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Ein Standard-Nachschlagewerk

der theoretischen und


angewandten Physik: Definitionen
dtv-Lexikon.
und ErläuterungenvonBegriffen,
Gesetzen und Vorgängen, ein der Physik
umfassender Überblick über den
gegenwärtigen Stand der
Forschung und Entwicklung.
Rund 12000 Stichwörter mit
Literaturangaben,
1700 Zeichnungen und 200 Fotos.

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DM 7.80

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Deutscher
Taschenbuch
I Band 4
Verlag Glu-Kel
Glühkathodengleichrichter
Lizenzausgabe der völlig neubearbeiteten und erweiterten 3. Auf- Glühbehandlung von Metallen, ins- mit steigender Temperatur immer
lage des »Lexikon der Physik« in 3 Bänden, hrsg. von Hermann besondere von Eisen hat den Zweck, mehr ins kurzwellige Gebiet. Die
Franke, Frankh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart die bei der Herstellung und Verarbei- kann zu einer Abschätzung der GI
tung entstandenen Kornverformun- temperatur mittels der G. benützt
gen sowie die damit verbundene Ver- werden. Man kann dabei folgende
festigung aufzuheben, soweit dies für Stufen unterscheiden:
Das Verzeichnis der Mitarbeiter und Bemerkungen zur Benutzung die spätere Verwendung bzw. für die
400 °C Grauglut,
des Lexikons sind in Band 1 zu finden Weiterverarbeitung erforderlich ist. 525 °C beginnende
Bei der Rekristallisationsglühung, die
bei Eisenblech bei 650 bis 720 °C aus- bar),
700 °C Dunkelrotglut,
‚eführt wird, bilden sich aus den ver-
850 °C Kirschrotglut,
formten Körnern zunächst schr kleine 950
BESannh
neue Körner, die mit der Zeitdauer °C Hellrotglut,
der Glühung wachsen. er
In anderen Fällen erhitzt man bis 1500 °C volle Weißglut.
über den Umwandlungspunkt des
Stahls (auf 900 bis 940 °C) und kühlt Oberhalb 2400 °C ändert sich die Far-
anschließend rasch ab. Man muß be eines glühenden Körpers nicht
dann meist noch bei tieferer Tempe- mehr merklich (s. a. Grauglut). [9]
tur nachglühen. Glühkathode, Kathodeeines Elektro-
Folgende Begriffe sind bei der G. üb- nengeräts, die direkt oder indirekt (s.
lich: Spannungsfreiglühen zur Behe- ‚Äquipotentialkathode) durch einen
bung von Schmiede- oder Gußspan- Heizstrom erhitzt wird und Glühelek-
nungen, bei Kohlenstoffstahl unter- tronen aussendet. Sie ist entweder ein
halb 650 °C; Normalglühen zur Ko: einfacher oder präparierter Wolf-
verfeinerung und zur Homogenisie- ram-, Platin- oder Nickeldraht in
rung des Gefüges; Grobkornglühen Form einer linearen Elektrode, einer
zur Erreichung einer für bestimmte ebenen Spirale, einer Wendel oder
Bearbeitungsarten günstigen grobkör- eine *Oxydkathode. Präparierte
nigen Struktur; Weichglühen (Um- Drähte und Oxydkathoden emittieren
wandlung der harten Zementitlam« schon bei wesentlich tieferen Tempe-
len in kugelige Zementitkörnche: raturen die gleiche Anzahl Elektro-
Rekristallisationsglühen zur Wieder- wie Drähte aus reinen Metall
herstellung eines geordneten Gefüges verwendet werden Wolfram-
nach dessen mehr oder weniger star- drähte mit einer dünnen Thorium-
ker Störung durch Kaltverformung schicht (thoriertes Wolfram) und
(s. a. Rekristallisation); Diffusions- Kathoden mit Überzügen aus Erd-
glühen zum Ausgleich örtlicher Un- alkalioxyden (CaO, BaO, SrO), wel-
gleichmäßigkeiten in der Zusammen- cheeinekleinere *Austrittsarbeit ha-
setzung (Kohlenstoffgehalt, Verunrei- ben als reine Metalle. Folgende Ta-
nigungen durch Phosphor, Schwefel belle gibt einige technische Daten für
usw.). S. a. Anlassen, Härten, Aus- G. aus Wolfram, Tantal, thoriertem
‚härtung. Wolfram und Bariumoxyd (nach
Lrr. Malmberg, W.: Glühen, Schottky):
und Vergüten des Stahles. Berlin-Göt-
tingen-Heidelberg 1961 (Werkstattbücher T_ Heizleistung] 1
für _Betriebsfachleute, Konstrukteure K Aw
und Studierende). [9]
glühelektrischer Effekt, sw. Richard-
son-Eflekt. [2]
September 1970 Glühelektronen werden speziell die- thor. W. 1950 0,02
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, jenigen Elektronen genannt, die aus BaO 1100 0,03
erhitzten Metalloberflächen aufgrund Lit. Ramsauer: Das freie Elektron in
München der Glühemission(s. Richardsonsches Physik und Technik. Berlin 1940. - Kohl-
©1969 Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart Gesetz) austreten. Näheres s. unter rausch, F.: Prakt. Physik. 20. Aufl, Stutt-
Umschlaggestaltung Celestino Piatti Glühkathode, Oxydkathode undFeld- gart 1855.Hermann, ©, und $.ne
emission. [19] gener: Die Oxydkathode. . ig
Gesamtherstellung: C. H. Beck’sche Buchdruckerei, 1948-50. [19]
Glühfarben. Nach den *Strahlungs-
Nördlingen gesetzen verschiebtsich die von einem Glühkathodengleichrichter, s. Gleich-
Printed in Germany - ISBN 3-423-03044-5 erhitzten Körper emittierte Strahlung richter.
5
Glühkathodenröhre
a
Glühkathodenröhre (Röntgen-Röh- stellung brauchbarer Doppelwendel- für ihre Forschungsarbeiten über die 1 Vollwinkel = 400 Gon |
re), mit *Glühkathode im Gegensatz lampen gelang jedoch erst durch die Schalenstruktur des Atomkerns. [43] 12 = 100 Neuminuten
zur Gasentladungsröhre (s. Gasent- Entwicklung sog. Spiralkristalldrähte. Goldberg-Bedingungbetrifft die rich- 100 Zentigon = 100°r
ladung). [19] Bei diesen Drähten sind die Kristalle tige photographische Wiedergabe von 1° = 100 Neusekunden = 100° .
Glühkathodenwandler, 5. Sonnen- lang und miteinander verzahnt, wo- *Leuchtdichten (Helligkeitswerten, Umrechnungen:
kraftwerke. durch eine gute mechanische Festig- Tonwerten) beim Kopierprozeß. Sie 18 = 0,015 70796 rad = 0,9°
Glühlampe. Aufbauend auf die zu Lit. keit erreicht wurde. lautet 1 rad = 63,6620° .
Anfang des 19. Jahrhunderts von 12.09 Weitere Angaben und Umrechnun-
Davy durchgeführten Versuche, wo-
Köhler, W.: Lichttechnik.
ic is
Berlin
oder allgemeiner
ynyr-i gen s. Grad, Radiant und Winkelein-
bei ein Platindraht durch den elektri- Glühlicht, ein von R. W. Pohl be- Gu@e=-1,
heiten. [13]
schen Strom zum Glühen gebracht nutzter Ausdruck für >weißese Licht Gong, Tamtam,ein Schlaginstrument
wo px und yr die *Gammawerte der im Orchester oder ein Signalinstru-
wurde, erfand H. Goebel 1854 die G. Schwärzungskurven des Negativ- ment. Als Schallgeber ist der G. eine
Wenige Jahre später entwickelte Edi- Glühyentil, Elektronenröhre zum bzw. Positivprozessesdarstellen; Gx, schwach gewölbte Platte oder eine
son die Kohlenfadenlampemit Sockel Gleichrichten von Wechselströmen. ind die *Gradationen (Neigun- ebenePlatte mit gewölbtem Rand (s.
und Fassung (1879). Das Ziel der wei- In der Hochfrequenztechnik spricht gen) dieser Kurve in dem zur Verwen- Plattenschwingungen). Im Gegensatz
teren Entwicklung war es dann, G. man meist von Gleichrichterröhren, dung kommenden Punkte. Qualitativ zur *Glocke dient beim G,die Plat-
hoher Lichtausbeute bei wirtschaft- Inder Hochspannungstechnik von G. besagt die G.-B., daß zu einem »wei- tenmitte nicht zur Befestigung. Sie
licher Lebensdauer zu bauen. Nach chen« Negativ ein »hartese Kopier- schwingt frei. An ihrer Stelle ist ein
dem Stephan-Boltzmannschen Gesetz En;Kurzzeichen für die Einheit grain. papier oder eine harte Entwicklung Bewegungsbauch. Der G. ist an
wächst die Gesamistrahlung eines [13] des Positivs notwendig ist und umge- Schnüren aufgehängt. An den Befe-
schwarzen Körpers mit der 4. Potenz Godiva, ein nackter, schneller, aus kehrt, damit die vom Positiv remit- stigungsstellen enden Knotenlinien.
der absoluten Temperatur. Gleichzei- reinem ®U bestehender Forschungs- ierten oder vom Diapositiv durchge- Das Material ist meist Bronze. [44]
g verschiebt sich das Maximum der reaktor in Los Alamos (der Name lassenen Leuchtdichten verschiedener Goniometer (Winkelmesser), Instru-
Strahlung zum sichtbaren Licht hin. G.bezieht sich auf eine sagenhafte Bildteile sich ebenso verhalten wie die ment zum Messen von Flächenwin-
Dabei ergibt sich, daß der optische Königin, die nackt durch die Stadt Leuchtdichten in der Natur. [14] keln. Das einfachste G.ist das An-
Wirkungsgrad, das Verhältnis
sichtbaren zur Gesamtstrahlung, der Coventry reiten mußte).
bei aus zwei halbkugelfe
G. bestand
rpern
Goldchromwiderstand, s. Normalwi- legegoniometer, auch Hand- oder
Kontaktgoniometer. Es besteht aus
etwa 6500 °K sein Maximum mit an- und einem Mittelteil (Abb.). Die
derstand.
Goldene Regel der Mechanik. Der zwei scherenartig gegeneinander be+
nähernd 40% erreicht. Berücksichtigt Betrag der mechanischen *Arbeit ist weglichen Stahlschienen, deren eine
man die spektrale Hellempfindlich- t als Produkt aus der Kraftkomponen- mit einem Transporteurbogen ver-
keit des Auges, so erhält manbei
wa gleicher Temperatur den Größt-et- te in Richtung der Verschiebung des bundenist, an dem man direkt den
Kraftangriffspunktes und dem Ver- Winkel von zwei zum Kontakt ge-
wert des »visuellen« Wirkungsgrades schiebungswegdefiniert. Um eine be- brachten Kristallflächen auf etwa 1°
von etwa 14%. Mit der Wolfram- stimmte Arbeit zu leisten, muß ent- genau ablesen kann. Es kann also
draht-G., die sich ähnlich wie ein weder eine große Kraft längs eines nur für rohe Messungen benutzt wer-
schwarzer Körper verhält,
als Höchstwert bei etwa hat man kleinen Weges oder eine kleine Kraft den. Gebräuchlicher ist das 1809 von
einenvisuellen Wirkungsgrad 3000 °K
der Ge-
längs eines großen Weges wirken. Die Wollaston erfundene Reflexionsgo-
Anpassung der Kraft oder des Weges 'niometer. Dieses besitzt einen Dreh-
samtstrahlung von 4,4% erreicht. Die Steuerung wurde durch Veränderung an die speziellen Bedingungen der ge- tisch, auf dessen Achsenverlängerung
normalen G. werden mit Temperatu- des Abstandes bewirkt. Bei einem forderten Arbeitsleistung geschieht ein Kristall mit Wachs so befestigt
ren von 2100 bis 2600 °C betrieben. Versuch wurde G. überkritisch und aufgrund dieser G. R. d. M. mit Hil- wird, daß er mit den Flächenkanten,
Um die Verdampfungsgeschwindig- zerstört, ohne fe der einfachen Maschinen (Hebel, deren Winkel gemessen werden sol-
keit des Wolframs herabzusetzen, zurichten. Diesergrößeren Schaden an-
Rolle, Schiefe Ebene, Flaschenzug, len, aufrecht steht, Durgh eine Zen-
Typus,
werden die Lampennicht mehr eva- kontrollierter Atombombeder darstellt, eine Art
Keil, Schraubeusw.). [20] trier- und Justiereinrichtung läßt sich
kuiert, sondern mit einem Füllgas wird zur Erzielungintensiver Impulse Goldpunkt. Die Gleichgewichtstem- eine solche Kante genauin den Ach-
(Stickstoff-Argongemisch oder Kryp- von schnellen Neutronen verwendet. peratur zwischen festem und flüssi- senmittelpunkt senkrecht stellen. Auf
ton) bei einem Druck von etwa 600 gem Gold bei 760 Torr: 1063,00 °C. sie wird durch ein schmales Rohr
Torr eingefüllt. Da die Wärmeablei- Goeppert-Mayer, Maria. Amer. Phy- Der G. ist einer der Festpunkte der (Kollimator) ein schmales paralleles
tung durch das Füllgas begünstigt sikerin. Geb. 28. 6. 1906 in Kattowitz, gesetzlichen *Temperaturskala. [9] Lichtbündel_ gelenkt. In einer be-
wird, verkleinert man die für die studierte an der Univ. Göttingen, war Gon, Kurzzeichen ® (hochgesetzt), stimmten Drehlage wird nun eine
Wärmeabgabe wirksame Oberfläche 0. Prof. für Physik auch Neugrad genannt, eine in der Fläche so liegen, daß sie diesen Strahl
des Glühdrahtes durch ein- oder cago, danach an deranUniy. der Univ.Chi
Baltimore, Geodäsie und Vermessungstechnik genau in das Fadenkreuz eines senk-
mehrmaliges Wendeln. Die mechani- wo sie gemeinsam mit ihrem Mann gebräuchliche Einheit für den ebenen recht zum Kollimator angebrachten
sche Festigkeit des Wolframfadens wirkte. 1945-59 war sie am Argonne- Winkelin der 400°-Teilung. Fernrohres reflektiert. Die Stellung
wird nach längerem Betrieb der Lam- Forschungslaboratorium tätig. Frau Im Gegensatz zu der üblichen Grad- des Drehtisches wird mit Hilfe eines
pe durch Rekristallisation herabge- G.-M.ist die zweite Physikerin, die teilung, bei der der Vollwinkel in angebrachten Nonius auf Minuten
setzt. Diese Kristallbildung kann den Nobelpreis für Physik erhalten 360° eingeteilt ist, wird hier der Voll- (bei manchenInstrumenten auf 10 bis
durch Zusatz von ThOs (Ihorierte hat. winkel in 400 Goneingeteilt. 15”) genau abgelesen. Nun wird der
Drähte) verzögert werden. Die Her- mit H.Sie D.erhielt ihn 1963 gemeinsam
Jensen und E. P. Wigner Definition: Tisch gedreht, bis die benachbarte
6 7
Goudsmit Gradation
Fläche die Lage der ersten einnimmt sikalischen Gesellschaft für Untersu- Parallelismus. Danach ist das Ver- erzeugt werden. Das ist bei den Al-
und im Fadenkreuz aufblitzt. Der chungen zur Quantentheorie des hältnis von magnetischem zu mecha- kali-Atomen, also z.B. beim Na-
jetzt ablesbare Winkelunterschied ist Elektronenspins. [43] nischem Moment eine Konstante: trium, der Fall.
gleich dem Komplement des wirkli- Goudsmit-Uhlenbecksche Hypothese u__e Lrr. Sommerfeld, Au: ‚Atombau und
chen Kristallwinkels (zu 180°). In der vom rotierenden Elektron. Die mo- dime' Aufl. 1960, Bd.II, 4. Aufl. 1967. [7]
Literatur wird meist einfachheitshal- dellmäßige Atommechanik von punkt- DieserParallelismus ist hier nicht ge- g-Parität, s. g-Transformation..
ber der gemessene Winkel angege- förmigen, um einen Kern umlaufen- wahrt. Vielmehr das magnetische gr, 1. Kurzzeichen für die Einheit
ben (s. Abb.). Bei Drehung um 360° den Elektronen hat eine Reihe von Eigenmoment doppelt so groß, wie grain, 2. veraltetes Kurzzeichen für
Schwierigkeiten zu überwinden. Da nach dem Parallelismus zu erwarten die Einheit Gramm, 3. Kurzzeichen
ist z. B. die bekannte gelbe Natrium- ist. Da_der Parallelismus auf der für die Einheit grade. [13]
linie, die sich schonbei geringer Auf- Proportionalität von Ladung und Gr, 1. Kurzzeichen für die Einheit
lösung Spektrographen als eine Masse beruht (Ladungsdichte propor- grain-force. 2. Abkürzung für Gras-
pellinie (589/96. nm) ausweist. tional zur Massendichte), darf man hof-Zahl, s. Kennzahlen. [13]
Daß es sich hierbei nicht um zwei
zufällig nebeneinander liegende diese für ein Elektronenmodell nicht van de Graaff-Generator, s. Band-
nien handelt, kann durch Einschal- annehmen. Passende Verteilungen generator.
tung eines Magnetfeldes bewiesen kann man sich ausrechnen. Irgend- Grad. 1. Kurzzeichen ° (hochgesetzt),
werden. Dann spaltet sich nämlich eine tiefer gehende Bedeutung kommt eine Einheit für den ebenen Winkel,
jede der beiden Linien auf, und das jedoch dem Modell nicht zu, da es in der 360°-Teilung.
Dublett gehtin ein auch von anderen grundsätzlich nicht kontrollierbar ist. mirs
Linien her bekanntes normales Lo- Immerhin aber spiegelt sich das Mo- 1 Vollwinkel = 360°,
rentzsches Triplett über (Paschen- dell im Sprachgebrauch wider. Man 10-60,
Arbeitsweise des Reflexgoniometers Backscher Verwandlungseffekt). Man sagt, »die Eigenschaft des mechani- 1-0.
D Drehtisch, N Nonius, A Achse, K muß daher vermuten, daß das Du- schen und magnetischen Moments Umrechnungen:
Kollimator, F Fernrohr, L 1. Kristall blett durch ein inneres Magnetfeld geht auf das rotierende Elektron zu- 1° = 0,017 453.29 rad,
Lage, 2. Lage, $ Strahl, # gemesse- hervorgerufen wurde. AlsSitz dieses rücke, oder: »das Elektron habe einen 1rad = 57,295 78° = 57° 17’ 45”.
ner Winkel, a der daraus zu berechnen- Magnetfeldes kommt nicht der Atom. Spin oder Drall«. Das Verhältnis #/d ‚Weitere Umrechnungen und Angaben
de gesuchte Kristallwinkel (180°-4) rumpf in Frage; denn alle Alk wurde experimentell durch den Ein- s. Radiant und Winkeleinheiten.
erhält man so alle Winkel einer Zone Ionen sind diamagnetisch, d.h., stein-de-Haas-Versuch und_ dessen 2. Kurzzeichen ° (hochgesetzt), Be-
6. Kristallzone). Um das lästige besitzen kein felderzeugendes Eigen- Umkehrung, dem Barnett-Effekt, be- zeichnung, von Temperatureinheiten,
Neuaufkitten, Neuzentrieren usw. zu moment. stätigt (s. a. Effekt, gyromagnetischer). aber nur in Verbindungen G. Celsius
vermeiden, benutzt man ein Theodo- Da der Atomrumpfals Sitz des Ma- Diese Experimente zeigen außerdem, °C), G. Fahrenheit (°F), G. Kelvin
litgoniometer mit mehreren Teilkrei- gnetfeldes nicht in Frage kommt, daß der Ferromagnetismus auf dem (°K) und G.Rankine(°R).
sen (2 bis 3). Mit diesem kann man bleibt nur übrig anzunehmen, daß mit dem Spin verknüpften magneti- 3. Kurzzeichen grd, Bezeichnung für
an einem einmal aufgekitteten Kri- das Magnetfeld im Elektron sitzt. schen Moment und nicht auf dem *Temperaturdifferenzen der Einhei-
stall mehrere Zonen auf einmal Diese Hypothese wurde 1925 von durch den Bahnumlauf erzeugten be- ten °C und°K. .
durchmessen oder, von einer Null- Goudsmit und Uhlenbeck ausgespro- ruht, Die quantenmechanische Theo- Für Temperaturdifferenzen der Ein-
stellung ausgehend, ähnlich wie in chen. Sie bedeutet anschaulich, daß rie ist von Pauli (in nicht-relativisti- heiten °F und °R sind die englischen
der Geodäsie für jede Fläche Länge man das Elektron nicht als punktför- scher Fassung) und von Dirac (in re- Bezeichnungen deg F und deg R.vor-
undBreite einmessen und alle Winkel mig auffassen darf. Wenn das Elek- lativistischer Allgemeingültigkeit) gc- handen.[13]
berechnen. tron eine räumliche Ausdehnunghat, geben. $. a. Spin, Elektron und Elek- Gradation oder Gradationssteilheit g,
Auch eines der für die Kristallstruk- iber die die Ladungverteilt ist, und tronenspin. d.h. »Abstufung« einer geschwärz-
tur-Bestimmung ‘durch Röntgen- dieses Elektron um eine eigene Ächse Ein Drehimpuls kann sich nach der ten photographischen Schicht, ist der
Strahlen entwickelten Geräte wird rotiert, so entsteht nach den Gesetzen Quantenmechanik relativ zu einer dimensionslose Ausdruck für die Nei-
als G. bezeichnet. [8] der Elektrodynamik ein magneti- vorgegebenen Richtung nicht beliebig gung der Schwärzungs- oder Grad
Goudsmit, Samuel Abraham. Hol- sches Dipolmoment. Da plausibler- einstellen, sondern nur so, daß seine tionskurve, welche in doppelt log:
länd. Physiker. weise auch die Masse des Elektrons Komponenten in dieser Richtungsich rithmischer Darstellung die Licht-
nicht als punktförmig anzunehmen um ganze Vielfache von h unterschei- durchlässigkeit einer stufenweise be-
ist, entsteht neben dem magnetischen den. Da der Gesamtspin nur '/s A ist, lichteten, entwickelten Schicht als
1927 in Leiden. In den USA zunächst Moment auch ein mechanisches. Aus kann sich dieser Spin entweder mit Funktion der je Flächeneinheit auf-
an der Univ. Michigan,seit 1928 Pro- der Erfahrung wissen wir, daß der dem Magnetfeld gleichgerichtet (+"/a gefallenen Lichtmenge E (Energie)
fessor an der Northwestern Univer- mechanische Drehimpuls” d = '/al A) oder entgegengerichtet (- '/a A) wiedergibt. Die Schwärzung ist der
einstellen. Demzufolge wird dort, wo negative dekadische Logarithmus des
sity, seit 1948 am Brookhaven Natio- beträgt (A = Plancksches Wirkungs-
nal Laboratory. Mitglied des Staff quantum/2 x). Das magnetische Mo- nach der elementaren Atomtheorie von der Schicht durchgelassenen
eine einzige Spektrallinie zu erwarten Bruchteils i (Transparenz 7 = ill)
Radiation Laboratory des Mass. Inst. ment u beträgt ein Bohrsches Ma.
Magnetfeld ein Dublett des auffallenden Lichtes I:
of Technology, des War Department gneton = e (2 me ch)(e Elektronen- ist, durch
und vieler wissenschaftlicher Gesell- ladung, mo Elektronenmasse, c Licht- erzeugt. Dieses Magnetfeld braucht S= log 1/T = 190g Ili,
schaften. Er erhielt - zusammen mit geschwindigkeit). Für ein um einen nicht immer von außen zu kommen, 48 _ATT
G.E. Uhlenbeck — 1964 die Max- Atomkern umlaufendes Elektron be- sondern kann auch durch das um den
Planck-Medaille der Deutschen Phy- steht der sog. magnetomechanische ‚Atomkern umlaufende Elektron selbst 8” Aiüjog E AEJE'
8
Grad Celsius Gradient
Die G.erreicht in einem stets vor- 3. Eine nach den Gesetzen der Ther- 9 Te 5 au „au, u).
'handenen Wendepunkt der Schwär- modynamik definierte thermodyna- Tr @ er ») F, tg =)
zungskurve — die beiderseits dessel- mische Celsius-Temperaturskala un-
ben meist auf ein langes Stück durch
die Wendetangente angenähert wer-
terscheidet sich von der thermodyna-
misch definierten Kelvin-Tempera- Te=55 (#
(Tr x) oC. -(at+ayi+azt)
den kann (»das Gebiet der richtigen turskala nur durch eine Verschiebung 2. Die thermodynamisch definierte Jede der beiden Klammern stellt ei-
Belichtung«) - ein Maximum,welches des Nullpunktes auf den Eispunkt Fahrenheit-Temperaturskala wird aus nen Vektor dar. Der erste Vektor
die Neigung dieser Näherungsgera- bzw. Tripelpunkt. der thermodynamischen Celsius-Tem- hängt nur von der Änderung von u
den kennzeichnet und »Gammawert« Übersicht über die die Einheit Cel- peraturskala durch Umrechnung er- in Richtung der x-, y- und z-Achse
der Kurve genanntwird. sius benutzenden Temperaturskalen: halten. Der Übergang zur entspre- ab. Man bezeichnet ihn als den G.
Y Bmax.
Der Gammawert wächst mit der Ent- Temp.- abs. Eis- Dampf- Einheit chenden Fahrenheit-Temperatur ge- von u und schreibt
wicklungsdauer, hängt aber noch we- Skala Nul- bzw. punkt schieht unter Berücksichtigung der u, u a
sentlicher von der Emulsion und der punkt Tripel- entisimalen Teilung der Tempera- rad itz.
Schichtdicke selbst ab, die man - un- punkt turdifferenz zwischen Eispunkt und
ter Voraussetzung eines normalisier- Dampfpunkt. Die Temperaturdiffe- Der zweite Vektor hängt von der
ten Entwicklungsvorgangs — meist empirisch-273,15 0 100 <C renz von 1 °C ist gleich einer Tem- Fortschreitungsrichtung ab und wird
durch den Gammawert zu kennzeich- (genau) (genau) geschrieben
nen pflegt. Hohe Gammawerte (1,5 ine. 7001, 1 Cu peraturdifferenz von$ °F. Der Eis- ds=dxi+dyitdzt.
bis 4.0) entsprechen »hartenc, nied. national (genau) (genau) du kann daher als das skalare Pro-
rige (0,4 bis 0,8) »weichen« Emulsio- 1948/1960. punkt liegt bei 32 (genau) °F, der ab- dukt (s. Vektor) von grad u und ds
nen. Für sehr kleine und schr große thermo- - 273,15 0 100 Chnerm solute Nullpunktbei — 459,67 (genau) aufgefaßt werden:
Belichtungen sinkt die G. langsam dyna- (genau) (genau)
misch °F. Die Unterschiede zwischen den du = grad u-ds.
auf Null (Unter- oder Überbelich- genannten Definitionen sind für tech- Fällt die Fortschreitungsrichtung mit
tung). Bei extrem hohen Leuchtdich- Wennerforderlich, ist die Einheit °C nische Zwecke unbedeutend.
ten kann die G. das Vorzeichen wech- zur Vermeidung von Verwechslun- Übersicht über die Einheit Fahren- der Richtung von grad u zusammen,
dann hat du seinen größten Wert und
sein (Solarisation). [14] gen genau zu bezeichnen. heit benutzenden Temperaturskalen: ist gleich dem Betrag des Vektors
Grad Celsius, Kurzzeichen °C, eine Die Unterschiede zwischen den Defi- Temp.- abs. Null- Eis- Dampf- Einheit grad u.
Einheit für die Temperatur im kalo- nitionen sind für technische Zwecke Skala punkt punkt punkt Unter dem G. einer skalaren Größe
rischen *Vierersystem. unbedeutend. versteht man daher einen Vektor,
1. Definition von Celsius 1742 (em- Der Name wurde Ehren des empl- 49,1 (genau)
2 (genau)
22 °F dessen Richtung mit der Richtung des
Pirische Temperaturskala): Ein Grad Schöpfers dieser Einheit, des schwe- ri größten Anstieges dieser Größe zu-
Celsius ist der hundertste Teil zwi- dischen Physikers Anders *Celsius, thermo-. 49,01 32 212 nom sammenfällt und dessen Betrag gleich
schen dem *Eispunkt und dem gewählt. [13] dyna- (genau) (genau) der auf die Einheit der Wegstrecke
*Dampfpunkt, wobei ein Quecksil- grade, Kurzzeichengr, englische und misch bezogenen größten Änderung dieser
berthermometer zugrundegelegt wur- französ. Bezeichnung für die Win- Der Name wurde zu Ehren des Größe ist. Aus der Definition des
de. Celsius bezeichnete die Tempera- keleinheit Neugrad oder Gon.[13] Schöpfers dieser Einheit, des engli- skalaren Produktes folgt, daß die
tur des Eispunktes mit 100°, die des Grad einer Darstellung, s. Darstel- Änderung von u in einer beliebigen
schen Physikers Gabriel Daniel *Fah- Fortschreitungsrichtung
Dampfpunktes mit 0°. Später ging lungeiner Gruppe. renheit gewählt. [13] gleich ‚dem
man zu der heute noch üblichen Be- Grad Fahrenheit, Kurzzeichen °F, Gradient (in der Vektorrechnuhg). Ist Produkt aus dem Betrag des G. und
zeichnung Eispunkt 0 °C, Dampf- eine in Großbritannien und in den u eine stetige, skalare Funktion der dem Cosinus des Winkels zwischen
punkt 100 °C über. USA übliche Temperatureinheit im Ortskoordinaten x,y,z wie dies in diesem und der Fortschreitungsrich-
2. Die Internationale Temperatur- kalorischen *Vierersystem. der Physik z. B. für die Temperatur, tung ist. Bildet man den G. einer
skala - erstmals definiert von der 7. 1. Definition von Fahrenheit 1714 die Dichte oder die Komponente skalaren Größe im ganzen Raum,
Generalkonferenz für Maß und Ge- (empirische Temperaturskala): Ein einer Feldstärke zutrifft, dann hängt dann ordnet man damit dem skala-
wicht 1927, verbessert auf der9. Ge- Grad Fahrenheitist der 180. Teil der die räumliche Anderung von u ab ren Feld ein Vektorfeld zu. Aller-
neralkonferenz 1948 - beruht auf Temperaturdifferenz zwischen dem von der Richtung des Fortschreitens dings kann nicht jedes Vektorfeld,
einer centesimalen Skala, d.h. Eis- Eispunkt und dem Dampfpunkt, wo- im Raum. Es ist sondern nur ein wirbelfreies Feld
punkt und Dampfpunkt wurden bei ein Quecksilberthermometer zu- durch Gradientenbildung aus einem
0 °C (genau) und 100 °C (genau) grunde gelegt und die Temperatur au
dm gdrtpt, de.
au au skalaren Feld abgeleitet werden. Bei-
festgesetzt. 1960 wurde der Tripel- des Eispunktes zu 32 °F und die des spiel: Der Luftdruck p ist eine Funk-
punkt des Wassers mit 0,01 °C ein- Dampfpunktes zu 212 °F festgelegt tion sowohldes Ortes auf der Erd-
geführt. wurde. 0 °F entspricht — 17,78 °C. Sind i, ji, ? die Einheitsvektoren in oberfläche als auch der Höhe (und
Der Verlauf der Skala wird durch Dies war die tiefste Temperatur, die Richtung der x-, y- und z-Achse, der Zeit). Der horizontale Druckgra-
weitere vier primäre und 22 sekun- Fahrenheit durch Mischen von Eis, dann kann man statt dieser Glei- dient 9p/dn gibt an, wie stark sich
däre Eichpunkte zwischen - 182,97 °C Wasser und Salmiakerhielt. Die Um- chungauch schreiben der Druck - senkrecht zu den Isoba-
und +3280 °C sowie durch genaue rechnung zwischen zwei gleichen, ein- au du u ren — pro Länge ändert. Meist wird
Vorschriften über die Art der Mes- mal in Grad F. und einmalin Grad du=z, tidxt 3, lidy+ a, Pidz als Längeneinheit die Länge eines
sungen an die thermodynamische Celsius gemessenen Temperaturen Tr ‚Äquatorgrades (= 111 km) genom-
Temperaturskala angenähert. und T« geschieht nach den Formeln. oder men.
10 1
Gradientwind Grad Rankine
Laer. Jos, G.: Lehrb. der theoret. Phy- vin ist der hundertste Teil zwischen
sik. Leipzig 1945. [6] 1-10 hi + Grre Vi+
Gradientwind, Luftströmung, die in- den Temperaturen des Dampfpunk- £ ai. o)
folge des Vorhandenseins von Luft- tes und des Eispunktes, wobei vom 1
druck-Gradienten in der freien At- absoluten Nullpunkt aus gezählt und (& ist eine mit der Einheit 1 behaftete TokTs zpu Vıvıt
FagRTE Vi
‚mosphäre auftritt. Der G. würde von die Gesetze der Thermodynamik zu-
grunde gelegt wurden. Daher auch Geschwindigkeit und die Koeffizien-
den Stellen höheren zu jenen niedri- die Bezeichnung thermodynamisch
1 v
geren Luftdruckes wehen und nach definierte ten a) sind nur Funktionen des +zamlsar-ı) zur):
einiger Zeit alle Druckunterschiede 2. JetzigeTemperaturskala.
Definition nach Beschluß Ortsvektors t und der Zeit t), so JO = const - erzur,
ausgleichen, wenn er nicht durch die der 10. Generalkonferenz für Maß kann man mit Hilfe der Orthogona-
Erdrotation so abgelenkt würde, daß und Gewicht 1954: litätsrelationen für die Hermiteschen Durch Multiplikation der Boltzmann-
er (in reibungsfreier Höhe, d.h. etwa In der thermodynamisch_definierten Polynome zeigen, daß die a {fdie Gleichung mit den entsprechenden
von 300 bis 1000m über Grund an) Temperaturskala hat der Tripelpunkt Geschwindigkeitstensoren Vi", und
isobarenparallel wird und so weht, des Wassers die Temperatur von Geschwindigkeitsmomente
daß er auf der Nordhalbkugel den 273,16 (genau) °K. Obgleich die Mes- nachfolgende Integration erhält man
niedrigeren Druck zur Linken hat. ungen noch nichtabgeschlossensind, ap. MI. ein System simultaner Differential-
gleichungen für die Momente, wenn
Unter dem Einfluß der *Coriolis- nimmt man als Temperatur des Eis-
Kraft C=2wv-sinp (w Winkel- die Größen, die durch Integration
geschwindigkeit der Erde, 9 geogra- punktes 273,15 °K und als die des = virı...1@,5,0:00 über das StoBintegral der Boltzmann-
phische Breite, v Windgeschwindig- 3.Dampfpunktes 373,15 °K an.
Entsprechend der Internationalen Gleichung entstehen, sich durch Mo-
keit) können sich nur solche Gradi- Temperaturskala (int. Celsius-Tem- 9-90, 0 4 Iumf[on-a schen mente ausdrücken lassen. Im Grad-
Fall (einkompone:
enten 2p/@n halten, für die die Gra- peratur) gibt es eine internationale aus Maxwellschen Molekülen)
dientenkraft Kelvin-Temperatur, die in gleicher sind. Diese Momente haben z. T. öglich. Durch Erweit
1% Weise wie jene durch Fundamental- physikalische Bedeutung. Das Ge- gewisse Modifikation |:
6; punkte definiert ist: Sie beginnt je- schwindigkeitsmoment 0. Ordnung Gradsche Methode auch auf den Fall
mit der Coriolis-Kraft C und, bei doch mit 0°K im absoluten Null- ist die Massendichte @ (m Teilchen- reagierender Plasmen anwenden. Die
gekrimmten *Isobaren, mit der punkt. dichte) Gradsche Methode ist besonders fi
Fliehkraft F = vr im Gleichgewicht ÜbersichtKelvin über die jetzt üblichen, die extreme Nichtgleichgewichtsersch
steht (r Krümmungsradius_der Iso- Einheit raturskalen:
benutzenden Tempe- m [16,5,0-00- mn, nungen geeignet.
bare). Die daraus folgende Gleichung Te das Moment1. Ordnung der Massen- Lit. Grad, H.: Comm. Pure Appl. Math.
+7 ” +20v.sinp= . 1 nn8 abs. Null- Tripel-Dampf- Einheit
Skala” “punkt puhkt punkt 2, 331 (1949).'-- Kaeppeler, H. J.: Mitt.
stromvektor Forsch. Inst. Physik der Strahlantriebe,
ist die Grundlage für die Theorie des iyna- (genau) ) I IK
m Nr. 15. Stutigart 1958. - Kaeppeler, H.
G. Die Erfahrung zeigt, daß auch die mf[vir-0=n, 3.7 Z. Naturforschg. 1da, 1056 (1959). 134]
Geschwindigkeit des effektiven Bo- misch. das Moment 2. Ordnung der Druck- Gradmessung. Ebene Schnitte durch
denwindes dem G. proportional
Für nahezu geradlinige Isobaren
ine-
national
0 27,16 37,15 Kım
genau)(genau) Hensor den Erdmittelpunkt ergeben als
Schnittfiguren mit der Erdoberfläche
det man Die Unterschiede zwischen den Defi-
nitionen sind für technische Zwecke
Pu -mfv. Vıf-de. in erster Näherung Ellipsen. Die
333 4p
v sinp An unbedeutend. Diese Einheit eignet Durch Verjüngung des Moments 3.
Längen der Teilstücke, der Bogen,
bestimmen Erddimensionen und
sich vorzüglich für das Rechnen mit Ordnung *Erdfigur. Die Bestimmung ihrer
während die Theorie 4,78 statt 3,33 Größengleichungen. Der Name wur-
de zu Ehren des englischen Physikers Länge, die G., hat ihren Namen da-
verlangt (Bremswirkung der Erdober- William Dun = mv. Vs Vu f- do her, daß ursprünglich wegen der
fläche). Die Einführung der Reibung »Kelvin, gewählt. Thomson, späterer Lord Schwierigkeit der Bestimmung der
in die Gleichgewichtsbedingungbringt Gradsche Lösung[13]der Boltzman: entsteht der Wärmestromvektor geographischen Längen nur Meri-
einen weiteren Ausbau der Theorie, Gleichung. Es sei / (t, 0,1) eine Wahı dianbogen (Gradbogen) gemessen
ie allerdings nur dann zur Überein- 24 -m[vevir:w. wurden.
stimmung mit der Erfahrung führt, scheinlichkeitsdichte im Kolmoı Lır. Jung, K.: Figur der Erde. Hab. d.
wenn man von der durch Turbulenz- schen Sinne, so daß die Verteilung Verjüngung des Moments 2. Ordnung Physik. Bd. 47. Berlin 1955.[6]
und Austauschvorgänge hervorgeru- durch ihre Momente definiert ist (Ver-
teilung f(&), Momente M= $xm
liefert den skalaren (hydrostatischen)
Grad Rankine, Kurzzeichen “Rank
fenen virtuellen Reibung ausgeht.
syn Infvre.
Druck (im Gleichgewicht!)
Lır. oder °R, eine in Großbritannien und
BerlinExner:
1925. - Dynamische
Hardtwig, E.:Meteorologie.
$ (x) - dx, x” = Tensor n-ter Stufe).
Zur forma- Wenn man f(t,»,t) in eine Reihe in den USA übliche Temperaturein-
len Theorie des Gradientwindes. Zischr. hermitischer Polynome entwickelt, heit im kalorischen *Vierersystem.
Beschränkt man sich in der Entwick- Sie steht in der thermodynamisch de-
f. Meteorologie 2. 1948.[6] deren Konvergenz für den eindimen-
Grad Kelvin, Kurzzeichen °K, wich- sionalen Fall bewiesen ist, lung der Wahrscheinlichkeitsdichte f finierten Temperaturskala im glei-
tigste Einheit für Temperatur, auf das 0., 1. und 2. Moment sowie chen Verhältnis zum Grad Fahren-
eine Grundeinheit im kalorischen Fr cost r )1 auf die Verjüngung des Moments 3. heit wie der Grad Kelvin zum Grad
Vierersystem. Ordnung, dann resultiert die Grad- Geis. Ba gilt also folgende Über-
1. Frühere Definition: Ein Grad Kel- m=0 sche 13-Momenten-Approximation, si
22 13
Grad Reaumur Graukeil
‚Absoluter Nullpunkt 0 (genau) °R ig gu auf die Masse ein a. Dosis, integrale). Entsprechend Lit. Bleckmann et al.: Proc. Roy. Soc.
Tripelpunkt des Wassers 491,682 (ge- grain wirkt. der Definition der Einheit Rad gilt (A)264, 19/40 (1961), 1316. [9]
nau) °R 1 grain-force = 1 9. grain. 1 Grammrad = 10° erg. [13] Grashof-Zahl (Abkürzung Gr), s.
Dampfpunkt 671,67 °R. Grammröntgen, Kurzzeichen gR, ein Kennzahlen.[11]
Als Vielfache der Einheit g.-f. sind
Der Fundamentalabstand beträgt 180 die Einheiten pound-force, Maß für die Integraldosis, d. h. des grauer Körper. Unter einem g. K.
R. Kurzzei- Integrals der erzeugten Energie in oder Graustrahler versteht man einen
Zur thermodynamisch definierten chen lich. Lb, und ton-force, Kurzzeichen einem bestimmten Bereich des be- Strahler, der die gleiche spektrale
Kelvin-Temperaturskala gilt die Be- strahlten Materials. Energieverteilung wie ein schwarzer
ziehung: 1 Definition: Ein G.ist ein Maß für die Körper hat, aber nur einen bestimm-
Umrechnung: 1Gr. = 7090 Lb, Energie, die an 1g Luft bei Bestrah- ten Bruchteil von dessen absolutem
5 lung mit der Intensität 1 R_abgege- ‚Emissionsvermögen.[17]
1R-5°%K. 1
1Lb = 3945 Ton, ben wird. Da grauerStrahler, s. grauer Körper.
Diese Einheit eignet sich ebenso wie 1Gr. = 64,7989 mp = 63,546 01 dyn. 1R 82,6 ergig, Grauglut. Wird ein Körpererhitzt, so.
die Einheit Grad Kelvin vorzüglich gilt also 1 gR 82,6 erg. [13] gibt er einen mit wachsender Tem-
für das Rechnen mit Größengleichun- In den USAist die Bezeich- Granatoeder, svw. Rhombendode- peratur zunehmenden Teil der Ener-
gen; sie kann auch als Grundeinheit nunggrain-weight üblich. [13] kaeder, s. Kristallklassen (kubische). gie als Strahlung ab, für die die Ge-
betrachtet werden.[13] grain-weight, eine in den USA übli- 18] setze der schwarzen Strahlung gelten.
Grad R&aumur, Kurzzeichen°R,eine che Krafteinheit. Die Einheit g.-w. Granulation ist die körnige Struktur Fällt ein namhafter Betrag. dieser
veraltete und nicht mehr übliche ergibt sich aus der Gleichung der Sonnenoberfläche (Photosphäre), Strahlungsenergie in das sichtbare
Temperatureinheit. Kraft = Masse X Beschleunigung. die nur bei starker Vergrößerung Gebiet, dann glüht der Körper. Das
Definition: Als Fundamentalpunkte Definition: Ein g.-w. ist die Kraft, sichtbar wird. Sie entspricht einer Glühen setzt mit einer Intensität ein,
legte Reaumur den *Eispunkt mit 0 die unter dem Einfluß der Normfall- durch thermische Konvektion verur- bei welcher das Auge noch farbun-
°R und den Dampfpunkt mit 80 °R beschleunigung gn auf die Masse ein sachten Wirbelbildung (auf- und ab- tüchtig ist, weil auf der Netzhaut nur
fest, wobei er die Ausdehnung eines grain wirkt. steigende Gasströmungen) in der die Stäbchen erregt werden. Deswe-
Alkohol-Wassergemisches benutzte. 1 grain-weight = 1 gu grain. Photosphäre. Die Oberfläche der gen sieht man den Körper zunächst
Der Name wurde zu Ehren des fran- Sonne erscheint bei starker Vergrö- farblos leuchten. Diese G.entspricht
sischen Physikers Reaumur ge- Als Vielfache der Einheit g.-w. sind Berung von körniger Struktur. Dicht einer Temperatur von etwa 550 bis
wählt. [13] die Einheiten pound-weight und long beisammenstehende Fleckchen größe- 600°°C. Erst bei stärkerer Erhitzun;
Graetz, Leo. Di. Physiker. Geb. 26. ton-weight üblich. rer Helligkeit, die »Granulac, heben wird das Leuchten lebhafter, so dı
9.1856 in Breslau, gest. 12. 11. 1941 1 pound-weight 7000 grain-weights; sich von einem etwas dunkleren Un- auch die Zapfen der Netzhaut erregt
in München. 1908-26 o. Prof. an der 1 long ton-weight = 2240 (genau) tergrund ab. Linear beträgt der werden und den Körper rotglühend
Univ. München. Seine Hauptarbeiten pound-weights. Durchmesser der Granula höchstens sehen. Zur Beobachtung der G. be-
erstrecken sich auf die elektrolytische 1000 km, im Winkelmaß 1”-2”. Die darf cs eines dunkel adaptierten Au-
Gleichrichtung des Wechselstromes. Umrechnung: Existenz der Granula ist kurzfristig; ges. $. a. Drapersche Regel. [18]
Er erfand auch die nach ihm. benann- 1 grain-weight = 64,7989 mp sie zählt nach Sekunden, höchstens Der G. dient zur stetigen
te Zelle zur Gleichrichtung und die = 63,546 01 dyn. Minuten, da die G. durch ständiges Abschwächung des Lichtes (im Ge-
Spezialschaltung, die es ermöglicht, In_ Großbritannien ist für grain- Zerfallen und Neuentstehen der Gra- gensatz zum Stufen-Graufilter), ohne
beide Halbwellen des Wechseistro- weight die Bezeichnung grain-force, nula ständig in Bewegung ist. Der seine Eigenschaften wie Polarisation
mes gleichzurichten. [43] Kurzzeichen Gr,üblich. [13] mittlere Helligkeitsunterschied zwi- und Farbe zu ändern. Wird ein Grau-
Graetz-Schaltung,s. Gleichrichter. Gramm, Kurzzeichen g, früher auch schen Granulum und Untergrund be- glas keilförmig geschliffen und durch
Graetz-Zahl (Abkürzung Gz), 5. gr üblich, eine Masseneinheit in trägt 10% der mittleren Helligkeit. einen gleichen Keil farblosen Glases
Kennzahlen, [11] den mechanischen *Dreiersystemen, Unsöld konnte 1931 die Ursache der zu einer Planplatte ergänzt, so liefert
grain, eine in Großbritannien (Kurz- gleichzeitig eine *Grundeinheit. Ur- G. theoretisch klären (Konvektionen er bei einer linearen Verschiebung
zeichen gr) und in den USA beste- sprünglich als die Masse eines Ku- aufGrundeiner instabilen Schicht un- vor einem Spalt eine logarithmische
hende Gewichts- und Masseneinheit. bikzentimeters Wasser bei seiner ter der Sonnenoberfläche). Schwächung des Lichtes. Es ist we-
=
größten Dichte (etwa 4 °C) definiert, Lit. Unsöld, K.: Physik der Sternatmo- sentlich schwieriger, eine lineare
Definition: 1 grain. = Zug
1 pound. ist G.seit 1889 der tausendste Teil
des in Paris aufbewahrten Urkilo-
sphäre. Berlin 1938.[5] Lichtschwäche zu erzielen, weil dazu
Graphen in der Quantenfeldtheorie, eine mit der Dicke logarithmisch ab-
Umrechnungen: gramms; Kilogramm.[13] s. Quantenelektrodynamik. nehmende Absorption erforderlich
brit: 1grain = 64,798 919 mg; Grammäquivalent, s. Val. Graphit als Moderatorin Kernreak- ist. Bei starken Lichtschwächungen
USA: 1grain 64,798 918 mg.[13] Grammatom, s. Mol. toren, 5. Moderator. besteht die Gefahr, daß das Farb-
grain-force, Kurzzeichen Gr, eine in Grammkalorie, eine nicht mehr übli- Graphitisation. Man versteht unter gleichgewicht gestört wird, weil die
Großbritannien übliche Krafteinheit. che Bezeichnung für die kalorische diesem Begriff die progressive An- absorbierenden Materialien fast alle
Die Einheit g.-f. ergibt sich aus der Energieeinheit Kalorie. [13] ordnung kristallographisch ungeord- eine wenn auch sehr schwache Fär-
Gleichung Grammolekül, s. Mol. neter Bereiche in einer wohlgeordne- bung haben,die aber bei starker Ab-
Grammrad, eine Einheit der Integral- ten_Graphitstruktur, wenn Kohlen- sorption deutlich heryortritt. Photo-
Kraft Masse X Beschleunigung. dosis, d.h. des Integrals der absor- stoffpolymere einer Wärmebehand- graphisch erzeugte Keile sind_zwar
Definition: Ein g.-f. ist die Kraft, die bierten Energie in einem bestimmten lung zu progressiv höheren Tempera- einfach herzustellen, aber für Präzi-
unter dem Einfluß der Normfallbe- Bereich des bestrahlten Materials (s. turen unterworfen werden. Sionszwecke wenig geeignet. [18]
14 15
Graukeilphotometer ‚Gravitationsfeld
Graukeilphotometer werden zu pho- einem bekannten Verhältnis ge- Vertikalpendels konstruiert, wobei Kräfte innerhalb der Moleküle bzw.
tographischen Helligkeitsmessungen
verwendet (Eder-Hecht, 1918). Unter schwächt wird. [14] die Masse m (ca. 1 mg) mit dem He- ‚Atome. So z. B. steht die Grayita-
Gravimeter (statischer Schweremes- belarm eine Einheit aus geschmolze- tionskraft zur Coulombschen Kraft
einem Graukeil wird Chlorsilberpa-
pier exponiert und die Intensität der ser), Gerät zur Ausführung von rela- nem Quarz bildet. Zur *Astasierung zwischen zwei Protonen im Verhält-
tiven Schweremessungen. Als Maß greift die Tragfeder tief unter dem nis 1: 8,4 10%.
Helligkeitsstrahlung nach dem Grad
der Schwärzung des. lichtempfindli- für die relative Schwereänderung ge- Hebelarm an, für die Temperatur- Eine Theorie der G. im Sinne einer
chen Papiers bestimmt. Die von der genüber einer Ausgangsstation dient kompensation ist Vorsorge getroffen Zurückführung dieser Erscheinung
Zeiss-Ikon AG. hergestellten Grau- die Anderung der Länge einr mi (Tı und Ts, grob und fein). Obwohl auf andere Erscheinungen konnte und
keile sehr gut in ihrer spektra- einer Masse belasteten $; i die Masse im Vakuum schwingt, wollte Newton nicht aufstellen. In der
Der Grundgedanke dabei der des reicht - wegen ihrer Kleinheit - der Folgezeit bildete sich an der G. der
len Gleichmäßigkeit bis weit in das *Federpendels. Er ist in verschiedener vorhandene Luftrest zur Dämpfung Begriff der *Fernkraft, der auch auf
Ultraviolett. Der Keilist kreisförmig
mit sehr guter Abstufung angeordnet. Form verwirklicht worden: Bifilargra- ihrer Schwingungen aus. Der Gang die elektrischen und magnetischen
vimeter, Trifilargravimeter (Schmidt), mit der Temperatur ist nur gering- Kräfte übertragen wurde. Lange Zeit
Lir. Dorno, C.: Physik der Sonnen- und
Doppeltorsions- und Interferenzgra- fügig (im Mittel 0,05 - 10° m/s? -h). nahm mandie Existenz solcher Fern-
; vimeter (Tomaschek), Gravimeter von Wegen der geringen Abmessungen kräfte einfach als gegeben hin. Erst
A. Graf. Besonders die letztgenann- (14,5X26,0 cm), des kleinen Gewich- 1916 gelang es Einstein, in seiner all-
;. 271 bis 295 ten Geräte sind geeignet, neben den tes (2,45 kg) und der Kürze der Ein- gemeinen Relativitätstheorie eine an-
Bd. 40 (1933), S. 244 bis 264. - Pollal lokalen Schwereänderungen auch zeit- zelmessung («> 5 min)ist dieses G. das erkannte Theorie der G. aufzustellen
L. W.: Gerlands Beitr. Geophys., Bd. 39
(1933), 5.240 bis 259. [30] liche anzuzeigen (zu registrieren), wie zur Zeit handlichste. und sie auf die Krümmungsverhält-
Grauleiter ist eine nach einem be- sie bei den Gezeiten der festen Erd. Auf ähnlichen Konstruktionsgedan- nisse im Raum-Zeit-Kontinuum zu-
stimmten Gesichtspunkt abgestufte rinde auftreten. Voraussetzung ken beruhen die G. »Western-G.C.« rückzuführen. Die klassische Vorstel-
Reihe von unbunten Körperfarben. allen Gerätenist hinreichende elasti- sowie »Arlası lung von der Fernkraft, die schon
sche und thermische Federkonstanz. Lit. Graf, A.: Ein neuer stat. Schwere- vorher erschüttert war, wurde damit
Unbunt heißt, daß die Farbe mit dem Genauigkeit: 0,2 bis 0,1 - 10°? m/s. messer. Ztschr. f. Geophys., 14, 1938. hinfällig. [20]
Normalweiß farbtongleich ist und aus Haalck vermeidetin seinem statischen Morelli, C.: Studio del grayimeter Wor- Gravitationsaberration, Ablenkung
diesem durch bloße Intensitätsschwä- Schweremesser die immer inkonstan- den n.50..., Annali di geofisica, vol. des Lichtes in der Nähe großerHit
hung abgeleitet werden kann. Die te Feder, indem er ein abgeschlosse- IV, 1951. (6]
Abstufung einer G. erfolgt gewöhn- Gravisphäre, Bereich um einen Welt- melskörper im Sinne einer Gravita-
lich so, daß das Intensitätsverhältnis nes Luftvolumen als Gegenkraft veı
wendet. Die erforderliche Tempera- körper, in dem seine Schwerkraft die tionsanziehung auf die Photonen
(freier Fall derselben) als Folge dar
benachbarter Stufen konstantist, also, turkompensation macht das Gerätje- eines anderen überwiegt.[5] allgemeinen Relativitätstheorie von
der Logarithmus des Remissionsver- doch unhandlich (Gewicht 300 kg). Gravitation, allgemeine, oder Mas- Einstein. Lediglich die Masse der
mögens von Stufe zu Stufe um den- Toleranz: + 0,5- 10: m/s'. In den ‚senanziehung. Wie Kepler schon ver- Sonne wäre.ausreichend, um eine von
selben Betrag wächst. Diese Reihe ist letzten Jahren hat ein von Worden mutet und Newton erkannthat, zieht der Erde aus beobachtbare Ablen-
durch das *Fechnersche Gesetz nahe- konstruiertes G. stark an Verbreitung ein Massenpunktjeden anderen Mas- kung hervorzurufen, und zwar soll
gelegt. Sie entspricht etwa konstan- gewonnen,vorallem in der gravime- senpunkt mit einer Kraft an, deren sie im Abstand von einem Grad vom
ten Differenzen der Helligkeitsemp- trischen Praxis. Das Gerät ist (Abb.) Größe und Richtung durch das New- Sonnenmittelpunkt etwa 1” betragen,
findung. Andererseits entsteht eine nach dem Prinzip des seismischen tonsche Gravitationsgesetz bestimmt d. i. bei einem 5m langen Fernrohr
solche Reihe durch Übereinanderle- ist. Es handelt sich dabei um eine 0,025 mm Verschiebung auf der pho-
gen einer Anzahl gleicher Farbstoff- allgemeine Eigenschaft jeder Masse, tographischen Platte. Die Gravita-
schichten. also z. B. auch der Himmelskörper. tionsablenkungist dem Abstand vom
Der Ostwaldsche Farbkörper enthält Als Anziehungskraft der Erde ist die Sonnenmittelpunkt umgekehrt pro-
2. B. in seiner Rotationsachse eine G. G.eine alltägliche Erscheinung. Sie portional, wie Gehrke durch Dimen-
mit 14 Intensitätsstufen im Verhält- fesselt den Mond an das *Gravil ionsbetrachtungen gezeigt hat. Für
nis 1:0,8: weiß = aa = 1,0, bb, cc tionsfeld der Erde ebenso wie die die Prüfung der Theorie muß also
schwarz = pp = 0,024. Dies stellt Erde und die anderen Planeten an eine numerische Übereinstimmung
s Ende der Reihe dar, da sich ge- das Gravitationsfeld der Sonne. gefordert werden. Die Prüfung er-
ringere Remissionsvermögenals 0,024 folgt durch Photographie des Sternen-
mit Pigmentfarben nicht verwirkli- ten des Meeres, Ebbe und Flut. himmelsbei einer totalen Sonnenfin-
chen lassen. -Anders ist es ‚jedoch, Nachweis der Gravitationskraft zwi-
wenn es sich um das Durchlaßvermö- schen zwei Massen ist nur mit schr
gen von Filtern handelt. Schichtet empfindlichen Apparaten (Dreh-
man durchsichtige, unbuntgefärbte waage nach Cavendish, s. Grav phiert werden, damit Lichtablenkun-
(<hinesische Tusche mit etwas Blau- tionskonstante) möglich, da die gen anderen Ursprungs, z. B. durch
zusatz) Gelatinefolien übereinander, ziehungskraft zwischen Massen die- Brechung in der Atmosphäre, elimi-
so erhält man eine durchsichtige G. ser Größenordnung außerordentlich niert werden können.[17]
die einen Graukeil oft mit Vorteil klein bleibt. Daherspielt die G. zwi- Gravitationsfeld. Dieser Begriff be-
setzen kann. Sie dient zur Meßbe- schen Molekülen für Adhäsions- und ruht auf der Vorstellung, daß die
reichänderung bei photometrischen Kohäsionskräfte keine Rolle; diese Gravitation nicht als Fernkraft über
Meßanordnungen aller, Art, indem Schematischer Aufbau des Worden- Kräfte sind fast ausschließlich elektri- den Raum hinweg wirkt, sondern eine
einer der beiden Strahlengänge in Gravimeters scher Natur. Dasgleiche gilt für die Nahewirkung der unmittelbaren Um-
16 1
Gravitationsgesetz Gravitationskonstante
gebung auf eine schwere Masse dar- im Schwerefeld der Erde also gleich Das G. ist allgemeingültig. Es gilt tonschen, *Gravitationsgesetz auftre-
stellt, die vektoriellen Charakter hat der *Fallbeschleunigung. Diese Tat- ebenso für die Anziehungskraft zwi- tende universelle Konstante
und durch den Eintritt anderer Mas- sache stellt eine besondere Eigen- schen zwei Massen an der Erdober-
sen in den Raum verursacht wird. schaft des G. dar; sie hängt mit der fläche wie für diejenige zwischen der » = 6,67 - 104 m! kgiis®,
Dieser Umgebungseinfluß, das Feld, Gleichheit der trägen und schweren Erde und einer Masse anihrer Ober- Die Einheit der G. folgt aus der
wird gedacht als eine physikalisch Masse zusammen. Wenn das Gravi- fläche, zwischen Erde und Mond, Form des Gravitationsgesetzes. Man
veränderte Struktur des Raums, die tationspotential eines Feldes bekannt zwischen der Sonne undihren Plane- kann y auch”als reine Zahl definie-
sich herstellt, auch ohne daß eine ist, kann & auch als Gradient dieses ten, genau so aber auch außerhalb ren, die Masse als Grundgröße be-
Masse von ihr angegriffen wird. Der Potentials ® berechnet werden. So unseres Sonnensystems, z. B. bei den seitigen und so zu einem MS-System
Begriff des G. ist also dem des elek- erhält man als Feldstärke des Schwe- *Doppelsternen. Mit seiner Hilfe ist gelangen, mit dem in der Astronomie
tromagnetischen Felds nachgebildet, refeldes einer Punktmasse M, wenn es der Astronomie gelungen, nicht ‚häufig gearbeitet wird. Analog, dazu
der auf Faraday zurückgeht und in der Ortsvektor X von M ausgeht: nur die ungestörten Bahnen der Pla- ist die Konstante in den Coulomb-
den Maxwellschen Gleichungen im - yMR neten um die Sonne, sondern auch die schen Gesetzen beim Gaußschen
Sinn einer Nahewirkung von Ort zu 8= grad RER gegenseitigen Störungen zu_ berech- Maßsystem als reine Zahl definiert,
Nachbarort mathematisch formuliert nen, welche die Planeten aufeinander nämlich gleich 1.
ist. Das Feld wurde erst dann als (»_Giayitationskonstante, M Erd- ausüben, was mit Recht als besonde- Der Zahlenwert von y_ bezeichnet
selbständige, von der Materie losge- masse, R mittlerer Erdradius). [20, 4] rer Erfolg des G.gilt. die Anziehungskraft zwischen zwei
löste physikalische Realität angese- Gravifationsgesetz, das von Newton Mit dem G.ergibtsich für die An- punktförmigen Massen von je 18,
hen, nachdem es gelungen war, mit entdeckte universelle Gesetz über die ziehungskraft, welche die Erde auf die Icm voneinander entfernt sind
Hilfe der Maxwellschen Gleichungen allgemeine *Gravitation; es lautet: eine Masse m an ihrer Oberfläche (sog. astronomische Krafteinheit).
die Ausbreitung der elektromagneti- Zwischen zwei Massen wirkt eine An- Dieser Wert wurde nicht von New-
schen Strahlung in der Zeit zwischen ziehungskraft, die dem Produkt der ausübt:
mM ton, sondern erst 1798 von Caven-
Emission und Absorption zu verste- beiden Massen direkt und dem Feyums ish mit einer *Drehwaage bestimmt.
hen. Die dort gewonnenen Erkennt- Quadrat ihrer Entfernung umgekehrt Cavendish maß das Drehmoment,
nisse und Denkgewohnheiten werden proportionalist: ( Gravitationskonstante, M Erdmas- das zwei große Bleikugeln infolge
auf das G. übertragen; auch. hier mı ma se, R mittlerer Erdradius, g Fallbe- der Massenanziehungen auf die Dreh-
würdensie volles Gewichterst durch Fey, schleunigung). Die Konstante der waage ausüben, an deren Querarm
den Nachweis von Gravitationsstrah- in vektorieller Formulierung: Fallbeschleunigung an beiden Endenje eine kleine Blei-
lungen erhalten, an deren Existenz mu ma kugel hängt(s. Abb.).'Auch bei spä®
man zwar glaubt, die aber bislang
nicht nachgewiesen worden sind. Bern 7 m
Das G. eines Massenpunktes (ebenso Dabei bezeichnet y die *Gravitations-
das einer homogenen Kugel) ist ku- konstante, mı und ms die beiden folgt also direkt aus dem G.
Belsymmetrisch; seine Flächen glei. Massen, r ihren Abstand voneinan- Newton hat das G. 1686 nach zwan-
chen *Gravitationspotentials (Niveau- der, t/r den Einheitsvektor in Rich- zigjähriger Arbeit in den »Philoso-
‚oder Aquipotentialflächen) sind Ku- tung der Verbindungslinie zu derjeni- phiae naturalis principia mathemati-
gelflächen, wie z. B. schr annähernd gen Masse, die von der anderen die ca« veröffentlicht. Er leitete es aus
bei dem Schwerefeld der Erde. Ein Anziehung & erfährt. den empirisch bekannten *Kepler- teren Bestimmungen von » wurde
beliebiges G. kann durch Überlage- Das G.gilt in dieser Form streng nur schen Gesetzen ab und konnte umge- zum Teil die Drehwaage benutzt,
rung der Gravitationspotentiale, sei- für *Massenpunkte; jedoch läßt sich kehrt diese aus seinem G. heraus be- zum Teil auch (z. B. von Richarz und
ner einzelnen Massenpunkte bestimmt zeigen, daß eine Kugel nach außen stäigten und ihre Formulierung noch Krigar-Menzel) das Prinzip der ge-
werden; es ist durch Angabe seiner wie ein Massenpunkt mit der Gesamt- verschärfen. Die erste Bestätigung wöhnlichen Waage. .
Niveauflächen vollständig charakteri- masse der Kugel in ihrem Mittel- seines Gesetzes fand Newton bei der Bei Kenntnis der G. y kann man mit
siert. Die Arbeit, die notwendig ist, punkt wirkt, falls die Kugel homo- Bewegungdes Mondes. Hilfe des Gravitationsgesetzes aus
um in einem G. eine Masse von gen ist oder doch aus homogenen Nach der Relativitätstheorie unterlie- dem mittleren Erdradius R und der
einem Punkt an einen anderen zu Kugelschalen besteht. Daher kann gen nicht nur Massen im engeren
bringen,ist unabhängig von dem da- das G.in dieser Form auf alle nahe- materiellen Sinn dieser Anziehung, *Fallbeschleunigung g die Masse der
bei benutzten Weg; sie hängt nur zu kugelförmigen Himmelskörper sondern ebenso jede Form von Ener- Erde
vom Anfang und Ende dieses Weges angewandt werden, indem man für r gie, z. B. auch die elektromagnetische
ab. Dies bedeutet, daß G. wirbelfrei die Entfernung ihrer Mittelpunkte Strahlung. In der allgemeinen Relati-
sind, also, wie oben schon erwähnt, einsetzt. Lediglich wenn die Abwei- vitätstheorie wird außerdem das New-
durch ein Potential dargestellt werden chungvon der Kugelform größer und tonsche Anziehungsgesetz in schwa-
können. Daher sind G. auch konser- gleichzeitig der Abstand der beiden chem Maße korrigiert, was u. a. zu
vativ, d. h. in ihnen gilt der *Energie- Himmelskörpernicht groß gegenüber einerleichten Abänderungder Plane-
satz der Mechanik. ihren mittleren Radien ist, wird es tenbewegung führt und wahrschein-
Die Feldstärke & in einem bestimm- notwendig, über sämtliche Massen- lich als Ursache der nach der New- berechnen.
ten Punkt A eines G. ist nach Betrag punktezuintegrieren, eine Rechnung, tonschen Theorie ungeklärten Peri- Die Massen von Himmelskörpern
und Richtung gleich der Beschleuni- die für den wichtigen Fall der Anzie- helverschiebung des Merkur anzu- konnten erst bestimmt werden, nach-
gung a, die ein Massenpunkt in A hung von Ellipsoiden durchgeführt sehenist. [20, 4] dem der Wert von y bekannt war.
unter der Einwirkung des G. erfährt, wordenist. Gravitationskonstante, die im New- Auch in den Einsteinschen Feldglei-
18 02
‚Gravitationskraft Gravitations-Rotverschlebung
chungen der allgemeinen *Relativi- theorie (der allgemeinen Relativitäts- So soll z. B. zwischen der Emissions- g:dt=gHic aufwärts erlangt, so
daß die Strahlung von oben mit einer
tätstheorie tritt die G. auf. Im Rah- theorie) hat das G. tensoriellen Cha- frequenz vo der Resonanzlinie einer durch *Doppler-Effekt um d» = vo-
men der kosmologischen Spekulatio- rakter und ist in bestimmtem Sinne bestimmten Atomsorte auf der Spitze Frequenz aufdie un-
nen hat Dirac nachzuweisen versucht, mit dem metrischen *Fundamental- eines Turms der Höhe H und der dv/c erhöhtenzukommt. Diese stehen
daß die G. in Wirklichkeit keine tensor identisch. Das Gravitations- ‚Absorptionsfrequenz. vu gleichartiger teren Atome
Konstante, sondern im Laufe der feld ergibt sich daraus nicht vekto- Atome auf dem Erdboden ein klei- daher um den Betrag dv außer Reso-
kosmologischen Entwicklung verän- riell, sondern als ein tensorielles Ge- ner Frequenzunterschied dv beste- it ihr. Kehrt man zum fal
derlich sei. [20] bilde höherer Stufe. [20, 4] hen, so daß vu = vo - dv außer Re- ild des auf der Erde ruhen-
Gravitationskraft, s. Gravitation, Gravitationsquanten. Ebenso wie das sonanz mit der nach unten gelangen. den Turms zurück, so diekommt man
Gravitationsgesetz, Gravitationskon- elektromagnetische und das nukleare den Strahlungsteht. [Dabei wird al zu dem Schluß, daß Eigenfre-
stante. Feld zeigt auch das Gravitationsfeld gesehen von dem Energieverbrauch quenz der unteren Atome relativ um
Gravitationspotential. Gravitations- bei zeitlich veränderten Quellen der beiden Rückstöße des Photons dvw-gHic gegen diejenige der
felder sind wirbelfrei (s. Feld, wir- (Massen) die Erscheinung von Wel- auf das emittierende und das absor- oberen Atome rotverschoben ist, frei-
belfreies), haben also ein skalares len - Gravitationswellen oder Schwe- bierende Atom; er ist bei dem zur lich jetzt nicht als Doppler-Effekt,
Potential. Daher kann ein Gravita- rewellen. Von diesen Gravitations- Beobachtung benützten *Mößbauc sondern durch die Wirkung der Gra-
vitation. Schätzt man wie folgt ab:
tionsfeld statt als Vektorfeld_einfa- wellen spricht man in der allgemei- Effekt in der Tat unmeßbar klein. g=lWms,
cherals das skalare Feld des G.auf- nen Relativitätstheorie und in recht Von der Breite der Resonanzlinie soll 5%, so ergibt H=sich 10m, c' = 10" m’
für irdische Versu-
gefaßt und beschrieben werden (s. komplizierten theoretischen Unter- zunächst abgesehen werden. Eine
Gravitationsfeld). suchungen in der *Quantentheorie Doppler-Verbreiterung besteht beim von chedieser Größenordnung eine G. R.
Den Nullpunkt des G. nimmt man der Wellenfelder, wo sie von einer Mößbauer-Effekt nicht; die natürliche äußerst rund dvjv = 10:'. Das ist zwar
gewöhnlich unendlich weit entfernt gewissen Bedeutung sind. Denn die Breite ermöglicht allerdings eine ab- Kleinheitgering, doch verhindert die
des Effekts nicht völlig
@ =) von der Masse m an, die das Feldtypen, mitdenen manes gewöhn- geschwächte Resonanz auch dann
Gravitationsfeld verursacht, und be- lich in der Physik zu tun hat, wie das noch, wenn vo und », nicht ganz zu- ne Beobachtung mit Hilfe des Mö
rechnet dasG. im Abstand r von der elektromagnetische, das nukleare, sammenfallen. Doch sprechen wir bauer-Efiekts, wie im Folgenden ge-
(punktförmigen) Masse m als dieje- aber auch das Feld der Elektronen, von diesen Frequenzen fürs erste s0, zeigt wird.
nige mechanische Arbeit, die an einem sind relativ einfach.Sie sind mit ska- als ob die Resonanzlinie unendlich Wie fekt
beim Stichwort Mößbauer-Ef-
nachzulesen, beruht er auf der
Massenpunkt von der Größe 1g zu laren oder vektoriellen Feldfunktio- scharf wäre.]
leisten ist, wenn dieser aus unendli- nen oder mit Spinoren zu beschrei- Das Gravitationsfeld ruft die Fre- Resonanzfluoreszenz einer. primären
chem Abstand bis zum Abstand r ben. Der formale Apparatdieser Fel- quenzdifferenz dv hervor. Man kann y-Strahlung durch gewisse in ein Kri-
vorrückt: der ist nun auch auf Felder mit hö- sie in erster Näherung sehr einfa stallgitter eingebaute Atomkerne,die
r r herer Komponentenzahl, beschrieben mit Hilfe des *Einsteinschen Aqui- bei der Primärabsorption aus ihrem
durch Tensoren, wie sie aus der all- valenzprinzips verstehen und berech- Grundzustand zu einem um AE ener-
d
o-[r:ar-ym[& m gemeinen Relativitätstheorie bekannt nen. Dazu ersetzen wir den Tensor giereicheren
regt werden.
Quantenzustand ange-
Gemäß der abschätzba-
sind, anwendbar. Die Quantelung gu der allgemein-relativistischen ren und an der Linienbreite öv meß-
des Gravitationsfeldes führt auf die Gravitationspotentiale im Versuchs- baren Wahrscheinlichkeit 1/ör
(y_Gravitationskonstante). . Zuwe G. oder Gravitonen. Der komplizier- bereich näherungsweise durch das spontaner Re-Emission (67 die =Le- dv
wird das G. auch umgekehrt definiert te Charakter des Feldes drückt sich jewtonsche skalare Schwerepoten-
und hat dann positives Vorzeichen. in den G. durch deren hohen Spin der Erde und fragen nach dem bensdauer des angeregten Zustands)
kehren sie nach einiger Zeit wieder in
Sind mehrere Massenpunkte vorhan- aus, der den Wert 2 hat. Die G. kön- Einfluß des letzteren auf die Eigen- den
den, so ergibt sich ihr G.als algebra. nen sich parallel oder antiparallel zur frequenzen der emittierenden Atome len Grundzustand zurück und strah-
dabei genau oder nahezu den
ische Summe der Einzelpotentiale. Fortpflanzungsrichtung einstellen. oben bzw. der absorbierenden unten. Energiebetrag AE wieder aus. Die
Als G. ®, der Erde an ihrer Ober- Ihre Masse ist Null wie die der Licht- Der ganze Versuchsturm samt obe- Frequenz vo der »-Fluoreszenzstrah-
fläche erhält man mit der obigen quanten. ren und unteren Atomen steht in
Formel Die Gravitation scheint die einzige Wirklichkeit ruhend auf der Erde in lung ist genau durch AE = hva ge-
Erscheinungin der Natur zu sein, bei ihrem Schwerefeld g. Wir denken geben in all den Fällen, bei welchen
nicht
B.=- yM R 6248-107 I/kg der diese komplizierten Felder und uns aber die Erde weg und stellen der y-Rückstoß das Wirtsgitter Entdeckung be-
demzufolge auch Quanten mit höhe- uns den Versuch statt dessen in einem aufheizt. Mößbauers daß er fest-
(M Erdmasse, R mittlerer Erdradius). rem Spin vorkommen. Immerhin ist mit Beschleunigung -9 nach oben stand nun gerade darin, Bedingungen
Daraus folgt, daß eine aus unendli. dies von großer Bedeutung für die bewegten System ausgeführt vor. stellte: Unter gewissen der vollen
cher Entfernung auf die Erdoberflä- Frage nach der Systematik der Ele- Nach dem Aquivalenzprinzip muß erfolgt die Ausstrahlunggroßer Häu-
che fallende Masse von 1g beim Auf- mentarteilchen, für danach sicher darin dieselbe Abweichung der Ab- Anregungsenergie mit sozweiten ähnli-
treffen die kinetische Energie 6,248 « nicht nur Gebilde mit einfachen Spin- sorption von der Resonanz auftreten figkeit, daß in einem selektive Zweitab-
10*J bzw. die Geschwindigkeit 11,18 werten (“/s und 0 oder 1) in Betracht wie beim ersten Bild. Nun_wird die chen Kristall dieFluoreszenzstrahlung
km/s haben würde (vom Luftwider- kommen.[7] sorptionin der
mit Frequenz vo zu einem Zeitpunkt genau dieser
stand ist dabei abgesehen). Mit glei- Gravitations-Rotverschiebung der to emittierte Strahlung der oberen Linie der Erstabsorption
cher Geschwindigkeit muß ein Kör- Spektrallinien. Die Einsteinsche all- Atome erst zu einer um dr = Hic werden und ohne Verbreiterung beobachtet
per senkrecht aufwärts starten, wenn gemeine *Relativitätstheorie behaup- späteren Zeit tw= to + dt nach un- kann. Die Halbbreite dv der
er das Gravitationsfeld der Erde ver- tet u. a., daß Uhrenin der Nähe gra- ten gelangen. Während dieses Inter- geny-Linie entspricht, wie die Messun-
lassen soll. vitierender Massen langsamer gehen valls hat aber das beschleunigte Sy- haben,an der geeigneten Strahlern gezeigt
»natürlichen Linienbreite«
Nach der Einsteinschen Gravitations- als in weiter Entfernung von ihnen. stem die Zusatzgeschwindigkeit dv =
20 a
Gravitationstheorie Grenze
eines Dipolstrahlers. Der Versuch Greensche Funktionen in der Quan- Or) Ar) = -iö@). zende Luft (Vakuum), während in der
kann aber nur dann wie beschrieben tenfeldtheorie. Ist D ein Differential- Dieser ist bestimmt durch die Eigen- umgekehrten Richtung kein Strom
verlaufen, wenn die beiden Kristalle operator, der in einem Gebiet der schaft fließt. Die Bedingungdafürlautet bei
auf demselben Schwerkraftpotential Variablen x = (x, . , x») definiert einer ebenen Grenzschicht nach der
liegen. Liegt der zweite Kristall tie- Br so heißt G (x) eine G. F. von D, Ar (xı = x2) = (90, TIP &) P @9)] yo), elementaren Diffusionstheorie
fer, z. B. senkrecht unter dem ersten, Is d.h. er ist der *Vakuumerwartungs- Do), A (@)
so ist seine Absorptionslinie bekannt- DEW=-5@W wert des *zeitgeordneten Produktes a te a
lich gegen die primäre rotverschoben, gilt, wobei 5(x) die n-dimensionale der beiden Feldoperatoren @ (xı),
und cs bedarf eines zusätzlichen ö-Funktion(s. Diracsche ö-Funktion, © (x), die beide Lösungen der Klein- (A: Transportweglänge, ® Neutro-
künstlichen Doppler-Effekts durch Distribution) bedeutet. G (x) ist durch Gordon-Gleichung sind. nenfluß, proportional zur Neutronen-
eine Annäherungsbewegung der bei- die genannte Eigenschaft noch nicht In. Verallgemeinerung hiervon, be- dichte). Einem endlichen (I®/dx)z-x
den Kristalle, um die volle Resonanz bestimmt, sondern erst dann, wenn zeichnet man die Vakuumerwartungs- steht also ein ® (x0)+0 zur Seite.
wieder herzustellen. man noch geeignete Randbedingun- werte beliebiger zeitgeordneter Feld- Wenn man die Neigung von ® linear
R. V. Pound und G.A. Rebkajr. ha- gen fordert. Die G. F. sind z. B. von operatoren als G. F. Ihre große Be- extrapoliert, so würde der Fluß ® an
ben vorgeschlagen, den Versuch an Wichtigkeit bei der Integration der D deutung in der Quantenfeldtheorie einer Stelle x0 + d verschwinden, wo-
der y-Resonanzlinie. AE = 14,4 keV gehörigen inhomogenen Differential- besteht darin, daß mandie S-Matrix- bei d gegebenist durch
des #Fe-Kerns auszuführen, die eine gleichung elemente von Streuprozessen durch 2
natürliche Linienbreite von etwa övlv DF(@)=j@). sie ausdrücken kann und daß sie des- d=zh a
= 10"? besitzt. Das ist rund 1000mal halb die dynamischen Eigenschaften
breiter als der oben berechnete Wert Kennt man nämlich die G. F. der zu des betrachteten Systems von Teil- (. Abb.). Um diese Strecke wird also
der G.R. von dvjv = 10"!%, Die Be- der Lösung gehörigen Randbedin- chen beschreiben (.a. S-Matrix,
obachtung der letzteren gelang trotz- gungen,so kann man die Lösung so- Quantenelektrodynamik, Wightman- »
dem bei einem Vertikalabstand H = fort angeben:
sches Rekonstruktionstheorem, Va- ransportthane
emnscerle)
22,5 m, indem nicht die Verschiebung Fo) -[e Nieder. kuumerwartungswerte).
des Maximums der Absorption auf- Bogoliubov, N. N., and D. V. Shir-
gesucht, sondern aufden steilen Flan- Ein wichtiges Beispiel aus der Quan- Introduction to" ihe Theory of
ken der symmetrischen Absorptions- tenfeldtheorie ist z. B. die retardierte Quantized
Kallen in: Fields. LondonRelations
Dispersion 1959. and
G.
kurve die ungleiche Verminderung G.F. Gre(x) der Klein-Gordon- Elementary_Parlicles, hrsg. v. D. de
der Schwächung gemessen wurde. Die Witt,
1..W. New York 1960.
und -dieK. Physik
Symanzik
unse-in
Verfasser beobachteten d»/v = (5,13 Gleichung:
# 0,01) 10-%% gegenüber dem berech- O+9) Ca) =5@), Heisenberg
‚neten Wert von 4,92 - 10%, Damit ist
rer Zeit, hrsg.v. F. Bopp, Braunschweig
1961. Bd.
sics, — 2.3,Lectures
hrsg. v.in W.Theoretical
Button, Phy-
New
die Voraussage der allgemeinen Re- die Grenze jenes Bereiches, in dem
lativitätstheorie bezüglich der G.R. York 1961. - 3. Lectures in Theoretical ein von 0 verschiedenerFluß herrscht,
it einer Unsicherheit von 10% be- Physics, hrsg. B. Jaksic, Hercegnovi hinausgeschoben, gemessen von der
1961. — Schweber, 8. .: An Introduc-
stätigt. .
Gra (x) genügt der weiteren Bedin- tion to Relatiyistic Quantum Field Theo- materiellen Grenze (Reaktor + Re-
Lit. Pound, R.V., und G. A. Rebka:
Phys. Rev. Letters 3, 439 (1959) und gung, daß Gre: (x) = für t < 0. Ihre 1y. New York 1961.
in: Theoretical Physics,- A.S.
hrsg. Wightman
v. A. Sa- flektor) an. d heißt Extrapolations-
ebenda 3, 337 (1960). Ferner Kramer, I. Bedeutung wird ersichtlich, wenn lam, Wien 1963. [47] strecke oder e. G. des betreffenden
Y., und G. Lüders: Naturwiss. 47, 532 man z.B. annimmt, daß A (x) ein Greinacher-Schaltung, svw. Stabili- Mediums. .
(1960) und 48, 34 (1961). Dort weitere Feld - oder Feldoperator - sei, das volt-Schaltung, Anordnung zur Span- Derin (2) mit Hilfe der elementaren
Literatur. — Vgl. auch Schröter, E.H.:
durch die Inhomogenität j (x) erzeugt mungsverdoppelung bei Wechsel- Diffusionstheorie angegebene Zah-
Z.f. Astrophysik 41, 141 (1957). [4]
Gravitationstheorie, s. Gravitation werde: strom. Sekundärseitig des Transfor- Ienwert wird durch die Transport-
und Relativitätstheorie, allgemeine. mators werden zwei Kondensatoren theorie genauer berechnet. Mit deren
O+rH)Am- ie). Hilfe findet man, wieder für eine
Gravitationswellen (Schwerewellen) Die »retardierte« Lösung dieser Glei- und zwei Ventile derart angeordnet, ebene Grenzschicht,
heißen die durch den Weltraum sich hungist daß bei positivem Durchgang der d=0M A. ea)
mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten- Spannung der eine Kondensator, bei
den Störungen des statischen Gravi- Ara) -fax Ge). negativem Durchgang der andere Für einen Stab mit einem Radius
tationsfelds infolge Verlagerung der Kondensator über je ein Ventil auf- @ < I folgt
Massen, insbesondere dann, wenn Die Bedingung Gre(x — x) = 0 für geladen wird, wobei die Röntgen- 4
diese Siörungen periodisch erfolgen. 1—r<0 sorgt nun dafür, daß der Röhre ihre Spannung lediglich noch d= gm. o
Wert von A (x) zur Zeit i nur von von den Kondensatoren erhält. Die
Gravitonen sind die Quanten des den bis zu diesem Zeitpunkt von j (x) Röntgen-Röhre wird somit nur vom Die mit Hilfe der e. G. angegebenen
Gravitationsfeldes (s. Gravitations- angenommenen Werten abhängt, so Ladungsvorrat der Kondensatoren Verläufe von ® entsprechen in einer
quanten). [7] wie man das aus Kausalitätsüberle- gespeist, $. a. Gleichrichter und Kas- Umgebung von 2 bis 3A: Dicke um
grd.Kurzzeichen für die Tempera- gungen auch erwartet. kadenschaltung. [28] die Grenze nicht den wahren Fluß-
tureinheit Grad, und zwar für die Ein anderes wichtiges Beispiel ist der Grenze, extrapolierte. Durch die verläufen. Das Verfahren dient ledig-
Differenz zweier in Grad Celsius oder Feynmansche Propagator Ar(x) (6. Oberfläche eines Mediums, in dem lich dazu, mit Hilfe einer einfachen
Grad Kelvin angegebener Tempera- Quantenelektrodynamik) der Klein- Neutronen diffundieren, geht ein Rechnung - der Diffusionstheorie -
turen. [13] Gordon-Gleichung: Strom von Neutronen in die angren- den wahren Flußverlauf in dem grö
2 23
Grenzenergie Grenzschicht
Beren Teil des Mediums bestmöglich Von großer Bedeutung sind die man- Börnstein, II, 3. Berlin 1956, Nr. 2310 in Hochpässen das geometrische Mittel
zu approximieren.[7] nigfaltigen Vorgänge der *Adsorp- 23152. d’Ans, J., und E. Lax: Taschen- zwischen Durchlaß- und Sperrgrenze.
Grenzenergie, s. Statistik. tion, vor allem bei feinen Pulvern buch für Chemiker und Physiker. Berlin-
1967, Nr. 346. - S. Vierpoltheorie.
Grenzentfernung, _photometrische. und porösen Stoffen mit großer spe- Göttingen-Heidelberg
Lange, H.: Oberflächen und Grenzflä- 4. G. von Hohlleitern. Bei einer be-
Das photometrische Grundgesetz, d fischer Oberfläche. Chenspannung, Ullmanns Encyklopädie stimmten Schwingungsform einer
quadratische Abnahme der Beleuch- Bei der thermodynamischen Behand- der techn. Chemie. Bd. 2/1. München- elektromagnetischen *Welle in einem
tungsstärke mit der Entfernung, setzt lung führt man die Oberflächen-*En- Berlin 1961, $. 710-776. [9] verlustfreien Hohlleiter existiert eine
eine punktförmige Lichtquelle vor- thalpie, -*Entropie und -Energie ein Grenzfrequenz. 1. G.der ionosphäri- Frequenz, bei der die Phasenge-
aus. Wegen der Ausdehnung aller und erfaßt damit die Erscheinungen schen Schichten. Die freien Ladun- schwindigkeit unendlich groß wird.
praktisch gebrauchten Lichtquellen der *Oberflächenspannung, *Grenz- gen in der *Ionosphäre bewirken eine Für höhere Frequenzen ist die Wel
gilt das photometrische Grundgesetz flächenspannung und *Haftspannung, Vergrößerung der Phasengeschwin- lenausbreitung möglich, für tiefere
nicht in geringen Entfernungen von die für Benetzungs-Vorgänge aus- digkeit v durchgehender elektrischer tritt aperiodische Dämpfungein.
der Lichtquelle. Als p.G. bezeichnet schlaggebendsind. Wellen; der Brechungsindex, der 5. Bei magnetisiertem Eisenblech im
man die Entfernung, von der ab das Ferner gehören hierher die Phasen- Quotient von Lichtgeschwindigkeit c Wechselstromfeldist die G. die Gren-
photometrische Grundgesetz mit 1% umwandlungen, Kondensations- und und Fortpflanzungsgeschwindigkeit v, ze, oberhalb deren infolge Feldver-
‚Abweichungerfüllt ist. [18] Verdampfungsvorgänge usw., sowie wird also kleinerals 1. Dadie Elek- drängungeine erhebliche Schwächung
Grenzflächen sind Flächen einer Dis- die Transportvorgänge in und durch des Feldes eintritt. Nennt man a die
tronenkonzentration für eine von der
kontinuität zwischen Phasen oder Grenzflächen, wie Grenzflächendiffu- Erde ausgehende elektromagnetische Leitfähigkeit, 1 die Permeabilität, d
Stoffen; es sind Flächen, senkrecht sion, Wärmedurchgang, Gleitung, Welle mit der Höhe zunimmt, dreht die Biechdicke, so ist der Kehrwert
zu denen sich die Dichte oder Zu- Schmiervorgänge, Korngrenzdiflu- sich eine schief vom Erdboden aus- jer G.
sammensetzungauf einer Strecke mo- sion, Kristallisationsvorgänge usw. ‚gehende Wellenfläche, und ihre Nor- Peaod.
lekularer Größenordnung ändert. Die Ein weiteres sehr umfangreiches Ge- male wird zum Erdboden zurückge-
in G. auftretenden Kräfte bewirken biet bilden die elektrischen Erschei krümmt. Es tritt also eine Reflexion Bei dieser G. erscheint die Induktivi-
die besondere *Grenzflächenerschei- nungen an Grenzflächen: *Thermo- ein, und zwar auch dann, wenn die tät um etwa 4% vermindert. [2]
nungen. elektrizität, Kontaktpotentiale, Vor- Welle senkrecht auf die Schicht ein- Grenzgröße, s. Größe.
G.gegen Gase oder Dämpfe werden gänge an den Elektroden bei der Ele] fällt. Außer von der Trägerkonzen- Grenzkontinuum ist das kontinuier-
Oberflächengenannt. trolyse, Elektronenemission, elcktı tration ist der Brechungsindex aber liche Spektrum, welches sich an die
In der Kolloidphysik tritt an den G. sche Aufladung kleiner Teilchen, auch noch von der Frequenz abhän- Seriengrenze bei genügend starker
disperser Materie eine elektrische La- zahlreiche kolloidchemische Vorgän- gig, und zwar geht er mit wachsender Erregung der Atome anschließt, Nä>
dung auf, die zu Elektrokinese und ge, Frequenz gegen 1. Genügend hohe Ka s. Spektrum, kontinuierliches.
»Elektrophorese Anlaß gibt. Umge- Die katalytischen Vorgänge und Frequenzen werden also durchgelas-
kehrt wird die mechanische G.-Span- Grenzflächenreaktionen haben außer- sen. Die höchste noch reficktierte ‚Grenzpfeife, s. Galton-Pfeife.
nung, d.h. die Kapillarkonstante, ordentlich vielseitige und wichtige Frequenz heißt G. fo, und zwar ist Grenzschicht. Die Reynolds-Zahl
durch Zuführung elektrischer Ladung ‚Anwendungen in der chemischen In- fo= e YNIa m, wobei e und m Elek- einer Strömung kann bekanntlich ge-
beeinflußt, was dem Kapillareiektro- dustrie gefunden. tronenladung und Elektronenmasse deutet werden als das Verhältnis der
meter (s. Elektrometer) zugrunde AkBaHi2Leipne190. 0Smanı und N die Zahl der Elektronen je Trägheitskräfte zu den Zähigkeits-
liegt. Man nennt das Gebiet dieser K.. und H. Nassenstein: Zum Mechanis: cm? bedeuten. Die Konzentration kräften. Bei kleinen Reynolds-Zah-
Erscheinungen Elektrokinetik. S.a. musdes Stofftransports durch die Grenz- läßt sich deshalb aus der G.berech- len darf man die Trägheitskräfte ge-
elektrokinetische Erscheinungeı nen. genüber den Zähigkeitskräften ‚ver-
Die G.-Spannung wächsti. all flächen zweier fliüss. Phasen. Z. VDI #8
i (1956), 11, 453-461. - Wolf, K. L.: Phy- 2. G. der Röntgen-Strahlung. Das nachlässigen. Es wäre aber falsch zu
negativer Aufladung, geht aber durch sikundChemie, der Grenzflächen. Ber- kontinuierliche _Röntgen-Spektrum, schließen, daß die Zähigkeitskräfte
ein Maximum und nimmt bei weite- Bd.2, 1559-191 ingen-Heidelberg.Baı, Bd. 1, 1 1957, das bei der Bremsung von Elektro- bei sehr großen Reynolds-Zahlen un-
rer negativer Aufladung wieder ab. inen der Geschwindigkeit v an Ato- beachtet bleiben dürften. Bläst man
Kapillaraktive Stoffe, die adsorbiert Grenzflächenspannung. Als G. be- men entsteht, bricht bei einer Maxi- z.B. eine Kugel von 15cm Durch-
werden, erniedrigen das Maximum zeichnet man die an der *Grenzfläche malfrequenz, der G. vo, ab. Die G. messer mit normaler Luft bei 100m
undverschieben es derart, daß kapil- zweier nicht oder nur begrenzt misch- ist dadurch bestimmt, daß die gesam- s' an, so hat die Reynolds-Zahl den
laraktive Elektrolyte mit kapillarak- barer Flüssigkeiten infolge der Ver- ie kinetische Energie eines Elektrons Wert 10%. Man sollte erwarten, daß
tivem Anion (Kation) das Maximum schiedenheit der molekularen Anzie- m */2 in die Energie eines Licht- sich eine Strömung ausbildete, die
nach negativerem (weniger negativem) hungskräfte auftretende Spannung. quants Ava verwandelt wird. S. von der reibungsfreien *Potential-
Potential verschieben. Bei Nichtelek- Man kann sie z. B. aus den Randwin- Duane-Huntsches Gesetz. strömung kaum zu unterscheiden
trolyten kommtbeides vor. keln der Linse berechnen,zu der sich 3. G.elektrischer Vierpole. Elekt wäre. In Wirklichkeit ist es völlig an-
Lır. Wolf, K.L.: Physik und Chemie ein Tropfen der leichteren Flüssigkeit sche Filter lassen bestimmte Fı ders: Die Strömungliegt der Rück-
der Grenzflächen. Berlin-Göttingen-Hei-
auf der schwereren auseinanderzicht, quenzintervalle durch, während sie seite der Kugel nicht an, sondern
bildet ein großes Wirbelgebiet; die
Grenzflächenerscheinungen. Aus der oder aus der Steighöhe des Grenz- andere sperren. Da der Übergang
delberg.Bd.1, 1957, Bd. 2, 1959.[9]
vom Durchlaßbereich zum Sperrbe- Druckverteilung an der Kugelober-
molekularkinetischen Auffassung der flächenmeniskus
die man
in einer Kapillare,
in die Grenzfläche beider reich stetig erfolgt, fallen Durchlaß- fläche weicht sehr stark von der
Materie folgt, daß an *Grenzflächen Flüssigkeiten eintaucht. S. Oberflä- grenze und Sperrgrenze nicht genau Druckverteilung der Potentialströ-
eitige Kraftwirkungen auftreten mung ab; die Kugel hat einen be-
müssen, die zu zahlreichen, oft schr chenspannung
Lit. Eucken,
und Haftspannung.
Lehrb. der chem. Phy-
zusammen. Als G.wird deshalb eine
Frequenz zwischen diesen beiden trächtlichen Widerstand, während
verwickelten G. führen. sik, Bd. II, Leipzig 1949. - Landolt- festgelegt, und zwar bei Tief- und sich bei der Potentialströmung der
2
Grenzschicht Grenzschichtablösung
Widerstand Null ergibt. Also auch tialströmung außerhalb der G. Durch an Bewegungsgröße der in der G.in der Druck an der Wand fällt, besteht
bei großen Reynolds-Zahlen spielt die Verdrängungswirkung der G. wird der Zeiteinheit abgebremsten Masse. keine Gefahr der G.
die Reibung noch eine entscheidende die Potentialströmung geändert, weil Höchstens kann die gesamte Bewe- Der Mechanismus der G. kann durch
Rolle. Die Erklärung hierfür ergibt sie auf eine veränderte Kontur zu be- gungsgröße der Grenzschichtmasse folgende Betrachtung veranschaulicht
sich aus der Prandtlschen Grenz- ziehenist. Umgekehrt bestimmt, wie verloren gehen. Diese Masse ist g - 6 werden: Man denkt sich die Grenz-
schicht. die *Grenzschichttheorie zeigt, die - U b. Für den Widerstandgilt also, schicht in vielen Schichten parallel
Auch bei noch so geringer Reibung Potentialströmung durch den allein W=koöt, zur Wand unterteilt. Die der Wand
gilt an der Wand die *Haftbedin- von ihr abhängigen Druckverlauf das anliegende Schicht ruht (*Haftbedin-
gung: Die der Wand anliegende Geschwindigkeitsprofil der G. und wobei k<1. Nach Gleichsetzen bei- gung); die äußerste Schicht hat die
Schicht ruht. In geringer Entfernung damit auch gegebenenfalls die Grenz- der Werte für W findet man Geschwindigkeit der von der Reibung
von der Wand herrschen jedoch bei
großen Reynolds-Zahlen schon be-
trächtliche Geschwindigkeiten. Der
schichtablösung, Die Vorgänge in bei-
den Gebieten sind also eng miteinan-
der verkoppelt.
=al, "Set.
ö const unbeeinflußten Außenströmung. Das
Geschwindigkeitsgefälle zwischen den
Schichten bewirkt sowohlbei lamina-
Geschwindigkeitsgradient senkrecht Es ist für die Grenzschichttheorie Das Verhältnis von Plattenlänge zu rer wie bei turbulenter Strömung
zur Wandist infolgedessen im Mittel wichtig, sich einen Begriff von der Grenzschichtdicke ist also von der Schubspannungen, die an der Wand
sehr groß. Dannsind aber nach dem Größenordnung einer Grenzschicht- Größenordnung der Wurzel aus der in die Wandreibungsspannung über-
Newtonschen Schubspannungsansatz dicke zu verschaffen, Es soll eine Ab- mit der Plattenlänge gebildeten Rey- gehen. Von der Wand aus geschen,
die Reibungsschubspannungen von schätzung dieser Größe für eine pa- nolds-Zahl. Da Re praktisch immer wirken die Schubspannungen auf die
beträchtlicher Größe. Es gibt also in rallel angeblasene Platte vorgenom- sehr groß ist, sind die Grenzschicht- wandfernen Schichten bremsend, von
der Nähe fester Wände Gebiete, in men werden. Die Länge derPlatte (s. dicken relativ sehr klein. Diese Fest- der Strömung aus gesehen, auf die
denen die Reibung nicht vernachläs- Abb.) sei I, die Anströmgeschwindig- stellung ist für die *Grenzschicht- wandnahen Schichten, antreibend. -
sigt werden kann, eben die »Grenz- theorie grundlegend wichtig (näheres Kommt die Grenzschicht in ein Ge-
schichtene. Nur außerhalb der G. s. dort). - Wenn eine Strömung aus biet, in dem der statische Druck
darf von der Reibung abgesehen wer- der Ruhe entsteht, ist die Grenz- steigt, so prägt sich dieser Druckan-
den; hier herrscht praktisch die theo- schichtdicke im ersten Momentgleich stieg, wie die Grenzschichtiheorie
retische Potentialströmung. (Hieraus Null; es entsteht zuerst also eine Po- lehrt, jeder einzelnen Schicht auf. Im
rechtfertigt sich auch die große Be- tentialströmung. Die Reibung ist aber Sinne der *Bernoullischen Gleichung
deutung, die der Potentialströmung wegen dessehr großen Geschwindig- können die Schichten ihren Druck
in der Strömungsiehre beigemessen keitsgefälles außerordentlich groß, so nur auf Kosten ihrer Geschwindigkeit”
wird.) Trotzdem bildet sich oft, wie daß schr schnell eine G. zustande erhöhen, müssenalso vonihrem Vor-
das Beispiel der Kugel zeigt, die Po- kommt (Anlaufvorgang). S. a. Sekun- rat an 'kinetischer Energie zehren.
tentialströmung außerhalb der G. därströmungen, Grenzschichtablö- Dieserist aber um so kleiner, je näher
nicht so aus, wie es aus der reibungs- sung, Rohrreibung, Plattenreibung, der Wandsich die betrachtete Schicht
freien Theorie folgt. Das kommt da- Strömungswiderstand. $. a. Tempera- befindet. Während des Druckanstiegs
her, daß die G. steuernd auf die Po- keit außerhalb der G. U, die verän- turgrenzschicht. [11] also ein Punkt kommen, in dem
tentialströmung wirkt: In der G. derliche Geschwindigkeit in der G. u, Grenzschichtablösung, s.a. Grenz- die äußere Strömungund die äußeren
strömt das Medium mit im Durch- der Abstand von der Wand y, die schicht und Grenzschichtthe ie, Die Schichten noch in der Lage sind, ihren
schnitt verkleinerter Geschwindigkeit. Grenzschichtdicke ö. - Unter der An- Reibungsgrenzschicht in St Druck zu erhöhen, während die
Durch eine Schnittläche senkrecht nahme laminarer Strömung, ist die die sich als dünne Schicht veı wandnächsten Schichten schon. am
zur G.strömtalso weniger, als in der Reibungsschubspannung an der Plat- Materie an festen Wänden ausbildet, Endeihres Vorrats angelangt sind. In
reibungsfreien Strömung strömen tenoberfläche nach Newton ist nur beschränktfähig, einen allge- diesem Punkt bekommt das Ge-
würde. Also drängt die G. die St du meinen Druckanstieg der Strömung schwindigkeitsprofil der Grenzschicht
mung von der Wand weg und wirkt Tun, mitzumachen. Wird diese Grenze an der Wand den Gradienten Null (.
so, als wenn die Kontur des Körpers überschritten, so kommt es zum Grenzschichttheorie). Wenn der
nach außen geschoben wäre. Nach 3u}0y kann schätzungsweise gleich Rückströmen unmittelbar an der Druck noch weiter steigt, wirkt er auf
dieser fiktiven, nicht nach der wirk- dem mittleren Geschwindigkeitsge- Wand und damit zur Ablösung der die zur Ruhe gekommenen Schichten
lichen Kontur formt sich aber die fälle über die Grenzschichtdicke ge- Strömung von der Wand. Das Ablö- in entgegengesetzte Richtung antrei-
Potentialströmung. Der Einflußbleibt setzt werden,also. sungsgebiet bildet ein sog. *Totwas- bend. Die wandnächste Strömung
gering, wenn nur die normale *Ver- 3 ser, das von Wirbeln erfülltist, die zu kehrt um und erhält ihren Zustrom
drängungsdicke einer anliegenden G. ‚ßen Verlusten an mechanischer nicht mehr aus der ankommenden
zu berücksichtigen ist. Ganz kraß ist yo Energie führen, Weiterhin vereitelt Grenzschicht, sondern drängt diese
aber die effektive Formänderung, Dann ist die Reibungskraft W auf die Ablösung die erstrebte Kraftwir- von der Wand ab. Dasist aber der
wenn es zur sog. *Grenzschichtablö- einer Seite der Platte mit.der Breite b: kung auf die Wand. So stellt die Vorgang der G. In turbulenten
sung kommt,wie es beim Beispiel der einen durchaus unerwünschten St Grenzschichten ist die antreibende
KugelderFallist. Werlbeng mungsvorgang dar. Ein großer Teil Wirkung wegen der stärkeren Schub-
Bei hohen Reynolds-Zahlen hat man der Bemühungen des Strömungstech- spannung. (s. Austausch) wesentlich
also immer zwei räumliche Gebiete Aus dem *Impulssatz ergibt sich eine nikers ist darauf gerichtet, Ablö- stärker als bei laminaren. Turbulente
zu unterscheiden: der Reibung un- zweite Berechnungsmöglichkeit von sung zu verhindern (hierüber s. Grenzschichten können infolgedessen
terworfene G. in Wandnähe und die W. Da der Druck längs der Platte Grenzschichtbeeinflussung). In be- einen stärkeren Druckanstieg vertra-
als reibungsfrei anzusehende Poten- konstantist, ist W gleich dem Verlust schleunigten Strömungen, in denen gen, chesie sich ablösen.
26 27
Grenzschichtabsaugung Grenzschichtbeeinflussung
Eine besondere Beanspruchung für längeren Strecken möglich ist. Die strömte Körper und durchströmte stark erlahmten Randpartien der
die Grenzschicht sind die bei Über- von der Wand abgedrängte Über- Kanäle so geformt werden, daß der Strömung dadurch Energie zugeführt,
schallgeschwindigkeit auftretenden schallströmung erfährt eine ziemlich Druckanstieg allmählich erfolgt, be- daß die im Kern angeordneten Siebe
Verdichtungsstöße, da hier der Druck- scharfe Richtungsänderung, die nur sonders dort, wo schon eine beträcht- die schnellere Mittelströmung nach
anstieg unstetig (stoßartig) erfolgt. mit Hilfe eines schrägen Verdich- liche Grenzschicht angelaufen ist. Das außen drängen. — Ähnlich wie die in
Der in Abb. 1 gezeichnete senkrechte tungsstoßes zustandekommen kann bedeutet praktisch, daß umströmte Abb. 2 gezeigten Ausblasschlitze wir-
(Abb. 2). Dieser Ablösestoß interfe- Körper (z. B. Tragflügel) hinten sehr ken die Schlitze der Spaltflügel (s.
riert mit dem senkrechten Stoß und schlank auslaufen müssen und durch- Abb. 4) sowie der Schlitzflügel von
bildet u. U., wie gezeichnet, einen strömte Kanäle sich nur sehr langsam
»gegabeltene Stoß (s. Verdichtungs- erweitern dürfen (s. Diffusor).
stoß), sofern die gasdynamischen Vor- b) Grenzschichtabsaugung. Die Grenz-
aussetzungen hierfür gegeben sind.
An der Totwassergrenze (gestrichelt
gezeichnet) zwischen den beiden
schicht kann sich nicht ablösen, wenn
sie vor dem Ablösepänkt durch Ab-
saugung entfernt wird. Man kann
Cru
schrägen Stößensteht nun die Außen- Abb. 4
durch diese Maßnahme, für die aller- Handley-Page und Lachmann (Abb. „
strömung mit dem Totwasser in tur- dings zusätzlich Energie aufzuwenden 5). Die Spalte stellt einen Kurzschluß
bulentemn Austausch. Sie reißt dau- ist, sehrsteile Druckanstiege bewälti-
ernd Gas aus dem Totwasser mit, gen. Abb. 1 zeigt, wie die Strömung
Wenn ebensoviel mitgenommen nach Prandtl durch Einschalten einer
wie an der Wand zurückströmt, ‚Absaugung in einem sehr steilen Dif-
herrscht Gleichgewicht, und die Ab- fusor zum Anliegen gebracht wird
lösestelle kann nicht weiter stromauf (. Abb. 9 u. 10). Abb. 5
vordringen. Durch die Bedingung die- ©) Grenzschichtanfachung: Nach Abb.
ses Gleichgewichts ist die Größe der 2 wird der Grenzschicht dadurch zwischen der Druck- und der Saug-
Gabelöffnung bestimmt. [11] seite der Flügel dar. Durch den
Grenzschichtabsaugung, s. Grenz- Druckunterschied werden die Schlitze
schichtbeeinflussung.
Grenzschichtanfachung, s. Grenz- Die Grenzschicht an der Oberseite
schichtbeeinflussung. wird vom Profil abgedrängt und an
I), Grenzschichtbeeinflussung. Zweck der gefacht; am Profil selbst läuft eine
4) G. ist es im allgemeinen, die Grenz- frische, wieder gegen Ablösung siche-
re Grenzschicht an. Der maximale
7 schichtablösung (s. dort) zu verhin-
dern und die damit verbundenen gro- Auftrieb der Flügel wird dadurch
Abb. 2 Ben Energieverluste zu vermeiden. Es sehr stark erhöht (ca max bis 4;
Stoß endet schon vor der Wand, weil werden in der Hauptsache folgende _ die *Gleitzahl wird allerdings ver-

