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Ein Standard-Nachschlagewerk

der theoretischen und dtv-Lexikon


der Physik
angewandten Physik: Definitionen
und Erläuterungen von Begriffen,
Gesetzen und Vorgängen,ein
umfassender Überblick über den
gegenwärtigen Stand der
Forschung und Entwicklung.

Rund 12000 Stichwörter mit


Literaturangaben,
1700 Zeichnungen und 200 Fotos.

DM 7.80

Deutscher Band5
Taschenbuch
Verlag Ken-Lic
Kennzahlen
Lizenzausgabe der völlig neubearbeiteten und erweiterten 3. Auf- Kenelly-Heaviside-Schicht, s. Iono- lich bei der graphischen Darstellung
lage des »Lexikon der Physik« in 3 Bänden, hrsg. von Hermann sphäre. des Ohmschen Gesetzes U = (D
Kenngrößen, s. Kennzahlen. IR, das für stromdurchflossene Lei-
Franke, Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart Kennlinie (oder Charakteristik) ist die ter gilt, eine durch den Ursprung
1969 graphische Darstellungeiner physika- verlaufende, nach rechts ansteigende
lischen Gesetzmäßigkeit in einem Gerade entsteht, ergibt die *Licht-
meist rechtwinkligen Koordinaten- bogen-K.eine nach rechts abfallende
Das Verzeichnis der Mitarbeiter und Bemerkungen zur Benutzung system. Man wendet solche Schaub; Kurve. Ein Stück dieser Kurve im
des Lexikons sind in Band 1 zu finden der überall dort an, wo sich eine ein- abfallenden Ast kann daher sowohl
fache mathematische Beziehung zwi für dynamische Vorgänge als auch als
schen den voneinander in Abhängig- negativer Widerstand gedeutet wer-
keit stehenden Größen nicht angeben den. Dieses Verhalten ermöglicht z.
läßt. Diese K. - oder K.-Felder bei B. die *Schwingungserregung durch
mehr als zwei veränderlichen physi- ichtbögen oder Glimmstrecken.
kalischen Größen - haben den Vor- Bei Elektronenröhren wird oft der
zug, daß sich verwickelte Beziehun- Zusammenhang dreier Größen in
gen oft mit einem Blick übersehen einem Kennlinienfeld aufgetragen.
lassen. Durch die ige Anwen- Man verwendet hier meist zwei v
dungsolcher Charakteristiken haben schiedene Arten der Darstellung: die
sich einige feste, allgemein gebräuch- Strom-Spannungs-K., die als Para-
liche Bezeichnungen hierfür gebild meter die Gitterspannung enthalten,
Die magnetische K. oder Charakte- oder die Gitterspannungs-K., mit der
ristik stellt den Zusammenhang zwi- Anodenspannungals Parameter. [25]
schen Feldstärke und Induktioneiner Kennzahlen sind Verhältnisgrößen,
die als Variable in den Naturgeset-
bestimmten Eisensorte dar. Leerlauf- zen auftreten und bei ähnlich verlau-
K. ist die graphische Darstellung der
induzierten Spannung in Abhängi fenden Vorgängen gleich sind. Bei
keit von der Erregung einer elektri- manchen K. ist die Bezeichnungswei-
schen Maschine. Die Belastungs-K. se nicht einheitlich. Zur Veranschau-
dagegenzeigt den Verlauf der Klem- lichung wird jede K. als das Verhält-
menspannung als Funktion des Bela- nis zweier gleichartiger Größen ge-
stungsstromes. Bei Motorenstellt die deutet; dieses Verhältnis ist für den
Drehzahl-K. die Abhängigkeit der Charakter des physikalischen Vor-
Drehzahl vom Belastungsdrehmo- gangs maßgebend. Bei den nachfol-
ment dar (s. Abb.). gend aufgeführten K. der Mechanik
der festen, flüssigen und gasförmigen
Körper sowie der Wärmelehre ist an-
gegeben, bei welchen physikalischen
Vorgängensie auftreten; reine Zah-
lenfaktoren sind weggelassen; die be-
nutzten Formelzeichen sind am
Schluß zusammengestellt.
Das System der K. oder Kenngrößen
—e Drehzahl n

ist_ immer weiter mit verschiedenen


‚Reihenschluß-Ch. Schwerpunkten ausgebaut worden,
auch für die Stoffübertragung, leider
sind die Definitionen nicht immerein-
heitlich.
1. Biot-Zahl (Abk. Bi), s. Nusselt-
Zahl.
November 1970 2. Bond-Zahl(Abk. Bo):
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, —= Lastmoment M
München Typische Drehzahlkennlinien von Bo = Fse_
o Fr’
©1969 Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart Elektromotoren
3. Cauchy-Zahl (Abk. Ca):
Umschlaggestaltung: Celestino Piatti Bei Glimmentladungen oder Licht- gu:
Gesamtherstellung: C. H. Beck’sche Buchdruckerei, bögen ergibt sich für den Zusammen- Ca
Nördlingen hang von Strom und Spannungeine
sog.fallende Charakteristik als 1ypi- Verhältnis der Trägheitskräfte zu den
Printed in Germany sche Lichtbogen-K. Während näm- ‚elastischen Kräften in festen Kör-
5
Kennzahlen Kennzahlen
pern. Elastische Schwingungsvorgän- Gastheorie sehr stark verdünnter fortgeleiteten Wärme. Wärmeüber- schwindigkeit bzw. Endfallgeschwin-
ge. Medien anwenden muß. Im Zwi- tragung in einer Strömung. Reiner digkeit beifallenden Körpern).
4. Euler-Zahl (Abk. Eu): schenbereich 0,1<K<10 (bei I= Stoffwert. 24. Thring-Zahl (Abk. Th):
1.cm) spricht man voneiner»Schlüpf- 18. Rayleigh-Zahl (Abk. Ra):
strömung«; die Gasmoleküle haben voc
Verhältnis der Druckkräfte in einer unmittelbar an der Wand eine mitt-
lere Geschwindigkeit, die von Null
Th=,c6
Strömung zu den Trägheitskräften. verschieden ist; die Haftbedingung ‚„y. für Wärmestrahlungsprobleme.
Hydrodynamische Vorgänge ohne der ‚Grenzschichttheorie ist nicht er- " 25. Weber-Zahl (Abk. We):
Einfluß der Reibung. Bei gleichen It.
Randbedingungen sind zwei Druck- 11. Lewis-Zahl (Abk. Le): 1
we.
felder dann ähnlich, wennihre Euler-
Zahlengleich sind. Le- 5-2 Sc
5. Fourier-Zahl (Abk. Fo): Formelzeichen und Einheiten: a Tem-
at A eine Kenngröße für Fälle, bei denen peraturleitzahl (dima= LT); c
Pomp Tor Wärmeübergang und Stoflübergang Schallgeschwindigkeit (dim c=L
T®); c» spez. Wärmekapazi
Verhältnis der geleiteten zur gespei- solche,
im gleichen Feld auftreten, und für
konstantem Druck (dim c»
cherten Wärme. Instationäre Wärme- bei denen ein Vorgang aus
‚dem anderen berechnet werdensoll.
‚gen. Hydrodynamische Vorgänge un- 9°); C Stefan-Boltzmann-Strah-
ter dem Einfluß der Trägheit und der lungszahl (dim C=MT?@); d
6. Froude-Zahl (Abk. Fr):
leitungin festen Körpern.
12. Mach-Zahl (Abk. Ma,früher M): Reibung. Beigleichen Randbedingun- Durchmesser (dim d = L); D Diffu-
Fre w Ma
v
e
gen sind zwei Strömungen dann ähn-
lich, wenn sie dieselben Reynolds- sionszahl; E Elastizitäsmodul (dim
E=L"MT%®); F Fläche (dim F =
Zahlen haben. I ,e Fallbeschleunigung ‚(dim g =
‚Verhältnis der Trägheitskräfte zu den Verhältnis der Strömungsgeschwin- 20. Schmidt-Zahl (Abk. Sc): LT®); I Länge (dim {= L); ! mitt-
Schwerkräften. Schwerewellen an digkeit zur Schallgeschwindigkeit. lere freie Weglänge der Gasmole-
schwimmenden Körpern (Schiffen). Kompressible Strömungen. Sc Im
DLePr. küle (dim I = L); » Druck (dim p =
7. Galilei-Zahl (Abk. Gl): 13. Newton-Zahl(Abk. Ne):
Beim Stoffaustausch durch Diffusion L’MT3)ı Zeit (dim ı = D); v Ge-
schwindigkeit (dim v= LT“); «
Gl=,Pe_Re
F und Mischbewegung an Stelle der
“Fr Ne Syn (F Kraft).
Prandtl-Zahl Pr. Sie-dient zur Kenn- Wärmeübergangszahl (dim «=M
8. Grashof-Zahl (Abk. Gr): 14. Nusselt-Zahl (Abk. Nu), im fran- zeichnung der Beziehungen zwischen T°0%); 8 räumlicher Wärmeaus-
zösischen Schrifttum auch Biot-Zahl dem Geschwindigkeitsfeld und dem dehnungskoeffizient (dim ß = ©"Y
genannt: Feld der Teildrücke oder Konzen- # Stoffübergangszahl (dim f’ =
trationen. T); e Emissionszahl (bezogen auf
Verhältnis der hydrostatischen Auf- „el
Nu=%. 21. Stanton-Zahl (Abk. St, auch eine heiße und eine kalte Fläche); n
triebskräfte zu den Zähigkeitskräften. Margoulis-Zahl, Abk. Me): dynamische Zähigkeit (dim 7 = L*
Wärmeübergang in einer Strömung, Verhältnis der übergehenden zur ge- MT); 8 Temperaturdifferenz (dim
die durchDichteunterschiede entsteht. leiteten Wärme. Wärmeübertragung N
st= RePr "ovo'
« 3= 0); x Adiabatenexponent (dim
9. Graetz-Zahl (Abk. Gr): an eine Wand durch Strömung. %= 1); A Wärmeleitzahl (dim A =
veFo 15. Nusselt-Zahl2. Art (Abk. Nu‘): Verhältnis der übergehenden zur LMT @"); » kinematische Zähig-
Ge, konvektiy transportierten Wärme. keit (dim » L? T*); a Ludolphsche
Nu’ = [2
DB» Wärmeübertragung an eine Wand Zahl (dim = = 1} e Dichte (dim 9 =
LM); o Oberflächenspannung (dim
eine besonders in der amerikanischen durch Strömung. Früher als rezipro-
Literatur benutzte K. für den Wär- eine K. für den Stoffübergang in ker Wert der Prandtl-Zahl definiert: 0=MT®); @ Kreisfrequenz (dim
meübergang. Für das Kreisrohr wird ‚Analogie zu Nu für den Wärmeüber- o-T%).
d d gang. ı
se-u-:
Prov Lit. Betz, A. in Hütte I. Berlin 1955. S.
Gz=ZRePr; = 4 Pe7- 16. P6clet-Zahl (Abk. Pe): 22. Stanton-Zahl 2. Art (Abk. St’):
144/752. — Gröber, Erk, Grigull:

10. Knudsen-Zahl (Abk. K): evil_vi Grundgesetze der ü


Berlin-Göttingen-Heidelberg.
Pe ai a: B_ Nu Plank, R.: Thermodynamische Kenn-
i Ma sr ”Repr' zahlen. Chemie-Ing. Techn. 31, 9, S. 576/
Kugmeiine: Verhältnis der konvektiven zur gelei- 579 (1959). - Hahnemann, H. W.: Die
teten Wärme in einer Strömung. eine K. für den Stoffübergang, in Umstellung auf das ‚Internationale Ein-
Verhältnis der mittleren freien Weg- Wärmeübertragung durch Konvek- Analogie zur Stanton-Zahl St für in Mechanik und Wärme-
länge der Gasmoleküle zu einer Be- tion. den Wärmeübergang. üsseldorf 1964. - Engel, F. V.
zugslänge. 17. Prandtl-Zahl (Abk. Pr): 23. Strouhal-Zahl (Abk.Sr): A.: Das vollständige System dimensions-
loser Kenngrößen der Ähnlichkeitsgeset-
Maß für die Dichte der Gasströmung. Pe_na_»v_Sc 1
Sr= v- ze für Strömungsvorgänge und Wärme-
Für K<1 gelten die Gesetze der ProRem a "ale übertragung. VDI-Z. 107, 15, S. 671-676
Gasdynamikkontinuierlicher Medien. ( Frequenz der vom Zylinder an der
u. 18, S. 793-797 (1965). - Langemann,
Für > 1 ist die Gasdichte so klein, Verhältnis der in einer Strömung Rückseite abströmenden Wirbel; 1
[.: Die dimensionslosen Kenngrößen der
daß man die Gesetze der kinetischen durch Reibung erzeugten Wärme zur Zylinderdurchmesser; v Anströmge-
ısen-Kinetik. Verfahrenstechn.1,
11-224 (1967. (9, 11]
6
7
Kerben
Kenopliotron
Kenopliotron. *Elektronenröhre, de- 1. Die Bahnen der Planetensind EI- bewegungen anzuwenden ist, da diese diesen die von den anderen Planeten
ren Kathode gleichzeitig Anodeeiner lipsen, in deren einem Brennpunkt Zentralbewegungen darstellen. Er gilt verursachten Störungen, da eine exak-
Diodenstrecke ist, so_daß sie durch die Sonne steht. auch bei der genaueren Rechnung te Lösung des *Dreikörperproblems
den Anodenstrom (Elektronenbom- unverändert. Dagegen erfährt das oder gar eines Vielkörperproblems
2. Der von der Sonne nach einem dritte K. G. wie das erste eine kleine nicht möglich ist. Auch die Bahnen
bardement) der Diode geheizt werden Planeten gezogene Fahrstrahl über- Korrektur. Das Verhältnis des Qua- der periodischen Kometen und der
kann. Die Heizleistung entspricht streicht in gleichen Zeiten gleiche drates der Umlaufzeit zur dritten Monde der Planeten unterliegen den
der Anodenverlustleistung der Diode Flächen (s. Abb.). Potenz der großen Halbachse, das K.G.Dabei ist natürlich der Be-
(In Us = Wien). [19] nach Kepler eine für alle Planeten
Kepler, Johannes. Dt. Astronom. gleiche Konstante sein soll, enthält
rechnung der Konstanten des dritten
Gesetzes für Mondbahnen an Stelle
Geb. 27.12.1571 in Weil der Stadt mach der genaueren Rechnung den der Sonnenmasse die Masse des be-
(Württemberg), gest. 15. 11.1630 in Faktor M + m (M Sonnenmasse, m treffenden Planeten einzusetzen. Um-
Regensburg. K.sollte Theologe wer- Planetenmasse) und hat daher von gekehrt kann man mit Hilfe des dı
den, studierte aber auch Philosophie, Planet zu Planet geringe Unterschie- ten K.G. aus der Bahn eines Mon-

