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Ein Standard-Nachschlagewerk

der theoretischen und


angewandten Physik: Definitionen
dtv-Lexikon
und Erläuterungen vonBegriffen,
Gesetzen und Vorgängen,ein
der Physik
umfassender Überblick über den
gegenwärtigen Stand der
Forschung undEntwicklung.
Rund 12000 Stichwörter mit
Literaturangaben,
1700 Zeichnungenund 200 Fotos.

DM 7.80

Deutscher Band9
=

Taschenbuch
Verlag Stre-Vir
Streckgrenze
Lizenzausgabe der völlig neubearbeiteten und erweiterten 3. Auf- Streckgrenze (yield point). Dieser Be- aus der Dehnungskurve ermittelten
lage des »Lexikon der Physik« in 3 Bänden, hrsg. von Hermann griff wird bei *Ein- und *Vielkristal- ‚gut überein.
Franke, Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart len benutzt. Bei den Einkristallen ‚Aus sämtlichen Untersuchungen geht
bezeichnet man als S. die Nennspan- hervor, daß die S. keineswegsfür ein
nung,bei der die elastische *Verfor- bestimmtes Kristallmaterial einen
mung aufhört und eine ausgiebige konstanten Wert zeigt; sie hängt viel-
Das Verzeichnis der Mitarbeiter und Bemerkungen zur Benutzung plastische Verformungeinsetzt. Dies mehr besonders von der *Orientic-
des Lexikons sind in Band 1 zu finden zeigt sich auf der *Spannungs-Deh- rung der Kristalle ab, wie aus Abb. 1
mungs-Kurve mehr oder weniger für Zink (aus Schmid-Boas) ersicht
deutlich, und zwar insofern, als auf lich ist (s. a. Orientierungsfaktor). Für
ein Gebiet starken Spannungsanstie- ungünstige Orientierungen der Gleit-
ges bei geringer *Dehnung plötzlich elemente können die einzelnen Werte
die Steigung der Kurve beträchtlich 4- bis Smal größer sein als für das
günstigst gelegene *Gleitsystem
(*Orientierungsfaktor a = Yz, d.h.
x2=45° und A - 45°). Die ausgezo-
gene Kurveist der bei Annahme ei-
ner konstanten kritischen *Schub-
spannung berechnete VerlaufderS.,
die mit den Beobachtungen gut über-
einstimmt. Diese großen Unterschiede
werden: hauptsächlich bei den hexa-
gonalen Kristallen beobachtet, da
hier eine singuläre Fläche (Basisflä-
che)als *Gleitebene auftritt. Bei den
kubischen Kristallen dagegensind die
Unterschiede sehr viel kleiner, da auf
Grund der hohen Symmetrie immer
ein Gleitsystem mit relativ günstigem
Orientierungsfaktor vorhandenist. Es
Abb. 1. Orientierungsabhängigkeit der ist jedoch zu beachten, daß bei, die-
Streckgrenze von Zink sen Kristallen sehr leicht *Mehrfach-
abnimmt; der Spannungsanstieg wird gleitung auftritt; dadurch können
also geringer und die Dehnung nimmt auch Abweichungen vom *Schub-
sehr stark zu. Dieses immer auftre- spannungsgesetz in Erscheinung tre-
tende, ausgeprägte Übergangsgebiet ten.
zeigt sich auch noch bei anderen Un- Über den wahren Beginn der plasti-
tersuchungen deutlich; z.B. zeigen schen Verformung sagt natürlich die
Fließversuche, daß bei Erreichen ei- $. gar nichts aus; denn sie ist als die
ner gewissen *Spannung die Fließge- Grenze, bei der ausgiebiges Gleiten
schwindigkeit plötzlich stark ansteigt, einsetzt, definiert. Bei schr genauen
so daß ein erhebliches Überschreiten Messungen zeigt sich, daß bereits bei
dieser Spannung gar nicht möglich ist. sehr viel kleineren Spannungen pla-
Die so erhaltene S. stimmt mit der stische Verformungen stattfinden, de-

Mai 1971
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG,
München
©1969 Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart
Umschlaggestaltung: Celestino Piatti ab e
Gesamtherstellung: C. H. Beck’sche Buchdruckerei, ‚Abb.2. Die einzelnen Vertreter für die Werkstoffklassen sind a) Gußeisen, gehär-
tete Stähle; b) Gußmessing, Bronze; c) Aluminium, Kupfer, Blei in weichem Zu-
Nördlingen stand, hochlegierte und vergütete Stähle; d) Zink, stark kaltverformte Metalle;
Printed in Germany . ISBN 3-423-03049-6 ©) weichere Stähle, gewalzt und geglüht, vereinzelt Legierungen (besimmie Bron-
zen). (Aus Hdb.d. Werkstoffprüfung, Beitrag rber u. Krisch.)
5
Streckgrenze Streckgrenzeneflekt
ren Mechanismus mit dem der aus- 9» ist der Wert für die *Zugfestig- der $. der Einkristalle bestimmt ist«, tung, bei etwa 200 °C erhält man
giebigen plastischen Verformung keit, Aus Vergleichen mit dem Elastizi- durch *Alterung ein Wiedereinstellen
weitgehend identisch zu sein scheint.Das Teilbild e ist charakteristisch für tätsmodulkann man ferner schließen, der beiden $. Dabei werden die
Mit den normalen Meßmethoden weiche unlegierte Stähle, die Deh- daß bei Zimmertemperatur der Ver- Fremdatomedurch *Diffusion wieder
sind diese Effekte aber nicht zu beob-
nungskurven mit ausgeprägter oberer zerrungszustand an der $. bei allen in der Umgebung der gewanderten
achten. und unterer S. 00° bzw. a0" zeigen. kubisch-flächenzentrierten Metallen, Versetzungen eingebaut und hemmen
Eine anschauliche Darstellung der Die Werte beider $. nehmen mit der unabhängig von der Größe der je- diese in ihrer Beweglichkeit,
Orientierungsabhängigkeit der $. der Dehnungsgeschwindigkeit zu, wie Sie- weiligen kritischen Schubspannung, Über den Einfluß der Temperatur
kubisch-flächenzentrierten Kristalle,bel und Pomp zeigten. Dabei wird ungefähr derselbe ist. Ähnlich wie bei muß allgemein gesagt werden, daß
wie sie aus dem Schubspannungsge- gleichzeitig ihr Unterschied immer den kubisch-flächenzentrierten Me- die S. ziemlich stark von der Tempe-
setz folgt, gibt der Fließgefahrkörper
kleiner und verschwindet schließlich tallen liegen auch die Verhältnisse ratur abhängt, und zwar steigt ihr
(aus Schmid-Boas) der Abb. 2 beim bei schr großen Geschwindigkeiten bei den hexagonalen Metallen. Wert nach tiefen Temperaturen hin
Stichwort Festigkeitskörper. Dabei ganz, so daß die Kurve unmittelbar Anders jedoch sind die Beobachtun- teilweise nur wenig, teilweise aber
gibt der Radiusvektor vom Mittel- von Beginn anansteigt. Dieser Be- genbei Eisen undvielen Legierungen. auch sehr rasch stark an, während
punkt des Körpers aus ein Maß der fund liegt ganz im Bereich des be- Dortliegen die Mittelwerte der Ein- nach höheren Temperaturen hin
Größe der S. in der betreffenden kannten allgemeinen Einflusses der kristallstreckgrenzen in demselben durchwegs ein starker Abfall des
tung. Daraus ist deutlich die Dehnungsgeschwindigkeit auf die Bereich wie die Vielkristallstreckgren- Wertes der $. beobachtet wird. Bei
Richtungsabhängigkeit der Formfe- Spannung. Ferner hängt die Ausbil- zen. Es hatbei ihnen die *Spannungs- Stählen mit oberer und unterer S.
stigkeit zu erkennen. Das Verhältnisdungder beiden S. von der Härte der verfestigung nur einen geringen Ein- fallen bei. höheren Temperaturen
des festeren Kristalls zu dem des *Zerreißmaschine ab; je härter die fluß, Auch die Ausbildung der S. ist diese in eine zusammen. Ebenfalls
schwächstenbeträgt 1,84. Maschineist, desto mehr zeigen sich dabei meistens sehr gut. wird ein Einfluß der Verformungs-
Für die theoretischen Untersuchun- die Unterschiede. Dabei muß aber Bei den Stählen mit oberer und unte- geschwindigkeit beobachtet, und zwar
gen ist natürlich nicht die S. maßge-beachtet werden, daß nicht die Ge- rer $. hat man abweichende Ver- mit steigender Geschwindigkeit auch
bend, sondern die orientierungsunab- samtempfindlichkeit der Apparatur hältnisse, die sich mit Hilfe der ato- steigende S. Um Endgültiges darüber
hängige kritische Schubspannung; heruntergedrücktwird. mistischen Betrachtungen der Glı sagen zu können, fchlen noch die ex-
denn für die Untersuchung der ge- In der Tabelle (aus Kochendörfer) vorgänge aufklären ließen. Früher perimentellen Unterlagen
samten Verformungsvorgänge wird sind die Mittelwerte der Einkı hat man angenommen, daß der Wi- Lır. Sachs, G., und G. Ficı : Der Zug
nicht die Spannungs-Dehnungs-Kur- streckgrenzen und die Vielkristall- derstand des Werkstoffes gegen pla- versuch. Leipzig, 1926 Nädai, A.: Der
ve, sondern die Verfestigungs-Ab- streckgrenzen verschiedener Metalle stische Verformung plötzlich gerin- bildsame Zustand Werkstoffe, Bi
gleitungs-Kurve betrachtet. aufgetragen. ger wird, weil etwa das Spannungs- lin 1927. Hdb. d. Experimentalphysik.
Eine größere Bedeutung als bei den Theoretische Überlegungen führten feld der Korngrenzensubstanz, die Bd. 5. Sachs, G.: Plast. Verformung,
und Goerens,. P., und R. Mailänder:
Einkristallen hat die $. bei den Viel-
zur Berechnungder Vielkristallstreck- härter als die Grundmasse des Werk- Die techn. Verfahren zur Untersuchung
kristallen. Dabei kann man bereits grenze durcheine Mittelung der Wer- stoffes sein soll, durch irgendeinen der Metalle und Legierungen. Leipzig
nach dem Ausschen der Dehnun; te der Einkristallstreckgrenzen des Vorgang zusammenbricht und damit 1930. — Schmid, E., und W. Boas: Kri-
kurven, d.h. mit oder ohne ausge- Werkstoffes. Sachs hat dabei für ku- die vorherige Spannung nicht mehr stallplastizität. Berlin 1935. Elam, C.
prägte S., auf die Werkstoffe schlie-bisch-fächenzentrierte Metalle einen tragen kann. F.: Distortion of metal crystals. Oxford
1 Hdb. d. Werkstoffprüfung. Hrsg.
Ben. Bei Fehlen einer S. gehen also Vielkristallwert von a0 = 2,238 Tue Nach Cottrell wird im Stahl der von E. Siebel. Bd. 2. Die Prüfung der
die elastische und die plastische Ver-
berechnet. Gleitvorgang durch leicht bewegliche metall. Werkstoffe. Berlin 1939. — Ko-
formung stetig ineinander über. Die Aus der Tabelle sieht man aber, daß Fremdatome, vor allem C und N, chendörfer, A.: Plastizität von Kristal-
Abb.2 zeigt Dehnungskurven für die gemessenen Werte viel höher lie- gehemmt.Diese gelösten Atome wer- len und metall. Werkstoffen. Berlin
fünf verschiedene Werkstoffklassen gen. Daraus kann man nach Kochen- den sich in Form von Wolken an den 1941. - Masing, G.: Lehrb. der Allg.
in schematischer Darstellung. dörfer schließen, »daß bei den ku- *Gitterverzerrungen in der Nähe der Metallkunde. Berlin 1950. Sicbel, E.,
Den ersten dreien fehlt eine ausge- bisch-Nächenzentrierten Metallen die *Versetzungslinien ansammeln und und A. Pomp: Mitt. K.W.I. Eisenfor-
schung 10, 63 (1928). - Sachs, G.: Z.V.
prägte S. Bei ihnen wird die S. 00 S. eines vielkristallinen Werkstoffes eine Verschiebung der Versetzungs- D.I. 72, 734 (1928). - Dehlinger, U.:
durch Vereinbarung als die Spannung im wesentlichen durch den Beitrag linien erschweren. Somit wird eine Theor. Metallkunde. Berlin 1955. [15]
bei 0,2% bleibender Dehnung festge- der clastischen Verzerrungen der Entstehung wanderungsfähiger *Ver- Streckgrenzeneffekt (yield phenome-
legt. Die Absolutwerte für einige Me-Gleitlamellen (*Spannungsverfesti- setzungen aus dem Netz der Grund- non) beobachtet man bei Unterbre-
talle sind in der Tabelle angegeben. gung) und nicht durch den Beitrag struktur gehemmt. Die für die Bil- hung des Verformungszustandes ei-
dungdieser Versetzungen notwendige nes Kristalls infolge Stabilisierung
Mittelwert one Vielkristall- Schubspannungwird also größersein des verformten Zustandes,
Gittertypus Metall Sireckgrenzen
‚der Einkristall- Sreckerenzen.o, Fieikristalle
Zustand der als die eflektive Wanderungsspan-
nung. So erhält man die scharf aus- werden kann. Am bekanntesten ist
10° N/m® m‘ geprägte obere S. des C-haltigen beim Entlasten die Stabilisierung ge-
Kupfer 0,22 68 Stahles, die also als Bildungsspan- gen Rückwärtsgleitung. Nach dem
kubisch- Aluminium 0,67 2,5-3,5 ich nung anzusehen ist, während die un- Wiederbelasten wurde jedoch auch
flächenzentriert Silber 0,13 45 wei lühe tere S. der für das Wandern der ge- eine Stabilisierung gegen Vorwärts-
bisch-
Kobisch
Aaumzentiene e Nickel
Eisen
13
5
11-18
on
geglüht bildeten Versetzungen erforderlichen
Schubspannungentspricht. Der Stahl
gleiten der S. gefunden, und zwar
liegt die für ein Weitergleiten not-
hexagonal Magnesium 21 gegossen wird also durch die anfängliche Ver- wendige *Schubspannung höher als
formung duktiler. Durch eine Glei- die vor dem Entlastenerreichte. Nach
6 7
Streichinstrumente Streuamplitude
einer gewissen *Abgleitung stellt sie hen sind, z. B. die Rauchfahne eines dem Grenzwinkel der Totalreflexion nimmt ebenso mit wachsender Ener-
sich dann wieder auf den Wert ein, Schornsteins, wobei die Schornstein- auffallen. Der dem Grenzwinkel am gie zu, da dann immer mehrTeilchen
der sich ohne Unterbrechung der mündung derfeste Punkt ist. In sta- nächsten liegende S. ist schr scharf. erzeugt werden können. Man spricht
"Verformung ergeben hätte. Verant- tionären Strömungenfallen die $. mit Die weiter abliegendenS. werdenall- im letzten Fall davon, daß sich bei
wortlich für den S. dürfte die Bildung den *Strom- und den *Bahnlinien zu- mählich verwaschener. Die Theorie zunehmender Energie neue Kanäle
von *Lomer-Cottrell-Versetzungen sammen. [11] der Herschelschen $. wurde von Ket- »öffnen« undbezeichnet die Mindest-
beim Entlasten sein. Auch bei Sub- Streifen. 1. Achromatischer S. Man teler gegeben. energie, die zur »Öflnung« eines be-
stitutionsmischkristallen wird bei mitt- bezeichnet ganz allgemein bei allen 5. Mascart-Haidinger-LummerscheS. siimmten Kanals notwendig ist, als
leren Temperaturen der S. beobach- Interferenzstreifensystemen, die mit svw. Interferenzkurven gleicher Nei- seine »Schwelle«.
tet. [15]
Streichinstrumente, *Saiteninstru-
weißem Licht erzeugt werden, als
achromatischenS. den S. 0. Ordnung, gung, s. Interferenz des Lichtes, Ab- Dabei der Produktion und Umwand-
lung von Teilchen die Aquivalenz von
schn. 4, und Mascartsche $.
mente, bei welchen die Saite mit ei- in dem also für alle Wellenlängen 6. Whewellsche S., svw., *Quetelet- Energie und Masse wesentlich ist, hat
nem Bogen angestrichen wird. Die die interferierenden Strahlen an der sche S. man die entsprechenden S.- man be-
Hauptvertreter der $. sind die *Gei- gleichen Stelle den Gangunterschied 7. Blinder S., Anomaliederterrestri- nutzt diesen Ausdruck generalisierend
ge, die Bratsche, das Cello und die ‚Null haben. schen Strahlenbrechung.Infolge Luft- für alle Reaktionsarten, auch wenn es
spiegelung bleibt ein S. knapp ober- sich nicht um eine Streuung im enge-
Stimmung Längedes Zargen Größte halb des Horizonts vollkommen un- ren Sinn handelt- i. allg. im Rahmen
Instrument n
dervier Ton-
umfang Resonanz:
Körpers Zeit
nöhe Breite sichtbar. Dieser blinde S. bewirkt z. der speziellen Relativitätstheorie zu
cm B., daß sich bei untergehender Sonne behandeln. In der Quantentheorie las-
ein dunkler S. über die Sonne zieht. sen sich die S., die zu den verschiede-
Geige gdiate gbisht 35,5 3,8 2 5„Ualboieche S., s. Talbotsche Linien. nen möglichen Reaktionen zweier
Bratsche egdiat bis a #0 23 wechselwirkender Teilchen gehören,
Cello CGda Cbisg 78,0 1,5 2 Stressmineralie, s. Umkristallisation. dadurch einheitlich behandeln, daß
Baßgeige ‚EADG Gbisc 110,0 2a» & Strenamplitude. Die S. ist eine der man sie als ‘Matrixelemente_ eines
Baßgeige. Zum Streichendientein mit 2. BrewsterscheS., s. Interferenz des fundamentalsten Größen in der Ele- Operators, des Streu- oder S-Opera-
mentarteilchen- und Kernphysik. Ihr tors auffaßt (s. S-Matrix).
Roßhaaren bezogener und mit Kolo- Lichtes, Abschnitt 5. Betragsquadrat ist ein Maß für die Die Berechnungder verschiedenen S.
phonium eingeriebener Bogen. Die 3. Fizeausche $., svw.Interferenzkur- Wahrscheinlichkeit, daß eine be- ist Aufgabe der *Streutheorie, Diese
Haare des Bogens können durch eine ven gleicher Dicke, s. Interferenz des stimmte Reaktion eintritt, wenn man ist im_ nichtrelativistischen Bereich
Schraubvorrichtung gespanntwerden. Lichtes, Abschnitt 3. zwei Teilchen miteinander wechsel- durch die Prinzipien der Quantenme-
‚Beim Streichen wird die Saite von den 4. Herschelsche S. Als Herschelsche wirken läßt. Wegen der Vielfalt der chanik gut begründet (Schrödinger-
Haaren durch Reibung mitgenom- atomaren Reaktionen gibt es daher Gleichung). Eine ähnlich gut begı
men, bis die rückwirkende Kraft S. bezeichnet man einen Sonderfall
auch eine große Zahl verschiedener dete relativistische Streutheorie gibt
durch die Saitenspannunggrößer wird der (s.
»Interferenzen dünner Plättchen«
Interferenz des Lichtes, Abschn. 3). S., z. B. für elastische Streuung, in- es bishernoch nicht. Dies liegt daran,
als die Reibung. Dann schwingt die Diese Interferenzen elastische Streuung, für Produktions- daß es bisher noch nicht gelungenist,
Saite, bis die Relativgeschwindigkeit jünnen Schicht, dieentstehenan einer
in ein optisch und Absorptionsprozesse usw. die Prinzipien der speziellen Relativi-
zwischen Saite und Bogen Null ge- dichteres Medium eingebettetist. Nä- Man_ bezeichnet die verschiedenen tätstheorie und der Quantentheorie
worden ist und der Vorgang von hert man z. B. zwei rechtwinklige möglichen Reaktionen, die zwei ge- befriedigend miteinander in Einklang
neuem beginnt. Die gestrichene Saite Glasprismen I und I/ bis auf einen gebene Teilchen miteinander haben zu bringen (. Quantenfeldtheorie,
gibt im Gegensatz zur geschlagenen Abstand von einigen hundertstel können, als »Kanäle«, Streut man z. Renormalisierung, Divergenzen,axio-
oder gerissenen einen Dauerton. Wer- Millimetern mit ihren Hypotenusen- B. Neutronenan einem Atomkern, so matische Feldtheorie, Feldoperator,
den die Saiten von S. gerissen, dann ächen (s. Abb.) und läßt Licht in der wird ein Teil der Neutronenelastisch Störungstheorie in der Feldiheorie).
spricht man von Pizzicato-Spiel. Die Richtung A einfallen, dann kann man gestreut, d. h., die kinetischen Ener- Manist daher auf mehr oder weniger
Tabelle zeigt einen Vergleich von sowohl im reflektierten (B) wie im gien der beiden Teilchen in ihrem ge- phänomenologische Analogien zur
Stimmung, Tonumfang und Abmes- durchfallenden Licht (C) die Her- meinsamen Schwerpunktsystem sind Quantenmechanik (s. Lagrange-For-
sungen der wichtigsten, mit vier Sai- schelschen $. beobachten. Das Licht nach dem Stoß die gleichen wie vor- malismus, Störungstheorie in der
ten bespanntenS. her und ebenso ist ihr innerer Zu- Feldtheorie) und auf allgemeine Prin-
Die Geige, die Bratsche unddas Cello muß dabeiim Prisma ] möglichst nahe stand unverändert. Dies ist dann der zipien wie gruppentheoretische *In-
sind in Quinten gestimmt, die Baß- elastische Kanal. Es kannjedoch auch varianzen (s. Darstellungstheorie),
geige in Quarten.S.älterer Form sind vorkommen, daß der Kern durch den *Kausalität, *Unitarität und andere
die Gamben, welche sich von der Stoß in einen angeregten Zustand angewiesen (s. S-Matrin). Diese Prin-
Viola da gamba oder der Kniegeige übergeht und das Neutron dadurch zipien engen die möglichen Eigen-
ableiten. Boden und Decke der Gam- Energie verliert. Dies ist dann ein an- schaften der $.mehr oder wenigerein.
ben waren ursprünglich flach. Ihre derer Kanal, charakterisiert durch den Wieweit man die S. mit solchen Prin-
Bespannung bestand meist aus sechs angeregten Zustand, in den der Kern zipien bestimmen kann, ist bisher in
Saiten. Näheres über den Bau derS. übergegangenist. Je komplizierter die den meisten Fällen ein offenes Pro-
s. Geige.[44] Struktur der beiden wechselwirken- blem.
Streichlinie, in einer Strömung Ort den Teilchen ist, um so größerist i. In derletzten Zeit hat man die analy-
aller Massenpunkte, die an einem be- allg. die Zahl der möglichen Reak- tischen Eigenschaften der $. als Funk-
stimmten festen Punkt vorbeigestri- tionskanäle. Die Zahl der Kanäle tion ihrer unabhängigen Variablen
8 9
Streuamplitude Streuamplitude
besonderseingehend untersucht. Man tential kennt (s. Streutheorie in der ) Der letzte Summand ist eine Folge
interpretiert dabei die den meßbaren Elementarteilchenphysik). Um ihre des N-fachen Poles von A (s, !)j!N an
Wirkungsquerschnitt bestimmende S.
mit ihren physikalisch realisierbaren,
analytischen Eigenschaften für_die
Streuung zweier nichtidentischer Tei im 460-0 |, au der Stelle t = 0. Setzt man diese Dis-
persionsrelation in die frühere ein, so
reellen, unabhängigen Argumenten — chen im Schwerpunktsystem der bei > im # erhält man eine doppelte Dispersions-
z. B. Energie und Streuwinkel - als den Teilchen anzugeben, führt man in Ja) ist die 1. Bornsche Näherung relation oder die sog. Mandelstam-
Randwert einer analytischen Funktion Anlehnung an in der relativistischen der S. für die Schrödinger-Gleichung Darstellung der S,
dieser Variablen in bestimmten kom- Theorie übliche Konventionen gern mit dem obigenPotential.
plexen Gebieten. Daß dies möglich die Variablen Aufgrund derEigenschaften a)-c) gibt Ver R
ist, läßt sich in der nichtrelativisti- rw es eine *Dispersionsrelation für / (, 1)
schen Quantenmechanik unter ziem- sezpg ® = Eun in der Variablen s: 1
lich allgemeinen Voraussetzungen (s. N-1, ©
weiter unten und Streutheorie in der und 1=-(k-Ry=-2 ke (1-cos 8)
Elementarteilchenphysik) beweisen, in Mer Diet
< Rt)
der relativistischen Streutheorie ist ein. X ist der relative Impuls derTeil- 1 00
dieser Beweis jedoch nur in Spezial-
fällen gelungen und man nimmt da-
her, um überhauptinteressante Vor-
aussagen machenzu können,die Ana-
chen vor der Streuung, Rnach der
Streuung. £ ist das negative Quadrat
der Impulsübertragung und # der ’n
1 Imfs,nds
95.
Tale
amd
[as et.
ef)

Iytizität in Analogie zur nichtrelativi- Streuwinkel. Um die Formeln über-


sichtlicher zu halten, wird im folgen-
ö 0 (), hs) heißen einfache Spektral-
stischen Theorie einfach an, bzw. man den A?/2 M = 1 gesetzt. Zu integrieren ist längs des oberen funktionen und_e (s, t) Doppelspek-
übernimmt die analytischen Eigen- Die experimentell realisierbaren Wer- Ufers vom Schnitt. Im / (s, ) im Inte- tralfunktionen. Sie sind sämtlich reell
schaften der Summanden in der *stö- te von s und r sind s2 0 und 1S0. granden ist (2.).mal dem, Sprung für reelle s und r. Mittels der Mandel-
rungstheoretischen Entwicklung der Manbezeichnetsie als die »physikali- von f (5,1) am Schnitt längs der posi- stam-Darstellung kann man /(s,1)
*Quantenfeldtheorie. schen« Werte, im Gegensatz zu den tiven s-Achse. gleichzeitig in die komplexen s- und t-
Der große Vorteil der Einbettung der »unphysikalischen«, zu denen man 2, Man kann nun weiter die (für die Ebenenanalytisch fortsetzen.
S. in die Theorie der Funktionen kommt, wenn man die S. /(s, !) als oben betrachteten 1-Werte reelle) Die Doppelspektralfunktion g (s, 1)
einer oder mehrerer Veränderlicher Randwert einer analytischen Funk- Funktion Im f (5, 1) = A (6,0) für re- läßt sich aus dem Potential V (r) mit-
besteht darin, daß man die Funkti ion in den komplexen s- und 1-Ebe- elle 5>0 in die komplexe, (-Ebene els der *Unitaritätsrelationfür die $.
nen im ganzen Analytizitätsbereich
nenbetrachtet. fortsetzen und findet, daß A (5,1) mit Hilfe eines Iterationsverfahrens
berechnen kann, wenn manz. B. ihre Ohneirgendwelche Annahmen über eine holomorphe Funktion in der berechnen. Das besonders Interessan-
Werte auf dem Rande und ihre Sin- das Potential in der Schrödinger-Glei- komplexen t-Ebeneist, mit Ausnah- te an der Mandelstam-Darstellung ist
gularitäten in dem betreflenden Ge- chung kann man keine Aussagen über me eines Schnittes längs der positiv die folgende Umkehrung des obigen
biete kennt. Diese Randwerte bzw.
die analytischen Eigenschaften von reellen Achse von dm bis =. Um Problems: Die dort beschriebene ana-
Singularitäten haben meistens eine
F(, 1) machen. Für eine Überlagerung eine Dispersionsrelation für A (s, 1) Iytische Struktur der $. ist beweisbar
unmittelbare physikalische Bedeu- von Yukawa-Potentialen angeben zu können, muß man das aufgrund der Eigenschaften der
tung, so daß man oft ohne eine de- asymptotische Verhalten von A (5,2) Schrödinger-Gleichung mit entspre-
taillierte Theorie Aussagen über ihre kennen, Für hinreichend »vernünf- chendem Potential. Gibt man nun
Lage und Eigenschaften machen und rv of ala)” du tige« Gewichtsfunktionen 0 () - sie statt dessen die analytische Struktur
mittels *Dispersionsrelationen Bezie- dürfen keine Ableitungen von ö- der $. vor, d. h. die Lage ihrer Singu-
hungen zwischen ihnen finden kann. m>0 *Funktionenenthalten — läßt sich nun laritäten, ihr asymptotisches Verhal-
So entsprechen den gebundenen Zu-
ständen, bzw. allen vorkommenden
läßt sich jedoch folgendes beweisen
(alle folgenden Betrachtungen in der
beweisen, daß ten für große t und s - das letztere ist
Teilchen mit einer festen Masse, Pole 5-Ebene gelten für Im k > 0, d. h. im im f (6,S const- 1", nach den obigen Überlegungen gleich-
der $., den Schwellen Verzweigungs- ersten Riemannschen Blatt der S., 5. 8 bedeutend mit der Vorgabe des Po-
punkte usw. (s. Streutheorie in der Streutheorie in der Elementarteil- wobei N eine ganze Zahl ist, nicht tentials —, sowie die Unitarität von
Elementarteilchenphysik). chenphysik): kleiner als der größte Drehimpuls f(., so kann mandie $. vollständig
Die beiden folgenden Beispiele für 1. Fürreelle 1,0 > > —4 m3,gilt: Imıs, der unter den gebundenen Zu- berechnen. Analytische Struktur plus
solche funktionentheoretischen Untei a) 76, 0) ist eine meromorphe Funk- ständen des Systems vorkommt. Unitarität können demnach für die
suchungen sind aus der nichtrelativi- tion in der längs der positiven s-Achse Man kann dann eine *Dispersionsre- obige Klasse von Potentialen die
stischen Quantenmechanik, in der aufgeschnittenen s-Ebene. Die Pole Iation für A (5, 0/1, s > 0, reell, hin- Schrödinger-Gleichung ersetzen.
man alles streng beweisen kann. Sie liegen auf der negativen s-Achse und schreiben und erhält Dieses Resultatist bisherin der nicht-
erläutern einige der wichtigsten, auch sind den gebundenen Zuständen des " relativistischen' Streutheorie von ge-
in der relativistischen Theorie benutz- Systems zugeordnet. Ihre Anzahl ist ringer praktischer Bedeutung, da man
ten Methoden. endlich und ihre Residuen Rı(1) sind 160-5 ja dort immerleichter mit der Schrödin-
A. Analytische ‚Eigenschaften der Polynomein t vom Grade Iı, wobei Iı 4m® ger-Gleichung rechnet. Man hofft je-
nichtrelativistischen $. für die elasti- den Drehimpuls des betreffenden Bin- doch, daß seine relativistische Verall-
sche Streuung zweier Teilchen. Hier dungszustandes angibt. gemeinerung für die Theorie der Ele-
kann man die Streuamplitude / im b) f@,) ist eine reell-analytische ‚mentarteilchen von Bedeutung ist. An
Prinzip berechnen, wenn man das Po- Funktion in s, d.h. #* (*,= / (1). die Stelle des Potentials sollen dort
10 1
Streuamplitude Streuexperimente
die »gekreuzten Kanäle«(s. Crossing- rie kann man nämlich die obige un- Die Lage der Pole in der komplexen Lrr. Mott, N. F., and H. S. W. Massey:
Symmetrie) treten. Ein befriedigender endliche Summe auch als das folgen- 1-Ebeneist eine Funktion der Energie The Theory of Atomic Collisions. 2.
Beweis für diese Vermutungen fehlt de Integral schreiben (sog. Sommer- s. Ändert man deshalb die Energie,
Aufl. Oxford 1949. Blatt, J. M., and
bisher. In der praktischen Rechnung feld-Watson-Transformation) so wandern die Regge-Pole längs be-
V. F. Weisskopf: Theoretical Nuclear
beschränkt man sich fast immer auf stimmter Wege (Trajektorien) durch
Physics. New York 1952. Brenig, W.,
und R. Haag: Fortschritte der Physik 7
Näherungen,die dadurch charakteri- die I-Ebene. Kommt man dabei mit (1959), 183. — Dispersion Relations and
siert sind, daß man die dem betrach- dem Pol in Nähe eines ganzzahli- Elementary Particles. Hrsg. v. C. de
teten Bereich am nächsten liegenden aRcoasıo-n, gen, positiv reellen /-Wertes, so be- Witt. New York 1960. 'hew, G.
Singularitäten berücksichtigt. Diese S-Matrix Theory of Strong Interactic
schreibt der Pol entweder einen ge- New York 1961. - Dispersion Relations.
Methoden haben umfangreiche An- bundenen Zustand oder einen meta- Hrsg. v. G. R. Screaton. Edinburgh
wendungen bei den x-*Meson-n-Me- wobei der Integrationsweg C die Pole stabilen Zustand (Resonanz) zum 1961. - Schweber, S. $.: An Introduc-
son-, den #-Meson-Proton- Wechsel- an denStellen i = 0, 1,.. . umschließt. tionen Re &»(s), aufgetragen gegen- ion” ı0 Relavisic Quantum Field
wirkungen,bei der Theorie der elek- (s. Abb.). dem so < 0 oder 5 >0 gilt. Für ge Theory. New York 1961. — Theoretical
tromagnetischen *Formfaktoren der , mi bundene Zustände gilt Im «, = 0, fü Physics. Hrsg. v. A. Salam. Wien 1963. —
Nukleonen und Mesonen undin vi en ©, @ Resonanzen Im a #0. Die Funk- Squires, E. J.: Complex Angular Mo-
len anderen Gebieten der theoreti- 2 ©a, tionen Re &, (s), aufgetragen gegen-
mentum and Particke Physics. New
schen Elementarteilchenphysik gefun- | 27 über s, bezeichnet man als Regge-
FF 1963. — Pau Tmernctionnae and
den (s. N/D-Methode, Bootstrap- | € Trajektorien, und je nachdem eine MöorhonscnEäinbureh, 196%- Proceed:
Modell). m of the International School of Physics
B. Komplexe Drehimpulse. Hierbei £ solche Trajektorie einen oder mehrere
ganzzahlige !-Werte 20 annimmt, »Enrico Fermi«, Varenna, Course 26.
geht man aus von der Partialwellen- New York 1963. [47]
entwicklung \1 7
gehören zu einer solchen Trajektorie
ein oder mehrere gebundene Zustän- Streublindwiderstand, s. Streufluß.
‚de bzw. Resonanzen. Streuexperimente mit Elementarteil-
hen.In S. wird ein Strahl schneller
Vera Zelt: u
1 = !
Fürfestes s und t— ® erhält man aus
der obigen Darstellung das asympto-
Teilchen an anderen Teilchen,die das
\ ayRegge-Pole tische Verhalten von/ (s,i) für große sog. »targete (engl. Ziel) bilden, ge-
SEMPUE CN). Für die obige Überlagerung von Yu- streut. $. geben Aufschluß über Ei-
1
ko=lyams, i läßt sich
kawa-Potentialen . nun bewei- (unphysikalische!) Impulsübertragun-
gen: genschaften und Wechselwirkung der
or H sen, daß der Integrand in der Halb- *Elementarteilchen (s. Streuung von
Ein ebene Rel> '/s meromorph. ist, #5, 1) = const. 1°", Elementarteilchen).
zmodltzgg daß er für I+® hinreichend stark Hierbei ist a(s) der Regge-Pol mit Als primäre Strahlquellen verwendet
man heute Teilchenbeschleuniger, in
ISol®=1, verschwinden man aMae dem größten Realteil bei vorgegebe- denen elektrisch geladene Teilchen
der S. (s. Streutheorie in der Elemen- ionsweg durch den Weg (s. Ab- . Das Integral parallel zur ima durch elektrische Felder beschleunigt
tarteilchenphysik). Fragt man nun für bildung) ersetzen kann, wenn man ren l-Achse ist bei diesem Grenz- werden. Es kommen nur langlebige
die obige Überlagerung von Yukawa- Ochdie Pole cı (s), x (s),... von übergang vernachlässigbar. Teilchen in Frage; in der Hochener-
i
Potentialen nach dem Konvergenzge- ‚S:
? mit den Residuen ß: (s), ß2 (9), - Man hat versucht, die Regge-Pole in giephysik sind es Elektronen und Pro-
biet dieser Summe in der komplexen|. der rechten Halbebene berücksich- die relativistische Theorie der Ele- tonen. Strahlen anderer Teilchen er-
i i
z-Ebene, wenn man bei festem reel- tigt. Die Anzahl
Manerhält der Pole ist endlich.
so schließlich mentarteilchen einzuführen und die hält man durch Streuung des Primär-
lem s > 0 mit z über seinen »physika- experimentell_gefundenen Teilchen strahles (s. Elementarteilchen, Erzeu-
lischen« Bereich -1S2S1 hinaus —!hl-koo durch Regge-Trajektorien zu klassi- gung von). Ein Strahl elektrisch gela-
in die komplexe z-Ebenegeht, so läßt 169- 1 eHn-d, fizieren. Mittels der Crossing-Sym- dener Teilchen kann durch magneti-
sich beweisen, daß dies eine Ellipse I)" Tkc) sind metrie kann man dann die obige Aus- sche Ablenksysteme (Sektormagnete,
(die sog. Kleine Lehmann-Ellipse) lo sage über das asymptotische Quadrupollinsen) zum Target geführt
um den Ursprung mit den Brenn- PL ten von /, i) für »unphysi und gleichzeitig durch Ausblenden im
punkten # 1 und der großen Halb- . ,(- y[s.@-1] +Do Werte seiner Argumentein eine Aus- Impuls definiert werden. Zur Separa-
sage über das asymptotische Verhal- tion verschiedener Teilchenarten wer-
ten von Wirkungsquerschnitten bei den auch elektrostatische Separato-
me
'zm a , @+ vi
Gi Pro CDS. schr großen Energien undkleinen Im- ren verwendet.
pulsübertragungen transformieren (8. Als Target kann man nur praktisch
ist,
Man beachte, daß m die untere Inte- Mittels dieser Darstellung kann man Diffraktionsstreuung) und so die Hy- stabile Teilchen benutzen. Da in
grationsgrenze in der Integraldarstel- nun leicht beweisen, daß (s,z) eine pothesen mit Experimenten verglei- Atomkernen die *Nukleonen. nicht
lung des Potentials ist! 'holomorphe Funktion in der gesam- chen. Dies hat jedoch bisher noch frei sind, erhält man übersichtliche
Das Problem der analytischen Fort- ten z-Ebeneist, mit Ausnahme eines nicht zu einer befriedigenden Klärung Experimente nur bei der Streuung an
setzung von f (s, 2) über diese Ellipse Schnittes längs der reellen Achse von geführt, vor allem wohl deswegen, Wasserstoff. In ihm kann die Bindung
hinaus läßt sich nach T. Regge elegant 2 = 1+ m!/2 k? bis z = =. Die Pole weil die verfügbaren Beschleuniger- zwischen Elektronen und Protonen
mit Hilfe eines Tricks von Watson an den Stellen &» (s) (sog. Regge- Energien noch nicht hoch genugsind, praktisch vernachlässigt werden. Zur
und Sommerfeld lösen: Aufgrund des Pole) haben eine unmittelbare physi- um das asymptotische Verhalten von Streuung an Neutronen verwendet
Residuensatzes der Funktionentheo- kalische Bedeutung. Es gilt nämlich: Wirkungsquerschnitten einigermaßen man Deuterium und vergleicht mit
durchsichtig analysieren zu können. der Streuung an Wasserstoff. Dabei
12 23
Streufluß Streuformel
müssen jedoch Korrekturen benutzt Ort aus Laufzeitdiflerenzen rekon-
werden, welche die *starke Wechsel- struiert. Derartige Anordnungen wie
kundärwicklung, dargestellt werden (8) ist der Atomfaktor. Dafür gilt
wirkung zwischen Proton und Neu- auch *Hodoskope aus Zählern werden
können. Diese Streublindwiderstände
tron berücksichtigen. Diese Korrek-
ergeben zusammen mit den Ohmschen
turen sind theor« schwer zu be-
manchmal direkt mit elektronischen
Datenverarbeitungsanlagen zusam-
Wicklungswiderständen den Kurz- ro-infeem- rn. dr
rechnen; daher sind Aussagen über
schluß-Scheinwiderstand eines Trans-
mengeschaltet, sog. »on-line«-Betrieb.
$. a. Streuung von Elementarteilchen.
formators oder einer Maschine. Da
Neutronen mit größerer Unsicherheit
behaftet als solche über Protonen. Im i Techniques
der Streublindwiderstand meist um mit
4n .
Target wird i. allg. flüssiger Wasser- New York ein Mehrfaches größer als der Ohm- K=-ymv-sin!a®.
stoff verwendet, um eine genügend
sche Widerstand einer Wicklungist,
Streufluß (auch Streufeld). Mit S. be- hat man cs durch richtige Dimensio- F(0) ist für die interessierenden
große Dichte und damit Anzahl von nierung der Streuwege in der Hand,
Streuzentren zu haben. In manchen zeichnet man den Teil des Gesamt- 2, B. den Kurzschlußstrom großer Werte von K für alle Elemente ta-
Experimenten verwendet man auch flusses eines Magneten oder des Ma- Transformatoren auf, ungefährliche buliert. - Die hier angegebene Born-
ein Gastarget, besonders dann, wenn gnetsystems einer elektrischen Ma- ‚Werte zu begrenzen. Zu kleine Streu- sche S. ist in mehrfacher Hinsicht zu
verfeinern. Man kann z. B. mM
langsame Reaktionsprodukte in der schine, der im Gegensatz zum »Nutz- ung ergibt zu hohe Kurzschlußströ- zulassen, relativistische Efiekte stu-
Flüssigkeit zu stark abgebremstbzw. Aluß« nicht die durch den Konstruk- me, zu große Streuung führt anderer-
absorbiert werden. tionsgedanken vorgeschriebenen Bah- seits zu untragbaren Spannungsände- dieren und die elastische Streuung
Im Target tritt zwischen den streu- nen einhält. Die Aufteilung des Flus- rungen bei wechselnder Belastung. durch unelastische Streuung (Anre-
enden Teilchen und dem Strahl eine ses in Nutz- und S. ist also von dem Bei Asynchronmaschinen darf die gung des Atoms) ergänzen.
Wechselwirkung auf. Diese äußert Verwendungszweck des Magneten Streuung ebenfalls nicht beliebig klein b) Mottsche S. Die Mottsche S.ist
sich z. B. in einer Ablenkung, einem abhängig. So müssen beispielsweise eine Verbesserung der Rutherford-
bei einem Hubmagnetenalle die Fluß- sein, da sonst der Anlaufstrom des schen S. (s. u.), wenn der Streuung
Rückstoß der streuenden Teilchen
oder einer Erzeugungneuer Teilchen. linien dem S. zugerechnet werden, die Motors zu groß wird. Zu große Streu- ein Austausch der beiden Streupart-
Die auslaufenden Teilchen werden in nicht zur Kraftwirkung beitragen. ung führt beim Asynchronmotor zu ner zu berücksichtigen ist. Das ist
Beim Magnetsystem einer Gleich- starkem Drehzahlabfall bei Belastung nach den Gesetzen der Quantenme-
geeigneten Anordnungen nachgewie-
sen. In Zählerexperimenten verwen- strommaschine oder einer synchronen undgeringem *Kippmoment. [25] chanik immer notwendig bei der
det man Zähler - hauptsächlich Szin- Drehstrommaschineist der 8. als der- Streuformel. a) Bornsche $. Während Streuung gleicher Teilchen aneinan-
llationszähler um die Bahnen der die Rutherfordsche S.(s. u.), die die der, also z. B. bei der Streuung von
Teilchen zu bestimmen. Zur Unter- niert, der nicht die Ankerwicklung Streuung geladener Partikel an einem x-Teilchen an Helium-Kernen oder
durchsetzt und somit keinen Beitrag nackten Atomkern beschreibt, durch bei der Streuung von Protonen an
scheidung verschiedener Teilchenar-
ten verwendet man deren charakteri- zur induzierten Spannungliefert. Bei eine exakte quantenmechanische Wasserstoff-Kernen. In diesem Fall
stische Eigenschaften. Man kann z. B. der Synchronmaschine kann man auch Rechnung gewonnen werden kann,ist ergibt die quantenmechanische Rech-
mit einem magnetischen Spektrometer noch weitergehenddefinieren, daß der die Erweiterung der $. auf Atome mit nung nach Mott bemerkenswerte,
den Impuls, mit einem Cerenkov- Nutzluß nur den Teil des Gesamt- Elektronenschalen nur durch Stö-
Zähler die Geschwindigkeit messen Ausses ausmachensoll, der eine Span- rungsrechnung möglich. Benutzt man
und daraus die Masse bestimmen. nung von Grundfrequenz der An- dabei die Bornsche Näherung, indem
Fernerkann man das unterschiedliche kerwicklung induziert, d. h., nur das man die Wechselwirkungsenergie als
Verhalten beim Durchgang durch Integral der Grundwelle der am An- klein gegenüber der kinetischen Ener-
Materie ausnutzen. Durch eine Reihe kerumfang (nicht sinusförmig) vertei gie behandelt, so kommt man aufdie
von Absorbern mit zwischengeschal- ten Induktion rechnethier zum Nutz- Bornsche $. - Ein Strom von gelade-
teten Zählern - einem sog. Reichwei- fluß,alles andereist $. des Polrades. nen Teilchen der Masse m und der
Bei” Wechselstrommaschinen (z. B. Ladung z bewege sich mit der Ge-
tenteleskop - läßtsich etwa die Reich-
Transformatoren oder Asynchron- schwindigkeit » in Richtung auf ein
weite bestimmen. Geeignete logische
motoren) wird das Hauptfeld (Nutz- Atom der Masse M und der Kernla-
Schaltungen gestatten es vielfach, ge-
zielt bestimmte Arten von Streuereig- feld) gemeinsam von Primär- und Se- dungszahl Z. Die elektrische Wech-
nissen auszuwählen. kundärwicklungerregt. Der $. ist da- selwirkung mit dem Atom bewirkt
Eine einzelne Zähleranordnung kann bei als Fluß definiert, der nicht mit eine Ablenkung um den Winkel ©.
beiden Wicklungen gemeinsam ver- Vernachlässigt man die Wechselwir-
nur bestimmte Teilchenbahnen regi-
kettet ist, beim Transformator bei- kung mit der Elektronenhülle, so be- Abb. 1. Verhältnis der Mottschen, Streu-
Intensität zur Rutherfordschen Streuin-
strieren. Man benutzt daher in zuneh-
spielsweise zwischen beiden Wicklun- kommt man für die Ablenkung die tensität bei Gültigkeit des Antisymme-
mendem Maße Geräte, die es ermög-
lichen, innerhalb eines größeren gen in Luft verläuft. Die von diesen Rutherfordsche $. Führt man im Po- trieprinzips für verschiedene Relativge-
Pulsierenden Streufeldern in Primär- tential V (r) dagegen neben der Kern- schwindigkeiten derbeiden Teilchen
Raumwinkels s Teilchenbahnen zu re-
und Sekundärwicklung induzierten wechselwirkung noch eine solche mit charakteristische Abweichungen von
konstruieren. Hierzu gehören *Fun-
Spannungensind von größter Bedeu- der Elektronenhüllein der Form der Rutherfordschen Verteilung, die
kenkammern und *Blasenkammern,
in denenionisierende Teilchen Spuren tung für das Verhalten der Maschi- „_ Zee er)d von der Erfahrung bestens bestätigt
erzeugen, die photographisch regi- nen. Da ihre Größe dem Belastungs- vo vr +ze) rer] sind. Diese sind in den Abb. 1 u. 2
striert werden. Neuerdings verwendet strom proportional ist, kann man ein, so wird der differentielle Wir- dargestellt in der Form des Verhält-
man auch akustische Funkenkam- Streuinduktivitäten definieren, die im kungsquerschnitt (m<M) nisses der _quantenmechanischen
mern. Hier wird der Funkendurch-
schlag akustisch registriert und der
Ersatzschaltbild als vorgeschaltete
Blindwiderstände vor Primär- und Se- 40 =a lZ - FRzu d276° Mottschen Streuintensität zu der
klassischen Rutherfordschen Streuin-
14 15
Streutheorie
nischen Standpunkt aus exakt, vor- Neutronen an Protonen, x-Mesonen mulieren, und diese Begründungist
ausgesetzt, daß der streuende Kern an Protonen usw. das Hauptproblem der heutigen Ele-
unddie gestreuten Partikel nicht iden- Lır. Blatt, J. M., and V. F. Weisskopf: mentarteilchenphysik. Es. gibt, ver-
tisch sind (s. Mottsche S.). Die For- Theoretical Nuclear Physics. New York schiedene, mehr oder weniger phäno-
mel gilt natürlich unter entsprechen- Elementary Nuclear Theory. 2. Aufl. menologische Ansätze (s. Quanten-
1952. — Bethe, H. A., and P. Morrison:
der Abänderung der Zahlenfaktoren New York 1956. - J. Hamilton in: feldtheorie, Streuamplitude, S-Ma-
auch für die Streuung von Protonen Strong interactions and High Energy trix, Dispersionsrelation, Störungs-
und sonstigen Geschossen an Kernen. Physics. Hrsg. v. R. G. Moorhouse. theorie in der Feldtheorie usw.), mit
Sie gilt nicht mehr, wenn sich die Edinburgh 1964. [47] denen man dann gewisse Aspekte der
stoßenden Teilchen so nahe kommen, Streumatrix, s. S-Matrix.
daß Kernkräfte eine Rolle spielen. Streuphasen, s. Streutheorie in der Elementarteilchen
eine allgemeine
beschreiben kann,
Theorie, wie es die
Die Abweichung besteht zunächst in Elementarteilchenphysik. Quantenmechanik für die nichtrela-
einer Verminderung der Streuinten- Streupotential, s. Streutheorie in der ivistische S.ist, fehlt jedoch im rela-
sität gegenüber dem Rutherfordschen Elementarteilchenphysik. uivistischen Bereich.
Wert. Bei wachsender Energie des Streuquerschnitt, _der *Wirkungs- Da die Eigenschaften der atomaren
einfallenden Teilchens erfolgt aber querschnitt eines Teilchens für Streu- Teilchen, Kerne und Elementarteil-
eine Erhöhung, die u, U. den Ruther- ung eines anderen Teilchens. Er hat chen sehr vielfältig sind, ist auch die
” a” a fordschen Wert weit überschreiten eine ähnliche Bedeutung wie der zugehörige S. sehrvielseitig und z. T.
kann. *Stoßquerschnitt, nur daßbei ihm das erheblich kompliziert. Die folgenden
Lit. Mott und Massey: The Theory of
‚Abb. 2. Dasselbe bei Gültigkeit des streuende und gestreute Teilchen Beispiele bilden daher nur einen klei-
Symmetrieprinzips Atomic Collisions. Oxford 1950. [7] meist verschiedener Art sind, wäh- nen Ausschnitt. Sie erläutern ein paar
Streukanal, s. Streuamplitude. rend der Stoßquerschnitt vor allem der wichtigsten Begriffe aus der S.
Streukapazität, s. Kapazitä
tensität. Für den Fall, daß die reagie- 9
renden Teilchen durch eine antisym- Streulänge und effektive Reichweite. auf die Zusammenstöße von Gasmo- am Beispiel der nichtrelativistischen
metrische Eigenfunktion beschrieben Bei der niederenergetischen elasti- Iekülen unter sich angewandt wird. Quantenmechanik.
werden müssen, z. B. bei der Streu- schen Streuung atomarer Teilchen, z.
ung von Protonen an Wasserstoff- B. von Neutronen an Protonen,spie-
1 1. Nichtrelativistische stationäre ela-
Streustrahlen. Die gestreute Röntgen- stische Streuung eines Teilchens ohne
Kernen, gilt Abb.1, im Falle der len meistens nur s-Wellen eine Rolle. Strahlung bzw. gestreute y-Strahlung
symmetrischen Eigenfunktionen,also Außerdem hängendie Streudaten nur wird unter dem Begriff S. zusammen- Spin an einem Potential V (). Statio-
etwa bei der Streuung von «-Teilchen wenig von der speziellen Gestalt des gefaßt. Infolge Wechselwirkung pri- näre Streuung bedeutet, daß man
an Helium-Kernen oder von Deute- *Streupotentials ab. Es läßt sich zei- märer Röntgen-Strahlung mit Mate- einen zeitlich konstanten Strom in
ronen an Deuteronen,gilt Abb. 2. Die rie dieser direkt bzw. indirekt Richtung des Streuzentrums einfal-
gen, daß man den Ausdruck k- cot.do,
verschiedenen Kurven beziehen sich wobei k der Impulsbetrag des ge- gelösten Sekundär- bzw. Tertüär-, lender Teilchen der Energie E hat
auf verschiedene Relativgeschwindig- streuten Teilchens und do(k) die Quartär- etc. Strahlung sowie infolge und daß sich gleichzeitig, ebenfalls
keiten der stoßenden Teilchen. Streuphase (s. Streutheorie) der s-
Compton-Effekt gestreute Primär- zeitlich konstant, ein Strom gestreu-
c) Rutherfordsche S. Sie bildet histo- Welleist, durch den Ausdruck strahlung,s. Störstrahlung. [28] ter Teilchen vom Streuzentrum fort-
risch gesehen das Fundament des Streutheorie in der Elementarteil- bewegt. Diese Situation wird be-
in chenphysik. Die Theorie der Streuung schrieben durch die stationäre Schrö-
k-cot dom -Z+38e
sich um die mathematische, Beschrei-
Bohrschen Atommodells. Es handelt
atomarer Teilchen aneinander ist der dinger-Gleichung
bung der Streuung von «-Teilchen an annähern kann. a heißt (Fermische) wichtigste Teil der theoretischen *Ele-
Atomkernen auf Grund des Cou- Streulänge und ist anschaulich da- mentarteilchenphysik, weil die Streu-
durch charakterisiert, daß für den ung dieser Teilchen den größten Auf-
lomb-Feldes, die Rutherford 1911
experimentell untersuchte (s. Streu- elastischen *Streuquerschnitt schluß über ihre *Wechselwirkungen und die Randbedingung
lim 0 (k)=4nat und Strukturen gibt.
ung der «-Teilchen). Die Streuung
des «-Teilchens der Ladung 2e an Im_niederenergetischen Bereich, in vo re+ 7,0)
einem Kern der Ladung Z e berech-
kD dem die Ruheenergie der betrachte- für sehr große Abständer.
gilt. Eine undurchdringliche Kugel ten Teilchen groß gegenüber ihren
net Rutherford rein klassisch. Der