N
er nur bei Überschallgeschwindigkeit Methodenangewandt: schlechtert).
möglich ist und die Geschwindigkeit a) Richtige Formgebung: Da die Ab- d) Hilfsflügel z. B. für Rohrkrümmer
in der Grenzschicht ja auf Null ab- ösung dann zustande kommt, wenn (. Krümmerströmung). Die Hilfsflü-
klingt. Die Grenzschicht muß zurück- die Strömung beim Entlangströmen gel nach Frey (Abb.6) sowie die. Um-
Abb. 2
strömen, da der Stoß sehr dünn ist an einer Wand einen zu plötzlichen


und ein wirksamer Antrieb nur auf Druckanstieg_ erleidet, müssen um- Energie zugeführt, daß durch schmale
Schlitze in der Wand eine Strömung
hoher Geschwindigkeit eingeblasen
wird, Die Grenzschichtabsaugungar-
beitet jedoch ökonomischer. - Einen
anderen Weg zur Anfachung zeigt B“ N)
Abb. 3. In einem Diflusor wird den

Abb. 6
lenkschaufeln (Abb. 7), wie sie be-
sonders in Windkanälen verwendet
werden, entlasten die Krümmerwand
vom Druckanstieg und verhindern so
Abb.1 die Ablösung.
EJ
Grenzschichtdicke
©) Bewegte Wände. Bewegtsich die einer äußerst dünnen Schicht senk- a)
Wand ebenso schnell oder schneller recht zu den Kanalwänden ein Ge- au au au
als die Strömung, so kommt keine schwindigkeitsprofil auf. Dagegenist ruatryn
abgebremste Grenzschicht zustande, die Geschwindigkeit im Hauptbereich 1p, n®u
und die Ablösung ist ausgeschlossen. zwischen den Kanalwänden konstant.
Im Beispiel der Abb.8 werden die Infolge dieser Modifizierung des Ge- Derdritte Summand der to
dem Druckanstieg ausgesetzten Dif- linken Seite
schwindigkeitsprofils durch das Ma- bleibt stehen, obwohlv klein
fusorwände durch sich drehende Wal- ist, weil
gnetfeld spricht man von einer ma- Qu/9y großist. - Durch die Vernach-
zenersetzt. [11] gnetischen Grenzschicht. lässigungen von a) und c) wird die
Kr, Coylinn, T; G,; Mapnetohydroay- zweite Komponentengleichung gegen-
en} namies. New"York 1357. 14]
standslos. Der Charakter und die
Abb.10. Diffusorströmung mit Grenz- Grenzschichttheorie. Durch gewisse mathematische Berechtigung der Ver-
schichtabsaugungnach Prandtl. Die Strö- Vernachlässigungen, die aus seinen nachlässigungen sind ausführlich un-
mung liegt auch in der starken Erweite- Vorstellungen über den physikali- tersucht von Harry Schmidt und K.
rung an. Strömungsrichtung von links schen Charakter der Grenzschichten Schröder(s. Lit. Außer der Glei-
nach rechts (nuch Prandtl-Tietjens)
(s.dort) folgten, konnte Prandtl (1904) chung 1 steht noch die *Kontinui-
aus den *Navier-Stokesschen Glei- tätsgleichung zur Verfügung:
hungen der reibungsbehafteten Strö- Su dv
mungen die Differentialgleichung der try. ©
ebenen stationären und instationären Durch die Gleichungen 1 und 2 so-
Grenzschichten gewinnen. Folgende wie durch die entsprechenden Grenz-
Vernachlässigungen werden gemacht bedingungen an der Wand und an
(Bezeichnungen: p Druck; t Zeit; x der Grenze der Potentialströmungist
Koordinate in Wandrichtung; y Ko- die Grenzschichtströmung völlig be-
ordinate senkrecht zur Wand, Null- stimmt. Grenzschichten an krummen
punktin der Wand; u und v die ent- Wänden können in gleicher Weise
Abb. I. Gi elte, Verdichtunsastoß sprechenden Geschwindigkeitskom- behandelt werden, wenn die Grenz,
mit nachfolgı Wellen (Schlierenauf- ponenten; g Dichte, y Zähigkeit des i ce klein ist im Verhältnis
nahme). Strömungsublösung durch den strömenden Mediums):
Stoß. Trennunpslinien von den Ver- zum Krümmungsradius der Wand.
zweigungspunkten ausgchend. Machsche a) Da die Grenzschicht sehr Aus Gleichung1 folgt an der Wand
Wellen in der Zuströmung (nach Weise) können quer zu ihren Stromli @= 0) mit der Haftbedingung (u = 0,
unbedeutende Druckunterschiede be- vo
stehen, die vernachlässigt werden: 2, u
2p/2y = 0. Auf einer Wandnormalen
herrscht immer derselbe Druck, also
wegen der Übergangsbedingung ge-
gen die Potentialströmungder in die- digkeitsprofils der Grenzschicht
ser am Übergang zur Grenzschicht #0) unmittelbar an der Wand ist
herrschende Druck. Die Potentials: vom Druckgradienten längs der Wand
mung »prägte ihren Druck der Grenz- abhängig (s. Abb. 1). Ist der Druck
schicht auf. unveränderlich, wie B. bei der Plat-
b) Wegen der raschen Zunahme der tenströmung, so das Grenz-
Abb. 12. Kanal wie in Abb. I1, jedoch
mit” Grenzschichtabsaugung durch die Geschwindigkeitskomponente paral- schichtprofil an der Wand die Krüm-
seitlichen Schlitze. Verdichtungsstoß ohne lel zur Wand in Normalenrichtung ist mung Null.'Bei Druckanstieg besitzt
Strömungsablösung (nach Weise) ®u/&x? zu vernachlässigen gegen es einen Wendepunkt, da sich der
Feujayt, Krümmungssinn beim Übergang zur
Grenzschichtäicke, 5. Grenzschicht, Potentialströmung umkehren muß.
Verdrängungsdicke, Rohrströmung, ©) Weil die Grenzschicht dünn und Grenzschichtprofile mit Wendepunk-
Plattenströmung. entlang der Wand geführt wird, ist ten sind nach Tollmien u. U. labil
nzschichtgleichungen, s. Grenz- die Geschwindigkeitskomponente v Umschlag); sie können zur St
schichttheorie. senkrecht zur Wand mit ihren ersten mungsablösung oder zum Umschlag
nzschicht, magnetische, eines und zweiten Ableitungen als klein in turbulente Strömungführen.
außer Betracht zu lassen. Bei laminarer Strömung lassen sich
Plasmas. In einer Plasmaströmung Man verwendet die Navier-Stokes- die Grenzschichtgleichungen nähe-
quer zu einem Magnetfeld dominiert schen Gleichungen für ebene Strö- rungsweise integrieren (zuerst durch-
Abb.9. Dim ei großen *Hartmann-Zahlen M > ] mungen,also unter Weglassen der z- geführt von K. Pohlhausen 1921).
nnunAtStd. die magnetische Viskosität (s. Hart- Komponente. Mit der unter b) ange- Hierdurch läßt sich die Entwicklung
weiterung. Strömungsrichtung von links mann-Zahl) über die gaskinetische
nach rechts (nach Prandu-Tietjens) Viskosität. In diesem Fall tritt nur in führten Vernachlässigung folgt aus eines Grenzschichtprofils längs einer
der ersten Gleichung: Wand verfolgen, wenn der aufge-
30 31
Größe
Grenzschicht, thermische r Dispersion;
Man spricht daher von einer visko- Spektralapparat geringe mit en-
sen Grenzschicht. u. U. genügt auch ein z.Filter
B, ein Inter-
u Im. Cowling, T; G,; Magneiohydrody- gem Durchla ßbereic h, r-
Y namies. New York 1957. [34] ferenzfi lter oder ein Rotationsdispe
Grenzstrahlen sind ganz weiche Rönt- sionsfilter. Auch ein *Christiansen-
gen-Strahlen, die mit einer Spannung Filter kann zur G. verwendet wer-
von 6 bis 12kV erzeugt werden. Sie en.
haben eine kürzeste Wellenlänge von Die für die *Feinzerlegung verwen-
etwa 0,17 nm und ein Wellenlängen- deten Interferenzspektroskope haben
mittel von 2nm. Bei einem Span- einen so geringen Dispersionsbereich,
nungsmaximum von 200 kV beträgt daß sich viele Teile des Spektrums
die Grenzwellenlänge 0,0062 nm, das überlagern würden, wenn man [17] sie
Wellenlängenmittel bei kräftiger Fil- nicht vorher durch G. beseitigte.
terung 0,011 nm. In der menschlichen Größe 1. beim Rechnen mit allgemei-
Abb. 1 Haut wird die Grenzstrahlung schon nen Zahlen svw. allgemeines Zahl-
in den obersten Schichten (bis etwa zeichen,
prägte Druckverlauf bekannt ist. Be- 2nm Tiefe) zum größten Teil absor- 2. im physikalischen Sinn (abgekürz-
sonders interessant ist die Weiterbil-
Grenzschicht, thermische. Die unter-
ste, dem Boden aufliegende, stark biert. [28] te Redeweise für physika lische Grö-
dung einer Grenzschicht bei Druck- überhitzte Luftschicht bildet die G. tät s. Viskosität. Be) svw. quantitativeeines Aussage über
anstieg. Ein schematisches Bild hier- Diese G. ist das Reservoir für die iso-
Gi
Grenzvolumen, s. Zustandsgleichung. ein Einzelmerkmal physikali-
von gibt Abb. 2. liert aufsteigenden, überhitzten Lu Grenzwellenlänge. 1. Beim lichtelek- schen *Sachverhaltes, eines Objekt
es
Der Geschwindigkeitsgradient an der quanten. Der Temperaturgradient in rischen Effekt existiertvon eine größte (eines Dinges) oder eines physikal
Wellenlänge, oberhalb der kein schen Phänomens(etwa eines Licht-
Licht mehr aus dem betreffenden bündels). Eine G. enthält eine An-
Metall Elektronen auszulösen ver- gabe sowohl quantitativer als auch
mag, Diese G. bzw. Grenzfrequenz tiver Art (im Unterschied zu
wird durch den Energiesatz bzw. qualita
einer Zahl!).
durch die entsprechend angewandte Man unterscheidet die G. mit unbe-
Einsteinsche Gleichung: _h vm =Wir- e U stimmter Quantität, die allgemeine
+ A bestimmt (h Plancksches Größe, und die G. mit spezieller
kungsquantum, U kinetische Energie Quantität, die spezielle Größe (man
Abb. 2 der Elektronen beim Verlassen des nennt sie auch den Wert einer allge-
Wand nimmt immer mehr ab, bis auf der 1.G. übersteigt weit den adiaba- Metalls, in Voltäquivalent ausge- meinen G. oder Größenwert).
Die
den Wert Nul . Diesen Punkt nennt tischen und erreicht unter Umstän- drückt, A Austrittsarbeit des Metalls, elektrischenV Spannu ngen 10 V, 220 V
man den Ablösepunkt A, weil sich den Werte von 30 grd/m, wobei Lu Yı Grenzfrequenz). und 6000 sind verschiedene spe-
hinter diesem die Richtung der Grenz- spiegelungen durch die optische Di Wenn U =0 ist, was für die lang- zielle G. Diese drei genann ten Grö-
schichtströmung in Wandnähe um- kontinuität der G. erzeugt werden. samsten Elektronen zutrifft, wird Benwerte unterscheiden sich in ihrer
kehrt. Durch dieses Rückströmen Die nächtliche kalte Bodengrenz- hvm = A bzw. Am = (h c/A). Bei den Quantität (Großheit).
wird daslinks von A ankommende schicht zeigt umgekehrtes Tempera- Alkalimetallen, bei denen die Aus- A-1V, wobei 0< |A| <= sein kann,
Grenzschichtmaterial von der Wand turgefälle mit Zunahmenach der Hö- trittsarbeit gegenüber derjenigen bei ist eine G. mit unbestimmter Quänti-
abgedrängt (s. die gestrichelt einge- he. S. a. Temperaturgrenzschicht. [30] anderen Metallen relativ klein ist, ist tät, eine allgemeine Größe, und zwar
zeichnete Grenze und die angedeute- Grenzschicht, viskose, eines Plasmas. die G. entsprechend groß, bei Li510 die G. elektrische Spannung.
Man
ten Stromlinien). Diesen Vorgang In einer Plasmaströmung quer zu bis 540 nm, bei Na 583 bisund 600, bei K schreibt dafür das Formelzeichen m, U.
nennt mandie laminare Ablösung. Es einem Magnetfeld dominiertbei kl 612 bis 710, bei Rb 810 bei Cs Das Analoge gilt für die Masse
ist wichtig, daß in diesem Fall die nen-Hartmann-Zahlen M < 1 die schließlich sogar 630 bis 900 nm. das Volumen V, die Dichte g, die
Ablösung von der Theorie geliefert kinetische Viskosität über die magne- 2. Im Kontinuum der Röntgen-Strah- (absolute) Temperatur 7, das magne-
wird. Weiteres s. Grenzschichtablö- tische Viskosität (s. Hartmann-Zahl). lüng wird durch die =gleiche energeti- tische Moment m sowie für alleeinen all-
sung. Das Geschwindigkeitsprofil senkrecht sche Beziehung hv e U (gewisser- ‚einen G. Eine G. kann einer
Lit. Prandtl, L.: Verhandlung II I“ zu den Kanalwänden hat in diesem maßen inverser lichtelektrischer Ef- 'achbezug haben und sich von
tern. Math. Kongreß. Heidelberg oo Fall praktisch die gleiche Form wie fekt; die Austrittsarbeit kann in die- anderen durch den Sachbezug unter-
Pohlhausen, ZAMM Ba.1 (I 191), S. 252 bei Abwesenheit des Magnetfeldes.
bis 368. - Tollmien: Hdb. d. sem Fall gegenüber der kinetischen scheiden. G., die
sich nur durch den
Energie der Elektronen vernachlässigt Sachbezug untersc
heiden, haben glei-
‚rch., Bd. M:0,
vir)
werden) eine scharfe, kurzwellige he Dimensionen. Rechnevom n kann man
Grenze durch die Höhe der Röhren- nur mit G.,iertbei denen Sachbe-
Be ut 6, Heft 45
lathematik, Jahr
a5, =_Schlichting,
h spannung festgelegt. Zahlenmäßig gilt zug abstrah ist.
Efickivspann ung Uerr, Ma-
für die G. in A: Am = 12346/U, wenn Beispiel:
H.:
Gren: \icht-Theoris ;. Aufl. Karlsı
U in V gemessen wird (Duane-Hunt- ximalspannung Umaz,
Momentspan-
1965. - Pai, S.J.: Viscous flow Theory.
nung U () sind verschiedene (allge- Sie
New York-Toronto-London 1956. - Gört- sches Gesetz). [17]
Grobzerlegung, in der Spektroskopie meine) Größen mit Sachbezug.
ler, H., und W. Tollmien (Hrsg.):
Jahre Grenzschichtforsch
50
Braun- eine Zerlegung des Lichtes mit einem haben gleiche Dimens
ion, nämlich
schweig 1955. [11] Morning. Tem 33
32
Größe Größe
die Dimension elektrische Spannung. lenlänge, _Ausbreitungsgeschwindig- werden die Zahlenwerte, dann die wie jede andere G. zu behandeln. Es
Die zugehi \örige, vom Sachbezug ab. ab- kei it. eines Lichtbündels us, Einheiten und dann die beiden Er- gibt sehr verschiedene Verhältnisgrö-
strahierte G. ist die G. elektrische Beispiele von speziellen Größen sind gebnisse multipliziert (bzw. dividiert). ßen, z.B. Brechzahl, Ausbeute, Re-
Spannung. Die drei genannten (allge- 2.B. die Schallgeschwindigkeit in Beispiel: An einem langen Drahtlie- flexionsbruchteil. Sie unterscheiden
meinen) Größen mit Sachbezug sind Luft von Zimmertemperatur, die gen 200 V,durch ihn fließen 5 A. Der sich jedoch nur durch den Sachbezug
voneinander verschieden, z. B. ist bei elektrische Spannung an der Steck- Widerstand des Drahtes (definiert als voneinander.
sinusförmigem Wechselstrom dose, die Temperatur des Eispunktes, R = U/I) beträgt daher Als Argument analytischer Funktio-
1 die Länge einer Postkarte der Deut- 200V 20 -1 V nen und als Exponent einer Potenz
Uose = —— Umax. schen Bundespost usw. FAT FIAT W-LVIA. kann nur eine Verhältnisgröße vor-
ie kö N
Sie können aberalle in verschiedenen
Um zu einem Kalkül für Größen zu
kommen,muß man zuerst vom Sach- Für 1 V/A hat man als Abkürzung
kommen.
speziellen Fällen z. B. den Wert 220 V bezug und vom *Richtungscharakter 1Ohm (1 0) eingeführt.
annehmen. Ist nur 220 V, ohne Rück- abstrahieren. Die Einheit kann u. U. durch ein Po- = 0,1-10% As/V, t= 105 ergibt der
sicht auf den Sachbezug, angegeben, Eine physikalische G.läßt sich stets tenzprodukt anderer Einheiten wie- Exponentdie Zahl 100; alle Größen,
dannist das eine (spezielle) G., ab- ausdrücken als Produkt aus einer dergegeben werden, bevorzugt von die eine von der Dimension der Zah-
strahiert vom Sachbezug. Zahl (Zahlenwert) und einer Einheit. Ausgangseinheiten eines *Einheiten- len verschiedene Dimension haben,
Weitere Beispiele für Größen mit Es gilt also allgemein: systems. kürzen sich weg.
Sachbezug sind: Beispiel: In Gleichungen werden die Größen
Geschwindigkeit gleich Länge des bei Größe(Größenwert) = durch Formelbuchstaben wiedergege-
der Bewegungeines Punktes zurück- Zahlenwert X Einheit. Q=1Vvi1A ben, die im Druck stets kursiv gesetzt
gelegten Weges, dividiert durch Zeit- ‚Auf der rechten Seite steht ein Pro- 1V=1J/1As werden (s. a. Einheitensystem, ratio-
dauer, die zum Durchlaufen dieses dukt aus einer Zahl und einer G., also IQ = 1J/L AP -1s. nal-nichtrational, Dimension).
Weges benötigt wird. denn die Einheit ist eine G. von spe- Die Naturgesetze lassen sich in Glei- Größen mit besonderer Kennzeich-
Durchschnittlicher Aufwand gleich zieller Quantität. 2 h bedeutet aus- chungen darstellen. Dabei dienen di nung. Beim Formelzeichen für eine
Länge der Leitungen eines Überland- führlich geschrieben 2 - 1h. Die frü- physikalischen Größen zur begriffli (allgemeine) G. kann entsprechend
werkes, dividiert durch Zeitdauer, in her oft_ gebrauchte Redeweise be- chen und formelmäßigen Verknüp- dem verschiedenen Sachbezug eine
der diese wegen Korrosion erneuert nannte Zahl statt G. ist daher irre- fung. Diese Größen lassen sich auf besondere Kennzeichnung (z. B. tief-
werden müssen. führend. ige wenige Ausgangsgrößen zu- gestellter Index) angebracht werden.
Jede der beiden allgemeinen Größen 41 ist eine allgemeine G., nämlich rückführen, umgekehrt ausgedrückt Es entsteht eine »Größe mit beson-
ist definiert durch einen Quotienten die G, Zeitdauer; $- 15 ist eine spe- Aus einigen wenigen Ausgangsgı derer Kennzeichnung«.
aus einer Länge und einer Zeitdauer. zielle G. Ben (Basisgrößen) können die übri- Beispiel: Absolutdruck p4, Überdruck
Sie unterscheiden sich aber durch den Die G. hat eine gegenüber der Wahl gen Größen abgeleitet oder definiert pa, Maximalspannung Umas, Eflek-
Sachbezug. Beide Größen haben die der Einheit (Quantität der Einheit, werden(abgeleitete Größen). vspannungUsre usw.
‘Dimension Länge/Zeit und können Großheit der Einheit) invariante Be- Alle (allgemeinen) Größen ohne Sach- Eine besondere Kennzeichnungist bei
als Vielfache z.B. von Im/s oder deutung. So ist z.B. 2-1h = 120-1 bezug lassen sich als Potenzprodukt der Größe sinnvoll; sie darf aber
1 km/Jahr usw. angegeben werden. min = 7200 .1s ein und dieselbe G. Bi“... Ba'" einer endlichen Anzahl nicht bei einem Einheitensymbol an-
“Anderes Beispiel: Elektrischer Wider- Beim Einheitenwechselist es entschei- von Ausgangsgrößen Bı ... Br wie- gebracht werden. Es gibt z.B. nur
stand R gleich elektrische Spannung dend wichtig, daß die Gleichung, in dergeben. eine einzige t 1 V. Daherist es
zwischen zwei Punkten eines
dividiert durch, StromstärkeDrahtes,
durch
der alte und neue Einheit vorkom-
men, umkehrbar eindeutig gilt, also
Alle speziellen Größen lassen sich falsch zu sch
besonders zweckmäßig ausdrücken beträgt U = 220 Verr.
diesen Draht. z.B. 1h=60min und gleichzeitig als Vielfaches (A-faches) kohärenter heißen: Uer: = 220 V. Für sinusför-
Steuerungsgröße gleich elektrische ef- stets 60 min = 1h. Einheiten in der Form (eckige Klam- migen Wechselstrom gilt: Uer=
fektive Leerlaufwechselspannung ei-
nes Turbogenerators, dividiert durch ‚Rechnen mit Größen: Größen kön- mer bedeutet »Einheit von . .c) (1/Y2) Umas. Beim technischen Wech-
nen, unbeschränkt multipliziert und selstrom ist Uerr = 220 V und Umax =
elektrische Gleichstromstärke in der dividiert werden, nur muß — wie bei A-[Bı]" ...[Bn]"", woo<|Al<. 308 V. Es wäre unsinnig, die beiden
Erregungswicklung des Ankers. Zahlen - voraus; tzt werden, daß (Spezielle) Größen von solcher Art, Werte durch verschiedene Einheiten
Jede der beiden Größenist ein Quo-
ent aus einer elektrischen Spannung der Divisor von Null verschiedenist. daß sie sich nur um einen Zahlenfak- etwa mit 220 Verr und 220 Vmax zu
und einer elektrischen Stromstärke. Dagegen ist Addition und Subtrak- tor unterscheiden (wie z.B. 10V, bezeichnen.
tion nicht allgemein möglich, sondern 220 V, 6000 V) bilden eine Klasse Ebenso ist es abzulehnen, wenn ge-
Beide Größen haben die Dimension nur bei solchen Größen,die sich als (Gesamtheit), eine Dimension (in die- schrieben wird p = Satü, statt pu =
des Quotienten Spannung/Stromstär-
ke und können in V/A angegeben Vielfaches der nämlichen G. ausdrük- sem Beispiel die Dimension elektri- Sat.
werden.
ken lassen. sche Spannung). Mehrdeutige Größen. In der Physik
Beispiel: 2h + 23 min = 2-60 min + Besondere Größen sind diejenigen, sind mehrdeutige Größen in Ge-
Beispiele von allgemeinen Größen 23 min 143 min. Dagegen ist nicht deren Potenzprodukt durch Kürzen brauch. I cm CGS kann so viel be-
sind Masse, Volumen, Dichte, Wär- möglich 2s + 3 cm zu addieren, denn den Wert Eins erhält. Solche Größen deuten wie 10°? m oder wie 1,11 pF.
mekapazität,
Temperatur, magneti- dafür läßt sich kein Produkt aus Zah- heißen Verhältnisgrößen oder Grö- Die Zuordnung von 10” m zu Icm
sches Moment ... eines Eisensta- lenwert X Einheit finden. ßen der Dimension der Zahlen (oft CGSist eindeutig, ebenso die Zuord-
bes; Querschnittsfläche, Strahlungs- Beim Rechnen mit Größen wird’ die auch Dimension 1 genannt). Man nung von 1,11 pF zu 1cm CGS. Die
leistung,.. Leistungsdichte (Flächen. Zerlegung in Zahlenwert X Einheit in darf sie also nicht dimensionslose Umkehrungdieser beiden Beziehun-
dichte der Strahlungsleistung), Wel- Gedanken stets durchgeführt. Zuerst Größen nennen. Diese Größen sind gen ist dagegen mehrdeutig.
34 35
Größe Großwinkel-Korngrenzen
Das CGS-System erklärt durch Po- schwächste, für ein bestimmtes opti- fektivspannung haben alle die Di- zielle Einheit einsetzt. Man dividiert
stulat das 4 n-fache der Flächendich-sches Instrument eben noch erreich- mension (Größenart) Spannung. die in der Gleichung vorkommenden
te der Ladung »gleich« dem elektri- bare Helligkeit heißt Grenz-G. Sie 2. Ausdruck für Dimension mit Sach- Größen Gı, Ge, ... durch die vorge-
schen Potentialgradienten, der senk- beträgt für das freie Auge theoretisch bezug. Bei diesem Sprachgebrauch ‚gebenen Einheiten [G:], [Ga], . . und
6”,für das größte Fernrohrder Erde
recht zu dieser Fläche herrscht. Dar- wird z.B. gesagt: Spitzenspannung, erhält Zahlenwerte {Gı), (Ge), ...
aus wird gefolgert, daß Länge und auf dem Mount Palomar = 24=. Da Momentanspannung. Eiffektivspan- Es ergebensich also Gleichungen von
Kapazität einander >gleich« werden. die Lichtempfindlichkeit der zur pho- nung haben die gleiche Dimension, der Form
Im Internationalen Einheitensystem tometrischen Messung verwendeten ene
sind aber verschied Größenarten. Gi Ge\ (Gs)
wird dagegen zwischen beiden Grö- Geräte verschieden ist, muß jeweils Wegen dieser Zweideutigkeit wird ar slen) (ton)
ßen und beiden Dimensionen unter- bei Angaben der G. angegeben wer- empfohlen, das Wort Größenart nicht
schieden. 10” m = 1cm bedeutet in den, welches Meßprinzip verwendet zu verwenden (s. Größe, dort Sach- worin a ein Zahlenwert (reine Zahl)
diesem stets eine Länge (eine Größe wurde. Mit dem menschlichen Auge sein kann.
Lır. Fleischmann, R. Z. Phys. 129, 377 Beispiele solcher Gleichungen:
bezug).
der Dimension Länge) und nur eine frei geschätzte oder am visuellen Pho-
Länge; 1,11pF bedeutet stets eine tometer gemessene Helligkeiten hei- (1951); 138, 301 (1954); MNU 12, Heit 9 u IR
Kapazität (einen Quotienten elektri-Benvisuelle G. Der photographischen und 10 (1959/60).[39] via ıa
sche Ladung durch elektrische Span- Platte erscheinen infolge_ stärkerer Größengleichungen. Die physikali-
nung) und nur eine solche. Im magn. Blauempfindlichkeit blaue Sternehel- schen Gesetzmäßigkeiten in der Na-
CGS-System kann Icm CGS auch ler. Photographisch bestimmte Hel- tur werden durch Gleichung en zwi-
die Selbstinduktion 10°” Henry be- ligkeiten sind daher photographische schen Größen dargestellt. Größen ” = ’s i ma); B9
deuten. Der Gebrauch mehrdeutiger G. photographische und visuelle G. lassen sich mit Hilfe von *Einheiten Größenklasse, in der Astronomie das
G.ist die Ursache der sog. Maßsy- sind durch den *Farbenindex gekop- als Produkte aus einer Zahl undeiner Helligkeitsintervall zwischen einem
stemschwierigkeiten. Verzichtet man pelt. Photographische G., die mit (benannten) Einheit darstellen. Stern n-ter und einem (n - I)-ter
Platten gewonnen wurden, deren
auf die Gleichsetzung von begrifflich Eine G.ist eine Gleichung, die so ge- “Größe. [5] .
verschiedenen Größen, erkennt also Farbempfindlichkeit der mensch- meintist, daß für allgemeine Formel- Großdyn, früherer Name für die
ihre Verschiedenheit (Unterschied- lichen Auges angepaßt ist, heißen zeichen jeweils eine Größe (also Zah- Krafteinheit 1 Newton.
lichkeit) an, dann entfallen alle photovisuelle G. Schließlich gibt es lenwert X Einheit) eingesetzt werden Umrechnungen:
noch Jichtelektrische G. (Messung mit
Schwierigkeiten (s. Einheitensysteme, soll, nicht etwa nur ein Zahlenwert. 1 Großdyn = 1 Newton = 10° dyn =
Gleichheit). dem _lichtelektrischen Photometer Sie kann auch spezielle Größen wie = 10° cm g/s? = 0,101 9716 kp.
3. In der Astronomie. Die Helligkei-nach Guthnick). 3.10% m/s, 9,81 m/s’, 30 min usw.
Großdyn wurde früher benutzt, als
ten der *Sterne sind sog. Größen- Die G. eines Sternes sagt zunächst oder Zahlen wie '/s oder 2 enthal-
die Bezeichnung *Newton noch nicht
klassen eingeteilt. Die Helligkeit noch nichts über seine tatsächliche ten, sehr verbreitet war. Für GroßdynAn- als
Leuchtkraft aus, da ja gleich leucht-
selbst wird kurz als »G.« bezeichnet. Die Größen haben eine gegenüber Kurzzeichen »Dyn< (mit großem, ist
Da schon in Hellas eine Einteilun; kräftige Sterne infolge verschiedener Wahl der Einheit invariante Bedeu-
fangsbuchstaben) zu verwendenes w
aller sichtbaren Sterne Entfernung verschieden hell erschei- tung. auf jeden Fall zu verwerfen;Schreil
nen. Man spricht daher von der
Benklassen üblich war, blieb auch die Beispiel: 0,5 h = 30 min = 1800 s sind
verschiedene Darstellungen derselben die
derspricht der Regel über paßt
moderne *Photometrie bei dieser scheinbaren G.der Sterne, zum Un- . und
weise von Einheitenngssystem in kein
Ordnung. Die Intensitätsverhältnisseterschied von der absoluten G., die Größe. logisches Bezeichnu . [13]
von G.-Klasse zu G.-Klasse sind fol-durch Rechnung gewonnen wird. Sie Falls die Größen eindeutig definiert
Großerg, früherer Name für die Ener-
gendermaßen definiert: Ein Stern 1. entspricht der G., die der Stern hätte, (&. Größen, mehrdeutige) sind, gelten gieeinheit 1 Joule.
G. habe 100 Helligkeitseinheiten, wenn er in einer Entfernung von 10 G. in unveränderter Form bei Ge- Ümrechnungen:
dann hat ein Stern 6. G. 1 Einheit. pc stünde. Der Unterschied absolute brauch beliebiger Einheiten. Setzt
1’Großerg = 1 Joule = 107 erg =
minus scheinbare G. heißt Ent
Somit wird sich. die Intensität eines man nichtkohärente Einheiten (s.
= 10° cm! gis?.
nungsmodul. Die absolute Größe Einheitensysteme), d.h. solche, die
Sternes n-ter G. zu der eines (n — 1)-
eines Sternes wird mit M bezeichnet. zusammen kein Einheitensystem bil- Für Großerg als Kürzzeichen »Erg« zu
ter G. verhalten wie 1: Yi00 (ange- Beispiel: den, in einheiteninvariante G. ein, (mit großem Anfangsbuchstaben) ver-
nähert 1:2,512). Um alle kleinen Sirius absolute G. dann treten Quotienten auf, die le- verwenden, ist auf jeden Fall zuRegel
Helligkeitsunterschiede angeben zu +1,34 diglih Zahlen (Verhältnisgrößen) werfen; es widerspricht der
können, verwendet man Dezimalstel- scheinbare G. 1,5. sind, z.B. Imin/ls = 60 oder 1h/ über die Schreibweise von Einheiten
len. So gibt es Sterne1,7. oder 7,8. 1 inch/1 cm = 2,54 (s. Ein-
15 = 3600,rianz), und paßt in kein logisches „Bezeich- .
G. usw. Die Abkürzung für G.ist ein Entfernungsmodul +28
heiteninva allgemeine G. (ein- nungssystem. [13] sind
hochgestelltes m (magnitudo). Da 139, 5]
heiteninvariant). l-Korngrenzen
Großwinkezen
eine Reihe von Sternen, vor allem die Größe,kritische, eines Reaktors nennt Der Gegensatz zu G. sind *Zahlen- Korngren zwischen benachbarten
*Planeten,heller als 1” sind, gibt es man die Abmessungen des Spalt- wertgleichungen. Körnern, wobei große Orientieru ngs-
auch solche der Helligkeit 0, 1, — 2 raumvolumens eines Reaktors bei Besonders beim Aufstellen von Ta- unterschiede bestehen. Ihre Struktur
usw. Von allen Sternen wird der Pla- vorgegebenem Reflektor und even- bellen und Ausrechnen von Werten ergibt sich nicht aus dem Verset- el-
net Venus in günstiger Stellung mit wuell vorhandenem Brutraum.[7] für graphische Darstellungen werden zungsmodell wie die *Kleinwink
— 4=,6 am hellsten;er kann dann am Größenart, 1. anderer Ausdruck für gelegentlich zugeschnittene G. ver- Korngrenze, sondern es hat minde-
Taghimmel trotz Sonnenhelligkeit ge- *Dimensi Bei_diesem Sprachge- wendet. Wenn man von einer (ein- stens in einer Richtung eine starke
schen werden. Die Sonneselbst hat brauch z.B. gesagt: Spitzen- heiteninvarianten) G. ausgeht, erhält Verdrehung der Körner gegeneinan-
eine Helligkeit von rund - 27", Die spannung, Momentanspannung, Ef- mansie, indem man jeweils eine spe- der stattgefunden.
36 37
Grotrian Grundgleichung
Die Beweglichkeit von G.-K. ist Sonnenuntergangs beobachtet, wenn ermittelt. Man kann nun die Spek- Mechanik ist, infolgedessen - nach
hauptsächlich durch anelastische Mes- das meiste Licht auf dem langen Weg trumseichung ohne weiteres auf diese einer nahezu 300jährigen Entwicklung
sungen und Untersuchungen des durch die Atmosphäre von der Luft unwirklichen Eichlichter umrechnen. so gut wie abgeschlossen. Im Be-
Kriechverhaltens bestimmt. Cl. Zener und vom *Ozon absorbiert wird. Das Die entsprechenden Eichkurven des reich der Lichtgeschwindigkeit mi
und Mitarbeiter haben das Verhalten Ozon läßt dabei noch zwei schmale Spektrums heißen Grundempfin- sen die Erkenntnisse der *Relativi-
der G.-K. durch Kriechversuche, Be- Wellenbereiche im Roten und im dungskurven oder Grundreizkurven, tätstheorie zu Hilfe genommen wer-
stimmung der inneren Reibung, der Blau-Grünendurch. Dadie Brechung s. Farbempfindung. Hierdurch wer- den. [20]
*Relaxation des *Schubmoduls und des Lichts in der Atmosphäre bei den u. a. negative Beträge vermieden. Grundgleichung, dynamische. Die
der Spannungsrelaxation in *Vielkri- kürzeren Wellenlängen stärker ist als 14] erstmals 1687 von Newtonformulierte
stallen genauestens studiert. Unter bei längeren, kommt zum Schluß nur Grundfarbe, in der Lehre von den d. G. stellt das wichtigste Axiom der
der Wirkung von mechanischenSpan- noch das grüne Licht an. [33] Farbenmischungen jene drei Farben, Mechanik dar. Sie lautet: Die zeitliche
nungen hat sich bei den G.-K.eine Grunddimension (Grundgrößenart, durch deren Mischung manalle übri- Änderung der Bewegungsgröße (des
Parallelverschiebung von Körnern Grundgröße, Grundeinheit), bedeutet gen darstellen kann. Die Wahl der *Impulses 3) eines Körpers ist gleich
entlang den Korngrenzen nachweisen Basisdimension, Ausgangsdimension Grundfarben ist willkürlich, nur dür- und gleichgerichtet mit der auf den
lassen, was der Beweis dafür ist, daß (bzw. Basisgrößenart, Ausgangsgrö fen sie in der Farbentafel nicht auf Körper einwirkenden (resultierenden)
diese Korngrenzen wahrscheinlich Benart, Basisgröße, "Ausgangsgröße einer Geraden liegen. In der Helm- Kraft 8:
nichtkristallographisch aufgebautsind. bzw. Basiseinheit, Ausgangseinheit). holtzschen Dreifarbenlehre werden
. @
Statt dessen sagt man besser Au die Fehlfarben der Dichromaten als
Band_YIL, Teil 1PKristaliphysik 1. Ber.
Lır. Hdb. d. Phygk, hrsg. v. S. Flügge,
gangs- oder Basis-Dimension, -Grö- virtuelle Grundfarben gewählt. [14] Ein kräftefreier Körper (& = 0) hat
lin 1955. - Zener, Cl.: Elasticity and Be, -Einheit, weil das Basissystem in- Grundform, s. Rationalitätsgesetz. demnach unveränderlichen Impuls
Anelasticity of Metals, University of
nerhalb weiter Grenzen wählbar ist Grund£unktionen,s. Viskoelastizität. (3 = 0, 3 = const, *Trägheitsgesetz).
Chicago Press, 1948. [15]
(. Dimension, Abelsche Gruppe). Grundgesetze der geometrischen Kri- Bezeichnet m eine punktförmige, zeit-
Grotrian, Walter Robert Wilhelm. Dt. Unter einer Grundgröße usw. wird stallographie, zwei (oder auch vier) lich unveränderliche Masse, ? ihren
‚Astronom.Geb. 21.4.1890 inAachen, manchmal auch eine Größe verstan- Gesetze, denendie Kristalle unterli Ortsvektor, » =t bzw. Ge-
gest. 3. 3. 1954 in Potsdam. 1922 Ob- den, die fundamentalere Bedeutung gen. Sie sind in einer Zeit geprägt schwindigkeit bzw. Beschleunigung,
seryator, 1927 nicht-beamteter Prof., hat als andere. Dann kann etwa ge- worden, als man die Kristalle noch so sind J= mov und J= ma, und
1932 Hauptobservator und Prof. am fragt werden, ob die elektrische nach ihrem geometrischen Erscheinen man erhält die d. G. für einen Mas-
Astrophysikalischen Observatorium Stromstärke oder die elektrische La- zu erklären versuchte und noch nicht senpunkt
Potsdam.1946 Prof. mit Lehrauftrag, dung die fundamentalere Größesei. ihren inneren Bau kannte; sie bilden ma=mi=$. @
seit 19S1 Prof. mit Lehrstuhl an der Beide können jedoch mit gleicher Be- Danach sind Kraft und Beschleuni-
Universität Berlin und Direktor des rechtigung als Ausgangsgrößen im aber uolzdem auch heute noch die
einwandfreie Grundlage der geome- gung gleichgerichtet und stehen in
Astrophysikalischen Observatoriums Basissystem verwendet werden. trischen Kristallographie wie auch der einem festen Verhältnis; die Verhält-
Potsdam. Erhielt 1949 den National- S.a. Größe, Einheitengleichung, Ein- inneren *Kristallstruktur, da sie auf
preis 3. Klasse der DDR. Seine Ar- heitensystern, Größenart. den Raumgitterbau der Kristalle zu-
niszahlist die träge *Masse.
Zerlegt man t bzw. & in die Kompo-
beiten betrafen Sonnenkorona und Lrrt. Wallot, J.: Größengleichungen, rückzuführen sind. Es sind dies: das nenten x, y, z bzw. X, Y, Z parallel
Sonnenflecken sowie Helligkeits- Einheiten und Dimensionen. Leipzig Gesetz von der Konstanz der Kanten- zu den Achsen eines cartesischen Ko-
schwankungen der Nova Herkulis. 1953. - Stille, U.: Messen und Rechnen
in der Physik. 2. Aufl. Braunschweig winkel (s. Kristallkanten), das *Rari ordinatensystems, so zerfällt die Vek-
Grofthus-Drapersches Gesetz. Pho- 1961. - Fleischmann, R.: Einheiteninva- nalitätsgesetz, ferner (als Untergeset- torgleichung (2) in die drei skalaren
tochemisch wirksam sind nur solche riante Größengleichungen, Dimensionen. ze vonletzterem öfter aufgeführt) das Gleichungen
Wellenlängenbereiche des Lichtes, die
MNU,Bd.12, Heft 9/10 (1959/60). [39] Zonengesetz (s. Kristallzone) und das mi=-X,mj=Y,mi=Z. ()
Grundempfindungskurve. Nach den Symmetriegesetz der Kristalle (s. Kri- Mit der d. G. stehen in enger Bezie-
von der Substanz absorbiert werden. Gesetzen der Farbenmischung kann stallsymmetrie). [8]
Die Energie der absorbierten Strah- jede Farbe, also auch jede Spektral- Grundgesetze der Mechanik sind die hung der *Impulssatz und der *Ener-
lung liefert die für einen endother- farbe, durch Mischung von drei fest folgenden *Axiome: giesatz der Mechanik. Man erhält
men Prozeß notwendige Energie. Da- gegebenenfarbigen Eichlichtern dar- Das*Trägheitsgesetz, beide durch Integration von(2).
bei ist es aber nicht notwendig, daß gestellt werden. Hierbei muß man u. die dynamische *Grundgleichung, Mit (1) stimmt formal überein die d.
die chemisch miteinander reagieren- U.ein oder zwei Eichlichter zu der das *Wechselwirkungsgesetz, G. für die Drehbewegung starrer
den Substanzen selbst die Energie das *Überlagerungsprinzip, Körper, der *Drehimpulssatz (3*
aufnehmen, sondern es kann cin Farbe hinzumischen, d.h., negative Drehimpuls, M resultierendes stati-
»Sensibilisator« eingeschaltet werden, Beträge von Eichlichtern zulassen. der *Energiesatz. sches Momentder äußeren Kräfte):
der lediglich die Aufgabe hat, ein Die Anteile an diesen drei Eichlich- Sie bilden die Grundlage der klassi-
bestimmtes Wellengebiet zu absorbie- tern über der Wellenlänge des Spek- schen Mechanik und genügen zur “a
ren, ohne daß er selbst für den che- trums aufgetragen, stellen die Eich- Darstellung bzw. Erklärung aller me-
mischen Prozeß wesentlich ist. [18] kurven des Spektrums dar. Die Eich- chanischen Vorgänge, wenn die Ge- Streng gültig sind (1) und (4) nur in
lichter sind an sich willkürlich wähl- schwindigkeiten derbeteiligten mate- einem *Inertialsystem. Bei vielen (vor
Grüneisensche Ausdehnungsregel, s. bar. Helmholtz hat in seiner Drei- riellen Körper um mindestens eine allen technischen) Anwendungen darf
‚Ausdehnung, thermische, und Schmel- farbenlehre die Fehlfarben der Di- Größenordnung unter der Lichtge- jedoch auch ein erdfestes Bezugs-
zen. chromaten als die natürlichen Eich- schwindigkeit liegen. Die ersten vier system als Inertialsystem angesehen
grüner Strahl. Der g. S. wird bei kla- lichter bezeichnet, Diese wurden zum G. d. M. wurden bereits 1687 von werden.
rer Luft in den letzien Sekunden des erstenmal von König und Dieterici Newton formuliert. Die klassische Lır. Schaefer, C.: Einf. in die theor.
38 39
Grundgleichungen Gruppe
Physik. Berlin 1950. - Sommerfeld, A.: Grundpyramide, -rhomboeder,s. Kri- Lit. Seeger, A.: Z. Naturf. 9a, 758 ordnenhat. Dies macht deutlich, wel-
Mechanik. Wiesbaden 1950. - Hund, stallklassen (hexagonale und rhom- (1954). [1: che fundamentale Bedeutung dem
Einf. in die theor. Physik. Bd.1. Leipzig bische). Grundzustand, der stationäre Zu- Gruppenbegrifi in der. Physik zu-
1956. [20] Grundreizkurve, 5. Grundempfin- stand eines atomaren Systems mit der kommt. Jede physikalische Theorie
Grundgleichungen, elektrodynami- dungskurve. niedrigsten Energie. Im G. befindet hat in einem jew
sche, a) in bewegten Körpern nach Grundschwingung, die 1. Teilschwin- sich das Atom, Molekül oder Ion renden Sinne gegenü
der Relativitätstheorie. Es ist H. Min- gung eines schwingungsfähigen Ge- normalerweise, d. h. solange ihm nicht ten und anderen Transformationen
kowskigelungen, außer der Lorentz- bildes mit der kleinsten Frequenz im so viel Energie zugeführt wird, daß es invariant bzw. kovariant zu sein (s.
Invarianten-Schreibweise der G. des Gegensatz zu den Oberschwingungen, auf ein höheres *Energieniveau, in Symmetrieprinzipien), d. h. sie darf
elektromagnetischen *Felds auch die deren Frequenzen ganzzahlige Viel- einen angeregten Zustand (s. Anre- ihre Struktur nicht ändern, wenn man
richtige Übertragung der elektrischen fache der Frequenz der G. sind. Die gung) übergehen kann. Auch bei sie den Transformationen der betref-
Materialgleichungen eines Mediums G. einer Saite z. B. ist diejenige ste- *Kernen gibt es einen G. und ange- fenden Gruppe unterwirft. Die obi-
Do= 6, Bo= 450, In = 0 €aus 'hende Schwingung, bei welcher nur regte Zustände. [1] gen Beispiele der kontinuierlichen G.
dessen Ruhsystem auf beliebige Sy- an den eingespannten Enden Bewe- Grundzustand eines quantentheoreti- sind alle aus der Klasse der Lieschen
steme der Lorentz-Gruppe zu finden: gungsknoten vorhanden sind. [12] schen Systems, s. Vakuum- oder G.Dies sind kontinuierliche G., deren
Bewegt sich der Körper mit Ge- Grundterm, das Energieniveau des Grundzustand. Elemente
schwindigkeit gegen das benützte Grundzustandes eines atomaren Sy- Gruppe. Eine Anzahl Elemente bil-
Bezugssystem, versteht man unter 8 stems. Der G.kann einem S-Zustand 8@,...ar)
wie üblich das Verhältnis v/c, be- den eine G., wennfolgendesgilt: analytisch von den sie bestimmenden
zeichnet der Index long bzw. trans die entsprechen, ebenso aber auch einem 1. Jedem geordneten Paar a, D ist ein unabhängigen Gruppenparametern at,
zur Richtung » longitudinale bzw. P-, D- usw. Zustand. Das erstere ist Element c = ab zugeordnet, das .., a" abhängen(2. B. der Drehwin-
transversale Komponente, und be- der Fall beim *Wasserstoff-Atom und ebenfalls zu G gehört. kel'im obigen Beispiel). Die Parame-
nützt man schließlich die Abkürzun- allen Alkaliatomen sowie bei allen 2.(ab) ce =a(bc) (Assoziativgesetz). ter seien so gewählt, daß & (0, . 0)
gen Edelgasatomen. In anderen Spalten 3.Es existiert ein »Eins-Element« e e, also gleich der Gruppeneinssei
4€-e+.px9,
1 des *Periodischen Systems der Ele- (Gruppeneins, Gruppeneinheit) mit
mente treten andere G. auf, bei den der Eigenschaft ae=ea=a für (sog. »kanonische« Parameter). Da
Halogenatomenz. B. P-Zustände. Die jedes Elementa aus G. die Gruppenelemente analytisch in
S-n+1pxs], symmetrische Anordnungder G. zeigt 4. Zu jedem a aus G gibt es ein in- den Parametern sein sollen, kann man
sich besonders schön in der Anord- verses Element a! in G, mit der sie in der Umgebung der Gruppen-
nung des Periodischen Systems nach Eigenschaft a a! eins nach diesen entwickeln.
8-9 - px 2] und ‚Auwers. Von besonderer physikalischer Be- Zum Beispiel sind die Parameter c*
> 1 Lit. Auwers, O. v.: Phys. Blätter 4, 413 deutung sind die Transformations- des Produktes 8 (c) = 8 () 8 (a) ana-
3-5-Ipxe, 48). [U gruppen. Ein einfaches Beispiel hier- Iytische Funktionen c' (a, b) der Para-
Grundtetraeder, s. Rationalitätsge- für sind die kontinuierlichen Drehun- meter b! und a*. Die Koeffizienten
so folgen die Materialgleichungen im setz. gen um eine Achse. Die Gruppen- B}a in der Entwicklung
Körperzu Grundton.Jeder *Klang besteht aus elemente sind die Drehungen D (g), e'=a'+b'+B!, bi a*+höhere Glieder
B=ec, Baus, einer Reihe von Teiltönen, deren Fre- von denen jedes durch einen festen sind charakteristisch für die Struktur
quenzen sich wie 1:2:3:4:5 usw. ver- Wert des Drehwinkels 9, 0<p<2a, der Gruppe(über und k summiert!).
[Eona - Ratten, Der G, ft.der Teilion klen- gekennzeichnetist. Man hat Die Größen C}, = Bi — Bi, sind die
ster Frequenz. Er bestimmtdie Ton- Dip +mZdan-D @), Strukturkonstanten der sogenannten
Diese Gleichungen gelten in dieser höhe des Klanges. Bei oberfläch- e= » Lieschen Algebra der betreffenden
Form nur im Gaußschen CGS-Sy- lichem Zuhören wird er allein wahr- D’@-DC». Gruppe. Diese Algebra wird aufge-
genommen. Die anderen Teiltöne
stem.
oder Obertöne bestimmen durch Art, Ferner gilt das Assoziativgesetz. Die spannt von rı Elementen Aı mit den
b) in ruhenden Medien, s. Maxwell-
Gleichungen. Anzahl
Auzs und Stärke die "Klangfarbe. G.ist außerdem kommutativ (Abel- definierenden Relationen
Lit. Laue, M. v.: Die Relativitätstheo- sche G.), d. h. die Reihenfolge der
rie. Bd. I. 5. Aufl. Braunschweig 1952. Grundverfestigung (basic work-har- Drehungen ist beliebig. Sie ist zugleich ” Ci, Ar.
1a dening). Durch Einfang der Verset- ein Beispiel für eine kontinuierliche kai
Grundkonstante. a) Elektrische G. zungen des primären Gleitsystems (s. G., da die Gesamtheit ihrer Elemente
Die Dielektrizitätskonstante des Va- Gleitung und Verfestigung) in den dem Kontinuum der reellen Zahlen In einer *Darstellung der Gruppe
kuums & und der Kehrwert der ma- Potentialmulden der Grundstruktur zugeordnetist. sind die Größen A, die Erzeugenden
gnetischen Feldkonstante 1/xo werden tritt Verfestigung ein. Diesen Verfe- Andere physikalisch wichtige konti- der infinitesimalen Transformationen
bisweilen (z. B. bei Westphal) als stigungsanteil bezeichnet man mit G. nuierliche Transformationsgruppen da|<1i=l...n).
elektrostatische bzw. elektrodynami- Die Wahrscheinlichkeit des Einfanges sind: die räumlichen und zeitlichen Die Liesche Algebra einer G. ist von
sche G. bezeichnet. ist jedoch gering, so daß der Lauf- Translationen (=z + a, ?=1+4 7), unschätzbarem Wert bei der Kon-
b) Atomare G. In der Atomwissen- weg der Versetzungen sehr großist. die Galilei-Transformationen (#’ struktion ihrer Darstellungen (s. auch
schaft versteht man unter G. die Ele- Hindernisse werden hierbei während 3 — » 1), die homogene Lorentz-Grup- Lorentz-Gruppe, Darstellungen der).
mentarladung e, die Elektronenruh- der “Verformung nicht gebildet, Auch pe usw. Alle diese Transformationen Ein bekanntes Beispiel ist die Li
masse mo, das Plancksche Wirkungs- bei den *Legierungenist sicherlich-ein sind ein Ausdruck vom Wissen der Algebra der räumlichen Drehungen.
quantum h und die Boltzmann-Kon- Verfestigungsanteil, der der G. ent- Raum-Zeit-Struktur, in die sich jede Diese haben drei unabhängige Para-
stante k. [26] spricht, vorhanden. spezielle dynamische Theorie einzu- meter, z. B. die Drehwinkel um die
40 4
Gruppendiffusionsmethode Gruppenspektrum
x-, y- und z-Achse. Die zu diesen Durchqueren des Energieintervalls fortschreitet. Sie ist zu unterscheiden der Bremsquerschnitt (W'in eV)
Parametern geh Erzeugenden AWı erforderlich sind. Dann kom- von der *Phasengeschwindigkeit, mit 1
M,, i=1,2,3, genügen den Vertau- men sie in das nächstniedrigere In- der ein Punkt bestimmter Phase, z. B. Fe TEWN
schungsrelationen tervall. Dabei wird ihre Energie ein Maximum oder eine Nullstelle,
MıMx — MkMı=Mı, sprungartig verändert. Die Neutro- fortschreitet. Ist die Phasengeschwin- 42m. oman.
nen innerhalb eines Intervalls be-
66 D= ykl,2,3). zeichnet man als Neutronengruppe. digkeit v unabhängig von der Wel-
lenlänge A, ist also dv/dA = 0, dann 4.)
Bei der dreidimensionalen Darstel- Die Diffusionsgleichungfür jede ein- ist die G. # gleich der Phasenge- iTev
Nung der Drehgruppedurch sich selbst zelne Gruppe weist also Quellen, d. schwindigkeit v. Bei einer Ausbrei- Wr
sind die M, 3-mal-3-Matrizen, und h. den Zuwachs aus der oberen Grup- tung in einem dispergierenden Me-
der Spaltenvektor x mit den Kompo- pe, und Senken, d.h. Verlust an die dium (dv/dA = 0) ist der Zusammen- Dabei bedeutet 8ı = f DW aW;
nenten x‘, 1, 2,3, wird z. B. durch untere Gruppe, auf. Die Senken hang zwischen u und v gegeben durch OiTev
eine infinitesimale Drehung um die schreibt man gewöhnlich in der Form dv & = In (Wı/Waı) ist der durchschnitt-
dritte Achse in x+ Ms9s x, |ps| <1, einer Absorption, die physikalisch u=v-igg-
überführt. nicht nur Neutronenanlagerung an bey logarithmische Energieverlust je
:oß.
Weitere physikalisch wichtige Lie- einen Kern, sondern meist auch Ver- Diese Beziehunggilt für jede Art von
Gruppen sind: Die *Eich-Gruppen, lust an Energie infolge Bremsung Wellenausbreitung (Wasserwellen, Fürdie thermische Gruppeist
die Isospin-Gruppe (s. Isospin), die darstellt (s. unt.). Bei der obersten elastische Wellen, Licht, Materiewel- der Diffusionskoeffizient
unitären Gruppen (s. unitäre Sym- Gruppe bestehen die Quellen in den len). Die G. ist die Geschwindigkeit,
metrie) usw. Spaltneutronen, bei der untersten mit dersich die Energie ausbreitet. In
eV

