patienten (Gruppe 1) mussten mit ei- fen vorgenommen und im Verlauf der
Wahl der Messwerte. Neben den objek- ner PEG-Sonde versorgt werden, weil ei- Therapie sukzessive gesteigert. Getränke
tiven Daten bildgebender Verfahren sind ne orale Ernährung nicht oder nicht aus- wurden, wenn nötig, angedickt. Patienten
besonders funktionelle Maße, die die Ver- reichend über mindestens 10 Tage mög- mit schweren Schluckstörungen wurden,
besserung der Schluckfunktion im All- lich war. 105 Patienten (Gruppe 2) konn- wenn nach Schluckdiagnostik erforder-
tag und der Lebensqualität beschreiben, ten oral ernährt werden. Sie erhielten an- lich, ausschließlich über Sondenkost er-
heranzuziehen [16]. Zur Bewertung der gepasst an ihre Schluckstörung diätetische nährt. Wenn ein klinischer Schluckbefund
Schluckleistung und des Übergangs von Maßnahmen (z. B. angedickte Getränke, nicht genügte, um das Aspirationsrisiko zu
ausschließlicher Sondenernährung hin Breikost, teilpassierte Kost). Die Pati- beurteilen, wurde die Videofluoroskopie
zu oraler Kost wurde die „Functional Oral enten beider Gruppen wurden während eingesetzt. Im Verlauf der Behandlung er-
Intake Scale (FOIS)“ [6] entwickelt. ihres Klinikaufenthaltes nach der funkti- hielten die Patienten sukzessive zusätzlich
Die vorliegende Untersuchung geht onellen Dysphagietherapie (FDT) behan- zu der Nahrung über die PEG orale Kost
den Fragen nach, wie schwer gestörte delt. Die . Tab. 1 gibt einen Überblick (angedickte Getränke/Breikost in kleinen
(mit PEG) und leichter gestörte Dyspha- über die Zusammensetzung der Stichpro- Mengen) unter therapeutischer Aufsicht.
giepatienten (ohne PEG) von der funktio- be hinsichtlich Alter, Geschlecht, Aufent- Sobald sich Verbesserungen der Schluck-
nellen Dysphagietherapie profitieren und haltsdauer, Mini-Mental State Examinati- leistung zeigten, wurden die Menge und
welchen Einfluss der Zeitpunkt der PEG- on (MMSE), des Zeitpunkts der PEG-Ver- die Regelmäßigkeit der oralen Kostgabe
Versorgung (Anzahl der Tage von der Di- sorgung ab Aufnahmetag und der durch- gesteigert [7]. Die Patienten wurden nach
agnosestellung „Dysphagie“ bis zur PEG- schnittlichen Anzahl der logopädischen dem Konzept der funktionellen Dyspha-
Anlage) auf die orale Nahrungsaufnahme Sitzungen. gietherapie (FDT) [2], das ein Training
bei Dysphagie hat. der motorischen und sensomotorischen
Durchführung Funktionen, kompensatorische Schluck-
Methode techniken und/oder den Einsatz adaptie-
Die Patienten wurden im Rahmen des render Verfahren (z. B. diätetische Maß-
Stichprobe Geriatrischen Basisassessments unter- nahmen) umfasst, von Sprachtherapeuten
sucht (Arbeitsgruppe Geriatrisches As- behandelt. Die Übungsbehandlung wurde
Bei der Studie handelt es sich um eine re- sessment AGAST, 1997) [1]. Sie erhielten bei 23 Patienten wegen kurzfristiger Verle-
trospektive Untersuchung. Die Stichpro- zusätzlich eine logopädische Diagnos- gung, Todesfall oder fehlendem Behand-
be umfasst insgesamt 164 Patienten mit tik zur Einschätzung der Schluckfunkti-

330 |  Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009


lungspotential bei schweren kognitiven erraten werden (1), Kommunikation mit Testverfahren verwendet. Folgende Ver-
Defiziten nicht fortgeführt. Hilfe des Kommunikationspartners mög- fahren kamen zur Anwendung: Bivari-
Bei Entlassung wurden das Geria- lich und häufig können Gedanken nicht ate Rangkorrelationen nach Spearman
trische Assessment und die logopädische übermittelt werden (2), Kommunikation (zweiseitiger Test auf Signifikanz); Mit-
Diagnostik zur Einschätzung der Schluck- mit geringer Hilfe möglich und es liegen telwertanalysen zwischen den Untersu-
funktion, der Sprechverständlichkeit und noch deutliche sprachliche Einschrän- chungsgruppen: Kruskal-Wallis-Test so-
der sprachlichen Leistungen bei 141 Pati- kungen vor (3), unflüssig und/oder es lie- wie Mann-Whitney U-Test; Test auf Mit-
enten wiederholt durchgeführt. gen einige sprachliche Einschränkungen telwertunterschiede bei Variablen, die bei
vor (4), Kommunikation ohne Störung Aufnahme und Entlassung erhoben wur-
Kennwerte möglich und/oder es liegen minimale den: Rangsummen-Test nach Wilcoxon
Schwierigkeiten beim Sprechen vor (5). für verbundene Stichproben. Zur Prä-
Nahrungsaufnahme Zur Beurteilung der Schwere von dys- diktion der Veränderungen der logopä-
arthrischen Störungen wurde eine sechs- dischen Outcome-Variablen (sofern zu-
Mit der siebenstufigen „Functional stufige Ordinalskala aus der Allensbacher vor geprüfte univariate Zusammenhänge
Oral Intake Scale (FOIS)“ [6] wurde die Schweregradskala für Dysarthrie [24] ver- bestanden) wurde das Verfahren der line-
Schluckfunktion im Alltag bewertet: nur wendet. Es wurde die „Sprechverständ- aren multiplen Regression mit Rückwärts-
Sondenernährung (0), Sondenernäh- lichkeit“ bewertet: nicht beurteilbar/ keine Eliminations-Technik angewendet.