für,
vom Radius R hat genau die Streu-
daß ein a-Teilehen unter dem länge a R. Ein abstoßendes Poten-
differentielle Wirkungsquerschnitt da- kinetischen Energienist, läßt sich die
Streuung, zumindest prinzipiell, durch lonms
Winkel © von seiner ursprünglichen tial hat immer eine positive Streuli eine *Schrödinger-Gleichung mit ge- ist der zur Energie E gehörige Wel-
Bahn abgelenkt wird, ist ge. Bei anziehenden Potentialen hängt
das Vorzeichen von a von der Ge-
eignetem Potential beschreiben. Bei lenzahlvektor. e'* bedeutet die in
höheren Energien, die von der Grö- Richtung der positiven z-Achse ein-
ez\® d2 stalt des Potentials ab. Benordnung der Ruheenergien und
00 (ur) ne: Man kannsich weiter überlegen, daß größer sind und bei denen Teilchen fallende ebene Welle und
ro ein Maß für die effektive Reich- umgewandelt, erzeugt und vernichtet
dQ markiert die Größe des Raum- weite des betrachteten Potentials ist werden können, wird die *spezielle 1
winkels bei dem Winkel ©. M ist die undro trägt daher diesen Namen. Relativitätstheorie wesentlich und die die auslaufende Streuwelle. Der
Masse des a-Teilchens, v seine Ge- Von der obigen Näherungwird aus- nichtrelativistische Quantenmechanik Streuwinkel # ist der Winkel zwi-
schwindigkeit. Der Kern ist als un- giebig Gebrauch gemachtin der nie- unzureichend.Esist bisher noch nicht schen der positiven z-Achse und der
endlich schwer angenommen. Die derenergetischen *Elementarteilchen- gelungen, diese relativistische S. be-
Formelist auch vom quantenmecha- physik, z.B. bei der Streuung von friedigend zu begründen und zu for- Richtung des Wellenvektors & der
16 ı
Streutheorie Streutheorie
auslaufenden Streuwelle. f(k, 8) ist Abstände r die Form erhält man
die durch das Potential bestimmte
*Streuamplitude. Sie bestimmtihrer- 1 4 am = Do,
seits den differentiellen elastischen dert yen. Ga (k) = went > sin öı. 1-0
*Streuquerschnitt da für die Streu-
ung in das Raumwinkelelement d2 = 1-0 1-0 AIDA =D.
- «08 9)«sin (kr — 121a) Die Größen Sı (), 1= 0,1, . , kann Wesentlich ist, daß der elastische
= sind: dd: dp: man als die Diagonalelemente einer Querschnitt von Phase und Betrag
do =|f(k,D-dR. Matrix, der sog. Streumatrix oder $- der Größe Sı abhängt (kohärente
Um f(k, 8) zu berechnen, hat man hat, und p() für V)=0 in die Matrix, betrachten, wobei alle übri- Streuung!), während der inelastische
die Schrödinger-Gleichung zu lösen. ebene Welle übergehen soll. gen Matrixelemente verschwinden. Wirkungsquerschnitt nur vom Be-
Dies ist nur in seltenen Fällen expli- Dies ist im Fall der hier betrachteten trage von Sı abhängig ist (inkohä-
zit möglich (z. B. beim Coulomb-Po- 2. p(r— eir-cso, d.h. die Sıreu- rein elastischen Potentialstreuung ver- rente Streuung!
tential) und man hat daher meistens welle, soll nur auslaufende Kugel- hältnismäßig trivial, wird jedoch sehr Von diesen Wirkungsquerschnitten
für die betreffenden Versuchsbedin- wellen enthalten. wesentlich, falls noch andere Reak- sind einige Spezialfälle von Interesse:
gungen geeignete Näherungsmetho- Aus beiden Bedingungen folgt, daß tionsarten beteiligt sind, besonders in 1.S= 1 04=0, m=0
denzu benutzen. der relativistischen $. Die Elemente 4n
I. Partialwellen und Streuphasen. außerhalb der Diagonale sind dann 2 og @I+N,
Wenn das Potential V (r) in der un- VOzgE AH DER CH: nicht mehr alle Null. on =.
ter I beschriebenen Schrödinger-Glei- Die Beschreibung von Streureaktio-
chung nur vom Betrage des Abstan- r= nen durch Streuphasen, die sog. »Pha- Dies ist der Maximalwert des elasti-
des abhängt, so ist es sehr zweckmä- senanalyse«, spielt eine große Rolle schen Querschnittes.
Big, nach *Kugelkoordinaten zu sepa- -esesin (kr - 4 (a+ )- in der Elementarteilchenphysik. Dies 2 ars
rieren. Da die Anordnung außerdem liegt daran, daß bei vielen Streupro- 3.00 oe alrm.
noch zylindersymmetrisch um die z- zessen nur wenige Drehimpulszu- Dasletzte Beispiel, bei dem sämtliche
Achseist, so ist die Lösung vom Azi- - iD @I+ DER(os): stände I beteiligt sind und man alle einfallenden Teilchen absorbiert wer-
mutum diese Achse unabhängig. Man £ übrigen Streuphasen vernachlässigen den, zeigt, daß cs keine inelastische
hat daher für die Lösung y() den „(eiür-11m) — gen. giar- Jin
kann. Dies ist besonders bei kleinen Streuung ohne elastische geben kann
Ansatz Energien der Fall, bei denen nur die (5. Diffraktionsstreuung).
Für die Streuamplitnde / (k, #) ergibt Streuphasen der niedrigsten Partial- Fürdie obigen Größengilt das *op-
sich daraus
wellen — so nennt man die einzelnen scho Theorem:
vo=- DR pcosn, Summanden der obigen Reihenent-
u wicklung - von Null verschieden sind Grat = Ga + m =. 4m
Im/ck,8 0).
1-0 oder bei Resonanzstreuung, wenn
wobei Pı (x) das *Legendre-Polynom Ik delt man mit der Energie in die Nähe IV. Wirkungsquerschnitte bei_ sehr
vom Grade ist. Der Radialteil ı(r) er bestimmten Resonanz zum spe- kleinen Energien. Für stark mit dem
genügt der »radialene Schrödinger- (81 (k) 1) Pı1=0
(cos 9; Sı (id) = et. ziellen Drehimpuls I = In kommt und Abstand r abfallende Potentiale - das
Gleichung Die Streuamplitude ist also vollstän-
dann alle anderen Streuphasen ver- *Coulomb-Potential z.B. ist hier
9: tasn | nachlässigen kann. ausgeschlossen - kann mandie Ener-
F dig durch die Streuphasen bestimmt. II. Inelastische Streuung. Die vori- gieabhängigkeit der obigen Wirkungs-
Er [# Im Wellenbild wird demnach die cla- gen Ergebnisse lassen sich verallge- querschnitte für kleine Energien, d.
2m
EV o] am=0. stische Streuung dadurch beschrie-
ben, daß sich die Phasen der auslau-
meinern für den Fall, daß nur ein
Teil der einfallenden Teilchen ela-
h.. ka<1, wobei a die mittlere
Falls das Potential für große Abstän- fenden Kugelwellen, die zusammen stisch gestreut wird. Es ändert sich Reichweite des Potentials ist, mittels
de stärker als r! abfällt, so hat die die Streuwelle ergeben, gegenüber dann nicht nur die Phase der auslau- der Schrödinger-Gleichung ohne ge-
den Phasen der einlaufenden Kugel- fenden Wellen, sondern auch ihre In-
des Potentials ange-
für r=0 reguläre Lösung dieser ben. Manerhält:
Gleichung für große Abstände r die wellen, aus denensich die einfallende tensität. Dies bedeutet, daß jetzt
asymptotische Form ebene Welle zusammensetzt, ändern. const-K! ka<l,
Es läßt sich zeigen, daß die Streu- IsPs1. const- kEI-1, ka<l.
PN) =>Cı-sin(kr- Yeln+ö). phasen bei abstoßendem Potential Für f (k, 8) gilt nach wie vor die obige Hieraus folgt z.B. für langsame s-
Die Normierungskonstanten Cı und negativ, und bei anziehendem Poten- Form. Für den totalen elastischen
die energieabhängigen Streuphasen al positiv sind. Wirkungsquerschnitt o,ı erhält man Wellen Neutronen, die an Kernen
gestreut werden:
&ı (k) sind durch die beiden folgenden Für den totalen elastischen *Wir-
Bedingungen normiert: a con:
1, Für V(n=0 soll &.(k)=0 und kungsquerschnitt and AD = const, oil = — ze.
-Cı=(21+1) gelten. Dies hängt Derinelastische Anteil der Streuung
damit zusammen, daß die Entwick- De(k) [üou- 22 [r@,ae- 10 ist demnach um so größer, je kleiner
lung der ebenen Welle -@IH Dis. die Energie ist, und der elastische
eikr. cos ° Und für den totalen inelastischen Querschnitt wird energieunabhängig!
nach Legendre-Polynomen für große "sin #40 Wirkungsquerschnitt gilt Wird schließlich bei einer inelasti
18 19
Streutheorie Streutheorie
schen Reaktion ein sehr langsames stände und Resonanzen beschreiben Es läßt sich beweisen, daß die den Ji(- ka) = 0. Hieraus und aus /* (k*)
Teilchen mit dem Impuls k’ emit- kann. Setzt man z.B. k = ix, so gilt gebundenen Zuständen zugeordneten = (= k) ergibt sich, daß Sı (k) Pole
ert, so folgt aus dem Theorem über für große Abstände Pole auf der positiv imaginären Achse an den Stellen ka, — k*z hat. Abb. 1
das detaillierte Gleichgewicht (s. Be- 9) = const- (ii: die einzigen Pole von Sı (k) in dem gibt eine Übersicht über die Pole von
wegungsumkehr) und den obigen
er fie. Streifen a>Imk>0 sind. Dies Sı(k) im Streifen |Imk]<a der
Formeln, daß der totale Wirkungs- hängt damit zusammen, daß die Wel- komplexen k-Ebene. Sämtliche Pole
querschnitt 3" für diese Reaktion die Der 2. Summandverhält sich wie der lenfunktion in diesem Bereich qua- sind einfach.
‚Abhängigkeit Radialteil der Wellenfunktion eines dratintegrierbar ist. Für 0> Im k> Es ist aufschlußreich, die Eigenschaf-
U = const- (kjtt+1 gebundenen Zustandes. Damit 9ı (r) = a ist dies nicht mehr der Fall und ten von $ıanstatt in der komplexen
hat. selbst *quadratintegrierbar ist, muß es kann daher in diesem Gebiet noch k-Ebene in der komplexen Energie-
V. Jost-Funktion, gebundene Zu- h(-ix)=0 gelten. Dies bedeutet, andere Poltypen geben. Die Pole auf Ebene zu betrachten. Um die Über-
stände, virtuelle Bindungszustände daß die Nullstellen von fı (k) auf der der negativ imaginären Achse in der sicht zu vereinfachen, sei V (r) eine
und Resonanzen. negativ imaginären k-Achse die ge- Nähe des Nullpunktes bezeichnet man Überlagerung von Yukawa-Potentia-
Jı(& k, r) seien zwei linear unabl bundenen Zustände des Systems be- als Anti- oder virtuelle Bindungszu- len:
gige Lösungen der radialen Schrö- schreiben. Diese Nullstellen von fı (k) stände. Sie machen sich bemerkbar
dinger-Gleichung haben Pole von Sı (k) auf der positiv. bei der niederenergetischen Streu-
imaginären k-Achse bzw. Nullstellen. ung - z.B. im Wirkungsquerschnitt rvo= [ow-er-an.
fe - ED _ für die_niederenergetische Neutron- 2a
dr F k-Achse zur Folge,falls fı (ix) Proton-Streuung, wenn die *Spins der Die zugehörigenJost-Funktionen sind
2m Diese Bedingungist jedoch nicht beiden Teilchen antiparallel sind (E. dann holomorph in der gesamten
- zero] h@=-0 beliebige Potentiale erfüllt. Anderer- Wigner). Dies sieht man so: Bei sehr komplexen k-Ebene mit Ausnahme
mit dem asymptotischen Verhalten seits entsprechen den Nullstellen von kleinen Energien spielen nur s-Wel- eines Schnittes längs der positiv ima-
Sı (k) nicht. immer Nullstellen von len eine Rolle. Liegt der virtuelle ginären k-Achse von k ia bis im.
lim fı(& kyr) = (# di eter, j«@&, nämlich dann, wenn /ı einen Zustand an derStelle k= -ia, a>0, Wegen k = A! (2m E)”: hatdie Jost-
100 Polan derStelle — K hat (sog. »über- so kann man /o(k) in der Umge-
Die bei r = 0 reguläre Lösung pı (r) flüssige« Nullstellen). Man hat daher bungdieser Stelle entwickeln und er- Funktion fı (E) und damit die S-Ma-
läßt sich darstellen als Linearkombi- i. allg. keine ein-eindeutige Zuord- hält trix einen Verzweigungspunkt an der
nation von fı (k, r) und /ı (= k,r) mung zwischen den Nullstellen bzw. Stelle E = 0. Es ist üblich, die E(ner-
Polen der S-Matrix und den gebun- fr=c(k-ia),kreell; gie)-Ebene längs der positiv reellen
Pu (k, r) = const - Ifı (= KM) fı (k, r) < denen Zuständen eines Systems. Es ER 4n Achse aufzuschneiden und die beiden
SAW knl- läßt sich jedoch folgendes beweisen: ua = ES Rre: zugehörigen Riemannschen Flächen
Die Größe Genügt das Potential V (r) der Be- dort kreuzweise zu verheften. Die
Jh) = imer Nfılkn) dingung Dervirtuelle Bindungszustand macht erste oder »physikalische« Riemann-
ro sich demnach um so stärker bemerk- sche Fläche ist durch Imk > 0 ch:
bar, je näher er am Nullpunktliegt rakterisiert und die zweite, »unphysi-
heißt Jost-Funktion (nach R. Jost, [rerivai<=, und je kleiner die Energie des ge- kalische« durch Im k < 0. Die »phy-
der sie 1947 zuerst diskutierte). Die streuten Teilchensist! sikalischen« Werte irgendeiner Größe
große Bedeutung der Jost-Funktion 0° Schließlich. weiß man aus der Quan- F (E) sind die Werte
liegt darin, daß so ist die Jost-Funktion eine holo- tenmechanik der zerfallenden Zu- lim FO (E + je) = F®(E + 10),
k) morphe Funktion für Imk <a und stände (s. folgende Ziffer!), daß für 0
sn stetig für Im a. In diesem Fall, diese 220,6 >0,reell,
Man kennt demnach die Streuampli-
also z.B. bei *Yukawa-Potentialen,
besteht ein eindeutiger Zusammen-
k=ka=mk-iy,y>0,y<k, am oberen Ufer des ersten Blattes,
tude, wenn man die Jost-Funktionen hang zwischen den Nullstellen von güt. Da solche Zustände keine ein- bzw. die Werte am unteren Ufer des
zu sämtlichen Drehimpulsen/ kennt. Sı(k) auf der negativ imaginären laufenden Wellen enthalten, folgt zweiten Blattes. Für die den Wir-
Diese sind besonders nützlich, wenn Achse und den gebundenen Zustän-
man die $ı (k) als Randwerte analy- den des Systems, falls |Imk|sa! Imr
tischer Funktionen in der komplexen AusderDefinition der Jost-Funktion
k-Ebene betrachtet. Eine solche Be- folgt die Funktionalgleichung AULLLLLLLLLMLLLLLULLALLLLLLLLLALLL
trachtung ist bei einer großen Klasse = fr de) Pole von 5; (k)für IIm ki<a
Bu Bindungszustände
von Potentialen möglich. Man be-
zeichnet die positiv reelle k-Achse und hieraus m Virtuelle Bindungszustände
dann als den physikalischen Bereich S(- k) = 5! (k) = S* (kjr. Ra Resonanzen
der k-Ebene. Der physikalische Sinn, Man sieht daraus, daß zu jeder Null-
die Größen Sı(k) als analytische stelle k= ko von $ı ein Pol an der
Funktionen in der komplexen k- Stelle k - ko gehört und umge-
Ebene zu betrachten, besteht darin, kehrt. Weiterfolgt für reelle k:
daß man dann außer den Streuzu- SS=.
ständen,die durch reelle, kontinuie:
liche, positive k-Werte charakteri- ies bedeutet, daß die S-Matrix uni-
siert’ sind, auch noch gebundene Zu- tür st.
» 21
Streutheorie Streutheorie
kungsquerschnitt bei der reellen Ener- £ enthalten. Dieser Faktor läßt sich in fende Welle gibt. Da Im kn <0, so
gie E bestimmende S-Matrix be- der stationären Schrödinger-Glei- liegen die zu den zerfallenden Zu-
kommt man: chung dadurch berücksichtigen, daß ständen gehörigen Nullstellen in der
SU(E) S®(E +10) man_die Energie Er =: (142) Einergie)-Ebene im 1. Riemannschen
50-9 (Er ErO der Zustände komplex wählt. Solche
komplexen Energien wurden zuerst
Blatt: fi(Er) = 0. Wegen f0* (E*)
= 70 (E) gilt außerdem fı®(E*) 0.
von Gamow_ bei seiner Theorie des Im 2. RiemannschenBlatt gibt es kei
FS(E+ 0) »-Zerfalles eingeführt. ne den Resonanzen zugeordneten
Abb. 2 ür den Wellenzahlvektor k erhält Nullstellen vonfı.
Für jedes Riemannsche Blatt gilt die man Die den metastabilen Zuständen zu-
Funktionalgleichung: Ist die Potentialbarriere B sehr hoch geordneten Nullstellen von fı (E) ma-
Si# (2) Sı (B). undsehr dick, so sind nach der Quan- n1 VEmEn,
Bu
Im kn <0. chen sich bemerkbar, wenn man die
Die *Unitaritätsrelation Sı (k) Sı* (k) tenmechanik Außenraum A und In- Teilchen, die bei dem oben betrach-
1 gült für reelle physikalische k, d. nenraum Z praktisch entkoppelt und Die Bedingung Im kn <0 folgt aus teten Zerfallsprozeß emittiert werden,
h., in der E-Ebenelautet sie man hat im Innenraum eine Folge der *Kontinuitätsgleichung für die nun an demselben Potential streut
diskreter Energieniveaus Wı, Ws, Wahrscheinlichkeitsdichten, nach der und mit ihren (reellen!) Streucnergien
SUE+IO)SK(E+i0 =1. Bei endlicher Höhe und Dicke der die Amplitude der auslaufenden Ku- in die Nähe einer der komplexen
Nunist Sı* (E) i. allg. keine analyti Potentialbarriere besteht jedoch im- gelwelle Energiewerte Er kommt. Für große
sche Funktion von E und die Unitari mer eine gewisse zeitliche Wahr- ‚Abständer gilt für pı (r) in der kom-
tätsrelation läßt sich in dieser Form scheinlichkeit wı, daß ein Teilchen im 1
r
ir 1
r
veirBek,erimk plexen E-Ebene für reelle Streuener-
nicht analytisch fortsetzen. Wohlaber Niveau Wı durch den Potentialwall gien E
ist Sı* (E*) eine analytische Funktion nach außendringt (radioaktiver Zer- für große Abstände größer werden 910) = const- (#1 (E-i0)-
von'E und wegen fall, *Tunneleffekt). Man hat dann muß, um das exponentielle zeitliche ar (RD (E +10) em),
SU (E+I0)=S® (E-i0) nur eine endliche mittlere Lebens- Abnehmen der Wahrscheinlichkeits-
dauer 7, = wr?dieser Zustände, und dichten in der Umgebung des Poten- Befindet man sich nun mit der Ener-
1äßt sich die obige Unitaritätsrelation nach der *Unschärferelation bedeu- tialzentrums zu kompensieren. An- gie E in der Nähe eines metastabilen
als Randwert von tet dies eine »Verschmierung« AE der schaulich ist das so zu verstehen: Zustandes Ex, so läßt sich schreiben:
51(E) S\®(E) = 1, E komplex, Niveaus um die Größenordnung AE Denkt mansich den Zerfall zu einer A®(E10) = fi®[Er + (E En)]=
ansehen. Aus dieser Beziehung folgt =T,=Ajt,. Man bezeichnet diese bestimmten Zeit 1 = 0 veingeschaltetc, af
die wichtige Eigenschaft, daß die Null- zerfallenden Zustände als quasista- so nimmt mit zunehmender Zeit die =b-(E - En,be= (Up)
stellen im 1. Riemannschen Blatt den tionäre oder metastabile oder Reso- Anzahl der zerfallenden Teilchen im-
Polen im 2. Blatt entsprechen und nanz-Zustände oder einfach auch als mer mehr ab. Das anfängliche Inten- 1 (E + 10)
umgekehrt. Resonanzen (s. weiter unten). sitätsmaximum bewegt sich als Kopf F® [ER* + (E = Er*)] =
Aufgrund der oben aufgezählten Ei- Man kann einen Potentialwall, der einer immer intensitätsärmer werden- = bir -(E - En®).
genschaften von Sı (k) in der k-Ebene zu solchen quasistationären Zustän- den Teilchenwelle vom Zerfallszen- Für die Größen Sı(E) ergibt sich
ergibt sich in der E-Ebene folgendes den führt, als energieabhängiges Sicb trum fort. Rechnet man nun mit Ku- hieraus
Bild: Die den gebundenen Zuständen betrachten, bei dem die Durchlässig- gelwellen anstatt mit solchen sich
Sm 0-5,
zugeordneten Pole von Sı liegen im keit in der Nähe der metastabilen zeitlich verändernden Wellenpaketen,
1. Blatt auf der negativen E-Achse. Energieniveaus E am größten ist. so drückt sich die beschriebene Situa- SD = in = Br ,
Die den virtuellen Bindungszustän- Hat man deshalb ein Teilchen mit tion darin aus, daß die Amplitude der
den zugeordneten Pole befinden sich der kinetischen Energie E, das von Kugelwellen für große Abstände un- E-En
Sm *
im 2. Blatt ebenfalls auf der negati- außen auf das Potentialzentrum zu- endlich wird.
-Achse. Die den zerfallenden fliegt, so ist die Wahrscheinlichkeit, Um übersichtliche analytische Aussa-
änden entsprechenden Pole lie- daß es den Potentialwall durchdringt, gen zu haben,sei U (r) eine Überla- di tn
gen in komplex konjugierten Paaren dann besonders groß, wenn die Ener- gerung von Yukawa-Potentialen (s.
im 2. Blatt oberhalb und unterhalb gie E des Teilchensin der Nähe eines vorige Zifler!). Der bei r = 0 regu- In der letzten Form von Sıist der
der positiven E-Achse. Schließlich der quasistationären Niveaus liegt. läre Radialteil der Schrödinger-Am- zweite Summand für |E-B,|>
wird die für | Im k | > a aufgeschnit- Die Folge ist ein starkes Anwachsen plitude hat für große Abstände r die 3/7, vernachlässigbar und Sı® be-
tene imaginäre k-Achse auf die dann des Streuquerschnittes und in Analo- Form schreibt deshalb den vom Resonanz-
Re gie zu ganz ähnlichen Situationen in Dr) = const + (* Je (= K)- et- mechanismus unabhängigen Teil der
für ES — 5 „.a* aufgeschnittene ne- der klassischen Physik spricht man fh). er). Streuung. Diese Interpretation — sie
gative E-Achse abgebildet.
dann von Resonanzstreuung. Man ist ziemlich theoretisch, da sich die
VI. Zerfallende Zustände und Reso- kann diese Erscheinungen folgender- Setzt man nun diesen Ausdruck_in verschiedenen Anteile experimentell
nanzstreuung.
maßen mittels der Schrödinger-Glei- der komplexen k-Ebene bis zur Re- ‚nicht rennen lassen — hat jedoch nur
Ein Teilchen befinde sich in einem chung beschreiben: Der Zerfall eines sonanz k=ka=ky-iy, y1>0, danneinen Sinn, wenn dieser Teil der
Potential V (r) der in Abb. 2 gezeig- Zustandes ist dadurch charakterisiert, yı<kı analytisch fort, so muß fı Streuung praktisch energieunabhän-
ten Gestalt (z. B. ein Proton in dem
daß die zugehörigen “Wahrscheinlich- (= kn) = 0 für die Partialwelle gelten, gig ist und vor allem die Abstä
Feld eines elektrisch geladenen Ker- keitsdichten den dämpfenden Zeit- zuder die Resonanzmit ihrem festen der nächsten metastabilen Zustände
nes).
faktor eu ums Drehimpuls 7 = Ir gehört, da es bei groß gegenüber 7‘; sind. In unmittel-
cinem Zerfallsprozeß keine einlau- barer Nähe der Resonanzstelle kann
2 23
Streuung Streuung der &-Teilchen
man ö.‘und alle übrigen Res«
ätellen vernachlässigen und erhält für Gm Rn
ie a @l+DTa streut« wird. Die nach anderen Rich- der unelastischen S. wird am Streu-
Ti tungen zerstreute Intensität (Streu- zentrum bei der Streuunginnere Ar-
den elastischen Wirkungsquerschnitt
die Breit-Wigner-Formel e-2m+(5) strahlung) geht dem ursprünglichen beit geleistet, z. B. durch Anregung
Strahl verloren. Er erleidet also (auch oder Ionisation eines streuenden
mm T#@1+1
a AH Tal ne
m=5 ‚ohne eigentliche Absorption!) durch Atoms oder durch Anregung oder
ar a. (E-E)%+ (2)
die $. eine Schwächung (s. Absorp- Umwandlungeines streuenden Atom-
tionskoeffzient).
e- 2+(S) kerns. Die unelastische S.ist stets in-
rocar = Far + Um = Der Elementarvorgang der S., die kohärent.
Dieser Ausdruck zeigt die offensicht- a__ far Wechselwirkung der Strahlung mit Beim Durchgang vonStrahlung durch
liche Analogie der quantenmechani- einem einzelnen »Streuzentrum«, also dickere Materieschichten unterliegt je-
schen Resonanz zur klassischen. Man (E-E%+ einem einzelnen Atom oder einem des Teilchen natürlich sehrvielen Ei
sicht dies auch daran, daß sich die einzelnen Atomkern,wird selbst auch zelstreuungen,die selbst bei nurklei-
Streuphase als S. oder genauerals Einzel-S. be- nen einzelnen Winkelablenkungen zu
Die Voraussetzung für die Herleitung. zeichnet. Im Korpuskelbild stellt sie einer beträchtlichen S. führen. Dies
T;
du = 819 + arcot ze, dieser Formeln ist, daß Absorptions- sich als Richtungsänderung eines im nennt man Vielfach-S. Zwischen der
und Emissionsprozesse der Teilchen Strahl fliegenden Teilchens um den Einzel-S. und der Vielfach-S. steht
beim Durchgang durch die Resonanz- in dem betrachteten Potential unab- »Streuwinkel« durch Wechselwirkung die Mehrfach-S., bei der die Schicht-
stelle um den Wert x ändert. hängig voneinander sind (Compound. mit dem Streuzentrum dar (Winkel- dicke der durchstrahlten Materie ge-
Man sieht an der obigen Form des kern-Hypothese von N. Bohr). streuung), wobei die Einzelstreuung rade einen solchen Wert hat, daß die
Die Resonanzstreuungspielt eine gro- sehr vieler Strahl-Teilchen eine ge- Teilchen der Strahlungi. allg. nicht
Wirkungsquerschnittes acı, daß die- Be Rolle in der Kernphysik und wisse Winkelverteilung der gestreuten nur eine, jedoch nur
ser seinen Maximalwert oc: für E = E, der Physik der Elementarteilchen. Ein Teilchenliefert, wie etwa die Ruther- Einzel-S. erleiden.
erreicht: großer Anteil der Kernreaktionen fordsche _Winkelverteilung bei, der Die S. von Elementarteilchen anein-
4 hängt mit dem oben beschriebenen S. der &x-Teilchen. Im Wellenbild da- ander, z. B. von Elektronen, Proto-
Gum altı). Resonanzmechanismuszusammen und gegenist die Einzel-S. als eine »Streu- nen, Neutronen, Mesonen usw. an
gerade in denletzten Jahren hat man. welle«, eine inhomogene Kugelwelle den Protonen und Neutronen der
eine große Anzahl von *Resonanzen mit in jeder Richtung bestimmter ‚Atomkerne,liefert eine der wichtig-
Für E=Biti22 unter den *Elementarteilchen ent- Amplitude (Streuamplitude) aufzu- sten Untersuchungsmethoden der ge-
deckt, als man die Wirkungsquer- fassen, die beim Überstreichen des genseitigen Wechselwirkungen der
ist @uı halb so groß wie der Maximal- schnitte für die Streuung bekannter Streuzentrums durch die den Strahl Elementarteilchen. [1]
wert, und man bezeichnet 7', deshalb Teilchen aneinander - z.B. von a- bildende ebene Welle vom Streuzen- Streuung als Begriff der Fehlerrech-
als Halbwertsbreite oder kurz als und K-Mesonen an Nukleonen - trum ausgeht. Die Winkelverteilung nung. Ist aus n Meßwerten aı.. .an
Breite der Resonanz. Kleinen Breiten analysierte (s. z.B. g- und m-Meso- der S. wird hierbei sichtbar als Inten- ein *arithmetisches Mittel & gebildet
entsprechen große Lebensdauern der nen). sitätsverteilung der Streuwelle in den worden,so ist die S. o das quadra-
metastabilen Zustände und umge Lır. Mott, N. F., and H. S. W. Massey: verschiedenen Richtungen. tische Mittel der Einzelabweichungen
kehrt! Die durch starke Wechselwi The Theory of Atomic Collisions. 2.
Aufl. Oxford 1949. - Blatt, J. M., and V.
Nur im Wellenbild faßbar ist eine 6 = a: = ävom Mittel
kungen verursachten Resonanzen in Eigenschaft der S., die durch den Ge- zZ
Seee
F. Weisskopf: Theoretical Nuclear Phy-
der Elementarteilchenphysik haben gensatz kohärente-inkohärente S. zum o-
n
Lebensdauern von der Größenord- ) Ausdruck kommt und die vor allem
bei der S. der Röntgenstrahlen an den Zur Charakterisierung der zufälligen
mung 10-°s und damit Breiten von Berlin 1956. Landau, L. D.,
‚Atomeneines Kristallgitters eine gro- Abweichungen einzelner Meßwerte
der GrößenordnungI" = 100 MeV. Lifshitz: Quantum Mechani Anden
1958. - Brenig, W., und R. Fort- Be Rolle spielt. Bei der kohärenten S. von ihrem arithmetischen Mittel wird
Die obigen Ausdrücke gelten für den schritte der Physik 7, 183 (1959). — Breit, haben die von verschiedenen Streu- jetzt statt der $. vorwiegend die
einfachen Fall, daß die gesamte Re- G.: Hdb. der Physik (Springer). Bd.
zentren ausgehenden Streuwellen *Standardabweichungangegeben.[32]
sonanzstreuung elastisch ist. Ist ein 4V1. Berlin 1959. — Hamilton, The
noch eine feste Phasenbeziehung zur Streuung der «-Teilchen. Beim Durch-
Teil der Resonanzstreuung inelastisch Theory ‚of Elementary Particles. Oxford
primären Welle und dadurch auch un- gang von «-Strahlen durch Materie
und ist die Wahrscheinlichkeit für 1959. -, Newton, R.: Journ. — Ahr
9 (1960). — Wu, T. tereinander, so daß sie zurInterferenz werden die einzelnen «-Teilchen an
einen elastischen Übergang Quantum Neo of
tering. New York 1962. Regge, T. in:
miteinander befähigt sind. Bei der in- den Atomen gestreut, welche sie
1 Theoretical Physics. Hrsg. v. A. kohärenten S. ist dieser Phasenzu- durchqueren. Hierbei sind zwei ganz
wu. Ta<w= Wien 1963. — Strong Interacı sammenhangverlorengegangen. verschiedene Vorgänge zu unterschei-
High Energy Physics. Hrsg. v. R. Die kohärente S. tritt auf, wenn beim den.
u ar (der Index jist unterdrückt), Streuung. Zunächst wird mit S. die
Moorehouse. Edinburgh 1964. [47] Streuvorgang keine Energie (auch Einmal reagieren die &-Teilchen mit
nicht vorübergehend) an das Streu- den Elektronen des durchquerten
Tatsache bezeichnet, daß ein in einer zentrum abgegeben wird außer der Atoms. Dadurch kommt, infolge der
wobei w die gesamte Übergangswahr- bestimmten Richtung laufender, Bewegungsenergie, die es bei der S. Übertragung von Energie auf eines
scheinlichkeit ist (elastische + inela- scharf gebündelter Strahl irgendeiner eines Teilchens nach dem Impulssatz dieser Elektronen, die Ionisation des
stische), so haben die elastischen, in- Strahlung, wenn er durch Materie aufnehmen muß, die übrigens bei Atoms zustande. Infolge der damit
elastischen und totalen Wirkungs- dringt, Teile seiner Intensität in alle einem schweren Streuzentrum meist verknüpften Impulsübertragung wird
querschnitte in unmittelbarer Nähe möglichen anderen Richtungen ab- vernachlässigt werden kann.: Man auch das &-Teilchen aus seiner Bahn
der Resonanz die Werte gibt, daß er durch die Materie »zer- nenntdies auch eine elastische S. Bei abgelenkt, aber wegen der im Ver-
24 3
Streuung des Lichts Streuung von Licht an Licht
hältnis zu seiner eigenen Masse sehr gen-Quant an einem Atom bzw. an zur Verfügung. Sie besitzt jedoch die 1.Proton
Neben den stabilen Teilchen wie
kleinen Masse des Elektrons nur den als nahezu frei zu betrachtenden! Nachteile, daß ihre Intensität gering und Elektron gibt es eine gro-
äußerst wenig. Erst durch sehr viele Hüllenelektronen des Atoms gestreut, ist und daß Art und Energie des ein- Be Anzahl instabiler *Elementartei
derartige winzige Ablenkungen (Viel- dann ist die seitlich emittierte Streu- laufenden Teilchens für jedes Streu- hen sowie *Resonanzzustände, die
fachstreuung) kann eine nennenswerte strahlung verminderter Frequenz in- ereignis nachträglich bestimmt werden durch $. bei hohen Energien erzeugt
Richtungsänderung zustande kom- kohärent zu der einfallenden Strah- müssen (die Möglichkeit der Erzeu- werden. Ihre Eigenschaften lassen sich
men, aber auch die gesamte hierdurch lung. In gleicher Weise ist die Raman- gung elektrisch neutraler Teilchen durch genaue Analyse ihrer Erzeu-
bedingte S, bleibt sehr gering. Strahlung inkohärent zur erregenden führt dabei zu wesentlichen Schwie- gung und ihres Zerfalles bestimmen.
Anders ist es, wenn das &-Teilchen Strahlung, da offenbar durch den vor- rigkeiten). Trotzdem wurden in der 2. Proton und Neutron b
relativ nahe an den Kern des Atoms ausgehenden Absorptionsakt eine ge- Höhenstrahlung eine ganze Reihe von eine ausgedehnte elektromagnı
herankommt. Dadieser vergleichbare wisse, von Fall zu Fall verschiedene lementarteilchen erstmalig beobach- Struktur. Das Proton hat z. B. keine
‚oder größere Masse hat als das Teil- Zeit zwischen Erregung und Aussen- ict (z.B. Positron, Myon, Pion, Resultat wurde(*Formfaktor).
Punktladung Dieses
durch die S. schneller
chenselbst, kann es jetzt um beträcht- dungder Streuwelle vergeht. [17] Kaon, A- und --Hyperon). Heute
liche Winkelabgelenkt werden (*Ein- Streuung, magnetische. Der magneti- verwendet man in Streuexperimenten tronen Elektronen an Protonen und an Neu-
fachstreuung am Kern). Die beiden sche Fluß, der z. B. beim Transfor- überwiegend die Primär- und Sckun- (diese im Deuterium) gewon-
Arten der Ablenkung sind schema- mator nicht mit beiden Wicklungen därstrahlen der Teilchenbescheuniger. nen.
tisch in der Abbildungangegeben. verkettet ist, ist der Streufluß. Er ist inen stehen brauchbare Quellen 3.*Spiegelkerne
Die aus den Eigenschaften der
immerso klein wie möglich anzustre- icktronen, Protonen, Positro- gefolgerte *Ladungs-
ben, weil er das Übersetzungsverhält- nen, Pionen, Myonen, My-Neutrinos, unabhängigkeit der Kernkräfte (*stı
nis verkleinert und bei großen Lei- Kaonen sowie von Antiprotonen zur ke Wechselwirkung) konnte besti
stungstransformatoren auch die Ur- Verfügung. werden.
Als streuende Materie 4. Die totalen Wirkungsquerschnitte
sache starker Kräfte ist, denen der (target) ergeben die Protonen in füüs-
Transformator bei Höchstbelastung sigem oder gasförmigem Wasserstoff ändern sich nur noch schwach für ki-
gewachsen sein muß.Sie können bei die Möglichkeit, die Wechselwirkung netische Primärenergien größer als 2
einem 30000 KkW-Transformator eini- des Strahls mit einzelnen, praktisch bis 3 GeV. Der bisher bekannte Ver-
ge 100 t betragen. freien Teilchen zu untersuchen. Aus- lauf widerspricht nicht der Annahme,
DerStreufluß eines geschlitzten To- sagen über die S. an Neutronen lassen daß die totalen Wirkungsquerschnitte
Die Gesetze der Einfachstreuung am roides ist der magnetische Fluß, der näherungsweise durch Messun- im Limes hoher Energien konstant
Kern auf Grund von dessen Cou- nicht den Nutzraum des Interferri- gen an einem Deuteriumtarget durch .
lomb-Feld haben zuerst Rutherford kumsdurchsetzt. Er mindert die Luft- Vergleich mit der $. am Wasserstoff schnitte
dazu geführt, den Aufbau der Atome spaltinduktion. gewinnen. für Teilchen und Antiteilchen
aus Kern und Elektronen zu erken- Der Streufluß ist bei der Berechnung Man unterscheidet die verschiedenen @° p verglichen mit a p, p
nen (s. Atommodell). Feinere Mes- ‘von Magneten als ein nicht unbedeu- Streupro: i mit P —p) sind_bei Primärenergien
sungen der Einzelstreuungder «-Teil- tender Faktor in Rechnungzu setzen. von 10 bis 20 GeV noch um 10 bis
chen des Anfangszustandes erhalten 20%
Beider el
chen ergaben dann auch die Grenze Er ist rechnerisch nicht exakt b voneinander verschieden (*Po-
für die Gültigkeit des Coulombschen stimmbar; zwar bestehen einige Nä- und werden im Schwerpunktsystem meranschuk-Theorem).
Abstoßungsgeseizes zwischen Kern herungsformeln, doch wird er zweck- lediglich abgelenkt. Tauschen beide meistenhohen
6. Bei Energien bilden in den
und «-Teilchen bei immer stärkerer mäßigerweise experimentell gemessen. Teilchen zusätzlich ihre elektrische der Teilchen Fällen (=80%) die Impulse
Annäherung und führten dadurch zur Lır. Biermanns: Hochspannung und Ladung aus, so spricht man von La- im Endzustand nur ge-
Ermittlung von ungefähren Werten ‚Hochleistung. München 1949, [24] dungsaustauschstreuung. Sie ist ein ringe Winkel mit der Richtung der
für den *Kernradius. S. a. Streufor- Streuungskoeffizient, s. Absorptions- Spezialfall der inelastischen $., zu der 7.Primärteilchen (periphere Stöße).
mel, Rutherfordsche. koeffizient. alle Reaktionen rechnen, bei denen Die mittlere Anzahl der erzeugten
Lır. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./ Streuung, unelastische, Streuvorgang, Anzahl oder Art der Teilchen in An- ien wächst mit zunehmender
12. Aufl. Berlin 1967. - Riezler, W.: bei dem die Summen der kinetischen
Energien der Stoßpartner vor und fangs- und Endzustand verschieden tionalärenergie schwächer als propor-
zur Gesamtenergie im Schwer-
Kernphysik. 6. Aufl. München 1959. [1] sind.
Streuung des Lichts, s. Lichtstreuung. nach dem Stoß nicht gleich geblieben Streuung (2. B. 7 p) punktsystem (Kiss d. h. En, die
Streuung, elastische, Streuvorgang, sind. Dies kann auf verschiedene Exponenten sind jedoch unsicher).
bei dem die Summe der kinetischen Weise zustandekommen, z. B. durch Let. Prentki, J. (Hrsg): Proceedings
Energien vom gestreuten Teilchen Anregung eines der Stoßpartner elastisch
tea tn
1962 International Conference on High-
undseinem Stoßpartner vor und nach (Atom, Kern) oder Übertragung von a Physics at CERN. Genf 1962.
‚dem Stoß unverändert ist. [7] Energie auf das System, von dem der Ladungs-
austausch
Erzeugungs-
Prozesse
Streuung, kohärente. Wird eine clek- Stoßpartner ein Teilist. [7] Streuung von Ladungsträgern in Me-
tromagnetische Welle an einem Par- Streuung von Elementarteilchen. Die (tr—
tm tallen und Halbleitern, s. Beweglich-
tikel gestreut, so besteht nach der S. schneller Teilchen gehört zu den keit.
Maxwellschen Theorie eine feste Pha- wichtigsten Experimenten, aus denen Streuung von Licht an Licht. Da die
senbeziehung zwischen der primären wir Aussagen über Eigenschaften und Maxwell-Gleichungen lincar in den
Welle und der Streuwelle. Die Streu- Wechselwirkungen der Elementartei usw.) Feldstärken sind, gilt in der klassi-
ung erfolgt kohärent, wie z. B. die chen gewinnen können. Zu Beginn der Einige der wichtigsten qualitativen schen Elektrodynamik das Superpos
Rayleigh-Streuung von Licht. Wird Hochenergiephysik stand als Teil- Ergebnisse der S. von Elementarteil- tionsprinzip für beliebig große Am-
aber beim Compton-Effekt ein Rönt- henquelle nur die Höhenstrahlung chensind folgende: plituden der Lichtwellen, und Streu-
26 7
Streuweglänge Strömung
ung von Licht an Licht kann in der tion von der Strahlungsrichtung aus Knickbändernur schwach ausgebildet den ausschließen. Stroboskopische
klassischen Elektrodynamik nicht er- gesehen ein symmetrischer Brenn- sind. Methoden werden gern zur Bestim-
klärt werden. In der Quantenfeld- fleck (insbesondere bei Drehanoden- Lır. Hab. d. Physik. Hrsg. v. $. Flügge. mung der Umlaufzahl von Motoren
theorie können jedoch zwei Licht- röhrengebräuchlich). [28] Band VIVIL. Kristailphysik IL. Berlin verwendet. [17]
quanten mit Hilfe virtueller Elektron-Strichmaß. Maßstäbe, deren Teilungs- 1958. [15] Strömung, a) Ausgebildete S., eine
Positron-Paarbildung gestreut wer- strich-Abstände bestimmte Maße dar- stripped atoms (svw. abgestreifte *Rohrströmung, deren Geschwindig-
den. In Analogie zur Delbrück-Streu- stellen, werden S. genannt im Geg« Atome), aus der angelsächsischen keitsprofil sich mit der Rohrlänge
ung erfährt das virtuelle Elektron- satz zu *Endmaßen, deren Endflä teratur übernommener Ausdruck für nicht mehr ändert, die also die An-
Positron-Paar des einen Lichtquants hen-Abstand das Maß angibt. Die hochionisierte Atome, d. h. für aufstrecke hintersich hat.
Streuung im Felde des anderen Licht- Genauigkeit der Strichteilung ist nicht ‚Atome, welchen durch sehr energische b) Ebene $.,eine S., die in zueinan-
quants. Das Feynman-Diagramm die- nur durch die Strichabstände, sondern äußere Einwirkung(z. B. im Vakuum-
funken) alle oderfast alle Elektronen der parallelen Ebenen völlig gleich
ses Prozesses ist dem der Delbrück- auch durch die Strichgüte gegeben. ihrer Elektronenhülle weggerissen verläuft, so daß auf Loten durch alle
Streuung daher sehr ähnlich. Der Genormt sind in DIN 864 Vergleichs- wordensind.[1] Ebenen” derselbe Strömungszustand
Wirkungsquerschnitt für Streuung maßstäbe, in DIN 865 Prüfmaßstäbe stripped neutrons (svw. abgestreifte (Geschwindigkeit, Druck, Dichte
von Licht an Licht ist jedoch sehr und in DIN 866 Arbeitsmaßstäbe. Neutronen), aus der angelsächsischen usw.) herrscht. E. S. brauchen nur
klein; sie wurde bisher noch nichtbe- Die Striche genauer S. haben eine Literatur übernommener Ausdruck zweidimensional in einer Ebene be-
obachtet. Nach Rechnungen von Kar- Breite von 1 bis 3um und sind in für sehr energiereiche Neutronen, trachtet zu werden. Beispiel einer e.
plus und Neumanwird der Wirkungs- Nickel- oder Silberauflagen gezogen. welche durch Zertrümmerung von S.: die Umströmungeines quer ange-
querschnitt im günstigsten Fall, in Bei diesen S. wird die Teilungsfläche Deuteronen beim Aufprall auf einen blasenen unendlich langen Zylinders.
welchem die Photonen gerade die in der Ebene derneutralen Faser des Zur Behandlung der ebenen Poten-
Energie haben, um ein reelles Paar zu Querschnitts angebracht, damit Fehler Kern entstanden sind. Siehe Neutro- tialströmungeneignen sich besonders
bilden, nämlich 2 m c = 1 MeV, nur erster Ordnung durch Durchbiegung nen, abgestreifte. [1] die komplexen Methoden der *Strö-
3- 10% cm!. des S. vermieden werden. Bei Unter- Strippingprozeß, eine Kernumwand- mungslehre.
Lır, Heisenberg, W.. und E. Euler: ZS. stützung an zwei Punkten werden die lung, bei der ein auftreffendes Deu- ©) Inkompressible S., die S. eines Me-
#. Physik 98, 114 (1936). Karplus, R., Besselschen Punkte benutzt, die um teron einesseiner Nukleonen verliert, diums, das nicht zusammendrückbar
und M. Neuman: Phys. Rev. 80, 380; 83, 0,22031 L (L. Gesamtlänge des S.) von während das andere dem getroffenen ist, dessen Dichte also nicht durch
716 (1950). [36] den Endenentfernt liegen. Bei dieser Kern eingefügt wird. $. sind der theo- den in der Strömung veränderlichen
Streuweglänge A, ist die freie Weg- Unterstützungist die Verkürzung des retischen Behandlung verhältnismä- Druck beeinflußt wird. Praktisch in-
länge eines Teilchens zwischen zwei Maßstabes durch die Durchbiegung Big weitgehend zugänglich und haben kompressibel sind, die Flüssigkeiten.
Streuakten. Sie hängt mit dem Wir- dadurch eine besondere Bedeutung Gase können als inkompressibel an-
kungsquerschnitt für Streuung 0, und ein Minimum. Glasmaßstäbe, die zum gewonnen. gesehen werden, sofern die Sırö-
der Teilchendichte N zusammen über Messen von Teilen auch Stahl dienen, Lır. Butler, S. T.: Nuclear Stripping mungsgeschwindigkeit klein ist im
As = UN 0. [7] werden aus einem Glas hergestellt, Reactions. New York 1957. [1] Verhältnis zur *Schallgeschwindig-
Streuwelle, s. Streutheorie in der Ele-dessen Wärmeausdehnungskoeffizient Stroboskop. Stroboskopische Metho- keit. Die i. S. werden in der *Hydro-
mentarteilchenphysik. so groß ist wie der vonStahl. [31] den dienen dazu, die Frequenz von dynamik behandelt.
Streuwinkel, s. Streutheorie in der Striemen, (striae) sind eine Gruppe mechanisch schwingenden oder um- 4)Instationäre S., eine S., deren Feld
Elementarteilchenphysil der auf der Oberfläche von verform- laufenden Systemen zu bestimmen. mit der Zeit veränderlich ist.
Strich. 1. Artilleristischer S., Kurz- ten "Kristallen beobachteten *Defor- Beleuchtet man z. B. eine mit der ) Kirchhoffsche S., s. Kirchhoffsche
zeichen — (hochgeseizt), eine Einheit mationsbänder, und zwar handelt es Frequenz von 50Hz schwingende Strömung.
für den ebenen Winkel. sich um Bänder zweiter *Gleitung. Stimmgabel mit intermittierendem N) Kompressible S., die $. eines Me-
Definition: Die im Gegensatz zu den *Knickbä Licht der gleichen Frequenz, so diums, dessen Dichte sich mit dem
1°=(a/3200) rad=0,981 747 - 10° rad. dern häufig gefundenen S. sind die scheint die Stimmgabel still zu stehen, Druck merklich ändert (s. Kompres-
2. Nautischer S., eine Einheit für den Gleitspuren einer sekundären *Gleit- da jeder Lichtblitz die Stimmgabelim sibilität). Die k. S. werden in der
ebenen Winkel. ebene und meist schwächer als die in gleichen Bewegungszustand antrifft. *Gasdynamik behandelt.
Definition: primären *Gleitsystemen auftreten- Schwingt die Gabel mit einem Viel- 9) Laminare $., eine S., deren Strom-
1 naut. Strich = den Knickbänder. Auch röntgenogra- fachen von 50 Hz, z. B. mit 400 Hz, linien bzw. -flächen glatt nebeneinan-
= (a/16) rad = 0,1963495 rad.phisch wurde ein charakteristischer dann tritt derselbe Effekt ein. Man der herlaufen. Es treten keine merk-
S. Winkeleinheiten.[13] Gegensatz ermittelt, kann also umgekehrt aus der schein- lichen Mischbewegungen auf. Gegen
Strich, Strichfarbe, die Farbe des Bei Aluminium beträgt die Dichte der baren Ruhe des periodisch bewegten satz: turbulente S.(s.d.). Einzelhei-
Stoffpulvers im Gegensatz zu der des $. nach 12% Dehnung bei mittlerer Systems bei Kenntnis der Perioden- ten s. Rohrströmung, Rohrreibung,
kompakten Körpers oder Kristalls, s. Verformungsgeschwindigkeit 10 bis zahl der stroboskopischen Einrich- Plattenreibung.
Kristallfarbe. [8] 30.cm-!, Bei höheren Geschwindig- tung (im vorliegenden Fall des inter- I) Newtonsche S., Modell einer S.
Strichfokus nennt man den *Brenn- keiten und niederer Verformungs- mittierenden Lichtes) auf seine Be- nach I. Newton.Dieser nahm an, daß
fleck, der durch die besondere Art der temperatur werden die S. kräftiger wegungsfrequenz schließen, wobei al- bei der Umströmung eines Körpers
Fokussierung der in der Röntgen- unddichter, z. B. bei der Temperatur lerdings die erwähnte Vieldeutigkeit die Strömungsteilchen ungestört bis
Röhre beschleunigten Elektronen auf der flüssigen Luft wurden 100 cm’! bestehenbleibt, ‚daß die Bewegungs- an den Körper gelangen underst dort
dem Antikathodenmaterial die Form gezählt. Allgemein kann man sagen, frequenz auch ein Vielfaches der stro- stoßartig in die Richtung der Körper-
eines Striches hat. Da die Antikathode daß die S. bei den *Orientierungen in boskopischen Frequenz sein kann. oberfläche umgelenkt werden. Die auf
gegen die Strahlungsrichtung geneigt der Nähe des Großkreises [100] bis Diese Vieldeutigkeit läßt sich immer den Körper ausgeübte Kraft. ergibt
ist, entsteht hierdurch in der Projek- [111] bevorzugt auftreten, wobei die durch geeignete Beobachtungsmetho- sich für dieses S.-Modell aus der Im-
28 £]
Strömung Strömungen im Plasma
pulsänderungaller umgelenktenStrö- Wenn auch die exakte Bestimmun; Aus diesem Grundeist man zur Er- von den Elektronen Energie an die
mungsteilchen; s. a. *Hyperschall- {. S.bishernurin Ausnahmefällen ge- nittlung transsonischer Strömungs- anderen Plasmakomponenten über-
strömung. lungen ist, so sind doch mit Hilfe voı felder vorwiegend auf experimentelle tragen. Ferner bildet sich bei den
i) Quasistationäre S., eine instationäre Näherungsmethoden gute Ergebniss Untersuchungen im *Windkanal an- meisten stationären stromstarken
8. (6. d.), die sich durch Überlagerung erzielt worden. Besonders erfolgrei rewiesen. Dabei ist es notwendig, die Entladungen ein Kern sehr hoher
einer konstanten Geschwindigkeit sta- sind die Ähnlichkeitsregeln ( Kanalwände im Meßbereich durch Temperatur aus, in welchem eine ma-
tionär machen läßt, z. B. die Bewe- Prandtische Regeln), der Aquivalenz: Längsschlitze oder Löcher zu unter- kroskopische Plasmaströmung mit
gung einer Wasserwelle vom Ufer aus satz und Lösungsmethoden der ver. brechen, um der S. die Möglichkeit Geschwindigkeiten von mehreren
gesehen; diese wird stationär, wenn einfachten Potentialgleichung für 1. $\ zu geben, im Modellbereich nach der 10° cm/s von der Kathode weg stait-
man mit gleicher Geschwindigkeit - Die Ähnlichkeitsregeln gestattei Seite auszuweichen, In geschlossener findet. Diese Plasmaströmungist der
mitschwimmt. den Vergleich 1. ebener S. untereinan! Meßkammerläßt sich nämlich eine S. Ionendrift entgegengerichtet und
k) Räumliche S., eine S., deren Ge- der und ermöglichen dadurch, eineı nur außerhalb eines gewissen Mach- kann unter Umständen die Ionen-
schwindigkeiten 'usw. von den drei bekannten t. S. eine ganze Klasse an. Zahl-Bereichs um Ma = 1 herum her- wanderung zur Kathodeverhindern.
Raumkoordinaten abhängen (im Ge- derer t. S. zuzuordnen; Näheres s. u, stellen (Sperreffekt). Die Grenze die- Ein Magnetfeld übt auf eine leitende
gensatz zurebenenS. Prandtische Regeln. - Der Aquiva. ses Bereichs, die Blockierungs-Mach- Flüssigkeit (Plasma) eine Kraft aus,
1) Rotationssymmetrische S., eine $., lenzsatz (K. Oswatitsch, 1952) verfol Zahl,ist abhängig vom Verhältnis des die entweder den Druck erhöht (ma-
ie in allen Ebenen, die durch eine einen ähnlichen Zweck; er ordnet je Modellquerschnitts zum Meßkam- gnetischer Druck, s. Pinch-Effekt)
feste Achse gehen, völlig gleich ver- dem Rotationskörper cine ganz merquerschnitt. oder eine Plasmaströmung erzeugt
läuft, so daß aufallen Kreisen senk- Schar äquivalenter dreidimensionale: 0) Turbulente $., eine S., in der die oder aber beides bewirkt. Diese Kraft
recht zur Achse, deren Mittelpunkte Körper zu - das sind Körper mit glei: Teilchen außer ihrer systematischen erscheint in den Bewegungsgleichun-
auf der Achseliegen, konstante Strö- cher Querschnittsflächen-, aber ver. Hauptbewegung eine überlagerte, gen des Plasmas (. hydromagneti-
mungsgeschwindigkeiten usw. herr- schiedener i mehr oder weniger unregelmäßige sche Gleichungen). Die Kontinuitäts-
schen. Die r. S. brauchen nur zwei- lung über die Tiefe des Körpers - uni Nebenbewegung, die turbulente Stös gleichung gibt Aufschluß über diese
dimensional in einer der Ebenen be- sagt aus, daß bei äquivalenten Kör bewegung, ausführen. Gegensatz: Aufteilung. Bei stromstarken Entla-
trachtet zu werden. pern der Unterschied zwischen dei ininare $. (s. d.). Näheres s. Turbu- dungen wird meistens ein starker
m) Stationäre S., eine $.. deren Be- lenz. Beispiele von t. S. s. Rohrrei- Druckanstieg und eine Kontraktion
bung, Plattenreibung. des Plasmas (s. Pinch-Effckt) beob-
stimmungsgrößen (Geschwindigkeit,
Dichte, Druck usw.) nur von Orts Lit. Guderley, K. G.: Ti schall-
Göttingen- achtet. Zeigt die Plasmasäule eine
Umströmungsproblem t. naher Strömungen. Berlis Aufweitung, so entsteht eine durch
koordinaten, nicht von der Zeit ab- Ermittlung des Strömungsfeldes ui ‚Heidelberg 1957. [11] das Magnetfeld verursachte Plasma-
aber gleichgültig, Rotationskörper zurückgelührt. - Füt Strömungen im Plasma. Da es sich strömung. Diese wurde in elektrischen
welches Teilchen an einen bestimm- t. S., die nur wenig von einerParallel beim Plasma um ein mehrkomponen- Entladungen als Folge eigenmagneti-
ten Ort kommt,an diesem Ort nimmt strömung abweichen,läßt sich die gas, iges Gas handelt, treten innerhalb scher Kompression beobachtet.
dynamische Potentialgleichung star] desselben bei Nichtgleichgewichtsvor- Zwar wurden in der Astrophysik bis-
es immer einen bestimmten Strö- vereinfachen: }ängen Strömungen auf, wobei die her bereits solche Strömungen in
mungszustand an. Der überwiegende mittlere Massengeschwindigkeit des Plasmen berücksichtigt, insbesondere
Teil der Ergebnisse der Strömungs- (1=M0?) Part Port Prn „esamten Plasmas gleich Null oder ‚die Bewegungen in den Sonnenflek-
lehre bezieht sich auf s. 8. „Ps verschieden von Null sein kann. Man ken im Zusammenhang mit starken
n) Transsonische S. Unter dem Be- @tD Me’, 9x bezieht zweckmäßigerweise diese S. Magnetfeldern, vertikale Bewegun-
griff 1. (oder schalinahe) $. werden P. auf diese mittlere Massengeschwin- gen in der Granulation, die Bewe-
alle S. zusammengefaßt, deren Ge- (Mo Mach-Zahl, uo Geschwindigkeit digkeit. In der strengen kinetischen Zungsmechanismen der. Fackeln und
schwindigkeiten ungefähr gleich der der Anströmung; g Störpotenti "Gastheorie sind dies dann die Mas- Protuberanzen u. a., jedoch ist die
*Schallgeschwindigkeit sind. Insbe- x Adiabatenexponent). Jedoch gelin; senströmejr (r Laufzahl der Plasma- *Magnetohydrodynamik, die solche
sondere gehören alle S., in denen es nicht, die Gleichung wie im Unter. komponenten). Die zeitliche, Vari- Vorgänge erfaßt, erst relativ neuen
*Schallgrenzen auftreten, zum Gebiet oder Überschallbereich zu lincarisies tion derselben wird durch die *Grad- Datums. Nach den Erkenntnissen der
der t. S. Vielfach hat auch nur ein ren (s. Potentialgleichung für Sırö, sche Lösung erfaßt (s. a. Transport- letzten Jahre, die im wesentlichen
kleinerer Teil einer Strömung trans- mungen), da wegen Mu = 1 das Gliei erscheinungen im Plasma). Im Falle durch die Entwicklung der Magneto-
sonischen Charakter. Beispiele ı. S, auf der rechten Seite nicht gegeı eines Plasmas ist insbesondere die Er- hydrodynamik gewonnnen wurden,
werden unter den Stichworten Schall- (1 = Mo) Px vernachlässigt werdei zeugung und Beeinflussung solcher spielen auch Stoßwellen und Turbu-
grenze, Laval-Düse beschrieben. darf. Transformiert man diese verein; Strömungen durch elektrische und Ienzeffekte cine wesentliche Rolle.
Dadie Potentialgleichung einer kom- fachte Potentialgleichung für t. S.i magnetische Felder vonInteresse. Die theoretische Behandlung dieser in
pressiblen Strömung an der Schall- den *Hodographen(vergl. dazu au tier hat man zunächst die Elektro- Plasmenist noch nicht allgemein zu-
grenze vom elliptischen zum hyper- *Tschapligin-Gleichung), so erhält nen- und die Ionendrift, die in elek- friedenstellend entwickelt, obwohl
bolischen Typ wechselt (s. Potential- ‚maneine lineare Differentialgleichun, rischen Entladungen durch die Be- bereits der Einfluß der Strahlung bei
gleichung für Strömungen), bereitet gemischten Typs (Tricomi-Glei schleunigung_ geladener Teilchen im Stoßwellen behandelt wurde (Ran-
die theoretische Behandlung t. S. er- hung), für die zahlreiche Lösungen angelegten äußeren Feld entsteht. kine-Hugeniot-Beziehungen unter Be-
hebliche Schwierigkeiten. Schon eine angegeben wurden (Guderley,s. Lit. Insbesondere ist die Elektronendrift rücksichtigung von Strahlungeffekten).
richtige Aufgabenstellung ist unsicher, jedoch gilt das Umströmungsprobleı für die Aufnahme von Leistung aus Experimentell wurden Stoßwellen in
da die *Existenzsätze t. $. noch weit- bei t. S. noch als weitgehend unge dem äußeren Feld verantwortlich. Plasmen insbesondere von A. Kan-
gehend unbekanntsind. löst. Durch die *Reibungskraft wird dann trowitz und Mitarbeitern mit Hilfe
30 31
Strömungsablösung Strömungssonden
von Stoßrohren untersucht. Einen m = grad p + Cı, des Teilchen einen kurzenStrich, der In Koordinaten lautet (2):
eingehenden Aufschluß über allge- »=rotl+C:. die Strömungsrichtung angibt. Das B
meine Strömungen in Plasmen kann
@ ist das skalare Potential der *Poten: Auge ergänzt das Bild zu vollstän- Suatv-o+w.00-9-
man wahrscheinlich nur durch eine
tialströmungen. 4 ist ein Vektorpo: digen *Stromlinien. Die Länge der
Weiterentwicklung einer strengen ki- tential. [11] Striche ist der Geschwindigkeit pro- 4
netischen Theorie der Plasmen er- Strömı m, svw. komplexes portional. Verwendet man nur we- Das S. ist nur bis auf eine belicbige
warten. Potential (s. Potentialströmung), nicht 'nige Schwebeteilchen und macht eine Konstante bestimmbar. S. a. Poten-
Lit. s. Magnetohydrodynamik und
zu verwechseln mit der *Stromfunk: lange Zeitaufnahme, so erhält man ialströmung. {11]
Pinch-Effekt sowie: Maecker, H.: Z. die *Bahnlinien. - Auf Wasserober- Strömungssonden dienen zur mög-
Physik 141, 198 (1955). - Wienecke, R. tion. [11] flächen verwendet man aufgestreute lichst punktförmigen Messung von
Z. Physik 143, 118, 128 (1959). - Unsöl , Strömungslehre. Die S. beschreibtdie Aluminiumflitter oder Sporen von
A.: Physik der Sternatmosphären. Ber- Bewegungen der Flüssigkeiten Druck, Geschwindigkeit, Richtung
lin 1956. — Kantrowitz, A.: Gas Dyna- Gase in Kanälen und bei der Umströ. Bärlapp (Lycopodium). {11} und Temperatur in Strömungen von
mies of Cosmic Clouds, Chap. 16. Am- mung von Körpern im freien Raum Strömungspotential, eine skalare Flüssigkeiten und Gasen. Ein großer
sterdam 1955. - Fischer, H., and L. C. Funktion der Raumkoordinatenx, y, Teil der Sonden arbeitet mit mano-
Mansur: Conference on Exiremely High Sie ermittelt die Kräfte auf die Ka. z, die dadurch definiert ist, daß ihre metrischer Anzeige (s. Manometer).
Temperatures. New York 1958. - May- nalwände bzw. die umströmten Kör. Ableitungen nach den Koordinaten- Im Interesse einer punktförmigen
ser, B., K. Eichert und H.7. Siegert: per und den örtlichen Zustand des richtungen die Geschwindigkeitskom-
Inst. Hochtemperaturforschung. Be- strömenden Mittels (Druck, Tempe. Messung müssen die Sonden klein
richt, Nr. 3-6. Stuttgart 1964. Z. Natur- ratur, Dichte). ponenten u, v, w ergebeı sein; dann werden aber die Einstell-
forsch. 20a, 813 (1965). - Eichert, K.. 5. der inkompressiblen Medien u = 8pJdx; v = Bpjäy; w = Opläz. zeiten der Manometer groß. Wegen
H. J. Kaeppeler, und B. Mayser: Inst der beträchtlichen Trägheit der mano-
tut für Hochtemperaturforschung. Be- heißt *Hydrodynamik und Aerody: Vektoriell zusammengefaßt lauten metrischen Sonden können sie nicht
sicht Nr. 37. Stuttgart 1965. - Eichert, namik, die der kompressiblen Medien diese drei Gleichungen: den oft rasch veränderlichen Drük-
K., und H. J. Kaeppeler in: Electricit *Gasdynamik. Reibungsfreie Strö:
iss MED.VolI, ST-SE2. Wien1 “ mungen werden als *Potentialströ. »=gradp @ ken, z.B. in turbulenten Strömun-
mungen behandelt; den Reibungsein- (0 Geschwindigkeitsvektor). gen, folgen. Man macht sich diese
ıungsablösung, s. Grenzschicht- fluß bei Strömungenmit geringer Rei Im Gegensatz zu den Potentialen der Eigenschaft zunutze, um den zeitli
ablösung. bung erfaßt die *Grenzschichttheorie übrigen Physik verwendet man bei chen Mittelwert schnell veränderl
Strömung, schleichende, s. Viskosi- (6. a. Reibung in Strömungen, Rohr: Strömungen das positive Vorzeichen her Drücke zu messen. Man erhält
metrie. strömung, Rohrreibung, Plattenrei: des Gradienten. diesen, wenn der Strömungswider-
Strömungsdoppelbrechung, s. Dop- bung, Strömungswiderstand). Über. In Umkehrung von (1) gilt für das stand zwischen Sondenkopf und Ma-
elbrechung, wiegt der Zähigkeitscinfluß dic Trüg- Linienintegral der Geschwindigkeit nometergefäß den Charakter eines
feld, gegeben durch das heitswirkungen, so handelt sich] zwischen zwei Punkten A und B: Kapillarwiderstands, nicht den eines
Pedes Vektors ® der Strömungs- um »zähe Strömungen«(s.z. B. Rohr- Düsenwiderstands, hat, wenn er also
fea-m-
geschwindigkeit in Abhängigkeit von strömung). Weitere Einteilungen der B dem Hagen-Poiseuilleschen Gesetz (s.
den Raumkoordinatenx, y, z und der Strömungen g, Strömung. Rohrreibung)folgt. Man schaltet des-
Zeit:
mnwyzN. i
Bei eindeutigem Potentialfeld ist
© wegen oft Dämpfungskapillaren ein.
Aufden Abbildungen zu diesem Ab-
schnitt sind die Sonden nur schema-
Wie sich die Bewegungeines starren tisch ohne Rücksicht auf die Kon-
Körpers in eine reine Translation und ses Linienintegral also unabhängig struktion gezeichnet. Die Manometer-
eine reine Rotation zerlegen läßt, so vom Integrationsweg zwischen A und anschlüsse sind lediglich durch Pfeile
kann man jedes S. in ein drehunge- B. Integriert man über einen beliebi- dargestellt.
freies Feld wı und ein reines Wirbel- Hdb. der Experimentalphysik. Bd. gen Hinweg AB und anschließend
feld m; aufspalten: (4 Teilbände). Leipzig 1930-3. über einen anderen Rückweg BA, so
u-m+m. Review: Naturforsch. u. Medizin it ist demnach das geschlossene Inte-
Deutschland, 1930-1946. Bd. V, 11, 19, gral
Für das erste Feld gilt also rot w,=0, Wiesbaden 1948/49. - Sommerfeld,
für das zweite div w: = 0, und es ist Vorl, über theor. Physik. Bd. I. Lei $n-as=0.
Eck, B.: Techn.
divoı = divm, Hiieraus folgt mit dem *Stokesschen
rot De = rotw Satz, daß eine vom Integrationsweg
Diese Zerlegungist eindeutig bis auf berandete Fläche vom Wirbelfluß
eine vektorielle Konstante (Stokes Nulldurchsetzt wird. Da dies für jede
1849, Helmholtz 1858). Diese letzte beliebige geschlossene Linie gilt, muß
Gleichung sagt aus, daß alle Wirbel das ganze Feld drehungsfrei sein. Abb. 1
dem zweiten Feld angehören und daß Man kann die Drehungsfreiheit einer
in inkompressiblen Strömungen alle Bi 3. anne,HS 1958
Potentialströmung auch durch die 1. S. für den *Gesamtdruck. Die äl-
Quellen und Senken im ersten Feld Strömungsphotographie. Photogra- Identität teste Ausführung ist das Pitot-Rohr
zu finden sind. ‚phiert man eine mit *Schwebeteilchen rot grad p=0 (Pitot 1732), ein einfaches, hakenför-
Die Teilfelder können durch Poten- stark durchsetzte Strömung mit ein mig gebogenes Rohr, das mit seiner
tiale dargestellt werden: kurzen Zeitaufnahme, so zeichnetje- nachweisen. vorderen Öffnunggegen die Strömung
32 33
Strömungssonden Strömungssonden
gestellt ist (Abb. 1). Vor der Öffnung die Recknagelsche Scheibe (Abb. 4),
staut sich die Strömung. Wenn nach ein Diskus, der so in die Strömung
der Einstellung des Manometers, das gedreht wird, daß an beiden Öffnun-
an die andere Öffnung des Rohres gen gleiche Drücke angezeigt werden.
angeschlossen ist, kein Durchfiuß Dann liegt die Strömungsrichtung in
mehrstattfindet, herrscht im Innern der Scheibenebene und die Drücke
des Rohres und des Manometers der sind etwas niedriger als der statische
Druck. Die Öffnungen müssen wie
alle statischen Bohrungen glatt und
ZA gratfrei in der Wand sitzen. Heute
wird der statische Druck meist mit
Staurohren (s. Abschn. 3) bestimmt.
3. S. für die Strömungsgeschwindig-
Abb. 2 keit (Staurohre). Diese Sonden ver-
einigen die Messung des Gesamt-
Gesamtdruck. Besser ist ein Kopf der drucks unddes statischen Drucks. Bei
Sonde nach Abb. 2, der aberbei sehr direkter Anzeige der Differenz mit
dünnen Rohren nicht angebracht wer- dem Diflerenzdruckmanometer er- Abb. 5
den kann. Für sehr feine Messungen hält man den *Staudruck, aus dem handhaben sind. Ein feiner Wider-
verwendet man Kanülen von Injek- sich sofort die Geschwindigkeit be- standsdraht wird über einen gut lei-
tionsspritzen. Bei Hakenrohren nach rechnen läßt. Das Brabb£esche Stau- tenden Haltebügel gespannt (Abb. 7)
Abb. 3 verschiebt sich der Ort der rohr ist heute zugunsten des etwas und von einem elektrischen Gleich-
Öffnung nicht, wenn manden Stiel in besseren Prandtlschen Staurohres strom durchflossen. Dem Draht wird
seiner Führung dreht. Die dünne Ka- (Abb. 5)verlassen. Die in der Abbil- hierdurch Wärme zugeführt. Seine
nüle geht bald in ein weiteres Rohr dung angegebenen Maßverhältnisse Temperatur ändert sich je nach der
über, damit die Einstellzeiten nicht müssen eingehalten werden. Für die ‚Anströmgeschwindigkeit. Entspre-
zu groß werden. Der Gesamtdruck Entnahmedes statischen Drucks läuft chend ändert sich auch der elektri-
kann auch mit dem Staurohr be- ein Ringschlitz um den Umfang, der sche Widerstand,der mit einer *Brük-
stimmt werden (s. Abschnitt 3). - Die auch durch einzelne Bohrungen er- ke gemessen wird. Nach Eichung
Gesamtdruckmessungist einfach und setzt werden kann. Der Stiel hat die kann die Geschwindigkeit bestimmt
genau sowie nicht sehr richtungsemp- wichtige Funktion, den durch Über- werden. Bei Verwendung ausreichend
findlich. geschwindigkeiten gefälschten stati- feiner Drähte können sogar die tur-
\ \/ bulenten _Geschwindigkeitsschwan-
Abb. 6 kungen oszillographisch aufgenom-
men werden. (Weiteres über Ge-
schwindigkeitsmessung s. Anemo-
meter.)
Eine äirekte Bestimmung der Ge-
schwindigkeit von Gasströmungen er-
möglicht. die Koronasonde. An der
Spitze eines Drahtes werden durch
Ionen, die sich im strömenden Gas
befinden, Koronaentladungen ausge-
löst. Die dabei ausgestoßenen positi-
ven Ionen werden von der Strömung
mitgenommen und zu einem Detek-
tor getragen, der ihre Ankunft über
einen Oszillographen anzeigt. Ge-
Abb. 3 Abb. 4 +||- messen wird die Entfernung ! von
Ionengeber und -empfänger und die
2. S. für den statischen *Druck. Die schen Druck durch Stauwirkung aus- Abb. 7 Abb. 8 Zeit t zwischen einer Koronaentla-
Messung des statischen Drucks im zugleichen. Die Richtungsempfind- dung und der zugehörigen Ankunft
Innern einerStrömung ist sehr schwie- lichkeit (s. Abb. 6) ist, besonders für in verschiedenen Größen bezogen der Ionen am Detektor. Die Erzeu-
rig, besonders wenn die Stromlinien den Staudruck, gering. Zur Rich- werden. gung der Koronaentladungen kann
gekrümmtsind. Die Sonden sind alle tungsmessung ist die Sonde nicht ge- Der Nachteil der Staurohre, sehr we- durch eine Polonium-Alphateilchen-
ziemlich groß. Früher verwendete eignet. Bei starker Turbulenz erhöht nig punktförmige Messungen zu lie- Quelle in der Nähe der Drahtspitze
man Sersche Scheiben, die aber we- sich ihre Anzeige um einige Prozent. fern und die Strömung merklich zu unterstützt werden. Bei einer Strö-
gen ihrer großen Richtungsempfind- Das Gerät wird viel verwendet und stören, ist bei den Hitzdrahtsonden mungsgeschwindigkeit w 500m/s
lichkeit verlassen wurden. Besserist kann von einschlägigen Firmenfertig vermindert, die aber schwierig zu und einer Meöstrecke ‚Sem
34 35
Strömungssonden Stromdichte gemäß Transporttheorie
konnte mit der Koronasonde die Ge- wird die Richtungsempfindlichkeit herangezogen werden muß. Bei star- richtung liefert, so nennt man diese
schwindigkeit mit einem relativen größer. Die Sonde muß geeicht wer- ker Annäherung an die Schallge- $. Näheres über die Ursachen solcher
Fehler von 2% bestimmt werden. den. - Vielseitiger sind die Kugel- schwindigkeit treten Verdichtungs- Kräfte s. u. Druckwiderstand, Schub-
4. S. für die Strömungsrichtung. Als sonde (Abb. 10) und die Zylinder- stöße auf, die durch Strömungsab- widerstand, Wellenwiderstand, indu-
nicht sehr empfindliche Richtungs- sonde (Abb.11). lösung (s. Grenzschichtablösung) und zierter Widerstand. Bei *Schaufelgit-
sonde kann das Pitot-Rohr (s. Ab- *Drosselung die Anzeige in bisweilen tern hat der S. die Richtung des vek-
schn. 1) verwendet werden, beson- unkontrollierbarer Weise fälschen. - toriellen Mittels aus An- und Ab-
ders wenn es dünnwandig und vorn Bei Überschallgeschwindigkeitist eine strömgeschwindigkeit ($. a. Reibung
scharf abgeschliffen ist. Man stellt es \W \/ Korrektur des Gesamtdrucks (Kes- Strömungen und Gasströmung bei
auf maximalen Gesamtdruck ein. seldrucks) wegen der Drosselung in niedrigen Drücken). [11]
Dann zeigt es gegen die Strömungs- der der Sonde vorgelagerten *Kopf- Stromarbeit in der Zeit ist Q= Ult;
richtung. Ebenso kann die Reckna- welle nötig (s. Drosselung). Die An- sie ist PR t, wenn sie ausschließlich
gelscheScheibe zur Richtungsbesum- zeige des statischen Drucks kann auch am Leitungswiderstand geleistet wird,
mung herangezogen werden (s. Ab- in diesem Fall durch vorangehende also wenn z.B. keine Elektrolyse,
schnitt 2). - Ein weiteres einfaches Verdichtungsstöße, die vom Sonden- elektromagnetische Arbeit oder In-
Hilfsmittel, das oft sehr gute Dienste kopf ausgehen,gefälscht sein. Strö- duktion auf einem anderen Leiter
leistet, ist die *Fadensonde. An mungsgeschwindigkeit und -richtung vorliegt. Die Einheit ist die *Wattse-
nem vorn dünn zulaufenden Stiel ist können in Überschallströmungen mit kunde oder Joule. Der Verkauf elek-
ohne Knoten ein Fädchen angeklebt Keilsonden bestimmt werden, wenn trischer Arbeit erfolgt nach kWh;
(Abb. 8). Mit dieser Sonde kann man ihre Kopfwellen nach der *Schlieren- 1 kWh = 3,6 - 10° Ws = 3,6» 1063. [26]
die Strömung abtasten. Das Fädchen methode beobachtet werden. Die Kei Strombelag, s. Durchflutung.
gibt als Windfahne die Strömungs- T le müssen sehr schlank und schr spitz Stromdichte, in einer Strömung das
richtung an. Wenn es unruhig flat- Abb. 10 Abb. 11 sein. Die Wellenfigur wird unter Verhältnis der in der Zeiteinheit
tert, ist die Strömung stark turbulent. Schlierenbeobachtung auf Symmetrie durch einen kleinen Querschnitt strö-
So 'erkennt man Ablösungsgebiete. Die erste wird in räumlichen, die eingestellt. Dann gibt die Keilachse menden Masse dm zur Querschnitts-
Gelegentlich verwendet man stabile zweite in ebenen Strömungen verwen- die Strömungsrichtung an. Aus dem größe da. Die S. ist nach der *Kon-
Windfahnen aus dünnem Aluminium- det. Außer einer mittleren Gesamt- Winkel der Kopfwellen gegen die tinuitätsgleichung dem Produkt aus
blech, die sich in einem Scharnier druckbohrung tragen sie symmetrisch Keilachse kann man bei bekanntem Dichte g und Geschwindigkeit w
leichtdrehen können. - In langsamen angeordnete seitliche Bohrungen. Bei Keilwinkel die Mach-Zahl (s. Kenn- gleich:
Luftströmungen mit geringer Turbu- der Kugelsonde (Fünfloch-Staukugel zahlen), also das Verhältnis der Strö- dm/da = ow. {1}
lenz kann man auch eine Rauchsonde von van der Hegge Zijnen) dreht man mungsgeschwindigkeit zur Schallge- Stromdichte gemäß Transporttheo-
verwenden, das ist ein Hakenrohr, den zylindrischen Stiel zuerst so, daß schwindigkeit, berechnen (s. Verdich- rie. Die Diffusionstheorie setzt übli-
aus dem Rauch ausströmt (beispiels- die an 5 und c angezeigten Drücke tungsstoß). Kennt man nun noch die cherweise Isotropie in der Richtungs-
weise erzeugt durch glimmende ölge- gleich sind. Dann liegt die Richtung Kesseltemperatur oder die statische verteilung diffundierender Teilchen
tränkte Lappen oder durch Mischung in der Ebene des Größtkreises d-a-e Temperatur, so läßt sich die absolute voraus. In der Praxis, z. B. bei der
von Ammoniak und Chlorwasser- der Kugel. Aus den Druckanzeigen Geschwindigkeit berechnen. - Über Diffusion von Neutronen in einem
stoff). In Flüssigkeiten verwendet man an den Bohrungen d, a und c kann Geschwindigkeitsbestimmung aus den Kernreaktor, ist diese Forderung oft
Farbsonden, Hakenrohre, aus denen man dann mit Hilfe von Eichkurven Machschen Linien s. Wellen, Mach- nicht ausreichend erfüllt. Das gilt in
eine Farblösung austritt, oder Kri- die Richtung gegen den Stiel sowie sche. - Als Temperatursondein kom- der Nähe starker Absorber (Spalt-
stalle aus löslichem Farbstoff, z. B.den statischen Druck und den Stau- Pressiblen Strömungen verwendet stoffanhäufungen oder Steuerstäbe)
Kaliumpermanganat, die man an druck bestimmen. Im Prinzip gleich, man am besten Thermoelemente, die und an Rändern. In solchen Fällen
Wände klebt oder an einem Sonden- jedoch einfacher, ist das Vorgehen man in die Wand eines nichtwärme- muß die Stromdichte sorgfältiger be-
stiel befestigt. - Exakter ist die Fin-
bei der Zylindersonde. Der Haupt- leitenden Körpers einläßt. Befindet rechnet werden. Das geschieht unter
gersonde, die in räumlicher Strömung nachteil dieser Sonden ist ihre Ab- sich solch ein Thermoelement_ im Einführung einer von der Flugrich-
aus drei Fingern, in ebener Strömung hängis igkeit von der Reynolds-Zahl Staupunkt eines umströmten Kör- tung abhängigen Teilchendichte (Neu-
aus zwei Fingern (Abb. 9) besteht. und dem Turbulenzgrad der Anströ- pers, so zeigt es die Kesseltempera-
mung. Die beschriebenen Methoden tur an. Bei Überschallgeschwindig- tronendichte) N (6, W,Ü, 1). Es sei
der Richtungsmessung werden pro- keit ist hier keine Korrektur wegen nun nach der Zahl dz von Neutronen
blematisch, wenn der Krümmungs- der Kopfwelle nötig. di=e-aA
radius der Stromlinien in die Grö- Lir. Wien-Harms (Hrsg.): Häb. der Ex-
Benordnung der Abmessungen der perimentalphysik.
1931. - Kumbruch, Bd. Messungen
IV/l. Leipzig
strö-
Sonden kommt.
5. S. in kompressiblen Strömungen.
mender Luft mit $taugeräten. VDI-For-
shuagitelt 240 (1921). - Cooley, W. C.,
Bei hohen Unterschallgeschwindig- und Stever: Determination of Air
Abb. 9 keiten ist die Kompressibilität da- Veloliy by Ion, TransitTime Measure-
durch zu berücksichtigen, daß zur Be- ments, The Review of Sc. Instruments,
Die Finger sind einfache Pitot-Röhr- stimmung der Geschwindigkeit aus Vol. 23, No.4 (1952) 5, 151-154. u
chen, deren Öffnungen dicht beiein- der Druckanzeige das *Ausströmdia- Strömungswiderstand. Wenn ein im
ander liegen, aber schräg gegen die ‚gramm oder die Formel von St. Ve- unendlichen Parallelstrom umström-
Anströmung gerichtet sind. Dadurch nant und Wantzel (s. Ausströmen) ter Körper eine Kraft in Anström-
36
Strom,elektrischer Stromfadentheorie
mit einer Energie zwischen W und der *Transporttheorie zur elemen! Im MKSA-System ist die Einheit des kompressibler Strömungen tritt in
W +.dW und einer Flugrichtung um ren Diffusionstheorie (Pı-Approxi- Stromes ein absolutes Ampere. Sie der *Bernoullischen Gleichung das
£} gefragt, die im Zeitelement dr mation der Transporttheorie) ergibt ist durch die Anziehungskraft defi-
durch das gerichtete Flächenelement die Form des Fickschen Gesetzes. Al- niert, welche zwei Leiter, die beide :
instationäre Beschleunigungsglied
\
da = dA .« hindurchströmen. Offen- lerdings ist die Diffusionskonstante
nicht, wie in der Gaskinetik üblich,
von 1 A durchflossen werden, aufein- 7 dshinzu (s. Bernoullische Glei-
sichtlich ist nach der Abb. diese Zahl ander ausüben. 1 A ist dann vorhan- hung).
gleich der Zahl der betreffenden Neu- durch D’ !/s v- A, sondern durch den, wenn sich zwei parallele, gerad-
tronen in dem von dA und ».dr = av Aur oder D = Ya Aır linige, unendlich lange, in Im Ab- Die mathematische Formulierung der
gegeben. Dabei ist A, = U/N 0, die stand befindliche Drähte von ver- eindimensionalen, instationären, kom-
v9 » dt aufgespannten Parallelepiped übliche Streuweglänge, während Au nachlässigbarem Querschnitt, die pressiblen Strömungen ist eng ver-
won Volumen dV = »da-dr. Damit die *Transportweglänge bedeutet (s. gleichsinnig von demselben Strom wandt mit der der zweidimensionalen,
gilt a. Neutronendiffusion). [7] durchflossen sind, im Vakuum je m stationären, kompressiblen Übeı
dz=N(1,W,Q,)dW -dQ u. da-dr Strom, elektrischer. Werden clektri- Längemit einer Kraft von 2- 107 N schallströmung, so daß für beide die
n Neuironendichte, » Geschwindig- sche Ladungen bewegt, so entsteht anziehen. gleichen Lösungsmethoden gelten,s.
it.) ein e. S. Fließen sie durch einen in Als Stromdichte oder Strömungsfak- Charakterisikenverfahren. Mit dem
Fragt man nach der Zahl der Neu- Ruhebefindlichen Leiter hindurch, so tor © bezeichnet man einen Vektor, dort erwähnten graphischen Verfah-
tronen, die unter irgendeinem & spricht man von einem *Leitungs- der die Richtung des Stromes und ren (s. a. Lit.) für instationäre, ein-
strom; werden sie mit ihrem Träger damit die Bewegungsrichtung der po- dimensionale Gasströmungen 'stößt
durch die Fläche da hindurchströ- durch den Raum bewegt, so spricht sitiven Ladungen hat und dessen Be- man auf Schwierigkeiten, sobald
men, so erhält man man von einem *Konvektionsstrom. trag gleich der Stromstärke je Fläche Entropieunterschiede (an Trennungs-
dW.dt-da- Beide Stromarten sind in jeder Be- des zur Stromrichtung senkrechten flächen und Verdichtungsstößen) oder
ziehung gleichwertig. Querschnitts ist. Die gesamte Strom- Entropiegradienten (z. B. hinter Ver-
-[x6 WS vMÄ-AR. Kurven, deren Tangenten mit der stärke ergibt sich durch Integration dichtungsstößen inkonstanter Stärke)
augenblicklichen Stromrichtung zu- über den Querschnitt zu auftreten.
a sammenfallen, heißen (elektrische) Zur graphischen Bestimmung von
Dabei ist bei der Integration über *Stromlinien. Die Richtung, in di 1= [6.:60.
anisentropischen Strömungen bietet
den ganzen Raumwinkel zu integrie- der positive Strom fließt, ist willkü folgendes Verfahren (K. M. Förster
Ten. lich als Stromrichtungfestgelegt. Die 1961) besondere Vorteile. Sein Grund-
Es ist zu beachten, daß Neutronen, Bewegungsrichtung der positiven La- S.a. Gleichstrom und Wechselstrom gedanke, der dem des *Herzkurven.
dungen ist mit der Stromrichtung bzw. Drehstrom.[2] . verfahrens analog ist, ist folgender:
die in die gerichtete Fläche da von identisch, die der negativen ist ihr Stromempfindlichkeit, s. Empfindlich- Eine Betrachtung des graphischen
außen eindringen, negativ gezählt entgegengesetzt. Beim c. S. in metal- keit. Konstruktionsprinzips zeigt, daß es
werden, weil in diesem Fall (da 0) lischen Leitern fließen lediglich nega- Stromerzeuger, ungebräuchlicher, 5. nicht gleichgültig ist, welche thermo-
negativ wird. Man erhält also den tive Ladungen (*Leitungselektronen). Energie-Direktumwandlung. dynamische Zustandsgröße man zu-
Näheres s. Leitung, metallische. Stromerzeuger, unkonventionelle, 5. sammen mit der Strömungsgesch
Überschuß der nach außen (da Q > 0) Die wichtigsten Wirkungen eines e. Energie-Direktumwandlung. . digkeit u als Variable des Zustands-
durch da abströmenden Neutronen. S. sind: Erzeugung eines Magnetfel- Stromfaden, *Stromröhre mit so klei- diagramms benutzt, vielmehr ist der
Als Stromdichte j(t, W, 1) wird nun des (Oersted), Erwärmung eines nem Querschnitt, daß Geschwindig- (statische) Druck p ausgezeichnet in-
definiert durchflossenen Leiters (s. Strom- keiten und thermodynamische Zu- folge der sog. Anschlußbedingung,
I@W,D= wärme und Joulesches Gesetz) und standsgrößen ds über den Querschnitt die besagt, daß in hintereinanderströ-
chemische Veränderungen beim konstant angesehen werden können. menden Gasteilchen die Geschwin-
-[n@w.S,ovmä&.an. Durchgang durch einen Elektrolyten Der Querschnitt muß noch groß im digkeiten und die Drücke jeweils
& (. Elektrolyse). Verhältnis zu den molekularen Di- übereinstimmen müssen. Der Druck
Als (elektrische) Stromstärke bezeich- mensionen [11] ist also unter der Vielzahl der mathe-
Die Größe N (WG, )vM- net man die durch einen betrachte- Stromfadentheorie. Ein Stromfaden matisch zulässigen Zustandsgrößen
® (, W,, ı) wird als Flußdichte be- ten Querschnitt in der Zeit hindurch- kann durchaus einen endlichen und physikalisch bevorzugt; zweckmäßi-
zeichnet. Falls man die Richtung von tretende *Elektrizitätsmenge O, in seiner Größe veränderlichen Que: gerweise wird sein Logarithmusvı
j als bekannt voraussetzt, kann man allg. also den Differentialquotienten schnitt besitzen, jedoch wird der Stre wendet, da dieser bei der Hinterein-
sagen: Der Betrag der Stromdichte j mungszustand über den Querschnitt anderreihung von Zustandsänderun-
t identisch mit der Differenz, ge- als konstant angesehen. Der Quer- gen additiv ist. Als für die Zustands-
ildet aus den Neutronen im Ener- schnitt wird senkrecht zum Stromfa- beschreibung notwendige zweite ther-
gieintervall 1, die eine Fläche senk- den gemessen. modynamische Zustandsgröße wird
recht zu j in der einen, und denen, Die einfachsten Stromfaden-Strö am besten eine mit passenden Kon-
die es in der anderen Richtung durch-Ladung. Die elektrostatische Einheit mungen sind die stationären Strö- stanten versehene Entropievariable
setzen, bezogen auf die Zeiteinhei der Stromstärke liegt vor, wenn die mungen inkompressibler (s. Hydrau- 0 (= [sIR]Ig e) eingeführt, da isentro-
In der Diffusionsnäherung hat j die absolute elektrostatische Ladungs- ik) und kompressibler (s. Ausström- pische Zustandsänderungen Strö-
Form einheit 1 em?/2gV/® 5"! in der Sekunde diagramm) Medien, die i. allg. als mungen i. allg. häufiger sind als an)
durch den Leiterquerschnitt hindurch- reibungsfrei und nicht wärmeleitend sentropische. Man stellt also die Zu-
3@W,D = — D’: grad N (£,W, 1) tritt. Ihre Einheit ist also cm’: gila angenommenwerden. ständedes strömenden Mediums bzw.
(Ficksches Gesetz). Der Übergang von s Bei der Behandlung instationärer, in- die Kurven, entlang deren sich die
38 39
Stromfadentheorie

7 LZIIE
,
ZEL

N I
WEL
E

IIIIIIN
SIT
IIIIIII
ELL
T,GCHCET:
7
zZZZHH
ZZ,

N
TR VGTG7L,
TIE ZL
Gr 7 z

Z =77ZZ,ZEI
p
G
G
ZZGG,
LEZZ

, TL
T
TG
YZE

TE
C
2 T,G
ZZTZ,GG G
Abb.1
Abb. 2
Zustände ändern (dies sind insbeson- gebenen Variablen haben den Vor-
dere die Isentrope und die Stoßkur- teil, daß die an sich zweifach- (bzw. keitsachse des universellen Dia- chen Anfangspunkten belegte 1g (p/
ven), im ula, 18(plpo), (a — 00)- dreifach-Junendliche Mannigfaltigkeit gramms gegenüber der des in Kon- p))-Achse durch den gegebenen An-
Raum dar (ao = VxRT%, po, 00ist ein aller möglichen instationären Isentro- struktion befindlichen speziellen Zu- fangspunktgeht.
zusammengehörendes, beliebiges Tri- en (bzw. instationären Verdichtungs- standsdiagramms um (0-0) in Die Endpunkte der jeweiligen Zu-
pel von Normierungsgrößen, s. Bei- stöße) durch einfache Verschiebun- Richtung der negativen 1g (p/po)-Ach- standsänderung ergeben sich genau
spiel). Bei der praktischen Durchfüh- gen aus einem einzigen Kurvenpaar se zu verschieben. wie bei den graphischen *Charakte-
rung arbeitet man mit einer kotierten bzw. aus einer einfach-unendlichen 2. Verschiebungsregel für Diagramm ristikenverfahren aus der Netzkon-
Projektion des räumlichen Netzes von Schar von Kurvenpaaren)hervorgeht; 1: Durch Parallelverschiebenin Rich- struktion bzw. aus den Randbedin-
Zustandsänderungskurven auf die es gelten für die universellen Dia- tung der Geschwindigkeitsachse er- gungen. Darüberhinaus müssen beim
ulao, 1g (plpo)-Ebene, d. h., man muß gramme1 (instationäre Isentrope, reicht man, daß der richtige Ast des geschilderten Verfahren lediglich die
neben der Zug um Zug durchzufüh- Abb. 1) und 2 (instationäre Verdich- Kurvenpaares(der einegilt für strom- Werte der Entropieyariablen @ (ihre
renden Konstruktion von Zustands- tungsstöße, s. Abb.2) folgende Ver- ab laufende, der andere für stromauf Änderung Aa bei Zustandsänderung
und Strömungsebene(s. hierfür Cha- schiebungsregeln: laufende Wellen) durch den gegebe-
nen Anfangspunkt geht.
durch einen Verdichtungsstoß kann
rakteristikenverfahren) eine Tabelle 1. Verschiebungsregel (für beide Dia- aus einer Schar von Hilfskurven im
Diagramm 2 abgelesen werden) in der
führen, die die zu jedem projizierten gramme): Die Entropie des Anfangs- 3. Verschiebungsregel für Diagramm
‚Netzpunkt gehörendedritte Variable Punktes einer Zustandsänderung sei 2: Durch Parallelverschieben in Rich- Tabelle mitgeführt und bei der Wei-
(&.i. 0 — 00) angibt. Die oben ange- 0’ 00. Dann ist die Geschwindig- tung der Geschwindigkeitsachse_er- terkonstruktion berücksichtigt werden
reicht man, daß die mit den mögli- (1. Verschiebungsregel).
40
a
Zur quantitativen Berechnung ist zı
nächst zu normieren. Man wählt

o
&&
x

8
spielsweise po = pı und 7 = Tı; aus
1 1-2 2,70 letzterem folgt ao = YxRTo = 347
‚410 1- 5 1,500 mis.