Beispiele für nichtkontinuierliche Gruppe die Senken in einer echten


Gruppen sind die Permutations-G. Absorption allein. der Wellentheorie der Materie (. Di | pmomen,
von nr Elementen, die Raumspiege- Die Zweigruppentheorie wird am
Materiewelle) ist die G. die Ge- 0
lungen, die Symmetrie-Gruppen von meisten benutzt. Hier umfaßt die er- schwindigkeit, mit der sich ein »Wel- der Absorptionsquerschnitt
Kristallen. ste Gruppealle schnellen, die zweite lenpaket« bewegt und damit gleich
Die *Darstellungen von Gruppensind die thermischen Neutronen. Die der Teilchengeschwindigkeit der Kor- 0,17eV
von größtem physikalischem Inter- Grenze zwischen beiden liegt bei der puskeln. v und u hängen hier durch 1
folgende Beziehung miteinander zu- Zar f ZW) - (WW.
esse. Energie, bei der der thermische Fluß sammen:
Lıt. Weyl, H.: Gruppentheorie und den schnellen Fluß schneidet. Der 0
Quantenmechanik. 2. Aufl. Leipzig 1931. thermische Fluß verteilt sich über die OnTev
= Van der Waerden, B.L.: Die grup- Energieachse gemäß einer Maxwell- Dabeibedeutet &ı = | OMaw.
Pentheoret. Methode in der Quanten- Kurve. Der schnelle Fluß ist im we-
mechanik. Berlin 1932. - Weyl, H.: The sentlichen proportional 1/W. Die re-
Classical Groups. Princeton’ 1946. - (e Lichtgeschwindigkeit im Vakuum).
Die G. der Materiewellen ist kleiner
ö
Bauer, F. L.: Berichte d. Bayr. Akad. d. lativen Höhen der beiden Flüsse rich- Der Flußverlauf für 0,17 <W < Wr
Wiss., math..naturw. Kl. 19%, S. 111. ten sich nach Absorptions-, Streu- als c, ihre Phasengeschwindigkeit al-
ist näherungsweise,
Ludwig, G.: Die Grundlagen der Quan- und Bremseigenschaften. Die An- so größer als c. Dies ist jedoch kein
tenmechanik. Berlin 1954. - Boerner, H. schlußstelle ist trotzdem hiervonnicht Widerspruch mit der Relativitätstheo- Or
Darst. von Gruppen. Berlin 1955. - Wi empfindlich abhängig. Sie liegt für rie, da sich mit der Phasengeschwin- PM-EE+E)W
ner, E. P.: Nuovo Cim.3, 517 (1956). - digkeit keine Energie ausbreitet.
Cohn, P.M.: Lie Groups. Cambridge thermische Reaktoren bei 0,17eV (s. Lrr. Sommerfeld, A.: Vorl. üb. theor.
1957. - Wigner, E. P.: Group Theory. Abb.bei Fluß). Physik. Bd. 2. 5. Aufl. Leipzig 1964. [12]
Quellstärke, p Bremsnutzung), für
New York 1959. _ Wightman, A.S.: ie Diffusionsgleichungen bei stati 92 0,17 eV gilt die Maxwellvertei-
Nuovo Cim. Suppl. 14, 81 (1959). - Ro- närem Betrieb lauten etwas schema- Gruppenkonstanten heißen die Fak- lung
man, P.: Theory of Elementary Particles.
Amsterdam 1960. - Schweber, 5.8. An tisiert toren in den Differentialgleichungen, 2u 0. uni
Introduction to Relativistic Quantum für den Innenraum:
Field Theory. New York 1961. - Salam, DP AGP — ED OP +K- 29 00 =0
die nach der *Gruppendiffusionsme-
thode zur Beschreibung der Neutro- DW) arm VWe"®.
A. in: Theoretical Physics. Hrsg.: A. nendiffusion im Reaktor benötigt Die Wirkungsquerschnitte sindgro-
Salam. Wien 1963. [47] DD 469 — 29.69 + 20.00 -0 werden. Da sich die Neutronengrup- Benteils in Funktion der Energie ge-
Gruppendiffusionsmethode. Zur Be- pen stets über einen größeren Ener- messen.Ihre Werte sind in Tabellen-
schreibung der Diffusion der Neutro- für den Reflektor: giebereich ausdehnen, muß man die werken zusammengestellt. _
nen im Reaktor wird der Bereich von Dir AG — zw op 0 Diftusionskonstanten, Absorptions- Lır. BNL 325, Government Printing
der Spaltenergie bis zur thermi- und Bremsquerschnitte über diesen Office, Superintendent of Documents.
schen Energie in mehrere Intervalle DP A0P - EN OP+ 2P-Op=0 Bereich mitteln. Bei einer Zweigrup- Washington D.C. 25, USA. — Neutron
AW,unterteilt. In jedem dieser Inter-
valle werden die Wirkungsquerschnit- Hierbei ist angenommen,daß sich im
pentheorie gilt für die schnelle Grup- Cross Sections. New York 1955/56. -
Glasstone, $., und M. C. Edlund: Reak-
pe
te konstant angenommen (gewogene Reflektor kein spaltbares Material der Diffusionskoeffizient
tortheorie. Wien 1959. [7]
Mittelwerte, s. Gruppenkonstanten). befindet. Die Größen Zu: Dr sind Gruppenparameter, s. Gruppe.
Innerhalb des Intervalls diffundieren echte Absorptionen, die Größen &ı - Wr Gruppenspektrum, cine bestimmte
die Neutronen ohne Energieyerlust, ‚©: Bremsverluste. [7]
D=z, f DW:-5(W)dW,
Art von Bandenspektren, bei denen
bis sie die Zahl von Stößen Z:erlit- Gruppengeschwindigkeit, Geschwin- jede Bande aus klar hervortretenden
ten haben, die im Mittel für ein digkeit, mit der eine Wellengruppe O,1Tev Gruppen schr eng benachbarter Li-
42 4
Gs Guldbergsche Regel
nien besteht. Die einzelnen Gruppen zu Auswahlregeln für den »starken« zeß aufstellen, der dem Arbeitsstoff schiedene Zustände, und zwar sind in
gehören dabei zu einer Anderung Zerfall von Teilchen-Antiteilchen- und den technischen Bedingungen am einem (G.P. I) die Komplexe regel-
Null, # 1, oder weiteren kleinen Än- Systemen in x-Mesonen. Darüber besten entspricht und vollkommen los auf sämtliche Würfelebenen ver-
derungen einer Schwingungsquanten- hinausläßt sich zeigen, daß man je- verlustfrei verlaufen soll. Man nennt teilt, während im zweiten (G. P. ID
zahl des Moleküls, während die ein- dem Teilchen mit verschwindender dann G. oder thermodynamischen benachbarte Zonen in parallelen
zelnen Linien dadurch zustande kom- *Baryonenzahl und verschwindender Wirkungsgrad das Verhältnis Würfelebenen liegen und ungefähr
men, daß z. B. die Übergänge 0-1, Strangeness eine bestimmte G-Pari- Leistung der ausgeführten gleiche Abstände besitzen. Je nach
12,23 usw., die alle zur Grup- tät zuordnen kann. Dies geschieht Maschine der Wärmebehandlung kann sich der
pe der Änderung +1 gehören, ver- vor allem im Zusammenhang mit den 7” Leistung der vollkommenen ' zweite Zustand aus dem ersten ent-
schiedene, aber eng benachbarte Fre- Mesonen (g-Mesonen, @-Mesonen Maschine wickeln, aber auch unabhängig von
quenzen ergeben. Das G. kommt zu- usw.). 'n Teilchen ordnet man S. a. Dampfmaschine. [9]
ihm entstehen.
stande, wenn nach dem *Franck- das Symbol Emm, Dettinger, U;Theor, Metalkunde,
Condon-Prinzip Übergänge mit klei- ro Gütezahl, s. Reversibilitätsgrad. 1955. Lehrb. d.
ner Änderung der Schwingungsquan- zu, wobei J der Spin, in Einheiten Güteziffer, s, Heizung, reversible. Ale. Meilikunde. Beriin 1950.15]
tenzahl intensitätsmäßig stark bevor- Guillaume, Charles Bdouard. Franz. Guitarre, ein Saiteninstrument, des-
zugt sind. Beispiele: Die Bandenspek- Ai, P die Eigenparität (s. Parität) und Physiker. Geb. 15. 2. 1861 in Fleurier sen Resonanzkörper eine ebene Dek-
tren von CN und C:. Gegensatz: Rei- G die G-Parität der betreffenden (Schweizer Jura), gest. 13.6.1938 in ke und einen ebenen Boden hat und
henspektren. Teilchen bedeuten. Paris. 1883 Mitarbeiter Bureau auch sonst von demjenigen der
Lır. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./ Lit. Lee, T.D., and C.N. Yang: Nuovo International des Poids et Mesures in
‚Cimento 3, 749’ (1956). - Marshak, R.E., Svres bei Paris, 1915-36 Direktor Streichinstrumente stark abweicht.
12. Aufl. Berlin 1967. [1] v and E.C. G. Sudarshan: Introduction to ebd. Er trat 1936 in den Ruhestand. Die Saiten der G. werden mit den
Gs, Kurzzeichen für die Einheit Elementary Particle Physics. New York Fingern gerissen. Gewöhnlich hat die
Gauß, s. *Gauß,3. [13] 1961. - Rosenfeld, A. H.: Proceed. of G. war Mitglied der Ehrenlegion und G.sechs Saiten. Ihre Stimmungist E,
G-Transformation. Dies ist eine Sym- the Intern. School of Physics »Enrico erhielt 1920 den Nobelpreis für Phy- A,d,g.h,c.
metriegruppe (s. Symmetrieprinzipien. Fermi«, Varenna, Course 26. New York sik für die Verdienste, welche er sich Auf dem Griffbrett der G. sind sog.
D. B.: Ergebnisse durch die Entdeckung der Anomalien
in der Elementarteilchenphysik) im 83 (1d64). [7] ickelstahllegierungen um die ü kleine Metallstege, welche
*Hilbert-Raum der »stark« wechsel- . Dt. Physiker. ionsphysik erworben hatte. beim Niederdrücken mit
wirkenden Teilchen (s. starke Wech- Geb. 20. 11.1602 in Magdeburg, gest. Hauptarbeiten: Auf dem Gebiete der dem Finger eine definierte Länge ge-
selwirkungen), die aus dem Produkt 11.5.1686 in Hamburg. Nach der Maß- und Gewichtssysteme, For- ben. Die Saite legt, sich an einen
von *Ladungskonjugation C und der Zerstörung von Magdeburg durch schungen über den Einfluß der Tem- Bund an, so daß der Bewegungskno-
Drehung von 180° um die zweite Tilly war er in schwedischen Diensten peraturen auf die verschiedenen Me- ten immer an derselbenStelle ist und
*Isospin-Achse besteht Oberingenieur in Erfurt. Ab 1646 talle und Metallegierungen, um ge- der Ton dadurch festliegt. Das Spiel
G=Cemm, Bürgermeister von Magdeburg. 1681 eignete Vergleichsmaße (Prototypen) wird durch die Bündeerleichtert, ist
20g er nach Hamburg. Die naturwis- zu schaffen. [43] aber nicht so wandlungsfähig wie bei
Diese zunächstetwas merkwürdig an- senschaftlichen Forschungen betrieb den Instrumenten ohne Bünde. Der
mutende Kombination hat den Vor- er aus Liebhaberei. Hauptarbeiten: Guinier-Preston-Zone. Bei der Un- Name Bünde kommt daher, daß bei
teil, daß jeder Zustand |n x> mit n Erfindung der Luftpumpe (1650), des tersuchung der Aushärtungserschei- alten Instrumenten kurze Saitenstük-
(Pionen gleichzeitig Eigenzustand zu Manometers (1664) und der ersten nungen (s. Aushärtung) wurden von ke um den Hals des Instrumentes
ist: unvollkommenen Elektrisiermaschine Guinier und Preston bei Aluminium- gebunden wurden. Sie hatten densel-
Gina>=(-1Ina>. (ohne Konduktor). Er untersuchte die Kupfer auf Röntgen-Bildern, wenn ben Zweck wie die heutigen ‘Stege
Eigenschaften des leeren Raumes und eine monochromatische Strahlung aus Metall. Musikhistorisch haben
Man bezeichnet (- 1)" als »G-Pari- der Luft, stellte als erster ein annä- verwendet wurde, sog. »strikese die Bündeinsofern eine gewisse Be-
tät des betreflenden Zustandes. herndes Vakuum in Hohlkörpern her, (Streifen) gefunden. Derartige gerad- deutung, als man aus ihrer Anord-
Hiernach hat ein einzelnes Pion of- machte Schallversuche in diesem und linige durch den Durchstoßpunkt des nung Schlüsse auf das verwendete
fenbar die G-Parität — 1. Weiter imlufterfüllten Raum und bestimmte Strahles gehende Streifen können nur Tonsystem ziehen kann.[44]
kann man sich überlegen, daß jedes das Gewicht der Luft. Auf_elektri- von Atomen herrühren, die ein höhe-
Teilchen-*Antiteilchen-Paar mit dem schem Gebiet entdeckte er die elek- res Streuvermögen, also eine höhere gu-Kerne sind Atomkerne, die eine
relativen Bahndrehimpuls 1, dem Ge- trische Abstoßung. [43] Ordnungszahl haben als die Haupt- gerade Zahl von Protonen, aber eine
samtspin S und dem Gesamtisospin I Gütefaktor einer Elektronenröhre masse des Materials. Es dürfte sich ungerade Zahl von Neutronen ent-
die G-Parität ‚oder Röhrengüte ist der Quotient aus in diesem speziellen Fall um Kupfer- halten. Das Umgekehrte, Kerne mit
on *Steilheit und *Durchgriff: atomehandeln. ungerader Protonen- und gerader
Ausder exakten Analyse der Streifen Neutronenzahl, bezeichnet man als
besitzt. G=SID. in Bild über die Vorgänge bei ug-Kerne. Beide Arten haben unge-
Nun sind die *starken Wechselwir- Da SDR: 1 ist (s. Elektronenröh- rtung gewonnen. Da- rade Massenzahlen, sind weniger
kungen invarlant gegenüber Ladungs- re), gilt auch nach entstehen in einzelnen Würfel- symmetrisch gebaut als die *gg-Ker-
jugation und Drehungen im Iso- ebenen (100) des Aluminiumgitters ne und diesen gegenüber auch in der
en d. h. die Gesamt-G-Parität G=UD®Rı.
flächenhafte Ansammlungen von Festigkeit der Bindung benachteiligt.
eines Systems kann sich bei durch Lrr. Kohlrausch, F.: Prakt. Physik. 20. Kupferatomen. Diese Komplexe der u
starke Wechselwirkungen bestimmten ‚Aufl. Berlin 1955. [19] *Kaltaushärtung werden G.-P.-Z. ge- Guldbergsche Regel besagt, daß die
Reaktionen nicht ändern. Aus diesem Gütegrad. Für jede Wärmekraftma- Siedetemperaturen beinormalen, nicht
Grunde führen die obigen Relationen schine läßt sich ein idealer Kreispro-
nannt.
Man unterscheidet dabei zwei ver- assoziierenden Flüssigkeiten bei Nor-
4 4
Gummimembranmodell Gyroskop
maldruck bei etwa 2/3 der kritischen lichkeit kleiner als zuvor. Mit ande- gyromagnetische, g-Faktor und gyro-
Temperaturen (absolut gemessen)lie- ren Worten. Zu einem höheren elek- bis etwa 74° Zenitdistanz die Refrak- magnetisches Verhältnis. [1]
gen. Beispiele für dieses Verhältnis: trischen Feld gehört eine kleinere tion praktisch unabhängig von jeder Verhältnis, das
He0,81, Ha 0,61, Os 0,58, S 0,54. Stromdichte; es liegt ein negativer Hypothese über die Dichteyerteilung Verhältnis des magnetischen Mo-
Die Siedetemperaturen bei Normal- Widerstand vor. Dieserist gerade die in der Atmosphäre ist, und nur von ments eines Atoms, eines Atomkerns
druck können also_angenähert als Voraussetzung für Schwingungser- der Luftdichte am Beobachtungsort &. Kern) oder eines Elementarteil-
»übereinstimmende Zustände« ange- zeugung und Verstärkung, die also und der Zenitdistanz abhängt. [14] chens zu dessen Impulsmomentoder
schen werden (4. Zustandsgleichung) möglich sind und beobachtet werden. Gyrationsradius, der Radius einer Drehimpuls. Für ein auf einer belie-
Im Hinblick auf die Leistungsbilanz Kreisbahn, die von einem elektrisch bigen Bahn umlaufendes punktför-
Gummimembranmodell. Zur annä- muß die Beweglichkeit der Träger geladenen Teilchen (Ion, Elektron) miges Elektron (ohne Spin) ist nach
hernden Bestimmung von Bahnen ge- hoch undihre Dichte gering sein. unter dem Einfluß eines Magnetfel- klassischer Berechnung das g. V.
ladener Teilchen im ebenen elektro- Der G.-E. kann nach verschiedenen des durchlaufen wird. Dabei wird ef2mo, wo elmo die speztache ‚Ladung
statischen Feld kann das G. dienen. Mechanismen ablaufen. In einem er- vorausgesetzt, daß die elektrische des Elektronsist. Allgemein wird das
Dieses Analogie-Gerät beruht dar- sten Fall treten Bereiche (»Domä- Feldstärke € verschwindet und die 8. V.gleich dem g-fachen dieses Wer-
auf, daß die Höhe einer entsprechend nen«) hoher Feldstärke auf, die von magnetische Feldstärke ® räumlich tes gefunden, wo g den Land6schen
eingespannten dünnen Gummihaut Raumladungen begrenzt sind und und zeitlich konstant ist. Zur Defini- *g-Faktor bedeutet.
(bei nicht zu großer Auslenkung) der durch den Kristall laufen. In einem tion des G. a wird die zu 8 senkrech- Für den *Spin des Elektrons allein
Potentialgleichung genügt (s. Abb.). zweiten Fall treten keine Domänen te Geschwindigkeitskomponente vı ist mit großer Näherung g = 2, für
auf, und der Halbleiterkristall liegt verwendet. Man hat ein Atom, dessen Momentteilweise
fast ausschließlich im Bereich negati- a=vılme=mvclZeB. yon Bahnumläufen, teilweise vom
ven Widerstandes. [37] Dabei ist w- die *Zyklotronfrequenz Spin herrührt, errechnet sich g nach
Gußtextur, s. Textur. der Landeschen g-Formel (s. g-Fak-
Guye, Charles Eugene. Schweizer we = ZeBlmc. tor). Bei Atomkernen tritt an Stelle
Physiker. Geb. 15.10. 1866 in St. ele ist die Ladung eines Elektrons, der Elektronenmasse mo die Proto-
Christophe, gest. 15. 1942 in Genf. die Ladung des Teilchens ist somit nenmasse Mo, und unter g ist der
1930-42_o. Prof. für Physik an der Z elc, seine Masseist m. »Kern-g-Faktor« zu verstehen.
Univ. Genf. Von ihm stammt die Lit. Spitzer jr., L.: Physics of Fully Das g.V. kann direkt mittels der gy-
Hypothese, die sich auf die gesetz- Ionized Gases. New York 1956. - 'romagnetischen Effekte sowie mittels
mäßigen Beziehungen zwischen dem Cowling, T. G.: Magnetohydrodynamics. der magnetischen Resonanzmethoden
Bau asymmetrischer Tetracder-Mo- New York 1957. [34] (s. Resonanzabsorption, magnetische,
Läßt man in diesem »Potentialgebir- leküle der organischen Chemie und Gyre, Drehungsachse in der *Kristall- und Kerninduktion sowie Atom-
ge« Kugeln rollen, die mit bestimm- dem optischen Drehvermögen dieser symmetrie. [8] strahlresonanzmethode) ermittelt
ten Anfangsgeschwindigkeiten gestar- Substanzen bezieht. Diese Hypothese Gyroeder, kubische Kristallform, s. ‚werden. Ferner spielt es eine wesent-
et werden, so gibt die Bahnprojek- gilt jedoch, wie Experimente gezeigt Kristallklassen. [8] liche Rolle für den anomalen *Zee-
tion auf die Grundfläche die Bahn haben, nichtuniversell. [43] Gyroide, Drehspie flo in der man-Eifekt.
von geladenen Teilchen in einem ana- Guyesche Hypothese. Das optische
logen Potentialfeld wieder. [35] Drehvermögen gewisser organischer gyromagnetisch, svw. kreiselmagne- physik. 6. Aufl. MünchenRiezler,
Substanzen läßt sich mit der asym- 1959. [1]
Gunn-Eflekt. In bestimmten *Halb- metrischen Struktur des Molekülauf-
tisch, wird für alles angewandt, was
mit der Wechselwirkung des Drehim- Gyroskop von Fessel dient zum
leitern treten in hohen elektrischen baus in Zusammenhang bringen. pulses und des magnetischen Mo- Nachweis der Wirkung äußerer Kräf-
Feldern elektromagnetische Schwin- ‚Guye versuchte, aus dem Aufbau des mentes eines Atoms oder eines Kerns te auf einen rotierenden *Kreisel.
gungen im Mikrowellengebiet auf; Moleküls einen Asymmetriekoeffi- zu tun hat. $. insbesondere Effekte, Man benutzt gewöhnlich einen schnel-
diese Erscheinung heißt G.-E. zienten zu errechnen undaus ihm die
Voraussetzungist eine »Bandstruktur Größe des optischen Drehvermögens
des Halbleiters, die relative zu bestimmen. Das führt tatsächlich
in einem nicht zu großen energet- in manchen Fällen zum Ziel, in ande-
schen Abstand voneinander aufweist, ren Fällen aber zu Widersprüchen
wie z.B. beim Galliumarsenid. Wei-
terhin muß die effektive Masse (s. gegen diese Hypothese. [18]
Masse, effektive) der Träger (in GaAs De Guzmansche Formel, s. Viskosi-
Elektronen) im energetisch. tiefsten tät.
Minimum kleiner sein als in den. Gyldensche Theorie betrifft die astro-
her gelegenen. Während sich die Trä- nomische *Refraktion in der Erd-
ger normalerweise im energetisch atmosphäre. Es handelt sich um einen
tiefsten Minimum befinden, wächst der verschiedenen Versuche (nach
ihre, Energie in starken elektrischen Bessel), das »Refraktionsintegral«,
Feldern (s. *heiße Elektronen) so welches die Brechungswinkel an den
weitan, daß sie in energetisch höhere einzelnen Schichten der Atmosphäre
Minima gelangen. Dort ist ihre effek- aufsummiert, allgemein zu behan-
tive Masse größer, also ihre *Beweg- deln. Eine Konsequenz der G.T.ist
46
Gz
len symmetrischen Kreisel, dessen ist kräftefrei. Indem man anschlie-
Lagerring am oberen Ende eines Sta-
tivs in einem Punkt der Figurenachse Bend das Gewicht (z. B. nach außen) H
verschiebt, unterwirft man den Krei-
des Kreises drehbar befestigt ist ( sel einem Kräftepaar mit dem stati-
Abb. S. 47). Bei richtiger Einstellung schen Moment Q a, das eine Präzes- h, 1. Kurzzeichen für den Vorsatz sche Leitfähigkeit von Metallen,
des Gegengewichts liegt der Schwer- sion veranlaßt. [20] Hekto; 2. Kutzzeichen für die Ein- führte magneto-chemische Untersu-
punkt des gesamten, beweglichen Sy- Gz, syw. Graetz-Zahl, s. Kenngrö- heit Stunde; 3. (hochgesetzt) Kurz- chungen durch und befaßte sich mit
stems im Lagerpunkt O. Der Kreisel Ben. [11] zeichen für Uhr (Uhrzeit, Zeitpunkt den Beugungserscheinungen, welche
in der Astronomie). 4. das Planck- an einer großen Anzahl unregelmäßi-
sche Wirkungsquantum,s. A. [13] ger verstreuter Öffnungen oder un-
‚A (gesprochen: h quer) ist das *Planck- durchlässiger Teilchen auftreten.
sche Wirkungsquantum, _dividiert Außerdem führte er Messungen der
durch 27. In den theoretischen Rech- absoluten Suszeptibilität von Flüssig-
nungen ist die Größe A wesentlich keiten durch. [43]
praktischer als die ursprünglich von de Haas-van Alphen-Eflekt heißtdie
Planck eingeführte Konstante h, da periodische Variation der magneti-
fast immer nur der 2 ate Teil in die schen Suszeptibilität als Funktion der
Formeln eingeht, ähnlich wie die iproken magnetischen Feldstärke
Kreisfrequenz @ = 2» in der ma- bei tiefen Temperaturen ($ 20 °K).
thematischen Darstellung sehr viel Der an Wismut entdeckte Effekttritt
zweckmäßigerist als die Frequenz v. in zahlreichen (auch kubischen) Me-
Man hätte also als Definitionsglei- tallen auf. Nur ein Teil der Leitungs-
chung für die neue Naturkonstante elektronen in bestimmten Bereichen
statt W = h» von vornherein besser der Fermi-Fläche ruft den Effekt her-
W=ho gewählt (W Energie). Die vor. Er beruht auf der Quantisierung
Bezeichnung A wurde von Heisenberg der Elektronenniveaus im magneti-
eingeführt. [7] schen Feld. S. Bänderspektrum, Ab-
H, 1. Abkürzung für das Wort Hef- satz g. [37]
ner. Vor den Kurzzeichen der photo- de Haas-Schubnikow-Effekt, s. Wi-
metrischen Einheiten Lumen, Lux, derstandsänderung, magnetische, und
‚Phot, Stilb usw. bedeutet H, daß die- Bänderspektrum (Absatz g).
se Einheiten von der Hefnerkerze ab- Habann-Röhre, s. Röhre und Ma-
geleitet sind und nicht von den Ein- gnetron.
heiten Internationale Kerze oder Habitusebene (habit-plane). Bei der
Candela, z.B. Him, Hix, Hph, Hsb Betrachtung der Umwandlungen kann
usw. man eine H. definieren. Diese Ebene
2. Kurzzeichen für die Einheit Henry. wird sich bei der Umwandlung we-
H, h, Bezeichnung für *Enthalpie. [9] der drehen noch verschieben. Sie ist
H-TRegion, s. Wasserstoff, interstel- die Mittelebene der sich bildenden
rer. Nadeln oder Platten, es wächst also
H-II-Region, s. Wasserstoff, inter- auf ihr der umgewandelte Bereich
stellarer. auf. [15]
Haarhygrometer,s. Hygrometer. Hadron, s. starke Wechselwirkung,
de Haas, Johannes Wander. lerl. Härte. Unter H. versteht man den
Mathematiker und Physiker. Geb. 2. Widerstand, den ein fester Körper
3. 1878 in Lisse (Holland), gestorben dem Eindringen eines anderenfesten
26.4. 1960 in Bilthoven. Schüler von Körpers entgegensetzt. Der Zahlen-
Kamerlingh-Onnes. 1916/17 Konser- wert der H.ist von der Art des Prüf-
vator der Teylers-Stiftung in Harlem, verfahrens abhängig. Bei dem Kugel-
1917-22 Prof.d. Phys. a.d. TH Delft, druckversuch nach Brinell (s. a. Bri-
1922 Prof. d. Phys. a. d. Univ. Gro- nell-Härte) wird eine gehärtete Ku-
ningen, seit 1925 Prof. d. Phys. a. d. gel in den zu prüfenden Körperein-
U in Leiden und Direktor des gepreßt und die Oberfläche des Ku-
Kammerlingh-Onnes-Inst. Hauptar- geleindrucks . Die Härte-
beiten: H. erbrachte zusammen mitprüfung nach Ludwik und Vickers
A. Einstein den experimentellen wird mit einem Diamantkegel oder
Nachweis der von Ampere zur Er- einer Diamantpyramide durchgeführt.
klärung des Ferromagnetismus ange- Neben Ritzverfahren nach Martens
nommenen Molekularströme, _be- und Pendelverfahren nach Herbert
stimmte die magnetische und elektri- sei schließlich ein Verfahren von
4
Härten
Rockwell genannt, das die Tiefe Härteprüfung
Kugeleindrucks als Maß für dieeines Lit. Malmberg, W.: Glühen, Härten
H. tingen-Hei
und Vergüten des Stahles. Berlin-Göt - liaktoren berücksichtigt werden, die bezeichnet. Im Makrogebiet kann die
des betreffenden Werkstoffes benutzt. delberg 1961
cher). - Arend und Neuhaus: (Werkstattbü-
nit der mit dem Eindruck verbunde- Härte als praktisch unabhängig von
Eine strenge Definition der H., die barkeit Die Härt-
des Stahles. Essen 1955. - Grö- *Kaltverformung zusammenhän- der Prüfkraft angesehen werden. In
auch eine absolute Härtemessung er- ng Anwendbarkeit, Grenzen und . Es wurden deshalb für die Prü- den beiden anderen Gebieten nimmt
möglichen würde, hat Hertz ange- Möglichkeiten fung innerhalb der einzelnen Härte- die Härte mit abnehmender Prüfkraft
strebt; sie ist bis heute trotz der von Rundsch. Berndes Brennhärtens. Techn.
47 (1955), 8, 27, 29, 31.- stufen Normenerlassen. zu.
Prandtl auf diesem Gebiet erzielten gütbarkeit
Schottky, H.: Die Härtbarkeit und Ver. Bei einzelnen Werkstoffen, insbeson- Eine Abwandlung der Vickers-Pyra-
Fortschritte noch nicht gelungen. [20] von Konstruktionsstählen und dere bei Stahl, besteht eine einfache mide ist die von Knoop vorgeschli
Härten von Stahl. Der Stahl wird bis -ihreHöhne,Prüfung. Z. VDI, 96 (1954), 195-202. Beziehungzwischen der Brinell-Härte gene Pyramide mit einem Rhombo-
zum austenitischen Zustand erhitzt. Göttingen-Heidelberg
E.: Induktionshärten. Berli undder *Zugfestigkeit, eder als Grundfläche. Zur Berech-
Beim Abkühlen entsteht schr plötz- Induktionshärtung mit1955. - Höhne, E.
Kegeldruckversuch. Es herrschen nung wird nur die lange Diagonale
lich das Gefüge des tetragonalen vd J 9 (1957), 12, S. 507-510. Hochfrequenz, Z.
hierbei ähnliche Verhältnisse wie bei der Eindruckoberfläche benützt.
Martensits mit einer Volumvergröße- Härteprüfung. [9]
die H. gibt es die der Kugelhärteprüfung; doch werden Die Rockwellsche H. stellt ein Ver-
rung von 4,3%. Die dadurch beding- e verfahren, wobei zur Prüfung Kegel mit verschiedenen fahren mit Vorlast dar. Es wird da-
ten Spannungen können zu Härteris- die Bevorzugung des einen Verfah- Winkeln benützt. Einen großen Ein- bei auf den Eindringkörper, sobald
sen führen. Man mildert die Span- rens gegenüber dem anderen nicht Nuß auf die Härtewerte hat dabei ne- er die Oberfläche des Prüfstücks be-
nungen durch nachfolgendes *An- auf grundsätzliche Unterschiede, son- ben dem Kegelwinkel die Prüfkraft. rührt, eine bestimmte Vorlast auf-
lassen. dern nur auf Zweckmäßigkeitsgründe Die Kegelhärte wird auf die Ein- gebracht. Anschließend wird eine Z
Bei geeigneten Stählen kann man zurückzuführen ist. Im allgemeinen druckkreisfläche bezogen, da die Ke- satzlast eingeschaltet. Nach beend
durch Warmbadhärtung das Ab- wird in der Technik mit einem Ein. weloberfläche_ein Vielfaches der zu- tem Fließen des Werkstoffes wird die
sen mildern und Bildung dringkörper
des kubischen Martensits dieerreichen,
in dem Prüfstück ein
bleibenderEindruck erzeugt, wobei
wehörigen Eindruckkreisfläche ist.
Die Kegelhärte ergibt sich zu
Zusatzlast wieder abgehoben. Es wird
dann mit der Meßuhr die bleibende
wobei eine Volumvergrößerung von der Eindringkörper bedeutend här- _A4F Eindringtiefe des Eindringkörpers in
nur 1,93 auftritt. Anlassen ist dann ter als das Prüfstück ist. An der Be- HK-7E den Werkstoff gemessen. Als Ein-
dringkörper wird meist ein angerun-
nicht nötig, rührungsstelle des Eindringkörpers
Beim isothermischen Härten, das z. mit dem Prüfling herrscht dabei ein (d Eindruckdurchmesser). deter Diamantkegel von 120° Kegel-
B. für empfindl i mehrachsiger Spannungszustand. Die Ein_ weitverbreitetes Verfahren der winkel benützt. Das Verfahren be-
bei gewissen Stählen angewendet Form der Eindringkörper ist sehr H. ist die Vickers-H. Bei ihr wird als sitzt verschiedene Schwächen und hat
werden kann, wird das Abschrecken verschieden. indringkörper eine regelmäßige sich deshalb nur auf Grund seiner
bei 300 bis 400 °C abgefangen. Es a)Statische H, seitige Pyramide benützt, Der einfachen Bestimmung der Härtezahl
entsteht dann bei konstanter Tempe- Bei derBrinell-Prüfung wird als Ein- Flächenöffnungswinkel beträgt dabei bis jetzt halten können. In den USA
ratur im Salzbad ein nadeliger Pseu- dringkörper eine gehärtete Stahlku- 136°. In der Aufsicht erzeugt diese dagegen sind die Rockwell-Prüfver-
do-Martensit mit noch geringeren gel benützt, die durch eine ruhende Pyramide einen quadratischen Ein- fahren weit verbreitet.
Spannungen und einer gewissen Zä- Druckkraft in den Prüfling. einge- druck. Aus der mittleren Länge der Ein weiteres H.-Verfahren ist das der
higkeit. drückt wird. Aus dem Ritzhärtebestimmung. Es wird. vor
Viel angewandt wird das Oberflä- durchmesser ergibt sich dieEindruck- Brinell-
Diagonalen wird die Eindruckober-
fläche und daraus die Vickers-Härte allem in der Mineralogie angewandt,
chenhärten, bei dem nur eine dünne Härte in N/m? zu berechnet. Diese wird in N/m? ausge- wobei eine Härteskala nach Mohs
Oberflächenschicht des Werkstücks (z. 2F drückt; sie ergibt sich zu aufgestellt wurde. Bei den Metallen
B.bei den Zähnen eines Zahnrads) HB=-D(D yDr=a5 dagegen wird die Ritz-H. mit einem
mit Flammen oder induktiv sehr (F Last, D Kugeldurchmesser; d Ein- F: 1,8544 kegelförmigen Diamanten mit‘ 90°
rasch erhitzt wird. HV 7 oder 120° Kegelwinkel vorgenom-
Eine andere Art der Oberflächenhär- druckdurchmesser).
wird ebenfalls mit dem Die Meyer-Härte men. Es wird dabei die Ritzbreite bei
tung ist die *Einsarzhärtung. Erhitzt verguch
bestimmt Kugeldruck- Bei der Vickers-H. haben Flächenöt einer bestimmten Belastung ausge-
man niedriggekohlte unlegierte oder tenoberfläche und aus der Kalot- nungswinkel, Keilwirkung und Rei- messen, wobei erhebliche Ablesefeh-
legierte Stähle in Kohlenstoff berechnet. Die Meyer- ler auftreten können.
benden Stoffen (Einsatzmitteln)abge-
bung einen Einfluß auf die Härte.
un- ‚Härte,
Härteist stets größer als die Brinell- Die Vickers-Härte und die Brinell- b) Dynamische H.
gefähr bis zum oberen Umwand- wobei der Unterschied bei flı Härte fallen bei kleinen Härtewerten Bei. dieser trifft die Prüfkugel bzw.
lungspunkt, so nimmt die Oberfläche mit chen Eindrücken gering ist, jedoch praktisch zusammen, während bei -spitze mit kinetischen Energie
Kohlenstoff auf. Die Tiefe der_auf- mer zunehmender Eindrucktiefe im- harten Werkstoffen mit der Vickers- auf das Prüfstück auf. Die Energie
gekohlten Zone hängt von der Tem- wird größer wird. Die Meyer-Härte Pyramide größere Härten gemessen muß dabei in ihre einzelnen Anteile
peratur, der Erwärmungsdauer und Ihre Größe ebenfalls in N/m? angegeben. werden als nach Brinell. Die Vickers- zerlegt werden, und zwarin 1. Form-
dem Einsatzmittel ab. Schreckt man ergibt sich zu H. ist bei Benützung kleiner Prüf- änderungsenergie zur Erzeugung ei-
anschließend ab, so härtet die koh- kräfte zur Untersuchung dünner oder nes Eindruckes, 2. Rücksprungener-
lenstoffreiche Oberfläche, während HMI. 4F
empfindlicher Werkstücke, auch dün- gie zum Zurückschleudern des Fall-
der kohlenstoffarme Kern weich und Bei der Kugeldruckprobe ergibt sich ner Schichten, besonders geeignet. gewichtes und 3. Verlustenergie durch
zähbleibt. Das Gebiet der Vickers-H. wird in Wärme, Widerstands- und Schwin-
H. wird rückgängig gemacht ein von der Prüfkraft abhängiger
Härtewert. Um absolute exakte Här- drei Gruppen eingeteilt: Makroprü- gungsarbeit.
durch *Ausglühen, >S8 tewerte zu erhalten, müssen außer fung, Prüfkraft 2 SN; Mikroprü- Bei der Fall- und Schlag-H. wird
S. a. Aushärtung, Glühbehandlung. dieser Tatsache noch verschiedene fung, Prüfkraft S 0,1N; das Zwi- der entstandene Eindruck der Härte-
50
schengebiet wird als Übergangsgebiet berechnung zugrunde gelegt, wäh-
51
Härtespannungen Haftbedingung
rend bei der Rücksprung-H. die Lrr. Hab. d. Werkstoffprüfung, 2.Aufl., Höhenstrahlung ist die harte Kom- rithmischer Energieverlust pro Stoß).
Rücksprunghöheals Härtemaßdient. von E.Siebel, 2. Bd., Die Prüfung der
metallischen Werkstoffe. Berlin 1955. - ponente die Mesonenstrahlung, die Dies läuft darauf hinaus, daß man
Die Fall-H. arbeitet mit Kugeln als Hab. d. Experimentalphysik, Bd.5, weiche die Kaskadenstrahlung aus die Energieverteilung zwar wieder
Eindringkörper. Es gilt dabei die Be- Goerens, P., und R. Mailänder: Die Elektronen, Positronen und Photo- durch eine Maxwell-Verteilung be-
ziehung, daß das Volumen des blei- techn. Verf.’ zur Untersuchung der Me- nen. schreibt, jedoch eine andere Modera-
benden Eindrucks der aufgewendeten tale und Legierungen. Leipzig 1930. - Lrr. Halla, F., und H. Mark: Röntgeno- tortemperatur als die tatsächliche ein-
Energie proportional ist. Die Fall- Masing, G.: Lehrb.d.allg. Metalikunde. sraph. Untersichung von Krist. Leipzig setzt. Diese Korrektur liegt in der
'härte HF läßt sich demnach aus der Berlin 1950. [15] ._ Bijvoet, J.M., N.H. Kolkmeijer,Größenordnungvon +50 °C.
Beziehung Härtespannungen sind Sonderfälle MacGillavry: Röntgenanalyse von Krist.
Lir. Reactor Handbook, Vol. I, Physics,
der Wärmespannungen, die wieder- Berlin-Göttingen-Heidelberg 1940. - 8.375 (AECD-3645). New York 1955.
HF = WIV um zu der Gruppe der *Eigenspan- Glocker, R.: Materia] ıg mit Rönt-
153]
berechnen (W Fallenergie, V Volu- ‚nungen gehören. H. treten z. B. beim genstrahlen. 3. Aufl. Berlin 1949. [15]Häufigkeit der Elemente, s. Elemente,
men). Härten von Stahl auf. Sie verur- Härtung des Neutronenspektrums. hemische.
Neutronen, die mit dem Moderator Häufigkeitsfunktion. Unter H. ver-
Es ist jedoch die Fallhärte nicht ganz sachen sehr häufig Risse. Diese wer- eines Kernreaktors im thermischen
unabhängig von der Fallhöhe, dem den nicht nur durch Temperaturun- Gleichgewicht stehen, haben eine steht man die Abhängigkeit der Stern-
Fallgewicht und dem Kugeldurch- terschiede vor und nach der Abküh- Maxwellsche Energieverteilung, wel- anzahlen von der absoluten *Größe
messer, und zwar im Gegensatz zu lung, sondern auch durch die Um- der Sterne. Nach v. d. Pahlen ist diese
den Verhältnissen bei der statischen wandlung des Stahles verursacht. [15]
che durch eine von der Moderator-
temperatur abhängige mittlere Ener- Abhängigkeit innerhalb der einzelnen
Kugeldruckprüfung. Härtesteigerung kann auf sehr ver- gie 3 k T/2 gekennzeichnet ist. Ist der*Spektralklassen durch eine Gauß-
Bei der Schlag-H, wird die Prüfku- schiedene Weise erreicht werden: Moderator ein Absorber, so tritt eine sche Fehlerkurve darstellbar, was je-
gel durch einen Hammerschlag oder durch plastische *Verformung (*Ver- Verzerrung der Energieverteilung ein. doch nicht für die Gesamtheit aller
durch eine sich plötzlich entspan- festigung), *Kalt- und Warmaushär- Da (z. B. beim 1/v-Absorber) Nei Sternegilt.
nende Feder in den Werkstoff einge- tung, Umwandlungen.[15] tronen mit geringerer Energie bevor- Lrr. v. d. Pahlen: Lehrb. d. Stellarsta-
trieben. Zur Berechnung der Härte Härte von Strahlung. a) H. der zugt absorbiert werden, tritt eine tistik. Leipzig 1937. [5]
werden Vergleiche mit Eindrücken ‚Röntgen-Strahlen nennt man die Verarmung der langsameren Neutro- Hafnium (Abkürzung H£) ist wegen
aus Werkstoffen bekannter Härte ge- Durchdringungsfähigkeit der Rönt- nenkomponente ein. Diesen Effekt seiner hohen Neutronenabsorption
zogen. gen-Strahlen durch Materie. Je härter nennt man H. Er muß insbesondere cin *Reaktorgift. Der Absorptions-
Die Rücksprung-H. (Shore-H.) wird die Strahlung ist, desto durchdrin- bei_ wasserstoffhaltigen Medien be- querschnitt der natürlichen Isotopen-
so ausgeführt, daß der Rücksprung gungsfähiger ist sie und desto kürzer rücksichtigt werden. Die Abb. zeigt mischung für thermische Neutronen
eines auf den Prüfling fallenden ist ihre Wellenlänge, wie die Tabelle liegt bei 105 barn. Zwischen 1 und
Hammers: gemessen wird, wobei von Glocker zeigt. 7 10 eVliegen Resonanzen, denen Ab-
bleibende Eindruck auf dem P: Ein Maß für die H.ist der Kehrwert sorptionsquerschnitte bis zu 10000
stück unberücksichtigt bleibt. Die des *Absorptionskoeffizienten bzw. barn zukommen. Hfist stets dem für
*Elas it des Werkstoffes ist also die *Halbwertsdicke, hinter welcher die Einhüllung von Uranstäben be-
hier entscheidend, denn davon hängt die Intensität der Strahlen auf die stens geeigneten Zirkon beigemischt;
im großen und ganzen der Rück- Hälfte gesunken ist. es muß von diesem sorgfältig abge-
trenntwerden. [7] -
Wellenlänge Durchdringungsvermögen Härte Absorption Haftbedingung. Strömt eine Flüssig-
langwellg wenigdurchdringungsfähie
keit oder ein Gas entlang einer
kurzwellg sehr durchdringungsfähig
weich leicht absorbierbar
hart
Wand, so nimmt man an, daß die
schwer absorbierbar Strömungsgeschwindigkeit unmittel-
sprung ab. Die Höhe des Rücksprun- Die Röntgen-Diagnostik nennt die bar an der Wandnach Null geht. Die
ges ist im wesentlichen von denselben durch 40 bis 60 kV erregte mittlere der Wand anliegende, ruhendeSchicht
Faktoren wie die Fallhärte abhängig, Wellenlänge von 0,05 nm weich, die nennt man »Haftschicht«. Die ge-
nämlich von der Form der Hammi durch 60 bis 80 kV erregte mittlere schilderte Annahme war früher um-
spitze, dem Gewicht und der Fallhöhe Wellenlänge von0,045 nm mittelhart, Te Zu VE YahT“ stritten. Mit Geschwindigkeitsmes-
des Hammers sowie von den Abmes- die durch 80 bis 100 kV erregte mitt- 70 sungen kommt man niemals bis un-
sungen der zu prüfenden Werkstücke. lere Wellenlänge von 0,04 nm hart. mittelbar an die Wand. Man findet
Die Härtebestimmung wird mit Hilfe In der Röntgen-Therapie ist der Be- za ” aber tatsächlich eine nach der Wand
von Testplatten durchgeführt. Die reich umfangreicher: Man beginnt zu abnehmende Geschwindigkeit, die
Rücksprung-H. wird insbesondere bei mit den sog. *Grenzstrahlen von etwa bei der Extrapolation an der Wand
nach Wigner und Wilkins die H. in verschwindet. Bei der Lösung hydro-
Walzen und Kurbelwellen ange- 0,5 nm und verwendetStrahlen bis zu Wasserstoff. dynamischer Aufgaben, bei denen die
wandt. Meistens werden Vergleiche 0,015 nm, erregt durch 400 KV. Wei- Die H. kann näherungsweise dadurch *Zähigkeit berücksichtigt wird, führt
mit Rockwell-Härten gezogen. che Gammastrahlen beginnen bei berücksichtigt werden, daß man die man die H. als unentbehrliche Rand-
Zur exakten Angabe eines Härtewer- 0,04 nm, harte reichen bis zu 0,5 pm. Neutronengeschwindigkeit bedingung ein (s. z. B. Grenzschicht-
tes gehört immer die Bezeichnung, b) H. von Korpuskularstrahlen. Die mittlere
mit welchem Gerät die Prüfung vor- Radiumtherapie betrachtet als mitt- mit dem Faktor theorie). Die gute Übereinstimmung
genommen wurde, d. h. ob es sich z. lere H. von Betastrahlen eine solche 1+12 2e(kDIE E. der Lösungen mit dem Experiment ist
B. um_ Brinell-, Vickers-, Rück- von einer 700 kV entsprechenden korrigiert (2. Absorptionsquerschnitt, ein Beweis für die Richtigkeit der H.
sprung-Härte usw. handelt. Geschwindigkeit. Bei der kosmischen Z,Streuquerschnitt, & mittlerer loga- = In der idealisierten Theorie der rei-
52 53
Haftreibung Halbkörperströmung
bungsfreien Strömungen (s. Potenti:
strömungen) wird die H. nicht ben‘
Hagen-Rubenssche
Drudesche Gleichungen.
Beziehung, s. den, so erscheint das kontinuierliche eine entsprechend genauere Ermitt-
tigt. [11]
Spektrum ebenfalls von Interferenz- lung des Brechwertverlaufes in un-
Hahn, Otto. Dt. Chemiker und Phy-
siker. Geb. 8.3.1879 in Frankfurt/ streifen durchzogen, und zwar kon- mittelbarer Nähe der Resonanzlinien
Haftreibung, s. Reibung. vergierend mit einer von Rot nach folgt.
Haftschicht, s. Haftbedingung. Main, gest. 28. 6. 1968 in Göttingen.
Haftspannung. Berührt eine Flüssig- 1904/05 Mitglied des Ramsay-Lab. in
Violett wachsenden Zahl. Zur Er- Lır. Roschdestwensky, D.: Ann. d. Phy-
sik 39, 307 (1912). [18]
keit einen festen Körper, so tritt an London,1905/06 Mitglied des Ruther-
mittlung des Brechwertes und der Hakenrohr,s.
Dispersion z. B. eines in der Meß- Strömungssonden»
der Grenzfläche infolge der Verschie- ford-Lab. an der McGill Univ. in
denheit der molekularen Anziehungs- Montreal, ab 1906 am Chem. Ins
kammer befindlichen Gases kann in Halbkörperströmung. Überlagert
diesen »spektral aufgelösten« -Weiß- man im Raume eine Parallelströmung
kräfte eine Spannung auf, die man der Univ. Berlin, 1912 Mit; licht-Interferenzen der Gangunter- mit einer *Quellströmung und denkt
als H. bezeichnet. Man definiert sie KWI für Chemie, 1926 Direktorebd.,
als die reversibel zu gewinnende, Ar- 1944/45 Mitarbeiter am deutschen schied bei jeder Wellenlänge direkt sich das der Quelle entströmende Me-
beit bei der Erzeugungeines cm? der Kernenergie-Projekt. 1946-60 Präsi-
aus der durchwanderten Streifenzahl dium angefärbt, sobildet sich ein far-
bestimmt werden. War unsprünglich biger Körper aus, dessen Kontur in
Grenzfläche fest-flüssig (Adhäsions-
arbeit). Die H. ist entscheidend fü
dent der Max-Planck-Gesellschaft.
1956 Mitgl. der Dt. Atom-Kommis-
der Streifen 0. Ordnung durch das Abb. 1 stark ausgezogen ist. Auf der
das Benetzungsverhalten. Ist sie grö- sion. Ferner Mitgl. vieler Akademien
Ber als die ichenspannung der Wissenschaften. H. erhielt 1944
der Flüssigkeit, so ziehtsie die Flüs- den Nobelpreis für Chemie für die
sigkeit zu einer immer dünneren Zerspaltung des Urankernes in zwei
Schicht aus: vollständige Benetzung. fast gleich große Teile. 1949 erhielt
Ist sie kleiner, so entsteht ein positi- H. die Max-Planck-Med., 1953 die
ver oder negativer Randwinkel, aus Harnack-Med.und 1956 die Faraday-
dem sich die H. bei bekannter Öber- Med. der Brit. Chem. Gesellschaft.
flächenspannung berechnenläßt: un- Hauptarbeiten: Auf dem Gebiete der
vollständige Benetzung.S. a. Kapil- Radiumforschung und der Kernche-
larität. mie. H. entdeckte 1905 die radioak-
Lır. Eucken, A.: Lehrb. der chem. Phy- tive Substanz Radiothorium, 1907 das
sik, Bd. II, 2, 8. 1276. Leipzig 1949. — Mesothorium und 1918 mit Lise
*Meitner das Protaktinium. Ende
1938 gelang H. die Spaltung des
Haftstellen (traps) in Halbleitern und
Phosphoren,s. Halbleiter. Urankernes bei Beschießung mit Neu- Abb. 1
Hagelbekämpfung, künstliche. Da tronen. Auf dieser Entdeckung be-
man annimmt, daß eine ausgedehnte ruht die 1942 technisch gelungene ganze Spektrum gerade, so zeigt nun ungefärbten Außenseite des Körpers
unterkühlte Schicht und eine relativ Freimachung von Atomenergie. H. ein Streifen höherer Ordnung durch strömt das von der Parallelströmung
kleine Zahl von Gefrierkernen für die veröffentlichte Anfang 1939 seine seinen gekrümmten Verlauf die Dis- herangeführte Medium. Es gelangt
Bildung des Hagels Voraussetzung Entdeckung unter dem Titel »Über persion des Gases an. Da in der Nähe niemals in das gefärbte Gebiet, das
sind und weiterhin Hagel an be- das Zerplatzen des Urankernes durch der Resonanzlinien, z. B. von Na- ganz von dem der Quelle entsprun-
stimmtenbevorzugtenStellen auftritt, langsame Neutronen« in den Abhand- Dampf, sich der Brechwert sehr stark genen Strom erfülltist. Der farbige
bekämpft man Hagel in gleicher Wei. lungen der Preuß. Akad. d. Wissen- gegen Unendlich hin ändert (anomale Körper hat die Gestalt einer halbun-
se wie die Entwicklung von Gewit- schaften. H. befaßte sich auch mit Dispersion), biegen dort die Interfe- endlichen, um die Anströmrichtung
tern überhaupt, geochemischen Aufgaben. Zu Ehren renzstreifen, immer enger werdend, rotationssymmetrischen Stange, die
Manverteilt Silberjodid-Generatoren von H. wurde der »Otto-Hahn-Preis sehr bald in Richtung senkrecht zum vorn abgerundet ist und im Unend-
an geeigneter Stelle des gefährdeten für Chemie und Physik« geschaffen. Spektrum um, so daß deren genaue lichen asymtotisch parallel wird. Man
Geländes und impft die Wolke mit DerPreis wird vom »Deutschen Zen- Ausmessung stark erschwertist. Nach nennt solch eine Form einen räum-
einer Überzahl von Silberjodid-Ge- traldusschuß für Chemie« und dem Roschdestwensky wird durch eine in lichen Halbkörper. Vorn auf der
frierkernen, um so den Wassergehalt »Verband Deutscher Physikalischer den anderen Strahlengang des Inter- Kuppeliegt ein *Staupunkt, sowohl
der Wolke durch Eiskristallbildung Gesellschaften« an deutsche Persön- ferometers gestellte Glasplatte geeig- der Innen- als auch der Außenströ-
zu binden und das Wachstum der lichkeiten verliehen, die sich große neter Dicke das Streifensystem auf- mung. An der Außenströmungändert
Kristalle zu Hagel zu verhindern. Verdienste um die Entwicklung der grund der erzeugten hohen Gang- sich nichts, wenn man das gefärbte
Praktische Versuche werden bei Ro- Chemie oder Physik in der reinen unterschiede so weit verschoben, daß Gebiet durch einen wirklichen festen
senheim in Oberbayern und bei Lo- oder angewandten Forschung erwor- die Streifen im Spektrum annähernd Körper der gleichen Form ersetzt,
carno im Tessin durchgeführt. Der ben haben.[43] senkrecht stehen, abgesehen von dem vorausgesetzt, daß man von der
Erfolg ist zweifelhaft. [30] Haidingersche Büschel, s. Büschel. Bereich anomaler Dispersion, wo sie Wandreibungabsieht.
Hagenbachsche Korrektur, s. Viskosi- Haldingersche Ringe, s. Interferenz hakenförmig umbiegen. An diesen Ist © die »Ergiebigkeit« der räum-
metrie und Rohrreibung. des Lichtes. Stellen im Spektrum, nahe den Re- lichen Quelle, d. h. das der Quelle
Hakenmethode. Kombiniert man sonanzlinien, entspricht der durch die pro Zeit entströmende Volumen, und
Hagen-Poiseuillesches Gesetz, s. etwa ein Jamin-Interferometer mit Glasplatte erzeugte bekannte Gang- die Geschwindigkeit der Parallelströ-
Rohrreibung. einem Spektralapparatderart, daß-die unterschied dem des Na-Dampfes. mung im Unendlichen uo, so beträgt
Hagen-Poisenillesche Gleichung, 5. Weißlicht-Interferenzstreifen quer auf Das Einstellen auf die Haken ist mit die Entfernung s des Staupunkts $
Viskosimetrie. dem Kollimatorspalt entworfen wer- hoher Genauigkeit möglich, woraus ‘vom Quellpunkt © (Abb. 1)
54 55
Halbleiter Halbleiter
also man die Ionenleiter als selbständige H. gegen die Isolatoren ist willkür-
„4
sm5g: Kategorie ab; nur elektronenleitende lich; zu diesen rechnet man für ge-
und der asymptotische Durchmesser Stoffe rechnen zu den Halbleitern wöhnlich Stoffe, deren spezifischer
d des Halbkörpers im Unendlichen Für jeden räumlichen oder ebenen (gelegentlich ausdrücklich »elektro- Widerstand beiallen interessierenden
Halbkörper mit beliebiger Form des nische Halbleiter« genannt). Im Hi 'emperaturen und Reinheitsgraden
Kopfes gilt der wichtige Satz, daß blick auf den Temperaturkoeffizien- über etwa 10"° Q cm liegt.
AV aunr sein Widerstand gleich Nullist, wenn ten beschränkt man sich auf die For- In der Technik finden H. vielseitige
man annimmt, daß auf seiner Rück- derung, daß der H. beim absoluten Verwendung, danicht nur ihre elek-
also fläche im Unendlichen der ungestörte Nullpunkt isolieren soll und erst bei rische Leitfähigkeit, sondern alle ihre
s=di4. Druck der Parallelströmung herrscht. höherer Temperatur merkliche Leit elektronischen Eigenschaften ein
fähigkeit erlangt. Die hierfür erfor- eigentümliches Verhalte is
derlichen beweglichen Ladungsträger Die _Temperaturabhängi
können entweder im reinen Kristall Leitfähigkeit macht die H. in der Ge-
auftreten (Eigenleitung) oder von stalt von Thermistoren oder Heißlei-
Störstellen wie Fremdatomen oder tern für Temperatur- und Strah-
Gitterfehlern stammen (Störleitun; lungs-Messungen sowie für Regel-
Häufig spaltet eine bestimmte Stör- zwecke geeignet. Unter Ausnutzung
stellenart bei mäßiger Temperatur des Hall-Effektes (Hall-Generator)
it unterhalb der Eigenleitung be- oder der magnetischen Widerstands-
reits ihre gesamten Elektronen als be- änderung lassen sich Magnetfelder
Abb. 2 wegliche Ladungsträger ab, und de- messen. Die große Thermokraft hat
ren Konzentrationist in einem weiten thermoelektrische Generatoren und
Man kann auch eine ebene Quelle Die in Abb. 2 skizzierte *Druckver- Temperaturbereich konstant. Der Kühlzellen an den Bereich des tech-
mit einer Parallelströmung überla- teilung macht deutlich, warum der Temperaturkoeffizient der Leitfähi nisch Realisierbaren gerückt. Die
gern und erhält so einen analogen Widerstand Null resultiert. Den keit richtet sich dann nach der Beweg- Leitfähigkeitsänderungen unter B
ebenen Halbkörper. In diesem Fall Überdrücken in der ie des Stau- lichkeit, die auch im-H. ebenso wie im leuchtung kennzeichnen die H.
lassen sich die Stromlinien nach der punkts stehen Unterdrücke gegen- Metall sehr wohl mit wachsender Photoleiter (s. Photoleitung) für Meß-
Maxwellschen *Diagonalmethode über, und zwar so, daß die Resultie- Temperatur fallen kann. Beispiele für und Steuerungszwecke. Die bedeu-
‚konstruieren, ($. Abb. 2 unter Diago-rendealler Kräfte in der x-Richtung die Leitfähigkeit und die Temperatur- tendste Anwendung schließlich um-
‚nalmethode.) Das komplexe Potential verschwindet. [11] abhängigkeit finden sich in Tabelle 1 faßt die *Kristallgleichrichter mit
(s. komplexe Methoden der Strö- Halbleiter. Ursprünglich bezeichnete und Abb.1. ihren Varianten, wie *Kapazitätsva-
mungslehre) dieser Strömunglautet man als H. die Stoffe, deren elektri-
sche Leitfähigkeit zwischen der der
Fo=urt Z-inz. Metalle und der der Isolatoren liegt w
sowie einen positiven Temperatur- Leeres
(uo Anströmgeschwindigkeit der Pa- koeffizienten aufweist. Mit wachsen-
rallelströmung in x-Richtung; O Er- der Einsicht in den Leitungsmecha- Band
natensprung liegt.) Es folgt für das
Potential selbst
er
giebigkeit der Quelle, die im Koordi- Tabelle 1. Leit it o .
-
Wz
1 Element o
ino!cmı I Lücke
o-wrt inet &
und für die Stromfunktion Na 240 000 d* W,
ven. A
Al
“nom
400.000
“ E Volles
(Bond
Die Kontur des ebenen Halbkörpers PbBi
52000
9000 RR: Et
findet man aus der Gleichung y = 0. Ge, eigenleitend 0,005
Beim ebenen Halbkörper beträgt der Ge mit 10% Dona- Abb.1. Leit! it und Hall-Koeffizient (0,6 Wb/m®) in In- Abb. 2
Abstand des Staupunkts vom Quell- toren je cmi 5 diumantimonid (InSb). 2 n-Typ (A, B) und 2 P-Typ (1, 2) Pro-
punkt Si, eigenleitend 5 ben. Nach Madelung und Weiß. Für die Tieftemperaturäste
Si mit 10° Dona- der Proben 1 und ist das Vorzeichen des Hall-Koeffizienten
toren je cm» 0, positiv, im übrigen negativ
"Traun
und die asymptotische Dicke des nismus erwies sich dıe erste Forde- Gegen die Metalle sind die H. da- riationsdiode, *Tunneldiode und
Halbkörpers rungfür eine zweckmäßige Definition durch i. allg. klar abgegrenzt, daß sie *Zener-Diode, ferner Photoelemente
bei 7 = 0 isolieren sollen. Doch kennt und *Transistoren. Für diese letzte
als zu weit, die zweite eng. Von
den Stoffen, deren Leitfähigkeit in man Fälle, denen ein stark dotier- ‚Gruppe, die Sperrschichten im Innern
auch bei 1°K noch ‚oder am Rande des H. voraussetzt, ist
den fraglichen Bereich fällt, trennt ter Halbleiter
merklich leitet. Die Abgrenzung der insbesondere die Tatsache von Bedeu-
56
57
Halbleiter ‚Halbleiter
tung, daß sich die beweglichen Elek- rungsenergie. Diese besitzt für einen Besitzen die Störstellen Aktivierungs-
tronen sowohl wie negative Ladungs- Donator, der auf dem Niveau W» im energien, die klein sind gegen den
träger als auch auf Grund eines kol- Bänderschema Abb.4 liegt, den Wert Bandabstand W. — Wı, so tritt die
lektiven Effektes wie positive La- Wı = Wo. Sie genügt gerade, um das Störleitung bei viel niedrigeren Tem-
dungsträger (*Defektelektronen oder am Donator gebundene Elektron in peraturen auf als die Eigenleitung.
‚Löcher s. a. Bänderspektrum) verhal- ein freies Leitungselektron zu über- Weitgehend kompensierte H. fast
ten können; Elektronen und Löcher führen. Die Aktivierungsenergie der gleicher Konzentration solcher Stör-
treten stets gleichzeitig auf, und ihre ‚Akzeptoren bezieht man für gewöhn- stellen können wegen ihrer geringen
entsprechend der *Dotierung u. U. lich aufden oberen Randdes Valenz- Trägerdichte fast völlig rein erschei-
voneinander sehr verschiedenen Dich- bandes. Ein zweifach ionisierbarer nen. Meist erweisen sich jedoch ge-
ten können unter bestimmten Bedin- Akzeptor besitzt beispielsweise die genüber dem reinen H, Beweglichkeit
gungen weit. von ihren thermodyn: Umladungsterme Wı und Ws. Nach und Lebensdauerdrastisch verringert.
mischen Gleichgewichtswerten abwei- Anlagerung_ eines, ersten Elektrons 3. Während sich die Gleichgewichts-
chen. aus dem Valenzband (äquivalente trägerdichten in den Bändern und an
Die Vorstellung, welche die Elektro- Ausdrucksweise: Abspaltung eines den Störstellen aus Bandabstand,
nentheorie der Gitter sich vom H. ersten Loches ins Valenzband) unter Aktivierungsenergie der Störstellen,
macht, ist im einfachsten Fall die Abb. 3 Aufwand der Energie Wxı — Wı ge- ihrer Dichte und der Temperaturvöl-
eines Körpers, in welchem den Elek- langt der Akzeptor auf den Term lig ergeben, trifft dies für die Umla-
tronen ein *»Bänderspektrum« von sem Fall von eingetretener »Eigenlei- Wis. Die Anlagerung des zweiten dungskinetik bei Trägerinjektion oder
Quantenzuständen zur Verfügung tunge des Materials. Die Energie- Elektrons erfordert die Energie Paarerzeugung durch Strahlung (s.
steht, von denen bei T=0°K nur lücke W2 — Wıbeträgt beispielsweise Wie = Wı (Tabelle 2). Photoleitung) nicht zu. Hierfür muß
diejenigen des unteren Bandes voll, bei Silicium 1,09, bei Germanium
d. h. mit je zwei Elektronen entge- 0,79 eV. Das ist außerordentlich viel ‚Tabelle 2. Störstellen in Germanium undSilicium
gengesetzter Spinrichtung, besetzt größer als das Voltäquivalent der Art | sb in Ge
sind, während das obere Band völlig Zimmertemperatur, welches sich aus
leer'ist (Abb.2). Das bedeutet, daß eV = KT zu ungefähr "4a eV berech- Umiadungs- Eu Ni=
der Körper beim absoluten Nullpunkt net. Doch genügt die Konzentration charakter
ein Nichtleiter ist; denn jeder Lei- von einigen 101%freien Leitungselek- Aktivierungs- W-Wn= War Wi
tungsmechanismus würde vorausset- tronen je cm? im oberen und ebenso energie in eV 0,0096 D 0
zen, daß die Elektronen im Bereich vielen Löchern im unteren Band bei
einer freien Weglänge kinetische 800.°C, um durch Überlagerung von Temp. incK 300 «| 300 300 300
Energie aus der Arbeit des Feldes Blektronen- und Löcher-Leitung Wirkungs- Elektronen 1000 |1..20 3..6
aufnehmen und in einen höheren auch dem reinen Silicium eine Leit- Querschnitt
Quantenzustand übergehen. Dies 'higkeit von 50, dem reinen Germa- iniöt#cm für Löcher [0,01 100... 200
kann aber angesichts der Lücke im nium von 500 (Q cm)-' zu verleihen.
Spektrum nicht geschehen, weil Über- Im_ Unterschied zur Eigenleitung Art Ininsi Auinsi
gänge zu schon besetzten Zuständen spricht man von Störleitung, wenn Umladungs- Im In|Au Au Au
innerhalb des Grundbandesdurch das eine zusätzliche, für Gleichrichter, harakter
*Pauli-Prinzip verbotensind. Transistoren, Photoelemente usw.
Bei etwas höherer Temperatur lockert technisch. wichtige, typisch struktur- Aktivierungs-
energie in eV Wı-Wı=
016 W:-Wn=
0,5D Wı-Wı=
0A
sich die Fermi-Grenze Wr auf (s. Ver- empfindliche Leitfähigkeit auftritt,
teilungsfunktion, Fermische). Es ent welche der Kristall durch ins Gitter Temp. in K| 300 soo| 7 nn
stehen »Defekteiektronen« oder »Lö: eingebaute Störstellen (Fremdatome,
cher« in der Verteilung bei Energien Fehlstellen) erlangt (s. Dotierung). Wirkungs- Elektronen 0,4 2 1000
W<Wr, und es werden einzelne Umiladungscharakter, Aktivierungs- querschnätt, für Löcher
iniowcm: 200 20 1000
Quantenzustände mit W > Wr_be- energie und Wirkungsquerschnitt ge- D Donator, A Akzeptor
setzt. Wenn dies auch nur in einem genüber freien Ladungsträgern be-
Bereich von der Größenordnung stimmen deren Eigenschaften. Befindensich im H bevorzugt Dona- man die Wirkungsquerschnitte (oder
AW = KT um Wr herum in beträcht- 1. Donatoren können unter Abspal- toren, die freie (negative) Leitungs- die Wahrscheinlichkeit) der Störstel-
lichem Maß geschieht, so findet diese tung eines oder mehrerer El=ktronen elektronenverursachen, so nennt man len (Tab.2) für den Einfang von
Umbesetzung spurenweise doch auch aus dem neutralen in den »o. !iv ge- ihn n-Typ. Akzeptoren ergeben der Elektronen und Löchern kennen, s.
in größeren Abständen statt (Abb. 3) ladenen Zustand übergehen. Der ent- erzeugten positiven Löcher wegen p- Rekombination eines Elektron-Loch-
Es werden daher rein thermisch ein- gegengesetzte Umladungscharakter Typ. Bei gleichzeitiger Anwesenheit Paares.
zelne Elektronen aus dem unteren kommt Akzeptoren zu, die unter Auf- von hochliegenden Donatoren und Je nach den Auswirkungen auf das
Band ins obere Band gehoben, wo- nahme von Elektronen (äquivalente tiefliegenden Akzeptoren ist nur de- H.-Verhalten benützt man für die
durch beide Bänder ein wenig leit- Beschreibung: Abspaltung von De- ren Differenz für die Zahl der freien Störstellen gelegentlich spezielle Na-
fähig werden, denn es sind jetzt fektelektronen) in den negativ gela- Ladungsträger ‚maßgebend, da die men. Donatoren und Akzeptoren im
Übergängevon Elektronen in nächst- denen Zustand gelangen. Akzeptoren die Donatorelektronen engeren Sinne besitzen kleine Akti-
höhere Quantenzustände in beiden 2. Diese Umladungen erfordern eine auf dem Weg über Leitfähigkeits- vierungsenergie; sie liegen dann im
Bändern möglich. Man spricht in die- gewisse Energie, die sog. Aktivie- und Valenz-Band einfangen können, Bandmodell in der Nähe des zugehö-
58 5
Halbleiter Halbleiter
rigen Bandrandes (Abb. 4, Wo, Waı) dungszustand unter Lichteinwirkung, ‚Aussagen machen durch eine Schluß- mit Trägerdichte in einem der Bän-
und bestimmen den Leitfähigkeits- letztere besitzen strahlungslose Über- weise, die man am Beispiel des n-Si- derbleibt die Fermi-Energie im ver-
typ. - Als Haftstellen bezeichnet man gänge und unterdrücken so die Lu- liciums erkennt (Abb. 6). Da der erste botenen Gebiet, und die Ausläufer
solche Störstellen, die die Leitfähig- mineszenz anderer Zentren. Tabelle 2 mögliche Elektronenübergang derje- der Fermi-Verteilung (Abb. 3) be-
keit eines bestimmten H. nur dann gibt eine sehr kleine, jedoch typische nige aus einem Donatorin das tiefste stimmen die Besetzung der Energie-
stark vermindern, wenn er bereits do- Auswahl wichtiger Fremdstoffe in Si- Niveau des oberen Bands ist, muß zustände in den Bändern. Diese Aus-
tiert war, dagegen praktisch unmerk- lieium und Germanium. Doch ist die die Fermi-Grenze für tiefste Tempe- läufer schreiben dieselben Besetzun-
lich bleiben, falls er rein vorlag. Eine Natur vieler Störstellen in vielen H. raturen bei !/s (W» + Wa) liegen. Mit gen wie eine Boltzmann-Verteilung
derartige Leitfähigkeitsveränderung noch ungeklärt. W_, Unterer Rand des oberen Bandes
tritt jedoch nur ein, wenn einschrän- ‚Auf einen wesentlichen Unterschied
kende Bedingungen erfüllt sind. Er- der Störleitung gegenüber der Eigen- Mi
stens muß die Temperatur so niedrig leitung ist aufmerksam zu machen: Fü s
sein, daß thermische Aktivierung der Währendbei Eigenleitungjedes Elek- n II 11 Störniveau
Haftstellen unterbleibt; zweitens tron im oberen Band ein gleichfalls 0” —L
kann es im n-Halbleiter nur Haftstel- frei bewegliches Loch im unteren
len mit Akzeptor-Umladungscharak- Band zurückläßt, so daß die dabei 0”
ter, im p-Halbleiter mit Donator- auftretende Elektronenleitung not-
Umladungscharakter geben. Schließ- wendig verbundenist mit einer gleich-
lich muß die Aktivierungsenergie der zeitigen Löcherleitung, sind sowohl
Haftstellen diejenige der eigentlichen Donatoren wie Akzeptoren an feste o#
Donatoren bzw. Akzeptoren (im en- Plätze im Gitter gebunden. Ein Do-
geren Sinne) übertreffen. Akzeptoren nator, der sein Elektron an das obere
großer Aktivierungsenergie (Wı in Band abgegebenhat, stellt eine posi- n =[0'Vem! N
Abb. 4) können z. B. als Haftstellen tive Punkt- bzw. Raumladung am fe-
irken: Im n-dotierten H. fangen sie sten Platz der Gitterstörung, z. B. Temperaturabhängigkeit
die Elektronen der Donatoren D ein am. Platz des Fremdatoms, dar. der Fermi-Grenze W von
(D in Abb.5a, b) und verringern Ebensoist der Akzeptor, der sich mit n =Sitieium |
w W (Wı+W)/2=Mitte der, Bondlücke pr
t loseeeso n e_on 0 100 200 300 400 500 800 % 700
Mu
Mm FrrttrrrD |remeenneD Abb. 6. T-Abhängigkeit von Wr bei n-Silicium nach Schorer
WasMer
fa A aaA- steigender Temperatur kann sie eine vor. Einen H., dessen Träger einer
Zeitlang ungefähr (nicht genau) so Boltzmann-Verteilung genügen, nennt
" Was MW _ lange dort verharren, wie die Elek- man nicht entartet. Wenn jedoch zu-
® p tronenreserve im Donatorenniveau folge hoher Dotierung die Fermi-
a b e noch genügend Teilchen zur Auffül- Energie ins Band rückt, ähnelt der H.
Abb. 4. Umladungs- Abb. 5. Wirkung von Haftstellen in einem n-dotierten (b) und lung des oberen Bands zuliefern ver- in seinem Verhalten dem der Metalle,
terme von, Donato- einem sonst reinen (c) Halbleiter. n: Elektronen, p: Löcher. mag. Erschöpft sie sich aber, so muß und man muß für die Besetzung die
ren und Akzeptoren @)Halbleiter mit Donatoren allein. Schematisch die Fermi-Grenze sinken, um allmäh- 'Fermi-Verteilungselbst heranzichen:
lich die Auffüllung des oberen Bands Der H.heißt dann entartet.
stark die n-Leitfähigkeit. Sind die einem Elektron des unteren Bands aus Zuständen des unteren zu ermög- Währendbei Eigenleitung beide Tri
Akzeptoren allein vorhanden, (Abb. beladen hat, ein fester negativer La- lichen und damit die Eigenleitung gersorten (Elektronen und Löcher) in
50), so ergeben sie bei derselben dungspunkt, der sich im elektrischen einzuleiten. Sie strebt deshalb dem gleicher Dichte auftreten, überwiegt
Temperatur wegen ihrer großen Ak- Feld höchstens durch Ionendiffusion, Wert 's (Wı+ We) zu, bei dem sie bei Störleitung die von den Störstel-
tivierungsenergie nur äußerst geringe also sehr langsam und mit geringer im Falle reiner Eigenleitung, d. h. bei len abgespaltene Art. Man nenntsie
p-Leitfähigkeit. freier Weglänge bewegt. Abwesenheit jegliche Störstellen, dann Majoritätsträger, im Gegensatz
Rekombinationszentrum oder trap Die Besetzungsdichte aller zur Ver- schon für T verweilt hätte. Auch zu den in geringerer Anzahl(oft um
heißen Störstellen mit großem Wir- fügung stehenden Energieniveaus dort bleibt sie nicht in Strenge ruhen, weit über 10 Zehnerpotenzen) vor-
kungsquerschnitt (für Einfang oder folgt bei jeder Temperatur aus der wenn die Zustandsdichten im oberen handenen Minoritätsträgern. Die
Abspaltung) gegenüber beweglichen Fermi-Verteilung. Man darf jedoch und unteren Band nicht gleich groß Dichte der letzteren verschwindet
Elektronen und Löchern. Sie setzen nicht vergessen, daß deren Grenz- sind. Aufsolche Weise entstehen ver- gleichwohlnie völlig. Für den nicht-
die Trägerlebensdauer herab (s. Le- energie Wr selbst eine bei H.stark schiedene Temperaturbereiche, die entarteten H.gilt bei gegebener Tem-
bensdauer); oft genügen dafür so ge- veränderliche Funktion der Tempera- etwa durch Reservestörleitung, Er- peratur für das Produkt von Elektro-
ringe Konzentrationen, daß die evil. turist, die jeweils aus der Bedingung schöpfungsstörleitung, Eigenleitung nendichte r und Löcherdichte p ein-
gleichzeitig mögliche Haftstellenwi der elektrischen Neutralität des H.- charakterisiert werden können. Ihre fach
kung unbeobachtbar ist. Auch die Innern, also gleicher Gesamtdichte ‚Abgrenzung ist außer durch das Ni- np=K,K const,
*Aktivatoren und *Killer der Phos- von Löchern und Elektronen, ermit- veauschema auch durch die Störstel- für jede beliebige Dotierung, also für
phore stellen Akzeptoren oder Dona- telt werden muß. Man kann über ichte bestimmt. jede beliebige Lage der Fermi-Ener-
toren dar; erstere ändern ihren La- ihren Verlaufleicht einige qualitative nicht zu hohe Dotierung und da- gie Wr. Erst beim entarteten H.
[l 6
Halbleiter Halbleiterphotoeflekt
(höchste Dotierung) wird die Kon- anderer Metalle mit den Elementen igene Atome des Wirtsgitters oder Metallen (und auch Halbleitern), dem
stante K eine Funktion von Wr. der VI. Gruppe, Fremdatome auf Zwischengitterplät- sog. äußeren lichtelektrischen Effekt.
K ist für den einzelnen H. cha- Bei den III-V-Verbindungen treten zen eines Valenzgitters haben dort In einem idealen, d. h. absolut reinen
rakteristisch und proportional zu sehr hohe Beweglichkeiten auf, die u. oft nur als positive Ionen Platz. Sie und einkristallinen Halbleiter bewirkt
exp = (W2 = Wı)JR KT, wo Wı = Wı a._zu großen galvanomagnetischen betätigen sich dann als Donatoren ih- ein Lichtquanthinreichender Energie
den Bandabstand bedeutet. Effekten Anlaß geben. Zu den II-VI- rer nur lose gebundenen Valenzelek- die Anhebung eines Elektrons aus
Nicht nur die Leitfähigkeit, sondern Verbindungen gehören die wichtigen tronen. Gitterlücken, aus denen ein dem Valenzband in das Leitungsband
auch alle übrigen elektronischen Ef- Photoleiter ZnS und CdS. Wismut- neutrales Atom entfernt ist, sind aus (6. Bänderspektrum), wodurch je Ele-
fekte zeigen im H. ein eigentümliches tellurid und -selenid und verwandte Raumgründen bevorzugte Aufent- mentarakt ein freies Elektron und
Verhalten. Das Vorzeichen des Hall- Verbindungen eignen sich für ther- haltsorte für Elektronen, so daß sie ein freies Loch mit verschiedener Be-
Effekts und der Thermokraftgibti moelektrische Anwendungen, PbS für im ganzen als Akzeptoren wirken. keit erzeugt werden. Die er-
Störhalbleiter unmittelbar den Lei Infrarotdetektoren(1,5 bis 7 um). Kationenlücken in Ionengittern wir- forderlichen Lichtquantenenergien
tungstyp an; beim Übergang zur Ei- Allen H. gemeinsamist ein hoher ko- ken. wie negative Zentren, die ein liegen etwa zwischen 5,3 eV für Dia-
Tabelle 3. Halbleiter (fettgedruckt) in valenter Bindungsanteil. Doch gibt es positives Defektelektron als Akzep- mant und 0,35 eV für Tellur; sie ha-
der III. bis VI. Hauptgruppe des perio- kein allgemeines Kriterium dafür, ob ior lose an sich binden und es leicht ben meist eine geringe, Temperatur-
dischen Systems. eine Verbindung in einer bestimmten ans Valenzband abgeben können. ‚abhängigkeit im Sinne kleinerer Ener-
mw vI Modifikation halbleitend oder metal- Umgekehrt ziehen Anionenlücken gien bei höheren Temperaturen.
lisch sein müsse. Vorhersagen über ktronen an und wirken dann (als Die spektrale Abhängigkeit des H.
B 145 C9 56 o die Wirkung von Fremdatomen oder F-Zentren mit einem oder F’-Zen- im allgemeinen von der Art einer
Al sı121 s Fehlstellen sind kaum möglich, wenn- iren mit zwei gebundenen Elektro- Stufenfunktion, deren Abfall auf der
Ga Ge 0,5 864) 1,6 (opt.) gleich sich aus den experimentellen nen) als Donatoren. langwelligen Seite durch die Mindest-
In Se») 0,08 Te 0,37 Resultaten einige empirische Regeln Halbleitung kann auch eintreten als energie der Photonen bestimmt ist.
rn Pb Po gewinnen ließen. In den Element- Wirkung eingestrahlten ‚Auf der kurzwelligen Seite der »Kan-
Lichts von
Zahlenangaben: Aus der Leitfähigkeit halbleitern der IV. Gruppe wirken solcher Frequenz, daß das h v Quan- ist die Quantenausbeute (= Ver-
bestimmte Bandabstände in eV für T die dreiwertigen Nachbaratome (s. tensprünge über die Bandlücke W2 — hältnis der Zahl der im Sinne des H.
Tab. 3) als Akzeptoren, die fünfwer- Wı hinweg anregen kann. Ein inne- wirksamen Elementarakte zur Zahl
') Als Diamant. tigen als Donatoren (Tab. 2) geringer rer Photoeffekt stellt in diesem Fall der absorbierten Lichtquanten) we-
*) Als «-Zinn (graues Z.).
») Von P, As und Sb kennt man halblei- Aktivierungsenergie. Hier trägt die die Halbleitfähigkeit her (s. Halblei- sentlich gleich Eins. Aus sekundären
tende Modifikationen. Vorstellung, daß das Donatoratom ter-Photoeffekt, Photoleitung). Gründen jedoch fällt. die Wider-
Aus der optischen Absorption be- ein Gitteratom substituiert und von Die H. finden nicht nur aufgrundih- standsänderung mit kleineren Wel-
stimmter Bandabstand. seinen fünf äußeren Elektronen vier rer elektrischen Eigenschaften tech- lenlängen etwas, so daß sich ein
genleitung sinken beide Effekte und für die kovalenten Bindungen mit nisches Interesse, sondern auch we- Empfindlichkeitsmaximum in der
hängen nach Vorzeichen und Größe den Nachbaratomen bereithält. Das gen ihres besonderen optischen Ver- Näheder »Kante« selbst ergibt.
vom Beweglichkeitsverhältnis der bei- fünfte Elektron ist dann wasserstofl- haltens, das gleichermaßen aus dem Die Mindestenergie des Lichtquants
den Trägersorten ab. Im Gegensatz ähnlich an den einfach positiv gel *Bänderspektrum derElektronen re- ergibt sich aus dem Bänderspektrum
zum Hall-Effekt, der bein Störleiter denen Atomrumpfgebunden. Da dies sultiert. Besonders zu nennen wäre (6. auch Absorptionskante); ist nur
umgekehrt proportional zur Majori- in einem Medium von großer Dielek- die Verwendung in der Ultrarotoptik dann mit dem minimalen Abstand
tätsträgerdichte ist, geht nur deren trizitätskonstante e geschicht, wird die als Kantenfilter (s. Absorption, opti- zwischen Valenz- und Leitungsband
Logarithmus in die Thermokraftein. Bindungsenergie e’-mal kleiner als sche, in H.) und als Linsenmaterial identisch, wenn deren Extrema im k-
Die magnetische *Widerstandsände- (s. Brechungsindexder H.).
Lir. Madelung, O.: Halbleiter. Handb. Raum _übereinanderliegen (direkte
Tabelle 4. Experimentelle Werte von
rung, die *Druckabhängigkeit des Beweglichkeiten in einigen III-V-Ver- Übergänge) oder Phononen in Emis-
Widerstands, die magnetische *Sus- bindungen bei Zimmertemperatur der Physik XX 1. Hrsg. S. Flügge. Ber-
oder Absorption zum Impuls-
zeptibilität, die optische *Absorption in 10 m!/Wb lin-Göttingen-Heidelberg 1957. - Halb- sion
und die *Zyklotronresonanz geben leiterprobleme I bis IV. Hrsg. W.Schott- ausgleich für die Elektronen herange-
insbesondere Aufschluß über die Elektronen Löcher ky. Braunschweig 1954/58. - Halbleiter- zogen werden können (indirekte
Energieniveaus in den Bändern und probleme V bis VIIL u.fl. Hrsg. F. Sau- Übergänge).
die der Störstellen sowie über Streu- Insb 78.000 750 ter. Braunschweig 1960/63. [37] Der H.auf Grund der direkten Über-
prozesse, die für die *Beweglichkeit Ins 33.000 460 Halbleiterphotoeffekt. Unter dem H. fänge oder indirekten Übergänge mit
Inp 4.600 150 versteht man von allen möglichen Ef- 'hononenemission ist auch beim ab-
(Tab. 4) maßgebendsind. Gasb 4000. 1400 fekten, die Photonen in einem Halb- soluten Nullpunkt existent.
Im periodischen System der Elemen- GaAs
AISb
8500 400
420 leiter bewirken können, speziell die In einem gestörten Halbleiter (durch
te liegen die Elementhalbleiter in Beeinflussung seines elektrischen Fremdatome oder auch Gitterbau-
einem Streifen, der die IH. bis VI. beim H-Atom. So hat Bethe die rich- Gleichstromwiderstandes. Es handelt fehler) tritt ein Freisetzungsmecha-
Hauptgruppe durchzieht (Tab. 3). In tige Größenordnung der Aktivi ich dabei um eine Freisetzung vo nismus von Ladungsträgern auch an
der IV. Gruppe zeigt die Aktivie- ie abgeschätzt. Auch i Ladungsträgern (Elektronen oder Lö; diesen Störstellen auf, wozu.um Grö-
Tungsenergie eine ganz systematische Ionengitter können einzelne substi- cher, eventuell je verschiedenereffek- Benordnungen kleinere Lichtquanten-
Abnahme mit der Ördnungszahl. Die tuierte Störatome mit zu vielen Elek- iiver Masse) im Innern des Halblei- energien erforderlich sind. Bei ent-
sehr große Zahl der bekannten Ver- tronen als Donatoren, solche mit zu ers. Deswegen wird der H. auch in- sprechendem Charakter der Störstelle
bindungshalbleiter umfaßt insbeson- wenig als Akzeptoren wirken. Man nerlichtelektrischer Effekt genannt, in als Donator oder Akzeptor treten
dere die III-V-Verbindungen, II- spricht deshalb in solchen Fällen von Abgrenzung zur Freisetzung von durch Ionisierung der Störstelle ent-
VI-Verbindungen und Verbindungen Überschuß- bzw. Mangelleitung. ktronen an der Oberfläche von weder freie Elektronen oder freie
62 8
Halbleiterphotoeffekt 'Halbleiter-Randschichten
Löcherauf. Mehrfachionisierung und selbst von der Überschußträgerdichte pauschal tgesehen, eine höhere Be-d taktpartner abgeben muß, so entsteht
ein ambivalenter Charakter einer abhängig; die Leitfähigkeitsänderung weglichkei erhält. Der Widerstan eine Verarmungsrandschicht (Sperr-
Störstelle ist möglich. Elemente der ist nicht linear, wobei sowohl Super- ändert sich dadurch vergleichsweise schicht) größerer Dicke. Um dies ein-
III. oder IV. Gruppe des Perioden- als auch Sublinearität vorkommt. um ein Mehrfaches. zusehen, denke man z. B. an einen n-

