Sie sind auf Seite 1von 38

1A) Arbeitsorganisation Seite 1 von 2

Aufgabe 1A) Arbeitsorganisation

(10 Punkte)

Herr Schmitt möchte sich einem neuen Hobby widmen und eine Autorennbahn
in seinem Hobbyraum aufbauen. Die Terminplanung seines Vorhabens soll in
einem Vorgangsknotennetzplan in MPM-Notation (Metra-Potential-Methode)
dargestellt werden.
Zunächst muss Herr Schmitt eine intensive Recherche tätigen, um sich einen
Überblick über die Anbieter der Technik zu verschaffen. Nachdem er sich für
einen Hersteller entschieden hat, konstruiert er seine persönliche Rennstrecke.
Im Anschluss muss Herr Schmitt im Keller seinen Hobbyraum ausräumen, um
genügend Platz für sein neues Hobby zu schaffen. Zeitgleich beschäftigt er sich
mit der Materialbeschaffung. Danach beginnt er mit dem Aufbau der
Grundplatte für die Autorennbahn. Nach deren Fertigstellung montiert Herr
Schmitt die Schienen darauf. Im Anschluss startet er mit der Verkabelung und
Elektronikinstallation sowie mit dem Landschaftsbau. Nach Beendigung dieser
beiden Vorgänge richtet er die Software ein. Abschließend beginnt Herr Schmitt
mit der Detailarbeit.

a) Überführen Sie die in Tabelle 1A1 dargestellten Vorgänge in einen


Vorgangsknotennetzplan in MPM-Notation (Metra-Potential-Methode), indem
Sie Abbildung 1A1 vervollständigen. Berücksichtigen Sie dabei die in
Tabelle 1A1 dargestellten Vorgängerbeziehungen. Beachten Sie, dass Sie nur
für vollständig und richtig ausgefüllte Vorgangsknoten Punkte erhalten.
(9 Punkte)

Tabelle 1A1: Vorgangsliste


Vorgangs- Bezeichnung Dauer Vorgänger
nummer [Wochen]
(1) Recherche tätigen 2 -
(2) Strecke konstruieren 2 1
(3) Hobbyraum ausräumen 3 2
(4) Materialbeschaffung 4 2
(5) Grundplatte aufbauen 5 3, 4
(6) Schienen montieren 4 5
(7) Verkabelung und Elektronikinstallation 4 6
(8) Landschaftsbau 8 6
(9) Software einrichten 3 7, 8
(10) Detailarbeit 3 9
1A) Arbeitsorganisation Seite 2 von 2

Abbildung 1A1: Vorgangsknotennetzplan in MPM-Notation

b) Kreuzen Sie die auf dem kritischen Pfad liegenden Vorgänge in Tabelle 1A2
an. (1 Punkt)

Tabelle 1A2: Vorgänge des kritischen Pfades


Vorgangs- (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10)
nummer
Kritischer
Pfad

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 1A


1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen (Workflows) Seite 1 von 3

Aufgabe 1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen


(Workflows)

(10 Punkte)

In einer Gießerei werden Naben für Windkrafträder hergestellt. Wenn ein Kunde
eine Nabe für ein neues Modell benötigt, läuft in der Gießerei der nachfolgend
beschriebene Prozess ab.

Der Kunde stellt die Anfrage für ein neu zu entwickelndes Bauteil, woraufhin
der Vertrieb die technische Machbarkeitsprüfung durch die Abteilungen
Qualitätssicherung, Technologie sowie Konstruktion/Modellbau veranlasst und
die wichtigsten Informationen in einem Dokument im Intranet bereitstellt. Die
technische Machbarkeit wird auf Grundlage des Dokumentes im Intranet geprüft
und die Abteilungen treffen unabhängig voneinander eine Aussage hierzu. Die
Aussagen werden zentral vom Vertrieb gesammelt. Fällt das Urteil über die
Machbarkeit negativ aus, so muss der Kunde seine Anfrage erneut stellen. Ist
die technische Machbarkeit gewährleistet, so müssen alle Bereiche die Kosten
kalkulieren, so dass der Vertrieb das endgültige Angebot erstellen kann.
Nachdem der Kunde das Angebot unterschrieben hat, wird in der
Technologieabteilung die Gießtechnologie festgelegt, während in der Abteilung
Konstruktion/Modellbau die Modelltechnologie ausgewählt wird. Anschließend
wird das Verfahren in der Qualitätssicherung (mit Hilfe von geeigneter
Software) simuliert. Wenn die Ergebnisse der Simulation in Ordnung sind,
erstellt die Qualitätssicherung die Technologiebeiblätter und gibt die Produktion
frei. Für den Fall, dass die Simulationsergebnisse nicht in Ordnung sind, müssen
die Gieß- und Modelltechnologie überprüft und angepasst werden und die
Simulation erneut durchgeführt werden.

Modellieren Sie den Arbeitsprozess in vertikaler Richtung in Abbildung 1B1.


Nutzen Sie dafür die Ihnen aus der Vorlesung bekannte grafische
Darstellungsweise nach DIN 66001.
1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen (Workflows) Seite 2 von 3

Kunde Vertrieb

Anfrage
stellen
1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen (Workflows) Seite 3 von 3

Abbildung 1B1: Darstellung des Arbeitsprozesses

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 1B


1C) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen (Workflows) Seite 1 von 2

Aufgabe 1C) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen


(Workflows)

(5 Punkte)

Die Design Structure Matrix (DSM) ist eine Modellierungsmethode, die


besonders zur Darstellung von Abhängigkeiten zwischen Aktivitäten in einem
Prozess geeignet ist.