222nn
2
410 1-10 1,021 Man kann nun die erste, zu Feld 1
S58E
3
4 gehörende Zeile der Tabelle ausfül-

sa:83 E
5 len (01 — oo ist wegen der Zustands-
6 gleichung
else
7 x», T p
8 0-07 er,
9
112 gleich Null), im auf Transparentpa-
Beispiel: Ein mit ruhender Luft (x = pier angelegten Zustandsdiagramm
1.4) vom Druck pı = 1® Nm! und (Abb. 4) den Punkt 1 eintragen und
der Temperatur Tı 300 °K gefüll- vom Diagramm 2 die Bildkurve:für
tes langes Rohr seilinks durch einen den Verdichtungsstoß 1-2 durchpau-
anfänglich ruhenden Kolben abge- sen. Auf dieser ergibt sich Punkt 2
schlossen. Dieser Kolben werde zur durch die Festlegung ‚u = 694 m/s
Zeit t= 0 auf eine nach rechts ge- bzw. in/ao = 2,000, so daß man pa/ps T
richtete Geschwindigkeit von 694 m/s und 0 — 00 = 01 = 00 + Aaı.2 able-
gebracht, zur Zeit = wieder an- sen und, mit einfachen Zwischenrech-
gehalten. Man bestimme die inst nungen, Zeile 2 der Tabelle vervoll- Abb. 4
tionäre Strömung rechts des Kolbens. ständigen kann. Zur einfachen Umsetzung .aller Ge- punkt der Isentropen 2-4 mit dem
schwindigkeitswerte (u/ao und &) in Stoß 1-2 gelegt. Damit ist die An-
die entsprechenden Neigunge schlußbedingung zwischen dem Zu-
1-Diagramm legt man einenn im x,
! tungsplan (Abb. 5) an (der Polab- Rich- stand_3 auf der Isentrope 2-4 und
dem Zustand 5 hinter dem Stoß 1-5
| stand ist so zu wählen, daß »ver-
nünftige« Neigungen ergehen;sichdie x- ohne weiteres erfüllt, in der Projek-
|
tion auf die Zustandsebeneist 3 = 5.
Achse ist parallel der x-Achse des Beide unterscheiden sich nur durch
x, (-Diagramms), trägt us/ao und Xı.e
| ab und ist nun in der Lage, im x, r-
Diagramm den Kolbenweg vollstän-
dig und den Verdichtungsstoß 1-2 ein
ihre Entropien (und folglich ihre
Temperaturen), wovon man sich beim
Vervollständigen der Tabelle bis
Zeile 5 einschließlich leicht überzeugt.
Stück weit zu zeichnen. Legt man den Punkt 3 anders, so
‚Anschließend kann man im Zustands- müßte man eine reflektierte Welle ein-
e-| diagramm den vom Punkt 2 ausge- führen, wie dies weiter unten für eine
0x henden rechtslaufenden Verdün- andere Stelle gezeigt wird.
nungsfächer 2-4 durchzeic hnen, wo- Zur Weiterführung des x, 1-Dia-
Abb. 3 bei Anlegen außer der selbst- gramms. sind die Geschwindigkeiten
verständlichen 2. wegen 03
Die beschriebene Kolbenbewegung Die, Geschwindigkei 0,410 vor allem auch die 1. — 00 = der Wellen zu berechnenals arithme-
wird in der Strömus ie, dem x, ergibt sich allgemein aus der vekto- bungsregel zu beachten ist: Verschie-
die Ge-
tisches Mittel der Werte von (u/ao +
alao) in den beiden durch die Welle
iagramm (Abb. 3), durch die links riellen Addition der Geschwindigkeit schwindigkeitsachse des Diagramm s
schraffierte, strichpunktierte w/a des Gases vor ihm (mit dem muß um 0,410 unter der des Zu-1 getrennten Feldern. Manchmal kann
auch eine Mitzeichnung der tatsäch-
nie dargeste‘it. fache Rand- Druck p° und der Schallgeschwindi standsdiagramms liegen. Punkt 4 lichen Vorder- und Hinterkante eines
bedingung: Geschwindigkeit der dem keit a’) und seiner Wandergeschwin- muß bei wu/ao = 0 liegen, Punkt3, an Wellenfächers angebracht sein. Diese
Kolbenboden unmittelbar benachbar- digkeit sich frei wählbar, ist auf den Schnitt- sog. Grenzcharakteristiken werden
ten Gasteilchen = Kolbengeschwin-
digkeit zwingt zum Ansatz eines zur = &,
us 57 23 &
henden rechtslaufenden Verdichtungs- wobeia
Zeit t=0 vom Kolbenboden abge- RD Ze ’ 2, 4
stoßes 1 — 2 und eines zur Zeit = r _ı/® Bl Ainsra
vom Kolbenboden abgehenden Ver- way Vi gri
dünnungsfächers 2-4, derhier in (der (p: Druck hinter dem Stoß); da im
Übersichtlichkeit wegen nur) 2 Ver- vorliegenden Fall « == und u =
dünnungswellen 2-3 und 3-4 gequan- u =0, ist einfach &=äla‘ (s. Ta-
telt wurde. belle).
42
43
Stromfadentheorie Stromfunktion
es Das Zusammentreffen der Welle 5-7 siblen Strömungen) bzw.die fließende
mit dem Stoß 1-5 zwingt wiederum Masse (bei kompressiblen Strömun-
zur Einführung einer reflektierten gen) angibt. Die $. ist also nur bis auf
Welle 7-9, die diesmal eine Verdich- eine willkürliche Konstante festgelegt.
tungswelle sehrgeringer Stärke ist. Daß ihre Definition möglich ist, be-
Nach Vervollständigung der Tabelle ruht auf der *Kontinuitätsgleichung.
und des x, t-Diagrammsist die Auf- Aus der Abb. folgt für das Differen-
gabe gelöst. Ein Vergleich mit der tial der S.:
quasiisentropischen Behandlung nach a)bei inkompressiblen Strömungen
einem Charakteristikenverfahren, bei dp=u-dy=v-de, (ia)
der das Bündel der stromablaufenden b) bei kompressiblen Strömungen
Zustandskurven zu einer einzigen
Kurve entartet und die reflektierten dp = (u-dy — v-dx) g/eo (1b)
Wellen ebenso wegfallen wie die (y, Stromfunktion; w Geschwindig-
Trennflächen, zeigt die Leistungsfä- keitsvektor mit den rechtwinkligen
higkeit des Verfahrens, das bereits Komponenten u und v; dsein belie-
bei der verwendeten außerordentlich biges die beiden Stromlinien verbin-
groben Quantelung alle tatsächlich dendes Wegstück mit den rechtwink-
7

auftretenden Phänomene ausweist. ligen Komponenten dx und dy; 9 ver-


Die schon von Schutz-Grunow ange- änderliche Dichte; go Kesseldichte).
SINN gebene Berücksichtigung von Quer- Bei kompressiblen Strömungen wird
GGGCEEEÄEL
F
ZZZZ ZZ

NN schnit derungen durch Quante- also die $. mittels Division durch go


SEIFEILLLT

lung in isentropisch durchströmte auf dieselbe Größenart gebracht wie


NN Querschnittssprünge ist in Form eines im inkompressiblen Fall. Die Grö-
DKM) dritten universellen Diagramms (Abb. Benart ist dieselbe wie die des Po-
2277

6) organisch in das beschriebene Ver- tentials.


fahren eingegliedert, Einzelheiten Aus (1) folgt:
über die Anwendung s: Literatur. a) aplıx=-v; Bplay=ıu; (2a)
Lır. Förster, K. M.: Die graphische Be- b) Oyplax — v g/00;
instationä-
I

0)
\W
SZ 27

ay/dy = u 0/00. (2b)


ZZ

N
ZZZ

Zwischen zwei endlich voneinander

\
jerzkurvenverfahrens nach A. We
N YA

u
Diss. Stuttgart 1961. - Sauer, R.: Cha- entfernten Stromlinien ist die Diffe-
N rakteristikenverfahren für die eindimen- renz der S.:
{N NNHNNIN sionale instationäre Gasströmung, Ing. 2
I)
Archiv XII (1942), S. 79. — Schultz-Gru-
IN now, F.: Nichtstationäre eindimensiona-
a) vv = [War -vean;
N\ Y le Gasbewegung, Forsch.-Ing.-Wes.
X101/3 (1942), S. 125. (11) i
Abb. 6
Stromfläche, eine von *Stromlinien
gebildete zusammenhängende Fläche. 2 [e2))
einfach als Linien der Steigung (u/ao menfallend) ausgehende Isentrope 5-7 u
Stromfunktion, in ebener Strömung b) va=yım [(urär-v-d0)olen
+ a/as) durch die betreffenden Felder (die jetzt gezeichnet werden kann) die Funktion, die auf den *Stromli- i
gezogen; gasdynamische Wirksamkeit ‚eine andere Steigung als die Isentrope nien konstant ist und deren Differenz Gb
kommtihnen nicht zu, diese ist viel- 3-4. Die Anschlußbedingung kann das zwischen den Stromlinien zeitlich DerIntegrationsweg ist dabei gleich-
mehr ganz in den Wellen konzen- nur erfüllt werden, wenn man eine fließende Volumen (bei inkompres-
triert.
Hat man nun auch noch die Lebens-
neue, im Gegensatz zu den Wellen
3-4 und 5-7 stromauf- oderlinkslau-
gültige.
In beliebigen räumlichen Strömungen
linie (Stromlinie eines Gasteilchensim fende Welle 4-6 einführt, die man als läßt sich keine $. definieren, wie leicht
x, t-Diagramm) durch den Vereini- an der Trennfläche reflektierte Welle einzusehen ist. Nur bei rotationssym-
gungspunkt des Stoßes 1-2 mit der bezeichnet. Die Konstruktion macht metrischen Strömungen ist die Defini-
Welle 2-3 (die jenen zum Stoß 1-5 keine Schwierigkeiten und führt zum tion möglich, wenn man den Durch-
abschwächt) bis zum Schnitt mit der Punkt 6. Die Reflexion dieser neu- uß zwischen zwei rotationssymmetri-
Welle 3-4 gezeichnet, so steht man entstandenen Welle (die selbstver- schen Stromflächenbetrachtet.
vor dem Problem der Weiterführung ständlich weitergeführt werden muß) Im Sonderfall der *Potentialströmun-
dieser Welle. Da die Lebenslinie 3-5 am Kolbenboden führt zum Punkt8, gen ergeben sich wichtige Zusammen-
gleichzeitig Trennfläche ist (Ts = 509 wobei im Zustandsdiagramm das kur- ‚hänge zwischen der $. und der Poten-
tialfunktion:
°K, Ts=398_°K), hat eine vom ze Isentropenstück 6-8 innerhalb der
a) In inkompressiblen Potentialströ-
Punkt 5 im Zustandsdiagramm (in Zeichengenauigkeit mit der Isentrope
der Projektion mit Punkt 3 zusam- 5-7 zusammenfällt. mungen gelten die Cauchy-Riemann-
44 45
Stromkreis, geschlossener Strommesser
schen Gleichungen: auf den Querschnitt, nicht einer hin- Strommesser, Geräte zur Messung forderliche Rückstellmoment liefert
Da
reichend langen Röhre konstanten der elektrischen Stromstärke. $. be- und der Stromzuführung dient,Emp-
ay/ax = — pay,
(4a) Widerstandes gleichen, in der die nutzen zur Anzeige die magnetischen Drehspulmeßgeräte mit großerBigen-
ayjay = Oplax.
b) In kompressiblen Potentialströ- Strömung über den Leiterquerschnitt und thermischen Wirkungen des Stro- findlichkeit und sehr geringem
mungengilt analog: betrachtet an allen Stellenparallel zur die
mes. Die chemischen Wirkungen,Elek- verbrauch hergestellt werden können,
Leiterachse erfolgt. Der Abstand der Ströme beim Durchgang durch verwendet man diese gern in Verbin-
w__ede einzelnen S.ist ferner ein Maß für die trolyte ausüben, lassen sich nur in- dung mit Gleichrichtern oder Ther-
örtliche Stromdichte G. direkt zur Messung der Stromstärke moumformern zur Messung von
verwenden, s. Coulombmeter, Zähler. Wechselströmen.
dx
% 0 & a’y
Dani 4b) ‚schlechter Leiter ‚guterLeirer Zu den $., deren Meßwerke auf den
magnetischen Wirkungen des elektri- \
Strom- und Potentiallinien stehen schen Stromes beruhen, gehören heu- Rn
senkrecht zueinander; denn aus (4) te die meisten Bauarten. Für Gleich- So
folgt strommessungen haben Drehspulin- =
grad p-gradp=0. [IN strumente die größte Bedeutung. Sie
Stromkreis, geschlossener, Anord- Im stationären Strömungszustand än- sine *Galvanometerfür den Nach-
mung von beliebigen elektrischen dert sich die Ladung in einem end- weis kleiner und kleinster Ströme von
10% A,als Spiegelgalvanometer sogar
Schaltelementen (Öhmsche Wider- lichen Volumen nicht. Das stationäre von 10"'% A an undin Verbindung mit
stände, Kondensatoren, Drosseln, Strömungsfeld ist somit quellenfrei,
Transformatoren, Gleich- und Wech- Nebenwiderständen für die Messung
von Strömen bis zu mehreren kA als
selrichter), die mit *Stromquellen in Div G = 0. Demnach gilt auch für ein
Volumen mit einer Grenzfläche (s.
einer solchen Weise verbunden sind, Abb.), bestehend aus Leitern verschie-
sehr genaue Meßgeräte in Gebrauch.
daß ein Ladungstransport erfolgen dener Leitfähigkeiten xı bzw. xe untng,
DivG = x Era = xı En = 0;
En x {. -
Ein Stromkreis heißtoffen, wenn eine En” m
geschlossene Strombahn für einen sol- d. h. die Normalkomponente En deı
Abb. 2. Drehspulmeßwerk mit Kernma-
'gnet (Hartmann und Braun)
chen Ladungstransport nicht vorhan- Feldstärke macht an der Grenzfläch«
denist. [27] einen Sprung, während die Tange Die im folgenden genannten Geräte
Stromleistung ist der Quotient Strom- tialkomponenten Eı wegen Rot E = können prinzipiell sowohlfür Gleich-
arbeit durch Zeit (s. a. die Definition = Ei — Eu= O stetig bleiben. Da die als auch für Wechselstrommessungen
der Stromarbeit). Es ist also S. die gleiche Richtung wie die Feld- verwendet werden.
P=UI=PR, stärke E haben,so erleiden auch die- Dreheisen-Strommesser (s. Dreh-
unter der dort gemachten Vorausset- se an der Grenzfläche einen Knick eisen-Instrumente) zeigen den qua-
zung. Die $. wird in Watt gemessen. nach dem Brechungsgesetz tan «,/tan dratischen Mittelwert (Effektivwert)
@&2 = xılaa, wobei & der Winkel zwi- des Stromes an;sie beruhen im Prin-
Stromlinien (in der Strömungslehre), schen S. und Normale der Grenzflä- zip darauf, daß ein Weicheisenkörper
unab-
Linien in einer Strömung, deren Tan- cheist. Die S. an der Grenze zum Iso- Abb. Drehspuimeßwerk mit. Spann. |,von ein magnetisches Feldhineinge-
genten überall die Richtung der mo- lator müssen hingegen, da Eıı = Eu, rk mit Spann- hängig dessen Richtung
zu
mentanen Strömungsgeschwindigkeit entlangdieser Grenzeverlaufen.[27]
u rehepul
bandaufhängung (Hartmann und Braun) den zogenwird. Sie sind im Gegensatzsehr
haben.Die S. sind also die Integral- Stromlinienform, eine Form_ eines von Dreh-
Das Meßwerk (s. Abb. 1)einen Drehspulgeräten mechanisch
kurven des Feldes der Strömungsrich- umströmten Körpers, der die Strom- spulinstrumenten besitzt Perma- widerstandsfähig und gut überlastbar
häufigsten vorkom-
tungen. In stationären Strömungen linien ohne Strömungsablösung (. nentmagneten, in dessen Feld eine und daher dieam für
fallen die $. mit den *Bahn- und den Grenzschichtablösung) zu folgen ver- Spule drehbargelagert ist. Wird diese menden Geräte Wechselstrom-
Vergli-
*Streichlinien zusammen, in inst i0- mögen. $. sind gekennzeichnet durch von einem Gleichstrom durchflossen, und -spannungsmessungen.
nären Strömungen verändern sie si eine gerundete Nase und ein sich ganz so entsteht ein der Stromstärke pro- chen mit Drehspulinstrumenten
ha-
ständig. — In inkompressiblen Strö- allmählich verjüngendes Heck, das in portionales Drehmoment. Bei Dreh- ben Dreheiseninstrumente einen we-
mungen ist der Abstand zwischen eine Spitze ausläuft. Beispiele: Trag- spulinstrumenten mit Kernmagnet- sentlich höheren Eigenverbrauch.
zwei benachbarten S. der Geschwin- flügelprofile (s. d.), Flugzeugrümpfe Zwecke
system (s. Abb. 2) wird zum ein Bei *Elektrodynamometern
digkeit umgekehrt proportional. und -gondeln. -Formen, die bei hohen einer gedrängten Bauweise ent- sich ein oder mehrere stromdurch-
In kompressiblen Strömungen hat der Reynolds-Zahlen (s. Kennzahlen) eine Dauerma-
Sprechend magnetisierter im Innern flossene bewegliche Spulen im Ma-
Stromlinienabstand bei Schallge- anliegende Strömung ergeben, kön- gnetin zylindrischer Form gnetfeld von festen Spulen, die vom
schwindigkeit ein Minimum, [11] nen bei kleinen Reynolds-Zahlen ver- (Kern) der Spule untergebracht. gleichen Strom erregt werden. Diese
Stromlinien, elektrische, sind Hilfs- sagen. [11] Außerhalb der Spule befindet sich ein Geräte haben, sofern sie eisenlos auf-
linien für die graphische Darstellung Strommenge,technische Bezeichnung Weicheisenmantel als magnetischer gebaut sind, den Vorteil, daß zwi-
der örtlichen Strömungsrichtung von für *Elektrizitätsmenge. Einheit ist Rückschluß, Die *Drehspulen dieser schen Gleich- und Wechselstroman-
Ladungsträgern, besondersin Flüssig- das *Coulomb oder die *Ampere- Geräte sind häufig an einem Spann- gaben bei technischen Frequenzen
keiten oder Leitern, welche, bezogen sekunde. [27] bandbefestigt, das außerdem er-
das praktisch keine Unterschiede auftre-
46 47
Stromquellen Stromwärme
ten. Bei Elektrodynamometern ist das d.h. die elektrische Ströme liefern ren elektrischen Leitern die Bewegung & ist die *Wärmeübergangszahl, die
Drehmoment dem Quadrat des Stro- können. Die heute weitaus wichtig- der Ladungsträger z. T. in ungeord- bei Wärmeübergang von dem Draht
mes proportional. Auf elektrodyn sten S. sind die auf elektromagneti- nete Bewegung der Atome bzw. Mo- an die Luft ihrerseits vom Draht-
mischem Prinzip beruhenauch die für scher Induktion beruhenden *Gene- leküle, d. h. in Wärme, über. Diese durchmesser und von der Übertem-
genaue Absolutmessungen benutzten ratoren (induktive $.). Bei ihnen er- heißt $. Der Strom 7 leistet an einem peratur des Drahtes abhängt. Wird
Stromwaagen (s. u. Elektrodynamo- folgt die Erzeugung der elektrischen Widerstand R in der Zeit t die Arbeit d = 1 mm als roher Mittelwert ange-
meter). Energie durch Umwandlung aus me- A=UIL=RBi. nommen, so ergibt sich für & bei
Die beim Durchgang eines Stromes chanischer Arbeit. Ebenso beziehen Die Stromarbeit wird innerhalb des Temperaturdifferenzen bis zu 100 °C
durch einen Leiter erzeugte Wärme die kapazitiven $., wie die *Influenz- Widerstandes restlos in Wärme um- & = 3,1 m? grd.
führt bei Hitzdrahtinstrumenten zur maschinen und "*Bandgeneratoren, gesetzt, sofern es sich um reinen Lei-
Ausdehnung. eines Drahtes (Eisen, ihre Energie aus einem Vorrat me- tungsstrom handelt. Konvektions- Für höhere Übertemperaturen und
Nickel, Platiniridium), so daß deren chanischer Arbeit. und Verschiebungsströme bleiben hier dünnere Drähte ergeben sich stark
Längenänderungzur Betätigungeiner Demgegenüber wird bei galvanischen außer Betrachtung. anwachsende, für stärkere Drähte
Anzeige benutzt werden kann. In den *Elementen undbei den *Akkumula- In dem Widerstand R wird daher schwächer abfallende «-Werte. Die
Grenzen, innerhalb deren der Draht- toren chemische Energie in elektrische durch den Strom / in der Zeit die nicht unerhebliche Unsicherheit der
widerstand konstant bleibt, die er- umgewandelt (chemische $.). Andere Rechnungwird noch dadurch vergrö-
zeugte Wärmemenge der Übertempe- $., wie die *Thermoelemente und Wärmemenge
AU=RRP
Bert, daß die ableitende Wirkungder
ratur über die Umgebung und di *Photoelemente, entnehmen die für a Drahtenden vernachlässigt ist, die bei
Ausdehnung der Temperaturerhö die Ladungstrennung (Erzeugung entwickelt. Unter der Annahme, daß kurzen Drähten bedeutende Korrek-
hung proportional ist, ist auch die einer EMK) notwendige Kraft einer keine Wärmeabgabe durch Leitung, ‚en zur Folge hat. Die Tabelle ent-
Längenänderungeines freien Drahtes Wärme- bzw.Lichtquelle. [27] Konvektion oder Strahlung stattfin- ält die Werte k der Formel(2) sowie
dem Quadrat der Stromstärke pro- Stromresonanz, s. Schwingungen det, alsoA im Draht gespeichert wird die unter den obigen Voraussetzungen
portional. Hitzdrahtinstrumente sind elektrischer Schwingungskreise. (adiabatischer Prozeß), gilt für dessen errechneten Werte x der Formel (3).
für Gleich- und Wechselstrom bis Stromrichter, elektrische Geräte, mit Temperaturerhöhung 4# in der Zeit Da das Produkt c 0 für die genann-
etwa 10° Hz anwendbar; sie sind je- deren Hilfe der Richtungssinn eines 1 die Beziehung ten Leitermaterialien nahezu konstant
doch wegenihres hohen inneren Wi- elektrischen Stromes geändert werden r ist, so erhält Größe q unter den
derstandes und ihrer geringen Über- kann. Man unterscheidet *Gleichrich- M=kzt in’C gleichen Bedingungen für d und & an-
lastbarkeit heute kaum noch verbrei- ter zur Umwandlung von Wechsel- @ genähert den konstanten Betrag
tet. strom in Gleichstrom, Wechselrichter k=04:2, @)
Weitere $. auf thermischer Grundlage zur Umwandlung von Gleichstrom in (@ ‚spezifischer Widerstand in R
q = 0,026 -
sind besonders für mittlere und höhe- Wechselstrom und Umrichter zur mm’/m, c spezifische Wärmekapazi- ‚Koeffizienten der Gleichungen(2) und @)
re Frequenzen *Bolometer, Hitz- Umwandlung von Gleichstrom be- tät in Ykg grd, o Dichte in kg/dm’,
draht-Luftthermometer und Photo- simmter Spannung in Gleichstrom Leitermaterial
amperemeter. Beim Hitzdraht-Luft- anderer Spannung oder von Wechsel- 1 Stromstärke in A, d Drahtdurch- k x
thermometerist die Ausdehnung bzw. strom bestimmter Frequenz und Pha- messer in mm). Kupfer 03
Druckzunahmeder von einem Heizer se in solchen anderer Frequenz und Die Gleichung gilt für den Fall, daß Eisen 18
erwärmten Luft ein Maß für den Phase. Umrichter sind meist Kombi- die Umgebungdes Leiters mit diesem Neusilber 56
Heizstrom. Beim Photoamperemeter nationen von Gleich- und Wechsel- auf gleicher Temperatur gehalten wird Manganin
Konstantan
76
bringt der Strom einen Draht oder richtern. [19] (@. B. mehrlagige Wicklung hoher 02 88
ein dünnes Band aus Platin oder Stromröhre, eine Röhre, die durch Windungszahl bei Vernachlässigung ‚Chromnickel 0.0 12
Wolfram zum Glühen. Die Helligkeit die Gesamtheit der *Stromlinien ge- der Abkühlungswirkung der an der Megapyr 0, 204
wird pyrometrisch oder photoelek- bildet wird, die durch eine geschlos- Füreine hinreichendlange Zeit f ver-
Wicklungsoberfläche liegenden Win-
trisch auf die Gleichstromeinmessung sene Linie hindurchgehen.[11] schwindet in Gl. (3) das e-Glied, und
dungen), oder daß die Erwärmung
bezogen. sehr schnell geschieht, so daß die
der Draht nimmtdie Endübertempe-
Zur Erweiterung von S.-Meßberei- Stromstärke,
elektrischer.
elektrische, s. Strom,
ratur Adzan.
Wärmeabgabe relativ klein wird
hen werden bei Gleichstrominstru- Stromstoß nennt man einen plötzlich (Kurzschluß). Die Temperaturerhö-
menten Nebenwiderstände (s. Neben- auftretenden elektrischen Strom von hung Ad, die sich in der Zeit t beim Mom - x inc.
Pr, o
schluß) und bei Wechselstrom-Meß- Wärmegleichgewicht einstellt, wenn
geräten *Stromwandler (s. Meßwand- sehr kurzer Dauer.
Messung mit ballistischem Galvano-
Die Zeit, in der die Endtemperatur
die durch den Strom erzeugte Wärme
bis auf =1% Fehler erreicht wird,
ler) verwendet. meteroder mit Oszillographen. [27] in einem blanken, waagerecht frei
berechnet sich nach Gl. (9) zu etwa
Indirekt können Ströme auch durch Stromtor. Unter S. wird speziell das ausgespannten Draht durch Konvek-
min.
Messung des Spannungsabfalles an *Thyratron verstanden. Als »Schalt- tion an die Umgebungsluft abgeführt
In roher Annäherungbezeichnet Gl.
Widerständen bestimmtwerden. Vor- röhre« arbeiten auch das *Ignitron, wird, ist gegeben durch @) den oberen, Gl. (3) den unteren
nehmlich sehr kleine Ströme kann das *Senditron und die *Relaisröhre Grenzwert der Temperaturerhöhung.
man aufdiese Weise mit *Elektrome- (. a. Kippschwingungen). [19] Für metallische Leiter beliebiger
57 oder *Kompensatoren messen. Stromverdrängung, s. Skin-Effekt.
27 Stromwaage, s. Elektrodynamometer. RB L ‚Form wird die tatslchliche Tempera-
Stromquellen nennt man alle Einrich- Stromwärme. Nach dem *Jouleschen gl -er)in°c, tursteigerung, sofern der Rahmen der
tungen,in denen eine EMK(s. Elck- Gesetz geht in nicht supraleitend ge- angegebenen _Versuchsbedingungen
tromotorische Kraft) erzeugt wird, wordenen Metallen und in den ande- 2.0. @ it überschritten wird, zwischen den
beiden Grenzwertenliegen (s. Abb.).
48
£}
Stromwandler Strukturviskosität
Strukturen, übermolekulare, bei der Einfluß der Brownschen Moleku-
Hochpolymeren, sind S., die durch larbewegung immer mehr zurückge-
den Zusammenschluß von *Makro- hen. Der Fließwiderstand nimmt ab.
molekülen in *Hochpolymeren zu Im Grenzfall der vollständigen Orien-
größeren Einheiten zustande kom- tierung verhält sich die Substanz wie-
men. Sie werden auch als Textur be- der newtonisch; die dabei auftretende
zeichnet. Bei den synthetischen Hoch- Endviskosität bezeichnet man mit z.
polymeren sinddie Sphärulite (s. Kri- Zur Beschreibung des Verhaltens ha-
stallinität bei Hochpolymeren) wich- ben Ostwald und de Waele eine ein-
tige Texturelemente. Besonders viel- fache empirische Potenzbezichung
fälig ist die Textur bei den natür- Sı=7=kD* für n<1 (k, n sind
lichen Hochpolymeren, wo sie als na- Konstanten) angegeben (s. Fließkur-
tive Textur. oder Wachstums-Textur ven). Für den Bereich 770 und =
Temperaturgrenzen der Stromwärme bezeichnet wird. Für die *Struktur- versagt diese Relation.
In der Industrie wird S. in größtem Strouhal-Zahl, s. Kennzahlen. aufklärung solcher übermolekularer Eine bessere Approximation für den
Un-
Umfang eingesetzt, besonders für Strukturanalyse der Kristalle, die Kri- Gebilde kommen hauptsächlich phy- gesamten Fließkurvenverlauf erhält
Fließbandfertigung: Ausglüh en, Här- tersuchung des Gitteraufbaus der sikalische Methoden in Frage (Mi- man durch die empirische Gleichung
ten, Trockne n, Schmelz- und andere stalle aus den Beugungsbildern der kroskopie, Elektronenmikroskopie,
Röntgenstrukturanalyse).
von Williamson
Prozesse. Röntgen-Interferenzen oder mittels
Weitere technische Anwendungen: *Elektronenmikroskop, z. T. unter- Lit. Stuart, H. A.: Die Physik der a +?
_Mmtney
Die S. bringt gef. Leiter zum Glühen; stützt durch sptische Methoden
zur Ausnutzung von deren Leucht- (*Kristalloptik), *Atzfiguren u.a. [8]
Hochpolymeren. Bd. III. Berlin-Göttin-
gen-Heidelberg 1955. [41]
Strukturfehler, s. Additionskristalle,
numtgHD DD
1+5
wirkung muß die Oxydation verhin- Strukturaufklärung bei Hochpolyme- Idealkristall, Kristall, Kristallstruk-
dert werden, daher werden. Leucht- ren. Die S. bei *Hochpolymeren be- tur, Kristallwaachstum. a
körper (Drahtwendeln) in ein Vaku- trifft zunächst die chemische Zu- Strukturkonstanten einer Lieschen Dabei sind no, b, 5 =10=n. Kon-
in ein inertes Gas
um oder pen). gebracht sammensetzung der Grundbausteine Gruppe,s. Gruppe. stanten.
Fernertritt eine Wär- Die
und die Art der Verknüpfung.sowie Strukturschema der Fließkurven, s. Auch die Relationen der Fließkurven
(Glühlam
römten L
medilatation der durchstenden Länge der *Makromoleküle Fließkurven. können zur Darstellung des struktur-
ter ein, die bei festlieg Leiter-
ihre Größe wird durch die Bestim-
enden eine Durchbiegung hervorruft. mung des *Molekulargewichts, der
Strukturviskosität. Die Bezeichnung viskosen Verhaltens "herangezogen
Strommes- *Molekulargewichtsverteilung und der
Diese kann ihrerseits zur(Hitzedr S. wurde von Ostwald eingeführt, Von werden.
Bingham angeregt, hat sich auch der Geht man davon aus, daß die aniso-
sung verwendet werden aht-
Molekülgestalt und -größe angege- Ausdruck »Pseudoplastizität« dafür tropen Teilchen nicht starr, sondern
amperemeter),
Saunders: The Cal-
ben. Hierbei ist neben den besonde- eingebürgert. Darunter versteht man flexibel sind, wie z. B. die hochmole-
Lit. Fishenden and
culation of Heat Transmission. London
ren physikalisch-chemischen Metho- die Abnahme des Fließwiderstandes kularen Kettenmoleküle in Lösung,
it zunehmender Schergeschwindig-
- Z. angew. Phys.e
1932. - Prinz: Arch. f. EI. 31, 5.682 den auch die chemische Methode der
En
1952). S
so tritt neben der Orientierung unter
polymer-analogen Reaktionen zu keit. Dieses Verhalten beruht über- der Wirkung des Schergefälles eine
4, . nennen (s. Hochpolymere). Die Art wiegend auf Orientierungsvorgängen, Deformation der Teilchen auf. Wie
der Verknüpfung sowie die Zusam-
- Gröber, Erkund ‚Grigull: Grundsätze die im Schergefälle dann auftreten, W. und H. Kuhn gezeigt haben,ist
der Wärmeübertragung. Berlin-Göttin- menlagerung der Makromoleküle zu wenn die Flüssigkeit oder die kol- damit ein Rückgang der Strukturvis-
:n 1955. - Industrielle Anwendungen s. Kristalliten bei den teilweise kri loiden Systeme anisotrope Teilchen kosität verbunden. Läßt man auch die
‚rimm, Siemens-Z. 17, 285 (1937). [26]
Stromwandler, s. Wandler. Kristalli
linen Hochpolymeren (s. wird enthalten, zwischen denen keine An- Annahme, daß keine Anziehungs-
Stromwender, svw. *Kommutator. [2] tät bei Hochpolymeren) durch ziehungskräfte wirksam sind. Beim kräfte wirksam sind, fallen, so sieht
Strontium-Alter ist das Alter eines die *Röntgen-Strukturanalyse, durch so- stationären Fließvorgang liegt nach man, daß Abweichungen von den
Rubidium-Minerals, das auf Grund UR- und UV-SpektrophotometrieMe- der Interpretation von Ostwald strukturviskosen Eigenschaften in
seines Strontiumgehalts bestimmt wie durch besondere chemische
thodenerforscht. Für die Aufklärung
ein Gleichgewicht zwischen der im
zeitlichen Mittel zu einer Orientie-
Richtung eines rheologischen Verhal-
tens, das durch zeitabhängige Aggre-
wurde. Dieses Strontium — es handelt
sich um das Isotop #"$r - ist durch B- der *übermolekularen Strukturen phy- rung führenden ungleichförmigen ‚gationsvorgänge bestimmtist, zu er-
Zerfall des Kems ®’Rb entstanden. (Textur) kommenhauptsächlichneben
sikalische Methoden in Frage, vor-
Rotationsbewegung der Teilchen und
der Desorientierung durch die
warten sind (s. Thixotropie und Fließ-
kurven).
Aus dessen bekannter Halbwertszeit
von 6,3 10'° Jahren kann man auf der *Röntgen-Strukturanalyse Brownsche Molekularbewegung vor. Es ist daherverständlich, daß die ein-
die Zeit schließen, die zur Bildung der nehmlich die Elektronenmikroskopie Mit abnehmendem Schergefälle wird fachste theoretische Erklärung der
Strontiummenge notwendig war. Die- unddie Licht-Mikroskopie. im Grenzfall durch die thermisch be- Strukturviskosität durch die Platz-
se Zeitist identisch mit dem Alter des , K. H.: Makromolekulare
smart, HA dingte Bewegung eine vollständige wechseltheorie, wie sie von Eyring
Minerals, da aus kristallographischen Ehemte. Leipzig10 „yiymeren. Bd. IH. Desorientierung vorliegen, d. h., man entwickelt worden ist, nicht befriedigt.
der beobachtet ein Newtonsches Verhal- Die von Spencer versuchte Erweite-
Gründen die Strontiumbeimengung
Entstehung des Bern&dtlingen-Heidelberg 1955. [4i] ten, wobei die Anfangsyiskosität mit
im. Zeitpunkt der lossen werden Struktur des Protons und des Neu- mo bezeichnet. wird. Mit zunehmen.
rung der Platzwechseltheorie durch
Einführung der Entropieinderung bei
Minerals ausgesch
kann. S. a. Altersbestimmung, radio- trons, s. Formfaktor, Neutron, Pro- dem Schergefälle wird die Orientie- der Orientierung des. Fließvolumens
aktive. [7] ton. rung immer stärker ausgeprägt und in der Strömunggibt’ eine Reihe von
50 5
Struve Stufengitter
experimentellen Ergebnissen richtig für Tage, unterbrechen.Ihr Einsetzen ternationalen Charakterzahlen von
wieder. Weitere Resultate erlaubt die erfolgt, falls plötzlich (simpetuse), 1906 bis 1926 durch L. W. Pollak er-
Gleichung von Morey, die aus der auf der ganzen Erdegleichzeitig; der gab Perioden von einerseits 26 bis
Vorstellung einer endlichen Lebens- Groningen 195) Ablauf erfolgt über große Gebiete 27 d, andererseits von 31 d als ein von
dauer des aktivierten Zustandes und Peters: Z. phy: hinweg gleichartig, in weit auseinan- den einzelnen Observatorien unab-
einer festen Bindung an den Gleich- (1959). 140) der liegenden Gebieten gelegentlich hängiges Resultat. Dies wird so ge-
gewichtszustand abgeleitet wurde, Struve. a) Georg Wilhelm. Dt. Astro- ganz verschieden. Die Intensität der deutet, daß die Störungen verursacht
darzustellen. Auch die von J. J. Her- nom. Geb. 15. 4. 1793 in Altona, gest. m. $. ist auf der Nacht- und Abend- werden durch Herde, die mit der
mans entwickelte Vorstellungder Bil- 3. 11.1864 in Pulkowa. Prof. für Ma- seite besonders groß, in den hohen Sonnerotieren. Die 2Ttägige Periode
dung von Haftstellen mit mehr oder thematik und Astronomie an der Breiten größer als in Aquatornähe, wäre dann den Herden in den oberen
weniger begrenzter Lebensdauerführt Univ. Dorpat. Wurde von Nikolaus. wobei besonders das Auftreten von Schichten zuzuordnen, die 31tägis
bei nicht zu hohen Konzentrationen mit der Errichtung des Obseryatori- Polarlicht mit den m. S. parallel den tieferen. Ad. Schmidt wies Perio-
der Lösung zu den Ergebnissen von ums Pulkowa betraut, dessen Direk- läuft. Im Durchschnitt ergibt sich fol- den von 27d und solche von 29,97 d
de Wind und steht auch in Übereiı tor er 1839-58 war. gendes Bild: Kurz nach Einsetzen der nach.
stimmung mit der empirischen GI b) Otto Wilhelm, Sohn von a). Geb. m. $. steigen die erdmagnetischen Lit. Angenheister, G.: Erdmagnetismus.
chung von Williamson. Schließlich 25. 4. 1819 in Dorpat, gest. 17. 4. 1905 Elemente an, besonders stark H.Die- Hab.der Physik, Bd. XV. Berlin 1926. -
seien noch die theoretischen Vorstel- in Karlsruhe. Astronom und Mathe- ser Anstieg gcht bald (nach ca. 1h) © ‚Geomagnetismus, 2
lungen vonS. Peter und H. Peters er- matiker. Seit 1862 Direktor der Stern- in ein Absinken über, das die Nullage
wähnt; sie ermittelten bei der Unter- warte Pulkowa. 1887 Präsident des rasch durchsetzt, um zu sehr tiefen Physik. Bd. 49. Berlin 1956. — Bartels, J.:
suchung der Strukturviskosität des Internationalen Kongresses für die Werten zu führen. Nach Durchlaufen Statistics and solar relationships. Hdb.
kristallin-flüssigen p-p’-Azoxyanisols, Herstellung photographischer Him- eines Minimums (d. h. nach 18 bis d. Physik. Bd. 49. Berlin 1956. [6]
daß der durch die Scherung verur- melskarten. 1890 emeritiert. 20h) beginnt erneutes, langsames Stufenblende. Bei zahlreichen photo-
‚sachte Orientierungsprozeß sowie der c) Karl Hermann, Sohn vonb). Geb. Ansteigen und Einmünden in den graphisch-photometrischen Arbeiten,
‚Abbauprozeß des durch die Scherung 21.9.1854 in Pulkowa, gest. 12.8.
bewirkten Ordnungszustandes nach 1920 in Herrenalb (Schwarzwald).
normalen Verlauf, der nach 48h insbesondere in der Spektralphoto-
meist noch_nicht erreicht ist (Nach-metrie, besteht das Bedürfnis, gleich-
dem Schema einer Reaktion erster Mathematiker und Astronom an der
Ordnungverlaufen. Aus der Annah- Sternwarte Pulkowa. Wurde 1904 an störung). Die Feldstärke selbst er- zeitig eine Serie von Belichtungen
me eines kinetischen Gleichgewichts die Univ. Berlin berufen. Gründete
reicht bei m. S. Amplituden von herzustellen, deren Intensität in meß-
beim stationären Fließen leiteten die 1913 die neue Universitätssternwarte
=300 y, die *Deklination solche von 'barem Verhältnis steht. Während die
Verfasser eine Beziehung zwischen Berlin-Neubabelsberg.
=1° {in Potsdam maximal 1000 y auf Absorption beruhenden Stufen-
den ablaufenden Umordnungsreak- d) Wilhelm Ludwig, Bruder von c). und 3°). Gegen die Pole hin können filter nie ganz wellenlängenunabhän-
tionen und der Viskosität ab, die mit Geb. 20.10.1858 in Pulkowa, gest. die doppelten Amplitudenwerte er- Biig sind, ist die Wellenlängenunab-
den gemessenen Werten für die Ge- 1920 in Simferopol. Prof. an der reicht werden. hängigkeit bei der S. stets erfüllt. Das
schwindigkeitskonstanten den Verlauf Univ. Charkow. Die Störungshäufigkeit weist einen
der Viskosität der genannten krist ©) Otto, Sohn von d). Geb. 12. 8. 1897 gegendie Pole zu sich mehr und mehr
lin-flüssigen Substanz in Abhängi in Charkow, gest. 6.4.1963 Ber- verwischenden Gang mit Häufigkeits-
keit vom Geschwindigkeitsgefälle keley. Seit 1923 Professor für Astro- maximum von 20 bis 22 Uhr auf. Fer-
ner ist ein doppelter jährlicher Gang
quantitativ wiedergibt.
Das strukturviskose Verhalten ist
physik an der Univ. Chicago, dann
Direktor des Observatoriums der vorhanden mit Maxima 2 bis 3 Wo-
chen vor dem Frühlings- und ebenso
SS
also weit verbreitet. Nitrocellulose- Univ. Texas und des National Radio viele nach dem Herbstaequinoktium.
lösungen in Butylacetat, Polyacryl- Astronomy Observatory in Green
Bank (W. Va.). Die Minima fallen in die Zeit der Prinzip ist folgendes: Eine Reihe
säurelösung in Wasser, Polyisobuty- f) Georg, Enkel von b). Geb. 29. 12. Solstitien. Dieser deutliche Gang mit rechteckiger Öffnungen mit zuneh-
len in Cyclohexan gelöst, Viskose- 1886 in Pulkowa, gest. 1933. Astro der Sonne bewirkt eine merkliche mender Breite (s. Abb.) wird gleich-
und auch Cuoxamspinnlösungen so- nom. Seit 1919 Direktor der Univ.- Störung im Gang der regelmäßigen förmig beleuchtet und durch eine
wie zahlreiche Suspensionen zeigen Sternwarte Berlin-Neubabelsberg. Variationen, so daß diese schwer rein 'Zylinderlinse astigmatisch so abgebil-
dieses Verhalten, wobei allerdings, g) Emilie, Urenkelin von a). Geb. darzustellen sind. det, daß die waagrechten Trennlinien
wie bereits erwähnt, hinzugesetzt Als Ursacheder m.S. ist eine zusätz- scharf sind. Die Intensität in der
werden muß, daß diese strukturvis- 3.9.1874 im Gouvernement Rjasan. liche Ionisation der oberen Atmo- Mitte ist dann der Breite der Öffnun-
kosen Eigenschaften auch mit ande- Astronomin an der Sternwarte Pul-
kowa. Ihre Tätigkeit läßt sich bis sphäre durch die korpuskulare Son-
ren rheologischen Eigenschaften ver- zum Ausbruch der Oktoberrevolu- nenstrahlung anzusehen. Neben dem ‚gen proportional.
Lir. v. Angerer: Wiss. Photographie. 7.
‚knüpft sein können.
Lim. Ostwald, W.; Z. phys, Chem. 111 ion verfolgen; spätere Spuren sind normalen Sonnengang ist ein Gang Aufl. Leipzig 1959. [21]
mit den Sonnenflecken zu beobach- Stufengitter eine von Michelson
2 (1924); Kolloid-Z. 49 (1925), 47, icht vorhanden. [43]
Stücke der Lorentz-Gruppe, s. Lo- ten, der sich vor allem in einer elf- erfundene Abart des optischen *Git-
176 (1929). - de Waele, A.: J. Oil Colour jährigen, sehr genau mit der Sonnen- ters, ähnlich dem Echelette-Gitter.
Chem. Assoc. 6, 33 (1923). — William- rentz-Gruppe, Darstellungen der. fleckenperiode_ parallel gehenden
son, R. W.: Ind. Engng. Chem. 21, 1108 Stürme, magnetische, schnelle und Periode der Störungshäufigkeit. äu-
Während aber bei diesem die Stufen
(1929). - Kuhn, W., und H. Kuhn: Helv. sehr fein sind und spiegeln, sind sie
Chim. Acta 28, 1533 (1945); 29, 72, 609 intensive Schwankungen,die das erd- rt. beim S. oder Echelon durchsichtig,
und 830 (1946). — Eyring, H., S. Glas- magnetische Feld für die Zeit ihres Dazu kommt eine Abhängigkeit von z. B. Imm breit und 10mm hoch.
stone, und K. 3. Laidier: Theory of Rate Auftretens ändern und dessen perio- der Rotationsgeschwindigkeit der Das S. wird hergestellt, indem eine
Processes. New York 1941. - Spencer, dischen Gang für Stunden, manchmal Sonne. Eine Periodenanalyse der in- mäßige Anzahl (bis 40) planparalleler
2 53
Stufenlinse Sublimationsverfahren
Glasplatten von höchster Vollkom- Stufenversetzung, s. Versetzungen. In jüngerer Zeit bürgert sich jedoch Erscheinung. Im p,T-Diagramm (.
menheit treppenförmig. luftfrei auf- Stufenwickelung, s. Spule. immer mehrein, die Reaktivität als Dampfdruck) stellt die Kurve fest-
einandergepaßt werden. Es liefert Stunde, Kurzzeichen h, eine Zeitein- das zu benutzen,was sie ist, nämlich gasförmig die Dampfdruckkurve des
Beugungsspektren. Sein Auflösungs- heit mit der Definition: als eine reine Zahl und auf irgend- festen Körpers dar und heißt Subli-
vermögen beträgt bis zu 1200000. 1 einen Bezugzu verzichten. [7] mationskurve. Die drei Grenzkurven
Der Richtungsunterschied benachbar- 1 Stunde = 34 Tag. Stundenwinkel heißt der im Zuge des schneiden sich im Tripelpunkt.
ter Spektren ist klein, so daß das täglichen Himmelsumschwunges lau- Es ist also jeder Temperatur im
Licht vorzerlegt werden muß und nur Unterteilung: 1_ Stunde = 60, Minu- fend veränderliche Winkelabstand Gleichgewichtsfalle ein bestimmter
ein ganz enger Spektralbereich ana- ten. Wird das Kurzzeichen hochge- eines Sternes vom Nord-Süd-Meri- Dampfdruck, der S.-Druck zugeord-
Iysiert werden kann. Mit ihm ent- setzt ", so bedeutet es »Uhre in einer dian des Beobachtungsortes, gemes- net. Solange dieser noch nicht erreicht
deckte Michelson die Hyperfein- Zeitangabe in der Astronomie. [13] sen auf dem Himmelsäquator. Der S. ist, sublimiert die Substanz. Umge-
struktur von Spektrallinien. S. a. Stunde, ıverse ist ein Maß für die errechnet sich als »Sternzeit minus kehrt_ tritt eine »Verfestigunge bis
Spektroskopie. [18] Es ist eine i. S. diejenige Rektaszension« (Sternzeit s. zum Gleichgewichtszustand ein, wenn
Stufenlinse, s. Fresnelsche Stufen- ivität, für die die stabile *Reak- Rektaszension s. Koordinations- man den Dampfraum verkleinert.
linse. ie gleich 1 Stundeist. Bei der system). [5] Der S.-Druck ist meist klein, z. B. fü
Stufenschätzung, nach dem Vorbild Reaktivität 0 ist die Periode «, d.h., $t. Venantsches Prinzip, s. Saint- Eis bei
Herschels von Argelander entwickelte der Reaktor arbeitet stationär bei Venantsches Prinzip. 0°C 4,597 Torr = 6129 N/m!
Methode der Bestimmung von Stern- einem bestimmten Leistungspegel. Styroflexkondensator, s. Kapazität. - 10°C 1,947 Torr = 2596 N/m?
helligkeiten mit freiem Auge, mit de- Reaktorperiode T und Reaktivität o Subindividuen von Kristallen, paral- -20°C 0,110 Torr = 1027 Nm?
ren Hilfe geübte Beobachter Hellig- hängen zusammen über lelverwachsene Teile eines größeren, 50°C 0,929 Torr 39 Nim? .
keitsdifferenzen bis zu 0,1 Größen- durch die Verwachsung äußerlich un-
klassen sicher erfassen können. terteilt erscheinenden Kristalles, s. a. Die S.-Geschwindigkeit wird be-
Der Beobachter vergleicht dabei den Kristallverwachsungen. [8] stimmt durch den Anpassungskoeffi-
zu bestimmenden Stern mit zwei oder Subkornbildung (subgrain forma- zienten, der den Bruchteil der Mole-
mehreren anderen, deren Helligkei- ( *Generationsdauer der prompten tion). *Einkristalle und Kristallite küle angibt, die beim Aufprall auf
ten genau bekanntsind. Die Hellig- von *Vielkristallen unterteilen sich eine kalte Fläche haftenbleiben (s.
keitsdifferenzen werden in einer per- Neutronen, kerr effektiver Vermeh- während des Hochtemperaturkrie- Akkomodationskoeffizient). Die Vor-
sönlich auszubildenden Stufenskala rungsfaktor des Reaktors, ßı Bruch-
hens in Subkörner.Die S. dürfte hier gänge sind bei Eis genauer untersucht
angegeben, und der Vergleich der zu teile, mit denen die verzögerten Neu-
tronen der Gruppe i entstehen, Aı der geschwindigkeitsbestimmende worden.
mehreren Vergleichssternen geschätz- Zerfallskonstante Prozeß, nämlich das Klettern von Der Begriff $. wird teilweise auch für
ten Differenzen ermöglicht eine ge- Zuischenkerne). Dieder zugehörigen
Reaktivität einer *Stufenversetzungen, sein. Auch bei den Übergang vom dampfförmigenin
naue Festlegung der gesuchten Hel- der plastischen *Verformung von den festen Zustand benützt, doch ent-
ligkeit relativ zu den bekannten Hel- dort für 7 3600 seinsetzt. wenn man
. erhält man aus (1),
Metallen bei tiefen Temperaturen, wo spricht dies nicht der Wortbedeutung
ligkeiten der Vergleichssterne. Der Mißt man nun eine beliebige Reakti- das Klettern nicht der geschwindig- (ublimare = emporheben). Man hat
Vorgang ist folgender: Zu schätzen vität in dieser Einheit, so lautet die keitsbestimmende Vorgang sein kann, für den Übergang dampfförmig-fest
ein Stern y. Als Vergleichssterne tritt $. auf. Trotzdem dürfte die S. das Wort »Deposition« vorgeschla-
ienen «, ß, ö und e. Die einzelnen Formel hier ebenfalls thermisch aktiviert
Schätzungen werden dann z. B. ge- sein. Bei den kubisch-flächenzen- Ir. Ullmanns Encyklopädie d. techn.
schrieben: UT Kane + Zu +un trierten Metallen, bei denen der ge- Chemie. 1. Bd. München-Berlin 1951. -
Kramers, H., und S. Stemerding: The
schwindigkeitsbestimmende Vorgang Sublimation of Ice in Vacuum, Appl.
em=- die *Quergleitung von *Schrauben- Sci. Res. A 5 (1951) 1, S. 73-82. - Matz,
versetzungen ist, wird Hand in Hand G.: Kristallisieren, Ausfrieren, Subli-
113600 Kere Dpua + 3600 20 mit der *Gleitbandbildung eine S. mieren, Gefriertrocknen.
der Verfahrenstechnik 1958/59. Wein-
Fortschritte
Die Ziffer bezeichnet die Anzahl der auftreten. ‚heim 1961, $. 492-534. [9]
Stufen des. Helligkeitsunterschiedes; i=1 S. können auch beim Anlassen nach Sublimationsdruck, s. Sublimation.
die Ungleichheitszeichen bedeuten @ plastischer Verformung auftreten, Sublimationsdruckkurve ist die Um-
»heller als« oder »schwächer alsc. In der angelsächsischen Literatur wobei im Gegensatz zur *Rekristal wandlungskurve (Gleichgewichtskur-
Würde der Beobachter im Beispiels- heißt (2) die inhour-Formel. Die Re- sation keine Orientierungsänderung ve) zwischen fester und gasförmiger
falle bei laufend wiederholten Schäi aktivität ist eine Zahl. Daher bedarf beobachtet wird. Häufig Phase im *Zustandsdiagramm.
zungen im Laufe der Zeit überzeugt es keiner Einheit der Dimension, in diesen Vorgang »Rekristallisation in S. Sublimation und Dampfdruck. [9]
sein, daß 8 = y durch 8 1 < y ersetzt der sie gemessen wird. Um jedoch die situ« oder *Polygonisation. Sublimationsverfahren, ein neues Ver-
werden muß, so wäre eindeutig, daß Auswirkung, einer bestimmten Re- Lır. Hdb. d. Physik. Hrsg. v. $. Flügge. fahren in der chemischen Technik,
Band VIL/I. Kristallphysik II. Berlin.
y ein Veränderlicher im Zustand des aktivität auf einen Reaktor deutlich 1958. [15] das die Sublimation zur Trennung
Lichtanstieges ist. Liegen die Hellig- zu machen, ist es sinnvoll, diesen auf Sublimation. Den direkten Übergang bzw. Reinigung von Stoffen benützt.
keiten der Vergleichssterne nahe bei einen charakteristischen Wert, z. B. vom festen in den Dampfzustand be- Eine spezielle Form des S. ist die
sammen, dann könnten sehr geringe durch die Reaktorperiode "ausge- zeichnet man als S. Sie ist nicht auf *Gefriertrocknung.
Lichtdifferenzen festgestellt werden, drückt, zu beziehen. Andere Bezugs- bestimmte Substanzen beschränkt, Lır. Matz, G.: Die Kristallisation in der
Berin-Götingen-
allerdings nur von geübten Beobach- weisen der Reaktivität führen auf die sondern eine allgemeine, vom Druck-
tern.[5] Größen Dollar und Cent, s. Cent. und Temperaturbereich abhängige
54
Sukzessivkontrast
Sublimationswärme ten dieselbe sein. Ein Beispiel für $. Auftreten von *Guinier-Preston-Zo-
Trennverfahren. Chemie-Ing.-Techn. 38, Substitutionsmethode, mathematische. ist Gold-Kupfer. Die Stabilität eines nen eine Erhöhung, atomdisperse
3 (1966), S. 299-308. [9] In der Integralrechnung bezeichnet Mischkristalles wird u. a. durch die feste Lösungen dagegen keinen Un-
Sublimationswärme ist diejenige Wär- man als Integration durch Substitu- Energie der Elektronen, durch die terschied zu den reinen Metallen oder
memenge, tig ist, um 1mol tion die Einführung einer neuen Ver- Volumenverhältnisse und durch ther- eine Emiedrigung der *Verfesti-
oder 18 des Stoffes bei einer be- änderlichen u an Stelle der Variablen modynamische Beziehungen be- gungskurve bewirken,
stimmten Temperatur zu sublimieren, x des Integranden, die in bekannter stimmt. Dehlinger, U.: Theoret. Metallkun-
also vom festen in den dampfförmi- ‚Weise mit x zusammenhängt. Oft ge- Die plastischen Eigenschaften der S. &.Berlin 158,- Hab,d.Physik. Hrsg.
gen Zustand zu verwandeln.Sie wird lingt es durch diese m.S., das gege- unterscheiden sich von denen derrei v. $, Flügge. Ban . Kristallphy-
durch die *Clausius-Clapeyronsche bene Integral auf eines der Grund- nen *Kristalle, B. können sich sehr Sik I. Berlin 1958. 15]
Gleichung erfaßt. Die Tabelle zeigt integrale zurückzuführen. Zum Bei- kleine Verunreinigungskonzentrati Subtilität. Bei der Messungeines klei-
einige Beispiele. spiel ist nen beträchtlich auf die kritische nen Winkels Ax ist die Breite Ax der
[ea jet- *Schubspannung auswirken. Zwi- Durchlaßöffnung für das zur Mes-
Sublimationswärme bei 25 °C du
schen Fremdatomen und *Versetzun- sung benutzte Lichtbündel entschei
Stoft Jimol kcal/mol gen tritt eine Wechselwirkung auf, schlägt vor, die opti
die durch das Spannungsfeld von der Meßaufgabe durch
Al 282.000 9.50 =e“ +oonst= +
en
const. [26] Fremdatomen vermittelt wird, wobei den Ausdruck 0=4/Ax- Aa zu kenn-
Pb 194300. 46,40 zeichnen. Dann ergibt der Quotient:
Ag 289500 915 Substitutionsmethode, physikalische. die Wellenlänge dieses Spannungs- *Strahlschärfe dividiert: durch S.
Nacı 23550 56,25 feldes vom *Dispersitätsgrad der $/0 = 1 ein Maß für die »Meßbar.
Nach dem I. *Hauptsatz, der Thermo- Durch eine p. S., d. h. dadurch, daß ‚Fremdatome abhängt. Die Amplitude
man die Meßgeräte durch ein annä- ist um so größer, je größer der Un- keit« des optischen Phänomens. Ist
dynamik ist die $. gleich der Summe hernd gleich großes Normal erseızt terschied in den Atomradien der ge- 4 = 1, so kann der Effekt mit der be-
aus Schmelzwärme und Verdamp- und nur die (kleine) Differenz zwi- lösten Atome und der Matrixatome treffenden Strahlkennzeichnung bis
fungswärme. Sie braucht also nicht schen beiden bestimmt, läßt sich aus ist. Meist ist die kritische Schubspan- auf etwa 10 bis 20% genau gemessen
gemessen zu werden, sondern ergibt jeder absoluten Meßmethode eine nung bei tiefen Temperaturen stark werden. Bei 2 = 0,2 liegt etwa die
sich z. B. für Eis bei 0 °C zu entsprechende relative ableiten. Die temperaturabhängig. Mit wachsender Nachweisgrenze.
(2500+334) - 10° I/kg-2834 - 10° J/kg p. S. stellt daher keine selbständige Temperatur schließt sich ein Bereich Lit. Wolter, H.: Z. f. Naturf. 5a, 143
Meßmethode dar, sondern ist ein mit praktisch. temperaturunabl (1950). 17]
(=677 kcal/ke). vielseitig anwendbarer meßtechni- subtrahierte Dispersionsrelation, s.
ger kritischer Schubspannung an. In Dispersionsrelation.
Die S. spielt im Bornschen Kreispro- scher Kunstgriff. diesem Bereich kann ruckweises
zeß zur Berechnung der Energiebilanz Die p. $. ist nicht nur auf elektri- *Fließen beobachtet werden. Bei h Subtraktionsfarbe nennt man in der
beider Kristallbildungeine Rolle, [9] schem Gebiete zur Erreichung hoher heren Temperaturen ergibt sich dann Kristalloptik diejenige Interferenz-
Subsidenzinversion, s. Inversion. Meßgenauigkeit mit Vorteil anwend- ein Abfall der kritischen Schubspan- farbe, die im polarisierten Licht bei
Substitutionsleitung, eine elektroly- bar (Präzisionsmessungen an Wider- nung. der Subtraktionsstellung zweier dop-
tische *Leitfähigkeit eines festen Stof- ständen, Kapazitäten, Induktivitä- Die absolute Höhe der kritischen pelbrechender Kristallplatten auftritt.
fes, welche dadurch zustande kommt, ten), da bei der Differenzbildung Schubspannung hängt stark von der 1
daß *Ionen auf »Gitterlücken« treten meist die Korrektionen des Meßver- Konzentration der zweiten Kompo- Subtraktionsgitter, -kristalle, s. Ad-
und die dadurch neu entstehenden fahrens herausfallen, sondern wird mente ab. Trägt man die kritische ditionskristalle.
Subtraktionsstellung (bei Kristallmi-
Gitterlücken wieder von anderen lo- auch in anderen physikalischen Dis- Schubspannungin Funktion der Kon- kroskopie), 5. Gipsplättchen.
nen besetzt werden. Die S. ist eng ziplinen mit Erfolg angewendet. In zentration auf, so erhält man einen
verwandt mit der in Elektronen- der Photometrie z. B. wird die zu näherungsweise parabelförmigen Ver- ‚Suchtonverfahren, s. Klanganalyse.
‚Südlicht, s. Polarlicht.
*Halbleitern häufig vorliegenden messende Lichtquelle durch eine lauf. Die hohe kritische Schubspan-
»Mangelleitung«, bei welcher eben- Normallampe ersetzt, wobei nur die nung bei tiefen Temperaturen ist der Sukzession der Kristalle, s. Kristalli-
falls die Leitfähigkeit so aufgefaßt Entfernung vom Indikator sich än- Wechselwirkung zwischen den Kon- sationsfolge.
werden kann, als ob Lücken im Elek- dert, während die auf der anderen zentrationswolken in der Verset- Sukzessivkontrast. Fixiert man ein
tronengefüge wandern. [1] Seite der Photometerbank befindliche zungsumgebung und den Verset- hell beleuchtetes Scheibchen auf
titutic
Substitui längenmeß- Vergleichslampe unverändert bleibt zungslinien zuzuschreiben. Der Be- dunklem Untergrund und wendet
technische. _Bei_ Längenmessungen und auch nicht bekannt zu sein reich der temperaturunabhängigen dann das Auge rasch auf eine gleich-
wird die 1. S. in folgender Weise an- braucht. [26] kritischen Schubspannung (bei Z. T. mäßig beleuchtete Fläche, so meint
gewendet: Ein Längenmeßgerät wird Substitutionsmischkristalle (substitu- und mittleren Temperaturen) kommt man an demjenigen Ort, an dem man
mit einem Einstellmaß (Normalmaß), tional solid solutions) sind der nor- durch eine teilweise Zerstörung der eben das helle Scheibchen erblickte,
z. B. einem *Endmaß, so eingestellt, male Typ eines metallischen Misch- *Nahordnung während der *Verfo ein dunkles Scheibchen in hellerem
daß das Anzeigegerät auf Null steht kristalles. Bei diesen sind Atome mung zustande, während der Abfı Umfeld wahrzunehmen (negatives
oder die Abweichung des Einstell- eines zweiten *Metalles in die Gitter- bei höheren Temperaturen auf ein Nachbild). Diese als S. bezeichnete
maßes anzeigt. Dann wird an die plätze eines ersten eingebaut. Für Gleichgewicht mit der Nahordnung Erscheinung kann man ungezwungen
Stelle des Einstellmaßes der Prüfling eine lückenlose Mischkristallbildung zurückzuführen ist. Auch die *Ver- als Folge der Adaptation erklären.
gebracht und dessen Abweichung von soll ein nicht zu großer Unterschied festigung wird von Zulegierungen Diejenige Netzhautpartie, die von
dem eingestellten Maß gemessen. der *Gitterkonstanten der Kompo- stark beeinflußt. Es kann sowohl eine dem hellen Scheibchen beleuchtet
1. S. liefert, abgesehen von der Ab- nenten vorhanden sein, er soll etwa Erhöhung als auch eine Erniedrigung wurde, hat nach einiger Zeit des
solutmessung, die genauesten Meß- 10% nicht übersteigen. Weiterhin muß eintreten. Man nimmt an, daß das Fixierens eine geringere Empfindlich-
ergebnisse. [31] die Kristallstruktur der Komponen- 57
56
Summenregel Supraleiter 2. Art
keit angenommen als die unbelichte- Summer nennt man einfache Wech- höchstenfalls geringen Schwankun- als Neuentstehung von Materie. Ein
ten Nachbargebiete der Netzhaut. Die selstromerzeuger für *Tonfrequenz, gen. Ihr Auftreten ist sehr viel selte- enger Zusammenhang von S.-Aus-
nachfolgende, gleichmäßige Beleuch- die bei der Betriebsüberwachung von ner als das normaler Novae. Zwicky brüchen und Radiofrequenzstrahlung
tung der Netzhaut muß daher der Anlagen und Apparaten der Nach- schätzt als (allerdings sehr groben) ist offenkundig, seit der Crab-Nebel
vorbelichteten, in ihrer Empfindlich- richtentechnik sowie als Spannungs- Mittelwert 1 S. je *Spiralnebel in M1 (s. *Radioastronomie) 1949 als
keit herabgesetzten, zentralen Netz- erzeuger für Wechselstrommeßbrük- 360 Jahren. In unserem Milchstraßen- Radioquelle »Taurus A« identifiziert
hautpartie einen geringeren Hellig- ken gebraucht werden. Die einfach- system sind bisherdrei $. mit Sicher- werden konnte. Später gelang es auch,
keitseindruck vermitteln als das Um- sten $., auch Magnet-S. genannt, ar- heit anzunehmen (1054, Tychos Nova die Reste der tychonischen und der
feld. Ein ähnlicher Effekt tritt auf, beiten nach dem Unterbrecherprinzip 1572 und Keplers Nova 1604). Alle Keplerschen S. radioastronomisch
wenn manein hell, aber mit farbigem (*Wagnerscher Hammer), wobei hier anderen bisher beobachteten S. sind und optisch nachzuweisen.
Licht (@. B. Grün) beleuchtetes eine schwingungsfähige Membran in außergalaktischen Neben aufge- Lit. Becker: Sterne und Sternsysteme.
2. Aufl. Dresden 1950. - Jordan: Di
Scheibchenfixiert und rasch aufeine gleichzeitig als Anker und Unterbre- treten; daher auch die Unsicherheit in Herkunft der Sterne. Stuttgart 1947. -
gleichmäßig mit weißem Licht be- cher wirkt. Ihre Anwendungist nur der Kenntnis des Ausgangszustandes Gamow: Birth and Death of the Sun.
Teuchtete Fläche schaut. Dann er- dann anzuraten, wenn auf Frequenz- und der Amplitude,da die $. vor dem New York1940, deutsche Ausgabe Basel
scheint der Ort, an dem sich eben das konstanz und Oberwellenfreiheit kein Ausbruch nicht als Einzelstern zu er- 1947. — Unsöld, A.: Der neue Kosmos.
Scheibchen befand in der Komple- besonderer Wert gelegt wird, Stimm- fassen waren. Die absolute Helligkeit Berlin 1967. [5]
mentärfarbe, in unserem Fall also gabel-S. sind hinsichtlich der Fre- im Maximum dürfte (im Mittel) bei Superorthikon, s. Fernsehen.
Rot. Auch dieser farbige S. läßt sich quenz zuverlässiger, sie werden z. T. —15m liegen, entspricht also der Hel- Superposition, svw. Überlagerung.
mit Hilfe der Adaptation (Empfind- nach dem Unterbrecherprinzip betrie- ligkeit eines ganzen Sternsystems. Die Superpositionsprinzip der Potential-
lichkeitsminderung für die zuerst an- ben, z. T. in Verbindung mit Elektro- Gesamtenergie, die bei einem S.-Aus- strömungen. Da die partielle Diffe-
gebotene Farbe an der zentralen nenröhre und Schwingungskreis an- bruch frei wird, liegt bei der Größen- rentialgleichung der inkompressiblen
Netzhautstelle) erklären. Darüber gewandt. Alle diese mit mechanisch ordnung 10%erg. Da der Gesamt- *Potentialströmungen linearist, kann
hinaus gibt es aber auch einen S., der bewegten Systemenarbeitenden S. ge- energievorrat eines Fixsternes zwei manihre Lösungen linearsuperponie-
nichts mit Adaptation zu tun hat(s. ben unmittelbar einen summenden Zehnerpotenzen höher liegt, wird et- ren, d. h., daß man durch Überlage-
'Farbempfindung). [17] Ton ab. In Anlehnung an diese Appa- wa Yo der Gesamtenergie des Ster- rung irgendwelcher inkompressibler
Summenregel in der Tensorrechnung, rate wird die BezeichnungS. auch für nesfrei,
Im spektralen Verhalten lassen sich Potentialströmungen immer wieder
besonders in der Relativitätstheorie, reine Senderschaltungen angewendet, eine inkompressible *Potentialströ-
setztfest, daß über ein Paar ko- und soweit sie tonfrequenten Wechsel- zwei Typen von S. unterscheiden. mung erhält. Die Überlagerung ge-
kontravarianter gleicher Indizes eines strom erzeugen.Solche Röhren-S. ar- Während Typ II normalen Novae schieht rechnerisch durch Addition
Tensors summiert werden soll, ohne beiten entweder mit Kippschwingun- ähnelt, zeigt Typ I dagegen starke der reellen oder komplexen Poten-
daß dies durch besondere Summen- gen (*Glimmlampen, Multivibrato- Unterschiede. Ein *Absorptionsspek- tiale, graphisch durch die Maxwell-
zeichen angegeben wird. So bedeutei ren) oder nach dem Rückkopplungs- trum tritt fast nicht in Erscheinung sche Diagonalmethode. Die Spiege-
prinzip (unmittelbare Erzeugung des (vielfach gar nicht, manchmal ange- lungsmethode ist eine spezielle An-
z.B. Tisoviel wie I, Tin. Bei Be- tonfrequenten Wechselstroms) oder deutet); dafür treten schr_ breite wendung, - Die partielle Differential-
nach dem Schwebungsprinzip (Difle- *Emissionslinien auf, die auf unge- gleichung der kompressiblen Poten-
“ renzfrequenz zweier Hochfrequen- 'heure Expansionsgeschwindigkeiten
der Nebelhüllen schließen lassen (bis
tialströmungen wird erst nach Linea-
zugnahme auf cartesische Koordina- zen). Die letztgenannten Apparate, zu 10* km/s). Über die Ursachen von risierung durch Transformation su-
ten fällt die Unterscheidung zwischen Schwebungs-S. genannt, sind meistens perpositionsfähig (s.a. Singularitä-
ko- und kontravarianten Komponen- für die Erzeugung meßbar veränder- $.-Ausbrüchen herrscht noch Un- ten-Methode). [1]
ten weg, so daß dann auch Tu. für licher Tonfrequenzen eingerichtet. klarheit. Die Hypothesen dazu kön- Supervisory-Program, s. Program-
B6] nen einen stark spekulativen Charak- mieren.
” Turms geschrieben wird, oder Superflüssigkeit, superfluider Zu- ter nicht verleugnen. Jedenfalls spie- Supervolttherapie, medizinische Be-
stand, s. Helium II. len Kernreaktionen sicher eine ent- 'handlungsform mit Röntgen-Strahlen
” Supergigant, svw. *Überriese. [5] scheidende Rolle; denn aus chemi- hoher Energien, mit y-Strahlung ho-
schen Reaktionen läßt sich die Ener-
Superikonoskop, s. Fernsehen. gie nie liefern. Während eine Hypo- ‚her Quantenenergie oder mit hoch-
beschleunigten Elektronen.
Supernova, *Nova mit außergewöhn- thesengruppe auf eine Verbindung Lrr. Becker, J., und G. Schubert: Die
lich großer Amplitude. Ursprünglich mit weißen *Zwergen abzielt und ent- Supervolttherapie. Stuttgart 1962. [28]
usw. [4] oz wurden die S. als normale Novae an- weder das Zusammenbrechen eines Supra-Adrodynamik, svw. Nichtkon-
Summensatz. Für die *Linienintensi- gesehen, doch habensich die Anzei- Normalsternes zum weißen Zwerg tinuumsströmung mit Höchstge-
täten der einzelnen Komponenten chen gemehrt, aus denen zu schließen oder den Übergangeines Neutronen- schwindigkeit; s. Gasströmung bei
eines *Multipletts gilt der S. Nach ist, daß es sich um zwei verschiedene sternes zu normalen Verhältnissen als niedrigen "Drücken. Höchstgeschwin-
ihm ist die Summe der Intensitäten Vorgänge handelt, die lediglich im S.-Ursache wertet (Gamow, Zwicky), digkeiten in verdünnten Gasen; Nicht-
aller Komponenten, welche zum sel- äußeren Erscheinungsbild ähnlich versucht eine andere Gruppe S. als kontinuumsströmung. [38]
ben Anfangs- oder Endzustand des sind. wirklich »Neue Sterne« aufzufassen. Supraleiter 2. Art. Eine Reihe von
Atomsgehören, dem statistischen Ge- S. unterscheiden sich von normalen; Während nach Unsöld das Novaauf- Supraleitern zeigt keinen vollständi-
wicht dieses Zustandes, (2J +1), Novae durch größere Amplitude leuchten der Zusammenballung schon gen Meißner-Effekt. Oberhalb eines
proportional. 7 ist hierbei die Ge- ©19 Größenklassen), wahrschein- zuvor vorhandener Materie gleich- unteren kritischen Feldes $. beginnt
samtdrehimpulsquantenzahl des Zu- lich etwas langsameren Anstieg und kommt, geht Jordan einen Schritt das Magnetfeld in Gestalt von quan-
standes. [1] gleichmäßigeren Helligkeitsabfall mit, weiter undbetrachtet das Aufleuchten tisierten Flußlinien, die ein regelmä-
58 59
Supraleitung Suspensionsreaktor
Biges hexagonales Gitter bilden, ein- (T1To%. Dabei ergebensich für Hı°
zudringen. Der Meißner-Eflekt ver- Werte von einigen 10! Wb pro m}.
schwindet vollständig bei einem obe- Der Zusammenbruch der S. beginnt,
ren kritischen Feld $«. Diese Fluß- wenn der Schwellenwert an einer au] si
linien bewegen sich unter der Wir- Stelle der Oberfläche überschritten
kung eines Transportstromes. Ein wird, und führt zunächst zu einem 12
Supraleiter 2. Art, benimmtsich also Zwischenzustand, bei dem noch kleine
wie ein Normalleiter mit einer star- Bereiche supraleitend bleiben. Durch Ti |v |cr Mn Fe Co ni cu[ Zn Ga|Ge
ken Abhängigkeit der Leitfähigkeit starke Oberflächenkrümmung (dünne
Drähte, Kolloide) wird Hi. heraufge-
0,39 |5.03 083 11
vom Magnetfeld (obwohl das Mate-
rial an sich fast überall supraleitend setzt: Abweichendes Verhalten bei u Zr |nb |Mo| Te [ru |Rh Pa Ag| ca m |sn
ist!). Die Flußlinien können aber an sharten Supraleiterne (NbNs): Hr
Versetzungen und anderen Verunrei- kann bis auf 10 Wb/m? heraufgehen. 0,55 9,2 [0,05 1,2 10,49 0,54 3,4 3,7
nigungen hängen bleiben. Das sind Technische Anwendung zur leistungs- La] IHr|Ta|w|Re|os|ır pr Aul He TI po
die harten Supraleiter, die beträcht- armen Erzeugung hoher Magnetfel-
liche Stromdichten aushalten können. der scheint möglich. so lo3s| 44 1,7 |06 4,15 |2,36 \7,23
Sie werden zur Herstellung supralei- Meißner-Efekt: Ein Supraleiter ver-
tender Spulen zur Aufrechterhaltung drängt das Magnetfeld unabhängig Ac Th Pa U
großer Magneifelder verwendet. davon, ob er vor oder nach dem Ei 14 0,68
Lrr. v. Laue, M.: Theorie der Supralei- schalten des Magnetfeldes supralei
tung. Aufl. Berlin-Göttingen-Heidel- tend wird (Unterschied zum unend-
berg 1949. - London, F.: Superfluids. lich guten Leiter). Der magnetische, exponentiell ab. Die Eindringtiefe
Vol. 1. Macroscopic Theory of Super- Fluß durch das Loch in einem supra- läßt sich durch Messung der Infra-
conduetivity. New York und London leitenden Ring bleibt konstant, so- ist gegeben durch #1 = c YA. Ex- rotabsorption (die bei hv = 2 &0(7)
1950. - Low Temperature Physics,d. Four lange die S. besteht (über mehr als perimentell (Hı bei supraleitenden stark_ ansteigen sollte) bestätigen.
Lectures. London 1952. - Hdb. Phy- Kolloiden) ergeben sich Werte von Schwierigkeiten bereitet das Ausblei-
sik_ XV. Berlin-Göttingen-Heidelberg zwei Jahre erstreckte Dauerversuche ben des von der Theorie vorausge-
1956. Artikel von B. Serin (exp. Teil, haben, keine nachweisbare Abnahme 10% cm. sagten Isotopeneffektes beim Ruthe-
Artikel von J. Barden (theor. Teil). - des eingefrorenen Flusses ergeben). Quantentheorie: Nach Bardeen, Coo- nium.
Barden, J.: Theory of Superconduc- Da ein Netzwerk aus supraleitenden per und Schrieffer tritt bei hinrei- Lit, Shoenberg; Superconductivity. Cam-
tivity, Low Temperature Phys. Chem. Drähten als Supraleiter mit mehreren chend tiefen Temperaturen aufgrund
Madison, Wise. 1958. - Gennes, P. G. Löchern aufgefaßt werden kann, ist einer durch die Wechselwirkung mit bridge 1952. [45]
de: Superconductvity of Metals and den Gitterschwingungen bedingten Suspension, svw. Aufschlemmung.
Alloys (1966). 116, 45] die Stromvertejlung nicht eindeutig. Man versteht darunter allg. ein
Supraleitung. Unter S. versteht man festgelegt, sondern zeigt Hysteresis- Anziehung eine Kondensation von *disperses System, eine feine, jedoch
das völlige Verschwinden des elektri- effekte, sobald die S. in einem Zweig je zwei Elektronen mit entgegenge- nicht molekulare Verteilung eines fe-
schen Widerstandes unterhalb einer zusammenbrechen kann. Es wird ver- setztem Spin zu einem Elektronen-
sucht, das zu Schaltelementen bei paar ein. Angeregte Zustände kön- sten Körpers in einer Flüssigkeit, z.
Temperatur T«. Sie wurde 1911 von elektronischen Rechenanlagen zu be- nen nur durch Dissoziation von Paa- B.feinstes Graphitpulver in Wasser
Kamerlingh Onnesentdeckt undtritt nutzen (Persistron). Der Fluß durch ren erhalten werden. Es ergibt sich oder Öl. S. sind wie *Emulsionen im
bei einer Reihe von Metallen und lei- ein Loch in einem Supraleiter kann, so eine Energielücke 2.0 zwischen Gegensatz zu Lösungen meist optisch
tenden Metallverbindungen (2. B. nur ganzzahlige Vielfache eines Ein- dem Grundzustand und den ersten trübe und neigen dazu, sich unter der
Niobnitrid) auf. Die Sprungtempera- heitsflusses @o= hef2e betragen angeregten Zuständen (allerdings Wirkung der Schwerkraft in ihre Be-
turen T. liegen zwischen einigen 0,1 (einziger durch makroskopische Mes- darf man sich diese Elektronenpaare standteile zu zerlegen, was man durch
°K und 18 °K.Bei Isotopen des glei- sung direkt nachweisbarer Quanten- nicht zu anschaulich als »Moleküle« 'Zentrifugieren beschleunigen kann.
chen Metalls hängt der Sprungpunkt vorstellen. Ihre Ausdehnung ist etwa Im engeren Sinne beschränkt man
vom Atomgewicht A ab (Isotopen- efiel 6mal so groß wie der mittlere Ab- denBegriff der $. auf Teilchengrößen
effekt), meist gilt yA-Te = const ‚Phänomenologische Theorie. An die stand!). Die Bindungsenergie eines von mehr als 10° cm. S. Kolloide.
Stelle des Ohmschen Gesetzes treten
(Ausnahme: Ruthenium, bei dem kein die beiden Londonschen Gleichungen Paares wird durch die bei der Disso-
Isotopeneffekt auftritt). ziation von' Paaren freigewordenen Suspensionsreaktor- ist ein homoge-
DerEintritt der $. ist eine Phasenum- 8
Are 41= El herabgesetzt. Die Ener- ner Reaktor, bei dem der feste Brenn-
wandlung 2. Ordnung, d. h., es gibt gielücke hängt daher von der Tempe- stoff (Metall oder Oxyd) in der Mo-
keine Umwandlungswärme,aber eine e-rot AJ+9=0. ratur ab und verschwindet, samt Paa- deratorsubstanz zu einer Suspension
Unstetigkeit der spezifischen Wärme- ren, beim Sprungpunkt. Die Bardeen- aufgeschwemmtist. Es ist durch einen
kapazität. Der Elektronenanteil von Dabei ist die Londonsche Konstante sche, Theorie stimmt, vor allem be- Wirbulator und/oder geeignetes Um-
C« springt bei T. etwa auf das 2,8- A eine neue Materialkonstante, die) züglich derthermodynamischenFunk- ‚pumpen der Suspension dafür zu sor-
fache und nimmt dann sehr schnell von der Temperatur abhängt und tionen, innerhalb sehr enger Gren- ‚gen, daß sich derfein verteilte Brenn-
ab. Die S. kann durch ein hinreichend am Sprungpunkt unendlich wird. zen mit dem Experiment überein, stoff nicht absetzt. Eine Suspension
starkes Magnetfeld H > Hx zerstört Aus den Londonschen Gleichungen! wenn man die Sprungtemperatur als könnte gegenüber einer Lösung den
werden. Der magnetische Schwellen- folgt, daß ein Suprastrom nur dicht empirischen Parameter benutzt. Die Vorteil haben, daß die Spaltprodukte
wert H« hängt von der Temperatur unter der Oberfläche fließen kann; Existenz der Energielücke und ihre weitgehend in den festen Teilchen
ab; es gilt annähernd Hx = Hı° [1 = die Stromdichte nimmt nach innen Abhängigkeit von der Temperatur steckenbleiben und daß die Korro-
so 6
Suszeptibilität Symmetriegesetze
gon von Rohrleitungen durch die Gesetz, - In pa - und diamagneti- Bestimmung der letzteren Verwen- che Raum-Zeit betreffen und solche,
‚Suspension geringerist als eine schen Kristallen x eine Tensor- dung finden; denn durch Vergleich welche unabhängi vom raumzeitli-
Lösung. Allerdings tritt dafür Ero- größe, die durch drei Hauptwerte der $. von Proben eines bestimmte chen Verhalten dergFelder
sion als neues - bis heute ungelöstes - in drei aufeinander senkrecht stehen- Halbleitergrundmaterials mit ver-n Zurersten sind.
Art gehören die verschie-
Problem auf. [7] den Hauptachsen beschrieben werden schiedenen Trägerdichten läßt sich die denen Transform
Suszeptibilität. a) Magnetische S. Das kann. Träger-S. allein ermitteln. Schließlich der vollständigenationen, welche in
Verhältnis der Magnetisierung ® ei- b) Elektrische S. In der Elektrizitäts- tragen viele Donatoren und Akzep- rentz-Transformatiinhomoge nen Lo-
on enthalten sind:
ner Substanz zu der im Vakuum herr- lehre definiert manin entsprechender toren in ihrem Grundzustand zur S. 3) die speziellen Lorentz-T ransfor-
schenden Flußdichte 8 heißt magne- Weise den Proportionalitätsfaktor bei, da sie dann oft ein ungepaartes mationen, womit die Unterscheidung
tische $. x: zwischen der *Polarisation ®, dem Elektron oder Defektelektron gebun- von Fermi- und Bose-Teil chen ver-
M=xn, a) elektrischen Dipolmoment je Vol den halten, dem Spinparamagnetis- knüpftist
wobei 10 im MKSA-System die ma- men, und dem Produkt von eleki mus und ein geringer Bahndiamagne- b) die räumlichen Drehungen, mit
gnetische Feldkonstante bedeutet. Es scher Feldkonstante e» und Feldstä tismus zukommt. [37] welchen eine Einteilung der Teilchen
gilt dann
ke € als dielektrische S. x Sutherlandsche Relation, s. Viskosi- nach ihrem Spin und ihrem Bahn-
Suzuki-Effekt. Bei der Untersuchung ©drehimpul s verbundenist;
Pure. m tät.
BWmHsrM. & Dadie dielektrische Verschiebung die Translationen in Raum und
Der Zusammenhang zwischen der des Einflusses von Fremdatomen auf Zeit, welche Erhaltungssätze für Im-
magnetischen Flußdichte 8 und der D-nttB-nne (9) die *plastischen Eigenschaften zeigt puls undEnergie liefern;
magnetischen Feldstärke $ kann an- ist, wobei er die relative Dielektrizi- sich, daß neben der elastischen und 4)
dererseits unter Elimination von M tätskonstante (Dielektrizität) ist, so der elektrischen Wechselwirkung von vondieRaumkoordin
Inversion (und die Spiegelung)
aten, welche zum
auch in der Form besteht zwischen & und x die Bezie- gelösten Fremdatomen mit *Verset- Begriff der Parität führte und die
B= Mod ® hung Zungen auch noch eine chemische Frage nach der Erhaltung oder Nicht-
Wechselwirkung auftritt, die S.-E. ge-
geschrieben werden, wobei ar die re- mitr. © nanntwird. Dieser Effekt bewirkt eine erhaltung
und
der Parität bei Zerfällen
Reaktione n stellen ließ;
lative Permeabilität bedeutet. fr Beim Übergang zum Gaußschen Sy- Behinderung der Versetzungsbewe- ©) die Zeitumkehr, aus der eine be-
hängt also mit x vermöge der Bezie- stem ist D durch 1/4 2D zu ersetzen gung und damit eine Erhöhung der sondere Invarianzeigenschaft folgt,
hung und 4 x 20 = 1 zu setzen. Es gilt also kritischen *Schubspannung. [15] welche die Form der Wechselwirkun-
Weilrtx & D-E+4a® a0) Symmetrie, einfache: und zusammen- gen beeinflussen kann.
zusammen. a=il+4ng. (MD) gesetzte, s. Kristallsymmetrie. Zur zweiten Art von S.-Transforma-
Beim Übergang zum Gaußschen Sy- Suszeptibilität, magnetische, der Symmetrieelemente (Symmetrieach- tionen gehören:
stem sind die Ersetzungen vorzuneh- Halbleiter. Sie setzt sich aus mehr sen, «ebenen, -zentrum) der Kristalle; f) die Ladungskonjugation, mit wel-
men $.-Achsen, Achsen, um die man den her
1 B 9R> IR; 4a
ren Anteilen wie folgt zusammeı Kristall drehen kann und innerhalb und die Unterscheidungvon Teilchen
Antiteilch verknüpft ist und
3-89, Einen diamagnetischen Beitrag zu-
folge der Larmor-Präzession liefern 360° in symmetrischen Winkelgr aden woraus sich dieenFrage nach der Er-
die in abgeschlossenen Schalen der 2, 3, 4 oder 6 Stellungen mit gleichem haltung der Ladungsparität beant-
Bild erhält; S.-Ebenen,gedachte Ebe- worten läßt;
da 10 = 4.n/c* ist, ergibt sich also Atome befindlichen Elektronen oder nen durch einen Kristall, zu deren @)die Eichtrans
B-Hr4nMm 9 die für die Bindung verantwortlichen beiden Seiten alle Erscheinungen sich tromagnet formation beim elek-
© Valenzelektronen. Erist erwiesener- spiegelbildlich gleichen; S.-Zentrum, Unterscheischen Feld, welche mit der
H=it4az. maßen nicht streng temperaturunab- Punkt, von dem aus in jeder Richtung idung geladener bzw. neu-
Das magnetische Verhalten von dia- hängig entgegen der einfachen Theo- und Gegenrichtung dazu die gleichen traler Teilchen und mit dem Erhal-
magnetischen und paramagnetischen rie des *Diamagnetismus. tungssatz der elektrischen Ladung
Erscheinungen auftreten. Dazu kom- verbundenist;
Stoffen wird meist durch die S. x be- Nichtabgeschlossene Schalen der men noch die zusammengesetzten S.
schrieben, da sich ihre Permeabilität Übergangselemente oder Seltenen (Drehspiegelungsebenen und h)verschiedene Phasentransformati
&r sehr wenig — stets weni; als 1/00 Erden besitzen einen kräftigen Para- sowie die der Schraubung und-achsen) nen, welche eine Unterscheidung
Gleit- schen
— von 1 unterscheidet. Bei magnetismus. Falls sie zum reinen spiegelung. Dazu und näheres über Baryonenund Leptonen ermö;
tischen Körpern ist x negativ und un- Halbleiter (z.B. in Ferriten) gehören erstere 5. Kristallsymmetrie und Kri- lichen und die Erhaltungssätze für die.
abhängig von der Temperatur, bei und nicht nur als Fremdatome anwe- stallklassen. [8] Baryonen- und Leptonenzahl erge-
paramagnetischen ist x positiv und send sind, bestimmen sie praktisch Symmetrien in der Quantenfeldtheo- ben;
umgekehrt proportional zur Tempe- die Gesamtsuszepubilität. Weiter rie. Die Anzahl möglicher Feldglei- i) die Drehungen um jede Achse
ratur (s. Curiesches Gesetz); bei fer- steuern dic freien Ladungsträger chungen wird durch die Beachtung Isospinraum; Invarianz gegeni
Tomagnetischen Stoffen ist x eine sehr (Elektronen und Defektelektronen) der zu erfüllenden S. beschränkt, ihnen führt zur Ladungsunabhängig-
großepositive Zahl, die nicht propor- sowohl einen paramagnetischen als Man kann die Felder und mit ihnen keit der starken Wechselwirkung;
tional zur Feldstärke wächst, sondern auch einen diamagnetischen Anteil die zugehörigen Teilchen durch ihre k) die Drehungen um die dritte Achse
für große Werte von $ gegen Null bei, ersteren auf Grund ihres Spins, S. charakterisieren und klassifizieren. des Isospinraums; Invarianz gegen-
geht, da die Magnetisierung ® einem letzteren wegen der Bahnquant Außerdem erhält man dabei eine Rei- über ihnen führt zu Ladungserhal-
Sättigungswert zustrebt. Oberhalb des rung (Landau-Niveaus, 5. . he von Erhaltungssätzen und Aus- tungfür beide Nukleonen und die x-
Curie-Punkts zeigen ferromagnetische spektrum, Absatz 2). Diese Anteile wahlregeln. Mesonen. [36]
Stoffe normalen Paramagnetismus, hängen vom g-Faktor und der effek- Bei den S.-Transformationen unter- Symmetriegesetze, 5. Kristallsymme-
für x gilt dann das *Curie-Weißsche tiven Masse m* ab. Sie können zur scheidet man zwei Arten: solche, wel- rie.
62 &
Symmetrieklassen der Kristalle
Symmetrieprinzipien
Symmetrieklassen der Kristalle. Man mechanischen Formalismus entschie- dungskonjugation, *Eichtransforma- elle. ha) =),
unterscheidet geometrischeS. Kri- den werden. Alle Teilchen mit ganz- tionen, *unitäre Symmetrien usw.)
stallklassen) und optische S. (5 Klas- zahligem Spin, die sog. Bosonen, er- leisten dies nicht, obwohlsie die Lo- Weiter seien die Funktion.zn)
sen: optisch-*isotrop, optisch-einach fordern die symmetrische Eigenfunk- rentz-invarianten Ansätze weiter ein- der Differentialoperator Du (x) und
Skalare
sig, optisch-zweiachsig, a) die opti- tion, alle Teilchen mit halbzahligem schränken. Die Situation ist ähnlich bezüglich
schen Symmetrieachsen fallen mit den Spin, die sog. Fermionen, erfordern dieser
wie in der Spektroskopie: Man kann gruppe, d.h., es gelte Transformations-
geometrischen zusammen,b) die op- die antisymmetrische Eigenfunktion. die Spektren und ihre Spektrallinien
tischen Symmetrieelemente fallen nur m zwar gruppentheoretisch klassifizie- WE) =uR)
noch mit der geometrischen b-Achse Symmetrieprinzipien in der Elemen- ren, wenn man die Symmetriegruppen und der transformierte Differential-
[senkrechtoderparallel dazu] zusam- tarteilchenphysik. Symmetrie- oder des betreflenden Atoms oder Mole- operator D’ habe bezüglich der trans-
men, c) zwischen optischen und geo- Invarianzeigenschaften eines physika- küls kennt, aber zur Berechnung der formierten Koordinaten x’ die gleiche
metrischen Symmetrieelementen be- lischen Systems sind aus verschiede- Frequenzen muß man die Potentiale Gestalt wie der Differentialoperator
steht keine Beziehung). [8] nen Gründen von fundamentaler Be- zwischen den Teilchen wissen, die das D hinsichtlich der Koordinaten x und
Symmetrieprinzip. Es sei das Verhal- deutung. Selbst wenn man die dyna- Atom oder Molekül bilden. essei
ten von gleichen Teilen nach den mischen Gesetze eines solchen Sy- Da man bisher, im Gegensatz zur Du@)=0.
Gesetzen der Quantenmechanik zu stems noch nicht kennt, so lassen sich Physik der Atomspektren, eine be- Liegen nun die transformierten Koor-
beschreiben. Dazu wird i. allg. die die theoretischen Möglichkeiten sei- friedigende Theorie der Elementar-
Schrödinger-Gleichung aufgestellt. ner Beschreibung meistens wesentlich teilchen noch nicht hat, so sind die ten im gleichen Definitionsbereich
Die Lösungendieser Differentialglei- einengen, wenn die Transformations- verschiedenen Symmetriegruppen eine wie die ursprünglichen, so spielt es
chung, die von den Koordinaten al- gruppen bekanntsind, denen gegen- besonders große Hilfe, da sie das um- offenbar keine Rolle, ob die Varia-
ler n Teilchen abhängen und in der er das System bzw. seine Objekte fangreiche empirische Material we- blen, nach denen man differenziert,
Form y (1, 2, 3 ... n) geschrieben invariant bzw. kovariant sind. Man mit einem
nigstens zu ordnen gestatten (s. Iso- nicht, und manStrich verschen sind oder
seien, stellen eine weit größere Man- denke z. B. an die *Lorentz-Gruppe. spin, Baryonenzahl, Leptonen, Ei kann ihn in der obi-
nigfaltigkeit dar, als mit den Beobach- Während die Maxwellschen Gleichun- transformation, Strangeness, Pariti
gen Gleichung daher weglassen:
tungen verträglich ist. Diese Lösun- gen Lorentz-invariantsind, so ist dies Ladungskonjugation, unitäre Sym- Du($=0.
gen gestatten nämlich zum Teil, zwi- die Newtonsche Mechaniknicht. Zwar metrie).
schen den einzelnen Teilchen zu un- kann man die Newtonsche Einteil- Eine weitere große Bedeutung kommt auch
Dies bedeutet offenbar, daß mit u (x)
w(x) eine Lösung von D ist.
terscheiden, indem sie zu verschiede- chenmechanik den relativistischen Kennt man daher eine Lösung
nen Wahrscheinlichkeitsaussagen, aus- Verhältnissen anpassen, bei Mehr- den Symmetriegruppen im Zusam- wo (x)
gedrückt durch y*, führen. Esist aber teilchenproblemen scheint diese Er- menhang mit dem *Noetherschen des Diflerentialoperators D, so erhält
experimentell prinzipiell unmöglich, weiterung aber auf Schwierigkeiten Satz zu. Hiernach entspricht jeder ein-
man aus ihr mittels der Transforma-
tionsgruppe G eine ganze Klasse von
eine Unterscheidung zwischen glei- zu stoßen und ist bis heute noch nicht parametrigen Transformation. Lösungen,indem man
hen Teilchen durchzuführen. Dieser befriedigend gelungen.So sondertdie . Gruppe), der gegenüber die be-
Tatsache trägt der Formalismus dann Forderung nach Lorentz-Invarianz treffende Theorie invariantist, ein Er- u.) = wolf! (9)
und nur dann Rechnung,wenn er der von vornherein bestimmte theoreti- haltungssatz. So folgen aus der Inva- setzt und / (x) sämtliche Transforma-
zusätzlichen Forderung sche Möglichkeiten aus. Unddie Fı rianz gegenüber der inhomogenen tionen der Gruppe durchlaufen Hißt.
v2, derung nach Lorentz-Invarianz ist in *Lorentz-Gruppe die Erhaltungssät- Die obige Voraı
ercksenche..n) einer Theorie der *Elementarteilchen ze für Energic, Impuls und Drehim-
unterworfen wird, d. h., es darf sich unerläßlich, da mander empirisch ge- puls sowie der Schwerpunktssatz. Aus mationsgruppe wie Skalare verhalten,
fundenen Umwandelbarkeit von Teil- der Invarianz gegenüber Raumspicge- ist nicht wesentlich. Es genügt,
y* bei der Vertauschung von irgend
zwei Teilchen nicht ändern. Die Ei- hen in andere Teilchen Rechnung zu lungen folgt die Erhaltung der *Pari- sie sich wie Tensoren (s. Darstelludaß
ng
genfunktion selbst muß dann entwe- tragen hat und dies geschieht inner- tät, aus der Invarianz gegenüber einer Gruppe) transformieren, wie
der in allen Teilchen »symmetrisch« halb des Rahmens der Lorentz-Grup- *Eichtransformationen die Erhaltung dies z. B. für die Maxwellschen Gl
oder »antisymmetrisch« sein. Sym-
pe durch die Aquivalenz von Masse der Ladung, der *Baryonenzahl usw. chungen hinsichtlich der Lorentz-
metrisch ist ‚eine Eigenfunktion be- und Energie. Die Bedeutung dieses Zusammenhan- ‚Gruppe derFall ist.
züglich der Teilchen ; und k dann, Man hat gelernt, daß die relati ges zwischen den Symmetriegruppen Ein quantentheoretisch besonders
wenn schen Feldgleichungen für die kräfte- eines physikalischen Systems und sei- wichtiger Spezialfall liegt vor, wenn
freien Teilchen (*Klein-Gordon-Glei- nen Erhaltungssätzen ist schwer zu die Lösungen u(x) einen linearen
YU2%..h...k...n)®“ chung, *Dirac-Gleichung, die Max- überschätzen. Raum bilden, d. h., es gibt eine end-
ucknches.n). wellschen Gleichungen für das elek- liche, abzählbare oder überabzählbare
Eine zusätzliche wichtige Eigenschaft Basis
Sie heißt antisymmetrisch, wenn tromagnetische Feld im ladungs- und der Transformationsgruppen hängt Lösungen {wu (x)}, nach der man beliebige
p(,2,...u...K...n)=
stromfreien Raum usw.) schon allein mit folgendem zusammen: D sei ein kann: u(x) von D entwickeln
echeen). durch die Forderung nach Lorentz- Differentialoperator im Raum der rn
PEN Invarianz bestimmt sind! Das ent- unabhängigen Variablen x = (xy,...
‚Im ersten Fall ändert sich also an der scheidende Problem bilden jedoch die &%) und (x) eine Funktion dieser uw)= a u).
Eigenfunktion bei der Vertauschung Ansätze für die Wechselwirkungen. Variablen mit der Eigenschaft 1
nichts, im zweiten Fall ändert sich Diese sind durch die Lorentz-Gruppe (im Falle einer überabzählbaren Ba-
das Vorzeichen. Welcher von diesen noch nicht eindeutig festgelegt und D-u@=0.
beiden Lösungen der Vorzug zu ge- auch die übrigen Symmetriegruppen sis hat man die Summation durch eine
Nun transformiere die Gruppe G die Integration zuersetzen!) Solche linea-
ben ist, muß außerhalb des quanten- der Elementarteilchenphysik (*La- Koordinaten x in die Bildkoordinaten ren Räumeliegen z.B. bei den Lö-
64
65
Symmetrisierung von Eigenfunktionen System
sungen der *Schrödinger-Gleichung, -theoret.
Van der Waerden, B. L.: Die gruppen- gerung genau der steigenden Energie Elektronen) in gleicher Weise als ein
der *Dirac-Gleichung und der *Klein- nik. Berlin
Methode in der Quantenmecha-
1932. - Bauer, F. L.: Berichte der Teilchen angepaßtwird. Der Vor- S. bezeichnet werden, wie man auch
Gordon-Gleichungvor. der Bayr. Akademie der Wissensch., teil der exakten Kreisbahn liegt darin, ‘von einem Planetensystem spricht.
Entwickelt man nun wo [f" (] nach math.-naturw. Klasse 1952, S. 111. - daß nur an der Stelle dieser Kreis- a) Abgeschlossenes S. Ein S. heißt
dieser Basis: Ludwig, G.: Die Grundlagen der Quan- bahn das starke Führungsmagnetfeld abgeschlossen, wenn keine materielle
'tenmechanik. Berlin 1954. — Wigner, E. erforderlich ist, dieses also durch Wechselwirkung, insbesondere kein
WI Dam, P.: Nuovo Cimento 3, 517 (1956). —
Wightman, A. S.: Nuovo Cimento nen Ringmagneten erzeugt werden Energieaustausch, mit dem Außen-
Suppl. 14, 81 (1959). - Wigner, E. P.: kann, wodurch viel größere Bahnra- raum stattfindet.
so sind die Entwicklungskoeffizienten Group Theory. New York 1959. - dien und damit viel höhere Endener- b) AtomaresS., jedes aus Kern und
Wightman, A. S.: Dispersion Relations
eine Funktion der Transformation f. and Elementary Particles. Hrsg. v. C. de
gien möglich werden als beim Zyklo- Elektronen aufgebaute System, also
Die Transformationsgruppe G indu- Witt. New York 1960. - Heine, iron. ein Atom oder ein Ion. In weiterem
ziert also lineare Transformationen Group Theory in Quantum Mechanics. Das’S. kann sowohl zur Beschleuni- Sinn kann auch noch ein Molekül
im Raum der u: (x) und man überlegt troduction
London 1960. - Schweber, S. S.: An In- gungvon Ionen (bis jetzt stets Proto- darunter verstanden werden.
sich leicht, daß diese Transformatio- Theory. Newto Relativistic Quantum Field nen) wie auch zur Beschleunigung von ©) Disperses S., s. dispers und Kol-
nen eine "Darstellung der Gruppe G Symmetrisierung York 1961. [47] Elektronen dienen. Man unterschei- loide. ;
bilden.
von Eigenfunkti det daher Elektronen-S. und Proto- d) Dissipatives $. Durch Reibungs-
Die Größenu (x) konstituieren in der ger-Gleichung Lösung
nen. Wenndie
auf
der Schrödi
zunächst weder
nen-S. Elektronen-S. wurdenbis jetzt
bis rund 6 GeV Endenergie konstru-
und andere Kräfte gcht stets cin Teil
der kinetischen Energie in Wärme
Quantentheorie nicht nureinen linea- symmetrische noch antisymmetrische iert (DESY in Hamburg und CEA in und andere Energieformenals poten-
ren, sondern einen *Hilbertschen Eigenfunktionen (s. Symmetrieprin- Cambridge, USA). Bei ihnen erfolgt tielle Energie über (z.B. gcdämpfte
Raum mit einem Skalarprodukt(u, v) zip) führen sollte, so ist aus einer sol- die Anfangsbeschleunigung der Ele Schwingung); deshalb gilt das Ener-
für je zwei Elemente u und v dieses chen Lösungstets eine dem Symme- tronen durch Einschuß aus einem gieprinzip Exın + Epor = const für ein
Raumes, der als Zustandsraum des trieprinzip genügende Lösung zu ge- nearen Beschleuniger. Erst wenn die mechanisches S. nur im Spezialfall (s.
betreffenden quantentheoretischen Sy- winnen. Es sei unter Beschränkung Elektronen nahezu Lichtgeschwindi; System, konservatives). In allen ande-
stems zu interpretieren ist, mit den auf zwei Teilchen keit besitzen, tritt die S.-Beschleuni- ren Fällen nennt man ein solches $.
Zustandsvektoren u, v, ... Im Falle gung in Tätigkeit, um ihre Energie dissipativ.
der Schrödinger-Gleichung hat man vaDdFEYyAD. weiter zu erhöhen.Bei denS. sehr ho- 6) Entartetes $.ist im Sprachgebrauch
z.B. Dannist her Energie werden die Teilchen — der Thermodynamik undStatistik ein
W=-[ve@v@. Yon pl+YQD) ähnlich wie beim Protonen-S. - aus solches, das nicht den idealen Gas-
sicher eine symmetrische Eigenfunk- einer »Elektronenkanone« tangential gesetzen genügt (s. Gasentartung,
Hierbei ist www)=|(wvw|? die tion, die die Schrödinger-Gleichung auf die Kreisbahn eingeschossen. Elektronengas, Fermi-Gas); im
Wahrscheinlichkeit dafür, daß bei des Zweiteilchensystems löst. Ent- Noch wesentlich höhere Endenergien Sprachgebrauch der Quantenmecha-
einer Messung der Zustand u vor- sprechendist werden beim Protonen-S. erreicht. nik heißt ein $. entartet, wenn zu
liegt, wenn bei der vorausgehenden Yaı=y (LI 9&D Die größten Geräte sind hier z. Z. das einem bekannten oder errechneten
Messung der Zustand v vorlag. Der eine antisymmetrische Protonen-S. des Europäischen Atom- Energieeigenwert mehrere verschie-
Wert einer solchen Übergangswahr- Schrödinger-Gleichung.[7]Lösung der zentrums in Genf (CERN) mit 28 dene Bewegungszustände (Eigenfunk-
scheinlichkeit - eine reine Zahl - soll- tionen) gehören. S. a. Entartung.
te unabhängig von dem Bezugssystem sympathisches Pendel, svw. gckop- GeV, das Protonen-S. des Brook-
peltes Pendel, s. Pendel. [20] haven-Nationallaboratoriumsbei New N) Ergodisches S. ist ein S., das der
sein, von dem aus man den Übergang symplektisch, s. Kristallverwachsun- York mit 33 GeV und das russische *Ergodenhypothese genügt.
beobachtet. Dies bedeutet, daß die en. Protonen-8. mit 76 GeV Protonen- 8) GalaktischesS., s. galaktisch.
durch die betrachtete Symmetriegrup- Synchrotron, ein Kreisbahnbeschleu- energie. Die beiden ersten haben etwa h) Geschlossenes S. tauscht mit der
pe induzierten Transformationen die niger für atomare Teilchen, der sich 200 m Durchmesserder Protonenum- Umwelt zwar Energie, nicht aber
Übergangswahrscheinlichkeit w (u, v) vom *Zyklotron dadurch unterschei- laufbahn, das russische 500 m. Alle
invariant lassen müssen, Hieraus det, daß die Teilchen während ihrer drei verwenden das Prinzip der »star- Materie aus.
i) Heterogenes S. ist ein S., das aus
folgt wiederum mathematisch (Wig- Beschleunigung immer auf derselben ken« *Fokussierung oder des »alter- Teilen mit ungleichen physikalischen
ner), daß die betreffenden Darstellun- Kreisbahn (also mit konstantem Ra- nierenden Gradientene (AG-Be- Eigenschaften (gegebenenfalls auch
gen der Gruppe entweder unitär (s. schleuniger).
Hilbert-Raum) oder antiunitär (s. dius) umlaufen, wogegen im Zyklo- ungleicher chemischer Zusammenset-
. tron der Bahnradius dauernd wächst, Lrr. Kollath, R.: Teilchenbeschleuniger.
Zeitumkehr) sind. 2. Aufl. Braunschweig 1962. [1] zung)besteht.
Die einzigen bisher bekannten anti- so daß eine nach außen laufende Spi- Synchrozyklotron, s. Zyklotron. %) HomogenesS.ist ein S., das aus
unitären Darstellungen einer physika- ralbahn entsteht. Die exakte Kreis-
wird im S. dadurch erreicht, daß Syngonie, andere Bezeichnung für Teilen mit gleichen physikalischen
lisch interessanten Transformations- bahn die Teilchen bereits (nach einer Kristallsysteme (aber ungebräuch- Eigenschaften besteht, das aber in
gruppe sind die der *Zeitumkehr. erstens Beschleunigung anderer Art) mit ho- lich). [8] kleinsten sichtbaren Raumteilen voll-
Von den physikalisch interessanten her Synoptik, s. Meteorologie. ständig gleichartig ist. Es braucht
Geschwindigkeit auf die Kreis-
Darstellungenaller anderen Symme- bahngelangen, System. Als ein $. bezeichnet man in nicht aus lauter gleichartigen Molen
triegruppen im Hilbert-Raum haben da ab sowohl dieundFrequenz daß zweitens von ziemlich allgemeiner Weise die Ge- zu bestehen.
bisher nur die unitären eine wesent- rischen Beschleunigungsfeldes des elek- samtheit der materiellen Gebilde, die 1) Inhomogenes S., meist im selben
licheRolle gespielt. wie der Betrachtung unterzogen werden. Sinne gebraucht wie heterogenes S.
Lır. Weyl, H.: Gruppentheorie und auch die Stärke des magnetischen Es kann ein Gas, eine Flüssigkeit, ein Manunterscheidet zwischen physika-
Quantenmechanik. 2. Aufl. Leipzig 1931. Führungsfeldes durch geeignete Stei- Kristall, ein einzelnes Atom (Kern + lisch und chemisch inhomogen.
66 67
System Szintillation
m) Kondensiertes S. ist ein S., das spielen besonders in der Biophysik zwischen benachbarten Phasen also nicht sichtbar. Zur Umwandlung
keine gasförmige Phase enthält. Da- eine bedeutende Rolle; ein lebender herrscht die sog. verkettete Spannung des UV-Lichtes mischt man Mate-
von zu unterscheiden sind die in der Organismus ist ein o. S. Solche S.
organischen Chemie ‘vorkommenden werden durch allgemeine Transport- O1 = E (sin an) cos [2a (2 m - 1)in), rialien (Ter-phenyl, Tetraphenylbu-
kondensierten Ringsysteme, bei de- gleichungen beschrieben, z. B. bei v. ihr Effektivwert ist 2sin (a/n) mal tadien) bei. Diese Substanzen fluores-
nen zwei Ringe Kohlenstoffatome ge- Bertalanfty, Biophysik des Fließ- dem Eiffektivwert der Phasenspan- zieren unter der UV-Anregung mit
meinsam haben. gleichgewichts (Sammlung Vieweg). nung. sichtbarem Licht (0,4 bis 0,5 um, blau
n) Konservatives S. Ein mechanisches s) Optisches S. Darunterversteht man Man kannaber auch statt dessen alle -dergrünblau). Die direkte Ausnutzung
S., in dem nur Potentialkräfte (d. h. jede Folge von Linsen, Prismen und Phasen in Serie schalten und jedes zellen UV-Strahlung z. B. über *Photo-
Kräfte, die sich als Gradienten eines Spiegeln, die zur Erreichung eines Spulengruppenende an den Anfang scheitert meist an der Undurch-
Potentials darstellen lassen) wirken, bestimmten Zweckes, z.B. um von des benachbarten legen. Ein solches lässigkeit
y. des Glases (Optik) für das
nennt man auch ein konservatives S., einem Gegenstand ein verlagertes $. heißt Ringsystem, die Schaltung Die Szintillationsbeobachtung war in
weil in einem solchen S. der, *Ener- oder vergrößertes Bild zu entwerfen, bei drei Phasen Dreieckschaltung. Die der Frühzeit der Kernphysik von
giesatz der Mechanik gilt, d.h. die zusammengesetzt sind. An optischen Netzleiter gehen von den Verbin- großer Bedeutung. So wurden z.B.
mechanische Energie erhalten bleibt Instrumenten unterscheidet man Ob- dungspunktender Phasen aus. die grundlegenden Untersuchungen
(conservatio gleich Erhaltung). Die jektive, Okulare und Umkehrsyste- Bei gleicher Phasenbelastung ist die von Rutherford, Geiger und Marsden,
Kräfte in einem konservativen $. me. Aber auch eine zusammengesetz- Summe der _Augenblicksleistungen die zur Entdeckung der Kerne führ-
werden konservative Kräfte genannt. ic Lupe muß man wohlals o. 8. an- eines solchen $. konstant. Dasist für ten, mit der Szintillationsmethode
Beispiele solcher Kräfte sind die Gra- sprechen. die Antriebsmaschine ein Vorzug. Er ausgeführt. Neuerdings ist die Szin-
vitationskräfte und die Kräfte der Ü) PolythermesS. besteht aus mehre- ist allerdings nicht auf diese S. be- illationsbeobachtung durch Untersı
Blektro- und Magnetostatik. Ein kon- ren homogenen Teilen (Phasen) ver- schränkt, geht jedoch dem Einphasen- chungen von Kallmann und Mitarb
servatives Kraftfeld kann nicht von schiedener Temperatur und gegebe- strom ab, dessen Augenblicksleistung tern, sowie von Coltman und Mar-
der Zeit abhängen und muß wirbel- nenfalls verschiedenen Drucks. P bei der Phasendifferenz p um den shall wieder belebt worden.Bei ihnen
frei sein (s. Feld, wirbelfreies). u) Sternsystem,s. dort. Mittelwert P nach dem Gesetz wird der Lichtblitz nicht mehr visuell
0) Kontinuierliches S. ist ein solches, v) Uniformes $. (aus einem Teil oder Pl wear) registriert, sondern er trifft auf die
in dem Temperatur, Druck, Konzen- mehreren homogenen Teilen [Pha- Photokathode eines Photosekundär-
trationen usw. kontinuierlich von sen]) steht sowohl mit der Umweltals 1 cosp
elektronenvervielfachers (s. Elektro-
Punkt zu Punkt variieren. auch hinsichtlich der einzelnen Pha- schwankt, [1, 2, 5,7, 9, 18, 20] nenvervielfacher), an dessen Ausgang
p) Lokales S., Teilwolke des galak- sen in thermischem und,soweit keine Szintillation. Als S. bezeichnet man ein Spannungsimpuls entsteht, der
tischen $. Früher als eine in sich ge- semipermeablen Wände vorhanden die Lichtblitze, die beim Auftreffen mach nochmaliger, i. allg. mäßiger
schlossene Sternwolke angesehen, sind, mechanischem Gleichgewicht, von Korpuskularstrahlung auf fluo- Verstärkung mit Oszillograph oder
heute allgemeindefiniert als die nähe- ohne daß die Bedingungen des che- reszierende Substanzen (z.B. Zink- Zählwerk gemessen werden kann.
re Umgebung unserer Sonne bis zu mischen und heterogenen stofflichen sulfidphosphore) entstehen. Beim Für die Zählung der S. durch Photo-
einem Umkreis von 1000 pc. Gleichgewichts erfüllt zu sein brau- Durchgang der- Teilchen werden Elek- zellen oder Sekundärelektronenver-
q) Metrisches S. heißt das Maßsy- chen. tronen in einen angeregten Zustand vielfacher kann man abschätzen, daß
stem,das als Grundeinheit der Länge w) Verkeitetes S. von Mehrphasen- versetzt. Bei der Rückkehr in den ein primäres Elementarteilchen er-
das Meter und als Grundeinheit der strömen. Jede Spule oder Spulen- Grundzustand werden Photonen be- faßt wird, wenn es mehr als einige
Masse das Kilogramm eingeführt hat gruppe eines Wechselstromgenerators stimmter Energie (Wellenlänge) em; tausend Lumineszenzquanten auslöst.
(5. Prototyp des Urmeters bzw. Ur- erlaubt die gesonderte Abnahmeeines tiert. Es entsteht so unter dem Ein- Das sollte also für Primärenergien
kilogramms). Alle weiteren Einheiten Wechselstroms, der mit allen anderen fluß der Bestrahlung eine *Fluores- oberhalb von ca. 10 keV und Ener-
sind Vielfache oder Bruchteile dieser gleiche Frequenz v, aber verschiedene zenz. Alle Arten ionisierender Strah- gieausbeuten von einigen % der Fall
Grundeinheiten in dezimaler Abstu- Phase besitzt. Sind die n Spulengrup- len können in dieser Weise wirken. sein,
fung.Die Flächeneinheiten des metri- pen gleich und gleichabständig, so Ein Teil der Fluoreszenzstrahlung Aus den gleichen Voraussetzungen
schenS. bauensich auf dem Quadrat- daß die Scheitelspannungen E gleich kann in den sichtbaren Spektralbe- würde sich ergeben, daß der Photo-
meter, die Raumeinheiten auf dem unddie Phasendifferenzen 2 a/n sind, reich fallen. Hierbei kann schon das strom und auch die Zahl der pro Pri-
Kubikmeter auf. Das metrische S. so heißt das S. symmetrisch. Die Auftreffen eines «-Teilchens oder märteilchen emittierten Lichtquanten
wurde in Frankreich aufgestellt und Augenblickswerte der Spannungen eines Wasserstoffkernes durch einen direkt proportional ist zur Energie
im Laufe der Zeit vonfastallen Staa- "haben dann die Form Lichtblitz beobachtet werden. Aller- des Teilchens. Für ZnS-Ag und für
ten übernommen oder wenigstens zu- Om=E-sin2a(wt min), dings muß dabei die Beobachtung in Einkristalle aus CdS-Ag trifft dies
gelassen (England, USA). Die meisten völliger Dunkelheit und nach voll- inigermaßen zu. Für Anthrazen da-
*Maßsysteme der Physik sind direkt m=0...nol.
ständig hergestellter Dunkeladapta- gegen sinkt der Maximalwert des
an das metrische S. angeschlossen (z. Ihre Summe ist dauernd Null. Man
tion des Auges erfolgen. ‚Photostromsbei Elektronen mit Ener-
las *CGS-System) oder wenigstens kann daheralle am Leiteranfang ver-
Die Aufgabe, schr große Szintillato- gien unter 20 keV wesentlich unter
indirekt über das CGS-System (z. B. binden. Der Verbindungspunktheißt
ren herzustellen, führte zur Verwen- den Wert, der der Proportionalität
ein Teil der elektrischen Maßsysteme). neutraler Punkt. Ein so verkettetes
dung von Flüssigkeiten (Toluol oder zur Energie entsprechen würde.
1) Oßene S.sind solche, die ihren Zu- $. heißt Sternsystem. Zwischen dem
Xylol) bzw. von Kunststoffen (Poly- die Proportionalität gesi
stand in ständigem Fluß ihrer Be- Ende der m-ten Phase und dem neu-
styrol) als feste Lösung. Die Fluores- sich mit ihrer Hilfe eine Energie-
standteile unverändert erhalten; sie tralen Punkt herrscht die Phasen-
spannung zenz, die durch ionisierende Strah- analyse der Primärteilchen durchfüh-
tauschen mit der. Umwelt sowohl lung ausgelöst wird,liegt jedoch meist ren (mit elektronischem Impulshö-
Energie als auch Materie aus und Omp = E- sin2 a [v t = (m — 1in]; im ultravioletten Spektralbereich, ist henanalysator).
68 12
Szintillations-Gel
Die S.-Methodein diesem neuen Ge- Szintillationsspektrometer, s. Szintil-
lationszähler.
T
wande hat erhebliche Vorteile, Die-
ser *S.-Zähler ist zum Nachweis von Szintillationszähler. Die an sich alte
y-Strahlung wesentlich empfindlicher und schr mühsame Methode, atoma- %, 1. Kurzzeichen für die Einheit Das Jahr hat 365,2422 mittlere Son-
als das Zählrohr. Bei Verwendung re Teilchen, z.B. «-Teilchen, durch Tonne. 2. In USA Abk.für troy. [13] nentage. Seit 1956 gilt eine neue Defi-
organischer Leuchtstoffe (Stilben) ist die von ihnen erregten *Szintillatio- T, 1. Kurzzeichen für den Vorsatz nition für "Sekunde.
außerdem die Abklingzeit schr kurz, nen zu zählen, ist neuerdings da- Tera; 2. Kurzzeichen für die Einheit Benützt man bei der Beobachtung der
so daß der S.-Zähler oft ein höheres durch ihrer Mühsamkeit entkleidet Tesla.[13] indurchgänge einen Fixstern,
Auflösungsvermögen besitzt als das worden, daß die visuelle Beobach- Tachymetrie. In der Geodäsie be- so spricht man von einem *Sterntag,
Zählrohr und daher gut für Koinzi- tung der Lichtblitze durch ihre Regi- nutzt man eine »Schnellmethode« zur der in gleicher Weise in Sternzeit-
denzmessungen verwendet werden strierung mittels Photozelle und Messung von horizontalen Entfer- Stunden, -Minuten und -Sckunden
kann. Elektronenvervielfacher (Photomul- nungen.Dazuist in der Okularebene unterteilt wird. Der Sterntag hat
In der Astronomie versteht man un- tiplier) ersetzt wird. Eine solche An- eines Fernrohres ein Doppelstrich mit 86.164,09 Sonnenzeit-Sekunden.
ter $. die Unruhe des Fixsternlicht« ordnung nennt man S. Als Leucht- einem Fadenabstand von 1/100 der Wird das Kurzzeichen hochgesetzt 4,
Da der Beobachter von einem Fix- substanz werden entweder anorgani- Brennweite des Objektives ange- so bedeutet es »Tag« in einer (astro-
stern nur ein nahezu unendlich dün- sche Kristalle wie aktiviertes Natrium- bracht. Für die optische Abbildung ‚nomischen)Zeitangabe. [13]
nes Strahlenbündel empfängt, geni jodid, oder aber organische Substan- einer in der Entfernung E aufgestell- Tagbogen, halber, Zeitdauer zwischen
gen geringe, durch Luftunruhe bzw. zen wie Anthrazen oder Stilben ver- ten Meßlatte gilt die Newtonsche Ab- *Aufgangeines Gestirnes und seinem
Streuung an festen Partikeln fast wendet, gelegentlich auch Flüssigkei- bildungsgleichung E = fy' + y = 100 y. Durchgang durch den Meridian des
ständig verursachte Ablenkungen dem ten. Der S. hat vor dem *Zählrohr Darin ist y’ = //100 und y die im Beobachtungsortes. Der h. T. hängt
Beobachter, den Eindruck ununter- den Vorteil, daß seine zeitliche Auf- ‚Fernrohr erkennbare Länge des zwi- von der *Deklination des Gestirnes
brochen variierender Helligkeit zu 1ösung statt 10° bis 10-% bis 105 be- schen den Fäden liegenden Meßlat- und der geographischen Breite des
haben. Bei flächigen Objekten wirkt trägt, so daß verzögerte Koinziden- tenstückes. Die so ermittelte Entfer- Beobachtungsortes ab; seine Kenntnis
sich die S. als ständig variierende Un- zen bis herunter zu einigen 10-'° s ge- nung gilt von dem vorderen Brenn- ist Voraussetzung bei Berechnungen
schärfe des Bildes aus. Bei Planeten- messen werden können. Da die Licht- punkt des Objektives. Ihr ist die Ent- der Auf- und Untergangszeiten von
scheiben scheint der Rand ständi ausbeute einer einzelnen Szintillation fernung dieses Brennpunktes von der Gestirnen. In mathematischen Aus-
wallen. Die S. wirkt sich um so sti der Energie des erregenden Teilchens Stehachse des Instrumentes hinzuzu- drücken wird der h. T. grundsätzlich
ker aus, je näher das Objekt dem proportional ist, können mit dem $. fügen, so daß also die Entfernung von mit x bezeichnet. [5]
Horizont, je gleichförmiger der Druck Teilchen auch nach ihrer Energie ana- der Stehachse E’ = 100 y + C wird. Tagundnachtgleiche, s. Aquinoktium.
und je geringer die Temperatur der Iysiert werden (Szintillationsspektro- Bei Fernrohren mit Innenfokussic Taifun. Tropischer Orkan in Ost-
Luft ist; sie tritt bei Wetterumstel- meter). rung ändert sich bei der Einstellung asien; s. a. Wirbelstürme. [33]
lungen, "bei denen Luftdichte, Tem- Lır. Fünfer, E., und H. Neuert: Zähl- auf geringe Entfernungen sowohl die Taktizität bei Hochpolymeren. Unter
peratur und Feuchtigkeit wechseln, rohre und Szintillationszähler. 2. Aufl.
Karlsruhe 1959. (1) Lage des vorderen Brennpunktes(des T. versteht man die räumliche Regel-
besonders in Erscheinung. S-Zustand, stationärer Zustand eines anallaktischen Punktes) wie auch die mäßigkeit der Struktur von *Hoch-
Lır. Neuert, H.: Kernphysikal. Meßver-
atomaren Systems, in welchem die Brennweite des optischen Systems polymeren, also das Vorherrschen be-
fahren. Karlsruhe 1966. — Hanle, W.:
Drehimpulsquantenzahl des resultie- selbst. Dadurch wird der Zusammen- stimmter _stereoisomerer Formen.
Der Szintillationszähler. Phys. Blätter hang zwischen den Größen kompli- Sind die Substituenten eines *Makro-
6, 399 (1950) (kurze Übersicht). - Prings- renden *Bahndrehimpulses = 0 ist. zierter. [18] moleküls unregelmäßig im Raum ver-
heim, P., und M. Vogel: Lumineszenz Das System hat dann überhauptkei- Tafelkalorie, s. Kalorie. teilt, also alle stereoisomeren Mög-
von Flüssigkeiten und festen Körpern. nen resultierenden Bahndrehimpuls. Tag, Kurzzeichen d, ist das eigent- lichkeiten realisiert, so spricht man
"Weinheim 1951. (19, 5]
Szintillations-Gel, flüssiger Szintilla- S-Z. sind auch in Multiplettsystemen liche Urmaß für Zeiteinheiten, von ataktischen Polymeren; bei den
tor, dem eine gelatinierende Substanz stets einfach. Bei Atomen mit einem definiert als der zeitliche Abstand gewöhnlichen Polymerisationsmetho-
zugesetzt ist. Eine auf Radioaktivität *Leuchtelektron s-Zustand (für zweier aufeinanderfolgender Meı den (s. Polymerisation) werden sie
zu untersuchende Probe (z. B. a- ein Elektron kleinem s bezei diandurchgänge der Sonne (*Sonnen- meist erhalten. Durch die stereospe-
Strahler) wird in dem S. suspendiert. net) die Drehimpulsquantenzahl und tag). Da der so definierte T. im Ver- zifische Polymerisation erhält man
Bei Erwärmung aufca. 70°Cgelati- damit auch der Bahndrehimpuls die- laufe eines Jahres nicht konstantist, Produkte, die räumlich außerordent-
niert dann die gesamte Suspension, ses Elektrons gleich Null. Seine führte man den stets gleich langen lich regelmäßig gebaut sind. Ist z. B.
womit die Probe im S. fixiert wird, Schrödingersche y-Verteilung (. mittleren Sonnentag ein. Von ihm ein ausgezeichneter Substituent pro
Funt, B. L.: Nucleonics 14, 83 (1956). Quantenmechanik) ist kugelsymme- werden folgende Zeiteinheiten abge- Grundbaustein vorhanden, so kann
tisch. [1] leitet: dieser stets in dieselbe Richtung im
1
1Stunde =1h=54.d, Raum weisen, wir sprechen dann von
isotaktischen Polymeren. Hier ist also
sterische Konfiguration aufeinan-
1 Minute = derfolgender Grundbausteine stets
gleich. Die Raumrichtung des Sub-
1
1 Sekunde = 1 amade Stituenten bzw. die sterische Konfigu-
ration kann sich auch regelmäßig än-
dern, dann spricht man von syndio-
BE taktischen Polymeren.In der Projek-
71