Aphel
Mathematik und Astronomie. 1594

Perihel
bis 1598 Prof. der Mathematik und de. In der exakteren Form gelten die des die Masse des Planeten sehr ge-
Moral an der Stifisschule zu Graz K.G. für alle *Zweikörperprobleme 'nau bestimmen.
der Himmelsmechanik, wenn sich al- Lit. Sommerfeld, A.: Mechanik. Wies-
(Steiermark), dann ab 1600 Gehilfe so zwei Himmelskörper um ihren ge- baden 1950. - Stracke: Bahnbestimmung
von Tycho Brahein Prag, nach des- meinsamen Schwerpunkt bewegen, der Planeten und Kometen.1929. [20]
sen Tode 1601 Mathematiker und wie z.B. *Doppelsterne. Zur ge- Kerben werden die Stellen in einem
Hofastronom des Kaisers Rudolph 3. Die Quadrate der Umlaufzeiten mauen Berechnung der Bahnen der Werkstoff genannt, an denen die re-
IL, ab 1612 des Kaisers Matthias der Planeten verhalten sich wie die Planeten unseres Sonnensystems geht iBige Form der Oberfläche ge-
und ab 1619 des Kaisers Ferdinand dritten Potenzen der großen Halb- die Astronomie von den ungestörten st . Als äußere K. gelten Quer-
I1., nebenbei 1612 bis 1626 Prof. am achsen ihrer Bahnellipsen. Kepler-Ellipsen aus und überlagert schnittsänderungen aller Art, wie
städtischen Gymnasium zu Linz. 1628 Kepler fand seine Gesetze auf empi-
in Sagan in Wallensteins Diensten. rischem Weg unter Benutzung des
Um vor dem Reichstag seine Rechte Beobachtungsmaterials von Tycho
geltend zu machen, begab sich K. Brahe. Er veröffentlichte die beiden
nach Regensburg. Er starb dort in- ersten Gesetze 1609, das dritte 1619.
folge Überanstrengung durch den Siebzig Jahre später leitete Newton
langen Ritt am 15. 11. 1630. Arbei- aus den K.G.sein *Gravitationsge-
ten: Unter dem Einfluß der Lehre setz her, das die Bewegungen aller
des Kopernikus und pythagoreischer Himmelskörper erfaßt. Aus dem Gra-
Vorstellungen verfaßte K. seine erste vitationsgesetz ergibt sich, daß die K.
Schrift über die Harmonie des Plane- G. in der obigen Form exaktgelten,
tensystems, berechnete die Planeten- wenn man die Masse der Sonne als
tafeln Tychos neu, fand bei der Un- unendlich groß gegenüber den Pla-
tersuchung der Bewegung des Mars netenmassen annimmt und die Gra-
seine ersten beiden Gesetze (1609 ver- vitationskräfte, die von den Planeten
öffentlicht); außerdem befaßte er sich aufeinander ausgeübt werden, ver-
mit der Theorie der Linsen und den nachlässigt; beides ist näherungsweise
Prinzipien des astronomischen Fern- möglich. Läßt man die erste dieser
rohres; nahm in Linz die Revi beiden Bedingungen fallen und setzt
der Landesvermessung vor; weitere statt dessen den wahren, endlichen
astronomische Untersuchungen führ- Wert der Sonnenmasse in die Rech-
ten ihn auf das 3. Grundgesetz der nung ein, so erfahren die K.G. zum
Planetenbewegungen (1619 veröffent- Teil eine gewisse Verfeinerung. Nicht
licht). [431 die Sonne, sondern der *Schwerpunkt
Kepler-Ellipsen, die nach dem ersten des Systems Sonne-Planct, der aller-
Keplerschen Gesetz von den Plane- dings für die meisten Planeten noch
ten durchlaufenen Bahnellipsen. innerhalb der Sonneliegt, steht im
Nachdem Sommerfeld in das Bohr- Brennpunkt der Bahnellipse. Auch
sche Atommodell ebenfalls Ellipsen- die Sonne beschreibt um diesen
bahnen einführte, sprach man auch in Schwerpunkt eine Ellipse, die der
der älteren Atomtheorie von K.-E. Bahnellipse des Planeten ähnlich,
Näheres s. Keplersche Gesetze und aber wegen der weit überwiegenden
Ellipsenbahnen. [20] Sonnenmasse sehr viel kleiner als
Keplersches Fernrohr, s. Fernrohr. diese ist. Spannungsverteitung im gekerbten,Fischtab bei Zugund Biegung. ;„ Nennspan-
Keplersche Gesetze, die von Kepler nung im geschwächten Querschnitt, 0, Grundspani im ungeschwächten Quer-
aufgestellten Gesetze der Planeten- Das zweite K.G. t der *Flächen- schnitt, @max Spannungsspitze im Kerbgrund (nach Sigwart)
bewegung. Sie lauten: satz der Mechanik, jer auf Planeten- 9
8
Kerbschlagbiegeversuch Kern
Bohrungen, Nuten, Absätze, Rillen, K. nebeneinander, so hängt cs von gelungen, die theoretisch berechnete und einer Hülle von Elektronen(s. a.
inde, Vorsprünge, Ecken usw., dann der Anordnung der K. ab, ob diese kritische” *Schubspannung für ein Atombau).
auch kleinere Verletzungen der Ober- ihre Kerbwirkung gegenseitig ver- teales Raumgitter, die um den Fak-
fläche, wie Kratzer, Drehriefen, mindern (Entlastungskerben) oder tor Hundert bis Tausend größer als Der K., der nur eine Ausdehnung
Schleifriefen, Rostnarben usw. An erhöhen (Überlastungskerben). Wei- die normalerweise experimentell bei von der Größenordnung 10" cm (s.
jeder Störung der glatten Berandung terhin müssen die inneren K. beach- der plastischen *Verformung von Kernradius) besitzt, demnach nur we-
der Oberfläche entstehen Spannungs- tet werden, also die Werkstoffehler, *Einkristallen gemessene ist, zu er- niger als "/ınoo des ganzen Atom-
spitzen, die die Nennspannung über- wie Poren, Mikrolunker, Schlacken- klären. Mit der Einführung des K. durchmessers ausmacht und damit im
ragen. . zeilen, Oxydeinschlüsse, Gefügein- war es möglich, die Vorgängebei der Verhältnis zum ganzen Atom noch
Hat man z. B. in einem prismatischen homogenitäten usw. Sie bewirken plastischen Verformung von Einkri- kleinerist als die Sonne im Verhält-
Stab auf beiden Seiten eine K., wie "häufig ein anfängliches Ansteigen und stallen atomistisch zu erfassen. Man nis zum Bahndurchmesser ihrer äu-
die Abb. zeigt, so sind die Span- späteres Abfallen der Dauerfestig- benützt dabei das aus der klassischen Bersten Planeten, enthält praktisch
nungsverhältnisse im Kerbquerschnitt keit. Theorie bekannte Ergebnis, daß in die ganze Masse des Atoms. Die
undin den benachbarten Querschnit- Über die Einflüsse der atomistischen der Umgebung der Kerben eine Ver- Elektronenhülle besitzt nur 0,021%
ten grundlegend verschieden von de- K. auf das Verhalten eines Werk- minderung der Spannung. gegenüber (beim Uran) bis 0,054% (beim Was-
nen im glatten Teil des Stabes. Bei stoffes s. *Kerbwirkungsfaktor. der äußeren Spannung eintritt, und serstoff) der Masse des K. Außerdem
*Zugverformung ist die *Spannung Lit. Siebel, E.: Hdb. d. Werkstoffprü-
zwar um so stärker, je höher die trägt der K. stets eine positive elek-
also nicht mehrgleichmäßig über den fung. 2. Bd. Die Prüfung der metall.
Spannungsspitze ist. Daraus ergibt trische Ladungvoneiner ganzen Zahl
Querschnitt verteilt, sondern im Werkstoffe. 2. Aufl. Berlin 1955. - Ma-
sing, G.: Lehrb. d. allg. Metallkunde. sich, daß zwei benachbarte Kerben von Elementarladungen (Kernla-
Kerbgrund hat man eine Spannungs- Berlin 1950. [15] ihre Wirkung gegenseitig herabset- dungszahl), welche gleichzeitig die
spitze Omax. Diese ist höher als die Kerbschlagbiegeversuch wird ange- zen. Es dürfen also die Kerben nicht Ordnungszahldes betreffenden K. im
Grundspannung @, im glatten Teil wandt, um das Verhalten eines Werk- zu nahe beieinanderliegend angenom- Periodischen System der Elemente
des Stabes und auch höher als die stoffes bei behinderter *Verformung men werden, wenn eine größtmögli- ibt und beim neutralen Atom
Nennspannung 0, (berechnete Span- zu ermitteln. Man bestimmt dabei che Wirkungeiner Kerbe erzielt wer- gleich der Anzahl der Elektronen in
nung für den durch die K. ge- teilweise die Brucharbeit oder beob- den soll. Die plastisch wirksamen der Elektronenhülle ist.
schwächten Querschnitt). Die Form achtet den *Trennungsbruch. Kerben, die in neuerer Zeit als *Fehl- Der K.eines Atoms ist, mit Ausnah-
der K. hat auf die Höhe der Span- Fürdie Untersuchungen werden ver- stellen bezeichnet werden, müssen me desleichtesten K., des Protons,
nungsspitze einen Einfluß. Es wird schiedene Versuchsanordnungen ver- also einen bestimmten Mindestab- des K. des gewöhnlichen Wasser-
deshalb eine für jede Kerbform cha- wendet, z. B. Pendelschlagwerke mit stand haben. Die modernen atomis stoffatoms, selbst wieder zusammen-
rakteristische Formzahl ax = @maz/On verschieden großen Hämmern, rotie- schen Theorien der Fehlstellen zei- gesetzt aus Protonen und Neutronen
definiert, die bei elastischer *Verfor- rende Schlagwerke usw. gen, daß mit der Einführung des K. 6. Kernbau). Die Anzahl Protonen
mung unabhängig von der Höhe der Die zum Bruch der Probe verbrauch- zwar ein erster Schritt für das theo- ist die Ordnungszahl, die Anzahl
*Nennspannung ist. te Arbeit wird auf den Probenquer- retische Verständnis der atomisti- Nukleonen (Protonen und Neutro-
Mit den K.ist auch eine Änderung schnitt im Kerbgrund bezogen und schen Gleitvorgänge gemacht wurde, nen zusammen) die Nukleonenzahl
des Spannungsgefälles verbunden, als Kerbschlagzähigkeit bezeichnet. doch sind die Verhältnisse viel kom- oder Massenzahl des K. Die wirk-
und zwar fällt bei einem gekerbten Die Probenformen für den K. sind plizierter, da die verschiedensten Ar- liche Masse des K., ausgedrückt in
Zugstab die Spannung vom Kerb- genormt, ten und Bildungsmechanismen von Kernmasseneinheiten, unterscheidet
grund nach innensteil ab. Weiterhin Der K. wird i. allg. auf Pendelschlag- Fehlstellen berücksichtigt werden sich noch ein klein wenig, stets nur
tritt nicht wie beim ungekerbten Stab werken nach Charpy (s. Charpysches müssen (s. Fehlstellen). Für die ato- um kleine Bruchteile einer Einheit,
ein einachsiger Spannungszustand Pendelschlagwerk) oder nach Izod (s. mistische Betrachtung der Gleitvor- von seiner ganzzahligen Massenzahl,
auf, sondern die K. bewirken einen 1zod-Versuch) durchgeführt. gänge hat der K. nur historische Be- und zwar einmal dadurch, daß die
zweiachsigen oder auch dreiachsigen Lit. Siebel, E.: Hdb. d. Werkstoffprü- deutung. Masse weder des Protons noch des
Spannungszustand.
Auf statisch beanspruchte Werkstof-
fung. 2.Bd. Die Prüfung der metall. Lit. Kochendörfer, A.: Plastische Eigen- Neutrons genau eine Kernmassenein-
fe haben K. ebenso Einfluß wie auf
Werkstoffe. Aufl. Berlin 1955.[15]
Kerbschlagzähigkeit (auch Kerb; schaften von Kristallen und metallischen heit beträgt, andererseits durch den
die *Schwingungsfestigkeit. Hier higkeit, Kerbschlagwert, spezifische
Werkstoffen. Berlin 1941. - Masing, G.:
Lehrbuch d. allg. Metallkunde. Berlin
beim Zusammentreten der Protonen
herrscht ebenfalls in der Umgebung Schlagarbeit), s. Kerbschlagbiegever- 1950. [15] und Neutronen zum zusammenge-
der K. eine andere Spannungsvertei- such. [15] Kerma (Kinetic Energy Released in setzten K. entstehenden Massende-
Kerbwirkung ist der Begriff für den Matter), der Quotient aus den kineı fekt,
lung als im übrigen Teil des Werk- schen Anfangsenergien aller gelade- In der Schreibweise der Kernphysik
stoffes, wie sich aus röntgenographi- Einfluß von *Kerben auf das techno- nen Teilchen, die in einem Volumen- wird jeder K. durch das Symbol des
schen Messungenergibt. Die *Dauer- logische Verhalten der Werkstoffe
festigkeit wird durch die K. ebenfalls (s. Kerben, Kerbwirkungsfaktor).[15] element durch indirekt ionisierende ihm zugehörigen chemischen *Ele-
herabgesetzt, jedoch kann es auch Kerbwirkungsfaktor q gibt das Maß Teilchen freigesetzt wurden, und der mentes gekennzeichnet, dem meist als
vorkommen, daß die Schwingungs- für die Kerbwirkung atomistischer Masse der Materie in diesem Volu- unterer Index die Ordnungszahl, als
festigkeit an einer K. höher liegt als Kerbformen an, d.h. um, welchen menelement. [7] oberer Index die Massenzahl beige-
an der glatten Oberfläche. Es wird Betrag die Höchstspannungder *Ker- Kermarate, die Anderung der *Ker- fügt wird. ?Li ist also ein K. der
dann die im Kerbgrund vorhandene be gegenüberder äußeren *Spannung ma in einer Zeitspanne, dividiert Ordnungszahl 3 (und deswegen dem
überhöhte Spannung besser ertra- erhöht wird. Dabei ist die Beschaf- durch diese Zeitspanne.[7] chemischen Element Lithium,Li, zu-
gen als eine gleich große homogen fenheit der Kerbe ohne Bedeutung. Kern. Nach dem erstmals 1911 von gehörig) und der Massenzahl 7. Er
verteilte Spannung. Liegen mehrere Durch die Einführung des K.ist es Rutherford aufgestellten *Atommo- enthält 3 Protonen und 7-34
dell besteht jedes Atom aus einem K. Neutronen.
10
u
Kernabstand Kernbau
Außer Masse und Ladungbesitztj kann. Die wichtigsten stabilen und durch den Stoß sehr energiereicher det. Diese Erkenntnis stammt von
der K. einen *Spin, einen mechani natürlich radioaktiven K. sind in der ichen erfolgen. Auch bei *Kern- Heisenberg. Sie löste die ältere Auf-
schen Drehimpuls, der Null oder ein Elemente-Tabelle Anhang (Bd. 10) umwandlungen entstehen die neuen fassung ab, wonach die Kerne aus
halbzahliges oder ganzzahliges Viel- zusammengestellt. Kerne häufig zunächst in angeregten Protonen und Elektronen bestehen
faches von h/2 x sein kann (h Plan Alle K., stabile wie radioaktive, las- uständen. Anregung in weniger ho- sollten.
sches Wirkungsquantum), sowie ein sen sich durch äußere Eingriffe, ins- he Niveaus erfolgt oft auch schon Da nach der heutigen Erkenntnis im
magnetisches Moment (s. Kernm besondere durch Beschießen mit ener- durch das elektrische Feld nahe vor- Kern keine Elektronen vorhanden
ment, magnetisches), welches giereichen Teilchen, umwandeln. Dies beifliegender geladener Teilchen sind, müssen beim *ß-Zerfall der
*Kernmagnetonen gemessen wird, je- auch der einzige Weg, wie man (Coulomb-Anregung). Kernedie Elektronen neu entstehen,
doch kein ganzzahliges Vielfaches ünstliche, der Natur nicht vor- Angeregte Kerne gehen innerhalb ebenso wie die *Positronen beim
eines Kernmagnetons ist. Zudem be- kommende K. erzeugen kann. Jede äußerst kurzer Zeiten von selbst in *Positronenzerfall.
sitzen viele K. ein elektrisches *Qua-
solche Umwandlung geht unter Auf- den Grundzustand über, meist unter Die Protonen und Neutronen des
drupolmoment und Momente höhe- nahme oder Abgabe einer ganz be- Aussendung der frei werdenden Ener- Kerns müssen ziemlich eng gepackt
rer Ordnung, die teilweise schon ex- immten Energie, der *Energietö- gie in Form eines y-Quants, oft auch angenommen werden. ämli
perimentell bestimmt werden kön- mung des Kernprozesses, vor sich. in mehreren Stufen unter Aussen- die *Bindungsenergie eines Kerns
nen. Näheres s. Kernumwandlungen. dung mehrerer »-Quanten (*Kern- pro Nukleon ziemlich unabhängig
Daein K. bestimmter Protonenzahl, Der Zusammenhalt der K. wird durch spektrum). In manchen Fällen geht von der Größe des Kerns ca. 8 MeV
der also zu einem bestimmten Ele- die *Kernkräfte bewerkstelligt. Ihnen die Anregungsenergie auch an ein beträgt, können die den Zusammen-
ment gehört, noch verschiedene Neu- entspricht eine negative Energie, die ausgeschleudertes Teilchen über; so halt vermittelnden *Kernkräfte prak-
tronenzahl haben kann,gibt es nicht *Bindungsenergie, welche jeder K. kommen z.B. die *«-Spektren zu- tisch nur zwischen unmittelbaren
nur so viele verschiedene Kernarten, gegenüber dem System seiner ge- stande. Nachbarn wirksam sein, so daß für
wie es verschiedene chemische Ele- trennten Bestandteile besitzt. Sie be- Als eine Art angeregter Kerne kön- den Kern ein ähnlicher Aufbau folgt
mente gibt, also 104, sondern sehr läuft sich bei den schweren K. auf nen auch die isomeren Kerne (s. wie der eines Flüssigkeitstropfens aus
viel mehr; auch jedes *Isotop eines über eine Milliarde eV und drückt Kernisomerie) betrachtet werden; nur Molekülen (*Tröpfchenmodell). Man
Elementes hatseinen besonderen K., sich auch in dem Massendefekt der haben sie eine relativ lange Lebens- muß sich einen Kern grob bildlich
durch den es sich ja gerade von den K. aus. Die Änderungen der Bin- dauer und gehen oft nicht inein: etwa so vorstellen, wie die Abb. es
anderen Isotopen desselben Elemen- dungsenergie bei Kernumwandlun- der, sondern durch *ß-Zerfall in zeigt.
tes unterscheidet. gen treten als Energietönung in Er- einen gemeinsamen anderen Kern
Beidiesen vielen verschiedenen Kern- scheinung und können gegebenen- über.
arten hat man zwischen stabilen K. falls als *Kernenergie nutzbar ge- Lar. s. Kern. {1]
und radioaktiven K. zu unterschei macht werden. Kernausrichtung, eine teilweise Pa-
den. Dieletzteren wandeln sich ohne rallelrichtung der Achsen von Atom-
äußeren Anlaß spontan in andere K.
Lit. Riezler,
München 1959.
W.: ‚Kernphysik, 6. Aufl.
- Hertz, G.: Kernphysik. kernen, die ein magnetisches Mo-
um, und zwar in einem bestimmten Leipzig 1960. Graewe, H.: Tabelle der ment besitzen, durch ein äußeres oder
zeitlichen Ausmaß, so daß immerje- tijpiien und Radio-Nuklide. Bonn 1965. inneres Magnetfeld im Zusammen-
weils nach Ablauf der *Halbwerts- |Kernabstand, der Abstand der Kerne wirken mit der Wärmebewegung,
zeit des betreffenden K. die Hälfte meist bei sehr tiefer Temperatur.
der zu Anfang vorhandenen K. um- der einzelnen Atome in einem Mole- Auch auf Grund der elektrischen
gewandelt ist. kül oder auch im Kristallgitter. Er ist *Quadrupolmomente der Atomkerne
Man kennt z. Z. rund 300 vers von der Größe einiger nm. [1] kann in einem inhomogenen elektri- Die Kernkräfte wirken sowohl zwi-
dene stabile K., eine Zahl, die ihren Kernanregung. Kerne sind, ähnlich schen Feld eine K. zustande kom- schen zwei Protonen wie zwischen
endgültigen Wert ziemlich erreicht wie die Elektronenhülle eines Atoms, men. Allerdings sind dazu äußere zwei Neutronen und auch zwischen
haben dürfte. Dagegen nimmt. die auch verschiedener *Energieniveaus elektrische Felder zu schwach; hin- einem Proton und einem Neutron
Zahl der heute bekannten ca. 1500 fähig, von denen das tiefste, der gegen sind die atomaren elektrischen auf kürzeste Entfernung stark an-
Tadioaktiven K., von denen nur ca. Grundzustand,dasjenige ist, auf wel- Felder in Kristallen häufig in der ziehend; demgegenüber spielt die
445 in der Natur vorkommen - die chem sich der Kern normalerweise Lage, K. zu bewirken. Man unter- elektrostatische Abstoßung der Pro-
übrigen wurden durch Kernumwand- befindet, während die höheren Ener- scheidet einfache Ausrichtung, bei tonen untereinander eine zweitran-
lungen künstlich erzeugt -, noch im- gieniveaus angeregte Zustände d; der nur die Achsen parallel gestellt gige Rolle.
mer zu. Es gibt grundsätzlich keine stellen. Den Übergang der Kerne in werden, und Kernpolarisation, bei Zu jeder Anzahl von Protonen gibt
Begrenzung ihrer Zahl, da ein K. mit solche angeregten Zustände bezeich- der zusätzlich alle Momentvektoren es eine ganz bestimmte Anzahl von
gegebener Protonenzahl an sich be- net man als K. Hierzu ist, ähnlich in dieselbe Richtung zeigen. An ra- Neutronen, für welche das aus beiden
liebig viele Neutronen enthalten wie bei der *Anregung in der Elek- dioaktiven Stoffen mit polarisierten zusammengesetzte Gebilde die größ-
kann; er wird nurimmer instabiler, je tronenhülle, eine für jeden angereg- Kernen läßt sich 2. B. die Unsym- te Bindungsenergie besitzt, also stabil
weiter sich seine Zusammensetzung ten Zustand bestimmte *Anregungs- metrie der ß-Strahlung, die von der ist. Dieses stabile Mischungsverhält-
von der stabilen entfernt, Bei der energie erforderlich, die jedoch wegen Nichterhaltung der *Parität herrührt, nis liegt bei leichten Kernen durch-
Zahl der bekannten radioaktiven K. der ganz anderen Energieverhältnisse beobachten. [1] weg ganz in der Nähe von 1: 1 oder
handelt es sich also wesentlich um im Kern meist millionenfach höher Kernbau.Alle Kerne sind aus Proto- sogar genau bei diesem Verhältnis
die Frage, bis zu welcher kürzesten liegt als bei der Elektronenhülle. Die nen und Neutronen aufgebaut, mit von Protonen zu Neutronen, da sich
Halbwertszeit herunter man äußerst K. kann daher vor allem durch *y- Ausnahme des Protons selbst, das offenbar besonders gern Proton-Neu-
instabile K. experimentell feststellen Strahlen genügender Härte oder den Kern des Wasserstoff-Atoms bil- tron-Paare bilden und beieiner voll-
22 23
Kernbausteine Kernemulsionen
ständigen »Absättigung« dieser bei- den schweren Kernen die «-Teilchen Bei schweren Kernen überwiegt die errechnet. Ein Stecknadelkopf, der
den Arten gegeneinander die tiefste schen fertig vorgebildet enthalten Zahl der Neutronen. Die Anzahl der kompakt aus einer derartig dichten
Energie erreicht wird. Dies rührt von sind. K. bezeichnet man als *Massenzahl
Materie bestünde, würde 100000 t
dem sowohl für Protonen als auch Der am einfachsten aufgebaute zu- dieses Kerns. Sie wird als ein oberer
wiegen. [1]
für Neutronen gültigen Pauli-Prinzip sammengesetzte Kern ist das Deute- Index dem chemischen Symbol für Kerneinfang heißt die Absorption
(6. *Ausschließungsprinzip) her, nach ron, das nur aus einem Proton und das zugel ‚e Atom vorangesetzt von Teilchen durch den Atomkern.
welchem ein Proton und ein Neutron einem Neutron besteht. Es spielt in (oder angehängt), 2. B.: ‘He, =”“Pb,, Man wird den Ausdruck in erster
mit sonst gleichen Quantenzahlenei der Theorie des K. daher eine ähn- ==U (oder He‘, Pb!#, Us), Die Zahl Linie dann gebrauchen, wenn man
gebaut werden können, zwei Proto- liche Rolle wie das *Wasserstoffatom der K. eines chemischen Elements ist einen Verlust von Teilchen bezeich-
nen oder zwei Neutronen aber nicht. in der Theorie des Atombaus undist nicht exakt festgelegt: z.B. gibt es nen will. So können z. B. die durch
Bei schwereren Kernen macht si weitgehend berechenbar. Bei den mehrere Sorten Blei: ?*Pb, ?%Pb, eine Materiemenge_ diffundierenden
aber noch die elektrostatische Absto- schwereren Kernen sind die genaue- ®Ppb, ?®Pb. Diese Erscheinung be- Neutronen dadurch verschwinden,
Bung der Protonen dadurch bemerk- ren Verhältnisse, wenn man über das Trjennet man als Isotopie (s. Isotope). daß sie aus der Materiemenge her-
bar, daß die Protonenzahl den Ge- noch recht grobe Tröpfchenmodell [7] ausdiffundieren oder an einen Kern
bilden niedrigster Energie gegenüber hinausgeht, recht kompliziert. Man Kernbewegung. Im Bohrschen Atom- angelagert werden, also dort einge-
der Neutronenzahl zurückgedrängt kann auf Grund des Einkörpermo- modell bewegen sich nicht nur die fangen werden. Auf jedenFall stehen
wird und das Verhältnis Neutronen : dells oder auf Grund des Mehrk: Elektronen der Atomhülle, sondern - diese Neutronen für irgendwelche
Protonen von 1:1 bei denleichtesten permodells Näherungen durchfüh- wenn auch viel weniger — auch der weiteren Prozesse — etwa im Rahmen
Kernen auf 1,6:1 bei den schwersten ren, die jedoch noch nicht voll be- Kern, da ja der Schwerpunkt des einer Kettenreaktion zur Spaltung
ansteigt. friedigen. Bei Annahme einer festen ganzen Systems in Ruhe bleiben muß. von Uranatomen — nicht mehr zur
Die Verhältnisse sind dadurch noch Spin-Bahn-Kopplung der Nukleonen Durch die K. fallen die Energieni- Verfügung. Als eine Verlustquelle
etwas komplizierter, weil für die im K. läßt sich ein *Schalenmodell veaus des Atomsein klein wenig an- wird mandann K. angeben.
Energie des Kernsnicht nur das Ver- der Atomkerne aufstellen in einer ders aus, als dies bei festgehaltenem K.kann auch den Elektronen der K-
hältnis der Neutronenzahl zur Pro- gewissen Analogie zu den Elektro- Kern der Fall wäre; beim *Wasser- Schale passieren (unter Überführung
tonenzahl maßgebend ist, sondern es nenschalen im *Atombau. Dieses stoffaom z.B. werden alle Terme des Elements mit der Ladung Z in
außerdem eine wesentliche Rolle macht viele Eigenschaften der K., und damit auch alle Linienfrequen- ein solches mit der Ladung - 1).
spielt, ob die Massenzahl des Kerns insbesondere derjenigen, deren Pro- zen um 0,054% kleiner. Bei der quan- Diesen Prozeß bezeichnet man i. allg.
gerade oder ungerade ist, und zwar tonen- oder Neutronenzahl eine der tenmechanischen Behandlung der als *K-Einfang. S. a. Strahlungsein-
im ersteren Fall, ob die gerade Mas- sog. magischen Zahlen 2, 8, 20, 28, Atome kann man zwar nicht mehr so fang. [7]
senzahl durch eine gerade Protonen- 50, 82, 126 ist, verständlich. Neben grob von einer Bewegung des Kerns Kerneinfang, parasitärer, bezeichnet
zahl und eine gerade Neutronenzahl dem Grundzustand sind bei jedem sprechen, sowenig wie von einer Be- bei Kernreaktoren oder” multiplizie-
‚oder durch eine ungerade Protonen- Kern auch noch angeregte Zustände wegung der Elektronen. Die entspre- renden Medien diejenigen Neutro-
zahl und eine ungerade Neutronen- zu unterscheiden (s. Kernanregung). chende Korrektur im Energieaus- nenabsorptionen, die nicht zu einer
zahl zustande kommt. Dadurch wird Auch das Clustermodell, bei dem der druckbleibt jedoch auch dort bese- Kernspaltung odereiner anderen ge-
es möglich, daß es zur selben Ge- Kern aus größeren,in sich fester ge- en. wünschten Kernreaktion, z. B. einer
samtnukleonenzahl verschiedene sta- bundenen »Clustern« von Nukleonen Kernbildungist bei der *Rekristalli- Brutreaktion (s. Brüten), führen. [7]
bile Kerne (*Isobare) mit verschiede- aufgebaut gedacht wird, hat sich gut sation häufig die Bezeichnung für das Kernemulsionen (Korpuskularphoto-
ner Zusammensetzunggibt. bewährt. Besonders wichtig sind die Auftreten von _wachstumsfähigen graphie, Nuclear track photography)
Weicht jedoch das Zusammenset- isomeren Kerne (s. Kernisomerie) Ausgangzentren neuer Kristallite. dienen zur Beobachtung, Identifizie-
zungsverhältnis zu sehr von demjeni- geworden, die aus denselben Bau-
Kernbrennstoft,s. Brenstoff.
rung und Ausmessung schnell beweg-
gen tiefster Energie ab, so ist der be- steinen, aber in vers ter Teilchen. Beobachtet werden die
treffende Kern aufjeden Fall instabil ordnung, aufgebaut sind, demnach Kerndeformation. Nicht alle Kerne Spur, die das Teilchen in der Schicht
und zerfällt radioaktiv, und zwarist auch verschiedene Energie besitzen sind kugelsymmetrisch. Insbesondere zurückgelegt, sowie die Spuren der
es fast stets so, daß ein Kern, der und ebenfalls als verschiedene Zu- haben die Kerne mit ungeraden Mas- bei Kernprozessen des Teilchens mit
relativ zu viele Neutronen enthält, stände desselben Systems aufgefaßt senzahlen, die sich zwischen abge- Atomkernen der Emulsion entstan-
einen *ß-Zerfall erleidet, wodurch werden müssen. schlossenen Nukleonenschalen be- denen Korpuskeln. Die K. ;
sich eines seiner Neutronen in ein Lır. s. Ken. Ferner: Heisenberg, W.: finden, meist starke Deformationen. eine dem Geiger-Müller-
Proton verwandelt, und umgekehrt Theorie des Atomkerns. Göttingen 195|
— Blatt, J.M., und V.F. Weisskopf: ind. teils zigarrenförmig, teils und der Wilson-Kammer gleichbe-
ein Kern mit relativ zu wenigen Neu- Tneoretische Kernphysik. Leipzig 199. scheibenförmig deformiert und besit- rechtigte Nachweismethode in der
tronen einen Positronenzerfall oder zen hierdurch besonders hohe elek- Kernphysik sowie bei der Untersu-
einen *K-Einfang erleidet, wodurch Kernbausteine. Darunter versteht trische *Quadrupolmomente. hungder kosmischen Strahlung.
eines seiner Protonen in ein Neutron man diejenigen Elementarteilchen, Lit. s. Kern.[1] Es gibt Platten verschiedener Emp-
übergeht. aus denen der Atomkern zusammen- Kerndichte. Da der Kern nur eine findlichkeit. So kann man z.B. mit
Erst sehr schwere Kerne vermögen K. sind Protonen und Ausdehnung von ca. 10"? cm besitzt der Ilford C 2-Platte nur Protonen
energetisch instabil gegen Aussen- sie werden auch als Nu- (s. Kernradius) und somit in einem mit Energien von 50 bis 100 MeV
dung eines ganzen *«-Teilchens zu kleonen bezeichnet. Proton und Neu- igen Volumen fast die gesamte nachweisen. Für höhere Energien
werden. Tatsächlich gibt es ja auch tron werden zwei Quantenzustän- Masse des Atoms vereinigt, hat die sind die Platten Ilford G 5 oder Ko-
hur unter den schwersten Kernen a- de des Elementarteilchens »Nukleon« Materie in diesem sehr kleinen Kern- dak NT 4 geeigneter. Die K. müssen
Strahler. Es ist jedoch daraus nicht aufgefaßt. Sie sind im Atomkern in volumen eine ungeheuergroße Dich- eine sehr gleichmäßige Korngröße
dersichere Schluß zu ziehen, daß in ungefähr gleicher Zahl vorhanden. 16, die sich zu etwa 1,4. 101% gicm* aufweisen. Oft ist die Emulsions-
14 15
Kernenergie Kernfeld
schicht sehr dick (bis zu 1mm!), was mende Kern :33U, der künstlich er- nd der wenigerweitgehenden Auf- Kern tatsächlich abgegebenen Teil-
zu Schwierigkeiten bei der Entwick- zeugte Urankern ®33U und der künst- lösung des Kernverbandes ist zur chen angeben. Das Aussehen eines
lung führt. Neuerdings werden für lich erzeugte Plutoniumkern ®}}Pu, Herbeiführung einer Kernzertrümme- Sterns hängt, abgesehen von der zu-
Untersuchungen der kosmischen erlauben diesen Prozeß, der unge- rung eine nicht so extrem hohe Ener- geführten Energie, von der Größe
Strahlung. Emulsionspakete verwen- steuert in der Atombombe, gesteuert gie erforderlich. Kernzertrümmerun- des Kerns ab.
let. im *Reaktor vorsich geht. gen und Kernexplosionen enthalten Die Verteilung der Strahlen um das
Lir. Teuchert, M.: Ergebn. d. exakt. Na- Eine noch größere Anschaulichkeit durchweg neben den elementaren Zentrum ist im Mittel symmetrisch,
turwiss. XXVIII, S. 407-471. 1955. - Joos, als die auf das einzelne Atom be- oder zusammengesetzten Kernbe- abgesehen von sehr energiereichen
G., und E. Schopper: Grundriß der Pho-
tographie und ihrer Anwendungen be- zogenen Werte der K. in eV vermit- standteilen auch x- und vereinzelt K- Zertrümmerungen und Explosionen.
sonders in der Atomphysik. Frankfurt teln die auf Ikg umgerechneten Mesonen, Diese entstehen aus dem in Bei diesen _geht die Richtung der
(M) 1958.[21] Energieziflern in Kalorien. Während hohem Grade gestörten Kernfeld emittierten Trümmer vorzugsweise in
Kernenergie. Die *Energi bei der Verbrennung von 1 kg Kohle analog zu den Feuererscheinungen die Richtung des stoßenden Teil-
im *Kern der *Atome rund 8000 Kalorien entstehen, setzt (Lichtquanten), die bei einer chemi- chens.
spielen, sind außerordentlich viel hö 1kg *Radium bei seiner vollständi- schen Explosion auftreten. Die hier besprochenen Auflösungen
herals diejenigen in der Elektronen- gen Umwandlung bis zum inaktiven Die Kernverdampfung ist die des Kernverbandes sind noch abzu-
hülle (s. Atombau). Man kann dies Blei — ein Prozeß, der jedoch, bis er schwächste Form der Auflösung eines grenzen gegen den Begriff *Kernspal-
ganz grob so veranschaulichen: In- zur Hälfte abgelaufen ist, 1600 Jahre Kerns. Hier handelt es sich zunächst tung. Diese wird in der Regel künst-
folge der 10'- bis 10°mal kleineren braucht — über 3 Milliarden Kalorien um eine irgendwie erfolgte Anregung lich herbeigeführt. Sie gehört nicht
Abstände sind schon die Coulomb- frei und bei der völligen Spaltung der des Kerns ohne Abgabe von Teil- zu den typischen Phänomenen der
schen Abstoßungskräfte etwa zwi- Kerne von 1’kg des Uranisotops U chen. Bei einem angeregten Kern kosmischen Strahlung, sondern _be-
schen zwei Protonen im Kern 10%- 235 durch eine Kernkettenreaktion kann man sich die Kernmaterie vor- zieht sich in der Praxis auf die Zer-
bis 10'mal größer als die Coulomb- werden sogar rund 20 Milliarden Ka- stellen als eine brodelnde Masse. In legung der in der Natur vorkommen-
sche Anziehung zwischen Kern und lorien verfügbar. 1 Gramm dieses dieser brodelnden Masse Autet die den Uran- und Thorium-Isotopeso-