rung mit seltener oraler Einnahme von Äußerung (0), auch bei genauem Zuhö- Signifikanzen wurden durch die je-
Speise oder Flüssigkeit (1), Sondenernäh- ren und mehrmaligem Wiederholen nicht weiligen p-Werte bzw. durch das Signifi-
rung mit regelmäßiger oraler Einnahme verständlich oder anarthrisch (1), nur bei kanz-Niveau angegeben: p < ,05 = signifi-
von Speise oder Flüssigkeit (2), komplette genauem Zuhören und oft nur nach Wie- kant, p < ,01 = hoch signifikant, p < ,001 =
orale Einnahme nur einer Konsistenz (3), derholung verständlich (2), nur bei ge- höchst signifikant.
komplette orale Einnahme verschiedener nauem Zuhören verständlich, gelegentlich
Konsistenzen mit spezieller Präparation Nachfragen nötig (3), gut verständlich, ge- Ergebnisse
oder Kompensation (4), komplette ­orale naues Hinhören ist selten erforderlich (4),
Einnahme verschiedener Konsistenzen ohne Einschränkung verständlich (5). Gruppenhomogenität (Alter, Geschlecht,
ohne spezielle Präparation, aber mit Ein- Aufenthaltsdauer, MMSE, Anzahl der lo-
schränkungen auf bestimmte Nahrungs- Weitere Kennwerte gopädischen Sitzungen):
mittel (5), normale orale Ernährung ohne Die Gruppen unterschieden sich hin-
Einschränkungen (6). Darüber hinaus gingen die Kennwerte sichtlich der Variablen Geschlecht, Al-
Auf einer dreistufigen Skala wurden die Zeitpunkt der PEG-Versorgung (Dauer ter, Anzahl der logopädischen Therapien,
Art der „Getränke“ eingestuft: nur Sonde- in Tagen von der Krankenhausaufnah- Aufenthaltsdauer und MMSE statistisch
nernährung (0), angedickte Getränke (1), me bis zur Anlage der PEG), Dauer des nicht (siehe . Tab. 1).
nicht angedickte Getränke (2). Krankenhausaufenthalts in Tagen, Anzahl Die Patienten der Gruppe 1 (mit PEG)
der logopädischen Therapien (Sitzungen wurden im Durchschnitt 8,7 Tage nach
Geriatrisches Assessment á 30 min summiert über den Kranken- der Krankenhausaufnahme mit einer PEG
hausaufenthalt), Anzahl der Komplika- versorgt. Die Gruppe 2 bestand aus Pati-
Aus dem Geriatrischen Assessment gin- tionen (z. B. Wundinfektion, Erbrechen, enten mit leichten bis mittelschweren Dys-
gen folgende Variablen in die vorliegende Diarrhoe, Pneumonie, MRSA, Blutzu- phagien, die nach logopädischer Schluck-
Untersuchung ein: Gewicht bei Aufnahme ckerentgleisung, Harnwegsinfekt, Völlege- diagnostik nicht mit einer PEG versorgt
und Entlassung, Barthel-Index bei Auf- fühl, Übelkeit) und Mortalität in die Un- werden mussten.
nahme und Entlassung (BI) [18], Mini- tersuchung ein.