enEinn
systems in Germanium,in dem (rein) Die Lebensdauer ist von der Über- Lat. Moss, T.S.: Photoconductivity in Halbleiter H geringer Donatoren-
bei 20 °C Ih ver 0,66 eVist, besitzen schußträgerdichte unabhängig, wenn he Elements. London 1952. - Justi, E.:
z. B. eine Ionisierungsenergie von ca. der Rekombinationsmechanismus von Leitungsmechanismus und Energieum- ein positives
0,01 eV. Der H. tritt bezüglich dieses »monomolekularer« Art ist und z. B. wandlung in Festkörpern. Göttingen Kontaktpotential Kum habe. (Das be-
Mechanismus nur dann auf, wenn über sog. Rekombinationszentren 1965. — Tauc, J.: Photo and Thermo-
electric Effects in Semiconductors. New deutet, daß die Austrittsarbeit Wu
noch keine vollständige thermische verläuft. Die Überschußträgerdichte York 1962, - Bube, R. H.: Photoconduc- der Elektronen aus dem Halbleiter
Ionisierung stattgefunden hat (Küh- klingt dann exponentiell ab, und z tivity_ of Solids. New York 1960. — Gör- kleiner ist als Wı beim Metall.) Aus
lung des Halbleiters bis 4 °K notwen- entspricht der Relaxationszeit (Ab- lich, P.: Photoeffekte, Bd. I-II. Leipzig einer oberflächennahen Schicht treten
dig). Gold in Germanium stellt einen fall auf den e-ten Teil). 1966. [19] Elektronen ins Metall über und las-
‚Akzeptor mit ca.0,1 eV Ionisierungs- In komplizierten Fällen ist bei der Halbleiter-Randschichten. Bei inniger sen die festliegenden ionisierten Do-
energie dar (Kühlung nur bis zur Beteiligung mehrerer Energiezustän- Berührung zweier Leiter A und B natoren zurück. Deren geringer Dich-
Temperatur der füssigen Luft not- de auch ein negativer H., d.h. eine treten so lange bewegliche Ladungs- te wegen nimmt diese Schichteine er-
wendig). Leitfähigkeitserniedrigung bei Be- träger (Elektronen oder Defektelck- hebliche Dicke an (Größenordnung
Die Dichte der durch den H. erzeug- lichtung, beobachtet worden. ironen) aus dem einen in den anderen 10°%cm), um die erforderliche Ge-
ten sog. Überschußladungsträger ist Der H. tritt bei allen Halbleitern über (s. a. Kontaktpotential), bis die samtladung zu erzielen. In dem so
im allgemeinen inhomogen, da die meßbar auf und kann sogar als Cha- makroskopische Aufladung der Lei entstandenen Raumladungsgebiet
Erzeugungsrate der im Innern expo- rakteristikum dieser elektronischen ter gegeneinander die beiden Fermi- sinkt das Potential bzw. steigt die
nentiell abklingenden Lichtintensität Leiter dienen. Bei Metallen sind zwar Grenzenauf gleiche energetische Hö- Elektronenenergie gegen das Metall
proportional ist. Die Diffusion der analoge optische Übergänge zwischen he für Elektronen gebracht hat. Nun hin an. Damit verbunden ist_eine
Überschußträger gleicht das Dichte- Bändern, im allgemeinen bei höheren kann sich in einem homogenen Lei- Aufwölbung auch der anderen Ener-
profil etwas aus. Bei einem Dichte- Lichtquantenenergien, möglich, die ter so lange kein elektrisches Feld giestufen, d. h. des gesamten Bänder-
gradienten von freien Elektronen unddadurch hervorgerufenen Leitfähi; halten, als bewegliche Ladungsträger schemas, wie die Abb.1 zeigt (»Band-
freien Löchern ist die ambipolare keitsänderungen bleiben jedoch we- zur Verfügung stehen. Aus demsel- aufwölbunge).
Diffusion zu berücksichtigen, und es gen der hohen Grundleitfähigkeit un-
tritt der sog. Dember-Eifekt auf, d. meßbar.
h., in Richtung des Konzentrations- Die technisch in der Form von Pho-
gradienten tritt eine außen meßbare towiderständen verwendeten klassi-
elektrische Spannung (EMK)auf. schen Halbleiter sind u.a. Ge, Si,
Werden durch den H. freie Ladungs- InSb, CdS, PbS, Cu:O.
träger im elektrischen Feldbereich Photowiderstände ersetzen bereits
einer Sperrschicht erzeugt, so werden weitgehend die thermischen Strah-
die Ladungsträger dadurch aktiv be- lungsempfänger (bei hinreichender
fördert: Man erhält das Photoele- Kühlung als Störstellenphotoleiter
ment. auch im langwelligen Infrarot). Ihr
Zur Kristalloberfläche hin fällt die Vorzug ist die gegenüber der thermi- Abb. 2. Kontakt Metall-p-Halbleiter, bei
Überschußträgerdichte meistens steil schen Zeitkonstanten, z. B. des Ther- dem dieser am Rand an positiven Trä-
Abb. 1. Kontakt Metall-n-Halbleiter, bei
dem dieser infolge einer Bandaufwöl- gern
ab, da dort eine zwar von der Be- moelements, kleine Relaxationszeit, bung eine Verarmungsrandschicht erhält verarmt infolge Abwölbung der
handlungsart abhängige, aber doch die relativ hohe Modulationsfrequenz
gegenüber dem ungestörten Volumen der Strahlung zuläßt. Auch ist die ben Grund sind diese bestrebt, das einem eines Metallkontaktes mit
Im Fallp-Halblei
erhöhte Rekombination für die Über- Empfindlichkeit der Photowiderstän- Kontaktpotentialfeld im Raum zwi ter geringer Akzepto-
schußträger herrscht. deals »Quantenempfänger« größer. schen den sich berührenden Oberflä- Wu größer ist
Tendichte Na, dessen
Die_ erreichte Überschußträgerdichte Die Nachweisgrenze wird jedoch in chen zustande zu bringen und nicht als Wu und der deshalb ein negatives
N in einem Volumenelement wird beiden Fällen durch das »Rauschen« ins Innere der beiden Leiter eindrin- Kontaktpotential gegen M hat, gel-
von der Generationsrate G einerseits bestimmt. gen zu lassen. Man muß daher ganz ähnliche Verhältnisse be-
und der Lebensdauer r andererseits Selen, bei dem der H. historisch zu- nehmen, daß sich die bei der Berüh- üglich der Defektele ktronen. Auch
bestimmt: N =G z. Die Lebensdauer erst entdeckt wurde (Smith. 1873; rung zweier Metalle entstehende dann tritt eine Verarmun gsrand-
r ist ein geeigneter statistischer Mit- Grenzenergie ca. 1,8eV, polarisa- Doppelschicht als zwei gegenpolige schicht (an positiven Trägern) ein,
telwert des Zeitraums zwischen der tionsabhängig; früher viel als Photo- Flächenladungen auf atomarem Ab- welche zu einer ähnlichen Figur in
Generation und der Rekombination widerstand verwendet), zeigt nach stand ausbildet. den Energiestufen der Defektelcktro-
eines freien Ladungsträgers. In prak- neuesten Untersuchungen einen be- nen, dagegen zu Abb. 2 in den Ener-
tisch wichtigen Fällen ist r eine Kon- sonderen Mechanismus: Die Dichte
Derselbe Zustand stellt sich in der
Kombination Metall-Halbleiter nur gien der Elektronen führt. i
stante. Die Überschußträgerdichte der Ladungsträger wird durch den H. dann ein, wenn letzterer eine Anrei- Würde der Kontakt zwischen reinen
und damit die Leitfähigkeitsänderung praktisch nur minimal erhöht. Die cherungsrandschichterhält. Oberflächen stattfinden und d groß der
sind dann zur Lichtintensität propor- Überschußträger bauen jedoch im In- Kommtandererseits ein reiner $töi sein gegen den atomaren Abstand
tional. Bei hohen Strahlungsdichten - nern Potentialbarrieren ab, so daß ‚halbleiter in solcher Weise zum Kon- letzten Metall- und Halbleiteratome,
und streng genommen- ist z jedoch die Gesamtheit der Ladungsträger, takt, daß er Stromträger an den Kon- so kämenirgends ein Potentialsprung
64 65
Halbschatten
auf_n-Germanium eine p-Inversions- Lrr. Hesse, W.: Handb. der Aerologie.
schicht, nicht dagegen Wasserdampf. Leipzig 1961. S. 412. [30]
Abschließend ist der praktisch sehr Halbleiterzähler sind Zählgeräte für
wichtige, in *Kristallgleichrichtern geladene Elementarteilchen, bei de-
und *Transistoren verwirklichte Fall nen das für den Nachweis empfind-
iner p-Schicht A im Kontakt mit liche Bauelement ein Halbleiter ist.
iner n-Schicht B desselben Grund- Das eindringende Elementarteilchen
halbleiters zu erörtern (p n-Sperr- setzt im Innern des Halbleiters, ähn-
schicht). Abb. 3 zeigt, wie sich in die- lich wie beim ®Halbleiterphotoeffckt,
sem Fall das Bänderschema der Elek- Elektronen frei, die eine momentane
\ronenenergie verkrümmt und wie Leitfähigkeitserhöhung und in einer
sich (außen meßbar) die Schichten entsprechenden Schaltung einen
egeneinander aufladen. Bemerkens- Stromstoß bewirken, mit dessen Hilfe
werterweise stimmen hier Kontakt- das Teilchen registriert wird. [1]
. Bänderkrümmur potential, Galvanispannung und die Halbmetalle (Metalle zweiter Art)
und Kontaktpotential Summe der Diflusionsspannungen sind metallische Elemente, die nicht
beim p, n-Kontakt. überein, da bei korrekter Präpara- in Gittern mit den höchsten Koordi-
ion keine Doppelschichten oder nationszahlen (12 oder 8), d. h. hexa-
Oberflächenzustände an der Grenz- gonal, kubisch-flächenzentriert oder
fläche auftreten. kubisch-raumzentriert _kristallisieren,
Am Abstand der Bänder von der sondern in weniger dicht gepackten
Fermi-Kante Wr ist zu ersehen, wie Gittern, wie z. B. Bi, Sb, Ga. si
‚Abb. 3. Energien (oben) und Träger- in einer Übergangsschicht der Dicke verhältnismäßig schlechte elektrische
dichten (unten) beim symmetrischen d die Löcher von links nach rechts, Leiter (0 S 1 Q! m). Während
(Akzeptorendichte links und Donatoren- die Elektronen von rechts nach links bei den »wahrene Metallen (a. >
dichte rechts sind gleich) pn-Kontakt. verarmen.Statt dies in Formeln nach- 1070’ m") die Leitfähigkeit beim
Die Konzentrationen der Stromträger zuweisen, zeigt die untere Hälfte der Schmelzen auf ®/s bis Ya abnimmt,
sind logarithmisch aufgetragen. Strom- Abb. direkt die Logarithmen der wächst sie bei den H. auf etwa das
loser Zustand, Sperrschicht im Gleich- Konzentrationen n und p in einem Doppelte. Metalle mit einer Leit-
gewicht willkürlich angenommenen Beispiel. fähigkeit zwischen 10° und 10’@-!m"
zustande. Die Aufwölbung wäre dann Auch in Abb.1 und 2 gilt, daß werden Metametalle genannt. Die
zentration und damit die Leitfähig- In n=—WIKT, ausgenommen in Definitionen dieser Begriffe stehen
praktisch identisch mit der Energie- keit der Inversionsschicht parallel zur der nächsten Umgebungvon Er. aber nicht allgemeinfest.
i eines Elektrons auf der Oberfläche erreichen um so höhere
Unter Strombelastung erweisen sich Lit. Handb. der Physik, Bd. XIX. Ber-
äußeren Metall- gegen einen Ort auf Werte, je größer die Bandaufwöl- Metall-Halbleiter-Kontakt und n- lin-Göttingen-Heidelberg 1956. [16]
der Halbleiter-Oberfläche. In Poten- bung (das Kontaktpotential) ist. Ent- Sperrschicht als Gleichrichter (s. Kri Halbschatten. a) In der Strahlenop-
tialen gesprochen: Die Diffusions- sprechendesgilt für die nach Abb. 2 stallgleichrichter). Bezügli tik: Gegenstand wirft in der
spannung D e = AW/(- e), gegen die auf dem p-Leiter mögliche n-leitende haltens der H.-R. bei Lichteinstrah- Strahlung einer räumlich oder flä-
die letzten Elektronen (bzw. Defekt- Inversionsschicht. lung s. Photoelement und Solarzelle. henhaft ausgedehnten Lichtquelle
elektronen) andiffundieren mußten, Auch bei Abwesenheit eines Metall- einen Schattenkegel, der Gebiete ent-
um noch auf das Metall zu gelangen, kontaktes kann unter der Halbleiter- Lit. Spenke, E.: Elektron. Halbleiter. hält, welche nur von einem Teil der
wäre identisch mit dem Kontaktpo- Oberfläche oftmals eine kräftige Berlin-Göttingen-Heidelberg 1960. [37]
Lichtquelle Strahlung erhalten und
tential Kun. Im allgemeinen wird man Bandaufwölbung vorliegen. Denn Halbleiterthermometer. Halbleiter‘ dementsprechend schwächer beleuch-
aber mit verunreinigten Oberflächen normalerweise bedecken eine Oxyd- derstände werden unter der Bezeich- tet sind als ohne schattenwerfenden
und daher mit zusätzlichen Doppel- schicht oder adsorbierte Atome oder nung Thermistore vielfach Ther- Gegenstand. Diese Gebiete heißen
schichten in der Grenzfläche rechnen Ionen den Halbleiter. Das Außere mometerkörper eingesetzt. Die Leit- »Halbschatten«s, die von keinem
müssen, was auch in der Figur be- seiner Oberfläche beherbergt dann fähigkeit der Halbleiter nimmt mit Punkt der Lichtquelle erreichbaren
rücksichtigt ist. Abb. 1 läßt für den Elektronenzustände, die anstelle des wachsender Temperatur zu. Der »Kernschattene. Das Gebiet des H.
Fall des n-Leiters erkennen, daß eine Metalls eine Flächenladung auf- Temperaturkoeffizient der Halbleiter stellt einen von der Schattengrenze
Bandaufwölbung, welche der Breite bauen. Solche Zustände verändern ist etwa 10mal größer als der von des Gegenstandes ausgehenden Licht-
der Bandlücke nahe kommt, am ihren Ladungszustand mit Zeitkon- Metallen. Der Widerstand eines fächer dar, dessen Öffnungswinkel
äußersten Rand der Verarmungs- stanten zwischen 10° s und Stunden; Thermistors nimmt etwa um 4%/grd mit der Ausdehnung der Lichtquelle
schicht das Valenzband der Fermi- sie heißen daher langsam veränder- Temperaturzunahme ab, während wächst undbei Lichtquellen mit steti-
Kante Er nahebringt. Das bewirkt, liche *Oberflächenzustände (engl. dieser Betrag bei Platin nur 4"/u/grd gen Umrißlinien und Leuchtdichte-
daß sich an der äußersten Oberfläche slow states). Die mit ihnen u. U. ver- erreicht. Als Thermistore werden verteilungen einen stetigen Verlauf
des Halbleiters eine p-leitende Inver- knüpfte Inversionsschicht bereitet in Mischoxyde verwendet, Magnesium- der Beleuchtung von Null bis zum
sionsschicht bildet, indem Elektronen der Halbleitertechnik gelegentlich oxyd, Magnesium-Nickeloxyd u. a., Höchstwert der _unabgeschatteten
aus dem Valenzband in das Metall Ärger, da sie z. B. die Sperrströme und zwar in Form dünner Stäbchen Strahlungzeigt. Für den Verlauf von
übertreten unter Hinterlassung posi- von Dioden oder Transistoren schäd- oder kleiner, in Glas eingeschmolze- Sonnen- und. Mondfinsternissen hat
tiver Defektelektronen. Deren Kon- lich erhöhen kann. Ozon verursacht ner Kügelchen.[30] die Gestalt des *Halbschattengebie-
66 Cj
Halbschattenfinsternis Halbwertsdicke
tes des Mondes oder der Erde eine Beobachtungen währendeiner H. von tungen, für die die Bahn ohne Oszil- entstandenen, verschieden schnell
Bedeutung. Bedeutung hinsichtlich der Erfor- Iationen ins Unendliche führt. Haupt- fortgepflanzten Wellen auf dem Wege
b) Als Meßverfahren für polarisiertes schungder Lichtstreuung in der Erd- kegel, Strömerscher Kegel und Schat- durch das Plättchen ein Gangunter-
Licht: Die Lage der Polarisations- atmosphäre.[5] tenkegel erfüllen jedoch nicht den schied von einer halben Wellenlänge
ebene linear polarisierten Lichtes Halbschattengeblet. Fragt man nach ganzen Raum. Zwischen diesen drei entsteht. Die Polarisationsebene li-
wird am sichersten durch die Stellung der Intensität von geladenen Teil- Gebieten liegt das sog. H. In ihm near polarisierten Lichtes wird beim
des Analysators festgelegt, bei wel- chen, die aus dem Kosmos auf die wechseln erlaubte und verbotene Durchgang durch das H.an der Ebene
cher das Gesichtsfeld völlig verdun- Erde gelangen (kosmische Strahlen), Richtungen miteinander. Das rührt der optischen Achsen gespiegelt. Bei
kelt ist. Wegen der Empfindlichkeits- so ist deren Intensität abhängig von her von den sehr komplizierten oszil zirkularpolarisiertem Licht wird der
schwelle des Auges, aber meist noch der Stärke des erdmagnetischen Fel- lierenden Bahnen, die die geladenen Umlaufsinn umgekehrt. Das H.ist
mehr durch depolarisierende Vorgän- des. Dieser Effekt ist in der Praxis Teilchen für diese Richtungenin dem ein Hilfsmittel bei der Untersuchung
ge in der Versuchsanordnung, besteht interessant für Protonen. Das erd- magnetischen Dipolfeld ausführen des Polarisationszustandes von Licht
ein nicht unbeträchtlicher Winkelbe- magnetische Feld ist ein Dipolfeld; es Die Bezeichnung »Kegel« für diese (. a. Lambdaviertelplättchen). [14]
reich, innerhalb dessen beim Drehen läßt nur solche Teilchen die Erd- Bereiche versteht man zwanglos, Halbwertsbreite. Jede *Spektrallinie
des Analysators die Helligkeit gleich- oberfläche bzw. den oberen Rand der wenn man die Bewegungen in geeig- besteht nicht nur aus Strahlung
mäßig gering erscheint. Erst beim Atmosphäreerreichen,die eine Ener- neten Koordinaten beschreibt (u. a. streng einer Frequenz, sondern hat
Überschreiten des Bereiches steigt sie gie oberhalb einer Mindestenergie die Störmerschen Längeneinheiten eine gewisse Breite (in Frequenz-
deutlich an. Die Lage der Polarisa- haben. Diese Mindestenergie hängt verwendet). ‚oder Wellenzahl-Einh
tionsebene ist deshalb viel schärfer neben Ladung und Masse der Teil- Lir. Hei: W.: Kosm. Strahlung. sen). Nimmt man mit einem Spek-
durch die Symmetrie zwischen zwei chen von ihrer Einfallsrichtung und 2. Aufl. Berlin 1953. [7]
tralapparat genügend großer Disper-