Überführen Sie die nachstehende DSM in ein graphisches Prozessmodell nach


DIN 66001.
... hängt ab von ...

Aktivität 1

... beeinflusst ...


Aktivität 2

Aktivität 3

Aktivität 4

Aktivität 5

Abbildung 1C1: Beispielhafte Design Structure Matrix


1C) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen (Workflows) Seite 2 von 2

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 1C


2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen Seite 1 von 3

Aufgabe 2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen

(10 Punkte)

Der Automobilzulieferer CarTec hat eine Kundenanfrage für die Produktion von
10.000 Getriebewellen mit einer Lieferzeit von 14 Tagen bekommen. CarTec
arbeitet in einem 3-Schicht System und könnte den Auftrag 24h/Tag und
7 Tage/Woche bearbeiten. Der Geschäftsführer möchte vom Produktionsleiter
wissen, ob die geforderte Menge in der gewünschten Zeit produziert werden
kann.

a) Benennen Sie zunächst die für die Berechnung der Auftragszeit zu


berücksichtigenden Zeiten, indem Sie die aus der Vorlesung bekannten
Bezeichnungen in die leeren Kästen von Abbildung 2A1 eintragen. Berechnen
Sie im Anschluss unter Nutzung von Tabelle 2A1 die Auftragszeit für die
Kundenanfrage und entscheiden Sie, ob der Geschäftsführer den Auftrag
annehmen kann. Gehen Sie von einem Erholungszuschlag von 6%, einem
Verteilzeitzuschlag von 7% und einer Rüstzeit von tr = 0 aus. Machen Sie Ihren
Rechenweg deutlich, indem Sie Formeln und Rechnungen angeben. (8 Punkte)

Ablaufarten Gliederung der Zeitarten


Haupttätigkeit

Nebentätigkeit Tätigkeits-
zeit

zusätzliche Tätigkeit

ablaufbedingtes Wartezeit
Unterbrechen

störungsbedingtes m
Unterbrechen

erholungsbedingtes sachliche
Unterbrechen   Verteilzeit
Verteilzeit
persönlich bedingtes
  persönliche
Unterbrechen Verteilzeit

Abbildung 2A1: REFA Zeitarten bezogen auf den Menschen


2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen Seite 2 von 3

Tabelle: 2A1 Sollzeiten und Zeitarten bezogen auf den Menschen


Nr. Ablaufabschnitt Sollzeit Zeitart
[min]
1 Rohmaterial von Palette nehmen und zur Drehmaschine 0,2 tMN
bringen
2 Welle ausrichten und einspannen 0,3 tMN
3 CNC-Programm starten 0,1 tMH
4 Kontrolle des Programmanlaufs 0,5 tMA
5 Drehen ohne Überwachungstätigkeit 0,4 tMH
6 Fertiges Drehteil ausspannen 0,2 tMN
7 Fertiges Drehteil in Behälter legen 0,1 tMN
8 Auf nächste Palette warten 0,2 tMA
2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen Seite 3 von 3

b) Nachdem der Geschäftsführer die Ergebnisse der Auftragszeit vorliegen hat,


überlegt er ein Multimomentverfahren an den Arbeitsplätzen der
Getriebewellenproduktion durchzuführen. Nennen Sie genau zwei Vor- und
genau zwei Nachteile des Multimomentverfahrens. (2 Punkte)

Vorteile:

Nachteile:

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 2A


2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 1 von 4

Aufgabe 2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse


mit MTM

(10 Punkte)

In der Firma Platinenbau GmbH sollen auf fertig bestückte Platinen


Kunststoffabstandshalter geclipst werden. Dazu ist ein Arbeitsplatz, wie in
Abbildung 2B1 dargestellt, eingerichtet worden und soll mittels MTM analysiert
werden.

40 mm

8 mm

Abbildung 2B1: Skizze des Arbeitsplatzes

Der Montageablauf des Herrn Ohm, einem geübten Mitarbeiter an diesem


Arbeitsplatz, sieht wie folgt aus: Er nimmt mit der rechten Hand die leicht zu
greifende Platine (Länge: 160 mm, Breite: 100 mm, Dicke: 5 mm) aus dem
ersten Fach eines vor ihm stehenden Magazins A heraus. Die Platinen stehen
dort mit ausreichend Abstand aufrecht und mit der langen Seite nach oben,
sodass der Mitarbeiter sie an der langen Seite greifen kann. Nach einem
Umgreifen legt er die Platine vor sich gegen einen Anschlagswinkel B ab.

Anschließend greift er je einen Abstandshalter mit der linken Hand aus Box C
und mit der rechten Hand aus Box D. Die Abstandshalter (Länge: 40 mm,
Durchschnitt: 8 mm) liegen miteinander vermischt in den Boxen. Dann steckt er
die Abstandshalter in die Löcher E und F der Platine. Die Fügepassung ist fest
aber als leicht handhabbar und symmetrisch einzustufen.
2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 2 von 4

Analysieren Sie mit Hilfe des MTM-Grundsystems den beschriebenen


Montagezyklus. Alle Bewegungen geschehen – soweit möglich – mit beiden
Händen gleichzeitig und innerhalb des Blickfeldes von Herrn Ohm. Entnehmen
Sie die Bewegungslängen der Abbildung 2B1 und tragen Sie die Kodierungen
des vollständigen Zyklus in Tabelle 2B1 ein. Verwenden Sie zur Bearbeitung
der Aufgabe die Tabellen 2B2 bis 2B7.