Mental State Examination (MMSE) [11]. Gewicht und Barthel-Index
Der MMSE wurde nicht bei aphasischen Statistische Verfahren
und somnolenten Patienten erhoben. Die . Tab. 1 stellt die Mittelwerte und
Die statistischen Analysen im Rahmen Standardabweichungen des Barthel-In-
Sprach- und Sprechleistungen dieser Untersuchung wurden mit Hilfe dex bei Aufnahme, sowie den Differenz-
des Statistikprogramms SPSS 15.0 (SPSS wert zwischen Aufnahme und Entlassung
Zur Einstufung der Schwere von apha- Inc., Chicago, Illinois, USA) durchge- dar. Signifikante Gruppenunterschiede
sischen Störungen wurde die sechsstufige führt. Zur Analyse der Gruppenunter- fanden sich hinsichtlich der funktionellen
Ordinalskala „Kommunikationsverhal- schiede hinsichtlich der Kenngrößen und Kapazität (Barthel-Index und Differenz-
ten“ aus dem Aachener Aphasie Test [14] Outcome-Variablen wurden aufgrund der wert zwischen Aufnahme und Entlassung,
eingesetzt: Kommunikation nicht mög- ordinalen und kategorialen Skalenniveaus siehe . Tab. 1). Die Gruppe 1 (mit PEG)
lich (0), Kommunikation erfolgt über un- sowie aufgrund von nicht normalverteil- wies einen durchschnittlichen Barthel-In-
vollständige bzw. unverständliche Äuße- ten kontinuierlichen Variablen vertei- dex von 3.8 bei Aufnahme auf. Die Pati-
rungen und der Sinn des Gesagten muss lungsunabhängige, nicht-parametrische enten dieser Gruppe hatten meist ausge-

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009  | 331


Originalarbeit

Tab. 2  Absolute und relative Häufigkeiten von Komplikationen in den Gruppen 1 über hinaus aber auch mehr MRSA-In-
(mit PEG) und Gruppe 2 (ohne PEG) fektionen. Harnwegsinfekte und Pneu-
Komplikationen Gruppe 1 Gruppe 2 monien waren die häufigsten Komplika-
N=59 N=105 tionen und in beiden Gruppen annähernd
absolut % absolut % gleich verteilt.
Reapoplex 1 1,7 4 3,8
Pneumonie 21 35,6 31 29,5 Mortalität
Infekt (Harnweg) 14 23,7 24 22,9
Sepsis/Urosepsis 2 3,4 3 2,9 In der Gruppe 1 (mit PEG) traten 22%
Infekt (andere) 3 5,1 2 1,9 Todesfälle auf. Die Mortalität war in der
Blutzuckerentgleisung 5 8,5 0 0,0 Gruppe 2 (ohne PEG) mit 8.6% Todes-
Erbrechen 8 13,6 0 0,0 fälle signifikant (p < .05) geringer (siehe
Bauchschmerzen 1 1,7 1 1,0 . Tab. 1).
Obstipation 0 0.0 1 1,0
Peritonitis 1 1,7 0 0,0 Logopädische Outcome-Variablen
Buried Bumper 1 1,7 – –
Marcumar, GI-Bltg 1 1,7 1 1,0 In der . Tab. 3 werden die Ergebnisse der
Diarrhoen (Clostridien) 7 11,9 12 11,4 logopädischen Diagnostik bei Aufnahme
Diarrhoen (andere) 10 16,9 0 0.0 und Entlassung für die beiden Gruppe
MRSA 12 20,3 7 6,7 dargestellt. Bei den Werten handelt es sich
ESBL 0 0.0 2 1,9 um gemittelte Ordinalskalenwerte.
Nierenversagen 2 3,4 0 0.0
Die Gruppe 1 (mit PEG) bestand weit-
Sturz 5 8,5 6 5,7
gehend aus Patienten mit akuten ausge-
dehnten Mediainfarkten. Die Mehrzahl
Wundinfektion 6 10,2 4 3,8
der Patienten hatte eine Globale Aphasie,
Tab. 3  Mittelwerte der logopädischen Outcome-Variablen bei Aufnahme und Entlas- so dass das Kommunikationsverhalten bei
sung in den Gruppen mit und ohne PEG Aufnahme in vielen Fällen mit „0“ (keine
Logopädische Outcome-Variablen Gruppe 1 mit PEG Gruppe 2 ohne PEG verständliche Sprachäußerung und/oder
Kommunikationsverhalten bei Aufnahme 1,6 (N=59) 2,7 (N=105) deutliche Beeinträchtigung des Sprach-
Kommunikationsverhalten bei Entlassung 2,2 (N=48) p=,156 3,5 (N=93) p <,001 verständnis) oder mit „1“ (Kommunikati-
Sprechverständlichkeit bei Aufnahme 1,1 (N=59) 2,3 (N=105) on erfolgt nur durch unvollständige bzw.
Sprechverständlichkeit bei Entlassung 1,6 (N=48) p=,018 3,2 (N=93) p <,001 unverständliche Äußerungen) bewertet
Funktionell Orale Skala bei Aufnahme 0,8 (N=59) 3,0 (N=105) wurde. Im Verlauf der Behandlung konn-
Funktionell Orale Skala bei Entlassung 1,5 (N=48) p=,009 4,2 (N=93) p <,001 te das Kommunikationsverhalten nicht si-
Getränke bei Aufnahme 0,4 (N=59) 1,2 (N=105) gnifikant verbessert werden. Anders ver-
Getränke bei Entlassung 0,7 (N=48) p=,022 1,6 (N=93) p <,001 hielt es sich mit der Sprechverständlich-
Nicht-parametrischer Wilcoxon-Test auf Unterschiede zwischen Aufnahme und Entlassung innerhalb der Grup-
keit. Viele Patienten waren bei Aufnahme
pen, asymptotische Signifikanz (p)
somnolent und die Sprechverständlich-
keit wurden mit 0 (nicht beurteilbar, kei-
ne Sprachäußerung) bewertet. Bei Entlas-
dehnte akute Mediainfarkte. Sie zeigten Komplikationen sung zeigten die Patienten signifikant bes-
in allen Bereichen schwere Defizite. Bei sere Sprechleistungen (p < .05). Das glei-
Entlassung hatte sich der mittlere Bar- Wie die . Tab. 1 zeigt, traten in der che galt für die Nahrungsaufnahme. Es
thel-Index um 6,6 Punkte verbessert. Die Gruppe 1 (mit PEG) signifikant (p < 0,001) zeigten sich signifikante (p < .05) Verbes-
Gruppe 2 bestand aus Patienten mit leich- mehr Komplikationen auf als in der Grup- serungen des Trinkens zwischen Aufnah-
ten bis mittelschweren Dysphagien (oh- pe 2 (ohne PEG). me und Entlassung und eine hochsignifi-
ne PEG), die im Mittel einen Barthel-In- Die Häufigkeitsverteilung (siehe kante Verbesserung (p < .01) auf der FOIS.