Talbotsches Gesetz Tankreaktor
tion auf eine Ebene würde der Sub- samt auffallende Lichtsumme be- Nach A.Schuster läßtsich der gleiche Feldern, die die Nadel in die Rich-
stituent beim isotaktischen Polymeren stimmt. Zwar müßte man eigentlich Sachverhalt einfach und anschaulich tung der Resultante eindrehen. Das
steis nach rechts bzw.stets nach links auf Grund des Schwärzungsgesetzes erklären, wenn man annimmt, daß Spulenfeld in der Mitte der Spule ist
weisen, beim syndiotaktischen Poly- erwarten, daß intermittierende Be- das von einer Lichtquelle emittierte nach dem Biot-Savartschen Gesetz
meren regelmäßig einmal nach links, leuchtung bei einem Schwarzschild- Licht aus einzelnen, unregelmäßig
und im ataktischen Falle unregelmä- Exponenten p <1 wegen der in den aufeinanderfolgenden Impulsen von
Big bald nach rechts, bald nach links. Beleuchtungsphasen gegenüber der kurzer Zeitdauer besteht. Insbeson- Ist. « der Ablenkungswinkel, bezogen
Die_isotaktischen Polymeren zeigen durchschnittlichen Intensität herauf- dere ergibt sich bei dieser Betrach- auf den Meridian, so ist
im Vergleich zu den ataktischen eine gesetzten Intensität zu große Schwär- tung, daß es eine günstigste Platten-
wesentlich dichtere Packung und kri- zungen liefern würde. Aber offenbar dicke gibt, bei der die Streifen beson- n
stallisieren daher viel besser, außer-
dem haben sie eine höhere Dichte,
wird dieser Effekt weitgehend da-
durch kompensiert, daß intermittie- ders deutlich werden. He=, ä
Lır. Talbot: Gilberts Ann. (1837). - Ai
höhere Schmelztemperaturen und rende Beleuchtung relativ schwächer Pogg. Ann. 53, 495; 58, 535 (1843). - (Instrumentenbeziehung).
meist auch höhere Festigkeiten. Bei wirkt als kontinuierliche. Im übrigen Schuster, A.: Theory of Optics. 17} Umgekehrt kann die T. auch bei be-
Stoffen mit mehreren verschiedenen sind bei der photographischen Platte Talbotsche Streifen, s. Talbotsche kanntem äußerem Feld zur Messung
Substituenten kann auch mehrfache geringe Abweichungen vom T.G. so- Linien. von Strömen benutzt werden, wozu
T.vorkommen. wohlin positiver als auch in negativer Tamm, Igor Eygenowitsch. Russ. sie auch ursprünglich gedient hat. [24]
Lir. Wolf, K. A.: Struktur und physikal.
Verhalten’ der Kunststoffe. Berlin-Göt-
Richtung gefunden worden, was nach Physiker. Geb. 8.7.1895 in Wladi- Tangentialbeschleunigung, s. Be-
tingen-Heidelberg 1962. - Holzmüller, den Untersuchungen Kochs von der wostok, 'gest. 12.4.1971, Seit 1924 schleunigung.
W., und K. Altenburg: Physik der Emulsion, der Verarbeitung, den Prof. in Moskau. T. erhielt gemein- Tangentialschnitt, svw. Meridional-
Kunststoffe. Berlin 1961. [41] Chemikalien usw. abhängt. Man soll- sam mit P. A. Tscherenkow und I. M. schnitt, s. Hauptschnitt.
Talbotsches Gesetz. Das T. G. sagt te daher aufalle Fälle bei Benutzung Frank den Nobelpreis für Physik 1958 Tankentwickler. Während die Ent-
aus, daß das Auge bei einer Reihe des rotierenden Sektors für photogra- für die Erforschung und Deutungdes wicklung einer einzelnen photogra-
von durch Dunkelpausen getrennten phische Zwecke mit Kritik zu Werke Tscherenkow-Effekts (s. Cerencov- phischen Aufnahme in horizontaler
Lichtreizen den gleichen Helligkeits- gehen. Strahlung). [43] Lage in einer flachen Schale unter
eindruck erhält, wie wenn die Summe
Lir. Angerer, E. v.: Wiss. Photographie.
7. Aufl. Braunschweig 1959. (17) Tandembeschleuniger. Wenn man leichtem Schaukeln erfolgt, ist man
der Lichtreize gleichmäßig (mit einer Talbotsche Linien (Talbotsche Strei- Protonen in einer Beschleunigungs- bei Massenentwicklung von Platten
kleineren, mittleren Intensität) über fen). Deckt man in einem Spektral- röhre mittels Hochspannung eines oder Filmen auf die Tankentwicklung
das gesamte Beobachtungsintervall apparat unmittelbar hinter dem dis- *Bandgenerators beschleunigen will, angewiesen, bei der die Bilder in
verteilt wäre. Erst die Gültigkeit des pergierenden Prisma die halbe Öff- läßt sich ihre Endenergie durch einen senkrechter Lage entwickelt werden.
T. G. machtden rotierenden *Sektor nung des Fernrohrobjektives durch Kunstgriff verdoppeln: Man be- Bei Filmbändern kommen durch Um-
zu einem brauchbaren Lichtschwä- eine durchsichtige Glasplatte von z. schleunigt zuerst negative H-Ionen spulen mittels von außen betätigter
chungsinstrument in der Photome- B. 0,1 mm Dicke ab, indem mandiese auf die der Spannung entsprechende Kurbeln die einzelnen Teile nachei
trie. Blickt man durch einen rotieren- ‘von der violetten Seite des Spektrums Energie, lädt sie um, indem man sie ander der Entwicklerflüssigkeit in
den Sektor mit dem Öffnungswinkel in den Strahlengangschiebt, dann ist durch Materie treten läßt (d. h. be- Berührung und es entsteht von selbst
& gegen eine leuchtende Fläche der das Spektrum einer weißen *Licht- raubt sie der beiden Elektronen) und eine gewisse Bewegung zwischen
Leuchtdichte e, so scheint die Fläche quelle von einer Reihe schwarzer, läßt sie als positive Protonen diesel- Schicht und Entwickler. Bei der
nur noch die Leuchtdichte e &/360° dem Spalt parallelerStreifen (Talbot- be Spannung umgekehrt durchlaufen, »Standentwicklung« von Platten in
zu besitzen. Fährt man in der Eisen- sche Streifen) durchzogen. Diese wodurch sie nochmals dieselbe Ener- Nutentrögen fällt dies fort, was in
bahn an einem Zaun entlang, so er- Streifen kommen dadurch zustande, gie hinzugewinnen. Eine derartige extremen Fällen zu einer Beeinflus-
scheint das dahinterliegende Gelände daß die Strahlen der abgedeckten Ob- Vorrichtung nennt man T. Man er- sung der Entwicklung von Nachb;
aus dem gleichen Grunde in der Hel- jektivhälfte gegenüber denen der un- reicht mit ihr Protonenenergien von partien führt, da das an stark expo-
ligkeit vermindert. Die Aufeinander- abgedeckten eine Gangdiflerenz vom 15 MeV und darüber.[1] nierten Stellen entstehende Bromkali
folge der Lichtreize muß genügend Betrag (n-1)d erhalten (n Bre- Tangentenbedingung, 5. Airysche in der Nachbarschaft verzögernd
rasch erfolgen, da sonst kein stetiger chungsquotient der eingeschobenen Tangentenbedingung. wirkt. Deshalb haben moderne Ent-
Helligkeitseindruck entsteht, sondern Platte, d ihre Dicke). An denjenigen Tangentenbussole, ein Vorgänger der wicklungstanks eine Rührvorrichtung.
ein Flimmern. Das T. G. ist nicht - Stellen des Spektrums, an denen derzeitigen Strommesser, besteht aus Lt. v. Angerer: Wissenschaftl. Photo-
graphie. Leipzig 1959. - Mutter, E.: Die
wie es vielleicht scheinen könnte - (n—1)d gerade den Wert 4/2, bzw. einer kreisförmigen, flachen Spule wissenschaftliche
eine Selbstverständlichkeit, sondern eines ungeradzahligen Vielfachen von mit dem Radius r von n Windungen, und angewandte Photo-
graphie. Bd. 5. Die Technik der Nega-
bezeichnet im Gegenteil eine bemer- A/2 annimmt, erscheinendie Streifen, in deren Mittelpunkt eine freischwin- tiv- und Positivverfahren. Wien 1955.
kenswerte, physiologische Eigenschaft da sich hier die Strahlen der beiden gende Magnetnadel angebracht ist.
unseres Gesichtssinnes. Das T. G. hat Objektivhälften durch *Interferenz Das Instrument gestattet eine einfache » Reaktor hoher Leistung,
sich bei allen Nachprüfungen bi auslöschen. Schwieriger zu erklären Messung der Horizontalintensität des dessen Spaltzone, Reflektor und ther-
als gültig erwiesen. Die photograp! ist die Tatsache, daß die Talbotschen Erdfeldes. Dazu wird die Spulen. mische Abschirmung von einem
sche Platte verhält sich in dieser Be- Streifen nur auftreten, wenn mandie ebene im stromlosen Zustand in di Druckbehälter umgeben sind. Der
ziehung weitgehend ähnlich wie das Glasplatte von der violetten und durch die Magnetnadel angezeigte Druckbehälter befindetsich in einem
Auge. Die zu einer bestimmten Be- nicht von der roten Seite her ein- Richtung des magnetischen Meridians offenen Wasserbecken; doch sind im
lichtung gehörige Schwärzung wird schiebt. Dies ist zuerst Airy unter gebracht. Bei Stromdurchgang wirken Gegensatz zum Wasserbeckenreaktor
im wesentlichen nur durch die insge- Zuhilfenahme der Beugunggelungen. auf die Nadel die Drehmomente von (wimming, pool reactor) Kühlmittel
zwei aufeinander senkrechtstehenden und Abschirmunggetrennt. [7]
72 73
Tanksches Gebiet Teilchenbild

Tanksches Gebiet, s. Belowsches Ge- sches *Atommodell) werden als T. bis auf ihr Tau erscheint (Daniell Tauwasser, svw. Kondenswasser, s.
biet, solche Bahnen eines äußeren Elel 1820, Regnault 1845; Abänderungen Kondensation und Schwitzwasser. [9]
Tapetenphänomen. Blickt man auf tronsbezeichnet, welche infolgeihrer von Nippoldt, Oberfläche reinen Taylor- Instabilität, s. Viskosimetrie,
ein enges Tapetenmuster oder einen starken Exzentrizität in das näher um Quecksilbers, Alluard usw.). Objek- Taylor-Verfestigung ist der Verfesti-
regelmäßig geflochtenen Drahtzaun, den Kern herum befindliche Gebiet tive Beobachtung ist mittels Photo- gungsanteil, der durch eine Erschwe-
so werden zuweilen von den beiden der inneren Elektronen »eintauchen«. zelle möglich. Zur besseren Festle- rung der Versetzungswanderung in-
Augen nicht ein und dasselbe Ele- Zustände, z. B. der *Alkaliatome, gung des Wertes für den Taupunkt folge der Spannungsfelder, die durch
ment, sondern verschiedene Elemente welche solchen T. entsprechen, zeigen wird empfohlen, das Mittel der Tem- die mit wachsender *Abgleitung im-
zu einem Raumeindruck vereinigt. daher besonders starke Abweichun- peraturen beim Erscheinen und (nach mer zahlreicher werdenden *Verset-
Dadurch ergibt sich eine sehr starke gen von den entsprechenden Zustän- langsamer Erwärmung) beim Ver- zungen hervorgerufen werden, gebil-
scheinbare Verlagerung des Musters dendes *Wasserstoffatoms. [1] schwinden des Taus zu nehmen. Bei det wird (s. Verfestigung). [15]
hinsichtlich der Entfernung, in der es Tauchelement, ein galvanisches Ele- geringen Feuchtigkeitsgehalten in TCP-Theorem, s. CPT-Theorem.
gesehen wird. Gelegentlich scheint ment, bei dem die Metallelektrode strömenden Gasen kann mit flüssiger Technetium, das chemische Element
der Zaun hinter den Gegenständen zu nur für die Dauer der Stromentnah- Luft gekühlt werden, wobei von der Ordnungszahl 43 (chem. Symbol
liegen, vor denen er sich tatsächlich. me in den Elektrolyten eingetaucht außen durch ein Fenster beobachtet Te), das lange Zeit eine Lücke im
befindet. [18] wird. Periodischen System der Elemente
wird. [25] Ein Taupunkt-Schreiber wurde z. B.
Target, englischer, auch in das deut- Tau-Meson (z-Meson, Tauon) ist folgendermaßen ausgeführt: Der bildete underst 1947 von Perrier und
sche Schrifttum übergegangener Aus- eine alte, dem Zerfall des geladenen Spiegel kann durch eine Kühl- und Segr& durch den radioaktiven Zerfall
druck für das Materiestückchen oder *K-Mesons in 3 x-Mesonen zugeord- Heizvorrichtung zwischen -72 °C von. künstlich radioaktiven Molyb-
die Folie, auf die man eine energie- dänisotopenerhalten wurde.
reiche Strahlung auftreffen läßt, um nete Bezeichnung für dieses. Sie und +38 °C erwärmt werden. Mittels Heutesind 14 Isotope (nebst zahlrei-
in ihr Kernumwandlungen, künstliche stammt aus der Zeit, als man wegen Photozelle in Brückenschaltung und chen Isomeren) mit Massenzahlen
Erzeugung von Elementarteilchen keiten des Zahl
der großen von Zerfallsmöglich- Verstärkung wird jeweils die Tempe- zwischen 92 und 105 bekannt, welche
oder ähnliche Vorgänge zu bewirken. Vielzahl vonK-Mesons noch an eine
Teilchen glaubte. [7]
ratur so eingestellt, daß der Spiegel
an der Grenze des Beschlagensist. durchweg radioaktiv sind. Einige dar-
Im deutschen ist die Bezeichnung Tauon,s. Tau-Meson. Die Temperatur wird von einem unter sind sehr langlebig, z. B. Tc 98
»Auffänger« vorgeschlagen.[1] Thermoelement aufgenommen und mit 1,5.10°a Halbwertszeit, und
Tarnung (Camouflage), die Erschei- Taupunkt ist die Temperatur z, bei können teilweise auch in wägbaren
nung, daßseltene Elementein Gitter- der sich in einem gegebenen Luft- registriert.
Auch Halbleiter-Elemente sind für Mengen gewonnen werden. Das me-
stellen eines anderen, häufigeren Ele- oder Gasvolumen (Temperatur ı) tallische T. wird bei 11°K supra-
mentes Plätze einnehmen und daher durch Abkühlung Tau infolge von
automatisch arbeitende Taupunktsge-
schwer nachweisbar sind (versteckt Kondensation niederschlägt. tät verwendet wurden, leitend.

sind). Das ist möglich, wenn die Ra- Der zu ? gehörige Sättigungsdruck Lit. Gerthsen, P., I. A. Gilsing und M. Lit. Graewe, H.: Tabelle der stabilen

dien beider Elemente sehr ähnliche läßt sich aus einer Tabelle entneh-
van Tol: Philips Techn. Rdsch. 21, 211 und Radio-Nukleide. Bonn 1965.[1]
Teilabschnitt, Teilungseinheit einer
(1959). 110]
sind und sehr ähnliches chemisches men, die Druck und Dichte (bzw. Tautochrone nennt man die Bahn- Strichskale. Man spricht z. B. bei
und physikalisches Verhalten vor- Wassergehalt der Luft oder eines kurve, auf der ein Massenpunkt m zu Neigungswaagen vom Gewichtswert
liegt, Sie sind deshalb sehr schwer zu Gases) in Abhängigkeit von der Tem- führen ist, wenn er - nur von der eines Teilabschnitts, allgemein bei
trennen. Besonders kommtes bei den peratur wiedergibt. Er ist zugleich Schwerkraft mg beschleunigt - den Meßgeräten vom Wert eines Teilab-
seltenen Erden vor, weshalb_diese der Partialdruck bei der Temperatur Höhenunterschied zwischen beliebi- schnitts. Dasist dann der *Skalen-
auch so spät entdeckt wurden.So fin- 1. Der aus einer Tabelle eninommene gen Punkten A und einem festen Wert dieses Meßgeräts (a. Skale).
det sich Ce und Dy stets zusammen muß (Wasser-)Dampfgehaltswert für 7 Punkt B (s. Abb.) stets in gleichen B2}
mit Th im Monazit. Aber auch bei für den Bezug auf 1, die ur- Teilchenabsorption, eine Atom- oder
einigen nicht zu den seltenen Erden sprüngliche Lufttemperatur, mit Kernwechselwirkung, bei derdas ein-
gehörenden Elementen findet man T. 273 # 21273 + 1) multipliziert wer- A fallende Teilchen als freies Teilchen
$o findet sich fast immer Ga mit Ai Abkühlung auf 7 (das
den, da die Luft Gas). bei der
ihr Volumen ver-
verschwindet. Darunter fallen z. B.
zusammenund Hf fast immerin allen minderthat. dm alle Neutronenreaktionen, mit Aus-
Zirkonmineralien. ‚nahme der Streuung. [7]
Lit. Goldschmidt, V. M.: Kristallche- Gelegentlich spricht man vom »sau- B Teilchenbild. Die elementaren Bau-
mie. Hdwb. der Naturwiss. V. 2. Aufl. ren Taupunkt« und meint damit die mg teine der Materie sind in einer eigen-
Jena 1934. - ders.: Geochemische Ver- Temperatur, bei der sich |
teilungsgesetze der Elemente I bis VIII. hen aus Schwefelsäure Zeiten durchlaufen soll. Die Schwin- tümlichen Weise unanschauliche Ge-
Oslo, Math.-Naturw. Kl., 1923-1926. [8] erschlagen. Dieser Punkt ist für die gungsdauereines auf der T. schwin- bilde, Sie haben sowohl die Eigen-
Taschenionisationskammer, luftäqui- Kondensation aus Feuerungsgasen genden Massenpunktes ist von der schaft eines Teilchens wie die einer
yalente *Ionisationskammer(mitluft- und die damit zusammenhängende Schwingungsweite (beliebiger Größe) Welle (s. Dualismus von Welle und
äquivalentem Wandmaterial) in klei- Korrosionsgefahr von Bedeutung. [9] unabhängig. Huygens hat, anläßlich Teilchen). Nun kann unsere Vorstel-
nen Ausmessungen, die das Tragen Taupunktsbygrometer sind *Hygro- einer Untersuchung über die Pendel- lung diese beiden Eigenschaften nicht
in Taschen ete. erlaubt. [28] meter, mit denen die *Feuchtigkeit uhr die T. als Zykloide erkannt. S.a. an einem einzigen Gebilde vereinigen,
Tast-Thermometer, svw. Thermona- aus dem *Taupunkt bestimmt wird. Brachistochrone und Pendel, Ab- denn sie stellen vollkommene Gegen-
del, s. Temperaturmessung.[9] Eine hochglanzpolierte Metallfläche schnitt Zykloidenpendel. [20] sätze dar. Man kann sich daher das
Tauchbahnen.In der älteren Theorie wird mit Hilfe einer leicht verdamp- tautozonal, sind Flächen in der glei- Blementargebilde, das so widerspre-
des *Atombaus (Bohr-Sommerfeld- fenden Flüssigkeit so weit abgekühlt, hen *Kristallzone. [8] chende Eigenschaftenin sich trägt, im
14 75
Teilchengröße Telegraphie, drahtlose
Sinne der klassischen Physik nicht hervorbringt, Dies ist - angesichts der *Oberschwingungen. $. a. Fourier- geneinheit berücksichtigt; S heißt Ab-
verdeutlichen. Man kann nur Bilder winzigen Größealler dieser Teilchen Analyse.[12] leitung,
von ihm machen, und zwar entweder nurder Fall, wenn sie eine genügend Teilstrahlungspyrometer, s. Pyrome- Durch Elimination von 7 erhält man
ein T. oderein Wellenbild. Keines der hohe kinetische Energie haben. Bei ter. die partielle Differentialgleichung 2.
beiden Bilder liefert eine durchge- einer Energie z. B. von 1 MeVbesitzt Teilstrich, Teilungsmarke auf einer Ordnung
hend richtige Beschreibung des Ver- jedes Teilchen 16 J, eine Energie, die Strichskale (s.a. Skale). [32] BU au
haltens des Elementargebildes, da sich mit empfindlichen Meßgeräten Teilstrichabstand (einer Strichskale), -RSU+RCHLS+
eben immer Züge des anderen Bildes Ohneweiteres nachweisen läßt. Abstand zwischen zwei benachbarten
vorhanden sind und mitspielen. Die Teilchen, welche zunächst eine zur Teilstrichen, ausgedrückt in Längen- Eu
Grenze der Anwendbarkeit jedes der Zählung’ zu geringe Energie haben, ‚oder Winkeleinheiten. [32]
beiden Bilder wird durch die *Unbe- wie etwa die durch sichtbares Licht Teiltöne, Partialtöne, s. Klang. [12]
stimmtheitsbeziehung angegeben, die ausgelösten Photoelektronen, lassen Teilversetzung (auch Halbversetzung) hung erhält man für / durch Elimi-
ausdrückt, wie weit die Begriffe des sich häufig dadurch zählen, daß man ist häufig in gewissen Zusammenhän- nation von U. Jede dieser Gleichu
T., wie Ort und Impuls, oder die Be- sie zuerst durch ein beschleunigendes gendie Bezeichnungfür die Shockley- gen heißt T., da sie in der theoreti-
griffe des Wellenbildes gebraucht elektrisches Feld auf die notwendige schen sessilen unvollständigen Ver- schen Telegraphie zur Untersuchung
werden dürfen. Soweit man eine ge- hohe Energie bringt. Die Zählung setzungen.[15] der Ausbreitung von Stromimpulsen
nauere Beschreibung erreichen will, selbst geschieht fast stets über die Telecuriegerät, medizinisch verwende- über lange Leitungen zuerst einge-
als dies innerhalb eines Bildes mög- ionisierende Wirkung der Teilchen te Bestrahlungseinrichtung, bei der 'hender behandelt werden.
lich ist, muß man zur Quantelung beim Durchgang durch Materie (s. die Strahlung starker radioaktiver Lit. Wagner, K. W.: Elektromagnetische
übergehen. Damit verliert dann aber Ionisation). Bei Teilchen, welche Präparate zur Behandlung von Pa- Wellen. Basel-Stuttgart 1953. [2]
die mathematische Beschreibung den selbst nicht (z. B. Neutronen) oder tienten ausgenutzt wird. Die Bestrah- Telegraphie, drahtlose, beruht auf
»anschaulichen« Hintergrund. - Zur nicht genügend (Photonen) ionisieren, lung mit Hilfe eines T. erfolgt aus der Eigenschaft hochfrequenter elek-
Ergänzung s. Dualismus von Welle werden erst durch Sekundärprozesse größerem Abstande bei stark ausge- tromagnetischer Wellenfelder, sich im
und Teilchen; Komplementarität; ionisierende Teilchen ausgelöst und blendetem Bestrahlungsfeld. [28] freien Raum mit der Geschwindigkeit
Quantelung; klassisch; Physik, mo- diese dann gezählt. Telegraph, s. Fernschreibmaschine, © = 2,99793 - 10° m/s
derne. [7] Zur Zählung der ionisierenden Teil- Morsetelegraph. auszubreiten und in großer Entfer-
Teilchengröße. Bei der Untersuchung hendienen *Szintillationszähler (ho- Telegraphengleichung, partielle Dif- nung vom Ursprungsort (Tausende
des Feinbaues der *Gleitlamellen he zeitliche Auflösung), *Ionenkam- ferentialgleichung für die Spannung von Kilometern entfernt) noch nach-
vielkristalliner Werkstoffe mit Hilfe mer, *Spitzenzähler und vor allem U oder den Strom I auf einer homo- weisbar zu sein. Die Erfindung geht
von Röntgen-Strahlen, mißt man i. das *Zählrohr. Aber auch andere genen elektrischen Leitung aus zwei auf Marconi zurück (1895). Die Sen-
allg. die Breite der Debye-Scherrer- Vorrichtungen, welche einzelne Teil- geraden parallelen Drähten, von de-
deanlagen wurden über zwei Jahr-
Linien. Dabei geht man davon chenerkennen lassen, wie die Wilson- nen einer als Hinleitung, der andere zehnte lang mit Funksendern, die
daß die Gleitlamellen mit den kol sche Nebelkammer, die Blasenkam- als Rückleitung dient. - Beide Grö- Empfänger mit Frittern oder *Detek-
renten Gitterbereichen identisch sind. meroderdie photographische Schicht, Ben sind i. allg. Funktionen des Ab- toren betrieben, wobei die Konstrul
Die einwandfreie Berechnung ihrer können zur Zählung dienen. stands x vom Leiteranfang und der
Größe,also der T., ist dadurch mög- Lit. Riezler, W.: Kernphysik. 6. Aufl. Zeit t; der Strom hat in irgendeinem tion dieser Apparate eine stetige
lich, daß man die Linienbreite in München1959. [1] Abstand x in jedem Augenblick auf Fortentwicklung durchlief. Die Ein-
Teilchenzahloperator, s. Erzeugungs- der Rückleitung den entgegengesetzt führung der *Elektronenröhre (um
einen Teilchengrößen- und einen
Spannungsanteil zerlegt. Untersu- und Vernichtungsoperatoren. gleichen Wert wie auf der Hinleitung. 1920) hat die technische Ausführung
chungen z. B. an gewalztem Kupfer- Teildispersion, svw. *Dispersion, par- Den Zusammenhangzwischen U und beider Anlagen auf eine völlig andere
blech mit einem Walzgrad oberhalb tielle. [9] I vermitteln folgende zwei Differen- Grundlage gestellt. Seit jener Zeit
etwa 5% ergaben mit dieser Methode Teildruck, s. Partialdruck. tialgleichungen der Leitung: Ist Rı wird der hochfrequente Wechsel-
eine T. von etwa 4- 10°%cm; es wird Teilentladung oder Partialentladung. der. Widerstand der Hinleitung, Ra strom — es kommen Frequenzen zwi
also etwa jede hundertste *Gleitebene Entlädt sich eine elektrische Schwin- derjenige der Rückleitung, jeweils auf schen 10° und 10° Hz in Frage - in
betätigt. ‚gungübereine Funkenstrecke, so tre- die Längeneinheit bezogen, R=Rı+Ra einer mit Elektronenröhre und
Lır. Kochendörfer, A.: Plast. Eigen- ten darin einzelne Teilfunken oder und L die Selbstinduktion je Längen- Schwingungskreis ausgestatteten, evil.
schaften von Kristallen und metall. auch T. auf. Auch der *Blitz bewegt einheit der Leitung, so gilt mittels eines Schwingquarzes beson-
Werkstoffen. Berlin 1941. Kochendör- sich in einzelnen Teilentladungen ders stabilisierten Sendestufe erzeugt,
fer, A.: Z. Kristallograpl 101 (1939)
und 105 (1943). — Glocker, R.: Material-
ruckweise vor. [23] au
-ZuRI+Ly-
3 in mehreren Verstärkerstufen auf die
Teilflächner, Kristallformen, die nur für die Ausstrahlung gewünschte
prüfung mit Röntgenstrahlen. 3. Aufl. mit einem Teil (dem halben,vierten Energie verstärkt und durch eine -
Berlin 1949.[15] oder achten Teil) der Flächen der ‚Andererseits besteht die Beziehung *Antenne abgestrahlt. Letztere kann,
Teilchenspektrum, Synonym für vollflächigen *Kristallklassen auftre- a_ au je nach Bauart, entweder ein kreis-
*Massenspektrum oder für *Meso- ten. [8] -yTSU+rCcH- symmetrisches 'Wellenfeld erzeugen
nenspektrum. [7] Teilkapazität, s. Kapazität. (Rundfunk) oder aber schmale, ge-
Teilchenzählung. Die Zählungeinzel- Teilschwingungen, Partialschwingun- Hierin ist C die Kapazität je Längen- richtete Wellenbündel abstrahlen. Am
ner Teilchen, wie Elektronen, Proto- gen. Ein schwingungsfähiges System einheit; außerdem ist ein Leitungs- Empfangsort wird der kleine Anteil
men, Neutronen, «-Teilchen usw. kann allg. mehrere, u. U. auch un- strom SU durch das eventuell halb- der gesendeten Energie, der in den
setzt voraus, daß jedes einzelne von endlich viele T. durchführen, also ne- leitende Dielektrikum zwischen den Bereich der Empfangsantenne ge-
ihnen eine nachweisbare Wirkung ben der *Grundschwingung noch Leitern durch den Leitwert 5 je Län- langt, von dieser aufgenommen und
76 7
Telemeter Temperatur
kann nunmehrin einem Schwingungs- Brennweite. Außerdem wirkt sich die das unmittelbar in der Leitung zum gleichzeitig in die Flüssigkeit treten
kreise, der sich in *Resonanz mit der negative Brechkraft günstig auf die Amt liegt, und in der Hörmuschel zu lassen. Außerdem hatdie T. ge-
verwendeten Frequenz befindet, einen Petzval-Summedes Gesamtobjektives ein T., das mit der Amtsleitung über genüber anderen bekannten Metho-
Wechselstrom erzeugen, der sich be- aus, so daß die Beseitigung des Astig- einen 'kleinen *Übertrager (Indukto- den noch weitere wesentliche Vorzü-
liebig verstärken läßt. matismus leicht wird. Das sammelnde elt ist. - Eine Sonder- ge: beim Einbringen des Färbemittels
Die drahtlose Nachrichtenübertragung Vorderglied wird, auch bei geringer st der Kopfhörer. - Bei verursacht die T. nur verhältnismä-
erfolgt in der Weise, daß entweder Gesamtapertur hinsichtlich seines den bislang genannten Verwendungs- Big kleine Störungen der Strömung;
die Intensität der abgestrahlten Welle Öffnungsverhältnisses stark bean- arten beträgt der Leistungsbedarf des die Färbung läßt sich mit Hilfe eines
durch geeignete Beeinflussung einer sprucht. Liegt die Eintrittspupille im T. höchstens ImW. - Zur Abgabe Impulsgebers zeitlich sehr genau steu-
Verstärkersiufe Veränderungen un- Vorderglied, so gelingt die astigma- größerer Schalleistungen befähigt der ern.
terworfen wird (Amplitudenmodula- tische Korrektionallein mit dem zer- Lautsprecher, bei dem die Membran Lrr. Wortmann, F. X.: Z. f. ang. Physik.
tion) oder aber die Sendefrequenz um streuenden Hinterglied, so daß dann ihre Bewegungsenergie auf größere 6. Heft (1953). [11]
geringe Beträge variiert wird (Fre- die Bildfeldfehler mit dem Hinter- schallabstrahlende Flächen überträgt. Temperatur. Über den Begriff der T.
quenzmodulation). - Soweit es sich glied, der Öffnungsfehler und die Si- Der elektrische Leistungsbedarf kann s. Temperaturskala.
um die bei der Telegraphie übliche ‚nusbedingung hauptsächlich im Vor- hierbei mehrere W betragen. 1. Absolute T.., s. Temperaturskala.
Übermittlung von *Morse-Zeichen derglied korrigiert werden. Besser ist, Lrr. Goetsch: Taschenbuch f. Fernmel- 2. Äquivalente T. ist_ diejenige
handelt, wird der Sender bei Ampli- namentlich im Hinblick auf die Ver- ‚detechniker. 3. Teil. München 1953. [26] (T + AT) trockenerLuft, deren Wi
tudenmodulation mittels einer sinus- zeichnung und die perspektivische Teleskop, s. Fernrohr. meinhalt gleich dem Gesamtwärme-
förmigen Spannung von 800 oder Wirkung, die Aperturblende in dem teleskopisch, svw.*afokal. [18] inhalt der betrachteten Feuchtluftist.
1000 Hz moduliert; diese Spannungs- Luftabstand zwischen den Teilsyste- Teller, Edward. Amer. Physiker. Geb. Die dem Feuchtigkeitsgehaltentspre-
quelle wird im Rhythmus des Morse- men anzuordnen.[18] 15.1.1908 in Budapest. 1929-34 an hende Temperaturdifferenz,d. h. die
Zeichen ein- bzw. ausgeschaltet. Bei Telephon, elektromagnetischer Ap- der Univ. Kopenhagen tätig, 1935 Temperatursteigerung, die man mit-
Frequenzmodulation werden statt parat zur Umwandlung von elektri- Prof. für Physik an der George- tels der Kondensationswärmedes vor-
dessen Frequenzsprünge um 800 oder schen Wechselströmen in Schallwel- Washington-Univ, in Washington. 'handenen Wasserdampfes bei trocke-
1000 Hz durch die Morse-Tastung len, besteht aus einer am Rande ge- Danach amCalifornia Radiation La- ner Luft erreichen könnte,ist
herbeigeführt. Das letztere Verfahren halterten Membran aus dünnem boratory. T. war maßgeblich an der AT = 1560 pIpo
ist insbesondere für die Übermittlung Eisenblech, die einem kleinen huf- Entwicklung der Wasserstoffbombe
der positiven und negativen Elemen- eisenförmigen Permanentmagneten beteiligt. [43] (p Partialdruck des Wasserdampfes,
te des Fünferalphabets der Spring- derart gegenüberliegt, daß sie den ma- Tellurmethode. Die von F. X. Wort- Pa Gesamtdruck). Bezieht man auf
schreiber (s. Fernschreibmaschine) gnetischen Kreis nahezuschließt. Die mann durchgebildete T. eignet sich Eis, nimmt man also an, daß der
geeignet. Bei beiden Sendeverfahren Pole des Permanentmagnetensind zu- zur optischen Beobachtung und Mes- Wasserdampf der Luft in den festen
läßt sich die ankommende Welle im sätzlich von kleinen Spulen mit etwa sung von laminaren Wasserströmun- Aggregatzustand übergeführt wird, so
‚Empfänger durch Gleichrichter- bzw. 1000 Windungen sehr dünnen Kup- gen. Zur Anfärbung des Wassers be- ist
Überlagerungsschaltungen demodu- ferdrahtes (Telephonspulen) umge- nutzt man dünne Stahldrähte, die im = 1770 plpo .
lieren und durch Abhören oder mit- ben. Fließt durch diese Spulen ein Vakuum mit einer dünnen Tellur- Das Abkühlungsgesetz für einen
tels Farbschreiber aufnehmen. Wechselstrom, so wird das Feld des schicht bedampft worden sind. Ver- Feuchtkörper ist dem Newtonschen
Lır. Kotowski-Wistar: Drahtloser Über- Permanentmagneten durch dessen wendet mandiesen Draht als Katho- (s. Abkühlungskurven) für einen trok-
seeverkehr. Leipzig 1941. - Vogt, G.; Wirkung abwechselnd verstärkt und de, irgendeine Metallfläche im Was- kenen gleich, wenn statt der. wahren
Verfahren der drahtlosen Nachrichten-
übertragung. Elektron 3, 457 (1949). [26] geschwächt. Die Membran gerät in ser als Anode und das Wasser als die Aquivalent-Temperatur eingesetzt
Telemeter, s. Entfernungsmesser. entsprechende Schwingungen und er- elektrolytischen Leiter, so gehen beim wird.
Telemetrie. Unter T. versteht man zeugt demgemäß Schallweilen. - Um- Stromdurchgang von der Tellurober- 3. Charakteristische T. (Debye-Tem-
die Meßwerteübertragung von einem gekehrt kann man das T. auch als fläche Ionen in die Flüssigkeit; diese peratur). Die Gitterenergie eines Kri-
Erzeuger für Sprechwechselströme werden durch sekundäre Reaktionen stalls setzt sich aus der potentiellen
fliegenden, unbemannten Satelliten, benutzen, indem man gegen die in elementares Tellur umgewandelt,
Raketen- oder Ballongerät zu einer Membran spricht. Bei der ersten Er- das dann kolloidal in der Flüssigkeit und aus der thermischen Energie zu-
Registrierstation am Boden. Zu die- findung durch Reis (1860), der noch schwimmt. Mit längsangeströmten sammen. Die letztere, die sich mit
sem Zwecke werden hochfrequente mit Stromunterbrechungen arbeitete, Tellurdrähten lassen sich sehr feine Hilfe der spezifischen Wärmekapazi-
Wellen frequenz-, impuls- oder pha- wurde das T. für Sendung und Emp- Strom- und Streichlinien erzeugen. tät berechnen läßt, ist bedingt durch
senmoduliert, so daß mehrere Meß- fang benutzt, desgleichen Bell (1872), Gibt man auf einen querangeström- Schwingungen der Gitterpunkte um
werte gleichzeitig und kontinuierlich der das T. bedeutend verbesserte und ten Tellurdraht einen kurzzeitigen ihre Ruhelage.
übertragen werden können. [33] zur Anwendung von Stromschwan- Stromstoß, so bildet sich eine »Tel- Über diese thermischen Schwingun-
Teleobjektiv nennt man die Kombi- kungen überging. Inzwischen ist je- lurwolkes aus, deren Form das Ge- gen machte Debye(1912) die Annah-
nation eines vorderen positiven Teil- doch das T. für die Erzeugung von schwindigkeitsprofil der Strömung me, daß sie das gesamte Gebiet der
systems mit einem in einem gewissen Sprechwechselströmen außer Ge- längs des Drahtes wiedergibt. Dieses im (als Kontinuum aufgefaßten) Kri-
Abstand angeordneten negativen Teil- brauch gekommen, weil es unzur Verfahren dient vornehmlich zur stall möglichen elastischen Schwi
system. Man erreicht damit eine im chende Stromschwankungsenergielie- Messung laminarer Grenzschichtpro- gungen umfassen mit einer oberen
Vergleich zu der gesamten Brennwei- fert; zu diesem Zwecke wird heute file. Es wird ermöglicht durch die be- Grenzschwingungszahlvn. Die Größe
te kürzere Baulänge vom vordersten das “Mikrophonverwendet. - Die üb- sondere Eigenschaft der T., das Fär- hvm (h Planck-Konstante), geteilt
Linsenscheitel bis zur Bildebene als lichen Fernsprechapparate enthalten bungsmittel vonallen Stellen des Tel- durch die *Boltzmann-Konstantek,
bei einfachen Objektiven gleicher in der Sprechmuschel ein Mikrophon, Iurdrahtes oder auch mehrerer Drähte hvmik=6,
78 9
Temperatur Temperatur
ist eine für den betreffenden Stoff eine Strahlung gleich der des betrach- tischen T. der »kritische Druck« und
aus diesem Niveau einem Normal-
charakteristische Größe und wird, da teten Strahlers (Sternes) hat. Die ef- das »kritische Volumen« bzw. die druck von 1000 mb ausgesetzt wird.
sie die Dimension einer T. hat, die fektive T. ist in erster Näherung »kritische Dichte« zugeordnet. Diese
%. Pseudotemperatur, svw. schwarze
Charakteristische T. genannt. Sie eig- gleich der bolometrisch gemessenen »kritischen Daten« spielen bei der van
Ts. 22.
net sich besonders zur Darstellung Strahlungstemperatur. S. a. Sterntem- der Waalsschen *Zustandsgleichung A. Reduzierte T. ist diejenige T., die
der Temperaturabhängigkeit der spe- peratur, und bei vielen physikalischen Be- auf die kritische T. T« bezogen wird,
zifischen Wärmekapazität bzw. der 6. Eigentemperatur, s. dort.
atomaren Wärmekapazität €, beitie- 7. Eutektische T. ist die am eutekti- trachtungen eine wesentliche Rolle,also T/Tx. Sie spielt u. a. beim Ge-
fen T., die proportional zu (7/0) schen Punkte herrschende T. (s. Eu- Die Tabelle gibt einige Beispiele. setz der korrespondierenden Zustän-
mit dem tektikum), also die tiefste T., bei der
de (reduzierte *Zustandsgleichung)
gesetzt wird. ä
Schmelzpunkt T7,, dem Atomgewicht noch die flüssige Phase eines Systems krit. krit, krit. eine wichtige Rolle und gestattet in
M und dem Atomvolumen am vorhanden sein kann. Sie ist vom Temp. Druck Dichte vielen Fällen, z. B. bei der Darstel-
Schmelzpunkt V durch die Formel Druck abhängig. soft le lung der Verdampfungswärme, den
zusammen: 8. Farbtemperatur, s. 27, Farbtempe- Km Keim Kurveneinen universellen Verlauf zu
9 = 134. YT,IM
ratur u. Sterntemperatur. Wasserdampf +374,2 219,7 0,329
geben.
22. Schwarze T. Ein beliebiger Kör-
9. Geomeirische T., s. Temperatur-
228 0,06 per von der T. T strahle bei der Wel-
Wasserstoff -239,9 12,93 0,031
(@ und T in °K, V in cm’/g-Atom). skala, 2. Helium 2679 lenlänge A mit einer bestimmten Hel-
10. Gradiationstemperatur, s. Stern- Stickstoff 147,1 33,84 0,311
ligkeit. Mit Hilfe des Planckschen
temperatur. Kohlendioxyd + 31,0 73,7 0,46
11. Innere T.ist die T., die herrschen Luft, trocken —140,7 37,6 #Strahlungsgesetzes läßt sich dann be-
0,31
würde, wenn das betrachtete Gas bei S. a. Dampf. rechnen,welche (niedrigere) T. T,ein
derselben mittleren Energie der inne- schwarzer Körper haben müßte, um
15. Kryohydratische T., svw. eutek- bei
ren Freiheitsgrade im thermodynami- tische T., 5.7. der Wellenlänge A mit der glei-
schen Gleichgewicht wäre. Der Be- 16. Logarithmische T., s. Tempera- chen Helligkeit zu strahlen. Die T.
griff wird verwendet der theore- turskala. T, heißt die schwarze T. des Körpers
tischen Behandlung der Absorption 17. Oberflächentemperatur, s. Stern- und ist von der Wellenlänge ab]
gig. T, und T hängen zusammen nach
und Dispersion des Schalles und der temperatur.
der Formel
Wärmeleitung in Gasen mit mehr- 18. Potentielle T., in der Thermody-
atomigen Molekülen. namik der Atmosphärejene T., die 4 A
12. Ionisationstemperatur, s. Stern- ein Luftquantum annehmen würde, F,haan