Elektron im *Wasserstoffatom; die Materials. ist energetisch äquivalent zugeführte Energie hin und her. Es wie der künstlich erzeugten schwere-
anziehenden *Kernkräfte, welche ja etwa 212 Kohle. kann passieren, daß sie sich dabei ren Elemente in zwei etwa gleich
die Coulombsche Abstoßung über- Noch höher (etwa 160 Milliarden auf ein oder zwei Teilchen konzen- große Bruchstücke. Das Charakte-
winden,sind noch wesentlich stärker. Kalorien je kg) liegt die Energie, iriert. Unter dieser Bedingung reicht ristikum einer Kernspaltung im Ge-
Nun steigt zwar die Energie nicht im welche beim Zusammentreten von sie u. U. aus, um ihren Trägern (ein- gensatz zu den Kernzertrümmerun-
selben Verhältnis wie die Kraft (da vier Protonen zu einem Heliumkern zelnen Nukleonen oder «-Teilchen) gen besteht darin, daß.die dafür er-
mit den kleineren Dimensionen ja frei wird, ein Prozeß, der für die das Verlassen des Kernverbandes zu forderliche Energie nur benötigt wird,
auch die Verschiebungen kleiner wer- Energielieferung der Sonne und an- ermöglichen. Eine Kernverdampfung um eine Energieschwelle zu über.
den), aber man erhält auch für die derer Fixsterne maßgebend ist, bei weist neben dem Restkern keine winden. Die ‚Summe des Energiein-
Energie noch einen Vergrößerungs- der Wasserstoffbombe eine Rolle schweren Kerntrümmerauf. Zu einer halts der beiden Bruchstückeist also
faktor 10° bis 10%. Wenn also die spielt und auch zur Energiegewin- Kernverdampfungsind Energien von größer als die Bindungsenergie des
Energie, die bei Änderungen in den nung (*Fusion) herangezogen werden 107 bis 10° eV erforderlich. gespaltenen Kerns. Das gilt für alle
äußersten Teilen der Elektronenhülle soll. Den drei Begriffen Explosion, Zer- stabilen Kerne des Periodischen Sy-
umgesetzt wird, z. B. bei chemischen Lit.s. Kern.[1] {rümmerung und Verdampfung eines stems oberhalb Silber, wie man aus
Vorgängen, “Anregung oder *Ioni- Kernexplosion, Ein beliebiger zusam- Kerns liegen Beobachtungen der kos- dem Verlauf der Bindungsenergien
sation, je Atom einige eV beträgt, so mengesetzter Kern kann durch Be- mischen Strahlung mit Hilfe von ablesen kann, die auf ein Nukleon
ist die Energie, welche bei Anderun- schießung mit einem Nukleon extrem Photoplatten zugrunde. Die kosmi- bei verschieden schweren, stabilen
gen der Kerne umgesetzt wird, je hoher Energie in der Weise ange- sche Strahlung enthält u. a. Teilchen ‚Atomkernenentfallen. Diese und nur
Atom einige MeV.In dieser Größen- regt werden, daß der gesamte Kern mit extrem hohen Energien, die die- diese Kerne sind — wenigstens grund-
ordnung liegen tatsächlich die *Ener- praktisch in seine Bestandteile zer- se Kernprozesse auslösen können. K. sätzlich - spaltbar, währendalle Ker-
gietönungen der natürlichen und legt wird. Das bezeichnet man als wurden von den Wiener Physikerin- ne zertrümmert werden können. $. a.
künstlichen *Kernumwandlungen. eine K. Der Begriff ist abzugrenzen nen M. Blau und H. Wambacher im Kernreaktionstypen.
Die *Bindungsenergie der Kerne gegen die verwandten Worte Kern- Jahre 1937 entdeckt. Sie äußern sich Let. Heisenberg, W.: Kosmische Strah-
selbst, d. h. die Energie, die man auf- zertrümmerung, Kernverdampfung in der Gelatineschicht der photogra- lung. Vorträge. Berlin 1953. [7]
wenden müßte, um einen Kern in all und Kernspaltung. phischen Platte als ein Zentrum meh- Kernfeld. Die Wechselwirkung von
seine einzelnen Bestandteile zu zerle- Die Abgrenzung‘ vor allem gegen die rerer radialer Punktreihen von Kernbausteinen untereinandererfolgt
gen, ist noch wesentlich höher; sie Kernzertrümmerung, ist nicht scharf. Schwärzungskörnern, die von den durch Kernkräfte. Diese sind ebenso
erreicht bei den schwersten Kernen Als eine Kernzertrümmerung wird 'Trümmerteilchen herrühren und de- wie die elektromagnetischen und die
1800 MeV. im Sprachgebrauch ein Vorgang ähn- ren Weganzeigen. Nach seinem Aus- Gravitationskräfte Nahewirkungen,
Bei dem Begriff K. denkt man meist lich dem der K. bezeichnet, bei der schen nannte man dieses Phänomen werden also durch ein »Feld«, das K.,
an die technische Nutzbarmachung der Kern nicht so radikal aufgelöst einen »Zertrümmerungssterne oder vermittelt. Ähnlich wie in der Max-
dieser riesigen Energien. Sie gelingt wird. Esbleiben größere Bruchstücke, kurz »Stern«. Die cenergieärmsten wellschen Theorie das elektromagne-
bis jetzt nur mittels eines einzigen deren Zahlnicht festgelegt ist. Meist Sterne (Verdampfungssterne) haben tische Feld durch Feldgleichungen
Vorgangs: der *Kernspaltung mit sind es nicht mehrals ein oder zwei. zwei bis fünf sichtbare Strahlen. Ab- beschrieben wird, geschieht dies hier
anschließender *Kernkettenreaktion. Daneben entstehen mehrere leichtere gedampfte Neutronen ergeben keine durch die Yukawasche oder *Meso-
‚Nur wenige Kerne, bis jetzt nur drei, Kerntrümmer, wie «-Teilchen und Spuren. Daher kann man nur schät- nentheorie. Der Unterschied in den
der im natürlichen *Uran vorkom- elementare Kernbausteine. Entspre- Feldgleichungen besteht darin, daß
16 17
Kernfluoreszenz
hier zu einzelnen der Maxwellschen das in einer herumgelegten Spule Kernkraft
eine Spannung induziert (daher der B. 2 bis 3) neue Neutronen. Falls gewonnenen - Plutoniumisotop
diese wieder die geeignete Energie be- ‚oder mit dem in ähnlicher Weise*Pu
Gleichungen lineare, das Potential
Name K.). Aus der so ermittelten
enthaltende Glieder hinzugefügt wer-
Larmor-Frequenz errechnet man sitzen, vermögen sie neue Kerne zu Zoriı m ‚gewonnenen, Uranisotopaus
\
den. Diese Glieder bewirken, daß die
Weilengleichungen die folgende Form leicht das magnetische Moment der spalten. Hierbei entstehen wieder es . $.2. In sprengs tofle.
fe.
bekommen: Kerne, das nach dieser Methode mit Neutronen,die ihrerseits wieder Ker-
Kernkorrosion, die allmählich Zer-
einer Genauigkeit bis 1/100% be- ne spalten, und so steigert sich die
a9
water
29 28 180 s
“Dd=0. stimmt werden kann. Zahl der Neutronen und die Zahl der störun
gespaltenen Kerne Iawinenartig (wie tensivegn eines Materials, das mit in-
Eine verwandte Methode, die unab- dies in der Abb. angedeute Kernprozessen in Berührung
(® ist irgendeine Feldgröße, z. B. das hängig etwa zu gleicher Zeit entstand, t ist, in kommt, z. B. im *Rcaktor, durch die
Potential.) beruht darauf, das Eintreten der Re-
Das Glied x°® bedeutet, daß die Lö- sonanz durch die Absorption elektro-
sung dieser Differentialgleichung für magnetischer Wellen durch die prä- j de
ein kugelsymmetrisches Potential im
Stationären Fall (0/81 = 0) nicht wie
zedierenden Kerne festzustellen. $. a.
Resonanzabsorption, magnetische und
f
oe \1° Ba
in der Elektrodynamik 1/r, sondern Hochfrequenzspektroskopie.
© "Jrist. Dieses Potential trägt dem Lit. Kopfermann, H.: Kernmomente. 2.
steilen Abfall der Kernkräfte in der Aufl. Frankfurt M. 1956. [1]
unmittelbaren Umgebung des Quell- Kernisomerie, die Erscheinung, daß
punkts Rechnung. Nach der Erfah- es Kerne gibt (isomere Kerne), welche
| Nr
Tung ist x=210'° m einzusetzen. dieselbe Zahl sowohl von Protonen L, | IN
S. a Kernkraft. [7]
Kernfluoreszenz, 5. Kernresonanz-
als von Neutronen enthalten und
doch verschiedene Eigenschaften ha- aN
Auoreszenz.
IN I Joh“
ben, was offensichtlich auf einer ver-
Kernfusion, Verschmelzung zweier schiedenen Anordnungder Bausteine
leichter Atomkerne, die mit einer Er- beruhen muß. Es gibt jedoch von kei-
höhung der Summe der *Bindungs-
energien verbundenist. [7]
Kernfusionsreaktion, Reaktion zweier
ner Kernart mehr als zwei Isomere,
und von diesen ist immer entweder
eines radioaktiv, oder beide sind ra- i
ei
leichter Atomkerne, die mit einer Eı dioaktiv. Im ersten Fall geht der in- 1° ! .
höhung der Summe der *Bindungs-
energien verbundenist. [7]
stabile isomere Kern unter Ausdeh-
nung seines Energieüberschusses als
ih
I 5 Dal
} sind 2000 |1 aehunen
host | heute || Wänden tanz
Kerninduktion, eine von Bloch 1946 *y-Quant in den stabilen über, wie
erdachte Methode, das magnetische z. B. beim Indiumisotop !i}In. Im
Moment von Atomkernen (s. Kern- zweiten Fall sind meist beide Isomere welcher je zwei entsteh
moment, magnetisches) ohne Anwen-
dung eines Atomstrahls in_ einem
B-radioaktiv, unterscheidensich dann
aber, oft sehr beträchtlich, in ihrer nen angenommensind), ende falls
Neutro- Kerntreffer der das Material durch-
nicht so setzenden Neutronen und anderen
viele Neutronen aus dem Prozeß her-
kompakten Stück fester oder flüssiger
Materie zu messen. Das Probestück,
Halbwertszeit,
Lit. s. Kern. [1] ausgefangen werden, daß sich dieser Kerntrümmer.[1]
bei einer bestimmten Intensit Kernkraft ist jenes Phänomen, das
z. B. ein kleines Gefäß mit Wasser, Kernkettenreaktion. In der Chemie lisiert. ät stabi- den Zusammenhalt der aus Protonen
wird, wenn man das Moment des nennt man eine Kettenreaktion eine Für die K. ist erforder und Neutronen aufgebauten Atom-
*Protons messen will, in ein starkes,
konstantes Magnetfeld gebracht. In
Reaktion, bei welcher sich die Re-
aktionspartner durch die Reaktion zu viele Neutronen lich, durch
daß nicht kerne bewirkt. Keine der
fremde lichen Kräfte wie die Gravitation
gewöhn-
diesem benchmensich die Atomkerne. selbst immer neu bilden, so daß die Kerne weggefangen werden, nicht zu oder die Coulomb-Kraft können für
Reaktion, einmal Gang gebracht, viele durch die Oberfläche der Probe den Zusammenhalt der Nukleonen
wie kleine Kreisel, d. h. sie führen
entweichen (wesweg en diese eine
unter dem Drehmoment, welches das von selbst weiterläuft, bis das Aus-
gangsprodukt völlig verbrauchtist. Mindestgröße haben muß) und mög- verantwortlich sein. Dafür nur zwei
einfache Argumente: Die Gravitation
Magnetfeld auf sie ausübt, eine Prä-
zessionsbewegung aus, die sog. Lar- lichst viele die zur Spaltung günstig. ist
Etwas Ähnliches kann unter geeigne-
ten Bedingungen auch bei der *Kern- ste, niedere Energie haben. Um das klein;umdieviele Größenordnungen zu
elektrischen Kräfte würden,
mor-Präzession mit einer Frequenz
letztere zu erreichen, muß man
von einigen MHz (s. Larmor-Fre- spaltung eintreten. Man nennt dies
die K. Aufihr beruht die Durchfüh- aktoren, die nicht reines oderinhoch Re- da wir ja nür positiy geladene Ele-
mentarteilchen im Kern haben, zu
quenz). Diese Präzession kann nun
rung von Kernprozessen im techni- angereichertes »spaltba res Materia le einer Abstoßung führen. Die K. tre-
durch ein zum ersten Feld senkrechtes
magnetisches Hochfrequenzfeld ko- schen Maßstab ind die Freisetzung verwenden, da die Neutronen zu- ten also neben die elektrischen Kräf-
von *Kernenergie in großen Beträgen, ichst mit zu hoher Energie entste- te, die für den Aufbau der Atome
härent aufgeschaukelt werden, falls
also der *Reaktor und die Atom- eine Bremssubstanz, einen *Mo- und Moleküle charakteristisch sind,
dieses mit der Larmor-Frequenz der 'ator, benützen.
Präzession in Resonanz ist. Das Ein- bombe.
Zur Spaltung eines schweren Kernes Vorläufiggelingt die K. nur mit dem und die Gravitation, die das Verhal-
ten großer Massen bestimmt, als eine
im natürlichen *Uran 0,7% enthal- prinzipiell
tcnen *3U sowie mitzudem
treten der Resonanz wird daran er-
kannt, daß dann ein neues, zu beiden ist ein Neutron geeigneter Energie
- selbst
gleichberechtigte, uns neu
angewandten Feldern senkrechtes notwendig. Bei dieser Spaltung ent- einer K. von U in einer bekannt gewordene Kraft. Ihre Grö-
hochfrequentes Magnetfeld auftritt, stehen aber einige (beim Uran 235 z. Be und Bedeutung,
srößeren Masse von =3U künstlich nische Anwendungen,auchwurde für tech-
18 uns
19
Kernkraft ‚Kernmodell
durch Atombomben und Kernkraft- dafür sein, daß ihre Existenz erst in tial getreten, in dem die Spinrich- Elektronen abgezogen werden mis
werke nahegebracht. diesem Jahrhundert nachgewiesen tung der beiden Nukleonen und die sen. [1]
Die K. wirken zwischen Protonenus werden konnte. Die K. sind prak- Richtung der Verbindungslinie der Kernmaterie. Eine Materie schr ho-
tereinander und Proton-Neutron-Sy- tisch auf die Dimensionen des Atom- beiden Schwerpunkte gekoppelt sind. her Dichte, welche aus einem auf eng-
stemenin jeweils gleicher Stärke. Diekerns beschränkt (Durchmesser ca. ‚Ansätze zu einer vom Standpunkt des sten Raum zusammengepreßten Ge-
10m). Außerhalb des Atoms
K. sind also (wenigstens in schr guter theoretischen Physikers befriedigen- misch von Kernen und Elektronen
Näherung)von der Ladung derKeı (Durchmesser ca. 10° m)ist nichts den Beschreibung der K. sind in der besteht, in dem sich keine Atomebil-
bausteine unabhängig. Über die Stä mehr von den K. zu spüren. Als Son- Mesonentheorie der enthalten. den können. Sie wird in_gewissen
ke der in jedem einzelnen Atom wir- de zur Feststellung des Kraftverlaufs Doch sind die Schwierigkeiten einer Fixsternen, den »weißen Zwergen«,
kenden K.gibt uns der Massendefekt kann man daher nur Elementarteil- solchen Theorie noch recht groß. Ins- angenommen,die extrem hohe Dich.
Auskunft. Er zeigt, daß die durch diechen benutzen, die Atomhü besondere kommen auch geschwin- ten von der Größenordnung 10° ha-
K. bewirkte *Bindungsenergie vom durchdringen undin die unmittelbare digkeitsabhängige Kräfte vor, die u. ben. [1]
Deuteron (zwei Nukleonen) bis zum Nähe des Atomkerns kommen. Tat- a. beim Schalenmodell der” Atom-
Alphateilchen (vier Nukleonen) um sächlich ist die Wirkung der K. erst- kerne von Nutzen sind. Kernmodell, eine anschauliche Dar-
eine Größenordnung zunimmt; bei mals bei Streuexperimenten_festge- Lit. Bethe, H. Elementary Nuclear stellung für den Atomkern. Es gibt
den schweren Kernenerfolgt die Zu- stellt worden, bei denen das Geschoß Theory. New York 1947. - Rosenfeld, L.: verschiedene Modelle, die mehr oder
‚nahme nur noch proportional zu der genügend Energie besaß, um gegen Nuclear Forces. Amsterdam 1948. Ga- weniger weitgehend die beobachteten
Zahl der im Kern vorhandenen Nu- das Coulomb-Feld des Kerns anlau- mow, G., und C.L. Critchfield: The Eigenschaften des Atomkerns wie-
kleonen. Dieses bei schweren Kernen fen zu können. Es zeigte sich dann Theory of Atomic Nucleus and Nuclear dergeben. Das bekannteste ist das
und V. Weisskopf: Theoret. Kernphysik. *Tröpfchen-Modell, das den. Atom-
Ener wu Oxford 1949. - Blatt,J.,
auftretende Phänomen ist spezifisch eine Abweichung von jener Streuver-
für die K.; weder bei der Gravitationteilung, die man als Wirkungdes rei- Leipzig 1959. [7] Deik kern analog zu einem Wassertropfen
noch bei den elektrischen Kräften istnen Coulomb-Potentials kannte. Auf Kernkühlung, s. Kältetechnik, ma- behandelt. Es ist ein Modell aus dem
etwas Derartiges beobachtet. In_bei- Grund solcher Erfahrungen hat man gneto-kalorischer Effekt. Bereich der Kontinuumsphysik. Das
*Sandsack-Modell trägt bis zu einem
den Fällen nämlich übt jedes Teil- den Radialverlauf des Kernpotentials
näherungsweise festgelegt. Er ist auf
Kernladungszahl, die Anzahl der gewissen
chen auf jedes andere Kraftwirkun- *Elementarladungen,; mit denen ein des Kernes, Grad der körnigen Struktur
gen aus; daher sollte der Energiein- Grund der Phänomenologie zweck- Kern positiv geladenist. Die K.ist aus Protonendieund durch den Aufbau
halt verschieden großer Systeme pro- mäßigerweise darzustellen durch Ex- gleich der Ordnungszahl des chemi- dingt ist, Rechnung.Neutronen Das *Alpha-
be-
portional A? sein, wenn A die Zahl ponentialfunktionen wie e*" oder schen . Elementes und im neutralen Teilchen-Modell ist dagegen
der Bestandteile dieser Systeme ist. e_'r@?, Die *Mesonentheorie der Atom gleich der Zahl der Hüllen- kommen diskontinuierliches einvoll-
Das abweichende Verhalten der K. Kernkräfte liefert das etwas schwieri- elektronen.[1] Modell,
bezeichnet man als Absättigung. Es ger zu handhabende Potential e*/r. Kernmagneton (KM). Entsprechend bei dem jeweils zwei Protonen und
bedeutet, daß in schweren Kernen x-! bzw. a sind das übliche Maß für zum Bohrschen Magneton definiert zwei Neutronen zu einem Alpha-
(4 > 4) nicht jedes Teilchen mit je- die Reichweite der K. Beide haben man das K. mit der Protonenmasse Teilchen zusammengefaßt sind, die
dem anderen in Wechselwirkung tritt. auf Grund der Erfahrung ungefähr M statt der Elektronenmasse als als Untereinheiten im Kern lokalisier-
bar sind. Nach diesem Modell hat der
Dieses absonderliche Verhalten wird den Wert 2 - 10: m. Bisher ist in den eh = 505 5,0: 109°10:27 Amt.
erklärt durch die Spinabhängigkeit Potentialen noch nicht die Spinab- 1KM - 435 Amt Aufbau des Atomkerns Ähnlichkeit
der K. Man drückt damit aus, daß hängigkeit der K., die deren Absätti- mit einem Kristall.
Dabei ist e die Elementarladung und Das statistische Modell ignoriert den
die Kraftwirkung, die zwei Nukleo- gung bewirkt, ausgedrückt. Die Spin-
abhängigkeit tritt als ein Faktor zu h das Plancksche Wirkungsquantum. individuellen Charakter dereinzelnen
nen aufeinander ausüben, nicht un- Die magnetischen Momente der Ker- Bausteine und ihrer Quantenzahlen
abhängig davon ist, ob die beiden dem radialen Teil des Potentials hin-
Teilchen parallelen oder antiparalle- zu und luft bei elementarem Ansatz ne liegen in der Größenordnung des bis zu einem gewissen Grade. Die
len Spin (gleichen oder entgegenge- auf einen Austausch der Spineigen- K., sind aber nicht etwa ganze Viel- Grundprinzipic dieselben wie
setzten Drehsinn) haben. (Andere schaften zwischen zwei Kernbaustei- fache von ihm.[1] beim statistischen Atommodell (s.
Möglichkeiten gibt es nach der Quan- nen hinaus. Die möglichen Ansätze Kernmasse, die Ruhmasse eines Atom,statistisches).
tentheorie nicht.) Einen schr groben sind bei dem Stichwort Austausch- Atomkerns (s. Kern). Man erhält sie Neben diesen Modellen aus dem Be-
Vergleich. aus der makroskopischen kraft angegeben Sie heißen Bartlett- aus der *Atommasse durch Subtrak- reich der klassischen Physik sind in
Physik bieten zwei Elektromagnete, Kraft, Majorana-Kraft, Heisenberg- tion der Masse der Elektronen der der letzten Zeit das *Schalen-Modell
deren Wirkung aufeinander davon Kraft. Die mathematischen Formu- Hülle und gibt sie meist in Kern- und das optische Modell der Atom-
abhängig ist, ob die Strömein jeweilslierungen dieser phänomenologischen masseneinheiten an. So ist z. B. die kerne ausgearbeitet worden, das im
gleicher Richtung oder in entgegen- Ansätze entsprechen nicht den Inva- Masse des (normalen) Heliumatoms Gegensatz zu den obigen Modellen
gesetzten Richtungen fließen. Quan- rianzforderungen, die man an die 4,002604. Davon geht ab für zwei als ein quantenmechanisches Modell
itativ reicht die Spinabhängigkeit zur
Theorie stellen muß. Sie haben da- Elektronen 0,001097; es verbleiben bezeichnet werden muß. In ersterem
Erklärung der Absättigung nicht aus. Iso für den Heliumkern {He (*«- werden die Protonen und Neutronen
Sie würde eine Al ıng zu Paaren ilchen) 4,001507 Kernmasseneinhei- ıalog zu den Elektronen der Atom-
bedeuten, während man aus der Bin- ten. Für die Massenbilanz der *Kern- hülle in sog. Schalen angeordnet,die
dungsenergie von Deuteron (2,2MeV) die Bindung von Nukleonen charak- reaktionsformeln, für welche natür- durch gemeinsame Quantenzah-
und «-Teilchen (28 MeV) auf eine lich die K. maßgebend ist, wird trotz- len auszeichnen. Bis heute ist auch
Absättigung zu Vierenschließen muß. teristischen Eigenschaften in einem dem meist die Atommasse eingesetzt. dieses letzte undsicherfeinste Modell
Die Reichweite der K.ist schr gering. geschwindigkeitsunabhängigen Kraft- Das schadet nichts, da stets auf bei- nicht in der Lage, alle Eigenschaften
Das mag die entscheidende Ursache ansatz wiedergibt, das Tensorpoten- den Seiten der Gleichung gleich viele der Atomkerne darzustellen. Trotz-
20 a
Kernresonanzfluoreszenz
Kernmoment
chung der Eigenschaften und der Be- Die letzte Angabe bleibt vielfach in wo durch ein eingeschossenes &-Teil-
dem sind die Modelle für viele Fra- der K. auch weg. Das radioaktive chen oder Deuteron55 bzw. 35 Teil-
gen sehr nützlich. [7] schreibung, des Atomkernsbefaßt. [7] Natrium zerfällt unter Aussendung chen, teils Protonen,teils Neutronen,
‚Kernmoment, magnetisches. Ähnlich Kernpolarisation, im Gegensatz zur von ß-Strahlen weiter nach der K.: aus dem getroffenen Kern herausge-
wie viele Atome (s. a. Atommoment, bloßen *Kernausrichtung eine mehr worfen werden (*Vielfachzerlegung,
magnetisches) haben auch schon die oder weniger vollständige Parallel- HNa* _— HMg+e”+1,4MeV. Kernzersplitterung oder Kernexplo-
meisten Kerne ein magnetisches Mo- stellung der Spinachsen aller Atom- 14.85
sion).
ment, das K. Während aber das ma- kerne eines Stückes Materie, bei der Der Vorgang der zuerst angegebenen Als dritte besondere Art von K.er-
gnetische Moment der Atome nach zusätzlich auch alle Spinvektoren K.wird heute meist in der abgekürz- scheint die *Kernspaltung, bei wel-
Bohrschen Magnetonen rechnet, ist nach derselben Seite zeigen (nicht ten Form cher durch Auftreffen eines Teilchens
dasjenige der Kerne nur von der teils +, teils —). [1] 2Na (d, p) *Na* ein Kern in zwei große Bruchstücke,
Größenordnung des rund 2000mal Kernpopulation, s. Russell-Dia- zusätzlich eventuell einiger kleinerer,
kleineren *Kernmagnetons. Es ist je- gramm. geschrieben. Dabeibedeutetstets das zerfällt.
doch nicht etwa ein ganzzahli Kernpotential ist das Potential der erste Zeichen in der Klammer das Lir. s. Kern.[1]
Vielfaches von diesem und setzt sich *Kernkräfte [7] eingeschossene, das zweite das her- Kernreaktor, s. Reaktor.
auch bei zusammengesetzten Kernen Kernprozeß, s. Kernumwandlung. ausfliegende Teilchen. Für Neutron,
nicht additiv aus den magnetischen Kernradius. Einen ungefähren K. Proton, Deuteron, «-Teilchen und Kernresonanz wird in doppeltem
Momenten der Bestandteile zusam- kann man aus der Streuung von *«- Photon werden dabei die Symbole n, Sinn gebraucht. Einmal versteht man
men. Teilchen und anderen Partikelchen p. d, & und y gebraucht. darunter die Resonanz der in einem
Bestimmen läßt sich das K. aus der an einem *Kern experimentell ge- Lit. s. Kern. {1} Magneıfeld mit der Larmor-Fre-
*Hyperfeinstruktur der Spektren und winnen als den Abstand vom Kern- Kernreaktionstypen (auch Umwand- quenz präzedierenden Kerne mit
insbesondere aus deren Zeeman- mittelpunkt, in dem das Coulombsche lungstypen). Die. große Zahl der einem äußeren Hochfrequenzfeld (s.
Effekt, mit sehr großer Genauigkeit ‚Abstoßungsgesetz merklich zu versa- *Kernumwandlungen läßt sich in ein- Atomstrahlresonanzmethode, Kern-
auch direkt mittels der *Atomstrahl- gen beginnt. Neuerdings konnten für zelne Typen ordnen, die K. So las- induktion und Resonanzabsorption,
resonanzmethode, der *Kerninduk- manche Kerne sehr genaue K. aus sen sich z. B. alle Umwandlungen der magnetische), zum anderen die Reso-
tion und verwandter Verfahren. den Daten der sog. *Mesonenatome Art “N (&, p) '"O (s. Kernreaktions- nanz der von einem Kern ausge-
ermittelt werden. Der K.aller Kerne Formeln), bei denen ein «-Teilchen strahlten Gammastrahlung mit einem
Kern Spin Magnetisches liegt ungefähr in der Größenord- eingeschossen wird und ein Proton anderen gleichartigen Kern, der sie
in Viel- Moment nung 10cm; er wächst mit der herausfliegt, in den K. (x, p) zusam- wieder absorbiert (s. Kernresonanz-
fachenvon (in Kern- Massenzahl A (d. h. dem *Atomge- menfassen. Von diesem Typ sind Auoreszenz). [1] “
'h2 5) magnetonen) wicht) der Kerne an. Der Gang mit heute ca. 40 Fälle bekannt. Kernresonanzabsorption, s. Kernre-
in Neutron 12 —1,9131 A läßt sich ausdrücken durch die Die wichtigsten K. sind (mit Angabe sonanzfluoreszenz.
{H Proton ı2 2,7927 Formel: der heute bekannten Zahl der zu die- Kernresonanzfluoreszenz. Ähnlich
{H Deuteron 1
3 He a-Teilchen 0
0,8574
o una sem K. gehörigen Fälle):
1. Umwandlungen durch «-Teilchen:
wie eine Resonanzfluoreszenz bei den
‚Atomen gibt es auch eine K. bei den
gi 1 0,8219 wo ro etwa gleich 1,42» 10°"cm ist. (&, p) ca. 40, («, n) über 100. Atomkernen. Die Gammastrahlung,
Tui 3n 3,2560 Diese Abhängigkeit von A würde 2. Umwandlungen durch Deuteronen: die ein Kern ausstrahlt, kann von
3 Be 32 1,1733 eine konstante Dichte aller Kerne (s. wo ca. 60, (d, p) ca. 160, (d, n) ca. einem gleichartigen Kern wieder ab-
BK E22 0,3990 Kerndichte) bedeuten. Aus den Me- sorbiert werden (Kernresonanzab-
BK 4 1,2964 sonenatomenergibt sich ro etwas klei- 3. Umwandlungendurch Protonen: sorption), worauf dieser seine Anre-
Die vorstehende Zusammenstellung ner, nämlich zu 1,20. 10% cm. Der (p, &) 13, (p, n) ca. 140, (p, y) ca. 40. gungsenergie als Fluoreszenzstrah-
gibt das K., zusammen mit dem Unterschied liegt daran, daß in bei- 1. Umwandlungen durch Neutronen: lung abgibt. Für die K. besteht je-
*Kernspin, für einige Kerne an. Ne- den Fällen etwas anderes als »Ra- (n, &) ca. 60, (n, p) ca. 90, (n, y) über doch die Schwierigkeit, daß infolge
gatives K. bedeutet, daß der Vektor diuse wirksam wird. [1] >00. des großen Rückstoßes des Gamma-
des K. die umgekehrte Richtung hat Kernreaktion, s. Kernumwandlung. 5. Umwandlungen durch Photonen: quants die Absorptionsfrequenz ge-
wie der des Spins. Kernreaktionsformeln. Die K. geben (7. p) ca. 20, (y, n) ca. 70. genüber der Emissionsfrequenz merk-
Li. s. Kern. Ferner: Kopfermann, H.: mittels der für die einzelnen Kerne Daneben gibt es noch eine große An- lich verschoben ist, so daß K. nur
Kernmomente. 2. Aufl. Frankfurt/M. gültigen Symbole den Verlauf einer zahl seltenerer K. Neben den oben entweder bei so hoher Temperatur
1956. [1] *Kernumwandlung an, ähnlich wie angegebenen K.., bei denen jeweils nur entstehen kann, daß die Doppler-
Kernphotoefiekt. Unter K. versteht chemische Reaktionsgleichungen den cin Teilchen herausfliegt, gibt es auch Verbreiterung des Niveaus den Un-
man eine Kernumwandlung, bei wel- Verlauf einer chemischen Reaktion solche, bei welchen in einer Um- terschied überbrückt, oder aber wenn
cher ein energiereiches Photon aus beschreiben. So bedeutetz. B. wandlung mehrere Teilchen heraus- der Unterschied durch einen genü-
einem Kern ein Neutron herauswirft, HNa+ IH- HNa*+ IH+4,8 MeV, seworfen werden, angefangen von gend starken Doppler-Effekt beim
ähnlich wie beim gewöhnlichen /wei, wo z. B. der K. (n, 2n) in über Strahler oder beim Absorber (z. B.
Photoeffekt ein Elektron durch ein daß auf einen normalen Natriumkern 100 Fällen bekanntist, bis zu extre- durch Rotation auf einer Ultrazentri-
Photon herausgeworfen wird. Der K. HNaein Deuteron ?H auftrifft, wobei men Fällen, wie etwa den Reaktio- füge) kompensiert wird.
ist eine ziemlich häufige Art der ein radioaktiver (angedeutet durch nen: Falls Strahler und AbsorberKristalle
Kernumwandlung. Rund 70 verschie- den Stern) Natriumkern }Na entsteht "U (&, 20p 35n) HIW sind, ist allerdings infolge des *Möß-
dene Fälle sind bekannt. [1] und ein Proton |H wegfliegt; dabei und bauer-Effekts auch bei tiefer Tempe-
Kernphysik ist derjenige Zweig der wird außerdem je umgewandeltem u (d, 15p 20n) BP, ratur (bzw. gerade bei dieser) ohne
Physik, der sich mit der Untersu- Kern eine Energie von 4,8 MeV frei.
2
Kernrotation Kernspurplatte
zusätzlichen Doppler-Effekt eine K. halten, äußerst instabil und zerfallen Zustände können durch Stoß eines Kernmoment, magnetisches angene-
möglich. übereine ganze Reihe von *ß-Zerfäl- anderen Kerns oder durch Absorp- en.
Lır. s. Mößbauer-Efiekt. [1] len, bis schließlich stabile Endpro- tion einer y-Strahlung erreicht wer- Im Gegensatz zum magnetischen
Kernrotation. Deformierte Atomker- dukte entstehen. Heute sind bereits den. Der angeregte Kern geht, meist Kernmomentsetzt sich der K. additiv
ne (s. Kerndeformation) können kol- mehrere hundert verschiedene Bruch- ter Ausstrahlung eines y-Quants, aus den Bahndrehimpulsen und den
lektiv zu einer Art Rotationszustän- stücke und Abkömmlinge bekannt, wieder in den Grundzustand zurück. Spins der Kernbausteine - sowohl das
den angeregtsein. Sie rotieren dabei Außerdem hat der Spaltungsprozeß Das y-Linienspektrum, das hierbei Proton wie das Neutron haben den
aber nicht um ihre Symmetrieachse, eine hohe, positive *Energietönung. entsteht - oder besser die Gesamt- Spin 3a - unter Berücksichtigung der
überhaupt nicht als starres Ganzes. Bei der Spaltung des ®Ü werden heit der ihm zugrunde liegenden * Einstellung zusammen. Kerne mit
Die Rotation besteht vielmehr in 200 MeV Energie frei. *Terme — nennt man das K. Bei ra- geraden Nukleonenzahlen haben im-
einer Oberflächenwelle, die um den Die bei der K. entstehenden einzel- dioaktiven «-Strahlern drücken sich merganzzahligen, Kerne mit ungera-
Kern herumläuft. Die Rotationszu- nen Neutronen können unter Um- die Niveaudifferenzen des K. nicht den,Nukleonenzahlen. halbzahligen
stände, die quantentheoretisch ähn- ständen zu einer *Kernreaktion füh- nur in den y-Spektren, sondern auch
lich behandelt werden können wie ren und dadurch die Spaltung in in den «-Spektren aus, da häufig die Kernspurplatte. Energiereiche ioni-
die Rotation von Molekülen, führen technischem Ausmaß ermöglichen. Anregungsenergie bei der Emission sierende Teilchen (s. Ionisation) ver-
auf zahlreiche, dicht liegende Ener- Dies ist aber bis jetzt erst für die einen «-Telicheaa mit verwandt wird, mögen nicht nur in der Wilsonschen
gieniveaus. Kerne ®33U, U und ®tPu (*Pluto- Nebelkammer undin der Blasenkam-
Lir. s. Kern. [1] nium) gelungen. Dagegen sind ein- Kernspin, Auch die Kerne der Atome mer sichtbare Spuren ihrer Bahn zu
Kernschatten. Entwirft eine ausge- fach spaltbar noch eine ganze An- besitzen einen mechanischen Dreh- hinterlassen, sondern auch beim
dehnte Lichtquelle von einem un- zahl anderer sehr schwerer Kerne, impuls, einen Spin. Er ist ein halb- Durchgang durch die lichtempfind-
durchsichtigen Gegenstand einen z. B. Kerne von Thorium, Wismut, oder ganzzahliges Vielfaches von liche Schicht einer speziell hierfür
Schatten, so lassen sich in dem Schat- Blei usw. bis herunter zum Platin h/2 x (h Plancksches Wirkungsquan- geeigneten Photoplatte, der K. Auch
ten zwei Gebiete unterscheiden: Der (Ordnungszahl 78). Darüber hinaus tum) und läßt sich aus der Anzahl der diese Spuren ergeben ein hervorra-
K., in den von keiner Stelle der Licht- werden in ganz geringem Ausmaß Aufspaltungskomponenten der *Hy- gendes Untersuchungsmittel solcher
quelle aus Licht gelangt, und der sogar bei mittelschweren Kernen perfeinstruktur der Atomspektren er- Teilchen, vor allem für Teilchen der
*Halbschatten, der nur von einem große Bruchstücke abgespalten. Auch mitteln. Der höchste bis jetzt festge- kosmischen Strahlung.
Teil der Lichtquelle Licht empfängt. treten gelegentlich Spaltungen in drei stellte K.ist 8- h/2 7, z. B. bei einem Das Verfahren ist an sich schonalt,
Bei einer Sonnenfinsternis bedeuten oder vier große Bruchstücke statt in der beiden radioaktiven, isomeren konnte aber erst später so weit aus-
der Beginn und das Ende der totalen zwei ein. Cs-134-Kerne. Andererseits gibt es gebaut werden, daß &s praktisch
Verfinsterung den Eintritt bzw. den Die Neutronen sind nicht die einzi- auch eine Anzahl Kerne mit dem K. brauchbar ist, vor allem durch Ent-