Tabelle 2B1: Analyse und Bewertung des Montageprozesses

Linke Hand Zeitwerte Rechte Hand


Kodierung (Kürzel) (in TMU) Kodierung (Kürzel)

11,3 R40A

2,0 RL1
2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 3 von 4

Tabelle 2B2: Hinlangen


Bewe- Normzeitwerte in TMU
gungslänge R-C mR-A mR-B m-Wert für Beschreibung der Fälle
R-A R-B R-E
in cm R-D R-Am R-Bm B
bis 2 2 2 2 2 1,6 1,6 0,4
4 3,4 3,4 5,1 3,2 3 2,4 1 A Hinlangen zu einem Gegenstand, der sich
immer an einem genau bestimmten Ort befindet,
6 4,5 4,5 6,5 4,4 3,9 3,1 1,4
in der anderen Hand liegt oder auf dem die
8 5,5 5,5 7,5 5,5 4,6 3,7 1,8 andere Hand ruht.
10 6,1 6,3 8,4 6,8 4,9 4,3 2
12 6,4 7,4 9,1 7,3 5,2 4,8 2,6
14 6,8 8,2 9,7 7,8 5,5 5,4 2,8 B Hinlangen zu einem alleinstehen-den
Gegenstand, der sich an einem von
16 7,1 8,8 10,3 8,2 5,8 5,9 2,9
Arbeitszyklus zu Arbeitszyklus veränderten Ort
18 7,5 9,4 10,8 8,7 6,1 6,5 2,9 befindet.
20 7,8 10 11,4 9,2 6,5 7,1 2,9
22 8,1 10,5 11,9 9,7 6,8 7,7 2,8
24 8,5 11,1 12,5 10,2 7,1 8,2 2,9 C Hinlangen zu einem Gegenstand, der mit
26 8,8 11,7 13 10,7 7,4 8,8 2,9 gleichen oder ähnlichen Gegenständen so
28 9,2 12,2 13,6 11,2 7,7 9,4 2,8 vermischt ist, dass er ausgewählt werden muss.
30 9,5 12,8 14,1 11,7 8 9,9 2,9
35 10,4 14,2 15,5 12,9 8,8 11,4 2,8
40 11,3 15,6 16,8 14,1 9,6 12,8 2,8 D Hinlangen zu einem Gegenstand, der klein ist
oder sehr genau oder mit Vorsicht gegriffen
45 12,1 17 18,2 15,3 10,4 14,2 2,8
werden muss.
50 13 18,4 19,6 16,5 11,2 15,7 2,7
55 13,9 19,8 20,9 17,8 12 17,1 2,7
60 14,7 21,2 22,3 19 12,8 18,5 2,7 E Verlegen der Hand in eine nicht bestimmte
65 15,6 22,6 23,6 20,2 13,5 19,9 2,7 Lage, sei es zur Erlangung des Gleichgewichts,
70 16,5 24,1 25 21,4 14,3 21,4 2,7 zur Vorbereitung der folgenden Bewegung oder
75 17,3 25,5 26,4 22,6 15,1 22,8 2,7 um die Hand aus der Arbeitszone zu entfernen.
80 18,2 26,9 27,7 23,9 15,9 24,2 2,7

Tabelle 2B3: Greifen


Kode TMU Beschreibung der Fälle
G1A 2 Zufassungsgriff: Greifen eines leicht zu fassenden, allein liegenden Gegenstandes.
G1B 3,5 Ankantgriff: Greifen eines sehr kleinen Gegenstandes oder eines Gegenstandes, der flach auf einer Ebene liegt.
G1C1 7,3 Ø > 12 bis ≤ 25 mm Abrollgriff: Greifen eines ungefähr zylindrischen Gegenstandes, wobei
G1C2 8,7 Ø ≥ 6 bis ≤ 12 mm dies durch Hindernisse von einer Seite und von unten erschwert wird.
G1C3 10,8 Ø < 6 mm
G2 5,6 Nachgreifen: Verlegen des Kontrollpunktes an einen Gegenstand, ohne die Kontrolle über diesen zu verlieren.
G3 5,6 Übergabegriff: Eine Hand übernimmt die Kontrolle über einen Gegenstand, während die andere Hand diese aufgibt.
G4A 7,3 > 25 × 25 × 25 mm Auswählgriff: Greifen eines mit anderen vermischten Gegenstandes, so
G4B 9,1 ≥ 6 × 6 × 3 bis ≤ 25 × 25 × 25 mm dass er ausgesucht und ausgewählt werden muss.
G4C 12,9 < 6 × 6 × 3 mm
Berührungsgriff: Durch Berührung genügend Kontrolle über einen Gegenstand erhalten, so dass die nachfolgende
G5 0 Grundbewegung ausgeführt werden kann.

Tabelle 2B4: Loslassen


Kode TMU Beschreibung Kode TMU Beschreibung
RL1 2 Durch Öffnen der Finger RL2 0 Durch Aufheben des Kontaktes

Tabelle 2B5: Fügen


Passungsklasse Handhabung
Symmetriefall
Kode Passung Einfügen Anfügetoleranz E D
S 5,6 11,2
P1 lose Kein Druck notwendig > ± 1,5 bis ≤ ± 6,0 mm SS 9,1 14,7
NS 10,4 16
S 16,2 21,8
P2 eng Leichter Druck notwendig > ± 0,4 bis ≤ ± 1,5 mm SS 19,7 25,3
NS 21 26,6
S 43 48,6
P3 fest Starker Druck notwendig > 0 bis ≤ ± 0,4 mm SS 46,5 52,1
NS 47,8 53,4
2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 4 von 4