(-)
wenn es von einem augenblicklichen Ts
temperatur.
13. Kinetische T. In der kinetischen Druckniveau (seiner augenblicklichen
*Gastheorie wird die mittlere kineti- Höhe über NN) adiabatisch auf ein
sche Energie Exın eines idealen Gases bestimmtes Normalniveau - als sol- [A (4, T) Absorptionsvermögen des
0 (auf ein Molekül bezogen) proportio- ches wird die 1000 mb-Fläche verwen- Körpers, c Lichtgeschwindigkeit, c»
nal zu seiner absoluten T, 7 gesetzt,
Temperaturabhängigkeit der atomaren unabhängig det — gebracht würde, Da zwei Zu- 2. Planck-Konstante], die für den
Wärmekapazität von Masse, Molekular- stände (7, pc) und (T, p) eines Ga- schwarzen Körper (wegen A=Dna-
ses, die durch einen adiabatischen
Wie gut die Debyesche Theorie mit gewicht und chemischer Beschaflen-
Prozeß ineinander übergeführt wer- ii
peratur.
il a. Sterntem-
den gemessenen Werten überein- it: Ex = ak T den können, durch das *Poissonsche 23. Statische T. ist in Gasströmungen
stimmt, zeigt die Abb., in der diese Gesetz diejenige T.. die für den thermodyna-
eingetragen sind, zusammen mit den (k Boltzmann-Konstante, f Zahl der To/T = (polp)" n (eo — co)/cn mischen Gaszustand maßgebend ist.
Kurven, die mit den charakteristi- Freiheitsgrade des Moleküls, 7 abso- Man würde sie wie mit einem in der
schen T. 396 °K für Aluminium bzw. lute T.). Die T. eines Gases wird also verbunden sind, ergibt sich für die
Strömung mitbewegten, strahlungs-
309 °K_für Kupfer berechnet wurden. bestimmt durch die kinetische Ener- potentielle T. & der Luft, weil die
S. a. T3-Gesetz. gie seiner Moleküle. Bei einatomigen spezifischen Wärmekapazitäten der geschützten Thermometer messen.
4 Debye-T., svw.. charakteristische Gasen (/ = 3) ergibt sich damit für Luft cp = 0,2405 und ce = 0,1719 be- Relativ gegen das Gas bewegte Ther-
5.3. die »kinetische T.« tragen, mometer messen durch Stau und Rei-
5.’Efektive T. Sie dient zur Charak- T=2Ewm/3k = MwA/3R 9=T (@ip>* bung eine höhere T. (s. Eigentempe-
terisierung der Gesamtstrahlung eines (M Molekulargewicht, R Gaskon- ratur).
Körpers und wird einem Strahler zu- stante, wn. die mittlere Geschwindig- Hierist po = 1000 mb, 7 die effektive 24. Strahlungstemperatur, s. Stern-
geordnet, dessen Gesamtstrahlung keit der Molekü T. und p der Druck in mb, beide be- temperatur.
bezogen auf die Fläche gleich derjeni- 14. Kritische T. eines Stoffes ist die zogen auf das Luftquantum, dessen 25. Thermodynamische T., s. Tempe-
gen eines *schwarzen Körpers mit höchste T., bei der eine Verflüssigung potentielle T. bestimmt werden soll. raturskala, 1.
dieser T.ist. Die effektive T.spielt in oder Verfestigung des Stoffes möglich 19. Pseudo-potentielle T. ist diejenige 26. Virtuelle T. Da Wasserdampf
der Astrophysik eine Rolle und wird ist. Die kritische *Isotherme hat im T., die eine feuchte Luftmasse anneh- leichter ist als Luft, besitzt feuchte
dort der Strahlungstemperatur eines *p,V-Diagramm im höchsten Punkt men würde, wenn sie feuchtadiaba- Luft eine kleinere Dichte als trockene.
Sternes gegenübergestellt, jener T. des Zweiphasengebiets einen Wende- tisch bis in ein Niveau, in dem sie Jene T.T,, die die trockene Luft statt
bei der ein schwarzer Strahler ü punkt mit waagrechter Tangente, den durch Ausfall des Wasserdampfes ihrertatsächlichen T. 7 haben müßte,
einem begrenzten Spektralbereich »kritischen Punkte. Dort ist der kri- den wesentlichen Teil ihrer Feuchtig- damitsie dieselbe Dichte hätte wie
keit verloren hat, gehoben und dann Luft mit dem Mischungsverhältnis q,
80

Temperaturbäder Temperaturerhöhung
heißt virtuelle T. Sie beträgt Für blankes Platin ist bei 1500 °K wichtige Rolle sen, daß der Name für die Tempera-
(wahre T.) die schwarze ewwa 1350 °K, peter, Hüssige wwreinheit »Grad Kelvin (K)« in
Ts = (1 + 0,604 q) T, die Farbiemperatur etwa 1480 °K. S. der werden meist elektrisch geheizt, »Kelvin (K)« geändert wird und »Kel-
wo 0,604 q den Virtuellzuschlag be- a. Eigentemperatur. T. von Fixster- bei technischen Anlagen auch mit Öl- vin« auch die Einheit für Temperatı
deutet. Der Begriff der virtuellen T. nen s. Sterntemperatur. oder Gasfeuerungen, und durch ge- differenzen (Temperaturintervalle) ist.
wurde 1877 von Guldberg und Mohn Lit. Robitzsch, M., Hdb. d. meteo- eignete Regelgeräte auf der gewünsch- S. Temperaturskala.
eingeführt(s. Feuchtigkeit). . rol. Instr. Berlin 1935, S. 2 Klein- ten Temperaturgehalten. Durch Um- Li. Sacklowski, A.: Physikal. Größen
und Einheiten, "Einheitenlexikon. Stutt-
27. Wahre T.ist diejenige T.T,die schmidt, E., und J. Reger: ebenda, S. wälzung des Thermostateninhalts gart
ein Körper etwa auf Grund einer Be- 422. - Wegener, A.: Thermodynamik d.
‚Atmosphäre. Leipzig 1911. - d’Ans und
muß man für Temperaturausgleich
innerhalb des Bades sorgen. zen 1966,
In der— Stille,
Physik.U.:Braunschweig
Messen und Rech-
1.
stimmung mit einem Berührungsther- Lax: Taschenb. Chem. u. Phys. Bd. 1.
mometer hat, Sie ist höher als die Berlin-Heidelberg-New Work 1967. — Temperaturdispersion, s. Viskoelasti-
schwarze Temperatur T, und nicht Kohlrausch, K. W. J.: Ausgew. Kapitel
Physik. Wien 1948. Henning, F.,
zität.
sehr von der *Farbtemperatur T7 ver- Hab. Phys. Bd.9. Berlin 1926.
schenbuch für Chemiker und Physiker.
Bd.1. Berlin - Heidelberg - New York Temperatureflekt der kosmischen
schieden. \ $. 450f. - Henning, F.; Temperatur- 1967. - Angerer, E. v., und H. Ebert: Strahlung in der Erdatmosphäre. Als
Ist A (T, A) das Absorptionsvermögen messung. Leipzig 1955. [6,9, 11, 17] Techn. Kunstgriffe bei physikal. Unter- Folge erhöhter Temperaturdehnt sich
des betreffenden Strahlers, E (T, A) Temperaturbäder.a) T. mit bestimm- suchungen. Braunschweig 1966.[9] die Luft aus. Die Erdatmosphäre
sein Emissionsvermögen und J (T, A) ten Temperaturen. Hierzu verwendet Temperaturbegrift, s. Temperatur-
skala.
reicht dann bei gleichem Druck höher
bzw. I (T,, A) das Emissionsvermögen man wie bei der Festlegung der Tem- hinauf als bei tieferer Temperatur.
des schwarzen Körpers bei T bzw. peraturfixpunkte (s. Temperaturska-
Temperaturbewegung, ungenauer Dafür die Intensität der kosmischen
T,soist la) siedende Flüssigkeiten oder
Ausdruck für *Wärmebewegung. [7]
Temperaturdiffeı Dadie Strahlung zerfallende Teilchen, die
EL, = AT, A IT, = schmelzende feste Körper unter ge- Temperatur im kalorischen *Vierer- Mesonen,bestimmend sind, wirkt sich.
= IT, A). nau definierten physikalischen Bedin- system als Grundgrößenart auftritt,
die verschiedene Höhe, in der diese
Unter Verwendung des Wienschen gungen, z.B. sicdende Flüssigkeiten müssen die T. wie auch die Tempeı
entstehen,auf die Intensität aus. Die-
Sırahlungsgesetzes wird bei Normaldruck (Siedebäder): tureinheiten als Grundeinheiten will- ssSchwankung bezeichnet man ala T.
2 Azeton 56°C kürlich festgelegt werden. Dies ge- Temperatureinheiten, s. Grad, Grad
+- 4 + mAl.A). Wasser 100°C schieht durch Festlegung des *Funda- Celsius, Grad Fahrenheit, Grad Kel-
Oderaber esist E(T, A) = PJ (TA), Anilin 189 °C mentalabstandes, was auf mehrere yin, Grad Rankine, Grad Reaumur,
und darausfolgt Naphthalin 218 °C Arten möglich ist: Temperaturskala.
afı 7) 1 “Inp-nA(t,a)
_ Schwefel 445 °C 1.80 Grad Reaumur,ist veraltet. Temperaturerhöhung an schnellen
(G- Unterhalb 0 °C werden eingesetzt 2. 100 Grad Celsius bzw. Grad Kel- Flugzeugen. Die ein Flugzeug um-
flüssiger Wasserstoff, Sauerstoff,Stick- vin, daher auch die Bezeichnung cen- strömende Luft erhöht ihre Tempe-
und auch stoff, Methan, Athylen, Meıhyl- tesimale Temperaturskala. Die sich ratur und die der Flugzeugoberfläche
afl_) = chlorid, Ammoniaku. a. hieraus ergebende Einheit für T, er- durch adiabatische oder feuchtadia-
ann) mr Durch Änderung des Druckes kann hielt die Bezeichnung: Grad, Kurz- batische Kompression infolge Stau
p. ist ein Proportionalitätsfaktor, cr die Siedetemperatur in gewissen Be- zeichen grd, englisch degree, franzö- und Reibung. Für die adiabatische
die 2. Planck-Konstante des Strah- reichen verschoben werden. sisch degr&, bei beiden Kurzzeichen Kompressionserwärmung errechnet
Für Temperaturen von 0° und darun-
lungsgesetzes. Es ist also nur solchen ter werden vorallem
deg.
Es wird also hierbei Unterschied
sich die T. a. s. F. Ar in Abhängig-
Strahlern eine Farbtemperatur zuzu- Eis und Wasser mit Zusätzen Mischungen von
gemacht zwischen Kelvin-Tempera-
keit von der Fluggeschwindigkeit v
von
turskalen und Celsius-Temperatur-
nach der Formel
‚ordnen, bei denen Salzen angewendet (z. B. 100 g Eis mit Ar = 3,87: 10° v* in grd.
1 1 143 g CaCle - 6 HxO gibt — 55 °C). S. skalen. Die Zeichen °, °K und °C
nUmtTR a. Kryohydrate und Kältemischun- dürfen hierfür nicht verwendet wer- Hiernach erhält man die in Tabelle 1
oder n. jen. angegebenen Werte der T. für ver-
au u Feste Kohlensäure (Trockeneis) hat 3. 180 Grad Fahrenheit bzw. Grad schiedene Flugzeuggeschwindigkeiten.
A(TA)=pe BL; D) bei Atmosphärendruck im Gleichge- Rankine. Die sich hieraus ergebende Die durch Messungen abgeleiteten
ist, wenn /= — Inp/es und u 1/7 wichtszustand eine Temperatur von Einheit für Temperaturdifterenzen Werte liegen 20 bis 25% unter den
ZT, gesetzt werden. u = 0 (also kohol — 78,5 °C. Durch Übergießen mit Al- wurde international nicht festgelegt, errechneten Werten.
Tr = T)gilt für »grauec Strahler. kann man sie in breiige Masse dadie 180-Grad-Teilung nur in Groß- Reibungs- und Kompressionserwär-
Nach Beobachtung bei zwei verschie- verwandeln. britannien und USA üblich ist; sie mung treten an dem umströmten
denen Wellenlängen Aı und Az ist Für hohe Temperaturen kommen Tabelle 1
auch schmelzende Metalle in Frage.
1 b) T. mit einstellbaren Temperaturen vinkmim | 100 200 300 | 400 | 500 | soo | 700 | soo soo |10m
(Thermostaten). Hierfür könnenviele tingrd [0,34 1,37 31 | 55 | 8,6 | 126 | 16,7 | 220 78 | 343
auch chemisch nichteinheitliche Stoffe
jeweils in bestimmten Temperaturbe-
reichen verwendet werden wie Was- wäreabersinngemäß degF bzw. degR Flugzeug gleichzeitig auf, jedoch je-
ser, verschiedenartige Öle (für hohe‘ zu nennen,es ist ja degF = degR. weils mit unterschiedlicem Anteil.
” Temperaturen sog. Wärmeübertra-' 4. Die 13. Generalkonferenz für Ma- Es entspricht aber einer verringerten
gungsöle, die in der Technik eine) Be und Gewichte (1967) hat beschlos- Kompression eine erhöhte Reibung
83
Temperaturfixpunkte Temperaturmeßfarben
Tabelle 2 dividiert durch die Temperaturdiffe- 2 wa
Temperatur in °C +30 +15 0 15 30
renz. age
Fluggeschwindigkeit in km/h 300 | 600 300 600 300 soo 300 | soo 00 | soo Es muß genau angegeben werden,
worauf bezogenwird. Ist z. B. bei den ist a=Alcg das T. (A Wärmeleit-
Temperaturen ts und fı beobachtet, zahl, Dichte; c spezifische Wärme-
bei 1000 mb At in grd 12 47 62 2,1 8,4 2,6 10,6 3,0) 12,1
so hat kapazität).
bei 500 mb At in grd 09 37 4,7 16 6,6 2,0 7,9 2,7|10,8 Lit. d’Ans und Lax: Taschenb. £. Chem.
und umgekehrt, so daß für alle Teile jmungsichre bekannten *Grenz- und Phys. Bd. 1. Berlin-Heideiberg-New
York 1967. 19]
des umströmten Körpers die gleiche schichten. Man bezeichnet sie als T. Temperaturmeßfarben sind chemi-
Temperaturerhöhung gilt. S. a. Rei- oder Wärmegrenzschicht. In Wand- einen anderen Wert als der Quotient sche Präparate, die bei bestimmten
bungswärme(»Wärmemauerc). nähe ist der Temperaturgradient senk- Temperaturen ihre Farbe im Zusam-
Lit. Baur, F.: Linke’s Meteorologisches recht zur Wand sehr groß, und nur
ya
Taschenbuch. 2 Bde. Leipzig 1953. - dort ist der Wärmetransport durch ya)‘ menhang mit chemischen Umsetzun-
gen mehr oder weniger unstetig än-
Georgii, W.: Flugmeteorologie. 2. Aufl.
Leitung vergleichbar dem durch Kon- Bei nichtlinearem Ansatz, also allge- dern. Bei manchen T. kann man meh-
Temperaturfixpunkte, s. Temperatur- vektion.
‚Frankfurt/M. 1956.[30]
mein y f(@), ist der T. f(iyo; da- rere Farbumschläge bei verschiedenen
skala. Auch bei einem unbeheizten um- vonist entsprechend zu unterscheiden Temperaturenerhalten.
Temperaturgradient, adiabatischer. strömten Körper verursacht die Rei- f (Oiy, der »wahre« T. Bei Abwei- Mit_ Hilfe von wachsartigen Farb-
Wennein isoliert aufsteigendes Quan- bungswärme_ bei großen Reynolds- hung von dieser Festsetzung sollte stoffen stellt man Farbstifte (Tempe-
tum trockener Luft bei der Expansion Zahlen eine Temperaturerhöhung,die
ebenfalls nur in einer sehr dünnen
das Wort T. vermieden werden. (Zum raturmeßstifte) für Meßbereiche zwi-
Arbeit leistet, ist seine Zustandsände- Grenzschicht merklich Beispiel wird als T. schlechthin - un- schen 50 und 800 °C her(z. B. Ther-
rung adiabatisch, solange keine Wi ist. Es bildet berechtigterweise — bei photochemi- mochrom-Stifte, etwa in einem Satz
me von außen zu- oder nach außen sich also auch in diesem Fall eine T. schen Reaktionen das Verhältnis der von 12 Stiften für Umschlagtempe-
abgeführt wird. Für große Luftvolu- in Verbindung mit der Strömungs- Umsetzungsgeschwindigkeiten bei zwei raturen zwischen 65 und 650 °C). Da-
mina in der Atmosphäre ist dies na- grenzschicht aus.
Laminare T. sind der mathematischen
um 10 °C auseinanderliegenden Tem- mit bringt man auf der zu untersu-
hezu erfüllt. Aus den allgemeinen Behandlung peraturen bezeichnet.) [9] chenden Oberfläche, z.B. auf dem
Gasgleichungen und der Luftdruck- und in befriedigendemweitgehend zugänglich Temperaturkoeffizient der Reaktivi Zylinderkopf eines Motors, Striche
Maße er-
'höhenformel errechnet sich die Tem- forscht. Es hat sich z. B. ergeben, tät. Die Abhängigkeit der Reaktivi. an, deren Farbe wenige Sekunden
peraturabnahme AT eines adiaba- eine gekühlte Wand stabilisierend, daß tät eines gegebenen Reaktors von der mach dem Aufbringen auf die heiße
tisch aufsteigenden Luftquantums eine geheizte destabilisierend auf die Temperatur stellt man üblicherweise Oberfläche umschlägt, falls die Um-
aus: durch eine nach dem zweiten Glied schlagtemperatur erreicht wird. Die
Grenzschicht wirkt. Bei turbulenten abbrechende Reihenentwicklung dar: Umschlaggeschwindigkeit hängt in
ar = — 9973 grd/100 m =
Az Grenzschichten steht man immer geringem Maße von der Temperatur
noch vor großen Schwierigkeiten. S. em-a+( 5) zur T- To). ab.
—1grd/100 m. a. Grenzschicht,thermische. Pulverförmige T. werden auf die
Der T. ist also unabhängig von der Lır. Schlichting, H.: Grenzschicht-Theo-
rie. Karlsruhe 1965. - Rottenkolber, H.: @ Prüfkörper aufgestreut.
Höhe, dem Luftdruck und der abso- Neue einfache Interferenzverfahren u. @e/2T)r, heißt der T. Die Tempera- T. werden auch als flüssige Farben
Iuten Temperatur. Ein absteigendes ihre Anwendung auf thermische Grenz- turabhängigkeit von 'g kommt zu- (Thermokolore, aus Pulver mit Spi-
Luftquantum erwärmt sich um +1 ‚schichten. . 107, 22 (1965), S. 1582.
- Loitsianski, L. G.: Laminare Grenz- stande durch die Temperaturabhän- ritus anzurühren) für Umschlagtem-
grd/10D m. Vom, Unterschied zwi- gigkeit der Wirkungsquerschnitte, der peraturen zwischen 40 und 1350 °C
schen dem wirklichen T. in der Atmo- schichten. Berlin 1967. — Walz, A.: Strö-
mungs- und Temperaturgrenzschichten. Dichte des Materials, des Gesamtvo- hergestellt, die auf die kalte Ober-
sphäre und dem adiabatischen bzw. Karlsruhe 1966. [9] lumens und des *Fermi-Alters. Wenn fläche aufgestrichen oder aufgespritzt
feuchtadiabatischen T. hängt es ab, Temperaturindikatoren, s. Tempera- Se/aT< 0, so bedeutet dies, daß eine werden. Sie erfordern vor der Er-
ob die Atmosphäre in stabilem, labi- turmeßfarber irgendwie entstandene Erhöhung der wärmung des zu prüfenden Körpers
lem oder indifferentem Gleichgewicht Temperaturinversion, s. Inversion. Temperatur des Reaktors die Reak- eine Trockenzeit von etwa 30 Minu-
ist; s. Gleichgewichtsbedingungen der Temperaturkennkörper, svw. *Tem- tivität reduziert und damit der ein- ten. Die Farbänderungen bleiben
Atmosphäre. [33] peraturmeßkörper, 5. a. Seger-Kegel. getretenen Temperaturerhöhung ent- beim Abkühlenerhalten.
Temperaturgrenzschicht. Wird ein fe- 19] gegenwirkt. In diesem Fall spricht Unter günstigen Verhältnissen kann
ster Körper von einem flüssigen oder Temperaturkoeffizient. Die Abhän- man von einem selbststabilisierenden man eine Genauigkeit von + 5° er-
gasförmigen Medium anderer Tem- gigkeit einer physikalischen Größe y oder selbstregulierenden Reaktor. Ein reichen.
peratur umströmt, so werden die me- von der Temperatur t kann in be- solcher Reaktor hält sein Leistungs- In ähnlicher Weise verwendet man
hanischen Strömungen von Wärme- grenztem Bereich i. allg. durch einen niveau mit nur sehr geringfügigen >Temperaturlacke«, die zunächstein
strömungen überlagert. Bei großen linearen Ansatz zum Ausdruck ge- Veränderungen der Regeistäbe. [7] stumpfes Aussehen haben, bei einer
Reynolds-Zahlen (s. Kennzahlen) bracht werden: Temperaturleitvermögen (oder Te bestimmten Temperatur aber flüssig
kann sich die vom Körper ausgehende yeylitat-m). peraturleitzahl, Temperaturleitfähig- und glatt werden. Manbringt damit
Temperaturänderung nur auf eine keit) ist eine der charakteristischen Kleckse oder Strichmarken auf. Nach
sehr dünne Schicht unmittelbar am yryo
Stoffgrößen für die *Wärmeübertra- dem Abkühlen erkennt man das Über-
Körperund aufeinen schmalen Nach- Yyelt-k) gung. schreiten der Grenztemperatur an
lauf hinter ihm auswirken. Diese ist der T. mit der Einheit grd-!. Er ist In der Fourierschen Differentialglei- dem glasigen Aussehen der Ober-
Schicht hat den Charakter der aus der also die relative Anderung der Größe, hung der reinen Wärmeleitung fläche.
84 85
Temperaturmeßkörper
Temperaturmessung
Anwendung zur flächenmäi chemische Veränderungeneignensich
fassung der Temperaturverteilung an u.U. zur T. (*Temperaturmeßfar- gnetisierten paramagnetischen Sub- 8. Temperaturen von durchsichtigen
Oberflächen großer Apparate, zur ben). Dementsprechendwerden *Ther- stanz auf die Temperatur schließen Strahlern werden mittels ihres Emi
Untersuchung von Wärmeübergangs- mometer mannigfaltiger Art nach (magnetische T.). sionsvermögens unter Berücksicht
und Wärmeleitvorgängen, zur Moto- sehr verschiedenenPrinzipien gebaut. 3. Für_ sehr hohe Temperaturen kön- gung der Durchlässigkeit gemessen.
renüberwachung, zur Kontrolle von Die zuverlässige Durchführung einer nen »Geräuschthermometer« (Schall- i festen, undurchsichtigen Strahlern
Trocknungsvorgängen, beim Glühen T. erfordert besondere Vorsichtsmaß- pyrometer) verwendet werden. Die bringt manein als schwarzer Strahler
und Anlassen, als »Temperaturwarn- nahmen: Moleküle stoßen bei ihrer Wärmebe- wirkendes Loch an. Bei leuchtenden
farben« usw. Die Anzeigefehler der Thermometer wegung auf freie Elektronen und er- Flammen vergleicht man mit einem
Thermometer-Papiere sind mit einer müssen bekannt sein. Die Eichung zeugen dabeikleine elektrische Sırom- bekannten Temperaturstrahler, oder
wärmeempfindlichen Substanz verse- kannbei einer der technischen Ober- stöße, die verstärkt und gemessen man benützt das Prinzip der *Linien-
hene Papierstreifen. Sie verändern behörden (PTP Braunschweig und bzw. als Geräusch gehört werden umkehr. Bei nichtleuchtenden Flam-
ihre Farbe von weiß zu schwarz im Berlin oder DAMGBerlin-C 2) aus- können. Die Temperaturen lassen men mischt man Fremdstoffe zu (Er-
Bruchteil einer Sekunde bei Errei- geführt werden. Die Geräte müssen sich aus dem Effekt berechnen. Bei niedrigung der Temperatur!) und
hung einer jeweils charakteristischen fachgerecht eingebautsein, da sie extrem hohen Temperaturen (z.B. ‚photometriert die Spektrallinien des
Temperatur. Die Farbänderung geht Fremdkörper im Temperaturfeld bei Abgasen in Düsenmaschinen, bis 'Farbstoffs.
bei der Abkühlung nicht zurück. Die ses leicht entscheidend stören kön- zu 2600 °C) ist ein solches durch 9. Bei Gasentladungen wird die Tem-
Streifen werden in Abstufungen von nen. Druck und andere Einwirkungen un- peratur aus Dichte-, Absorptions-
wenigen Grad für einen Bereich von Für beste Wärmeübertragung ist zu beeinflußtes Gerät anderen Verfah- oder Brechungsmessungen bestimmt
37 bis 254 °C geliefert. sorgen. Zu- und Abfuhr von ren überlegen. ‚oder durch Messungderrelativen In-
Für Fälle, bei denen die Farbreaktion durch das Thermometer ist mögl 4, Die T.sehr heißer Gase (z. B. über tensität der Spektrallinien sowie de-
durch Dämpfe, Fette, Lösungsmittel zu verhindern. Für die Beurteilung 1500 °C) kann durch die Messung des ren Verbreiterung.
und dgl. gestört werden könnte, wer- des Wärmeaustausches sind zwei Wärmeinhalts einer abgesaugten 10. Auch Brechungsindex und Schall-
den die Streifen in Glasröhrchen ein- Größen maßgebend: die Wärmeüber- Menge dieses Gases durchgeführt geschwindigkeit (akustisches Thermo-
geschlossen (»Thermotubese). gangszahl, welche die Wärmemenge werden, die rasch gekühlt wird. Die meter) können zur T. herangezogen
Lt, Penzig, F.: VDI-Z. 83 (1939), S. 69 erfaßt, die von einem Körper auf an das Kühlwasser abgegebene Wär- werden.
bis 73 u. 85 (1941), S. 48. - Guttmann, K.: nen anderen übergeht, und die Wär- me wird bestimmt, das Gas analysiert, 11. Zur Messung auch hoher Tempe-
Erfahrungen mit Temperaturmeßfarben.
Stahl u. Eisen 70 (1950), S. 116-118. - meleitzahl, die für die Stärke des und aus dem *i,7-Diagramm auf die raturen eignen sich Widerstandsther-
Thews: Temperaturmeßfarben für ind. Wärmestromes innerhalb eines Kör- Ausgangstemperatur geschlossen. mometermit elektrischen Halbleitern,
Metalloberflächen. Metalloberfläche 5 pers maßgebend ist, Weiter sind wich- 5. Kalorimetrische Verfahren. Derer- wie Germanium, Aluminiumoxyd,
(1953), B.9, 5.139. 19] ig die Eintauch! der Strahlungs- hiızte Körper wird in ein Kalorimeter Magnesiumoxyd, Zinkoxyd u. a. (8. a:
Temperaturmeßkörper sind geeignet schutz, die Aspiration bei Messung gebracht. Aus der sich darin einstel- Thermistor). Durch elektronische Ver-
‚geformte Körper aus bestimmten Me- von Gastemperaturen und die Anzei- lenden Temperatur, aus der bekann- stärkung kann man hohe Genauig-
tallegierungen, deren Verformung un- geträgheit, die mittels des Newton- ten Ausgangstemperatur des Kalori- keit erreichenAuch (»elektronische Ther-
ter dem Einfluß der Temperatur als schen Abkühlungsgesetzes errechnet meters und aus der als bekannt vor- mometere). zur Temperatur-
Temperaturmaß benützt wird. Sie wird (5. Abkühlungskurven). ausgesetzten spezifischen Wärmeka- regelung eignen sich diese Halbleiter.
haben ein breiteres Schmelzintervall Wegen einer systematischen Darstel- pazität wird die Ausgangstemperatur Man kannsie z. B. in die Wicklung
und sprechen langsamer an als die lung der T. sei auf das Stichwort des Körpers berechnet(s. a. unter4). ‚eines Motors einbauen und damit bei
*Seger-Kegel. Manstellt sie in Tem- Thermometer und auf die Literatur 6. Oberflächen-Temperaturfelder un- unzulässiger Temperaturerhöhung der
peraturintervallen von 10 grd her im verwiesen. Hier seien nur einige Son- terhalb etwa 500 °C können photo- Wicklung ein Warnsignal oder einen
Bereich zwischen 130 °C und 1100 °C. derfälle erwähnt: thermometrisch durch Photographie Ausschalter betätigen. - Auch für
Für bestimmte Zwecke eignen sich 1. In der Nähedes abs. Nullpunktes mit infrarot sensibilisierten Platten sehr tiefe Temperaturen kann man
auch beiderseits geschlossene Glas- wird die Temperatur mit Hilfe des Germanium-Halbleiter verwenden
röhrchen,die mit einem Stoff gefüllt Sättigungsdruckes des Heliums ge- ausgemessen werden. Man kann je-
doch nur kleine Temperaturbereiche (ir4%, vermutlich bald bis. zu
sind, der bei bestimmter Temperatur messen. Dabei werden unter Heran- gleichzeitig bei mäßiger Genauigkeit
schmilzt oder sich anderweitig in ziehung des Gesetzes der korrespon- erfassen. S. a. Photothermometrie 12. Die Messungsehr hoher Tempe-
sichtbarer Weise verändert. Sie kön- dierenden Zustände die bei höheren und Temperaturmessung an Ober- raturen bietet besondere Schwierig-
nen auch einen Farbstoff enthalten, Temperaturen bestimmten Dampf- flächen.
keiten. In Lichtbögen werden Tempe-
der sich beim Lösen in einem ande- drücke extrapoliert, oder man ver- raturen zwischen 5000 und 50.000 °K.
ren, schmelzenden Körper stark ver- wendet die nach Nernst aufgestellte 7. T. mit Leuchtstoffen. Die Ausbeu- erreicht. Hier versucht man, spektro-
färbt. Gleichung te, mit der Leuchtstofle die Anre- skopische Methoden anzuwenden, die
Lit. Werkstatt und Betrieb 83 (1950), log p/po = 2,5 - log T/Tk — gungsenergie wieder emittieren, fällt jedoch bisher nur zu einem teilwei.
S. 275-276. [9] innerhalb eines engen Temperatur- sen Erfolg geführt haben, weil man
Temperaturmeßstifte, s. Temperatur- - 0,53 Te/T+ 0,59. bereichs stark ab, wobei dieser sich über die die Aussendung der Spek-
meßfarben. Bei Messung des niedrigen Druckes durch Wahl der Zusammensetzung in tren bedingenden Vorgänge im Licht-
Temperaturmessung. Zur Messung ist auf die Erscheinung des Knudsen- weiten Grenzen verschieben läßt. bogen undin den verschiedenen Licht-
der Temperatur kann grundsätzlich schen Molekulardruckes zu achten. Man kann räumliche und zeitliche bogenbereichen noch zu wenig Be-
jede physikalische Eigenschaft eines 2. Bei sehr tiefen Temperaturen (un- Temperaturverteilungen sichtbar ma- scheid weiß.
Körpers herangezogen werden, so- terhalb 1 °K) kann man aus der Sus- chen, ausmessen oder photographisch 13. T. an Himmelskörpern: Die Ober-
weit sie temperaturabhängig ist. Auch zeptibilität einer adiabatisch entma- bzw. kinematographisch festhalten
(Brauer). flächentemperatur wird aus der Ener-
86 gieverteilung des Sternenspektrums
87
Temperaturmessung an Oberflächen
Temperaturmessung
ten diese Veränderung bei der Ab- mometer. Umschau Wiss. Techn. (1955)verhältnisse haben wie die zu mes-
bestimmt oder, bei Planeten, aus der kühlung bei, so daß man daraus auf 7, 8. 199.201. - Grundmann , W.: Die sende Oberfläche (geeigneter An-
vonihnen ausgesandten Gesamtstrah- kalorimetr. Temperaturmessung. Arch. strich, Oxydation u. dgl.). Die Ver-
Iung mittels Vakuum-Thermoelemen- die erreichte Temperatur schließen £. techn. Messen (1958) 169, S. 111-112, größerung der Oberfläche durch das
ten. Näheres s. Sterntemperatur. kann. V 2185. Hengstenberg, J., B. Sturm Plättchen verringert die Meßfehler
19. Für klimatechnische Zwecke wur- und ©. Winkler: Messen und Regeln in
14. Für Objekte von fast mikrosko- s- der Chem. Technik. Berlin-Göttingen- durch eableitung. Den Fehler
pischer Größe (Katalysatoroberflä- de ein richtungsabhängiges »Globu Heidelberg, Neudruck 1960. Prinz, W.: durch Wärmeableitung kann man
che, biologische Objekte) sind »Ther- hermometer« entwickelt. Auf der Anzeigeverzögerung, und, Anzeigefehler weiter verkleinern dadurch, daß man
aus schlecht wärme-
monadeln« durch Aufdampfen geeig- Oberfläche eines al hergestellten Ro- funktionen von Thermometer. Über die Drähte des Thermoelements zu-
neter Metalle (Halbleiter) aufadeln die leitendem Materi den Aussagewert von Halb- und Neun- nächst an der Oberfläche entlang-
Spitzen von Glas- oder Quarzndurch- tationskörpers sind zahlreiche Ther- zehnielwert zeiten von Thermometern.
Allg. Wärmetechn. 10 (1961) 5, S. 85-91. führt, so daß auch sie annähernd de-
worden , mit Spitzen moelem ente in regelmäßiger Vertei- -_ Krause, B.: Ein richtungsabhängiges ren Temperatur annehmen.
entwick elt
messern bis herab zu 10‘ mm. Bei lung angeordnet. Sie sollen die Strah- Giobusthermometer. Gesundheits-Ing. Fürdie Messung an gewölbten Flä-
sehr kleinen Objekten darf man den je- lungsverteilung richtungsabhängig 81 (1960) 12, 5. 353-358. - Nagao, F., - chen kann man die Thermoelemen-
doch nur mit großer Vorsicht von messen. Dasie jedoch auch mit im Kon- Ottigashi und I. Higashino: A Radio- tenschenkel als dünne Bänder ausbil-
meaustausch der
Meßergebnissen auf die tatsächlichen vektions-Wärstehen, beeinflußt auch
Frequency Resistance Thermometer. den, die von einem Bügel über. die
Bull. J. SME 4 (1961) 14, S. 340-346. -
Temperaturen schließen. Umgebung e. Schwarzer, H.: Elektr. Temperaturmes- Wölbung gespannt werden, wobei die
15. Für schnell veränderliche Tempe- die Konvektion die Meßergebniss sung und Meßeinrichtungen. Arch. techn. Lötstelle in der Bandmitteliegt.
raturen benützt man sehr tands- kleine 2%. Bei technischen Messungen wer- Messen 1965, Lfg. 356, S. 179-200. — Gelegentlich verlötet man das Ther-
Thermoelemente oder Widers na- dung den oft Schurzhülsen en zur Vermei Hansch, W.: "Temperaturmessung mittels moelement direkt mit der Oberfläche.
thermometer, evtl. auch ThermoAn- von Beschädigung am Meß- Schallverfahrenstechn. 2, 1 (1968), 5.23 Die Drähte führt man ein Stück weit
deln (s. 14). Für besonders kleine element angeordnet, z.B. bei str bis 24. - Hunsinger, W., in: Hdb. d. der Oberfläche entlang, evıl. sogar in
sprechzeiten hat man Widerstands- menden Flüssigkeiten
oder in Druck- Physik, Bd. 23. Berlin-Heidelberg-New einer kleinen Nut, undisoliert sie mit
: Temperatur- geeigneter Isolierung 200 °C han-
thermometer aus schr dünnen Platin- gefäßen. Dabei Temper können große Meß-
drähten gebaut, die mit Hochfrequenz fehler durch die entsteh
aturableitung 1 20 (1967), S.
901-904. - Hück, A.: Digitale Tempera- delsübliche Stoffe, bis 400 °C Glas-
gespeist werden. Wegen des Skin-Ef- der Schutzh ülse en. Mansollte turmessung. Chemie-Ing.-Techn. 39, 3 faserumspinnung).
das Meßele ment mit
fekts wird dabei nur die Temperatur- auf alle Fälle (1961,5. 148. 0)
Schutz hülse weit genugi n das zu mes- Temperaturmessung an Oberflächen. Ähnlich kann man bei der Messung
Die Messung von Öberflächentempe- rotierender Oberflächen verfahren,
sehr dünnen Außen-
änderu ng einer
schicht des Drahtes zur Messung be- sende Medium einführenMeßele und den z.B. bei umlaufenden Walzen. Die
nützt, die Temperaturänderung en Zwischenraum zwischen ment raturen erfordert noch mehrals die Thermospannung nimmt man dabei
der Umgebung rascher folgen Quer- kann und Hülse z.B. mit einem Wärme- normale *Temperaturmessung beson- durch Schleifringe und Bürsten ab.
als der Draht in seinem ganzen übertragungsöl ausfüllen. atur- dere Vorsichtsmaßnahmen. Eine un- Übergangswiderstände können mit
schnitt. 21. Es werden jetzt auch Temper günstige Form und Anordnung des einem Kompensations-Meßverfahren
tzte blättchen für den Bereich zwischen 37 Meßelements kann das Temperatur-
16. Als Temperaturfühler eingeseeini-
Transistoren und Dioden zeigen und 600 °C angeboten. Die kleinen, feld durch Ableitung und Abstrah- ausgeschaltet werden.
Rasche Messungen an Metallober-
geerstaunlich günstige Eigensc haften. selbstklebenden Temperaturanzeiger lung schr stark verändern und große flächen, besonders an Leichtmetallen,
So ist der Spannungsabfall— bei Ger- enthalten wärmeempfindliche Ele- Meßfchler verursachen. Man ver- ermöglichen Einstich-Thermoelemen-
manium-Dioden zwisch en 250 und mente, die hermetisch in einer ho« wendet daher möglichst kleine Meß- te, bei denen beide Schenkel als Spi
+40 °C sehr gut proportional der temperaturbeständigen _Kunststoff- elemente, deren Wärmekapazität klein zen ausgebildet sind; diese werden mit
Temperatur. schicht eingesc hlossen sind. Sie sind gegen die des Meßobjekts ist, und einem leichten Schlag in die Ober-
17. Beispiel für einen’ pneumatischen weitgehend chemisch unempfiPastell ndlich. mansorgt dafür, daß der Wärmeaus- fläche eingetrieben, wobei sie etwaige
Temperatur-Transmitter zur Mes- Der Farbum schlag von einem - tausch mit dem Meßobjekt möglichst Oxydschichten durchdringen. Sie bil-
sung und Regelung: Ein mit Me- ton in Schwarz soll eine Genauigkeit-
gasgefü llter gut, mit der sonstigen Umgebung je- den zusammen mit der Metallober-
Thermofühler bewegt einen von + 1% ermöglichen. S. a. Vortex doch möglichst gering ist. Flüssig- fläche ein Thermoelement. Zur Ver-
Diese Thermo
tallbalg abgedichteten Kolben.Waage- meter. keitsthermometer kommen daher nur ringerung der Wärmeableitung ver-
Bewegung wird über einen Lit. DIN 16160. - Kohlrausch, Fı:— in Ausnahmefällen in Frage. - Eine wendet man für die Schenkel Metalle
balken auf ein Prallplattensystem en- Prakt. Physik. 1. Bd. Stuttgart 1960. kritische Prüfung der Meßergebnisse mit schlechtem Wärmeleitvermögen,
übertragen, das aus Düsen austret
wird ein
i "Temperaturmessung. Lei und der möglichen Meßfehlerist auf wie Nickel und Nickelchrom. (Diese
de Druckluft steuert. Damithied er- - Gramberg,; A.:
messung. Leipzig 1950. _Berlin alle Fälle nötig. sind nicht geeignet für Kupfer und
beträchtlicher Druckuntersc
pneu- Techn. Messungen, -Göttin
Techn.
1. Messung mit *Thermoelementen, dessen Legierungen, da dort zusätz-
zeugt, der zum Anschluß eines Heidelberg Lindorf, H.: 1960.
1963. — n. = die deshalb besonders geeignet sind, liche Thermospannungen an den
matischen Reglers benützt werden Temperaturmessunge Essen mit da sie sich mit sehr geringer Wärme- Oxydhäuten stören.)
kann. (Explosionsgeschützte Bauart.) Brauer , P.: Temper aturme ssung 9, 8. kapazität herstellen lassen. Man lötet ‚An bewegten Oberflächenwie umlau-
18. In manchen Fällen, z. B, bei be- Leuchtstoffen. Z. A.VDI 96 (1954) z.B. ein dünndrähtiges Thermoele- fenden Bändern muß man zur Ver-
wegten Teilen in Motoren, kann die 285.287. - Dahl, J.: Messungeumhöher)Re- ment auf ein dünnes Plättchen aus meidung von Reibungswärme die
Temp. in Gasstr ömen. Petrol
Veränderung des Materials durch ner 29 (1950), S. 115-122. - Dahlberg,)
aturdif-
gut wärmeleitendem Metall auf und Meßelemente in geringem Abstand
Temperatureinfluß zur Bestimmung ® Meßbarkeit kleiner Temper nadel, preßt es mit einem schlecht über der Oberfläche anbringen und
her- ferenz
der erreichten HöchsttemperaturLegie- e der Thermo
en. - TheoriA_10 12, S. 953 leitenden Stäbchen gegen die Ober- die Fehler rechnerisch oder experi-
angezogen werden. Bestim mte Z. Naturforschu ng (1955) : fläche. Die Oberfläche des Plättchens mentell zu bestimmen versuchen, wel-
rungen verändern z.B. ihre Härte, bis 970. — Dechem a-Erfahrungsaustau chther - soll möglichst ähnliche Strahlungs- che die dünne Luftschicht (falls man
, O.: Geräus
wenn sie erhitzt werden, und behal- A 21, 232. - Schäfer 9
88
Temperaturreduktion Temperaturskala
nicht im Vakuum arbeiten kann) mit fühler. Elektrotechn. Z. Ausg. B 16, Il
sich bringt. Abstrahlung des Meßele- (1969), 5.302. — Loreck, R.: Das Wand-
ments nach der Rückseite vermeidet \emperatur-Meßgerät. Siemens-Z. 40, 2
man durch Wärmeisolierungdes evtl. (1966),8. 112-121. 1]
flächenförmig ausgebildeten Ele- Temperaturreduktion. Häufig können
ments. beobachtete Größen erst dann mit-
2. Messung mit *Widerstandsthermo- einander verglichen werden, wennsie
‚metern. Hier lassen sich ähnliche An- auf eine Normtemperatur bezogen
ordnungen treffen wie bei Thermo- (reduziert)sind, z. B. bei der Angabe
elementen, doch sind die üblichen Wi- yon *Barometerständen.[9]
derstandsthermometer wegen ihrer Temperaturregler, s. Thermostat und
größeren Abmessungen für die Mes- Temperaturmessung.
sung an kleinen Körpern weniger ge- Temperaturschreiber, 5. Thermo-
eignet. Halbleiter-Widerstandsther- graph.
mometer lassen sich jedoch steckna- Temperatu: Ian, svw. *Wärmesinn.
delgroß in der Spitze eines stiftför- 12]
migen Fühlers unterbringen, so daß Temperaturskala.
man fast punktförmige Messungen 1. Temperaturbegrif und Tempera- °
durchführen kann, mit einer Einstell- turskala. Der Begriff der Temperatur
zeit von Sekunden (»Thermonadeln«). hat von der subjektiven Empfindung
Reproduzierbarkeit und Konstanz ist warm-kalt bis zur thermodynami-
jedoch nicht so gut wie bei den übli- schen und gesetzlichen T. einen wei-
hen Widerstandsthermometern. ten Weg durchlaufen.
3. Messung mit Strahlungspyrome- Dererste Schritt auf diesem Weg war
tern (s. Pyrometer). Gesamtstrah- die Erkenntnis, daß gewisse Vorgän-
lungspyrometer ermöglichen die Mes- ge in der Natur sich unter sonst gle
sung von Oberflächentemperaturen hen Bedingungen immer. »bei der-
aus größerer Entfernung. Genaue selben Temperatur« abspielen. Man
Messungen setzen schwarze Strah- erhält so Festpunkte, Temperaturfix-
lung voraus, bes. bei höheren Tem- punkte, wie den Schmelzpunkt des
peraturen. (Glas gibt noch bei 500 °C Eises (Eispunkt) und den Siedepunkt
nahezu schwarze Strahlung. Metall- des Wassers (Dampfpunkt). Diese
oberflächen schwärzt man mit Ruß.) beiden Festpunkte legt man als be-
Unterhalb von 700 °C muß maneine sonders geeignet, jedoch willkürlich
glaslose Optik verwenden. Mit Hohl- den weiteren Überlegungen zugrunde.
spiegelpyrometern kann man noch Um weitere Temperaturpunkte inner-
Temperaturen um 0 °C messen. — halb und außerhalb dieses Bereiches
Auch photographische Aufnahmen in reproduzierbarer Weise bestimmen Abb. 2. Verschiedene Thermometerflüssigkeiten
im Infrarot kann man zur Prüfung zu können, braucht man ein Meßge-
von Temperaturverteilungen heran- rät, das die Temperatur auf eine an- punkten, die man willkürlich mit 0° verschwinden um so mehr, je kleiner
ziehen. dere, zahlenmäßig angebbare_physi- bzw. 100° bezeichnet, in 100. Teile die Drücke sind, und man kommt im
4. Messung mit Temperaturmeßfar- kalische Größe zurückführt. Es liegt bzw. »Temperaturgrade« einteilt. Grenzfall zum idealen Gas und zur
ben, s. Temperaturmeßfarben. nahe, die Temperaturabhängigkeit Leider stimmen die so definierten T. T. des idealen Gases, die 1927 inter-
Lit. Lindorf, H.: Techn. Temperatur- der Längen- bzw. Volumenänderung
messungen. Essen 1960. - Lieneweg, F.: von Stoffen dazu heranzuziehen. nicht überein, wenn man verschiedene national eingeführt wurde. Man setzt
Thermometerflüssigkeiten verwendet also die Temperatur dem Volumen
Betriebskontrolle. Leipzig 1950. - Liene- Feste Körper eignen sich wegen der
Temperaturmessung. Hdb. der techn.
(Abb. 1 und 2). Wenn ein Quecksil- des idealen Gases bei konstantem
weg, F.: Ein neues Hohlspiegelpyrome- geringen thermischen Ausdehnung berthermomeier 50 °C zeigt, so steht Druck proportional. Von dem Be-
ter zur Messung niederer Temperaturen. wenig. Die Volumenzunahme flüssi- der Faden eines ebenso hergestellten reich zwischen Eis- und Dampfpunkt
Arch, techn. Messen J 321-3 (1954). - ger Stoffe ist bedeutend größer und
Krüger, H.: Messung und Regelung der läßt sich leicht und genau messen, in- Alkobolthermometers auf dem Teil- (0° und 100°) setzt man die Skala in
Oberflächentemperatur umlaufender dem man an die Flüssigkeit ent- strich 48. Erweitert man den Meßbe- derselben Weise nach unten und oben
reich durch Extrapolation nach oben fort. Das Volumen des idealen Gases
Anders, H.: Elektron. Oberflächenther- haltendes
Walzen. VDI. Z. 101 (1959), S. 343. -
Gefäß eine_ gleichmäßig und unten, so werden die Unterschie- vergrößert sich bei Erwärmung um
mometer »Thermophilc. Automatik 2 enge Glasröhre anschließt,in der sich de noch krasser. 1 grd um 1/273,15, den Ausdehnungs-
(1957), S. 603. - Lieneweg, F.: Thermi- der Flüssigkeitsfaden schon bei klei- Viel besser eignen sich Gase als Ther- koeffizienten des idealen Gases. Statt
zet, ein handliches Temperaturmeßgerät. nen Volumenänderungen beträchtlich ‚mometerfüllung. Zwischen verschie- dieses *Gasthermometers bei kon-
Siemens-Z. 31 (1957), S. 603. — Lieneweg, verschiebt. Man erhält *Flüssigkeits-
F., und A.Schaller: Neuere techn. Strah- thermometer und damit eine Tempe- denen Gasen ist ein nur sehr kleiner stantem Druck kann man auch ein
Unterschied, und zudem sind die Be- solches bei konstantern Volumen be-
gung ihres opt. Aufbaus. Arch. techn. raturskala, indem man den Weg des
lungspyrometer unter bes. Berücksichti-
träge der Volumenänderung bei glei- nützen, bei dem die Druckänderung
Messen (1960), Lfg. 298 J 321-8 und Lfg. Flüssigkeitsfadens in der Kapillare chem Ausgangsvolumen für alle Gase als Maß für die Temperatur benützt
299 J 321-9. - Oberflächen-Temperatur- zwischen den beiden gewählten Fest- mahezu gleich. Die Abweichungen wird (Kelvin-Thermometer).
© 9
Temperaturskala Temperaturskala
Die Wahldes idealen Gasesals Ther- lisch viel mehr bedeutetals bei hoher Tabelle 2
mometersubstanz ist immer noch mit (Nernstscher Wärmesatz, Hauptsätze 1 Fixpunkt a » <
einer gewissen Willkür behaftet, Man der Thermodynamik). Werte für die Stoft Gleichgewicht u & & &
kann jedoch zeigen, daß die T. des (nicht gebräuchliche) geometrische
idealen Gases identisch ist mit der ‚oder logarithmische T. gibt Tabelle 1. Sauerstoff f1-d (Siedep.) 12m +90 -3n +22
hermodynamischen T., die völlig un- Tabelle 1 Wasser f-A-d(Teipelp) + 0,0100
abhängig ist von zufälligen Eigen- Wasser 4 (Siedep.) + 10000 +28,02 114 +71
schaften irgendeines Stoffes. Die bei Schwefel fl-d (Siedep.) +40 +00 27 +1,14
einem Carnotschen *Kreisprozeß um- arithmetische „gS0metrk Silber f-A (Schmelzp)) + 9608
Wärmemengen verhalten inK (@ebräuchliche) Sehe(unge, Gold FA (Schmelzp,) +1063.0
ämlich wie die zugehörigen Skala ine Tabelle 3
Temperaturen: O/0s = T/To. Damit Stoß Gleichgewicht Fixpunkt a bc
wird die T. allein auf die Messung 0 = RAS -.% °C °C °C
von Wärmemengen aufgebaut oder - 00015 — ZB 388
nach dem I. *Hauptsatz der Thermo- 5-2 92 Kohlendioxyd 1-d Sub.) WS +22 — 64
dynamik - auf die Messung mecha- 1615 — 167 - 33 Quecksilber f-A (Schmelzp.) — 38,87
nischer Energie. Damit ist eine T. 115 - 106 18 Wasser (luftgesättigt) bei
23,15 o 0° Normdruck 0,000
gefunden, die ohne willkürliche An- 25 + 50 +5 Glaubersalz Na,S0, - 10 H,O i + 32.38
nahmen allein auf den Hauptsätzen 35 + 10 + 100 Benzoesäure A-d (Tripelp.) +122,36
der Thermodynamikberuht. 1313,15 + 1040 +58 Naphthalin C,H, fi-dSiedep) +2180 +44 —19
Die 10. Generalkonferenz für Maß 50000 +77 +160 Zinn 1-A Schmelzp.) +231,9
und Gewicht hat im Jahre 1954 auf Am abs. Nullpunkt treten auch be- BenzophenonC,H,O A-dSiedep)) +3059 +488 —21
Empfehlung des Comit& Consultatif Cadmium f-Al (Schmelzp.) +320,9
de Thermomtrie_ entschieden, daß griffliche Schwierigkeiten auf. Es gibt Blei {A (Schmelzp.) +327,3
dort keine Gase mehr, sie verwandeln Quecksilber A-d(Siedep,) +356,58 455,552 —23,03 +14,0
die thermodynamische Temperatur- sich in feste Körper. Für kleine Kör- 4. Angelsächsische T. sind kleine Abweichungen festgestellt
skala mit Hilfe des Wassertripelpunk- per und kurze Zeiten wird nach
tes als Fixpunkt definiert wird. Grassmann der. Temperaturbegriff in 5 worden.
2. Absolute T. Kühlt manein ideales a) Rankine-Skala: 1 “Rank 25 °K Die internationale T. 1948 legt die
der Nähe des abs. Nullpunkts sinn- Temperaturfixpunkte gemäß Tabelle
Gas bei konstantem Volumen ab, so los. Zur Erklärung gewisser phys. [bisweilen mit °R bezeichnet],
sinkt der Druck mit jedem Grad um Vorgänge hat Grassmann sogar »ne Eispunkt491,67 Rank, 2 fest. Die Abhängigkeit der Um-
1/273,15 des Druckes beim Eispunkt. gative« absolute Temperaturen einge- wandlungstemperatur vom Druck ist
Man nähert sich einer natürlichen, führt, die sich aber nur auf ein be- 5 5 durch eine Potenzreihe in p’ = (P/pı)
aber unerreichbaren unteren Grenze stimmtes Teilsystem, nie auf einen x Rank 2 5 x°K 2% (x = 41,67) — 1erfaßt durch
der T., die man den absoluten Null- Körper als Ganzes beziehen können. °C 2 (x — 459,67) °F. W=ttap+bp"tcp"
punkt nennt. Beginnt man die Zäh- Der absolute Nullpunkt wird dabei b) T. in der englischen Meteorologie (Abkürzungen: f fest, fl flüssig, d
lung der Temperaturgrade, bei sonst in Wirklichkeit nicht unterschritten. mit "gleichem Fundamentalabstand Der dampfförmig.)
gleicher Einteilung, beim absoluten Es handelt sich vielmehr um Zustän- und centesimaler Teilung (A) wie Sauerstoffpunkt kann auch dar-
‚Nullpunkt, so erhält man die abso- de, die jenseits von 7 = & liegen. Kelvin- und Celsius-Skalen; der Eis- gestellt werden durch
lute Temperatur, die mit T bezeichnet 3. Celsius-, Reaumur-, Fahrenhei punktist jedoch:
undin °K (Kelvin nach Lord Kelvin) Bei der früher benützten Reaumur- 21,94-1gplpo
‚gemessen wird. 0 °C entspricht also Skala liegt der Eispunkt bei 0 °R, der To = (273,00 # 0,00) °A. (- 182,970 4 12 0,19791g ni)
273,15 °K,100 °C a 373,15 °K. Wassersiedepunktbei + 80 °R.Es ist ©)s. Mired-Skala.
Allgemein gilt: empfohlen worden, diese Tempera- 5. Gesetzliche T., Temperaturfix-
‚der Dampfpunkt durch

T= 1427,15 grd turskala nicht mehr zu verwenden. punkte. Die genaue Messung der
(t Celsius-Temperatur). In angelsächsischen Ländern ist im- Temperaturen mit dem Gasthermo-
Umsich die Bedeutung des absoluten mernoch die Fahrenheit-Skala üblich
mit dem Eispunkt bei +32 °F und meter ist schwierig und bedarf noch der Schwefelpunkt durch
der Korrekturen zur Umrechnung 158,92
Nullpunkts klarzumachen,ist es lehr-
reich, sich eine T. mit geometrischer dem Wassersiedepunkt bei 212 °F.
Zur Umrechnung gelten folgende Be-
auf ein ideales Gas (s. die Tabelle (+ 444,000 + = a3- 1gp/po
ee) „ c
statt mit, arithmetischer Progression Wasserstoffskala im Anhang,Bd. 10).
vorzustellen, wobei Eispunkt und ziehungen: Man hatte daher eine bequemere ge- Die 11. Generalkonferenz für Maße
Siedepunkt des Wassers mit 0 °C bzw. setzliche T. eingeführt durch die und Gewichte hat 1960 empfohlen,
100 °C festgehalten werden und die uecatur (® + 2.) °F, möglichst genaue Festlegung von bei der praktischen Realisierung der
B

geometrische Skala beim absoluten Temperaturfixpunkten und von Meß- Skala anstelle des definierenden
Nullpunkt den Skalenwert — ® er-
hält. Es wird dabei deutlich, daß man vradvsc ei
#+2u)er. verfahren in verschiedenen Tempera- Schwefelsiedepunktes ts 444,6 °Cint
turbereichen. Zur Zeit ihrer Festle- den Zinkschmelzpunkt mit dem Wert
»

sich dem absoluten Nullpunkt nur 3 4


gung im Jahre 1927 stimmte die ge- Ta = 419,505 °Cin zu benutzen.
asymptotisch nähern kann, daß also w°F 39°C Ww-32)gR. setzliche T. nach dem damaligen Weitere (sekundäre) Fixpunkte s. Ta-
Stande der Meßtechnik mit der T. des belle 3 sowie die Schmelzpunkte in
eine Temperatursenkung um 1 grd idealen Gases überein. Inzwischen ©C bei Normdruck (Tabelle 4).
bei sehr tiefer Temperatur physika- u, vund w sind Zahlenwerte.
6 93
Temperatursprung Tensorellipsoid
Tabelle 4 wenn sich die Hauptlötstelle im turdifferenz - das gilt auch beim Wär- gesetze), kann also die T. eines be-
schmelzenden Goldbefindet. metransport von einer heißeren zu liebigen Körpers bei Kenntnis seines
Zink 419,5°C Kobalt 1492°C d) Oberhalb 1063 °C: Strahlungs- einer nahe benachbarten kälteren Absorptionsvermögens berechnet wer-
Antimon 630,5°C Palladium 1552 °C ‚Pyrometer(s. Pyrometer): Platte; statt der Gasmoleküle be- den. Wo Überschreitungen der Emis-
Aluminium 660,1°C Platin 1769 °C AA 1 trachtet man »Wärmewellen« — wird sion des schwarzen Körpers oder an-
Kupfer (in in Analogie zur Gleitung durch einen dere Abweichungen vorkommen, han-
Teduzieren- Rhodium 1960 °C ar] Temperatursprung an den Wänden delt es sich nicht um reine T., son-
der Atm, 1083 °C Tridium 2443 °C
Nickel l 143 °C Wolfram 3380 °C mit c»=1,438 cm grd und Tu=273,15 ersetzt (Kundt und Warburg [1875]; dern mindestens zum Teil um Lumi-
@ı und Jau Strahlungsenergie bei der v. Smoluchowski [1898]; Knudsen neszenz.
Die Messung der Temperatur zwi- Wellenlänge A). [1911)). Dieser T.ist u. a. verantwort- Von theoretisch erschlossenen An-
schendiesen Fixpunkten hat zu erfol- Die 11. Generalkonferenz für Maße lich für die gute Wärmeisolation po- nahmen über das Emissionsvermögen
ven: und Gewichte hat 1960 eine neue He- röser Körper. S. a. Smoluchowski- von Metallen ausgehend, sind auch
Zwischen -183°C und +630,5°C liumskala eingeführt und die inter- Effekt. für Metalle Strahlungsgesetze abge-
Lit. Herzfeld, K.F., in: Müller-Pouil- leitet worden, die ähnlich gebaut sind
durch bifilar gewickelte Platin-Wi- nationale Temperaturskala von 1948
derstandsthermometer, bei denen in folgenden Punkten geändert: lets Lehrbuch. Bd. 3/2. 11. Aufl. Braun- wie jene für den schwarzen Körper,
bestimmte Reinheitsgrade vorge- a) Der Eisschmelzpunkt wird durch ‚schweig 1925. [10]
aber nicht die strenge Gültigkeit der
schrieben sind, durch das Wider- den Wassertripelpunkt ersetzt: fr = Temperatursprung an einer festen
letzteren beanspruchen können, was
standsverhältnis Rı/Ro bei den = 0,01 "Cins: Wand, s. Sprungbedingungen aneiner
sich auch bei der experimentellen
Grenztemperaturen; b) Der Schwefelsiedepunkt ts = festen Wand.
zwischen 630,5 °C und 1063 °C durch = 444,6 °Cint wird durch den Zink- Temperaturstrahlung nennt man die ‚Temperaturstrah-
Platin-Platinrhodium-Thermoele- schmelzpunkt tiza = 419,505 °Cin er- von einem Körper ausgesandte *Wär- [91
mestrahlung, sofern die Energie dic- Temperaturwaage. Es ist vorgeschla-
mente bestimmter Reinheit. Inter- setzt.
polationsformeln werden für jeden ©) Der Name Internationale Tempe- ser Strahlung einzig und allein aus gen worden, die Normaltemperatur
Temperaturbereich angegeben; raturskala 1948« wurde geändert in dem Wärmeinhalt des strahlenden auf die Messung des Druckes zurück-
oberhalb 1063 °C durch das Intensi- »Praktische Internationale Tempera- Körpers stammt; (umgekehrt kann zuführen, den ein ideales Gas auf
tätsverhältnis Jı//as der Strahlung turskala 1948«. also eingestrahlte T.-Energie lediglich eine Waage ausübt. Damit würde die
eines schwarzen Körpers bei der Die 13. Generalkonferenz für- Maße den Wärmeinhalt des Körpers erhö Anzahl der Grundeinheiten vermin-
Temperatur t und der Temperatur und Gewichte (1967) hat beschlossen, hen). Die Intensität und spektrale dert und die Notwendigkeit von Fest-
des Goldpunktes bei der Wellen- daß der Name für die Temperatur- Energieverteilung der T. ist nur von punkt-Eichungen entfallen. - Vorerst
länge A sichtbaren Lichtes. einheit »Grad Kelvin (*K)« in »Kel- der Beschaffenheit des Körpers und handeltes sich dabei nur um eine ge-
Folgendes sind die Vorschriften für vin (K)« geändert wird und »Kelvin« von seiner Temperatur abhängig, bei dankliche Konstruktion. $. a. Ther-
die verschiedenen Temperaturberei- auch die Einheit für Temperaturdif- einem gegebenen Körper also allein mowaage,
che: ferenzen (Temperaturintervalle) sein von dessen Temperatur.
Alle anderen Arten von Strahlungen,
Lrr. Die Temperaturwaage, ein MKSA-
a) 0 bis 630,5 °C (Sb-Schmelzpunkt): soll.
Normthermometer. Acta physica austri-
Widerstandsthermometer mit Rım/Ro S.a. Temperaturdifferenzeinheiten. * welche die genannten Bedingungen aca 12, 3 (1959), S. 220-236.[9]
> 1,3910 Lit. Procös verbaux, Comit€ intern. des, nicht erfüllen, bezeichnet man zu- Tempern. Ein Glühen eines Werk-
21, T 55 (1948 u. sammenfassend als Lumineszenz- stoffes bei verhältnismäßig niederen
Rı= Ro(l+At+B9), Einf. in die techn. strahlungen (s. Lumineszenz). Diese Temperaturen wird häufig als T. oder
anzuschließen an Eispunkt, Wasser- die Grundlagen der treten auch bei Temperaturen auf, bei Anlassentritt
bezeichnet. In diesem Glül
und Schwefelsiedepunkt. chem. Thermodynamik. Berlin-Göttin-
:n-Heidelberg 1960. - d’Ans und Lax: denen die T. noch unmerklich bereich meistens kaum eine *Ent-
b) -182,970 bis 0 °C: Aaschend. 1. Chem. und Phys, Bd-1. schwach ist (z. B. bei elektrischen festigung ein, häufig sogar beobachtet
Rı=Ro[1+A 1+B f?+C (-100) 2], Berlin-Götingen-Heidelberg BET; = Gasentladungen oder manchen che- man zunächst eine geringe Erhöhung
Ebert, H.: Phys. Bl. 3 (1947), $. 414. — mischen Reaktionen). des Verformungswiderstandes.
anzuschließen für Ro, A und B wie Otto, Phys. BL. 5 (1949), S. 505. — Kirchhoff ist es gelungen, durch sein Lır. Hdb. d. Experimentalphysik. Bd. 5.
oben, für C am Sauerstoff-Siede- Henning: Temperaturmessung. Leipzig Sachs, G.: Plast. Verformung, und G«
punkt. Conf. Poids. Mes., Strahlungsgesetz (s. Kirchhoffsches rens, P., und R. Mailänder: Die techn.
©) +630,5 bis 1063 °C: für Pt-PiRh- U.: Messen Strahlungsgesetz) die T. eines beliebi- ‘Verfahren zur Untersuchung der Metal
gen Körpers auf die Strahlung des le und Legierungen. Leipzig 1930. [15]
Thermoelement; Nebenlötstelle auf schweig, 1961. - Dörihg, Sind, die *schwarzen. Körpers, die sog. schwar- Tenor, höchste männliche Simmlage.
0°C: Phys. Größen eindeutig definiert? Phys. ze Strahlung (s. Strahlungsgesetze) Die Tenorstimme umfaßt etwa den
U=atbtter, B1. 13 (1957, 5, S. 206-211. - Grassmann, zurückzuführen, sofern man das Ab- Tonbereich H-h' entsprechend dem
anzuschließen an 630,5°C (Sb- P.: Negative abs. Temperaturen. Phys. sorptionsvermögen des betreffenden Frequenzbereich 123 bis 494 Hz. S. a.
Schmelzpunkt, zu messen mit einem BI. 13 (1957, 9, 391-394. - Sacklowski, Stimme, menschliche. [12]
A.: Physikal. Größen und Einheiten, Körpers kennt, welches für das ge-
samte Spektrum experimentell be- Tensionsthermometer, 5, Dampf-
Widerstandsthermometer, wie oben Einheitenlexikon. Stuttgart 1966.(9, 13]
angegeben) sowie am Silber- und Temperatursprung. Wenn zwischen stimmt werden kann. Da die Intensi- druck-Thermometer.
Goldschmelzpunkt. zwei Platten der Gasdruck so niedrig tät und spektrale Energieverteilung Tensor, s. Tensoren s-ter Stufe u.
Für den Pt-Schenkelist ein Pt-Draht ist, daß im Zwischenraum praktisch der schwarzen Strahlung genau be- Komponenten eines Tensors.
zu verwenden, dessen Quotient keine Zusammenstöße mehr stattfin- kannt ist (*Stefan-Boltzmannsches Tensordarstellung einer Gruppe, 5.
Rıo/Ro > 1,3910 ist; der 90 Pt-10 Rh- den, so herrscht zwischen den Platten Gesetz, Wiensches Verschiebungsge- Darstellung einer Gruppe.
Schenkel ist so zu wählen, daß U kein Temperaturgefälle. Die für eine setz und vor allem Plancksches Strah- Tensorellipsoid. Ein symmetrischer
zwischen 10250 und 10350 wV liegt, Wärmeleitung notwendige Tempera- lungsgesetz; Näheres s. Strahlungs- Tensor zweiter Stufe hat in drei Di-
94 9
Tensoren Termschema
mensionen sechs unabhängige Kom- Stufe zu unterscheiden, die gewöhn- ist für den Aufbau der Materie von Termanalyse, die Aufstellung eines
ponenten (s. Komponenten eines lich durch tief- bzw. hochgestellte In- geringer Bedeutung. Viel grundlegen- *Termschemas eines Atoms aus den
Tensors). Er kann daher geometrisch dizes bezeichnet werden. $. Kompo- der ist das Auftreten der T. bei der empirisch bekannten Wellenzahlen
durch die Fläche zweiten Grades nenten eines Tensors. Wechselwirkung der Nukieonen im der Spektrallinien seines Linienspek-
Tor xt2 Tuxy try? +2 my zt Lit. Lagally, M.: Vorlesungen über Atomkern (s. Kernkräfte und Meso- trums. Dies ist bei komplizierteren
Vektorrechnung. 2. Aufl. Leipzig 1934. - ‚nentheorie der Kernkräfte). Von der Spektren eine außerordentlich schwi
Hr +2 1 xl Madelung, E.: Die mathem. Hilfsmittel
Kernphysik ist der Begriff auch ge- rige und mühsame Aufgabe. Ein
dargestellt werden, die als T. oder d. Physiker. 4. Aufl. Berlin 1950. [4]
Tensorfeld. Analog zu einem ortsab- prägt worden, obwohl die Wechsel- wichtiges Hilfsmittel dafür ist die
besser als Tensorfläche bezeichnet wirkung von Magneten unter dem Auffindung genau gleicher Wellen-
wird, da sie nicht in allen Fällen ein 'hängigen Skalar, Vektor oder Spinor, Potential T viel länger bekannt ist. zahldifferenzen an verschiedenenStel-
Ellipsoid ist, sondern auch eine an- die ein *Skalarfeld, *Vektorfeld oder Hier entsprechen den magnetischen len des Spektrums, da diese das Vor-
dere Fläche zweiten Grades,z. B. ein *Spinorfeld darstellen, spricht man Momenten sog. nukleare oder me- 'handensein einer entsprechenden Dif-
ein- oder zweischaliges Hyperboloid auch von T.Charakteristisch sind die sonische Momente, die ihren Sitz in ferenz zwischen zwei Termen bedeu-
sein kann. Ein bekanntes Beispiel T. der allgemeinen Relativitätstheo- Protonen und Neutronen haben. Für ten, welche sich - z. B. durch ein
eines T. ist das *Trägheitsellipsoid, rie. Auch das Maxwellsche elektro- die Größen sı schreibt man dann die Auswahlverbot — nicht direkt durch
welches den *Trägheitstensor veran- magnetische Feld ist unter Zusam- Spinoperatoren 7: bzw. @} und geht eine Linie bemerkbar zu machen
schaulicht, s. a. Komponenten eines menfassung vonelektrischer und ma- damit zu der quantenmechanischen braucht.
(symmetrischen) Tensors zweiter gnetischer Feldstärke zu einem anti- Operatorenschreibweise über. T ist Die genaue Kenntnis der *Auswahl-
Stufe. symmetrischen Tensorein T.[7] also abhängig von den Spins der re- regeln und anderertheoretischer Ge-
Jede Fläche zweiten Grades besitzt Tensorfläche, s. Tensorellipsoid. agierenden Nukleonen. Dies wird sichtspunkte ist für die T. ebenfalls
ein ausgezeichnetes Koordinaten- Tensorpotential, Tensorkraft. Als von der Erfahrungfür die Kernkräfte von großer Wichtigkeit. Vielfach
system in Gestalt der drei aufeinan- Tensorpotential, oft auch etwas un- gefordert. (S. Spinabhängigkeit der kann auch aus Elektronenstoßversu-
der senkrecht stehenden Hauptachsen genau als Tensorkraft, bezeichnet Kernkräfte.) [7] chen neues Material beigebracht wer-
als Koordinatenachsen des Tensors; man folgendes Potential zwischen Tephigramm.Ein von N.Shaw ange- den. Ein unschätzbares Hilfsmittel
damit wird der Tensor auf Hauptach- zwei Teilchen: gebenes Zustandsdiagramm für atmo- zur T.bedeutet ferner die genaue Un-
senform gebracht und die Zahl seiner sphärische Luftquanten, mit dessen tersuchung des *Zeeman-Effektes der
Komponenten auf drei reduziert, Die 7. Ban vo: Hilfe sich die Stabilität oder Labi einzelnen Spektrallinien, weil sich da-
Hauptachsen der Tensorfläche wer- ist der Radiusvektor, der von dem tät einer Luftschichtung graphisch er- durch die Zusammengehörigkeit ein-
den daher auch kürzer als *Haupt- einen Teilchen zu dem anderen weist. mitteln läßt, Auf die Abszisse wird zelner Linien, die eine *Spektralserie
achsen des Tensors bezeichnet, da sie V (9ist irgendeine Funktion des Ab- die wahre Lufttemperatur, auf die bilden, oft unmittelbar ergibt. [1]
dessen ausgezeichnetes Koordinaten-
standes der beiden Teilchen,ein sog. Termschema, die Zusammenstellung
Ordinate die potentielle Temperatur
system darstellen. [4] Zentralpotential, wie es 1. allg, in der oder die Entropie aufgezeichnet. Eine aller *Terme eines atomaren Sy-
Tensoren, s. Darstellung einer Grup- Physik üblich ist. Das Charakteristi- trockenadiabatischeZustandsänderung stems, meist in übersichtlicher zeich-
pe. kum an ist der Ausdruck in der ge- bei der Vertikalbewegung der Luft in nerischer Darstellung, wie es etwa die
Tensoren s-ter Stufe im n-dimensio- schweiften Klammer. Die Größen der Atmosphäre wird durch eine ho- Abb. (nicht maßstäblich) für das T.
nalen Raum sind gerichtete Größen,
fısı und fr 52 sind Momenteder bei- rizontale Gerade dargestellt. des Wasserstoffatoms zeigt. Die Ener-
die durch r* Zahlen, ihre Komponen- den Teilchen, z. B. die Momente Lit. Raethjen, P.: Kurzer Abriß der gien (oder auch Frequenzen oder
ten Teıa2...a, charakterisiert sind, zweier Elementarmagnete. sı und Se Ta]orologie. 3 Bde. Wolfenbüttel 1947. Wellenzahlen) der einzelnen Terme
wenn diese dergestalt auf car- sind die zugehörigen mechanischen werden maßstäblich als Abstand der
tesische Koordinatenachsen xı, x. Momente. Momente sind Vektoren. Tera, Kurzzeichen T, Vorsatz für waagrechten Striche so au An,
‚Xn bezogen sind, daß sie sich wie die Sie werden skalar mit dem Radius- Einheiten, bedeutet den Faktor 1012, aß GerStrich, welcher den Termmit
Produkte der Komponenten a von vektor x multipliziert. Für den Fall 113] der niedrigsten Energie (den Grund-
s Vektoren a® transformieren, daß der Wechselwirkung zweier Magnete ‚Term, einer der im *Termschema zu- term bzw. Grundzustand) darstellt,
also bei Drehung des Koordinaten- sammengestellten Zahlenwerte von ‚am weitesten unten liegt.
systems gemäß ist Frequenzen (ausgedrückt in s') oder Das T. ist nur bei einem System mit
vo= 4 + Hartz. von. Wellenzahlen (ausgedrückt in einem Elektron (z.B. Wasserstofl-
w- > Cru Xu bzw. = ”"'7 cm“) eines Atoms, Ions oder Mole- atom) durch eine Sprossenleiter ‚mit
Der Ausdruck T. rührt daher, daß der küls, als deren Differenzen sich die regelmäßiger Abstandsfolge darstell-
„ Ursprungder Kraft nicht wie bei den Frequenzen bzw. die Wellenzahlen bar (wie in der Abb.). Bei komplizi
= cr Xu (5. Summenregelt) gewöhnlichen Kräften in einem Punk- der Spektrallinien der betreffenden teren Systemen müssen mehrere Lei-
und demgemä te, sondern in den beiden Momenten atomaren Systeme ergeben. tern ineinander oder übersichtlicher
sitzt. Jedes Moment charakterisiert Vom Standpunkt des *Atombausbe- nebeneinander gestellt werden.
eine Richtung. T hängt also von zwei deuten die T. die durch h (Planck- Stets ergeben sich jedoch die Quan-
auch Richtungen ab, ebenso wie ein Ten- sches Wirkungsquantum) bzw. durch tenenergien der ausgestrahlten Spek-
Taıa2...as "Cara Canpa...CasmsTrs. ..0s sor(zweiter Stufe) durch zwei Achsen he (c Lichtgeschwindigkeit) dividier- trallinien bzw. deren Wellenzahlen
ist. gekennzeichnet ist. Die abstrakte ma- ten Energiewerte der Energieniveaus aus der Länge der Pfeile, welche den
Bei Bezugnahme auf nicht-cartesi- thematische Herleitung vertieft diese des atomaren Systems. Mankann da- Übergang von einem Ausgangsterm
sche Koordinaten hat man die ko- Zusammenhänge. her die T. statt als Frequenzen oder zu einem Endterm darstellen. Bei der
und kontravarianten und gemischten Die Bedeutung des T. als Potential Wellenzahlen auch als Energien in 'Einzeichnungder Pfeile in das T.sind
*Komponenten der Tensoren s-ter der Wechselwirkung zweier Magnete erg oder eV angeben. [1] die *Auswahlregeln zu beachten.
9% 97
Termsystem Textur
munanunnuunnn — Jonisierungs- Die Einheit T, die erst 1954 von der Tetraeder (Kristallform), tetraedrisch
graze Internationalen Elektrotechnischen (*Kristallklasse) des kubischen Kri-
Kommission eingeführt wurde, ge- stallsystems, Abb. 52.[8]
hört_also zum Giorgi-System, auch tetragonal, heißt eines der *Kristall-
MKSA-System genannt.
Aaper
Zustände
Der Name wurde zu Ehren des ame-
systeme,s.Kristallklassen.[8]
Tetrakishexaeder, Pyramidenwürfel,
rikanischen Physikers Nicola Tesla en kubischer *Kristallklassen.
gewählt. [13]
Tesla-Transformator. In die aus we- Tetrode, _Zweigitterröhre, eine
nigen Windungen bestehende Primär- #Schirmgitterröhre, also *Elektro-
spule P eines durch Funken erregten nenröhre mit vier Elektroden (Ka-
Schwingungskreises wird eine aus vi thode, Anode, Steuergitter und
len Windungen bestehende Sekund: Schirmgitter). Das Schirmgitter ver-
Übergongs-Pleile spule $ gesteckt (s. Abb.). Sind Pri- ‚mindert den Durchgriff unddie Rück-
mär- und Sekundärkreis auf Reso- wirkung der Anodenwechselspannung
nanz abgestimmt, so erhält man sehr auf das Steuergitter, so daß der Ano-
hohe Spannungen mit einer hohen denstrom nicht unnötig verkleinert
‚Grunoferm Frequenz an der Sekundärspule, so wird. [19]
Tex. Kurzzeichen tex, eine in der
Termschema Textilindustrie übliche Titereinheit.
Die Einheit T. ergibt sich aus der