dex von 17.4 aufwiesen. Im Verlauf der Be- . Tab. 2) der einzelnen aufgetretenen Die Patienten konnten bei Entlassung zu-
handlung steigerten sie sich im Mittel um Komplikationen macht deutlich, dass sätzlich zur PEG oral ernährt werden. Bei
16.0 Punkte. die Gruppe 1 sich vor allem hinsicht- einem Patienten wurde die PEG während
Es liegt kein Unterschied hinsichtlich lich der Komplikationen, die durch eine des Krankenhausaufenthaltes entfernt.
der Gewichtsdifferenz zwischen Aufnah- PEG bedingt sind, von der Gruppe 2 un- Die Patienten der Gruppe 2 (ohne PEG)
me und Entlassung vor. Der Gewichtsver- terscheidet. Das sind Bauchschmerzen, zeigten in der Nahrungsaufnahme hoch-
lust betrug über beide Gruppen im Mit- Blutzuckerentgleisung, Buried Bumper, signifikante (p < .001) Verlaufseffekte. Die
tel 0,9 kg. ­Diarrhoen, Erbrechen, Peritonitis und Koststufe konnte von breiig bis zu festen
Wundinfektion. Die Gruppe 1 zeigt dar- Speisen gesteigert werden. Das Andicken

332 |  Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009


von Getränken war bei Entlassung meist able (Kriterium) diente die Differenz der thel-Index von 3,8 Punkten bei Aufnah-
nicht mehr nötig. Es zeigte sich außer- FOIS-Skalenwerte zwischen Entlassung- me, der sich bei Entlassung durchschnitt-
dem ein hochsignifikanter Verlaufseffekt und Aufnahmeerhebung. Als unabhän- lich um 6,6 Punkte verbessert hatte. Die
(p < .001) des Kommunikationsverhaltens gige Variablen (Prädiktoren) gingen das meist schweren aphasischen Störungen
und der Sprechverständlichkeit. Alter bei Aufnahme, Geschlecht, Aufnah- (z. B. Globale Aphasie) hatten sich nur
megewicht, Barthel-Index bei Aufnah- minimal (gemessen am Kommunika-
Vergleich der Leistungs- me, Verweildauer, Zeitpunkt zwischen tionsverhalten) im Verlauf der logopä-
verbesserung zwischen Krankenhausaufnahme und PEG-Anla- dischen Behandlung (im Mittel 12,5 lo-
schweren und leichten bis ge in Tagen, Anzahl der logopädischen gopädische Sitzungen), deren Schwer-
mittelschweren Dysphagien Therapien sowie Anzahl der Komplikati- punkt in der Akutphase auf der Verbesse-
onen in das Modell ein. Mit Hilfe der Me- rung der Schluckfunktion (FDT) lag, ver-
Im Kommunikationsverhalten (p < ,05) thode der Rückwärts-Eliminierung zeigte bessert. Bei Entlassung (nach 32,8 Tagen
und in der Sprechverständlichkeit (p < ,01) sich ausschließlich die Variable des Zeit- im Mittel) bestanden signifikante Verbes-
unterschieden sich die Gruppe 1 und 2 si- punkts zwischen Krankenhausaufnahme serungen der oralen Nahrungsaufnahme
gnifikant im Therapieverlauf (nicht-pa- und PEG-Anlage als signifikanter Prädik- (zusätzlich zur Sondenernährung). Der
rametrischer Wilcoxon-Test), vergleicht tor für die Verbesserung der Nahrungs- Gewichtsverlust betrug bei Entlassung
man die Differenzwerte zwischen Auf- aufnahme nach FOIS (B =−,077, Beta = im Mittel 1,3 kg. In dem kurzen Untersu-
nahme und Entlassung bei diesen Vari- −,355, p=,024; 95% Konfidenzintervall chungszeitraum konnte nur bei einem Pa-
ablen. Die Patienten mit leichten bis mit- für B: −,144 und −,011; Konstante = 1.247, tienten die PEG entfernt werden. Die üb-
telschweren Dysphagien zeigten beson- p=,002; R=,355, korrigiertes R²=,103; Frei- rigen Patienten wurden, wenn indiziert,
ders im Bereich der Sprach- und Sprech- heitsgrade: df= 37). Ein entsprechendes einer ambulanten logopädischen Behand-
leistung stärkere Verbesserungen als die Modell mit dem Differenzwert der 3-stu- lung zugeführt, um eine vollständige orale
schwer gestörten Dysphagiepatienten, figen Getränkeskala als abhängige Va- Ernährung zu erreichen. Die PEG-Entfer-
die häufig noch zusätzlich eine Globale riable zeigte ebenfalls lediglich die Vari- nung nach Entlassung aus der Klinik wur-
Aphasie aufwiesen. Für die Verbesserung able des Zeitpunkts zwischen Kranken- de nicht kontrolliert.