Tabelle 2B6: Bringen


Normzeitwerte in TMU Mit Kraftaufwand/ Gewicht
Bewegungs-
Beschreibung der Fälle
länge in cm mM-B m-Wert Stat. Konst. Dynam.
M-A M-B M-C in daN/kg
M-Bm für B SC in TMU Faktor
bis 2 2 2 2 1,7 0,3 A Einen Gegenstand zur anderen
1 0 1 Hand oder gegen einen Anschlag
4 3,1 4 4,5 2,8 1,2
bringen
6 4,1 5 5,8 3,1 1,9
2 1,6 1,04
8 5,1 5,9 6,9 3,7 2,2
10 6 6,8 7,9 4,3 2,5
4 2,8 1,07
12 6,9 7,7 8,8 4,9 2,8
14 7,7 8,5 9,8 5,4 3,1
6 4,3 1,12
16 8,3 9,2 10,5 6 3,2
18 9 9,8 11,1 6,5 3,3 B Einen Gegenstand in eine
8 5,8 1,17 ungefähre oder unbestimmte
20 9,6 10,5 11,7 7,1 3,4
Lage bringen.
22 10,2 11,2 12,4 7,6 3,6 Spiel: > 25 mm
10 7,3 1,22
24 10,8 11,8 13 8,2 3,6
26 11,5 12,3 13,7 8,7 3,6
12 8,8 1,27
28 12,1 12,8 14,4 9,3 3,5
30 12,7 13,3 15,1 9,8 3,5
14 10,4 1,32
35 14,3 14,5 16,8 11,2 3,3
40 15,8 15,6 18,5 12,6 3 C Einen Gegenstand in eine
16 11,9 1,36 genau bestimmte Lage bringen.
45 17,4 16,8 20,1 14 2,8
Spiel: >12 bis ≤ 25 mm
50 19 18 21,8 15,4 2,6
18 13,4 1,41
55 20,5 19,2 23,5 16,8 2,4
60 22,1 20,4 25,2 18,2 2,2
20 14,9 1,46
65 23,6 21,6 26,9 19,5 2,1
70 25,2 22,8 28,6 20,9 1,9
75 26,7 24 30,3 22,3 1,7 22 16,4 1,51
80 28,3 25,2 32 23,7 1,5

Tabelle 2B7: Gleichzeitigkeit von Bewegungen


Trennen Fügen Greifen Bringen Hinlangen
D P G M R
1NS 1A
1E 1SS 1B A C A
2 2SS 1S 4 2 C B B
1D 2S 1C Bm D E
2NS 5
D E D E D E D E O W O W O W O W O W O W
A, E
Hinlangen
B
R
C, D

A, Bm
Bringen
B
M
C

1A, 2, 5
Grundbewegungen, die in dieser Tabelle
Greifen nicht enthalten sind:
1B, 1C
G
4 T Drehen: Normalerweise leicht mit
allen Grundbewegungen, außer,
1S wenn das Drehen kontrolliert ist
Fügen oder mit einem Trennen vorkommt
1SS, 2S
P AP Drücken: Jeden Fall untersuchen
1NS, 2SS, 2NS
P3 Fügen: Immer schwierig
Trennen 1E, 1D D3 Trennen: Normalerweise schwierig
D 2 RL Loslassen: Immer leicht
Möglichkeiten der gleichzeitigen Ausführung: D Trennen: Jede Passungsklasse
W: innerhalb des normalen Blickfeldes kann schwierig sein, wenn Übung
= leicht
O: außerhalb des normalen Blickfeldes bzw. Vorsicht erforderlich ist
= mit Übung wegen Verletzungs-/Beschädi-
= schwierig, Bewegung E: einfach zu handhaben
D: schwierig zu handhaben gungsgefahr
nacheinander
analysieren

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 2B


2C) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 1 von 2

Aufgabe 2C) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse


mit MTM

(5 Punkte)

a) Die Zeitwerte des MTM-Systems basieren auf der MTM-Normleistung. Wie


ist die Normleistung von 100 Prozent definiert? (1,5 Punkte)

Die MTM-Normleistung ist: _________________________________________

b) Welche beiden Grundbewegungen des Finger-, Hand- und Arm-Systems


können durch zusätzliches Training verbessert werden? (1 Punkt)

c) Nennen Sie genau drei Nachteile des MTM-Grundsystems. (1,5 Punkte)


2C) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 2 von 2

d) Nennen Sie das wesentliche Merkmal von MTM-UAS und seine Konsequenz
auf die analysierte Ausführungsdauer einer Tätigkeit. (1 Punkt)

Merkmal:

Kosequenz:

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 2C


3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 1 von 4

Aufgabe 3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung

(10 Punkte)

Für den Formula Student Wettbewerb wollen Studenten der RWTH Aachen
einen Rennwagen konstruieren, der eine möglichst geringe
Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit hat. Uneinigkeit herrscht bei den
Studenten noch darüber, welches Steuergerät in das Lenkrad zu verbauen ist.
Zur Auswahl steht System A, das aus zwei identischen Subsystemen aufgebaut
ist, die jeweils Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeiten von 10-4 haben und
System B, das ebenfalls aus zwei Subsystemen aufgebaut ist, die
Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeiten von 10-2 und 10-3 haben. Da der
Ausfall des Steuergeräts zum Ausfall des Fahrzeuges führen würde, wollen die
Studenten eine möglichst geringe Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit
erreichen.

a) Berechnen Sie die Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeiten für System A und


System B für einen redundanten und einen verketteten Aufbau des Systems.
Geben Sie basierend auf den Ergebnissen an, welches System sie auswählen
würden. Machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. (2,5 Punkte)
3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 2 von 4

b) Nennen Sie das Redundanzprinzip, für das von Ihnen ausgewählte System in
Teilaufgabe a). Beschreiben Sie dieses kurz und stellen Sie dieses in einem
Schaubild dar. Was könnten die Studenten tun, um die
Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit des Systems noch weiter zu reduzieren?
(3 Punkte)