Austritt des Beobachtungsortes in gen wirksamen Geschosse zur Spal- Null, z. B. ?He («-Teilchen), den wicklung schr feinkörniger Spezial-
‚oder aus dem K.[18] tung von Kernen. Mit sehr energie- Kohlenstoffkern 3C und den Sauer- platten, deren Empfindlichkeit so
Kernspaltung, die Zerlegung eines reichen *o-Teilchen (400 MeV) und stoffkern 1$0. Für einige Kerne sind weit gesteigert werden konnte, daß
Kerns in zwei Teile derselben Grö- *Deuteronen (200 MeV) sind eben- die K. in der Tabelle zum Stichwort nicht nur *«-Teilchen, *Protonen und
Benordnung — neben eventuell einigen falls Spaltungen gelungen, ebenso
kleineren »Splitterne - durch den mit energiereichen “Photonen (Photo-
Stoß eines Teilchens, welches den spaltung ab etwa 20 MeV). Schließlich
Kern trifft. Die K. ist erstmals Ende tritt die K.in geringem Ausmaß bei
1938 durch Hahn und Strassmann den schwersten Kernen auch ganz
beim Beschuß von *Uran mit Neu- ohne äußere Einwirkung, also von
tronen beobachtet worden. selbst, ein (spontane *Spaltung).
Später zeigte sich, daß die beiden Lit. s. Kern.[1]
hauptsächlich im natürlichen Uran Kernspaltung, spontane, tritt ohne
enthaltenen Kernsorten, das ®# einen äußeren Anstoß wie Bestrah-
(9,27%) und das HU (0,72%) beide lung mit Neutronen oder irgend et-
durch Neutronen gespalten werden was anderem ein. Die sp. K. ist pa-
können, jedoch das ®®U nur durch rallel zum «-Zerfall der Kerne zu
Neutronen hoher Energie, das U verstehen. Wendet man jene Theorie
schon durch »langsame« Neutronen darauf an, indem man die Daten des
ganz geringer Energie. Der !#U- «&-Teilchens durch die des leichteren
Kern zerfällt bei der Spaltung nicht Spaltprodukts ersetzt, so kommt man
in zwei gleich große Teile, sondern zu Lebensdauern, die sehr groß sind
in einen Teil von einer Massenzahl im Vergleich zu den «-Zerfallszeiten.
von etwa95, einen anderen von etwa Trotzdem hat man sie bei den
140, außerdem noch einzelne Neu- schwersten Kernen beobachten kön-
tronen, durchschnittlich 2,5 pro Spal- nen. [7]
tung. Die großen Bruchstücke (*Spalt- Kernspektrum. Wie die Elektronen-
produkte) können im einzelnen noch hülle der Atome besitzen auch die
sehr verschieden sein. Sie sind, weil Kerne selbst einen Grundzustand und a mrn nA 4 R -
sie relativ viel zu viel Neutronenent- angeregte Zustände. Die angeregten Photoschichtspuren einer Kernexplosion (nach Powell und Occhialini)
2
Kernstoß
andere schwere Teilchen nachgewie- Kernstoß, ein Stoß eines raschen Tei
sen werden können, sondern auch chens von Kerndimensionen (x-Tei
*Mesonen und sogar energiereiche chen, Proton usw.) auf den Kern
*Elektronen. eines Atoms. Dieser kann elastisch
Die Spur in der Photoschicht kommt verlaufen, wobei das Teilchen wie
dadurch zustande, daß in den Silber- eine Billiardkugel abprallt und nur
salzen der Schicht die ionisierenden einen Teil seiner Energie dem getrof-
Teilchen entlang ihrer Bahn durch fenen Kern als kinetische Energie ab-
lonisation entwickelbare Silberkör- gibt, oder aber unelastisch, wobei das
ner erzeugen, welche nach Entwick- Teilchen i. allg. im getroffenen Kern
lung der Platte die Bahnspur sichtbar »steckenbleibt« und eine *Kernum-
werden lassen. Während aber in der wandlungverursacht.
Nebelkammer, wo die Teilchen in
Luft oder in einem anderen Gas lau-
fen, die *Reichweite der Teilchen
meist wenigstens einige Zentimeter
beträgt, messen die Bahnen in der
Gelatine der Schicht wegen der viel
größeren Dichte der Gelatine nur
noch 0,01 oder 0,1 mm, können also
nur mikroskopisch betrachtet oder
‚photographiert werden. Außerdem ist
die Bahn natürlich immer nurso weit
sichtbar, als sie innerhalb der relativ
dünnen Schicht verläuft. Dem steht
der große Vorteil gegenüber, daß die
Platte stets aufnahmebereit ist. Auch
können während längerer Einwir-
kung der Strahlung auf der Platte
ungeheuer viele Spuren entstehen, die
nachher in aller Ruhe ausgewertet
werden können. Ähnlich wie in der Abb. 1, a-Teilchen stößt elastisch auf
Nebelkammer lassen sich auch bei einen Sauerstoffkern, Wilson-Aufnahme
der K. aus dem Aussehen der Spur (nach Rutherford)
(Anzahl der Körner je Längeneinheit) Sowohlelastische wie unelastische K.
und aus der Reichweite Schlüsse auf lassen sich besonders anschaulich an
die Art der Teilchen sowie auf deren ihren Spuren in der Wilsonschen
Energie ziehen. Ein Nachteil der K. *Nebelkammer, der *Blasenkammer
liegt darin, daß die sie durchlaufen- oder der *Kernspurplatte verfolgen.
den Teilchen überwiegend mit den u]
schweren und verhältnismäßig kom- Kernumwandlung, im weiteren Sinn
plizierten Ag- und Br-Kernen der jede Umwandlung eines Kerns, wor-
Schicht reagieren; dadurch ist sie z.B. unter also auch der radioaktive Zer-
zur Beobachtung von Proton-Proton- fall zu rechnen ist, im engeren Sinn
Reaktionen wenig geeignet. eine solche Umwandlung, die durch
Die Abb.zeigt die Photoschichtspu- iußere Einwirkungen (Auftreflen
ren einer durch ein Teilchen der kos- eines Teilchens) bewirkt wird. In die-
mischen Strahlung verursachten sem Sinn ist K. auch gleichbedeu-
»Kernexplosion«, bei welcher 22 Teil Abb. 2 (zu Kernstoß), Wilson-Aufnahme der Umwandlung eines Stickstoff-Kerns
chen verschiedener Art und Energie tend mit Kernprozeß, Kernreaktion. durch ein a-Teilchen (nach Blackett)
(durch die Pfeile am Rand markiert) Die K. im engeren Sinn ist 1919 von er Vorgangverläuft nach der Kern- eines auf einen Stickstoffkern. Die
nach allen Richtungen auseinander- Rutherford entdeckt worden. Dieser
fand, daß beim Durchgang von a- ‚eaktionsformel:
fliegen. Strahlen durch Stickstoff Protonen
lange, schräg nach links unten füh-
rende Spur ist die des herausgewor-
“N + 3He> 70 + 4H.
Lit. Powell, C.F., und G. P. S. Occhia-sehr hoher Energie auftreten, welche In der Abb.2 zum Stichwort Kern- fenen Protons, die ganz kurze Spur
nur dadurch zustande kommen kön-
lini: Nuclear physics in photographs. Ox-
toBist die des wegfliegenden, gebildeten
ford 1947. - Powell, C. F., P. H. Fowler
und D.H. Perkins: The study of ele- nen, daß ein «-Teilchen gelegentlich eine Aufnahme dieses Vor-
in der Wilson-Kammer dar-
"O.Kernes.
aufeinen Stickstoffkern trifft und aus
mentary particles by the photographi diesem 1932 gelang es Cockroft und Walton
ein Proton »herausschießte«, It. Von den vielen durch ihre erstmals, mittels künstlich in Entla-
method. London 1959. - Riezler, W.:
Kernphysik. 6. Aufl. München 1959. [1] während es selbst »steckenbleibt«. \puren kenntlichen &-Teilchen trifft dungsröhren beschleunigter Protonen
2 27
Kernumwandlung Kerr-Effekt
und Deuteronen K. hervorzurufen, Teilchen weg, nach rechts (kurze bestimmten densationskernzähler mit automatischer
undkurz darauf erwies sich das neu- Spur)der gebildete Bor- ern. ergietönung verknüpft, die posi- Registrierung. Arch. f. Met. Geophys.
entdeckte Neutron als besonders Auch "Photonen vermögen K. zu tiv. oder negativ sein kann und meist Biocl., Serie A, Bd. 5, Heft 3 (1953). -
wirksames »Geschoß«. Während ge- verursachen. Nach Art der stoßenden in der Größenordnung einiger MeV Pollak, L. W., und 7.’ Daly: A conden-
IadeneTeilchen stets einehohe Ener- und der herausgeworfenen Teilchen liegt. Außerdem ist jede K. durch sation nucleus counter with stereophoto-
faßt man die über 2000 heute be- mierographic recording. Geof.. pur. appl.
gie haben müssen (meist mehrere ihre *Ausbeute charakterisiert, wel- Bd. 41 (1958), - Hol, W., und R. Mühl-
MeV), um eine K. zu veranlassen - kannten K. in *Kernreaktionstypen che sich auch durch den *Wirkungs- eisen: Ein Kondensationskernzähler mit
sie müssen gegen die abstoßende zusammen, zu denen als Sonderfall querschnitt des beschossenen Kerns kontinuierlicher Übersättizung. Met.
‚Rundsch., Bd. 8, Heft 9/10 (1955). [33]
Kraft_des positiv geladenen Kerns auch die *Vielfachzerlegung und die gegen die betreffenden »Geschosse«
anlaufen -, vermögen die ungelade- *Kernspaltung gehören. Die verschie- für die betreffende K. ausdrücken Kernzerfall, s. Zerfall, radioaktiver.
nen Neutronen schon bei ganz gerin- denen Arten der K. eines bestimm- läßt. Da dieser Wirkungsquerschnitt Kernzersplitterung, s. Vielfachzer-
ger Energie (Bruchteile eines Elck- ten Kerns durch verschiedene »Ge- meist nur von der Größenordnung legung.
tronenvolt) K. auszulösen. Abb. 1 schosse« lassen sich anschaulich in 102° cm? ist (ein Kern wirkt wie eine Kernzertrümmerung, s. Kermexplo-
einem zweidimensionalen Schema, »Schießscheibe« von dieser Größe), sion und Kernspaltung.
das Ausgangskern und entstehende ist ein Kerntreffer cin äußerst selte- Kerr-Effekt. a) Magnetooptischer K.-
Kerne etwa nach ihrer Protonenzahl Ereignis und die Ausbeute daher E. (Kerr, 1876). Läßt man einen
und Neutronenzahl ordnet, einer äußerst niedrig, near polarisierten Lichtstrahl sch,
»Umwandlungsspinnee, darstellen, und damit die Möglichkeit sowohl an einem Metallspiegel reflektieren,
wie sie Abb. 2 für neun verschiedene der Energiegewinnung wie der *Ele- dann wird er elliptisch polarisiert.
Umwandlungsmöglichkeiten des mentumwandlung in technischem Besteht der Metallspiegel aus einem
Stickstoffkerns '}N (7 Protonen, 7 Ausmaß, läßt sich nur bei der Kern- ferromagnetischen Material (Eisen,
Neutronen) zeigt. An die Pfeile ist spaltung mittels der *Kernkettenreak- Kobalt, Nickel, Magnetit usw.) und
jeweils der Typ der Umwandlung an- ion erzielen. befindet er sich in einem starken ma-
geschrieben; ausgefüllte Kreise be- Lit. s. Kern und Kernspaltung.[1] gnetischen Feld, dann erfährt die
deuten stabile, leere Ringe radioak- Kernverdampfung, s. Kernexplosion Schwingungsellipse des reflektierten
tive Endprodukte. Der steil schräg und Kernspaltung. Lichtes noch zusätzlich eine kleine
nach rechts oben führende Pfeil z. B. Kernzähler (Kondensationskernzäh- Veränderung. Ihre große Achse wird
Abb. 1. Wilson-Aufnahme der Umwand- bedeutet die nach dem Schema (, p) ler). Der erste K. wurde 1888 von um einen - i. allg. nur einige Bogen-
lung eines Stickstofi-Kerns durch ein verlaufende, 1919 von Rutherford Aitken gebaut. Eine 1931 verbesserte dreht, minuten betragenden —- Winkel ge-
Neutron (nach Harkins). Die beiden
Spuren sind der wegfliegende Bor- und entdeckte K., die zu dem stabilen und heute noch gebräuchliche Aus- dert sichundeindaswenig. Achsenverhältnis
Sauerstoffkern 'O (8 Protonen, 9 führung ist der Scholzsche K. Zur sung des Polarisationszustandes Diese Beeinflus
der wegfliegende Heliumkern. Das Neu-
on zeichnet keine Spur Neutronen) führt, während derflach Messung, wird ein definiertes Quan- das Magnetfeld läßt sich am besten durch
zeigt die K. eines Stickstoffkerns nach links unten führende Pfeil die tum Außenluft in einen Zylinder mit studieren, wenn man das Licht senk-
durch ein Neutron, das selbst keine K. darstellt, die der Abb.1 zum kernfreier Luft eingelassen, durch recht einfallen läßt, da dann bei Re-
Spur zeichnet, in der Wilson-Kam- Stichwort Kernstoß zugrunde liegt. nasses Filtrierpapier befeuchtet und flexion ohne Magnetfeld das reflck-
mer. Der Vorgang, verläuft nach der Ähnlich lassen sich die verschiedenen. t durchmischt. Dann wird die ein- tierte Licht linear polarisiert bleibt,
Formel N (n, 0) IB. In der Abb. Entstehungsmöglichkeiten eines Kerns gesperrte Luft durch Senken eines obwohl
fliegt nach links (lange Spur) das &- aus verschiedenen Ausgangskernen Kolbens von Hand um ciwa ein es das einfallende war. Bei
darstellen. Viertel expandiert. Es bilden sich eingeschaltetem Magnetfeld geht also
5 6 7 8 9 Protonen Wassertröpfchen durch die Konden- die Elliptizität des reflektierten Lich-
‚Stabilitäts- ion des gesättigten Wasserdampfes tes inmagnetischen
vollem Betrage auf das Konto
71 linie an den *Kondensationskernen. Die der magnetische K.-E. ist
Beeinflussung. Der
nicht propor-
Tröpfchen fallen auf ein im Innern tional zur magnetischen Feldstärke,
befindliches Zählglas und müssen mit
einer Lupe ausgezählt werden. Die sondern zur Magnetisierung im ferro-
y— Bedienung erfordert einige Übung magnetischen Spiegelmaterial. Er er-
und Erfahrung,ist dann aber überall reicht daher bei hohen Feldstärken
und ohne großen Aufwand möglich. wie diese einen Sättigungswert.
Erweitert man die Differentialglei-
Neuerdings sind automatische und chungen der elektromagnetischen
kontinuierlich arbeitende K. gebaut
worden, bei welchen die entstande- Lichttheorie
neuer
unter Einführung zweier
Materialkonstanten, die für
nen Tröpfchen entweder photogra- den magnetischen K.-E. verantwort-
phiert, photoelektrisch gezählt oder lich gemacht werden (Drude, Gold-
die Extinktion durch den entstande- hammer), dann gewinnt man eine
nen Nebel gemessen oder registriert ige theoretische Grundlage
wird,
Scholz, J.: Ein neuer Apparat zur (Voigt) zur Darstellung der Beob-
immung der Zahl der geladenen und achtungen.
ienen Kerne, Zs. f. Instr.kd., Bd. b) Elekrrooptischer K.-E. (1875).
SI, Heft 10 (1931). — Verzar, F.: Kon- Durchsichtige, isotrope Körper wer-
28 29
Kerr-Effekt Kerr-Effekt
den in starken elektrischen Feldern Nach der Orientierungstheorie von und damit auch die zu An proportio- Konstanten das erste Glied Bı abzu-
optisch anisotrop, d.h. doppelbre- Langevin-Born-Gans kommt die nale Kerr-Konstante 3 positive Wer- spalten und damit auch B; zu gewin-
hend. Schickt man einen lincar po- elektrooptische Doppelbrechung da- an. Stehen aber maximale Polari- nen. Kennt man aber Bı und B», so
larisierten Lichtstrahl durch eine gas- durch zustande, dad die Moleküle sierbarkeit und permanentes elektri- kann manbei bekannten Werten des
förmige oder eine durchsichtige fü versuchen, sich mit ihren entweder ches Momentsenkrecht aufeinander, elektrischen Moments a (das man aus
sige Substanz, die sich zwischen den durch das Feld induzierten oder be- so sind die Verhältnisse anders. Da der Messung der Dielektrizitätskon-
Elektroden eines auf hohe Gleich- reits vorhandenen permanenten elek- die Richtung des permanenten Mo- stanten gewinnen kann), des Bre-
spannung aufgeladenen Plattenkon- trischen Dipolmomenten in Richtun- mentes entscheidend für die Einstel- hungsquotienten r (Brechungsquo-
densators befindet, dann besitzen die gen des äußeren Feldes einzustellen. lung des Moleküls im Feld ist, ri tient des bei der Messung von B ver-
beiden parallel und senkrecht zum Diese Einstellung wird ständig be- ten sich die Moleküle bezüglich die- wendeten Lichtes in der Kerr-Zelle
elektrischen Feld schwingenden Kom- hindert durch die Wärmebewegung ser Achse vorzugsweise in Feldrich- im feldlosen Fall), des optischen
ponenten des Lichtstrahls nach der Moleküle, so daß sich ein dyna- tung ein, d. h. aber, daß die Achsen Brechungsquotienten r. « für unend-
Durchlaufen der in cm gemessenen mischer Gleichgewichtszustand_ aus- maximaler Polarisierbarkeit bevor- lich lange Wellen und des Depolari-
Strecke I einen relativen Gangunter- bildet, in dem zwar die Orientierung zugt senkrecht zum Feld orientiert sationsgrades A (gewonnen aus Mes-
schied AI/A, der durch das Kerrsche in Feldrichtung bevorzugt erscheint, sind. Da diese aber bei der Anderung sungen der Lichtstreuung) die gegen-
Gesetz -
wer Az alle anderen räumlichen Orientierun-
gen aber, wenn auch mit geringerer
des Brechungsquotienten den Aus- seitige Lage von Dipolmoment und
io A Häufigkeit, vertreten sind. Die dop-
schlag geben, ist in diesem Fall die optischem Polarisationsellipsoid rela-
pelte Herkunft der elektrischen Di-
Änderung von n, größer als die von tiv sicher bestimmen (die eingangs
gegebenist. E ist die Feldstärke in "2, d. h., die Kerr-Konstante nimmt geschilderte Diskussion des Vorzei-
absoluten elektrostatischen Einhei- polmomente prägt sich auch darin negative Werte an. Das Vorzeichen chens der Kerr-Konstante gibt nur
ten, An die Vakuumlichtwellenlänge. daß sich die Konstante B als des K.-E. gestattet also bereits schr inen mehr oder minder rohen An-
Der in V/cm angegebene Zahlenwert Summe zweier Glieder Bı und Br wichtige Rückschlüsse auf die gegen- halt) und damit in vielen Fällen zu
muß also durch 300 dividiert werden. schreiben läßt, deren erstes, das Ani- tige Lage von elektrischem M Aussagen über die räumliche Anord-
B ist die sog. Kerr-Konstante. Das ieglied, von der elektrischen ment und Achse maximaler Polari- nung der Atome und Atomgruppen
ursprünglich linear polarisierte Licht arkeit, deren zweites, das sierbarkeit (die häufig auch die Achse im Molekül gelangen. Der K.-E.wird
ist also nach Durchlaufen des dop- Dipolglied, von den permanenten „rößter Längsausdehnung des Molc- auf diese Weise zu einem wichtigen
pelbrechend gewordenen Mediums elektrischen Dipolmomenten der Mo- küls ist) zu ziehen. Hilfsmittel der Chemie.
elliptisch polarisiert. Der K.-E. ist in leküle herrührt. Der Anteil der bei- In der Mehrzahl der Fälle ist bei Ursprünglich beanspruchten zwei
Flüssigkeiten i. allg. um einige Grö- den Glieder an dem Gesamtwert von Substanzen mit Dipolmoment das konkurrierende Theorie, den K.-E.
Benordnungen größer als in Gasen. B läßt sich prinzipiell aus der Tem- Dipolglied in der Kerr-Konstanten richtig zu deuten. Nach der ersten,
Besonders ausgeprägt ist er z.B. in peraturabhängigkeit des K.-E. be- schr viel größer als das Anisotropie- von Voigt stammenden Anschauung
Nitrobenzol (B = 2,41: 10% gegen- stimmen, da das Anisotropieglied Bı lied, so daß die prinzipiell vorhan- sollten unter der Wirkung des äuße-
über 2,4- 10°"! in gasförmigem COr proportional mit 1/7, das Dipolglied dene” Verschiedenheit im Tempera- ren elektrischen Feldes Verschiebun-
von Aimosphärendruck). Durchläuft aber proportional mit 1/7 wächst. turverhalten wegen ihrer geringen gen der Eigenfrequenzen stattfinden.
ein Lichtstrahl eine mit dieser Flüs- Die elektrische *Polarisierbarkeit, die Größe meßtechnisch nicht ausgenutzt Nach der Theorie von Langevin-
sigkeit gefüllte *Kerr-Zelle, zwischen für die Größe des induzierten Mo- werden kann, um die beiden Kompo- Born-Gans hingegen tritt nur eine
deren Elektroden eine Feldstärke mentes entscheidend ist, läßt sich in nenten des K.-E. getrennt zu bestim- mehr oder minder vollständige Aus-
von10000 V/cm aufeiner Länge von Ilen bekannten Fällen durch ein EI- richtung der elektrischen Dipolmo-
4cm herrscht, dann werden die ipsoid, meist sogar durch ein Rota- In dieser Hinsicht bedeutete es einen mente ein, was eine Änderung in den
den Komponenten um 1/10 Wellen. tionsellipsoid beschreiben. Die große bemerkenswerten Fortschritt, als Intensitätsverhältnissen der Eigenfre-
länge gegeneinander verzögert. Hauptachse stimmt mit der Richtung Gans darauf hinwies, daß das An- quenzen unter Beibehaltung der Fre-
trobenzol findet wegen, des großen maximaler Polarisierbarkeit überein. isotropieglied Bı der Kerr-Konstan- quenzen selbst im Gefolge hat. Beide
Betrages seiner »künstlichene Dop- Je nachdem wie nun diese Achse zur
Achse des permanenten Dipolmo-
en in einem einfachen Zusammen. Male muß sich aber nach der Dis-
pelbrechungin Kerr-Zellen für tech- mentes orientiert ist, nimmtdie Kerr-
hang mit dem Depolarisationsgrad A persionstheorie die Isotropie des dem
nische Zwecke Verwendung. Der Konstante positive oder negative (, Lichtstreuung) bei der molekula- Felde unterliegenden Mediumsin die-
E. in Gasenist etwa um fünf Grö- Werte an; der Brechungsquotient für
ven Lichtstreuung steht, da beide
Größen wesentlich von der optischen jenige Anisotropie verwandeln, die
Benordnungen kleiner und entspre- die parallel zum Feld schwingende
einem optisch einachsigen Kristall
chend schwieriger zu messen. Mit Komponente ist also größer oder
Anisotropie ö? des Moleküls abhän- mit der Achsenrichtung in Richtung
Hilfe eines empfindlichen *Kompen- kleiner als derjenige für die senkrecht
wen. Letztere ist ein passend gebil- des elektrischen Feldes zukommt.
sators jedoch, z.B. des Braceschen,
«leter Ausdruck zur Kennzeichnung DerVergleich mit der Erfahrung zeig-
kann man die relative Gangdifferenz
schwingende. Sind nämlich die Rich-
tungen maximaler Polarisierbarkeit
‚ler Form des optischen Polarisations- te, daß die Orientierungstheorie von
Allko der beiden senkrecht zueinan- ellipsoides Langevin-Born-Gans in sehr viel bes-
und des permanenten Momentes par- serer Weise die Resultate des Experi-
der schwingenden Komponenten, allel zueinander, dann stellen sich a (b1 ba)?+lbe — ba)*+(da — bi)? ments wiedergibt als die Voigische.
zwischen 10 bis 10% liegt, was beide gemeinsam in Richtung des Zbı + bet bi) Die Übereinstimmung zwischen Theo-
den üblichen Kondensatorlängen ei äußeren Feldes, und die parallel zur wobei bı, bs, ba die Polarisierbarkei- rie und Experimentbei den Gasen ist
ner Differenz der Brechungsquo- Feldrichtung schwingende Kompo- ten in den Richtungen der drei Haupt- sogar eine ausgezeichnete, während
tienten An = np — n, von etwa 10% nente des Lichtes ‘wird stärker be- uchsen des Ellipsoides bedeuten. Es sie bei den Flüssigkeiten merklich
bis 10°" entspricht, noch sicher mes- einflußt als die senkrecht zum Feld ist jetzt möglich, aus Streumessungen schlechter ist, Das ist verständlich, da
sen. orientierte. Es nimmt An = np = ns mit Hilfe von A aus der totalen Kerr- eine bei der Orientierungstheorie ge-
30 31
Kerrsches Gesetz Kerze
machte Voraussetzung, daß nämlich scheint aber nach den Messungen von 165. Berlin 1936. - Hanle und z.B. Internationales Stilb Isb, Inter-
die Einstellung der einzelnen Dipole ze, Kurzzeichen K, allgemeine nationales Lux Ilx usw. Genaue Mes-
rcks: Z. f. Phys. 114, 407. 1939. [17]
Stuart ein von Null verschiedener K.-
unbeeinflußt von den Nachbarn er-
folgt, bei den Gasen und Dämpfenin
E. — der nach derklassischen Orien-
tierungstheorie überhaupt nicht auf- ezeichnung für die photometrische sungen ergaben die Beziehung 1 Ik =
1,11 HK, wenn als Zwischenstandard
tre dürfte - sicher nachgewiesen zu !iinheit der Lichtstärke. Da in der eine
sehr weitgehendem Maße erfüllt ist, treten
R Photometrie eine Größenart als wurde.Kohlenfadenlampe verwendet
Bei anderen Zwischenstan-
bei den Flüssigkeiten aber keines- sein. (irundgrößenart angenommen wer- dards ergaben
wegs mehr zutrifft. In neuerer Zeit Eine besondere Rolle dürfte der sich wegen der ver-
ten muß, muß auch eine Einheit als schiedenen Farbtemperaturen
Sind von dem höheren Standpunkt quantenmechanisch gedeutete Voigt-
Anteil bei festen Stoffen spielen,da Girundeinheit (auch Basis- oder Aus- “Abweichungen. In Rußland geringe
der Quantenmechanik die Voigtsche
bei diesen die Orientierungspolarisa- jungseinheit genannt) angenommen 1933 eine *russische Kerze durchwurde eine
und die Langevin-Born-Ganssche und festgelegt werden. Als Grund- Wolframvakuumlampe eingeführt.
Theorie in gewisser Weise wieder un- tion von vornherein ausscheidet. In „rößenart hat man zuerst die Licht- Vergleichsmessungen ergaben die Be-
ter einem gemeinsamen Gesichts- jüngster Zeit hat sich der K.-E. auch stürke gewählt und als Grundeinheit
Punktvereinigt worden. Die quanten- als zum Studium hochmolekularer
Verbindungen geeignet erwiesen. Die eine Einheit der Lichtstärke festge- ziehung 1HK = 0,85 Kuss.
mechanische Durchrechnung des K.- legt und »Kerze« genannt.
E. durch R. de Kronig, Born, Jordan elektrische Doppelbrechungist näm-
lich empfindlich gegen Änderungen Diese Festlegung geschah wie in vie- Jetziger Zustand: 1946 wurde vom In-
ternationalen Komitee für Maße und
und Neugebauer hat nämlich gezeigt, entsprechenden Fällen durch Gewichte
daß in einer vollständigen Theorie in der Verzweigung eines hochpoly- Schaffungeines Prototyps. als Prototyp die Leucht-
desK.-E. nicht nur die von derOrien- meren Moleküls. Und zwar wird die Geschichtliches. Als Prototyp wurden derdichte eines schwarzen Körpers bei
tierungstheorie dargestellten Anteile,
das Anisotropieglied und das Dipol-
Kerr-Konstantei. allg. um sokleiner,
je ausgeprägter die Verzweigung ist. in den verschiedenen Staaten ver- PlatinsTemperatur des erstarrenden
festgesetzt; man ist also von
schiedene »Normalkerzen« festge- dem Prototyp
glied, berücksichtigt werden müssen, Das langgestreckte, unverzweigteMo- \cpt, bei denen ein Stoff bei bestimm- stärkeneinheit einer Kerze als Licht-
abgegangen. Da aber
sondern auch ein Glied, das entspre- lekül besitzt demnach den größten ıcn Bedingungen unter Flammenbil- zwischen Leuchtdichte
chendder älteren Theorie von Voigt Wert von B. dung verbrennt. In Deutschland wa- ke die Definitionsgleichung: und Lichtstär-
durch Eigenfrequenzänderungen zu- Lit. Szivessy: Hab. d. Phys. Bd. 21. ten es seit 1868 die »Vereins-Par:
stande kommt, und sogar noch einige $- 724. Berlin 1929. — Debye, P.. Hdb- finkerze« (Kurzzeichen V.K.), seit _ Lichtstärke
andere
der Glieder, diemitdurch
Polarisierbarkeit der Rotations-
Änderung ga,tdNuyt:
ya 10. Wal = pre.d, exaktenderNatur
Ile Pivaik Hoch“ 1896 die »Hefnerkerze« (Kurzzeichen Leuchtdichte [uuchtende Fläche
!IK). Die von der Hefnerkerze ab- besteht und jeder Prototyp Lichtstär-
verzerrung und mit der Anregung von polymeren. Bd.I. Berlin 1952. [17] eleiteten photometrischen Einheiten ke und leuchtende Fläche hat, be-
Oszillationszuständen zusammenhän- Kerrsches Gesetz, s. Kerr-Effckt. werden durch ein vorgesetztes H ge- steht für die Praxis, insbesondere für
gen, Immerhin ergibt sich, daßindem Kerr-Konstante, 5. Kerr-Eifckt. kennzeichnet, z. B. Hefnerstilb Hsb, die Meßtechnik, kein. prinzipieller
dieMoleküeeines Gases Kerr-Zelle, Ein mit einer Fissigkeit !iefnerlumen Him usw. 1942 trat die Unterschied. Man hat die Leucht-
Pillwenn
permanentes Dipolmoment besit- (oft Nitrobenzol) gefüllter Platten-
Neue Kerzec - ab 1948 »Candela« dichte B des Prototyps zu 60 Stilb,
ein
Ten, "alle Glieder, bis auf die beiden kondensator,an deneine hohe Gleich- (Kurzzeichen cd) genannt - in Kraft. Kurzzeichen sb, festgesetzt. Also
in der Orientierungstheorie berück- oder Wechselspannung angelegt wird. In Frankreich wurde 1842 eine mit Öl 1 Stilb = B/60.
betriebene Normallichtquelle mit der Die hiervon abgeleitete Einheit der
sichtigen, vernachlässigbar klein blei- Die zwischen den Platten befindliche Lichtstärke 1 carcel eingeführt. 1889 Lichtstärke hat den Namen »Neue
ben. Von diesen beiden Gliedern ist Materie wird dadurch optisch dop- wurde die »Violle<-Einheit festgelegt, Kerze«, Kurzzeichen NK,erhalten;
wiederum in der Mehrzahl der Fälle, pelbrechend, so daß die zwischen ac wobei bereits glühendes Platin beim sie wurde am 1. Januar 1948 interna-
vor allem bei mehratomigen Mole- kreuzten *Nicols befindliche K.-Z. !irstarrungspunkt verwendet wurde. tional, in Deutschland bereits am 1.
külen, das Dipolglied etwa 10- bis als Lichtsteuerorgan benutzt werden Der 20. Teil der »Violle-Einheite Juli
100mal größer als das Anisotropie- kann. Wegen ihrer außerordentlich 1942 in Kraft gesetzt. Ab 1948
wurde mit *»bougie decimale« be- wurde hierfür die Bezeichnung »Can-
glied und damit allein ausschlagge- kleinen Trägheit (die K.-Z. arbeiten]
prak- /eichnet. In England und in den USA dela« (Betonung auf der zweiten Sil-
bend. Anders liegen die Verhältnisse bis zu Frequenzen von 105"
le Spermaciti-Wallrath-Kerze (sperm be), Kurzzeichen cd, eingeführt.
tisch trägheitslos) ist die K.-Z. das benutzte man die seit 1860 bestchen-
bei kugelsymmetrischen Molekülen geeignete Instrument zur Untersu- Es’ gilt also die” Definition: Ein
(z.B. CClu, CH), bei denendas elek- chung vieler raschveränderlicher Vor- vandle genannt), ging aber zur 1898 schwarzer Körper bei der Tempera-
trische Dipolmoment verschwindet Icstgelegten pentane candle über. tur des erstarrenden Platins hat je
und das Polarisationsellipsoid zur gänge (Abklingzeit von Auoreszieren "a die in Frankreich übliche bougie Quadratzentimcter ebener Oberfläche
Polarisationskugel (Isotropie) entar- den Substanzen, Messung ler an (!ceimale und die in Großbritannien senkrecht zu dieser Oberfläche die
tet. Hier verschwinden beide Glieder geschwindigkeit, _Zeitschreiber für und in den USA übliche pentane Lichtstärke 60 Candela.
der Orientierungstheorie; der Voigt- ballistische Messungen). Auch. al vundle_ relativ genau übereinstimm- 1954 nahm die 10. Generalkonferenz
sche Anteil bleibt allein übrig, da die Meßinstrument für hohe elektrische,
weiteren quantenmechanischen Glie- Gleich- und Wechselspannungen ist cn, führten diese Länder ab 1. April für Maße und Gewichte die Einheit
der numerisch bedeutungslos sind. die K.-Z. zu verwenden, da bis zı 1909. gemeinsam die *Internationale Candela als photometrische Basisein-
Dadieser aber wieder nur etwa 1/100 Feldstärken von 1,5 - 10° Vicm deı Kerze (Kurzzeichen IK) als Mittel- heit für ein internationales Einheiten-
des normalen Betrags des Anisotro- von der Theorie geforderte quadra- wert ihrer bisher verwendeten Einhei- system an; jetzt SI-Einheit genannt.
piegliedes und damit etwa 1/10000 tische Zusammenhang zwischen Feld- in die 1921 auch international Genaue Vergleichsmessungen der
des Dipolgliedes ausmacht, ist er stärke undPhasenverzögerung bi bestätigt wurde. Die von der Inter- verschiedenen Staatsinstitute ergaben
meßtechnisch nur schwer zu erfassen. auf 1% gewährleistet ist. wationalen Kerze abgeleiteten photo- für die Leuchtdichte B des Prototyps
Für einige derartige Gase, wie z.B. Lir. Mittelstaedt: Ann. d. Phys. 2. 285, metrischen Einheiten werden durch folgende Beziehungen:
für Methan und einige Edelgase, 1925. - Cranz: Lehrb. d. Ballistik. Erg sin vorgesetztes I gekennzeichnet, B = 60 sb = 58,88 Isb 66,42 Hsb.
32 33
Kerze Kettenleiter
Daraus ergeben sich folgende Bezie- solch ein Kessel nicht existiert, kann um und Grenzflächenlot bedeutet - schen Widerstand abgeschlossen ist,
hungen zwischen den verschiedenen man aus irgendeinem Strömungszu- jegensatz zur Brechung an der
Lichtstärkeeinheiten: stand zur Charakterisierung dessel- nzfläche zweier durchsichtiger
wird die durchgelassene Wechsel-
spannung eines bestimmten Fre-
1cd = 0,981 IK = 1,107 HK ben den zugehörigen K. berechnen dien keine Konstante mehr, son- quenzbereichs abgenommen.
(Näheres s. Ausströmen, Ausström, 1 eine Funktion des Einfallswin-
1IK_ = 1,019cd = 1,128 HK diagramm). Besonders einfach ist die Besonders wichtig ist der Fall, daß
1HK = 0,903 cd 0,886 IK. Berechnung der Kesseltemperatur: Diesen winkelabhängigen Quo- die einzelnen Vierpole unter sich
Diese Umrechnungsbeziehungen gel- ien bezeichnet man als reellen gleich und symmetrisch sind, d.h.
ten in gleicher Weise für alle ande- _ we chungsquotienten ne, im Gegen- gleiche UI igenschaften für
To Ttz.. iz, zum komplexen Brechungsquo-
ren photometrischen Einheiten, die Nienten
die beiden Richtungen haben. Dann
von den Einheiten Candela, Interna- Der Druck geht also nicht ein. (To nen-ik-n(-ie),
gelten für den n-ten Vierpol die
*Vierpolgleichungen
tionale Kerze und Hefnerkerze ab- Kesseltemperatur; 7 statische Tempe-
geleitet werden, z. B.: ratur, w Geschwindigkeit; c» Spez der Optik absorbierender Me- Un= 4 Uns + Blası
1sb = 0,981 sb 1,107 Hsb oder fische Wärmekapazität des Gases bei ‚lien formal an die Stelle des in der In= E Uns + Wlnsı,