NH
Auch für die Atomkerne, vor allem eine niedrigere Energie besitzt als Gleichung
fürdie leichteren,läßtsich ein T. auf- eine solche mit kleinerem J. [1]
stellen. Seine Termdifferenzen erge- tertiäres Kriechen, s. Kriechen.
ben die Quantenenergien der y- Terz, dritter Ton der diatonischen
Strahlen, die der betreffende Kern Tonleiter oder das Intervall zwischen 1 1 tex 8
aussenden (falls er angeregt wird) diesem Ton und dem Grundton.[12] Definition: = 15, [13]
oderabsorbieren kann. Tesla, Nicola. Amer. Physiker und
Lır. Finkelnburg, W.: Atomphysik, 11./ Elektrotechniker. Geb. 10.7. 1856 in Textur. Aus der röntgenographischen
22. Aufl. Berlin 1967. (1] Similjan (Kroatien, damals Ungarn), Untersuchung der *Metalle erkennt
Termsystem. Atome mit mehr als ei- gest. 7.1.1943 in New York. Wan- daß sich starke Sprüherscheinungen man, daß mit der *Kaltverformung
nem Außenelektron haben mehrere derte 1884 in die USA aus. T. unter- bemerkbar machen. Diese Anordnung grundlegende strukturelle Verände-
T.,d. h. verschiedene *Termschemata, hielt ein eigenes physikalisches Labo- wird als T.-T. bezeichnet (nach N. rungen auftreten, die als Übergang
von denen jedes durch Bildung der ratorium. Er ist unabhängig von Fer- Tesla, 1892). Elektrodenlose Röhren des ursprünglich vorhandenen quasi-
entsprechenden Differenzen einen raris einer der Theoretiker des Drei- leuchten in Entfernungen von einigen isotropen Gefügeaufbaues in einen
Teil des gesamten Linienspektrums phasen- (Drehstrom-) Systems. T. Metern auf. Trotz der hohen Span- Zustand mehr oder weniger ausge-
liefert, deren Termeaberi. allg. nicht baute auch Transformatoren für nung sind die Ströme für den prägter statistischer *Anisotropie an-
miteinander kombinieren (s. Inter- Ströme sehr hoher Spannung (Tesla- Menschen ungefährlich, da infolge gesehen werden können. Genau wie
kombinationsverbot). Die T. unter- Ströme), die frappante physiologische der hohen Frequenzsich die Strom- bei der gesetzmäßigen Anordnung
jenach dem Grad ihrer aber die daran richtungso schnell ändert, daß nach von Kristalliten in Faserstoffen,
in__Singuleitsysteme, ischen Wirkungen Nernst die Ionen nur ganz kurze Drähten, Blechen usw. bezeichnet
’Dublettsysteme, Triplettsysteme usw. nicht erfüllten.[43] Schwingungenausführen,die sie nicht man diesen auf Grund der Kaltver-
Beim gleichen Atom kommen stets Tesla, Kurzzeichen T, eine Einheit aus dem Bereich einer Zelle hinaus- formung, hervorgerufenen Gefügezu-
nur T. entweder von ungerader oder der magnetischen Fiußdichte (oft gehen lassen. stand mit T. des Stoffes. Diese ergibt
von gerader Multiplizität nebeneinan- noch Induktion genannt) im elektro- Lır. Westphal, W.: Physik. 22. bis 24. sich bei Röntgen-Aufnahmenaus der
dervor, und zwartritt der erste Fall magnetischen *Vierersystem Länge- ‚Aufl. Berlin 1963. [23] Lage der Häufungsstellen der Re-
bei Atomen mit einer geraden Zahl Masse-Zeit-Ladung. tesseral, weniger gebräuchliche Be- flexe, wie in Abb. 1 zu schenist.
von Elektronen auf (Gesamtspin- Die Einheit T. ergibt sich aus der zeichnungfür das kubische *Kristall- Im Gegensatz zur T. steht die regel-
quantenzahl S ganzzahlig), der zweite Gleichung system. [8] lose *Orientierung der Kristallite in
Fall bei ungerader Elektronenzahl magnetische magnetischer Fluß Testfunktion, s. Distribution. einem Pulver. Es wechselt dabei die
(& halbzahlig). [1] Flußdichte ” Fläche Tetartoeder, Viertelflächner. Formen Orientierung statistisch unregelmäßig
Term, verkehrter (invertierter). Die Definition: der *Tetartoedrien. Benennung dieser von *Korn zu Korn. Je größer die
Gesamtdrehimpulsquantenzahl J kann DasT. ist die Flußdichte, Formen (Tetarto-domen, -prismen, Körner sind undje geregelter die T.
bei Multiplett-Termen mehrere ver- deren Fluß durch einen Quadratme- -pyramiden usw.) werden zunehmend ist, um so mehr nimmtder Stoff die
schiedene Werte haben. Normaler- ter einer Fläche ein Weber beträgt, durch andere ersetzt (s. Kristallklas- Eigenschaften eines *Einkristalles an,
weise haben nun die Termkomponen- wenn die Flußdichte in allen Punkten sen). [8] desto ausgeprägter ist seine makro-
ten mit größerem / auch die höhere dieser Fläche gleich ist und senkrecht Tetartoedrie, tetartoedrisch nennt skopische Anisotropie. Es wird also
Energie (regulärerT.). Es gibt jedoch zu ihrsteht: man auch *Kristallklassen mit dem dieT.eine wichtige Rolle für das tech-
auch »verkehrte« T., bei welchen eine 1 Tesla = 1 Weber/l Quadratmeter vierten Teil der Flächen der zugehö- nologische Verhalten eines Werkstof-
Termkomponente mit größerem 7 1T = 1 Wb/m! = 1 kg/s? A. rigen vollflächigen Klassen.[8] fes spielen und ihre Entstehungsbe-
9 9
Textur
Gußtextur ist meistens eine einfache drähten, wie auch in Zellulosefasern,
Fasertextur(s. a. Faserstruktur), wor- liegen alle *Kristalle mit der gleichen
auf weiter unten näher eingegangen kristallographischen Richtungparallel
werden wird. Es stellt sich dabei i. zur Achse des Drahtes bzw. der Fa-
allg. eine Richtung mit besonders ser, und man spricht deshalb von Fa-
großer Wachstumsgeschwindigkeit in seriextur, wobei die gemeinsame
der Längsachse ein. Diese Gußtextu- Richtung Faserachse genannt wird.
ren können für die Weiterverarbei-
tung eines Werkstückes sehr störend
sein.
Auch bei elektrolytischen Metallnie-
derschlägen entsteht häufig eine T.,
die eine einfache Fasertextur mit der
Faserachse in Richtung der Stromli-
‚Abb. 1. Beispiel einer Textur im Röntgen-Bild (Al) (aus Masing) nien ist, wobei sich auch i. allg, eine Abb. 2. Lage der Kristallite in einem
dingungen werden praktisch sehr be- dern sich in Kristallbildung aus der Richtung mit ausgezeichneter Wachs- Äluminiumdraht (aus Glocker)
deutsam sein. T. können entstehen: flüssigen Phase und in die *Rekristal- tumsgeschwindigkeit in der Faserachse Zum Beispiel liegen in einem hartge-
1. durch Wachstumsvorgänge, lisation im festen Zustand. Beim Gie- einstellt. Dabei haben Lösungszusätze zogenen Aluminiumdraht alle Kri-
2. durch plastische *Verformung. Ben von *Metallen findet man häufig
inen starken Einfluß auf die Art der stallite so, daß die [111]-Richtung
1. Wachstumstexturen. Die zu be- Kristallite, deren Längsachse senk- Bei der kathodischen Abscheidung (Raumdiagonale des Würfels) parallel
trachtenden Wachstumsvorgänge glie- recht zur Kokillenwand steht. Diese eines Metalles auf eine Unterlage aus zur Drahtachse ist, wie schematisch
Tabelle 1. Wachstumstexturen von Metallen demselben oder einem verwandten die Abb. zeigt, wobei natürlich die
(aus Glocker, Materialprüfung mit Röntgenstrahlen) Metall beobachtet man,daß diese ab- äußere Form der Kristallite keine
geschiedene Schicht die T. der Unter- Rolle spielt. Sie sind lediglich zur
Gittertypus Einstellungsrichtung Bemerkungen Tage, selbst bei größeren Stärken, bei- besseren Übersicht in der Abb, als
Yochstzmsset und Würfelchen gezeichnet. Zu bemerken
behält. Es ist dabei gleichgültig, ob ist, daß Drähte mit Fasertextur frei
T. Elektrolytische 1 auf Kathoden- die Schicht vorher kaltverformt war von elastischer *Nachwirkung sind (s.
Niederschläge: fläche ‚oder nicht, Nachwirkungerscheinungen).
i kubisch- [001] oder [011] Te nach Art des ‚Ebenfalls zu den Wachstumstexturen Bei den Fasertexturen sind noch zwei
Au CuTi, Fb "ächenzentriert Oder 111] oder (2111| Mtalls undder muß die Rekristallisationstextur ge- spezielle Arten, die häufig auftreten,
Ch Fe Kubisch- _ [ilModer[aill (Hanieichem zählt werden. Manchmal wird sie zu unterscheiden, und zwar die S}
raumzentriert Fe auch zu den Deformationstexturen ralfasertextur, bei der die Kristallite
Sa tetragonal un eingeordnet, da sie beim Glüheneines mit einer bestimmten kristallographi-
II. Gußtexturen: || Längsrichtung verformten Werkstückes entstehen schen Richtung um einen konstanten
der Kristallite kann. Dabei muß unterschieden wer- Winkel & gegen die gemeinsame
Ag, Al, Au, Cu, «Ms, kubisch- 1100] den zwischen der Ausbildung einer Richtung geneigt sind. Bei Zink z. B.
Pb (Ms Mesing) fächenzentriert neuengerichteten Lage der Kristallite bildet die hexagonale Achse einen
aFe, P-Ms kubisch- 100] (Rekristallisationstextur) und der Winkel von « = 72° mit der Draht-
Taumzentriert ung Verschärfungeiner schon vorher auf-
-Sn tetragonal getretenen Walztextur. Esist also die achse. Bei einem Winkel von « = 90°,
Kie tetragonal 120 .
>Ringfaser- Rekristallisationstextur verschieden der bei Magnesium auftritt, spricht
Ca, Zu hexagonal [0OOl] ist man voneiner Ringfasertextur.
1 Längsrichtung texture von der Verformungstextur. Diese b) Walztextur. Beim Walzen von Ble-
Bi thomboedrisch vu neugebildeten, gesetzmäßig orientier- chen findet man ebenfalls eine
II. Rekristallisations- || Drahtachse ten Kristallite haben also eine neue Gleichrichtung von Kristalliten, wo-
Texturen von Drähten: Orientierung. Die Rekristallisations- bei nicht nur eine bestimmte kristal-
A kubisch- - Verschärfung texturen sind i. allg. beständig bis lographische Richtung parallel zur
Nächenzentriert der Ziehtextur zum Schmelzpunkt.
Cu kubisch- tu2 bei Rekristalli- Die zweite Beobachtung, die häufig Walzrichtung verläuft, sondern es
flächenzentriert sation von sehr bei sehr reinem Aluminium auftritt, liegt auch einefür alle’ Kristalle glei-
reinem Al
69,5%) ist eine mit zunehmender Glühtem- HR.
FeNi kubisch- 1100) peratur auftretende Verbesserung der
Taumzentriert Einstellung in die Walztextur, Diese
IV. Rekristallisations- || Walzrichtung || Walzebene Erscheinung muß zu den Verfor-
texturen von Waleblechen: mungstexturen gezählt werden, da
Ag, aMs, Bronze kubisch- tu] em hier kein Wachstumsvorgangvorliegt.
6% Sn) flächenzentriert Diese werden im Folgenden betrach-
AL 9,7%), Au, Cu, Ni, kubisch- 1100] on tet werden.
Konstantan fächenzentriet 1.110] on 2. Verformungstexturen. Abb. 3. Lage der Kristallite in einem
«Fe Kubisch- m. {112} au Eisen-Walzblech
Taumzentriet IA. 110] au a) Fasertextur. In gezogenen Metall- W. R. Walzrichtung (aus Glocker)
100 101
Textur T3-Gesetz von Debye
che kristallographische Ebeneparallel nem in zahlreiche Bereiche aufgeteil- strahlungsrichtung gegenüber der theorie, wobei er aber die Gesamt-
zur Walzebene. Man beobachtet für ten Einkristall. Dabei ist die Ebene Walzebene. zahl dieser Eigenschwingungen in
die Kristalle in einem stark gewalzten durch Strahlrichtung und Querrich- ©) Zugtexiur. Beim freien Ziehen 1mol auf Na beschränkte (Na Avo-
Eisenblech, daß eine Würfelebene tung und ferner die Walzebeneje eine eines Metalldrahtes oder beim Ziehen sadro-Konstante); ein System gekop-
parallel zur Walzebene und eine Symmetrieebene. Durchstrahlt man durch eine Düse tritt eine einfache pelter Oszillatoren hat in der Tat
Würfelflächendiagonale parallel zur senkrecht zur Walzrichtung, so erhält Fasertextur mit der Drahtachse als 3Na Eigenschwingungen, ein Kon-
Walzrichtung liegt, wie die Abb. 3 man ganz verschiedene Röntgen Faserachse auf; ausgenommen sind tinuum dagegen unendlich viele, was
zeigt. Das Blech entspricht dann ei- der, je nach dem Winkel der Ei die hexagonalen Metalle, bei denen einen gewissen inneren Widerspruch
Tabelle 2. Deformationstexturen von Metallen
(aus Glocker, Materialprüfung mit Röntgenstrahlen)
Ringfaser- und Spiralfasertexturen dieser Theorie bedeutet. Indem er
beobachtet werden. Bei den kubischen nun die Gesamtenergie dieser
Metallen. ist die gemeinsame Rich- Schwingungen für ein Mol berechne-
Art der der Deformati
Deformation. Yung
tungpara,
parallele tung die dichtest besetzte Gittergera- te, erhielt er einen Ausdruck für die
und Metallart Gittertypus Richtungen
‚Ebenen
und Bemerkungen de, also bei den flächenzentrierten molare Wärmekapazität (Molwärme),
Gittern die [111] und bei den raum- der für 7> © in den Dulong-Petit-
T. Zugtexturen: zentrierten die [110]. schen Wert 3 R übergeht (7 absolute
Ag, Al, Au, Cu, Ni, Pd kubisch- 1.[111] Häufigkeit der Lage Die verschiedenen Arten von T. ha- Temperatur, R Gaskonstante, © =
flächenzentriert A.{100] Iu. Il.für die ver- ben auf die Werkstücke großen Ein- =hvm/k sog. Debye-Temperatur
schied. Metalle ver- fluß, und zwar meistens in uner- oder charakteristische *Temperatur);
schieden,1. i. allg. wünschtem Sinne. Sie wirken sich bei den meisten Stoffen ist bei Zim-
. überwiegend nicht nur auf das mechanische Ver- mertemperatur dieser Wert bereits
«Fe, Mo, W kubisch- 1110]
Ms,Zr
Taumzentriert
hexagonal

11070) »Ringfasertextur«
halten aus, sondern auch auf die che- erreicht.
mischen Eigenschaften, wie z. B. die Für Temperaturen T< ©, also in
im Inneren *Korrosion. In den beiden Tabellen dem Gebiet vom_absoluten Null-
Zu hexagonal (0001) >Spiralfasertexture aus Glocker werden die Wachstums- punktbis zu etwa 20°K (grober Mit-
um 18° geneigt im Inneren und Deformationstexturen der wich- telwert, da von der charakteristischen
UI.Stauchtexturen: tigsten Metalle n. S. a Temperaturdes einzelnen Stoffes ab-
Al, Cu kubisch- 110) Struktur, übermolekulare, bei Hoch-
flächenzentriert
polymeren.
'hängig) ergibt die Debyesche Theorie
«Fe kubisch- 1.f111] II. Lage schwach folgendes Gesetz für die molare bzw.
Taumzentriert ıE.{i0l vertreten Lit. Hdb. Experimentalphysik. Bd. atomare Wärmekapazität fester Kör-
Mg hexagonal 0001] Oyertaerungeiner
O.: Texturen per:
V. Sachs, G.: Plast. Verformung. Leip-
a axialsymmetrischen zig, 1930. Werkstoffe.
- Wassermann,
Al, «Fe
Saucungmit
ee Richtung —
Stauchtextur in der
Stauchrichtung mit
metall. Berlin 1939. -
Schmidt, E., und W. Boas: Kristallpla-
stizit Berlin 1935. - Kochendörfer,
T"zlr Stauachse eineraxial-symme- A.: Plast. Eigenschaften von Kristallen
a trischen Zugtextur und metall. Werkstoffen. Berlin 1941. — - 233,78 R (8)" = const- T*,
in der Fließrichtung Burgers, W.G.: Rekristallisation, Ve
II. Walztexturen: Zur Walz- formter Zustand und Erholung. das wegen der Abhängigkeit der
ebene par- 1941. - Glocker, R.: Materialprüfung Wärmekapazität von der dritten Po-
allele Ebene mit Röntgenstrahlen. 3. Aufl. Berlin tenz der absoluten Temperatur als
Ag, «Ms, Pı, Zinn- kubisch- 12] (110) Für Pt 1949. - Masing, G.: Lehrb. d. Allg. Me- T°-Gesetz von Debye bezeichnet
bronze lächenzentriert noch talikunde. Berlin 1950. (15] wird. (Der Proportionalitätsfaktor ist
I. Lage T3-Gesetz von Debye.Die spezifische
1100), Wärmekapazität fester Körperist kei- allerdings keine universelle Konstan-
ne Konstante, sondern fälltbeitiefen te, sondern für jeden Stoft verschie-
Al, Au, Cu, Ni, 1.1112] 1.119) ca Temperaturen stark ab (s. Abb. bei den.)
Konstantan Mächenzentriert W{tl) ILCD) |ae Dulong-Petitsche Regel). Eine Erklä. Die experimentelle Nachprüfung
Pb kubisch- [10] too) la rung dieser Tatsache war der klassi- (Nernst, Eucken) hat ergeben, daß
flächenzentriert schen Physik nicht möglich, sondern dieses Gesetz für Temperaturen von
«Fe, Mo, Ta, W bisch- 1. [110] 1.001) BeiMo, gelang erstmals Einstein 1907 auf 0° bis zu etwa 20°°K i. allg. bemer-
Taumzentriert min) MU Ta, W dem Boden der Quantentheorie. De- kenswert gut erfüllt ist (s. Abb. bei
ur I. Temperatur, charakteristische), wäh-
Lage bye stellte 1912 eine verbesserte
IM. [112] I.) MI.Lage Theorie auf, bei der er das Kristall- rend für höhere Temperaturen die
schwach gitter des festen Körpers näherungs- nach der Debyeschen Theorie berech-
ver- weise als Kontinuum auffaßte. Die neten Werte weniger gut mit der Er-
weten Wärmeschwingungen der Atome,die fahrung übereinstimmen. Es läßt sich
ca hexagonal - «on auch theoretisch begründen, daß nur
um 30° geneigt beim festen Körper Schwingungen
für sehr tiefe Temperaturen das Kon-
Ms,Zr hexagonal - (01) Ri eines Systems gekoppelter Oszillato-
faser- ren darstellen, sah er in dieser Theo- tinuum eine gute Näherung für den
texturen rie als elastische Eigenschwingungen festen Körper darstellt. Eine wesent-
Zn hexagonal 11120] (0001) des Körpers an und berechnete sie lich strengere Ableitung des 73-Ge-
um 20° geneigt nach den Methoden der Quanten- seizes lieferte die atomistische Theo-
102
103
th thermionischer Konverter
tie der Raumgitterschwingungen des ist etwa 20- bis 60fach, je nach dem Definition: Eine t. ist diejenige Wär-
festen Körpers von Born und v. Kär- besonderen Verwendungszweck. Da- memenge, die erforderlich ist, um die
män (1912/1915). Dabei ergab sich, bei soll das Fernrohr kurz gebaut Temperatur der Wassermasse eine
daß © nicht nur,wie vielleicht zu er- sein, um ein »Durchschlagen« aufdie Tonne um ein Grad (degre) zu er-
warten, aus elastischen Konstanten, entgegengesetzte Zielrichtung zu er- höhen.
sondern auch aus optischen Konstan- möglichen, ohne daß der Fernrohr-
ten berechnet werden kann. träger allzu hoch gebaut wird. Die Umrechnung:
Das T°-G.ist ein Ausdruck dafür, Scharfstellung auf die wechselnde 1th = 10° kcal = 10° cal.
daß bei tiefen Temperaturen die klei- ’Zielentfernungerfolgt mit Hilfe einer Auf Grund von Messungen bestehen
‚neren Wellenlängen der Wärmebewe- vor der Objektivbrennebene angeord- folgende Bezichungen:
gung einfrieren müssen, so daß der neten zerstreuenden Einstellinse. Die
Festkörper praktisch zum elastischen Horizontierung des Instrumentes ge- 1th = 4,1855 10°) =
Kontinuum wird undals solches ana- schieht mittels Libelle. Auch hier er- =4,2680-10°mkp. [13]
log dem Strahlungshohlraum einen folgt die Beobachtung der richtigen Thermik, aufwärts gerichtete Luft-
mit T* proportionalen Energieinhalt Einstellung neuerdings durch Zusam- strömungen, Aufwinde thermischen
haben muß(Jordan). menspiegeln der beiden Enden der Ursprungs, infolge starker Sonnen-
Das T°-G. wird bei Untersuchungen Luftblase in ein Bild. einstrahlung oder anderer Wärme-
des Verhaltens fester Stoffe in der Magnetischer T. heißt das Hauptin- quellen, z. B. über Städten. Ausnüt-
Nähe des absoluten Nullpunktes strument zur absoluten Messung der zungbeim Segelflug. [30]
häufig verwendet. Allerdings hat sich erdmagnetischen Horizontalintensi-
ergeben, daß für extrem tiefe Tempe- tät. Er besitzt einen Horizontalkreis thermionischer Konverter, auch als
raturen erhebliche Abweichungen von 270 mm Durchmesser mit Ablese- glühelektrischer oder Anlaufstrom- Cesium
auftreten können, die bei Metallen mikroskopen für 1” und umlegbarem Generator bezeichnet. Er stellt ein Reservoir
darauf beruhen, daß sich bei diesen Autokollimationsfernrohr von 35fa- Verfahren zur Erzeugung von elektri-
Temperaturen der Anteil der Metall- cher Vergrößerung, am Faden hän- scher Energie aus Wärme unter Um-
elektronen am Wärmeinhalt bemerk- gende Magnetnadel mit Spiegel und gehung bewegter Teile dar und wur-
bar macht. Torsionskopf, sowie Ablenkungs- de 1915 von Schlichter erfunden (Abb. Abb. 1. Schnitt durch einen flammenbe-
Lır. Debye, P.: Zur Theorie der spez. schiene von 600 mm Länge mit Län- N. heizten thermionischen Konverter. Der
Wärmen. Ann. der Physik 39 (1912), genkomparator, mit welchem 2 um Prinzip: Eine heiße Kathode (Emit- Emitter ist als Rohr, der Kollektor als
S. 787. - Born, M., und Th. v. Kärmän: zu schätzen sind. ter) mit verhältnismäßig hoher Aus- koaxialer Stab ausgebildet (Thermo-
Phys. Zeitschr. 13 (1912), S. 297, u. 14
913), S. 15-65. - Born, M.: Dynamik Lır. Bock, A., und Ad. Schmidt: Z. In- trittsarbeit. 9x emittiert Elektronen, Electron Engineering Company)
strumentenkunde 48, 1 (1928) und im die von einem kalten Kollektor mit zulässiger Temperatur bei hoher
der Kristallgitter. Leipzig 19] Schae- Hab. d. Exp. Physik XXV,1, 563. Leip- Stromdichte und ausreichender Le-
fer, Cl.: Einf. indie theor. Physik. Bd. zig 198.[18] niedriger Austrittsarbeit 4 aufge-
nommen werden. Offene Spannung
II. Berlin 1958. [9]
th. Kurzzeichen für die Einheit ther- Theodolitgoniometer,s. Goniometer. bensdauer. Hochvakuum-Konverter
Theorem der übereinstimmenden Zu- Us = 92 - pa + A, worin A von der verlangen sehr engen Elektrodenab-
mie. [13] stände, s. Zustandsgleichung, redu- kinetischen Energie der emittierten stand (0,01 mm und darunter), weil
Thalpofasimeter, svw. Dampfdruck- zierte. Elektronen herrührt. Kurzschluß- sonst Raumladung stört. Deshalb
thermometer.
Therlo, s. Manganin u. Normalwider- strom gleich Differenz der Sättigungs- Zusatz von Cäsiumdampf, der an der
Theodolit, Der T. dient zur Messung stand. ströme von Emitter und Kollektor heißen Emitterfläche mit hoher Aus-
von Horizontal- und Höhenwinkeln therm, eine in Großbritannien übliche (Kennlinie s. Abb. 2). trittsarbeit spontan ionisiert wird.
und findet Anwendung im Vermes- kalorische Energieeinheit. Schwierigkeit: Kompromiß zwischen Dadurch ist größerer Abstand mög-
sungswesen, im Bergbau und in der hoher Austrittsarbeit am Emitter und lich, doch werden die Potentialver-
Meteorologie. Über der Grundplatte Definition:
mit dem feststehenden Horizontal- 1therm 10° British Thermal Units Stromstärke
kreis ist das Fernrohr um eine verti- TU).
kale Achse und gegenüber dem Hö- Umrechnungen: ı
henteilkreis um eine horizontale Ach- 1therm 25,1993 - 10° calır = IK = Ise "Isa
se drehbar angeordnet. Die Teilkreise 05,506 « 10°7. 113] i \
werden mit Nonien und Ableselupen Thermalöle, s. Wärmeübertragungs-
oder auch durch Ablesemikrolupen öle.
mit Feinmeßeinrichtungen abgelesen. thermie, Kurzzeichen th, eine in
Moderne Instrumente gestatten die exponentielier Abfall
gleichzeitige Ablesung gegenüberlie- Frankreich übliche kalorische Einheit
genderStellen der Teilkreise und lie- für Arbeit, Energie oder Wärmemen-
fern automatisch die Mittelwerte der gen im kalorischen Vierersystem.
Ablesungen, und zwar für Höhen- Die Einheit t. ergibt. sich aus der
und Seitenkreis an dem gleichen Ein- Gleichung
blick. An das Fernrohr werden hohe Wärmemenge = spezifische Wärme-
Ansprüche hinsichtlich der optischen kapazität des Wassers x Wasser-
Leistung gestellt. Die Vergrößerung masse X Temperaturdifferenz. ‚Abb. 2. Kennlinie eines raumladunıgsfreien Hochvakuum-Konveriers
104 105
thermisch Thermistor
*Polymerisationsgrad bis zu einem mehr knapp unter der Zersetzungs-
bestimmten Wert und. bleibt dann temperatur liegt (Polyvinylchlorid),
Kathodenfall konstant. Bei der Fließtemperatur daß Schmelzen nur mehr unter Zer-
Spannungsabfall in der (*Umwandlungen bei Hochpolyme- setzung möglich ist (Polyacrylnitril),
‚Pos. Säule ren) setzt auch die makro-Brownsche oder daß die Zersetzung vor dem
I Bewegung ein, und nun sind Platz- Schmelzen erfolgt (Cellulose); im
wechsel der ‚samten Makromole- letzten Fall ist die Summe der Neben-
I valenzbindungen, die Kohäsionsener-
I temperatur bezeichnet manjene Tem- gie, größer als die Summe der Haupt-
I peratur, bei der Festigkeit und Stei valenzkräfte. Bei den vernetzten
| Memmenn 4, heit rasch, oft sprunghaft abnehmen; Hochpolymeren (also auch bei den
sie ist konventionell festgelegt (z. B. echten Elasten) ist überhaupt kein
als die Temperatur, bei der sich das
Emitter | Kathoden- H— positire Säule ——Jee
Schmelzen möglich, sie können durch
Anoden-; Material unter dem eigenen Gewicht Temperaturerhöhung nur zersetzt
1 Schient | 1 Sehieht | Anode verformt) und steigt mit dem Poly- werden. Man kann durch gewisse Zu-
N I ı \ merisationsgrad. Ist ein Hochpoly- sätze sowohl die Einfriertemperatur
Abb. 3. Potentialverlauf in einer thermionischen Gasentladungszelle bei Strom- meres teilweise kristallin (hornartig), herabdrücken (Weichmacher) als auch
entnahme so habendie *Kristallite eine Schmelz- die Zersetzungstemperatur hinaufset-
temperatur, die sich den genannten zen (thermische Stabilisatoren). Von
hältnisse kompliziert, Abb. 3, insb. Er beträgt »fkT je Baustein (T Erscheinungen überlagert. Hochkri- der Lage der Einfrieriemperatur im
niedrigere Klemmenspannung (0,4 V). absolute Temperatur des Systems, k stalline Hochpolymere, wie die Poly- Vergleich zur Gebrauchstemperatur
Bei Temperaturen von 1500 und 600 Boltzmann-Konstante, / Zahl der amide oder Polyäthylen, haben daher hängtes ab, ob ein amorphes Hoch-
°C wird maximal ein Wirkungsgrad Freiheitsgrade). Oder man spricht einen Fließtemperatur-Bereich, der polymeres ein Glas (Polystyrol) oder
von etwa 15% erreicht, die Leistungs- von th. Neutronen und meint solche im wesentlichen der Schmelztempe- ein plastischer Stoff (Polyäthylen) ist.
dichte beträgt etwa 5 Wicm?. Die Neutronen, die, obwohl sie wie alle ratur der Kristallite entspricht. Zwi- Hochpolymere sind schlechte Wärme-
‚Austrittsarbeit von Emitter und Kol- Neutronen mit einer hohen Energie schender Einfriertemperatur und der leiter, ihre Wärmeleitfähigkeit be-
lektor wird durch Belegung mit Cs aus dem Verband des Atomkerns Fließtemperatur ist der Stoff entwe- trägt etwa 0,16 bis 0,23 Jim s grd).
automatisch erreicht. Heißer Emitter herausgeschlagen wurden, nach ge- der plastisch oder, wenn einige Ver- Die spezifische Wärmekapazität be-
& wenig Cs 2 hohe Austrittsarbeit. nügend vielen Zusammenstößen mit setzungen vorliegen, elastisch. Bei trägt meist 1260 bis 1680 J(kg erd),
Kalter Kollektor = viel Cs nied- den Atomkernen einer Bremssubstanz plastischen Stoffen finden wir hier die bei Phenolharzen kann sie nur 840 3}
rige Austrittsarbeit. Die Lebensdauer (Moderator) alle Energie verloren Erscheinung der Thermorückfede- (kg grd) betragen, bei Polyäthylen ist
erreicht heute etwa 1000 h. Als wei- haben bis auf diejenige, die den Par- rung, da nach einer kurzzeitigen Ver- sie 2310 (kg grd). Die thermische
tere Entwicklung ist der Edelgaskon- tikeln, mit denen sie wechselwirken, formung wegen der zu hohen Visko- Ausdehnung dagegen ist recht groß,
verter mit fsionisation von Kluge innewohnt. Dieser Betrag kann ihnen ität und der zu kurzen Versuchszeit der lineare Ausdehnungskoeffizient &
zu erwähnen. Man hofft, in Kern- nicht entzogen werden. Der Betrag nicht alle Spannungen zu relaxieren beträgt für Polyäthylen 20 - 10% grd!,
reaktoren einen Teil der Uranstäbe der th. Energie ist 0,0253 eV bei 7 = vermögen. Durch Abkühlen unter die für die meisten Thermoplaste 70 bis
durch stabförmige t. K. ersetzen zu 293 °K. Er variiert proportional T. Einfriertemperatur kann man solche 130 10% grd und für Duroplaste
können (3), um so eine Hochtempe- Bei Temperaturen in der Umgebung Spannungen mit sehr hoher Relaxa- 20 bis 100 - 10° grd“', Für die Verar-
ratur-Vorstufe zu schaffen. des absoluten Nullpunkts wird der ionszeit einfrieren; werden sie nach beitung ist das Schwindmaß wichtig,
Lır. Schlichter, W.: Diss, Uniy. Göttin- Mindestenergieinhalt eines Systems längerer Zeit durch Erwärmen über das ist der Betrag in Prozent, um den
gen
Bart 1915.
1962. -Naturwiss.
Bloss, W.:48.Diss. TH_Stutt-
(1962), H. 14, allerdings nicht mehr durch die th. die Einfriertemperatur wieder aufge- das Hochpolymere beim Erstarren
8.497, Z. 1. angew. Phys. 14 (190), Energie, sondern durch die Null- taut, so kommen sie zur Auswirkung bzw.beim Aushärten schrumpft, und
H.1, 8. 19. - Salmi, E, W.: Proc. An- punktsenergie bestimmt.[7] und führen zu Verformung. Ober- das etwa 0,6 bis 1,6%, für Polyäthy-
mual Power Sources Conferences 14 thermisches Verhalten von Hochpo- halb der Fließtemperatur findet keine lcn sogar etwa 3% beträgt.
(1960), $.10-12. - Euler, J.: ETZ A 85 Iymeren. Amorphe *Hochpolymere ‚Thermorückfederung mehrstatt, der Lır. Wolf, K.A.: Struktur und physi-
(1964), H. 13, S. 408-411. - Kaye, I, sind bei tiefen Temperaturen Gläser Stoff ist flüssig, Bei weiterem Erhit-
and J. A. Welsh: Direct Conversion of zen wird schließlich die Zerseizungs- kal. Verhalten der Kunststoffe. Berlin-
Heat to Electricity. New York u. Lon- und daher spröd (*Kristallinität, temperatur erreicht, bei der die Göttingen-Heidelberg 1962. - Stuart,
H. Die Physik der Hochpolymeren.
don 1960.[50] *Glaszustand bei Hochpolymeren). Hauptvalenzbindungen zerstört wer- Bd. "TIL, Berlin-Göttingen-Heidelberg
thermisch, Kennzeichnungdesjenigen Bei der *Einfriertemperatur wird die den und das Hochpolymere chemisch 1955. - Stoeckhert, K.: Kunststofl-Lexi-
‚Energiebereichs, der durch die *Wär- mikro-Brownsche Bewegung möglich, zerfällt. Lineare (unverzweigte) Hoch- kon. München 1961.[41]
mebewegung überdeckt wird, z.B. in d. h., die verknäuelten Segmente der polymere haben meist eine Fließtem- thermisch spaltbar, Eigenschaft eines
der Verbindung th. *Neutronen, th. *Makromoleküle können sich bewe- peratur, die unterhalb der Zerset. Nuklids, durch Wechselwirkung mit
*Säule. Man spricht auch von der th. gen ‘und Platzwechsel ausführen, Zungstemperatur liegt, da die Kohä- langsamen Neutronen gespalten zu
Energie eines abgeschlossenen Sy- nicht aber die Makromoleküle als sionskräfte geringer als die Hauptva-
stems und meint damit den En« Ganzes. Dadurch wird das Hochpoly- lenzkräfte sind. Doch können die werden.[7]
gieinhalt, der ihm als Folge der Wär- mere weicher und biegsam. Die Ein- Kohäsionskräfte infolge der großen Thermistor (auch Heißleiter) nennt
mebewegung seiner Bestandteile zu- friertemperatur entspricht etwa der Zahl von Nebenvalenzbindungen, aus man Halbleiter, deren elektrischer
kommt. Dieser ist nach dem *Gleich- Versprödungstemperatur bzw. der denen sie bestehen, so beträchtlich Widerstanderheblich von der Tempe-
verteilungssatz leicht zu berechnen. Kältefestigkeit; sie steigt mit dem werden, daß die Fließtemperatur nur ratur abhängt, und zwar in dem Sin-
106 107
Thermit-Schweißung Thermodynamik bei Hochpolymeren
ne, daß sie in heißem Zustande bes- turanstiegs bei gleichmäßiger Erwi reren Sauerstoffs, heizt den Deckel Entwicklungen (s. T. irreversibler
serleiten, in kaltem Zustande schlech- mung kann man auf die Zusammen- auf 500 °C und kühlt den Boden auf Prozesse). — Bei Verwendung des
ter. Zu den Substanzen,die diese Ei- setzung bzw. den Zustand des zu ana- 0 °C, so erhält man oben den leichte- Wortes »Wärmelehrec hat man meist
genschaft aufweisen, gehören z.B. Iysierenden Produkts schließen. $. a. ren Stickstoff jetzt mit 50,3% statt mit mehr die Vielfalt der physikalischen
Urandioxyd und Magnesiumtitanspi Haltepunkt. 50%. Trotz der Geringfügigkeit des und chemischen Erscheinungen im
nell. T. verwendet man zur Span- Nimmt man eine Vergleichssubstanz Effektes ist die T. technisch zur Tren- Auge, die nur zum Teil in befriedi-
nungskonstanthaltung und zur Tem- zu Hilfe, z. B. einen chemisch reinen nungvon gasförmigen *Isotopenher- gender Weise theoretisch erfaßt und
peraturkompensation. In Brücken- Stoff, welcher die zweite Lötstelle angezogen worden im Clusiusschen behandelt sind, oder bei deren Be-
schaltungen eingegliedert, benutzt eines Thermoelements enthält und in *Trennrohr, das heute eine der wir- ‚handlung man von mehr oder weni-
man sie in der Regelungstechnik als demselben Ofen bzw. in derselben kungsvollsten Methoden zur *Isoto- ger konkreten Modellvorstellungen,
Steuerorgane und in der Hochfre- Weise erwärmt wird, so kann die pentrennung liefert. S. a. Diffusions- wie bei der kinetischen *Gastheorie,
anik zur Leistungsmessung. Empfindlichkeit der Methode erheb- thermik. [1] oder von experimentellen Befunden
lich gesteigert werden (Diflerential- Thermodynamik, Der Begriff T. ist ausgeht.
Thermit-Schweißung. Das Thermit- T.). Thermowaage und Analyse, nicht sehr ich gewählt und wird
physikalische. nicht mit einheitlicher Bedeutung und $.T., a.charakteristische
Wärmelchre, Hauptsätzeder T.,
Abgrenzung gebraucht. Das Wort T. chemische, T. offener Funktionen,
Verfahren, 1894 von Goldschmidt er-
Im, Scheding, 3. A,: Differential-Ther-
setzt sich zusammenaus den Begriffen. stik, thermoelastische Systeme,$
funden, beruht auf der außerordent-
lich hohen, bei der Entzündung von 0-611. - Schenck, H., M. Nacken’ und Erscheinungen
Thermitpulver (Aluminium-Pulver
H. Kieeschulte: "Untersuchungen an »Wärme«und »Krafte, u.a. 9]
und Eisenoxyd) enistehenden Tempe- Eisenerzen mittels Differential-Thermo- T. im engeren Sinne befaßt sich mit Thermodynamik bei Hochpolymeren.
ratur infolge Oxydation des Alumi- analyse. Arch. Eisenhüttenwes. 31, 8 den Zuständen und Zustandsände- Die thermodynamische Behandlung
niums mittels des aus dem Eisenoxyd (1960), S. 451-458; Z. d. VDI 103, 20 rungen vonfesten, flüssigen und gas- hat sich besonders bei Schmelzen
stammenden Sauerstoffs. (96h), ,— Mauser, H.: Phasen-
diagramme, Thermische Analyse,
förmigen Körpern unter dem Ein- *Lösungen von *Hochpolymeren und be-
Es beruht auf der Reaktion
Ullmanns Encyklopädie der techt fluß gleichzeitiger mechanischer und währt bzw. bei den entsprechenden
Fe&O + 2Al= AlıO; +2 Fe+ Chemie. Bd. 2/1, S. 63-657. München- thermischer Einwirkungen. Zur Be- Umwandlungen. Als Besonderheiten
+ 835.000 J/mol. Berlin 1961 judnikow, F. P., und S. schreibung benutzt man die thermi- sind zu beachten: Der polyphasische
G.Treswjatski: Zur Methodik der Hoch- schen und kalorischen *Zustandsgrö-
Das schmelzflüssig werdende Eisen temperaturanalyse von Oxydsystemen.
schweißt die entsprechend vorberei- Silikattechn. 12, 9_(1961), S. 396-398. -
Ben, die durch *Zustandsgleichungen Aufbau (s. Kristallinität bei Hoch-
polymeren), der häufig durch ein
in Zusammenhanggebracht werden. Zweiphasensystem
teten Eisenteile zusammen (Schiet Sarill, N. G., and W. F. Wall: Difleren-
Wellen, Maschinenrahmen, Ergän- J.alsci.Thermal Analysis at High Pressure, T. weiteren Sinne umfaßtalle phy- (kristallin-amorph), angenähert wird
Instr. 44, 10 (1967), 5. 838-842. [9] ikalischen und chemischen Verände- trächtlichen entropischen sowie die be-
zung abgenützter Teile usw.). Aus Thermo-Bimetalle, s. Bimetallther- rungen, bei denen Wärmewirkungen Folge der großen Moleküle Effekte als
mit ihren
1’kg FesÖ,-Thermit wird etwa0,55 kg eine Rolle spielen, und das ist bei zahlreichen Anordnungsmöglichkei-
Eisen erzeugt. Durch Zugabe von mometer. genauerer Betrachtung sehr viel häu- ten, was meist durch eine »Zusatz-
Eisenschrott kann die Temperatur Thermocolore, s. Temperaturmeßfar- figer der Fall, als man üblicherweise entropie« erfaßt wird. Bei den ener-
gesenkt unddie Eisenausbeute erhöht ben. vereinfachend annimmt. Hierfür ist getischen Verhältnissen, die durch die
werden. Qualitätssteigerung durch Thermodiffusion. In einem Gasge- der klassische Begriff der T. zu eng, Kohäsionsenergie gemessen werden,
geeignete Zusätze ist möglich. Die misch aus zwei Sorten verschieden und man würde besser das wenig ge- ist zu beachten, daß hier die an sich
Versprödung in der Nähe der schwerer Moleküle, in welchem ein bräuchliche Wort Thermophysik be- schwachen Nebenvalenzkräfte infolge
Schweißzone kann durch Nachglühen Temperaturgefälle herrscht, diffun- nützen und (nach Guggenheim) dieses ihrer großen Zahl schr wesentlich
beseitigt werden. dieren die leichteren Moleküle vor- große Gebiet unterteilen, etwa in fol- werden können und im Endeffckt
$.a. Metallothermie und Thermit- zugsweise in Richtung steigender gender Weise:
Verfahren. Temperatur, die schweren in umge- Thermomechanik (oder Thermodyna- einen größeren Betrag als die Haup
Lır. s. Metallothermie.[9] kehrter Richtung. In einem Kasten mik im engeren Sinn), dazu Unter- valenzen zu liefern vermögen. Die
Thermit-Verfahren. Man wendet das also, dessen Deckel geheizt und des- gruppen wie Thermoelastizität, und freie Enthalpie einer Lösung kann
Verfahren der *Thermit-Schweißung sen Boden gekühlt wird, sammeln Thermoakustik, man durch die Dampfdrücke des Lö-
auch zur Reduktion schwer schmelz- sich die leichteren Moleküle überwie- Thermohydrodynamik sungsmittels in reinem Zustand pı®
barer Metalloxyde an und erhält da- gend in der Nähe des heißen Deckels, ‚Thermoelektrostatik und in der Lösung pı ausdrückt
bei reine, kohlenstofffreie Metalle. die schwereren Moleküle überwie- Thermoelektrodynamik AGı = RT - In (pı/pı‘). Das Raoult-
Das entstehende Aluminiumoxyd z. gend in der Nähe des kalten Bodens
Thermochemie, in umfassendem Sin- Pı/pı® sche Gesetz, wonach das Verhältnis
B. schwimmtals leichtflüssige Schlak-
ke auf dem Metall und schützt es so
an (wobei die Wirkung der Schwer-
kraft, welche daneben noch besteht, ne einer chemischenT. verstanden. gilt nurgleich ist dem Molenbruch xı,
bei sehr verdünnten Lösun-
vor der Oxydation durch den Luft-unberücksichtigt bleiben soll); es tritt Weitere Gebiete wären z. B. Thermo- gen. Anstelle des Molenbruches ver-
also infolge des Temperaturgefälles
sauerstoff. S. a. Metallothermie. [9] kapillarität, *Thermodynamik der wendet man hier besser den Volu-
Thermo-Analyse, Thermische Effck-‚ganz vonselbsteine teilweise Entmi Phasengrenzflächen. ‚menbruch, tier als zweite Komponen-
schung des Gasgemisches auf. Diese
te, die von physikalischen oder che- Bei Anwendung des Begriffes T. te nicht das *Makromolekül, son-
mischen Veränderungen bei Erwär- Erscheinung nenntman T. denkt man i. allg. an eine streng theo- ‚dern seinen Grundbaustein betrachtet,
mung eines Stoffes hervorgerufen Der Effekt ist außerordentlich gering- retische, auf wenigen Axiomen auf- der etwa von dergleichen Größe ist
werden, können zu analytischen fügig. Bringt man in den genannten gebaute Behandlung der Probleme. wie das Lösungsmittelmolekül: vı =
Zwecken ausgenützt werden. Aus Kasten z.B. ein Gemisch von 50% Dies gilt sowohl für die klassische Ny(Nı + PN?) mit Nı und Ns als
Ungleichmäßigkeiten des Tempe: Stickstoff und 50% des etwas schwe- Theorie als auch für die modernen Zahl der Moleküle des Lösungsmit-
108 109
Thermodynamik, charakteristische Funktionen Thermodynamik, chemische
tels bzw. des Gelösten und P *Po- stems eindeutig ableiten kann (Mas- sich besonders für isotherme, H_ für Die folgenden,leicht ableitbaren Be-
Iymerisationsgrad. Damit ergibt sich sieu). Man hat also damit ein Ver- isobare, G für isotherm-isobare Vor- ziehungen werden ebenfalls viel be-
die Mischentropie in Analogie zur fahren, nach dem sich der umfassen- gänge. nützt:
idealen Mischentropie zu 4S= de Inhalt der beiden ersten *Haupt- Aus diesen charakteristischen Funk-
—R(Nı-Invı + Na-In vs). Die Wech- sätze der Thermodynamik auf spc- tionen lassen sich durch Differentia- 8
F=u-15-u4T1(n)r-
selwirkung zwischen Lösungsmittel zielle Probleme anwenden läßt. Je tion nach den unabhängigen Varia-
und Gelöste, die nurbeiidealen und nach Wahl der unabhängigen Varia- blen alle thermodynamischen Eigen- (Helmholtzsche Gleichung, nach
athermischen LösungenNullist, kann blen hat man dabei von verschiedenen schaften eines im Gleichgewicht be- Nernst die Fundamentalgleichung
man durch den Wechselwirkungspa- Charakteristischen Funktionen auszu- findlichen Systems ableiten, wie fol- der physikalischen Chemie).
rameter a von Huggins erfassen. Da- gehen. Man legt die für reversible ‚gende Übersicht zeigt:
mit erhält man für die partielle freie Vorgänge geltende Gleichung zu- Bei konstantem V und T:
3H
H=U+pV=U+p (&)s .
Enthalpie des Mischens: grunde: F=U-TS,
4Gı=RTin ld -w)+ 30 _3U +34 BU +p-3V G=H-TS=H+T (&)
++ UP) vet av]. 88 = T 7 T SF=SU-T:38- 5-97. eT/e
Infolge der Wechselwirkung zwischen (5 *Entropie, Q Wärmemenge, U in- Nimmt manden1. Hauptsatz
den Molekülen des Gelösten und des mere *Energie, A äußere *Arbeit). SU =3Q 434-230 -p-2V Thermodynamik, chemische, Die T.
91

Lösungsmittels trachtetjenes, gleich- Dabeigibt es folgende Sonderfälle: und den 2. Hauptsatz ist für die Chemie von außerordent-
artige Moleküle bzw. Molekülseg- a) Isotherme Zustandsänderungen, 3Q=T.25 licher Bedeutung geworden. Indem
mente aus seiner Wirkungssphäre zu AT =0. Aus T-85 — 3U = 34 folgt hinzu, so erhält man sie den wenig bestimmten Begriff der
verdrängen (ausgeschlossenes Volu- dann chemischen Affinität der Stoffe zu-
men). Dies führt zu einer Aufwei- 34=-2(U-TN=-BF. aF=T:3S-p-3V-T.35- einander als Änderung einer Zu-
tung des Molekülknäuels (s. Knäuel- F wird nach Helmholtz »freie *Ener- = S-3T=-p-8V- 5-27. standsfunktion quantitativ meßbar
moleküle), der wieder die Tatsache Daraus folgt für konst. T machte und den Begriff des chemi-
(ee
entgegenwirkt, daß die Aufweitung i tzsches Poten-
tal). Da Reversibilität vorausgesetzt schen Gleichgewichts einführte und
unwahrscheinlich ist und zu einer En- ist, bedeutet das, daß dann Gleichge- erklärte, hat sie erst die Chemie zu
tropieverminderung führt, was eine wicht herrscht, wenn die isotherm ge- einer_exakten Wissenschaft gemacht.
entropische Rückstellkraft ergibt. leistete maximale Arbeit gleich der undfür konstantes V Die T. ist damit zur Grundlage der
Beide Kräfte ergeben ein Gleichge- Abnahmederfreien Energieist. ar\ _ klassischen theoretischen Chemie ge-
wicht, das von den Kräften zwischen b) Isobare Zustandsänderungen, dp ( =) vn worden.
dem Lösungsmittel und dem Gelö 0. Es wird Die T. hat es dem Chemiker ermög-
sten abhängig ist und die reale Kon- T-8S=3U+p-3V- In analoger Weise ergeben sich aus licht, Gleichgewichte vorauszuberech-
figuration der gelösten Makromole- -3(U+pN=aH den Funktionen H und G und den nen und damit vorauszusagen, ob
küle verursacht, die man aus der beiden Hauptsätzen die folgenden und in welcher Richtung eine Reak-
idealen Konfiguration durch Multipli- (# *Enthalpie). Zusammenhänge: tion ablaufen wird. Er kannjetzt den
kation mit_ dem Expansionsfaktor & ©) Isotherm-isobare Zustandsände- Bei konstantem pund $; H= U = pP; günstigsten Druck- und Temperatur-
erhält: yR® a 1A mit | Au: mitt- rung, dT =0, dp=0 (Phasenüber- °H aH bereich für eine Reaktion und ihre
lerer Endpunktsabstand. Im *Theta- gangsgebiet). Ausbeute rechnerisch ermitteln. Aus-
Zustand ist das ausgeschlossene Vo- 3H - T-8S=3(H-T9=3G Grer sagen überdie Stabilität synthetischer
Iumen Null, & = 1 und Konfigu- (G »freie *Enthalpie« oder »thermo- Bei konstantem T und ; G=U+ Stoffe sind möglich geworden. Zahl-
ration entspricht dem } dynamisches Potentiale oder Gibbs- PpV-T-38; reiche neue Erkenntnisse auf dem
Lır. Stuart, H. A.: Die Physik der Hoch- sches Potential). (& _ (8 Gebiet der Mischungen und Lösun-
polymeren. Bd. II. Berlin-Göttingen- &) Adiabatische Zustandsänderung,
7), ern? gen, der Kolloide und der Phasen-
Heidelberg 1953. - Flory, P.J.: Prin-
dQ = 0, dS=0. grenzflächen haben sich ergeben.
ciples of Polymer Chemistry. Ithaca- Bei konstantem S und V; &U=T- Da sich die T. vorwiegend mit Gleich-
New York 1953. [41] Damit sind folgende charakteristische .88 - p-3V; gewichtszuständen beschäftigt, kann
Thermodynamik, _charakteristische Funktionen gefunden: aUu\ _ SU sie den zeitlichen Ablauf von Vor-
Funktionen. In der Mechanik und Freie Energie gängen nicht erfassen. Diese (Reak-
Blektrostatik hat es sich als vorteil- vn v)s un tionsgeschwindigkeit, Diffusion, Pha-
haft erwiesen, ein Potential aufzustel- Enthalpie senübergänge usw.) müssen vom mo-
len, aus dem sich durch Differentia- Freie Enthalpie So lassen sich also die Größen p, V,
T und $ durch Differentiation aus lekulartheoretischen Standpunkt aus
tion die Kraft ableiten läßt. Auch in den charakteristischen Funktionen behandelt werden, also von der kine-
der Thermodynamik kann man »ther- Man kann noch hinzufügen die errechnen. tischen Theorie der Materie. S. a.
modynamische Potentiale« oder »cha- *Plancksche Funktion ® ist in diesem Sinne kein eigentli- Thermodynamik irreversibler Pro-
rakteristische Funktionene (nach _._UtpVv__G
e--r
Gibbs auch »Fundamentalgrößen«) 0=5-— 7-7: ches Potential, denn es ist zesse.
aufstellen, aus denen man durch Dif- 20 _ Lır. Kortüm, G.: Einf. in die chem.
"Thermodynamik. Göttingen 196: ‚Lan-
ferentiation die thermodynamischen dF, dH und dGsindvollständige Dif- ge, E.: Chem. Thermodynamik. Stutt-
Eigenschaften des im thermodynami- ferentiale, F, H und G sind Zustands- gart 1949. — Schmidt, E.: Einf. in die
schen Gleichgewicht befindlichen Sy- funktionen wie U und 8. F eignet techn. Thermodynamik und in die
Grundlagen der chem. Thermodynamik.
110 a
Thermodynamik der Mischphasen thermoelastische Erscheinungen
Berlin-Göttingen-Heidelberg_ 1963. - Op- tätsbeziehungen aus. Diese _beant- linearisiert werden. Die Koeffizien- irreversiblen Prozesse, in: S. Flügge,
pitz, A.: Alle. und chem. Thermodyna- worten die Frage nach der Symme- ten dieser linearen Beziehungen un- Hdb. der Physik. Bd. IIL2. S. 413-523.
mik. München 1952. - Havemann, R. trie oder Asymmetrie einer in einem terliegen den Onsagerschen, von Ca- Berlin-Götingen-Heidelberg 195. -
Einf. i. d. chem. Thermodynamik. Ber-
physikalischen Zusammenhang auf- simir in gewissen wohldefinierten Meixner, J.: Die Thermodynamik irre-
in 1957. - Guggenheim, E. A.: Thermo- versibler Prozesse. Phys. Blätter 16, 10
dynamics. Amsterdam 1967. [9] tretenden Matrix, und zwar in sehr Fällen modifizierten Symmetriebe- (1960), S. 506-511. - Truesdell, C.: Zu
Thermodynamik der Mischphasen. allgemeiner Form, ausgehend von ziehungen. den Grundlagen der Mechanik und Ther-
Dieser Teil der Thermodynamik, der schwankungstheoretischen Überle- Die Theorie hat bisher u. a. folgende modynamik. Phys. Blätter 16, 10 (1960),
heute größere praktische Bedeutung gungen. Diese grundsätzlichen Über- ‚Ausgleichsvorgängein befriedigender $. SI2-S17. - Grassmann, P., und P.
legungen sind von Eckart (1940) und Weise behandeln können: Struebin: Thermodynamik. Fortschritte
gewonnen hat, ist von verschiedenen Casimir (1945) wesentlich ergänzt und der Verfahrenstechnik 1958/59, S. 108 bis
Seiten zusammenfassend dargestellt Transportphänomene, insbesondere 152. Weinheim 1961. - Guggenheim, E.
worden. von Meixner, de Groot, Prigogine u. Thermodiffusion (Meixner 1941, de Ä.: Thermodynamics, 5. 448-458. Am-
Lit. Haase, R.: Thermodynamik der a. weiterentwickelt worden. Groot 1945), sterdam 1967. - De Groot, S. R.: Ther-
Mischphasen. Berlin-Göttingen-Heidel- Man darf die Onsagerschen Rezipro- Thermoelektrizität und elektrische modynamik irreversibler Prozesse. B-I-
berg 1956. - Guggenheim, E. A.: Ther- itätsbeziehungen auch als wohlbe- Transporterscheinungen im Magnet- Hochschultaschenbücher. Mannheim
modynamics. Amsterdam 1967. - Bosnja- gründet durch die Erfahrungen im 1960. - Prigogine, 1.: Introduction to
kovic, F.: Techn. Thermodynamik. Bd. feld (Meixner 1941), ‚Thermodynamics of Irteversible Pro-
2. Dresden-Leipzig 1960. 9] makrophysikalischen Bereich anse- Absorption und Dispersion des Schal- cesses. New York-London1962. - Planck,
Thermodynamik der Phasengrenzflä- hen. Meixnerhat sie geradezu als den les (Meixner 1943), M.: Vorlesungen über Thermodynamik.
‚chen,s. Adsorption.
IV. Hauptsatz der Thermodynamik Überführungsphänomene (Prigogine Berlin 1967. [9]
Thermodynamik irreversibler Pro- bezeichnet. Sie lassen sich allerdings 1947), Thermodynamik offener Systeme. Im
zesse. In der klassischen Thermody- nicht so umfassend und einleuchtend Relaxations- und Nachwirkungser- Gegensatz zur Thermodynamik ge-
mamik beziehen sich alle Aussagen formulieren wie die 3 anderen Haupt- scheinungen (Meixnerseit 1949). schlossener Systeme bleiben bei der
sätze. Für einen Teilbereich, für Eine relativistische Formulierung der T. o. S. die Molzahlen nicht unver-
auf Gleichgewichtszustände materiel-
ler und elektromagnetischer Systeme,
chemische Reaktionen, kann man sie T. i. P. in elektromagnetischen Fel- ändert erhalten, und auch die Men-
als ein Unmöglichkeitsprinzip dafür dern wurde von Eckart, Kluitenberg, genangaben werden als Variable be-
nicht auf den Ablauf der Prozesse. formulieren, »einen Katalysator oder de Groot, Mazur und Meixner ent- handelt. Das bedeutet, daß man das
Dies trifft auch für reversible Vor-
gänge zu, denn diese sind als »vir-
Dekatalysator zu finden, der die Hin- wickelt, Hinzufügen eines Stoffes nichtals eine
tuelle Zustandsänderungen« nur Ge-
Reaktion in anderer Weise beein- Von diesen theoretischen Arbeiten Veränderung des Systems, sondern
dankenkonstruktionen. Bei irrever- Alußtals die Rück-Reaktion, der also fehlt vielfach noch die Brücke zu den des Zustands ansieht. Es ist dies mög-
siblen Prozessen wird ebenfalls nichts die Reaktion gar in einer Richtung praktischen Anwendungen, zu der lich, wenn man das System durch
über den eigentlichen Ablauf ausge- sperren kann« (Meixner). meist auf empirisch gefundenen Ge- Stoffbehälter erweitert denkt und die
sagt, sondern nur über den Anfangs- Die Methode der T. i. P. ist im Prin- setzmäßigkeiten aufgebauten Lehre Zustandsänderung auf das erweiterte
und den Endzustand. zip einfach und läßt sich in fünf cha- vom Impuls-, Wärme- und Stoffaus- System bezieht.
rakteristischen Schritten durchführen Yır. Weizel, W.: Lehrbuch der theor.
Die T. i. P. befaßt sich im Gegensatz (Formulierung von Meixner): tausch. Den Verfahrenstechniker in- Physik. Bd. 1. Berlin-Göttingen-Heidel-
dazu mit zeitlich veränderlichen Vor- 1. Man hat sich mit den thermodyna- teressieren vor allem die irreversiblen berg 1963. [91
gängen und mit stationären Aus- mischen Eigenschaften des Systems Stoffgrößen Viskosität, Wärmeleit- Thermodynamik, statistische, s. Stati-
gleichsvorgängen in und zwischen vertraut zu machen, die in der Gibbs- fähigkeit und Diffusionskonstante. stik und Gastheorie, kinetische.
Systemen. schen Differentialbezichung zum Gesetze, die diese miteinander ver- Lır. Münster, A.: Statist. Thermodyna-
Wenn man mit thermodynamischen Ausdruck kommen. binden, fehlen uns noch. Wir haben nik. Berlin-Göttingen-Heidelbers 1956.
Methoden etwas über den Ablauf 2. Es sind die Bilanzgleichungen für z.B. auch keine ausreichenden Glei-
von Prozessen aussagen will, so muß chungen für die Vorgänge in einem Thermodynamik, technische, die Be-
man sich auf solche Vorgänge be- jene Größen zu formulieren, für wel- Wärmeaustauscher, die etwa den ir- handlung technischer Probleme mit
schränken, bei denen sich die Zu- che Erhaltungssätze gelten. reversiblen Vorgang der Umwand- den von der Thermodynamik aufge-
standsgrößen (Druck, Temperatur, 3. Aus den Bilanzgleichungen bildet lung der Leistung eines die Zirkula- fundenen Gesetzmäßigkeiten. S. Wär-
Volumen, innere Energie usw.) auch man mit Hilfe der Gibsschen Bezie- tion beschleunigenden Lüfters in melehre, Hauptsätze der Thermody-
außerhalb eines Gleichgewichtszu- hung eine Bilanz für die Entropie. Wärme mit der dadurch bedingten namik, Dampf, Dampfmaschinen,
standes noch definieren lassen, we- Dabekanntlich für die Entropie kein Beschleunigung des irreversiblen Vor- Dampfturbinen, Dampfkessel, Ver-
nigstens in Volumenelementen, die Erhaltungssatz gilt, muß die Entro- gangs der Wärmeübertragungverbin- brennungskraftmaschinenu.a. [9]
klein gegen das Volumen des Systems piebilanz ein Produktionsglied ent- den. thermoelastische Erscheinungen. Un-
sind, aber noch groß gegen moleku- halten. Lit. Haase, R.: Thermodynamisch-phä- tert. E. versteht man die thermischen
lare Dimensionen. - Eine zweite, 4. Aus der Entropieproduktion her- nomenolog. Theorie der irreversiblen Effekte, die mit elastischen *Defor-
noch einschneidendere Auswahl un- aus kann man thermodynamische Prozesse. Erg. d. exakten Naturwiss., mationen eines Körpers in einem be-
ter den Ausgleichsvorgängen wird da- Kräfte und Flüsse definieren, die Bd. 26. Berlin-Göttingen-Heidelberg
1952. - Weizel, W.: Lehrbuch der theo- liebigen Aggregatzustand verbunden
durch getroffen, daß die Geschwin- voneinander abhängen. Diese’ Ab- ret. Physik. 1. Bd. Berlin-Göttingen-Hei- sind. Sie sind dem Umstand zuzu-
digkeiten lineare Funktionen derje- hängigkeiten drücken sich in den delberg 1963. - Meixner, J., und H.G. schreiben, daß ein Körper bei kon-
nigen Größensein sollen, die die Ab- phänomenologischen Gleichungen Reik: Thermodynamik der irreversiblen stant gehaltenen äußeren Kräften
weichungen vom Gleichgewicht be- aus. Prozesse, in: H. Ebert, Physikal. Ta- durch einen Temperatureinfluß An-
schreiben. 5. Die phänomenologischen Glei- W.: Physik in Einzelberichten. WärmeI. derungen seiner Abmessungen er-
schenbuch. Braunschweig 1967. - Kofink,
Die T. i. P. geht von den von Lars hungen können bei relativ kleinen Mosbach-München 1957. - Meixner, J., fährt. Aus der Vielzahl der t. E. seien
Onsager 1931aufgestellten Reziprozi- Abweichungen vom Gleichgewicht und H. G. Reik: Thermodynamik der die beiden folgendenerläutert.
12 113
thermoelektrischer Generator Thermoelektrizität
a) Temperaturänderung bei adiabati- zurückzuführen ist und eine Erhö- Thermoelemente. $. 34-56. Berlin 1957, —
scher Beanspruchung. Thermodyna- hung der Dichte bewirkt. Der Joule- Birkholz, E.: Halbleiterprobleme VI
(196. 206-237. Egli, P.H.: Thermo-
mische Berechnungen mit Hilfe des Effekt wird dabei wesentlich ausge- electrieity, an introduction to the prin-
II. Hauptsatzes ergeben, daß bei adia- prägter. Der Bereich oberhalb 700% ciples, New York and London 1962, 133
batischer Ausdehnung ein Körper ist durch das fast völlige Fehlen re- (vorwiegend theoretisch). - Helkes, R. R.,
eine Temperaturerniedrigung dann versibler Vorgänge gekennzeichnet; und RW. Dre, 1. Thetmoelesiriity;
erfährt, wenn sein thermischer Aus- der Joule-Eflekt wird hier nicht be- London 1961. 150]
dehnungskoeffizient o positiv ist, und obachtet.
umgekehrt; dies zeigt die Beziehung Lır. Schottky, W.: Thermodynamik. Thermoelektri it. Hat in einem aus
verschiedenen Metallen zusammenge-
Berlin 1929. - Houwink, R.: Elastizität,
AT=-&T- Adlea Plastizität und Struktur der_ Materie. setzten Leiterkreis auch nur eine Be-
(T absoluteTemperatur, cs spezifische Dresden und Leipzig 1938. Kuhn, A.: rührstelle eine andere Temperatur als
Kolloidchemisches Taschenbuch. Leipzig die übrigenTeile des Stromkreises,
Wärmekapazität, bezogen auf das 1941. - Wiegand, W. B., und J. W.Sny- so entsteht in ihm, wie Seebeck 1821
Volumen, bei konstanter *Zugspan- der: Trans. Inst. Rubb, Inst. 10, 234 fesıstellte, eine elektromotorische
mung 0). (1930; Rubb. Chem. and Techn. 8, 151 Kraft, die einen elektrischen Strom
In den meisten Fällen erhält man « (193). - Meyer, H.H., und_C. Ferri: hervorruft, Sie heißt integrale Ther-
positiv; seine Messung ist bei festen Heivet. chim. Acta 18, 570 (1935). [15]
thermoelektrischer Generator, Ver- mokraft E, das den Strom liefernde
Körpern oft sehr schwierig, da sein fahren zur Erzeugung elektrischer Metallpaar *Thermoelement. Sie ist
Wert im Gegensatz zu den Gasen Energie aus Wärme unter Vermei- nicht von den Absolutwerten der
sehr klein sein kann. Bei den kaut- dung bewegter Teile (s. Energie-) Temperaturen, sondern nur von Tem-
schukartigen Stoffen dagegen ist rektumwandlung). Die technische An- peraturdifferenzen abhängig.
negativ und i. allg. sehr groß, so daß wendung beruht auf dem Seebeck- Sämtliche Metalle können in eine
die auftretenden Temperaturände- Effekt; sie ist in begrenztem Umfang thermoelektrische Spannungsreihe
rungen leicht gemessen werden kön- kommerziell realisiert: Leistungsbe- eingeordnet werden, wobei an der er-
nen. reich 2 W bis 2 kW (. Abb.). Die In- wärmten Lötstelle der Strom aus dem
b) Isotherme und isobare Längen- vestitionskosten sind sehr hoch, etwa in der Reihe folgenden Metall zu dem
änderungen, Eine isotherme Wärme- 50 DM/W, Leistungsgewicht etwa 50 voranstehenden übergeht. Sie lautet
zufuhrbewirkt i. allg. eine Verlänge- p/W. Meist werden Wismut-Tellurid, für Temperaturen zwischen 0 °C und
rung bzw. eine Volumenvergröße- Bleiselenid-Tellurid oder Germani-
Abb. 2. Thermoelekırischer Generator 100 °C:
rung. Dagegen ergibt bei kautsch um-Silicium-Mischkristalle verwen- der Firma Westinghouse, Research Selen (+ 997), Tellur (+ 397), Germa-
artigen Stoffen eine isotherme Wär- Laboratories, Pittsburgh (Pa.). Nenn- 'nium (+ 297), Antimon (+32), Eisen
mezufuhr eine Verkürzung des Kör- det. Temperaturgrenze etwa 1000 °C, leistung 2,5 kW, gespeist mit Propan (+ 13,4), Lithium (+ 8,7), Cer (+ 4,4),
pers (Joule-Eftekt). Diese ist weitge- theoretischer Wirkungsgrad etwa 10%, Die Theorie der thermoelektrischen Molybdän(+ 3,1), Zink (+ 0,3), Cad-
hend reversibel, im Gegensatz zu der praktisch erreicht 2 bis 5%. Gelegent- Stromerzeugung stammt yon Alten-
lich findet man auch p-Zink-Anti- kirch. Sie wird durch wenige Gesetz-
mium (+0,2), Gold (+ 0,1), Kupfer
bei den Hochpolymeren auftretenden monid, das gegen metallisches Nickel mäßigkeiten beherrscht. Die entschei- ©), Rhenium (- 0,1), Silber (- 0,2),
irreversiblen Thermorückfederung. geschaltet wird. Temperaturgrenze dende Größe ist die Effektivität z
Iridium (- 0,4), Indium (- 0,4), Thal-
Untersuchungen an Kautschuk (Wie- etwa 700 °K,theoretisch bester Wir- (englisch figure of merit): = a? x/A
lium (- 0,8), Wolfram (- 1,1), Cae-
gand und Snyder, Meyer und Ferri) kungsgrad etwa 5%, praktisch erreicht (& Thermokraft, x elektrische, A sium (- 2,4), Zinn (- 2,6), Blei(- 2,8),
zeigen sehr interessante Ergebnisse. eiwa 1%. Wärmeleitfähigkeit). Empirische Re- Magnesium (-3,0), Aluminium
Bei *Dehnungen bis zu 300 bis 400% gel 27 <1 (T mittlere Temperatur
(= 32), Tantal (- 3,6), Platin (= 5,9),
ist hier noch die *Spannung 0 pro- der beiden Lötstellen). Thermoele-
Quecksilber (- 6,0), Natrium (- 7,0),
portional zur absoluten Temperatur 2 Palladium (= 8,3), Calcium (- 10,8),
% mente unterliegen dem Carnotschen Rubidium (- 10,8), Kalium (- 14,3),
te iftele Wirkungsgrad. Rayleigh stellte fest, Kobalt (- 20,1), Nickel (- 20,4), Wi
o=eT, Tin3oo«K daß die Leistung eines Thermoele-
® 12,8).
. 4
wo c eine Konstante ist. mentes am besten ist, wenn Quer-
schnitt A und Länge I der beiden Reihe gilt nur für vollkommen
Dies besagt, daß während der Defor- Schenkelsich verhalten wie die Wur- reine Metalle; schon geringe Verun-
mation in diesem Bereich keine Ver- reinigungen und verschiedene Vor-
änderungen in der inneren Energie zeln der Transportgröße: behandlung könnendie Stellung eines
stattfinden. Es verhält sich also der Aula: Aslı Varaller. Stoffes_stark verändern. Die angege-
Kautschuk bis zu dieser Dehnung von Die Bedingungen für hohe Effektivi- benen Zahlen geben die Thermospan-
300 bis 400% wie ein ideales Gas. Die tät hat Zener ermittelt: Thermokraft nungen E (in uV auf Cuals Normal-
für die Zusammenziehung des Kaut- moporfıveK] etwa 175 uV/grd, Trägerdichte etwa metall bezogen) bei einer Tempera-
schuks notwendige Energie wird also. 10% cm’® (Fastmetalle). Jofte setzte turdifferenz von 1 grd der beiden Löt-
durch die aufgenommene Wärme ge- wo 200 300 ao den Gitteranteil der Wärmeleitung stellen. Diese Thermokraft je 1 grd
liefert. Oberhalb der Dehnung von Tenperiurtiern: Ar durch isomorphe Legierungen herab. Temperaturdifferenz heißt differen-
300 bis 400% bis etwa 700% nimmt die Abb. 1. Wirkungsgrad eines optimal Lrr. Altenkirch, E.: Physikal. Z. 10, 560
tielle Thermokraft e (auch differen-
innere Energie mit zunehmender Deh- dimensionierten Thermoelementes (1909). — Zener, C.: Abschnitt 1 in (6), tielle Thermospannung, thermoelek-
nung ab, was auf eine Kristallisation (nach Egli) Seite 3 bis 22. - Jofie, A. F.: Halbleiter- trische Empfindlichkeit oder Thermo-
114 115
Thermoelektrizität Thermoelektrizität
kraft schlechthin). Es gilt also » die Größe T
e = dEIdT. e = 2e(UyEr+ VE)
Die integrale Thermospannung ist
AVtra|mn. «(N -[4 ar
auch bei Paaren reiner Metalle oft 3 als »effektive Thermokraft« bezeich-
> net (Altenkirch, 1909/11). °
eine komplizierte Funktion der Löt- h el he Nullstellen der e ()-Kurve_ heißen und so die Thermokraft eun als Diffe-
stellentemperatur. In der Abb. ist
A »neutrale Punkte«. Der zum Seebeck- renz der beiden absoluten (differen.
Effekt inverse Effekt ist der *Peltier- tiellen) Thermospannungen:
:/IZ
i lH
Effekt (Peltier, 1834, elektrothermi-
scher Inhomogenitäts-Effekt). Der Dr a-u=
dE,
E [u dritte thermoelcktrische Eiffekt ist der T T
& | 140 *Thomson-Effekt (Thomson, 1854/56, & a
FE | T-—-I2 der s. Z. als erster eingehend die [z ar f 7a.
ä } Feste Thermoelektrizität, in isotropen Me-
3 int ar dien theoretisch behandelte). ö
Nach ihm_ bestehen zwischen der ‚Angewendet wird die Thermoelektri-
5& &
no
u Thermokraft e, dem _Peltier-Koeffi- zität für elektrische Temperaturmes-
zienten IT und dem Thomson-Koef- sungen, die sich besonders einfach ge-
£ I Net fizienten o die Beziehungen: stalten und sich über einen großen
E Ian esaT Temperaturbereich von wenigen °K
©
Temperatur t
E22 (erste Thomsonsche Gleichung) und bis fast 3300 °K erstrecken (s. Ther-
moelement). Ein auch für die Festle-
Abb. 2 de/dT = IT (a2 - oT gung der internationalen *Tempera-
(zweite Thomsonsche Gleichung). turskala wichtiges Thermoelementist
Abb. 2 zeigt eine graphische Darstel- Die einem Leiter erzeugte (oder das von Le Chatelier (1887) einge-
lung der differentiellen Thermokräfte vernichtete) Wärme kann folgender- führte Platin-Platinrhodium-Thermo-
Abb.1 einiger Metalle, bezogen auf Cu. Für maßen angesetzt werden: element.
sie für verschiedene Metalle gegen Fe eine bestimmte Metallkombination
AB folgt für die differentielle Ther- Q-ataltaRt... Durch Ausnützung des Seebeck-Ef-
zwischen derfesten Temperatur 0 °C mokraft Dannbezieht sich a; auf die Wärme- fektes können auf einfache Weise be-
und der variablen Temperatur t °C em = an an + (ir - buit. leitung, erfaßt durch die Wärmelei liebigzeugt
starke elektrische Ströme er-
werden. Es sei auf den bekann-
dargestellt. Die Kombinationen Fe- fähigkeit und das Temperaturgefälle ten Demonstrationsversuch
Mo, Fe-W, Fe-Cu und Fe-Ag zei Sie ist gleich der Ordinatendifferenz dT/dx; das 3. Glied repräsentiert den hingewiesen, bei dem ein von Pohl
gen Umkehrpunkte und sogar einen für die beiden Metalle bei einer be- Anteil der Jouleschen Wärme. Beide einer Windung mit Thermostrom mit nur
Wechsel des Vorzeichens der Ther- stimmten Temperatur. Der Schnitt- lassen sich durch geeignete Versuchs- ge-
mokraft, die Kombination Fe-Au punkt zweier Geradenliefert die Tem- führung (z. B. durch Umkehrung der speistes Topfmagnet-Eisenjoch ein
zwei Umkehrpunkte, die auch neu- peratur des neutralen Punktes, wäh- Stromrichtung) ausschalten, so daß Gewicht der von 50 kg trägt. Diese Mög-
trale Punkte genannt werden. In ih- rend die integrale Thermospannung Aussagen über das 2. Glied gemacht lichkeit
schen Strömen
Erzeugung von elektri-
hat viele entsprechen-
nen verschwindet die differentielle Ess zweier Metalle bei einer Tempe- werden können. Dieses 2. Glied hängt de Konstruktionsvorschläge
Thermokraft. Für kleine Temperatur- raturdifferenz fı — te der Lötstellen mit dem Thomson- und dem Peltier- (Gülchersche Thermosäule).gezeitigt
intervalle kanndie integrale Thermo- durch die Fläche gegeben ist, die Koeffizienten zusammen (z die Zeit): Nutzeffekt solcher EinrichtungenDer ist
kraft durch eine Reihe durch die zu den beiden Metallen ge- Tr aber sehr gering (1 bis 2%). - Ther-
'hörenden Geraden und die Ordinaten moelektrisch betätigte Magnetschal-
E=a-Ty+im- Tr 4 für tı und 13 begrenztist.
Sie ist durch die Gleichung
Mmsor-isma[oan. ter als Sicherungen für Gasbrenner
sind weitverbreitet.
Ham Tt... An (er +et)e@- m
Ei,
Es können im Ansatz für Q weitere Weiter wird versucht, elektrother-
Glieder hinzukommen. So z.B. a, misch Kälte zu erzeugen(Altenkirch).
dargestellt werden,die in den meisten wodurch Abweichungen vom Ohm- Die bisherigen Thermoelement-Kom-
Fällen nach dem zweiten Glied ab- bestimmt. Zum Beispiel erhält man schen Gesetz (Bridgman, bei großen binationen haben jedoch hierfür zu
gebrochen werden kann. Die Koeffi- für das Thermoelement Fe-Cd, tr = Stromdichten) erfaßt würden. Zusätze geringe Thermospannungen, um ei-
zienten a, b, c sind aus den Tabellen 100 °C, 11 = 40°C die schraffierte beim 2. Glied erfassen thermoelektri- nen breiten Anwendungsbereich zu
zu entnehmen.Ist die eine Lötstelle Fläche, d. h. sche (1. Benedicks-Effekt 1918) sowie finden (s. Kältetechnik).
auf 0 °C, die andere auf f °C einge- 0 = 450 uV. elektrothermische (2. Benedicks-Ef- Thermoelemente werden durch Druck
stellt, so gilt fekt) Inhomogen-Efiekte. und Verformung z. T. stark beei
E=ar+ben. Werden die Abweichungen vom *Wie- Wegeneiner Systematik s. Tab. 84 in flußt. Bei Phasenumwandlung fe:
Für die differentielle Thermokraft demann-Franz-Lorenzschen Gesetz Kohlrausch, Praktische Physik, Bd. 2, flüssig zeigt die integrale Thermo-
bezüglich der Metalle A und B mit spannung zwischen zwei Leitern beim
folgt dann 4 und &» bezeichnet (£4 = En =1 Die »absolute (differentielle) Ther- Schmelzen der einen Komponente
e=a+bt. bei Gültigkeit des Gesetzes), so wird mospannung« - unter Heranziehung einen Knick, Bei Mischung verschie-
des Nernstschen Wärmesatzes - ist dener Metalle (Legierungen) können
116 17
Thermoelement Thermolumineszenz
verschiedene Erscheinungsgruppen stanten Temperatur, meist 0°C, ge- nimmt. Es sind deshalb Schutzrohre Thermokraft, s. Thermoelektrizität.
unterschieden werden: Bei heteroge- halten wird. Die T. eignen sich zur nötig. Bei den schr reinen Metallen ‚Thermokreuz, auf dem thermo-
nen Gemengen zweier Metalle ist die elektrischen *Temperaturmessung. tritt bei hohen Temperaturen starkes elektrischen Effekt (s. Thermoelektri-
integrale Thermospannung beifest- Die einzelnen Leiter eines Thermo- Kornwachstum ein, wodurch das Ge- zität) beruhendes Meßgerät für
gehaltenen Lötstellentemperaturen paares nennt man auch Thermo- füge brüchig wird. Wechselstrom. Es besteht aus einem
meist eine lineare Funktion von x, schenkel. Sie bestehen meist aus run- Zur Erreichung kleiner Ansprechzei- *Thermoelement und einem mit des-
dem Mischungsanteil; bei Mischkri- den Drähten von 0,1-3 mm Dicke. ten stellt man auch Rohr-Th. her, sen Hauptlötstelle verbundenen Me-
stallen treten Minima bzgl. bestimm- Am häufigsten werdenfolgende Ther- bei denen das Schutzrohr gleichzeitig talldraht derart, daß Draht und Th
ter Zusammensetzungen auf; bei Bil- mopaare verwendet: der eine Schenkel des Thermopaares moelement ein Kreuz bilden. Wird
dung einer intermetallischen Verbi Fe-Konstantan. Plus-Schenkel aus ist. Bei den Mantel-Th. sind die durch den Draht ein Wechselstrom
dung hat die e-Kurve einen singul kohlenstoffarmem Reineisen, Minus- Schenkel in einem Metallrchr unter- geschickt, so wird die Lötstelle er-
ren Punkt. Schenkel aus Konstantan (ctwa 53% gebracht und isoliert, meist durch rei- wärmt. Die entstehende Thermokraft
In verschiedenen kristallographischen Cu, 45% Ni, etwas Mn, Al und Si). nes Magnesiumoxyd. Sie werden tech- ist ein Maß für die Stärke des Wech-
Richtungen zeigen sich verschieden Hohe Thermospannung,gute Bestän- nisch bis herab zu Außendurchmes- selstroms. Draht und Elementbefin-
große Thermospannungen (thermo- digkeit gegen oxydierende und redu- sern von 0,25 mm hergestellt und sind den sich dann zweckmäßig in einem
elektrische Anisotropie, W. Voigt, zierende Atmosphäre, billig. Ver- schr wenig träge, außerdem sehr evakuierten Glasgefäß.
1910; Borelius und Lindh, 1916; wendbar bis 960 °C. biegsam. Man kann das T. auch zur Messung
Bridgman, 1925; Grüneisen und (Cu-Konstantan hat eine ähnlich hohe S. a. Temperaturmessung. kleiner Gasdrücke benützen, indem
Goens, 1926). Thermokraft, wird aber wenig ver- Lrr. DIN 43410, 43710 und 43712. - man durch den Metalldraht einen
Lır. Borelius, E., in: Hdb. d. Metall- wendet.) Kohlrausch, Prakt. Physik, 1. d. konstanten Gleichstrom leitet, der
phys. (Masing) 1 (1935), 5.385 u. 464. - NiCr-Ni. Plus-Schenkel aus Chrom- Stuttgart 1960. Ditterich, K.: Probleme das T. in einem vom Gasdruck beein-
Justi, E.: Leitfähigkeit u. Leitungsmech nickel (etwa 89% Ni, 10% Cr, etwas der Temperaturmessung mit "Thermoele- flußten Ausmaß erwärmt (Wärmeab-
nismus Tester Stoffe. Göttingen 1948. - Si, Al, Mg), Minus-Schenkel aus etwa 879, — Empfindliches sowjetisches Ther- leitung durch Gasreste).
menten. VDI-Z. 103, 20 (1961), S. 875
Schulze, A.: Metallische Werkstoffe der
Elektrotechnik. Berlin 1950. - Haase, R.: 95% Ni, 3% Mn, 2% Al. Verwendbar moelement. Zavodskaya Laboratorige Lrr. Teichmann, H.: Z. Phys. 56, 615
Zur Theorie der Thermoelektrizität. 25 bis 1200°C, Thermospannung etwas 25, 484 (1959), Ref. in Verfahrenstechn. (1930). - Kohlrausch, Prakt. Phys. 1.
1. Naturforschung 11a, 9 (1956), S. 881- niederer als bei Fe-Konstantan. Auch Berichte Leverkusen 1547/21. - Ubbeloh- Bd.Stuttgart 1960. [9]
684. Weitere Lit. 5. Thermoelement. [2, 9) im Ausland besonders häufig benützt de, A. R.,L. C. F. Blackman und P. H. Thermolumineszenz (s.a. Lumines-
Thermoelement, auf ein dem thermo- (in Amerika als Chromel-Alumel). Dundas: A Graphite/Graphite Thermo- zenz). Unter T. versteht man die bei
elektrischen Effekt aufgebautes Tem- PIRh-Pt (10% Rh), hergestellt aus couple for High Temperatures. Chem.
der *Phosphoreszenz auftretende Er-
peraturmeßgerät (s. Thermoelektrizi- besonders reinen Edelmetallen and Ind. 19 (1959), S. 595-596. - Kisty,
$., und G. V. Samsonöv: Hochtemper: scheinung, daß das Phosphoreszenz-
tät). Es besteht aus zwei Leitern aus (99,99%). Thermokraft erheblich ge- tur-Thermoelemente aus _Halbleitern. licht bei Temperaturerhöhung ver-
verschiedenen Werkstoffen (einem Tinger, aber schr gut reproduzierbar, Planseeber. 8, 4 (1961), S. 200-206. Ref. stärkt wird bzw. bei Temperaturer-
Thermopaar), die an dem einen Ende von internationaler Gültigkeit. Ver- Verfahrenstechn. Ber. Leverkusen 1578/ 'höhung gegenüber Zimmertempera-
zu einer Hauptlötstelle vereinigt sind, wendbar von0-1600 °C. 16. Angerer-Ebert: Technische Kunst- tur überhaupterst auftritt. Zur exak-
am anderen entweder unmittelbar zu PiRh 18 mit 6 bzw. 13% Rh. Thermo- griffe bei phys. Untersuchungen. Braun- ten Erfassung der Temperaturab!
einem vom T. getrennten Meßgerät spannung geringer als bei PtRh-Pt schweig 1966. - Hunsinger, W.: Tempe-
gigkeit der Intensität arbeitet man
führen oder zu einer Nebenlötstelle (10%), aber wegen der Verwendbar- raturmessung mit Thermoelementen. Der
Einfluß der Vergleichstemperatur und stets mit konstanten Erwärmungsra-
ausgebildet sind, die auf einer kon- keit ‘bis 1800 °C und sehr guter che- seine Berücksichtigung. Arch. techn. Mes- ten ß in grd/s. Man erhält dann die
mischer Beständigkeit von Bedeu- sen (1958) Lig. 266, S. 57-60, I 2402-2; sog. Glow-Kurven.
tung. Lig. 267, S. 71-78, J 2402-3. Obrowski, Die Erklärung der T.liegt darin, daß
Ness-Instrument fürdie ENK Hochtemperatur-Thermopaare aus W.: Uncdie Thermopaare. Arch. Techn.
die Elektronen, die durch das erre-
Edelmetallen oder nichtmetallischen Messen (1961) Lig. 307, J 2416, S.183
bis 186. - Weiss, H.: Ein Meßgerät für gende Licht energetisch angehoben
Werkstoffen machen wegen der In- die Temperaturmessung it Thermoele- wurden, nicht sofort unter Aussen-
konstanz ihrer Thermospannung menten auf sehr schnell umlaufenden dung des Lumineszenzlichtes in den
Schwierigkeiten. In den letzten Jah- Maschinen. Elektrotechn. Z., Ausg. B 13, Grundzustand zurückkehren, sondern
ren konnten sich mit gewissen Ein- 13 (1961), S. 353-357. - Sannes, T.: Man- in Energieniveaus gespeichert werden,
schränkungen Thermopaare aus W- tel-Thermoelemente aus den Niederlan-
die energetisch einige 0,1 eV unter
Mo, W-Rh und W-Rh-Legierungen den. Industrie-Anzeiger 84, 18 (1962), $.
der für die Lumineszenz notwendigen
für Temperaturen bis etwa 2400 °C 308-310. (9)
Thermograph, svw. _Temperatur- Startenergie liegen. Die Speicher-
durchsetzen. Sie erfordern jedoch schreiber, eine Verbindung eines niveaus sind bei moleküldominanten
Vakuum oder eine Atmosphäre aus *Thermometers mit einer Registrier- Leuchtstoffen die metastabilen Ni-
Helalır
Wasserstoff oder Edelgasen. einrichtung. Diese kann mechani- veaus, aus denen eine Rückkehr in
Bei hohen Temperaturen kann sich scher, elektrischer oder optischer Art den Grundzustand nur mit schr ge-
die Thermokraft durch Aufnahme sein.$, a. Temperaturmessung.[9] ringer Übergangswahrscheinlichkeit
von Fremdstoffen wie Si, Fe, Cu aus Thermograyimetrie, s. Thermowaage. erfolgt. Bei Phosphoren mit *Photo-
der Ofenatmosphäre oder aus den ‚Thermokette, svw. Thermosäule. [9] leitung, d. h. Phosphoren, bei denen
" a Schutzrohren verändern. Bei PiRh-Pt Thermokompression, technischer Be- die Erregung in der Anhebung von
Urwärzung wird die Thermospannung herabge- griff für Kompression bei gleichzei Elektronen aus dem Valenz- in das
setzt, wenn der Pi-Schenkel vom ger Erwärmung (z. B. bei der Verar- Leitungsband erfolgt, versteht man
Thermoelement Plus-Schenkel abdampfendes Rh auf- beitung von Rüben zu Zucker). [9] unter den Speicherniveaus traps (6.
118 119
thermomechanischer Effekt Thermometer, akustisches