der Nahrungsaufnahme (Differenzwert hausaufnahme und PEG-Anlage als ein- Ein direkter Vergleich mit den Ergeb-
FOIS und Getränke) konnten keine Un- zigen Prädiktor für eine Verbesserung des nissen der FOOD-Studie [8, 9] ist nicht
terschiede zwischen den Gruppen gefun- Trinkens, jedoch gering oberhalb der Si- möglich, da in der aktuellen Studie kei-
den werden. Das heißt, dass die Dyspha- gnifikanzgrenze (B=−,035, Beta = −,305, ne Vergleichsgruppe mit NSG behandelt
giepatienten mit PEG von der Schluckthe- p=,056). Je früher also die Patienten die wurde. Die Befunde machen aber deut-
rapie wie die leichter gestörten Patienten PEG erhalten hatten, desto stärker verbes- lich, dass mit PEG und FDT Verbesse-
der Gruppe 2 (ohne PEG) profitierten. serten sie sich hinsichtlich der FOIS und rungen der Schluckfunktion erreicht wer-
konnten bei Entlassen zusätzlich zur Son- den können. Darüber hinaus ist eine prä-
Zeitpunkt der PEG-Versorgung denernährung oder ausschließlich oral er- zise Schluckdiagnostik wichtig, um die
nährt werden. Patienten einer adäquaten Behandlung
Welchen Einfluss hat der Zeitpunkt der zuzuführen. Ein methodischer Mangel
PEG-Versorgung auf die Verbesserung Diskussion der FOOD-Studie [8, 9] war, dass nur sol-
der Schluckstörung bzw. Nahrungsauf- che Patienten in die Untersuchung einge-
nahme? Zu dieser Fragestellung wur- Die vorliegende retrospektive Untersu- schlossen wurden, bei denen der verant-
den zunächst Korrelationen (nach Spear- chung ging der Frage nach, welchen Ein- wortliche Arzt sich über die Indikation für
man) mit den logopädischen Outcome- fluss die funktionelle Dysphagietherapie die PEG-Sonde oder nasogastrale Sonde
Variablen der Gruppe 1 (PEG) gerech- mit oder ohne PEG-Anlage auf die Nah- unsicher war.
net. Es zeigte sich eine signifikante ne- rungsaufnahme von Patienten mit Dys- In der vorliegenden Untersuchung
gative Korrelation (−,353; p =,014) zwi- phagie hat. In der Praxis ist die Entschei- wurden Patienten mit leichten bis mittel-
schen dem Zeitpunkt der Anlage einer dung, ob eine PEG-Anlage zu dem jewei- schweren Dysphagien (Gruppe 2) nicht
PEG und der funktionellen Verbesserung ligen Zeitpunkt notwendig ist, oft kom- mit einer PEG versorgt, sondern erhiel-
der Nahrungsaufnahme (FOIS) sowie ei- pliziert. ten ausschließlich eine funktionelle Dys-
ne ebenfalls signifikante negative Korrela- Aus diesem Grund wurde ein mög- phagietherapie. Der Barthel-Index lag
tion (−,342; p =,017) zwischen dem Zeit- lichst frühes und differenziertes Assess- bei Aufnahme im Mittel bei 17,4 Punk-
punkt der PEG-Anlage und der Verbes- ment durchgeführt. Die Patienten wur- ten und verbesserte sich im Mittel um 16
serung des Trinkens (Differenzwert Ge- den in 2 Behandlungsgruppen eingeteilt: Punkte. Im Bereich der Nahrungsaufnah-
tränke). Mittels linearer multipler Re- mit und ohne PEG-Indikation. me zeigten sich in dieser Gruppe hoch-
gressionsanalyse wurde überprüft, ob die Patienten mit einer Dysphagie und signifikante Verlaufseffekte. Die Koststu-
o.g. univariaten Zusammenhänge in der PEG (Gruppe 1) hatten in der Mehrzahl fe konnte von breiiger Konsistenz bis zu
Gruppe 1 sich in einer multivariaten Ana- akute ausgedehnte Mediainfarkte. Sie hat- festen Speisen gesteigert werden. Das An-
lyse bestätigen lassen. Als abhängige Vari- ten im Mittel einen sehr niedrigen Bar- dicken von Getränken war bei Entlassung

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009  | 333


Originalarbeit

meist nicht mehr nötig. Außerdem wa- Zusammenhänge (p < ,05) zwischen einer frühzeitiger die PEG gelegt wurde. Wie
ren die aphasischen und dysarthrischen möglichst frühzeitigen Versorgung mit in den Studien von Carnaby et al. [5] und