|
Stellungen gleicher, aber nicht mehr der örtlichen Stärke des Dipolfeldes Halbschattenpolarisation, 5. Halb- sion die Intensitätsverteilung der
geringster Helligkeit, dem sog. H. ab, also von der geomagnetischen schatten. Spektrallinie auf (Photometerkurve),
links und rechts des Bereiches klein. Breite. Betrachten wir nun eine feste Halbschattenwinkel, s. Halbschatten. so erhält man ein Bild, wie es die
ster Helligkeit gegeben, als durch die Breite g. Dafür gibt es eine charak- Halbversetzungen (half dislocations) Abb. zeigt. Als H. wird der Abstand
te Mitte des letzteren. Da ein teristische, nur von der Natur des oder Teilversetzungen können sich
Hintereinander-Einstellen dieser bei- Teilchens abhängige Energie Wo einmal durch Aufspaltung der in
den Lagen gleichen H. ein Erinne- [Wo = Ws (p)]. Hat das Teilchen eine (11)-Ebenen verlaufenden vollstän-
rungsvermögen für Helligkeiten er- Energie oberhalb Wo, so kann es den digen Versetzungen bilden,
fordert und dadurch ungenau wird, Beobachtungsort aus jeder Richtung erst Heidenreich und Shokley er-
verwendet man gleichzeitig zwei Ge- erreichen. Andererseits gibt es eine kannt haben. Man erhält dann ein
sichtsfelder nebeneinander, welche Energie Wu, unterhalb der das Teil- Paar unvollständiger Versetzungen.
den zwei Nicol-Stellungen vor und chen aus keiner Richtung an den Be- Zwischen diesen beiden herrscht eine
hinter dem Minimum entsprechen obachtungsort gelangen kann. Auch Abstoßung. Dieser abstoßenden Kraft
und unmittelbar auf Gleichheit beur- W« ist eine Funktion von 9. Denken wirkt die Oberflächenspannung des
teilt werden können, da sie sich in wir nun an ein Teilchen mit einer Stapelfehlers entgegen, so daß sich
einer geraden Linie berühren. Dies Energie W zwischen Wo und W,, das ein endlicher Gleichgewichtsabstand
wird erreicht, indem aus dem Nicol- unter der Breite @ einfällt. Für diese zwischen den beiden H. einer solchen
schen Prisma beiderseits seiner Sym- Energie W gibt es einen bestimmten aufgespaltenen Versetzung ergibt. Die
metrieebene ein schlanker Keil von Winkelraum, in den keine Teilchen Stärke der Aufspaltung sowie damit
wenigen Graden Öffnungswinkel her- vom Unendlichen her hineinkommen zusammenhängende Versetzungs- se
ausgeschnitten und die beiden Hälf- können. Dieser Bereich wird als Stör- eigenschaften sind durch die Stapel-
ten wiederverkittet werden. Ihre Po- merscher Kegel bezeichnet. Er steht fehlerenergie des betreffenden Metalls Definition der Halbwertsbreite b
larisationsebenen sind dann um den senkrecht auf der Meridianebene. bestimmt. Es können sich sowohl einer Spektrallinie
besagten Winkel - den Halbschatten- Die verbotenen Richtungen kommen Stufen- als auch Schraubenversetzun- @. B. in Wellenzahl-Einheiten, cm!)
winkel — gegeneinander verdreht und für positive Teilchen von Osten, für gen aufspalten. Auch bei den Legie- der beiden Punkte der Photometer-
bieten die zwei Gesichtsfelder dar, die negative von Westen. Es gibt auch rungen spielen die H. eine große kurve definiert, die rechts und links
nun auf gleiche (geringe), aber nicht bestimmte Richtungen, für die die Rolle, insbesondere bei den Umwand- des Maximums gerade die halbe In-
geringste Helligkeit, den H., einge- Bahnen durch die Erde hindurchlau- Iungserscheinungen,
stellt werden. Die’ Symmetrale des fen würden. Da kein geladenes Teil- Lit. Report of
tensität des Maximums
inference on Strength Manchmal wird auch die Hälfte die-
haben.
Apparates gibt dann wesentlich chen die Erde durchdringen kann, of Solids, held at the H. H. Wills Physi- ses Abstandes als H. bezeichnet. S. a.
schärfer die Polarisationsebene des sind diese Richtungen wiederum ver- cal Laboratory, University of Bristol, on
July 7-9, 1947. The Physical Society. Linienbreite. [1]
untersuchten Lichtes als die Schwin- boten. Man bezeichnet diesen Bereich London 1948. - Hdb. d. Physik, hrsg. v. Halbwertsdicke, die Dicke derjenigen
gungsrichtung eines gewöhnlichen als den einfachen Schattenkegel, die
physik und. II. Berlin-Göttingen-Hei- Schicht eines Stoffes, die eine durch-
Ss Er ;e, Band VII/I und II, Kristall-
Analysators. [14] Tatsache des Fehlens dieser Bahnen gehende Strahlung durch Absorption
Halbschattenfinsternis, Mondfinster- als Schattenefekt. Schließlich gibt es delberg 1955/58. (15)
nis, in deren Verlauf der Mond nur einen bestimmten zusammenhängen- Halbwellenplätichen oder A/2-Plätt- 6. Strahlungsabsorption) und *Streu-
durch den Halbschatten, nicht aber den Bereich, in dem für die vorge- chen ist ein Glimmerspaltstück von ung auf die halbe Intensität schwächt.
durch den Kernschatten der Erde gebene Energi solcher Dicke, daß für eine mittlere Folgt die Intensität I in Abhängigkeit
geht. H. sind schwierig zu beobach- laubt sind. Wellenlänge des Spektrums zwischen vom Weg s einem Exponentialgesetz
ten, doch sind die photometrischen Hauptkegel, In ihm liegen alle Rich den beiden durch *Doppelbrechung Ihe,
68
Halbwertsschicht
wie dies bei monochromatischen heile, Der reziproke Wert der Lebensdauer portional ist, während sie der Dicke
*Wellenstrahlen weitgehend der Fall wobei I, die Intensität zur Zeit t heißt Zerfallskonstante. d eines plattenförmigen Leiters um-
ist, so folgt aus (Zeitpunkt der Messung), Io die An- Die H. ist für jeden radioaktiven gekehrt proportionalist. Es gilt
1 = Iof2 die H. sur = In 2/a. fangsintensität ist, Kern eine charakteristische Konstan- U=-RT-
Die H. geht also umgekehrt propor- Für den Fall von Jo/2 = Io - «*?® sind te, die zu seiner sicheren Identifizie-
rung dienen kann. Die bekannten H. Der Proportionalitätsfaktor R heißt
tional mit dem Schwächungskoeffizi- radioaktiver Kerne bewegen sich zwi-, Hall-Konstante des Leiters.
enten « (s. Absorptionskoeffizient). schen 0,3-10*s beim Thorium C’
Bei *Röntgen-Strahlen von 120.000. eV und etwa 10'* Jahren beim ?®Bi.
*Quantenenergie ist z. B. die H. von
Luft (760mm, 0°C) ca. 37 m, diejenige
von Blei 0,17. mm, bei Röntgen-Strah-
Bei Dauerzufuhr eines Radi $
gilt:
Lır. Riezie, W.; Kermphysik, 6. Aufl.
München 199. - Lederer, C. M., 3. M. zZ ne
Hollander und I. Periman: Tables of FReFFFFH | a
len von 3 MeV die H. von Blei 1,5cm. _ 068 mc Isotopes, New York 1967. [1]
Besonders bei schr durchdringenden To T pw (bzw. I Hale, George Ellery. Amer. Astro- 2
Strahlen (*Strahlung, kosmische) &
wird häufig zur ungefähren Charak- (m Masse des kritischen Organs, C Physiker. Geb. 29. 6. 1868 in Chicago,
gest. 21. 2. 1938 in Pasadena. 1890 bis
terisierung der Durchdringungsfähig- Wert für die Konzentration im kriti
keit die H. von Blei angegeben, auch schen Organ, / Wert für die durch- 1896 Direktor des Kennwood Astro-
phys. Observat., zugleich Lehrer für
wenn die Strahlungnicht genau einem schnittliche tägliche Aufnahme, fw Hall-Effekt
exponentiellen _Schwächungsgesetz Wert für die Bruchteile, die bei Auf- Astrophys. am Beloit College, 1892
folgt. [1] nahme durch die Nahrung, fı. Wert bis 1897 assoc. Prof., 1897 o. Prof. Fließt der Strom, wie in der Abbil-
für Astrophysik an der Univ. Chi- dung, in der positiven x-Richtung
Halbwertsschicht. Die H. ist diejenige für die Bruchteile, die bei Aufnahme cago, 1895 Direktor des Yerkes-Ob-
Dickeeines Stoffes, die die Intensität durch Atmung abgelagert. werden). servat., 1904-33 Direktor des von
nach rechts und ist das Magnetfeld in
der positiven z-Richtung nach hinten
einer einfallenden Strahlung genau ihm gegründeten Mt.-Wilson-Obser- gerichtet, so werden die den Strom
um die Hälfte schwächt. Sie wird als Halbwertszeit, effektive. Unter der e. vat. bei Pasadena, Calif. Hauptarbei- erzeugenden Ladungsträger nach
Maß für die Strahlenqualität benutzt; H. versteht mandie Bezichung ten: Auf dem Gebiete der Astrophy- ‚oben in der negativen y-Richtung ab-
je größer die H., um so größer die
Durchdringungsfähigkeit_ der Strah- „ ToTr sik entdeckte er die Magnetfelder der gelenkt; sie häufen sich an der obereı
lung. Als Standardmaterialien gelten: 2 Sonnenflecken, konstruierte einen Leiterbegrenzungso langean, bis das
für Grenzstrahlung (5 bis 20 kV) (Tr H. des radioaktiven Zerfalls, 7» Spektroheliographen, um die Sonne von ihnen erzeugte elektrostatische
Cellon, Wasser oder Aluminium, monochromatisch zu photographie- Gegenfeld die ablenkende Kraft ge-
biologische H.). ren, erfand das Spektrohelioskop und rade kompensiert. Dann fließt wieder
für weiche Strahlung (bis etwa 60 Bei Dauerzuführ eines Radio-Isotops wirkte bahnbrechend durch den Bau ein unabgelenkter Strom nach rechts.
kV) Aluminium, charakterisiert die e. H. den Zeit- großer Teleskope.[43] Sind die Ladungsträger Elektronen
für mittelharte Strahlung (bis etwa punkt, in dem ein Gleichgewichtszu- Halescher Zyklus, s. Sonnenfleck. oder negative Ionen, so nimmt die
120 kV) Kupfer, stand im Körper eintritt. Unter die- Hale-Teleskop, größtes Fernrohr der entstandene Spannung U = Ey b längs
für harte Strahlung (bis etwa 250 sem Gleichgewichtszustandist ein Zu- der negativen y-Richtung zu;
kV) Kupfer, stand zu verstehen, bei dem die Wo- Welt, 5 m-Spiegelteleskop auf dem
Mt. Palomar, Calif., benannt nach Hall-Konstante ist dann negativ (nor-
für ultraharte Strahlung (bis über chendosis im kritischen Organ unver- maler Hall-Effekt). Wird der Strom
250 kV) Blei oder Zinn. ändert 0,3 rem pro Woche beträgt George Ellery Hale, der seinen Bau
dagegen von positiven Ionen oder
Der Zahlenwert der H. ist sowohl oder bei dem die je Zeit in das kri plante und vor seinem Tod noch in
üe ‚Wege leitete. Fertiggestellt: 1948. von Löchern (Defektelektronen)
von der Röhrenspannung (Maximum sche Organ gelangende Menge eines transportiert, so ist die Hall-Span-
undzeitlicher Verlauf) als auch von radioaktiven Isotops exakt gleich der 15
den Schichten, durch die die Strah- je Zeit durch radioaktiven Zerfall Hall, Edwin Herbert. Amer. Physi- nung im Sinne der y-Achse gericht
lung. bereits 'hindurchgegangen ist, und biologische Ausscheidung ausfal- ker. Geb. 6.11.1855 in Gorham die Hall-Konstante ist dann positiv
‚abhängig.[28] lenden Mengeist. In den meisten Fäl- (Maine), gest. 20.11.1938 in Cam- (anomaler Hall-Eflekt).
Halbwertszeit bei Thermometern. H. len wird dieser Zustand im Laufe we- bridge (Mass.), Prof. für Physik an Solange man von der Wechselwir-
der Harvard-Univ. in Cambridge gitter kung der Elektronen mit dem Metall-
ist die Zeit, die nötig ist, um eine zwi- niger Wochenerreicht. [28] absehen kann, muß im statio-
schen der zu messenden Substanz und Halbwertszeit, physikalische, der (Mass.). Entdeckte 1879 den nach nären Zustand die im_ elektrischen
dem Thermometer vorhandene Tem- Zeitpunkt, in dem eine ursprünglich ihm benanntenEffekt..[43] Feld wirkende Kraft gleich der Kraft
peraturdifferenz auf die Hälfte absii vorhandene Anzahlradioaktiver Ker- Hall-Effekt. Wird ein Leiter von sein, welche die mit der mittleren
ken zu lassen. Bei Quecksilberther- ne nach dem exponentiellen *Zer- em Strom durchflossen und senk- Geschwindigkeit #» bewegte Ladung
mometern liegt die H. für ruhende fallsgesetz des radioaktiven Zerfalls recht zu ihm ein Magnetfeld einge- im Magnetfeld erfährt. Es muß also
Flüssigkeiten in der Größenordnung zur Hälfte zerfallen ist. In der H. schaltet, so tritt ein Potentialgefälle im MKSA-System gelten:
von 2 3s, für ruhende Gase bei nimmt auch die Strahlung dieser Keı senkrecht zu diesen beiden Richtun-
Eu = VeHa.
40 bis 70 5. [9 ne auf die Hälfte ab. Die mit 1/In 2= gen auf. Dieser Effekt wurde 1879
Halbwertszeit, ‚biologische, diejenige 1,443 multiplizierte H. heißt die mitt- von Hall entdeckt und nach ihm be- Die mittlere Geschwindigkeit hängt
Zeit (Tv)in d, in der die Hälfte eines lere Lebensdauer, da diese Zeit den nannt, Die Messungen ergaben, daß aber mit der Stromstärke / durch die
Radio-Isotops aus dem kritischen Or- Erwartungswert der noch verbleiben- die Spannung U sehr genau zur Formel
‚gan durch biologische Prozesse ausge- den »Lebenszeit« bis zum Zerfall Stromstärke / und in erster Näherung I=bdne%
schieden wird. Hierbeigilt eines radioaktiven Kerns darstellt. zur Stärke des Magnetfeldes H pro- zusammen, wobei b und d Breite und
7” "
Hall-Efiekt Hall-Generator
Dicke der Metallplatte, n die Zahl der Messung der magnetischen Feldstärke Faktoren (mn An) bzw. (rr Ar) in kom- gen des Stromes und des elektrischen
Elektronenje cm? und e die Elemen- verwendetwird (Wismutspirale). plizierterer Weise von den Streume- Feldes einen Winkel # miteinander
tarladung bedeutet. Für die Spannung Für *Halbleiter ist der H.-E. von we- chanismen und den Energieflächen ab. einschließen, der bestimmt ist durch
U=Eyb zwischen der oberen und sentlicher Bedeutung. 2. Im gemischten Halbleiter und tan O4 = EylEz = — rn An Hin Ba
unteren Oberflächegilt also 1. Für den Störhalbleiter, d. h. einen igenhalbleiter sind Elektronen und ür n-Typ Störhalbleiter,
w 1Hl Halbleiter, in dem die Leitfähigkeit Defektelektronen in vergleichbarer tan 85 = + 15 An ünB»
U-nbH- 04: ganz überwiegend entweder von Elek- Anzahl vorhanden. Die Hall-Span- für p-Typ Störhalbleiter
tronen oder von Defektelektronen nung ermittelt sich dann aus der Be-
Die Hall-Konstante ist also im (= Löchern) getragen wird, gibt das dingung, daß kein Strom in y-Rich- (B. magnetische Kraftfelddichte in z-
MKSA-System Vorzeichen der Hall-Konstanten un- tung (Abb.) fließen soll. Deshalb ge- Richtung).
1 mittelbar das Vorzeichen der beweg- hen jetzt auch die Beweglichkeiten Diese Beziehungen gelten allgemein
R lichen Ladungsträgeran, also in der Elektronen und 4 der Löcher für eine beliebige geometrische An-
ne' Ru <0 für n-Typ Halbleiter, in die Formelfür die Hall-Konstante ordnung. Daraus erhellt, daß der
Ro > 0 für p-Typ Halbleiter. ein Hall-Eifekt im Grunde genommen
Mithin ist die Hall-Konstante bei ne-
gativen Ladungsträgern negativ, bei Weiterhin gestattet die Hall-Konstan- ru Ann AntıtrnAn D Bit ein Maß für die Beweglichkeit der
positiven positiv. te,sofort die Elektronendichte n bzw. R Ladungsträger darstellt. Wenn in der
die Löcherdichte p zu ermitteln: lm" Formel für die Hall-Konstante R
Verwendet man diese Formel zur Be-
rechnung der Zahl der freien Elek- a beim Störhalbleiter nur die Träger-
n= (= VeoRo) rn An Nur für den Spezialfall r= A =1 dichte auftritt, dann deshalb, weil tan
tronen je Metallatom, so erhält man für n-Typ Halbleiter, folgt die geläufige Formel 9. und die Leitfähigkeit @n = eo 7 fin
Werte der Größenordnung 1, deren P = (+ Leo Ro) ru An so kombiniert sind, daß die Beweg-
Gang mit dem nach der chemischen für p-Typ Halbleiter. lichkeit herausfällt:
Wertigkeit zu erwartenden bei Ag,
Cu, Al, Au, Pt, Li und Na befriedi
Die Faktoren rs, r» tragen dem Um- Teolnmtp m)" Ru = (tan On)/Be on und
gend übereinstimmt. Für manche Me- stand Rechnung, daß im Halbleiter den genauen Eigenhalbleiter Ro, = (tan Or)/B« 0.
talle versagt jedoch die vorstehende nicht alle Elektronen genau dieselbe (n =n) wird schließlich mit ‚Auch für den gemischten Halbleiter
Theorie. So hat Bi z. B. eine außer- Geschwindigkeit haben, sondern eine b= Anltio
Geschwindigkeitsverteilung besitzen. gilt die allgemeine Formel tan # =
gewöhnlich große Hall-Konstante.
Viele andere Metalle weichen nicht Die Wirkung des Hall-Feldes kom- R= +1 RoB, mit R aus Gl. (1) und 0 =
nur der Größe, sondern auch dem pensiert im Mittel die Wirkung der om B#I eo (n Hin + ir).
I Becker, 4 und F. Sauter: Theorie
Vorzeichen nach von der klassischen Lorentz-Kraft. Bei der Mittelbildung Hier bestimmt also die Trägersorte der Elektrizität. Leipzig 1962. - Hdb. d.
Theorie ab. Die Quantentheorie er- über die Geschwindigkeitsverteilung mit der größeren Beweglichkeit das Physik, Bd. XIX, XX. Berlin 1956/57. -
gibt die obige Formel in der Nähe- treten Faktoren rn und r» auf. Für Vorzeichen des Hall-Koeffizienten. Beer, A. C.: Galvanomagnetic eflects in
rung völlig freier Elektronen und bei den Fall, daß die Fermi-Verteilung Für den Fall, daß mehr als zwei Trä- vormpnductors, New York-London 1963.
Berücksichtigung der Wechselwirkung der Elektronen bzw. Defektelektro gersorten zu berücksichtigen sind, z.
nen durch eine Boltzmann-Vertei B. dann, wenn das Valenzband ent- Hall-Generator. Die intermetalli-
mit dem Metallgitter dann, wenn das
lung ersetzt werden kann,gilt schen Verbindungen Indiumantimo-
höchste Energieband des Metalls nur ür die Gitterstreuung
artet ist und mehrere Löchersorten nid und Indiumarsenid ermöglichen
schwach mit Elektronen besetzt ist. enthält, geht Gleichung (1) in die all-
Bei starker Besetzungkehrt sich hiı Im rn = 3a, semeinere Beziehung über die technische Anwendung des Hall-
gegen das Vorzeichen der Hall-Kon- ir Verunreinigungsstreuung Effektes für Meßzwecke. Rechteckige
stanten um. Ein mit negativen Elek- Im = rn = 315 a/S12. (zonanm)
Plättchen aus diesen Materialien, die
mit je zwei Elektroden für die Zu-
tronen nicht völlig besetztes Band Für_entartete Halbleiter, in denen führung des Steuerstromes und für
die Fermi-Verteilung durch eine Stu-
\ Arm). die Abnahme der Hall-Spannung
verhält sich nämlich so, wie wenn po-
sitive Ladungen vorhanden wären. fenfunktion approximiert werden verschen sind (s. Abb.), werden als
Diese scheinbaren positiven Elcktro- kann, gilt H. bezeichnet. Beide Verbindungen
nen (sog. Defektelektronen, s. Halb- nenm=l.
leiter) sind es, die beim anomalen H.-. Dabei bedeuten die nı die Teilchen-
‚ergeben hohe Hall-Spannungen (eini-
E. durch das Magnetfeld nach der Die Faktoren A» und A» berücksich-
ge 100 mV), zeigen geringe Tempera-
tigen die Tatsache, daß sich Elektro- dichten jeder beteiligten Trägersorte; turabhängigkeit der Hall-Spannung
entgegengesetzten Richtung abgelenkt hen im Halbleiter nicht genau wie in der geschweiften Klammer ist das und besitzen einen verhältnismäßig
werden. Deshalb kehrt sich dann das
Vorzeichen der Hall-Konstanten um. freie Elektronen verhalten. Letzteren Minuszeichen für Elektronen, das niedrigen spezifischen Widerstand,
würden im Bandmodell kugelförmige Pluszeichen für Löcher gemeint. können also durch Meßgeräte bela-
Den anomalen H.-E.zeigen z. B. Fe, 3. Hall-Winkel. Setzt man in der Abb. stet werden. Die Hall-Spannungist
Co, Zn, Cd und Pb. Der H. Energieflächen zukommen, und -es das elektrische Feld E» in Richtung dem Produkt aus Steuerstrom und
benutzt werden, um die magnetische wäre A 1. Für die ellipsoidischen des Stabes und die Hall-Feldstärke magnetischer Induktion streng pro-
Feldstärke zu messen (bei bekannten Germaniums bzw. des Siliciums gilt
Energieflächen im Leitungsband des E, zur Resultierenden zusammen, so portional. Die Tatsache, daß durch
Hall-Konstanten).
Als longitudinalen H.-E. bezeichnet z.B. sieht man, daß € nicht mehr die Rich- den Hall-Effekt das Produkt zweier
tung der Stabachse hat. Da bei der elektrischer Größen wieder als clek-
man nach Nernst die bei transversa- An=0,79 für n-leitendes Germanium,
ler Magnetisierung auftretende Wi- An=0,87 für n-leitendes Silicium. sewählten Anordnung der Strom wei- trische Größe dargestellt werden
derstandsänderung, die ebenfalls zur In allgemeineren Fällen hängen die ierhin ausschließlich. in x-Richtung kann, ermöglicht zahlreiche Anwen-
Nießt, erkennt man, daß die Richtun- dungen des H.-G., so z.B. als Ma-
72 73
Hall-Konstante
magn Induktion häufig die bei uns als Lichthof be- aus Sternen der Population I aufge-
5 kannte Erscheinung genannt. Sie bautist. [5]
kommt dadurch zustande, daß das Halogenatome, die Atome der Ele-
Steuerstrom r bei der Belichtung auf die photogra- mente Fluor (F; Ordnungszahl Z =
phische Platte auffallende Licht an 9), Chlor (Cl; Z= 17), Brom (Br;
len Bromsilberkörnern der Emulsion Z'= 35), Jod (J; Z = 53) und Astatin
Haltspannung U, vestreut wird, unter allen möglichen (Au Z=85). Die Ordnungszahlen
Winkeln in die Glasplatte eindringt, der H. sind jeweils um 1 niedriger
in deren Rückseite bei geeignetem als die der entsprechenden Edelgas-
yI reonst: 1,8 infallswinkel total reflektiert wird atome. Esfehlt ihnen also geradeein
ind damit noch einmal unerwünscht Elektron zu einer abgeschlossenen
Hall-Generator in die photographische Emulsion ge- Edelgasschale (. Atombau). Daraus
langt, wo es bei genügend intensiver erklären sich ihre hervorstechendsten
gneifeldsonde zur Ausmessung von konzentrische, meist licht- und farb- Belichtung um jeden Objektpunkt Eigenschaften: chemische Einwertig-
magnetischen Feldern, als Meßglied schwache Ringe um die Sonne oder ien geschwärzten Kreis, den sog. keit gegenüber Wasserstoff und eine
im Gleichstromwandler(s. Wandler), den Mond dar. Schon die geringe Lichthof (hal) zeichnet. Seine Breite hohe *Elektronenaffinität, die in der
zur Ausführung von Multiplikationen Farbintensität deutet darauf hin, daß ist durch den Öffnungswinkel des Reihe beim Fluor mit 4 eV am größ
oder als Modulator, als kontaktlose es sich bei ihnen um keinen Beu- Streulichtkegels bestimmt und wächst ten ist. Der Grundzustand der H. ist
Signalgabe und als statische Abfrage gungsvorgang wie bei den Kränzen laher proportional der Plattendicke. ein P-Zustand; ihre Spektren sind
von Magnetogrammen. handelt, sondern um Brechung oder Filme haben deshalb sehr schmale der großen Zahl von Außenelektro-
Der H.-G. nützt den Reflexion. Man kennt weiße Spiege- Lichthöfe. nen wegen kompliziert. [1]
*Hall-Effekt in den *Hal lungs-H. und farbige Brechungs-H., \ichthoffreie - non halation - Platten Haltepunkt. Erwärmt oder kühlt man
und InAs aus. Der Temperatur-Koef- bei denen der innere Rand rot ge- haben zwischen Glas und lichtemp- einen Körper in stetiger Weise, so
fizient der Hall-Spannung ist bei rich- säumtist. Wegen des Gebundenseins findlicher Schicht eine dunkelrote ändert sich seine Temperatur nur ste-
tiger Dotierung gering (0,03%/grd), an Eis, und zwar als Vollkristall, oder braune Gelatineschicht oder auf tig, solange keine latenten Wärme-
der maximale Wirkungsgrad (Ver- nicht als Schneestern oder Sphäro- der Rückseite der Platte eine dunkel- mengen verbraucht oderfrei werden,
hältnis der abgegebenen Hall-Lei- kristall, ist einerseits das Auftreten gefärbte, die Reflexion unterbinden- wie Verdampfungs- oder Kondensa-
stung zur aufgewandten Leistung) in manchen Cirren (s. Wolken), an- de Gelatineschicht, die in den Bädern tionswärmen, Schmelz- oder Kristal-
proportional zu (u B)*, wo gu die dererseits die Zunahme des H. mit entfärbt bzw. gelöst wird. Moderne lisationswärmen, Umwandlungswär-
Elektronen-Beweglichkeit und B die der geographischen Breite verständ- Negativ-Filmehaben oft in der Mas- men bei Änderung der kristallinen
Krafiflußdichte bezeichnet. lich. Aus der verschiedenen Orientie- se gefärbte Trägerfilme. Modifikation. Kommt man in einen
Lrr. Welker, H.: Über neue halbleiten- rung der Vollkristalle zu Sonne und Als H.oderpleochroitische Höfe be- solchen Bereich, so »hält« die Tem-
de Verbindungen. Z. Naturforsch. Bd. Boden folgt eine Reihe von H.-Er- zeichnet man schließlich die kugel- peratur, d.h. sie ändert sich trotz
Ta (1952), S.744 und Bd. 8a (1953), S.
248. - Welker, H.: Neue Werkstoffe mit
scheinungen, die unterschiedliche förmigen Zonen um radioaktive Ein- weiterer Wärmezu- bzw. -abfuhr
großem Hall-Effekt und großer Wider- men führen. Ihre verhältnis schlüsse_ in Mineralien. Sie stellen nicht weiter, bis das Ende des Berei-
standsänderung im Magnetfeld. Elektro- große Anzahl ist aus der Symmetrie sich in Dünnschliffen als dunkle Flek- ches erreicht ist (Strecke AB in der
tech. Z. Bd. 76 (1955), S. 513. - Hartel, der Vollkristalle (sechsseitige Pris- ken mit häufig mehreren Grenzen Abb.). Man spricht dann von einem
H.: Anwendung der "Hal-Generatoren. men) zu erklären. Man kennt folgen- Jar, die durch die verschiedene Reich-
Siemens-Z. Bd. 28 (1954), S. 376. - Kuhrt, de Erscheinungen:
F.: Techn. Anwendungen des Hall-Ef- ‘Kleiner Ring (22° Radius), entsteht weite der «-Strahlen des radioakti-
fektes. Halbleiterprobleme VI (1961), ven Einschlusses zustande kommen.
5. 186. Braunschweig. [25, 37] bei voller Regellosigkeit der Kristalle; Aus der Verfärbung des H. kann
Hall-Konstante, s. Hall-Effekt. Nebensonnenhalo, entsteht in Eis- man auf das Alter des Minerals
prismen mit vertikalen Hauptachsen schließen. [17]
Hall-Kreis, s. Klanganalyse. durch Strahlen, die an einer vertika- Halo, galaktischer. Das Sternsystem
Hallwachs-Effekt. Hallwachs beob- len Seitenfläche eintreten und an der unserer Milchstraße (s. galaktisch) i:
achtete 1888, daß eine negativ gela- übernächsten austreten; sowohlräumlich als auch hinsichtlich
dene Metallplatte, die mit einem Oberer Berührungsbogen des kleinen der Verteilung der Sterntypen in zwei
Elektroskop verbunden ist, bei auf- ‚Ringes, Zirkumzenitalbogen, entsteht‘ Hauptteile gegliedert. Das eigentliche ° Zeit
treffendem ultrayiolettem Licht ent- durch Strahlen, die an der oberen Milchstraßensystem bildet eine flache, Haltepunkt der Temperatur. S.
laden wird. Ist die Platte positiv ge- Basisfläche der Kristalle ein- und an spiralig gegliederte Scheibe, die in Analyse, thermische, und Thermo-
laden, so erfolgt keine Entladung einer der vertikalen Seitenflächen eine sie umfassende, kaum abgeplat- Analyse. [9]
Diese Erscheinung heißt H.-E. Le- eindrucksvollste H.-Er- ıcte, kugelförmige Zone eingebettet Hamilton, Sir William Rowan. Iri-
nard zeigte 1899, daß die Metalle un- scheinung. ist, Diese wird g. H. genannt. Der g. scher Mathematiker, Physiker und
ter dem Einfluß von Strahlung Elek- Ferner: Lichtsäulen, Großer Ring, 11. enthält im wesentlichen kugelför- Astronom. Geb. 4. 8. 1805 in Dublin,
tronen in den umgebenden Raum aus- Horizontalkreis, Umschriebener H,, mige *Sternhaufen und Einzelsterne gest. 2.9. 1865 in Dunsink. Prof. d.
senden. Näheres s. Photoeffekt. [2] Unterer Berührungsbogen des kl. bestimmter *Spektraltypen, vorzugs- Astronomie a. d. Univ. Dublin,
Halo, 1. H. werden die durch Bre- ‚Ringes, Lichtkreuz, Nebengegenson- weise gelbe und rote Riesensterne so- gleichzeitig Königlicher Astronom für
chung oder Spiegelung in Eiskristal- nen. wie rote Zwerge, die alle zur *Popu- Irland. 1835 wurde H. geadelt. Mi
len erzeugten. Lichterscheinungen in 2. Als H. wird ferner in der auslän- Iation II gehören, während die glied undseit 1837 Präsident der Ro-
der Atmosphäre genannt.Sie stellen dischen, photographischen Literatur Hauptebene des galaktischen Systems yal Irish Academy. Begründer der
74 75
Hamiltonsche Bewegungsgleichungen Hamiltonsche Theorie
Quaternionen-Rechnung und der H.- allgemeines Lösungsverfahren hat gleichung, svw. Hamilton-Jacobische L und H eine schwierige Aufgabe,
schen Theorie. [43] Jacobi angegeben.[7] Differentialgleichung. [7] für deren Lösung es keine allgemein
Hamiltonsche Bewegungsgleichungen, Hamilton-Operator. Die *Hamilton- Hamiltonsches Prinzip, s. Prinzipe Itigen Regeln gibt. Wenn eine Zer-
svw. kanonische Bewegungsgleichun- sche Theorie ist von grundlegender der Mechanik. legung in kinetische und potentielle
gen, s. Hamiltonsche Theorie. [7] Bedeutung auch für die Quantenme- HamiltonschePrinzipalfunktion, sw. Energie nicht möglich ist, tritt oft-
Hamilton-Funktion, s. Hamiltonsche chanik. Um hier zu den Bewegungs- Wirkungsfunktion. [7] mals zu den Variablen p und q die
Theorie. gesetzen zu kommen, ist es nötig, Hamiltonsche Theorie. Die H. T. der Zeit t hinzu. Man hat dann:
Hamiltonsche gewöhnliche Differen- entsprechend den allgemeinen quan- Mechanik baut auf der *Lagrange- L=L(,40) und H=H(q»,!).
tialgleichungen, svw. Hamiltonsche tenmechanischen Gesetzen, die klas- schen Behandlungeines Systems von Man gewinnt die Bewegungsgleichun-
Gleichungen bzw. kanonische Bewe- sischen Größen p« (Impuls) und W Massenpunkten auf. Während in dem gen des Systems in dieser Theorie,
gungsgleichungen, s. Hamiltonsche (Gesamtenergie) durch die zugehöri Lagrangeschen Vorgehen die charak- die sog. Hamiltonschen Gleichungen,
Theorie. [7] gen quantenmechanischen Operato- teristische Funktion die Lagrange- z. B. auf folgende Weise: Man bildet
Hamilton-Jacobische Diflerential- ren zu ersetzen, also die Impulskom- Funktion, gebildet durch die freie die totalen Differentiale dZ und dH,
gleichungist ein Bestandteil der *Ha- Ponente px durch den OperatorAji- berücksichtigt den oben angegebenen
miltonschen Theorie. Es werden un- ®/@q« und die Energie durch - Ai Energie,
terschieden: &yet. Auf diese Weise entsteht aus L-T-V Zusammenhang zwischen L und H
a) Konservative Systeme. Als H.-J. der Hamilton-Funktion der H.-O., ist, aufgefaßt als Funktion der un- sowie die *Lagrangeschen Gleichun-
D. gilt die Gleichung: der auf seine Funktion y wirkt abhängigen Variablen d« und qx, geht gen und die Definition der zu qx ka-
nonisch konjugierten Variablen pr.
(h Plancksches Wirkungsquantum/2 x, die H. T. von der Gesamtenergie Man erhält dann
A (03)
(9,3% -w . ® i= Y=TD). Auf Grund des Energie- H=T+V aH __2L
satzes gilt für abgeschlossene Sy- aus (T kinetische, V potentielle Ener-
Sie ist so zu verstehen: Die Hamil- steme: urn
ton-Funktion H (q, p) sei in Abhän-
H@pP=W
gie). H denkt mansich nicht von den und
gigkeit von den 2nf Variablen qx 9x und dx abhängig, sondern von den aH
und px gegeben. Es ist in Operatorenschreibweise: sog. kanonischen “Variablen gr und au
H=T+V. ( n) n 3 pr. In einer elementaren Fassung der . aH
A\e7)v ir Theorie entspricht dx einer Geschwin- Ba
(Bezeichnung wie bei Hamiltonscher digkeitskomponente, ps einer Im-
Theorie.) W ist der Zahlwert der Ge- Diese Differentialgleichung ist die pulskomponente. H (q, p) heißt Die beiden letzten Gleichungen sind
samtenergie des Systems. Man erset- zeitabhängige Schrödinger-Gleichung. Hamilton-Funktion. Sie hängt von die Hamiltonschen gewöhnlichen Dif-
ze die Impulskoordinate p durch 98/ Um auf deren gewohnte Form zu 2nf unabhängigen Variablen ab (n ferentialgleichungen, die die Bewe-
2q, wobei $ die verkürzte *Wirkungs- kommen,ist der H.-O. explizit anzu- Zahl der Massenpunkte, Zahl der gung der Massenpunkte des Systems
funktion darstellt. Nunsei (1) die Be- schreiben. Bei einem einzelnen Teil- Freiheitsgrade eines Massenpunktes). beschreiben. Denkt mansich die Be-
stimmungsgleichungfür 5. Da 7 vom chen sieht das im einfachsten Fall so Man schreibt q bzw. p für die Ge- wegung von nur einem Massenpunkt
zweiten Grade in den px ist (/ kann aus (Bezeichnungen s. Hamiltonsche samtheit der Variablen g« bzw. Pr. unter dem Einfluß konservativer
also von ps unabhängig.angenommen Theorie; V sei von p unabhängig): H und L hängen zusammen über
werden), ist die Differentialgleichung Hamilton-Funktion: Kräfte durch diesen Formalismus be-
schrieben, so sieht man schnell, daß
vom zweiten Grade und von erster 1 Pet+pe) + H=)pri die erste Gleichung die Definition des
Ordnung. - Man nenntdie Gleichung H=T+ v-7/ gewöhnlichen Impulses und die zwei-
auch die Hamiltonsche partielle Dif- [7
ferentialgleichung. + (92, 9592): Aus der Hamilton-Funktion kann te die dynamische Grundgleichung
b) Nicht-konservative Systeme. Hier Hamilton-Operator: man wie aus der Lagrange-Funktion av
gilt der Energiesatz nicht. Demzufol- mem die Bewegungsgleichungen ableiten. Masse X Beschleunigung = — 3, =
ge existiert die Zahl W nicht. Eine BSTIVS zn fr Ya8t Die Kenntnis von H oder L bildet Kraft
Zerlegungvon 4 in ist i. allg, nicht = daher den Angelpunkt für das Ver-
möglich. Wenn in besonderen Fällen ständnis des Verhaltens. eines Sy- darstellt. Die Hamiltonschen Diffe-
eine potentielle Energie V existiert, + 3) + Van) stems von Massenpunkten. rentialgleichungen heißen wegen ihrer
würdesie zeitabhängig sein. Die H.-J. a In vielen physikalischen Problemen Invarianz gegen die nachstehend be-
D. heißt hier: Amdt Plan ana), muß die Hamilton-Funktion oder die sprochene, sehr allgemeine Transfor-
as* as* Lagrange-Funktion erst gesucht wer- mation und ihrer einfachen, sehr
ar +Al, Fr :) =0. Schrödinger-Gleichung: den. Wenn sich die wirkenden Kräf- symmetrischen ‚Form auch kanoni-
te nicht aus einem Potentialableiten sche Bewegungsgleichungen.
Sie enthält die einfachere Form in lassen (nicht-konservative Kräfte), z. . Hängt H nicht explizit von r ab, so
sich, Ist nämlich H von { unabhän- B.bei der Bewegungeines Elektrons folgt unter Berücksichtigung der Be-
gig,so ist Die y-Funktion hat in diesem Zu- einem Magnetfeld, lassen sich H wegungsgleichungen:
SE=-Et+S. sammenhang keine physikalische Be- und Z nicht durch Kombination von dH
deutung,s. Quantenmechanik. kinetischer und potentieller Energie ad
E ist eine Konstante. Lrr. Sommerfeld, A.: Atombau_ und bilden. In diesen Fällen, und zwar
Die Aufstellung der Differentialglei- Spektrallinien. Braunschweig 1960/67.[7] besonders bei Problemen außerhalb also H(q,p)= W- const. Dieser
chung geht auf Hamilton zurück, ein Hamiltonsche partielle Differential- der Mechanik,ist die Auffindung von Satz ist allgemeiner als der Erhal-
716 m
Hammer Harfe
tungssatz der Energie, weil eine Ha- Hamming-Code ist in der Informa- H.-C. lassen sich auch für mehr als genüber dem Magnetfeld, so fließt
milton- und Lagrange-Funktion auch tionstheorie ein fehlerkorrigierender einen Fehlerje Codewort bilden. Die im Leiter der induzierte Strom von
besteht, wenn eine potentielle Ener- *Code, der es ermöglicht, durch Hin- Zahl der Prüfstellen und der Rechen- den Fingerspitzen zur Handwurzel
gie nicht definiert werden kann. Der zufügung von Prüfstellen zu den In- aufwand steigen mit zunehmender (Umkehrungder Linkehandregel).
spezielle Erhaltungssatz der Energie formationsstellen Übertragungsfeh- Stellenzahl rasch an. Es ist jedoch An Stelle der letzten beiden Regeln
entsteht daraus, wenn man Z in einen ler zu lokalisieren und zu berichti- möglich, die Fehlerkorrektur auto- werden häufig die übersichtlicheren
kinetischen Bestandteil, der eine ho- gen. Als Beispiel ist in der Tabelle matisch durch geeignet programmier- Dreifingerregein verwendet, bei denen
mogene Funktion zweiten Grades der 6. unten) ein einfach korrigierender ie Rechenmaschinen ausführen zu Daumen, Zeigefinger und Mittelfin-
d« ist, und in einen potentiellen von H.-C. mit vier Informations- und lassen. ger ein rechtwinkliges Koordinaten-
den d« unabhängigen Bestandteil auf- drei Prüfstellen angegeben. Lır. Hamming, R. W.: Error detecting system bilden:
spalten kann. Informationsstellen sind die 3., 5., 6. and error correcting codes. Bell_Syst. 2a) Hält man den Daumender rech-
Die Hamiltonschen Gleichungen sind und 7. Stelle jedes Codewortes, die tech. J. Bd. 29 (1950), S. 147-160. [22]
Hampson-Spirale, s. Gegenströmer. ten Hand in die Stromrichtung, den
invariant gegen die folgende Trans-alle 2‘=16 Zeichenkombinationen Hand, eine in den USA bestehende Zeigefinger in die Richtung der Feld-
formation der Variablen. Essei: enthalten, Prüfstellen die 2. und
Längeneinheit. linien, so wird der Stromleiter in der
0x = fr (4, P), 4. Stelle. Die Prüfstellen sind so ge- Richtung des Mittelfingers bewegt.
Pr = 8x (4, P). wählt, daß die Teilkombinationen:
= !/o yard = 4 inches. 3a) Hält man den Daumender rech-
Dabei dürfen die fr und gu, die i. a)1.,3.,5., 7. Stelle Umrechnung: ten Handin die Richtung der Bewe-
allg. von allen 2nf Variablen ab- b) 2.,3., 6., 7. Stelle 1 hand = 101,600 20 mm. gung des Stromleiters, den Zeigefin-
hängen können,beliebige Funktionen ©) 4,5. 6,7. Stelle Dain der Technik 1 yard 0,9144 m ger in die Richtung der Feldlinien, so
sein mit der einzigen Einschränkung, bei richtiger Übertragungjeweils eine gesetzt wird, ist also 1 hand = 101,6 fließt im Leiter ein induzierter Strom
daß die Transformation des Aus- gerade Zahl von Einsen aufweisen in der Richtung des Mittelfingers.
mm. [13] Beide Regeln beschreiben die Rich-
drucks Zpn ds in die neuen Koordi- (*Gleichheitsprüfung). Liegt ein Handley-Page-Spaltflügel, s. Grenz- tung der durch das Vektorprodukt
naten folgendes ergibt: Übertragungsfehler vor, so ist diese schichtbeeinflussung. 6X®_ bestimmten *Lorentz-Kraft.
Bedingung nicht mehr’ erfüllt. .Die Handregeln. Im Elementarunterricht Der Zusammenhang zwischen Strom
> a
Imrim) rOtgFao. falsch übertragene Stelle kann dann werden H. verwendet zur Bestim- und Magnetfeld kann auch durch
folgendermaßen ermittelt werden: mung der Richtung der Ablenkung folgende H. beschrieben werden,die
einer beweglichen Magnetnadel unter sowohl beim linearen Leiter, wie
Es soll also die Größe 3 p. d» den Man nehme die drei Gleichheitspri
k k
fungen a, b und c vor, bilde jeweils der Wirkung des Magnetfeldes eines beim Solenoid anwendbar ist. Man
neuen Koordinaten den gleichen die Summe mod 2 undstelle die Er- elektrischen Stromes, der Ablen- spreizt den Daumen ab und krümmt
Wert behalten, bis auf einen Sum- kungsrichtung cines beweglichen
manden, der sich als ein totaler zeit- gebnisse in der Reihenfolge cba stromdurchflossenen Leiters in einem die anderen Finger zur Handfläche.
dar. Diese Prüfzahl gibt in binärer Magnetfeld sowie zur Bestimmung Hält man den Daumen in Richtung
licher Differentialquotient einer belie- des linearen Stromes, so geben die
bigen Funktion F schreiben läßt, F Schreibweise den Fehlerort an. Ist
z.B. das Codewort 14: 0010110 un- der Richtung eines bei der Bewegung
eines Leiters im Magnetfeld induzier- Finger die Richtung der magneti-
hängt von den q und p oder auch
unter Benutzung der Transforma- richtig- als 0000110 übertragen worden ten Stromes.Sie lauten: schen Feldlinien an; geben umge-
kehrt die Finger die Stromrichtung in
tion - von q und O ab. Transfor- (Fehlerin der dritten Stelle), so er- 1. Legt man die rechte Hand so an einem Solenoid an, so zeigt der Dau-
mationen dieser Art heißen Berüh. geben die Gleichheitsprüfungen:a) 1, den stromdurchflossenen Leiter, daß men in Richtung der magnetischen
rungstransformationen. Der Grund b)nach1, 011, c) 0. Die Prüfzahl lautet dem- der positive Strom in der Richtung Feldlinien. Versteht man unter der
für diesen Namen liegt in den gco- lung von 3.dies Die
ist die binäre Darstel-
dritte Stelle muß also. von der Handwurzel zu den Finger-
spitzen fließt, wobei man die innere Stromrichtung wie üblich die Bewe-
metrischen Verhältnissen im n /-di- 1 anstelle von 0 lauten. Handfläche der Magnetnadel hinter gungsrichtung der positiven Ladun-
mensionalen Raum der q. In der dem Draht zukehren muß, so bewegt gen, so ist die rechte Hand zu ver-
Quantenmechanik treten die Berüh- Dezimalzahl steile des Codewortes sich der Nordpol der Magnetnadelin wenden, anderenfalls die linke. [2]
rungstransformationen auch in Ma- Codewortes der Richtung des abgespreizten Dau- Hankel, Wilhelm Gottlieb. Dt. Phy-
rizenform auf. Bei solchenallgemei- 234567 siker. Geb. 17.5. 1814 Ernsleben,
nen Transformationen verwischt sich mens(Rechtehandregel).
2. Legt man die linke Hand in der- gest. 17.2. 1899 in Leipzig. 1847 Prof.
die Bedeutung der Ps als Impuls- o
1
vo0o00000
1101001 selben Weise an den stromdurchflos- an der Univ. Halle, 1849 Prof. der
koordinaten. Man spricht von verall- 2 0101010 senen Leiter, wobei man die innere Physik an der Univ. Leipzig. Haupt-
gemeinerten *Impulsen. Im allgemei- 3 1000011 arbeiten auf dem Gebiete der Pyro-
nen legt man jedoch auf die Inter- 4 1001100 Handfläche den vom Nordpol ausge-
elektrizität und ges elektrischen Ver-
pretation der Pr als Impulskoordina- 5 voı00101 henden Feldlinien zukehrt, so bewegt
sich der Stromleiter in der Richtung haltens von Flammen. H. stellte das
ten kein Gewicht und spricht von den 6 1100110 erste Hitzdrahtmeßinstrument her.
Ps und Or besser als von kanonischen 7
8
Doo1ı 111
1110000
des abgespreizten Daumens (Linke-
Variablen. Px ist zu Os kanonisch 9 ooı 1001
handrege)). 143]
Harfe, Saiteninstrument mit festab-
konjugiert. 1] 1011010 3. Legt man die linke Hand an den
Stromleiter, hält dabei wieder die gesiimmten Saiten, die mit den Fin-
Lır. Sommerfeld, A.: Vorl. über theor. u oıı0o011 Handfläche den vom Nordpol ausge- gern gezupft (gerissen) werden. Sie
Physik. Bd. I, Mechanik. Leipzig 1943. - 12 oı11100 ist eines der ältesten Musikinstru-
Geiger und Scheel: Hdb. d. Physik. 2. 13 1010101 henden Feldlinien zugekehrt und
Aufl., Bd. V.Berlin 1927. [7] 1 oo1o110 zeigt der abgespreizte Daumenin die mente. In ihrer heutigen Form be-
Hammer, s. Wagnerscher Hammer. s ızııı111 Bewegungsrichtung des Leiters ge- steht die H. aus einem Rahmen, der
78 Li}
Harmonika Hartmann-Zahl
vom Resonanzkasten, vom sog. Hals gebracht werden (s. Flamme, sin- gleicht, ähnlich wie bei den Versu- lung der Wellenfläche hinter dem Sy-
mit den Wirbeln und von der Vor- gende). [44] chen von Sagnac und Michelson- stem mittels Interferenz erfolgen oder
derstange gebildet wird. Der Reso- 'harmonisches Mittel. Das h. M.ist Gale, die Lichtfortpflanzungaufeiner auf direkte Weise, indem man analog
nanzkasten ist beim Spiel dem Spie- bei n Meßwerten a1, @r . , An defi- vieleckigen, angenähert kreisförmi- der trigonometrischen Rechnung ein-
ler zugekehrt. Die 46 Saiten der mo- niert als gen, in sich selbst zusammen mit der zelne Strahlen aus den einfallenden
dernen H. sind zwischen Hals und n Lichtquelle rotierenden Bahn in den Bündeln ausblendet und deren Ver-
Resonanzkasten ausgespannt. Die an Ta Flat... Fila“ zwei entgegengesetzten Umlaufsrich- lauf bestimmt. Bei der H.M.befin-
Vorderstange nimmt den Saitenzug tungen. det sich vor dem System eine Loch-
auf. Der Tonumfang der H. ist fast Es kann nach dem Satz von Cauchy Der mit der Umlaufgeschwindigkeit blende, mit der die gewünschten
so groß wie derjenige des Klaviers. nicht größer als das *arithmetische v umlaufende Strahl kommt um die Strahlen isoliert werden. Vor und
Er erstreckt sich über 6"; Oktaven oder *geometrische Mittel sein. [32) kleine Zeit hinter der Bildebene werden die
von Cesı bis ges‘, und zwar in sie- Harmonium. Musikinstrument mit vA Durchstoßpunkte dieser Strahlen
benstufiger diatonischer Leiter und Tasten, eine Art Hausorgel. Die Ar=447 durch achsensenkrechte Ebenen ent-
nicht in chromatischen Halbtonstu- schwingenden Teile beim H.sind ein- weder unmittelbar oder erst photo-
fen. Durch Pedale können die Saiten seitig _eingespannte Metallzungen, früher zum Ausgangspunkt zurück, graphisch registriert und dann gemes-
jedoch in Gruppen entweder um ei ähnlich denen bei der Mund- und als der im entgegengesetzten Sinn sen. Daraus lassen sich der Strahlen-
nen halben oder einen ganzen Ton Ziehharmonika. Die Zungen passen umlaufende, wobei die vom Polygon verlauf und die Aberrationskurve re-
‚nach oben verstimmt werden. Im In- genau in einen Rahmen,dessen Öff- umschriebene Fläche A heißt und der konstruieren. Die H.M. hat viele
nern der Vorderstange läuft eine me- nung sie beim Schwingen abwech- umschriebene Kreis den Radius r hat. Abwandlungen erfahren. Wettauer
chanische Verbindung zwischen den selnd schließen und freigeben. Da- ©ist die Lichtgeschwindigke ersetzte das Loch durch einen Spalt
Pedalen und den Stiften im Hals der durch wird der Lufistrom, der ihre Als »Lichtquelle« dient eine halb- und ordneteeine flach gegen die Ach-
H. Diese Stifte kommen beim Nie- Bewegung unterhält, periodisch un- durchlässig verspiegelte, schräg be- se geneigte Platte näher der Bild-
derdrücken der Pedale heraus, be- terbrochen (durchschlagende, frei- leuchtete Glasplatte, welche die zwei ebene an, über die die Strahlen strei-
rühren die Saiten und verkürzen sie schwingende Zungen). Die Tonhöhe Wellen nach den enigegengesetzten fen. Man kann die Punkte der besten
dadurch. bestimmtteils die Eigenfrequenz der Richtungen mit gleicher Phase starten Strahlenvereinigung leicht erkennen
Charakteristisch für das Harfenspiel Zunge, teils die Eigenfrequenz der 1äßt und sie nach einem Umlaufwie- und aus der Verbindungdieser Punk-
sind die aufgelösten Akkorde. Die Kanzeile, d.h. des Luftraumes unter der zusammenführt. Im gemeinsa- te für mehrere Aperturen die Aberra-
Töne erklingen nacheinander und den Zungen. Durch besondere, For- men Strahlungsfeld nach dem Ver- tionskurve aufzeichnen. [18]
nicht gleichzeitig. Werden die Saiten men der Zungen läßt sich die Klang- lassen der Platte bilden sie Interfe- Hartmann-Zahl. Das Strömungsfeld
nur wenig durchgebogen,dann ist der farbe beeinflussen, so daß beim H. renzstreifen, die sich beim Anlaufen iner elektrisch leitenden Flüssig-
Klang weich und obertonarm, wer- wie bei der Orgel ein Registerspiel des Apparates verschieben, woraus keit in einem Magnetfeld von der
den sie stark durchgebogen, ist er möglich ist. Bei kleineren Instrumen- die Zeit Arfolgt. Induktion ® zerfällt zeitlich infolge
obertonreich. Auch das Reißen mit ten wird der Luftstrom vom Spieler Da es sich um eine Rotationsbewe- der magnetischen Induktionskraft
den Fingerkuppen bedingt eine Ober- durch Treten erzeugt, bei großen In- zung handelt, ist nicht die spezielle, 0@X®)X® und der viskosen Kraft
tonarmut im Gegensatz zum Reißen strumenten durch ein elektrisch an- sondern die allgemeine Relativitäts- u 9% (elektr. Leitfähigkeit, x Vi
mit einem Metallplättchen oder ei- getriebenes Gebläse. Der Tonumfang theorie für die theoretische Behand- kosität). Aus der Dimensionsbetrach-
nem Federkiel, wie es bei manchen des H.ist etwas kleiner als der des lung zuständig. Da es sich aber an- tung der Bewegungsgleichung
anderen Instrumenten üblich ist. Ein Klaviers. Er erstreckt sich über 5 bis dererseits nicht um einen quadrati-
Nachteil der H. besteht darin, daß 6 Oktaven. Ein H. mit 5 Oktaven schen,sondern um einen Effekt erster
sie sich leicht verstimmt und wegen besitzt für jedes Register 61, Zungen. Ordnung in v/c handelt, kommt man
der großen Saitenzahl schwer nach- Meist ist beim H. wie bei der Orgel mit klassischen Vorstellungen aus. = [0 @XB)X8] + [u Vro]te--
zustimmenist. kein Laut-Leise-Spiel möglich, da Beim Versuch von Harress im beson-
Lrr. Müller-Pouillet: Lehrb. d. Physik. der Luftstrom von den Treibälgen deren findet die Lichtfortpflanzung
ergibt sich für die charakteristische
nicht direkt zu den Zungen geführt, Zerfallskonstante die Größenordnung
11. Aufl. 1. Bd. 3. Teil (Akustik). Braun-
schweig 1929. [44]
Harmonika, Sammelbezeichnung für
sondern in einem Magazinbalg aus-
geglichen wird. Durch eine besondere
innerhalb eines Kranzes von Glas-
prismen (Brechungsquotient n) statt. 7 =,
Dadurch wird wegen der ln-fach
verschiedenartige Musikinstrumente. Einrichtung (Expressionszug) kann verringerten Phasengeschwindigkeit (L charakteristische Dimension der
Die Glasharmonika besteht aus einer jedoch bei manchenInstrumenten der und wegen des Fresnelschen *Mit- Strömung. Der Querstrich bezeichnet
Reihe aufeinander abgestimmterGlas- Magazinbalg ausgeschaltet und die führungskoeffizienten & der Aus- jeweils den räumlichen Mittelwert der
glocken, die durch Reiben am Rande Luft von den Treibälgen direkt zu druck für Ar (1 - a) n!-mal größer, Felder.) Die Quadratwurzel aus dem
zum Schwingen gebracht werden. den Zungen geführt werden, so daß was der H.V. auch bestätigte. Es Verhältnis der »pnagnetischen Visko-
Mund- und Ziehharmonika enthal- eine Beeinflussung der Tonstärke handelt sich um eine für die Grund- sitätskraft« und der gaskinetischen
ten als wesentliche Teile Metallzun- durch den Spieler möglich ist. Bei lagen. der Optik (z.B. Relativitäts- Viskositätskraft wird als H.-Z. be-
gen, deren Schwingungen durch einen
Luftstrom unterhalten werden (s.
Harmonium). Unter einer chemischen
manchen, vor allem bei amerikani-
schen H.-Konstruktionen wird. die
Luft nicht von innen nach außen
iheorie) wichtige Bestätigung, an
welche aber keine neue Erkenntnis
geknüpft ist, [14]
zeichnet:
a
u-3.[9)".
H. versteht man aufeinander abge- durch den Zungenraum gedrückt, Hartmannsche Methode der Objek-
stimmte Luftsäulen in Glasrohren, sondern von außen nach innen ge- üvprüfung. Die Messung des Korrek- Bei M >1 dominiert die »magneti-
die durch kleine Gasflammen oder saugt. [44] tionszustandes eines optischen Sy- sche Viskositäte 0 B?L*, bei M<1
glühende Drahtnetze zum Schwingen Harressscher Versuch. Man ver- stems kann sowohl über die Feststel- die gaskinetische Viskosität. M be-
80 81
Hartpapierkondensator Hauptsätze
stimmt also, ob eine »magnetisch vis- experimentell viel bequemerfeststel- cht bis zur ersten H., springt von stand vom letzten Flächenscheitel
kose« oder eine gaskinetisch viskose len läßt als die Analyse irgendeines lieser parallel zur Achse bis zur zwei- haben können, andererseits aber der
‚Grenzschicht vorliegt. allgemeineren (elliptisch-polarisier- en H. und verläßt diese bildseitig in ‚Abstand des Brennpunktes vom letz-
Lır. Cowling, T. G.: Magnetohydrody- ten) Schwingungszustandes. ‚Da die einer geänderten Richtung, und zwar ten Flächenscheitel für die Anpas-
‚namics. New York 1957. - Lazaru beiden Schwingungsrichtungen bei so, daß er sich mit dem parallel ein- sung an das Auge eine leichter zu
und F. Hartmann: Kgl. fallenden Strahl durch den ersten messende Größe ist, benutzt man
kab. Selskab. Mat.-fys. Medd.15, Nr. 6 der Reflexion verschieden stark ge-
schwächt werden, müssen die Ampli- Hauptpunkt in der zweiten (bildseiti- gern den reziproken Wert dieses Ab-
und 7 (1937). [34] ren) Brennebene trifft. Für eine ein- standes und bezeichnet ihn im Gegen-
Hartpapierkondensator, s. Kapazität. tudender einfallenden Komponenten fache brechende Kugelfläche liegen satz zum H. als den Scheitelbrech-
Hartreesche Methode des self-con- in einem von 1 verschiedenen Ver-
beide H. im Scheitel der Fläche, bei wert (Scheitelfraktion). [18]
sistent field, s. Näherungsverfahren in hältnis stehen. Das Amplitudenver-
hältnis tan @ der Schwingungskompo- er nicht allzu dicken Linse genä- Hauptquantenzahl. Als H. bezeichnet
der Quantenmechanik. hert in den beiden Scheiteln der man besonders in der älteren Quan-
Hartstrahltechnik. Harte (kurzwel- nenten parallel und senkrecht der Oberflächen, bei einem »teleskopi- tentheorie — jene Zahl, die die erlaub-
lige) Röntgen-Strahlen werden beim Einfallsebene folgt aus dem Winkel schen System«, z.B. einem auf ten Energiewerte eines Systems kenn-
Durchtritt durch die Materie weniger @ der Polarisationsebene des einfal-
lenden Lichtes mit der Einfallsebene ‚stellten Fernrohr, liegen beide zeichnet. Die H. ist also die Energie-
geschwächt als weiche (langwellige) des Strahles. Stellt man dieses Azimut im Unendlichen. quantenzahl. So ist die Energie der
Strahlen. Die Vorteile der H.liegen Il. des Planetensystems. Die Bahnen Zustände, welche die wasserstoffähn-
darin, daß durch die besonders kur- e der Polarisationsebene, bezogen «ler neun Großplaneten liegen nahe- lichen Spektren, also vor allem die
zen Belichtungszeiten die Bewegungs- auf die Einfallsebene, so ein, daß zir- zu in einer Ebene. Ihre gegenseitigen des Wasserstofis selbst (Z = 1), be-
unschärfe nahezu völlig ausgeschaltet kular polarisiertes Licht reflektiert Neigungen sind gering. Meist defi- stimmen,zu schreiben als
werden kann und daß die Strahlen- wird, so heißt dieser Winkel Haupt- niert man als mittlere Bezugsebene
belastung für den Patienten sehr viel azimut go. Er liefert sofort das Ver- ‚lie Ebene der *Erdbahn, doch ist als
2®mZzei .
kleiner ist, was bei häufigen Kon- beiden der
hältnis Schwächungen tan go der
eigentliche H._die der Jupiterbahn, we m
trollaufnahmen ins Gewicht fällt. Die der Reflexion.
Schwingungsrichtungen bei
Aus go und @o folgen ie gegen die Erdbahn um 1° 18° ge- (n ist die H., m Elektronenmasse, Z
Nachteile liegen in dem geringeren neigt ist, anzusprechen. S.a. Ebene, Kernladung, e elektrische Elementar-
Kontrast der Objekte und in einer die zwei optischen Konstanten, der invariable, und Kardinalpunkte. [14, ladung, h Plancksches Wirkungsquan-
Schleierbildung durch den höheren Brechungsindex s
Streustrahlenanteil. [28] n = sin Po - tan 90 + cos 2 00 tum.) [7
Harvard-Typ, s. Spektralklasse. und der Absorptionsindex x = tan 2 90 Hauptsätze der Thermodynamik. Die
Haufennebel,s. Spiralnebel. des Metalls oder eines sonst stark Thermodynamik baut sich auf drei
Hauptkegel ist ein Begriff aus der grundlegenden Erfahrungssätzen auf,
Hauptachsen. Jeder symmetrische absorbierenden Körpers, durch die Iheorie der Bewegung eines gelade- die man deshalb als H.bezeichnet.
*Tensor läßt sich geometrisch durch sein optisches Verhalten völlig be- nen Teilchens in. einem magnetischen 1. Hauptsatz: Der Satz von der Er-
eine Fläche zweiten Grades darstel- stimmtist. [14] Dipolfeld; s. Halbschattengebiet. [7] haltung der Energie gilt in der Me-
len, die ein Tensor-Ellipsoid genannt Hauptdehnung, s. Verzerrungszu- Hauptlage, s. Horizontalintensität des chanik nur für konservative Systeme
wird, obgleich sie nicht immer ein stand. erdmagnetischen Feldes.
Ellipsoid ist. Die drei. aufeinander Hauptdiagramm, stellares, s. Russell- Hauptlich Der Ten- (6. Energiesatz der Mechanik). Car-
senkrecht stehenden H. dieser Fläche Diagramm. sor der Elektrizitätskonstanten in der not und Clapeyron dehnten den Satz
werden zugleich als H. des Tensors Hauptdispersionsgebiet, s. Visko- *Kristalloptik besitzt bei einachsigen auf nichtmechanische Systeme aus.
bezeichnet. Beispiele: Dehnungs-H. elastizitä Kristallen zwei Achsen, bei den zwei- Den entscheidenden Schritt zu seiner
(s. Verzerrungszustand), Spannungs- Hauptebeneneines optischen Systems igen Kristallen aber drei Sym- Verallgemeinerung zum I. Hauptsatz
taten Robert Mayer und Helmholtz;
H. (s. Spannungszustand), Trägheits- heißen in der Gaußschen Abbildungs- ietrieachsen, in denen die Elektrizi- sie faßten die Wärme als eine Form
H.(s. Trägheitsmoment). [20] lchre für achsennahe Strahlen jene titskonstante und die Phasenge- der Energie auf. (Carnot
Hauptazimut, Haupteinfallswinkel (in zwei achsensenkrechten Ebenen, wel- ‚chwindigkeit des Lichtes extreme einen »Wärmestoffe an, nahm noch
der *Metalloptik). Bei der Reflexion he von dem optischen (Linsen-)Sy- Werte annehmen. Die in diesen Rich- ston.) Man kann den I. s.Hauptsatz Phlogi-
an Metalloberflächen gibt es einen stem ohne Bildumkehrung und in ungen geltenden Phasengeschwindig- verschieden formulieren:
bestimmten Einfallswinkel p, bei wel- ‚natürlicher Größe aufeinander abge- keiten sind die H.
chem zwei polarisierte Lichtwellen, bildet werden. Die Schnittpunkte der Einf. i. d. Kristall- Arbeitmas
die in und senkrecht zur Einfalls- H. mit der Systemachse heißen uptik, Samml. Göschen Bd. 619. [18] einstelmerden
ebene schwingen, bei der Reflexion Hauptpunkte. ‚auptprogramm, s. Unterprogramme.
eine gegenseitige Verschiebung von Mit dem Begriff der H, kann man Jauptpunkt, s. Hauptebene.
gerade einer Viertelwellenlänge er- das Ergebnis des komplizierten Strah- Hauptpunktsbrechwert (oder Haupt-
leiden: Dies ist der Haupteinfalls- lenganges durch das System folgen- »unktsrefraktion) ist ein Begriff der
winkel 0. dermaßen schematisieren. Ein Strahl „phthalmologischen Optik. Er deckt
sch mit dem reziproken Wert der
Sorgt man dafür, daß die beiden durch den ersten Hauptpunktspringt cometrisch-optischen Brennweite ei-
Wellen vor der "Reflexion gleiche längs der Systemachse zum anderen ner Linse, also der Brechkraft. Da
Phase haben, also Komponenten ei- Hauptpunkt und verläßt diesen ohne man es bei Brillengläsern vorwiegend
nes linear polarisierten Strahles sind Richtungsänderung, Ein zu ihm vor
und nach der Reflexion gleiche Am- dem System paralleler Strahl verei- mit stark durchgebogenen Linsen
plitude haben, so ist das reflektierte nigt sich mit jenem in der zweiten (Menisken) zu tun hat, bei denen die
Abb. 1
Licht zirkular polarisiert, was sich Brennebene. Jeder einfallende Strahl Ilauptpunkte einen merklichen Ab-
2
Hauptsätze Hauptsätze
a) Wärme ist eine Form der Energie. kann man nur insofern reden, »als
Sie kann aus mechanischer Arbeit er- sein gesamter Inhalt sich aus einem Oberes Wärme"Reservoir
zeugt und in mechanische Arbeit um- einzigen einfachen Erfahrungssatz a abs Temp;
mer WM
gewandelt werden. Der Umrech- von einleuchtender Gewißheit dedu-
nungsfaktor ist das mechanische zieren läßt« (M. Planck). Diesen kann
*Wärmeäquivalent. man verschieden ausdrücken:
b) Die Gesamtenergie eines abge- a) »Es ist unmöglich, eine Beridisch
schlossenen Systems, die Summe aus arbeitende Maschine zu konstı
mechanischer und thermischer Ener- die weiter nichts bewirkt als Hebung. Arbeit AQy-Üp
gie, bleibt konstant. (Bei weiterer einer Last und Abkühlung eines Wär-
Verallgemeinerung ist auch die elek-
trische, magnetische und chemische
mereservoirs« (M. Planck).
b) »Ein Perpetuum mobile 2. Art, a
‚Energie hinzuzunchmen.)
©) Ein *Perpetuum mobile 1. Art ist
eine Maschine,die nur durch Abküh-
lung eines Körpers Arbeit erzeugt, ist Wörmemengel; W-78:0,
unmöglich, d.h. es gibt keine Ma- unmöglich« (W.Ostwald). Unteres Wärme -Reserueir
schine, die dauernd Arbeit erzeugt,
ohne daß ein gleichwertiger Energie-
©) »Es ist keine Maschine möglich,
die einem Wärmebehälter Wärmeent-
& abs.Jemp.Iz
betrag anderer Art verschwindet. zieht und in Arbeit verwandelt, ohne
Der I. Hauptsatz, der ein reiner Er- daß in den beteiligten Körpern noch Abb. 2
Jahrungssatz ist, hat sich in einer andere Veränderungen vorgehen« mekraftmaschine in der Abb. 2, s. a. äußere *Arbeit,die bei der betrachte-
großen Zahl von Anwendungen als (Thomson,1851). Carnotscher *Kreisprozeß). ten Änderung gewonnen werden
außerordentlich fruchtbar erwiesen. d) Der Richtungscharakter des II. II. Hauptsatz oder Nernstsches kann. Nernst hob (1898) die beiden
Speziellere Formulierungen sind fol- Hauptsatzes wird besonders deutlich Wärmetheorem (1906). Die beiden Grenzfälle hervor:
gende: in der Formulierung von R. Clausius ersten Hauptsätze der Wärmelehre 1. U=0, F=T FIAT,d. hu, F ist
d) Die einem System zugeführte Wär- (1850): »Die Wärme kann nicht von reichen für viele thermodynamische der absoluten Temperatur propor-
memenge O verteilt sich auf eine Er- Ibst aus einem kälteren in einen Prozesse nicht aus, z. B. für die Vor- tional;
höhungder inneren *Energie U und wärmeren Körper übergehen.« Dies 2. F= U, SF/ST = 0, d. h., F (also
auf Leistung äußerer Arbeit A: besagt, »daß Wärme überhaupt auf, auch D t von der Temperatur un-
Q=AU+A. keinerlei Weise, durch keinen irgend- daß bei der Berechnung der *Entro- abhän;
Sind die zwei betrachteten Zustände ie gearteten Vorgang, aus einem pie $ eine Konstante, die Integra- Bereits 1888 kennzeichnete LeChate-
sehr benachbart, so schreibt man in kälteren in einen wärmeren Körper tionskonstante, unbestimmt bleibt. lier die Situation mit folgenden Wor-
differentieller Form geschafft werden kann, ohne daß an- Bei denjenigen _charakteristischen ten: »Es istsehr wahrscheinlich, daß
30 = aU +34.
derweitige Änderungen (Kompensa- Funktionen der *Thermodynamik, bei die Integrationskonslänte, wie die an-
tionen) zurückbleiben« (M. Planck). denen $ mit der Temperatur 7 mult deren Koeffizienten der Differential-
Falls A als Ausdehnungsarbeit eines Die Wärmeleitung ist ein *irreversib- pliziert ist (freie Energie F, freie *En- gleichung, eine bestimmte Funktion
abgeschlossenen Arbeitsstoffes gelei- ler Vorgan; thalpie G), bleibt sogar eine lineare gewisser physikalischer Eigenschaften
stet wird,ist ) Den II. Hauptsatz kann man als
das Prinzip von der Vermehrung der
Funktion der Temperatur unbe- der reagierenden
stimmung Stoffederist. Funktion
der Natur Die Be-
Q=AU+[pdav stimmt.
bzw. *Entropie bezeichnen: Derin der Na- Dieser Mangel wird besonders füh würde zur völligen Kenntnis der Ge-
tur stattfindende Prozeß verläuft in bar, wenn man nach einem Maß fi setze des Gleichgewichtes führen. Sie
8Q=3U+paV.
©) Bei Wärmekraftmaschinen mit
dem Sinne, daß die Summe der En. die Verwandtschaft zweier Stoffe,fi würde unabhängig von neuen experi-
strömenden Arbeitsstoffen verteilt tropien aller an dem Prozeß beteil die schemische *Affinität«, und damit mentellen Daten die vollständigen
sich die zugeführte Wärmemenge O
ten Körper vergrößert wird. (Bei re- für die Bereitschaft zu einer Reaktion Gleichgewichtsbedingungen a_ priori
auf eine Zunahme der *Enthalpie #
versiblen Prozessenbleibt sie gleich.) sucht. Berthelot wählte hierfür die bestimmen, welche einer bestimmten
chemischen
und auf Leistung technischer *Arbeit: Die Definitionsgleichung der Entro- Reaktionswärme (*Berthelotsches Reaktion entsprechen; bis
pie ist unter der Voraussetzung re- Prinzip), was nicht in allen Fällen jetzt hat man die genaue Natur die-
O= AH + Arscın versibler Prozeßführung befriedigte. Van’t Hoff führte 1884 ser Konstanten noch nicht bestimmen
= AH-[V-dp. 3 als Maß dafür bei Reaktionen unter können.c
UI. Hauptsatz: Der 1. Hauptsatz, eine 35 = 2. konstantem Druck die freie Enthalpie Hier seizien die Arbeiten Nernsts an.
Form des Energieprinzips, reicht ein, bei Reaktionen unter konstantem Er wählte aus der Fülle der Kurven
nicht zu einer eindeutigen Bestim- 9) Hieraus folgt, aus der größtmög Volumendie freie Energie. (Bei kon- von F (. Abb. 3) - wegen des unbe-
mung der Naturvorgänge aus, da er liche Wirkungsgrad einer Wärme- densierten Systemen ist diese Unter- kannten Quotienten 3F/AT - eine
nichts über ihre Richtung aussagt, z. kraftmaschine bei Ausschaltung aller scheidung von untergeordneter Be- ganz bestimmte aus, und zwar dieje-
B. darüber, ob die Wärme vom wär- irreversiblen Vorgänge nur von den deutung.) Im Falle der freien Energie nige, bei der am absoluten Nullpunkt
meren Körper zum kälteren übergeht
beiden Arbeitstemperaturen Tı und gilt nach Helmholtz nicht nur F = U ist (dort also strenge
oder umgekehrt. Hier setzt der II.
T; abhängt: ar‘ Gültigkeit. des Berthelotschen Prin-
Hauptsatz ein (Clausius, 1850). Wie F=U+T (); zips), sondern
im Em darüber Uhinaus auch
der 1. ist auch der II. Haupisatz ein
Erfahrungssatz. Von einem »Beweis« Statt F schreibt man auch A und be- “li
7=0°T 7—0°T
zeichnet mit (As — Aı) die maximale
34 85
Hauptsätze
r
beschränkte und, was die Gasphase der Entropie am absoluten Nullpunkt
s-s -f © 7 ar, anbelangte, lediglich mit der klassi- bedeutet für die Mikrostruktur der
chen Thermodynamik operierte. Di Stoffe, daß sie sich am absoluten
v ser Kunstgriff bestehtdarin, daß man Nullpunkt im höchsten Ordnungsgrad
wobei $’ — S die Differenz der Entro- sich das betreffende Gas zunächst in befinden. Diese Ordnung muß
pien eines festen oder füssigen Kör- »peeigneter Form« am Gleichgewicht gegebenenfalls auch auf Kerndr:
pers in zwei verschiedenen Modifika- teilnehmend denkt, wo der III. orientierungen beziehen. Es ist theo-
tionen bezeichnet. Dann kann man Hauptsatz angewendet wird, und mit retisch wahrscheinlich, daß der Über-
für 7 = 0 nur schließen, daß ©'s-C,, Hilfe des Dampfdruckes zum Gaszu- gang in den Zustand eindeuti
abernicht, daß ©’, €, = Oist. stand übergeht. Bei der Integration Kerndrallorientierung i. allg. erst
Würden €, und €, endlich bleiben, der *Clausius-Clapeyronschen Glei- größenordnungsmäßig tieferen und
so wäre die Entropie S für T=0 chung nach T und Auflösung nach daher dem Experiment vorläufig nicht
nicht gleich Null, sondern negativ un- Inp bleibt eine temperaturunabhän- zugänglichen Temperaturen vonstat-
endlich. Es ist daher von Wichtigkeit gige Konstante i. Dabei muß die ten geht.
zu bemerken, daß, wenn die Forde- Verdampfungswärme zu den ‚Andererseits ist auf thermodynamisch
die Kurven für U rung €» =0 durch die Erfahrung tiefsten Temperaturen bekannt sein. unbestimmte Phasen (amorpheStoffe,
Diese Konstante i nennt Nernst die Gläser) zu achten, für die naturge-
und F mit gemeinsamer (und zwar nicht bestätigt werden sollte, die schemische *Konstante«. Sie ist ex- mäß der III. Hauptsatz nicht an-
horizontaler) Tangente aufder Ordi- Nernstsche Fassung des Theorems von wendbar ist.
nate für 7 = 0 einlaufen. Mit ande- deshalb noch aufrechterhalten werden perimentell durch Messung
Als IV. Hauptsatz bezeichnet Mei
ren Worten kann man zusammenfas- könnte.« Dampfdrücken und Errechnung der
ner die *Onsagerschen Reziprozitäts-
send sagen (F. Simon, 1930): Am ab- Auf Grund dieser Postulate ergibt Dampfdruckformel bestimmbar. Die-
ser Weg ist aber schr beschwerlich. beziehungen.
soluten Nullpunkt verlaufen alle sich die Folgerung, daß der absolute Neben der »wahrene chemischen Als Nullten Hauptsatz hat man ge-
Übergänge eines Systems von einem Nullpunkt nicht erreichbar ist (Prin- Konstante, die für das chemische
Zustand in den anderen ohne Entro- zip der *Unerreichbarkeit des absolu- legentlich die Bedingung des thermi-
pieänderung. ten Nullpunktes). In Analogie zu den Verhalten der betreffenden Molekül- schen *Gleichgewichts bezeichnet, die
Bei isotherm verlaufenden Prozessen beiden anderen Hauptsätzen der gattungen charakteristisch ist, kann Temperaturgleichheit für alle Teile
lauten die Formulierungen für Ver- Wärmelehre wurde auch bei dem man auch mit einer »konventionel- eines bzw. mehrerer Systeme fordert
änderungen bei konstantem Volumen Nernstschen die Unmöglichkeit des len« rechnen, die durch gewisse ver- (Fowler).
achte Annahmen gewonnen wird Lır. Nernst, W.; Die theoret, und ex-
Baus einer Maschine — eines Perpe-
m ler). 0. tuum mobile 3. Art - behauptet und
durch Betrachtung eines *Kreispro-
zesses dargetan: »Es darf keinen in
@. B. ©=1,7-Inps; ps kritischer imentellen Grundlagen des neuen
Druck). Daß die Gase ganz tiefen
Temperaturen nicht mehr dem ide-
ürmesatzes. Halle/$. 1924. - Simon,
F.: 25 Jahre Nernstscher Wärmesat
endlichen Dimensionen verlaufenden Erg. exakt. Naturwiss. 9, S. 222, 1930.
bei konstantem Druck alen Gasgesetz gehorchen, wird als Plan, _M.: Thermodynamik. Berlin
hi (2) Prozeß geben, mit Hilfe dessen ein »*Entartung« angesehen. Dafür gibt 1964. - Schmidt, E.: Der III. Hauptsatz
im (57), - Körper bis zum absoluten Nullpunkt ernst die beiden Grundannahmen der Wärmelehre. Z. VDI 92 (1960), $.
T-0 at), abgekühlt werden kann.« 24-28. — Grassmann, P.: Zum Nernst-
Grassmann wies darauf hin, daß der 1. Jedes Gas, das bei konstantem Vo- schen Wärmesatz. Kältetechnik 5 (1953)
(G freie Enthalpie).
Temperaturbegriff für kleine Körper Iumen unter Ausschluß von Konden- - Plank, R.: Handb. d. Kältetech-
sation abgekühlt wird, gelangt Bd. Berlin-Göttingen-Heidelberg
der Differenzen der Funktionen F und kurze Zeiten in der Nähe des ab-
Nernst postulierte nur Verschwinden
schließlich in den Zustand von ver- Pohl, R, W.: Einf. in die Mech.
soluten Nullpunktes sinnlos wird.
und U vor und nach der Reaktion,
während Planck die Forderung des Simonhatdaher den III. H. neu for-
schwindend_ kleiner Wärmekapazität ‚n-Heidelberg 1964. - Schaefer, Cl.: Einf.
Verschwindens der Funktionen selbst muliert: »Es ist unmöglich, eine Sub-
un 178. ıneor. Physik, 2. Ba. Berlin 1939.
2. der Abfall der spezifischen Wärme- Kohlrausch, K. W. F.: Ausgew. Kapitel
aufstellte. Das besagt aber wegen stanz vollständig ihrer Entropie zu kapazität einer gegebenen Gasmasse aus der Physik. IH. Teil. Wien 1948. -
(SF/8T)» — S: Die Entropie eines berauben.« Auch diese Formulierung erfolgt um so früher, je größer ihre Haase, R.: Der zweite Hauptsatz der
einheitlichen kondensierten (festen befriedigt noch nicht, da sie als ein
Dichteist. Thermodynamik und die Strukturbildung
‚oder flüssigen) Körpers hat am abso- Grenzgesetz durch Versuche nicht Die Quantenstatistik führt zwangs-
in der Natur. Naturw. 44 (1957), 15, 409
luten Nullpunkt den Wert Null. Dazu ‚nachgeprüft werden kann. läufig zu diesen Ergebnissen, indem
bis 415. — Potter, H. J.: The Third Law
of the Thermodynamics: A Half-Century
sagt Planck in einer Anmerkung sei- Um die Nernstschen Überlegungen aus der *Boltzmann-Gleichung S = Appraisal of Nernst Heat Theorem.
ner »Thermodynamik« (€ = molare auch auf Gase anwenden zu können, Trans. ASME (1958), 4, S. 895-903. —
ist bei thermodynamischer Betrach- kin W und Berechnung von W aus Baehr, H. D.: Quasistatische Zustands-
jekapazität):
»Nach der von Nernstselber gegebe- tungsweise ein Kunstgriff notwendig, der Fermi-Statistik die absolute En- änderungen und ihr Zusammenhang mit
da es nicht möglich ist, eine Gasmas- tropie angebbar ist. S als Funktion den reversiblen und irreversiblen Prozes-
nen Fassung tritt an die Stelle der
Gleichung sc, ohne daß sie kondensiert, bei kon- von p, 7 dargestellt, führt zu der sen der Thermodynamik. Forsch. Ing.-
stantem Volumenbis zu tiefen Tem- temperaturunabhängigen chemischen Wes. 27 (1961) 1, 8. 3-9. Wilks, J.: Der
peraturen auf ihre Wärmekapazität Konstante dritte Hauptsatz der, Thermodynamik.
hin zu untersuchen. So begnügte sich Braunschweig 1962/63. — Grigull, U.:
1= = 1,587 + 1,5: 10g A + logg Zum 1. Hauptsatz der Thermodynamik.
Nernst zunächst mit einer indirekten (« statistisches Gewicht, p Druck, A Forsch. Ing. Wen. 29 5,8 153.154 1009.
‚Anwendung seines Wärmesatzes, in- Atomgewicht); i ist für das Elektro- Grigull, U.: Techn. Thermodynami
die folgende: dem er ihn auf kondensierte Systeme Berlin 166g(Göschen, 10a). -
nengas = -6,48. Das Verschwinden Bachr, H. D.: Thermodynamik. Berlin-
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Hauptschlußmotor Heaviside-Sch
Heidelberg-New York 1966. - Buchdahl, P gelegten Flächenelement dA_an- Hautfeld von 6 cm X 8 cm Größe mit @+2% 1
C. A.: The Concepts of Classical Ther- greift, von der Lage (Neigung, Rich- einem Focus-Haut-Abstand von 23 =, 7
modynamics. Cambridge 1966.[9] tung, Orientierung) des Flächenele- cm nach acht Tagen eine leichte Rö-
Hauptschlußmotor, svw. Reihen- ments innerhalb des Körpers abhän- tung, nach drei Wochen eine leichte (T absolute Temperatur, g Dichte,
schlußmotor, s. Elektromotor.[25] gen. Es gibt i. allg. drei zueinander hellbraune Verfärbung und nach ® Dielektrizitätskonstante, s reine
Hauptschnitte. In der geometr. Optik senkrechte Lagen, in denen 5 genau sechs Wochen eine deutliche Bräu- Materialkonstante). Bei Dipolstoffen
bezeichnet man jede Ebene, welche senkrecht auf dA steht, also eine reine nung der bestrahlten Hautstelle er- kommt noch ein Glied mit 1/7? hin-
die Achse eines optischen Systems Normalspannungdarstellt. Die Rich- zeugt. Die Erythembildung ist von zu. [17]
enthält, als ersten Hauptschnitt, Me- tungslinien dieser drei H. bilden ein der Feldgröße und von der Strahlen- Heayiside, Oliver. Engl. Physiker und
ridional- oder auch Tangentialebene. räumliches rechtwinkliges Achsen- qualität abhängig. Elektroingenieur. Geb, 18. 5. 1850 in
Die in einem solchen Schnitt verlau- system; sie heißen Hauptspannungs- Heute wird unter HED die in R ge- London, gest. 3. 2. 1925 in Homefield.
fenden Strahlen heißen kurz Meri- achsen” (auch Spannungs-Hauptach- messene H. verstanden, Sie schwankt H. war bis 1874 bei der Great Nor-
dionalstrahlen. Unter ihnen ist der- sen). [20] thern Telegraph Comp. in Newcastle
jenige, der durch die Mitte der Pu- Hauptstrommotor,s. Elektromotor. je nach Strahlenqualität und zeitlicher tätig, wurde dann aber infolge zu-
pille geht, der Hauptstrahl. Die Ebe- Hauptträgheitsachsen, svw. *Träg- Verteilung. Bei einseitiger Verabrei- nehmender Taubheit Privatgelehrter.
ne senkrecht auf der Meridionalebe- heitshauptachsen. [20] chung harter Strahlung und einer H.befaßte sich mit der theoretischen
ne, die diesen Hauptstrahl enthält, ist Hauptträgheitsmomente ‘nennt man Dosisleistung von 20 bis 30 R/min Ausarbeitung einer Zahl praktischer
der zweite Hauptschnitt oder die Sa- die auf *Trägheitshauptachsen bezo- wird für die HED der Wert von rund Probleme über Vier- und Mehrfach-
gittalebene. Alle in dieser Sagittal-
ebene verlaufenden Strahlen sind genen Trägheitsmomente. Ihre Größe #00 R_ angenommen. Als Gradmesser Telegraphie, Elektrostatik und elek-
ist im Vergleich zu den Werten der für die Belastungsmöglichkeit der tromagnetische Induktion zwischen
Sagittalstrahlen. Bei Prismen steht Trägheitsmomente bezüglich anderer Haut hat die H. auch heute noch eine parallelen Drähten, hochfrequenten
der erste H. senkrecht auf der bre- Achsen (die ebenfalls durch den Widerstand und Induktion konzen-
chenden Kante. Schnittpunkt der Hauptachsen gehen ‚newisse Bedeutung.[28] trischer Massen; erst auf Grund sei-
In der Kristalloptik heißt jeder und gegen diese geneigt sind) jeweils Hautwirkung, elektrische. Bei Wech- ner Arbeiten konnte man das Tele-
Schnitt, welcher die optische Achse ein Extremwert (Minimum oder selstrom verteilt sich der elektrische phon auf weite Entfernungen benut-
enthält, ein Hauptschnitt. Insbeson- Maximum) oder ein »Sattelwerte, [20] Strom nicht gleichförmig über den zen. Er befaßte sich ferner mit Pı
dere gilt diese Bezeichnung aber für Hausdorfisches Verfahren betrifft die leiterquerschnitt. Er fließt in einer blemen über den Elektromagnetis-
denjenigen H., der die Normale der Aufstellung von Formeln für die at- um so dünneren Oberflächenschicht, mus und über die Theorie der elek-
einfallenden Wellenfrontenthält. [18] mosphärische Refraktion sowie be- je höher die Frequenz und die Leit- trischen, mit gleichförmiger Ge-
Hauptserie. In dem von Rydberg an- sonders für die Absorption. Nach fähigkeit sind. Diese Erscheinung schwindigkeit bewegten Ladung. H.
gegebenen Schema für die Frequen- einem bereits auf H. Bruns zurück- heißt H. Näheres s. Skin-Effekt. [2] ist der Entdecker (1902) der leitenden
zen der Spektrallinien gehenden Vorschlag wird bei der welocksches Gesetz oder Formel Schicht in der-Ionosphäre. Er führte
Aufstellung des Refraktionsintegrals betrifft, eine Beziehung der *Disper- die Vektorrechnung in die Elektrizi-
- 1 1
(welches die Brechungen bzw. Ab- sion der elektrischen *Doppelbre- tätslehre ein, entwickelte sie weiter
var (ar) sorptionen in den einzelnen Schich- ung nl) nL(), also des und bildete die Operatorenrechnung
bedeutet m eine feste ganze Zahl, n ten der Atmosphäre aufsummiert) be- *Kerr-Effektes, aber auch anderer aus. [43]
reits eine möglichst anpassungsfähige künstlicher Doppelbrechungen (*Cot- Heaviside-Schicht, auch Kenelly-
eine Laufzahl. Nach den Werten von
Beziehung (Interpolationsformel) \on-Mouton-Effekt, *Spannungsdop-
m unterscheidet man die einzelnen
nelbrechung), zu der natürlichen Dis- Heaviside-Schicht genannt, ;t die ur-
Serien. Bei der H. ist m= 1 zu set- zwischen Brechungsindex bzw. Ab- version rn (A) des Stoffes. sprüngliche Bezeichnungfi
zen. In ihr sind also alle Übergänge sorptionsvermögen und der Höhe der Die Kerr-Konstante B, welche die Schicht der *Ionosphäre,
(\s-np) zusammengefaßt. Da es Luftschicht angesetzt. Das H. V. be- Differenz der Brechungsindizes der Heaviside und fast gleichzeitig von
sich im Emissionsspektrum um Über- steht darin, daß die so errechneten Schwingungenparallel und senkrecht Kenelly entdeckt wurde, während die
gänge in den Grundzustand des am Refraktionen und Absorptionen mit zum Feld E (gemessen in elektrosta- E-Schicht der Ionosphäre auch
wenigsten gebundenen Elektrons han- den Beobachtungen verglichen und (ischen Einheiten) angibt,ist: Appleton-Schicht genannt wurde. Es
delt, ist die H. ganz besondersleicht daraus die günstigsten Parameter der Gr handelt sich um ionisierte Schichten
anzuregen,sei es durch Temperatur- Interpolationsformel rückwärts be- der Erdatmosphäre, die infolge
erhöhung oder durch Resonanzein- rechnet werden.
Strahlung, d. h. durch Einstrahlen von Lit. Gehrke: Hdb. d. physik. Optik1, S.
ihrer elektrischen Leitfähigkeit mi
Licht der gleichen Wellenlänge. Bei 295 u. 296. Leipzig 1927. [14]
Hauterythemdosis (Hauteinheitsdosis,
alonL -hE tellange und kurze, von der Erde aus-
gesandte elektromagnetische Wellen
den Alkalien beginnt die H. mit der
für das Element charakteristischen Abk. HED). In den Anfängen der @-n" reflektieren und dadurch z. B. den
Linie, z. B. beim Natrium mit der Röntgen-Therapie wurde ein biolo- (h Havelock-Konstante).
Ks ist zunächst für dipolfreie Stoffe
Kurzwellenverkehr über große Ent-
D-Linie. gischer Effekt der Dosierung der
Röntgen-Strahlen zugrunde gelegt: durch molekulare Betrachtungen an-
fernungen möglich machen. Refle
xionsversuche mit elektromagneti-
gramm. [18]
H.in der Astrophysik s. Russell-Dia-
das durch die Bestrahlung auf der yenähert abgeleitet, gilt aber auch schen Wellen dienen daher auch zur
Hauptspannung. Der *Spannungszu- Haut hervorgerufeneErythem. nüherungsweise für Dipolstoffe. Untersuchung der-Schichten undihrer
stand in einem bestimmten Punkte P Als H. wurde diejenige Strahlen- Anoptisch nicht aktiven Flüssigkeiten zeitlichen und örtlichen Veränderun-
eines festen Körpers hat stets die menge einer Strahlung von ungefähr hat es sich sehr gut im sichtbaren gen. Die E-Schicht entsteht durch die
0,7 mm Cu HWS bezeichnet, die bei Spektralbereich bewährt, ebenso bei Ültraviolettstrahlung der Sonne, die
der Spannung 5, die an einem durch
Eigenschaft, daß Größe und Richtung
einmaliger Verabreichung auf ein iasen. Die Temperaturabhängigkeit FF-Schicht durch die von der Sonne
ler Havelock-Konstantenist: ausgehende Korpuskularstrahlen, die
88 9
Hebel Heisenbergsche Theorie
auch die Variationen desen magneüi- Die Methode, für Beobachtungen zur Die Farbtemperatur der H. beträgt Hefnerstilb, Kurzzeichen Hsb. Die
schen Erdfeldes verursach (näheres See ersonnen, erfordert Temperatur- cıwa 1930 °K. Bezeichnung H. soll betonen, daß die
s. Ionosphäre). [16] kenntnis auf 0,001 °C und Ablesung Die H. wurde auch in Österreich und ‚photometrische Einheit *Stilb von
Hebel, s. Maschinen, einfache. des Baromcterstandes auf 0,01 mm ın den skandinavischen Ländern be- der Hefnerkerze und nicht von den
Hebelwaage, ein symmetrischer, genau, ist also praktisch sehr schwer nutzt. Einheiten *Internationale Kerze oder
zweiarmiger Hebel, in der MitteEnden zu handhaben. Erreichbare Genauig-
dreh- Ab 1. Juli 1942 wurde in Deutsch- "Candela abgeleitetist. [13]
bar gelagert, an den äußeren keit: 0,02 cm/s®. [6] land als photometrische Einheit der Heisenberg, Werner Karl. Dt. Physi-
mit den Körpern belastet, deren Mas- Hefner von Altenegg, Friedrich. Dt. !ichtstärke die »Neue Kerze«, ab ker. Geb. 5.12.1901 in Würzburg.
sen miteinander verglichen werden Ingenieur. Geb. 27. 4. 1845 in Aschaf- 1948 *Candela genannt, eingeführt. Schüler von A. Sommerfeld; war
sollen (s. Abb.). Sind die beiden Mas-fenburg, gest. 7.1.1904 in Biesdorf Messungen ergaben folgende Bezie- studienhalber 1924/25 bei N. Bohr,
bei Berlin. H. war ein hervorragen- Iungen zu den Einheiten Internatio- 1926 Lektor a. d. Univ. Kopenhagen.
der Ingenieur und Konstrukteur auf wule Kerze, Kurzzeichen IK, und 1927-41 0. Prof. für theoret. Physik
dem Gebiet der elektrischen Maschi- Candela, Kurzzeichen cd: und Direktor des Inst. für Theoret,
nen und Apparate. Er erfand 1872 1 HK = 0,903 cd 0,886 IK Physik a. d. Univ. Leipzig, 1941-45
a den Trommelanker für die Gleich-
stromgeneratoren und -motoren, des-
sen Vorzüge gegenüber dem bis da-
1IK = 1,019cd = 1,128 HK
Icd = 0,981 IK = 1,107 HK.
Die von der H. abgeleiteten photo-
Direktor des KWI für Physik und 0.
Prof. für Theoret. Physik a. d. Uni
Berlin, 1945-55 o. Prof. a. d. Univ.
BI 3 hin gebräuchlichen Ringanker (Gram-
me) entscheidend für die schnelle
sen nicht gleich groß, so senkt sich Entwicklung der Elektrotechnik wa-
ren. Durch seine Erfindung der Dif-
metrischen Einheiten werden durch
vorgesetzte »H« gekennzeichnet, z. B.
!lefnersülb, Hsb, Hefnerlumen, Him
Göttingen, seit 1956 o. Prof. a. d.
Univ. München und seit 1947 Direk-
tor des MPI in Göttingen, seit 1956
in München. Seit 1956 Mitglied der
das mit der größeren Masse belastete ferentialbogenlampe gab H. auch usw., wenn es notwendigist, dies zum Deutschen Atomkommission. H. er-
Ende der H. soweit abwärts, bisI» die der elektrischen Beleuchtungstechnil Unterschied gegenüber den von der hielt 1932 den Nobelpreis für Physik
»wirksamen Hebelarme« Iı bzw. im einen entscheidenden Anstoß.Die vo: Internationalen Kerze oder der Can- für die Begründung der Quantenme-
umgekehrten Verhältnis wie die Mas- ihm ebenfalls angegebene und la abgeleiteten Einheiten zu beto- hanik, deren Anwendung zur Ent-
sen mı bzw.mz stehen: Die obengenannten Umrech-
Ile meimı. = als die EinheitHefnerkerze
ihm benannte (1884) galı igsbezichungen gelten in entspre- deckung der Allotropen des Wasser-
Voraussetzung für die selbsttätige war ChefchemikerderderLichtquelle.
Fa. Sieme:
E nder Weise. stoffes geführt hat. H.ist ferner Mit-
glied des Deutschen Forschungsrates
‚Anpassung des Hebelverhältnisses an und Halske. [43] Namewurde zu Ehren des öster- und Mitglied vieler Akad. Gesell-
das Massenverhältnis ist ein Abstand \wichischen Physikers Friedrich Hef- schaften der Wissenschaften,seit 1957
'h des Drehpunktes von der Verbin- Hefnerkerze, Kurzzeichen HK, wi cr von Altenegg gewählt. [13] Mitglied des Ordens »Pour le M&-
dungslinie der Ablenkpunkte der von 1896 bis 1942 die in Deutschlan !tefnerlampe. Einheitslichtquelle, in . Hauptarbeiten: Auf dem Ge-
Waagschalen. Die Differenzen mı -mz gesetzlich eingeführte photometrisch welcher Iso-Amylacetat aus einem biete der theoret. Physik, der Atom-
bzw. I1-la dürfen natürlich von vorn- Einheit für die Lichtstärke. !aumwolldocht in einem Neusilber- physik und der Quantenmechanik. H.
herein nicht groß sein, damit der Grundeinheit war sie (willkürlich) sohr von 8 mm Durchmesser mit 40 begründete die Quantenmechanik zu-
Drehwinkel der H. klein bleibt. Eine definiert durch die Lichtstärke, mi hoher, oben scharf begrenzter sammen mit Bohr und Jordan. 1927
gute H. mit reibungsarmen Lagern der die unter Normalbedingun; rußfreier Flamme brennt. Die stellte er seine Unschärferelation auf,
schwingt normalerweise längere Zeit brennende Hefnerlampe in waage, H ichtstärke wird in waagrechter Rich- welche zu den wichtigsten Erkennt-
um die dem richtigen Hebelverhält- rechter Richtung leuchtet. \ung gemessen. Luftdruck, Wasser- nissen der Atomphysik gehört. Fer-
nis entsprechende Gleichgewichtslage Die Normalbedingungen waren: ‚tumpf- und Kohlendioxydgehalt be- ner löste H. das Problem des He-
und ist deshalb mit Vorrichtungen Dochtrohr aus Neusilber ‚hingen kleine Korrekturen (s. a. Hef- liumspektrums, förderte die Erkennt-
zum Abbremsen ausgerüstet. [20] durchmesser 8,0 mm, kerze). [14] nis des Ferromagnetismus und zeigte
Heeckersche Methode der Schwerebe- 0,15 mm), Brennstoff reines Amyl- !iefnerlumen, Kurzzeichen Him. Die 1932, daß die Atomkerne aus Proto-
stimmung. Schwereänderungen kön- acetat, Flammenhöhe 40 mm bei
kohlen. iezeichnung H. soll betonen, daß die nen und Neutronen aufgebaut sind.
nen an Hg-Barometern nicht festge- sättigtem Docht invonruhiger, hotometrische Einheit *Lumen von In den letzten Jahren befaßt er sich
stellt werden, da die Gewichtsände- dioxydfreier Luft 760 Torr Dru ‚ic *Hefnerkerze und nicht von den mit einer einheitlichen Feldtheorie
rung gleicherweise Luft- wie Hg- und einem Feuchtigkeitsgehalt vi !nheiten *Internationale Kerze oder der Elementarteilchen (Weltformel).
Säule betrifft. Das heißt, daß glei- 8,81 Wasserdampf in 1m’ Luft, “Candela abgeleitet ist. [13] 43]
her Luftdruck bei verschiedener Abhängigkeit vom Luftdruckundb, Was Koh. !iefnerlux, Kurzzeichen Hix. Die Be- Heisenberg-Darstellung, s. Darstel-
Schwere auch verschiedene Barome- serdampfgehalt der Luft w k beträ sıchnung H. soll betonen, daß die lung.
terstände fordert. Die Siedepunkts- lendioxydgehalt der Luft hotometrische Einheit *Lux von der Heisenberg-Kraft ist ein phänome-
änderung des Wassers unter ver- die Lichtstärke der Hefnerlampe !iefnerkerze und nicht von den Ein- nologischer Ansatz für die *Kern-
schiedenem Druck bietet ein Mittel, Iwiten *Internationale Kerze oder kraft. Sie ist eine Austauschkraft und
den Druck unabhängig zu messen I= [1,000000035 ( Torr e -760) “Candela abgeleitet ist. [13] verkoppelt mit dem Austausch von
und dadurch zusammen mit dem Ba- rphot, Kurzzeichen Hph. Die Ladungen. Ausführlichere Darstel-
rometerstand auf die Schwereände- w. -5s) -
0,0055 ( (im; tezeichnung H. soll betonen, daß die lung s. Austausch. [7]
rung zu schließen: g = (B — b)/b 80, hotometrische Einheit *Phot von der Heisenbergsche Theorie der Elemen-
wo B der Luftdruck aus der Siede- !iefnerkerze und nicht von den Ein- tartellchen. Die prinzipiellen Schwie-
temperatur, D der Barometerstand, g0 0,0072 ( -035)] HK Iwiten *Internationale Kerze oder rigkeiten in der korrespondenzmi
die Schwere in 45° Breiteist. Candela abgeleitet ist. [13] ‚gen Quantenfeldtheorie (s. Quanten-
o 91
‚heiß Heißluftmaschine
elektrodynamik, S-Matrix, Feldope- Teile einer Anlage, in denen eine so ohne _Gleichrichterwirkung mit star-brennungskraftmaschine, bei der die
rator, axiomatische Feldtheorie, starke Radioaktivität herrscht, daß ker Temperaturabhängigkeit des Wi- Umwandlung von chemischer Ener-
Streuamplitude) und die zunehmende man sie nicht betreten bzw. an ihnen. derstandes. Mechanisch und chemisch gie in der Maschine selbst erfolgt
Fülle der neuentdeckten *Elemen- arbeiten kann, nennt man in über- (evil. bei Luftabschluß) beständig, (innere Verbrennung«). Eine durch
tarteilchen warfen u.a. di tragenem Sinne »heiß«. Die Bezeich- daher technisch verwendbar sind a) den Arbeitskolben A abgeschlossene
auf, ob man diese Schwieri nung ist also synonym zu - planmi CuO, b) UO:, c) Mg-Ti-Spinell, Gasmenge (s. Abb.) wird durch den
nicht durch Einführung neuer Me- Big oder außerplanmäßig — radioa Handelsname Urdox(bis 1934 wurde
thoden der Feldquantisierung (s. tiv verseucht. So spricht man z. B. Urandioxyd benutzt). Die Abb. zeigt
Feldoperator) und einer einheitlichen von einem heißen Kühlkreislauf, Wormseite Aalkseite
Beschreibung sämtlicher Elementar- wenn eine radioaktive Lösung umge-
teilchen bewältigen könne. pumpt wird, von heißen *Zellen, di
Es hat für solche Theorien mehrere bestrahlte hochradioaktive Substan- 4 b
interessante Ansätze gegeben. Jedoch zen aufnehmen. Die Aufarbeitung
sind die diskutierten Modelle bisher derartiger Stoffe, insbesondere au >8 a
entweder zu einfach gewesen, um mit Brennstoffelemente, die vollautoma-
den komplexen Eigenschaften der tisch vonstatten gehen muß, ist Auf,
gabe der heißen Chemie. Als heil x
Elementarteilchen quantitativ ver-
gleichbar zu sein, oder die mathema-
tischen Schwierigkeiten einer viel-
& .
leicht adäquateren Theorie waren zu
groß, um ein bestimmtes Urteil über
ihre Konsistenz möglich zu machen.
Die von Heisenberg seit etwa 1950 StromstärkeI —=
entwickelte Vorstellung ist die, daß
sämtliche Elementarteilchen Zustän- eine mehr oder weniger starke Ab-
de eines einheitlichen Materiefeldes ‚nahmedes Widerstandes mit steigen-
sind, das seinerseits bestimmtenFeld- 1 der Temperatur. Steigt also die Tem-
gleichungen, *Symmetrieprinzipien iße Elektronen (engl. hot electron. peratur des Heißleiters infolge von
und als *Feldoperator bestimmten al- im Halbleiter treten auf, wenn di Stromwärme, so verursacht der sin-
gebraischen Eigenschaften genügen anliegende elektrische Feldstärke kende Widerstand eine vermehrte
soll, wobei die letzteren in wesentli- den Elektronen zwischen zwei Stöl Wärmezufuhr, bis der Kurvenverlauf
chen Punkten von denen der korre- eine Energie erteilt, die ihrer ther sowie der Wärmeverlust an die Um-
spondenzmäßig gefundenen Feldope- mischen Energie vergleichbarist. D: zebung einen Gleichgewichtszustand
ratoren abweichen sollen, um die er- Ohmsche Gesetz verliert seine Gül herbeiführen. Legt man z.B. jeder
wähnten, prinzipiellen Schwierigkei- tigkeit. In Germanium ergibt Lampe einer Serienschaltung einen Heißluftmaschine
ten zu beseitigen. Die Bestimmung CuO-Stab (Kurve a) parallel, so
dieser algebraischen Eigenschaften mittleren Feldstärken die Streu
an akustischen *Phononen ei brennt die Kette auch bei Ausfall
der Feldoperatoren und die Herlei- Strom proportional zu EA; i ciner Lampe weiter, weil der Cu-Stab besonders gesteuerten, mit Durchlaß-
tung der daraus folgenden experi den Strom übernimmt. Weitere An- kanälen versehenen Verdrängerkol-
mentellen Konsequenzen ist das ei- reich hoher Felder dominiert Strei
ung an optischen Phononen, und d wendungen des Typs a) sind: Elek- ben B, der gleichzeitig als Wärme-
gentliche, bisher noch nicht befriedi- Sırom_erweist sich als feldunabhä rische Thermometrie, Temperatur- speicher dient, abwechselnd auf die
gend geklärte Problem. gig. [37] steuerung, selbständige Anlasser, Wi- Warm- und Kaltseite des Zylinders
Trotz all dieser Schwierigkeiten ist Heißkühlung. In der Technik erstandsregelung für Hochfrequenz geschoben und erwärmt bzw. abge-
die von Heisenberg schon früh be- Verbrennungsmotoren benützter Aı im Bereich von 800 bis 1000.00 2 kühlt. Man steuert den Verdränger-
tonte Vorstellung, daß man die zahl- druck für *Kühlung mit hochsied durch Belastung mit Niederfrequenz. kolben durch die Kurbelwelle mit
reichen Elementarteilchen von einer den Flüssigkeiten. Man kommt Zur Stabilisierung von Spannungen etwa 90° Phasenverschiebung gegen-
einheitlichen Theorie her beschreiben durch mit kleineren Kühlflächen a dient Typ b, der bei UO, und Urdox über dem Arbeitskolben.
solle, inzwischen allgemein akzep- (Flugmotoren). Bei Glykol-Wass vorliegt. Zur Herstellung temperatur- Die H.läßt besonders klar das We-
tiert und mit der Fülle der neuent- unabhängiger Hochohmwiderstände sen einer Wärmekraftmaschine er-
deckten Teilchen sozusagen eine Not- gemischen
Siedepunkte:
erhält man die folgend durch Ausgleich steigender mit fal- kennen: die Ausnützung des Wärme-
wendigkeit geworden.
104 °C bei 50% Glykol, Iender Charakteristik wird Typ c ver- übergangs von einem heißen zu einem
Lır. Heisenberg, W.: Rev. Mod. Physics 114 °C bei 80% Glykol, wendet. S. a. Thermistor. kalten Körper mittels eines perio-
2, 269 (1957). - Dürr, H. P., W. Heisen- disch bewegten Arbeitsstoffes (I.
berg, H. Mitter, S. Schlicder und K. 140 °C bei 90% Glykol, 'r. Weise: Techn. Halbleiterwiderstän-
Fr 1949. - Meyer: ATM Z 117 Hauptsatz). Darüber hinaus hatte sie
Yamazaki: Zeitschrift für Naturf. 14a, 162 °C bei 95% Glykol. wenig praktische Bedeutung.
441 (1959). - Dürr, H. P. in: W. Heisen- Bei Hochtemperaturprozessen, z. Heißluftmaschine oder Heißluftmo- In neuerer Zeit wurde die Idee wieder
berg und die Physik unserer Zeit, Hirap.: tor (Caylay 1807). Bei der H. wird
F. Bopp. Braunschweig 1961. - Dürr, H. bei Atomreaktoren, hat die Kü aufgegriffen und durch Lufterhitzer,
P., and W. Heisenberg: Intern. Conf. on lung durch flüssige Metalle Bed lie Arbeitsenergie direkt in Form Kühler und neuartige Wärmeaustau-
High Energy Physics. Dubna 1964. [47] tung gewonnen.[9] von Wärme zugeführt (säußere Ver- scher von sehr großer Austauschge-
heiß. Jene Räume, Materialien oder ‚Heißleiter sind Elektronen-Halbleit brennunge), im Gegensatz zur *Ver- schwindigkeit, durch Verwendungvon
2 ”
————
Heißluftmotor Heliograph
Werkstoffen hoher Temperaturbe- le Wasser dampfförmig bleibt, seine ren H., aus dem man den unteren H.
ständigkeit, durch Druckerhöhung ter von tiefer Temperatur Kondensationswärme also nicht aus- berechnet.
usw. soweit verbessert, daß technisch memenge entziehen unddiese zugleich tzt wird. Dies ist bei den meisten Kein fester Zusammenhang besteht
brauchbare Ausführungen gebaut mit der aus der aufgewandten Arbeit rungen in der Technik der Fall, zwischen H. und Verbrennungstem-
werden konnten. Beim Übergang zu erhaltenen auf einen Körper höherer weshalb man dort den unteren H. oft peratur, da für letztere die Bedingun-
Mehrsystem-Maschinen fallen die Temperatur übertragen. Eine solche ohne nähere Bezeichnung H. nennt. gen der Verbrennung (Luft, Sauer-
bisher für die Steuerung des Ver- "Wärmepumpe kann man zur Hei- Hu ist um die Verdampfungs- bzw. stoff, Vorwärmung, Strahlungsver-
drängerkolbens nötigen beweglichen zung, z.B. eines Gebäudes, benüt- Kondensationswärme des gebildeten
Stopfbüchsen im Arbeitskolben weg. zen, indem man etwa der Außenluft Wassers geringer als H», das sind
Bei etwa gleichem Wirkungsgrad hat von der absoluten Temperatur T; die bei 0°C 2,500- 106 J, kcalkg,
eine solche H. vor den Verbrennungs- Wärmemenge Os unter Aufwendung bei 20 °C 2.29: 10° UK oder 385 kealiker Lir. D’Ans und Lax: Taschenbuch für
kraftmaschinen den Vorzug des Feh- der Arbeit A entzieht und dem auf bei 100 9C 2,257- 10° J/kg oder 539 kcal/kg. Chemiker und Physiker. Berlin-Göttin-
lens von Steuerungsorganen, Zünd- die Temperatur Tı zu_heizenden sei technischen Gasen ist Hu meist Heidelberg 1967, 5. 1461-1466. - Zum
einrichtungen, Einspritzpumpen usw., Raum die Wärmemenge Oı zuführt. um 5 — 15% niedriger als der obere askursus, physikal. und chem. Grund-
so daß die Weiterentwicklung, insbe- Die Güteziffer ist im Idealfalle, bei H. Wird bei der Verbrennung (. B. lagen
technikdermitGasindusirle
Anleitung fürundgastechn.
Brennstoff.
Un-
sondere im Hinblick auf die Betrieb: reversibler Führung des Prozesses von C oder CO) kein Wasser entwik- ersuchungen. Gasinstitut Karlsruhe 1948.
sicherheit, mit Interesse abzuwarten nach dem II. *Hauptsatz kelt, so fallen oberer und unterer H. - Ullmanns Encyklopädie d. techn. Che-
ist. .a N Zusammen. mie.
517081.fürBd.feste
München-Berlin 1951. — DIN
Lır. Pohl, R. W.: Einf. in die Mechanik,
"9-0 A Tier Der obere Heizwert soll jetzt Brenn- Brennstoffe. DIN 1785
Akustik und Wärmelehre. Berlin-Götti wert genannt werden, der untere für flüssige Brennstoffe. - DIN 31900
gen-Heidelberg 1964. - Schmidt, E.: Einf. Je kleiner die erforderliche Tempera-
in die techn. Thermodynamik und in die turdifferenz 7; Ts, um so höher die schlechthin Heizwert, unter Beibe- - Lommerzheim, W.:flüssiger
Prüfung fester und Brennstoffe,
Prüfyerfahren
Grundlagen der chem. Thermodynamik. Güteziffer. Für Tı = 293 °K und T3 = haltung der Zeichen Ho und Hu. nichtklass. Brennstoffe, KWG-Kohlen-
Berlin-Göttingen-Heidelberg 1963. [9] Zwischen H. bei konstantem Volu- wWaserstoffgase 1, 1, 9.1521 (1966). =
Heißluftmotor, s. Heißluftmaschine. 263 °K ist = 9,8! Es wird also ein ınen H» und H. bei konstantem Druck Fritz, W., und K.-H. Bode: Bemerkun-
Heißluftturbinen sind *Gasturbinen gemacht,Vielfaches der Wärmemenge nutzbar !,, gemessen in J/mol, besteht die sen zum Begriff >Heizwerte. DIN-Milt.
aED,
die nach dem kalorischen
mit geschlossenem Kreislauf, bei de- *Arbeitsäquivalent Beziehung 0360), Bachr, M.
nen Luft als Arbeitsgas umläuft. [9] der aufgewende- Vo
Heizfläche ist z. B. bei einem Kessel ten Arbeit entspricht. HH, =nRT=8314nT Nor
Hektar,1 ‚Kurzzeichena, eine in
die den Wärmeübergang vom heizen- Lır. s. Wärmepumpe. [9] (R Gaskonstante, 7 absolute Tempe-
den Medium (Feuerungsgase) zu dem Heizungskraftmaschinen sind Wär- tatur, n Zunahme der Molzahl bei eutschland gesetzlich zugelassene
zu erwärmenden Stoff (Wasser, mekraftmaschinen, bei denen der ‚ler Verbrennung). Flächeneinheit. al
Dampf) vermittelnde Fläche. Im all- Dampf nach der Arbeitsleistung in Der H. von Gasgemischen errechnet Definition:
„1a = 1004 = (100m): = 10000m*.
gemeinen wird die dem Stoff mit dem ein Niederdruckneiz entspannt und sich durch Addition der H. der Ein-
geringeren Wärmeleitvermögen zuge- dort zu Heizungszwecken verwendet selgase.
Hekto, Kurzzeichen h, Vorsatz für
kehrte Oberfläche angegeben, also wird (Gegendruckmaschine, Gegen- Verläuft eine Verbrennung mit Zwi-
meist die dem Gasraum zuweisende druckturbine, s. Dampfmaschine und
Dampfturbine). Der Abwärmeverlust
schenreaktionen, so gilt das *Heß- Hapaiten, bedeutet den Faktor 10°.
Fläche. [9] sche Gesetz von den konstanten Wär-
Heizkraftwerk, s. Heizungskraftma- den. Kraftwerke mit
kann bei H. bes. klein gehalten wer- mesummen. Hele-Shaw-Strömung, 5. Analogie
H. werden kurz Die Bestimmung des H. erfolgt bei für Strömungen.
schinen.
Heizung, S. Erwärmung,Brennstoffe, Heizwertals Heizkrajtwerke bezeichnet. [9] festen und flüssigen Brennstoffe Helikogyre, Schraubenachse in der
ist das Verhältnis der bei meist in der kalorimetrischen *Kristallsymmetrie. [8]
Strahlungsheizung, Infrarot-Technil
Wärmeübertragung, Wärmepumpe. vollkommener Verbrennung eines be, bei Gasen in *Kalorimetern*Bom-ver- Heliograph. Unter dieser Bezeich-
Lit. Ullmanns Encyklopädie d. tech Brennstoffs entwickelten Wärmemen- schiedener Bauart (z.B. Junkers). nung
1, ein gibt es mehrere Instrumente:
Fernrohr
Chemie, 1. Bd. München-Berlin 1951. ge zu der Brennstoffmenge. Die Ein-
Rietscheis, Chr.: Lehrb. d. Heiz- u. Lüt- heit des H. J/mol, J/kg oder J/m?.
Man erhälti. allg. zunächst den obe- mit einer besonderen
tungstechnik. Berlin-Göttingen-Heidel- Früher benützte man die Einheiten
berg 1962. Recknagel-Sprenger: Ta- cal/mol, kcal/kg, kcalim* usw.
jeizung, Lüftung u. Kli- Ho u, streifen, der sich in der
fünchen 1966. - Laakso, H. Oberer H. oder Verbrennungswärme
5
De ie Brennlinie dieser Kugel befindet und
Heizung, Lüftung, Klimatisierung. Z. d. H. für den Fall, daß die Verbren- auf dem die Sonne während ihres
VDI 103 (1961) 29, S. 1447-1455.[9] nungsprodukte auf die Ausgangstem- 106° A 108 Scheinens eine Spur einbrennt, wor-
Heizung durch elektromagnetische peratur zurückgekühlt werden, das an man die Sonnenscheindauerfest-
Wechselfelder, s. Pumpen, magneti- gebildete Wasser also am Schluß des 33,0
32,8 stellen kann; 3. als Nachrichtenmit-
sches. Vorgangs in flüssiger Form vorliegt. 32,9 tel (allerdings kaum noch im Ge-
Heizung, magnetoakustische, eines Es wird hier die Kondensationswär- brauch): Für die Lichttelegraphie be-
Plasmas, s. Heizung, magnetoakusti- me des Wasserdampfes einbezogen, bis is 34,2
34,. vu
is steht er aus einem kippbaren Spiegel,
sche. ferner die Änderung des Wärmein- Athylalkohol 30,0
Benzol 42,1
a mit dessen Hilfe das Sonnenlicht auf
Heizung, ohmsche, s. Ohmsche Hei- halts der Verbrennungsprodukte bei Nlexan 48,5
40,1
den Empfänger geschickt wird. Zur
zung. der Abkühlung auf die Ausgangs- Wasserstoff 142,4 12,8
4,7
119,9 Ausrichtung dient eine in den Strah-
Heizung, reversible. Kehrt man einen temperatur.
10,8
Methan 56 399 50,0 35,9 lengang gesetzte Glasplatte, gegebe-
Carnotschen Kreisproze8 um, so Unterer H., Hu,falls das entstehen- Kohlenoxyd 10,2 123,7 102 12,7 nenfalls mit einem Fernrohr verse-
9 9%
'heliographisch Heliotherapie
hen, durch das Empfänger und Son- hung bei der astronomischen Beob- streng individualisierende Dosie- Nach Abklingen des Erythems er-
nenbild zur Deckung gebracht wer- achtung mit feststehendem Fernrohr. rung nöt scheint ein sekundäres Pigment, das
den. Mit einem leichten Ankippen des Der H. wirft das Licht in die Rich- Fast immerist die äußereHaut Strah- jahrelang bestehen kann. Pigmenti
Spiegels können Lichtsignale als tung der Erdachse; ein zweiter fester lungsempfänger. Sie besteht aus meh- rung kann als allgemein biologische
Morsezeichen übertragen werden. Spiegel reflektiert es in die Beobach- rerenSchichten. Eine Übersicht über Reaktion auch auf Wärme, Röntgen-
Derältere Heliotrop von Gauß dient tungsrichtung. Dieser zweite feste die Lichtverteilung in diesen Schich- Bestrahlung und mechanische Be:
zur Sichtbarmachung von Gelände- Spiegel kann im Fernrohr angebracht ten gibt die Tabelle (nach Bachem). spruchung auftreten. Lichtpigmenti
punkten für Vermessungszwecke. [18] werden und wird dadurch kleiner. Die Reflexion beträgt für helle Haut rung kann allgemein fermentativ
heliographisch werden Koordinaten Die Anforderungen an die Quali im Mittel 40 bis 50%, für dunkle 30%. durch die Dopa-Oxydase, welche Di-
genannt, mit denen Punkte auf der des H. sind ebenso hoch wie die, Die verschiedenen Spektralarten wer- o lalanin in Melanin über-
Sonnenoberfläche nach Länge und welche man an das Objektiv stellt. den verschieden reflektiert. Je gerin- führt (schwarzer Farbstoff), und durch
Breite beschrieben werden und bei ger der Grün-Reflex, desto mehr ver- spezifisch photochemischen Prozeß
denen der Sonnenäquatorals Bezugs- Heliotherapie. Das Licht wirkt je schiebt sich die Hautfarbe von Weiß durch Veränderung von Histi
ebenedient. [5] nach seiner spektralen Zusammen- über Rotzu Braun. Tryptophan und Tyrosin in braun-
Heliometer. Beim H. ist ein Fern- setzung biologisch und therapentisch Die, Absorptionsfähigkeit der Haut rötliche Farbstoffe zustande kommen.
rohrobjektiy längs &ines Durchmes- verschieden. Dabei ist zu unterschei- wechselt mit der Pigmentierung und Pigmentierung wird besonders durch
sers aufgesägt. Beide Hälften lassen den: Helligkeit, Wärmewirkung, Reiz- Durchblutung. Ihre Verstärkung ver- Strahlung oberhalb 310nm bedingt.
sich längs der Trennkante gegenein- wirkung auf die Haut (Erythemwir- hindert ein tiefes Eindringen. Eine zweite Art der Pigmentierung
ander verschieben und liefern dann kung) und photochemische Wirkung. wird durch Strahlung von 310 bis
zwei gegeneinander versetzte Bilder. Die biologische Gesetzmäßigkeit läßt s
, 400 nm. hervorgerufen; doch besteht
Es lassen sich damit zwei Sterne ge- sich wie folgt zusammenfassen: sie lediglich in einer Färbung schon
ringen Abstands voneinander zur 1.Das Gesetz von Grotthus und Dra- vorhandener Pigmentteilchen. Mit

