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1A) Arbeitsorganisation Seite 1 von 2

Aufgabe 1A) Arbeitsorganisation

(10 Punkte)

a) Herr Gruber hat die Aufgabe bekommen, anhand eines Balkendiagramms


(Gantt Chart) einen Vorgangsknotennetzplan in MPM-Notation (Metra-
Potential-Methode) zu entwickeln. Entnehmen Sie dafür alle relevanten
Informationen des in Abbildung 1A1 dargestellten Gantt Charts und übertragen
diese in die in Abbildung 1A2 dargestellten Vorgangsknoten. Beachten Sie, dass
Sie nur für vollständig und richtig ausgefüllte Vorgangsknoten Punkte erhalten.
(5 Punkte)

(1) Analyse
(2) Konzeptentwicklung
Vorgänge

(3) Prototypenbau
(4) Erprobung

(5) Qualitätssicherung

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 t

Abbildung 1A1: Gantt Chart

Abbildung 1A2: Vorgangsknoten in MPM-Notation


1A) Arbeitsorganisation Seite 2 von 2

b) Vervollständigen Sie den in Abbildung 1A3 dargestellten


Vorgangknotennetzplan in MPM-Notation. Beachten Sie, dass Sie nur für
vollständig und richtig ausgefüllte Vorgangsknoten Punkte erhalten. (5 Punkte)

(1) (3) (4)


Vo rmontage Vo rmontage Vo rmontage
Bau gruppe A Bau gruppe B Bau gruppe C
4 1
8 0 0 0

(2) (5)
Vo rfertigung En d montage
Eigen teile
3 11 16 20
0

Abbildung 1A3: Vorgangsknotennetzplan in MPM-Notation

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 1A


1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen Seite 1 von 3

Aufgabe 1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen

(10 Punkte)

Im Kundenservice eines Kopiererherstellers kann der nachfolgend dargestellte


Arbeitsprozess beobachtet werden. Modellieren Sie den beschriebenen Prozess
unter Verwendung der Notation der erweiterten ereignisgesteuerten
Prozessketten (eEPK).

Wenn bei einem Kunden ein Defekt am Kopiergerät auftritt, ruft der Kunde den
Kundenservice an und meldet den Defekt. Während des Telefonats prüft der
Sachbearbeiter am Computer, ob für das betroffene Gerät ein Gerätestammsatz
vorliegt. Wenn kein Gerätestammsatz vorliegt, muss ein neuer Stammsatz
während des Telefongesprächs angelegt werden. Liegt ein Gerätestammsatz vor,
muss er auf Richtigkeit überprüft werden. In dem aktuellen Gerätestammsatz
müssen dann die vom Anrufer genannten Störungen erfasst werden.
Anschließend muss der Sachbearbeiter feststellen, zu welcher von drei
möglichen Vertragsarten der Kunde und sein defektes Gerät gehören. Liegt für
das betroffene Kundengerät ein „Stand-by-Wartungsvertrag“ vor, muss die
Reparatur des defekten Kopiergerätes innerhalb von fünf Stunden durchgeführt
werden. Im Fall eines Stand-by-Wartungsvertrages muss der Sachbearbeiter im
Anschluss an das Telefonat parallel einen Techniker im Außendienst sowie die
zuständige Führungskraft im Bereich Qualitätswesen informieren, um den
Auftrag weiterzuleiten. Handelt es sich nicht um einen Stand-by-Vertrag, muss
der Sachbearbeiter die Störung an den Kundendienstleiter melden, um den
Kundenauftrag an ihn zu übergeben. Für den Fall, dass es sich um eine
Garantieleistung handelt, gibt der Sachbearbeiter die genannten Störungen an
einen verfügbaren Techniker weiter, so dass der Auftrag für den Sachbearbeiter
abgeschlossen ist.

Betrachten Sie ausschließlich die Tätigkeiten des Sachbearbeiters. Benutzen Sie


für Ihre Lösung die Abbildung 1B1. Beachten Sie, dass zwei Elemente bereits
vorgegeben sind.
1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen Seite 2 von 3

Kopiergerät
defekt
1B) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen Seite 3 von 3

Auftrag
abgeschlossen

Abbildung 1B1: Modellierung mit eEPK.

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 1B


1C) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen Seite 1 von 1

Aufgabe 1C) Modellierung und Optimierung von Arbeitsprozessen

(5 Punkte)

Für die Modellierung von Arbeitsprozessen gibt es grundlegende


Flussprinzipien.

Stellen Sie die genannten Flussprinzipien graphisch nach DIN 66001 in


Tabelle 1C1 dar. (5 Punkte)

Tabelle 1C1: Flussprinzipien und deren graphische Darstellung nach DIN 66001
Flussprinzip Graphische Darstellung

Sequenz von
Aktivitäten

Nebenläufige
bzw.
simultane
Aktivitäten

Alternative
Aktivitäten

ODER-Rück-
kopplung

UND-Rück-
kopplung

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 1C


2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen Seite 1 von 3

Aufgabe 2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen

(10 Punkte)

a) Aufgrund häufiger Prozessunterbrechungen in der Fertigungsabteilung, sollen


die Zeitstrukturen bei AC Engineering analysiert werden.

Nennen Sie jeweils ein Beispiel für die Ablaufarten „störungsbedingtes“ und
„ablaufbedingtes Unterbrechen“ bezogen auf die Arbeitsperson und geben Sie
an, wie die beiden Ablaufarten in der Berechnung der Grundzeit berücksichtigt
werden? (2 Punkte)

Störungsbedingtes Unterbrechen

Beispiel:

Berücksichtigung bei Berechnung der Grundzeit:

Ablaufbedingtes Unterbrechen

Beispiel:

Berücksichtigung bei Berechnung der Grundzeit:


2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen Seite 2 von 3

b) Während der Einarbeitung in die REFA Unterlagen, sieht der Fertigungsleiter


von AC Engineering, dass parallel zur Zeitmessung der Leistungsgrad ermittelt
werden muss.

Was ist das Ziel der Leistungsgradbestimmung und anhand welcher Formel
kann der Leistungsgrad beobachtet werden? (2 Punkte)

Ziel Leistungsgradbestimmung:

Formel Leistungsgrad:

c) Nachdem sich ein Mitarbeiter darüber beschwert hat, dass er 15% seiner
Arbeitszeit damit verbringt, die Betriebsmittelstörungen aus der
Fertigungsabteilung zu beheben, beschließt der Abteilungsleiter eine
Multimomentuntersuchung durchzuführen. Er kann sich nicht vorstellen, dass
die Störungen durch die Maschine in der Fertigung mehr als 5% der Arbeitszeit
in Anspruch nehmen. Eine Multimomentuntersuchung mit 100 Beobachtungen
wird durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis, dass der nach dem Maximum-
Likelihood-Prinzip geschätzte Anteil störungsbedingter Unterbrechungen
p = 7,5% beträgt.