Symptome regredient. In den kommu- PEG und den Verbesserungen der oralen Elmstahl et al. [10] konnte bestätigt wer-
nikativen Leistungen und der Sprech- Nahrungsaufnahme durch die funktio- den, dass mit Hilfe von Schlucktherapie
verständlichkeit zeigte diese Gruppe si- nelle Dysphagietherapie. Die Varianzauf- der orale Kostaufbau bei Patienten mit
gnifikant höhere Verbesserungen als die klärung der FOIS-Veränderungen durch schweren Dysphagien und PEG effektiv
schwer gestörten Dysphagiepatienten den Zeitpunkt der PEG-Anlage lag bei ca. unterstützt wird. Aus den bisherigen Er-
(Gruppe 1). 10% (korrigiertes R²=,103) und war da- gebnissen kann man ableiten, wie wich-
Die Patienten mit leichten bis mittel- mit gering. Weitere Faktoren, die den Zu- tig eine genaue Schluckdiagnostik ist, um
schweren Dysphagien (Gruppe 2) zeigten sammenhang zwischen dem Zeitpunkt eine frühzeitige PEG-Versorgung bei den
bei Entlassung keine oder nur noch ge- der PEG-Anlage und den Outcome Ver- Patienten einzuleiten, die über einen län-
ringe Einschränkungen von bestimmten änderungen beeinflussen und nicht in die geren Zeitraum nicht oder nur ungenü-
Lebensmitteln. Die Patienten der Grup- Analyse eingingen sind wahrscheinlich. gend oral ernährt werden können. Die
pe 1 konnten bei Entlassung zwar weit- Der Befund geht konform mit den Ergeb- Entscheidung für eine PEG muss aber
gehend oral ernährt (in Kombination mit nissen bereits vorausgegangener Studien wohl begründet sein, da signifikant mehr
der PEG) werden, waren aber in der Re- [3, 19, 17], die eine bessere Entwicklung Komplikationen und eine höhere Mortali-
gel auf diätetische Maßnahmen (z. B. Brei- des Ernährungsstatus und/oder funktio- tät in der Gruppe mit PEG auftraten.
kost, Andicken von Getränken) angewie- nellen Status bei persistierenden Dyspha- Mittels des retrospektiven Studiende-
sen. Die Therapieverläufe zeigten, dass gien und PEG- im Vergleich zu NSG-Ver- signs war es möglich, innerhalb des kurzen
auch die schwer gestörten Dysphagiepa- sorgung erbrachten. Untersuchungszeitraumes von einem Jahr
tienten (mit PEG) trotz eines geringeren Die Entscheidung über den richtigen die Fragestellungen im klinischen Setting
Rehapotentials von der Schlucktherapie Interventionszeitpunkt und die adäquate eines Geriatrischen Zentrums zu untersu-
signifikant profitierten. Methode wird in der Literatur kontrovers chen. Daraus entstanden die bekannten
Die Mortalität lag in der Gruppe 1 diskutiert. In einer retrospektiven Kohor- Nachteile solcher retrospektiven Analysen
(mit PEG) bei 22,0%. Der Wert war ver- ten-Studie [23] konnte gezeigt werden, wie z. B. eine gewisse Selektion von Pati-
gleichbar mit dem Befund der Studie von dass die Fähigkeit, orale Nahrungsaufnah- enten und Untersuchungsverfahren mit
­Wirth et al. [25], die von einer Kranken- me schon frühzeitig nach dem Apoplex zu dem Nachteil einer fehlenden Kontroll-
haussterblichkeit von 17,6% bei Schlagan- tolerieren, ein Indikator für die Verbes- gruppe. Im Falle einer prospektiven Un-
fall und/oder Dysphagie und PEG-Ver- serung der Dysphagie ist. Patienten, die tersuchung wäre die Aufteilung der Grup-
sorgung berichtete. In der Gruppe 2 (oh- nach 14 Tagen post onset stark angedickte pen differenzierter möglich gewesen. Auf-
ne PEG) dagegen traten nur 8,6% To- Getränke und Breikost tolerierten, konn- grund der gewonnenen Ergebnisse schla-
desfälle auf. Die Gruppen unterschieden ten mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% gen wir daher eine weiterführende mul-
sich signifikant hinsichtlich der Morta- im Verlauf der Behandlung oral ernährt tizentrische prospektive Studie zu dieser
lität. Außerdem wies die Gruppe 1 (mit werden. Patienten, die diese diätetischen Fragestellung vor.