‚Relative Intensität
Sunosuo
Deckung bringen. Vereinigt man bei ‚per: Nur absorbierte Strahlungist UV- und Sonnenlicht können bei
der Sonne oder bei Planeten die bei- wirksam. Ratten Carcinome erzeugt werden.
den gegenüberliegenden Ränder im 2.Es gibt keine Wellenspezifität, wel- Die wichtigste UV-Wirkung ist die
H. miteinander, so läßt sich aus der che sich in ihrer Wellenabhängig- Beeinflussung des Vitaminhaushaltes
notwendigen Verschiebung der Durch- keit der biologischen Prozesse äu- (antirachitische Wirkung durch Vita-
messer dieser Objekte ermitteln. Mit Bert. Es kommtnurauf die am Ort v7 min-D-Bildung, Umwandlung von
dem H. gelang Bessel in Königsberg der Wirkung zur Absorption füh- AN Ergosterin). u
1838 die erste Messung einer Fix- renden Energie an. 200 250 30 30 #00 nm Fermente, Toxine, Antikörper wer-
stern-*Parallaxe. [18] 3.Die Intensität der Wirkung nimmt Wellenlänge den in ihrer Wirkung geschwächt,
Helioskop, Vorrichtung, bei der das
Sonne: it durch geeignete Anord-
ab mit dem Quadrat der Entfer-
nung der Lichtquelle. Die Abhängigkeit der erythemerregenden Bakterien
der Flüsse).
getötet (Selbstreinigung
nung von reflektierenden Prismen 4.Das Gesetz von Bunsen-Roscoe: . Wirkung von der Wellenlänge Therapeutisch dient das UV-Licht
‚oder Glasflächen bzw. durch Polari- Beiallen strahlenbiologischen Wir- Ultraviolettes Licht ruft nach einiger unspezifisch zur allgemeinen Anre-
sation so weit geschwächt wird, daß kungen ist das Produkt aus Inten- Zeit ein Lichterythem auf der Haut gung der Körperfunktion durch Ve
eine direkte Beobachtung der Sonne sität und Zeit konstant (/ m = hervor (Latenzzeit 2 bis 7 h), das eine änderung der Hautfunktion (spezi
ohne Gefahr für das Auge möglich sonst). Der Schwarzschildsche Ex- große Beständigkeit aufweist (etwa fisch zur Bekämpfung von Rachitis
wird. Da diese Vorrichtung i. allg. in ponent p beträgt für rein photobio- 100 h), im Gegensatz zu dem flüch- und Anämie).
tigen Wärmeerythem. Gleichzeitig Rot- und Ültrarotlicht. Es fehlen
Hautschicht nm 200 250 280 300 400 550 750 1000. (140) nm tritt deutlich Pigmentierung auf. Die oberflächliche Reizwirkungen auf die
inmm Erythemwirkungbeginntbei 319 nm. Haut; auch ist es chemisch inakti
100 100 100 100 100 100 100 100 100 appliziert Das Maximum liegt zwischen 303 und dringt aber in tiefere Schichten ei
Stratum 297 nm, das Minimum bei 260 nm. (entzündungswidrige Tiefenwirkung,
cormeum 03 10 81 85 66 20 13 22 29 56 absorbiert reflektiert
und Das Gebiet 298 bis 319 nm mit stär- Reiztherapie, vagotone Wirkung auf
025% 80 87 7% 7 44 wansmittiert kerer Erythemwirkung heißt Dorno- das Nervensystem).
Stratum Bereich; es umfaßt das Ultraviolett Ultrarotstrahlen mit einer Wellen-
malpigii 05 0 8 6 18 3 10 13 6 16 absorbiert des Sonnenspektrums, das als der bio- länge von 800 nm bis 100.000 nm, wie
. ou 91 57 7 6 65 28 transmittiert logisch wirksamste Teil des Sonnen- sie von nichtleuchtenden, dunklen
Corium BR 4 2 absorbiert spektrums ermittelt wurde. Die Spek- Heizkörpern abgestrahlt werden, er-
Stratum sub- 2ı 8 transmittiert tralerythemwirksamkeitskurve deckt wärmen die Hautoberfläche wieder
eutanum 25 0 0 0 0 1 5 20 17 8 absorbiert sich mit der Absorptionskurve des stärker; sie haben therapeutisch kei-
oe 000 0 1 0 0 tansmittiert Tyrosins der Haut im alkalischen Mi- ne besonderen Wirkungen mehr. =
den Strahlengang des Fernrohroku- logische Prozesse 1; für andere lieu für UV-Licht. Auch andere Blaulicht soll die Gewebsoxydation
lars eingebautist, nennt man das H. Prozesse ist er nicht konstant. Aminosäuren und Eiweißkörper der begünstigen und antagonistisch zum
auch »helioskopisches Okularc oder 5.Die Strahlenempfindlichkeit biolo- Haut werden dabei angegriffen, ins- Rotlicht wirken. Beruhigung des Ner-
»Sonnenokular«, [5] gischer Objekte hängt von ihrem besondere Histidin und die Sulfhy- vensystems, sympathikotone Wir-
Heliostat (auch Coelostat genannt), Zustand ab. Erhöhung des Zell- drilkörper, wobei bestrahlte Eiweiß- kung.
durch Uhrwerk angetriebener Pl; lösungen reduzierende Kräfte be- Therapeutisch werden neben der Son-
spiegel zum Ausgleich der Erddre- stoffwechsels
empfindlichkeit.
erhöht die Strahlen-
Daher ist eine kommen. nenbestrahlung Behandlungen mit
% 7
heliozentrisch Helium
den verschiedensten Lampen durch- 12 halb keine Wärmeleitungskonstante dessen Moleküle der Bose-Einstein-
geführt. Als UV-Strahler dienen Whg:grd im gewöhnlichen Sinne definieren. *Statistik_gehorchen, zeigt bei der
Quecksilber- und Kadmiumlampen. 10 b) Innere Reibung. Helium II fließt Temperatur
Im sichtbaren Gebiet werden Metall- auch bei den geringsten Druckunter- 2 N Ne
fadenlampenbenutzt, wie die Sollux- c 8 schieden durch extrem kleine Öffnun- Te Zymk (zu : „) ®
lampe, die ein gelblich-weißes Licht n. Versuche nach der Kapillarröh-
ausstrahlt und stark örtlich erwärmt. Methodeergeben eine unmeßbar eine thermische Diskontinuität, die

n ao
Sie wird benutzt bei Rheumatismus, kleine innere Zähigkeit. Bei den fei »Einstein-Kondensatione. (+ (1)
Neuralgien, Nebenhöhlenentzündun- sten Kapillaren (10cm) ist die durchläuft bei T = T. eine Spitze;
gen und Furunkulose. Zur Rotlicht- Hließgeschwindigkeit unabhängig von unterhalb 7« geht ein immer größe-
therapie können Solluxlampen mit der Druckdifferenz; es gelten also rer Bruchteil der Moleküle in den
entsprechenden Filtern benutzt wer-
is 19203724 2828.30% nicht die gewöhnlichen Gleichungen Grundzustand mit dem Impuls 0
den. Um Wärmestrahlung zu vermei- der Hydrodynamik. Dagegen wird über. Das Verhalten des Gases bei
den, benutzt man mit Neongas ge- bei Zähigkeitsmessungen mit einer in Ta ist einem Phasenübergangähnlich;
füllte Rotlichtlampen. Spezielle Ul- Abb. 1. Spezifische Wärmekapazität von der Flüssigkeit rotierenden Scheibe doch sind die Phasen räumlich nicht
trarotstrahlenbehandlungen werden Helium IX in der Nähe des 4-Punktes ein kontinuierlicher Verlauf der Zi getrennt. In einer Flüssigkeit müssen,
mit_ völlig dunklen Strahlern durch- higkeit beim Durchgangdurch den 4- im Gegensatz zu einem idealen Gas,
geführt, zu denen z. B. die Hexami- /m? existiert. Punkt gemessen; es ergibt sich 1,5°K die Wechselwirkungskräfte zwischen
kronlampe gehört. Diese enthält urch die »A-I ctwa Yo des Wertes oberhalb des A- den Molekülen berücksichtigt wer-
hauptsächlich den kurzwelligen Be- halb von etwa 1 °K verläuft die Punktes. den. Dasist in Strenge undurchführ-
reich der Ultrarotstrahlen. Hierbei Schmelzdruckkurve horizontal, und c) Springbrunnenefjekt. Bei der in bar. Ein sog. »geglättetes Potentiale,
tritt eine. relativ geringe Erhitzung man hat daher, nach der *Clausius-
Clapeyronschen Gleichung
Abb. 3a gezeichneten Anordnung er- das nicht von den Koordinaten aller
der Haut ein.
Lrt. Holzer, W.: Physikal. Medizin. dp _Sn-S
Wien 1947. [29] IE" Yan Von
heliozentrisch, im Gegensatz zu *geo- folglich Sr = Sros. o
zentrisch, sind alle auf die Sonne be-
zogenenBegriffe. [5] ON/m?
Helium, s. Edelgase. “0,
Helium I. Das *Edelgas Helium 35 festes He
wurde im Jahre 1908 von Kamerlingh
Onnesin den flüssigen Zustand über- 3
geführt. Der Siedepunkt des fl 3
gen Helium liegt bei 4,2 °K, seine
kritische Temperaturbei 5,2 %K. Ka- Po
merlingh Onnes und Boks fanden ”
1924, daß die Dichte des flüssigen ”
Helium, als Funktion der Tempera-
tur aufgetragen, bei 2,2 °K (genauer 5
2,19 °K)einen Knick durchläuft, und 0
r K
Keesom und Wolfke führten 1928 die Abb. 2. p-T-Diagramm von Helium in
Bezeichnungen Helium I und Helium der Nähe des ä-Punktes Abb. 3a. Thermomechanischer Effekt Abb. 3b.Springbrunnen-Effekt
1 für die Flüssigkeit über und unter
dieser Temperatur ein. Messungen Der Übergang fest-üssig verläuft gibt sich eine Niveaudifferenz des Moleküle, sondern nur vom Molvo-
der spezifischen Wärmekapazitäten daher unter 1 °K ohne Entropieän- Helium II, die mit steigender Wär- lumen abhängt, führt zu dem Ergeb-
von Keesom und Clusius im Jahre derung und ist ein rein mechanischer mezufuhr und mit sinkender Tempc- nis, daß die Entropie der Flüssigkeit
1932 ergaben ebenfalls einen anoma- Prozeß. Aus dem Verlauf des spezi- ratur wächst. ‘Mit der Anordnung der des idealen Bose-Einstein-Gases
len Verlauf; er wird durch Abb. 1 fischen Volumens und dem 1. Haupt- Abb. 3b kann man einen Springbrun- gleich ist und daher berechnet wer-
wiedergegeben. Die Form der Kurve, satz kann man schließen, daß zwi- nen von Helium II bis zu mehreren den kann. Für Helium ergibt sich
die auch bei anderen Substanzen vor- schen 1,7°K und 1 °K die spezifische ‚cm Höheerzeugen. S(T)=1,28R und $(2,19 °K) = 0,77
kommt, gibt Anlaß zu der Bezeich- Energie des flüssigen Heliums grö- d) Oberflächenfilm, genannt Rollin- R, während der empirische Wert am
nung >A-Punkt« für die singuläre Ber als die des festen ist. Film, Niveaudifferenzen zwischen an- 4-Punkt0,8 R ist. Diese Übereinstim-
Stelle. Abb.2 gibt das p-T-Diagramm Helium II besitzt nun eine Reihe völ- grenzenden Gefäßen gleichen sich mung veranlaßte F. London 1938 zu
des Heliums für tiefe Temperaturen lig anomaler Eigenschaften: durch einen Film aus, der über die der Annahme, daß der Übergang von
nach Messungen von Keesom und a) Wärmeleitfähigkeit. Die Wärme- Trennungswand hinwegkriecht. Die Helium I zu Helium II am A-Punkt
Mitarbeitern wieder. Man erkennt, leitung in Helium II ist abnorm hoch. Dicke solcher Filme ist von der Grö- eine durch die intermolekularen
daß es keinen *Tripelpunkt für die Siest aber nichtproportional |grad 7, Benordnung 10cm, die Kriechge- Kräfte modifizierte Einstein-Kon-
feste, flüssige und gasförmige Phase sondern, von feinen Schlitzen oder schwindigkeit 20 bis 40 cm/s. densation ist. Diese Annahme wird
gibt, daß vielmehr festes Helium nur Kapillaren abgesehen, etwa propor- Zweiflüssigkeitsmodell und weitere dadurch gestützt, daß sich die Eigen-
oberhalb eines Druckes von 24,5 : 10° tional |grad 7|*%. Man kann des- Versuchsergebnisse. Ein ideales Gas, schaften von Helium II wenigstens
98 9
Helium
qualitativ als Eigenschaften eines Bo- von Zähigkeitsexperimenten(s. oben) Transport von Wärme in Richtung Zu den allgemeinen thermo-hydro
se-Einstein-Gases unterhalb desKon- verständlich. Die Strömungin engen des Temperaturgradienten nach dem dynamischen Gleichungen für das
densationspunktes verstehen lassen. Kapillaren wird allein von der Su- 2. Hauptsatz ein entsprechender Be- Zweiflüssigkeitsmodell kommt man,
Daß sich die Flüssigkeit nahezu wie perflüssigkeit getragen undist daher trag an mechanischer Arbeit geleistet wenn man die Massenstromdichte
ein Gas verhält, erklärt sich durch reibungslos. Eine rotierende Scheibe werden, die nach Tisza der Energie 99 = Qsds + On in 9
den ungewöhnlich großen mittleren aber steht nur mit der normalen Flüs- der inneren Konvektion entnommen
nicht gleich 0 setzt wie oben für die
‚Abstand der Atome im flüssigen He- sigkeit in Wechselwirkung. wird. Es kann also kinetische Ener- thermischen Wellen, sondern für »
lium. Das Atomvolumen ist, unge- Drehschwingungen eines zylindrischen gie der inneren Konvektion in Tem-
die normale hydrodynamische Glei-
fähr 3mal so groß, wie es sich klas- Gefäßes. Die Existenz zweier Flüssig- peraturenergie verwandelt werden
chung ansetzt. Zusammen mit der
sisch aus dem Wechselwirkungspo- keiten wird unmittelbar gezeigt durch und umgekehrt. Setzt man die ge- Gleichung(7) und den *Kontinuitäts- |
tential zweier Helium-Atome erg ‚ein Experiment von Andronikashvili samte Stromdichte (4) gleich 0, so
gleichungen für die Massendichte und
ben würde. Die Ursache hierfür ist (1946). Ein mit. Helium IL gefüllter führt diese Überlegung zu der Diffe-
die Entropie s, bezogen auf die Mas-
die *Nullpunktsenergie der Helium- Zylinder wird in Rotationsschwi rentialgleichung se, erhält man dann ein System von
Atome, die im Vergleich zu ihrer ge- gungen versetzt und aus der Schwin- Differentialgleichungen, das die Ei-
ringen Wechselwirkungsenergie schr gungsdauer sein Trägheitsmoment int ors-eradT=0, M genschaften des Zweiflüssigkeitsmo-
hoch ist. . bestimmt. Es zeigt sich, daß das Träg- dells vollständig bestimmt. Zur Be-
Im Anschluß an diese Annahmen heitsmoment des Flüssigkeitsinhalts und bei Vernachlässigungaller nicht-
handlung irreversibler Effekte müs-
entwickelte L. Tisza ab 1938 die bei etwa 1 °K von einem Maximal- linearen Gliederergibt sich eine Wel-
sen in der Differentialgleichung für
Zweiflüssigkeitstheorie. Danach ist wert beim A-Punkt auf 0 herunter- lengleichung für die Temperatur T,
n die nur bei der normalen Flüssig-
Helium II aus einer Superflüssigkeit geht. Nur die normale Flüssigkeit d.h. eine Differentialgleichung, die
keit auftretenden Reibungsglieder be-
(Dichte 9,, Strömungsgeschwindigkeit nimmt an der Drehbewegung teil. auch in der Zeit von 2. Ordnungist,
rücksichtigt werden (Khalatnikov
2,) und einer normalen Flüssigkeit Der Versuch erlaubt, das Verhältnis im Gegensatz zu der gewöhnlichen
Wärmeleitungsgleichung, die nur dis- 1952). Setzt man alle Geschwindig-
(», d„) zusammengesetzt, so daß die @n/e zu berechnen. keiten und Beschleunigungen gleich
samtdichte Mechanokalorischer Effekt. Zwei Be- sipative Effekte darstellt. Es müssen
0, so folgt die Gleichung des thermo-
@= 0: + On ® hälter A und B mit den Temperatu- also außer den normalen Schallwel-
mechanischen Effektes
unddie Massenstromdichte ren Ta und Ts sind durch eine Ka- len, bei denen sich beide Flüssigkei-
ten in Phase bewegen, Temperatur-
pillare verbunden, durch die nur die gradP=gs-gradT (10)
1 = Qu: + OnDn @ Superflüssigkeit fließen kann, wobei wellen existieren, bei denen die Ge-
samtstromdichte j 0 ist und eine (P_Druck) und des mechanokalori-
ist. Die Superflüssigkeit entspricht keine Entropie transportiert wird. Phasendifferenz ı zwischen den Be- schen Effektes ®
der kondensierten Phase des Bose- Bei adiabatischer Ausführung des wegungen beider Flüssigkeiten auf- Q=sT «an
Einstein-Gases; g» wächst also von 0 Versuches bleiben also die Entropien
bis 9, wenn 'emperatur vom A- von A und B trotz Änderung der tritt. Die _Phasenfortpflanzungsge- (Q abgegebene Wärmemenge, bezo-
Punkt bis auf 0 °K abnimmt. Die ge- Massen unverändert. Bei einer Strö- schwindigkeit v1) dieser Wellen, die gen auf eine Masseneinheit des Flüs-
samte Superflüssigkeit stellt einen ei mung von A nach B muß daher Tı second sound genannt werden, ist sigkeitsstromes).
zigen Quantenzustand dar und be- steigen und Ta sinken. Um die Tem- gegeben durch
a 8T 3 Jahre nach Tisza entwickelte L.
sitzt keine Entropie. Enge Öffnun- peraturen konstant zu halten, muß A vn? r ® Landau eine andere Version der
gen oder Kapillaren, durch die nur Wärme entzogen, B Wärmezugeführt Zweiflüssigkeitstheorie. Er geht nicht
die Superflüssigkeit ließen kann,wir- werden. Auf Grund empirischer Werte für die von der Einstein-Kondensation eines
ken daher als »Entropiefiltere. Es Thermomechanischer Efjekt, auf dem Entropie s, bezogen auf die Masse, Gases aus, sondern faßt Helium I
hat also keinen Sinn, von Zusam- der Springbrunneneffekt (s. oben) und für die Atomwärme c» ergeben als ein Quasikontinuum auf, dessen
menstößen in der Superflüssigkeit zu beruht. Wenn zwischen A und B eine sich aus (8) Geschwindigkeiten, die angeregte Zustände quantisiert sind.
sprechen. Der Zähigkeitskoefizient Temperaturdifferenz besteht, so muß, ein Maximum von '20,2 m/s bei 1,56 Er nimmt zwei Arten von angeregten
der Superflüssigkeit wird gleich 0 ie sich ableiten läßt, im Gleichge- °K haben. Zuständen an, die Phononen und die
gesetzt. Die normale Flüssigkeit ist wicht auch eine Druckdifferenz be- Die thermischen Wellen wurden 1944 Rotonen. Die Phononen sind longi-
der Träger der thermischen Anre- stehen, wobei der höheren Tempera- von V. Peshkov aufgefunden. Sie tudinale Schallwellen; sie stellen die
gung der Superflüssigkeit. Für die tur auch der höhere Druck entspricht, wurden erzeugt mit einem mit Wech- Potentialströmung der Flüssigkeit
gesamte Entropie s der Masse und Besonders wichtig und interessant ist. selstrom geheizten Draht und nach- dar, die durch rot » = 0 gekennzeich- |
die Entropie sn der Masse der nor- die Erscheinung der thermischen gewiesen mit einem Widerstandsther- netist. Die Rotonen entsprechen An- |
malen Flüssigkeit gilt daher Wellen (second sound). Die Dichte mometer. Es zeigte sich keine Dis- regungen von Wirbelbewegungen
der kinetischen Energie ist persion zwischen 30 und 10000 Hz. Got» +0).
@5= Onsn. o Bei nicht allzu tiefen Temperaturen Berechnet man die spezifische Wär-
Die normale Flüssigkeit besitzt einen E= 4 Quo+ gun) © wurde gute Übereinstimmung mit mekapazität von Helium II nach der
Zähigkeitskoeffizienten 1» (7), der für Formel(8) erreicht. Die Bezeichnung von Debyefür Festkörper entwickel-
T-Tı in den Zähigkeitskoeffizien- lt 1 Qu on der thermischen Wellen als second ten Theorie in der Annahme, daß nur
ten yı von Helium I übergeht.
Diese Theorie vermag folgende Er-
scheinungen zu erklären:
2
‘ + 2
lu.
Das letzte Glied wird die kinetische
sound ist nicht sehr glücklich, weil
sie sich weder durch einen mechani-
schen Oszillator (wenigstens nicht
longitudinale Wellen, d. h. Phononen,
einen Beitrag liefern, so erhält man
für genügendtiefe Temperaturen ein
Zähigkeitsmessungen., Zunächst wird Energie der inneren Konyektion ge- ohne besondere Maßnahmen) erzeu- T3-Gesetz, was für T<0,6°K von
ohne weiteres der scheinbare Wider- inannt. Beschränkt man sich auf re- gen, noch durch ein Mikrophon nach- der Erfahrung bestätigt wird. Auch
spruch zwischen den beiden Arten versible Vorgänge, so muß beim weisen lassen. der Proportionalitätsfaktor, den man
100 101
Helium Helium
aus der empirisch bestimmten Schall- thermodynamik. Sie erlaubt z. B., rigsten Anregungszustände longitu- für eine Kurve, die das ausgeschlos-
geschwindigkeit berechnet (c = 237 die Wirkung des second sound auf dinale Schallwellen, also Phononen, sene Gebiet umschlingt, nicht zu ver-
m/s), stimmt befriedigend mit den eine *Rayleigh-Scheibe zu verstehen sind und die durch (12) gegebenen schwinden. Wegen der Eindeutigkeit
Messungen überein. Energie und Im- und zu berechnen, die ja zunächst Energien und Impulse besitzen. Die
der Amplitudenfunktion (15) ist $ ds
puls eines Phonons der Frequenz @ ein Nachweis- und Meßinstrument zugehörige Amplitudenfunktion ent-
‚oder der Wellenzahl k sind für gewöhnlichen Schall darstellt. Ob- hält @ als Faktor.
Epnon “No = ck, Ponon = Ik, gleich beim second sound die Ge- Für höhere Anregungszustände, die = 2na, also
also E=cP. (12)
Für die Rotonen setzt Landau die
samtströmung sd. + Qntn = 0 ist,
erfährt die Rayleigh-Scheibe ein
mit den Rotonen zu identifizieren
sind, konstruiert Feynman ebenfalls facae-
demo, an
Energie-Impulsbeziehung in der Drehmoment, weil dieses von v* ab- die Amplitudenfunktion und gewinnt
Füreinen makroskopischen Torus ist
Form hängt und daher von der Richtung für die Energieniveaus in einer ersten auch der niedrigste der Zustände (17)
von v unabhängig ist. Die Wirkun- Näherung den Ausdruck viel höher als die Rotonenergie A
a3) gen der beiden enigegengesetzten ke
Ivel. (13)]. Der Drehimpuls der Flüs-
an;sie besitzen also eine Nullpunkts- Strömungen summieren sich also. EN Zus
igkeit in einem Torus ist, wie eine
energie A, einen Nullpunktsimpuls Messungen von Pellam und Morse wo S(k) von der räumlichen Vertei einfache Rechnungzeigt, h pro Atom.
Do sowie eine effektive Masse a und (1950) sind in vorzüglicher Überein- Die Existenz einzelner Zirkulations-
werden dahererst bei etwas höheren stimmungmit diesem Ergebnis. lung der Atome in der Flüssigkeit ab-
hängt und aus Röntgenbeugungsmes- quanten von der Größe him ist von
Quantentheorie des Heliums Hi. Lan- sungen entnommen wird. 8 (k) hat, W.F. Vinen durch Versuche mit He-
Temperaturen angeregt. Bei geeigne- dau behandelt die Hydrodynamik lium II in einem rotierenden Behälter
ter Wahl von A, po und # werden die
Messungsergebnisse über die spezi- wirbelfreier Flüssigkeitsströmungen wie bei anderen Flüssigkeiten, ein
nachgewiesen worden.
nach der Methode der Quantenfeld- Maximum, wenn die k entsprechende
Wegen der Quantelung der Zirkulat
fische Wärmekapazität und den se-
cond sound gut wiedergegeben. Die theorie (s. Quantentheorie der Wel- Wellenlänge gleich dem Abstand der
tion kann die Flüssigkeit Energie nur
Gesamtheit der angeregten Zustände lenfelder). Auf diesem Wege gelingt nächsten Nachbarn eines Atomsist.
in großen Beträgen abgeben. d. h. in
es, die Energie-Impuls-Bezichung (12) Somit hat E (k) für solche Werte von
kein Minimum. Zunächst gilt der Phononen und Rotonen verwandeln.
kann als eine Mischung aus einem für die Phononen abzuleiten. Für Be- Die hierzu nötigen Geschwindigkeiten
Phononen- und einem Rotonen-Gas wegungen mit Wirbeln ist dieses Ver- Ausdruck (14) nur in der Nähe seines
sind einige 100mal größer als diejeı
angesehen werden; sie bildet die
»normale« Flüssigkeit. Statistische fahren nicht vollständig durchge- Minimums; er geht aber für kleine
gen, bei denen sich erfahrungsgemäß
Betrachtungen geben Qn und die ther- führt, k in den für Phononen abgeleiteten
ein Widerstand gegen eine Superströ-
Diese feldtheoretische Methode kann Ausdruck h k c über und gilt also von
kleinen k bis in die Gegend des rezi- mung bemerkbarfürmachdieses Verhalte:
modynamischen Gröl als Summe
von Beiträgen der Phononen und der aber kein vollständiges. auf die Atom-
Rotonen, so lange die Wechselwir- eigenschaften gegründetes Verständ- proken Atomabstandes, Damit wird Die Erklärung
das von Landau angenommene und einer Superströmung, die von Onsa-
kung zwischen ihnen nicht zu groß, nis des Energiespektrumsliefern, weil ger und von Feynman unabhängig
d.h. die Temperatur nicht zu nahe die Flüssigkeit nur durch makrosko- mit der Erfahrung übereinstimmende
Energiespektrum E(p) (Formeln (12) voneinander gegeben wurde, beruht
am A-Punktist. pische Mittelwerte, wie Dichte, und (13)] qualitativ auf der Annahme, daß sich in der
Die Berechnung der second-sound- Stromdichte und Geschwindigkeit, Superflüssigkeit eine große Zahl fei-
Geschwindigkeit vı auf Grund der beschrieben wird, R. P. Feynmansicht auch quantitativ be: ie
ner Wirbelfäden bilden kann, deren
beiden Fassungen der Zweiflüssig- die Theorie des flüssigen Heliums nächst linear in p und fällt dann bei
Querschnitt die Größenordnung von
keitstheorie von Tisza und von Lan- grundsätzlich als ein Vielkörperpro- P = pozu einem Minimumab.
‚Atomabständen hat und die entweder
dau führt zu einer verschi blem an, das nach der *Schrödinger- Wenn die Flüssigkeit strömt, aber »
von Wand zu Wand reichen oder
Temperaturabhängigkeit. Gleichung zu behandeln ist. Als po- mit dem Orte nur langsam veränder-
Wirbelringe bilden. Sie werden von
ergibt sich für vın eine Abnahme von tentielle Energie setzt er das Wech- gen vorhandensind, so ist die Ampli-
lich ist und keine anderen Anregun-
der Flüssigkeit wirbelfrei umströmt.
einem Wert von etwa 20 m/s ober- selwirkungspotential zweier Helium- Diese Wirbelfäden können sich bei
halb 1 °K auf den Wert 0 bei 0°K, atome ein, das aus quantenmechani- tudenfunktion von der Form
genügend großer Strömungsgeschwin-
während die Phononen-Rotonen- schen Rechnungen bekanntist, sum- wu, us digkeit auf Kosten der kinetischen
Theorie von Landau eine Zunahme miert über alle Atompaare. Qualita- Energie der Flüssigkeit, z. B. beim
ive Überlegungen führen dann zu worin die Phasenfunktion s mit ®»
Austritt einer Strömung aus einer
auf den Wert vı/Y3= 138 m/s erwar- inem Ansatz für die Amplituden Öffnung oder an festen Wänden, bil-
durch
ten läßt. Die Messungen ergeben funktion p (fi, %a,...ty) des Systems. h den; sie bedeuten einen Verlust an
einen Anstieg, der zugunstender letz- Die Amplitudenfunktion @ (ft, ta, v-grads (16) Strömungsenergie. Abschätzung der
teren Theorie spricht. tw) des Grundzustandes kann re kritischen Geschwindig ergibt
Allgemeine Zweiflüssigkeitsthermo- angesetzt werden; sie hat keine Kno- verbunden ist. v ist als die Geschwin-
dynamik. Wenn man in den hydro- tenflächen. Mithin ist überall 9 > 0. digkeit d. der Superflüssigkeit zu in- einen Wert von der Größenordnung
dynamischen Gleichungen auch die @ ist auf Grund der Bose-Einstein- terpretieren. des beobachteten Wertes.
nichtlinearen Glieder beibehält und Statistik symmetrisch in allen r, hat einem einfach zusammenhänge: Die Existenz der Wirbeifäden wurde
für die normale Flüssigkeit die Rei- seine größten Werte für nahezu Gebiet mit festen Wändenist ds } durch Experimente von H. E. Hall
bungsglieder der Hydrodynamik ge- gleichmäßige Verteilung der Atome In einem 2fach zusammenhängenden und W. Vinen über den Durch-
wöhnlicher Flüssigkeiten sowie den und fällt stark ab für Verteilungen Gebiet, also z. B. in einem Torus, gang von second sound durch rotie-
Entropietransport und damit mit wesentlichen örtlichen Abwei- rende, mit Helium II gefüllte Behäl-
Wärmekonvektion einführt, so erhält chungen von der mittleren Dichte. Es braucht aber die "Zirkulation #_urdt ter sehr wahrscheinlich gemacht.
man die allgemeine Zweiflüssigkeits- läßt sich dann zeigen, daß die nied- Es besteht die Vermutung, daß man
102 103
Heliumalter Hellfeldbeleuchtung
die kleinsten Wirbelringe mit den Ro- *Bahndrehimpuls Null, so daß das H. men,weder mit anderen Atomen noch be und der Sättigung (vgl. Farbemp-
tonen zu identifizierenhat. keinen Drehimpuls und kein magne- untereinander. findung).
‚Helium-Isotop mit der Massenzahl 3 tisches Moment besitzt; Helium ist Lrr. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./
12. Aufl. Berlin 1967. [1]
Die H. hängt von der Helligkeit des
@He). Die Atome von ®He genügen daher diamagnetisch, Auf dem ins Auge fallenden Strahlenbündels
nicht der Bose-Einstein-, sondern der Grundzustand baut sich ein System Heliumkern, s. Alpha-Teilchen. ab. Dabei vermittelt jeder Wellenlän-
Fermi-Dirac-Statistik. He kann da- angeregter Zustände auf, bei denen Heliumspektrum, s. Heliumatom. genbereich des sichtbaren Spektrums
her keine Einstein-Kondensation be- ebenfalls die Spins der beiden Elck- Heliumsterne. Sterne der *Spektral- im Auge einen anderen spezifischen
sitzen. Dementsprechend haben die tronen entgegengesetzt gerichtet sind, klasse B, die als sehr heiße, weiße Helligkeitseindruck (s. Augenemp-
Untersuchungen von flüssigem ®He also alle Singulett-Terme darstellen. Sterne (Beispiel: Rigel im Orion) im findlichkeit und IBK-Kurve). Dabei
keine mit Helium II vergleichbaren Diese Terme bilden zusammen das kontinuierlichen *Spektrum in erster ist aber im Auge zu behalten, daß bei
Eigenschaften ergeben. Allerdings *Singulettsystem des Heliumspek- Linie dunkle Heliumlinien, wenige der Definition der Helligkeit (Flä-
gibt es theoretische Gründe, die bei trums. Wasserstoff- und wenige Caleium- chenhelligkeit bzw. Leuchtdichte)
sehr tiefen Temperaturen doch einen Es gibt jedoch auch Zustände, in linien zeigen.[5] wohldie spektrale Abhängigkeit der
Übergang einen superfluiden Zu- denen die beiden Spins parallel ste- Helizität. Hierunter versteht man die H. (Augenempfindlichkeit) mit be-
stand möglich erscheinen lassen. Bis- hen, so daß ein resultierendes Spi Projektion rücksichtigt wurde, nicht aber der
her ist aber beim .’He weder eine momenth/2 ı entsteht. Diese Zus v5 Umstand, daß die H. nicht der Hel-
Anomalie der spezifischen Wärmeka- de, deren tiefster ein 2’S-Zustand ligkeit (Leuchtdichte) eines fixierten
pazität noch Superfluidität aufgefun- ist, bilden zusammen ein Triplett- AT] Gesichtsfeldes proportional ist. Zwei
den worden. system. Bei der Lichtemission und des Spins s eines *Elementarteilchens gleichfarbige Gesichtsfelder gleicher
Lrr. London, F.: Superfluids. Vol. II -absorption kommen nun nur Über- auf seine Impulsrichtung p/ | p |. Die Helligkeit, aber verschiedener spek-
New York, London 1954. - Progress in gänge zwischen Singulett-Termen H. hat Bedeutung bekommen im Zu- traler Zusammensetzung rufen unter
Low Temperature Physics, Amsterdam. oder Übergänge zwischen Triplett- sammenhang mit der Verletzung der sonst gleichen Umständendie gleiche
Vol. 1, 1957, Artikel von Gorter, Feyn- Invarianz gegenüber *Raumspiege-
man, Pellam, Hollis Hallett, Hammel, Termen vor, nicht dagegen Über- Helligkeit hervor, nicht aber erzeugt
Beenakker und Taconis. Vol. IL, 195,
Artikel von De Boer, Kramers, Winkel gänge zwischen einem Singulett- und lungen bei *schwachen Wechselwir- die Verdopplung der Helligkeit eines
und Wansik, Atkins. Vol. III, 1961, Arti- einem Triplett-Term. Dadurch be- kungen (s. a. Parität). Die Größe H Feldes die Verdopplung der H. Inso-
kel von Vinen, Careri, Buckingham und steht das Heliumspektrum aus zwei ist nämlich ein Pseudoskalar, d. h. sie fern ist die Definition der Helligkeit
Fairbank, völlig getrennten Liniensystemen, ist invariant gegenüber eigentlichen nur unvollständig der H. angepaßt,
und Cohen:Grilly
Piiya.undRev.
Hammel, - Feyman
120, 1189 (350). dem Singulett-System und dem Tri- Drehungen und ändert ihr Vorzei- im Gegensatz zu dem entsprechenden
plettsystem. Man bezeichnet das chen bei Raumspiegelungen (wegen Begriff in der Akustik,‘der Lautstär-
Heliumalter ist das Alter eines radio- erstere auch als Spektrum des Par- ?— 9, 58). Ist daher eine Theo-
rie invariant gegenüber Raumspiege-
ke, bei deren Definition dem unge-
aktiven Minerals, z. B. von Uran oder heliums, das letztere als Spektrum lungen (s. Symmetrieprinzipien in den
fähr logarithmischen Zusammenhang
Thorium, das auf Grund seines He- des Orthoheliums, da manfrüher ge- Elementarteilchen), so sollte H unter
zwischen Reiz und Reizempfindung
liumgehalts berechnetist. Das Helium glaubthatte, zwei verschiedene Arten bestimmten Voraussetzungen im Mit-
(Weber-Fechnersches Gesetz) Rech-
entsteht beim «-Zerfall der Kerne. von H.vor sich zu haben. Es handelt tel verschwinden. Die Experimente
nung getragen wurde. Ist die Leucht-
Die Art der Berechnung ‚ist analog sich aber nur um zwei verschiedene dichte einer betrachteten Fläche zu
der der Bleimethode.S. Bleialter und Arten von Zuständen. Durch thermi- zeigen, daß dies bei schwachen Wech- groß, so wird die Sehtätigkeit beein-
‚Altersbestimmung,radioaktive. [7] sche Zusammenstöße von H. können selwirkungennicht der Fallist. trächtigt, d. h. es tritt Blendungein.
Heliumatom. Das H., bestehend aus der Parheliumzustand und der Ortho- Lır. Grodzins, L.: Progress in Nucl. Dabei wird ein helladaptiertes Aug
heliumzustand ineinander übergehen, Phys. 7, 163 (1959). [a7] (6. Helladaptation) wesentlich weni-
dem zweifach geladenen Heliumkern
und es bildet sich ein ihermisches Helladaptation. Unter den zwei Ar- ger geblendet als ein dunkeladaptier-
(s. Alpha-Teilchen) und zwei Elektro- ten von Rezeptoren in der Netzhaut, tes. 17]
nen, ist nächst dem Wasserstoffatom Gleichgewicht zwischen beiden aus. den Stäbchen und den Zapfen, dienen
das einfachste Atom. Trotzdem läßt Dajedoch der tiefste Orthoheliumzu- die Stäbchen für die Beobachtung bei Hellfeldbeleuchtung. Bei der mikro-
schon das H. sich nicht mehr auf stand um 19,8 eV höher liegt als der schwacher Beleuchtung. Die Zapfen skopischen Abbildung erscheinen die
Grund des Bohrschen Atommodells tiefste Parheliumzustand, der eigent- sind für das Sehen bei hellem Licht Objekte vor einer gleichmäßig leuch-
behandeln (viel cher ist dies einer liche Grundzustand, befindet sich bei bestimmt. Die Stäbchen sind emp- tenden Fläche. Da eine entsprechend
gewissen Näherungwieder bei den an normaler Temperatur nur ein sehr findlicher, aber farbenblind; sie sind ausgedehnte Lichtquelle nicht immer
sich. viel komplizierteren Alkaliato- kleiner Bruchteil der H. im Orthozu- bei Leuchtdichten bis zu’ 0,02 asb zur Verfügung steht, muß man durch
men möglich, da dort ein Elektron stand. allein wirksam. In dem Übergangs- den *Abbeschen Beleuchtungsappa-
besonders lose gebundenist, während Die wichtigsten Daten des H. sind: gebiet bis zu etwa 20 asb wirken Stäb- rat eine Lichtquelle in geeigneter
im H. die beiden Elektronen gleich- Ordnungszahl 2; Isotopengewicht chen und Zapfen zusammen, wobei Weise abbilden. Die Objekte werden
berechtigt sind). Die Struktur des H. 4,0026 bzw. 3,0160 bei dem seltenen, die Stäbchen durch Blendung in zu- von dem Licht durchstrahlt und ma-
konnte erst mit Hilfe der Quanten- im natürlichen Helium zu 0,1% nehmendem Grade außer Funktion chen sich durch die verschieden starke
mechanik quantitativ geklärt werden. enthaltenen Isotop *He; Masse gesetzt werden. Oberhalb von 20 asb Absorption ihrer Strukturen sowie
Im Grundzustand des H., der ein 6,662 .10*°g; Ionisierungsenergie herrscht reines Tagessehen mit voller durch Lichtstreuung erkennbar. Rei-
Singulett-S-Zustand ist, sind die 245 eV (größte Ionisierungsenergie 'Farbwahrnehmung. Man spricht dann chen diese nicht aus, so kann oft
Spins der beiden Elektronen entge- aller Atome); zur Abtrennung des von H. [18] durch künstliche Mittel, z. B. durch
gengesetzt gerichtet, so daß das re- zweiten Elektrons sind weitere 54,2eV Hellempfindung. Bei jeder Lichtemp- Anfärben oder durch Polarisation,
sultierende SpinmomentNull ist. We- erforderlich. findung sind zu unterscheiden: Die eine bessere Beobachtung ermöglicht
gen des S-Zustandes ist auch der H. treten nicht zu Molekülen zusam- Empfindung der Helligkeit, der Far- werden. Objekte, die nur geringe
104 105
Helligkeit Helmboltz-Lagrange
Brechwertunterschiede, aber keine oder, instrumentell meßbaren Ge- und Vorstand des dortigen Phys. Abbe-Helmholtzsche *Sinusbedin-
Absorption aufweisen, bleiben in der samthelligkeit. Kurzfristige H. von Inst., 1888 Präsident der Phys.-Techn. gung
H. unsichtbar. Dem Sichtbarmachen Sternen finden sich bei den veränder- Reichsanstalt in Berlin-Charlotten- vo» sin do = B vi sin dı
dieser dienen andere Beleuchtungsar- lichen “Sternen. Sie sind Schwankun- burg. H. war einer der hervorragend- ür die stigmatische Abbildung zweier
ten. Es kommen außer der H.für die gen der Helligkeit um einen mittleren sten Naturwissenschaftler des 19. Linienelemente aufeinander. Bei klei-
mikroskopische Beobachtung noch in Wert. Plötzliche, einmalige (bzw. sehr Jahrhunderts. Hauptarbeiten: Er gab nen Öffnungswinkeln kann in der
Betracht: das *Dunkelfeld, *Schlie- seltene) H. eines Sternes treten bei die exakte Begründung des Gesetzes letzten Formel der sin durch den tan
renverfahren und *Phasenkontrast- *Noyae auf, doch geht auch dort die von der Erhaltung der Energie (1847). ersetzt werden, und man gelangt zum
verfahren.[18] Helligkeit nach Durchlaufen eines Umfassende Arbeiten und Erkennt- *Helmholtz-LagrangeschenSatz.
Helligkeit ist ein Wort der Umgangs- ‚Ausbruches aufeinen dem ursprüng- nisse auf optischem und akustischem Lrr. Hab. d. Physik, hrsg. v. $. Flügge,
sprache, das für physikalisch und lichen ähnlichen Wert zurück. Bisher Gebiet (z. B. Erfindung des Augen- Band XXXIIN, Beitrag ‚Elektronen- und
photometrisch verschiedene Begriffe wurde noch keine H. bekannt, die die spiegels, Begründung der Klangana- Tonenoptik« von W. Glaser. Berlin 1956.
verwendetwird. Der Eindruck der H. Helligkeit eines Sternes um einen we- Iyse). In einer weitreichenden elektri- 3:
Helmholtzsche Dispersionsformel, 5.
hängtausschließlich von der auf der sentlichen Wert bleibend verändert schen Theorie ergänzte und schloß er Dispersionsformeln.
Netzhaut wirksamen Beleuchtungs- hätte. Über lange Zeiträumereichen- die ältere und die Maxwellsche Theo- Heimholtzsche Doppelkette, s. Kon-
stärke ab, wobeiallerdings noch Kon- de, stetige *säkulare H. werden zwar rie des Elektromagnetismus ein und zentrationskette.
trasterscheinungen und andere ps: in Einzelfällen vermutet, sind jedoch formulierte als erster 1881 den Be-
chologische Faktoren mitwirken. Die mangels ausreichender Beobachtungs- griff des elektrischen Elementarteil- Heimholtzsche Farbentheorie, s. Far-
Beleuchtungsstärke auf der Netzhaut zeiträume nirgends erwiesen. [5] chens. [43] bentheorien.
wird durch die Größe der Pupille - Helligkeitsverlust heißt in der Astro- Helmholtz-Clausiusscher Satz, ver- Helmholtz-Feld, s. Kreisleiter.
genauer durch die Apertur des Auges nomie die Differenz zwischen der tat- allgemeinerter. Gegeben sei ein all- Helmholtzsche Gleichung (für die
< und die Leuchtdichte des auf die sächlich beobachteten Helligkeit eines gemeines, rotationssymmetrisches, freie Energie). Eine der charakteristi-
Netzhaut abgebildeten Objektes be- Sternes und der Helligkeit, die er korpuskularoptisches Abbildungssy- schen Funktionen der *Thermodyna-
stimmt. Diese photometrischen Grö- seiner physikalischen Struktur (Spek- stem. Der v. H.-C. $. vermittelt eine mik ist die freie *Energie
Ben stehen mit den physikalischen trum) und seiner Entfernung nach Beziehung zwischen der Öffnung d2« F=u-Ts
Begriffen Strahlungsdichte und Be- haben müßte. eines Strahlenbündels im Dingraum (4 innere *Energie, s *Entropie).
strahlungsstärke durch die Empfind- H.wird meist durch Absorption her- und der Öffnung dß2ı des gleichen Helmholtz, der diese Größe einführ-
lichkeitskurve des Auges in Verbin- vorgerufen. Aufgabe der astrophysi- Bündels im Bildraum. Das Abbil- te, leitete dafür die Beziehungab
kalischen Forschungist es, festzustel-
dung. Bei beleuchteten Flächen ist
ebenfalls nur die Leuchtdichte dieser
Fläche als sekundäre Lichtquelle
len, ob die Absorption im interstella-
ren Raum (s. Materie, interstellare)
dungssystem werde durch das ge-
mischte *Eikonal_T (ta, pı) gekenn-
zeichnet, das eine Funktion des Ding-
ur). 3
wirksam.Ist diese Fläche rauh,d.h. oder in der irdischen Atmosphäre er- orts to und des Strahlimpulses pı im Nernst bezeichnetdiese Gleichung als
diffus mit der *Albedo e strahlend,so folgt. [5] Bildraum darstellt. Der v. H.-C. S. die Fundamentalgleichung der phy-
ist die Leuchtdichte der Wand E e in Helmert, Friedrich Robert. Dt. Geo- lautet dann sikalischen Chemie.
asb, wobei E die Beleuchtungsstärke physiker. Geb. 31. 7. 1843 in Freiberg Die bei einem reversiblen isothermen
in Lux bedeutet, Diese einfache Rech- (Sachsen), gest. 15.6. 1917 in Pots- vo? yo + do =
Vorgang maximal gewinnbare Arbeit
nung versagt bei gerichteter Rück- dam. 1869-10 war H. Observator an ®T ®T (Zustandsgröße)ist
strahlung und bei Mattscheiben.
In dem photometrischen Einheiten-
der Sternwarte Hamburg. 1870 Prof.
der Geodäsie und prakt. Geometrie Go dpı, Byeerdpr,
ler A=-Af=T- 45 Au [9
rende. Helmholtz-Lagrangescher
system kommt der Begriff H. über- am Polytechn. Aachen,1886 Dir. des Satz. Für
haupt nicht vor. Er wurde wegen sei- Königl. Preuß. Geodätischen Inst. | Ex Sp, 30 Ip achsennaheStrahlen in rotationssym-
ner Vieldeutigkeit vermieden. Die H. und 1887 0. Prof. für Geodäsie an der metrischen Abbildungssystemen gilt
einer im Raum befindlichen Lampe Univ. Berlin; 1902 Dr. Ing. e. h. Er Darin bedeuten v» und vı die Teil- der H.-L. S.
wird photometrisch durch den von ihr erhielt 1912 die große Gold-Medaille hengeschwindigkeit im Ding- bzw. mnmyß,
ausgehenden Lichtstrom in Lumen für Wissenschaft. Mitglied der Preuß. Bildraum. yo und yı sind die Cosinus wobei no den Brechungsindex am
gemessen. Für die Eigenhelligkeit der Akad. der Wiss. Berlin. Hauptarbei- der Winkel 9 und #1, welche die Dingort, nı den Brechungsindex am
Lampe selbst ist die Leuchtdichte in ten auf dem Gebiet der Geophys., Strahlen im Ding- bzw. Bildraum mit Bildort, y die Angularvergrößerung
Stilb charakteristisch. Die H. einer insbesondere der Vermessungskunde. der Systemachse einschließen. Sind und # die Lateralvergrößerung dar-
beleuchteten Fläche schließlich wird 143] die *Bildfehler behoben, so geht diese stellt. Dieser Satz ist ein Spezialfall
durch ihre Albedo gekennzeichnet. Helmholtz, Hermann Ludwig Ferdi- ‚Formel über in der allgemeinen *Sinusbedingung.
Gelegentlich spricht man auch von nand von. Deutscher Naturforscher. vor yo: do = Br vi? yı-dRı korpuskularoptische Systeme sind in
der obenstehenden Gleichung die
der H. oder von der Lichtstärke eines Geb. 31.8.1821 in Potsdam, gest. mit der Lateralvergrößerung ß. Wenn
photographischen Objekts; dann ist 8.9.1894 in Berlin. 1843-48 Mil man vo® und vı? durch die Quadrate Brechungsindizes durch Y® zuerset-
darunter die Apertur zu verstehen. arzt, 1848 Lehrer der Anatomie an der Brechungsindizes ersetzt, wird die zen, wobei ® (z) das elektrostatische
Unter der H. eines optischen Instru- der Kunstakademie in Berlin, 1849 leızte Formel mit dem Helmholtz- Potential längs der Achse bedeutet,
mentes versteht man zuweilen ledig- a. 0., 1852 0, Prof. der Physiologie an Clausiusschen Satz der Lichtoptik Die Bedeutungder Angular- und La-
lich die Durchlässigkeit im Verhältnis der Univ. Königsberg, 1855 0. Prof. identisch, teralvergrößerung für korpuskular-
zu dem einfallenden Licht. [18] der Physiologie an der Univ. Bonn, Spezialisiert man auf einen Achsen- optische Systeme geht aus der Abb.
Helligkeitsänderung, bei Fixsternen 1858 an der Univ. Heidelberg, 1871 punkt und integriert man über die hervor. Die Angularvergrößerung y
auftretende Schwankungen dervisuell Prof. der Physik an der Univ. Berlin Bündelöffnungen, so ergibt sich die ist durch das »Konvergenzverhältnise
106 107
Helmholtzscher Resonator jernchef
17.12. 1797 in Albany (New York), auf dem zweiten internationalen schütterung die Bodenbewegung ein
gest. 13. 5. 1878 in Washington. War Elektrizitätskongreß 1889 der Induk- setzt. Die Angabe erfolgt in Weltzeit
zuerst Uhrmacher, bildete sich zum tivitätseinheit im *Quadrantsystem (= Greenwicher Zeit). So z. B.ist der
Lehreraus. Seit 1832 Prof. für Physik (elektromagnetisches Dreiersystem in Weltzeit ausgedrückte Augenblick
an der Univ. Princeton. Das Schwer- Länge-Masse-Zeit mit den Grundein- einer Explosion deren H.[6]
gewicht seiner Forschungstätigkeit heiten 10° cm, 10°"! g und s) gegeben Heringsche Farbentheorie, s. Farben-
war das Gebiet der elektrischen In- 1 Henri = (10° cm)!, theorien.
duktion. Er entdeckte die Induktions-
gesetze. Nach ihm ist die Einheit der woraus folgt: hermitisch (besser hermitesch oder
Induktivität benannt. H. war auch 1 Henry = 10 Einheiten im elektro- Hermitesch) oder selbstadjungiert
heißt eine Matrix, wenn für die Ele-
im Bild- und Dingpunkt gegeben,die auf dem Gebiet der Meteorologie magnetischen CGS-System. Die Be- mente gilt: ax = a;ı; a;, bedeutet
Lateralvergrößerung ß durch die bahnbrechend tätig. (43) zeichnung wurde zu Ehren vonJoseph konjugiert komplex zu aus. Im über-
bildung eines Dingpunktes, der sich Henry gewählt.
tragenen Sinne spricht man auch von
im Abstand Eins von der Achse be- für die Induktivität. Die Einheit H. Lır. Sacklowski, A.: Physikal. Größen
Einheitenlexikon. Stutt 'hermitischen Operatoren, wenn gilt
findet. [35] ergibtsich aus der Gleichung
Sy HP» -yHy)ldv=o.
Helmholtzscher Resonator, s. Klang- Induktivität =
analyse. dv zeigt die Integration über das von
Helmholtzsches Reziprozitätsgesetz, Henrysches Absorptionsgesetz (1803). den unabhängigen Veränderlichen
s. Reziprozitätsgesetz. Die bei gegebener Temperatur von aufgespannte Volumen an. Die Ope-
Helmholtzsche Wirbelsätze, s. Wir- : Das H.ist die Induktivi- der Volumeneinheit einer Flüssigkeit ratoren können z. B. Matrizen sein.
beisätze. tät eines geschlossenen Stromkreises, aufgenommene (absorbierte) G: Danngilt für die Elemente von H die
Hemeralopie (Nachtblindheit) be- in welchem die Spannung ein Volt menge ist proportional dem Teil oben erwähnte Beziehung. H kann
steht in einer Verringerung der Fi induziert wird, wenn sich der in ihnen druck des ungelöst über der Flüssij aber auch einen Differentialoperator
higkeit des Auges zur Dunkeladap- fließende Strom gleichmäßig um ein keit verbleibenden Gases. S darstellen. x ist die Lösung der Ope-
tation (s. Adaptation). Diese besteht ‚Ampere in der Sekunde ändert: nicht durch ein anderes Gas im Gas- ratorgleichung
in der Bildung von Schpurpur im 1Volt X 1 Sekunde bzw. raum oder durch die Lösung eines
Dunkeln. Dadurch erhalten die Stäb- 1 Honey = Ampere solchen in der Flüssigkeit beeinflußt.
chen eine Lichtempfindlichkeit, wel- Die Konstante in diesem Gesetz, der
chedie der bei Tage benützten Züpf- IH=1VS/A. ‚Absorptionskoeffizient, hlngt "von bzw.
chen um ein Vielfaches übertrifft. Entsprechend den verschiedenen De- den gewählten Bedingungen und Ein-
Die H. kann angeboren oder erwor- finitionen der Einheiten Ampere und heitenab. Man unterscheidet daher
AR ayp*
uUm-+7
ben sein. S. a. Dämmerungssehen. Yolt gibt es verschiedene. Einheiten verschiedene *Absorptionskoeffizien-
Auch ein Mangel an Vitamin A kann ten. Die Bedeutung hermitischer Opera-
Nachtblindheit hervorrufen.[14] 1. Ab 1. Januar 1948 gelten interna- Das A. gilt streng nur für ideale Ga- toren liegt in der Tatsache, daß sie
Hemianopsie, Bei Zerstörung des tional im elektromagnetischen Viereı se, verliert also seine Gültigkeit bei reelle Eigenwerte haben. Das muß
Sehzentrums in einer Gehirnhälfte system Lünge-Masse-Zeit-Ladungdie sehr hohen Drücken (z. B. bei techni- so sein, weil ja in der Quantenme-
fällt in beiden Augen die rechte (oder (absoluten) praktischen Einheiten, das schen Anwendungen in der Hoch- chanik postuliert wird, daß die Ge-
linke) Hälfte des Gesichtsfeldes aus. (absolute) Ampere und das (absolute) drucksynthese), ferner, wenn neben samtheit der Eigenwerte eines Opera-
In der Sehnervkreuzung teilt sich je- Volt. Das hiermit definierte (abso- der *Absorption noch “Dissoziation tors identisch mit der Gesamtheit der
der Augennerv eines Auges auf beide lute) H. gehört also zum Giorgi-Sy- (HCl) oder *Hydratation stattfindet. möglichen Meßergebnisse der mecha-
Gehirnhälften auf, so daß die rechten stem, auch MKSA-System, jetzt SI- Beispiele siehe Tabelle. nischen Größe ist, die durch den Ope-
Seiten der Netzhäute beider Augen Einheit genannt. S. a. Daltons Gesetz. [9] rator dargestellt wird. [7]
in die rechte Gehirnhälfte geleitet Vs__ 1 mike 1 g Wasser löst bei
IH=1 A Fr
BaRein, H.: Physic ie d. . Mensche . | 103 3, 101, 506,6 101
Berlin 1947. [14] Deiologie
Hemidomen (Hemi-brachyd., -klinod.,
en 2. Vorher galten im elektromagneti- ” 0,0182 45 1,785 8,328
schen Vierersystem Länge-Zeit-Span- 348 1264 4,441 7,15
makrod., -prismen, -pyramiden), ver- nung-Stromstärke das *internatio-
zus N & 3 0,0144
ms c6, @0°0 088 163 (bei 50 - 10° N/m® 25,7)
altete Bezeichnung monokliner und nale Volt Vin und das internationale Henryscher Verteilungssatz, s. Ver- hermitischer Operator, s. Hilbert-
trikliner *Kristallformen (s. a. Kri- "Ampere Ainı. . teilungssatz. Raum.
stallklassen). [8] Dementsprechend ist, wenn Ver-
Hemieder, halbflächige (jede zweite Heptode, s. Röhre. hermitisch Operator, 5.
Fläche ist nur entwickelt) *Kristall- wechslungen vermieden werden sol-
len, die Bezeichnung Hınzu verwen- Herbstpunkt ist der dem *Frühlings- Hilbert-Raum.
formen.[8] den. Auf Grund der neuesten Mes- punkt an der Sphäre gegenüberlie- Herpolhodiekegel, svw. Rastpolkegel,
Hemiedrie(n), *Kristallklasse(n) mit sungen setzte 1946 das Internationale gende Punkt, in dem die Sonne von s. Kreisel. [20]
der Symmetrie halbflächiger Kristall- Komitee für Maß und Gewicht die der Nord- zur Südseite der *Ekliptik Herschel, 1. Sir Friedrich Wilhelm.
formen.[8] Bezeichnungfe übergeht. Der H.liegt im Sternbild Engl. Astronom. Geb.15. 11.1738 in
'hemimorph nennt man halbgestalte- Jungfrau. [5] Hannover, gest. 25. 8.1822 in Slough.
te *Kristallformen. [8] 1 Hin = 1,00049 H. Herdzeit. Die H, gibt an, in welchem H. kam 1757 als Hautboist eines han-
Henry,Joseph. Amer. Physiker. Geb. 3. Ursprünglich wurde der Name H. Augenblick am Herd einer Bodener- mov. Truppenkorps nach London,
108 109
Herschel-Bedingung Hertzscher Vektor
war dann Musiker in Leeds, 1765 Hertz. 1. Heinrich Rudolph. Dt. Phy- kehrung des lichtelektrischen Effek- erzeugt, wodurch der Kreis zu
Organist zu Halifax in Yorkshire, siker. Geb. 22.2.1857 in Hamburg, tes (gemeinsam mit J. Frank). [43] Schwingungen angeregt wurde. In-
1766 zu Bath und, nachdem erals Pri- gest. 1. 1. 1894 in Bonn. 1880 Assist. Hertz, Kurzzeichen Hz, eine in den folge der Art ihrer Anregung sind
vatastronom am 13. 3. 1781 den Ura- bei Helmholtz, 1883 Priv. Doz. für mechanischen Dreiersystemen übliche diese Schwingungen stark gedämpft.
nus entdeckt hatte, 1782 zu Slough bei theor. Phys. in Kiel, 1885 Prof. der Einheit für Frequenz. S. a. Dipol, Hertzscher; Wellen, elek-
Windsor privater Astronom des Kö- Phys. an der T. H. Karlsruhe, 1889 Die Einheit H. ergibt sich aus der trische oder elektromagnetische. [2]
nigs Georg IN. Seit 1771 Mitglied Prof. der Phys. an der Univ. Bonn. Gleichung Hertzsches Prinzip der geradesten
der Royal Soc. Hauptarbeiten: H. Hauptarbeiten: Auf dem Gebiet der 1 Bahn,s. u. Prinzipe der Mechanik.
baute eigenhändig große Spiegeltek Elektrodynamik, wo er wesentliche
Frequenz = Periodendauer * Hertzsche Theorie. Die Grundlage
skope, entdeckte damit 1781 den Pl experimentelle und theoretische zur Berechnung der Spannungen und
neten Uranus; 1783 folgte die Ent- Grundlagenlieferte. Er wies als erster Definition: Das H. ist die Frequenz Formänderungen zweier Körper mit
deckung der Bewegung des Sonnen- experimentell die von Faraday und eines periodischen Vorganges mit der gekrümmten Oberflächen, die anein-
systems. Er erforschte planmäßig Maxwell vermutete Wesensgleichheit Periodendauer eine Sekunde; 1 Hz = andergedrückt werden, bildet die H.
erstmals die Doppelsterne und Stern- der elektromagnetischen und der T. Sie hat folgende Voraussetzungen:
haufen. Seine system. Sternabzäh- Lichtschwingungen nach, entdeckte r die Einheit 1/s der Kreisfrequenz 1. Die Körper bestehen aus isotro-
lungen gestatteten ihm, die Struktur die elektrischen Wellen, die den Aus- darf die Bezeichnung H. nicht ver- pen, homogenen und elastischen
des Sternsystems zu bestimmen. H. gangspunkt der drahtlosen Telepho- wendet werden. Die Beziehungen Werkstoffen. 2. In den Druckflächen
entdeckte über 2500 Nebel undStern- nie und der Radiotechnik bildeten. 1Hz=1js und 1/s= 1 Hz geltenal- treten nur normal gerichtete Kräfte
haufen und mehrere 100 Doppelster- Er war auch der eigentliche Entdecker so nurfür die Frequenz. auf. 3. Die Größe der Druckflächen
ne. Seine Untersuchungen über die des lichtelektrischen Effektes. Ferner Der Name wurde zu Ehren des Phy- und die Abplattung sind im Verhält-
Sternhäufigkeit in verschiedenen hat er wichtige Arbeiten zur Elastizi- sikers Heinrich Hertz gewählt. [13] nis zu den Körperabmessungen schr
Himmelsgegenden ergaben den ersten tätstheorie geliefert sowie eine Be- Hertzscher Dipol, s. Dipol. klein. 4. Gültigkeit des Hookeschen
Anhalt über den Bau des Sternsy- gründung der Mechanik auf ganz Hertz-Effekt. H. Hertz entdeckte Gesetzes (Proportionalität zwischen
stems und der Milchstraßenwelt. Die neuer Basis versucht. Nach ihm wur- 1887, daß eine Funkenentladung zwi- Dehnungen und Spannungen). H.
von ihm und seinem Bruder Alexan- de die Einheit der Frequenz benannt. schen Metallelektrodendannbei einer Hertz gibt die Formeln für die Span-
der (1745-1821) hergestellten Instru- 143] niedrigeren Spannung als normal ein- nungen, die Abplattung in Kraftrich-
mente waren auch im Ausland viel 2. Gustav Ludwig, Neffe von 1. Dt. setzt, wenn die Kathode mit ultra- tung und die Größeder Abplattungs-
begehrt. Physiker. Geb. 22.7.1887 in Ham- violettem Licht bestrahlt wird. Der fläche für folgende Fälle an: Berüh-
2. Caroline Lucretia, Schwestervon1. burg. 1911 Assistent am Physik. Inst. H.-E. findet seine Erklärungim licht- rung zweier Kugeln; Kugel und Ebe-
Geb. 16.3. 1750 in’ Hannover, gest. der Univ. Berlin, 1913 Privatdozent. elektrischen oder *Photo-Effekt. S. a. ne; Berührung zweier Zylinder; Zy-
9.1. 1848 ebd. Ging um 1772 zu ihrem 1920 wiss. Mitarbeiter der Glühlam- Herizscher Giuterversuch.[2] linder und Ebene.
Bruder nach Bath und unterstützte penfabrik Philips in Eindhoven (Hol- Hertzscher Gitterversuch. Li Lrr. Hertz, H.: Über die Berührung fe-
ihn in seinen astronomischen Arbei- land), 1925 o. Prof, für Physik und larisierte elektromagneti ster elast. Körper und über die Härte.
ten bis zu seinem Tod. Kehrte dann Direktor des Phys. Inst. an der Univ. werden beim Durchgang durch ein Ges. Werke Bd.I, Leipzig 1895. - Dub-
nach Hannoverzurück, wo sie unver- Halle, 1928 o. Prof. für Physik an aus Metallstäben bestehendes Gitter bel: Taschenb. f. d. Maschinenbau. Ber-
heiratet starb. Sie entdeckte acht Ko- der Univ. Berlin und gleichzeitig Di- dann am stärksten geschwächt, wenn lin 1963. [31]
Hertzsche Theorie der Elektrodyna-
meen, darunter fünf zuerst, und rektor des Phys. Inst. der Techn. ihr elektrischer Vektor zu den Stäben mik bewegter Körper war ein histo-
mehrere Nebelflecke. Hochschule_ Berlin-Charlottenburg. parallel steht. Diese Erscheinung risch wichtiger Versuch, das Galilei
3. Sir John Frederick William, Sohn Mußte das 2. Amt 1935 abgeben und wurde von H. Hertz in seinem »Git- sche *Relativitätsprinzip der klassi-
von 1. Geb,7.3. 1792 in Slough, gest. übernahm die Stelle des Direktors terversuch« gefunden; sie wird auch schen Mechanik auch auf die Elek-
11.5.1871 in Collingwood bei Hawk- der Forschungsstelle II bei der Fa. *Hertz-Effekt genannt. Sie findet trodynamik zu übertragen. Die dar-
hurst. Er dehnte die von seinem Vater Siemens und Halske in Berlin. 1945 durch die Interferenz der einfallen- aus gezogenen Folgerungen haben
begonnene systematische Durchfor- wurde H. nach Rußland (Suchum an den Welle und der von den Gitter- sich aber nicht bestätigt.
schung des Himmels auf die südliche der Schwarzmeerküste) verschleppt, stäben ausgehenden Störwelle ihre Lır. Hertz, H.: Ann. d. Phys. 41, 369,
Halbkugel aus. Seine Beobachtungen um dort am Atomforschungs-Institut Erklärung. Ein Gitter ist in seiner 1890. - Laue, M.v.: Die Relativitäts-
führte er 1834-38 am Kap der Guten zu arbeiten. Aus der UdSSR entlas- Wirkung mit einem Nicolschen Pris- theorie. Bd. 1. 5. Aufl. Braunschweig
Hoffnung durch. 1850-55 war er Di- sen, wurde er 1954 als Prof. für Phy- ma zu vergleichen. Hertz schloß aus 1952. [4]
rektor der königl. Münze in London, sik'an der Univ. Leipzig eingesetzt. seinem G.auf die Transversalität der Hertzscher Vektor. Der H. V.ist eine
seit 1813 Mitglied der Royal Society. H. erhielt 1925 den Nobelpreis für von ihm entdeckten elektromagneti- Vektorfunktion, die von Heinrich
Herschel-Bedingung, s. Sinus-Bedin- Physik für die Erforschung der Vor- schen Wellen.[2) Hertz zur Berechnung des clektro-
gung. gänge beim Beschuß der Atome mit Hertzscher Oszillator. H. Hertz stell- magnetischen Feldes eines Hertzschen
Herschel-Effekt. Läßt man auf eine Elektronen sowie für die experimen- te 1887 elektrische Schwingungen *Dipols eingeführt wurde. Mit Hilfe
belichtete photographische Emulsion telle Klärung der Energiezustände einer Frequenz von etwa 5 10°" dieser Funktion lassen sich die *Max-
dunkelrotes oder Licht jenseits der im Atominnern. 1951 wurde H. mit her, die einer Wellenlänge von 60 cm wellschen Gleichungen für Isolatoren
Sichtbarkeitsgrenze fallen, so wird der Max-Planck-Medaille ausgezeich- entsprechen. Als Schwingungskreis lösen, also die elektrische und ma-
das der photographischen Emulsion net. Hauptarbeiten: Auf dem Gebiet verwendete er einen in der Mitte gnetische Feldstärke berechnen. mit_
ursprünglich aufgeprägte Bild wieder der Gasentladungsphysik, der Atom- durch eine Funkenstrecke verbunde- Eine solche Lösung wird vielfachI und
ausgelöscht. Die in der Schicht absor- und Molekülspektren - insbesondere nen Stab. In der Unterbrechungsstel- Hilfe des *Vektorpotentials ® gewon-
bierte Energie bewirkt eine Rückbil- Verhalten bei Zusammenstößen zwi- le dieses H.O. wurden mit Hilfe des skalaren “Potentials
dung des Bromsilberkornes. [18] schen Elektronen und Atomen; Um- eines Induktionsapparates Funken nen. Die elektrische Feldstärke € und
110 1
Hertzsche Wellen Herzkurvenverfahren
die magnetische *Induktion 8 berech- sentropischen Überschallströmungen;
nen sich dann im MKSA-System es_ist eine Weiterentwicklung des
nach den Formeln *Charakteristikenverfahrens für die
su ebene isentropische Überschallströ-
E---gadd, WM mung. Die Zustandsebene (s. Cha-
rakteristikenverfahren) hat im H. als
B= rot. @& Koordinaten die Strömungsrichtung
% und ® genügen dabei im Vakuum ö und den Logarithmus des Druck-
den Wellengleichungen: verhältnisses log pz/pı. In diesen Ko-
1, au ordinaten stellen sich die Zustands-
AU- a 7 ® änderungen durch Verdichtungsstöße
als »Herzkurvendar; die Isentrope
1,20 ist eine S-förmige Kurve. Wegen der
ADzw 0) additiven Eigenschaft von ö und von
Die Funktionen 9 und ® sind nicht log pe/pı verschoben
können die Kurvenbeliebig
voneinander unabhängig, sondern parallel und aneinander-
gesetzt werden. In Abb. 1 ist ein
durch die »Lorentz-Konvention« Herzkurvendiagramm für Luft (x =
Er 1,405) wiedergegeben. Die Herzkur-
Zr tdivamo o ven sind unabhängig von den Kessel-
miteinander verknüpft. Das gesamte temperaturen und vom Kesseldruck;
Feld kann man nun aber auf eine nur für andere Werte von x braucht
einzige Funktion zurückführen, die manweitere Diagramme.
nur der Wellengleichung ohne’ Ne- Die Anordnung der an sich beliebig
benbedingungen genügt. Die letztere verschiebbaren Herzkurven ist im
Bedingung(5) kann nämlich dadurch Herzkurvendiagramm folgenderma-
identisch erfüllt werden, daß man Ben Die
getroffen:
Herzkuryen sind aufeiner Isen-
setzt
m. trope so aufgereiht, daß die Spitze
u einer Herzkurve für cine bestimmte
Geschwindigkeit vor dem Stoß wı =
0 . wı/a* auf dem mit dem gleichen @
a div3. bezeichneten Punkt der Isentropen
liegt. Über die Isentrope hinaus sind
tätskonstante und 4 die Permeal die H. durch Isentropenstücke der
lität des Vakuums. anderen »Scharc verlängert, die durch
Die Vektorfunktion 3 muß der Wel- Spiegelung der erstgenannten Isen-
tropen an ö = const entstehen. (Der
lengleichung genügen: Übergang von der H. zur Isentropen
1 ist stetig.) Zur Bestimmung der Ge-
43 . schwindigkeit hinter dem Stoß dienen
3 wird als H. V. bezeichnet. die eingezeichneten Linien @: = const.
Ist 3 gefunden, so können die elek- Zur Behandlung von hintereinander-
trische Feldstärke € und die magne- geschalteten Stößen wird auf den
tische Feldstärke $ direkt aus 3 be- Stoßendpunkt @: der ersten H. die
rechnet werden. Es gilt nach (1) und Spitze der nächsten H. geschoben, für
@: die @ı gleich diesem ®» ist. Die Isen-
2: trope wird wie eine H. behandelt, Die
€ = graddiv3- 3, Stoß- bzw. Wellenrichtung bestimmt
man rechnerisch oder mit dem Stoß- Abb. 1
Pau&
Lir. Schaefer,
% polaren- bzw. Charakteristikendia-
‚gramm. Am besten wird das Verfah-
ren durch die folgenden Beispiele er-
Punkt 4 gehört zwei verschiedenen
H. an, die durch ihren Schnitt die
Bedingung an der Trennungsfläche
Punkt 3 durch den Hauptstoß H di-
rekt erreicht wird und der Nebenstoß
a derselben H. angehört. Auch hier
äutert: ergibt sich ein Geschwindigkeitsun-
(gleicher Druck, gleiche Richtung) er-
Wiesbaden 1948. [2] ine. Fra, DE a) Gekreuzte Stöße, Abb. 2. Die im
Vorlesungen über theor. ik, "I füllen. Die Verschiedenheit der Ge- terschied beiderseits der Trennungs-
Hertzsche Wellen, s. Wellen. Herzkurvendiagramm (unten) bezif- m 040 und @su ist ein fläche.
Herzkurvenverfahren. Das H. (A. der ferten Punkte können als Bildpunkte den Entropiesprung an ©) Stoß fällt auf eine Trennungsflä-
Weise, 1943) eignet sich zur grapl stanter gleich bezifferten Felder mit kon- der Trennungsfläche. ‚che. Hier schon vor dem Stoß eine
schen Behandlung von ebenen ani- mung (oben) Geschwindigkeit in der Strö- b) Gegabelter Stoß, Abb. 3. Hier sind Trennungsfläche vorhanden. - In
aufgefaßt werden. Der nur zwei H. zu zeichnen, da der ‚Abb. 4 haben die Gase beiderseits der
12
113
Herzkurvenverfahren

Abb. 2
Trennungsfläche einen verschiedenen der Isentropen eingefügt werden. In
‚Adiabatenexponenten (Luft x = 1,405, der Strömung stellt es sich als ein
überhitzter Wasserdampf x = 1,30): Fächer von. Verdünnungswellen. dar
die H. sind also verschiedenen Herz- (B).
kurvendiagrammenzu entnehmen. Es 4)Stoß in Strömung mit Drehung.
zeigt sich, daß die Druck- und Rich In Abb. 6 ist die Strömung parallel,
tungsbedingung an der Trennungs- aber nicht drehungsfrei. Die stetige
fläche nur dann erfüllbar ist, wenn Entropievermehrung von oben nach
der einfallende Stoß A gebrochen unten quer zu den Stromlinien ist ge- Abb. 3
(Stoß a) und reflektiert wird (Stoß quantelt worden, wodurch einzelne gegeben, so folgt die Stoßfortsetzung nichtdrehungsfreie Strömung. Stöße
B). - Im Beispiel von Abb. 5 ist Trennungsflächen erschienen sind. zwangsläufig. Das System derreflek- sind nicht vorhanden, so daß nur die
Ber dem gebrochenen Stoß a eine Dadurch wird der Fall auf den von tierten Wellen gibt den Trennungsli- Isentropen verwendet werden. Die
Verdünnung von 2 nach 3 nötig. Hier Abb. 4 zurückgeführt. Die reflektier- nien hinter dem Stoß eine Krüm- Drehung ist wieder in Trennungsli-
kann es sich also nicht um einen Stoß ten Stöße sind sehr schwach, so daß mung. nien konzentriert, von denen in je-
handeln, da es Verdünnungsstöße sie als Verdichtungswellen aufgefaßt ©) Strömung mit Drehung, In Abb. 7 des Feld der Strömungen eine fällt.
nicht gibt, sondern es muß ein Stück werden können. Ist der Stoß 1a-2 handelt es sich ebenfalls um eine Jede durch ihre Strichstärke hervor-
114 115
Herzkurvenverfahren

Abb. 5
venverfahren durch ein numerisches nen nun ihrerseits wiederum beim
zu ersetzen, da die zeichnerische Ge- Zusammenwirken mit einer Unste-
nauigkeit den Anforderungen nicht ügkeitslinie die Entstehung noch
immer genügt. Man benutzt das durch schwächerer Wellen verursachen usw.
die Unstetigkeitslinien des Strö- Um die Übersichtlichkeit des »Lage-
mungsfeldes — die Machschen Wel- plans« zu wahren, kann man nicht
len, Verdichtungsstöße und Tren- alle diese Wellen berücksichtigen. Die
nungslinien — gebildete Maschennetz Wirkung der vernachlässigten Wellen
nurals »Lageplan« und berechnet die läßt sich abschätzen. - Die Abb. 8
Strömungszustände der Maschen. zeigt als Anwendungsbeispiel des nu-
gehobene Zickzacklinie im Wellen- wenn die Trennungslinienstücke der Die Feldbestimmung läuft dann dar- merischen Herzkurvenverfahrens die
plan. (unten) besteht aus einer hin auf hinaus, bestimmte Grundaufga- Darstellung der anisentropischen
und her gespiegelten Isentropen. Die- einzelnen Maschen sich annähernd zu ben zu lösen, die das Kreuzen und Umströmung der angestellten, ebe-
einer Stromlinie zusammensetzenlas- Zusammenlaufen dieser Unstetig- nen Platte in der Strömungs- und in
se verschiedenen Isentropen sind in sen, die Versetzungen in der Strö- keitslinien beschreiben. Wie an ein- der Zustandsebene. Im Gegensatz
p-Richtung gegeneinander verscho- mungalso klein sind. Im übrigen er- zelnen Beispielen oben gezeigt wur- zum Charakteristikenverfahren der
ben. Die Verschiebung gibt in einer
In (e/pı)-Skala bis auf den Faktor
folgt die Konstruktion wie beim
Charakteristikenverfahren, - Es ist de, muß zur Erfüllung der Bedin- Gasdynamik erhält man mit dem
(Gaskonstante R) direkt den auf die gung der Gleichheit von Druck und Herzkurvenverfahren das Ergebnis,
strömende Masse bezogenen Entro-
zweckmäßig, alle Konstruktionen auf Strömungsrichtung beiderseits einer daß der Strömungszustand unmittel-
pieunterschied beiderseits der Tren- durchsichtigem Papier vorzunehmen, Trennungslinie die Existenz von bar hinter der Platte vom Anström-
nungslinien an (s. Drosselung). Daß das über dem Herzkurvendiagramm schwachen Machschen Wellen gefor- zustand verschieden ist und daß das
parallel verschoben wird. dert werden, die von dem Schnitt- gesamte Gebiet hinter der Platte von
letztere in der Strömung versetzt er- In manchen Fällen ist es notwendig, punkt der zusammenwirkenden Un- schwachen Wellen überdeckt wird.
scheinen, hängt mit der Quantelung ähnlich wie beim Charakteristiken- stetigkeitslinien ausgehen. Diese Diese bewirken eine Veränderung des
zusammen. Es ist dann unerheblich, verfahren, das graphische Herzkur- schwachen Machschen Wellen kön- Strömungszustandes in diesem Ge-
116
u
SINTIAISS,
wm ame

Abb. 8a
(Abb. 7) die Trennungslinien jeweils
biet, die gerade so groß ist, daß auf
allen Stromlinien im Unendlichenan den Grenzen der Maschen des
Machschen Netzes enden lassen,
hinter der Platte in bezug auf Druck
BEIETRE EG a die einzelnen Trennungslinienstücke
und Strömungsrichtung der Anström-
dann stark gegeneinander versetzt
zustand wieder erreicht wird. - Bei
der Plattenumströmung kann man wären. Man zeichnet daher die Tren-
Abb. 7
nicht wie bei der Düsenströmung mungslinien durch, muß dann aber
118
119
Herzschlagvolumen Hevany
min dann hat man das Zeitvolumen. te H.G. Heß 1840 sein Geserz von
129) den konstanten Wärmesummen go
Heß, Henry Germain. Russ. Arzt und funden:
Physiker. Geb. 7.8.1802 in Genf, Läßt man ein System das eine Mal
gest. 30.11.1850 in St. Petersburg. unmittelbar vom Zustand 1 in den
H. arbeitete vornehmlich auf dem Zustand 2 übergehen, das andere
Gebiet der Thermochemie. Er fand Mal über eine Reihe von Zwischen-
das nach ihm benannte Gesetz. [43] stufen, so ist die bei der unmittelba-
Heß, Victor Franz. Österr. Physiker. ren Verwandlung auftretende Wär-
Geb. 24.6.1883 auf Schloß Wald- metönung gleich der Summe der bei
stein bei Peggau (Graz), gest. 17. 12. den einzelnen Zwischenreaktionen zu
1964 in Mount Vernon (N. Y.). 1910 beobachtenden Wärmetönungen.
bis 1920 Assistent am neugegründe-
ten Institut für Radium-Forschung
der Wiener Akademie der Wissen- € + 02=C0,+406 000 J/imol
schaften und Priv.-Doz. für medi Läßt man ein System sich über eine
nische Physik an der Tierärztl. Hoch- Reihe von Reaktionen wieder in den
schule in Wien, 1919 a.o. Prof. für Ausgangszustand zurückverwandeln,
Physik an der Univ. Wien, 1920/21 0. so ist die Summe der Wärmetönun-
Prof. für Physik an der Univ. Graz, gen gleich Null,
1921-1923 Direktor des Forschungs- Lit. Kortüm, G.: Einf. in die chem.
itutes der US Radium Corpora- Thermodynamik. Weinheim 1963. [9]
n und beratender Physiker des US Heßsche Strahlung, s. Strahlung, kos-
Department of the Interior (Bureau mische.
of Mines) in Washington. Kehrte heterogen, svw. ungleichartig; Gegen-
Ende 1923 nach Graz zurück, 1925 satz *homogen. Ein System nennt
wieder 0. Prof. für Experimentalphy- man h., wenn zwei oder drei Phasen
sik an der Univ. Graz, 1931-1937 (Aggregatzustände) beteiligt sind, de-
Prof. für Physik an der Univ. Inns- ren chemische Natur gleichartig sein
bruck, gleichzeitig Direktor des neu- kann. Entsprechendes gilt für h.
gegründeten Instituts für Strahlenfor- Gleichgewichte.
schung, ebd. 1938 in den Ruhestand S. a. inhomogen. [9]
versetzt. Ende 1938 wieder in den heteromorph sind Stoffe, die in ver-
Abb. USA und dort 1938-57 o. Prof. für schiedenen Kristallformen auftreten.
beim Kreuzen einer Machschen Wel- Physik an der Fordham Univ. in S. a. Polymorphismus. [8]
le und einer Trennungslinie die vom
sen Zuflusses zum Herzen und von New York. H. war Mitglied der Aka- heteropolar, svw. verschiedenpolig. $.
Kreuzpunkt ausgehende schwache
der Größe der Zusammenziehung demie der Wissenschaften in Wien. indung, chemische und Kristall-
Welle berücksichtigen.
der Kammern. Es beträgt beim Men- Inhaber des Lieben-Preises der Wi struktur. [1]
schen zwischen 50 und 70 cm’.
Formel von Wetzler und Boeger: ner Akad. und der Abbe-Medaille Heuslersche Legierungen sindferro-
Lır. Weise, A.: Die Herzkurvenmethode
der Karl-Zeiss-Stiftung. H. erhielt magnetische Legierungen, die 1898
zur Behandlung ‚von Ver Ichtungsstößen.
Festschrift d. Lilienthal-G« 0. Gel v.. ETpo 1936 den Nobelpreis für Physik für von Fr. Heusler hergestellt wurden.
von L. Prandtl. 1945; engl. Übersetzung: . Zee die Entdeckung der kosmischen Sie bestchen aus Mangan, Alumi-
British intelligence objectives subcom- Vs Schlagvolumen, T Schwingungs- Strahlen, ihre Messung und Erfor- nium und Kupfer oder aus Mangan,
mittee group U, Halstead. - Courant, R., dauer des Windkessels, p, systoli- schung. H. erreichte als Freiballon- Kupfer und Zinn in verschiedenen
and Shock Waves. New York 1948. — scher Blutdruck, pa _diastolischer
u. K. O. Friedrichs: Supersonic Flow
fahrer eine Höhe von 5200 m. Haupt- Mischungsverhältnissen, also nur aus
Brieden, K.: Anwendung der Herzkur- Blutdruck, e Dichte des Blutes, c arbeiten: Auf dem Gebiete der Kern-
physik (Kernzerfall- und Kernum-
ichtferromagnetischen Elementen.
Hieraus geht hervor, daß der *Fer-
venmethode auf anisentrope Überschall- Pulswellengeschwiı
felder, insb. die Umströmung der ange-
en Platte. Diss. Stuttgart
Formel von Broemser und Ranke: wandlungsvorgänge), Strahlungser-
scheinungen im Weltall (Höhenstrah-
romagnetismus eine Kristalleigen-
schaft ist. Die Sättigungsmagnetisie-
Herzschlagvolumen. Die bei jedem vu 048 Fun,
FSt
2) len), Radioaktivität, atmosphärische rung für die Phase Cu:MnAlbeträgt
Schlage von jeder Herzkammer aus- Elektrizität (Leitfähigkeitsversuche), 0,63 Wbim?, für die Phase CusMn$n
'geworfene Blutmenge wird als Schlag-
(V Schlagvolumen, F Fläche des
Aortenquerschnittes, 8 Systolendauer, Radioaktivität von Gesteinen und 0,55 Wb/m?. [16]
volumen des Herzens bezeichnet. Die t Dauer der Pulsperiode, pa diastoli- Spezialgebiete der Meteorologie. [43] Hevesy, Georg von. Ung. Chemiker.
rechte und die linke Herzkammer scher Blutdruck, ps systolischer Blut- Heßsches Gesetz. Nach dem I. Geb. 1.8. 1885 in Budapest, gest. 5
werfen die gleiche Blutmenge aus. druck, @ Dichte des Blutes, c Puls- *Hauptsatz der Wärmelehre ist die 7.1966 in Freiburg/Br. 1926-34 0.
Das H. ist ein in weiten Grenzen wellengeschwindigkeit, D_Diastolen- Änderung der inneren Energie eines Prof. an der Uniy. Freiburg. Emi
wechselnder Wert je nach dem, ob dauer.) Systems bei einer chemischen Um- grierte dann nach Kopenhagen (wis-
Ruhe oder Muskeltätigkeit herrscht. Multipliziert man das Schlagvolumen wandlung unabhängig vom Wege, senschaftl. Mitarbeiter von Niels
Es hängt ab von der Größe des venö- mit der Zahl der Pulsschläge in 1 auf dem sie erfolgt. Schon vor der Bohrseit 1920) und Stockholm (1943).
Formulierung des I. Hauptsatzes hat- H.ist Entdecker des Elementes Haf-
120 121
Hexaeder Hübert-Raum
nium (mit D. Coster) und Pionier auf Hickssche Formel. Die H.F. betrifft
dem Gebiet der radioaktiven Isotope den *Spektralterm der Serien von
als Indikatorenin der Chemie. Er er- ‚Atomspektren, der u. a. die Fre-
hielt dafür 1943 den Nobelpreis für quenzdifferenz der Serienlinien gegen
‚Chemie. [43]

er:
jene der Seriengrenze angibt. Sie
Hexaeder, Sechsflächner (regelmäßi- stellt einen der Versuche dar, den
ger Würfel), s. Kristallklassen, kubi- historischen Rydbergschen Term bes-
sche. [8] ser an die Messungen anzupassen:

N
hexagonal, sechseckige, sechsseitige
Formen (auch Flächen) mit einer Rydberg: Rin+p),
sechszähligen (abgeleitet auch drei- Ritz: Rilntptx(n,q,2))”, III \
zähligen) Hauptsymmetrieachse, auch Spezielle Form
dementsprechende *Kristallklassen. davon: Rllntp+xin®®, belabstand auf der einen Seite be- If! = VG, heißt die Norm von f
8] Hicks: Rilatp+xin?. deutet (s. Abb.). Infolge der Reibung
Hexagyre, -gyroide, -helikogyre, hat das Wirbelsystem nur eine end-
und ||fg]] bezeichnet man als Ab-
sechszählige Drehungs-, Drehspiege- (R Rydberg-Konstante, n Haupt- liche Länge (Wirbelschwanz). Die
stand der beiden Elemente f undg.
hungs-, Schraubenachse der *Kristall- quantenzahl). $. a. Linienspektrum. Wirbelgeschwindigkeit u ist kleiner 3.9 ist vollständig,d.h. für jede Fol-
Li. Sommerfeld, A.: Atombau u. Spek- ge (/n) mit der Eigenschaft
symmetrie. [8] trallinien. Bd. I. Braunschweig 1944. [14] als die relative Geschwindigkeit U
Hexakisoktaeder, svw. Achtundvier- Hiebtöne sind Töne, die beim Schla- zwischen Stab oder Hindernis und I fa — /m I>0 für m,n—
zigflächner, Kristallform der höchst- gen mit einer dünnen Gerte, einem Luft, so daß der Abstand der Wir- gibt es ein Element f aus $ mit der
symmetrischen kubischen *Kristall- Stab oder einem Draht durch die bel ‘vom Stab oder Hindernis im Eigenschaft
klassen, Abb. 61. [8] Luft oder an Stäben und Drähten in Laufe der Zeit zunimmt. Der Zu-
Hexakistetraeder, 24flächige (halbflä- einem Luftstrom entstehen. Die Fre- sammenhang zwischen :der Pendel- Im II+0 fürn>.
chige) Form kubischer *Kristallklas- quenz v der H. ist proportional der frequenz » des Stabes (Frequenz der Das folgende Postulat wird in der
se, Abb. 59. [8] Relativgeschwindigkeit U und umge- H.), den Geschwindigkeiten U und u Literatur nicht immer zur Definition
Hexode, s. Röhre. kehrt proportional dem Durchmesser und dem Wirbelabstand J ist eines H.-R. gerechnei
Heynsche Spannungen werden häu- D des Stabes oder Drahtes bis her- U-u parabel, d.h. es gibt ab-
fig die *Eigenspannungen zweiter unter zu Durchmessern von etwa 0,4 u. icle Elemente }, so daß sich
und dritter Art genannt. Es sind dies mm (nach Messungen von V. Strou- ilement aus 5 mittels einer
die Eigenspannungen, die mit ma- hal, 1878). Es ist also Mit U}D = b und uU = a wird ination von endlich vie-
kroskopischen Meßverfahren nicht _ U Uu-a ar unabhängigen Elementen
mehr nachgewiesen werden können. v=const y- OD ensty- Fu beliebig genau approximieren läßt
Lit. Heyn, E.: Festschrift der Kaiser- Die experimentell ermittelte Kon- (im Sinne des obigen Abstandsbe-
Wilhelm-Gesellschaft 1921, S. 121. - Ko-
Hydrodynamische Untersuchungen stante (1 — a)/b ergab sich zu 0,20 in griffes). Wichtig sind ferner die bei-
chendörfer, A.: Plast. Eigenschaften von
von von Kärmän zeigen, daß die H. guter Übereinstimmungmit der theo- den folgenden Konvergenzbegriff
Kristallen und metall. Werkstoffen. Ber-
lin 1941. 15] die Folge einer Wirbelablösung sind retischen Konstanten 0,281. 1. Man sagt, daß die Folge (/n} stark
HFS, Abkürzung für *Hyperf: und daß ihre Frequenz gleich der Lit. Trendelenburg, Akustik. Berlin- gegen das Element f konvergiert,
struktur. [1] Zahldersich in der Sekunde an dem Göttingen-Heidelberg 1961. [12] wenn
H-Funktion ist definiert als umströmten Hindernis ablösenden Hilbert-Raum. Eine Menge 5 von lim || In s1=0.
Wirbel ist. Die Wirbel lösen sich ab- Elementen J,8,... heißt ein H.-R., no
H@=[fff-Inf-dvı-dva-dvs, wechselnd auf der einen und der an- wenn folgende Eigenschaften erfülit 2. Gilt dagegen
wobei f = f (v1, v2, vo, £) die *Vertei- deren Seite des Hindernisses ab und sind:
lungsfunktion der Geschwindigkeiten üben periodisch Stöße auf dieses aus. 1. 9 ist ein linearer Raum, d.h. für lim (fn, 8) = (8)
ist, die gegebenenfalls von der Zeit Kommt der Stab, die Saite oder der seine Elemente gelten hinsichtlich ih-
abhängen kann; die Integration ist Draht durch Resonanz zum Mit- rer Addition und der Multiplikation für beliebige g aus 9, so sagt man,
über den ganzen Geschwindigkeits- schwingen, dann tritt ein Aufschau- mit komplexen Zahlen die gleichen daß die Folge {fn} schwach gegen das
raum zu erstrecken. Die H.-F. ist keln der Schwingungenein, da durch Regeln wie in der Vektoralgebra. Element/ konvergiert.
von Boltzmann eingeführt. Ihre tie- die Schwingungen die Wirbelablö- 2. In 9 ist ein Skalarprodukt defi- Die schwache Konvergenz ist eine
fere Bedeutungliegt im *H-Theorem. sung, unterstützt wird. Dies bewirkt niert, durch das je zwei Elementen fFolge der starken. Die Umkehrung
Die Bezeichnung geht auf ein Mil das Tönen der *Aolsharfe und das und g aus $ eine komplexe Zahl (8) gilt dagegen nicht.
verständnis zurück. Es sollte eigent- Summen der Telephondrähte im zugeordnet wird. Dieses Skalarpro- Die große Bedeutung des H.-R. für
lich ein großes griechisches Eta (H) Wind. Das Wirbelsystem hinter dem dukt hat die Eigenschaften die Physik liegt darin, daß die Zu-
sein, hergeleitet von Entropie, womit Hindernis ist nur dann stabil, wenn 4,c9)= 6,8) für jede komplexe stände eines quantentheoretischen
die H.-F. eng zusammenhängt (s. H- die Wirbel der einen Seite in den Zahl c Systems einen solchen Raum bilden.
Theorem). Der Name Eta-Funktion Lücken der Wirbel der anderen Seite Gats)=da)+G,e), Ist dies auch nicht immer im mathe-
ist heute indessen nirgends gebräuch- liegen, wie dies die Abb. zeigt, und 4,89) = (8, N* (konjugiert komplexe matisch strengen Sinne der Fall, so
lich, [7] wenn das Verhältnis h/l den Wert Zahl) m bilden sie dann doch den Grenzfall
HgO-Zelle, s. 'Ruben-Mallory-Ele- 0,281 hat, wobei h den Abstand der 6920,6,9=0 dann und nur eines H.-R. Das bekannteste Beispiel
ment. beiden Wirbelreihen und / den Wir- dann, wenn /=0. sind die Wellenfunktionen y (12)
122 123
Hilbert-Transformation Hochdruckphysik
der Schrödinger-Gleichung mit dem sie das Skalarprodukt (f, g) invariant kallicht, 2,4% durch Polarlicht, 2,2% trizitätsleitung der Gase. Er hat als
Skalarprodukt lassen: durch zerstreutes Erdlicht. erster die Eigenschaften der Katho-
WLU)-WUUN-UR. b) Bei Tag handelt es sich um die denstrahlen eingehend untersucht,
nv.) -far vır pa. von dem gesamten Himmelsgewölbe stellte ihre geradlinige Ausbreitung,
Da w(,9) = (4, 8) 1° in der Quan- 'herrührende Einstrahlung unter Aus- Fluoreszenz-, Wärme- und Zerstäu-
Weitere wichtige Größen eines H.-R. tentheorie die Wahrscheinlichkeit da- schluß der direkten Sonnenstrahlung. bungswirkung sowie ihre magnetische
sind die Transformationen, symbo- für ist, daß man bei einer Messung Sie rührt von der Streuung und Ab- Ablenkbarkeit (1896) im Magnetfeld
lisiert durch Operatoren ©, die $ auf den Zustand f vorfindet, wenn bei sorption der Sonnenstrahlung her, fest. Er erforschte die Ionenwande-
sich oder in sich abbilden, d.h. der der vorausgegangenen Messung der wobei die Streuung in erster Linie rung bei der Elektrolyse und die da-
Operator O ordnet den Elementen f Zustand g vorlag, so haben die uni- durch die Luftmoleküle selbst be- bei_ auftretenden Konzentrationsän-
die Elemente Of = f zu. Der zuO tären Transformationen die Eigen- wirkt wird und dann nach der Ray- derungen.[43]
adjungierte (auch: hermitisch konju- schaft, diese Übergangswahrschein- leighschen Formelproportional zu / Hittorfsche Röhre, s. Röhre.
gierte) Operator Ö* ist definiert durch lichkeiten invariant zu lassen. Sie bil- A* ist, also die kurzen Wellenlängen Hitzdrahtanemometer, s. Anemome-
won =-(h, den daher die Symmetrietransforma- bevorzugt (Himmelsfarbe). Die Streu- ter,
tionen des Systems (s. Symmetrie- ung an den Dunstteilchen und festen Hitzdrahtinstrumente, s. Strommes-
und man nennt 0, hermitisch, falls Prinzipien in der Elementarteilchen- Partikeln (Sand, Staub) ist weniger
o=0. Physik). abhängig von der Wellenlänge.
(Die hier benutzte Sprechweise ent- Lır. Neumann,J. v.: Mathemat. Grund- langwelligen Gebiet ist die H. Hitzemauer, s. Reibungswärme.
spricht der bei Physikern üblichen. lagen der Quantenmechanik. Berlin 1932. Temperaturstrahlung, deren Res: HK, Kurzzeichen für die photometri-
Ludwig,
Sie täuscht jedoch leicht darüber =Quantenmechanik.G.: Die Grundlagen der voir in den absorbierenden Anteilen sche Einheit Hefnerkerze. [13]
hinweg, daß man sich in jedem Fall E. Nuovo Cim.3, Berlin 1954. - Wigner,
517 (1956). Riesz, der Atmosphäre liegt. [18] Hochdruckdampf, hochgespannter
die genaueren mathematischen Vor- F., und B. Szent-Nagy: Vorlesungen Lrr. Jensen: Hdb. d. Physik, Bd. XIX, Wasserdampf. Der Druckbereich ist
aussetzungen klarmachen sollte. Zu über Funktionalanalysis. Berlin 1956. — S. Dorno: Physik_d. wie die Bezeichnung »Hochdruck«
mindest sollte man im Gedächt L. D., and E. M. Lifshitz: imelsstrahlung. Die nicht einheitlich festgelegt und je
behalten, daß sich hinter dem biswei-
Nachaft, Bd. 63. Braunschweig 1919. nach Anwendungsgebiet verschieden.
len etwas großzügigen Gebrauch, den Himmelsmechanik, die Wissenschaft So spricht man bei Dampfheizungen
die Physiker von all diesen Begriffen von derBerechnung der Bahnen der schon bei wenigen Atmosphären
machen,ein differenzierte mathema- Himmelskörper auf Grund des *Gra- Überdruck von H. Bei den *Dampf-
tischer Kalkül verbirgt! So ist z. B. Cim mer, E, vitationsgesetzes. Obwohl bereits das turbinen hat sich der Druckbereich
bei vielen Operatoren die Angabe P.: Group Theory. New York 1959. [47] *Dreikörperproblem nichtstreng 1ös- des H. mit der technischen Entwick-
ihres Definitionsbereiches D (0) un- Hilbert-Transformation, s. Disper-- bar ist, gelingt es der H. mit Hilfe lung zu höheren Drücken immer
erläßlich. Zu diesen gehören die sog. sionsrelation. von Störungsrechnungen doch, die mehr erhöht. Bei *Dampfkesseln
unbeschränkten Operatoren. Diese Hilfsflügel, s. Grenzschichtbeeinflus- Bahnen der Himmelskörper mit gro- geht man heute bis zu 3 - 107 N/m#.
sind dadurch definiert, daß die Zah- sung. Ber Genauigkeit zu bestimmen. ür diese extrem hohen Drücke ge-
len | (9, O p)| beliebig groß werden Hilsch-Rohr,s. Wirbelrohr. braucht man die BezeichnungHöchst-
können. Beispiele für die Operatoren Lit. Dziobek: Die math. Theorien d. druckdampf.
sind die Größen p_ und q aus der Himmelsäquator ist die Projektioı Planetenbewegungen.Leipzig 1888. — Tis- Let. Hochdruckdampf, Sammeldruck-
des Erdäquators auf die scheinbar serand, F.: Traite de Mecanique c&leste. ‚schrift,
Quantenmechanik, Für solche Ope- Himmelskugel. Er teilt die Himmels- Paris 1896. - Moulton: Einf. i. d. Him- Verl. VDI. [9]
ratoren wird die Unterscheidung melsmechanik. Leipzig 1927. Charlier, Hochdruckphysik. 1. Druck-Erzeu-
zwischen hermitisch und selbstadjun- kugel in die Nord- und Südhalbku- C. L.:; Die Mechanik d. Himmels. 2. ‚gung. Hohe und höchste Drücke für
giert wichtig.) gel. Aufl, Leipzig 1927. - Hdb. d. Physik. ‚sikalische Untersuchungen wer-
Der H. führt durch die Sternbilder Ba.5. Berlin 1927. [20] . allg. statisch erzeugt. 1870
Solche hermitischen Operatoren ha- Fische, Wassermann, Adler, Schlan- Himmelsstrahlung, s. Himmelslicht. reichte Amagat3 - 10° N/m?. Mit Hi
ben reelle Eigenwerte, denen in der ge, Schlangenträger, Jungfrau, Löwe, Hintereinanderschaltung, svw. Serien- fe von einfachen Spindelpressen
Quantentheorie die Meßwerte einer Sextant, Wasserschlange, Kleii schaltung. [12] kommt man auf5 - 10° N/m®. Nimmt
physikalischen Größe entsprechen. Hund, Einhorn, Orion, Stier, Wal- Hittorf, Johann Wilhelm. Dt. Physi- man einen Druckübersetzer hinzu,
Physikalische Größen werden also im fisch. ker u, Chemiker. Geb. 27.3. 1824 in bei dem ein kleiner Hochdruckkolben
H.-R. durch hermitische Operatoren Schnittpunkte mit der *Ekliptik sind: Bonn, gest. 28. 11.1914 in Münster. von einem größeren Niederdruck-
repräsentiert. $o ist der Hamilton- Frühlingspunkt im Sternbild Fische, Seit 1852 Prof. der Physik und Che- kolben hydraulisch vorgetrieben wird,
Operator ein solcher hermitischer Herbstpunktim Sternbild Jungfrau. mie an der philosoph. Fakultät der so erreicht man 20 - 10° N/m? bei z.
Operator, und seine Eigenwerte sind Schnittpunkte mit dem *galaktischen Akad. in Münster; 1890 emeritert. B. 40 cm® Druckraum. Hier eine
die Energiewerte, die das System an- Aquator im Sternbild Adler und im H. war Dr. rer. nat. h.c. der Uni natürliche Grenze gesetzt, einerseits
nehmen kann. Sternbild Einhorn. Verschiebung der) Straßburg. Dr. med. h. c. der Univ. durch die Festigkeit des Hochdruck-
Den kanonischen Transformationen Schnittpunkte s. Präzession.[5] Leipzig, Dr. Ing.e. h. der T. H. Ber- kolbens, andererseits durch die des
der klassischen Mechanik entspre- Himmelslicht. a) Bei Nacht. Ein Qua- !in-Charlottenburg, ferner Mitglied Zylinders, auch wenn dieser als
chen in der Quantentheorie die uni- dratgrad des Himmelshat, verglichen‘ vieler Gelehrten-Ges., Ehrenpräs. d. Schrumpfrohr ausgebildet wird (Ta-
taren Transformationen U im H. “ mit einem Stern der Größenklasse 1, deutsch. elektro-chem. Ges., Ritter mann).
Sie sind durch die Eigenschaft im Mittel die Helligkeit 2,9% dur des Ordens Pour le Merite und Ex- Um 1940 gelang es Bridgman,diese
UU-UU-1 direktes Sternlicht, 0,9% durch zer- zellenz. Hauptarbeiten: Auf dem Ge- Grenze mit zwei Kunstgriffen zu
definiert. Dies bedeutet offenbar, daß streutes Sternlicht, 7,1% durch Zodia. biete der Elektrolyse und der Elek- überschreiten: Er paßte die Schrumpf-
1224 125
N
Hochdruckphysik Hochdruckphysik
spannung des Zylinders durch Ver- Manhat auch winzige Diamanten aus als bei Normaldruck (wichtig für tur »kochene. Obwohl sich die Le
wendungeines Gefäßes mit konischer spektrographisch reinem Graphit Schmieröle). bensmittel nicht erwärmten, warcı
Außenwandung selbsttätig oder mit- durch Explosionsschocks von 30 + 10% Die Wärmeleitfähigkeit, bei kleinen sie geschmackvoll und fast vollstän-
tels einer zweiten Presse dem jewei- N/m® in 1us erzeugen können. S. Drücken wie die Zähigkeit druckun- dig sterilisiert. - Kautschuk und an-
ligen Innendruck an und schachtelte Hochdruckphysik, dynamische. abhängig, nimmt bei sehr hohen dere Polymere brachen bei 20 - 10°
zwei Hochdruckapparaturen ineinan- 2. Druck-Messung. Drückenstark zu. N/m? explosionsartig in ihre Elemen-
der (»Kaskadenbauarte). Der innere Nach anfänglich großen Schwierii Die Diffusion wird durch hohen te oder in einfachere Verbindungen
föchstdruckkolben aus der widia- keiten können jetzt Drücke bis Druck vermindert. auseinander.
ähnlichen Legierung Carboloy erhöht 30. 10° N/m? einwandfrei gemessen Chemische Reaktionen werden oft 4. Hochdruck-Technik.
seine Festigkeit bei dem hohen all- werden. Man benützt Bourdon- und sehr beschleunigt (wichtig für tech- In der chemischen Großindustrie hat
seitigen Außendruck auf das 3fache Schneckenrohre, Druckmeßdosen, nische Anwendungen). Bei Lösungs- die Hochdruck-Technik mit der Am-
und verliert dabei seine Sprödigkeit, Druckwaagen, Ringfeder-, Kolben- mitteln nimmt die »ionisierende moniak-Synthese nach Haber-Bosch
so daß er den schr hohen Drücken manometer und _gewichtsbelastete ihren entscheidenden Anfang genom-
beim Aufsetzen des äußeren Kolbens Kolben. Auch die Druckabhängigkeit it von Metallensteigt er- men. Mit der Methanol-Synthese aus
bei z. B. 5: 10° N/m? standhält. Die des elektrischen Widerstands wird heblich. Kohlenoxyd, mit der Hydrierung von
Außenapparatur ist zur Drucküber- häufig benützt. Die Leitungsdrähte Die individuellen Eigenschaften der Kohle und Ölzu Benzin und anderen
tragung mit Isopentan oder Wismut werden dabei in selbstdichtenden An- Gase prägen sich in hochverdichte- hochwertigeren Stoffen, mit der Her-
gefüllt, das dort eine Drucksteige- ordnungen durch Quarz- oder Saphir- tem Zustand besonders stark aus. stellung von Kunststoffen und mit
rung bis zu 25 + 10° N/m? zuläßt. Mit dichtungeneingeführt. Für diegleich- Zwischen 2 und 3: 10° N/m®, im Be- vielen anderen Hochdruckreaktionen
der Innenapparatur kann man bei zeitige Ablesung verschiedener Drük- reich des »fluiden« Zustands, ändern gewannsie weiterhin außerordentlich
einem Volumen von 0,01 cm® Drücke ke wendet man die Methode der sich Dichte und andere Stoffeigen- an Bedeutung.
von 100 bis 150 - 10° N/m? erreichen. Druckspeicherung an. - Zur Druck- schaften abnorm stark (. a. Auid). Große Schwierigkeiten bereitete die
Den Druck überträgt man dort mit Eichung hat man auch die Änderung Stickstoff-Wasserstoff-Gemische_ zei gleichzeitige Beherrschung hoher
Zinn oderIndium. des elektrischen Widerstandes von Bi, gen bei 3- 10° N/m? und 50°C ein Drücke und hoher Temperaturen, z.
Bei einer anderen Ausführung be- TI, Cs und Ba bei Phasenübergängen spezifisches Volumen, das bei Ne B. 2 bis 7-107N/m® und 500 bis
steht die Innenapparatur aus zwei verwendet. fünfmal, bei Hz dreimal so groß ist 600 °C. Stahl zeigt dabei die gefürch-
Carboloy-Kolben, zwischen deren 3. Physikalische Untersuchungen bei wie nach den Gasgesetzen zu erwar- tete _Wasserstoff-Sprödigkeit. Die
polierten Oberflächen ein Körnchen hohen Drücken. ten. Entwicklung geeigneter Werkstoffe
des zu untersuchenden Materials zu- Für die Messung des Verhaltens der Die Zustandsdiagrammevieler Stoffe gewann entscheidende“ Bedeutung.
sammengepreßt wird, mit Drücken Substanzen im Hochdruckraum muß- wurden bis zu sehr hohen Drücken Große Reaktionsräume wurden nach
bis zu 400 - 10° N/m?. ten besondere Verfahren entwickelt vervollständigt. neuartigen Verfahren hergestellt.
Diese Apparaturen wurden in den werden. Bei Hochdruckpressen z. B. Die Druckabhängigkeit der Viskosität Kompressoren, Umlaufpumpen, Ven-
letzten Jahren laufend weiterentwik- olbenstellung auf erlaubt Schlüsse auf den Ordnung tile, Dichtungen mußten in immer
kelt, besonders im Zusammenhang des untersuchten zustand der Moleküle in einer Fl größeren Ausmaßen entwickelt wer-
mit den Versuchen zur Diamantsyn- Stoffes schließen. An reversiblen sigkeit. Eucken fand, daß bei sehr den, um kontinuierliche Verfahren
these (z. B. »Anvilc-Apparatur und Sprüngen der Kolbenbewegunglassen hohen Drücken in Wasser Assozia- mit ausreichender Kapazität zu er-
Tetraeder-Apparatur von Hall). Der sich Schmelzpunkte und polymorphe ionskomplexe von zwei, vier und möglichen.
zylindrische Druckraum wurde z. B. Umwandlungen erkennen. Besonders acht Molekülen vorhanden sind; er Die Drücke wurden später in groß-
zu einem aus mehreren Lagen beste- schwierig sind kalorimetrische Mes- konnte die Druckabhängigkeit dieser technischen Anlagen auf 2,5. 10°
'henden Gürtel aus unter starker Vor- sungen wie die von Mol- oder Reak- Komplexe berechnen. IN/m? gesteigert, bei kleineren Einhei-
spannung aufgeschrumpften Ringen tionswärmen. Bridgman und Michels schlossen aus ten sogar auf 4- 10° N/m®. In neue-
umgebildet. Oder es wurden in eine Die Anwendung hoher Drücke hat ihren Messungen, daß sich die Mole- ster Zeit ist die Synthese von Dia-
besonders geformte Kammer aus auf vielen Gebieten der Physik neue küle bei sehr hohen Drücken merk- mant bei 100. 10°N/m® zu techni-
Carboloy zwei konisch geformte Kol- Erkenntnisse ermöglicht, die teilweise, lich deformieren. Der durchschnitt- scher Reife gekommen.
ben von entgegengesetzten Richtun- auch für die Geophysik wichtig sind. liche Molekülabstand von Stickstoff Lir. Ullmanns Encyklopä
gen eingetrieben. - Man hat bisher Dafür einige Beispiele: wird bei 15 - 10° N/m? so klein wie Chemie, Bd. 1. München-Berlin ‚der techn.
1951,
Drücke von 500 - 10° N/m? bei Raum- Über die van der Waalssche Gleichung der bei normalen Drücken bestimmte $. 337/342 u. 974/984. — Kuss, E.: Physik
temperatur und 100. 10° N/m® bei hinaus hat man exaktere *Zustands- Moleküldurchmesser. Die Dichten der höchsten Drucke. Chem. Ing. Techn.
200°°C über mehrere Stunden errei gleichungen aufstellen und die Kon- können doppelt so groß werden wie Technik
28 (1956)3, S. 141/152. - Raichle, Die
chen können. Unter solchen Bedin- stanten mit teilweise schr hoher Ge- beim absoluten Nullpunkt unter Nor- ‚Chem.Ing. der chem. Hochdruckverfahren.
gungen wird heute die Diamantsyn- nauigkeit bestimmen können. Damit maldruck. Techn.28 (1956)3, S. 203/213.
these ausgeführt, teils mit, teils ohne ießen sich thermodynamische Daten Bei Cäsium und Cer konnte Bridg- - Futterer, H. C.: Hochdruckmaschinen.
man eine Änderung der Atomstruk- Chem. Ing. Techn. 28 (1956)5, S. 337/342.
Verwendungvon Katalysatoren. für komprimierte Gase wie Entropie, — Schaurer, G.: Hochdrucktechnik. VDI-
Für Untersuchungen, die nur sehr freie Energie, Gesamtenergie, Mol- tur nachweisen. Das System der Elek- Z. 103 (1961), $. 1406/1408 u. FE (1962)
kurzzeitigen Druck benötigen, hat wärmen und chemische Gleichge- tronenbahnen kann sich verändern 28, S. 1452/54. — Schwartz, C. M.: Ultra-
man auch die Stoßdrücke im Kopf wichte berechnen, die auch für tech- Gelektronischer Zusammenbruche). high Pressure Technology. Chem. ‚Engng.
einer Explosionswelle herangezogen. nische Anwendungen von großer Be- Nach W. F. Libby kann man ferner Ditra-High-]
Progr. 56 (1960) 8,S. 71/76. Hall, A.
Es ist gelungen,die Drücke von Stoß- deutungsind. bei Drücken von 10 bis 100 - 10° N/m® Apparatus: Pressure, ‚High-Temperature
»The Belt«. Rev. Sci. Instru-
wellen genau zu messen und Spitzen- Die Viskosität kann bei 2 - 10° N/m® Lebensmittel, wie Kartoffeln, Karot- ments 31 (1960) 2, S. 125/131. — Ultrahigh
werte bis zu 102 N/m? festzustellen. um drei Zehnerpotenzen größer sein ten und Fleisch, bei Zimmertempera- Pressure Research Today. Ind. Engng.
126 127
Hochdruckphysik, dynamische Hochfrequenzkin
Ghem, 53 (1061) 3, 5. anamaa, = Lüder, Dichte-Beziehung(die sog. Hugoniot- Walsh: Compression of Solids by Strong der unter stationären Bedingu
Vertahrenstechnik 15589, Weicheiem Kurve)
Hoch. ‚Fortschritte der ist von der statischen (iso- Shock Waves, Solid State Physics 6, 1-64
(1958). - Altshuler, L. V., u. a.: Dynamic maximale Neutronenflußdi
1961, S. 46/64. — Dodge, B. F.: Recher- therm gemessenen) verschieden, da oberhalb etwa 1014 n/cm® s liefern
ches’Recentes Concernant influence de dasMaterial im Stoß nichtisentropisch
Compressibility of Metals under Pres-
sures from 400.000. 0 4.000.000 atm. 3. kann.[7]
aufgeheizt wird. Statische und dyna- xp. iheor, Phys. (USSR) 34, 886, JETR Hochfrequenzkinematographie. Wäh-
mische Kurven lassen sich jedoch 34, 614 (1958). Eichelberger, R. J., und rend die normale Kinematographie
mit Hilfe geeigneter Zustandsglei- G. E. Hauver: Solid State Transducers Bewegungsvorgängefesthält und sie
chungen(z. B. der von Grüneisen) in- for recording of intense Pressure Pulses. bei der Projektion so wiedergibt, wie
einander umrechnen. Die Abb. gibt CNRS-Colloquium »Les ondes de deto- das Auge sie gesehen hat, fällt der
bis 21 (1966). - Buchter, A, H.: \ppa- einige nach den Methoden 1. bis 3.
nation«. Paris 1961. [42]
Hochelastizität. Als hochelastische Hochfrequenzkinematographie die
rate und Armaturen der Chem. Hoch- 7 ] ‚Aufgabe zu, schnell verlaufende Vor-
drucktechnik, Berlin 1966. - Wentorf, "Verformung wird eine Verformung gänge, die das Augenicht verfolgen
H. R.: Modern Very-High-Pressure-Re- definiert, die den Wert von 1% über- kann, aufzunehmen. Der unmittel-
search. Brit. J. appl. Physics 18, 7, S. 865 0"Nm? schreitet. Kristalline Stoffe und amor- bare Zweck ist die meßtechnische
bis 882 (1067,19] phe Stoffe in sprödem Zustand sind ‚Analyse der schnellverlaufenden Vor-
a

Jh
Hochdruckphysik, dynamische. Dy- damit ausgeschlossen. Die H. ist ein gänge. Die Wiedergabe solcher Auf-
namisch können durch Detonationen Kennzeicheneiner großen Zahlpoly- nahmenals Lauffilm vermittelt einen
oder ballistische Beaufschlagung er- merisierter Produkte, z. B. Kau- anschaulichen Eindruck von Vorgän-
heblich höhere Drücke (= 10° Nim®) tschuke, Kunststoffe usw. Die H.- gen, für die die tägliche Erfahrung
erzeugt werden als in der statischen 3 Temperatur kann sowohl oberhalb keine Vorstellungliefert.
*Hochdruckphysik. Die Bestimmung = ferPe wie auch unterhalb der Zimmertem- Im unteren Bildfrequenzbereich kön-
von Zustandsgrößen erfolgt mit den z jez peratur liegen. Mit der H. sind meist nen die Aufnahmekameras noch mit
Methoden der *Kurzzeitmeßtechnik. die elastischen *Nachwirkungserschei- absatzweisem Filmtransport arbei-
Bei_ebenen Stoßwellen können mit 2
nungenverbunden. ten. Etwa Sm/s an mittlerer Ge-
Hilfe der (aus den Erhaltungssätzen Für das Auftreten der H. ist meist schwindigkeit können aus Festig-
der Mechanik abgeleiteten) Bezie- eine offene Struktur des Stofles oder keitsgründen dem Film hierbei zu-

2
hungen ' eine Struktur, bei der schwache Bin- gemutet werden. Das ergibt bei einer
e__v dungen neben schr starken bestehen, Einzelbildhöhe von 2 cm eine maxi-
za @ notwendig. male Bildfrequenz von
ud p=@VU ® Häufig werden die Bedingungen für 500
7 m? H. in drei Gruppen eingeteilt, und 2 2305.
der Drucksprung p hinter der StoB- zwar in a) Kettenmoleküle mit nur
front und die zugehörige Verdich- schwachen sekundären Bindungen Für höhere Bildfrequenzen muß auf
tung g/go aus der Wellengeschwin- erhaltene Hugoniot-Kurven wieder. untereinander, wobei die Frage der die absatzweise Schaltung. verzichtet
digkeit V und der Strömungsge- Für fast alle kondensierten Stoffe Biegsamkeit und Steifheit von Ket- werden. Der Film kann nur mehr
schwindigkeit U der Materie in der kann das Kompressionsverhalten bei tenmolekülen eine besondere Bedeu- gleichmäßig transportiert werden. Um
Welle erhalten werden. Während V hohen Drücken durch eine lineare tung hat; in b) Kettenmoleküle, in trotzdem scharfe Einzelbilder zu er-
elektrisch oder optisch gemessen wird, Beziehung V=a+bU gekennzeich- denen besondere zusammenziehende halten, muß das Bild für den Zeit-
kann U nur indirekt nach einer der net werden, wobei die (mit dem Kräfte vorhanden sind, die z raum der Belichtung mit dem Film
drei folgenden Methoden bestimmt Grüneisen-Faktor zusammenhängen- den Teilen des Kettenmolek mitgeführt werden. Dieser optische
werden: de) Konstante b von Stoff zu Stoff wirken, z.B. Ladungszentren Ausgleich erfolgt mit Hilfe rotieren-
1. Methodederfreien Oberfläche. Be- nur wenig variiert (1,2 < b < 1,7). verschiedenen Vorzeichen; in c) drei- der Spiegel, Linsen oder Prismen
obachtet wird die Entspannung des Führt der Druckstoß in das Zu- dimensionale (amorphe) Netzstruk- (bzw. Planplatien). Etwa 50 m/s sind
Materials an einer freien Oberfläche standsgebiet einer anderen Modifi- tur mit Bindungen von großem Ener- maximal an Filmgeschwindigkeit
parallel zur Wellenfront. Thermody- kation, so wird die neue Phase außer- giegehalt (z. B. härtende Harze, As- möglich, wenn der Film von einer
namische Betrachtungen ergeben, daß ordentlich schnell (z.B. in < 10” s phalte und manche Gläser). Spule abgewickelt und von einer
die Oberflächenpartikel ei Ge- bei Bi) gebildet, Fast alle Dielektrika zweiten wieder aufgewickelt werden
schwindigkeit annehmen, die in sehr zeigen einen dynamischen Piezoef- soll. Das ergibt Bildfrequenzen bis
ar Näherung gleich 2 ist. fekt, der zur Druckstoßvermessung zu 2500/s bei 2.cm Bildhöhe und ent-
2. Röntgen-Blitzmethode. Aus Rönt- ausgenutzt werden kann (Plexiglas- sprechend mehr bei Verkleinerung
gen-Blitzaufnahmen wird g/go auf- indikator). Viele Isolatoren werden der Bildhöhe.
grund des Absorptionsvermögens bei starker Stoßbelastung halb- oder Hochenergiephysik. Die H. beschäf- Bei Einlegen des Filmesin eine rotie-
photometrisch bestimmt. . metallisch leitend. Auch dieser Ef- tigt sich mit denjenigen Phänome- rende Trommel sind Filmgeschi
3. Beschußmethode. Der Stoß wird fekt wird (z.B. beim Schwefel) zur nen, bei denen Energien eine Rolle digkeiten bis zu etwa 300 m/s mög-
durch Aufprall eines flachen Ge- Vermessung von Druckstößen be- spielen, die nicht mehr klein sind, lich und daher Bildfrequenzen bis zu
schosses mit der Geschwindigkeit C nutzt. verglichen mit der Ruhenergie mc 15000 5°! bei 2cm Bildhöhe, wobei
auf ein ebenes Materialstück erzeugt. Lit. Hamann, S. D.: The use of explo- der beteiligten Teilchen. H. ist prak- auch in diesem Falle das Prinzip des
Bei Gleichheit von Geschoß- und sions in high pressure research. Rev. tisch identisch mit Elementarteilchen- optischen Ausgleichs angewendet
Zielmaterial gilt U = /. C. pure and appl. Them. 10, 139 (60). = physik, [48] werden kann.
Die aus (1) und (2) erhaltene Druck- Rice, M. H., R. G. McQueen,and J. M. Hochflußreaktor, Forschungsreaktor, Eine andere Möglichkeit zur Erzie-
128 129
Hochfrequenzkinematographie Hochfrequenzkinematographie
lung scharfer Einzelbilder bei gleich- Verzerrung auf dem Film. Die Um- 500m/s, A=0,5um wird die Bild- Vorgänge bzw. für solche im diffus
mäßig transportiertem Film besteht laufgeschwindigkeit des Drehspiegels frequenz fw 105%. reflektierten Licht ist das Prinzip in
darin, die Belichtungszeit so kurzzei- sei v. Dann ist die Geschwindigkeit Die Leistungen praktisch ausgeführ- der vorliegenden Form nicht an-
tig zu halten, daß keine wesentliche w, mit der sich das reflektierte Licht- ter Drehspiegel-Einzelbildkameras er- wendbar. Es läßt sich in einem sol-
Unschärfe durch die Bewegung des bündel vor den objektiven L. bewegt, reichen annähernd den durch (6) ge- chen Falle ersetzen durch eine n-
Filmes zustande kommt. Die Kurz- gebenen Grenzwert. fache Kerr-Zellenkamera, d.h. eine
zeitigkeit der Belichtung. kann bei
nicht selbstleuchtenden Objekten vw 4vh
o (6) gibt, gleichzeitig die maximale
Zeitauflösung, wenn man einen
Anlage mit n-Kameras, wobei jede
mit einem Kerr-Zellenverschluß aus-
durch entsprechend hochfrequente und die Bildfrequenz ergibt sich zu Drehspiegel als Schlitzkamera ver- gerüstet ist. Die Öffnung der Kerr-
Funken- bzw. Elektronenblitzfolgen wendet; man hat dann nB =1 zu Verschlüsse erfolgt wieder durch
erreicht werden, die zur Beleuchtung w_A4vh setzen, d.h. man löst eine Linie auf elektronische Steuerung. Statt_ des
des Vorganges dienen. Bei Vorgän- ed Did ® und erhält als maximale Zeitauflö- Kerr-Verschlusses ist auch ein Fara-
day-Verschluß möglich, der jedoch
‚gen mit Eigenlicht oder mitstationä Fürdie Höhe B eines Bildes giltfol- sung
rer Beleuchtung kann die Kurzzei gende geometrisch-optische Bezie- 1ı_ı nicht gleich kurze Öffnungszeiten wie
tigkeit der Belichtung durch eine ge- hung:
steuerte *Kerr-Zelle erfolgen.
weinge @ der Kerr-Verschluß zu erreichen er-
laubt (Kerr-Verschluß bis zu etwa
Die Unschärfe auf dem Bild infolge D_h Beispiel 10%, Faraday-Verschluß einige us).
der Bewegung des Filmes während Fr 0) Mit = 0,5 und v = 500 m/s wird Eine H. ist auch möglich mit Hilfe
der Belichtungszeit ist tu = 2,5: 10905. des *Bildwandlers. Außer dessen
S=vnm= Bit, @
Führt man noch die durch Beugung
Ohne mechanische Bewegung, arbei- Verwendung für Kurzzeiteinzelbil-
gegebene Unschärfe im Bild Ab ein,
die sich auch durch die je mm auf- tet die Mehrfach-Funkenkamera der ist eine Unterteilung der ausnutz-
wo v Filmgeschwindigkeit, to Belich-
tungszeit, B Bildhöhe des Einzelbil- lösbaren Linien n (Ab = 1/n) aus- nach Cranz-Schardin, deren. Prinzip baren Bildfläche in mehrere Teilbil-
der möglich, die zeitlich nacheinan-
in Abb.2 dargestellt ist. rn vonein-
des, fw Bildfrequenz sind. Damit ist drücken läßt, soist
2 ander getrennte Beleuchtungsfunken der durch entsprechende Steuerung

Bd 08
ö 1 Al
wer:
Für gegebenes B und f» ist daher die Aus (3), (4) und (5) ergibt sich fol-
‚maximale Bildfrequenz abhängig von gende Beziehung
der Unschä fe ö, die man zulassen
. 0,5cm, m =1us und
‚Lmm ist z.B. fw = 20000 5”.
mund. o
Die erforderlichen Filmgeschwindig- Diese sagt aus, daß das Produkt aus
keiten lassen sich umgehen durch der Bildfrequenz und der Gesamt- Abb. 2
Bildtrennung übereinen rotierenden zahl der aufgelösten Linien im Bild
Spiegel. Hohe Bildfrequenzen lassen nur von der Umlaufgeschwindigkeit Fa, „.. Fa springen zeitlich gesteuert der Ablenkplatten erzeugt werden
sich mit mechanischen Mitteln errei- des Spiegels und der Wellenlänge ab- nacheinander. Ihr Licht wird mit Hilfe können. Allen bisher beschriebenen
chen nach dem Prinzip der Einzel- hängig ist. Man kann /w als Zeitit einer Linse K (meist durch einen Verfahren der H. ist gemeinsam, daß
bild-Drehspiegel-Kamera, das in formation und nB als Rauminfoı Hohlspiegel ersetzt) in den n Objek- vollständige Einzelbilder nacheinan-
‚Abb. 1 dargestelltist. mation bezeichnen. Man erzielt bei tiven Lı bis L„ abgebildet, so daß das der erzeugt werden. Nach einem an-
Lichtjeden Funkens nur durch je ein deren Prinzip arbeiten die Rasterver-
Objektiv fällt. Die Objektive Lı bisL« fahren (image dissection). Dieses
wiederum bilden den Vorgang 0 auf Verfahren sei anhand der Abb. 3 er-
der Platte P ab. Man erhält so eine läutert. Das zur Verfügung stehende
rein optische Bildtrennung. Die Bild- Bildfeld ist unterteilt in eine Anzahl
frequenz ist regelbar durch die ‚rein von Bildpunkten. Dadurch ist die
elektronische Steuerung der Beleuch- räumliche Auflösung natürlich we-
tungsfunken. Die obere Grenze ist sentlich kleiner als bei vollständiger
Hr, gegeben durch die Leuchtdauer der Verwendung der gleichen Photoplat-
Abb.1 Funken, die bei ausreichender Hel- te für eine Kurzzeitaufnahme. Der
ligkeit - es handelt sich bei dem zwischen den Punktenfreie Raum ist
Der Vorgang O wird mit Hilfe des gegebenen v und A also entweder eine Prinzip um durchfallendes Licht - nun aber frei für eine Belichtung zu
Objektivs L_auf dem Drehspiegel 5 hohe Zeitinformation oder eine hohe bis herab zu etwa 10”s betragen anderen Zeitpunkten, wieder mit der
abgebildet. Dieses Zwischenbild ge- räumliche Information. kann, entsprechend fy = 107 5". Al- gleichen Anzahl von Bildpunkten;
langt dann nacheinander, entspre- Der Maximalwert an Information ist lerdings ist die Bildzahl begrenzt. Je- z.B. können Bildpunktein die durch
hend der Drehung des Spiegels, gegeben durch den Maximalwert von doch läßt sich der Einsatz der Fun- Pfeile angedeutete Richtung ver-
über die Reihe der Objektive L zur v, der als eine Materialkonstante des kenfolge leicht steuern, so daßi. allg. schoben werden, bis die zur Verfü-
Abbildung auf dem Film. Da das Spiegels anzusehen ist. alle n-Bilder zur Analyse des zu un- gung stehende Schicht voll ausge-
Zwischenbild im Spiegel liegt, verur- Beispiel: tersuchenden Vorganges ausgenützt nützt ist. Die erforderliche Bewe-
sacht dessen Drehung praktisch keine Mit n = 100mm“, B = 20mm, v= werden können. Für selbstleuchtende gung der Rasterpunkte kann auf ver-
130 131
Hochfrequenz-Massenspektrometer Hochpoly:
unter der Bezeichnung Mikrowellen- Halbleitersubstanzen Verwendu
usEr spektroskopie zusammengefaßt. finden. H. werden in der Hochfre
Der Bereich der H. reicht herunter quenztechnik und beim Bau elektro
bis zu den kürzesten, genügend ge- technischer Apparate in großer Zahl
au beherrschbaren Mikrowellen, z. gebraucht. [26]
Z. etwa bis 0,4mm Wellenlänge, ent- Hochpaß, elektrischer *Vierpol, auf-
sprechend einer Frequenz von 700 000. gebaut aus Längs- und Quergliedern,
MHz. Nach oben reicht er bis ins in denen Induktivitäten, Kapazitäten
Mittelwellengebiet der Radiowellen. und evil, Ohmsche Widerständeent-
Die Anwendung der H. geht vor al- halten sind. Diese Bauelemente sind
Abb. 3 lem nach drei Richtungen: beim H. so bemessen, daß alle Fre-
schiedene Art erfolgen, z.B. durch an der gleichen Hochfrequenzspan- 1. Die direkte Bestimmung von ma- quenzen oberhalb einer bestimmten
‚mechanische Bewegung einer Linsen- nung liegen. Der Ionenstrahl durch- gnetischen Momenten der Kerne. Grenzfrequenz fast ungeschwächt
rasterplatte vor der photographischen setzt diese Felder der Reihe nach, 2. Die Bestimmung von *Hyperfein- durchgelassen werden, während alle
Schicht, durch Anordnung einer Nip- wobei die in ihm fliegenden Ionen strukturen und deren *Zeeman-Ei- tieferen gesperrt werden. [26]
kow-Scheibe vor dem abbildenden jeweils einen kurzen Beschleuni- fekten, *g-Faktoren und ähnliche: Hochpolymere. Ein Molekül, das aus
Objektiv und Abbildung der Löcher gungsstoß erhalten oder abgebremst an Zuständen von Atomen, Molekü- vielen Grundbausteinen (Mere) be-
der Nipkow-Scheibe über eine Lin- werden,je nachdem welche Halbwel- len und Kristallen, woraus sich ma- steht, heißt Polymer bzw. Polymeri-
senrasterplatte auf der photographi- 1e bei ihrem Durchtritt gerade an der gnetische Kernmomente und elektri- sat, Ist die Zahl der Mere so groß,
schen Schicht oder schließlich durch Beschleunigungsstrecke liegt. Passen sche Kernquadrupolmomente (s. daß es sich um ein *Makromolekül
Verschiebung über einen rotierenden die Masse und die Geschwindigkeit Quadrupolmoment) ermitteln lassen. handelt, so spricht man von einem
Spiegel, wobei_in letzterem Falle der Ionen mit den Abständen der Be- 3. Die Untersuchung von *Rotations- H. Der Polymerisationsgrad gibt die
nach (7) eine Zeitauflösung bis zu schleunigungsstrecken und der Fre- ektren, *Inversionsspektren und Zahl der Mere an. Makromoleküle
etwa 2,5 - 1005 möglich ist. Es ist quenz zusammen,so erhalten sie eine ähnlichem von Molekülen. mit. gleicher chemischer Zusammen-
einleuchtend, daß auch bei dem hoch- Maximalbeschleunigung. Teilchen mit Auf allen drei Gebieten erreicht die setzung, aber verschiedenem Poly-
frequenz-kinematographischen Ra- abweichender Masse fallen außer H, eine extrem hohe Genauigkeit, merisationsgrad heißen polymer-
sterverfahren eine wahlweise Verbes- Tritt und werden nicht oder nicht so teilweise Fehlergrenzen von 10-7. Der 'homolog, solche mit gleichem Poly-
serung der zeitlichen Information auf stark beschleunigt. Vor dem Auffän- ersten und zweiten Art von Messun- merisationsgrad, aber verschiedener
Kosten der räumlichen und umge- ger kann man die Teilchen der ersten gen dient die Atomstrahlresonanz- chemischer Zusammensetzung poly-
kehrt möglich ist. Das Rasterprinzip Art durch ein Gegenfeld von den an- methode, die Methode der Kernab- meranalog. Reaktionen, bei denen
zwar die chemische Zusammenset-
1äßt sich auch auf die Abbildung über derenabtrennen.[35] sorption (*Resonanzabsorption, ma-
gnetische) und, die Kerninduktion. zung verändert wird, aber der Poly-
den Bildwandler übertragen. Hochfrequenzspektroskopie. Wäh- Die dritte Art von Messungen, die merisationsgrad erhalten bleibt, hei-
Lit. High-Speed Photography, Journal rend in der gewöhnlichen optischen A. im engeren Sinn, arbeitet mit der Ben ebenfalls polymeranalog;sie bil-
of the Society of Motion Picture and Spektroskopie der Abstand schr eng tion von Mikrowellen in Ga deten einen der ersten und wichtig-
Television Engineers. New. York 1952. benachbarter *Energieniveaus eines ie aus den zu untersuchenden sten Beweise Staudingers für die Exi-
Vol. 1-5. - Actes du 2° Congres Inter- atomaren Systems nur dadurch ülen bestehen,unter stark ver- stenz von Makromolekülen.
national de Photographie et Cin&mato-
graphie Ultra-Rapides. Paris, September messen werden kann, daß Übergän- mindertem Druck, um geringe Li- Die H. können aus gleichen oder aus
1954. Paris; DUNOD, 1956. — Proceed- ge von beiden Niveaus zu einem drit- nienbreite zu erhalten. Ausgedehnte verschiedenen Meren aufgebaut sein.
ings of the Third International Congress ten, relativ weit entfernten beobach- »Mikrowellenspektren«, die aus zahl- Es gibt natürliche H. (Cellulose,
on High-Speed Photography, London, tet werden, wobei also zwei eng be- reichen Linien bestehen, können auf- Stärke, Lignin, Chitin, Naturkau-
September 1956, London: Butterworths nachbarte Spektrallinien entstehen, genommen werden, wobei die Lage tschuk, Eiweiße, Nukleinsäuren u.a.)
Scientific Publications, 1957. - Bericht kann dieser Abstand mit außeror- | der Linien im Gebiet von etwa 25 000 und künstliche oder synthetische H.
über den IV. Internationalen Kongreß
für Kurzzeitphotographie und Hochfre- dentlich viel höherer Genauigkeit be- MHzbis auf * 0,001 MHzgenau be- (*Kunsistoffe). Nach ihrem äußeren
quenzkinematographie. Köln, September stimmt werden, wenn es gelingt, di- stimmtwerden kann. Verhalten unterscheidet man: ther-
1958, Darmstadt: O. Helwich, 1959. -— rekt einen Übergang zwischen den Lit, Kopfermann, H.: Kernmomente. 2. moplastische H., die beim Erhitzen
Proceedings of the V. International Con- beiden eng benachbarten Niveaus zu Aufl Frankfurt a. M. 1956. - Townes, reversibel erweichen und schmelzen
gress on High-Speed Photography, Wash- untersuchen. Da die hierbei auftre- H. C., und A. L. Schawlow: Microwave und die meist auch löslich sind; und
ington, October 1960, New York: Soc. tende Frequenz entsprechend der Spectroscopy. 1965. - Klinger, H. H.: duroplastische H., die aus nieder-
Mot.Pict. Tel. Eng., 1962. [42]
kleinen. Energiedifferenz AW = hv Mikrowellen. Berlin 1966. [1] molekularen oder’ thermoplastischen
Hochfrequenz - Massenspektrometer. sehr viel niedriger ist als optische Hochohmwiderstandnennt man einen Vorstufen durch den Vorgang der
Es gibt Massenspektrometer, die mit Frequenzen, fällt sie in das Gebiet elektrischen Widerstand, der einen Härtung (Hitze, Katalysatoren) in
statischen elektrischen und magneti- der Radiowellen, meist in das der hohen Widerstandsbetrag (hohe den duroplastischen Zustand überge-
schen Ablenkfeldern arbeiten, um Zentimeter- und Millimeterwellen, Ohmzahl), etwa über 10kQ, auf- hen, in dem sie unlöslich und un-
einen Ionenstrahl nach den verschie- also in das Gebiet der elektrischen weist. Da die Anfertigung so hoher schmelzbar sind. Bei den Thermo-
denen Massen der in ihm enthalte- Hochfrequenztechnik. Daher werden Widerstände aus Metallegierungen plasten sind die Makromoleküle li-
nen Ionen aufzuspalten. Das H.-M. alle hierher gehörigen Methoden un- verhältnismäßig. kostspielig ist, wer- near, höchstens verzweigt, aber nicht
benützt dagegen einige kurze, in be- ter dem Begrifi H., soweit sie mit den H. heute überwiegend als vernetzt, während sie bei den Duro-
stimmten Abständen hintereinander- Zentimeter- und Millimeterwellen "Schichtwiderstände oder *Massewi- plasten völlig vernetzt sind; die Här-
liegende Beschleunigungsstrecken, die (Mikrowellen) arbeiten, häufig auch derstände ausgeführt, bei denenu. U. tung ist die Ausbildung dieser Ver-
132 133
Hochspannung Hochten turkrlechen
netzung. Sind nur einige wenige Ver- den Spannungen bis zu 5SMV er- klassische Wärmeleitung durch die Rand des Krater ber, wo sich dan
netzungen vorhanden, so kann sich zeugt. ‚Atome ganz zu vernachlässigen. Spiel wiederholt. Dieses unstetige
der kautschukelastische Zustand aus- Lır. Roth, A.: Hochspannungstechnik.5. Die charakteristischen anodischen Brennen bewirkt da: Zischen. 8.
bilden (s. Kautschukelastizität), der Aufl. Wien 1965. - Biermanns, J.: Hoch- Vorgänge sind gekennzeichnet durch Abb. 1-:
somit nicht von der chemischen,son- spannung und Hochleistung. München
1949. - Bouwens, A.: Elektr. Höchst- die Verdampfung des Anodenmate- Lit. Finkelnburg, W.: Hochstromkohle-
dern von der physikalischen Struktur Spannungen. Berlin 1939. [23] rials infolge der hohen Belastung. Sie bogen.Berlin 1948. [7]
abhängt. Zu den Thermoplasten ge- führt zur *Anodenflamme. Die Aus-
hören auch die praktisch wichtigen Hochstrombogen ist ein Lichtbogen, bildung der Anodenflamme hängt
stlichen Fasern. der sich von dem landläufigen Licht“ außer von der Belastung auch vom
Lit. Meyer, K. H.: Makromolekulare bogen, dem _»Niederstrombogens,, Anodenmaterial ab. Beim Beck-Bo-
Chemie. Leipzig 1950. Stuart, H. A.: durch zwei Eflekte unterscheidet, die
Die Physik der Hochpolymeren. Bd. II. nicht gemeinsam_auftreten müssen,
Berlin-Göttingen-Heidelberg 1953. [41] es aber können. Es besteht einerseits
Hochspannung, elektrische. Spannun- ein neuer anodischer Mechanismus,
gen über 250 V gegen Erde gelten als andererseits eine besondere Ausbil-
e.H. Das Hauptanwendungsgebiet dung der Bogensäule. Die Bezeich-
der e. H. ist die Übertragung großer nung stammt von Finkelnburg. Der
Leistungen. Fließt in einer Leitung Bogenselbst ist älter als sein Name, Abb. 2. Voll kontrahierte Hochstrom-
säule bei 180 A. An der 34 mm-Reinkoh-
der Strom 7 und hatdiese den "Wi- Der1910 von Heinrich Beck entdeck- lenanode keine Verdampfung.
derstand R, so ist der in der Zeitein- ie und inzwischen für die Lichttech|
heit durch die *Joulesche Wärme nik so wichtig gewordene Beck-Bo-
eintretende Energieverlust /° R. Der gen ist eine besondere Form des H.
Strom läßt sich verkleinern, wenn die Die Hochstromeffekte können sowohl
Spannung vergrößert wird. Bei lan- durch Gleichstrom wie durch Wech-
gen Leitungen wird man also große selstrom hervorgebracht werden.
Energien immer mit hochgespannten Die charakteristischen Vorgänge in
Strömenfortleiten. Wegen der leich- der Hochstrombogensäule setzen ein |
ten Transformierbarkeit des Wech- bei einer Stromstärke von etwa 80 A; _
selstromes durch *Transformatoren sie sind voll ausgebildet bei etwa 130
ist dieser besonders in Form von A. Im Gegensatz zu der diffusen und!
Drehstrom für die Übertragung der ausgebreiteten Bogensäule in Luft ist
Energie geeignet. In Deutschland ha- die Hochstrombogensäule eine scharf
ben die Hochspannungsleitungen bis gebündelte »kontrahierte« Leuchter-
zu 220kV gegen Erde, in den USA scheinung. Sie ist äußerst stabil und
bis zu 500kV. Direkt können die keineswegs durch leichte Luftströ- Abb. 1. 200 A-Beck-Bogen mit lichttech-
*Generatoren einige tausend Volt mungen wie beim Niederstrombogen nisch üblicher Bezeichnung der verschic
denen Bogenteile
(max. 30 KV) erzeugen. Spannungen zu beeinflussen. Sie entsteht durch
über 500 kV bezeichnet man auch als einen Pumpenmechanismus vor der gen bildet sich meist auf der Anode
Höchstspannungen.Sie werden in der Kathode, der ständig Kaltluft an- ein tiefer Krater, weil der Docht der
Hochspannungstechnik in Prüfanla- saugt (Mäcker). Die kontrahierte Bo- Beck-Kohle schneller verdampft als Abb. Vollautomatische Beck-Lampe
gen bis zu 10° und mehr verwen- gensäule ist also ein Gasstrahl. Das die Kohle des Mantels. Dieser Kra- für über 100 A Stromstärke. Verwen-
et. erklärt die große Stabilität. Die Tem- ter weist eine schr hohe Leuchtdichte dung in Scheinwerfern. Oben Regulier-
Hohe Gleichspannungen werden peraturen der kontrahierten Hoch- auf, wodurch der Beck-Bogen zurin- mechanismus. Die Negativkohleragt von
Senderöhren und für *Röntgenr strombogensäule liegen über 10000 tensivsten Lichtquelle mit ihren viel- oben in die Brennkammer
ren benötigt, in der Kernphysik fü °C. Für den Mechanismus der Hoch- seitigen technischen Anwendungen ren Mitte ist die rechtecki
(Üoannkohle, Miulere Leuchtälchte über
Teilchenbeschleunigung. Sie werden strombogensäule ist charakteristisch bei Scheinwerfern, Kinoprojektions- den ganzen Krater (18x26 mm?), 130.000
durch Gleichrichtung von Wechsel- seine hohe Elektronendichte, die in lampen und dgl. wurde. Bogenbrennspannung 102 V. Unter
spannungen gewonnen, wobei sich erster Linie die Wärmeleitung. be- In Parallele zu der Verdampfung der der Brennkammer befindet sich die Ab-
durch Schaltungen nach Delon,Vil- sorgt. Daneben spielt die Tonisations- salzhaltigen Beck-Kohle steht bei der blendvorrichtung
lard oder Greinacher eine Verdopp- wärmeleitung eine hervorragende Homogenkohle der Effekt des Zi-
lung oder sogar Vervielfachung der Rolle. Diese kommt dadurch zustan- schens. Dieses entsteht dadurch, daß Hochtemperatur - Energiewandlung,
Spannung erreichen läßt. Durch die- de, daß die Atome in der Bogensäule der anodische Ansatz des Bogens zu zusammenfassende Bezeichnung für
se sog. Kaskaden-Generatoren (s. ionisiert werden. Die Ionen diffun- einem winzigen Brennfleck kontra- thermische und magnetohydrodyna-
Kaskadenschaltung) lassen sich Span- dieren nach den Randzonen, rekom- | hiert wird, in dem Stromdichten von mische Energieumwandlung, s. Ener-
nungen bis zu 2 MV herstellen. Hohe binieren dort unter Freisetzung der | ungefähr 50000 A/cm? herrschen giedirektumwandlung.[7]
Gleichspannungen, jedoch mit nur Ionisationsenergie und. diffundieren müssen. An dieser Stelle wird die Hochtemperaturkriechen _(high-tem-
geringen Stromstärken, können auch als Atome wieder in die Säule. Auf Homogenkohle verdampft; es ent- rature creep). Beim Kriechen unter
mit elektrostatischen Generatoren, z. diese Weise wird laufend Energie steht ein kleiner, aber tiefer Krater. 'heren Temperaturen unterteilen
B. dem *Bandgenerator,erzeugt wer- transportiert. Gegenüber Elektronen- Im nächsten Augenblick springt der sich die *Einkristalle und die Kri
den. In *Stoßspannungsanlagen wer- und Ionisationswärmeleitung ist die Bogen auf den stehengebliebenen stalle der *Vielkristalle in Subkör-
134 135
Hochtemperatur-Physik dogruph
ner, welche hier durch das Klettern Dadurch entstehen in der Entla- Hochtemperaturreaktor. Kernreaktor tisch keinen Innenwiderstand, wäh
von *Stufenversetzungen gebildet dungsachse sehr hohe Drücke und mit so hohen Betriebstemperaturen, rend er in H. gemäß der Anoden
werden dürften (s. Kriechen). [15] Temperaturen (Selbst-Kompression). daß Spaltzone besonders tempe- strom-Anodenspannungs- *Kennlinie
Hochtemperatur-Physik. Wie weit Gleichzeitig wird das Gas von den raturbeständige Materialien enthalten endlich bleibt. [19]
man auf verschiedenen Wegen in das Wänden des Entladungsgefäßes fern- muß, z. B, Grap Hodograph, Hamiltons Bezeichnung
Gebiet hoher Temperaturen, das in gehalten, die solcher enormen Hitze für eine Kurve, welche die Änderung
steigendem Maße für Forschung und nicht gewachsen wären (thermische Hochtemperaturtechnik, s. Hochtem- des Betrags und der Richtung der
Technik wichtig geworden ist, vorge- Isolierung). Die Neigung der Entla- peratur-Physik. Geschwindigkeit eines krummlinig
drungen ist, zeigen folgende Bei- dung zur Spiralenbildung muß durch Hochtrainieren. Wird ein Werkstoff bewegten Massenpunkts anschaulich
spiele: zusätzliche elektrostatische oder ma- einer Schwingungsbeanspruchung mit darstellt (s. Abb.). Ein bekanntes
2 °C gnetische Felder verhindert werden einer Laststufe wenig unterhalb der

83 33
3 °C (s. a. Plasma). *Dauerfestigkeit und einer anschli
Die raschen Fortschritte der H. in nr %
3 °C den letzten Jahren wurden vor al-
Benden kleinen stufenweisen Steige-
4 °C rung der Beanspruchung unterwor- >
Verbrennung von CN; lem veranlaßt durch die Entwicklun-
gen von raschen Flugzeugen, Flug- fen, so erreicht man häufig, insbe-
=35 3 °C sondere bei Stählen, eine höhere
bei di » 105 N/m® 5 °C körpern und Satelliten sowie durch Dauerfestigkeit. Dieser Effekt wird
‚Sonnenofen 3500 bis 5 °C ie Versuche zur Kernverschmel- als »Hochtrainieren« bezeichnet. Er
Elektrischer Lichtbogen & <C ist darauf zurückzuführen, daß ein
in Sonderfällen 14 sc Bedeutung haben auch die Versuche
mitSinssschelren Lise- zur Erreichung sehr hoher Tempe-
allmählicher Ausgleich der Mikro- %