Berechnen Sie mit Hilfe der Formel (2.1) den statistischen Vertrauensbereich f1
des beobachteten Wertes p = 7,5% und entscheiden Sie, ob die Angaben des
Mitarbeiters und des Abteilungsleiters innerhalb des Vertrauensbereichs f1
liegen. Das Signifikanzniveau wurde auf α = 0,05 festgelegt. Machen Sie Ihren
Rechenweg deutlich. (4 Punkte)

𝑧𝛼2 ∙ 𝑝 ∙ (100 − 𝑝)
𝑁= zα = 1,96 (2.1)
𝑓2

Vertrauensbereich f1:
2A) Analyse der Zeitstruktur von Arbeitsprozessen Seite 3 von 3

Schlussfolgerung für die Angabe des Mitarbeiters:

Schlussfolgerung für die Angabe des Abteilungsleiters:

d) Um eine falsche Schlussfolgerung zu vermeiden, soll die statistische


Sicherheit auf 99% (zα = 2,58) erhöht werden. Wie viele Beobachtungen
müssten gemacht werden, um bei einem Vertrauensbereich von f = 1,5% die
gewünschte Sicherheit zu erhalten? (1 Punkt)

e) Wie würde sich der Vertrauensbereich f verändern, wenn die Anzahl der
Beobachtungen auf N = 10 000 erhöht würde? (1 Punkt)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 2A


2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 1 von 5

Aufgabe 2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse


mit MTM

(10 Punkte)

In der Firma Eckventil GmbH wurden die Montagearbeitsabläufe mit Hilfe des
MTM-Grundverfahrens analysiert. Ein untersuchter Arbeitsschritt besteht darin,
ein Eckprofil in eine passende Aussparung einer rechtwinkligen Platte zu
stecken (siehe Abbildung 2B1). Der für diesen Arbeitsschritt eingerichtete
Arbeitsplatz ist in Abbildung 2B2 skizziert.

A B

C
40cm 35cm
20cm
50cm E 55cm
D

E
Arbeitsperson

Abb. 2B1: Montage eines Eckprofils Abb. 2B2: Skizze des Arbeitsplatzes

Die Tabelle 2B1 enthält die durchgeführte MTM-Analyse des zu betrachtenden


Montageschritts. Nun sollen Optimierungspotentiale bzgl. der Ausführungszeit
des Montageschritts identifiziert werden. Geben Sie dazu für jede der in
Tabelle 2B2 genannten Kategorien genau eine Verbesserungsmöglichkeit des
Montageschritts an, die aus der durchgeführten MTM-Analyse abgeleitet
werden kann. Dabei ist die Funktion der Komponenten zu vernachlässigen.

Tragen Sie die Verbesserungsmöglichkeiten mit Angabe der Zeilennummer(n),


auf die sich die Änderungen auswirken, und der Auswirkung auf die MTM-
Analyse in die Tabelle 2B2 ein. Verwenden Sie dazu die Tabellen 2B3 bis 2B8.
Die aufgeführten Verbesserungen müssen nicht gemeinsam anwendbar sein und
dürfen nur einer Kategorie zugeordnet werden. Eine Neuberechnung der
benötigten Ausführungszeit ist nicht erforderlich.
2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 2 von 5

Tabelle 2B1: MTM-Analyse der Montage eines Eckprofils


linkte Hand rechte Hand

Nr. Beschreibung Kode TMU Kode Beschreibung

1 20,9 R55C Hinlangen zum


Behältnis B

2 7,3 G4A Greifen einer Platte

3 14,5 M35B Bringen zum


Arbeitsbereich C

4 G2 Umgreifen der Platte

5 2,0 RL1 Loslassen der Platte


innerhalb von C

6 Hinlangen zum R50C 19,6


Behältnis A

7 Greifen eines Eckprofils G4B 9,1

8 Bringen des Eckprofils M40A 15,8 (R16A) Hinlangen zur linken


zur rechten Hand (zum Hand (zum Punkt D,
Punkt D, oberhalb des oberhalb des Bereichs
Bereichs C) C)

9 5,6 G3 Übergabe des Eckprofils


an die rechte Hand (am
Punkt D)

10 11,7 M20C Bringen des Eckprofils


zur Aussparung E in der
Platte

11 G2 Ausrichten des
Eckprofils

12 47,8 P3NSE Einfügen des Eckprofils


in die Aussparung (feste
Passung)

13 2,0 RL1 Loslassen des Eckprofils


2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 3 von 5

Tabelle 2B2: Möglichkeiten der Optimierung der Montage

Zeile(n) Verbesserung Auswirkung auf die MTM-


Analyse

Anordnung der Gegenstände am Arbeitsplatz:

Anbringung zusätzlicher Hilfseinrichtungen am Arbeitsplatz:

Änderung des Arbeitsablaufs:

Umgestaltung des Produkts:


2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 4 von 5

Tabelle 2B3: Hinlangen


Bewe- Normzeitwerte in TMU
gungslänge R-C mR-A mR-B m-Wert für Beschreibung der Fälle
R-A R-B R-E
in cm R-D R-Am R-Bm B
bis 2 2 2 2 2 1,6 1,6 0,4
4 3,4 3,4 5,1 3,2 3 2,4 1 A Hinlangen zu einem Gegenstand, der sich
immer an einem genau bestimmten Ort befindet,
6 4,5 4,5 6,5 4,4 3,9 3,1 1,4
in der anderen Hand liegt oder auf dem die
8 5,5 5,5 7,5 5,5 4,6 3,7 1,8 andere Hand ruht.
10 6,1 6,3 8,4 6,8 4,9 4,3 2
12 6,4 7,4 9,1 7,3 5,2 4,8 2,6
14 6,8 8,2 9,7 7,8 5,5 5,4 2,8 B Hinlangen zu einem alleinstehenden
Gegenstand, der sich an einem von
16 7,1 8,8 10,3 8,2 5,8 5,9 2,9
Arbeitszyklus zu Arbeitszyklus veränderten Ort
18 7,5 9,4 10,8 8,7 6,1 6,5 2,9 befindet.
20 7,8 10 11,4 9,2 6,5 7,1 2,9
22 8,1 10,5 11,9 9,7 6,8 7,7 2,8
24 8,5 11,1 12,5 10,2 7,1 8,2 2,9 C Hinlangen zu einem Gegenstand, der mit
26 8,8 11,7 13 10,7 7,4 8,8 2,9 gleichen oder ähnlichen Gegenständen so
28 9,2 12,2 13,6 11,2 7,7 9,4 2,8 vermischt ist, dass er ausgewählt werden muss.
30 9,5 12,8 14,1 11,7 8 9,9 2,9
35 10,4 14,2 15,5 12,9 8,8 11,4 2,8
D Hinlangen zu einem Gegenstand, der klein ist
40 11,3 15,6 16,8 14,1 9,6 12,8 2,8
oder sehr genau oder mit Vorsicht gegriffen
45 12,1 17 18,2 15,3 10,4 14,2 2,8 werden muss.
50 13 18,4 19,6 16,5 11,2 15,7 2,7
55 13,9 19,8 20,9 17,8 12 17,1 2,7
60 14,7 21,2 22,3 19 12,8 18,5 2,7 E Verlegen der Hand in eine nicht bestimmte
65 15,6 22,6 23,6 20,2 13,5 19,9 2,7 Lage, sei es zur Erlangung des Gleichgewichts,
70 16,5 24,1 25 21,4 14,3 21,4 2,7 zur Vorbereitung der folgenden Bewegung oder
75 17,3 25,5 26,4 22,6 15,1 22,8 2,7 um die Hand aus der Arbeitszone zu entfernen.
80 18,2 26,9 27,7 23,9 15,9 24,2 2,7

Tabelle 2B4: Greifen


Kode TMU Beschreibung der Fälle
G1A 2 Zufassungsgriff: Greifen eines leicht zu fassenden, allein liegenden Gegenstandes.
G1B 3,5 Ankantgriff: Greifen eines sehr kleinen Gegenstandes oder eines Gegenstandes, der flach auf einer Ebene liegt.
G1C1 7,3 Ø > 12 bis ≤ 25 mm Abrollgriff: Greifen eines ungefähr zylindrischen Gegenstandes, wobei
G1C2 8,7 Ø ≥ 6 bis ≤ 12 mm dies durch Hindernisse von einer Seite und von unten erschwert wird.
G1C3 10,8 Ø < 6 mm
G2 5,6 Nachgreifen: Verlegen des Kontrollpunktes an einen Gegenstand, ohne die Kontrolle über diesen zu verlieren.
G3 5,6 Übergabegriff: Eine Hand übernimmt die Kontrolle über einen Gegenstand, während die andere Hand diese aufgibt.
G4A 7,3 > 25 × 25 × 25 mm Auswählgriff: Greifen eines mit anderen vermischten Gegenstandes, so
G4B 9,1 ≥ 6 × 6 × 3 bis ≤ 25 × 25 × 25 mm dass er ausgesucht und ausgewählt werden muss.
G4C 12,9 < 6 × 6 × 3 mm
Berührungsgriff: Durch Berührung genügend Kontrolle über einen Gegenstand erhalten, so dass die nachfolgende
G5 0 Grundbewegung ausgeführt werden kann.

Tabelle 2B5: Loslassen


Kode TMU Beschreibung Kode TMU Beschreibung
RL1 2 Durch Öffnen der Finger RL2 0 Durch Aufheben des Kontaktes

Tabelle 2B6: Fügen


Passungsklasse Handhabung
Symmetriefall
Kode Passung Einfügen Anfügetoleranz E D
S 5,6 11,2
P1 lose Kein Druck notwendig > ± 1,5 bis ≤ ± 6,0 mm SS 9,1 14,7
NS 10,4 16
S 16,2 21,8
P2 eng Leichter Druck notwendig > ± 0,4 bis ≤ ± 1,5 mm SS 19,7 25,3
NS 21 26,6
S 43 48,6
P3 fest Starker Druck notwendig > 0 bis ≤ ± 0,4 mm SS 46,5 52,1
NS 47,8 53,4
2B) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 5 von 5

Tabelle 2B7: Bringen


Normzeitwerte in TMU Mit Kraftaufwand/ Gewicht
Bewegungs-
Beschreibung der Fälle
länge in cm mM-B m-Wert Stat. Konst. Dynam.
M-A M-B M-C in daN/kg
M-Bm für B SC in TMU Faktor
bis 2 2 2 2 1,7 0,3 A Einen Gegenstand zur anderen
1 0 1 Hand oder gegen einen Anschlag
4 3,1 4 4,5 2,8 1,2
bringen
6 4,1 5 5,8 3,1 1,9
2 1,6 1,04
8 5,1 5,9 6,9 3,7 2,2
10 6 6,8 7,9 4,3 2,5
4 2,8 1,07
12 6,9 7,7 8,8 4,9 2,8
14 7,7 8,5 9,8 5,4 3,1
6 4,3 1,12
16 8,3 9,2 10,5 6 3,2
18 9 9,8 11,1 6,5 3,3 B Einen Gegenstand in eine
8 5,8 1,17 ungefähre oder unbestimmte
20 9,6 10,5 11,7 7,1 3,4
Lage bringen.
22 10,2 11,2 12,4 7,6 3,6 Spiel: > 25 mm
10 7,3 1,22
24 10,8 11,8 13 8,2 3,6
26 11,5 12,3 13,7 8,7 3,6
12 8,8 1,27
28 12,1 12,8 14,4 9,3 3,5
30 12,7 13,3 15,1 9,8 3,5
14 10,4 1,32
35 14,3 14,5 16,8 11,2 3,3
40 15,8 15,6 18,5 12,6 3 C Einen Gegenstand in eine
16 11,9 1,36 genau bestimmte Lage bringen.
45 17,4 16,8 20,1 14 2,8
Spiel: >12 bis ≤ 25 mm
50 19 18 21,8 15,4 2,6
18 13,4 1,41
55 20,5 19,2 23,5 16,8 2,4
60 22,1 20,4 25,2 18,2 2,2
20 14,9 1,46
65 23,6 21,6 26,9 19,5 2,1
70 25,2 22,8 28,6 20,9 1,9
75 26,7 24 30,3 22,3 1,7 22 16,4 1,51
80 28,3 25,2 32 23,7 1,5