PEG) signifikant mehr Komplikationen Maßnahmen 14 Tage post onset nicht to-
als die Gruppe 2 (ohne PEG) auf. Die Un- lerieren, sollten eine PEG erhalten. In der Zusammenfassung  
terschiede zwischen den Gruppen traten vorliegenden Untersuchung konnten die der Hauptergebnisse
besonders bei den Komplikation auf, die Dysphagiepatienten mit einem klinischen
im Zusammenhang mit einer PEG ste- Schluckbefund einer adäquaten Dyspha- (1) Alle untersuchten Dysphagiepati-
hen (z. B. Erbrechen, Diarrhoen usw.), giebehandlung zugeführt werden. Die enten profitierten von der funktionellen
aber auch ­MRSA-Infektionen traten be- schwer gestörten Dysphagiepatienten der Dysphagietherapie unabhängig davon,
sonders häufig in der Gruppe 1 (mit PEG) Gruppe 1 erhielten im Mittel 8.7 Tage nach ob sie mit PEG versorgt werden muss-
auf. Dagegen waren Pneumonien in bei- Aufnahme eine PEG-Anlage (ca. 14-21 Ta- ten oder nicht. (2) Über die funktionelle
den Gruppen annähernd gleichverteilt. ge post onset). Alle behandelten Gruppen Dysphagietherapie konnten Patienten mit
Im Weiteren wurde der Frage nach- zeigten Fortschritte im Verlauf der The- schweren Dysphagie und PEG-Anlage zu
gegangen, ob der Verlauf einer schweren rapie. Die Patienten mit leichten bis mit- einer oralen Nahrungsaufnahme hin-
Dysphagie mit einer frühzeitigen Versor- telschweren Dysphagien (ohne PEG) er- geführt werden. (3) Patienten mit leich-
gung mit PEG günstig beeinflusst wurde. reichten im Verlauf der Behandlung ten bis mittelschweren Dysphagien (oh-
Sowohl die univariaten als auch die mul- nach FOIS eine komplette orale Einnah- ne PEG) zeigten signifikant höhere Stei-
tivariaten Zusammenhänge deuten dar- me verschiedener Konsistenzen mit spe- gerungsraten in der Sprach- und Sprech-
auf hin, dass je früher die Patienten der zieller Präparation oder Kompensation. produktion (4) Je früher die Patienten der
Gruppe 1 eine PEG erhalten hatten, des- Die schwer gestörten Dysphagiepatienten Gruppe 1 eine PEG erhalten hatten, des-
to stärker sich ihre Schluckfunktion im mit PEG konnten zusätzlich zur Sonden­ to stärker konnte die Schluckfunktion im
Alltag steigerte (gemessen auf der FOIS). ernährung Flüssigkeit und/oder Breikost Alltag (gemessen auf der FOIS) gesteigert
Die Ergebnisse der multiplen Regression oral erhalten. Sie profitierten stärker von werden. (5) Es traten signifikant mehr
zeigten geringe aber dennoch signifikante der funktionellen Dysphagietherapie, je

334 |  Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009


Fachnachrichten

Komplikationen und eine höhere Morta- 17. Norton B, Homer-Ward M, Donnelly MT, Long RG, Medikationsfehler elektronisch
Holmes GKT (1996) A randomised prospective
lität in der Gruppe mit PEG auf. comparison of percutaneous endoscopic gastro- vermeiden
nomy and nasogastric tube feeding after acute
Korrespondenzadresse dysphagic stroke. BMJ 312:13–16 Unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE)
18. Mahoney FI, Barthel D (1965) Functional evalu-
Dr. R.-J. Schulz ation: The barthel index. Maryland State Med J sind definiert als jeglicher Schaden für
Campus Virchow-Klinikum, Forschungsgruppe 14:56–61 Patienten während einer medikamentösen
Geriatrie am Ev. Geriatriezentrum Berlin, 19. Park RHR, Allison MC, Lang J, Spence E, Morris AJ, Behandlung.
Charité – Universitätsmedizin Berlin Danesh BJZ, Russel RI, Mills PR (1992) Randomized
Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin comparison of percutaneous endoscopic gastro- Softwaresysteme zur elektronischen
ralf-joachim.schulz@charite.de nomy and nasogastric tube feeding with persis- Erfassung von Arzneimittelverordnungen
ting neurological dysphagia. BMJ 304:1406–1409 senken deutlich die Rate an Medikationsfeh-
20. Prosiegel M (2005) Neurogene Dysphagien im hö-
Interessenkonflikt.  Der Autor erklärt, das kein Inter- heren Lebensalter. Neuro-Geriatr 2:135–142 lern. CPOE (Computerized Physician Order
essenkonflikt besteht 21. Schröter-Morasch H (1999a) Ätiologie und kli- Entry)/CDS (Clinical decision support)-Sys-
nische Manifestation vonSchluckstörungen. Spra- teme erfassen Arzneimittelverordnungen
che-Stimme-Gehör 23:11–15
Literatur 22. Schröter-Morasch H (1999b) Medizinische Ba- elektronisch und ermöglichen, dabei Medi-
sisversorgung von Patienten mit Schluckstörun- kamente zu suchen und auszuwählen sowie
  1. Arbeitsgruppe Geriatrisches Assessment AGAST. gen. Trachealkanülen – Sondenernährung. In: Bar- direkt auf Patientendaten wie Alter, Gewicht