1 im = 0,981 Im 1,107 Him. konstantem Druck). [11] . Optik isolierender Medienallein maß- wobei Un und Un. die Spannungen
Kette, galvanische. Ein galvanisches eblichen_ reellen Brechungsquotien- am Ein- bzw. Ausgang des n-ten
Die Farbtemperatur des schwarzen Element setzt sich aus der Reihen- cn tritt. Eine Abhängigkeit vom Ein- Vierpols und /„ und Ins die ent-
Körpers beim Erstarrungspunkt des schaltung mehrerer Einzelelektroden fallswinkel besteht ebenso für die sprechenden Ströme sind. Die Koeffi-
Platins wurde zu 2042,5 °K nach der zu einer g.K. zusammen. Das Ele- Größe ke. Ketteler (1875) wies dar- zienten 4, 8, © sind Funktionen der
thermodynamischen Temperaturskala auf hin, daß zwischen ng, ko einer- Frequenz und durch die Schaltung
gemessen; sie gilt für alle von der ment
seits und n, k (den Spezialwerten für des Vierpols bestimmt; es ist stets @
Candela" abgeleiteten photometri- Cu/CuSO4/ZnSO,/Zn senkrechte Inzidenz) andererseits fol- reell, 8 und € imaginär. Sie genügen
schen Einheiten, außer *»Skot« und besteht z.B. aus zwei Elektroden: ende,verglichen mit der »normalen« der Bedingung #? — 8 € = 1 als Aus-
*»Nox«, für die eine durch eine Wolf- Kupfer in Kupfersulfatlösung und Kompliziertheit metalloptischer For- druck der Tatsache, daß der betrach-
ramvakuumlampe gelieferte Strah- Zink in Zinksulfatlösung (Elektroden neln, einfache Beziehungen bestehen:
lung der Farbtemperatur 2360 °K zu- erster Art). An den durch Striche ge- ) m-kum-r,
tete Vierpol im Innern keine Energie-
quellen enthält, daß er »passiv« ist.
‚grundegelegtist.
Lrr. kennzeichneten Grenzen bestehen
en Sacklowski,
und Einheiten. Physikalische Grö- elektromotorische Kräfte, deren Sum- 2) ek nk
5x
Betrachtet man nun den Fall einer
unendlich langen Kette, so ist deren
Einheitenlexikon. me die EMK des Elementes ergibt. Eingangswiderstand W =Us/fı gleich
Stuttgart 1966. - Stille, Messen und Eine *Konzentrationskette besteht a der Winkel x in verhältnismäßig dem Widerstand Un/in an, irgend-
Rechnen,in der Physik. "Braunschweig aus zwei Elektroden mit gleichen infacher Weise von n, k und p ab- einem Klemmenpaarder Kette (Abb.
Kerze, russische, Kurzzeichen Kussn Elektrodenmetallen und gleichen, ingt, gestatten die K.G., zu gege- 1). Man erhält deshalb aus den Vier-
im Schrifttum mit lateinischen Schrift- aber verschieden konzentrierten Elek- benen Werten von n und k die Wer- polgleichungen
zeichen, eine im Gebiet der Union der trolyten. Feste g.K. sind Elemente ie von ne und ke für jeden beliebi-
Sowjetrepubliken verwendete photo- uw+8
mit festen Elektrolyten. Hier unter- ven Einfallswinkel zu berechnen. [17]
metrische Einheit für Lichtstärke, die scheidet man zwischen isothermen Ketteler-Helmholtzsche Dispersions- oder
ew+“
durch. eine Wolframvakuumlampe festen g. K. und Thermoketten. Wäh- formel, s. Dispersionsformel.
mit einer Farbtemperatur von 2360 rend bei den ersteren die Stromer- Kettenleiter entstehen, wenn meh-
bis 2400 °K definiert ist. Vergleichs- zeugung durch chemischen Umsatz rere *Vierpole, d.h. Netzwerke mit W= ye .
messungen haben 1932 folgende Be- bewirkt wird, ist bei den Thermoket- einem Eingangs- und einem Aus-
Dieser Widerstand heißt Wellenwi-
ziehung ergeben: ten das Temperaturgefälle in der g. yangsklemmenpaar, hintereinander
derstand des K. Aus den Vierpol-
1HK = 0,85 Kussr. K.die Ursachefür die EMK. [25] _ neschaltet werden, indem die Ei
Lrr. Tikhodev, P. M.: Proc. verb. Com. Kettelersche Gleichungen geben in angsklemmen des (n + 1)-ten Vier- gleichungen ist auch der von der
intern. Poids Mes. 2, 16, $. 326 (1933); der Optik absorbierender Medien den pols mit den Ausgangsklemmen des Gliednummer unabhängige Ausdruck
Vestnik Standard. No. 10. [13] Zusammenhang zwischen den opti- ten verbunden werden. Sie werden
schen Konstanten no und ke für be- zum Aufbauelektrischer *Filter ho-
liebigen Einfallswinkel 9 und den her Sperrdämpfung verwendet, wo-
Gasströmung kann wie jede Poten- speziellen Werten n und k für senk- bei als Schaltelemente möglichst ver- das sog. Vierpolübertragungsmaß, zu
tialströmung so entstanden gedacht rechte Inzidenz. (n Brechungsquo- reie Spulen und Kondensatoren entnehmen. Manerhält:
werden, daß jede einzelne Strom- tient, k=n«x, wobei x *Absorp- dienen. An das Eingangsklemmen- ei = UnlUnzı A+HBW = Ur BE
linie aus einem großen Raum mit ru- tionsindex.) Fällt eine ebene Welle, paar des ersten Vierpols wird die aus “+ ye=T.
hendem Gas von einheitlichem Zu- aus einem durchsichtigen Medium cinem Frequenzgemisch bestehende ch einfache Umformung ergibt
stand kommt, Der Zustand in kommend, auf die Grenzfläche ge- Wechselspannung angelegt; am Aus-
sem Raum (Kessel) ist der K., auch gen ein absorbierendes (z. B. Metall), angsklemmenpaardes letzten Glie- ich
Ruhezustand genannt. Im einzelnen dann ist der Quotient (sin P)/(sin x) des, das gewöhnlich mit einem Ohm- So Tı = lit en)= u.
spricht man von Kesseldruck, Kessel = ne - wobei p den Winkel zwi-
temperatur, Kesseldichte usw. Wei- schen Wellennormale im. durchsich- 4 4 5
ter gebrauchte Bezeichnungen: Ruhe- tigen Medium und Lotauf der Grenz-
druck, _Ruhetemperatur, Gesamt-
druck, Gesamttemperatur. Auch wenn
fläche, x den Winkel zwischen Wel-
lennormale im absorbierenden Me-
a
34 35
Kettenreaktion Kilogramm
Je nachdem, ob || <1 oder > 1 ist, liegt; man erhält dann einen Band- b) Von Zweipolen. Jede *Reaktanz- ‚grammprototyp). Von diesem Urkilo-
wird ]', imaginär oder reell (evtl. mit pa} funktion kann nicht nur durch eine ‚gramm erhielt jeder der an die Me-
konstantem Imaginärteil). Im ersten Während sich die bisherigen Betrach- Reihenschaltung von einer Kap: terkonvention von 1875 angeschlos-
Fall erhält man nur eine von derbe- tungen auf unendlich lange Ketten iner Selbstinduktion und Schwi senen Staaten durch Verlosung eine
trachteien Frequenz abhängige Pha- bezogen, sind die K. praktisch stets zungskreisen aus beiden Schaltele- Kopie, die in dem Staatslaborato-
senverschiebung zwischen U, und von endlicher Länge. Die Formeln menten mit bestimmten Sperrfre- rium aufbewahrt wird (in Deutsch-
U„;ı, im zweiten Fall aber Dämp- für die Dämpfung bei n Gliedern n, sondern auch durch eine K. land in der Physikalisch-Technischen
fung. Dementsprechend kann man ist 7; mit n zu multiplizieren — blei- rt werden. Sie besteht aus Ka- Bundesanstalt). Von diesen Kopien
beim Durchlaufen der Frequenzskala ben näherungsweise gültig, wenn die pazitäten in den Längszweigen und werden wiederum weitere Kopien
Durchlaßbereiche und Sperrbereiche Kette mit einem Widerstand abge- Induktivitäten in den Querzweigen (Subnormale) angefertigt und an
unterscheiden. Die Grenzen zwischen schlossen ist, der vom Wellenwider- oder umgekehrt. Ist n deı nachgeordnete Dienststellen (Eich-
beiden heißen Grenzfrequenzen. Be- stand, der ja eine Funktion der Fre- Reaktanzfunktion, so. beı ämter) gegeben. Das jetzt maßgeben-
sonders einfache Formen von Sieb- quenz ist, möglichst wenig abweicht, genau n Schaltelemente. Diese Schal- de Urkilogramm wurde 1889 ge-
ketten ergeben sich aus Vierpolen d.h., wenn der Abschlußwiderstand tungen heißen auch Kettenbruch- schaffen.
dem Wellenwiderstand angepaßt ist. schaltungen, da sie aus Kettenbruch- Während kein Zweifel darüber be-
Um mit möglichst wenigen Schalt- entwicklungen der Reaktanzfunktion steht, daß der Platin-Iridiumzylinder
4 4 h elementen auszukommen, erweist es zu entnehmen sind. Näheres s. Zwei- eine bestimmte Masse repräsentiert,
sich als zweckmäßig, als Widerstän- pol. [2] waren viele Jahrzehnte lang die An-
de Rı und R» Schwingungskreise zu Kettenverbindungen, s. Verbindun- iten darüber geteilt, ob die Ein-
verwenden, durch die die Dämpfung gen, chemische. heit K. seine Masse oder sein Ge-
bei bestimmten endlichen Frequen- keV, Kurzzeichen von Kiloelektro- wicht, d. h. die senkrecht nach unten
Abb. 2 ‚Abb. 3 zen unendlich groß wird, die sog. nenvolt wirkende Kraft angibt. Die Physik
der Abb.2 und 3 (7- und x-Glieder), Dämpfungspole erzeugen und diese 1 keV = 10° eV. [13] verstand unter einem K. eine Masse,
undzwar gilt in beiden Fällen Polfrequenzen auf verschiedene, ge- kg, Kurzzeichenfür die Einheit Kilo- die Technik eine Kraft. Als Begrün-
U=1+Rı/Re eignet zu wählende Frequenzen zu gramm. [13] dung wurden die »Maßsysteme« -
legen. Die Teilvierpole sind dann al- jetzt *Dreiersystem - mit den Grund-
beim T-Glied so nicht mehr gleich; man gibt ihnen
kHz, Kurzzeichen von Kilohertz
größenarten »Länge-Masse-Zeit« und
abergleichen Wellenwiderstand. 1 kHz = 10° Hz.[13] inge-Kraft-Zeit« geschaffen bzw.
B=2Rı+ c-&1 Die vorstehend in ihren Grundzügen Kikuchi-Linien, von Kikuchi 1928 herangezogen, wobei jede Partei ihr
umrissene Theorie der K. ist sog. entdeckte helle und dunkle Linien im Systemals das allein richtige bezeich-
beim z-Glied Wellenparameter-Theorie, für die Elektroneninterferenzbild einer nicht nete. In Wirklichkeit sind diese bei-
BER; Contre 2, Rı Begriffe Wellenwiderstand und Vier- extrem dünnen Kristallschicht. Sie den Dreiersysteme vollkommen
poldämpfung charakteristisch sind entstehen dadurch, daß zwar schon gleichberechtigt und können auch bei
und die sich in Strenge auf unend- genügend diffuse Streustrahlung vor- Strengsten mathematischen Ansprü-
lich lange Ketten bezieht. Vor etwa handen ist, um die Raumgitierinter- chen nebeneinander benutzt werden.
Das Vierpolübertragungsmaß, sein 25 Jahren ist von Cauer und Piloty ferenzen der Einfalls-Strahlrichtung Der Streit darum ist also müßig und
Realteil, die Vierpoldämpfung, und eine neue Theorie entwickelt worden, zu verwischen, aber gerade aus der dadurch gegenstandslos geworden,
il, die Vierpolphase, die sog. Betriebsparameter-Theorie. gestreuten Strahlung von jeder Netz- daßdie der Kraft entsprechende Ein-
haben also für T- und »-Glieder den- Sie hat direkt die Berechnung von cbenenschar eine selektive Braggsche heit *Kilopond (Kurzzeichen kp) ge-
selben Wert. Dagegen unterscheiden Vierpolen nach ihren Betriebseigen- Reflexion erfolgt, welche in der Re- schaffen wurde und. benutzt wird.
sich ihre Wellenwideı ‚de. Veı schaften zum Gegenstand, d. h. nach lexionsrichtung mehr, in der Durch- Natürlich muß man in der Bezei
wendet man z. B. im Längszweig eine rem Verhalten bei Abschluß mit. gangsrichtung entsprechend weniger nung der in Betracht kommenden
Spule, im Querzweig eine Kapazität, einem Ohmschen Widerstand oder“ Strahlungliefert. Größen auch die Unterscheidung von
so ist auch bei Leerlauf und Betrieb mit Auch für Röntgen-Strahl-Interferen- kg und kp berücksichtigen, z. B. bei
Rı=joaL, Rı-1joC, einer Strom- oder Spannungsquelle zen konnten ab 1934 von Kossel und Kränen
U=-1-@®LcC. mit oder ohne Innenwiderstand. Auch ien Schülern ähnliche Erscheinun- entweder Trag-
die so berechneten Vierpole lassen. 'n nachgewiesen werden. [1] fähigkeit 10000 kg = 101
von @ ist also | 4 | sich als K., allerdings viel komplizier- Kilo, Kurzzeichen k, Vorsatz für oder Tragkraft 10000 kp = 10Mp,
<1, Tı imaginär (Durchlaßbereich); terer Art, realisieren. Näheres über Vinheiten, bedeutet den Faktor 10°. dagegen nicht
für große ® ist |@|>1, Tı reell
Vierpoltheorie siehe diese.
(Sperrbereich). Man erhält einen sog. Lır. Cauer, W.: Theorie der lincaren zeichen kg, gesetz- Tragkraft 10000 kg = 101.
Tiefpaß. Die Grenzfrequenz durch
'Wechselstromschaltungen. Berlin 1954. —
— 1 bestimmt und ergibt sich zu
Feldtkeller, R.: Einf. in die Theorie der
liche deutsche undinternationale Ein- Teile und Vielfache der Einheit K.
werden durch Vorsätze vor die Ein-
= YILT. Vertauscht man L mit
Rundfunk-Siebschaltungen. Leipzig 1940.
- Feldtkeller, R.: Einf. die Siebscha- Sie ist also eine *Grundeinheit und heit Gramm gebildet:
C, so erhält man einen Hochpaß. tungstheorie der elektrischen Nachrich- seit dem 26. 9. 1889 durch einen beim 1 Megagramm 1 Mg = 10°kg =
Durch Verwendung von Schwin- tentechnik. Stuttgart 1956. [2] Bureau International des Poids et 1 Tonne,100 kg Dezitonne = 1dt
gungskreisen als Widerstände Rı und Kettenreaktion, s. Kernkettenreak- Mesures im Pavillon de Breteuil in
Re können. Kettenleiter konstruiert tion. vres bei Paris aufbewahrten Zylin- (für 100 kg ist oft noch, vor allem im
werden, bei denen ein Durchlaßbe- Ketfenschaltung. a) Von Vierpolen, der aus Platin-Iridium definiert und Handel, die alte Bezeichnung Dop-
reich zwischen zwei Sperrbereichen s. Kettenleiter. verkörpert (internationaler Kilo- pelzentner im Gebrauch),
36 3
Kilogrammkalorie Kinematik
1 Milligramm = Img = 10°g = dern nach der im gelieferten Gasent- Rotation um den Schwerpunkt mit invarianten Grundgesetzen hat man
haltenen Wärmemenge, da Stadt-
10° kg, Hilfe des Vektors der jeweils augen- jedoch die relarivistische K. nicht an
1 Mikrogramm = 1 ug = 10%g = und Ferngas fast ausschließlich zur lichen Winkelgeschwindigkeit w die oben erwähnten Hilfsgrößen,
Erzeugung von Wärme verwendet
10° kg. welche durch ihre Pfeilrichtung sondern an entsprechende *Vierer-
Das Zeichen statt ug ist nach DIN werden. Der Verrechnung soll also Stellung und den Drehsinn der vektoren anzuknüpfen, z.B. in der
1301 unzulässig. nicht mehr das Volumen, sondern momentanen Drehachse, durch ihren Mechanik des Massenpunkts den
ir. Sacklowski, Volumen X Heizwert zugrunde ge- Betrag die Größe des in der Zeitein- Viererimpuls & bzw. die Viererbe-
Ben und Einheiten. Einheitenlexikon. legt werden. Als Verrechnungseinheit durchlaufenen Drehwinkels an- schleunigung « zu betrachten. Zur
wird bisweilen die Kilowärme oder
Stuttgart 1966. - Stille, U.: Messen und bt. Bildung dieser Begriffe gelangt man
Rechnen in der Physik. "Braunschweig die Gas-Therme = 100 kcal = 1 Der Strömungszustand einer Flüssig- nach dem Vorgang H. Minkowskis
1961. [13] Mcal (Megakalorie) = 4,186 - 10° J keit wird meist durch Angabe des am leichtesten durch eine Konstruk-
Kilogrammkalorie, nicht mehr übli- verwendet. [9] Vektorfelds der Strömungsgeschwin- tion in der vierdimensionalen Raum-
che Bezeichnung für eine kalorische Kimm (oder Kimmung) bezeichnet digkeit ©(x,y, 2,2), gegebenenfalls Zeit-Welt, die in der Abb. in einem
Energieeinheit, die den 10*fachen Be- den Horizont auf dem Meere. Der auch noch durch Angabe ihrer ver- zweidimensionalen Schnitt. dargestellt
trag der Grammkalorie angebensol
15,gleichbedeutend mit Kilokalorie. von einem Beobachtungsort aus ge-
sehene Winkel zwischen Horizontal-
änderlichen Massendichte @ (x, y, 2,1)
und des in ihr herrschenden Drucks
ist. Das kinematische Schicksal eines
Massenpunkts ist darin durch seine
Kilokalorie, Kurzzeichen kcal, der ebene und K. heißt K.-Tiefe. Er »Weltlinie« angegeben,deren Linien-
1: .p (x, y, 2, 1) beschrieben.
hängt außer von der Höhe des Be-
10°fache Betrag der kalorischen Ener- obachtungspunktes Die’K. ebener Wellen element ds = (dr, du) in den Projek-
über der Meeres- u= u0c08 (kex + kıytkaz- m) tionen auf die Raum- und Zeitachsen
gieeinheit *Kalorie im kalorischen oberfläche von den Brechungseigen- seine_Ortsverschiebung dt während
Vierersystem. [13] schaften der wassernahen Luftschicht benützt als Beschreibungselemente des tervalls du = c-dt erken-
Kurzzeichen Xp, eine in ab. 133] neben der Amplitude w den zu den nen läßt. Da aber diese Projektionen
den mechanischen *Dreiersystemen Kinematik. Lehre von der bloßen Ebenen gleicher Phase senkrechten keine vom Koordinatensystem unab-
bestehende Krafteinheit. Beschreibung einer Bewegung mit Ausbreitungsvektor hängige invariante Bedeutung haben,
Die Einheit K. ergibt sich aus der Hilfe geeigneter Koordinaten, Ge- U = (ka, ku, ka), so kann die dynamische Grundglei-
Gleichung schwindigkeiten, _Beschleunigungen der gleichzeitig die Fortschreitungs- hung auch nicht die gewöhnliche Ge-
Kraft = Masse X Beschleunigung. usw., im Gegensatz zur *Dynamik als rıchtung der Welleangibt, und die schwindigkeit » noch die aus ihr her-
Sie ist definiert als das Gewicht gungLehre von der Erklärung der Bewe- Kreisfrequenz @. sind mit Wel- geleitete Beschleunigung 6 benützen.
(Kraft) einer Masse von einem Kilo- lange durch bewegende Kräfte. So- lenlänge A und zeitlicher Periode z Vielmehr nach den ‚Grundsätzen
gramm bei dem Normwert der Fall- jedes esHilfsmittel
sich um reine K. handelt,ist
der Beschreibung
durch A = 2 a/k, x = 2 lm verknüpft
u.a.m.
der Relativitätstheorie das pseudo-
euklidische »Quadrat des Betrags«
beschleunigung recht; sobald jedoch dynamische Be- Die meisten dieser Begriffe entstam- [de= dit - et. det =dtt - du? =
8u = 9,806.65 mis®; trachtungen angeschlossen werden men der vorrelativistischen Physik - du= — ed
also sollen, wird man mit Rücksicht auf und sind der Bedeutung der damali- eine Invariante, weshalb auch der im
1 kp = 9,806 65 m kg/s?. die dynamische Grundgleichung die ‚gen Grundgesetze angepaßt. Nach Ruhsystem des Körpers gemessene
Bewegung zunächst auf ein Inertial- der speziellen *Relativitätstheorie Eigenzeitzuwachs dio (einer mitbe-
Dadie Einheit Kilogramm durch die
Masse des in Paris lagernden Kilo- system beziehen, d. h. auf solche car- Einsteins und nach ihren *Lorentz- wegten Normaluhr) gemäß die? =
‚grammprototyps definiert ist, ist die tesische Raum- und Zeitkoordinaten, —dt’/e eine vom Koordinatensy-
Einheit K.. allerdings über die Norm- in welchen eben die Grundgleichung Ursel Ugigelg stem unabhängige Bedeutung hat.
fallbeschleunigunggx, ebenfalls durch in ihrer einfachsten Form erfüllt ist. v Daherist die Vierergeschwindigkeit
das Kilogrammprototyp definiert. Es Zum Beispiel beschreibt man in der
ist für Theorie und Praxis belanglos, Newtonschen Theorie die Bewegung
welche der beiden Einheiten Kilo- eines Massenpunkts durch Angabe
gramm oder K. als Grundeinheit be- seines Ortsvektors t (1) in einem Iner- ein Vierervektor mit invarianter Be-
trachtet wird. alsystem, bzw. von dessen Kompo- deutung. Ebenso, nach Multipli
Die Einheit K.ist bereits in einigen nenten x(d), y{i), 24) als Funktion tion mit der *Ruhmasse mo des Kör-
Ländern gesetzlich; in Deutschland der Zeit. Daraus werden die vekto- pers, dessen Viererimpuls 6 = mou
ist sie in DIN 1301 verankert. rielle Geschwindigkeit © (1) und Be- und seine Vierer-Beschleunigung.
schleunigung 64) gewonnen durch
Umrechnung: Bildungder ersten und zweiten Zeit- im
am Iiman:
1 kp = 9,806 65 Newton = 0,980 665 -
10° dyn, 1 Newton = 10° dyn = ableitungen gemäß
0,101 9716 kp. * dx dy dz ): Offenbar gilt nach der Definition von
Lir. Sacklowski, A.: Physikalische Grö- O0 \ar ardr larj?
Sen und Einheiten. Einheitenlexikon.
Stuttgart 1966. - Stille, U.: Messen und dx d’y dr dto/de = VI=WIEP = VI=Pr
Rechnen in der Physik. Braunschweig 0 (dar ar)- Daberist, auch u durch u(1/YI=T-
1961. [13] Die K. des starren Körpers benützt -®,c) mit der gewöhnlichen Ge-
Kilo-Wärme. In der Gaswirtschaft für die “Translationsbewe- schwindigkeit » verbunden. Ferner ist
wird zum Teil nicht mehr nach der gung, seines Schwerpunkts dieselben
abgegebenen Menge verrechnet, son- Begriffe; andererseits schildert sie die = (6, m c), wobei
38 39
Kinematographie ‚kinetische Gleichungen
6 = mu = (mo/yI By einem neuen Ruck weitergeschaltet Geschwindigkeit von 40 m/s von einer von nur etwa zehn Bildern begnügt.
den Impuls im gewöhnlichen Sinn, werden. Während der Film auf dem Trommel auf eine zweite umwickeln. Nachdem sich gezeigt hatte, daß die
jedoch gebildet mit der »bewegten Bildfenster in Ruhe steht, öffnet und alb wurden Maschinen gebaut, Dauer eines elektrischen Funkens
Masse« schließt sich der Verschluß, der die bei denen der Film auf den Lauf- unter günstigen Bedingungen von der
m = mi yI=R Belichtung bzw. die Projektion be- kranz eines Schwungrades aufge- Größenordnung 10”s ist und man
bedeutet. wirkt. Die ruckweise Bewegung wird spannt wurde. So lassen sich Ge- in nebeneinanderliegenden Funken-
Mit Hilfe dieser kinematisch definier- bewirkt entweder durch den »Grei- schwindigkeiten bis etwa 300 m/s er- strecken Funken in einem zeitlichen
ten Vierervektoren läßt sich die fer«, eine Gabel, die in die Perfora- reichen: Zeitlupe von Suhara, 4m Abstand von 10°% s überspringenlas-
Grundgleichung der relativistischen tionslöcher eingreift, oder durch den langer Film, Bildfrequenz 60.000 s*. sen kann, ergab sich die in der Abb.
Dynamik gleichlautend mit der New- »Schläger«, einen exzentrischen Stift Mittels eines eleganten Kunstgrif schematisch gezeichnete Anordnung:
tonschen Form schreiben: ® = d&/dı am Umfang eines Zahnrades, oder, konnten Cranz und Schardin d Die Funkenstrecken (a, b, c) d, e, f
besonders bei den Projektoren ver- Bildfrequenz auf 3-10°5' stei- @, h, D werden durch die langbrenn-
bzw. PyT=B = d6jdio, wie im wendet, durch das *Malteserkreuz. gern, falls man sich mit einer Reihe weitige Linse L von großem Durch-
Abschnitt über die *Minkowski-Kraft Neben diesen mit ruckweise beweg- messerin die kleinen Kameras (”, R',
‚näherausgeführt wird. [4] tem Film arbeitenden Verfahren ET, ed(c, b', a’) abgebildet. Von
Kinematographie ist, nach einer De- kann manauch mit einem kontinuier- einem der Objektive (z.B. von /’)
finition von K. Leistner, »die Tech- lich laufenden Film arbeiten und das aus gesehen, erscheint die Linse L
nik der bildlichen Wiedergabe von Bild während der Belichtung oder der dann, und nur dann, blendend hell,
Bewegungsvorgängen durch rasch Projektion durch optische Mittel in wenn der Funken bei / überschlägt.
nacheinander erfolgende Darbietung Ruhe halten (Spiegel, Prisma). Dieses Die Kammern sind auf die Ebene 5,
‘von photographisch gewonnenen Bil- als optischer Ausgleiche bezeichnete S fokussiert, in der das Geschoß vor-
dern mehrerer Einzelphasen dieser Verfahren gestattet, höhere Bildfre- beifliegt. Neuerdings kommt man
Bewegunge. Die Einzelbilder sind al- quenzen zu erreichen; es wird vor al- unter Verwendung von Kerr-Zellen-
so für den kleinen Bruchteil einer Se- lem für Zeitdehneraufnahmen ver- verschlüssen bis zu zeitlichen Bildab-
kunde, in dem sie geschen werden wendet. ständen von 10° s.
können, in Ruhe. Der psychologische Während man bei der Wiedergabe Die Optik der Wiedergabe-Geräte ist
Eindruck der Bewegung einzel aus physiologischen Gründen an eine der der gewöhnlichen Projektionsap-
Elemente des Bildes entsteht, wie Bildwechselzahl von etwa 24 Bildern parate ähnlich, unterscheidet sich
man durch überzeugende Versuche je s gebundenist, kann bei der Auf- aber von diesen in einem wesenili-
nachweisen kann, nicht durch Nach- nahme in Sonderfällen nach beiden chen Punkt: Beim Projektionsappa-
bildwirkung, sondern durch die sog. Richtungen hin von dieser Frequenz rat (mit relativ großem Diapositiv)
stroboskopische Gesichtstäuschung. abgewichen werden. Es macht keine wird die Lichtquelle in das Projek-
Der Träger der photographischen technischen Schwierigkeiten, falls tions-Objektiv hinein abgebildet:
Schicht ist, von seltenen Ausnahmen langsam verlaufende Vorgänge, etwa »Dia-Projektione. Bei der »Kino-
abgesehen, der an beiden Rändern das Wachsen von Pflanzen, darge- Projektione muß das kleine 18x24
perforierte Kinofilm. Er bestand frü- stellt werden sollen, durch eine mm-Bildchen mit möglichst starkem
her aus der leicht entlammbaren, Schaltuhrden Bildwechselbeliebig zu Licht durchstrahlt werden; deshalb
sehr feuergefährlichen Nitrozellulo- verlangsamen: Zeitraffer. Einer Er- legt man hier das vergrößerte und
se, welche heute weitgehend durch höhung der Bildfrequenz (Zeitdeh- unscharfe Bild der Lichtquelle in das
schwer brennbare Acetylzellulose er- ner) über 100 Wechsel je s hinaus ist Bildfenster. Als Lichtquellen dienen
setzt ist. Die Breite des Normalfilms dagegen durch die wachsende mecha- für Theaterzwecke Hochintensitäts-
ist 35 mm (Filmtheater); doch werden nische Beanspruchung des Filmmate- bogenlampen (*Beck-Effekt) mit schr
neuerdings auch breitere Bänder (bis rials eine Grenze gesetzt. Bei einem hoher Leuchtdichte. Neuerdings wird
70 mm) verwendet (Breitfilm). An- mit. gleichförmiger Geschwindigkeit auch die Xenonhöchstdrucklampe in
dere Bandbreiten sind (Schmalfilm) bewegten Film würde ein leuchtender steigendem Maße verwendet.
16, 9,5 und 8 mm. Punkt eines ruhenden Objekts in eine Lrr. Liesegang, F. P.: Hdb. dgpiakt.
Die Technik der K. zerfällt in zwei Lichtlinie auseinandergezogen wer- Kinematographie. Düsseldorf 1928. —
Aufgaben: Die Konstruktion der den. Diese Störung hat man besei- Aufsätze in der Zischr. ‚Die Kinotech-
Aufnahmegeräte und der indem man in den Strahlengang nik«. —- Cornwell-Clyne, A.: Colour Cine-
matography. London 1951. - Weise, H.:
gabegeräte. In beiden Planspiegel oder Glasprismen ein- Die Funmatographische Kamera. Wien
auf eine Vorratsspule gewickelte schaltet, die, mit der richtigen Win-
Film über einige Walzen zu dem kelgeschwindigkeit gedreht, das Bild Kinetik, chemische, s. Reaktionskine-
Bildfenster geführt und dann auf eine relativ zum kontinuierlich bewegten tik.
zweite Spule aufgewickelt. Normal Film in Ruhe halten (optischer_Aus- kinetische Gleichungen des Reaktors.
verwendet maneine Frequenz von 24 gleich). Beispiel: Zeitlupe der Zeiss- Die *Reaktorgleichungbeschreibt das
Bildern je s. In jeder einzelnen Pc- Ikon A.G.bis 2000 Bilder/s. differentielle, \okale Verhalten der
riode muß das Filmstück ruckweise Bei ballistischen Untersuchungen ge- Neutronendichte im Kernreaktor. Bei
beschleunigt, dann in exakt derselben ‚nügt auch diese Frequenz noch nicht. Reaktivitätsänderungen (z.B. Bewe-
Lage wie seine Vorgänger auf dem Andererseits kann man nach Schar- gen eines Regelstabes) liefert die
Bildfenster festgeklemmt,endlich mit din einen Film höchstens mit einer zeitabhängige Reaktorgleichung die
#0 4
kinetische Kurven Kirchhofi-Clausiusscher Satz
‚gehörigen verzögerten Neutronen. In
örtliche Anderung der Neutronen- Temperatur wieder. Auch können zum Zeilenanfang zurückkehren zu
dieser allgemeinen Form erfassen die
dichte. Vom Standpunkt der Reak- «lurch Messung und Vergleich der k. lassen. Umeinen soichen Spannungs-
k.G. das Verhalten des Reaktors als
torsteuerung und -regelungist jedoch K. Aussagen über den jeweiligen Zu- verlauf zu erzeugen, wird ein Kon-
Ganzes, unter Berücksichtigung des
das integrale Verhalten des Reaktors and, der nach bestimmter Zeit bei densator durch einen konstanten La-
Einflusses der verschiedenen Reak-
von Interesse. Dieses wird von den einer bestimmten Temperatur ent- destrom (über eine Elektronenröhre)
k. G.beschrieben: torzonen und Neutronenenergien so- standen ist, gemacht werden. Es wer- aufgeladen, so daß seine Spannung
wie des Reflektors. dien auf diese Weise z. B. Messun- proportional mit der Zeit ansteigt.
Eeka-en-u7 + Da bei kleinen Reaktivitäten @ = gen der Härte, der Wärmetönung, Den plötzlichen Spannungsabfall am
m (k — Dik die stabile Periode des Re- des elektrischen Widerstandes und Ende der K. erreicht man durch sehr
aktors kaum von der Neutronenle- der Thermokraft ausgeführt. Häufig rasche Entladung des Kondensators
+) Act, bensdauer abhängt (s. Zeitkonstante wird dann noch ein Vergleich mit bei Erreichen der gewünschten Span-
und Lebensdauer), kann man in die ‚Röntgen - Interferenz - Beobachtungen nung. Diese Entladung kann über
del
obenstehende Gleichung, 1* = IIk = durchgeführt. Aufdiese Art und Wei- eine parallel zum Kondensator ge-
En uBıkir - Ach const einführen und erhält die ver- se ist es möglich, an ein und demsel- schaltete Funkenstrecke erfolgen oder
einfachte Form ben Material Einflüsse kleiner Ver- über eine Kippschwingröhre (Thyra-
m
dn _0-eß +)Acıta, unreinigungen festzustellen und auch tron, Stromtor), über die sich der
eB= Yahı. @ E- Aussagen über die Vorgeschichte des Kondensator bei Erreichen der Zünd-
A Materials zu machen. So konnten z.
B. durch Aufstellung der k.K. die
spannung der Röhre sehr rasch ent-
lädt. Auch Schaltungen mit Elektro-
Die Bedeutung der einzelnen Größen Kalt- und Warmaushärtungsmecha- nenröhren sind möglich. Falls der
in dieser Gleichung hängt davon ab, a ufn- ACı. @ nismengetrennt werden. Spannungsanstieg nicht streng linear
welche Form der Reaktorgleichung zu sein braucht, genügt es, parallel
man als Ausgangspunkt wählt. Mit Die physikalische Bedeutung der k. Lir. Dehlinger, U.: Theoretische Metall-
zum Kondensator eine "Glimmlampe
Hilfe der *Einflußfunktion kann man G. iegt in folgendem.Die erste G)
kunde. Berl 1955. — Hdb. d. Physik.
die k.G. ziemlich allgemein gestal- hung stellt eine Bilanz des (verall
Hrsg. Flügge. Band VIl/2. Kristall- zu schalten, die bei Erreichen ihrer
ten. Unter n () ist dann der verall- gemeinerten) Neutroneninhalts des physik II. Berlin 1958. [15]
kinetische Theorie der Materie, s. Zündspannungzündet und den Kon-
‚gemeinerte Neutroneninhalt des Re- Reaktors dar, die ihrerseits mit dem Gastheorie, kinetische, und Wärme- densator soweit entlädt, bis ihre Ab-
aktors zu verstehen, unter k(i) der Leistungsniveau zusammenhängt. Das reißspannung (Löschspannung) er-
verallgemeinerte Multiplikationsfak- erste Glied auf der rechten Seite er- iheorie, kinetische. reicht ist und die Glimmentladung
tor und unter /(t) die verallgemei- faßt die prompten Neutronen: Von Kippmoment, größtes Drehmoment, wieder aussetzt, worauf der Vorgang
nerte Lebensdauer der Neutronen. den Spaltneutronen ist der Anteil das ein Drehstrommotor bei Nenn- von neuem beginnt.
Durch den Faktor eı, der in vielen (1 — 8) prompt. Ein Neutron, das für spannung und Nennfrequenz entwi Lrr. Richter: Elektr. Kippschwingungen.
Fällen => 1 gesetzt werden kann, wird den Fortgang der Kettenreaktion auf keln kann. Bei Motoren, die den Leipzig 1940. [33]
der *Einfluß des Neutronenspek- dem bisherigen Niveau benötigt wird, vom Verband Deutscher Elektrotech- Kippzwillinge, s. Kristallzwillinge.
muß abgerechnet werden. Das zweite niker herausgegebenen »Regeln für Kirchhofl, Gustav Robert. Deutscher
trums, d.h. der Unterschied in der elektrische Maschinen« entsprechen, Physiker. Geb. 12. 3. 1824 in Königs-
Anfangsenergie der prompten und Glied beschreibt den Beitrag der ver- soll das K. mindestens das 1,6fache berg i. Pr., gest. 17. 10. 1887 in Berlin.
der verzögerten Neutronen,in Rech- :ögerten Neutronen, das dritte den des Nenndrehmoments betragen. Bei 1850-1854 a. o. Prof. an der Univ.
nung gestellt. Mit , ist der Ant r äußeren Quelle. Die zweite Breslau, 1854-1875 0. Prof. an der
der verzögerten Neutronen aus der Gleichung stellt eine Bilanz der Mut- Belastung mit Drehmomenten ober-
Iialb des K. bleibt der Motor stehen. Univ. Heidelberg und ab 1875 0.
i-ten Gruppe, bezogen auf ein Spalt- terkerne dar: Das erste Glied be- Die Kippdrehzahl ist die zum K. ge- Prof. an der Univ. Berlin. Arbeiten:
neutron, mit Aı die Zerfallskonstante schreibt ihre Entstehung bei den hörende Drehzahl der Drehmoment- Mit Bunsen zusammen Entdeckung
der entsprechenden Mutterkerne be- Spaltungen, das zweite ihren Zerfall. Drehzahl-Kennlinie. Sie liegt beim und Begründungder Spektralanalyse;
zeichnet. Der Einfluß dieser Mutter- Das zweite Glied witt in der ersten Kurzschlußläufer-Motor etwa bei 60 Forschungen über Wärmeleitung und
kerneist durch Gleichung als Gewinn auf, da jeder bis80% der synchronen. Drehzahl. Thermodynamik; Beweisführung über
alm- zerfallende Mutterkern ein Neutron den Zusammenhang zwischen Emis-
hervorbringt. Die zweite Gleichung, Kippschwingungen nennt man Schwin- ion und Absorption des Lichtes bei
ist insgesamt m-mal_anzuschreiben, ngen mit einer sägezahnförmigen glühenden Körpern; spektrale Unter-
See WW) CidaW- dv, wenn m die Zahl der verzögerten ingungskurve. Sie sind in der suchungen der Sonne, der Fixsterne
Gruppenbedeutet.
ö Die k.G. werden in der Reaktorki- anik von geringer Bedeutung,
dagegen in der Elektrotechnik wichtig
und Nebelflecke; Herausgabe eines
Aulas des Sonnenspektrums. [43]
der Einfluß einer äußeren Quelle netik für verschiedene vorgegebene zur Steuerung von Vorgängen. So Kirchhoff-Clausiusscher Satz. In ei-
durch Funktionen k (t) untersucht. wird z. B. beim *Kathodenstrahlos- nem im Strahlungsgleichgewicht
Lit. Reactor Handbook, AECD-3645,
1955. - Grümm, H., und K. H. Höcker: Allographen für die Zeitablenkung findlichen Hohlraum, der Medien mit
a -[[o« W)-O@W,NdW-dV Reaktorkinetik und -Störungsrechnung. cine linear anwachsende Spannungbe- verschiedenen Brechungsquotienten
Erg. d. ex. Naturwiss. Bd. 30. 1957. [35] nötigt, die am Ende der Periode plötz- umschließt, besteht folgender Zusam-
RO kinetische Kurven geben bei der Be- lich Null wird. Derselbe Spannungs- menhang zwischen der spezifischen
gegeben. Dabei bedeutet ®* die Ein- trachtung der Kinetik der *Ausschei- verkauf ist notwendig, um in einer in angrenzenden
Außfunktion, Cı (t, i) die Konzentra- dungen die zeitliche Veränderung l'ernschröhre den Elektronenstrahl
tion der Mutterkerne i-ter Sorte und zahlreicher Eigenschaften während eine Zeile entlang zu führen und ihn Kı _ Re
1(W) das Energiespektrum der zu- der Reaktion bei konstant gehaltener, «dann in vernachlässigbar kleiner Zeit nn
42 #3
Kirchhoffsche Formel Kirchhoffsche Strömung
(R spezifische Strahlungsintensität, n der Produkte aus den einzelnen Wi- das K. S. natürlich auth für einen be- Temperatur des schwarzen Körpers
Brechungsquotient). Die Beziehung derständen und den sie durchfließen- liebigen Austrittswinkel #, p ausspre- als bekannt vorausgesetzt war, ist es
rührt von Kirchhoff her,ist aber auch den Strömen) gleich der Summe der chen. Dannist nur darauf zu achten, auch die der Flamme.Hierbeiist al-
bereits von Clausius aus dem Il. in diesem Kreise vorhandenen elek- daß Emissionsvermögen und Absorp- lerdings vorausgesetzt, daß die Licht-
Hauptsatz der Wärmetheorie herge- tromotorischen Kräfte. Es gilt daher tionsvermögen (bzw. Absorptions- anregung in der Flamme eine rein
leitet worden, indem er nachwies, daß die Gleichung: zahl) auf die gleiche Richtung bezo- thermische ist und sich die Flamme
bei ihrer Außerkraftseizung Wärme ERnIn— D Un. sen werden. Das Emissionsvermögen im Temperaturgleichgewicht befindet.
cs schwarzen Körpers e (v,T) ist de Lir. Kirchhoft: Ostwalds Klassiker N;
ohne Kompensation aus einem
dium niedriger solches höherer
Me- Bei Wechselstrom sind noch die Span- initionsgemäß winkelunabhängig, 100. 1898. — Schaefer, Cl.: Einf. in
Temperatur übergehen würde. Die nungen an den im Stromkreis befind- theor. Physik. III, 1. Berlin 1950. —
iichen Kondensatoren in die zweite Kohn, H.: Ann. Phys. 44, 749. 1914. [17]
Kirchhofische Strömung. Werden
Bezeichnung K.-C. S. ist etwas aus
der Gewohnheit gekommen;sie fin- K. R. einzubeziehen. zer Körper strahlt eben streng nach Körper mit geradlinigen Begrenzun-
det sich nur noch in der älteren opti- Die erste K. R. ist eine Folge dı dem Lambertschen Gesetz. gen, also ohne sog. »Stromlinien-
schen Literatur (z. B. bei Drude). Im Tatsache, daß sich die Elektrizität in Die Funktion e (v) stellt das Emis- forme, angeströmt, so kann die Str
Leitern wie eine inkompressible Flüs- sionsvermögen des »absolut schwar- mung ihrer Kontur nichtfolgen: Sie
Jahre 1910 hat v. Laue den K.-C.S. igkeit verhält (div j = 0). Die zweite zen« Körpers dar, wie man unmittel- löst sich ab (s. Grenzschichtablösung).
auch auf absorbierende Medien aus-
gedehnt. Die von ihm abgeleitete For- K. R. läßt leicht aus den Max- bar erkennt, wenn man A (v,T) für Es bildet sich ein Totwasser, das
wellschen Gleichungen ableiten. Als alle Frequenzen gleich 1 setzt. Das K. durch eine »Trennungsfläche« von der
mel erfuhr durch eine Arbeit von v. einfache Folgerungder K. R. verhal- S.ist ein hervorragendes Beispiel für »gesunden« Strömung getrennt i
Fragstein eine Korrektur; sie lautet
jetzt: ten sich in zwei parallelgeschalteten die systematisierende Kraft der Na- Schon Helmholtz hat auf die Mö,
rn die Stromstärken umgekehrt turgesetze, indem es mit einem Schli
RD Reith wie die Widerstände: Iı : Is Ra: Rı. ze das Studium der verwickelten A| lichkeit solcher Trennungsflächen hin-
gewiesen. Kirchhoff hat die Hodogra-
Mm fmüller, K.: Eit ji. d. theor. hängigkeiten des Emissions- undAl phenmethode (s. Strömungslehre,
wobei x der Absorptionsindex, n der Kirchhoffsches
Elektrotechnik. 3. Aufl, Berlin 1941. 12]
Strahlungsgesetz. Der sorptionsvermögens von den Mate- komplexe Methoden) benutzt, um
reelle Brechungsquotient ist. Quotient aus dem Emissionsvermögen rialeigenschaften der strahlenden solche Strömungen unter der An-
Lit. Drude: Lehrb. d. Optik. 1900. - Ev)der von cm? der Oberflä Körperauf ein solches derStrahlung nahme zu berechnen, daß im Tot-
Schaefer, Cl.: Einf. in die theor. Kirk, eines strahlenden Körpers in senk- eines einzigen Körpers, nämlich des wasser der ungestörte Druck herrscht.
II, 1. Berlin 1950.
, rechter Richtung den Raumwinkel »absolut schwarzen«, zurückführt. Diese Annahmeist unrichtig, da sich
Phys. 32, 1090. 1910.
während 1s ausgesandten Strahlung Aus dem K. S.folgt, daß ein Körper die Trennungsfläche in’ Wirbel auf-
‚Phys. 7, "63. 1950. mn
Kirchhoffsche Formel, svw. *Thom- der Frequenz », dividiert durch das
eine bestimmte Frequenz um so bes- löst, durch deren Schleppwirkung das
‚Absorptionsvermögen A (v) ser emittiert, je besser er die gleiche Totwasser unter Unterdruck kommt,
son-Kirchhoffsche Formel. [17]
Kirchhoffsche Formulierung des Huy- pers bei der gleichen
Strahlung absorbiert, falls sie auf ihn Hierdurch sind die von Kirchhofeı
gensschen Prinzips, s. Huygenssches (Bruchteil der absorbierten Energie, fällt. Eine mit Ruß geschwärzte Me- mittelten Widerstände viel zu klein.
bezogen aufdie auffallende) tallfläche strahlt bei gleicher Tempe- Es ist aber bemerkenswert, daß unt«
abhängig von allen Materialeigen-
ratur bedeutend besser als eine blan- Durchbrechung des »hydrodynami
Kirchhofische Regeln (Verzweigungs-
sätze), zwei von Kirchhoff aufgestellte schaften, eine Funktion e (v) nur von ietet zudem eine be- schen Paradoxons« überhaupt Wider-
Gesetze, die für von stationären oder Temperatur und Frequenz: ikeit zur Temperatur- stände herauskommen. Weiterhin
bestimmung von Flammen (Methode reicht das Kirchhoffsche Totwasser
quasistationären elektrischen Strömen E@,T) der Linienumkehr): Läßt man die bis ins Unendliche, während das