Tabelle 2B8: Gleichzeitigkeit von Bewegungen


Trennen Fügen Greifen Bringen Hinlangen
D P G M R
1NS 1A
1E 1SS 1B A C A
2 2SS 1S 4 2 C B B
1D 2S 1C Bm D E
2NS 5
D E D E D E D E O W O W O W O W O W O W
A, E
Hinlangen
B
R
C, D

A, Bm
Bringen
B
M
C

1A, 2, 5
Grundbewegungen, die in dieser Tabelle
Greifen nicht enthalten sind:
1B, 1C
G
4 T Drehen: Normalerweise leicht mit
allen Grundbewegungen, außer,
1S wenn das Drehen kontrolliert ist
Fügen oder mit einem Trennen vorkommt
1SS, 2S
P AP Drücken: Jeden Fall untersuchen
1NS, 2SS, 2NS
P3 Fügen: Immer schwierig
Trennen 1E, 1D D3 Trennen: Normalerweise schwierig
D 2 RL Loslassen: Immer leicht
Möglichkeiten der gleichzeitigen Ausführung: D Trennen: Jede Passungsklasse
W: innerhalb des normalen Blickfeldes kann schwierig sein, wenn Übung
= leicht bzw. Vorsicht erforderlich ist
= mit Übung O: außerhalb des normalen Blickfeldes
E: einfach zu handhaben wegen Verletzungs-/Beschädi-
= schwierig, Bewegung gungsgefahr
nacheinander D: schwierig zu handhaben
analysieren

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 2B


2C) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse mit MTM Seite 1 von 1

Aufgabe 2C) Modellierung und Optimierung manueller Arbeitsprozesse


mit MTM

(5 Punkte)

In der Firma Drucktasten GmbH werden zur Produktion unter anderem Pressen
eingesetzt, für deren Auslösung aus Sicherheitsgründen beide Hände aus dem
Arbeitsbereich entfernt werden müssen. Im Folgenden soll der beidhändige
Auslösevorgang für eine solche Presse mit Hilfe des MTM-Grundverfahrens
analysiert werden.

Zunächst greift die Arbeitsperson mit beiden Händen zu den jeweils 30 cm vom
Ausgangspunkt entfernten Auslösetastern. Anschließend werden beide Taster
gedrückt (ca. 2 cm) und über eine Zeit von 30 TMU gehalten. Zum Schluss
werden die Auslösetaster losgelassen.

Analysieren Sie den oben beschriebenen Arbeitsschritt und tragen Sie die
MTM-Kodierungen sowie die benötigten Zeiten in die Tabelle 2C1 ein.
Verwenden Sie hierzu die Tabellen 2B3 bis 2B8 aus Aufgabe 2B. Eine
Aufsummierung der insgesamt benötigen Zeit ist nicht erforderlich.

Hinweis: Eine anhaltende Aktion, die nicht durch eine andere Aktion
unterbrochen wird, wird durch den Kode „PT“ (engl. process time) in der Spalte
der rechten Hand analysiert.

Tabelle 2C1: Analyse des Auslösevorgangs einer Presse

Kodierung Kodierung
TMU
linke Hand rechte Hand

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 2C


3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 1 von 4

Aufgabe 3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung

(10 Punkte)

a) Ein Maschinenhersteller plant eine seiner angebotenen Maschinen


hinsichtlich ihrer Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit zu optimieren.
Abbildung 3A1 zeigt eine Ausführungsvariante mit drei Systemen, die
hinsichtlich der Nichtverfügbarkeit identische Subkomponenten K i (i=1,...,9)
enthält. Die Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit für die einzelnen
Subkomponenten liegt bei jeweils 0,4. Dieser Wert schließt Fehlbedienung
durch den Maschinenführer ein. Berechnen Sie die
Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeiten der in Abbildung 3A1 gezeigten
Systeme A, B und C zunächst separat und berechnen Sie anschließend die
Nichtverfügbarkeitswahrscheinlichkeit für die gesamte Ausführungsvariante.
Geben Sie die Formeln zur Berechnung der Nichtverfügbarkeits-
wahrscheinlichkeiten an und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. Runden Sie
auf drei Nachkommastellen genau. (4,5 Punkte)

Abbildung 3A1: Ausführungsvariante der zu optimierenden Maschine mit den


jeweiligen Systemen A, B, und C und den zugehörigen Komponenten K i
(i=1,...,9).
3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 2 von 4
3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 3 von 4

b) Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung werden Maßnahmen des


Arbeitsschutzes abgeleitet. Technische Maßnahmen können unmittelbar,
mittelbar und hinweisend ausgeführt werden. Erläutern Sie in Tabelle 3A1 was
unmittelbare Maßnahmen, mittelbare Maßnahmen und hinweisende Maßnahmen
sind und geben Sie zusätzlich ein Beispiel für jede Maßnahme an, auf die bei
einer Gefährdung durch elektrische Spannung in einem Elektromotor
zurückgegriffen werden könnte. (4,5 Punkte)

Tabelle 3A1: Technische Maßnahmen


Maßnahmenerläuterung Beispiel
unmittelbar

mittelbar

hinweisend
3A) Arbeitsschutz und sicherheitstechnische Arbeitsgestaltung Seite 4 von 4

c) Nennen Sie genau zwei Gegebenheiten, die eine Aktualisierung der


Gefährdungsbeurteilung in einem Betrieb notwendig machen. (1 Punkt)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3A


3B) Arbeitsökologie Seite 1 von 2

Aufgabe 3B) Arbeitsökologie

(10 Punkte)

Im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen in einem produzierenden


Unternehmen werden einigen Mitarbeitern neue Arbeitsplätze zugewiesen.

a) Herr Bayram soll an einem Arbeitsplatz mit einer handgeführten Maschine


zur Herstellung von Autoteilen arbeiten, von der bekannt ist, dass sie einen
hohen Schalldruckpegel von 90 dB(A) erzeugt. Den Rest seiner Arbeitszeit
verbringt Herr Bayram an einer vergleichsweise leisen Arbeitsstation, deren
Schalldruckpegel 35 dB(A) beträgt. Ein Takt zur Herstellung eines Autoteils
dauert 5 Minuten. Gemäß einer Betriebsvereinbarung soll kein Mitarbeiter einer
Tageslärmexposition von mehr als 75 dB(A) ausgesetzt sein. Berechnen Sie, wie
viele Autoteile Herr Bayram maximal an einem Arbeitstag (8h) an der Maschine
herstellen darf. Machen Sie Ihren Lösungsansatz und Ihren Rechenweg deutlich.
(6 Punkte)