• Redundanzprinzip:__________________________

• Beschreibung:

• Schaubild:

• Möglichkeit zur Reduzierung der Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit:


3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 3 von 4

c) Maßnahmen der Sicherheitstechnik können unmittelbar, mittelbar und


hinweisend ausgeführt werden. Beschreiben Sie in Tabelle 3A1 jede dieser
Maßnahmen kurz (keine Beispiele). (1,5 Punkte)

Tabelle 3A1: Technische Maßnahmen


Maßnahmenbeschreibung

unmittelbar

mittelbar

hinweisend

d) In Tabelle 3A2 sind sechs Maßnahmen aufgelistet, die Gefährdungen bei der
Arbeit mit elektrischer Spannung verhindern sollen. Kreuzen Sie jeweils an, ob
es sich um eine unmittelbare, mittelbare oder hinweisende Maßnahme handelt.
Es ist jeweils nur eine Maßnahme richtig. (3 Punkte)

Tabelle 3A2: Maßnahmen gegen Gefährdungen durch elektrische Spannung


unmittelbar mittelbar hinweisend
Schutzkleidung, wie
z.B. isolierende
Handschuhe bei der
Arbeit tragen.
Anbringen von
Abdeckungen über
spannungsführende
Teile.
Heruntersetzen der
elektrischen
Spannung.
3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 4 von 4

Anbringen des
folgenden
Warnhinweises

Mitarbeiterschulungen
durchführen.
Bei Arbeiten an
elektrischen
Leitungen die
Sicherung
ausschalten.

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3A


3B) Arbeitsökologie Seite 1 von 2

Aufgabe 3B) Arbeitsökologie

(10 Punkte)

In einer Produktionshalle der Verrary GmbH werden auf mehreren Fließbändern


unterschiedliche Karosserieteile gepresst und gestanzt. Für jedes Karosserieteil
wird genau ein Press- oder Stanzvorgang benötigt. Es befinden sich insgesamt
15 Press- und Stanzmaschinen in der Produktionshalle, die genau einmal im
Takt alle zur gleichen Zeit Press- und Stanzvorgänge ausführen. Während der
15-sekündigen Press- oder Stanzvorgänge wird ein A-bewerteter
Schalldruckpegel von 109 dB(A) gemessen. Die Taktzeit beträgt 1 Stunde und
über die gesamte Schicht werden 8 Autos fertiggestellt. Zwischen den Press-
und Stanzvorgängen werden andere notwendige Tätigkeiten, Qualitätskontrollen
und Rüstvorgänge durchgeführt. Der in dieser Zeit gemessene A-bewertete
Schalldruckpegel beträgt 69 dB(A).

a) Berechnen Sie den A-bewerteten Beurteilungspegel über die gesamte Schicht


mit der nachfolgenden Formel und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich.
Welche Maßnahme bezüglich persönlicher Gehörschutzmittel ist auf Basis Ihres
Ergebnisses notwendig? (5 Punkte)

10 · log ·∑ · 10
3B) Arbeitsökologie Seite 2 von 2

b) Ein Qualitätsingenieur arbeitet einen Teil seines Tages in der


Produktionshalle. Für 1,5 Stunden untersucht der Ingenieur die Produktionslinie
und für 20 Minuten wird ein Qualitätstreffen mit Teamleitern durchgeführt.
Welches ebenfalls in der Produktionshalle stattfindet. Die restliche Zeit der
Schicht arbeitet der Ingenieur an seinem Büroarbeitsplatz mit einem
Schalldruckpegel von 40 dB(A).
Berechnen Sie den Beurteilungspegel mit der größtmöglichen Lärmbelastung
für den Qualitätsingenieur über die gesamte Schicht und machen Sie Ihren
Rechenweg deutlich. Welche Maßnahme bezüglich persönlicher
Gehörschutzmittel ist auf Basis Ihres Ergebnisses notwendig? (5 Punkte)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3B


3C) Produktionsergonomie Seite 1 von 4

Aufgabe 3C) Produktionsergonomie

(10 Punkte)

Zur Durchführung der Qualitätskontrolle von Getrieben (Masse = 21 kg) steht


eine Arbeitsperson an einer Produktionslinie mit einer Taktzeit von 5 Minuten.
Der Mitarbeiter muss unter anderem überprüfen, ob auf der Unterseite des
Getriebes genau 4 Schrauben richtig angezogen wurden. Dazu wird das Getriebe
10 cm nach oben gehoben und um 90° gedreht. Weitere Informationen
entnehmen Sie der Abbildung 3C1.

20 cm

90 cm

Abbildung 3C1: Skizze des Arbeitsplatzes zur Qualitätskontrolle

a) Berechnen Sie mit dem NIOSH-Verfahren (siehe Tabelle 3C1), ob die


Tätigkeit ohne Gesundheitsgefährdung über die Dauer einer 8h-Schicht
ausgeführt werden kann. Bestimmen Sie dazu für die angegebenen Bedingungen
die fehlenden RWL-Multiplikatoren und den Lifting Index LI. Tragen Sie die
Ergebnisse in Abbildung 3C2 ein. Runden Sie alle Ergebnisse immer auf genau
zwei Stellen nach dem Komma. Welche Schlussfolgerung ziehen Sie aus dem
Ergebnis? (3 Punkte)
3C) Produktionsergonomie Seite 2 von 4