—y
durchflossene Netze aus linearen
tern gelten und es erlauben,die St AWN -ew,nN Strahlung eines »absolut schwarzen«
rpers, dessen Temperatur regelbar wirkliche mit wachsender Entfernung
mein den einzelnen Zweigen zu be- Wenn manalso das Emissionsvermö- eingerichtetist, eine leuchtende Flam- hinter dem Körper langsam durch
rechnen, wenn die Ohmschen Wider- gen E (v, T) für senkrechte Ausstrah- me durchsetzen und bildet man diese den turbulenten Austausch ausgegli-
stände der Zweige und die gegebenen lung definiert, muß auch das Absorp- auf den Spalt eines Spektrographen hen wird. Trotz alledem gibt das
elektromotorischen Kräfte in dem tionsvermögen - was i. allg. nicht ge- ıb, dann erscheint auf der Matischei-
Netz bekanntsind. nügend betont wird - ebenfalls auf be’ das Linienspektrum der Flamme
; senkrechte Einstrahlung bezogen wer- entweder hell oder dunkel auf dem
den. Dies ist auch durchaus notwen- kontinuierlichen, von dem schwarzen
tenpunkt) mehrerer Leiter i dig, da dieses bei allen Substanzen Körper herrührenden Untergrund,je
Summe der zufließenden Su ebenfalls vom Winkel abhängt. (Im nach der Temperatur des schwarzen
gleich der Summe der abfließenden. übrigen ist auch noch zu unterschei- rpers. Wenn aber die Temperatur
Rechnet man zu- und abfließende den zwischen der differentiellen und der Flamme und die des schwarzen
Ströme mit entgegengesetztem Vor- der integralen, über den Halbraum Körpers übereinstimmen, dann ver-
zeichen, so ergibt sich die Gleichung: gemittelten Absorption; s. z. B. »Op- schwinden die Flammenlinien, da sie
Zm=0. tik«, 12, 60, 1955, dort Absorptions- ietzt die gleiche Helligkeit wie die
zahl und Absorptionsvermögen ge- Nachbarwellenlängen des Kontinu-
Die zweite K. R. (Maschenregel) lau- nannt.) Durch die Art der Definition ums besitzen. Man kann also umge-
tet: In jedem beliebig herausgegriffe- des Emissionsvermögens im K. S. kchrt aus dem Verschwinden der Li-
nen, in sich geschlossenen Stromkreis wird vorgeschrieben, daß hier die nien auf Temperaturgleichheit der
ist die Summe der Spannungsabfälle Absorptionszahl für senkrechten Ein- den Strahler schließen,d. h., da die
in den einzelnen Zweigen (Summe fal zu benutzen ist. Man kann aber
4
Kirkendall-Effekt
Klammerausdrücke
Stromlinienbild der K. St, einen gu- die Zinkatome schneller vom Messing wenn U das Formelzeichen für elek-
ten Einblick in solche Strömungen in das Kupfer als die Kupferatome b) Poisson-Jacobische K.Sie sind mit
irische Spannung ist. Die eckige den Lagrangeschen K. eng verwandt.
mit Trennungsflächen. Das bekann- in der umgekehrten Richtung diffun- Klammer darf nach DIN-Norm nur
teste Beispiel einer K.St.ist die abge- diert sind. Man muß den beiden um allgemeine Formelbuchstaben,
Sie sind definiert durch
löste Strömung um eine quer ange- Komponenten verschiedene Diffu- nicht aber um Einheitensymbole wie au Bv au Bv
strömte Platte (s. Abb.). Hier ergibt
die Kirchhoffsche Rechnung einen
sionskoeffizienten zuordnen.
Aus allen diesbezüglichen Versuchen, I V, Im, 15 usw., auch nicht um V, us] (an En
Widerstandsbeiwert &u = 0,880, wäh- die bereits an verschiedenen Legi m, s gesetzt werden.
rend die Messung c«=2,0 liefert. [11] rungssystemen durchgeführt sind, läßt Um Einheitensymbole dürfen auch wobei u und v irgendwelche Funktio-
Kirkendall-Effekt bezicht sich auf sich, schließen, daß die Diffusion in keine andersartigen Klammern ge- nen von p und sind. Es gelten
die *Diflusion in Legierungen. Die solch einem Falle vom normalen werden. die Identitäten
Beobachtungen wurden von Smi- Verlauf, d. h. Platzwechseltausch be- rüher wurde die eckige Klammerals wu] =0,
nachbarter Zink- und Kupfer-Atome, Zeichen für »Dimension von« ver-
gelskas und Kirkendall an &-Mes-
sing-Kupfer gemacht. Sie nahmen abweicht. Man kann denEffekt so er- wendet, s. Größe, Einheit. = Du,
klären, daß die beiden Komponenten b) Geschweifte K., Zeichen für »Zah- 9
einen «&-Messingblock, umwickelten
diesen mit dünnen Molybdändräht- unabhängig voneinander über *Zwi- lenwert vone. Beispiel: {c} Zahlen- in mmi=-Ipuul,
schengitterplätze diffundiert sind oder wert der Geschwindigkeit c. Der Zah-
chen und schieden anschließend elek-
daß die Diffusion durch die Bewegung lenwert einer Größe ist nur relativ zu 2
trolytisch eine Kupferschicht auf dem
von *Leerstellen erfolgt ist. Bei An- einer Einheit festgelegt, gemäß der ua” mul.
umwickelten Blech ab. Man hat also
zwei Legierungen verschiedener Kon- nahme eines Leerstellenmechanismus Gleichung Fernergilt die Jacobische Identität:
zentration, wobei, die Grenzfläche müssen im Kupfer Quellen und im Größe = Zahlenwert X Einheit.
durch die Drähtchen markiert ist. Messing Senken für Leerstellen vor- Beispiel: Die Lichtgeschwindigkeit c Tu, [v, wJ+Iv, [w, Wl+Dw,La, v]=0.
Läßt man nun bei höherer Tempera- handen sein. beträgt Mit Hilfe der obigen Beziehungen
tur die Konzentrationsunterschiede Die Größenordnungderauftretenden 3.101. 1cmıs kann man die kanonischen Bewe-
sich ausgleichen, so findet man nach Verschiebungen der Trennflächen gungsgleichungen (s. Hamiltonsche
einiger Zeit eine beträchtliche Ver- liegt bei 1/10 bis bei einigen 1/100. mm. Theorie) statt durch zeitliche Ablei-
schiebung der Kupfer-x-Messing- In der Abb. sind die Wanderung der tungen durch Poisson-Jacobische K.
Grenzfläche gegenüber ihrer ur- Trennfläche sowie die Lochzone im Relativ zur darstellen. Statt
sprünglichen Lage, wobei die Ver- Kupferbei einer Kupfer-Nickelprobe beträ .1010 23H
gut zu erkennen.
schiebung nach der Kupferseite er- Lır, Seith, W.: Diffusion in Metallen,2. Relativ zur Einheit 1 m/s 7, 0
folgt. Auf der Messingseite bildet sich Aufl. beträgt ihr Zahlenwert 3 - 10°
gleichzeitig eine gewisse Porosität aus, v. S. Berlin Hdb. d. Physik, hrg.
Relativ zur Einheit 1 km/s "qm, P1...Pn) = Ha-
da eine Verarmung an Gitterteilchen physikFlügge, Bd. VII, Teil 1, Kristall-
I. Berlin 1955.[15] beträgt ihr Zahlenwert 3 - 10° ktion) kann man auch,
eintritt.
der »obere« Schmelz- Relativ zur Einheit 1 km/min wenn man für u die Hamiltonsche
Weitere Untersuchungen haben ein- punkt bei üssigen Kristallen, s. Kri- beträgt ihr Zahlenwert 18 - Si Funktion H einsetzt, schreiben:
leutig gezeigt, ie eingelegten stall. [8] G«=[gu Hl, Pr=lpuHl. (2)
Molybdändrähtchen ihre Lage unver- Klammer. 2) Eckige K., Zeichen für Klammerausdrücke. a) Lagrangesche Wenn u und v zwei von den kanoni-
ändert beibehalten haben. Der Effekt »Einheit von« Beispiel: [U] = eine K. Es seien die kanonischen Koordi- schen Variablen (den px und qı) dar-
ist also darauf zurückzuführen, daß Einheit der elektrischen Spannung, naten ps undgu als Funktionen zweier stellen, gelten dieselben Beziehungen
Mapfer Parameter u und v . Dann wie bei den Lagrangeschen K.
wird zur Abkürzung der Ausdruck Die K. haben Analoga in der Quan-
Dar ‚Op _ pr „Bar (wv)
tenmechanik. Darauf beruhtihre Be-
ı du dv Bu Ev deutung bei der Lösungeiner Schwie-
k rigkeit, mit der sich die Quantenme-
esetzt. (u,v) heißt ein Lagrange- chanik bei ihrer Begründung ausein-
upsprüng- er K. Er ist invariant gegen kano- anderzusetzen hatte. Die Bewegungs-
liche nische Transformation der qx und pr gleichungen (1) eines mechanischen
Tmennflöche undstellt eine notwendige sowie hin- Problems enthalten nämlich im w
reichende Bedingung für das Vorlie- sentlichen partielle Ableitungen, di
gen einer solchen Tranformation dar. dynamische *Variable darstellen, die
Setzt man u = qu, v=qı, so erhält in der Quantenmechanik i. allg. keine
man Bedeutung haben. Nun ist es möglich,
u) = 0, mit Hilfe der Beziehungen (2), die
entsprechend sich aufjede Funktion / (q, p) verall-
Du pı) = 0.
‚gemeinern lassen:
Michel Für u = qu, v = pıergibt sich I=UH),
Lochzone im Kupfer (Vergr. 170fach) Owenni +1, die zeitliche Ableitung auf Poisson-
(aus Seith) Klammern zurückzuführen,zu denen,
(au pP) = du = |] wenni=1. wie oben gesagt, Analoga in der
4
Klang Klanganalyse
Quantenmechanikexistieren. Es zeigt Die Bezeichnungen Ton und Klang lligenfrequenz bildet. Die Wechsel- andererseits nach dem Passieren von
sich nämlich dort, daß der *Kommu- werden nicht immer_auseinanderge- spannung am Kondensator wird an elektrischen Filtern, die jeweils nur
tator von zwei quantenmechanischen halten. Die meisten »Tönex,z. B.die- das Gitter der Verstärkerröhre R ge- den Frequenzbereich einer Oktave
Größen A und B, der bekanntlich i. jenigen von Musikinstrumente, sind Ihr. Im Anodenkreis befindet sich hindurchlassen, von einer Reihe von
»Klänge«. Die Klanganalyse liefert
allg. nicht wie der klassischer Größen n Lautsprecher Z, in dem der Teil- Oszillographen registriert. Das Ver-
verschwindet, gerade die Eigenschaf- von ihnen ein Frequenz- oder ton, auf den der Resonator einge- fahren ist um so feiner, je mehr Filter
ten der Poisson-Klammern hat. Um *Klangspektrum. [12] stellt ist, zu hörenist. und Oszillographen verwendet wer-
mit der Erfahrung quantitativ im Ein-
klang zu bleiben, setzt man den Klanganalyse, ein Verfahren zur Be- An_ Stelle der Hervorhebung von den. Die Analysiergeschwindigkeit ist.
stimmung der Teiltöne eines *Klanges Teiltönen lassen sich auch Teiltöne groß, so daß auch rasch veränder-
Kommutator gleich iA mal der ent- nach Zahl, Art und Stärke. Die K. ist nach einer Interferenzmethode ent- liche Klänge untersucht werden kön-
sprechenden Poisson-Klammer,also eine Anwendung der harmonischen weder mit Hilfe von Luftsäulen in nen.
AB-BA=ih:[A,B]. *Analyse auf Klänge. Ist die Schwin- Röhren oder von Schwingungskreisen Eine automatische Aufzeichnung des
gungskurve eines Klanges vorhanden, auslöschen. Wird ein Klang bei einer Spektrums erlaubt das Suchtonver-
Dabei ist yY-1, R bedeutet das dann läßt sich diese mechanisch, bestimmten Frequenz des Resonators Jahren (Grützmacher). Bei ihm wirkt
Plancksche Wirkungsquantum/2 r. rechnerisch, zeichnerisch oder optisch verändert, dannist diese Frequenzals gleichzeitig mit dem zu untersuchen-
Bedeuten A und B zueinander kano- auswerten und in Teilschwingungen Teilton in ihm enthalten. Man kann den Klang ein Meßton mit langsam
nisch konjugierte Variable, z. B. pı zerlegen. Die älteste Form derK.ist so z. B. die Wichtigkeit bestimmter von 16Hz bis 10000 Hz. veränder-
und qı, so geht aus dieser Gleichung diejenige mit Hilfe von Helmholtz- F’requenzgebiete für die Erkennbar- licher Frequenz ein. Zwischen den
die quantenmechanische *Vertau- schen Resonatoren, metallischen keit von Sprachlautenfeststellen. Teiltönen und dem Meßton entstehen
schungsrelation der kanonisch konju- Hohlkugeln mit zwei Öffnungen. Hlektrische *Filter löschen ganze Fre- Schwebungen, welche ein auf tiefe
gierten Größen p, und glhervor: Durch die eine Öffnung dringt der quenzgebiete aus. Frequenzen abgestimmtes Filter pas-
4pı=piqi=ichlgpıl=i-h-ön. Schall in die Kugel ein und regt sie Sie finden z. B. bei der Oktavsiebana- sieren müssen und dann von einem
zu ihrer Eigenschwingung an. An der Iyse (F. Trendelenburg und Franz) Registrierapparat aufgezeichnet wer-
m anderen Öffnung befindet sich ein Verwendung,bei welcher das Schall- den. Abb. 3 zeigt im Schema die An-
Klang, Gehörsempfindung, die durch kurzes Ansatzrohr, welches in das spektrum in einzelne Oktaven aufge- ordnung. Der Suchton stammt von
zusammengesetzte Schwingungen im Ohr eingeführt wird. Ist in dem zu teilt und die Energie in jeder Oktave einem Schwebungssummer. Ein Uhr-
Bereiche der Hörfrequenzen ausge- analysierenden Klang ein Teilton, von einem eigenen Oszillographen werk dreht einen veränderlichen Kon-
löst wird. Die Schwingungsform des dessen Frequenz mit der Eigenfre- aufgezeichnet wird. Abb. 2 zeigt die densator und die Trommel in einem
K. ist periodisch. Im Gegensatz zum quenz des Resonators übereinstimmt, Methode im Schema. Der Klang wird Registriergerät, auf welcher das Spek-
K. stehen der *Ton, welcher durch dann wird dieser Teilton verstärkt von dem Mikrophon M aufgenom- trum aufgezeichnet wird. Kommt der
eine reine Sinusschwingung hervorge- wahrgenommen. Das Verfahren, zu men. Die Ströme werden in ver- Suchton, der sich dem zu untersu-
rufen wird, und das *Geräusch, des- dem eine größere Zahl von Resona- stärkt, unterteilt und gleichzeitig ei- chenden Fregienzgemisch überlagert,
sen Schwingungskurve kompliziert torenerforderlich ist, liefert nur qua- nerseits unverändert im Spektrum, mit seiner Frequenz in die Nähe eines
zusammengesetzt und unperiodisch litative Ergebnisse. An Stelle der
aufgebautist. Die Schwingungskurve Lufträume lassen sich auch andere
des K. läßt sich nach Fourierals eine Resonatoren verwenden, z. B. Stimm-
Summe von Sinusschwingungen, der gabeln. Eine Stimmgabel, deren Ei-
K. also’ als eine Summe von Teiltö- genfrequenz mit derjenigen eines Verstärker
nen auffassen, dem Grundton und Teiltones übereinstimmt, kommt zum
den Obertönen. Die Frequenzen der Mitschwingen,eine andere nicht. Oszio-
Teiltöne sind ganzzahlige Vielfache Einfacher sind Verfahren mit elektri- grophen
der Frequenz des Grundtones. Die schen Resonatoren (Hall-Kreisen).
Zerlegung eines K.in seine Teiltöne Abb.1 zeigt eine Schaltung. Das Mi-
besorgt die *Klanganalyse. Da im krophon M nimmt den Schall auf.
menschlichen Ohr ein Analysator Die Mikrophonströme gelangen über
vorhandenist, kann mandie Teiltöne einen Verstärker V zu einem Trans-
einzeln hören. Art, Zahl und Inten- formator Tr, der zusammen mit dem
sität der Teiltöne bestimmen die veränderlichen Kondensator K einen
Klangfarbe; die Frequenz des Grund- abstimmbaren Schwingungskreis und
tones bestimmt die Tonhöhe des K. damit einen Resonatorveränderlicher