Halbleiter), die um den genannten der Formel den. Sie können auf sehr verschiede- denen Arten von *Flüssigkeits-T.
Energiebetrag dE unter dem Lei- T=nmanexp (- 8EIKT). nen physikalischen (in Einzelfällen hingewiesen. Man unterscheidet dem
tungsband liegen. auf chemischen) Prinzipien beruhen. Aufbau nach Stab- und Einschluß-T.,
Aufgrund der genannten Energie- 3 Den Erfordernissen der Praxis wer- je nachdem ob die T.-Kapillare ohne
distanz von 0,3 bis 1eV findet die den sie durch Zusatzeinrichtungen besonderes Schutzrohr stark genug
thermische Entleerung der Speicher- angepaßt, wie Registrierung (Tempe- ausgebildet ist - in diesem Falle ist
niveaus bei Zimmertemperatur nur raturschreiber oder Thermographen), auf ihr unmittelbar die Einteilung
sehr langsam statt, wobei Entleerung Fernübertragung (*Fernthermome- angebracht - oder ob sie — erheblich
bedeutet, daß die Elektronen um 0,3 ter), Temperaturgeber für Regelge- dünner — meist zusammen mit einem
bis 1eV wieder angehoben werden, räte, Alarm, Maximum- oder Mini- besonderen Skalenträger in ein Um-
so daß der normale Weg der strah- %e 7 = = BR mumanzeigen. hüllungsrohr eingeschlossen ist. Wei-
Tamperatur
lenden Rückkehr in den Grundzu- Theoretische Thermolumineszenzkurven Nach dem Meßprinzip lassen sich die ter werden verschiedene Flüssigkeiten
standbeschritten werden kann. Wenn T. folgendermaßenunterteilen: - teils Glas benetzend (organische),
man voraussetzt, daß diese Rückkehr (nach Garlick), 1. Berührungs-T., vornehmlich stetig teils nicht benetzend (Quecksilber) -
praktisch sofort, d. h. mit großer anzeigend, beruhend auf verwendet, so Alkohol-, Toluol-,
Wahrscheinlichkeit- erfolgt, dann ist 04 0 11 Änderung der Zustandsgrößen *Pentan-T.bzw. “Quecksilber-T. Bi
die Intensität des Phosphoreszenz- c v4 10 Volumen und/oder Druck weilen werden die Flüssigkeiten ge-
lichtes proportional zur Entleerungs- D 24 107 111 *Gas-T. konstanten Volu- färbt (z. B. Rot-T.), oder es werden
rate: E 0,6 10 mens bzw. Druckes reflektierende Schichten in der Wan-
FE 0 10 112 *Flüssigkeits-T.(reine Vo- dung der Kapillare angebracht, so
T= — dnidt = nsexp (- dEIkT) G 10 10 lumenänderung oder Vo- daß Hg in verschiedenen Farben
a Die T. stellt also eine geeignete Me- lumen- und Druckände- leuchtet.
(s individuelle Konstante mit der thode dar, die Energiedistanz der rung, s. a. Druckthermo- Nach dem Verwendungszweck kann
Dimension einer Häufigkeit, also Speicherniveaus zu bestimmen. meter) man folgende Gruppen von T. unter-
[Zeit]*). Die Verhältnisse werden etwas kom- 113 Feststoff-T. (*Bimetall-T.; scheiden:
Die Lösung dieser Gleichung liefert plizierter und werden nicht mehr kombinierte Feststoff-T.) Meteorologische T., Laboratoriums-
für T = const das Gesetz des zeit- durch die angegebenen Formeln dar- 12 Einstellung eines thermischen T., chemische T. (auch in Sätzen mit
lichen Abklingens: gestellt, wenn a) mehrere Speicher- Gleichgewichts: *Dampfdruck- kleinen,jeweils einander überlappen-
T= nos exp (= dEIKT) niveaus gleichzeitig vorhanden sind T. (Tensions-, Stock-T., bes. den Meßbereichen); Stations- oder
exp {= stexp (= dEIKT)) (2) und b) ein Wicdereinfangen (retrap- ;ceignet zur Messung tiefer Hütten-T.; Aquivalent-T., *Kata-T.,
(to Anfangswert der Zahl der gespei- ping) der Elektronen berücksichtigt 'emperaturen) Kompensations-T., Kontakt-, Isola-
cherten Elektronen). werden muß. Die Intensität der T. ist 13 Änderung elektrischer Größen tions-, Siede-, Destillations-, Flamm-
Die Lösung der Gleichung (1) bei . allg. proportional zur Intensität der 131 *Widerstands-T. punkts-, Stoßpunkts-, Faden-, Aus-
konstanter Erwärmungsrate lautet: erregendenStrahlung, dar» zu dieser 132 Thermoelektrische T. fluß-T. usw. Eine besondere Vorrich-
I = mosexp (- dEIkT)
proportional ist. Dies gilt jedoch nur, (*Thermoelemente) tung gestattet das Festhalten von Ex-
T solange die Speicherniveaus nicht eı 133 Thermomagnetische T. tremwerten: Extrem-T. mit Maxi-
schöpfend besetzt sind und ein Wie- 2. Strahlungs-T. (*Pyrometer, *Bolo-
meter), Temperaturmessung aus tung (Maximum-,
‚oder/und Minimum-Vorrich-
e| - [Zepc- srnar i dereinfangen nicht berücksichtigt zu
werden braucht. 21 Gesamtstrahlung (*Gesamt- ber-, Tiefsee-, Umkipp-,Six-
0 Es sei erwähnt, daß die Entleerung strahlungs-Pyrometer) Zur Einstellung der jeweiligen Ver-
Die Abb. zeigt eine solche theoreti- der Speicherniveaus auch durch Licht- 22 Teilstrahlung suchstemperatur und zugleich zur
sche Thermolumineszenzkurve (Glow- quanten erfolgen kann. Man spricht 221 Helligkeits-, _Intensitäts- Messung geringer Temperaturunter-
Kurve) für die angegebenen Parame- dann von Ausleuchtung des Phos- schiede dient das *Beckmann-T.S.a.
Pyrometer (Glühfaden-Py- Thermometerproblem
ter. phors (angelsächsisch stimulation). rometer nach Holborn- ‚mometer) und Thermometerkorrek- (Plattenther-
Anhand nebenstehender Darstellung Den Energiedistanzen entsprechend Kurlbaum, Halbschatten- tion.
kann man feststellen: handelt es sich um Strahlung, die im Pyrometer nach Wanner, S. a. Vortex-Thermometer.
1. Die Temperatur, bei der das Maxi- nahen ultraroten Spektralbereich Sonderausführung: Mikro- Lit. s. Temperaturmessung.[9]
mum der Intensität auftritt, ist etwa liegt. Durch ultrarote Strahlung kann
proportional zur Aktivierungsenergie jedoch auch der Phosphor in den ‚pyrometer) Thermome ter, akustisches. Die Schall-
222 Farb-(angleich)-Pyrometer. geschwindigkeit c in trockener Luft
Grundzustand versetzt werden, ohne 3. *Temperatur-Meßkörper, Erwei- ist eine Funktion der Lufttemperatur.
2. Für feste Werte von ÖE und m daß es dabei zur Lichtemission chung keramischer Massen (*Se- Es gilt die Beziehung:
verschiebt sich das Emissionsmaxi- kommt. Man spricht dann von *Til- ger-Kegel), oder Schmelzkörper
mum zu höheren Temperaturen ‚gung (angelsächsisch quenching). aus Metallen. ( «RT \".
a) wenn ß wächst oder b) s abnimmt. Lit. Garlick, G. F. J.: Luminescent Ma- ey .
3. Die Fläche unter jeder Kurve ist terials. Oxford 1949. [19] 4. *Temperatur-Meßfarben (Ther-
proportional zu ro, während die thermomechanischer Effekt, s. He- ‚mochrome, Thermocolore). wo x = Cp/cv, R die universelle Gas-
Form der Kurve von 5, döE und $ lium IT. Weitere Verfahren s. u. Temperatur- konstante, T die absolute Tempera-
abhängt. Thermometer. Als T. im weiteren messung. tur und M das Molekulargewicht be-
4. Der Anfang der Kurven, beginnend Sinne bezeichnet man alle Geräte, die Wegen ihrer häufigen Verwendung deuten. Es kann somit durch Messung
bei tiefen Temperaturen, entspricht Zur *Temperaturmessung benützt wer- sei noch besonders auf die verschie- der Schallgeschwindigkeit die Luft-
120 121
Thermometer, geologisches Thermoskop
temperatur bestimmt werden. Das den Fadens, gemessen mit einem *Fa- nuklearer Reaktionen sind bisher nur Msgeht. Ist der Faden bis zu Mı ab-
Verfahren hat den Vorteil, daß Feh- denthermometer,berücksichtigt. im Inneren der Fixsterne und bei gesunken,so hat die Flüssigkeit die
ler der Messung durch Strahlung und Lir. d’Ans und Lax: Taschenb. £. Chem. Wasserstoffbomben realisiert. Eine dem Wärmeträger zugehörige Wär-
thermische Trägheit vermieden wer- u, Phys. Bd. 1. Berlin-Heidelberg-New regelbare Anordnung: hat bis heute memenge aufgenommen, die vorher
den. Zur Bestimmung der Schallge- York 1967. [9] nicht geschaffen werden können. Ver- genau bestimmt wird.
schwindigkeit wird ein Impulsverfah-
‚Thermometer-Papiere sind mit einer suche nach dieser Richtung werden Ir. Bergmann-Schaefer: Lehrbuch der
ren benutzt. Von einem Schwing- wärmeempfindlichen Substanz verse- mit Gasentladungen, unter Ausnut- Tperimentaiphynik, 1.Bd. Berlin 1965.
quarz zugeleitet. Man erhält so eine hene Papierstreifen. Sie verändern zung des *Pinch-Effckts oder nach
sendet, der nach Durchlaufen einer ihre Farbe von Weiß zu Schwarz im den Gesetzen der *Magnetohydrody- Thermophorese, zusammenfassender
bestimmten Meßstrecke auf einen Bruchteil einer Sekunde beim Errei- namik unternommen. Die bisher mit Begriff für die Bewegungsvorgänge
zweiten Schwingquarz trifft. Nach chen einer jeweils charakteristischen Kondensatorentladungen kurzzeitig kleiner Teilchen im Temperaturfeld.
Verstärkung des empfangenen Im- Temperatur. Die Farbänderung geht erreichten Temperaturen liegen bei S. Thermodiffusion und Diffusions-
pulses wird dieser wieder dem Geber- bei der Abkühlung nicht zurück. Die Millionen Grad. thermik.
quarz zugeleitet. Man erhält so eine Streifen werden Abstufungen von Lit. Stetter, G.: Phys. Verhandl. 6
Impulsfolge, bei welcher der Abstand wenigen Graden für einen Bereich Lit. Kurchatow, I.: Atomnaja Energij
(Moskau)1, Nr. 3, S. 65 (1956). — Über- (1955), S. 211. [9]
der Impulse ein Maß der Schallge- von 37-254 °C geliefert. setzungen in Nucleonics 14, Heft 6, S. 36 Thermophosphoreszenz, s. Thermo-
Für Fälle, bei denen die Farbreak- lumineszenz.
(1956), und Atomkernenergie 1, 387 Thermophysik,
schwindigkeit oder der Temperatur tion durch Dämpfe, Fette, Lö (1956). - Post, Rev. of mod. Phys. s. Thermodynamik.
ist. mittel u. dgl. gestört werden (1956). Pai: Magnetogasdynamics and ‚Thermoplaste, thermoplastische Hoch-
Esist denkbar, dieses Verfahren auch werden die Streifen in Glas Plasma Dynamics. Wien 1962. [7] polymere, s. Hochpolymere.
im Flugzeug anzuwenden und aus der eingeschlossen (»Thermotubes«). Thermoosmose. Unter T._ versteht thermoplastisch, svw. bei Erwärmung
Bestimmung der Schallgeschwindig- Lit.Penzig, F.: VDI-Z. 83 (1939), $. 69 man den Durchgang einer Flüssigkeit plastisch werdend, ein besonders bei
keit im Fluge die wahre, d. h. von bis 73, und 85 (1941) $.48. - Guttmann, durch eine Membran unter der Wir- Kunststoffen üblicher Ausdruck. [9]
der Fluggeschwindigkeit unabhängige K.: Erfahrungen mit Temperaturmeß- kungeines Temperaturgradienten. Thermosäule ist eine Reihenschaltung
Temperaturabzuleiten. farben. Stahl u. Eisen 70 (1950) S. 116 bis Lır. Haase, R., und H.J. Greift: Ther- mehrerer *Thermoelemente und dient
Lır. Rink, J.: Messungen mittels Radio- 118. - Thews: Temperaturmeßfarben für moosmose in "Flüssigkeiten. Z. Phys. vornehmlich als *Strahlungsempfän-
sonden. Hdb. der Aerologie. S.415. ind. Metalloberflächen. Metalloberfläche Chemie 44, 4/5 (1969), 8. 301-313. [9]
Leipzig 1961. [30] 5 (1953) B. 9,S. 139. 9] ger. Die im Zuge der Reihenschal-
Thermometerproblem. Die Tempera- Thermopaar, s. Thermoelement. tung abwechselnd aufeinander fol-
Thermometer, geologisches (und geo-
logisches Manometer), nennt man das
tur eines strömenden Mediums kann Thermophor oder Wärmeträger ist genden kalten und warmen Lötstellen
man mittels eines Plattenthermome- ein mit Quecksilber gefülltes Gefäß sind je für sich in zwei Gruppen zu-
Auftreten von Mineralien bzw. Kri- ters messen, das dic Form einerin die mit angeseiztem Kapillarrohr, das sammengefaßt, die räumlich voncin-
stallformen, die nur bei ganz be- Strömung gebrachten, längs ange- zwei Erweiterungen und zwei Marken ander getrenntsind, Die eine Hälfte
stimmter Temperatur (und Druck) strömten Platte hat. Dabei gleicht sich M, und M» hat (s. Abb.). Man er- (kalte Lötstellen) wird auf konstan-
gebildet sein können. Sie zeigen uns nicht nur die Temperatur zwischen wärmt den Wärmeträger im Wasser- ter Temperatur gehalten, während
an, bei welcher Mindest- oder Platte und Medium aus. Durch die bad, bis das Quecksilber über Ms die andere Hälfte der zu messenden
Höchsttemperatur (bzw. Druck) ein Reibungswärme wird vielmehr dar- steht, läßt ihn etwas abkühlen und Strahlung ausgesetzt wird. Durch die
Gestein entstanden ist; so ist Leuzit über hinaus die Platte so lange aufge- taucht ihn in die zu untersuchende Reihenschaltung addieren sich
immer über 560 °C gebildet, weil er heizt, bis kein Wärmestrom mehr Flüssigkeit, wenn der Faden durch EMK der einzelnen Elemente. Für
als rhombischer Kristall (im abge- zwischen Medium und Platte über- möglichst trägheitsfreie Anzeige wer-
kühlten Zustand) immer noch äußer- geht. Dies nennt man das T. Die den dünne Drähte verwendet, um die
lich die kubische (nur über 560 °C be- Wand hat dann eine Übertemperatur Wärmekapazität der T. zu verringern.
ständige) Form zeigt (Umwandlungs- gegenüber dem Medium erreicht, die Die flach gewalzten Lötstellen wer-
lamellierungen). Lösungsgenossen man als Eigentemperatur der Wand den mit Ruß geschwärzt, damit sie
spielen natürlich auch hier eine große bezeichnet. nahezu die gesamte einfallende Strah-
Rolle. Die Verhältnisse sind meist Um diese Aufheizung infolge der lung absorbieren. Zur Erhöhung der
sehr kompliziert. Reibungswärme zeigt das Platten- Empfindlichkeit können T. noch in
Lır. Förster, K. M.: Die graphische Be- thermometer zu hoch an. Man muß ein Vakuum eingeschmolzen werden.
Fortschritte der Mineralogie 14 (1930). - sie also von der Anzeige abziehen Als Anzeigegeräte für die Thermo-
’Ramdohr,P.: Neue Beobachtungen über um die wahre Temperatur des strö- spannung dienen empfindliche Gal-
die Verwendbarkeit opaker Erze als menden Mediumszu erhalten. [9] vanometer. [25]
»geologische Thermometer«, Zischr. f.
prakt. Geologie 39 (1931). [8] "Thermonadel, s. Temperaturmessung. Thermoschodk, svw. *Wärmeschock.
Thermometerkorrektion wegen des thermonuklearnennt man eine Kern- IE)
herausragenden Fadens. Bei der Ei- reaktion, wenndie kinetische Energie Thermostlasche,s. Dewar-Gefäß.
chung von *Flüssigkeitsthermometern der Stoßpartner aus deren Wärmebe- Thermoskop(Philon 300 v. Chr., He-
befindet sich i. allg. das ganze Ther- wegung stammt. Zu derartigen Re- ron 130 v. Chr.), Bezeichnungfür ein
mometer auf Meßtemperatur, bei den aktionen sind ca. 10'°C (1000 bis Gerät, das meist zu Demonstrations-
meisten Messungen dagegen nur das 10000 eV) notwendig. Die Ausbeute zwecken dient und Temperaturunter-
Thermometergefäß. Man muß daher steigt mit zunehmender Temperatur schiede wie ein Thermometer anzeigt,
eine Korrektion anbringen, die die beträchtlich. Die physikalischen Be- aber nicht quantitatiy mißt (z. B. das
mittlere Temperatur des herausragen- dingungen für den Ablauf thermo- Thermophor Loosersche Doppelthermoskop, das
122 123
Thermostat Theta-Zustand
nach dem Prinzip eines Differential- Thermowaage. Um die Gewicht ströme induziert, die gleich groß wie Tabelle 1: Geladene K-Mesonen
kalorimeters arbeitet). derung einer Probe bei Erwärmung die in den Spulenfließenden Ströme (Ruhmasse 498 + 0,5 MeV Elektronen-
Lrr. Müller-Pouillet: Lehrb. d. Phys. 3, zu messen, hängt man diese an einer sind, deren Richtung aber entgegen-
1, S. 102. Braunschweig 1926. [9] Waage innerhalb eines Ofens auf, gesetzt ist. Diese Wirbelströme er-
‚Thermostat, ein Gerät zur Tempera- meist in einem Tiegel. Der Ofen wird zeugen jerum im Plasmainnern Symbol
turregelung, zur Herstellung eines mit vorgegebener Geschwindigkeit ‚ein Magnetfeld, welches gleich groß,
Bereiches konstanter Temperatur in aufgeheizt und das Gewicht der Probe aber entgegengesetzt zum äußeren
Gasen, Flüssigkeiten oder festen Kö: laufend abgelesen oder besser auto- Magnetfeld ist und letzteres somit im Ka, oder I
pern. T. werden vor allem für Meß- matisch registriert. Sobald eine mit Plasmainnern kompensiert. Ist die Kin
zwecke gebraucht, für die Durchfüh- Gasabgabe verbundene Reaktion er- elektrische Leitfähigkeit nicht unend- Kj, M
rung temperaturempfindlicher Reak- des folgt, äußert sich dies in der Ge- lich groß, so werden die induzierten
tionen, für die Gewährleistung wichiskurve (Pyrolysckurve). Wirbelströme gedämpft und das re- Kin oder 6* 7" m”
zuverlässigen Ablaufs komplizierter Besonders empfindlich die Diffe- sultierende Magnetfeld im Plasma- Tabelle 2: Neutrale K-Mesonen
physikalischer und technischer Vor- rential-Thermowaage, bei der 2 glei- innern kann das äußere Feld nicht (Ruhmasse 976 2,5 Elektronenmassen)
gänge usw. che Proben 2 gleichen Öfen aufge- mehr ganz kompensieren.[34]
Man kann T. auf verschiedenartigen hängt sind. Beide Öfen werden lang- Symbol weise
Zerfalls- P:
diesesZerfalls
ıtsatz
temperaturabhängigen physikalischen sam und mit genau gleicher Ge- Theta-Tau-Rätsel. Das K*-Mesonzer-
fällt nach mehreren Zerfallschemen:
Vorgängen aufbauen, z. B. auf der erwärmt, jedoch mit oder ormr »4
Längenveränderung eines Metallsta- schwindigkeit konstanten Temperaturdifferenz 9%, 7, 7,Kun, Kus, Kes. Die Deutung Kroder ai
bes, durch die elektrische Kontakte einer von z. B. 4°C. Die automatisch regi- der zwei Schemen &*='+a° +
Kroder op a & »
betätigt werden, die wiederum Heiz- strierte Gewichtsdifferenz liefert ein 220 MeV und "= ++m +75
MeV als Zerfallsweisen eines und wm
oder Kühlelemente ein- oder aus- Differential-Thermogramm. $. a. desselben K*-Teilchens blieb ein Rät- Eine genauere Spezifizierung der
schalten; .
auf der Ausdehnung einer Flüssig- Temperaturwaage.
Lrr. Ullmanns Encyklopädie der techn.
sel,solange man die Erhaltung der Neutrinos ist in diesen Tabellen noch
nicht vorgenommen worden.
keit, z. B. Quecksilber (Quecksilber- ge Bd.2/1. München-Berlin. 1961.
Parität, der Energie, des Impulses und
Kontaktthermometer); Fernbetäti- des Drehimpulses bei diesen Zerfalls- Lrr. Dalitz, R.H.: Phil. Mag. 44, 1068
gungüber eine Kapillarleitung; s. Leistungsmes- weisen voraussetzte. Da das ®'-Me- (1953), Phys. Rev. 94, 1046 (1954). -
auf der Druckänderung eines Gases Thermo-Wattmeter, son in zwei spinlose Bose-Teilchen Eisenberg, Lomon, Rosendorfl: Nuovo
(Druckschalter); . ser. zerfällt, wird die Parität durch den Cim. IV, 610 (1956). - Lee, T. D., and

auf der Verformung eines s.Bimetall- Theta-Meson (9°-Meson) ist, eine gegenseitigen Bahndrehimpuls 7 die-
€. N. Yang: Phys. Rev. 102, 290 (1956).
B
streifens (Bimetallschalter, a. veraltete, dem Zerfall des Kı?-Me- ser beiden Teilchen bestimmt. Wenn Theta-Zustand. Unter
metallthermometer); sons in zwei geladene a-Mesonen zu- die Parität beim z'-Zerfall erhalten Punkt) versteht man denj
auf elektrischen Vorgängen (Ther- zuordnende Bezeichnung. Wegen der bleiben sollte, müßte man sie gleich stand,bei dem in einer Lösung von
moelemente, Widerstandsthermome- ten großen. Zahl der Zerfallsmöglichkei- ( 1’ setzen, entsprechend der Pari- Hochpolymeren die Kräfte zwischen
ter). des *K-Mesons glaubte man ur- tät der zugehörigen Eigenfunktion des allen Molekülsorten (also Lösungs-
sprünglich an eine Vielzahl von Me-
die Betätigung der Schalter wird sonen. zerfallenen Paares. Andererseits zeig- mittel und Hochpolymeres) gleich
äufig ein Relais zu Hilfe genommen. [7] ten Dalitz für das r*-Meson in einer sind. Als Folge befindet sich das
Die in den Laboratorien üblichen Theta-Pinch, Bezeichnung (in Deutsch- spezielleren, Eisenberg, Lomon, Ro- Hochpolymere in einem Lösungszu-
Flüssigkeits-T. bestehen aus einem land üblich) für den *Pinch-Eiffekt, sendorff in einer allgemeineren Be- stand ohne jede Beeinflussung durch
Gefäß mit sehr guter Wärmeisolie- wenn das Komponente angelegte elektrische Feld weisführung, daß das 7*-Meson nicht das Lösungsmittel; Knäuelmoleküle
rung, einer Badflüssigkeit, einer ‚nur eine in azimutaler die Parität (- 1)’ besitzen kann. Also haben hier ihre unbeeinflußten, natür-
Rührvorrichtung zum Ausgleich von (#-) Richtung hat, © =(0, Es, 0), könnten entweder die Teilchen, die lichen Abmessungen, während sie
Temperaturunterschieden, einer einem Heiz- wobei r, 9, z die Zylinderkoordina- nach dem *- bzw. r*-Schemazerfal- sonst durch das Lösungsmittel aufge-
und/oder Kühlvorrichtung und ten sind. Dieser Pinch wird durch) len, trotz gleicher Masse von 498 weitet oder (seltener) komprimiert
Temperaturregler (s.0.). in z-Rich-
ein Magnetfeld (Feldlinien durch MeV nicht dieselben K*-Mesonen sind. Infolge der fehlenden Wechsel-
Als Badflüssi gkeiten werden z. B. tung) erzeugt, das von dem eine) sein, oder der Satz von der Erhal- wirkungist der 2, Viralkoeffizient B
verwendet: Wasser, Petroleum, ver- Spulenwicklung (in 9-Richtung)flie- tung der Parität wäre für diesen Teil- des osmotischen Druckes Null (pseu-
schiedenartige Öle (technische Be- Benden elektrischen Strom herrührt., chenzerfall (verallgemeinert: für den doideale Lösung). Praktisch befindet
zeichnung »Thermalöle«), flüssige Die Kompression des *Plasmas_er- Zerfall unter *schwacher Wechsel- sich das Hochpolymere im Theta-
Metalle, Salzschmelzen, Salzlösungen folgt somit durch ein äußeres Ma- wirkung) aufzugeben. Lee und Yang Punktnicht mehrsehr weit von der
@Kühlsolene), Alkohole. gnetfeld (im Gegensatz zum *z- erkannten die zweite Alternative, Ausfällung (dem_ kritischen Punkt)
Bei hochentwickelten T.verlangt man Pinch). Eine wirkungsvolle Kompres- nämlich die Verletzung der Erhaltung entfernt. Da der T.-Z. bei einer be-
eine Temperat urkonsta nz von 0,01 sion des Plasmas ist nur dann vor- der Parität und das Nichtvorhanden- stimmten Temperatur vorliegt (etwa
grd oder weniger. handen, wenn das Magnetfeld nich
$. a. Temperaturbäder, Kältemi- in das Plasma hineindiffundiert.
sein von Symmetrie gegenüber Raum-
inversion im Falle des K*-Zerfalls als
+1°C), spricht man auch von der
Theta-Temperatur für ein bestimm-
Lır. Kohlrausch, F.: Prakt. Physik. Bd. ist
schungen. näherungsweise für schrFall. großDi
die richtige Lösung des ©-r-Rätsels. tes Lösungsmittel; sie ist gleich der
1. Stuttgart 1960. - Angerer, E. v., und elektrische Leitfähigkeit der Die Zerfallsweisen der K-Mesonen kritischen (= Entmischungs-) Tempe-
H. Ebert: Techn. Kunstgriffe bei Physi- Feldfreiheit des Plasmas kann da- findet man in den beiden Tabellen. ratur für unendlich hohes Moleku-
kai. Untersuchungen. Braunschweig 1966. durch erklärtimwerden, daß das äußeı Obere bzw. untere Vorzeichen gehö- largewicht (s. Lösungen von Hoch-
Magnetfeld Plasmainnern Wirbel: ren immer zusammen. Polymeren).
124 125
Thixotropie Thomson
Lır. Stuart, H. A.: Die Physik der Hoch- nähert sich allmählich dem Wert des und Stolle die Annahme ein, daß ne- Thomas-Fermische Differentialglei-
polymeren. Bd. II. Berlin-Göttingen- Fließgleichgewichts. Daher muß bei ben einem mechanischen Auf- und chung, s. Atom,statistisches.
Heidelberg 1953. [41] der Messung der thixotropen Eigen- Abbauprozeß eine thermische Auf- Thomas-Fermi-Methode, s. Atom,
Thixotropie. Nach Peterfi und schaften darauf geachtet werden, daß und Abbaureaktion das Aggregations- statistisches.
Freundlich bezeichnet man Substan- die Prüfgeräte neben der Gelfestig- gleichgewicht bestimmt, und leiten Thomson. a) Sir George Paget. Engl.
zen, die durch die mechanische Bean- keit auch Zeiteffekte erfassen. Nur mit Hilfe eines einfachen kinetischen Physiker. Geb. 3.5.1892 in Cam-
spruchung eine isotherme reversible mit derartigen Geräten, z. B. mit Ro- Ansatzes eine Beziehung ab, die das bridge als einziger Sohn von b). 1922
Gel-Sol-Umwandlung erleiden, als tationsviskosimetern entsprechender Fließverhalten thixotroper "Systeme Prof. für Naturphilosophie an der
thixotrop. Das thixotrope Verhalten Ausführung, kann der Flächeninhalt beschreibt. Dagegen stützt sich Dahl- Uniy. Aberdeen, 1930 Prof. für Phy-
wird dabei durch die Erstarrungszeit der von den beiden Fließkurven bei gren auf das Fließmodell von Ree sik am Imperial Coll. of Science and
sowie durch die Gelfestigkeit gekenn- konstanter Schergeschwindigkeitszu- und Eyring bei der theoretischen Un- Technology an der Univ. London,
et und ist durch Äggregations- nahme und -abnahme eingeschlos- tersuchungdieses Fließverhaltens. 1947 Prof, für Physik an der Perse-
gleichgewichte bestimmt. Die suspen- senen Hysteresisschleife bestimmt und Das thixotrope Fließverhalten findet School und am Trinity Coll. in Cam.
dierten Teilchen aggregieren nach damit als Maß für das thixotrope man bei zahlreichen Substanzen, wie bridge, 1940/41 Präsident des Atom-
Hofmann zu kartenhausähnlichen Verhalten herangezogen werden. bei den technisch wichtigen Bor- energie-Komitees. 1943 geadelt. 1943/
Strukturen, wobei der Aufbau dieser
Nach Green und Weltman sind nun schlämmen, Druckfarben, Lacken, 44 Wiss, Berater des Luftfahrt-Min.
Gerüststrukturen von der Gestalt und überhaupt mehr oder weniger ausge- 1946/47 Wiss. Berater der Brit. Dele-
Größeder Kristalle bzw. Teilchen so- diejenigen Substanzen thixotrop, die prägt bei Anstrichmaterialien, Ben- gation bei der UN-Atom-Kommis-
wie von der Ladungsdichte und Ver- neben der Gelfestigkeit einen mit dem tonitsuspensionen usw. (Bezüglich sion, 1947 Ehrenmitglied des Corpus
ilung der Ladungen auf der Ober- Viskosimeter meßbaren Zeiteffekt der Ableitungspezieller rheologischer Christi und Trinity Coll. in Cam-
iche und schließlich von der Mög- zeigen. Voet und Street stellten auf- Zustandsgleichungen für derartige bridge. T, erhielt 1937 (zusammen mit
lichkeit zur Ausbildung von Solvat- grund von Messungen fest, daß Substanzen zur Berechnung des Flie- Davisson) den Nobelpreis für Physik
Brücken abhängt. Dieser Sachverhalt Zeiteffekte auch dann noch vorhan- Bens in Rohrleitungen s. Paslay und für den Nachweis der Beugung der
wird durch Abb. 1 von Weiß veran- den sein können, wenn sie mit dem Slibar.) Elektronenstrahlen (gleichzeitig mit
schaulicht, die die Kartenhausstruk- Viskosimeter nicht mehr nachzuwei- Suspensionen keramischer Stoffe kön- Davisson und Germer). Arbeitete
tur in thixotropen Gelen von Ca- sen sind, und zwar durch dielektri- nen je nach ihrem Aufbau und der auch auf dem Gebiet der Adronau-
Kaolinit nach Zusatz von NarCOs schen Nachweis der Zeiteflekte bei mechanischen Beanspruchung ein uk. [43]
zeigt, sowie durch Abb.2 von Weiß, der Rückbildung der Struktur. An- thixotropes, rheotropes, plastisches b) Joseph John, Sir. Engl. Physiker.
die ein Bändergerüst thixotropen dererseits konnte an hochmolckula- oder dilatantes usw. Verhalten zei- Geb. 18, 12.1856 in Chectham Hall
Gelen von Ca-Kaolinit in destillier- ren Dispersionen keine Gelfestigkeit gen, so daß zur Ermittlung der rheo- bei Manchester, gest. 30.8. 1940 in
tem Wasserdarstellt. bestimmt werden, dagegen ausge- logischen Eigenschaften. Meßgeräte Cambridge. 1884-1918 Prof, für Ex-
vom Rotationsrheometertyp erforder- perim. Physik und Direktor des C:
lich sind (vgl. a. F. Moore und H. W. vendish-Laboratory in Cambridge. T.
Hennicke). erhielt 1906 den Nobelpreis für Phy-
Lır. Peterfi, T.: Arch. Entw. mechan. sik für die theoretische und experi-
112, 689 (1927). - Freundlich, H.: Thixo- mentelle Untersuchung beim Durch-
tropy Actualitees scientifiques et indu- ‚gang elektrischer Ströme durch Gase
strielles. Nr. 267. Paris 1935. Röder, sowie für die Entdeckung des freien
Study of Dilatancy and Thixotropy. Elektrons. Hauptarbeiten: Experi-
H. L.: Rheology of Suspensions. A
Amsterdam 1939. - Hofmann, U.: Kol mentelle und theoretische Untersu-
loid-Z.125, 86 (1952). - Weiss, A.: Rheo- chungen über den Durchgang der
logica Acta 2, 292 (1962). - Goodeve, C. Elektrizität durch Gase, bestätigte
F.: Trans. Faraday Soc. 35, 342 (1939). - durch die Entdeckung des freien Elek-
Green, H., und R.N. Weltman: Ind. trons (1897) die Theorie von der
18, 167 (1946). - Voet: J. phys. Chem. Sl, mistischen Struktur der Elektrizität,
Eng. Chem. Analyt. Edit. 15, 201 (1943);
1037 (1947); 61, 301 (1957). Street, N.: J. ;chuf ferner durch seine Arbeiten
Oil Colour Chem. Ass. 39, 391 (1956). — über Ionenstrahlen die Grundlagen
Peter, S., und J. Stolle: Z. phys. Chem., für Astons Massenspektrographen.
Goodeve wies nach, daß die durch die prägte_charakteristische Zeiteffekte, N.F. 11,251 (1957). - Dahlgren, S. E.: J. 1913 wies T, mit dem Massenspektro-
Schervorgänge beim Fließen verur- die auf das thixotrope Verhalten die- Colloid. Sci, 13, 151 (1958). - Ree, T., graphen beim Element Neon nach,
und H. Eyring: J. Appl. Phys. 26, 793, daß auch nichtradioaktive Elemente
sachten Auf- und Abbauprozesse ser Substanzen schließen lassen. Ne-
beim_ stationären Fließvorgang ein ben dem viskosimetrischen Verfah- Acta 2, 187 (1962). - Götze, W.: Rheolo- mehrere Isotope haben und entwik-
‚800 (1955). - Dintenfass, L.: Rheologica
kinetisches Gleichgewicht erreichen ren zieht man daher dielektrische gica Acta 2, 254 (1962); Chem. Rdsch. kelte eine Vorstufe zum Atommodell
müssen. Daraus folgt auch, daß bei Meßmethoden, Messungen des clek- (Solothurn) 13 (1960), Nr.5. — Paslay, von Rutherford und Bohr. Er befaßte
plötzlicher Anderung der Scherge- trischen Leitvermögens sowie der Ge- P.R., und A. Slibar: Rheologica Acta sich auch mit dem Verhalten von
schwindigkeit eine mehr oder weni- frierpunktserniedrigung zur Untersu- 2, 236 (1962), Second Order Effects in Wirbelringen.
ger lange Zeit notwendig ist, bis sich hung der Struktur thixotroper Sub- mies, p. 3l4ff. Oxford-London-New ©) William, Sir, seit 1892 Lord Kelvin
Elasticity, Plasticity and Fluids Dyna-
das neue stationäre Fließgleichge- stanzen heran. York 1964. - Moore, F., und H. W. Hen- of Largs. Engl. Physiker. Geb. 20. 6.
wicht_ einstellt. Während dieser Zeit Ausgehend von theoretischen Vor- ee a)logie in der Keramik. Goslar 1824 in Belfast (Irland), gest. 17. 12.
ändert sich der Fließwiderstand und stellungen Goodeves führen Peter 1907 in Netherhall bei Largs (Schoti-
126 127
Thomsonsches Atommödell Thyristor
land). 1846-99 ohne Unterbrechung @ «T durch zweimaligen ß-Zerfall in das Drehtransformator ist bei Leucht-
Prof. der Naturphilosophie und theor. IP} #=konst x Uranisotop U 233 übergeht, und da stoffröhren nicht möglich, da die
Physik an der Univ. Glasgow. Haupt- dieses letztere sich durch langsame Spannung nicht unter einen Minimal-
arbeiten: T. war einer der Begründer (& therm. Ausdehnungskoeffizient, g Neutronen spalten läßt, kann auch betrag absinken darf, wenn die Gas-
der klass. Thermodynamik. Er defi- Dichte, c» spez. Wärmekapazität bei das T. (neben dem Uran) als Aus- entladung in den Leuchtstoffröhren
nierte den Begrift der absoluten Tem- konst. Druck). gangsmaterial für Atombrennstoff für stabil brennen soll. Bei der Anschnitt-
peratur und des Wärmetodes, wandte Ist wie bei den meisten Stoffen « > 0, *Reaktorendienen, steuerung mit T. bleibt die Spannung
die beiden Hauptsätze der Wärme- so bedingt eine Drucksteigerung eine Lit. Riezier, W.: Kernphysik. 6, Aufl. die gleiche, nur wird die Brennzeit in
Ichre auf elektrische, magnetische und Erwärmung. Bei Kautschuk z. B. ist München 1959. - Graewe, H.: Tabelle
der stabilen und Radio-Nuklide. Bonn ieder Spannungsphase variiert. Da
elastische Erscheinungen an. 1850 es umgekehrt (s. a. thermoelastische 1965. [1]
das Auge über die raschen Wechsel
schuf er eine Theorie des Kristallma- Erscheinungen). Thyratron. Das T.ist eine Sonder- (100 Hz am 50 Hz-Netz) wegmittelt,
gnetismus und der Thermo-Elastizität Lır. Pohl, R. W.: Mech., Akustik, Wär-
form der *Elektronenröhre,es hat wie erscheint eine verminderte Helligkeit.
(Thomson-Effekt). 1854 entdeckte er melehre.
1964.19]
Berlin-Göttingen-Heidelberg
die Triode eine *Glühkathode, eine
gemeinsam mit Joule den Thomson- Thomson-Joule-Eflekt, 5. Joule- Anode und ein Steuergitter (in Son-
Joule-Effekt. T. schuf ferner eine Thomson-Effekt. derfällen auch noch ein Schirmgitter),
Theorie von Ebbe und Flut, kon- Thomson-Kirchhoffsche Formel. Die aber die *Röhre ist nicht hoch evaku-
struierte Apparate zur Gezeitenmes- Dauer der Eigenschwingung eines iert, sondern mit einem Gasvon ca.
sung und viele Apparate für physika- schwach gedämpften elektrischen 10° Torr Druck gefüllt (meist mit
lische Messungen, z. B. das Spiegel- Schwingungskreises mit der Selbstin- ’Edelgas oder Quecksilberdampf, auch
galvanometer und das Quadranten- duktion L und der Kapazität C ist mit beidem). Liegt an der Anodedie
elektrometer.[43] durch die T.-K. F. gegeben.Sie lautet notwendige positive Spannung, so
Thomsonsches Atommodell, s. Atom- im Gaußschen und im MKSA-System zündetin dem T. eine *Gasentladung I Ertl
modell.
Thomson-Brücke, s. Brückenschal- T-2ayLT, und der Widerstand der Röhre geht 5
tung. praktisch auf Null zurück (die Brenn- DasT. kann auch zur Erzeugung von
Thomson-Eifekt. W. Thomson po- wobei im letzten Fall L in H und C spannung beträgt nur ca. 10 V). Das Kippschwingungen (sägezahnförmi-
stulierte theoretisch, daß ein elektri- in F einzusetzen ist. [2] Wesentliche des T. besteht in dem ger Spannungsverlauf) verwendet
scher Strom, der in einem homoge- Thomson-Wärme, 5. Thomson-Ef- Steuergitter, mit dessen Spannungdie werden. Die grundsätzliche Schaltung
fekt. Zündspannung variiert, d. h. gesteuert dazu zeigt die Abb. Der Kondensator
nen Leiter ein Temperaturgefälle Thomsonscher Wirbelsatz, s. Wirbel- werden kann. Damit kann das T.die © wird von einer Gleichspannungs-
durchläuft, Wärme produziert oder Funktion eines Relais ohne mccha- quelle (Batterie) B aus über einen
vernichtet, Dieser später von ihm ex- sätze.
Thoride, s. Aktinide. nisch bewegte Teile, ohne Trägheit veränderlichen Widerstand R aufge-
perimentell gesicherte Effektheißt T. 'Thorium, das drittschwerste der na- und mit praktisch unbegrenzter laden bis zur Zündspannung U; der
E. Die je cm Leiterlänge je s entwik- türlichen chem. Elemente. Ordnungs- Schalthäufigkeit übernehmen. In die- durch eine negative Gitterspannung
kelte Thomson-Wärme Wrn ist der zahl 90; Atomgewicht 232,12; chem. sem Sinne findet das T. auch eine sehr U, gesperrten Gasentladungsröhre G.
Stromstärke I und dem Temperatur- Symbol Th. breite Verwendung z.B. in Motor- Ist die Zündspannung erreicht, dann
gefälle d7/dI längs des Leiters pro- Das natürliche T. besteht fast völlig steuerungsanlagen, Schweißzeitbe- fällt die Kondensatorspannung mo-
Portional. Esgilt aus dem Isotop der Massenzahl 232, grenzern, Rechenmaschinen usw. mentan auf die Löschspannung ab
Win = x IdT/dl. welches radioaktiv ist mit einer Halb- Beim Betrieb mit Wechselspannung undsteigt anschließend wieder in ei-
Wertszeit von 13,9 Milliarden Jahren kann mit Hilfe des T. auch eine stu- mer durch die Größe von R gegebe-
x heißt Thomson-Koeffizient. Er ist
positiv, wenn ein in Richtung fallen- (elso noch langiebiger als Uran) und fenlose Regelung der mittleren Lei- nen Zeit auf die Zündspannung an.
der Temperatur fließender Strom &-Strahlen von 4,4 MeV Energie aus- stungerfolgen, denn in der Phase’der Die Frequenz der Kippschwingungen
Wärme erzeugt, andernfalls negativ. sendet. Es ist die Ausgangssubstanz negativen Polung löscht das T. und ist eine Funktion von R, C,der Bat-
Das erstere gilt für Kupfer, Cad- der Thoriumzerfallsreihe, geht zu- mit Hilfe der negativen Gitterspan- teriespannung U und der Zündkenn-
mium, Silber, Gold, Wolfram, das nächst in Mesothorium 1 über, nung kann der Zündeinsatzpunkt linie der Röhre.
letztere für Platin, Eisen, Zink, Nik- schließlich nach sechsmaligem «-Zer- kontinuierlich verschoben werden. Das _T. wird auch als Steuerelement
kel, Konstantan; für Blei ist x ver- fall und viermaligem B-Zerfall in das Diese Art der Leistungssteuerung zur Zündung von *Ignitrons verwen-
schwindend klein. Bei 15 °C ist der Bleiisotop der Massenzahl 208. nennt man auch *Anschnittsteuerung. et.
Thomson-Koeffizient für Cu xcu = ‚Außerdem hat das T. noch fünf wei- Um die Löschphase auch noch aus“ Zum Unterschied gegenüber dem T.
1,2wV/grd, für Konstanten = 25,6 tere, in den natürlichen radioaktiven zunutzen, schaltet man meist zwei T. s. a. das Ignitron, das Senditron, die
uV/grd. Möglich, aber noch unge- Zerfallsreihen vorkommende Isotope in *Antiparallelschaltung. Letztere Relaisröhre und die Excitronröhre.
klärt, ist die Existenz eines inversen mit Massenzahlen zwischen 227 und hat außerdem den Vorteil, daß in der Das dem T. entsprechende Halblei-
T.-E. Danach müßte in einem homo- 234 und eine ganze Anzahl künstlich nachher erscheinenden Wechselspan- terbauelement ist der Thyristor (s.
genen Leiter ein sich änderndes Tem- radioaktiver Isotope. nung keine Gleichspannungskompo- Transistor, Absatz d).
peraturgefälle einen Thermostrom Der Kern des natürlichen T.-Isotops nente auftritt wie bei der Verwendung Lit. Davis, W. L., und H. R. Weed:
hervorrufen. [2] 232 läßt sich fast ebensoleicht wie der von nur einem T. Grundlagen der industriellen Elektronik.
Thomsonsche Gleichung für die Tem- Urankern 238 durch rasche Neutro- MitHilfe der Anschnittsteuerunglas- Stuttgart 1955. [19]
peraturänderung bei reversibler adia- nen spalten (. Kernspaltung). Da sen sich auch Leuchtstoffröhren in 'Thyristor, Vierschichtentransistor für
Schaltzwecke, s. Transistor, Absatz
batischer Volumenänderung. Sie lau- außerdem das Th 232 leicht ein Neu- ihrer Helligkeit regeln. Eine leistungs-
tet tron anlagert und Th 233 bildet, das lose Regelung etwa durch einen d. [19]
128 129
Tiedesche Regel Tiefung
Tiedesche Regel. Bei der Beurteilung der Gesellschaft zur Beförderung der ge- 1908: Verflüssigung von Helium durch Lit. Henning, F.: Vontiefen und hohen
der Frage, welches Kristall-Grund- samten Naturwissenschaften zu Marburg. Kamerlingh Onnes in Leyden bei Temperaturen, Leipzig 1953. — Jänecke,
material und welcher Aktivator zu Bd. 61 (1929). 117] 4 °K. Durch Verdampfung von flüs- E.: Chem. Körper bei extremen Tempe-
einer Substanz geeigneter *Phosphor- Tiefendosis. Jeweilige Strahlenmenge sigem Helium bei hohem Vakuum er- raturen und Drucken. Weinheim 1950. -
eszenzführt, spielt die T. R. als heu- in einer gewissen Tiefe eines von reichte später W. H. Keesom0,71 °K. Plank, R.: Hdb. d. Kältetechnik. Bd. 8
ristisches Prinzip eine gewisse Rolle. energiereichen Strahlen getroffenen 1926: P. Debye und unabhängig da-
(Hausen, H.) (1957). - Nature 178 (1956),
Die T. R. besagt: »Der Durchmesser Körpers. Die T. ist abhängig von von W.F. Giauquebenutzen den ma-
8. 450. — Angerer, E. v., und H. Ebert:
Techn. Kunstgriffe bei phys. Untersu-
(der »kleinste Atomabstand«) des ein- Spannung und Filter bzw. Halbwert- gnetokalorischen Effekt. Gewisse pa- (chungen. Braunschweig 1966. Grass-
zubauenden Metallatoms muß kleiner schicht, Fokus-Objekt-Abstand und ramagnetische Salze (Kalium-Chrom. mann, P.: Tieftemperaturtechnik. Kälte-
sein als der Durchmesser des metalli- Feldgröße. Als prozentuale T. wird Alaun u. a.) werden bei etwa 1 °K in technik 10 (1958), S. 301-306. — Kreutzer,
schen Elements des Grundmaterials.« die relative T. bezeichnet, die in 10 ein starkes magnetisches Feld ge- Die Erzeugung von Temperaturen
Die T. R. gilt für die echte Phos- cm Tiefe im Zentralstrahl gemessen bracht. Die Elementarmagnete stellen
Bereich des absoluten Nullpunkts.
phoreszenz von langer Dauer undist wird. Sie wird in % der Oberflächen- sich dabei in gleiche Richtungein. Die
VDI-Z. 103 (1961)3, S. 89-97. - Mendels-
sohn, K.: Low-Temperature Research
in Übereinstimmung mit dem Tatbe- dosis angegeben. Bei einer Bestrah- Wärme wird abgeführt. Dann wird and Engineering. Chem. Process. Engi-
stand, daß es für Erdalkalien, deren lung von Personen mit weichen Strah- unter adiabatischer Abschirmung das neering 41 (1960) 6, S. 233-239. — Gorter,
Atome (und Ionen) größere Radien len benutzt man die prozentuale Magnetfeld aufgehoben. Die Elemen- C. J.: Progress in Low Temperature
haben als Zink, mehr *Aktivatoren Haut-T. Man versteht darunter die tarmagnete verlieren ihre Ordnung, Physics, Amsterdam 1961. - Mendels-
gibt. relative T. im Zentralstrahl in 0,5 cm wobei die Temperatur sinkt.
sohn, K.: Cryophysics. New York 1960. -
Hdb. der Physik. Hrsg. v. S. Fli 2
Lit. Bandow, F.; Lumineszenz. Stutt- Tiefe. [28] 1933: Giauque erreicht aufdiese Wei- Bd. XIV. Kältephysik 1. Berlin-G
Tiefenschärfe, s. Schärfentiefe.
‚gart 1950. [19]
Tiefenauflösungsvermögen. Die von Tiefenstufe, geothermische nennt man se mit Gadoliniumsulfat 0,35 °K, de gen-Heidelberg 1956. - Ebert, H.
ki. Taschenbuch, Braunschweig 1967. hysi
einem Objektpunkt in der Bildebene die Anzahl von Metern,die nach der Haasin Leyden mit Kalium-Chrom-
erzeugte Intensitätsverteilung ist drei- Tiefe des Erdbodens für die Tempe- ‚Alaun0,0044 °K. Tieftemperaturzerlegung von Gasge-
dimensional. Gewöhnlich wird aber raturzunahme von 1grd erforderlich 1939: Ashmead kommt mit Kupfer- mischenist die Trennung von Gasge-
‚nurein Schnitt durch dieses räumliche sind, Im Mittel beträgt sie 35 m (. a. Ammoniumsulfat und einem Feld ‚mischen mittels *Rektifikationbei tie-
Gebilde quer zur optischen Achse be- Erdinneres). [30] von 50000 Gauß auf 0,0015 bis 0,003 fen Temperature: Gasverflüssi-
trachtet, der die zweidimensionale Tiefentherapie, 5. Bestrahlungsver- zuns, Kältetechnik, Kältemaschinen.
Beugungsfigur ergibt (Beugungs- fahren. 1956: Kürti, Robinson, Simon und
scheibchen). Die Tiefenausdehnung Tiefenvergrößerung nennt man bei Spohr erreichen mittels »Kernkü Tiefung ist das Gütemaß füreinen im
des Beugungskörpers begrenzt die der optischen Abbildung das Verhält- lung« (adiabatische Entmagnetisie- Tiefziehversuch verformten Werk-
Auflösung auch in die Tiefe. Dem- nis konjugierter Achsenabschnitte. Es rung der Atomkerne)1,5: 10° °K. stoff; sie wird in Millimetern gemes-
entsprechend definiert man nach Be- ist bei endlichen Strecken (xı’ = x’) Bei diesen extrem tiefen Temperatu- sen. Für den Tiefziehversuch werden
rek als Tiefenauflösungsgrenze, im @&— x.) und gehtfür unendlich klei- ren geht die spezifische Wärmekapa- meistens die von Erichsen entwickel-
Gegensatz zu der lateralen Auflö- ne, konjugierte Achsenstücke in Ding- zität, der Ausdehnungskoeffizient und ten Geräte verwendet, wobei ein be-
sungsgrenze, denjenigen Abstand in und Bildraum über in « = dx’/dx. die Eintropie gegen Null (Nernstscher wegter Stempel in die Blechprobe bis
axialer Richtung Az, um den zwei Ob- Mit der *Lateralvergrößerung ß = Wärmesatz, s, a. Hauptsätze der zum Anriß eingedrückt wird, Aus der
jektpunkte mindestens entfernt sein dy'/dy und der Winkelvergrößerung Thermodynamik). Oberflächenbeschaffenheit sowie aus
müssen, um im Mikroskop getrennt - Die Supraleitfähigkeit ist ein außer- dem Bruchbild kann man Aussagen
natürlich nacheinander, d. h. nach je- y- tanw’ _dy’ dy ordentlich interessantes Gebiet. der über Korngröße, Zeilenstruktur und
desmaligem Scharfstellen auf die zu- tan w Physik geworden (s. Supraleitung). *Walztextur machen.
gehörige Objektebene - wahrgenom- steht die T. in dem Zusammenhang Neuerdings hat man mit der Helium- Die T. kann grundsätzlich in gewisser
men werden zu können. Die Tiefen- &y=ß. Bei teleskopischen Abbil- I-Modifikation (Umwandlungspunkt Beziehung mit der *Dehnung vergli-
auflösungsgrenze beträgt nach Berek dungen mit der Fernrohrvergröße- 2,19 °K bei Normdruck) neuartige chen werden,dennsie stellt ebenfalls
and rung 7 ist die T. 1/7. Die durch Erscheinungen gefunden. Das Helium einen mechanischen Zerreißvorgang
Az=K:- wre ein Fernrohr betrachteten räumlichen wird »supraflüssige, cs kriecht von dar, bei dem jedoch *Zugspannungen
Hierbei bedeutet n den Brechungs- Gegenständeerscheinen in ihrer, Tie- selbst über den Rand des Gefäßes. in zwei Hauptrichtungen wirken. Es
quotienten des Einbettungsmediums, fenerstreckung im Verhältnis 7? zu- Die Zähigkeit ist verschwindend klein, mußjedoch beachtet werden, daß un-
ko die Lichtwellenlänge, Ao die nu- sammengerückt. Dies ist der Grund die Wärmeleitfähigkeit schr groß,viel ter gleich zusammengesetzten Blechen
merische Apertur und K einen phy- für den »Kulisseneffekt« beim Schen größerals die von Kupfer. ein Blech mit der größten Dehnung
siologischen Faktor von der Größen- durch ein Fernrohr. [18] Die Frage der Werkstoffe spielt bei nicht auch immer die größte T. auf-
ordnung 1. Bei nahe bei 1 liegender Tiefpaß heißt ein *Vierpol, der nur der T. eine große Rolle. Von den weist.
Apertur unterscheiden sich Tiefenauf- tiefe Frequenzen durchläßt, hohe hin- Kupferlegierungen habensich P- und In der Literatur wird häufig darauf
lösungsgrenze und laterale Auflö- gegen sperrt. Näheres s. Kettenleiter. Be-Bronzen am besten bewährt, da hingewiesen, daß ein Vergleich der T.
sungsgrenze nicht allzu sehr. Bei klei- 10] sie nicht merklich spröde werden. Die mit der Tiefzichfähigkeit jedoch nicht
ner Apertur ist aber die laterale Auf- Tieftemperaturphysik. Die fortschrei- Wärmeleitfähigkeit ist noch ausrei- möglich ist, da beim Tiefziehen Zug-
lösungsgrenze viel kleiner als die Tie- tenden Erfolge in der Erzeugung tie- chend bis zu Temperaturen von 0,01 und Druckspannungen wirken.
fenauflösungsgrenze. fer Temperaturen sind durch folgen- °K.Sie ist dabei nur wenig kleiner als Lır. Hd. d. Experimentalphysik. Bd. 5.
Lit. Berek, M.: Entwicklung und gegen- de Daten gekennzeichnet: die von Neusilber bei 20 °C. Sachs, G.: Plast. Verformung, und Goe-
wärtiger Stand der Lehre von der Ab- 1895; Erste Vorführung der Luftver- S. a. Kältetechnik, Kältemaschinen rens, P., und R. Mailänder: Die techn.
Verfahren zur Untersuchung der Metalle
bildung im Mikroskop; Sitzungsberichte Aüssigung durch Linde. und Gasverflüssigung. und Legierungen. Leipzig 19%. - Hdb.
130 131
Tierkreis Toleranz
d. Werkstoffprüfung. Hrsg. v. E. Siebel. tren ohne Strahlungsemission zu fül- Gesetz kann die Reihe nicht betrach- fen hängt von der Monochromasie
2. Bd. Die Prüfung der metall. Werk- len.
stoffe. 2. Aufl. Berlin 1955. - Doerge, F.:
tet werden, wohl aber als Hinweis, und der Parallelität des Lichtes, vor
Bei der Ausleuchtung werden durch daß in der Anordnungder Planeten- allem aber von der Zahl der Reflexio-
Metalikunde 25, 165 und 210 (1933). [15]
Tierkreis (oder Zodiakus) ist eine Zu- die Ultrarotstrahlung ebenfalls die bahneneine Art Ordnungsprinzip be- nen, d.h. also der interferierenden
sammenfassung derzwölf entlang der »traps« entleert, die Quantenenergie steht. F. v. Weizsäcker zieht die T. Wellenzüge ab. Unverspiegelte Flä-
*Ekliptik gelegenen Sternbilder. S. a. ist jedoch zur Füllung der Aktivator- R. in seiner kosmogonischen Theorie hen (Zweistrahlinterferenzen) ergä-
grundzustände nicht ausreichend. als halbgesetzliches Bestimmungs- ben Fizeau-Streifen von verwasche-
Tierkreiszeichen.[5] Diese Füllung geschieht vielmehr stück heran.[5] nem Intensitätsverlauf. Die Anwen-
Tierkreislicht, s. Zodiakallicht. durch die Elektronen aus dem Lei- IME, Kurzzeichen für tausendstel dung der Verspiegelung und die sich
Tierkreiszeichen, 30° langer Ab- tungsband, die aus den »traps« stam- Masseneinheit, *ME.[13] aus ihr ergebende Verschärfung der
schnitt auf der *Ekliptik. Die Eklip- men, und zwar in einem strahlenden in,Kurzzeichen für die Einheit ton. Interferenzstreifen ist der eigentliche
tik wurde schon in antiker Zeit in Übergang. Kunstgriff des Verfahrens undsichert
zwölf gleiche, je 30° lange Abschnitte Im allgemeinen sind die Erschei- Toeplersche Schlierenmethode, 5. ihm die hohe Genauigkeit. Ist nun die
eingeteilt, die jeweils mit dem Namen 'nungsformen der T.jedoch zu kom- Schlierenmethode. Oberfläche nicht genau eben, sondern
der Sternbilder versehen wurden, mit pliziert, um vollständig durch ein so Tolansky-Methode. Hochempfindli- besitzt sie Vertiefungen und Erhe-
deren Bereich sich der jeweilige Ab- einfaches Modell erfaßt zu werden. ches, interferometrisches Verfahren bungen, dann verbiegen sich die Fi-
schnitt deckte. Das erste Zeichen be- In der angelsächsischen Literatur zur Ausmessung der Höhenunter- zeauschen Streifen und geben durch
ginntbei 0° am *Frühlingspunkt und wird die T. mit »quenching«, die Aus- schiede in einem Oberflächenrelief. ihren Verlauf wie die Schichtlinien
reicht bis 30°. Es deckte sich voretwas leuchtung mit »stimulation« bezeich- Die T.-M. besteht in der geschickten einer Landkarte ein genaues, topo-
mehr als 2000 Jahren etwa mit dem net. Nutzbarmachungeines längst bekann- graphisches Bild der Oberfläche, das
Sternbild Widder. Heute noch hat das Lit.Garlick, G. F. Luminescent Ma- ten, interferometrischen Prinzips, das sich quantitativ auswerten läßt.
erste Zeichen den Namen Widder, terials. Oxford 1949. - Brauer, P.: Z. an der Abb.erläutert sei: Ist insbesondere eine ebene Oberflä-
während das zugehörige Sternbild Naturforsch. 2a, 238 (1947). [19]
aufgrund der *Präzession verschoben TIP, svw. Thermionic Power, s. Ener-
wurde. Man muß daher heute streng gie-Direktumwandlung. [50] M
zwischen Tierkreiszeichen (schemati- Titius-Bodesche Reihe, mathemati-
sche 30°-Stücke) und den sich nicht sche Reihe der Form
damit deckenden Tierkreissternbil- E=0,4+03-2",
dern gleichen Namensunterscheiden. durch die sich die mittleren Sonnen-
5 abstände der Planeten in Einheiten
TIK, svw. thermionischer Konverter, der Distanz Sonne-Erde innerhalb
s. Energie-Direktumwandlung. [50] gewisser Toleranzen darstellen las-
Tilgung. Unter T. versteht man die sen. Der Exponent r nimmt dabei
Erscheinung, daß Licht des roten bzw. die Werte — =, 0, 1, 2, 3, ... usw.
ultraroten Spektralbereichs in der La- an. Die Tabelle gibt einen Vergleich
ge ist, den Erregungszustand eines der errechneten mit den wahren Wer- Q P
Phosphors zu beseitigen, ohne daß es ten.
dabei zur Emission des Phosphores- 0
zenzlichtes kommt.Die T.steht damit Planet n Errechneter Genauer Die Lichtquelle O wird mit Hilfe der che von einem Graben durchzogen,
im Gegensatz zum »Ausleuchten« ei- Abstand Linse L; auf die Irisblende B abge- dann erfahren die Interferenzlinien an
nes Phosphors, wobeidie gespeicherte Merkur -© 04 0,9 bildet. Die Linse Lz beleuchtet über der Grabenkante und im Graben-
*Lichtsumme sofort vollständig frei- Venus 0 v 02 den unter 45° aufgestellten Teiler- grundeine scharf ausgeprägte Verset-
gesetzt wird. Erde 1 10 1,00 spiegel das Objekt O, dessen Ober- zung,die man nur in Bruchteilen der
In der spektralen T.-Verteilung fin- Mars 2 16 12 fläche untersucht werdensoll. Da die- Streifenbreite auszuwerten braucht,
den sich u. U. ausgeprägte Selektivi- Ce) 3 28 271 ses hochreflektierend versilbert ist, um direkt die Grabentiefe zu erhal-
täten. Das Tilgungsspektrum ist Jupiter 4 52 520 wird das auffallende Licht in das dar- ten. Eine Versetzung um eine ganze
grundsätzlich von dem der Auslö- Satum 5 10 9,55 über liegende Objektiv eines Mikro-
schungverschieden, jedoch ist das der Uranus 6 196 2 Streifenbreite bedeutet wegen des
T. i. allg. kurzwelliger. Neptun 7 388 3, skops M reflektiert, welches auf die Hin- und Rückganges des am Objekt
Nach einem Vorschlag von Brauer Pluto 8 12 3,58 Ebene O scharf eingestellt ist. Über reflektierten Strahls eine Grabentiefe
läßt sich der Vorgangder T. folgen- Es zeigt sich, daß die Reihe zwar bei dem Objekt befindet sich im Abstand 'von A/d. Unter besonders günstigen
dermaßen deuten: Die Ultrarotstrah- den inneren Planeten bemerkenswert
sind
weniger Wellenlängen eine einseitig
versilberte, sehr ebene Glasplatte P,
Umständen ist es möglich, Höhenun-
terschiede von 0,5 bis 1,0 nm auszu-
lung entleert erstens die in den gute Werte liefert; bis *Uranus
»traps« (s. Halbleiter) gespeicherten die Toleranzen nur gering, für *Nep- die Referenzplatte, die i. allg. mit der messen.
Elektronen, ist aber zweitens in der tun und *Pluto treten jedochei,große
daß
Oberfläche O einen Luftkeil einschlie-
ßen wird. An diesem Keil entstehen
Lit. Tolansky, S.: Multiple-Beam In-
Lage, Elektronen aus dem gefüllten Abweichungen auf. Erwähntsund Ver- durch wiederholte Reflexion und In-
terferometry of_Surfaces and Films.
(Valenz-)Band des Kristalls in den bei Fortlassung des Neptun n = 7 für terferenz Fizeausche Streifen gleicher
Oxford 1948. — Dühmke, M.: Metall 7,
Grundzustand der *Aktivatoren wendung des Exponenten 1000 (1953). [17]
(Hauptaktivatoren und Hilfsaktiva- Pluto ein für diesen durchausals gut. Dicke, die parallel zur Keilkante lau- Toleranz, insbesondere in der Ferti-
toren) zu heben und damit diese Zen- zu bezeichnender Wert auftritt. Als fen. Die Schärfe der Interferenzstrei- gungstechnik für die gerade noch zu-
132 133
Toleranzdosis
Tonleiter
lässigen Maßabweichungen bei Pas- spektrum nur eine Frequenz vorhan- mein im Gebrauch ist das Lichtton- In USA ist für t.-f, die Bezeichnung
sungen und Lehren benutzter Aus- den. Der T. ist damit das Grundele- verfahren, bei welchem zunächst long-ton-weight üblich. [13]
druck, der weitgehend dem Begriff menteines Klanges oder Geräusches. durch ein *Mikrophon die Schallwel- Tonfrequenz nennt man in der Aku-
*Fehlergrenzen entspricht. [132] Dadie Bezeichnung T. ig auch len in Stromschwankungen verwan- stik solche Frequenzen,zu deren Auf-
Toleranzdosis, s. Dosis. für Klang gebraucht wird (Geigenton, delt werden. Die letzteren müssen
'Tolmanscher "Versuch, s. Leitfähig- Klavierton usw.), spricht man zum verstärkt und nach der Intensitäts- nahme das menschliche Ohr befähigt
keit. Unterschied von Klang auch vom rei- Methodeoder nach der Amplituden- von ist, also etwa den Frequenzbereich
Tomograph, s. Körperschichtaufnah- ‚nen oder einfachen T. Die charakte- Methode in Lichtschwankungen um- 20 Hz bis 16000 Hz mit einem
men. ristischen Merkmale eines T. sind gesetzt werden. Bei der ersteren wird Optimum bei etwa 1000 Hz. Da zu
'Tomonaga, Sin-Itiro. Jap. Physiker. Tonhöhe und Tonstärke. Die erstere mit Hilfe einer *Kerr-Zelle Licht, das iufig elektrische Apparate angewen-
Geb. 1906 in Kyoto (Japan). Studierte besitzt ihr physikalisches Maß in der bei der Aufnahme durch einen engen det werden,in denen dann Wechsel-
1937 in Leipzig bei Heisenberg. 1941 Frequenz der zugehörigen Schall- Spalt auf einen schmalen, neben den
Professor an der Universität für Er- schwingung, die letztere in der Am-
plitude. Strenggenommen gibt es kei- Bildfeldern herlaufenden Streifen strömeentsprechender Frequenz auf-
ziehung,zuletzt Direktor desInstituts
für Optik an der Universität Tokio. nen abklingenden T., da eine ge- fällt, moduliert (Karolus). Auf dem treten,
als
bezeichnet man solche Ströme
tonfrequente Wechselströme. Die
Erhielt 1965 den Nobelpreis, zusam- dämpfte Schwingung nicht durch eine entwickelten T. erscheint neben den Grenzen des Frequenzbereichs, des-
men mit R.P. Feynman und J. einzige Periode ausgezeichnet ist. Bei Bildern ein schmalcs Band mit senk- sen unverzerrte Wiedergabe für eine
recht zur Laufrichtung des
Schwinger,für grundlegende Beiträge nicht zu starker Dämpfung ist jedoch iegenden Streifen verschieden starker einwandfreie Sprachübertragung er-
zur Quantenelektrodynamik. [43]
ton, 1. eine in Großbritannien beste-
die Empfindung noch rein
Obertöne), so daß in diesem Falle
(ohne Schwärzung (Intensitäts- oder Spros- forderlich ist, liegen bei etwa 100 Hz
und 4000 Hz. Da die Benennung der
sen-Schrift). Frequenzbereiche in der Elektrotech-
'hende Gewichts- und Masseneinheit; auch noch von einem T. im erweiter-
Definition: ten Sinne gesprochen werden kann. Bei der Amplituden-Methode fließt nik vielfach nach Anwendungsgebie-
1 ton = 2240 pounds. Die Bezeichnung T.ist noch in ande- der verstärkte Mikrophonstrom durch ten unterteilt wird und der in den
rer Hinsicht zweideutig, Sie wird auch die Schleife eines Oszillographen, Energieverteilungsnetzen gebräuchli-
Umrechnung:
1 ton = 1016,0470 kg. für den eine Tonempfindung auslö- dessen Spiegel das Licht senkrecht zur chen Niederfrequenz (zwischen „40
senden *Schall gebraucht (Tonquelle, Laufrichtung des Films ablenkt, so und 60 Hz) ein großes Gewicht zu-
2. In USA bestehende Gewichts- und T. eines Musikinstrumentes usw.). daß ein geschwärzterStreifen wech- kommt, betrachten manche Autoren
Masseneinheiten.short, ton, Kurzzei- S. a. Tonleiter und Tabelle im Anhang selnder Breite entsteht (Amplituden- die Frequenz 100 Hz als untere Gren-
hen shtn; long ton, Kurzzeichen (Bd. 10). oder Zacken-Schrift). Bei der To ze des Gebietes der tonfrequenten
tn. Lrr._ Trendelenburg, F.: Akusti Ber- wiedergabe wird der Tonstreifen wie- Wechselströme. [26]
Definition: lin-Göttingen-Heidelberg 1961. [12] der durch Licht aus einem schmalen Tonhöhe, s. Ton.
1 short ton = 907,18486 kg; Tonart, eine bestimmte Auswahl von Spalt abgetastet, das Wechsellicht
1 long ton = 2240 pounds. Tönen, welche durch die Lage von durch eine *Photozelle in Wechsel- Tonintervall, s. Tonleiter und Inter-
Umrechnungen: Ganz- und Halbtonschritten inner- strom und mit Hilfe eines *Lautspre- vll.
1 short ton = 907,18486 kg; halb der *Oktave charakterisiert ist. chers wiederin Schall umgewandelt. Tonleiter, bestimmte Auswahl von
1 long ton = 1016,0470 kg. Die neuere Musik unterscheidet zwi- Lrr. Lichte, H., und A. Narath: Physik Tönen innerhalb einer *Oktave, nach
3. Register ton, eine in Großbritan-
schen den Dur-T. mit der großen und Technik des Tonfilms. Leipzig 1941. steigender oder fallender Tonhöhe
-, Trendelenburg, F.: Akustik. Berlin- geordnet. Die *Intervalle zwischen
nien und in den USA bestehende Terz, Sexte und Septime und den
Moll-T. mit der kleinen Terz, Sexte
Göttingen-Heidelberg 1961. [12]
den einzelnen Tönen (Tonintervalle,
Raumeinheit. und Septime. Die Bezeichnungder T. ton-force, Kurzzeichen Ton, eine in Tonstufen) werden durch das Ver-
Definition: enthält außer der Angabe des Tonge- Großbritannien übliche Krafteinheit. hältnis der den Tönen entsprechen-
1 registerton = 100 cubic feet. schlechts (Dur, Moll) noch die Lage Die Einheit t.-f. ergibt sich aus der den Schwingungszahlen gemessen.
Umrechnungbri des Grundtones innerhalb der chro- Gleichung Von besonderer Bedeutung sind die
1 registerton = 2,831 6773 m?; matischen, aus Halbtönen aufgebau- Intervalle, welche durch einfache
Kraft = Masse X Beschleunigung. Zahlenverhältnisse
USA: ten *Tonleiter. Es gibt je 12 (mit (mit kleinen gan-
1 register ton = 2,831 7016 m?. Kreuztonarten je 15) Dur- und Moll- Definition: ein zen Zahlen im Zähler und Nenner)
ist die Kraft, die dargestellt
T., welche sich auf den Tönen dieser
4. Shipping ton,eine in den USA be- Tonleitern unter dem Einfluß der Normfallb: werden können. Tabelle 1
aufbauen (s. Tonleiter,
stehende Raumeinheit. 1 shipping ton Tabellen 6 und7). schleunigung gn auf die Masse ein das sie die Benennung dieser Intervalle,
= 1,13268. m?. [13] [12] ton wirkt. charakterisierende Verhältnis
Ton, Kurzzeichen für die Einheit Tonfarbe, svw. *Klangfarbe. [12] der Schwingungszahlen und das
1ton-force = I gu ton. Schwingungszahlenverhältnis zweier
(long) ton-force. [13] Tonfilm, kinotechnisches Verfahren, Als Teile der Einheit t.-f. sind die aufeinanderfolgenderIntervalle unter
Ton, einfachste Gehörempfindung, bei welchem neben dem Bild auch der
welche durch eine sinusförmige Ton aufgenommen und wiedergege- Einheiten pound-force, Kurzzeichen sich Dur-T.,
für den Fall der diatonischen
Tabelle 2 dasselbe für die
Schwingung im Hörbereich (s. Hö- ben wird. Der Ton kann mit Hilfe Lb, und grain-force, Kurzzeichen Gr, diatonische Moll-T.
ren), d.h. durch eine Druckschwan- der Schallplatte (Nadeltonverfahren), üblich:
kung der Form p = po,sin 221/749) photographisch auf dem Filmband Die Sekunde, die kleine Sexte, die
ausgelöst wird (s. Schwingungen). Im (Lichttonverfahren) oder magnetisch 1 Ton = 2240 Lb; 1 Lb = 7000 Gr. große unddie kleine Septime bilden
Tonspektrum ist daher im Gegensatz (Magnetophonverfahren, s. Magneto- Umrechnung: mit dem Grundton *Dissonanzen.
zum *Klang- oder zum Geräusch- phon) aufgenommen werden. Allge- Alle anderen Intervalle sind *Konso-
1 Ton = 1016,0468 kp = 964,015 N.. nanzen.
134 135
Tonleiter Tonleiter
Tabelle 1: Diatonische Dur-Tonleiter Die dritte Spalte dieser Tabelle ent- Tabelle 6: Chromatische Tonleiter
hält die Frequenz der durch den
Intervall *Kammerton festgelegten Stimmung. musikalische Are zwischen Intervallaut.
Bezeichnung
Intervall zwischen In der vierten Spalte ist die sog. phy- zeichnung Gum einanderfolgen-
zum aufeinander-
Grundton folgenden Bezeichnung Grundton folgenden sikalische Stimmung angegeben, in Grundton "gen Tönen
Tönen welcher der Grundton jeder Oktave
durch eine Potenz von 2 festgelegtist.
Die mit dem Ton c beginnendeT.ist