Tabelle 3C1: Angaben zur Ermittlung der RWL-Multiplikatoren nach NIOSH


Maximale Kompressionsbelastung der Wirbelsäule:
LC 6,76 kg/kN · 3,4 kN = 23 kg
Kopplungsfaktor Hand-Last:
CM Hand-Objekt-Güte V ≤ 75 cm V > 75 cm
gut 1 1
mittel 0,95 1
schlecht 0,95 0,9
Horizontaler Multiplikator:
HM H ≤ 25 cm 25 cm < H ≤ 63 cm H > 63 cm
1 25 / H 0
Vertikaler Multiplikator:
VM V ≤ 175 cm V > 175 cm
1 – (0,003 · (|V-75|)) 0
Distanz-Multiplikator:
DM D ≤ 25 cm 25 cm < D ≤ 175 cm D > 175 cm
1 0,82 + (4,5 / D) 0
Asymmetrie-Multiplikator:
AM A ≤ 135° A > 135°
1 – 0,0032 · A 0
Häufigkeits-Multiplikator:
FM Anzahl Lifts / min
≤ 0,2 0,5 1 2 3
0,95 0,92 0,88 0,84 0,79

Platz für Nebenrechnungen:


3C) Produktionsergonomie Seite 3 von 4

LC CM HM VM DM AM FM

RWL = 23  1  1   1   = kg

LI =

Abbildung 3C2: Ermittlung RWL-Multiplikatoren und Lifting Index LI

Schlussfolgerung:

b) Der Leiter aus der Qualitätskontrolle schlägt vor, die Taktzeit zu erhöhen, um
die auf die Arbeitsperson einwirkenden Belastungen zu reduzieren. Ist dieser
Vorschlag unter Berücksichtigung der Systematik des NIOSH-Verfahrens
sinnvoll? Begründen Sie Ihre Antwort. (2 Punkte)

c) Wie können Sie mit Hilfe der Ergebnisse des NIOSH-Verfahrens den
Arbeitsplatz in der Qualitätskontrolle im Hinblick auf Gesundheitsgefährdungen
verbessern? Begründen Sie Ihre Aussage. (2 Punkte)
3C) Produktionsergonomie Seite 4 von 4

d) Für die Tätigkeit soll herausgefunden werden, welche Altersbeschränkungen


im Hinblick auf Gesundheitsgefährdungen bestehen.
Berechnen Sie für Männer und Frauen bis zu welchem Alter die Tätigkeit in der
Qualitätskontrolle unter den angegebenen Bedingungen ohne Gesundheits-
gefährdung ausgeführt werden kann. Nutzen Sie für die Berechnung die
maximale Kompressionsbelastung nach Jäger (siehe Tabelle 3C2) und machen
Sie Ihren Rechenweg deutlich! Runden Sie alle Ergebnisse immer auf genau
zwei Stellen nach dem Komma. (3 Punkte)

Tabelle 3C2: Maximale Kompressionsbelastung nach JÄGER (1996)

Alter Frauen Männer

20 Jahre 4,4 kN 6,0 kN

30 Jahre 3,8 kN 5,0 kN

40 Jahre 3,2 kN 4,0 kN

50 Jahre 2,6 kN 3,0 kN

> 60 Jahre 2,0 kN 2,0 kN

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3C


4A) Produktergonomie I Seite 1 von 4

Aufgabe 4A) Produktergonomie I

(10 Punkte)

Ein Hersteller von Flurförderzeugen möchte seine Produktion um eine neue


Serie von Gabelstaplern mit Schutzdächern erweitern. Die ergonomische
Gestaltung ist dabei ein integraler Teil des Entwicklungsprozesses. Während der
Entwicklungsphase sollen unter anderem die anthropometrischen Faktoren
betrachtet werden. Für die notwendigen Berechnungen werden die Werte aus
der Körpermaßtabelle 4A1 eingesetzt. Dabei werden gemittelte Werte für die
Schuhsohlendicke von 30 mm und ein Schutzhelmzuschlag von 40 mm (vgl.
Abbildung 4A1) angenommen.

Tabelle 4A1: Körpermaße einer sitzenden Person


4A) Produktergonomie I Seite 2 von 4

Abbildung 4A1: Seitliche Ansicht der Fahrerkabine

a) Damit der überwiegende Teil des Fahrpersonals während seiner Tätigkeit eine
ergonomische Sitzhaltung hat, müssen die Sitzflächen der Mitarbeiter/innen mit
Hilfe von Körpermaßen konzipiert werden (siehe Tabelle 4A1). Ermitteln Sie
hierzu die erforderliche Breite der Sitzfläche des Fahrersitzes, sodass der
überwiegende Teil der Personen bequem sitzen kann. Tragen Sie die Nummer
des Maßes, das Perzentil und das Geschlecht in Tabelle 4A2 ein. (2 Punkte)
Tabelle 4A2: Breite der Sitzfläche
Maßnr. Perzentil Geschlecht (M/F)

Breite der Sitzfläche:


4A) Produktergonomie I Seite 3 von 4

b) Die Fahrersitze des Gabelstaplers sollen mit Armlehnen ausgestattet werden.


Diese müssen die ergonomische Sitzhaltung unterstützen und höhenverstellbar
sein. Die Höhe der Armlehnen über dem Sitz (vgl. Abstand b in Abb. 4A1) ist
dabei optimal eingestellt, wenn Ober- und Unterarm einen Winkel von 90°
bilden. Während der Gestaltung wurde hierzu ein Verstellbereich von 90 mm
zwischen der untersten und der obersten Einstellung einkalkuliert. Überprüfen
Sie, ob dieser Verstellbereich ausreichend ist, sodass der Großteil der Personen
eine ergonomisch korrekte Sitzhaltung einnehmen kann. Tragen Sie die zu
verwendende Körpermaßnummer, das Perzentil und das Geschlecht in die
entsprechenden Felder ein (Tabelle 4A3 und 4A4). Gehen Sie davon aus, dass
die Sitzfläche eingefedert ist und horizontal eine flache Ebene darstellt (vgl.
Abbildung 4A1). (3 Punkte)