“| y

Abb.1. Hall-Kreis Abb. 3. Suchtonverfahren



Klangfarbe klassisch.
Teiltones, dann wird die Amplitude stärke). Die Schwingungskurve eines yramm. Aus dem K. lassen sich Art, zwischen den Naturtönen sind groß,
des Schwebungstones größer. Nach Klanges läßt sich in Sinuskurven zer- 7ahl und Amplitude der Teiltöne die Spieltechnik daher nicht leicht. Es
Gleichrichtung und Ausfilterung der legen (s. Klanganalyse), welche den es Klanges entnehmen. Die Auf- gibt drei Klarinetten den Sı
tiefen Frequenzen wird sie mit Hilfe Teiltönen des Klanges entsprechen. nahmeeines K.ist Sache der *Klang- mungen C, B und A. Die Baßklari-
des Registriergerätes aufgezeichnet. Der Teilton mit der kleinsten Fre- analyse. Abb. 1 gibt das K.eines Kla- nette ist eine Oktave tiefer gestimmt.
Über ein nach dieser Methode aufge- quenz der Grundton. Die K.ist viertones (G, 98 Hz) bei drei ver- Der Tonumfang der K. beträgt 3!/a
nommenes Spektrum s. Klangspek- physikalisch bestimmt durch Art, schiedenen "Anschlagstärken nach Oktaven. Bei der C-Klarinette reicht
trum. Die Analysiergeschwindigkeit Zahl und Stärke der dem Grundton Meyer und Buchmann.Als Abszisse er von e bis c*, bei der B-Klarinette
ist relativ klein; es wird also ein zeit- überlagerten Obertöne, dagegen nicht sind die Teiltonnummern, als Ordi- von d bis f, bei der A-Klarinette
lich länger andauernder Klang vor- durch die Phasendifferenz zwischen naten die Amplituden im logarithmi- von cis bis a?. [44]
ausgesetzt. den Teiltönen. Es gehören also zu schen Maßstabe aufgetragen. Einem klassisch. Dieses Attribut kommt der
Eine weitere Methode der K. stammt Klängen verschiedener K. verschie- kontinuierlichen Geräuschspektrum Beschreibung von Vorgängen, Pro-
von E. Meyer und Thienhaus. Bei ihr dene Schwingungskurven, nicht aber ist ein Linienspektrum überlagert. blemen und Wissensbereichen der
wird Ultraschall mit dem zu analysie- zu verschiedenen Schwingungskurven Abb.2 zeigt das K. des gesungenen Physik zu, sofern diese in Raum und
renden Schall moduliert und mit Hilfe notwendig Klänge verschiedener K.
eines konkaven, zylindrisches Beu- Einer bestimmten K. entsprechen
gungsgitters aus Stahlstäben spektral vielmehr unendlich viele Schwin-
zerlegt. Das räumlich auseinanderge- gungskurven. Sie unterscheiden sich
zogene Schallspektrum kann mit ei- nur durch die Phasenbeziehungen
nem Kondensatormikrophon abge- zwischen den Teiltönen. Ein Klang
tastet werden. Letzteres ist mit einem wird also besser durch sein *Klang-
‚em Gleichrichter und spektrum als durch seine Klang- oder
Schwingungskurve, wie sie etwa von
einem Oszillographen aufgezeichnet
vorhanden ist, ist die Analysierge- wird, dargestellt. Die physikalische
schwindigkeit gleich der Abtastge- Festlegung der K. ist mit Hilfe der
schwindigkeit. Es können also auch *Klanganalyse möglich. Die K. im
schnell veränderliche Klänge analy- weiteren Sinn ist nach Untersuchun- ° 20 0 10 000 Eu 7223
siert werden. gen von Backhaus an Musikinstru- ‚Abb. 2. Klangspektrum des Vokals i
Lit. Kohlrausch, F.: Prakt. Physik, menten außerdem noch von den *Ein-
Stuttgart 1955. - Trendelenburg, F.: schwingvorgängen abhängig. [12] Vokals i nach Grützmacher, welches Zeit, d. h. im naiven Sprachgebrauch
Akustik, Berlin-Göttingen-Heidelberg Klangfiguren, s. Chladnische Klang- nach dem automatischen Suchtonver- »anschaulich«, erfolgt. Es ist somit
1961. [13] figuren. fahren (s. Klanganalysc) aufgenom- eine Kennzeichnung gewisser Zweige
Klangfarbe, eines der drei charakte- Klangspektrum (Schallspektrum), die men wurde. Als Abszisse ist hier die der theoretischen, beschreibenden
ristischen Merkmale eines *Klanges Darstellung eines *Klanges (Schalles) Frequenz aufgetragen. Dieses K. ist Physik. In dem Begriff »klassische
(neben der Tonhöhe und der Ton- in einem Frequenz-Amplituden-Dia- ein reines Linienspektrum, bei dem Physik« sind alle Bereiche zusam-
man zwei Gruppen unterscheiden mengefaßt, die der obigen Forderung
kann, eine um 300 Hz und eine um genügen. Dahin gehören z.B. die
2500 Hz. Diese Gruppen entsprechen Newtonsche Mechanik, die Maxwell-
den *Formanten des Vokals i. Vgl. sche Theorie des Elektromagnetis-
Klanganalyse. mus, die geometrische und die Wel-
Lit, Trendelenburg, F.: Akustik. Ber- lenoptik sowie die landläufige Ther-
lin-Göttingen-Heidelberg 1961. [12] modynamik innerhalb gewisser Gren-
Klarinette, Holzblasinstrument aus zen.
der Gruppe der Rohrblattinstrumente Außerhalb der »klassischen Physik«
—eTeillnstörks Usgarithimiech)

(s. Blasinstrumente) mit Klappenme- liegen die Relativitätstheorie und die


chanismus. Akustisch ist die K. eine Quantenmechanik, die man oft auch
sedeckte Zungenpfeife (s. Pfeifen). als smoderne Physike bezeichnet. Der
|| Schnitt zwischen klassischer und mo-
Sie ist etwa 60 cm lang, hat zylindri-
sche Bohrung,trichterförmige Schall- derner Physik ist einschneidend, da
öffnung und einen Schnabel mit ein- unsere gewohnte »anschauliche«
‚sehr hogter Ans fachem, aufgebundenem Rohrblatt. Denkweise in der modernen Physik
Da Die Abb, beim Stichwort Blasinstru- weitgehendverloren geht.