Geriatrisches Basisassessment (1997) In: Bach M tolome G et al (eds) Schluckstörungen: Diagnos-
et al Schriftenreihe Geriatrie-Praxis, 2 Aufl. MMV, tik und Rehabilitation, Urban & Fischer, Stuttgart oder Nierenfunktion zuzugreifen. Integrierte
München 156–178 Entscheidungshilfen (CDS) beinhalten
  2. Bartolome G (1999) Grundlagen der funktionellen 23. Wilkinson TJ, Thomas K, MacGregor S, Tillard G, unter anderem Warnungen, Richtlinien,
Dysphagietherapie (FDT). In: Bartolome G et al Wyles C, Sainsbury R (2002) Tolerance of early diet
Schluckstörungen: Diagnostik und Rehabilitation. textures as indicators of recovery from dysphagia diagnostische Unterstützung oder Berichte
Stuttgart: Urban & Fischer, 179–296 after stroke. Dysphagia 17:227–232 zu Patientendaten. Sie können Dosis und Ver-
  3. Bath PMW, Bath-Hextall FJ, Smithard DG (2006) In- 24. Wilske V (1991) Allensbacher Schweregradskala für abreichungshäufigkeit eines Medikaments
terventions for dysphagia in acute stroke (Review). Dysarthrie. Forum des Zentralverbands für Logo-
The Cochrane Collaboration. Wiley Publishers pädie 1:31–32 bezüglich Organfunktionen und Laborwerten
  4. Becker R, Friedrich A, Nagel E, Steinhagen-Thies- 25. Wirth R, Volkert D, Bauer JM Schulz RJ, Borchelt eines Patienten überprüfen, auf notwendige
sen E (2003) Funktionelle Dysphagie-therapie. Im- M, Fleischhauer C, Steinhagen-Thiessen E, Sieber Dosierungsänderungen hinweisen oder auto-
plikationen für die Nahrungsaufnahme. Eur J Geri- CC (2007) PEG-Sondenanlagen in der Deutschen
atr 5:117–122 Akutgeriatrie: Eine retrospektive Datenbank-Ana- matisch vor Wechselwirkungen mit anderen
  5. Carnaby D, Hankey GJ, Pizzi J (2006) Behavioural lyse. Z Gerontol Geriat 40:21–30 Medikamenten, Allergien und Gegenanzei-
intervention for dysphagia in acute stroke: A ran- gen warnen.
domized controlled trial. Lancet Neurol 5:31–37
  6. Crary MA, Carnaby GD, Groher ME, Helseth E Gemäß einer Studie ereignet sich mit
(2004) Functional benefits of dysphagia therapy CPOE-/CDS-Systemen eine geringe Zahl an
using adjanctive sEMG biofeedback. Dysphagia Medikationsfehlern. Weitere positive Effekte
19:160–164
  7. Crary MA, Groher ME (2006) Reinstituting oral fee- zeigen sich bei der Einhaltung von Richtli-
ding in tube-fed adult patients with dysphagia. nien, Kommunikation, Patientenbetreuung
Nutr Clin Pract 21:576–586 und Zufriedenheit der Belegschaft. Allerdings
  8. Dennis MS, Lewis SC, Warlow C (2005) Effect of ti-
ming and method of enteral tube feeding for dys- treten auch neue (Anwendungs-)Fehler
phagic stroke patients (FOOD): A multicentre ran- auf. Deshalb sei es notwendig, die Systeme
domised controlled trial. Lancet 365:764–772 ständig zu überprüfen und die verwendeten
  9. Dennis MS, Lewis SC, Cranswick G, Forbes J (2006)
FOOD: A multicentre randomised evaluating fee- Daten zu aktualisieren. Eine ausreichende
ding policies in patients admitted to hospital with Schulungen der Anwender eines CPOE-Sys-
a recent stroke. Health Technol Assess 10(2) tems sei ebenfalls notwendig. Unklar bleibt,
10. Elmstahl S, Bulow M, Ekberg O, Petersson M, Teg-
ner H (1999) Treatment of dysphagia improves inwieweit auch unerwünschte Arzneimit-
nutritional conditions in stroke patients. Dyspha- telereignisse reduziert werden. Auch der
gia 14:61–66 wirtschaftliche Nutzen für einzelne Kranken-
11. Folstein MF, Folstein SE, Mc Hugh PR (1975) Mini-
mental state: A practical method for grading the häuser sei derzeit nicht zu bestimmen.
cognitive state of patients for the clinican. J Psychi-
at Res 12:189–198 Literatur
12. Gordon C, Langton-Hewer R, Wade D (1987) Dys-
phagia in acute stroke. Br Med J 295:411–415 Stürzlinger H, Hiebinger C, Pertl D et al (2009)
13. Ha L, Hauge T (2003) Percutaneous Endoscopic Computerized Physician Order Entry – Wirk-
Gastronomy (PEG) for enteral nutrition in patients samkeit und Effizienz elektronischer Arznei-
with stroke. Scand J Gastroenterol 9:962–966
14. Huber W, Poeck K, Weniger D, Willmes K (1983) Der mittelverordnung mit Entscheidungsunter-
Aachener Aphasie Test. Göttigen, Hogrefe stützungssystemen. GMS Health Technology
15. Kolb G (2001) Dysphagie und Mangelernährung Assessment 5
im Alter. Eur J Geriatr 3:66–71
16. Langmore SE (1995) Efficacy of behavioral treat-
ment for oropharyngeal Dysphagia. Dysphagia Quelle: Gesundheit Österreich GmbH (GÖG),
10:259–262 www.goeg.at

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 4 · 2009  | 335