Formel:
1
L pAm (T ) =
10 ⋅ log ∑i ⋅
L pAi /10
t 10
T i
3B) Arbeitsökologie Seite 2 von 2

b) Lärmschwerhörigkeit ist die in Deutschland am häufigsten anerkannte


Berufskrankheit. Unterschiedlichste Maßnahmen zum Lärmschutz sind in vielen
Unternehmen erforderlich. Kreuzen Sie in der Tabelle 3B1 an, ob es sich bei den
genannten Lärmschutzmaßnahmen um technischen, organisatorischen oder
persönlichen Lärmschutz handelt. (4 Punkte)

Tabelle 3B1: Zuordnung von Lärmschutzmaßnahmen


Lärmschutz Technischer Organisa- Persönlicher
Lärmschutz torischer Lärmschutz
Lärmschutz

Sicherheitstechnische Fortbildung

Kapselung von geräuschintensiven


Arbeitsplätzen

Minderung der Lärmentstehung


durch den Einsatz geräuscharmer
Arbeitsverfahren

Tragen von Gehörschutz

Kennzeichnung des Lärmbereichs

Durchführung
arbeitsmedizinischer
Vorsorgeuntersuchungen

Einweisung neuer Mitarbeiter

Aufstellen von
Lärmminderungsprogrammen

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3B


3C) Produktionsergonomie Seite 1 von 6

Aufgabe 3C) Produktionsergonomie

(10 Punkte)

Die Schraubenfabrik GmbH stellt ausschließlich Schüttgut her und plant die
Produktion um ein Lager zu erweitern. Die Arbeitsvorbereitung beschäftigt sich
mit der Arbeitsplatzgestaltung und wendet dabei die Leitmerkmalmethode für
das Heben, Halten und Tragen von Lasten an. Folgende Informationen stehen
dafür zur Verfügung. Mit Hilfe arbeitswissenschaftlicher Gestaltungsgrundsätze
konnte der Arbeitsplatz bereits so geplant werden, dass eine aufrechte und nicht
verdrehte Körperhaltung vorliegen wird, die Last sich am Körper befinden wird
und gute ergonomische Ausführungsbedingungen angenommen werden dürfen.
Die Taktzeit zur Befüllung von einem Schüttgutbehälter beträgt genau
6 Minuten und 24 Sekunden. Ein gefüllter Schüttgutbehälter enthält 360
Einzelteile, die jeweils 100 g wiegen. Es wird geplant, dass die gefüllten
Schüttgutbehälter jeweils vom Band auf einen Gabelstapler (anschließend fährt
die Arbeitsperson den Gabelstapler zum Lager) und vom Gabelstapler in das
Lager umgesetzt werden. Jeder Umsetzvorgang dauert ca. 4 Sekunden. An dem
Arbeitsplatz wird genau 1 männliche Arbeitsperson, die normal belastet werden
kann, über die Schicht von 8 Stunden arbeiten.

a) Bestimmen Sie mit Hilfe der Tabellen 3C1 bis 3C4 Zeit-, Last-, Haltungs-
und Ausführungsbedingungswichtung und stellen Sie den Rechenweg für die
Zeit- und Lastwichtung dar. Tragen Sie die Ergebnisse in Tabelle 3C6 ein.
Geben Sie anschließend die Formel zur Berechnung des Punktwertes an,
berechnen Sie diesen und bestimmten Sie anhand der Tabelle 3C5 den
Risikobereich. (5 Punkte)

Rechenweg Zeitwichtung:

Rechenweg Lastwichtung:
3C) Produktionsergonomie Seite 2 von 6

Tabelle 3C6: Zeit-, Last-, Haltungs- und Ausführungsbedingungswichtung

Zeitwichtung

Lastwichtung

Haltungswichtung

Ausführungsbedingungswichtung

Bestimmung des Punktwerts (Formel angeben!):

Risikobereich: _____

b) Die Belastung der Arbeitsperson soll verringert werden. Die Taktzeit, das
Gewicht der Einzelteile, die Anzahl der Arbeitspersonen und die Schichtdauer
dürfen aus diversen Gründen nicht verändert werden. Es muss weiterhin
möglich sein, genau 360 Einzelteile an den Kunden auszuliefern. Machen Sie
deutlich, welche Gestaltungsmaßnahme Sie auf Grundlage der
Leitmerkmalmethode für den Arbeitsplatz vorschlagen und bestimmen Sie die
daraus folgenden Wichtungen. Berechnen Sie den Punktwert erneut und
bestimmten Sie den Risikobereich. Machen Sie Ihren Rechenweg deutlich.
(5 Punkte)

Gestaltungsmaßnahme für den Arbeitsplatz:


3C) Produktionsergonomie Seite 3 von 6

Bestimmung der aus der Gestaltungsmaßnahme folgenden Wichtungen:

Berechnung des Punktwerts:

Risikobereich: _____
3C) Produktionsergonomie Seite 4 von 6

Tabelle 3C1: Bestimmung der Zeitwichtung

Hebe- oder Umsetzvorgänge (< 5 s)


Zeitwichtung
Anzahl am Arbeitstag

< 10 1

10 bis < 40 2

40 bis < 200 4

200 bis < 500 6

500 bis < 1000 8

≥ 1000 10

Tabelle 3C2: Bestimmung der Lastwichtung

Lastgewicht für Männer Lastgewicht für Frauen Lastwichtung

< 10 kg < 5 kg 1

10 kg bis < 20 kg 5 kg bis < 10 kg 2

20 kg bis < 30 kg 10 kg bis < 15 kg 4

30 kg bis < 40 kg 15 kg bis < 25 kg 7

≥ 40 kg ≥ 25 kg 25
3C) Produktionsergonomie Seite 5 von 6

Tabelle 3C3: Bestimmung der Haltungswichtung

Haltungs-
Körperhaltung, Position der Last
wichtung
 Oberkörper aufrecht und nicht verdreht 1
 Last am Körper
 geringes Vorneigen oder Verdrehen des Oberkörpers 2
 Last am Körper oder körpernah
 tiefes Beugen oder weites Vorneigen 4
 Last körperfern oder über Schulterhöhe
 weites Vorneigen mit gleichzeitigem Verdrehen des 8
Oberkörpers bei körperferner Last
 Hocken oder Knien