Maßnr.:

Tabelle 4A3: Unterste Einstellung der Armlehnen


Perzentil Geschlecht (M/F)

Tabelle 4A4: Oberste Einstellung der Armlehnen


Perzentil Geschlecht (M/F)

Antwort:
4A) Produktergonomie I Seite 4 von 4

c) Während Ihrer Tätigkeit müssen alle Mitarbeiter/innen einen Schutzhelm


tragen. Bei anthropometrischen Berechnungen muss dieser betrachtet werden.
Berechnen Sie in diesem Zusammenhang, wie weit das Schutzdach vom Boden
entfernt sein muss (vgl. Abstand a in Abbildung 4A1), damit Kopfverletzungen
während des Fahrens möglichst vermieden werden und der Großteil der
Fahrer/innen eine ergonomische Sitzhaltung (Füße liegen flach auf dem Boden)
einnehmen kann. Zudem muss eine sicherheitsrelevante Kopffreiheit von 10 cm
berücksichtigt werden. Machen Sie Ihren Rechenweg deutlich und tragen Sie die
beiden relevanten Körpermaße, Perzentile und Geschlechtsangaben in die
entsprechenden Felder der Tabelle 4A5 ein. (5 Punkte)

Tabelle 4A5: Anthropometrische Angaben für die Deckenhöhe


Maßnr. Perzentil Geschlecht (M/F)

Rechnung:

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 4A


4B) Produktergonomie II Seite 1 von 5

Aufgabe 4B) Produktergonomie II

(10 Punkte)

Die Firma „Glas Klar“ hat für das Schmelzen von Glas einen neuen Hochofen
beschafft. Um die Interaktion des Menschen mit dem Hochofen bzgl. geeigneter
Anzeigesysteme sowie Stellteile zur Steuerung zu optimieren, wurde ein
Spezialist auf dem Gebiet der Produktergonomie beauftragt.
a) Innerhalb des Schmelzprozesses muss in exakt definierten Zeitabschnitten die
Schmelztemperatur angepasst werden. Beim Ablesen der verbleibenden
Schmelzzeit kommt es jedoch häufig zu Fehlern.
Nennen Sie genau eine geeignete Anzeige zur Darstellung der verbleibenden
Schmelzzeit und begründen sie Ihre Antwort. (2 Punkte)

Anzeige:

Begründung:

b) Nennen Sie genau eine weitere Ihnen bekannte Anzeigeart mit einem für
diese Anzeigeart geeigneten Anwendungsbeispiel. (1,5 Punkte)

Anzeige:

Anwendungsbeispiel:

c) Auch die Einstellung der Gesamtschmelzzeit führt aktuell noch häufig zu


Fehlern. Die Mitarbeiter erklären die Fehler durch das Tragen von
Handschuhen, sowie die schlechten Sichtbedingungen bei der Ausführung der
Aufgabe.
Sie haben nun die Aufgabe, ein geeignetes Stellteil auswählen, welches die von
den Mitarbeitern beschriebenen Probleme bestmöglich reduziert. Das
Pflichtenheft sieht dazu die Verwendung von rotatorischen Stellteilen in y-
Richtung (beide Richtungen) vor. Außerdem soll bei der Einstellung der
Schmelzzeit eine kontinuierliche Bewegung mit mittleren Anforderungen an die
Stellgenauigkeit und Stellgeschwindigkeit ausgeführt werden.
4B) Produktergonomie II Seite 2 von 5

Wählen Sie mit Hilfe der Abbildungen 4B1 bis 4B3 genau ein Stellteil aus,
welches für die Aufgabe am besten geeignet ist. Begründen Sie ihr Ergebnis
anhand ihres Vorgehens bei der Auswahl. (3 Punkte)

Stellteil:

Begründung anhand der gegebenen Randbedingungen:

Abbildung 4B1: Semantische Skala zur Bewertung der Stellteile bezüglich der
Eignungskriterien
4B) Produktergonomie II Seite 3 von 5

Erreichbarkeit der Anforderungen Bewegungsmerkmal Nummer der Stellteilfamilie


a) b) c) k) Achsen und m) m)
Stellgenauigkeit Stellge- Stellkraft l) Richtung der Diskrete Kontinuierliche Bewegung
schwindigkeit Bewegung Bewegung
n) geeignet für
Drehwinkel > 180°
X+/– Z+/– 21 30

X+/– Z+/– 20 29

Y+/– 18 27

X+/–Y+ Z+/– 23 33

X+/– Z+/– 25 36

X+/– 24 35

X+/– 19

X+ Y– 20 28 Ja

X+Y+/– 17 26

X+Y+ 22 32

X+ 22 31 Ja

X+Y– 24 34 Ja

X–Y+ 20 28 Ja

X– 17 26

X–Y+ Z+/– 22 31 Ja

X– 22 32

X–Y+ Z– 24 34 Ja

Y+/– 21 30

Y+/– 20 29

Y+/– 18 27

Y+ 24 35

Y+ Z– 25 36

Y– 24 35

Y– 25 36

Y– 22 31 Ja

Z+/– 17 26

Abbildung 4B2: Durch die Arbeitsperson erreichbare Anforderungen für


verschiedene Stellteilfamilien (rotatorisch)
4B) Produktergonomie II Seite 4 von 5

Rotatorische Stellteile – kontinuierliche Stellbewegungen


Stellteilfamilie Stellteiltyp Typische Merkmale (spezifische
Beispiele Aufgabenanforderungen)
Nr Greifmerkmale d e f g h i