LEBSHSEOLRER.
Ferengrenngeo
Prim (Grundton) Prim (Grundion) 1:
Sekunde Er die C-Dur-Tonleiter. Zur Unterschei-
Sekunde Kleine Terz 6
Große Terz Quarie 4 dung der höheren und tieferen C-

Se
Dur-Tonleitern dienen die in Tabelle

Ken
Quarte Quinte 3
of e
Große Septime
Kleine
Oktave
,2:1: ’
5 angegebenen Bezeichnungen. In der
ersten Spalte steht die Benennung der
Oktavlage.
Oktave 15
Tabelle 3: Intervalle der älteren Tabelle5: 2
Die pythagoreische T. (Tabelle 3)
Pythagoreischen Tonleiter
h 3
:15
entsteht dadurch, daß man zunächst
vom Grundton aus einen Quinten- 2 3 3 Tabelle 7: Zweite chromatische Tonleiter
schritt nach unten und fünf Quinten- 53
33 „38 29
239 „38
schritte nach obengeht. Dies führt zu Oktavlage FH a8: 33 musikalische Intervall
Zuischen auf-
Iniorval
folgender Interyallreihe: 2:3, 1:1, x gs: g28 Bezeichnung ZUMeinanderfolgen-
3:3,9:4,27:881:16, 243: 32. Je- 3 GES 588
der Ton entsteht aus dem vorherge- © 1:1 en Toten
2
'henden durch Multiplikation mit 3:2.
Zur pythagoreischen T. gelangt man
SubkontraC ci 1635 16-2 des 2:3 12:3
‘vondieser Intervallreihe, indem man Konac ct 2m 2-2 a 8 16:15
den ersten Ton (2:3) durch seine Großsc ci Sl ar F s:3 3:2
obere Oktave (4:3) und die Töne KleinsC 0 130,81 1298-27 r 4:3 :2
9:4, 27:8, 81:16 und 243 : 32 durch Der innerhalb eines Oktayintervalls Ein- u Hr 25:24
Division mit 2 oder 4 durch die in das liegende Tonbereich läßt sich dadurch gestrichenes
: C ct 261,63 256 = 2 8
as 3:3 16:15
gleiche Intervall fallenden Oktaven ‚nach oben und unten erweitern, daß 8:5 16:2
ersetzt. In der pythagoreischen T. ‚man von derOktave als neuen Grund- Zus a 3:3 27:25
sind nur die Quinte und die Quarte
Konsonanzen. Sie ist daher im Ge-
ton in denselben Schritten nach oben
und vom Grundtonals neuer Oktave Boa
B He 128
16:15
gensatz zu den diatonischen T. für in den entsprechenden Schritten nach Die Intervalle bei den chromatischen
mehrstimmige Musik ungeeignet. Die unten geht. In gleicher Weise wie auf gestrichenesC c* 2093,02 2048 = 2u T. sind nicht gleich. Die einander ent-
diatonische Dur-T. (Tabelle 1) geht dem Dur-Dreiklang läßt sich auf dem Fünf- sprechenden Töne cis unddes, dis und
aus dem Dur-Dreiklang (1:1, 5:4, Moll-Dreiklang (1 : 1,6: 5,3 : 2) eine gestrichenesC © 4186,03 4096 = 21: es usw. decken sich
3: 2) dadurch hervor, daß nach unten diatonische T. aufbauen. Die Töne nicht ganz. Man
und oben je zwei weitere Töne hinzu- der diatonischen T. haben, um sie Die siebenstufige diatonischeT. reicht kann sie paarweise durch einen Z;
gefügt werden, die mit ihren Nach- leichter zu kennzeichnen, bestimmte infolge der ungleichen Stufen (Halb- schenton ersetzen (enharmonische
Buchstabenbezeichnungen. Der Ta- und Ganztöne) nicht für alle Zwecke Verwechslung) und außerdem die Swu-
bartönen wieder einen Dreiklang bil-
den, und daß dann diejenigen Töne, belle 1 entspricht z. B. die in der Ta- aus. Erhöht manbei den Ganztonin- fen zwischen zwei aufeinanderfolgen-
welche aus dem Oktaveninteryall her- belle 4 angegebene Buchstabenfolge. tervallen den tieferen Ton durch Mu) den Tönen dadurch gleich machen,
ausfallen, durch ihre in dieses Inter- iplizieren mit 25:24 um einen klei- daß man die Oktave in zwölf gleiche
vall fallenden Oktaven ersetzt wer-
Tabelle 4:
nen Halbton, dannergibt sich die aus Tonstufen einteilt. DiesgIntervalle er-
13 Tönen bestehende chromatischeT.. halten dann die Größe '/2 = 1,05946.
5,
den. Die Terz (81 : 64), Sexte (27 : 16) Eine T. dieser Art, wie sie für die
wie sie Tabelle 6 zeigt, in welcher
Musikalische
orenmaan Bezeichnung

und Septime (243 : 128) der pythago-


reischen T. unterscheiden sich von neben den musikalischen Bezeichnun- Stimmung von Instrumenten mit fe-
den entsprechenden Intervallen der gen die Intervalle zum Grundton und sten Tönen verwendetwird (Klavier,
diatonischen T. um das Intervall
80 : 81, das sog. syntonische Komma.
Das Intervall 16: 15 (Tabelle 1) be-
a die Intervalle zwischen aufeinander-
folgenden Tönen angegeben sind.
Die Ganztonschritte lassen sich
Orgel), heißt gleichmäßig temperiert
(Werckmeister, 1691). Bei ihr. ver-
schwindet der Unterschied zwischen
zeichnet manals großen Halbton. Der schließlich auch dadurch überbrük- großen und kleinen Ganztönen. Ein
kleine Halbton ist das Intervall 25 : 24, ken, daß man bei ihnen den oberen Ganzton besteht aus zwei Halbtönen.
welches mit dem Intervall 16 : 15 mul- Ton durch Diyidieren mit 25 24 um DasIntervall beträgt also
tipliziert den kleinen Ganzton 10:9 einen kleinen Halbton erniedrigt. Die- 1,05946° = 1,1246.
ergibt. Das Intervall 9:8 ist der \ ser Wegführt zu einer zweiten chro- Es liegt zwischen dem großen Ganz-
große Ganzton. matischen T., wie sie Tabelle 7 zeigt. ton (9: 8) und dem kleinen Ganzion
136 137
Tonmodulation Toroid
(10:9). Bei dieser T. sind außer der 'Tonverschmelzung. Nach Stumpf be- Esist
Oktave alle Intervalle etwas_ver- ruht das Wesen einer *Konsonanz 8 dz
stimmt. Dafür läßt sich eine T. auf nicht nur in der Abwesenheit von vo Zo-sinp in’
jedem Ton in gleicher Weise auf- Schwebungen bestimmter Frequenz
bauen. Die dritte Spalte in Tabelle 4 zwischen den Obertönen zweier Klän- worin 2 @- sing das Glied der *Co-
zeigt die Frequenzen in gleichmäßig ge, sondern auf einem echten psychi- riolis-Kraft und dz/dn die Neigung
temperierter internationaler Stim- schen Verschmelzungsprozeß. Versu- der Isobarenfläche bildet. Werden die
mung, bezogen auf den Kammerton che von Stumpf zeigen, daß von un- Isopotentialen im Abstand von 40
a’ mit einer Frequenz von 440 Hz. musikalischen Personen zwei Klänge geodyn. m (= 40,8 m) gezogen, so ist
Lt. Scheminzky, F.: Die Welt des im Oktavintervall in 75 von 100 Fäl- 8: dz = 400. m/s, Entnimmt man
Schalles. Salzburg 1943. — Bergmann- len als ein Klang aufgefaßt werden. weiterhin der T. den horizontalen
Schaefer: Lehrb. der Experimentalphy- Beim Quintenintervall sind es 40 bis Abstand der Isopotentialen dr im
Tonmodulation, Modulation einer 60%,
sik. Bd.1. Berlin 1945. [12] beim Quartenintervall 28 bis des sog. Topfes, verlaufen. Der Über- Maßstab km, so beträgt die Ge-
Trägerwelle (Hochfrequenzwelle) 36%. Die Verschmelzungstheorie stellt gangvon einem Hertzschen *Resona- schwindigkeit des _geostrophischen
cine Ergänzung der Helmholtzschen tor in Form eines Kreissektors zu ei Windes in 45° Breite (2@ - sinp =
durch eine Tonfrequenzwelle. Nähe- Konsonanztheorie dar. Sie versagt nem T.durch Vergrößerung des Zen- 104)
res s. Modulation.[12] auch nicht wie diese bei großen Ton- triwinkelsist in der Abb. veranschau- 4000 14000
Tonne, Kurzzeichent. intervallen. licht, die auch den Verlauf der elek- Yo= mis =, kmih.
1. Masseneinheit: Lır. Trendelenburg, F.: Klänge und rischen und magnetischen Feldlinien Karten der relativen T. gebenin Iso-
1 Tonne = 10? Kilogramm = Geräusche.Berlin 1935. [12]
Tonverwandtschaften, nahe Bezie- zeigt. Die Kapazität des T.ist im we- potentialen die Schichtdicken zwi-
= 10° Gramm. hungen von Tönen zueinander auf sentlichen durch die Stirnflächen des schen zwei Hauptisobarenflächen, al-
Die Bezeichnung Grund ihrer Zugehörigkeit zu einem unterbrochenen Mittelleiters be- so etwa 500/1000-mb-Flächen. Da
1 Megagramm = 1Mg = 1t Dreiklang (s. Akkord). Man unter- stimmt. Solange der T vollkommen diese Schichtdicken nur von der mitt-
scheidet Oktav-, Quint- und Terzver- geschlossenist, strahlt er nicht und leren virtuellen Temperatur des F}
betont den Charakter als Massenein- wandtschaft nach den gleichnamigen seine Dämpfung ist durch die Ver- chenabstandes abhängen, hebt die
heit, “Intervallen. [12] . luste in seinem Innern bestimmt, die Karte der relativen T. deutlich die
2. Da die Bezeichnung Kilogramm ton-weight, eine in den USA übliche durch Versilbern minimal gehalten Warm-
früher auch als Einheit für die Grö- Krafteinheit. Die Einheit t.-w. ergibt werden können. Die An- und Aus- die große vertikale Mächtigkeithervor,
und Kaltluftmassen
Benart Kraft benutzt wurde, galt das sich aus der Gleichung kopplung des T. erfolgt kapazitiv und deshalb wetterwirksam sind.haben
gleichefür die Bezeichnung Tonn oder induktiv durch kleine Öffnun- Lit. Raetjen, P.: Einf. d. Physik d.
1 Tonne = 10° Kilogramm. Kraft Masse X Beschleunigung. gen. Infolge der geringen Dämpfung Atmosphäre. Bd.2. Leipzig 1942.
Da jedoch als Krafteinheiten jetzt Definition: Ein 1.-w.ist die Kraft, die hat der Resonanzwiderstand sehr Baur, F.: Linkes Meteorolog. Taschen-
hohe Werte. Bei der Erzeugung von Bar Neue Ausgabe II. Leipzig 1953.
grundsätzlich die Bezeichnungen Ki- unter dem Einfluß der Normfallbe-
iopond und Pond verwendet werden, schleunigung gn auf die Masse cin ton dm-Wellen wird der T. als Schwing-
Topotropie, svw. *Moı hotropie. [8]
ist statt Tonne (für Kraft) die Be- wirkt. kreis benützt,
Lit. Meinke, H., und F. W. Grundlach: Tornado. Heftiger Wirbelsturm in
zeichnung 1 Megapond = 1 Mp emp- 1 ton-weight = 1 gun ton. Taschenbuch der Hochfrequenztechnik. Nordenirikn, a. „Wirbelstürme.
fohlen worden; s. Kilogramm und Im allgemeinen ist hier die Einheit Berlin-Göttingen-Heidelberg 1956.[2] 3]
Kilopond. . longton gemeint; in Zweifelsfällenist topisch (t. Achsen, t. Parameter) nennt Toroid, ein Ring mit kreisförmigem
Natürlich muß man in der Bezeich- dies zum Unterschied gegenüber der man bei einem Kristall die mit sei- Querschnitt, wird: als Kernform von
mung der in Betracht kommenden Einheit short ton zu kennzeichnen. nem *Achsenkreuz zusammenfallen- Ringtransformatoren und. Meßspulen
Größen auch die Unterscheidung von Als Teile der Einheit long ton-weight den drei Kanten eines Parallelepipe- angewendet. Eine Toroidspule mit
kg und kp berücksichtigen, z. B. bei sind die Einheiten pound-weight und des, die im Verhältnis ihrer Indizes ferromagnetischem Kern konstanten
grain-weight üblich: (*Rationalitätsgesetz) geschnitten sind Querschnittes hat keinen Entmagneti-
ragfähigkeit und auf sein Molekularvolumen be- sierungsfaktor und keine *Streuung.
10000 kg = 10t 1grain-weight m pound-weight zogen werden. [8] Solche Spulenformen werden daher
‚oder: Tragkraft 1 long ton-weight 2240 pound- Topographie, absolute und relative häufig bei Wechselstromuntersuchun-
= 10000 kp = 10 Mp; weights. von Hauptisobarenflächen. An Stelle gen an ferromagnetischen Materia-
dagegennicht: Tragkraft von Luftdruckkarten bestimmter lien sowie bei der Konstruktion von
= 10000 kg = 10t. Umrechnung: he ist es einfacher, T. bestimmter Pupin-Spulen und Drosseln (Ring-
68 kp =
113] 1 long ton-weight = 1011 9964,015 Hauptisobarenflächen zu_entwerfen, drossel) angewendet. Für den Bau
Tonne,russische, eine in der UdSSR
N.
welche die wechselnde Höhe (geody- von *Blektromagneten, z. B. des
gebräuchliche Masseneinheit. In Großbritannien ist für long ton- nam. m) bzw. das wechselnde Geo- Ringmagneten von Dubois und bei
Definition: weight die Bezeichnung ton-force, potential bestimmter Isobarenflächen Maßinstrumenten (Feldmagnet von
1 Tonne 6,2 berkowitz.
Kurzzeichen Ton,üblich. [13] darstellen. Diese absolute T., z. B. der Drehspulinstrumenten), erhält das T.
Tonzelle, s. Diaphragma. an 500-mb-Fläche, gibt im Verlauf ihrer einen Luftspalt (Schlitz). Die Streu-
Umrechnung: Topfkreis heißt ein Schwingkreis für Isolinien die Richtung, der Luftströ- ung eines geschlitzten T.-Magneten
1 Tonne = 1,0155t. [13] cm-Wellen, bei dem die elektrischen mung undgestattet weiterhin die Ab- beträgt 60 bis 80%. Man ist daher
Tonstärke, s. Ton. und magnetischen Wechselfelder im leitung der Geschwindigkeit va des vielfach zur Gewichtserspamis auf
Tonstufen, s. Tonleiter und Intervall. Inneren eines geschlossenen Raumes, geostrophischen Windes der Fläche. Innenmagnete übergegangen, seit es
138 139
Torr Torsion
Magnetbaustoffe gibt, welche hohe Drehmoment um die Wellenachse, ©, bedeutet das po- von
Entmagnetisierung ertragen. während am anderen Ende von der lare *Flächenträg-
Lit. ATM J 721-1 und 9. [26] zu übertragenden Leistung her ein heitsmoment des Melpmam
Torr, Kurzzeichen Tor, eine in den gleich großes Gegenmoment wirkt. Querschnittes; es ist 27 Tmas
mechanischen *Dreiersystemen Einzelkräfte irgendwelcher Art treten für die Kreisfläche
liche Druckeinheit mit der Definitioı 95 = x R'/2, also

»ia
1 der physikalischen M = tms uR?j2. eosx coAsin?
1 Torr = 379 Der Torsionswinkel des Stabes ergibt Es ergibt sich daraus für die kubisch-
*Normalatmosphäre sich nach (1) zu flächenzentrierten Kristalle (Ok-
1 gı=al o tacdergleitung) als Extremwerte des
= 760 atm. I Stablänge). Aus (4) ergibt sich: Moments
1 Torr = 0,1333224 » 10° N/m? =
91 =MIIG & © Banmzro,
= 1,333 224 » 10° bar =
(G *Torsionsmodul). Die Gleichung
= 1,333 224 - 10° ubar =
zeigt die Abhängigkeit vom Quer- was für g= A = 0°, d. h. [110] par-
schnitt. Sie gilt aber nurfür den krei allel zur Kristallachse, und für x=2=

le
= 13,595 10 kp/m? =
= 1,315 789 - 10° atm = förmigen Querschnitt. Für alle ande- =90°, d. h. [111] parallel zur Kristall-
= 1,359510 - 10° at =
ren Querschnitte werden die Bezie- achse,derFall ist, während si
= 0.99999986 mm Hg. hungensehr viel komplizierter.
Bei den *Einkristallen ist reine T. Bau =2. od 17 Rn
1
Der Name wurde zu Ehren desita-
lienischen Philosophen und Mathe- vorhanden, wenn an beiden Enden d.h. x=39°16° und A=90°, also
einer zu seiner Achse senkrechten [100] paraliel zur Kristallachse ergibt.
des Kristalls je ein Kräftepaar in
matikers Evangelista Torricelli (1608
bis 1647) gewählt. [13] Ebene wirkt. Hat man einen Kristall Danach müssen also die Kristalle, d
Torricellische Leere, s. Torricellischer mit kreisförmigem Querschnitt, so er- ren Längsrichtung mit einer Würfel-
Versuch. kante zusammenfällt, das höchste
gibt sich im elastischen Gebiet die Torsionsmoment
Torricellisches Theorem, s. Aussirö- Bei einem Stab mit kreisförmigem an der Streckgrenze
Querschnitt und festgehaltenerGrund- folgende Spannungsverteilung, wobei aufweisen. Die Versuche
men.
Torrieellisches Vakuum, s. Barome- fläche sicht man aus der Abb. an- im äußeren Koordinatensystem (s. gute Übereinstimmung ergeben eine
schaulich die eintretende *Verfor- Kristallorientierung) alle Spannungs- elastizitätstheoretischen mit diesen
ter.
mung. Dabei wird jeder Querschnitt komponenten verschwinden bis auf Überlegun-
Torricellischer Versuch (1643), der
des Stabes in sich um einen gewissen die tangentiale Schubspannungskom- gen.Die oben für einen Stab aus ei
Winkel 9 verschoben, der mit der x-
entscheidende Versuch, der zur Kon-
struktion des Quecksilberbarometers
‚ponente 77, , die den Wert vielkristallinen Werkstofl_abgeleite-
Koordinste proportional ist. Es wird
führte. Eine gerade, einseitig ver- 2 xm ten Beziehungen gelten jedoch nur
schlossene, etwa 80cm lange Glas- Iso: Tage m für das elastische Gebiet. Hat man
röhre wird völlig mit Quecksilber ge- y-max; w annimmt, wo ® das Torsionsmoment, plastische Verformungen, so muß mit
füllt, dann vorübergehend verschlos- & ist eine Konstante. x der Abstand des betrachteten Punk- einer Verschiebung der zugrundege-
sen, umgekehrt und mit dem unteren Die ursprünglich geraden Mantelli- tes von der Kristallachse und r der legten linearen Spannungsverteilung
Ende in eine Schale mit Quecksilber des Stabes gehen dabei in ge- Radius des Kristalls sind. gerechnet werden und in den Bezi
getaucht. Öffnet man nun den Ver- wöhnliche Schraubenlinien über. Am Umfang nimmt r seinen größten hungen zwischen Drehmoment, größ-
schluß, so sinkt die Quecksilbersäule
Bei Untersuchung des *Spannungs- Wert an, undes gilt dafür ten Randspannungen und Verdrehun-
nur so weit ab, bis ihr - wie wir heute
tensors zeigt sich, daß alle Tensor- 2 m gen treten Abweichungen auf.
sagen — der Luftdruck über der Scha-
komponenten, außer der *Schubspan- Toni tm. Bei den T.-Prüfungen wird das in
le das Gleichgewicht hält. Über der
nung 0.,, gleich Null sind. Für 0: der T.-Prüfmaschine hervorgerufene
Säule entsteht ein luftleerer Raum
ergibt sich: Nähere Intersuchungen ergeben, daß Drehmoment gemessen, das i. allg-
(Toricellische Leere«). On=Gar=t @ 7 für ein Gleitsystem sinusförmig am Anfang schr rasch ansteigt. Wer-
Bringt man einen flüchtigen Stoff in ängs des Umfangs ändert, da es die den so große T. vorgenommen, daß
diesen »Torricellischen Raum«ein, so oder ‚Summe zweier phasenverschobenersi- die *Elastizitätsgrenze überschritten
sinkt die Säule weiter ab um einen Te r:Tmr/R ® nusförmiger Funktionen vom Azimut wird, so treten zunächst bleibende
Betrag, der gleich dem Dampfdruck @ ist. Die verschiedensten Messungen Verformungen in der Randzone auf.
des Stoffes ist. Man kann also auf (mit Tmax = G & R), wobei R der Ra- haben gezeigt, daß @ in einem be- Diese sind im Moment-Torsionsdia-
dr Weise Dampfdrücke bestimmen. dius ist. stimmten Punkt i. allg. für verschie- gramm weniger zu erkennen als z. B.
Für das Momentderdie T. bewirken- dene Gleitsysteme verschiedene Wer- im *Spannungs-Dehnungsdiagramm
Torsion. Verdreht man einen Stab den Kräfte ergibt sich te besitzt; das Gleitsystem mit dem beim *Zug- oder *Druckversuch.
von kreisförmigem Querschnitt um M=Srı-dA. größten 7-Werttritt in Tätigkeit. Die Man beobachtet in dem auf den
seine Achse, hat man den einfach- Dafür kann man nach (3) auch schrei- Torsionsstreckgrenze ist also orien- Fließbereich folgenden Abschnitt ei-
sten und zugleich wichtigsten Fall der ben tierungsabhängig; dies zeigen auch nen langsam fortschreitenden Anstieg
T. Jede Maschinenwelle wird auf T.
Tax Ems die Messungen. Für das Torsionsmo- des Drehmomentes. Auch beim T.-
beansprucht. Es erzeugt nämlich aı m-z|r-da= 9%.) ment der orientierungsunabhängigen Versuch lassen sich Dehngrenzen an-
einen Ende der Welle der Antrieb ein *Streckgrenze ergibt sich ein Wert geben.
140 141
Torsionsgalvanometer Totalreflexion
Beim T.-Versuch sind die Ebenen wobei y die durch die Schubspannung rikanischen Stationen. Die üblichen Zylinderfläche hindurchtritt — da er
senkrecht und parallel zur Proben- z hervorgerufene Winkeländerung be- Daten sind: 7 =6s, V =400 und von der Zylinderachse herkommt —
achse gleich hoch beansprucht, wes- deutet. Für die Bestimmung von G und daher die Reflexionsverhältnisse
halb *Brüche in einer Querschnitts- ergibt sich aus den allgemeinen elasti- T=15,V = 3000.[6]
Torsionswelle, eine bestimmte Art besonders einfach und übersichtlich
ebene oder Aufspaltungen in der zitätstheoretischen Beziehungen: von *Transversalwellen, die dadurch werden. [17]
Längsrichtung, auftreten, je nachdem, H= Onl2 8= tly=G, entstehen, daß ein gespannter Draht Totalrefiexion. Trifft ein Lichtstrahl
ob die Festigkeit des Werkstoffes in Eserweist an irgendeiner Stelle in *Torsions- auf die Grenzfläche zweier Medien,
der einen oder anderen Richtung grö- mit der *Lam&schen
sich der T. also identisch
Konstanten a. schwingungen versetzt wird. Für die so wird i. allg. ein Teil des Lichtes in
Berist, Ausbreitungsgeschwindigkeit der T.
Im,Hab. 4, Experimentalphysik. Bd. 6 ist die tangentiale Spannungskom- längs des Drahtes ist dessen *Tor-
das erste Medium reflektiert, wäh-
rend der Rest unter veränderter Fort-
1930. — Schmid, 'w. ponente (*Schubspannung) und die
Bbas5.Kehsalplanziit Berlin 1935. entsprechende *Dehnung. S.a. Ela- sionsmodul maßgebend. [20] schreitungsrichtungin das zweite Me-
Distortion of metal ery- stizitätskonstanten und Lame&sche Totalintensität des erdmagnetischen dium eintritt. Ist aber das zweite Me-
Bale "Oriord 1935. - Hdb. d. Werkstoff- Konstanten. Feldes, gleichbedeutend mit Feld- dium optisch dünner als das erste
prüfung. Hrsg. von E. Siebel. Bd. Lır. Schmid, E., und W. Boas: Kristall- stärke (Intensität) des erdmagneti- (ne < m), und handelt es sich nur um
Allgemeine Grundlagen, Prüf- und Meß-
einrichtungen. Berlin 1940; Bd. Die plastizität. Berlin 1935. - Sommerfeld, schen Feldes im Gegensatz zur Hori- durchsichtige, nicht-absorbierende
Prüfung metall. Werkstoffe. Berli A.: Vorlesungen über theoret. Physik. zontal- und Vertikalintensität (s. Erd- Körper, dann tritt bei genügend
1939. - Kochendörfer, A.: Plast. Eigen- Bd. II. Mechanik der deformierbaren magnetismus). [6] schrägem Lichteinfall kein gebroche-
schaften von Kristallen
Medien. Wiesbaden 1947. [15]
und metall. Torsionsmoment, kritisches. Bei der Totalreflektometer, einfaches, von ner Strahl in das zweite Medium
Werkstoffen. Berlin 1941. Sommerfeld, *Torsion von *Einkristallen tritt, Wollaston stammendes Refraktome- über, sondern das Licht wird mit sei-
A: Venen über theoret. Physik.
wenn die “Verformungnurin einem ter, das mit dem Grenzwinkel der To- nem vollen Betrage reflektiert (Total-
Bd. II. ik der deformierbaren
Medien. Wiesbaden 1947. - Masing, *Gleitsystem erfolgt, kein kritisches talreflexion arbeitet. Voneiner gleich- reflexion). Der Grenzwinkel, ober-
Lehrb. der allgemeinen Metallkun« . Torsionsmomentauf, während bei ei- mäßig beleuchteten Wand W fällt halb dessen T. eintritt, ist aus dem
Berlin 1950. nem Kristall mit mehreren betätigten
Halla, F.: Kristallchemie Licht unter allen möglichen Winkeln Snelliusschen Brechungssatz (s. Licht-
und Kristallphysik metall. Werkstoffe. Gleitsystemen ein k. T. aufgrund brechung) abzulesen:
2. Aufl. Leipzig 1951. [15]
Torsionsgalvanometer, s. Torsionsin- ten ist. Die Überlegungen
strumente, elektrische.
theoretischer zu erwar-
experimentelle Prüfung JO sin au/sin ag = nalm = n,
wobei na und nıdie absoluten, gegen
Torsionsinstrumente, elektrische, sind steht bis jetzt noch aus. w zZ das Vakuum gemessenen Brechungs-
Meßgeräte, bei denen das bewegliche schaften
X quotienten der beiden Medien sin
Lır. Kochendörfer, A.: Plast. Eigen-
System durch äußere Drehung eines Werkstoffen. von Kristallen und” metall. Da nach Voraussetzung: n<1 ist
Berlin 1941. [15]
tordierten Fadens wieder in die Aus- Torsionspendel, s. Pendel. 5 7 (weil ne < mı), ist der zu einem ge-
gangslage (Nullstellung) zurückge- Torsionsschwingung, s. Drehschwin- nügend großen Einfallswinkel cu
führt wird. Der hierzu benötigte ‚gung, auf einen Halbzylinder aus Glas Z, (nämlich falls sin> n) gehörige
Drehwinkel läßt sich an einer Teilung Torsionsseismometer. *Horizontal- der mit seiner ebenen Fläche auf der Brechungswinkel as nicht mehr re-
sehr genau ablesen.Er ist gleich dem seismometer, das als rücktreibende geschwärzten Tischplatte steht. Durch ell. Das bedeutet physikalisch, daß
Torsionswinkel und ist somit ein Maß Kraft vorwiegend oder ausschließlich einen schmalen Spalt 5 blickt man das Licht sich nicht mehr ins zwei-
für das elektrische Drehmoment. ie nach Wahl des unten definierten nach dem Glaszylinder und verschiebt te Medium fortpflanzt und daher
Für die genaue Messung von Wech- Winkels i) das Direktionsmomentei diesen in Richtung auf die Wand W vollständig reflektiert wird. Die T.
selstromgrößen sind Torsionsdyna- nes gespannten Drahtes benutzt. Zi so lange, bis die Grenze der Totalre- ist für das Glitzern der Tautropfen
mometerin Gebrauch. Sie eignen sich schen A und ist unter einem Win- flexion mit einer in der Mitte des in der Sonne und für das »Feuer« des
besonders für den Vergleich von kel i mit der Vertikalen ein dünner Glaszylinders angebrachten Markie- Diamanten verantwortlich. Gelegent-
'Wolframdraht (Durchmesser 0,02 rung M zusammenfällt. Diese Grenze ie T. auch störend
mm)straff gespannt. An ihm ist eine teilt das Gesichtsfeld eine helle, aus. Die Schwierigkeit beim Ablesen
stets die gleiche räumliche Lage zu kleine Masse (m=1g, Metallzylin- totalreflektierende und in eine dunk- des Standes eines Quecksilberfadens
denfesten Spulen haben, so daß Pha- der) exzentrisch (mit Schwerpunkts- lere, partiell reflektierende Hälfte. in der engen Kapillare eines Thermo-
senfehler, die bei der Leistungsmes- abstand = 1 mm)befestigt. Ist G der Dann gilt für den Grenzwinkel der meters rührt auch von der T. des
sung eine Rolle spielen, unabhängig Torsionsmodul des Drahtes und © Totalreflexion as: |, , Lichtes her.
vom Instrumentenausschlag bleiben. das Trägheitsmoment der Masse, so ana ag: Bei der genaueren theoretischen Ana-
Lit. Whittaker, J. W.: A precision elec- schwingt das System mit der Eigen- Iyse des Vorgangs der T. stellt sich
trodynamometer standard. Proc. Inst.
et 101, 11-20 (1954), Teil 2, Nr. periode
Die Ausmessung von MA und AS heraus, daß das zweite Medium doch
liefert also sofort den Grenzwinkel nicht völlig unbeteiligt ist, sondern
Torsionsmodul. In Analogie zum rei- - 0_ und damit auch den Brechungsquo- daß sich in ihm eine inhomogene
nen Schubspannungszustand, wo ein Tray GEmgs- ni ienten des Glases (Glas-Luft) ent- Welle und eine Energieströmungpar-
Schubelastizitätsmodul (*Schubmo- Meist wird i = 0 gemacht. Der Draht sprechendder Beziehung: allel zur Grenzfläche ausbildet. Schon
dul) G definiert wird, tritt auch bei vollführt leicht Querschwingungen, seit langem sind Versuche bekannt,
der *Torsion eine Materialkonstante, die durch Öltropfen gedämpft wer- Sie die diese Energieströmung nachwei-
sen. Newton, Quincke und Hall nä-
'. den. Optische Registrierung. Wegen Der Kunstgriff bei dieser Anordnung herten der Hypotenusenfläche eines
seiner Kleinheit ist das T. ein viel be- ist der, daß der für die Ablesung be- rechtwinkligen, totalrefiektierenden
nutztes Instrument, speziell an ame- nutzte’ Strahl ungebrochen durch die Glasprismas von der Luftseite, also
143
Totska Trägheitsgesetz
von der Seite des Mediums mit dem gebliebene Frage aufgeklärt, woher lenten *Austausch immer Material ihn zum *Trägheitsgesetz führten. Er
geringeren Brechungsquotienten, ei- die Energie stammt, die im zweiten mitgerissen. Dieses muß dem T. von erkannte, daß auch dann Kräfte im
nen anderen durchsichtigen Körper. Medium auftritt. Sie stammt danach hinten wieder zuströmen. Die Abb. Spiel sind, wenn eine Bewegung ab-
Die totale Reflexion wird dann ge- aus der einen Berandung der Welle deutet die Totwasserströmung im klingt. Er hat daher dem Trägheits-
stört, weil die Energie im zweiten und fließt, nachdem sie im zweiten Ablösungsgebiet hinter einem Zylin- gesetz die obige Formulierung gege-
Medium angezapft wird und ein Teil Medium sich parallel der Grenzfläche deran. [11] ben. Newtonstellte es schließlich an
von ihr in den genäherten Probekör- fortgepflanzt hat, am anderen Rand 'Townes, Charles Hard. Amer. Physi- die Spitze seiner Axiome. $. a. Mas-
per übertritt, Schaefer und Gross wiederins erste Medium zurück. Da- ker. Geb. 28.7.1915 in Greenville. se, träge. [20]
führten den Versuch im großen mit mit scheinenalso alle bisher noch be- 1939-48 bei den Bell Telephone Labo- Trägheit der Energie. Die vielleicht
elektrischen Wellen und großen Pa- stehenden theoretischen Schwierig- ratories. 1948 Prof. an der Columbia wesentlichste Abänderung, welchedie
raffinprismen durch und fanden eine keiten beseitigt. Es sei noch darauf Universität, 1961 am Massachusetts Newtonsche Mechanik durch die Ge-
ausgezeichnete Übereinstimmung mit hingewiesen, daß die nur in durch- Institute of Technology in Cambridge dankengänge der Einsteinschen Re-
der Theorie für die Werte der reflek- sichtigen Medien auftritt. Bereits ein (Mass.), dann Prof. für Physik an der latiyitätstheorie erfahren hat, besteht
tierten und der durch die Luftlamelle sehr geringer Absorptionsindex (z. B. Technischen Hochschule Massachu- in der Annahme,daß jede Form von
hindurchtretenden Energie. Die glei- x = 10° bis W®),n n(l - ix), wie setts. Erhielt 1964 den Nobelpreis Energie E einer (trägen und schweren)
chen Autorendiskutierten auch einge- er z.B. in absorbierenden Flüssig- (zusammen mit N. Bassow und A. Masse m = Ele äquivalent sei und
hend - zum Teil in-Fortsetzungälte- keiten auftritt, verhindert die T. Es Prochorow) für grundlegende Arbei- umgekehrt jede Masse m zugleich
rer Überlegungen von Eichenwald — gibt dann keinen scharfen Grenzwin- ten auf dem Gebiet der Quanten- eine Energie E = m c? darstelle, die
den Verlauf der Energieströmungin kel mehr, und es tritt bei jedem Ein- elektronik, die den Bau von Genera- unter geeigneten (i. allg. seltenen)
den berroflenen Medien. Raman ver- fallswinkel Licht ins zweite Medium toren und Verstärkern ermöglicht Umständen auch in andere, Energie-
suchte die Lichtwelle im zweiten Me- über, haben. [43] formen umgesetzt werden könne. Der
dium dadurch nachzuweisen, daß er Lit. Schaefer, Cl., und G. Gross: Ann, T-Produkt, s. zeitgeordnetes Produkt einfachste Fall liegt vor bei der *Mas-
der Grenzfläche innerhalb des zwei- d. Ph. 32, 648 (1910). — Schaefer, Cl., und
von Operatoren. senveränderlichkeit eines bewegten
ten Mediums eine scharfe Schneide R. Pich: Ann. d. Ph. 30, 245 (1937). -
tr, in Großbritannien Abk. für troy. Körpers gemäß m = mo/ YI = (vIc®,
ie durch sie erzeugte Goos und Hänchen: Ann. d. Ph. 1, 333
113] wobei zu seiner Ruhmasse m» der Be-
Beugungserscheinung untersuchte. (1947). — Artmann, K.: Ann. d. Ph. 2,87
(1948). - Fragstein, C. Ann. d. Ph. 4, Trabant, s. Mond. trag mo (1/yI — (vIc® — 1) als Mas
Darüberhinausgibt es noch eine gan- 5 (1949). Picht, Joh.: Zur Theorie der Tracer-Methode, svw. *Indikator- senäquivalent der kinetischen Ener-
ze Reihe anderer Versuche, die den Totalreflexion, Abh, d. deutsch. Akaı
Methode. [1} gie hinzukommt. Der *Massendefekt
gleichen Nachweis der Energieströ- d. Wiss. z, Berlin, Kl. f. Math Phys.u.
Tracht der Kristalle, s. Kristallhabi- der Atomkernezeigt ferner, daß auch
mung im zweiten Medium zu führen Technik, hg. 1955, Nr. 2. — Lotsch, H.
KV: Optik. 26 (1867/68. potentielle Energiebeträge, selbst
versuchen.Bei allen Versuchen wurde
kritisiert, daß sie die ursprünglichen Totska, eine in der UdSSR gebräuch- wenn sie negativ sind, ein Massen-
Verhältnisse so verändern, daß von liche Längeneinheit. Träger der Ladung ist der von Ph. iquivalent besitzen. Und schließlich
dem ungestörten Vorgang der T. kei- Lenard gewählte Ausdruck für Ionen ist mit diesen Überlegungen notwen-
ne Rede mehr sein kann. Dieser Ein-
Definition: in Gasen, während er das Wort Ionen dig die Vorstellung verbunden, daß
1 auf die Elektrolyse beschränkte. Er einem Energiestrom der Stromdichte
wand bezicht sich aber eigentlich nur 1totska jgI begründete dies mit ihrer anderen $,gleich welcher Energieform, gleich-
auf die quantitativen Verhältnisse; Entstehungsweise. S.a. Ladungsträ- zeitig eine Impulsdichte 9 = &/c® in-
der Nachweis der Existenz der Licht- Umrechnung: r. newohne (*Plancksche Hypothese).
welle im zweiten Medium muß als 1 totska 0,25400 mm. [13] 1 Lenard, Ph.: Über Elektrizitätslei-
14
durch sie erbracht angesehen werden. Totwasser, Gebiet der abgelösten tung durch freie Elektronen und Träger.
Trägheitsachse der Erde, s. Erdachse.
Den klarsten und saubersten Nach- Strömung. Grenzschichtablösung).
Ann. Physik 4, 40, 393; 41, 13 (1913). —
weis der ins zweite Medium eindrin- Ein T. ist völlig »tot«, sondern ver Abh. 1, Nr. 6 und 7. Leipzig 1942. 2men; svw. *Trägheitsradius.
genden Welle brachten in jüngster imer von Wirbeln und einer langsa- Trägerwelle, modulationsfähige Wel- Trägheitsellipse, s. Flächenträgheits-
Zeit Goos und Hänchen, indem sie le, s. Modulation. [12]
bemerkten, daß totalreflektierter „——
moment.
Lichtstrahl eine seitliche Versetzung Trägheit (oder Beharrungsvermögen)
ment.
, 5. Trägheitsmo-
erfährt, die sie sorgfältigst bestimm- ist die jedem Körper innewohnende
Trägheitsfeld, svw. Führungsfeld, s.
ten. Die Theorie der Erscheinung Eigenschaft, im Zustand der gerad-
wurde von Arımann und kurz darauf linig-gleichförmigen Bewegung. oder Feld, metrisches.[4]
auf anderem Wege von v. Fragstein im Zustand der Ruhe zu beharren, Trägheitsgesetz, Trügheitsprinzip oder
gegeben. Es stellte sich dabei heraus, solange er nicht durch einwirkende Trägheitssatz, das erste der drei New-
daß mandie Seitenversetzungin eng- Kräfte gezwungen wird, diesen Zu- tonschen Axiome der Mechanik. Das
ste Beziehung zu dem Energiefluß im stand zu ändern. T.lautet: Jeder Körper verharrt im
zweiten Medium setzen kann.Die an- Aristoteles hatte beobachtet, daß ein Zustand der Ruhe oder dergleichför-
schauliche Deutung der Seitenverset- I 0.— Fk Körper nur dann eine geradlinige migen geradlinigen Bewegung, solan-
zung folgt unmittelbar aus einer ge- Pe Bewegung mit konstanter Geschwin- ge er nicht durch Einwirkung äußerer
eigneten Interpretation der Untersu- digkeit ausführt, wenn Kräfte aufihn Kräfte gezwungen wird, seinen Be-
chungen von Schaefer und Pich, Jo- men Strömung durchsetzt. An der einwirken; dies veranlaßte Galilei, wegungszustand zu ändern.
hannes Picht und Noether. Diese Grenze des T. gegen die gesunde Strö- erneut eingehende Beobachtungen Schon Galilei und Kepler haben die-
Autoren hatten die lange Zeit offen- mung wird nämlich durch den turbu- und Überlegungen anzustellen, die ses Gesetz erkannt; Galilei leitete es
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Trägheitshauptachsen
Trägheitsmomentder Erde
aus den von ihm angestellten Versu- wärtsfahrt zeigt der Beschleunigungs-
chen ander Fallrinne ab. vektor nach oben, also entgegenge- 17 = [ran 1 = | -an,
die Polarachse) und A (um eine
Das T.ist nurin einem *Inertialsystem setzt der Schwerkraft gerichtet; das der untereinander gleichberechtigten
streng gültig; die Erde stellt ein sol- Gewicht des Gegenstandesist größer, ‚Aquatorachsen). Der Ausdruck für
ches Bezugssystem infolge der Erd- weil die T. und die Schwerkraft glei- 17= 2-dn. die irdische Präzessionsbewegung (s.
rotation strenggenommen nicht dar. he Richtung haben. Beim Anfahren Präzession) mit der Periode von
Newton formulierte das T. mit Hilfe zur Abwärtsfahrt und Bremsen bei Sie stehen untereinander in den Be- 25765 Jahren undjener für die Nuta-
der Bewegungsgröße 6 (s. Impuls) in Aufwärtsfahrt vermindert sich das ziehungen ion mit der Periode von 18,6 Jahren
der Gleichung Gewicht, weil die T. der Schwerkraft L=W tl, W=li+lf, enthält zwei für die Astronomie und
d6ydr = 0, © = const. entgegengesetzt gerichtet ist. [20] L=lf+l. Geophysik wichtige Größen: die dy-
(t Zeit). Aus diesem Grundeheißt das Trägheitskreis, s. 'Flächenträgheits- 4. die Zentrifugalmomente in bezug namische Abplattun g (C — A)/C und
T. auch Satz von der Erhaltung des moment, auf je zwei Koordinatenebenen das Verhältnis Erdmasse : Mond-
masse. M/m = u. Da Präzession und
Impulses.
Träi
Trägheitsmoment(s. auch Moment).
Bezeichnet a eine Menge (
einer »Menge« ge,
(Körper, Fläche, Linie) sind je drei pers),Flächeninhalt, Masse eines Kör-
8. [vean0 era Nutation durch die Beobachtungen
bestimmt werden können, lassen sich
zueinander senkrechte, durch einen reich Bdiekontinuierlich
einen endlich großen Be- aus den beiden Gleichungen die bei-
ausfüllt und in den Unbekannten (C - A)/C und a
Punkt gehende Gerade und dadurch Innerhalb jeder Menge läßtsich ein berechnen. Aus älteren Messungen
ausgezeichnet, daß die Zentrifugal- infinitesimale Elemente da unterteilt
Koordinatensystem so festlegen, daß wurde gefünden
momente der »Menge« bezüglich je sei, und a den Abstand eines Elemen-
tes da von einem geometrischen Be- alle drei Zentrifugalmomente ver- (€ = A)IC = 0,003261(y. Oppolzer)
zweier Ebenen, die sich in einer T. zugselement schwinden. Diese Koordinatenachsen = 0,003272 (Hansen).
schneiden und zugleich durch je eine so versteht man (Punkt, Gerade, Fläche),
der beiden anderen T. gehen, den stets unter einem T. die bzw. ebenen heißen Trägheits- Da andererseits aus *Abplattung,
Wert Null annehmen; s. a. Trägheits- positive Größe Hauptachsen bzw. -Hauptebenen. Mondbewegung und Schweremessun-
moment. [20] Die axialen T. A, B, C bezüglich der gen die Differenz C - A berechnet
Trägheitskraft. Einer nahezu’ punkt- 1 fe. Hauptachsen nennt man Haupt-T. werden kann, besteht die Möglichkeit,
förmigen Masse m (z. B. einem Stein) Einer Geradeng, die gegendie Haupt- C und A für sich zu berechnen. Mit
werde von einem anderen Körper (z. Es heißt polares, axiales oder plana- achsen unter den Winkeln «, ß, » dem von Prey angegebenen Wert
B. einer Hand)die Beschleunigung « res T., wenn a den Abstand zwischen st, ist das axiale T. © - A = 0,0010365 @® M
erteilt, indem dieser auf m in direkter einem Io= Ar cost + B-cos®ß + Aquatorradius der Erde, M Erd-
+C:costy (a
Punkt, einer Geraden oderei-
Berührung die Kraft 8 = ma aus- ner Ebene masse) findet man
übt. Er verspürt dabei nach dem eine Masse,bedeutet. Ist die Menge #
zugeordnet. C = 0,332. 0° M, A = 0,331 a M.
*Wechselwirkungsgesetz eine Gegen- Linie, so nennteine Fläche oder eine
man / Massen-, Flä- Als Trägheitsradius ist die Länge
kraft 5° =, die sich aus dem chen-oder Linien-T. Diese Zahlen sind von der Größen-
*Trägheitsgesetz erklärt (m will im Durch Multiplikation der Menge du
ursprünglichen _Bewegungszustand mit ihren Abständen a bzw. 5 von
i= Yıla ordnung8 - 10°" kg pro m?.
Eine direktere und genauere Metho-
definiert. Folglich sind
Beharren) und deshalb T. genannt zwei verschiedenen Ebenenergibt sich de gründet sich auf die Störungen der
wird. ein Zentrifugalmoment a= YAlf, b= YBlü, c= YCIn Lage des Erdmittelpunktes durch den
Ein Beobachter, der die Bewegung die Hauptträgheitsradien. Dividiert Mond. Innerhalb eines Monats be-
der Masse m mitmacht, sich also in 0 [es.. man I. durch 4, so erhält man die schreibt der Erdmittelpunkt eine el-
einem beschleunigten Bezugssystem Gleichung des Poinsoischen Träg- liptische Bewegung um den gemein-
aufhält, erklärt die Berührungskraft heitsellipsoids samen Schwerpunkt des Systems Er-
8 als Reaktion, als gleichgewichthal- das auch negative Werte haben kann. it = at» cost + b?- cos? ß + de-Mond (Größenordnung 5000 km).
tende Zwangskraft, die dadurch ver- Mit Hilfe der cartesischen Koordina- +. cos®y. Dies bedeutet, daß extraterrestrische
ursacht wird, daß im beschleunigten ten x, y, z des Mengenelementes du Die Halbmesser des Ellipsoids sind Objekte (Sonne, Planeten, Asteroi-
System ein *Kraftfeld mit dem Feld- definiert man im einzelnen den) unter Parallaxe geschen werden.
vektor -a existiert, auf m die T. 1.das polare T. in bezug auf den jeweils die Kehrwerte 1/i der Träg- Die Opposition des Eros bietet eine
3° = — ma ausübt und die Masse mit Koordinatenursprung heitsradien die dem aufden betrei stige Gelegenheit zu
dieser Kraft gegen den stützenden fenden Halbmesser bezogenen axia- solchen Messungen, deren ältere auf
Körperdrückt. Dieser hält $° mittels n-[e ++d)da; len T zukommen. die Opposition des Eros von 1900 bis
3 im Gleichgewicht. Die Orientierung der Hauptachsen 1901 gegründet war (Hinke). Zusam-
Die T. ist leicht nachzuweisen: In 2. die axialen T. in bezug aufdie x-, und die Form des Ellipsoids sind ab- men mit den Auswertungen der
einem Fahrstuhl liege ein Körper auf y-, z-Achse hängig von der Lage des Koordina- Schweremessungen durch Heiskanen
einer Federwaage, mit deren Hilfe tenursprungs innerhalb der Menge 4. (1928) ergaben sich verbesserte Wer-
man bei Stillstand des Fahrstuhls Ir -fo® +M)da, Ir -[o +zd)da, Die zentralen Hauptachsen und das te. Zufolge einer kritischen Studie
oder bei Fahrt mit konstanter Auf- Zentral-Ellipsoid gehören in dieser vonDe Sitter (1938) ist demnach
wärts- bzw. Abwärtsgeschwindigkeit l -[e + ddp; Hinsicht zum Schwerpunkt der Men-
das wahre Gewicht des Körpers fest- ge. S. a. Flächen-T., Linien-T., Mas- (€ = A)IC = 0,003 279 423, u! = 81,53.
stellen kann. Beim Anfahren zur Auf- 3. die planaren T. in bezug auf die sen-T., Steinerscher Satz. [20] Die Opposition des Eros von 1930 bis
wärtsfahrt oder Bremsen bei Ab- y2-, zx-, xy-Ebene Trägheitsmoment der Erde. Die 1931 veranlaßte Spencer-Jones (1942)
Hauptträgheitsmomente seien C (um zu einer Neuberechnung dieser Grö-
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147
Trägheitsmoment, tensorielles Tragflügel
Ben. Er fand ist. Die diagonalen Komponenten @4 system zusammenfallen werden. Die- erfaßt, durch den *Auftriebsbeiwert
+ sind, entsprechend se Inkonstanz der Komponenten von © den Widerstandsbeiwert cw (s.
(C - AVIC = 0,00327260 6, also der »Drehmassen«, ist die Widerstand umströmter Körper) und
# 0,000.00069 9 - | 0: + 0m. eigentliche Komplikation der Rota-
tions- gegenüber der Translationsbe-
den Momentenbeiwert cm (s. Druck-
punkt). Das Verhältnis & = culce
und
wi = 81,278 # 0,025. die Trägheitsmomente des Körpers wegung, Man eliminiert sie, indem heißt *Gleitzahl.
umdie x-, y- und z-Achse, während man die Bewegungsgleichung im kör-
Zur genauen Berechnung von C und die Komponenten perfesten Hauptachsensystem auf-
A wäre die dynamische Abplattung stellt. In diesem ist die zeitliche An-
mit dem aus der Schwereformel von Om-- [xy cm usf. derung
Jeffreys (1949) folgenden Wert für DPr_dN
€ - A zusammenzunehmen. als negative Trägheitsprodukte (auch
T.. des Mondes. Vom Mondweiß man Deviations- oder Zentrifugalmomen- ar mx"
mit Sicherheit, daß er dreiachsig is 6)bezeichnet werden. und sind die Komponenten @., @,
Er hat demnach auch drei verschi (z
In Komponenten lautet die lineare @. konstant. Das führt dann auf die
dene Hauptträgheitsmomente, Aziem- 3, »-Beziehung *EulerschenKreiselgleichungen.[4]
gehörige Hauptträgheitsachse
lich genau gegen die Erde gerichtet,
kleinstes Trägheitsmoment), B Csenk-
n- Duo. Trägheitsradius
recht dazu und - als größtes T. (zu- ı ‚Abstand zwischen der Achse und ei- Abb. 1
gehörige Achse fast normal Wie jeder symmetrische Tensor läßt nem Massenpunkt, der die gleiche Der Auftrieb ist an das Vorhanden-
Mondbahnebene). Das Gegenstück sich das 1. T. durch eine Fläche zwei- Masse m wie der Körper enthält und sein einer *Zirkulation gebunden, die
zur Präzessionsbewegung Achse der Erde ten Grades, das sog. Tensorellipsoid, bezüglich der Achse das gleiche Mas- ie Größe des Auftriebs nach dem
besteht darin, daß die des geometrisch veranschaulichen, das sen-Trägheitsmoment ® hat: 0 = *Kutta-Joukowskischen Satz be-
größten Trägheitsmomentes zur sich in beim T. als *Trägheitsellipsoid be- m. Daherist stimmt. Die Zirkulation entsteht auf
18,6 Jahren um die Normale Ek- zeichnet wird. Die Hauptachsen des
liptik (durch den Mondschwerpunkt) Trägheitstensors, also auch des Träg-
i= yOlm. folgende Weise: Wenn sich der T. in
bewegt. Der Öffnungswinkel des Ke-
Bewegung setzt, entsteht im ersten
heitsellipsoids, heißen *Hauptträg- S. a. Trägheitsmoment.[20]
gels erlaubt die Berechnung man von heitsachsen. Bringt man den Träg- Trägheitswiderstand, syw. *Trägheits- Moment die zirkulationsfreie Um-
strömung. Dabei liegt der hintere
(C - A)IB. Von B-A weiß heitstensor auf Hauptachsenform, in- kraft. [20] Staupunkt $ auf der Rlügelobergeite
zwar, daß diese Differenz positiv ist, dem man div Haupurägheitsachsen Trafo, s. Transformator. in der Nähe der Hinterkante K (s.
darüberhinaus ist ihr Wert aberdyna-recht als Koordinatenachsen wählt, so re- Tragflügel, Flügel nach Art eines Vo- Abb. 1a). Diese wird scharf um-
ungewiß. Auch die Werte derziemlich duziert er sich auf gelflügels, der bei geeigneter Anströ- strömt. Der hohen Übergeschwindig-
‚chen Abplattungen sind 9% 0 o mungeinen *Auftrieb, also eine Kraft keit entspricht nach der Bernoulli
unsicher. Die besten Werte sind der- °-(° % s): senkrecht zur Anströmrichtung, er- schen Gleichung ein niedriger Druck.
zeit 0 o 9. zeugt. Mittels dieser Auftriebskraft Von K nach S, wo der überhaupt
(€ - A)IC = 0,000 6269 & 0,000 0027 kann er Lasten tragen oder an einer höchstmögliche Druck, der Stau-
dabei verschwinden sämtliche Trä Maschinenwelle Drehmomenteerzeu- druck, herrscht, muß also der Druck
(B - A)IC = 0,000 118 # 0,000.057 heitsprodukte und es treten nur die gen. Entsprechend wird er an Flug- auf eine kurze Strecke stark ansı
Lit. De Sitter: On the System of Astro- drei *Hauptträgheitsmomente a, zeugen und in Strömungsmaschinen gen. Das führt nach kurzerZeit, wenn
nomical Constants, B.A.N. 8, 213 @, und ®. (zuweilen auch A, B und (Turbinen, Kreiselverdichtern) ver- ich an der Flügeloberfläche eine
(revised and edited by D. Brouwer). [6] C genannt) auf. Die Einführung des wendet. In letzteren treten die T. im Grenzschicht ausgebildet hat, zur
Trägheitsmoment, tensorielles. Ro- Hauptachsensystems als raumfeste Gitterverband auf (s. Schaufelgitter). Strömungsablösung (s. Grenzschicht-
tiert ein starrer Körper um eine feste Koordinatenachsen vereinfacht also Der Auftrieb kann nur durch einen ablösung) mit Rückströmen, d. h. zur
Achse (s. Drehbewegung um eine die Bewegungsgleichung momentan Widerstand erkauft werden (s. Wi- Bildung eines Wirbels (Abb. 1b).
feste Achse), so tritt in der Grund- zu derstand umströmter Körper). Unter Dieser Wirbel, der nach den *Wir-
eichung dieser Rotationsbewegung Profilwiderstand versteht man die belsätzen an die Materie gebunden
=3=@0 Of cine skalare kon-
stante Größe, das Trägheitsmoment
Mi (a) d
Summe von Reibungs- und Formwi- ist, bleibt stehen, währendsich der T.
derstand (svw. *Schub- und *Druck- entfernt (Abb. Ic). Man nennt ihn
© des Körpers bezüglich dieser Achse, md (a) widerstand). Dieser ist vom *Seiten- den Anfahrwirbel. Nach dem Satz von
auf. Hält man dagegen nur einen verhältnis des T. nahezu unabhängig. Thomson (s. Wirbelsätze) muß sich
Punktdieser Achse fest, bleibt die d Bis zu *Auftriebsbeiwerten von ca=1 als Kompensation für den Anfahr-
Bewegungsgleichung M'= | im vek- Dem gr (Gew), ist er in erster Näherung auch unab- wirbel ein entgegengesetzt gerichte-
toriellen Sinneerhalten mit der linea- hängig von ca (O. Schrenck). Stark ter, gleich großer Wirbel um den T.
ren Beziehung I = © @, wobei @ jedoch bleibt diese Form nicht erhal- vom Seitenverhältnis abhängig ist der bilden; das ist aber der »tragende«
der Trägheitstensor mit dem Kompo- ten, weil sich der starre Körperja mit induzierte *Widerstand. Bei Über- Wirbel, der die T.-Zirkulation her-
nentenschema Winkelgeschwindigkeit @ weiterdreht schallgeschwindigkeiten tritt der Wel- vorbringt. Beweis: Für eine geschlos-
ick
und schon im nächsten Augenbl lenwiderstand hinzu. sene flüssige Linie (Abb. 2), die den
seine Hauptachsen nicht mehr mit Die Kräfte und Momente am T.wer- T. weit umfaßt, ist vor Beginn der
dem soeben gewählten Inertialachsen- den durch dimensionslose Beiwerte Bewegung die Zirkulation Null, da
19
148
Tragflügelprofil

Abb. 2
keine Geschwindigkeiten vorhanden
sind. Nach Entstehung des Anfahr-
wirbels muß sie nach dem Satz von
Thomson wegen der zeitlichen Un-
veränderlichkeit der Zirkulation im-
mer noch Null sein. Das heißt aber
nach dem *Stokesschen Satz, daß der AN-gEzTI-g08) ne
Wirbelftuß durch die geschlossene
Linie verschwinden muß. Da der An-
fahrwirbel für sich einen Wirbeifluß
liefert, muß dieser durch einen ent- ”
gegengesetzt gleichen aufgehoben
werden. - Der Anfahrwirbel sorgt
immer automatisch dafür, daß die &%
*Joukowski-Bedingung erfüllt wi Abb. 3. Tragflügel bei Anströmung mit
halber“ Schallgeschwindigkeit: oben »
der hintere Staupunkt also an Schlierenaufnahme, unten Interferenz-
Hinterkante rückt. Die Stärke dersich aufnahme mit Streifen gleicher Dichte “
ausbildenden Zirkulation häi
der Größe des *Anstellwinkels ab.
(nach Zobeh) %
Wird dieser zu groß, so reißt die den Höchstauftrieb verbessern. Bei
hohen Reynolds-Zahlen schlägt die [2
Grenzschicht auf der Flügeloberseite Grenzschicht vor der laminaren Ab-
ab und der Auftrieb bricht zusam- lösung in den turbulenten Zustand
“=
men. - Beim Anhalten des T. ver- um (s. Umschlag), wodurch sich der o
schwindet seine Zirkulation; es bildet Höchstauftrieb verbessert. Über das -42
sich der zum Anfahrwirbel entgegen- eigenartige Verhalten des Profilwider-
gesetzte Haltewirbel. standes s. a. Laminarprofil und Um-
Da die Flügelgrenzschicht der Wir- schlag. Weiteres über T. s. unter T.- Profi Gängen 7 TrahEllingen s07
kung der Zähigkeit unterliegt und Profil und Widerstand, induzierter. @N-IRITI-905) MR
einenstarken Einfluß auf den Wide.
stand des T. hat sowie für das Ab- Lır.s. Strömungslehre. [11]
reißen der Strömung bei hohen Auf- Tragflügelproßl (s. Tragflügel),
triebsbeiwerten verantwortlich ist, ist Form der Querschnittskontur eines
die Reynolds-Zahl (s. Kennzahlen) Tragflügels. Die Hauptkennzeichen
der Anströmung von maßgebendem eines T. sind die runde Nase undeine
Einfluß auf die Eigenschafteneines T. schlank auslaufende scharfe Hinter-
Man bildet sie mit der ungestörten kante, also Eigenschaften, die auch,
Anströmgeschwindigkeit w© und der ein Vogelflügel aufweist (Abb. 1 nach
Flügeltiefe t: Göttinger Messungen; Erläuterung,
Re = watlv der Abb. s. Polare und Druckpunkt).
Die Nasenrundung vergrößert d
(= nie kinematische Zähigkeit; n Bereich der ohne "Grenzschichtablö-
dynamische Zähigkeit; g Dichte). Bei sung möglichen *Anstellwinkel. Die
kleinen Reynolds-Zahlen (Re <= 10°) scharfe Hinterkante ist für die Ent-
kommt es leicht zur laminaren Ablö- stehung der Zirkulation, also des
sung, die dem Höchstauftrieb enge Auftriebs, unentbehrlich (s. Tragflü-
Grenzen setzt (camax = 0,5). Durch gel). Die schlanke Verjüngung sorgt
Erzeugung turbulenter Störungen für einen allmählichen Druckanstieg rofl Böfingen #27
(scharfe Vorderkante, *Turbulenz uf der Oberseite und hält dadur« (ÜR-GITI-Q0S) (@R-gnRan)
drähte) kann man in diesem Gebiet ie Grenzschichtablösung hintan. Abb. 1
150 151
Tragflügelprofil Transformator
Die aerodynamischen Eigenschaften 40%, so kann man das Profil näher an gen bei hohen Unterschallgeschwin- he Invarianzprinzipien der Physik
eines T. hängen mit seiner Profilform die Schallgeschwindigkeit hin verwen- digkeiten (kompressibler Strömung) können nur durch aktive T. formu-
zusammen. Vergrößerung des Nasen- den; der steile Widerstandsanstieg schließen zu können, nimmt maneine liert werden, bei welchen Änderun-
radius erhöht den Anstellwinkelbe- durch Verdichtungsstöße tritt erst Umrechnung mit Hilfe der *Prandtl- gen am System vorgenommen wer-
reich der ablösungsfreien Strömung. später auf. Auch *Laminarprofile ha- schen Regeln vor. den. Durch die »Invarianz gegenüber
Je dicker ein Profil ist, desto stärker ben eine große »Dickenrücklage«. Ladungskonjugation« wird z. B. die
Einer funktionentheoretischen Be- Identität des zeitlichen Ablaufs in

ER
tritt der Formwiderstand hervor;
dünne Profile haben bei kleinen An- handlung zugänglich sind z. B. die zwei Systemen postuliert, in welchen
stellwinkeln fast nur Reibungswider- Kutta-Joukowski- und die *Kärmän- pösitive und negative Ladungen ver-
stand, erlauben aber nur kleine An- Trefftz-Profile. Um mehr Beweglich- tauscht und die entsprechenden
stellwinkeländerungen;sie eignen sich keit in den »Formparametern« zu ha- derungen der elektrischen Felds
für hohe Geschwindigkeiten. Durch ben, sind weitere »Profilfamiliene Durch den Maximalauftrieb eines T. ken vorgenommen werden. Solche
stärkere Wölbung kann man die gün- aufgestellt worden. Sehr viel verwen- ist die kleins