BelKonmverschmeinungs-
100.000 °C
raturen in Stoßwellen erhalten. Man
spannungsspitzen im Gefüge stattfin-
versuchen kann diese durch Detonationen,
det, ohne daß an höchstbeanspruch- ”
(im Plasma) ‚einige Millionen °C durch elektrische Stoßentladungen,
Bei Flammen kann man durch Dru- durch Bewegungen mit Überschall- Vllerreon
erhöhung die Temperatur steigern, geschwindigkeit im Windkanal oder stungen, die bei erstmaligem Auf-
Bei Verpuflungen kurzzeitig in noch bei Geschossen u.a. erzeugen. Beim bringen der Last sofort zur Zerrüt Beispiel ist der H. der elliptischen
tung geführt hätten, jedoch vom Planetenbewegung: ein Kreis, dessen
stärkerem Mal Stoßwellenrohr wird eine Membran, hochtrainierten Gefüge ertragen wer- Mittelpunkt richt auf den festen
In Weiterentwicklung eines schon die den Hoch- und den Niederdruck- den können. Bei weichen Stählen läßt PunktO fällt.
von R. Weiss eingeführten Verfah- teil eines zylindrischen Rohres von- sich durch das H. die Dauerfestigkeit In der Strömungslehre ist der H. das
rens hat man mit einem 3000 ki einander trennt, plötzlich zerstört, um etwa 30% steigern. Geschwindigkeitsbild, d.h. die Ab-
Lichtbogen 14750 °C für bel wodurch eine nahezu eindimensionale Lır. Dehl : Z. Phys. 115, 625
lange Zeit erzeugen können.Beidie Stoßwelle entsteht. WBen Röctendörte, Ar Plasüsche der Strömungsebene (x,y-Ebene) in
sem verhältnismäßig einfachen, mit ‘Von tiefen und hoben Eigenschaften von Kristallen und metal- die Geschwindigkeitsebene (u,v-Ebe-
Graphit-Elektroden arbeitenden Ver- lischen Werkstoffen. Berlin 1941. - Hand- ne). Manerhält diese Abbildung,
fahren stabilisiert man den Lichtbo- buch der Werkstoffprüfung, 2. Aufl., von
E. Siebel, 2. Band, Die Prüfung der me-
gen mit Wasser (auch flüssige Luft, dung
Stickstoff oder Helium). Teil des tall. Werkstoffe. Berlin 1955. [15]
Wasserschirms verdampft und zer- 'emperat Ing. Hochvakuum, s. Vakuum.
setzt sich, so daß Wasserstoff und Tec. 27,1938. 3,8. 11-129. Ryanke- Hochvakuumyentil. Ein H. ist eine Größe und Richtung vom Nullpunkt
Sauerstoff in das Plasma des Licht- witch, E.: Erzeugung hoher und höchster *Elektronenröhre, und zwar eine eines zweiten Koordinatensystems
bogens eintritt, das durch die obere Temperaturen im Laboratorium. UIr- *Diode, die in einem Wechselstrom- aus aufträgt. Seine Pfeilspitze ist dann
ringförmige Elektrode hindurchgreift. manns Encyklopädie d. techn. Chemie. kreis *Gleichrichter wirkt. Der der »Bildpunktc. - Gehören die ab-
Bei Kernverschmelzungsversuchenhat Bd. 2/1, München-Berlin 1961, $. 985-991. Hinweis auf das Hochvakuum (ca. gebildeten Punkte z.B. der Kontur
man 1957 Temperaturen von meh: - Wienecke, R., und H, Ringler: Erzeu- 10% Torr) in der Röhre ist nur eine eines umströmten Körpers an, so lie-
'g extrem hoher Temperaturen im Abgrenzung gegen eine andere Art gen die Bildpunkte auf dem »Bild«
ren Millionen Graderreicht. Beidie ichtbogen. Ullmanns Encyklopädie d. der Kontur im H. Ebenso kann man
sen Angaben muß man berücksicht techn. Chemie, Bd. 2/1, 1961, S. 992/994. von Glühventilen als Gleichrichter,
gen, daß Elektronen wegen der ver- High Temperature Technology. Stan“ die mit Gas gefülltsind (z. B. Queck- Potential- und Stromlinien im H.ab-
hältnismäßig schwachen Wechselwit Tord ResearchInstitute. New York 1960. silberdampf von 10% Torr) und als bilden. - Die Funktionentheorie
kung erheblich höhere Temperaturen - Dorn, D., A. Koller und H. Motsch- *Gasentladungsventil bezeichnet wer- Ichrt, daß der um die u-Achse ge-
'habenals z. B. Ionen. Einzelteilchen mann: "Physik und Technik höchster den. H. werden besonders in der spiegelte H. einer Potentialströmung
können ferner viel höhere Energien Temperaturen. Fortschritte der Verfah- Hochspannungstechnik (z.B. Rönt- wieder eine Potentialströmung ist (s.
renstechnik 1958/59. Weinheim 1961. S. Strömungslehre komplexe Metho-
und Temperaturen erreichen als dem 213-230 (auch über Stoßwellen). - Ball- gen-Technik) verwendet, während
normalerweise angegebenen Mittel- hausen, C.: Höchstdruck-Hochtempera- aus Gründen der Wirtschaftlichkeit den). Beispiel: Der H. einer Quelle
wert entspricht. - Derartig extreme in der Starkstromtechnik (z.B. als ist eine Senke. [11, 20]
Temperaturen erzwingt man durch Fricke, H. W.: Gleichrichter zum Betrieb von Stra- Hodographenmethode. a) H. der Hy-
eine Entladung in verdünntem Deu- Erzeugung r Benbahnen) meist Gasentladungsven- drodynamik, s. Strömungsiehre,
teriumgas bei so hohen Stromstär- ren bis 20000 °K mit einem Induktions- tile gebraucht werden. Letztere besit- komplexe Methoden;
ken, daß sich die Entladung in der Plasma-Brenner. Glas- und Instrum.- zen in der Durchlaßphase aufgrund b) H. der Gasdynamik. Bezeichnung
Achse von selbst zusammenschnürt. Techn.9, 2, 8. 49-52 (1969). [9] der gezündeten *Gasentladung prak- für die Methoden zur Lösung der
136 137
Hodoskop
*Potentialgleichung der ebenen kom- nicht mehr gerechtfertigt ist und die stenden Luftsäule (s. Hydrostatik). so rund 20l/h. Wegen Saucı
pressiblen Strömungen mittels Line: Mach-Zahl der Strömung den Wert Hierausfolgt, daß der Luftdruck mit mangels treten mit zunehmender Ho,
risierung durch Transformation in eins merklich übersteigt. S. Nicht- wachsender Höhe abnehmen muß. he, wesentliche Funktionsstörungen
Geschwindigkeitskoordinaten. kontinuumsströmung,Einteilung der; Diesen Zusammenhang gibt die b. H. beim Menschen auf, die als sog. H.
Lit. Busemann: ZAMM Bd.17, Heft 2 Molekularströmung; "Übergangsströ wieder. Bei der Berechnung dieser bezeichnet werden. Bis 3 km Höhe
(1937), S. 73-79. — Sauer: Theoret. Einf. mung mit Höchstgeschwindigkeit; Formel ist zu beachten, daß die reicht die indifferente Schicht, in der
in die Gasdynamik. 2. Aufl. Berlin-Göt- Schlüpfströmung mit Höchstge- Dichte der Luft gemäß der *Zu- keine Symptome der H. festgestellt
tingen-Heidelberg 1951. [11]
Hodoskop. Ein H. ist eine Zählan- schwindigkeit; Kalte-Wand-Parado- standsgleichung der Gase vom abso- werden. In 3km Höhe wird die Re-
ordnung, die bei Streuexperimenten xie; Verdichtungsstoß; Weglänge, luten Druck p (in diesem Falle dem aktionsschwelle erreicht. Oberhalb
mit Elementarteilchen verwendet mittlere freie, in der Erdatmosphäre; Luftdruck selbst) und der absoluten 4,5km kann die Sauerstofinot nicht
wird. Es gestattet, innerhalb eines Reflexion von Gasteilchen an einer Temperatur 7 abhängt. Für den mehr durch erhöhte Atemfrequenz
festen Wand.
größeren Raumwinkels die Bahnen Lir. Patterson, G.N.: Molecular flow Druck einer Luftsäule von der un- und Atemtiefe kompensiert werden,
der gestreuten Teilchen zu bestim- of gases. New York 1956. — Schaaf, S. endlich kleinen Höhe dH gilt nach sondern es treten unmittelbare
men. Ein H. kann z.B. realisiert A., und P.L. Chambr&: Flow of rare- den Beziehungen der Hydrostatik: Krankheitserscheinungen auf, beson-
werden durch eine Anzahl Szintilla- fied gases. In High speed aerodyna- dp=-og:dH ders Funktionsstörungen der Sinnes-
tionszähler, deren Szintillatoren in mics and jet propulsion., Bd. IH, S. (@ Dichte der Luft am Ort der klei- wahrnehmung, Urteilsbildung und
Form eines Gitters gekreuzt ange- -W.D., und R.F. Probsteit Hyperso-
687-734. Princeton, N.J., 1958. Hayes,
nen Säule, g Fallbeschleunigung). Mit der Willenshandlungen. In 4,5 km
ordnet sind, Mit Hilfe logischer nic flow theory. New York 1959. — Hoer- Höhe liegt demnach die Störungs-
der Zustandsgleichung schwelle, oberhalb derer die Gefah-
Schaltungen lassen sich aus den Ko- ner, $. F.: Fluid dynamic drag. Mid- p renzone der Höhebeginnt. Die Funk-
inzidenzen der Zähler die Teilchen- land Park, N.J., 1958. - Hurlbutt, F. C.: eTRFT tionsstörungen werden bei weiterer
bahnen bestimmen.[48] Studies of molecular scattering at the Höhenzunahme größer. Die Muskel-
Höchstdruckdampf, s. Hochdruck- solid surface. J. Appl. Phys. 28, 844-850 (R Gaskonstante der Luft) erhält man kraft läßt nach, das Bewußtsein wird
dampf. (1957). - Devienne, F.M. (Ed.): Rare-
fied gas dynamics. New York 1960. Dar-
folgende Differentialgleichung: eingeengt. In 7km Höhe wird dieser
Höchstdruck-Physik, 5. Hochdruck- in u.a. Probstein, R. F.: Aerodynamics 2a__,3H Zustand bedrohlich, so daß die kri-
Physik. of rarefied gases, S. 258-275. — Brun, ? ERT: tische Schwelle erreicht ist. Ohne
Höchstgeschwindigkeiten in verdünn- E. A.: Considerations gönerales_ sur
die sich für konstante Temperatur künstliche Sauerstoffzufuhr wird nun-
ten Gasen. Unter normalen Umstän- Ya6rothermique des gaz rar&fies, 367 bis
382. - Devienne, F. M.: Quelques remar- (T=To= const) leicht integrieren mehr in kurzer Zeit unter Krampf-
den läßt sich eine Gasströmung als ques sur le r&gime moleculaire libre, S. läßt. Mit dem Druck pa und der und Lähmungserscheinungen die le-
Quasikontinuumsströmung auffassen, 383-386. — Tsien, H. S.: Superaerodyna- Wichte yo in der Bezugshöhe Ho er- tale Schwelle, die Schwelle des Hö-
da dann nicht nur die mittleren Ab- mics, mechanics of rarefied gases. J. hält man so die b. H.: hentodes, überschritten. Aus Sicher-
stände benachbarter Teilchen, son- Aero. Sci. 13, 653-664 (1946). - Warren,
R Po heitsgründen muß im Flugzeug ab 3,0
dern auch die mittleren freien Weg- C.H.E. und A. D. Young: The defini-
H-Ho= zTnZ km Höhe künstliche Sauerstoffat-
längen zwischen zwei Stößen sehr tions of terms relating to various How
regimes of a gas. - Some proposals. J. mungbeginnen,sofern die Flugzeug-
klein gegenüber den Abmessungen Roy. Aeron. Soc. 62, 801-804 (1958). Diese Beziehung gestattet es, aus kabine nicht den Druckverhältnissen
der interessierenden Strömungsgebie- Broglio, L. (Ed.): Current research in möglichst gleichzeitig gewonnenen niedrigerer Höhe angeglichenist. [30]
te sind, also z. B. klein im Vergleich astronautical sciences. New York 191. Beobachtungen des Luftdrucks (und öhenmessung, barometrische, die
zur Grenzschichtdicke oder zur Län- rarefied
Darin u.a. Charwat, A. F.: Review of der Lufttemperatur) in zwei ver- Bestimmung der Höheeines Punktes
ge, eines um- oder durchströmten Talbot, L.gas(Ed.):dynamics, S. 139-167. -
schiedenen Höhen den Höhenunter- über einem Bezugsniveau aus dem
Körpers. Dagegen ist die molekulare New York 1961. Rarefied gas dynamics.
Darin u.a. Hartnett, schied zu berechnen. - Durch Um- *Luftdruck an diesem Punkte, also
Struktur der Gase in der Vakunm- 3.P.: A survey of thermal accommoda- kehrung der Formel folgt für den unter Verwendung cines *Barometers
technik von Bedeutung; die Mach- tion coefficients, S. 1-28. - Sirovich, L. Luftdruck in Abhängigkeit von der oder *Siedethermomeiers (Hypso-
Zahlen der Strömung sind dabei On the kinetic theory of steady gas H: meter, Hypsothermometer), die auf
meist sehr viel kleiner als eins. Seit The
fows, S. 283-305. - Wachmann, H. Y.:
P = oeC-mRTe = pye-erieo) in), der exponentiellen Abnahme des
langem ist auch bekannt, daß beim thermal accommodation coefficient.
Luftdrucks mit wachsender Höhe be-
Flug von *Meteoren in der hohen ARS Journal 32, 2-12 (1962) Jafle, L.
D., und J.B. Rittenhouse: Behavior of Die Annahme konstanter Tempera- ruht. Der Zusammenhang zwischen
Atmosphäre eine *Nichtkontinuums- materials in space environments. ARS tur in den verschiedenen Höhen ist Luftdruck und Höhewird näherun;
strömungmit sehr hohen Mach-Zah- Journal 32, 320-346 (1962). [38] in Wirklichkeit bekanntlich nicht er- weise (für eine isotherme Atmosphä-
len vorliegt; jedoch haben H. i. v. G. füllt. Sind die Höhenunterschied re) durch die sog. barometrische
erst neuerdings durch den Flug Höchstlast ist die beim *Zugversuch nicht allzu groß, so genügt es, in die *Höhenformel dargestellt:
künstlicher *Satelliten auch techni- erreichte maximale Last. Bei weiterer
*Dehnung sinkt die Last wieder ab (s. b. H. das arithmetische Mittel der P = po erteos’no) U-Me),
sche Bedeutung gewonnen. Temperaturen in Ho und H einzu-
In einem Zwischenintervall, das von Spannungs-Dehnungsdiagramm).
Lit. Masing, G.: Lehrbuch der allg. Me- führen. in der p den Luftdruck in der Höhe
tiefen Unterschall- bis zu mitileren tallkunde. Berlin 1950. [15] _ Für statistisch gemittelte Beobach-H, po und @o Luftdruck und Dichte
Überschallgeschwindigkeiten reicht, Höchstspannungen, elektrische, s. tungswerte ist der Druck- und Tem- in der Höhe Ho und g die *Erdbe-
interessiert in technischer Hinsicht z. Hochspannung. peraturyerlauf der Atmosphäre in schleunigung bedeutet. Das Verhält-
Z. nur die Kontinuumsströmung. Höhenformel, barometrische. Der der »Norm-Atmosphäre« (s. dort) nis o/po ist im isothermen Fall von
Von H.i. v. G. kann daher dann ge- Luftdruck in einer bestimmten Höhe festgesetzt worden. [11] Ho unabhängig. Bei der Temperatur
sprochen werden, wenn die Auffas- der Atmosphäreist gleich demGe- Höhenkrankheit. Der Mensch braucht t=0°C ergibt sich nach Einsetzen
sung des Gases als Quasikontinuum wicht der über der Flächeneinheit la- zum Leben '/s] Sauerstoff/kg - h, al- der Werte
138 139
a
Höhenparallaxe ui
‚Po = 1,01325 - 10° Njm?, Hann, J. von, und R. Süring: Lehrbuch bei 24000 Hz für kleine Kinder, bei auf, begründete die moderne Theorie
0 = 1293,2 gim®, der Meteorologie. 5. Aufl. Leipzig 1937
20000 Hz bis 15000 Hz das mit der Lösungen, förderte die l.chre dor
bis 1951. [6]
8 = 9,80665 m/s?
Höhenparallaxe, s. Horizont. lere Lebensalter und bei 5000 Hz für chem. Reaktionsgeschwindipkeiten
die Formel: das Alter von 60 Jahren. Zwischen und der chem. Gleichgewichte, der
PD po.Poamıasıs (m-n), Höhenstrahlung, svw. kosmische den H. liegt das Gebiet des Hörschal- Dissoziation und des osmotischen
wenn die Höhen in m eingesetzt wer- *Strahlung.[7] les. An der unteren H. beginnt das Druckes. [43]
den. Aus dieser Gleichungerhält man Höhenwindmessung, elektrische (nach Gebiet des Infraschalies, an der obe- van’t Hoffsche Gleichung, s. Osmos«
durch Logarithmieren den Ausdruck: dem Laufzeitverfahren) beruht auf ren H. dasjenige des *Ultraschalles van’t Hoffsche Reaktionsisochore,
dem bekannten Prinzip der Radar- (s. a. Ohr). 112] Massenwirkungsgesetz.
0,00012515 (HB) = In BD’ = oder Funkmeßgeräte. Ein sehr star- Hörsamkeit, s. Raumakustik. van’t Hofische Regel, eine Faustre-
ker Senderstrahlt am Boden auf kur- Hörschall, s. Hörgrenze. gel für die Zunahme der Geschwin-
-Inpm- Inp, zer Welle Impulse hoher Leistung Hörschwelle, s. Ohr. digkeit chemischer Reaktionen mit der
also aus. Sendefrequenzen sind vorzugs- Hof, s. Halo. Temperatur. Nach ihr soll die Reak-
weise 3000 und 10.000 MHz, die Wel- Hoffmannscher Stoß. Wenn ein ener- tionsgeschwindigkeit bei Steigerung
H=Ho= gogpzsgs (npo-Inp) = lenlängen von 10 bzw. 3cm entspre- giereiches Elektron (W > 10" eV) eine der Temperatur um 10 grd auf das
chen. Am anzumessenden Ballon be- Tonisationskammer durchsetzt, so er- 2- bis 3fache zunehmen.[9]
= 7992 (In po - Inp). findet sich ein Reflektor, dessen Flä- zeugt es in deren Wänden eine mehr Hofstadter, Robert. Amer. Physiker.
Nach Übergang von den natürlichen chen ausleichtem, gut reflektieren oder weniger große *Elektronenkas- Geb. 5.2.1915 in New York. 1946
Logarithmen zu den dekadischen Lo- dem Material, z. B. Nylon, bestehen. kade, Die Teilchen dieser Kaskade ür Physik an der Princeton-
garithmen ergibt sich die für die Ein Empfänger am Boden nimmt das bewirken wegen ihrer großen Zahl seit 1950 Prof. für Phy-
Temperatur = 0°C gültige Formel: reflektierte Signal auf. Die Zeitdiffe- eine so starke Ionisation des Kammer- sik an der Stanford-Universität. H.
H — Ho 18400 (logpo — logp), renz zwischen dem Abgang des ur- gases, daß ein viel stärkerer Strom- erhielt 1961 (gemeinsam mit R. Möß-
sprünglichen und dem Eintreffen des stoß gemessen wird, als wennein Ein- bauer) den Nobelpreis für Physik füı
also für Ho = Meeresniveau (pı 105 reflektierten Impulses am Boden- zelteilchen hindurchgeht. Diesen seine Untersuchungen über die Elek-
N/m?) die spezialisierte Form empfänger wird gemessen. Die so be- Stromstoß bezeichnet man nach sei- tronenausbreitung in Atomkernen. H.
H— Ho = 18400 (2,8808 — log p) stimmte Schrägentfernung des Bal- nem Entdecker als Hoffmannschen hat nachgewiesen, daß Protonen und
(rin N/m?). lons wird ergänzt durch Messung des (Strom-)Stoß. Es handelt sich um ein Neutroneneine innere Struktur besit-
Beträgt die Lufttemperatur nicht 0 Höhen- und Azimutwinkels. [30] Phänomen,dasbei der Untersuchung zen. Danach besteht ein Neutron
°C, sondern £ °C, so ist in diesen Hoekscher Versuch, Dieser Versuch der kosmischen Strahlung mit einer nicht, wie bisher angenommen, aus
Formeln der Faktor (1 + « 1) hinzu- ist ein Vorläufer des berühmten bestimmten Wahrscheinlichkeit.auf- neutraler Materie, sondern aus zwei
zufügen, in dem « den Ausdehnungs- Michelsonschen Interferenz-Versuchs‘ tritt, also auf eine charakteristischen konzentrischen Ladungswolken,deren
koeffizienten der Luft (0,00367 grd“') zur Bestimmung des Atherwindes, Prozeß hindeutet. Die älteste Inter- eine überwiegend mit„sealiven, wo-
bedeutet. Für die Lufttemperatur d.h. der Relativbewegung der Erde pretation des H. St. ist die oben er- gegen die andere iver La-
1°C gilt also die Formel: gegen den Lichtäther. Die Anord- wähnte, die auf eine Elektronenkas- dung ausgestattet it. Beide Ladun-
H — Ho = 18400 (1 + 0,00367 2)
nung hat nur historisches Interesse, da 'kade hinausläuft. Ein H. St. kann je- ‚gen heben sich gegenseitig auf, so daß
der H. V. nach heutigen Begriffen doch auch auf andere Ursachen zu- das Neutron nach außen als neutral
(log po — log p). für seinen Zweck ungeeignet war. rückgeführt werden. So können die erscheint.[43]
Natürlich ist die Atmosphäre in Wirk- Lit, Gehrke: Hdb. d. phys. Optik, Bd,
11, 2. Leipzig 1927. 114] Trümmerteilchen eines Atomkerns Hohlmaß. 1. Meßgerät für Flüssig-
lichkeit nicht. isotherm, doch ergibt (s. Kernexplosion, Sterne) infolge der keiten und Trockensubstanzen wie
die letzte Formel näherungsweise Hönlsche Formel, vollständig Som- hohen Ionisation, die sie_bewirken, körniges Schüttgutu. z. B. Liter-
richtige Ergebnisse, wenn man als merfeld-Goudsmit-Kronig- Hönlsche trotz der i. allg. geringen Zahl einen maß.
Temperatur t den Mittelwert der bei- Formel, betrifft die Intensität der H. St. auslösen.[7] 2. svw. Raumeinheit, Volumeneinheit,
den Temperaturen in den Höhen 3 Multiplett-Komponenten beim *Zee- van’t Hoff, Jacobus Hendricus. Hol- wobeiaber in manchen Ländern, vor
und H» einsetzt. In genaueren For- man-Effekt. Entsprechende Formeln länd. Physiker und Chemiker. Geb. allem in Großbritannien und in den
meln sind weiterhin noch der Feuch- 'haben Höni und Londonfür Banden- 30.8.1852 in Rotterdam, gest. 1.3. USA, zwischen Hohlmaß und Raum-
tigkeitsgehalt der Luft und die geo- linien aufgestellt 1911 in Berlin-Steglitz. 1876 Doz. einheit unterschieden wird.
graphische Breite zu berücksichtigen. Lit. Hönl, H.: Z. f. Physik 33, 803, für Phys, an der Tierarzneischule ü Raumeinheiten: cubic inch, cubic
Aber auch hierbei treten bei Höhen- 1925. - Ann. d. Physik 79, 273, 1926. 1a]
Hörbereich. Unter dem H. versteht Utrecht, 1878 Prof. der Chemie, Mi- foot, cubic yard, außerdem in den
unterschieden bis zu 200m bereits man den Frequenzbereich der neralogie und Geologie an der Univ. USA board foot und cord.
mittlere Fehler von + 0,6 bis 2m, Schwingungen, die Tonempfindungen Amsterdam, seit 1896 Prof. für Che- Hohlmaße: In Großbritannien leiten
bei_ größeren Höhenunterschieden auslösen. Näheres s. Ohr. 112] mie an der Univ. Berlin und Mitglied sich alle Hohlmaße von dem imp.
solche von * 1% der Höhe auf, Nach ren, s. Ohr. der Preuß. Ak. der Wiss. Erhielt 1901 gallon ab, auch die für den Gebrauch
Möglichkeit werden deshalb längere Hörfrequenz, Frequenz des Hörschal- den Nobelpreis für Chemie als An- in Apotheken. In den USA gibt es
Meßreihen durchgeführt. Trotz. die- les (s. Hörgrenze). [12] erkennung des außerordentlichen zwei Hohlmaßsysteme: Für Flüssig-
ser mäßigen Genauigkeit ist die b. H. Verdienstes, das er sich durch die keiten und für Apothekengebrauch
wichtig, wenn z. B. die trigonometri- Hörgrenze. Die untere H. liegt beim Entdeckung der Gesetze der chemi- werden die Hohlmaße aus dem US
sche H. oder das Nivellement nicht Menschen etwa bei 16 Hz. Schwin- schen Dynamik und des osmotischen gallon. hergeleitet, für Trockensub-
durchgeführt werden können. gungen mit kleinerer Frequenz können Druckes in Lösungen erworben hat. stanzen aus dem US bushel. $. Um-
Lit. Jordan-Eggert: Hdb. d. Vermes- nicht mehr mit dem Ohr wahrgenom- Arbeiten: Er stellte die Lehre vom rechnungstabelle im Anhang(Bd. 10).
sungskunde, II. Bd. Stuttgart 1914. — men werden. Die obere H. liegt etwa asymmetrischen Kohlenstoff-Atom 113]
140 1
Hohlraumstrahlung Holographie
Hohlraumstrahlung. In einem ge- rung, wenn man sie $ (A., T) propor- Hinsicht mehr als diese, da es z. B. tographie ein Umkehrbild (Kontakt-
schlossenen Hohlraum stellt sich eine tional setzt, wo A. die »Crova-Wel- möglich ist, mit einem einzigen kopie), dann erscheinen die Felder
nach allen Richtungengleiche Strah-
lenlänge« für das betreffende Tempe- Schwarzweißhologramm nicht nur der Phasenübereinstimmung hell, die-
lung bestimmter Gesamtenergie und raturintervall ist: bei 1600 bis 2300 °C eine Gegenstandsebene, sondern jenigen der Phasendiskrepanz dunkel.
bestimmter Verteilung auf die Wel-580 nm, bei 3000 bis 4000 °C 560 nm, einen ganzen Raum in seiner Tiefe Wird dieses Umkehrbild (Holo-
bei 4500 bis 5500°C S50nm; sie
lenlängen des Spektrumsein, die le- getreu abzubilden. gramm)jetzt unter Weglassung des
diglich von der Temperatur der Wand
wächst innerhalb mäßiger Tempera- Das Gaborsche Verfahren beruht Primärlichtes nur von dem kohären-
abhängt. Eine sehr kleine Öffnung turintervalle etwa exponentiell mit auf folgender Überlegung: Schneidet ten Untergrund durchstrahlt, dann
stört einerseits den Vorgang nicht, der Temperatur man das Strahlenbündel, das von hat jeder hinter dem Hologramm
läßt aber andererseits die H. austre- 120°C 0,014sb einer Lichtquelle bzw. einem beleuch- durchstrahlte Querschnitt (nahezu)
ten und messen. Ein vollkommen 2000°C 444 sb teten Gegenstand ausgeht, durch eine diejenige Verteilung der Lichterre-
schwarzer Körper würde bei gleicher 2500°C 531° sb Ebene senkrecht zum Schwerpunkts- gung, wie sie oh) 'kohärenten Unter-
Wandtemperatur genau so wie dieses 3000°C 2830 sb strahl in beliebiger Entfernung vom grund das Prii
Loch strahlen; daher auch der Name 4000°C 23300 sb leuchtenden Gegenstand, dann reicht hätte. Daß die künstlich erzeugte
»schwarze Strahlung« für H. Sie wird 5000°C 84000 sb die Kenntnis der Amplituden und Lichtverteilung nur als nahezu iden-
vollständig durch die Plancksche For- 6000 °C 198000 sb Phasen in jedem Punkt dieser Quer- tisch mit der i
mel beschrieben, welche die Vert 2) und @)sowie die Form $ (A, T)= schnittsebene in einem bestimmten
lung der Strahlungsdichte (Energie 45 / (4, T), statt (1), wo f unbekannt Zeitmoment aus, um das weitere genden Umstand: Die Durchstrah.
strom aus 1 cm?) auf die verschiede- bleibt, lassen sich allein aus dem 1. Schicksal des Strahlenbündels in be- lung eines Schwarzweißhologrammes
nen Bereiche dA (A in cm)des Gitter- und It. Hauptsatz der Wärmelehre liebigen anderen Querschnitten vor- mit einer die in der Ho-
spektrums angibt: ableiten. auszuberechnen, gleichgültig welche logramme ante Phase be-
@ Die Begründung der Formel(1) durch Linsen, Spiegel oder sonstige abbil- sitzt, kann in der Ebene hinter dem
S(A,T)dA= Planck, die durch die Messungen von denden Apparate man in den Strah- Hologrammnur Lichtfeld örtlich
2cı 4° dAfexp (w/AT- 1), Lummer und Kurlbaum experimen- lengang einschaltet. Das folgt im variabler In t (Amplitude), aber
wobei 2 cı = 11,72 - 104 Wjemt, c»= tell außerordentlich genau feststand, Grunde bereits aus dem Huyghens- natürlich wieder über den ganzen
1,43 cm : grd beträgt. führte zur Entstehung der Quanten- schen Prinzip. Gelingt es also in der chnitt konstanter Phase liefern,
Das Maximum von 5 (4) liegt bei theorie. Die Konstante c» in (1) hat ins Auge gefaßten Querschnittsebene dem von dem Primär-
Amaz = 0,28)Tincem (2) danach die Bedeutung h c/k, wo h das die Phasen und Amplituden der ein- ichen Querschnitt erzeug-
Plancksche Wirkungsquantum, c die zelnen Punkte künstlich zu erzeugen, htfeld die Phase von Ort zu
(Wiensches *Verschiebunggesetz) und Lichtgeschwindigkeit und k = R/Nı so kann das Bild eines Gegenstandes Ort erheblich schwankt. Trotzdem
beträgt die *Boltzmann-Konstante (d. i, Gas- hergestellt werden, ohne daß der Ge- ind beide Lichtverteilungen bezüg-
S (Amax, T)=4,16 - 10-%2 7° Wicm?. konstante//Loschmidt-Zahl) bedeutet. genstand überhaupt noch vorhanden lich ihres Informationsgehaltes und
a) Auf Grund der experimentell fest- ist, eine auf den ersten Blick sehr ver- der Möglichkeit, aus ihren Elementen
Die Gesamtstrahlungsdichte, sum- stehenden Konstanten ce ermittelte blüffende Eigenschaft des hologra- einen beliebigen Querschnitt des ab-
miert über das ganze Spektrum,ist Planck erstmalig das elementare Wir- phischen Verfahrens. Allerdings ist es bildenden Büschels zu rekonstruieren,
kungsquantum A. nicht ohne weiteres möglich, die Ph, weitgehend gleichwertig. Während
Lit. Planck, M.: Vorl. über die Theorie sen in einer Querschnitisebene zu er- ter dem Hologramm erschei-
2 o-[s (4, T) dA=o T! Wicm?, d. Wärmestrahlung. Leipzig 1921. - Mül- fassen. Die Intensitäten liefert sofort Licht nur jene Punkte des
ier-Pouillet: Bd. 11/2. Braunschweig 1929. eine an den Ort der Querschnitis- ieldes wiedergibt, die gleich-
° - Hund, F.: Einf. in die theor. Physik. ebene gebrachte photographische ie oder gegenphasig sind, liefert
3a Bd. IV. Leipzig 1950. [14] Platte. Überlagert man aber dem vom Primärlicht alle Punkte mit den
a = 5,77 - 10"? W/(cm? grd‘) (Stefan- Holoeder, vollflächige *Kristallfor- Segenstand herrührenden Strahlen- azugehörigen Phasen. Trotzdem
Boltzmannsches Gesetz); T wird in men.[8] indel (Primärlicht) im Querschnitt reicht der enge Phasenausschnitt, den
°K gemessen. Holoedrie(n), *Kristallklasse(n) mit inen kohärenten Untergrund, z. B. das Hologrammliefert, zur vollstän-
Die Helligkeit (strenger Leuchtdichte) der Symmetrie vollflächiger Kristall- eine Ebene konstanter Phase, dann digen und korrekten Herstellung des
der H. erhält man durch Kombina- formen.[8] manifestierensich die Phasen des vom Bildes aus. Die Situation ist prak-
tion von (1) mit der Helligkeitsemp- Hologramm,s. Holographie. Gegenstand herrührenden Bündels tisch die gleiche wie bei der Abbil-
findlichkeitskurve e (A) des Auges: Holographie. Unter H. versteht man durch ihre Interferenzen mit dem ki dung durch eine Fresnelsche Zonen-
ar die photographische Fixierung eines härenten Untergrund. Dort, wo ko- linse, die eine tiefgehende Verwandt-
beliebigen _Strahlungsfeldes nach härenter Untergrund und die vom schaft mit dem geschilderten Verfah-
sn-A[easana, einem Verfahren, das im Jahre 1948 Gegenstand herrührenden Lichterre- ren aufweist. Eine solche Zonenlinse
von D. Gabor unter der Bezeichnung gungenin der Phase übereinsti kann im strengen Sinn als das Holo-
° »microscopy by reconstructed wave verstärken sie sich; dort, wo sie gramm eines leuchtenden Objekt-
worin A = 691 Im/W (omechanisches fronts« angegeben wurde(s. a. Zw der Phase um 180° differieren, 1ö- punktes aufgefaßt werden, der im
Lichtäquivalente), e für A= schensie sich aus. Die an den Quer- Abstand der Brennweite der Zonen-
0,555 um, &=0,1 für A = 0,427 um schnitt gebrachte photographische linse vor der Hologrammebenesteht,
und 0,650 um drei Punkte der Emp- nellen Methoden der Abbildung mit Platte wird am Ort der Phasenüber- während der kohärente Hintergrund
findlichkeitskurve des Auges sind, Sie Hilfe von photographischen oder Mi- einstimmung geschwärzt, am Ort in Form einer ebenen Welle in Rich-
kannnur numerisch ermittelt werden. kroskopobjektiven, Hohlspiegeln etc. maximaler Phasendifferenz nicht. tung des Lotes vom Objektpunktauf
Man erhält aber eine gute Annähe- und leistet bereits jetzt in mancher Macht man von der erhaltenen Pho- die Hologrammebene einfällt. Wird
122 143
Holographie Hookesches Gesetz
ein solches Hologramm unter Weg- nen, mit anderen Worten ein räum- Li. Gabor, D.: Nature 161, $.777 gleichgewichte, die zur Aufstellung
lassung des Gegenstandes (leuchten- liches Bild. Wenn man durch ein (1948), - Gabor, D.: Proc. Roy! Soc. A des *Massenwirkungsgesetzes führ-
der Objektpunkt) allein vom kohä- Hologramm, das mit dem dazugel 197, 8.545 (1949). - Gabor, D.: Proc. ten. Gut erfaßbar sind sie auch bei
renten Untergrund durchstrahlt, so rigen kohärenten Untergrund durch- Phys. Soc. B 64, 8.449 (1951). - Spiller, verdünnten Lösungen, während die
entsteht auf der anderen Seite der leuchtet wird, blickt, sieht man bei E.: Umschau 1966, S. 288; 315 (daselbst Behandlung des h. Gleichgewichts bei
weitere Literatur). 117] _
Zonenlinse ein reelles Bild des (weg- Variation der Betrachtungsrichtung holonom,svw. ganz, integrabel, z.B. konzentrierten Lösungen und erst
gelassenen) leuchtenden Objektpunk- das Bild des Gegenstandes räumlich holonome *Bedingungsgleichungen. recht bei festen Körpern schr große
tes, im übrigen aber auch ein virtuel- genau so, wie man den tatsächlichen. m Schwierigkeiten macht, [9]
les Bild, genau am ursprünglichen Gegenstand gesehen haben würde. Holtesche Methode, ein Verfahren homogene Lorentz-Gruppe, s. Lo-
Ort des Gegenstandes, was noch ein- Wird z. B. bei einer bestimmten zur Berechnung der Neutronenbrem- rentz-Gruppe, Darstellungen der.
mal die Identität des Strahlungsfel- Blickrichtung ein Gegenstand im Hin- sung in speziellen, nichtabsorbieren- homogenisieren. Infolge verzögerter
des in den beiden Vergleichsfällen tergrund durch ein Objekt im Vor- den Medien. *Diffusion entstehen häufig beim Er-
demonstriert. Auch in diesem Fall dergrund verdeckt, so kann man Lit. Dayison, B.: Neutron Transport rren von Legierungen inhomogene
enthält das Lichtfeld hinter dem durch Änderung der Betrachtungs- Theory. Oxford 1957. [35] *Gefüge mit z. B. *Dendriten und
Hologramm (Zonenlinse) nur eine richtung wieder freies Blickfeld be- Holzblasinstrumente, s. Blasinstru- Zonenkristallen. Durch längeres Er-
Phase (nämlich die des kohärenten kommen.Ist etwa bei einer Land- mente, hitzen auf höhere Temperaturen las-
Untergrundes), ohne daß eine Bild- schaftsaufnahme aus dem Zimmer homal nennt man Kristalle von re- sen sich diese inhomogenen Lösungen
entstehung verhindert wird. Man ein Teil des Panoramas durch einen gelmäßigem Bau; solche Kristalle in vielen Fällen durch erneute Di
kann im übrigen sowohl das Holo- Blumenstrauß auf dem Fensterbrett verhalten sich dann auch physikalisch, fusion in ein homogenes Gefüge
gramm als auch seine Umkehrkopie versperrt, so genügt es, den Kopf ihrer äußeren Symmetrie entspre- überführen. Diese Glühbehandlung,
an der gleichenStelle mit dem glei- zur Seite zu neigen, um an dem Blu- chend h., regelmäßig, im Gegensatz die einen Konzentrationsausgleich
chen Erfolg verwenden, Natürlich menstrauß vorbei wieder den vollen zu anomalem Verhalten. [8] hervorruft, wird h. genannt.
könnte man sich auch ein Hologra- Blick durch das Fenster zu gewinnen. Homöomorphismus, die Eigenschaft Lrrt. Masing, G.: Lehrb. d. allg. Me-
phieverfahren mit korrekter Auf- Die H. gestattet aber auch die Wie- mancher, chemisch gänzlich verschie- tallkunde. 2. Aufl. Berlin 1955.[15]
zeichnung aller Phasen in der Holo- dergabe farbiger Objekte, Wird ein dener Kristalle, gleiche oder sehr Hooke, Robert. Engl. Physiker. Geb.
‚grammebene vorstellen. In der Tat ist farbiger Gegenstand mit weißem ähnliche Formen und Volumina auf 18. 7. 1635 in Freshwater (Insel
Wood seinerzeit (ohne daß er na- Licht beleuchtet und das von ihm Grundeines sehr ähnlichen Raumgit- Wight), gest. 3.3.1703 in London.
ich von einem Zusammenhang ausgehende remittierte Licht mit ters auszubilden. So zeigen NaCl und 1664 Prof d. Geometrie am Gresham
mit der schr viel später von Gabor einem weißen kohärenten Unter- PbS in Würfeln die gleiche kubische College in London, war Mitglied, ab
entwickelten Theorie wissen konnte) grund überlagert, so entstehen auf Steinsalzstruktur und ZnS und CuCl 1678 Sekretär der Royal Society in
gelungen, phasenyerschiebende, einer eingeschalteten photographi- die gleiche Zinkblendestruktur. Klei- London. Am bekanntesten wurde er
durchsichtige Zonenplatten und da- schen Platte so, viele verschiedene ne Unterschiede zeigen sich gewöhn- durch das von ihm aufgestellte und
mit Hologramme von Punkten in Hologramme, wie verschiedene Far- lich bei allen nicht kubischen Kristal- nach ihm benannte Hookesche Ge-
einer Perfektion herzustellen, wie sie ben in dem weißen Licht, enthalten len beim genauen Messen, so in den setz. 1658 erfand er die Spiralfeder
heute auf photographischem Wege sind. Bei der Rekonstruktion liefern. Flächenwinkeln (z. B. der Rhombo- der Taschenuhr, deren Ausführung
bei komplizierten Objekten noch nicht alle spektralen Anteile des kohären- ederwinkel des Kalkspates: 74° 55° jedoch erst 1675 durch den Uhrma-
möglichsind. ten Untergrundes eigene farbige Ab- und der des gleichkristallisierenden cher Tompion in London erfolgte,
Der praktischen Anwendung des H.- bilder, die sich ungestört zu dem in Natronsalpeters: 73° 27‘), ferner in 1666 die Weingeist-Libelle, 1684 den
Verfahrens stand bis vor kurzem die der Farbwiedergabe korrekten Ge- der Dichte, im optischen Verhalten optischen Telegraphen. Er konstru-
Schwierigkeit im Wege, kohärente samtbild vereinigen. usw. (s. a. Eutropie, Isomorphismus, ierte ein Quecksilberbarometer, ver-
Lichtbündel ausreichender Apertur Als besonders merkwürdige Eigen- Morphotropie). [8] besserte die Papinsche Luftpumpe,
und von genügender Intensität zu er- schaft der Hologrammekann schließ- homöopolar, syw. gleichpolig, s. Bin- baute ein Spiegelfernrohr, erfand
zeugen. Um die Kohärenzbedingung lich die Tatsache gelten, daß ein be- dung, chemische, und Kristallstruk- einen selbstregistrierenden” Regen-
zu erfüllen, mußte man das Licht hin- liebiges Teilstück - bis auf eine ge- tur. [1] messer, die Kreisteilmaschine, die
ter außerordentlich kleinen Öffnun- ringfügige Minderung der Auflösung homogen, svw. gleichartig. Gegensatz Zahnradsirene usw. Als erster stellte
gen (© =3 bis 5 um) verwenden, die — das gleicheBild liefert wie das voll- *heterogen,inhomogen. er die These von der Transversalität
selbst bei Verwendung von Licht- dige Hologramm. Das hängt eng Als h. bezeichnet man einen Körper, der Lichtwellen auf. Auch verbesserte
quellen höchster Leuchtdichte große mit der Tatsache zusammen, daß in der makroskopisch an allen Stellen er das zusammengesetzte Mikroskop,
Belichtungszeiten für die Herstellung jedem Punkt des Hologramms (an- dieselben Eigenschaften hat. (In ver- mit_dessen Hilfe er den zellartigen
von Hologrammen notwendig mach- ders als bei einer photographischen schiedenen Richtungen können diese Aufbau des Korks entdeckte.[43]
ten. Seit der Erfindung des Lasers hat Aufnahme) Informationen von allen verschieden sein, wenn der Körper Hookesches Gesetz, ein lineares Ela-
manaber ein Werkzeugin der Hand, Teilen des Gegenstandes gespeichert *anisotrop ist.) stizitätsgesetz, das homogene und
mit dem leicht ein kohärentes und sind. Genug der sonderbaren Eigen- Ein System nennt man h., wenn nur isotrope, feste Körper bei genügend
intensives Lichtfeld von großem schaften, die es wert erscheinen l: eine Phase beteiligt ist, wenn es also kleinen Formänderungen sehr genau
Querschnitt hergestellt werden kann. sen, die weiteren Anwendungsmög- ‚nur_feste oder nur flüssige oder nur befolgen. Es stellt die Verzerrungs-
Da - wie bereits gesagt - das Holo- lichkeiten dieses Verfahrens in Phy- gasförmige Körper enthält, deren komponenten
gramm die vollständige Information sik und Technik zu untersuchen. Die chemische Natur verschieden sein Ex, Ey, En,
überdas gesamte Strahlungsfeld ent- industrielle Forschung hat sich daher kann. Yavı Yuz, Yaz
hält, liefert es auch die Rekonstruk- seit einiger Zeit dieses Gebietes in- Dasselbegilt für h. Gleichgewichte. (. Verzerrungszustand) und die
tion des Gegenstandes in allen Ebe- tensiv angenommen. Hiersind besonders wichtig die Gas- Spannungskomponenten
144 145
Hooke-Körper a
Horizontalinten:
x, 0v, 02, einem benachbarten, ohne daß Träger Horizontaldoppelpendel, Gerät zum Schwingungsbeobachtungen mit dem
Tzy, Tun, Tar im Leitungsband aufzutreten brauch- Messen der durch die »Gezeiten der Stab gemacht. Ist G der Torsions-
(s. Spannungszustand), die sämtlich ten. [37] festen Erdkruste« hervorgerufenen modul des Fadens, an dem die Ma-
einem und demselben Punkt bzw. Horizont heißt der größte Kreis des Lotabweichungen. Einem Horizontal- gnetnadel frei schwingt, @ ihr Träg-
Volumenelement in einem elastisch Himmels; der bei vollkommen freier ‚pendel mit Zöllnerscher Aufhängung heitsmoment um die Drehachse und
deformierten Körper zukommen, mit Sicht (keine Störung durch Berge {s. Abb.), das als gewöhnliches,seis- 7 die Schwingungsperiode, so ist
dem Elastizitätsmodul Z, dem Schub- usw.) das Gesichtsfeld des freien misches Horizontalpendel verwendet mH=4m: 07: (140).
modul G und der Querzahl u in fol- ı
gende Beziehungen: Bei nahen Himmelkörpern (Sonne, Ye
wi
Ee:=0s-u(0t0.), GYaım, Mond) ist es nicht gleichgültig, ob
Eew=0—u(0:t0:), G Yu“ to, eine Messung der Höhe (s. Koordi-
Ee2=0s-4 (0:+0,), G Yar-tar, natensysteme) auf den scheinbaren
‚oder auf den wahren H. bezogen ist.
Der scheinbare H. ist die tangential
zur Erde durch den Beobachtungsort
gelegte Ebene; der wahre oder ma-
thematische H. ist die parallel zum
scheinbaren H. durch den Erdmittel-
Punkt gel gte Ebene.
In deeAbb, sei O der Erdmittel-

Horizontaldoppelpendel (doppelte Zöllnersche Aufhängung)


werden kann, ist ein zweites, leichtes Aus beiden Gleichungen folgen H
Pendel gleicher Art angehängt. Die und m. Verwendet man nicht die
Registrierung erfolgt wie bei Seismo- Erste Gaußsche, sondern die Erste
metern. Lamontsche Hauptlage (s. Abb. 2),
Lır. Lettau, H.: Das Horizontaldoppel- bei der Stab und Nadel immer senk-
pendel. Zischr. 1. Geophysik 13, 8.25 recht zueinanderstehen,sotritt in der
B__sehainbarerHorizont bis 33, 1937. [6] Formel für m/H an die Stelle von
= SUN wahrer Horizont Horizontalintensität des erdmagneti-
schen Feldes, Horizontalkomponente
tan p_der sing. Die Ablenkungs-
funktion, die von e und @ abhängt,
(H) der Feldstärke des erdmagneti- ist dann anders definiert. Die La-
schen Feldes mit der Gesamtintensi- montsche Hauptlage wird der Gauß-
Die Formeln gelten auch für die punkt, B der Beobachtungsort, M der tät T. Da letztere, abgesehen von schen meist vorgezogen. Die nach
Hauptdehnungen &ı, &, & und Ort des Mondes an der scheinbaren Schwankungen,rund 0,7 - 10% Wbym® Potenzen e", e*, e*, fortschrei-
Hauptspannungen 1, @, gs, wenn Himmelskugel. Der Winkel h ist die nicht überschreitet und die Beziehung tenden Ablenkungsfunktionen redu-
man die Indizes x, y, z durch 1, 2, 3 Höhe des Mondes über dem schein- H=T.cosJ besteht (/ *Inklina- zieren sich bei gegenüber der Nadel-
ersetzt. Mit Bezug auf die Dehnungs- baren, der Winkel h’ die über dem tion), kann H_nur kleiner sein als länge großem e auf 1.
bzw. Spannungshauptachsen ver- wahren Horizont. Der Winkel OMB 0,7 - 10 Wb/m®, Das älteste Verfah-
schwinden die Schiebungen y und die (Unterschied zwischen h und A’).
heißt Höhenparallaxe. Da diese j
ren zur Messung von H ist das von
Gauß, das die Ablenkungeiner hori- ‚magn. Nord
nach der Höhe des Mondes veränder- zontal frei beweglichen »Magneina-
lich ist, hält man den Augenblick fest, del« (meist ein Stabmagnet) durch
in dem der Mond im scheinbaren H.
die Spannung 0 unter der *Propor- steht. einen festliegenden Stabmagnet, den
tionalitätsgrenze ar bleibt. Praktisch messeneDieHöhenparallaxe
in diesem Augenblick ge-
heißt Hori- »Ablenkungsmagneten«, benutzt. Ist
verwendbarist es bis zur *Elastizi- zontalparallaxe. Sie_ beträgt beim m dessen magnetisches Moment, e
tätsgrenze ar. [20] Mond Es offensichtlich, daß die Entfernung Stab -Nadel und @
Hooke-Körper, s. Elastizität und die Horizontalparallaxe gleich dem der Ablenkungswinkel, so ist nach
Gauß
Viskoclastizität. Winkelist, unter dem einem ange-
Hopping-Prozeß. Die Leitfähigkeit nommenen Beobachter auf dem m ed
hochohmiger Halbleiter, z. B. die des Mond der Erdhalbmesser erscheint. Hakan,
Selens oder der halbleitenden Oxyde, Gleichartig gelten die Begriffe auch wo k die »Ablenkungsfunktion« be-
beruht möglicherweise auf diesem für alle anderen Himmelskörper, de- deutet und die Ruhelage der Nadel
Mechanismus. Er besteht im unmi ren Entfernung nicht groß genugist, in den magnetischen Meridian fällt
telbaren Übergang eines Ladungs- um den Unterschied verschwinden zu (Erste Gaußsche Hauptlage [s. Abb.
trägers von einem Fremdatom zu lassen. [5] 1). Zur Ermittlung von m werden Abb. 1 (nach Gauß)
146 147
Horizontalparallaxe Horn
magn. Nord! a) Kegelpendel (Abb.2). Der Auf
magn. Nord‘ age.More!
M MH hängedrait' D beschreibt beim
Schwingen einen Kegelmantel; die
Stoßstange A ist bei Z entweder mit
einer Spitze versehen (Omori, Bosch,
H- Milne, Agamennone) oder hängt auf
70° - Ä
einer auf Zug beanspruchten Feder
(Mainka). In letzterem Fall kann das
Pendel auch als Bifilarpendel aufge-
BEN 7 - faßt werden.
b) Bifilarpendel (Abb. 3). Die Stange
A wird von zwei Drähten gehalten
(Zölinersche Aufhängung). Nachteil
Schwingungsmöglichkeit auch in
Richtung der Stange A, vor allem bei
Nahbeben. OptischeRegistrierung.
Abb. 2 (nach Lamont) Abb. 3 (nach Gauß) Abb. 4 (nach Lamont) ©) Zweispitzenpendel (Abb. 4). Der
Abb. 2. Kegelpendel Metallrahmen ist ein gleichschenkli-
ges Dreieck; die Stahlspitzen ruhen
Statt der Ersten Gaußschen und La- schwingt und die Schwingungsdauer auf Achatlagern. Die Pendelmasse
montschen Hauptlage kann man auch ist sehr klein (< 100 g), daher nur
die Zweite Gauß- oder Lamontsche 1-22 yr optische oder galvanische Registrie-
Hauptlage benutzen, die aus den rung möglich (Rebeur-Paschwiz, O.
Abb.3 und_4 zu ersehen sind. Die hat(Abb. 1). Diese Ȋquivalente Pen- Hecker). Wie alle Seismometer sind
Ablenkungsfunktionen sind in bei- dellänge« ergibt sich zu I = d/sin @, auch die H. mit Dämpfungseinrich-
den Fällen wieder andere; die For- ist also um so größer, je kleiner @ tungen versehen, um den Einfluß der
mel für m/H bleibt aber dieselbe. ist, je steiler mithin das Pendel auf- Eigenschwingungenaufdie Registrie-
Auch hier werden die k für große egerichtet wird. Die Pendelmasse M rung, beliebig variieren zu können.
zul. schwingt dann zwarin einer fast ho- Für jedes Instrument werden Eigen-
‚Auch eine Anordnung, bei der sichrizontalen Ebene, aber die Schwin- periode, Dämpfung, Reibung und
die Nadel senkrecht über dem Ab- gungsdauer und damit die Empfind- Vergrößerung eigens bestimmt und
lenkungsmagnet befindet, wird ver-lichkeit nehmen (wegen des Wach- regelmäßig nachgeprüft.
wendet. Die Nadelachse geht dann sens von I und auch der »Indikator- Lır. Sieber, A.: Erdbebenkunde. Jena
durch den Mittelpunkt des Ablen- länge«) zu; die Stabilität und die 1923.[6]
kungsmagneten (Dritte Hauptlage). Horizontebene, Ebene, die an einem
Das bekannteste Instrument zur Be- Punkt der Erdoberfläche senkrecht
stimmung der H. ist ein von Ad. zur Lotrichtung gelegt werden kann.
Schmidt konstruierter »Normaltheo- Eine freie Flüssigkeitsoberfläche ist
dolit«, mit dem Genauigkeiten bis zu überall horizontal. Die horizontale
2N erreicht werden konnten. Richtung läßt sich mit Sekundenlibel-
Ur, „‚Smidt, Ad: Erdmagnetismut, len mit einer Durchschnittstoleranz
Enzykiop. d, math. Wissensch., NUT, von # 0,03” feststellen. [6]
ipzig 1917. - Meisser, O.: Prakt. Horn, Blechblasinstrument mit einer
Genie Leipzig und Dresden 1943. fast durchweg konisch verlaufenden
Form des Rohres. Nur Berei
Horizontalparallaxe, s. Horizont. der Ventile ist das Rohr zylinderför-
Horizontalpendel, s. Horizontalseis- mig. ist etwa 3,6m lang und auf-
mometer. gerollt. Der Klang steht demjenigen
Horizontalseismograph, s. Horizon- der Holzblasinstrumente nahe, da die
talseismometer. unteren Teiltöne (bis zum 6.) relativ
Horizontalseismometer, meist syno- stark vertreten und die oberen Teil-
nym mit Horizontalseismograph ge- töne gemildert sind. Der Klang ist
braucht. Gerät zur selbsttätigen Auf- ‚dahernicht so scharf und schmetternd
zeichnung der horizontalen Kompo- wie derjenige der Trompete und Po-
nente der Bodenbewegung. Das H. saune. Die Tonhöhe kann mit Hilfe
ist ein nach dem »Prinzip der schie- Abb. 4. Zweispitzpendel von Ventilen (s. Blasinstrumente)
fen Tür« aufgehängtes physikalisches Nullpunktskonstanz nehmen dagegen und durch Stopfen, d.h. durch Ein-
Pendel (Horizontalpendel), das mit ab, führen der Faust in die Stürze (trich-
einem gedachten mathematischen Die konstruktive Ausführung geht terförmige Öffnung), verändert w.
*Pendel der Länge / synchron Abb. 1 ‚nach drei Richtungen: den. Das Mundstück ist trichterför-
148 199
'hornartiger Zustand
nenn Diape
mig. Der Tonumfang des wichtigsten einstimmungin einer Richtung hori- jorse-power hour electrical, Kurz- Linien gleichen Dampfgehalts einge
H.geht von Hı bis F? (F-Horn). Ne- zontal oder vertikal, so erhält man ichen electr. h.p. hr., eine in den tragen sind. Dieses meistbenützte der
ben dem Ventilhorn gibt es als wei- den sog. Längshoropter, einen Zylin- USA und in Großbritannien gele- *Mollier-Diagramme ermöglicht oh
tere Formen das Posthorn (ohne der über dem Müller-Kreis bzw. den gentlich benutzte Einheit für die Ar- ne Rechnungdie Bestimmung der aus
Ventile) und das Klapphomn (mit Querhoropter, eine waagerechte und eit. strömenden Gasen und Dämpfen ge-
seitlichen Löchern und Klappen). [44] senkrechte Ebene durch die Symme- Definition: winnbaren »technischen Arbeit« (s.
hornartiger Zustand wird der teilwei- trale der Augenachsen. 1 electr. h.p. hr. 746 . 3,6-10° 1 = Arbeit).
se kristalline Zustand bei *Hochpoly- Lır. König, A.: Physiol. Optik. Hdb. d. 2,685 600 - 10° J. Die Abb. zeigt das h,s-D. für Was-
meren (s. Kristallinität bei Hochpoly- Experimentalphysik, Bd. XX. Leipzig
Umrechnung: serdampf.
meren) genannt.[41] 1929. [14]
1 electr. h.p. hr = 2,738 550 - 10° mvn Bei einer umkehrbaren adiabatischen
Horopter. Beim stereoskopischen Se- Horror vacui, s. Vakuum.
Entspannung ist die dabei gewinnba-
'hen fallen zunächst die Bilder des horse-power, Kurzzeichen h.p., frü- h.p., Kurzzeichen für die Einheit re technische Arbeit durch die Ab-
fixierten Punktes auf einander ent- her HP oder HP, eine in Großbri- horse-power. [13] nahme der Enthalpie h bei konstan-.
sprechende (korrespondierende oder tannien übliche Leistungseinheit. h,p-Diagramm. Kurvenscharen, in ter Entropie gegeben, also durch den
»identische«) Netzhautpunkte. Ge- Definitioı denen die *Enthalpie h über dem Ordinatenunterschied auf einer Pa-
genstände davor und dahinter tun Druck p für verschiedene Tempera- rallele zur h-Achse. Die Wärmezu-
das nicht, sondern zeigen eine Ver- ‚013 87.PS, turen, also in Isothermen, aufgetra- fuhr bei konstantem Druck ist gleich
schiebung, welche die Empfindung 1h.p. = 745,700 W. 113] gen ist (s. a. Mollier-Diagramme). der Ordinatenzunahme auf der be-
der räumlichen Tiefe vermitteln. Alle horse-power, electrical, Kurzzeichen Die Abb. gibt eine Darstellung für treffenden Isobare.
Punkte A, die wie der fixierte keine electr. h.p., eine in den USA benutz- Wasserdampf. Die vertikalen Kur- Im Flüssigkeitsgebiet fallen die Iso-
Parallaxe haben, also auf identische te Einheit für die Leistung. venstücke bedeuten die Verdamp- baren nahezu mit der linken Grenz-
Punkte der Netzhaut abgebildet wer- Definition: fungswärme. Man kann (bei anderem kurve zusammen. (Der Übergangs-
den, und gleichweit entfernt wie A 1 electr. h.p. = 746 W. Maßstab) auch den festen Aggregat- punkt von der Flüssigkeit zum Naß-
empfunden werden, befinden sich Umrechnung: zustand in das Diagramm mit einbe- dampfgebiet wandert mit steigendem
mun auf zwei Raumkurven. Sie lie- 1 electr. h.p. = 76,070 83 m kpis. ziehen und damit die *Erstarrungs- Druck von 0 bis zum kritischen
gen auf einem Kreis (Müller-Kreis) 113] wärme. Solche Diagramme sind be- Punkt.)
durch die Knotenpunkte des Auges horse-power hour, Kurzzeichen h.p. sonders für die thermodynamische Im Naßdampfgebiet, das nach oben
und A sowie auf der dazu senkrech-
ten Geraden in A. Bei unendlich fer- hr., eine in Großbritannien übliche Behandlung der *Kältetechnik ge- durch die »rechte Grenzkurve« be-
nem Objekt sind es alle Punkte der Einheit für die mechanische Arbeit. eignet. [9] grenzt wird, fallen Isothermen und
unendlich fernen Ebene. Der geome- Definitio: hup.hr., Kurzzeichen für die Einheit Isobaren zusammen (z.B. latm =
trische Ort, d. h. diese zwei Kurven 1h.p. hr. 550 -3,6. 10° ft Lb. horse-powerhour. [13] 0,981 - 10° N/m? und 100 °C). Da für
der besagten Punkte A im Raum, h,s-Diagramm, eine Darstellung der p = const dh=dq = ds ist, sind
heißt H., speziell Punkthoropter. Be- *Enthalpie h über der *Entropie s in es Gerade mit der Neigung dh/ds =
schränkt man sich bloß auf die Über- ‚013870 PSh. [13] Isothermen und Isobaren, in die auch
0°J/Kg
I 500°
1450
N
BEN,
Hit,
Wasser+Dampf 19
19747
- 1350
1300
250
200
700
L L N
0 706 200 300-05Nm?
Druckp
'h,p-Diagramm von Wasser
‚h,s-Diagramm von Wasser
150 151
Hülse
H-Strahlen H-Theorem. Die Boltzmannsche *H- Gebiete der Astrophysik, insbeson-
Die Linien gleichen Dampfgehaltes sant ist, daß die obere Grenzkurve Funktion ist eine reine Zahl und zeit- dere der Erforschung der außerga-
(D.G.) teilen die Isobaren zwischen einen Höchstwert hat. So ist z. B. für lich konstant, wenn sich die Ge- lakt. Nebel; bewies 1924, daß diese
linker Grenzkurve (D. G. ‚0) und gesättigten Dampf schwindigkeitsverteilungsfunktion / großen Systeme außerhalb der Milch-
rechter Grenzkurve (D. G. 1,0) in bei 25,4-10N/m® h= 2,826: 1 J/kg, im Laufe der Zeit nicht ändert, wenn straße liegen; studierte vor allem den
gleichem Verhältnis. D.G. 0,8 be- bei 101,3 10N/m h = 2,729 10 J/kg,
bei 202,6. 106 N/mt h = 2,555: 1 J/kg. sich also das Gas in einem stationä- Andromeda-Spiralnebel und machte
deutet: 80% Dampf, 20% Flüssigkeit. ren Zustand befindet. Bedingung für dabei Hunderte von photograph. Auf-
Aufder linken Grenzkurye ist alles Zur Erzeugung von gesättigtem den stationären Zustandist also dH/ nahmen der veränderlichen ö-Cephei-
flüssig; auf der im kritischen Punkt Dampf von 100 : 10° N/m? ist dem- dt = 0. Daraus folgt eine Funktional- Sterne dieses Sternsystems; entdeck-
anschließenden rechten Grenzkurve nach weniger Wärme nötig als für gleichung für das Verteilungsgesetz te den nach ihm benannten Effekt
ist alles dampfförmig. solchen von 25 - 10 N/m?. der Geschwindigkeiten, das so abge- und stellte gemeinsam mit Humason
In das Gebiet des überhitzten Damp- Das Diagramm ist zur vereinfachten leitet werden kann. die Theorie von der Expansion des
fes gehen die Isobaren an der rech- Berechnung von Verbrennungstem- Für jeden vom stationären Zustand Universums auf. [43]
ten Grenzkurve ohne Knick über, peraturen geeignet, denn das h,T- abweichenden Zustand gilt dA/dt <0. Hubble-Effekt. Die Abhängigkeit der
dHjdt < 0 heißt H-Theorem. Es Radialgeschwindigkeit der außerga-
"CR drückt die Irreversibilität der Vor- laktischen Nebel von ihrer Entfer-
4 ÜberhitzterDampf gänge in einem Gasaus. Denn H be- nung wird als H.-E. bezeichnet. S.
findet sich entweder in einem zeitli- Spiralnebel. [5]
1:205°NIm2, chen Minimum (dann gilt das Gleich- Hüllenstern, Fixstern, bei dem die
heits-Zeichen) oder die Zustandsän- sehr rasche Rotation offenbar durch
derungdes Gases ist so, daß H einem Zentrifugalkräfte Teile der Sternma-
solchen zustrebt. Der frühere Zu- terie am Äquator ablöst und als Gas-
Enthalgie h

stand kann nicht wieder angenom- ring um den eigentlichen Sternkör-


men werden. H ist eine mechanisch per schweben läßt. Die Existenz sol-
r

definierte Größe. In der Thermody- cherGasringe läßt sich aus dem zeit-
namik macht die Entropiefunktion weiligen Auftreten von Wasserstofl-
dieselbe Aussage wie hier H : dS/dr ien im Spektrum feststel-
20 (Prinzip der Entropievermeh- len; bei Nichtauftreten solcher Emis-
rung). Es besteht also, abgesehen von sionen treten bestimmte, besonders
ir additiven Konstanten, Propor- scharfe Absorptionen an Stelle der
ionalität zwischen S und H: S = Emissionen auf, Das Phänomen ist
0m 200 300 won 500 600°C kH, wobei der Proportionalitäts- auf Sterne des Spektraltyps B (vor-
Temperatur t faktor' die Boltzmann-Konstante ist. nehmlich B1 bis B5) beschränkt, bei
h,s-Diagramm von Wasser Die Bedeutung dieser Beziehung liegt denen auch aus theoretischen Grün-
verlaufen aber dann gekrümmt. Die Diagramm läßt sich für die Rauch- darin, daß das Verhalten der ther- den (Entwicklung der Fixsterne) mit
Isothermen trennen sich an der rech- gase trotz der schr verwickelten Vor-
modynamisch definierten Größe S sehr raschen Rotationszeiten zu rech-
ten Grenzkurve mit scharfem Knick gänge verhältnismäßig einfach dar- durch mechanische Vorgänge, die H nen ist. Bestuntersuchtes Objekt. ist
KR bestimmen, nämlich die Geschwindig- Tauri (Hauptstern der Plejaden)
von den Isobaren und gehen bald in stellen. keitsverteilung und -veränderungin- ÖPiejonee). [5]
waagrechte Gerade über. ‚Auch bei der *Gasverflüssigung, ins- folge von Zusammenstößen der Gas-
Lrr. Hütte: Des urs Taschen- besondere bei *Kältemaschinen, lei- moleküle, erklärt ist. Thermodynami- Hüllprofil, s. Oberflächengestalt.
buch, Bd. I. Berlin 1955. - VDI-Wasser- stet das h,T-Diagramm gute Dienste. sche Gesetze sind so auf mechanische Hülse, Hülle. Die H. eines Brenn-
dampftafein. Berlin-Göttingen-Heidel- So ergibt sich die Kälteleistung ohne zurückgeführt. stoffelements im Reaktorsoll verhin-
1963. - Lutz, O., und F. Wolf: i,5-
Tafeln für Luft und Verbrennungsgase. weiteres als Differenz der Enthalpien Ler. Schaefer, Cl.: Einf. in die theor. dern, daß 1. der Brennstoff (Uran)
2. Aufl. Berlin-Göttingen-Heidelberg. - vor und nach der Entspannung, ab- Physik. Bd.2. Berlin 1944. [7] mit dem Moderator oder Kühlmittel,
Planck, R.: Hab. d. Kältetechn.. 2. Bd. gelesen bei der Eintritistemperatur Hubble, Edwin Powel. Amer. Astro- insbesondere mit Wasser, in Berüh-
Berlin-Göttingen-Heidelberg = der verdichteten Luft in den Gegen- physiker. Geb. 20. 11.1889 in Marsch- rung kommt, da gegebenenfalls che-
Baehr, H. D.: Thermodynamik. Berlin- strömer. Dieses Ahr nennt man den field, gest. 28.9. 1953 in San Marino mische Reaktioneneintreten, 2. Spalt-
Göttingen-New York 1966. [9] isothermen Drosseleffekt. Es steht (Californ.). 1914-17 Assistent am produkte aus dem Brennstoffelement
H-Strahlen, svw. *Protonenstrahlen. mit dem *Joule-Thomson-Efiekt ATa Yerkes-Observatorium bei Chicago, entweichen und über den Moderator
[0 in folgender Beziehung: 1919 Astronom auf dem Mount-Wil- und das Kühlmittel weitere Bezirke
h,T-Diagramm, Kurvenscharen, in Ahr son-Observatorium bei Pasadena in und um den Reaktor in starkem
denen die *Enthalpie h über derTem- An (Cal.), 1935 o. Prof. für Astrophysik Maße radioaktiv verseuchen. Für me-
peratur 7 (oder { in °C) für verschie- an der Yale Univ., 1936 an der Univ. tallische Uran-Elemente kommen H.
dene Drücke, also in Isobaren, auf- Lrr. Schmidt, E.: Einf. in_die techn. Oxford, dann wieder am Obseryato- aus Aluminium, beständig bis 220 °C,
getragen ist (s.a. Mollier-Diagramm). ‚Thermodynamik und in die Grundl. der rium Mount Wilson, 1942-46 balli und vor allem aus Zirkon in Frage.
Die Abb. zeigt dies für Wasser. Im chem. Thermodyn.Plank,
1963. -
Berlin-Göttingen-
R.: Hab. d. stischer Chef und Direktor des Über- Diese brauchen in der Regel nicht
Flüssigkeitsgebiet verlaufen die Iso- Heidelberg
Kältetechnik. 2. Bd. Berlin-Göttingen- schall-Windkanal-Laboratoriums am selbsttragend zu sein. In der Fach-
baren ganz nahe der unteren Grenz- Heidelberg 1953. [9] Ballist. Versuchs-Laboratorium des sprache sind dies Hüllen (s. Brenn-
kurve; sie weichen erst bei hohen Kriegsdep. Hauptarbeiten: Auf dem stoffhülle). Bei keramischen Brenn-
Drücken merklich davon ab. Interes- H-Teilchen, s. Proton. 1533
152
Hufeisenmagnet Huygenssches Prinzip
stoffen wie UOz oder den Karbidver- Hund, Friedrich. Dt. Physiker. Geb. Huygenssches Prinzip, die geniale wellen ist die Fortsetzung der in O
bindungen des Urans benutzt man 4.2.1896 in Karlsruhe. 1929-46 0, Vorwegnahme der Gesetzmäßigkeit, angekommenen Welle.
formfeste Hülsen (s. Brennstoffhül- Prof. für mathem. Physik an der nach welcher sich Wellen, insbeson- Die spezielle Formulierung des H. P.
se). [7] . \ Univ. Leipzig, 1946-51 an der Univ. dere Lichtwellen, im freien Raum wählt nun als Ausgangsfläche O eine
Hufeisenmagnet, ein zur Hufeisen- Jena, 1951-56 o. Prof. für Theoret, und in der Nähe von Hindernissen wie immer im Raum feststehende
form gebogener Stabmagnet. [24] Physik_an der Univ. Frankfurt/M., ausbreiten. Es ist das wirksamste Fläche, welche in einem Augenblick
Hugoniot-Gleichung, Gleichung für seit. 1956 an der Univ. Göttingen. H. Mittel zur näherungsweisen Lösung mit einer Wellenfläche zusammen-
Detonationswellen, s. Explosion. [9] erhielt 1943 die Max-Planck-Medail- von Beugungsproblemen. fällt, Dann schwingen alle ihre Flä-
Hullsches Magnetron, s. Röhre und le, 1949 den Nationalpreis II. Klasse. Man denke sich irgendeine Schnitt- henelemente mit gleicher Phase, und
Magnetron. 143] fläche O durch das Wellenfeld. Die die Wellenbäuche aller Huygensschen
Humboldt, Alexander Friedrich Hein- hundredweight, Kurzzeichen cwt. ankommende Welle, deren Verlauf Elementarwellen befinden sich auf
rich Freiherr von. Dt. Naturforscher. 1, Eine in Großbritannien bestehende bekanntsei, stellt in jedem Flächen- Kugeln gleichen Durchmessers. Die
Geb. 14.9. 1769 in Berlin, gest. 6.5. Gewichts- und Masseneinheit. clement df der Fläche O einen Interferenzverstärkung erfolgt jetzt
1859 ebd. Zuerst Assessor preuß. Definition: Schwingungszustand dar, der. also nur aufder einhüllenden Fläche aller
Bergdep. (1792), dann Oberbergmei- 1 hundredweight = 112 pounds. auch als gegeben zu betrachten ist. Es Kugeln. Anderswo findet wegen
ster im Fichtelgebirge. Schied 1797 Umrechnung: wird nun die Frage gestellt, wie sich schlechter Phasenübereinstimmung
aus seiner staatl.’ Stellung aus, um 1 hundredweight = 50,802 352 kg; die ankommende Welle von ihrer praktisch Interferenzlöschung statt.
von 1799-1804 in Begleitung des Bo- 2. In USA bestehende Gewichts- und Ausgangsfläche O aus weiter jort- Im ungestörten Raum ist also die
tanikers Aim& Bonpland Amerika zu Masseneinheiten. ‚pflanzen wird, oder anders ausge- Wellenfläche nahezu eine Parallel-
bereisen. Nach seiner Rückkehrlebte short hundredweight, drückt, in welchem Schwingungszu- fläche der Ausgangswellenfläche, de-
H. zunächst in Paris. 1827 kehrte er Kurzzeichen sh cwt. stand sich irgendein gegebener »Auf- ren Abstand zeitproportional wächst.
nach Berlin zurück. Von hier aus un- long hundredweight, punkte P hinter der Fläche O befin- Die Einhüllende, welche der ankom-
ternahm er_1829 noch eine größere Kurzzeichen1 ewt. den wird, wenn die Welle zu ihm menden Welle entgegenläuft, hat die
Reise nach Zentralasien. Hauptarbei- Definition: vordringt, Das H.P. behauptet nun Amplitude Null, wie ihre Elemen-
ten: H. hat das unermeßliche Mate- 1 short hundredweight 100 pounds, allgemein: Jedes Flächenelement der tarwellen; sie kommt also nicht zu-
rial der verschiedensten Gebiete der 1 long hundredweight 112 pounds. Ausgangsfläche O wirkt als punkt- stande. In der Nähe von Hindernis-
Naturwissenschaften in seinen inne- Umrechnung: förmige Wellenquelle, die mit der sen, durch welche hindurch man
ren Zusammenhängen erforscht und 1short hundredweight = 45,359 243 kg, Amplitude und Phase der dort an- zweckmäßig die Ausgangsfläche O
zu einer Gesamischau zusammenge- 1 long hundredweight = 50,802 352 kg. kommenden Welle schwingt und eine legt, fällt nun eine Gruppe von Ele-
faßt. [43] [113] regelmäßige Kugelwelle, eine sog. mentarwellen aus, die aus jenem Teil
Hume-Rothery-Phasen.In einer gro- Hurrikan, tropischer Orkan in Mittel- Huygenssche Elementarwelle, nach von O stammt, der durch das Hin-
ßen Zahl von Legierungen treten amerika, s. a. Wirbelstürme. [33] allen Seiten ausstrahlt. Die Stärke der dernis am Schwingen gehindert wird,
Phasen mit einer bestimmten Kri- Huygens, Christian. Holl. Physiker, Quelle ist proportional der Ampli- also z.B. durch einen Schirm abge-
stallstruktur auf, wenn die Valenz- Geb. 14.4.1629 in Den Haag, gest. tude der ankommenden Welle und deckt wird. Nun ist nur mehr durch
elektronenkonzentration,; also das 8.7.1695 ebd. Nach einem Studium der Größe des Flächenelementes; der Rechnung zu übersehen, wo Interfe-
Verhältnis der Zahl der Valenzelek- Proportionalitätsfaktor ist jedoch in
tronen zur Zahl der Atome, einen der Jurisprudenz bereisteH. Deutsch-
land, Frankreich und England, kehr- dieser intuitiven Formulierung des renzverstärkung oder -schwächung
stattfindet. Auf alle Fälle dringen die
bestimmten Wert hat. Für eine Reihe H.P. nicht bekannt. Es muß auch Huygensschen
von Verbindungen ist dieses Verhält- te dann nach Den Haagzurück. War
Mitglied der Royal Society in Lon- angenommen werden, daß die Kugel- ‚geometrischen Elementarwellen in den
Schattenraum ein, wo-
nis 3/2. Es tritt hier eine Kristallisa- don. Von größter wiss. Bedeutung ist welle nicht nach allen Seiten gleich mit Huygens die Beugung von Licht
tion in der kubisch-raumzentrierten stark ausgestrahlt wird; in welcher am Rande von Hindernissen
CsCl-Struktur oder in der kompli- die von ihm begründete Wellentheo-
rie des Lichtes. Er berechnete die Weise, steht bei Huygens noch nicht Schattenraum erklären konnte,in den was
zierten Struktur des B-Mangansauf. fest, lediglich, daß nach rückwärts,
Eine andere Gruppe von Verbindun- Gesetze des elastischen Stoßes (1655),
wies auf die lebendige Kraft bei dy- also der ankommenden Welle ent- der schen
damals herrschenden Newton-
Emissionstheorie ganz w
gen mit der Valenzelektronenzahl namischen Vorgängen hin, war der gegen,nichts und nach vorn am mei- lich war. Fresnel hat später mit sei
21/13 kristallisiert im y-Messing- sten ausgestrahlt wird. Die fragliche ner
Gitter, eine weitere mit der Elektro- Erfinder der Pendeluhr (1656), ent- Schwingung im Punkte P entsteht sich *Zonenkonstruktion gezeigt, daß
nenkonzentration 7/4 im Gitter des deckte den Schwingungsmittelpunkt durch Summierung der von allen Flä- trotz im geometrischen Schattenraum
des Eindringens der Elementar-
e-Messings (hexagonale dichteste eines physischen Pendels, stellte die chenelementen df der Ausgangsfläche
Kugelpackung). Ursprünglich nahm mathematische Theorie der Evolu- © dort eintreffenden Huygensschen wellen nur schwache Lichtschwingun-
man an, daß mit der Entdeckung der tion und Evolventen auf, erkannte,
die Polarisation des Lichtes, gab eine Elementarwellen, d. h. der dort von gen ergeben, da sich die Elementar-
H.-R.-P. das Grundgesetz der metal- ihnen verursachten Schwingungen. wellen dort zum größten Teil durch
lischen Verbindungsbildung gefun- genaue Messung und Erklärung der Bei der Summierung kann es zur Interferenz gegenseitig auslöschen.
den worden sei; doch zeigte sich, daß Doppelbrechung von Kalkspat und Verstärkung oder Löschung (Inter- Damit blieb die Beugung erklärt,
noch weitere konkurrierende Prin- entdeckte mit einem aus selbstge-
schliffenen Linsen gebauten Fernrohr ferenz) der Schwingungen kommen. und es war trotzdem die praktisch
zipien existieren. die Ringgestalt des Saturnringes, Die Gesamtheit der Schwingungen in geradlinige Lichtfortpflanzung, die
Lit. Hume-Rothery, W.: The structure einen Saturnmond, die Abplattung. allen Punkten des Raumeshinter der eine Stärke der Emissionstheorie ist,
of metals and allies. London 1936. -
des Mars, den Orionnebel u.a. m. Ausgangsfläche bildet die gesuchte auch für die Wellentheorie verständ-
Masing, G.: Lehrbuch d. allg. Metall Fortsetzung der in O angekommenen lich.
kunc jerlin 1950. [15] 143] Welle. Die Summe der Elementar- Huygenserklärte mit seinem Prinzip
154 155
Huygenssches Prinzip Hydraulik
auch die Reflexion und Brechung an laut (2) nichts ausgestrahlt. e'"/r gnetischen Wellen bedarf es eines & des Systems (Mengenanteil oder
Oberflächen, ja sogar die Doppel- stellt eine von df ausgehende Kugel- vektoriellen H.P., das, schon von Molanteil) aufgetragen ist. [9]
brechung in Kristallen. Ausgangs- welle dar, wie sie Huygens voraus- verschiedenen Autoren (Kottler,
Hybridisierung, s. Valenztheorie.
fläche ist nunmehr die Oberfläche, sah. Auch deren Amplitude u-df Stratton) angegeben, die übersicht- Hydrat, s. Hydratation.
deren Elemente bei schräg einfallen- entspricht seiner Voraussage. Dage- lichste Form bei Franz angenommen Hydratation bedeutet Einführung von
der Welle in verschiedener Phase gen konnte er den Proportionalitäts- hat. Man nimmt getrennt die in der Wassermolekülen in die Moleküle
schwingen, und zwar so, daß die von faktor i/A, umder noch eine Phasenver- Ausgangsfläche liegenden Kompo- einer chemischen Verbindung in fe-
ihnen ausgehenden Elementarwellen schiebung 4 Periode verlangt, nenten des elektrischen und des ma- stem Verhältnis. Die Verbindung
einen von Element zu Element linear nicht intuitiv voraussehen. Nach gnetischen Vektors, multipliziert mit wird dadurch zum Hydrat unter Ab-
wachsenden Durchmesser besitzen. Sommerfeld läßt sich das H.P. für einem Flächenelement dj, also ma- gabe der Hydratationswärme. Dies
Ihre Einhüllende gibt eine zur Ober- eine ebene Ausgangsfläche, aber bei gnetische bzw. elektrische Zweij ist die Energie, die nötig ist, um die
fläche schräge Wellenfront, die re- beliebiger Form der einfallenden quellen (Dipole) an, aus deren Zu- wasserfreien Ionen der Verbindung
flektierte Welle. Wenn sich die von Welle auf die Form sammenwirken (Summierung)sich die (des Salzes) aus der wäßrigen Lösung
denselben Oberflächenelementen aus- Zn ins Vakuum zu befördern (Fajans,
gehenden Elementarwellen ins Inne- u[u oosunar @ Fortsetzung der Welleergibt.
Historisch ist zu bemerken, daß Huy- 1919). Ein Hydrat ist also immer
re des Körpers langsamerausbreiten, gens bei seiner Wellentheorie noch energiermerals die wasserfreie Ver-
nicht den wesentlichen Einfluß der bindung.
o
ist die Einhüllende entsprechend
schwächer gegen die Oberfläche ge- bringen. Interferenz berücksichtigt hat, der Dementsprechend ist die Hydrata-
neigt; ihre Normale ist zum Lot ge- Für Wellenlösungen im ungestörten von Youngs stammt, aber erst von tionsenthalpie negativ. Sie ist defi-
brochen. Wellenfeld, wo man die Randwerte Fresnel zusammen mit dem H.P. zu niert als Differenz zwischen dem
Bei der geschilderten intuitiven For- u und dujön auf der Ausgangsfläche den überwältigenden Erfolgen der 'Wärmeinhalt des hydratisierten Stof-
mulierung des H.P. blieben noch exakt angeben kann, hat man das H. Wellentheorie ausgebaut wurde. Ver- fes (Hydrat mit » mol Kristallw:
Amplitude, Phase und Richtungsab- P. nicht nötig, da man sie auch an- öffentlicht wurde das H.P. in dem ser) und der Summe der Wärmein-
hängigkeit der Elementarwellen of- ders finden kann. Im Fall von Hin- berühmten »Trait& de la lumiere«, halte des wasserfreien Stoffes und
fen. Diese Fragen geklärt und damit nicht exaktjedoch
dernissen sind die Randwerte
bekannt. Hier ist Kirch-
T.
gleichzeitig das H. P. für heutige Be- Lehrbuch der Elektro-
griffe streng abgeleitet zu haben, ist hoff mit einer unbeweisbaren, aber Physik, Bd. 4, Optik. Wiesbaden 1950.
das Verdienst Gustav Kirchhoffs. erfolgreihen Näherungsannahme Franz, W.: Zur Formulierung des Hu;
Nach heutiger Auffassung ist ein eingesprungen, die auch schon Huy- gensschen "Prinzips, Zischr. für Natur- ker. Berlin-Götingen-Heideiberg 1349.
gens und Fresnelstillschweigend be- forschung 3a, $.500, 1948. - Frank-
Wellenausbreitungsvorgang durch die
nützt haben: Soweit die Ausgangs- Mises: Differential-, u. Integralgleichun- Hydratationsenthalpie, s. Hydrata-
Wellengleichung Au+k?=0 be-
fläche durch das Hindernis unterbro- fen d Pnvaik, Da. 2. Braunschweig 190. tion.
stimmt, zusammen mit den Randwer-
chen (abgeschirmt) wird, werden u Hydratationswärme, s. Hydratation.
ten auf der Ausgangsfläche O für die und 2u/®n Null gesetzt, in dem nicht h,x-Diagramm, eines der *Mollie: Hydraulik, eindimensionale Behand-
Wellenvariable u und ihre Ableitung
unterbrochenen Teil der Fläche aber Diagramme, das die Abhängigkeit lung der Strömungen inkompressib-
in Richtung der Flächennormalen;
die Werte so angenommen, als ob der *Enthalpie h vom Feuchtegrad x ler Medien, insbesondere von Wasser,
n(@u/an) k ist gleich 2.x/. Wenn dort die einfallende (ankommende) eines Wasserdampf-Luftgemisches im Gegensatz zur mehrdimensionalen
diese Größen auf der Ausgangsfläche Welle wie im freien Raum ungestört darstellt. x wird gemessen in kg Behandlung in der *Hydrodynamik.
immer bekannt wären, würde nach
durch das Hindernis schwingen könn- (Wasser + Dampf) je kg trockener Da die ganze Strömung, auf einen
Kirchhoff der Greensche Satz die
te. Deshalb werden die Flächeninte- Luft. Stromfaden reduziert wird, ist die H.
exakte Lösung liefern. Im Punkt P
grale in (1) bis (3) nur über den von Das h,x-Diagramm ist besonders ge- auch als inkompressible *Stromfaden-
eignet zu thermodynamischen Be- Ihcorie zu bezeichnen.
vn(EtMar
ist:
Hindernissen freien Teil der Ober-
Su er 3 ehr fläche erstreckt, sonst aber nicht ab- rechnungen mit feuchter Luft oder In der H. nimmt die *Kontinuitäts-
gleichung folgende Form an:
geändert. Die Näherungist gut, so- feuchten Gasen.
o @ lange die Hindernisse oder Zwischen- Lar. Schmidt, Einf. in die techn. Aw = const
Für eine einfallende Welle in Rich-
räume groß gegen die Wellenlänge (A veränderlicher Querschnitt des
tung x,u =e'®= wird daraus einfa- sind und .{n,r) klein bleibt. Dies tingen-Heidelberg 1963. 3 Siromfadens, w Strömungsgeschwin-
cher: ist die leistungsfähigste Methode zur Hdb. d. Kältetechnik. 2. Bd. Berlin-G: digkeit).
Behandlung von Beugungsproble- tingen-Heidelberg 1953. - Häussler, W. Die *Bernoullische Gleichunggilt un-
men. Das Mollier-i,x-Diagramm für feuchte verändert, da sie für einen Strom-
“<= Ju zZ [cos (n,x)+ In der angegebenen Form gilt das H. Luft und seine techn. Anwendungen.
o P. streng nur für skalare Wellen und Dresden und Leipzig 1960. Bachr, H. faden abgeleitet ist. Der */mpulssatz
solche, die sich auf skalare Wellen Mollier-i,x-Diagramme feuchte schreibtsich einfach:
+teos(mnldf. (2) zurückführen lassen: zweidimensio- Luftin den Einheiten des internat. Ei Aı (pıte wi?) As(Pete wei)+Fa=0
‚heitensystems. Berlin-Göttingen-Heidel-
Hieraus ergibt sich von selbst die ge- nale elektromagnetische Probleme,z. berg 1961. - Grubenmann, (e unveränderliche *Dichte; p stati-
suchte Winkelabhängigkeit von $(n, B. Beugung am Spalt, oder solche, gramme feuchter Luft. Berlin-Göttingen- scher *Druck; Index 1 und 2: zwei
r), wo r der Abstand vom Aufpunkt deren Symmetrie es erlaubt, einen Heidelberg 1958. [9] verschiedene Querschnitte des Strom-
P_zum Flächenelement df ist. Nach sog. *Hertzschen Vektor zu verwen- h,£-Diagramm, ein Diagramm für fadens; Fa die von außen auf das
rückwärts, der einfallenden Welle den. Für den allgemeinen Fall der Zweistoffsysteme, in dem die *En- Stück Stromfaden, das durch die
entgegen, +, = (n,) ta, wird Beugung von Licht und elektroma- thalpie h über der Zusammensetzung Querschnitte 1 und 2 ausgeschnitten
156 157
Hydrodynamik hydromagnetische Gleichungen
ist, ausgeübte Kraft, die sich zusam- Hydrodynamik, Strömungslehre der Funktionentheorie (s. Potentialströ- Der Hydrolysegrad ist der OH-
mensetzt aus dem Eigengewicht des inkompressiblen Medien, insbeson- mungen), einschließlich der kom- Tonengehalt der Lösung, d. h. der
Stromfadens G und der von den dere der Flüssigkeiten. Die H. be- plexen Methoden. - Experimentell Bruchteil des gelösten Stoffes, der in
Wänden ausgeübten Kraft Fu). Die schreibt und berechnet die Bewe- stehen an erster Stelle. Strömungs- undissozüerte Säure und OH-Ionen
beiden ersten Ausdrücke, die Impulse gungsformen der strömenden Flüs- messungen in *Wind- und Wasser- (Hydroxyl-Ionen) zerfallen ist. Er
im Sinne der Strömungslehre, sind sigkeiten und ermittelt die Kräfte, kanälen (s. Strömungssonden). Zur nimmt mit der Temperatur stark zu.
vektoriell aufzufassen, wenn der die auf umströmte Körper und durch- Beobachtung dienen die Methoden Je schwächer die dem Anion des ge-
Stromfaden in den ten 1 strömte Kanäle ausgeübt werden. der Strömungsphotographie (s. 2. lösten Stofles zugehörige Säure ist,
und 2 verschiedene Richtungen hat; Der Begriff der H. ist abzugrenzen Anstrichmethode). Oft werden mit ‚desto stärkerist die H.
die Pfeilspitzen sind dann - wie der gegen den der Vorteil verschiedene *Analogien aus Lır. Eucken, A.: Grundriß_der physi-
Druck - senkrecht zum Querschnitt 2) *Hydrostatik, die sich mit dem anderen Gebieten der Physik verwen- kal. Chemie, 6. Aufl. Berlin 1948.[9]
Gleichgewicht der ruhenden Flüssig- det. hydromagnetische Gleichungen. Die
lu keiten befaßt; 4. Anwendungen der H.: Theorie der h. G.sind die makroskopischen Er-
b) *Gasdynamik, die Strömungsichre *Tragflügel und ihre Anwendung auf haltungssätze der *Magnetohydro-
der kompressiblen Medien, also der Flugzeuge, *Propeller, Wasserschrau- dynamik, in Analogie zu den hydro-
Gase (wenn die Strömungsgeschwin- ben, *Schaufelgitter für Turbom: dynamischen Gleichungen. Diese sind
digkeiten klein sind im Verhältnis zur schinen; Theorie der Turbomaschi- im wesentlichen die Kontinuitätsglei-
Schallgeschwindigkeit, dürfen die nen (s. Turbinentheorie), insbeson- chung und die Bewegungsgleichun-
Strömungen der Gase als Flüssig- dere Theorie der Beschaufelungen gen; dazu kommt noch der Erhal-
keitsströmungen behandelt werden; und Gehäuse. Theorie der Lager- tungssatz der Energie. In der Hydro-
näheres s. u. Gasdynamik); schmierung. Ermittelung von Formen dynamik wurden generell die Navier-
% ©) Hydraulik, die H. des *Stromfa- geringen Widerstands für Flugzeuge, Stokesschen Gleichungen verwendet.
&x“ 7 dens4) Aörodynamik, worunter bisweilen
Fahrzeuge, Schiffe usw. (s. Strö- In der Magnetohydrodynamik wur-
mungswiderstand); Berechnung des den die Navier-Stokesschen Glei-
are) Em derjenige Teil der H. zusammenge- Reibungswiderstands von Rohren, chungen beibehalten und für die
Abb.1. Abb. 2 faßt wird, der sich mit den für die Kanälen und umströmten Körpern (s. ä Gleichung des elek-
Luftfahrt wichtigsten Problemen be- Rohrreibung, Plattenreibung). Aus- tromagnetischen Feldes eingeführt.
auf das Innere des abgeschnittenen faßt, insbesondere mit der Tragflü- luß, Messung von strömenden Men- Es hat sich jedoch gezeigt, daß die
Stromfadenstücks gerichtet (s. Abb. geltheorie. gen, Theorie der *Wärmeübertragung Navier-Stokesschen Gleichungen im
D); diese Vektoren stehen im Gleich- Der übergeordnete Begriff ist der der (s. a, Impulstheorie der Wärmeüber- Falle eines Plasmas nicht unbedingt
gewicht mit dem Vektor von Fa.Die- Strömungslehre. tragung). Dynamik der freien Atmo- gültig sind. Eine strenge Ableitung
ser kann gemäß Abb.2 vektoriell zer- 1. Die Bewegungsformen werden sphäre usw. der h. G. geschieht mit Hilfe der
legt werden in den Vektor des Eigen- hauptsächlich unter folgenden Begrif- Lır. s. Strömungsichre. [11] uville-Gleichung. Die neuen h.
gewichts G und den der Wandkraft fen behandelt: Hydrogel, s. Kolloid und Gel. ie Kontinuitätsgleichung (9/dr=
Fu. Die auf die Wand selbst ausge- a) rein beschreibend als *Stromlinien, Hydrographie, jener Teil der *Geo- grad)
übte Kraft ist nach dem Satz von Bahnlinien, Streichlinien; physik, der sich mit dem physikali-
*actio = reactio gleich —Fu. b)_die theoretischen Darstellungs- schen Verhalten der auf der Erde w : +
Das Hauptanwendungsgebiet der H. möglichkeiten unter Eulerscher bzw. auftretenden Gewässer befaßt, und ra ein me,
ist die Theorie der Strömungsmas: LagrangescherDarstellung; zwar mit deren Verteilung, Strömung,
nen (s. z. B. Turbinentheorie). Diese ©) analytisch unter *Potentialst chemischen Bestandteilen, Tempera- und die Bewegungsgleichungen
stark vereinfachte Theorie hat sich mungen, *Drehung, *Wirbelsätze, tur, Dichteverhältnissen usw. [6]
dank ihrer guten Eignung zur Vor- turbulente, laminare Strömung (s.
ausberechnung dieser Maschinen bis Turbulenz).
Hydrokracken, sw. *Kracken unter
hydrierenden Bedingungen.[9]
[rl] 5
‚heute gehalten. Jedoch ist die einge- 2. Mit der dynamischen Analyse be- Hydrolyse. Auch das Wasser ist in "Bet mBrt ordKrt 0
hendere Behandlung mancher Vor- fassen sich folgende Sätze: geringem Maße elektrolytisch disso-
‚gänge in diesen Maschinen, besonders a) idealisiert durch Vernachlässigun; ziert nach der Gleichung: 1
+ Im X Betr,
in solchen Turbinen, Pumpen und der Reibung: *Bernoullische G) H:0 2H* +OH-.
Verdichtern, die mit schraubenähn- chung, *Eulersche Gleichungen, Wir- Ist im Wasser ein Elektrolyt gelöst,
lichen Läufern arbeiten, auf die mo- belsätze; der gleiche Ionen gibt (Säure oder vollionisi
gelten für den Fall einesauch
derne Hydrodynamik angewiesen, - b) unter Einschluß der Reibung: Base), dann überschneiden sich die ten Plasmas, in welchem Reaktio-
Die H. befaßt sich weiter mit den *Kontinuitätsgleichung, *Querglei- beiden Dissoziationsgleichgewichte nen (K Reaktionsgeschwindigkeit) ab-
Strömungen in Rohrlei