Tabelle 3C4: Bestimmung der Auführungsbedingungswichtung

Ausführungs-
Ausführungsbedingung
bed.wichtung
gute ergonomische Bedingungen, z.B. ausreichend Platz, ebener 0
rutschfester Boden, ausreichend beleuchtet
Einschränkung der Bewegungsfreiheit und ungünstige ergono- 1
mische Bedingungen (z.B. Bewegungsraum durch zu geringe
Höhe oder durch eine Arbeitsfläche unter 1,5m² eingeschränkt)
stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit und/oder Instabilität des 2
Lastschwerpunktes (z.B. Patiententransfer)
3C) Produktionsergonomie Seite 6 von 6

Tabelle 3C5: Bewertung

Risikober. Punktwert Beschreibung


1 < 10 Geringe Belastung, Gesundheitsgefährdung durch
körperliche Überbeanspruchung ist unwahrscheinlich.
2 10 bis < 25 Erhöhte Belastung, eine körperliche
Überbeanspruchung ist bei vermindert belastbaren
Personen1 möglich. Für diesen Personenkreis sind
Gestaltungsmaßnahmen sinnvoll.
3 25 bis < 50 Wesentlich erhöhte Belastung, körperliche Über-
beanspruchung ist auch für normal belastbare Personen
möglich. Gestaltungsmaßnahmen sind angezeigt.
4 ≥ 50 Hohe Belastung, körperliche Überbeanspruchung ist
wahrscheinlich. Gestaltungsmaßnahmen sind
erforderlich.
1
Vermindert belastbare Personen sind in diesem Zusammenhang beschäftigte,
die älter als 40 oder jünger als 21 Jahre alt oder „Neulinge“ im Beruf sind.

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3C


Aufgabe 3D) Produktionsergonomie Seite 1 von 2

Aufgabe 3D) Produktionsergonomie

(5 Punkte)

Bei der Einrichtung eines neuen Schweißarbeitsplatzes wurde statische


Haltearbeit als ein gesundheitskritischer Belastungsfaktor identifiziert. Aus
diesem Grund soll geprüft werden, ob die Arbeitsperson die geplante Tätigkeit
mit vertretbarem Risiko durchführen kann. Mit der nachfolgenden Formel kann
die maximal vertretbare Haltezeit T bei statischer Muskelarbeit in Abhängigkeit
der Haltekraft k und der Maximalkraft K bestimmt werden.

( ) ( ) ( )

a) Der gesamte Schweißvorgang ist als statische Haltearbeit des Schweißgeräts


mit einer Masse von 17,5 kg zu betrachten und hat eine Dauer von 4 Minuten.
Für die potenziellen Arbeitspersonen wurden Maximalkräfte beim Halten
zwischen 800 N und 1000 N ermittelt. Vergleichen Sie die maximale Haltezeit
bei statischer Muskelarbeit mit der geplanten Tätigkeitsdauer beim Schweißen.
Können alle potenziellen Arbeitspersonen die Tätigkeit ausführen? Nutzen Sie
eine Fallbeschleunigung von 10 m/s² und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich.
(3 Punkte)
Aufgabe 3D) Produktionsergonomie Seite 2 von 2

b) Der Blutbedarf und die Blutversorgung unterscheiden sich in Abhängigkeit


der Tätigkeit. Im Ruhezustand sind sowohl Blutbedarf als auch die
Durchblutung gleich und auf konstant niedrigem Niveau. Skizzieren Sie die
Höhe von Blutbedarf und Durchblutung jeweils für statische und dynamische
Arbeit qualitativ als Balken in Abbildung 3D1. (2 Punkte)
hoch
mittel
gering

Blutbedarf Durchblutung Blutbedarf Durchblutung

statische Arbeit dynamische Arbeit

Abbildung 3D1: Blutbedarf und Durchblutung bei statischer und dynamischer


Arbeit

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 3D


4A) Prooduktergon
nomie Seite 1 von 3

Aufgabe 4A) Prrodukterg


gonomie

(10 Puunkte)

Die M
Mustermannn Küchen n-Fachgescchäfte mö öchten Ein nbauküchhen anbietten, die
ergonoomischen Kriterien gerecht w werden. Daher
D ollen sie dden Arbeitsplatz
wo
Küche sinnvoll und gesun ndheitsförrderlich geestalten und ihren KKunden zu
z einer
ergonoomischen Küche in einem m sicherren, kom mfortablenn Arbeitssumfeld
verhelffen. Bei den
d anthrop pometriscchen Berecchnungen werden ddie Werte aus der
Körperrmaßtabellle nach Abbildung
A g 4A1 verw wendet. Außerdem
A m wird von n einer
gemitteelten Schuuhsohlend
dicke von 335 mm au usgegangen n.

Abbilddung 4A1: Körperm


maße einerr stehendeen Person

a) Es sollen höhenverst
h tellbare A
Arbeitsfläcchen ang
geboten w werden, so dass
Benutzzer währeend der Tätigkeit keine falsche
f Körperhaltu
K ung einnehmen.
Berechhnen Sie hierzu
h den
n Abstand zwischen n dem Bod den und deer Oberkaante der
Küchennplatte inn der untersten Stelllung, so dass
d ein Großteil
G dder Benutzzer mit
einer kkomfortablen Haltunng (Ober- und Unteerarm bildden einen W Winkel vo on 90°)
ihre Tätigkeit ausüben
a kaann. Beacchten Sie dabei einne durchscchnittlichee Höhe
von 2,,5 cm für Objekte, die auf dder Kücheenplatte bearbeitet
b werden können.
k
Tragenn Sie diie Nr. des d Maßßes, das Perzentill und G Geschlechtt (vgl.
Abbilddung 4A1)) in Tabellle 4A1 einn und macchen Sie Ihren
I Rechhenweg deeutlich.
(3 Punnkte)
4A) Produktergonomie Seite 2 von 3

Tabelle 4A1: Maß für die Höhe der Küchenplatte


Maß Nr. Perzentil Geschlecht (M/F)

Rechenweg:

b) Berechnen Sie den notwendigen Abstand zwischen dem Boden und der Höhe
der knopfartigen Griffe der Hänge- und Unterschränke, so dass der Großteil der
Benutzer diese stehend mit den Füßen fest auf dem Boden (Arm senkrecht nach
oben bzw. nach unten ausgestreckt und ohne sich zu bücken) erreichen kann.
Tragen Sie hierzu die Nr. des verwendeten Maßes, das Perzentil und Geschlecht
(vgl. Abbildung 4A1) in Tabelle 4A2 bzw. 4A3 ein und machen Sie Ihren
Rechenweg deutlich. (5 Punkte)

Tabelle 4A2: Griffhöhe der Hängeschränke


Maß Nr. Perzentil Geschlecht (M/F)