Unbeabsichtigtes
o) Greifart

Sichtkontrolle

Tastkontrolle

möglichkeit
Reinigungs-
Handschuh
Stellen mit
p) Teil der Hand

Reibung
Stellen
q) Art der Stellkraft-
aufbringung
26 Kontaktgriff Knopf mit Fingermulde
Finger
senkrecht Drehschieber

Zeigeartiger Knopf

27 Kontaktgriff Daumenrolle
Finger
tangential
Nabentaster

Rollkugel

28 Zufassungsgriff Fingerbetätigte Kurbel


Finger senkrecht
vollständige
Gekröpfter Finger-
Umdrehung
hebel
(>180°)
Rundknopf mit
Skala und Kurbelstift
29 Zufassungsgriff Drehknebel für Daumen-
Fingersenkrecht Finger-Betätigung
Umdrehung
(>180°) Versenkter Dreh-knebel
für Daumen-Finger-
Betätigung
Flügelmutterartiges
Stellteil
30 Zufassungsgriff Knopf mit geriffelter
Fingertangential Kante

Mechanisch gekoppelter
Knopf
31 Zufassungsgriff Kleine Handkurbel mit
Hand senkrecht Knauf
Drehwinkel
Haspelartiger Hebel
>180°

Handrad mit Kurbel

Abbildung 4B3: Aufstellung Stellteiltypen und Nummern der Stellteilfamilien


4B) Produktergonomie II Seite 5 von 5

d) Nachdem Sie das geeignete Stellteil für die Einstellung der Schmelzzeit
ausgewählt haben, weist Sie der Leiter der Firma darauf hin, dass auch ältere
Personen den Hochofen bedienen werden. Müssen Sie aufgrund der
altersbedingten Abnahme der Muskelkraft für die älteren Mitarbeiter ein
alternatives Stellteil auswählen? Begründen Sie Ihre Antwort. (2 Punkte)

Alternatives Stellteil notwendig: Ja Nein

Begründung:

e) Sie möchten den Leiter der Firma von Ihren neuen innovativen Konzepten
bezüglich alternativer Interaktionsmöglichkeiten überzeugen. Nennen Sie genau
drei alternative Eingabemöglichkeiten für die Mensch-Maschine-
Kommunikation beim Ausführen des Glasschmelzprozesses. (1,5 Punkte)

Eingabemöglichkeiten:

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 4B


5A) Entgelt und Motivation Seite 1 von 3

Aufgabe 5A) Entgelt und Motivation

(10 Punkte)

Der Geschäftsführer eines Unternehmens das Fertighäuser herstellt möchte, dass


statt des derzeitigen Zeitlohns ein Prämienentgeltsystem in der Produktion der
Hauswände eingeführt wird.

a) Zur Vorbereitung der Umstellung bennen Sie bitte zwei der vier in der
Vorlesung dargestellten Verlaufsarten des Prämienentgelts. (1 Punkt)

b) Vervollständigen Sie die Abbildung 5A1, indem Sie zum einen die zwei von
Ihnen in Aufgabe a) genannten Verlaufsarten des Prämienentgelts graphisch
darstellen. Zum anderen beschreiben Sie bitte durch eine aussagekräftige
Beschriftung der Abbildung 5A1, wie sich das Prämienentgelt zusammensetzt.
(3 Punkte)

Abbildung 5A1: Skizze des Prämienentgeltsystems


5A) Entgelt und Motivation Seite 2 von 3

c) Abgesehen von der Produktion der Hauswände, sind die Zeitpläne für das
Gießen der Fundamente der Fertighäuser sehr straff und sollen unbedingt
eingehalten werden. Da es bei Verzögerungen zu Mehrkosten, beispielsweise in
Form von Konventionalstrafen kommt, soll das Prämienentgeltsystem der
Arbeiter am Bau an den fixen Fertigstellungstermin gekoppelt werden.
Welche Entgeltform erfüllt diese Anforderung? Nennen Sie die Entgeltform,
benutzen Sie die Abbildung 5A2 um die Entgeltkurve zu skizzieren und
beschriften Sie alle relevanten Elemente. (2,5 Punkte)

Entgeltform:

Skizze:

Abbildung 5A2:Prämienentgeltkurve,dieTermineinhaltungen berücksichtigt

d) Das Gießen eines Fundamentes eines Fertighauses nimmt normalerweise


zwei Stunden in Anspruch. Die Arbeiter am Bau bekommen ein fixes Entgelt
von 16 Euro pro fertigem Fundament und bei Einhaltung des Terminplans (2
Stunden) einen Bonus von 58% der 16 Euro pro Fundament. Bei Überschreitung
der zwei Stunden pro Fundament werden für die erste bis 30. Minute ¾ des
Bonus abgezogen und ab der 31. Minute gibt es keinen Bonus mehr. Der
Terminplan ist so ausgerichtet, dass möglichst viele Fundamente an einem
Arbeitstag von 8 Stunden gegossen werden können und es ist nur eine nicht
extra vergütete Überstunde gestattet.
5A) Entgelt und Motivation Seite 3 von 3

Wieviel Entgelt erhalten die Arbeiter, wenn sie den Terminplan einhalten bzw.
ein Fundament bedauerlicherweise 2,5 Stunden lang dauert? Machen Sie ihren
Rechenweg deutlich. (2 Punkte)

e) Bei der Vorstellung der neuen Prämienentgeltssysteme müssen Sie dem


Geschäftsführer auch erklären, welche Arbeitsmotive vor allem angesprochen
werden sollen.
Benennen Sie die zwei Kategorien der Arbeitsmotive und erklären Sie welche
der beiden durch die neuen Entgeltformen angesprochen wird. (1,5 Punkt)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 5A