Rechenweg für die Griffhöhe der Hängeschränke:

Tabelle 4A3: Griffhöhe der Unterschränke


Maß Nr. Perzentil Geschlecht (M/F)

Rechenweg für die Griffhöhe der Unterschränke:


4A) Produktergonomie Seite 3 von 3

c) An dem Gasherd soll in Blickrichtung auf die Küchenwand eine Notanzeige


platziert werden, die aufleuchtet wenn ein Gasleck vermutet wird, so dass dieses
sofort bemerkt und die Gaszufuhr ausgeschaltet werden kann. Berechnen Sie
hierzu die kleinstmögliche Höhe der Anzeige (Abstand vom Boden aus
gemessen), so dass die Mehrheit der Benutzer diese auch ohne Schuhwerk
stehend am Herd (Augen senkrecht auf die Anzeige gerichtet) problemlos
erkennen kann. Tragen Sie hierzu die Nr. des verwendeten Maßes, das Perzentil
und Geschlecht (vgl. Abbildung 4A1) in Tabelle 4A4 ein und geben Sie das
Ergebnis an. (2 Punkte)

Tabelle 4A4: Notanzeige an der Küchenwand


Maß Nr. Perzentil Geschlecht (M/F)

Die Höhe der Notanzeige (in mm):

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 4A


4B) Produktergonomie II Seite 2 von 6

Tabelle 4B2: Durch die Arbeitsperson erreichbare Anforderungen für


verschiedene Stellteilfamilien (rotatorisch)
Erreichbarkeit der Bewegungs- Nummer der Stellteilfamilie
Anforderungen merkmal
Stell- Stellge- Stell- Achsen und Diskrete Konti-
genauig- schwindig- kraft Richtung der Bewegung nuierliche
keit keit Bewegung Bewegung

X+/–Y+ Z+/– 23 33

X+ Y– 20 28

X+Y+/– 17 26

X+Y+ 22 32

X+ 22 31

X+Y– 24 34

X–Y+ 20 28

X–Y+ Z+/– 22 31

X– 22 32

X–Y+ Z– 24 34

Y+/– 21 30

Y+/– 20 29

Y+/– 18 27

Y+ 24 35

Y+ Z– 25 36

Y– 24 35

Y– 25 36

Y– 22 31
4B) Produktergonomie II Seite 3 von 6

Tabelle 4B3: Aufstellung Stellteiltypen und deren Merkmale (Auswahl)


Rotatorische Stellteile

Nr. Stellteiltyp Typische Merkmale (spezifische


Beispiele Aufgabenanforderungen)

Unbeabsichtigtes
Sichtkontrolle

Tastkontrolle

Reinigungs-
möglichkeit
Handschuh
Stellen mit
Stellen
17 Fingerhebel

18 Kantenwalze

Drehschieber

19 Stanzgriff

20 Versenkter
Knebelknopf

Zeigerknopf

Schlüssel-
schalter
21 Gerändelter
Rundknopf

Glatter
Knopf

Geriffelter
Knopf
4B) Produktergonomie II Seite 4 von 6

27 Daumenrolle

28 Rundknopf
mit Skala
29 Drehknebel

Flügelmutter-
artiges
Stellteil
30 Knopf mit
geriffelter
Kante
4B) Produktergonomie II Seite 5 von 6

Tabelle 4B4: Merkmale entsprechend der Aufgabenstellung

Bewegungsmerkmale Geforderte Ausprägung

1.Bewegungsart rotatorisch

2.Bewegungsachse

3.Bewegungsrichtung

4.Kontinuität der Bewegung


Verwendbare Stellteil-
familien nach 1. – 4.
Geforderter Anforderungsgrad
Allgemeine Merkmale Vernach- Gering Mittel Hoch Sehr
lässigbar hoch

5.Stellgenauigkeit

6.Stellgeschwindigkeit

7.Stellkraft
Verwendbare Stellteil-
familien nach 1. – 7.
Geforderter Anforderungsgrad
Kommunikative und
sicherheitstechnische Vernach- Gering Mittel Hoch Sehr
Kriterien lässigbar hoch

8.Sichtkontrolle

9.Tastkontrolle

10.Unbeabsichtigtes Stellen

11.Stellen mit Handschuhen

12.Reinigungsmöglichkeit
Verwendbares Stellteil
nach 1. – 12.
4B) Produktergonomie II Seite 6 von 6

b) Eine Autobetonpumpe wird bei Gleisbauarbeiten zum Betonieren des


Gleisbettes eingesetzt. Dies geschieht im laufenden Bahn-Betrieb. Dabei warnen
Signalhörner die Bauarbeiter und Maschinenführer im Gleisbereich vor
herannahenden Zügen. Der Betonpumpenmaschinenführer muss während der
Arbeiten einen Gehörschutz tragen. Dabei handelt es sich um einen Gehörschutz
mit integriertem Sprechfunk für die Kommunikation mit dem Vorarbeiter.
Dieser dämmt die Außengeräusche um 35 dB(A). Der Maschinist hört aus den
innen liegenden Lautsprechern des Gehörschutzes die Anweisungen des
Vorarbeiters aus dem Sprechfunk mit einer Lautstärke von 60 dB(A).
Berechnen Sie zunächst die Unterschiedsschwelle für die Lautstärke innerhalb
des Gehörschutzes mit Hilfe der entsprechenden Weber-Konstante k = 0,048.
Runden Sie das Ergebnis ganzzahlig auf. Ermitteln Sie anschließend, welche
Lautstärke ein akustisches Warnsignal mindestens haben muss, damit der
Betonpumpenmaschinist mit Sprechfunk-Gehörschutz einen Unterschied bzgl.
der Lautstärken wahrnehmen kann. Geben Sie die verwendeten Formeln an und
machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. (3 Punkte)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 4B


4C) Computergestützte Büroarbeit Seite 1 von 3

Aufgabe 4C) Computergestützte Büroarbeit

(10 Punkte)

In der Firma Tec sollen in einem 20 m2 großen Büroraum, der bislang


ausschließlich für einfache Bürotätigkeiten genutzt wurde, zusätzlich technische
Zeichnungen angefertigt werden. Der Raum soll hinsichtlich seiner Beleuchtung
ergonomisch bewertet und gegebenenfalls neu gestaltet werden. Der Raum wird
durch 5 Lampen mit jeweils 2 Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet, welche einen
ebenen Öffnungswinkel des Lichtkegels von ω = 40° besitzen.
Mittels eines Luxmeters wird eine Beleuchtungsstärke von E = 900 Lux
gemessen. Gehen Sie von einer konstanten Beleuchtungsstärke im Raum aus.

Tabelle 4C1: Nennbeleuchtungsstärken [lx] nach DIN EN 12464-1


Art der Tätigkeit Nennbeleuchtungsstärken [lx]
nach DIN
Grobe Montagearbeit 250
Montagearbeit 1000
Feine Montagearbeit 1500
Grobe Arbeit an Werkzeugmaschinen 250
Arbeit an Werkzeugmaschinen 500
Feine Arbeit an Werkzeugmaschinen 1000
Technisches Zeichnen 1000
Büroarbeit 500

Der Raumwinkel lässt sich auf den ebenen Öffnungswinkel ω des Lichtkegels
mit Hilfe folgender Formel zurückführen:
  ω 
Ω = 2π 1 − cos  
  2 
a) Reicht die in dem Büroraum gemessene Beleuchtungsstärke für Büroarbeit
aus? Begründen Sie Ihre Antwort mit Hilfe von Tabelle 4C1. (1 Punkt)
4C) Computergestützte Büroarbeit Seite 2 von 3

b) Durch Verschmutzung und Alterung ist der Lichtstrom pro Leuchtstoffröhre


um 20% reduziert. Welche Beleuchtungsstärke kann durch einen Austausch der
Leuchtstoffröhren theoretisch erreicht werden? Nennen Sie die verwendete
Formel und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. Geben Sie das Ergebnis in
Lux an. (1,5 Punkte)

c) Reicht die im Büroraum erreichte Beleuchtungsstärke mit den neuen


Leuchtstoffröhren für technisches Zeichnen aus? Begründen Sie Ihre Antwort
mit Hilfe von Tabelle 4C1. (1 Punkt)

d) Berechnen Sie den Lichtstrom Φ pro neuer Leuchtstoffröhre. Nennen Sie die
verwendete Formel und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. Geben Sie das
Ergebnis in Lumen an. (1,5 Punkte)
4C) Computergestützte Büroarbeit Seite 3 von 3

e) Berechnen Sie die Lichtstärke I pro neuer Leuchtstoffröhre. Nennen Sie die
verwendete Formel und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. Geben Sie das
Ergebnis in Candela an. (2 Punkte)

In einem benachbarten Büroraum befindet sich ein weiterer


Computerarbeitsplatz. Dieser Arbeitsplatz hat eine Arbeitsfläche von
AB=2,5 m2 und wird von einer Leuchte mit einem Nennlichtstrom von
Ф=3000 lm beleuchtet. Der Raumwinkel des Lichtkegels dieser Leuchte beträgt
Ω=1,2 sr.

f) Wie groß ist die Leuchtdichte, die unter diesen Bedingungen auf der
Arbeitsfläche A B als reflektierende Fläche erzeugt wird? Nennen Sie die
verwendete Formel und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. Geben Sie das
Ergebnis in Candela pro m2 an. (1,5 Punkte)

g) Wie groß ist der reflektierte Lichtstrom der Leuchte [Фr] bei einem
Reflexionsgrad der Arbeitsfläche von ρ=0,2? Nennen Sie die verwendete
Formel und machen Sie Ihren Rechenweg deutlich. Geben Sie das Ergebnis in
Lumen an. (1,5 Punkte)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 4C


5A) Entgelt und Motivation Seite 1 von 3

Aufgabe 5A) Entgelt und Motivation

(10 Punkte)

a) Mit Hilfe einer Arbeitsbewertung wird die anforderungsabhängige


Entgeltdifferenzierung vorgenommen, um beispielsweise das Ausgangsniveau
beim Prämienentgelt festzulegen.
Benennen und tragen Sie die fehlenden Schritte der zwei Bewertungsformen an
den markierten Stellen in Abbildung 5A1 ein. (4 Punkte)

Abbildung 5A1: Schritte der Bewertungsformen

b) Beim Zulieferer „Automotive“ wurde nach einer Arbeitsbewertung ein


proportional ansteigender Akkordlohn eingeführt, um das Produzieren von
Zündspulen leistungsabhängig zu entlohnen. Als Normalleistung eines
durchschnittlich schnell arbeitenden Mitarbeiters wurden 165 Stück pro Stunde
angesetzt, die mit 8,50 € vergütet werden. Die Geschäftsführung fordert jedoch
zukünftig einen Prämienlohn mit einem Basisentgelt von 8,00 € für bis zu 165
Zündspulen pro Stunde und eine Mengenprämie von 0,50 € pro zusätzlich
erreichter Stufe (5 weitere Zündspulen = 1 Stufe) über diese Normalleistung
hinaus.

Bei welcher Entgeltform (Akkordentgelt oder Prämienentgelt mit


Mengenprämie) verdient ein Mitarbeiter/-inn mehr, wenn er/sie eine
5A) Entgelt und Motivation Seite 2 von 3

durchschnittliche Leistung von 170 Zündspulen bzw. 180 Zündspulen in der


Stunde erbringt? Geben Sie den Rechenweg an und stellen Sie den
Stundenverdienst in Abhängigkeit von der Anzahl produzierter Zündspulen
(Leistungsergebnis) im Koordinatensystem (Abbildung 5A2) bei Akkord- und
Prämienlohn dar. (3 Punkte)

Abbildung 5A2: Stundenverdienst in Abhängigkeit von der Anzahl gefertigter


Zündspulen bei Akkord- und Prämienlohn
5A) Entgelt und Motivation Seite 3 von 3

c) Bei Gruppen- oder Teamarbeit kann es nicht ohne Weiteres eine gleiche
Entgelteingruppierung aller Mitglieder geben, weil die Gruppenaufgabe in aller
Regel aus Einzelaufgaben mit unterschiedlichen Anforderungen im Sinne des
Genfer Schemas zusammengesetzt ist. Deshalb kann die Verteilung eines
kollektiv ermittelten Mehrverdienstes (Gruppenprämie) auf einzelne Mitarbeiter
grundsätzlich auf drei verschiedene Arten erfolgen. Benennen Sie die drei
verschiedenen Arten der Gruppenprämie. (1,5 Punkte)

d) Die anforderungsabhängige Ausgestaltung eines Entgeltsystems soll einen


Beitrag zur Leistungsmotivation bringen. Bennen Sie die zwei Kategorien der
Arbeitsmotive und erklären Sie, welche der beiden durch ein Entgeltsystem
angesprochen werden soll. (1,5 Punkte)

Erreichte Punkte in Teilaufgabe 5A