|
mente zeigt die K. im Querschnitt. Es ist nicht korrekt, ganze Zweige
ZIZIZ DEE ENEIEET
IL Infolge der zylindrischen Bohrung
len die niedrigen,
Veiltöne weg. Der erstegeradzahligen
Überblaston
ist die Duodezime, was eine relativ
der Physik wie die Mechanik oder
den Elektromagnetismus als klassi-
sche Physik zu bezeichnen, wie man
7a00lz zuoons Äetcanımner sroße Zahl von Grifflöchern und es im landläufigen Sprachgebrauch
Klappen zur Folge hat. Die Lücken gelegentlich findet. Denn die nicht-
‚Abb. 1. Klangspektrum eines Klaviertones klassischen Theorien müssen auf ge-
5
Klavier Klein-Gordon-Gleichung
wisse Probleme aus jedem der eben Dämpfer aus Filz abgehoben. Das ider ist es nicht in der gleichen mit seiner Hilfe ein Lorentz-invarian-
angeführten Bereiche angewandt eine der beiden Pedale ermöglicht ;e wie in der nichtrelativistischen tes positiv definites Skalarprodukt
werden,- wenn man zu einer erfolg- eine Aufhebung der Dämpfung für (Quantenmechanik möglich, @ (1,2) (@1, 92)definieren:
reichen Beschreibung kommen will. alle Saiten, so daß die auf die Teil- „ls *Wahrscheinlichkeitsamplitude zu 1
Die Grenzeist vielmehrso zu ziehen, töne einer angeschlagenenSaite abge- interpretieren. Dies liegt daran, daß PT fee @-
daß man sagt, »klassisch« heißen die- stimmten anderen Saiten mitschwin- «lie zur Stromdichte
jenigen Probleme,bei denen gen können. Das andere Pedal er- % 92 (9) = & prPER).
a) keine. Geschwindigkeiten materiel- laubt eine seitliche Verschiebung der ©
ler Partikel von der Größenordnung Tastatur, so daß nur ein Teil der für IT zu. (P* grad p — grad p*- 9) Auf diese Weise hat man dann für
die Lösungen der K.-G.-G. zu posi-
der Lichtgeschwindigkeit (und dar- jeden Ton vorgesehenen Saiten an- „chörige Größe 9 (t, 2), die der nicht- tiven Energien einen *Hilbert-Raum
über) auftreten und geschlagen wird. Der Anschlagpunkt velativistischen *Wahrscheinlichkeits- konstruiert. Entsprechend kann man
b) alle vorkommenden oder ableitba- auf der Saite liegt '/r bis "a der Sai- «lichte entspricht, bei der K.-G.-G. natürlich bei den Lösungen zu nega-
ren Wirkungen groß sind gegen die tenlänge vom Saitenende entfernt. tiven Energien verfahren. Allerdings
Plancksche Konstante. Die letzte Be- Der Filzbelag auf den Hämmerchen ‚lie Form
dingung bringt es mit sich, daß die verhindert das Entstehen der hohen i
Zup- ut: m)
ist dann das obige Skalarprodukt ne-
gauiv definit.
Physik der atomaren und kleineren Teiltöne. Die weißen Tasten enispre- Besonders wichtig ist jedoch die K.-
Dimensionen durchweg »nicht-klas- chen der C-Dur-Skala, die schwarzen hat. Diese Dichte allg. nicht po- G.-G. für die *Quantenfeldtheorie.
den erhöhten bzw. vertieften Tönen. sitiv definit, wie man es für eine In ihr interpretiert man die Größe
144] Wahrscheinlichkeitsdichte zu fordern @ (x) als *Feldoperator, welcher der
lung der Physik hat die Kritik gewi Klavier, wohltemperiertes, s. Ton- . Denn da die K.-G.-G.eine par- .-G.-G. und den *Vertauschungs-
ser anschaulich gegebener Qualitäten leiter. elle Differentialgleichung 2. Ord- relationen
zur Folge. So unterzieht die Relativi Klein-Gordon-Gleichung. Die K.- wung is, kann man zu einer be- [epl2),P(20)] = ind io),
tätstheorie den gewohnten Zeitbegriff G.-G. ist die korrespondenzmäßige stimmten Zeit t sowohl Funktion
einer Kritik; nach der Quantenme- relativistische Verallgemeinerung der 7 (t,2)selbst, als auch ihre erste Ab- Ip), Pl = 0,
chanik sind die Vorgänge der Mikro- nichtrelativistischen *Schrödinger- leitung nach der Zeit beliebig vorge- BP), plz
physik nicht mehr *objektivierbar. Gleichung für ein kräftefreies Teil- ben. Auf diese Weise ist es möglich, genügt. 8 (£) bedeutet die dreidimen-
Damit eng gekoppeltist, daß die An- chen mit der Ruhemasse m und dem las obige g sowohlpositiv wie nega- sionale *5-Funktion. Entwickelt man
wendung des Kausalgesetzes nicht Spin 0. tiv zu machen, und das führt zu den
mehr naiv, sondern nur nach Klärung Dain der speziellen Relativitätstheo- erwähnten begrifflichen Schwierigkei- diese Größen nach ebenen Wellen e»
der Voraussetzungen möglich ist (s. rie die Beziehung zwischen Energie ven. (x) zu positiven und negativen Ener-
kausal). [7] E, Impuls p und Ruhemasse m durch gien, so sind die Entwicklungskoeffi-
lis gibt jedoch bestimmte Lösungen zienten jetzt “Operatoren, die eben-
Klavier, Saiteninstrument mit Tasten. die Relation
Die Saiten werden im Gegensatz zu E-cpt4mce der K.-G.-G., fürdie das obige @ (1,2) falls gewisse, aus den obigen ableit-
denen des *Cembalos geschlagen. Es positiv definit ist. Eine Lösung der bare Vertauschungsrelationen erfül-
ist daher eine Dynamik (Laut-Leise- gegebenist und man nach den kor- K.-G.-G.ist z. B. die ebene Welle len. Mit Hilfe dieser Operatoren
Spiel) möglich. Das K. stammt vom respondenzmäßigen Regeln der kann man dann den Hilbert-Raum
Monochord ab. Die Tastatur (Kla- *Quantenmechanik die Schrödinger- eh (Eio 3m, für beliebig viele Teilchen der Ruhe-
viatur) wurde von der Orgel über- Gleichung aus derartigen Relationen. masse m und dem Spin 0 konstruie-
nommen. Zum Anschlagen der Sai- durch die Substitutionen (et meyın, ren (s. Erzeugungs- und Vernich-
ten dienen filzbelegte Hämmerchen. 3
B+in og und
(ct). tungsoperatoren).
Auf dem K. lassen sich 84 bis 88 IR
Die Lösungen zu negativen Energien Wi sind ferner die Transforma-
verschieden hohe Töne hervorbrin- 8 - IN: grad E bringen gewisse begriffliche Schwie- tionseigenschaften des Feldoperators
gen. Der Tonumfang ist in der Regel viekeiten mit sich, da man zunächst ® (4,2) bei
etwas größer als sieben Oktaven. Er bekommt, so erhält man als Diffe-
rentialgleichung für die relativisti- nicht weiß, was sie physikalisch be- a) eigentlichen orthochronen *Lo-
erstreckt sich von Az bis a® oder c’in deuten sollen. Als erster hat P. A. M. rentz-Transformationen,
chromatischer Folge (s. Tonleiter), schen Schrödinger-Amplituden P (1, Dirac_ diese Lösungen bei der Inter- b) *räumlichen Spiegelungen P,
Die meisten Töne gehen von je drei pretation seiner Wellengleichung (s. ©) *Zeitumkehr T und
gleichgestimmten parallelen Saiten Dirac-Gleichung) mit den *Antiteil d) *Ladungskonjugation C.
aus. Nur für die tiefsten Töne sind chen der durch die Lösungen zu posi Hierbei hat man die Vertauschungs-
je zwei oder je eine Saite vorhanden. iiven Energien beschriebenen Teil- relationen zunächst einmal in Lo-
Die Saiten der tiefsten Tönesind um- Variant, wenn die Funktion @ (1, £) chen in Zusammenhang gebracht. rentz-invarianter Form zu schreiben
wickelt, um eine zu große Saitenlän- sich bei_eigentlichen orthochronen. Völlig beseitigt werden diese begriff- (s. Feldoperator). Gilt dann in dem
ge zu vermeiden (s. Saite). Der ge- Lorentz-Transformationen lichen Schwierigkeiten erst durch die betrachteten physikalischen System
samte Saitenzug beträgt etwa 200.000 Interpretation von @ (1,2) als *Feld- Invarianz gegenüber den Transfor-
N.Die Saiten sind 0,5 bis 1 mm dick. A tat, operator. mationsgruppen a) bis d) und gibt cs
Der Anschlag erfolgt über einen #=0,...,3, wie p' (x) Beschränkt mansich nun auf die ferner *unitäre bzw. *antiunitäre
komplizierten Mechanismus, der eine =), es sungen, die durch lineare Überlage- Darstellungen dieser *Gruppen in
rasche Tonfolge ermöglicht, ohne die sung der ebenen Wellen e®,(x) zu dem Zustandsraum des Systems, in
Tasten loszulassen. Solange eine Ta- transformiert. @ (t, x) ist also ein Ska- positiven Energien entstehen, so ist dem auch der Feldoperator @ (&)
ste niedergedrückt ist, bleibt ein lar bei solchen Transformationen. (x) positiv definit, und man kann wirkt, dannist die obige Theorie, d.
52 53
Klein-Nishina-Formel Klemmenspannung
h. K.-G.-G. samt Vertauschungsrela- zwischen @ + d® ist In diesem Tatbestand sah man an-
tionen, invariant, wenn folgende md\?:d2 w* elich eine Schwierigkeit der Dirac-
Transformationsgesetze gelten: Theorie der negativen Energie-
@) UAPRWU"(A)- (lt) us. Versuche von Schrödinger
PARK). [wm
W WW
2+ 0080]; ı. zielten darauf ab, die Zustände
Hierbei bedeutet der Operator U (A) iver Energie aus der Theorie zu
eine unitäre Darstellung der eigent- W hängt (auf Grund von Energie- beseitigen, was sich aber als nicht
lichen orthochronen Lorentz-Trans- und Impulssatz) sehr empfindlich ich erwies. Die Lösung des Pro-
lems wurde zwei Jahre später von
formationen x" = Alx,+ at. vom Streuwinkel @ ab:
Sauter gegeben (1931).
WM UMPWU".«(M-
old) tpl-n.
w=- Womd
m&tWel c6)' Sie besteht darin, daß der Übergang
von einem Medium zum anderen,der 1
U (P) ist die unitäre Darstellung der ® bezeichnet den Winkel zwischen
räumlichen Spiegelungen P. Gilt das den Polarisationsrichtungen vor und
bei Klein, einer unendlich steilen Po-
icntialstufe gleichgesetzt wurde, durch FhhH
Vorzeichen +, so nennt man @ (x) nach dem Stoß. e Elementarladung, cine geeignet geneigte Stufe ersetzt Struktur einer Kleinwinkelkorngrenze,
einen Skalar, anderenfalls einen m Elektronenmasse, c Lichtgeschwin- wurde. In diesem Fall ist dann die die aus äquidistanten Stufenversetzungen
Pseudoskalar. Vor- digkeit, d2 Raumwinkelelement. Die Kleinsche Paradoxie praktisch besei- besteht (nach Dehlinger)
zeichen geben der Formel stellt für Lichtquanten gege- , da auf diese Weise der Durch- selbst durch Gleitbewegungen der
zugehörigen Teilchen an. So ist z. B. bener Energie und Polarisation die Iußkoeffizient für den von Klein an- Versetzungen.
der den freien *-Mesonen zugeord- Intensität der gestreuten Strahlung enommenen Fall verschwindend Enthalten die Korngrenzen dagegen
nete Feldoperator ein Pseudoskalar, bei gegebenem Streuwinkel © und klein wird.
da die x-Mesonen eine negative Ei- gegebener Polarisationsrichtung dar. Lır, Sommerfeld, A.: Atombau und verschiedene
gen, so gibt
Arten von Versetzun-
es hauptsächlich zwei
genparität haben. . Eine Berechnung auf Grund gequan- Spektrallinien. Braunschweig 1944. - Bewegungstypen. Einmal kann
telter Felder ergibt dasselbe Resultat. Kein, ©, Physik 53, 157. 1929. —
(0 UNEWUN-PUH-
Lit. Klein, O., und Y. Nishina: Zischt ter, F.: Z. Physik 73, 547. 1931. [7] die Korngrenze aufspalten, wenn die
f. Physik 52, 853 und 869. 1929. - Som Klein-Rosseland-Stöße, s. Stoß zwei- Versetzungen mit verschiedenen
» merfeld, A: Atombau und Spektral- ter Art. *Gleitebenen unter der Wirkung äu-
Der die Zeitumkehr darstellende inien. Bd. II. Braunschweig 1944. - Kleinwinkel-Korngrenzen sind Berer Kräfte konservative Bewegun-
Operatorist *antiunitär. Heitler: Quantum Theory of Radiation. *Korngrenzen mit kleinen Orientie- gen ausführen, erfolgt dagegen keine
Oxford 1944/49. - Wentzel: Einf. i. d. solche Aufspaltung, dann wird obiger
) VOPWU- IR- Quantentheorie d. Wellenfelder. tungsunterschieden; sie lassen sich Mechanismus der Bewegung, also
Ber, 198. 17] durch eine regelmäßige Reihe von senkrecht zu ‚sich selbst, eintreten,
IBe=1. Kleinplanet, s. Planetoid. *Versetzungen aufbauen. Hat man Sind dabei zwei Arten von Versetzun-
B heißt die *Ladungsparität des Fel- Kleinsches Paradoxon heißt ein Pro- nur *Stufenversetzungen, wie in der gen mit verschiedenen Gleitebenen
@' bedeutet der zu P blem der Diracschen Löchertheorie. Abb., so beträgt nach J. M. Burgers vorhanden, so führen die Versetzun-
Operator. Wenn eine Welle, z.B. eine Li ie Winkeldifferenz der beidenOrien- gen auch nicht konservative Bew«
. Ist der Feldoperator welle oder eine ebene Schrödin; tierungen ® = b/h, wo b Länge des gungen aus. Die Geschwindigkeit der
hermitisch, d. h., 9" (x) = 9 (x), so Welle, auf die Trennungsfläche zweier *Burgers-Vektors und h der Abstand Diffusion von *Leerstellen oder *Zwi-
ist 8 = #1. Dies ist z. B. beim n°- Medien fällt, so dringt die Welle un- der Versetzungslinien sind. Die Dreh- schengitteratomen vonder einen Ver-
Meson der Fall, das die Ladungspa- ter allen Umständen in das zweite chse für diesen Winkel liegt dabei setzungsart zur anderen spielt dabei
Medium ein, möglicherweise, wenn in 1 der Korngrenzebene. Statistisch eine große Rolle.
it + 1 hat.
Lit. Sommerfeld, _A.: Atombau und dem zweiten Medium ein Gegenfeld überwiegen in einem *Vielkristall oh- Lrr. Hdb. d. Physik. Hrg. v. $. Flügge.
Spektrall :n, Bd. 2. Braunschweig 1944. wirkt, mit sehrkleiner Amplitude. Es ne *Textur die Korngrenzen mit gro- Band VINT. Kristallphysik I. Berl
, Pauli, W.: im Handb. d. Physik. Bd. gibt also stets eine endliche Wahr- Ber Orientierungsdifferenz. 1955. - Dehlinger, U.: Theor. Metall-
sl. Berlin 1958. - Bogoliubov, N. N., scheinlichkeit, daß das durch_die Der Unterschied zwischen Korngren- kunde. Berlin 1985.115]
and D. V. Shirkov: Introduction to the Schrödinger-Welle beschriebene T: zen mit großen Orientierungsunter- Klemmenspannung ist diejenige elek-
Theory of Quantized Fields. New York
1959. — Schweber,S. S.: An Introduction dem zweiten Medium gefun- schieden _(*Großwinkel-Korngren- trische Spannung, die an den Klem-
to Relativistic Quantum Field Theory. den wird. Dieselbe Schlußfolgerung zen), wie sie zwischen benachbarten men einer Stromquelle vorhandeni
Evanston 1961. Corinaldesi, E., and F. gilt auch für die Wellen der Dirac- rnern bestehen, äußert sich expe- Sind die Klemmendurch einen äuße
Strocchi: Relat tic Wave Mechanics. schen Theorie. Man kann aber hier - entell vor allem in der Beweg- ren Widerstand (Verbraucher) über-
Amsterdam 1963. [47] und das ist die Ursache des K.P. - ikeit der Korngrenzen und in der brückt, so ist die K. U gleich der Dif-
Klein-Nishina-Formelstellt das Er- das Gegenfeld so wählen, daß das iffusion entlang den Korngrenzen. ferenz aus *elektromotorischer Kraft
gebnis der Berechnung des Comp- ursprünglich mit positiver Energie Für die Bewegung der K.-K. kom- (EMK) E und dem Produkt aus
-Effektes auf Grund der unquan- ankommende Elektron im zweiten men verschiedene Mechanismen in Stromstärke / und innerem Wider-
isierten Diracschen Wellenmechanik Medium negative Energie erhält. Das Yrage, Der einfachste Fall ist gege- stand Rı (innerer Spannungsabfall),
dar. Der differentielle Wirkungsquer- heißt, ein Elektron kann beim Durch- ben, wenn die Korngrenzen wie in also U=E-IRı. Die K.ist somit
schnitt für die Streuung eines Licht- fliegen einer geeigneten Potential- der Abb. nur aus einem einzigen Ver- um so mehr von der Belastung unab-
quants mit der Energie Wo vor dem schwelle in ein Positron überführt setzungstyp aufgebaut sind. Sie wan- hängig, je kleiner der an den Klem-
Streuakt und mit der Energie W nach werden. Das widerspricht der Erfah- dern in diesem Fall unter einer men gemessene innere Widerstand
dem Streuakt in den Winkelraum rung und wird als K.P. bezeichnet. ‚chubspannung senkrecht zu sich der Stromquelle ist (z. B. bei elektri-
54 55
Klettern
schen Maschinen), Bei _oflenem Man hat mit Hilfe neuartiger Meß- läche, zu einer Intensivierung des
Stromkreis (1 =0) isı die K. gleich instrumente versucht, eine analytische Sauerstofftransportes und zur Er-
der EMK.[27] Klimabewertung durchzuführen, doch leichterung der Sauerstoffabgabe in
Klettern von Versetzungen (climbing ist dies nicht befriedigend gelungen. -
of dislocations) tritt dann auf, wenn Für industrielle K.-A. liegen die Ver-
aufgestaute *Stufenversetzungen ihre hältnisse viel einfacher. $.a. Klima-
ursprünglichen *Gleitebenen verlas- kammer. vorn geneigte &-Achse, des monokli-
sen, um sich in Versetzungswänden Lit. Mehrere Aufsätze im Gesundheits- nen *Achsenkreuzes. S. Kristallklas-
übereinander anzuordnen. Dies ist ingenieur und in der Sanitären Technik. sen, monokline. [8]
bei der *Polygonisation (oder Poly- = Rietschel, H.: Lehrb. der Heizungs“ Klirrfaktor. Bei der Wiedergabe von
gonisierung) sowie beim stationären und Lüftungstechnik. Berlin-Göttingen-
*Kriechen derFall. [15] Heidelberg 1962. Hütte: Des Ingenicurs *Klängen durch eine elektroakusti-
Klima ist das umfassende Charak- Taschenbuch. Bd.II. Teil B. S. 352-396. sche Anordnung (Mikrophon, Ver-
Berlin 1960. - Jacobi, G., und A. Paar: stärker, Lautsprecher) wurde als Maß
teristikum für langjährige Mittelwer- Klimaanlagen für Forschungs-, MeB- u. die nichtlineare, den Klangcha-
te aller meteorologischen Elemente Prüfaufgaben sowie ihre Regelung. Z. d.
der Atmosphäre von einem bestimm- 'VDI 103, 12, 5. 527-539 (1961). Laakso, rakter ändernde Verzerrung von
Küpfmüller der K. eingeführt. Er ist (nach Vilbig)
ten Ort während eines bestimmten H.: Heizung, Lüftung, Klimatisierung.
Zeitraums. Es setzt sich aus den K.- Z..d. VDI 103, 29, $.1447-1455 (1961) u. das Verhältnis des Effektivwertes al- Der Aufbau eines K.ist im Prinzip
Elementen Lufttemperatur, Feuchtig- 165, 28, 8. 1315-1321 (1968) u. 107, 28, ter neu hinzukommenden Oberwellen folgender(s. Abb.): Der Elektronen-
5. 1369-1379 (1965). - Netz, H.: 'Lüf- zum Effektivwert aller ursprünglichen
Wind, Sonnenscheindauer, Acro- tungs- u. Klimatechnik. Betriebstechnik Teiltöne. Er wird mit der K.-Meß- strahl wird von einer Kathode emit
halt, Niederschlag u. zusam- , 1. 8. 13/19und(1960).
haglichkeit Schuster, G,:Klima-
Luftfeuchtigkeit. Be- brücke bestimmt. tiert und durch einen Wehnelt-Zyli
men. [33] technik 1, S. 16 (1960). - Reinders, H Lar. Küpfmüller, K.: ‚Über nichtlincare der gebündelt. Die Elektronen durch-
Klima-Anlagen bezwecken die Her- Klimatechnik auf neuen Wegen. VDI-Z. zerrungen in Fernverbindungen, fliegen fünf gitterförmige Elektroden
stellung eines geeigneten, gleich: 106, 11, S. 425-428 (1964). - Zscherpe, E. Faber, VD.Tang. Wiesbaden 1926. Au, Gi, Gi’ und Gs, Gy‘. Durch die
Bigen, in gewissen Grenzen regelba- Die Einwirkung des Klimas auf den ar- Bartels, H.: Gru der Verstär- an der Beschleunigungsanode Aı li
ren Klimas in geschlossenen Räumen, beitenden Menschen. VDI-Z. 106, 17, 8. kertechnik, Leipzig 1944. 119] gende Gleichspannung erhalten die
entweder im Hinblick auf den mensch. 753-754 (1964). - Linke, W., et Kiydonograph. Eine Spitzen- und Elektronen eine bestimmte Geschwin-
lichen Organismus (Woh, Raum- und Klimatechnik. Vortragsrei- eine Plattenelektrode werden durch digkeit. Zwischen Gı und G1’ liegt
Versammlungsräume, he. Essen 1966. [9) eine Glasplatte oder durch einen eine von außen zugeführte Hochfre-
ser, Schiffe usw.), (i Klimakammer, geschlossener Raum, Filmstreifen getrennt. Ein Span- quenzspannung; der Elektronenstrom
tion, die Lagerung empfindlicher Stol- in dem Luttdruck, Keuchte, 'Tempe- nungsstoß ruft um die Spitze herum durchläuft also ein hochfrequentes
fe oder für Meßzwi ratur, Staub- und Allergengehalt re- eine kreisförmige *Gleitentladung auf Längsfeld, in dem die Elektronen je
Die Klimatisierung umfaßt die Rege- guliert werden können. Es wird ein der Filmschicht hervor. Aus der Grö- ‚nach dessen Größe und Richtung be-
lung der Temperatur mung künstliches Raumklima hergestellt, Be und Art der Figur kann man auf schleunigt oder abgebremst werden.
und Kühlung) und der Luftfeuchtig- das therapeutischen Zwecken dient. die Höhe und die Polarität der Span- Der Raum zwischen Gı und Gi’ heißt
keit (Befeuchtung und Trocknung), Es soll damit nicht das natürliche nung schließen. Der K. kann mit deshalb Modulat
ferner die Luftreinigung. Auch die Klima irgendeines Ortes imitiert wer- einem laufenden Filmstreifen verse- Gi’ und G» durch!
Lärmbekämpfung wird bisweilen ein- den, denn in diesem lebendigen Kli- hen sein und in eine Freileitung ein- einen Raum,
begriffen. ma kommen noch der Wechsel von gebaut werden, so daß Blitzeinwir- schen Felder
Für das »Behaglichkeit‘ Tag und Nacht, Wettererscheinun- kungen über einen längeren Zeit- raum oder Tunnel. In ihm holen die
gen, Sonneneinstrahlung und Luftbe- raum registriert werden können. [23] schnelleren Elektronen die Jangsame-
wegung hinzu. In den meist benutz- Klystronist die Bezeichnung für eine ren ein, wodurch Stellen größerer
Feuchtigkeit gefordert wird. Die ver- ten Höhen-K. wird der Luftdruck Elektronenröhre zur Erzeugung, Ver- und geringerer Dichte entstehen. Im
schiedentlich auf, Kurven vermindert. Dadurch entsteht für den 'kung, Modulation und Glei Laufzeitraum fließt somit ein dichte-
für die Behaglichl Menschen ein Klimareiz, der vor al- richtung elektromagnetischer Schwin- modulierter Elektronenstrom. Beim
sind jedoch nicht ohne weiteres lem infolge der Herabsetzung des gungen im Dezimeter- und Zentime- Durchtritt durch den Raum zwischen
dend,da vielerlei Gesichtspunkte eine Sauerstoffpartialdruckes wirksam ter-Bereich durch Geschwindigkeits- Gs und induziert der Elektronen-
Rolle spielen, z.B. Lufibewegung, wird. Damit der Sauerstoff als wi steuerung. Dabei wird ein durch ein strom einen hochfrequenten Wech-
Wärmestrahlung, Luftfeuchte, Fuß- tigstes Element für die Lebensvor- Hochfrequenzfeld hindurchfliegender selstrom im Auskopplungsraum. Er
wärme, Zustand der Zimmerwände, gänge in ausreichendem Maße vor- Elektronenstrom verwendet, dessen ist wie der Modulationsraum als
Kondensationskerne, Betätigungsart. handen ist, gibt es viele sofort einset- Geschwindigkeit im Rhythmus der Hohlraumresonator (s. Resonator)
Derselbe Luftzustand kann in einem zende Reflexmechanismen innerhalb Hochfrequenz geändert wird. Läßt ausgebildet, dessen Kapazität die
gut gelüfteten, sonnigen Zimmer des neuralen, humoralen und hormo- man eine solche geschwindigkeitsge- Gitter G2 67 (bzw. G1GY) darstel-
angenehm, in einem nach Norden ge- nalen Regulationssystems. Die Anre- steuerte Elektronenströmungeine ge- len. Die abgebremsten Elektroner
legenen, sonst gleichen Zimmer als gungdieser Regulationen ist zur Be- wisse Strecke ohne Beeinflussung laufen noch bis zu einer Auffang-
unbefriedigend empfunden werden. handlung mancher Krankheitszu- durch ein Wechselfeld durchlaufen, elektrode As, an der sie ihre restliche
Bei Strahlungsheizung wird schon stände erwünscht. Es kommt dabei so holen die schnelleren Elektronen Energie abgeben. Soll Selbsterregung
bei geringerer Lufttemperatur »Be- vor allem zu einer Verstärkung der die langsameren ein, so daß dann auftreten, so verbindet man beide
haglichkeite erreicht als bei Konvek- Lungenventilation, zu einer Vergrö- Verdichtungen und Verdünnungen Resonatoren durch eine Rückkopp-
tionsheizung (s. Infrarot-Technik). Berung der atmenden Lungenober- der Elektronenströmung entstehen. lungsleitung Lı. Soll das K. als Ver-
56
K-Meson Knäuelmoleküle
stärker verwendet werden, so wird einem 2870 m hohen Berg exponier- Z+P>K'+KO+n Gaußsche Knäuel, bei dem die Dich-
die Antenne in den Modulator ein- ten Nebelkammern nachgewiesen. besteht. Diese Reaktion hat eine viel teverteilung der Molekülsegmente
gekoppelt, während die verstärkte Der zweiten Zerfallsart wurde früher höhere Energieschwelle als die übli- einer Gaußschen Kurve folgt, und
Spannung im Auskopplungsraum das Kst-Meson, auch x'-Meson ge- chen, bereits erwähnten Erzeugungs- für diesen Knäuel gilt: /# = 1 | >,
durch die Leitung L: abgenommen ‚nannt, zugeordnet. Der Nachweis die- teaktionen des K‘-Mesons, so daß
wird. Das K. kann aber auch durch ser Zerfallsart gelang 1955, indem ein die durch Hochenergie-Protonenbe- unter der Voraussetzung, daß die
Verwendung eines vor der Auffang- Emulsionspaket mittels eines Ballons schleuniger (6 bis 10 BeV) erzeugten Glieder Ih voneinander gänzlich un-
elektrode Az angebrachten, etwa auf in 24 km Höhe der kosmischen Strah- Strahlen von K--Mesonen nur ao ist abhängig sind (Irrflugprinzip). Das
Kathodenpotential liegenden Gitters lung ausgesetzt wurde, Der dritthäu- der Intensität des K‘-Strahls dersel- freiepraktisch nicht der Fall, da die
als Gleichrichter verwendet werden, ysten Zerfallsart in zwei positiv und ben Energie betragen. Da ein zur Drehbarkeit der C-C-Bindun-
da dieser nur Elektronen durchli in negativ geladenes z-Meson Ruhe gekommenes K--Meson von ei- gen behindert ist und auch die Wech-
deren Voltgeschwindi öl schließlich entspricht die frühere Be- ‚nem Atomkern eingefangen wird, che selwirkung mit dem Lösungsmittel
die Anodenspannung ist. - Mit sc- ichnung als 7'-Meson. Das »r" cs zerfällt, kann die Lebensdauer des (Solvatation) versteifend wirkt. Man
rienmäßig iergestellten K. erreichte Meson« wurde erstmals 1949 in der Teilchens nur im Fluge gemessen rt daher eine »eflcktivec Bindungs-
en 10 und 50 cm Wellen-
länge Leistungen von mehreren 100 kosmischen Strahlung mit Hilfe von werden. Der Wert von (1,25 + 0,11) länge I cin, so daß wieder gilt:
W (..a. Laufzeitröhre). Kernemulsionen beobachtet. Das Bild - 10° simmt gut mit dem Wert des Vr= 1. VP. Natürlich ist 1> b und
des entsprechenden Zerfallsprozesses K'-Mesons überein.
Lir. Gundlach, F. W.: Grundlagen der drei 2-Mesonen ist im Tafelan- Das neutrale X°-Meson hat mit einer daher I-P>L. Doch ist ! ein Maß
Masse von 974,2 - 9,1081 + 10° g eine für den Grad der Verknäuelung: Se
Hochfrequenziechnik. Berlin 1950. ng wiedergegeben. Die Ermittlung
Henney, K.: Radio Engineering Hand
book. New York 1950. Vilbin, I des O-Wertes dieses Zerfallsprozes- etwas größere Masse als die der ge- größer es ist, desto gestreckter (weı
Lehrb, d. Hochfrequ nik I. Leip- sc» (Odie beim Zerfall als kinetische ladenen K-Mesonen. Sein Spin be- ger verknäuclt) ist das Molekül. Eine
zig 1945. Meinke, und FW.
Gundlach: Taschenbuch der Hochtre
Energie der a-Mesonen freiwerden-
de Energie) mittels Reichweite-Ener- trägt 0, der Isotopenspin Y/s, die drit- K. hat W. Kuhndereingeführt.
andere Methode Beschreibung des
Er er-
te Komponente des Isotopenspins seizt
quenztechnik. Berlin-Göttingen-Heidel
berg 1956. [2] ichungen in Kernemulsionen Ye; die Fremdheitsquantenzahl hat in demdasN Molekül durch ein Modell,
Glieder der Länge Am irr-
ermöglicht eine sehr genaue Bestim- den Wert 1. Es zerfällt mit 2 ver- Augarüig aneinander
K-Mesonist ein Hlementarteilchen, mung der Masse des K*-Mesons. schiedenen Lebensdauern. Das als völlig unabhängig voneinander. gereiht sind, also
das als positives (K'), negativen (K)
und als neutrales (K) Teilchen exi Außerdem muß der Spin des K*-Me- ‚°-Meson bezeichnete Teilchen hat gleich müssen sie den Bedingungen Zu-
stiert. Auffallend ist die große Zahl sons Null sein, da den x-Mesonen eine Lebensdauer(1,00:+0,004)-10.%5,
von Zerfallsmöglichkeiten als Zerfallsprodukten der Spin Null während für das Ke°-Meson dieser genügen: L=N-Am und =
zukommt. Die genauesten Messun- Wert (6,1 #1}:2) - 10° s beträgt (s. Ta- Am VN. Dannist nur ein Wert von
wen der mittleren Lebensdauer wur- bellenanhang, Bd. 10). Zur Erzeu- Anmöglich; heißt »statistisches Fa-
zahl von verschiedenen de an den großen Beschleunigern in gung des Teilchens können die fol- denelement« erund ist ebenfalls
Maß für die Verknäuelung, Fü ein
glaubte, die man mit Brookhaven und Berkeley durchge-
Buchstaben z, x, x, genden Reaktionen dienen:
Die K-Mesonen
führt.
a@+P-K'+ verknäuelte Makromoleküle is
mentarteilchen. Sie besit. D y+P>K'+ 20. etwa 1 bis 3 nm, für wenig verknäuel-
verschiedene *Strang. titeilchen zum K'-Meson. Es hatda- ie 10.bis 20 nm. Ein weiteres Maßzur
Lrr. Williams, W.S.C.: An Introduc- Beschreibung
nen daher durch *starke Wechselwir her dieselben Werte von Masse, Spin, tion to Elementary Particles, Academic der Verknäuelung ist
kung nur zusammen mit ihren *Anti Lebensdauer und Isotopenspin, wäh- Press. New York and London 1961. die Persisienzlänge von Porod, die
teilchen oder mit *Hype send bekanntlich die dritte Kompo- Snow, G.A., and M.M. Shapiro: Me- angibt, welche Strecke man am Ma-
zeugt werden ("associated nente In des Isotopenspins I und sons and Hyperons. Rey. of Mod. Phy- kromolckül abtragen muB, bis der
sics. Vol. 33. Number 2 (1961). [7]
tion).
Die Masse des K-Mesons
Eremdheitsquantenzahl $ ihr Vorzei-
dien ändern. Das K’-Meson kann kn, Kurzzeichen für die Einheit Kno- mittlere Richtungskosinus auf den
Wert 1/e abgesunken ist. Für den
ten. [13]
966,6 Elektronenmassen. D.
Null. Das K-Meson zerfällt
nicht soleicht wie das K*-Mesoner-
zeugt werden, da es ebenso wie die Knäuelmoleküle. Viele lineare oder Gaußschen Knäuelist die Persistenz-
ge gleich dem halben statistischen
einer mittleren Lebensdauer von Hyperonen die Fremdheitsquanten- verzweigte *Makromoleküle haben Fadenelement. Man kann experimen-
in Lösung die Gestalt eines unregel- tell den mittleren
1,224 - 10°s gemäß einer der sechs
möglichen Zerfallsschemen, aus
zahl 1 hat. Auch ist es unmöglich,
die Gesamtfremdheit und gleichzei- mäßigen Knäuels,die sich infolge der aus Messungen derEndpunktabstand *Lichtstreuung
Brownschen Bewegung dauernd än-
der Tabelle der *Mesonen zu erschen
ist. Die beiden überwiegenden Zer-
tig die Baryonenzahl in einer Reak-
tion zu erhalten, bei der ein Hyperon dert und daher statistisch behandelt und der *Röntgen-Kleinwinkelstreu-
ung von Lösungen ermitteln über den
fallsarten sind der Zerfall in ein n'- und das K--Meson zusammen ent- werden muß. Als Kerngrößen gibt Streumassenradius R, der gleich. ist
Meson und ein Neutrino mit_einem stehen. Daher ist auch die zur Erzeu- man zunächst die »gestreckte« Länge
Verzweigungsverhältnis von (58+2)% gung von K*-Mesonenanaloge Reak- des K. an, die man erhält als L R= Vs Abstand vom, Molekül-
ge des Grundbausteins; s. Hochpoly- schwerpunkt) und der für den Gauß-
sowie der Zerfall in ein geladenes tion az + P>K- + Z* nicht beob- P + Io (P Polymerisationsgrad, Io Län-
undein neutrales x-Meson mit einem achtet worden: Die Gesamtfremdheit mere), sowie einen mittleren End- schen Knäuell’ s: 7,45 ist. Aus der
würde nämlich bei dieser Reaktion
punktabstand /p, wobei % der je- Röntgen-Kleinwinkelstreuung kann
Verzweigungsverhältnis von (25,6+
2)%. Der ersteren Zerfallsart wurde nicht erhalten bleiben. Es ist wahr- man außerdem die Persistenzlänge
früher ein als Ks bezeichnetes Me- scheinlich, daß die häufigste Quelle weilige Abstand der Molekül-End- direkt erhalten. Die Verknäuelungi
son zugeordnet. Dieser Zerfall wurde der Erzeugung von K--Mesonen in punkte ist. Als Modell für die sta- abhängig vom Lösungsmittel. Die
erstmalig 1954 mittels zweier auf der Reaktion istische Rechnung dient der sog. reine Verknäuelung des Makromolc-
58 62
Knall Knickung
küls würde man bei Messungen im örtlich vergleichsweise hohe Tempe- irierten Metallen und Legierungen Lr. Hdb. d. Physik. Hrsg. y. $. Flüge.
*Theta-Zustand erhalten. Verzweigte raturen zustande, so daß Metall-Io- werden K.vor allem im Bereich III, Band Vi, Kestallpmräik IL. Ban
Makromoleküle sind stärker ver- nen in die Funkenbahnhineingerissen in wesentlich geringerem Maßein den 1958. [15]
knäuelt als unverzweigte (lineare) von werden und das vom K.ausgesandte Bereichen I oder II beobachtet. Wei- Knickung kann bei Druckbeanspru-
gleichem Polymerisationsgrad. Neben Licht eine entsprechende Spektralver- terhin hat sich gezeigt, daß der chungen eines Werkstückes auftreten,
der besprochenen geometrischen Ver- teilung aufweist. K. eignen sich somit Asterismus, der unter 2° liegt, von und zwar um so leichter, je größer
knäuelungsfähigkeit besitzen faden- für spektroskopische Untersuchun- nicht in K.befindlichen *Versetzun- das Verhältnis
förmige Makromoleküle noch die Ei- gen. [26] gen hervorgerufen werden kann. Da- ä
Länge yrläche
genschaft der Steifheit. Das ist der Knallgas-Gebläse, s. Brenner. wegen wird der starke Asterismus, wie ist. Sie kann durch die verschieden-
Widerstand, den sie der Verknäue- er hauptsächlich bei höheren *Ver- sten Faktoren, die sich nur schwer
lung entgegensetzen. Die Steifheit Knallwelle, s. Knall. formungen auftritt, ausschließlich eliminieren lassen, zustande kommen,
hängt von der Verknäuelungsge- Knickbänder (kink bands) sind eine von den K. erzeugt. z. B. durch exzentrische Belastung,
schwindigkeit ab. Sie kann durch Art von *Deformationsbändern. Sie Lrr. Hdb. d. Physik. Hrsg. v. S. Flügge. Materialungleichmäßigkeiten, Abwei-
eine Mikro- und eine Makrokonstel- wurden zuerst von Cahn auf Alumi- Band VIII. Kristallphysik II. Berlin chungender Stabachse voneiner defi-
lationswechselzeit beschrieben wer- 1958. [15] nierten Geraden, schiefe Abstützung
den. niumkristallen beobachtet. Es sind
dabei die *Gleitlinien S-förmig ge- der Probenenden usw. Nimmt man
Lır. Stuart, H.A.: Die Physik der
krümmt. In einem Knick hat man An-
Knicken (kinking). Das K. ist neben
der *Translation und der mechani-
einen sehr langen Probestab, so wird
Hochpolymeren. Bd. II. Berlin-Göttin-
ordnungen von Stufenversetzungen. schen *Zwillingsbildung ein dritter
bei Druckbeanspruchung frühzeitig
gen-Heidelberg 1953. [41]
K.sind der Sitz von Gitterkrümmun- eine seitliche Ausbiegung, auftreten,
Knall, sehr kurz. dauernde Gehör- gen, weshalb mit ihrer Bildung auch
Mechanismus der plastischen *Ver- die mit steigender Last wächst, aber
empfindung, die nicht unter die ande- formung von Kristallen. Es kann so- zunächst immer noch einen Gleich-
ren Gehörempfindungen (Ton, Klang, das Auftreten von *Laue-Asterismus wohl bei Ionen- als auch bei Metall- gewichtszustand darstellt. Von einer
Geräusch) eingeordnet werden kann. gefundenwird. Die Bildung der K. ist kristallenauftreten, wennunter einem bestimmten Last an, der Knicklast,
Die Dauer eines Knalles beträgt nur von der Verformungsgeschwindigkeit, äußeren Zwang weder ein Gleiten wird der Stab vollständig ausknicken,
einen Bruchteil einer Sekunde. Die der Verformungstemperatur und der noch eine Zwillingsbildung erfolgt. so daß unstetig ein ganz neuer Gleich-
Amplitude klingt von sehr hohen Reinheit der Kristalle abhängig. Auch ‚Auch beidieser Verformungsart blei- gewichtszustand auftritt. Die Druck-
Werten rasch ab. Das Spektrum eines ein Einfluß der *Orientierung wird be- ben die Kristallstruktur und der Kri beanspruchung 7/4 tritt dabei gegen-
Knalles ist kontinuierlich. Die Knall- obachtet. So werden z. B. bei einem stallzusammenhang bestehen. Mit über der Biegungsbeanspruchung
welle pflanzt sich mit Überschallge- *Orientierungsfaktor von etwa0,5 be- dem K.ist die Bildung von *Knick- ganz zurück. Je nach der Art der Ab-
schwindigkeit (bis 1000 m/s) fort. sonders kräftige K. gefunden. Die bändern verbunden. Diese Art der stützung der Stabenden wird sich der
Beim Abfeuern eines Geschosses hat Abstände zwischen den K. sind groß, oberflächlich sichtbaren Deforma- Stab ausbiegen. In den folgenden
man zwischen dem Kopfwellen-K. z. B. bei Aluminium bei Zimmertem- Abb. a-d sind die vier einfachsten
und dem Mündungs-K. zu unter- peratur 0,5 bis Imm. 6leitebene ya
scheiden, falls der Beobachter unge- arrTu
fähr in der Richtung der Geschoß-
bahn steht. Der zeitliche Abstand
wächst mit der Entfernung des Beob-
achters vom Geschütz so lange, bis
die Geschoßgeschwindigkeit unter die Versetzungsanordnung in
Schallgeschwindigkeit gesunken ist. einem geknickten hexago-
Dannlöst sich die *Kopfwelle, die zu- nalen Kristall (inks) und
nächst mit der Geschoßgeschwindig- (oben) in einem unsym-
metrischen _Knickband
keit vorwärts geht, vom Geschoß ab (schematisch) (nach Seeger)
und breitet sich mit Schallgeschwin- x
digkeit aus. [12] tionsbänder wurde früher häufig mit ” mög mg lm
Knallfunken entstehen in Funken- NN den *Gleitlinien verwechselt. Man a) b B er B d) B
strecken (s. Funke), denen eine große nimmt an, daß beim K. der hexago- Belastungsfälle dargestellt. In a) ist
Kondensatorenbatterie mit erhebli- nalen Metalle die *Gleitebenen S- das untere Endeeingespannt und das
cher elektrischer Energie parallelge- NN förmig gekrümmt. werden, wie in der obere frei, bei b) sind beide Enden
schaltet ist. Wird der Ladungsaus- Abb. schematisch gezeichnet ist. Es frei und in der ursprünglichen Achse
gleich durch einen elektrischen Durch- handeltsich hier um einen hexagona- ABgeführt, bei c) ist das untere Ende
bruch der Funkenstrecke eingeleitet, len Kristall mit Basisebene parallel
eingespannt und das obere frei in der
so steigt die Stromstärke infolge die- Seite nfläche eines _Aluminiumkristalls zur Stabrichtung, der annähernd ach- ursprünglichen Achse AB geführt, und
ses beträchtlichen Energievorrats auf mit Knickband (nach 20% Dehnung bei
Raumtemperatur). Vergr. 250fach (aus sial belastet ist, so daß kein Ausbie- bei d) sind beide Enden eingespannt
hohe Werte an - momentan kann die gen. auftritt. Man beobachtet jedoch
Größenordnung 10° A erreicht wer- Seeger, A.: Kristallplastizität. Hdb. der
Physik, Bd. VIL2. Berlin-Göttingen- nach einiger Zeit K. und in der ursprünglichen Achse AB
geführt. Für diese Fälle gilt allgemein
den - und entwickelt im Funken hohe Heidelberg 1958) Versetzungstheoretisch handeltes sich nach Euler:
Temperaturen(bis zu 100.000 °C). Die bei einem solchen Knick um spezielle
Entladung erfolgt oszillatorisch. Auch Bei der Betrachtung der *Verfesti- ‚Anordnungen von Stufenversetzun-
im Metall der Elektroden kommen gungskurven von kubisch-flächenzen- gen.
(2J 6
Knickversuch Körnigkeit
(E der Blastizitätsmodul, !_die Stab- werden statt der Ausbiegungen die Kuudsen-Effekt. Verbindet man zwei fast immer in sehr großer Entfernung
länge und J das kleinste Trägheits- Winkel gemessen, um die sich die evakuierte Gefäße durch ein Rohr, &im Unendlichen«) liegt. Außerdem
moment des Querschnittes). Der Fak- Probenenden bei der Belastung dre- dessen Durchmesser klein gegen die muß möglichst die ganze Apertur des
tor c ist von der Art der Abstützung hen. ittlere freie Weglänge der Moleküle Objektives ausgeleuchtet werden. Bei
abhängig und für die in der Abb. Lit. Siebel, E.: Hdb. d. Werkstoffprü- ist, so wird der K. B. erreicht mandieses Ziel auf
dargestellten Fälle a) bis d) gleich !js, fung, 2. Aufl., 2. Bd., Die Prüfung der 21 Po To _ T folgende Weise (s. Abb.):
1,22 und 4. Der WertIji=A wird als Tosjatischen Werkstoffe. Berlin 1955.
oma Vmr areoyT-
Schlankheitsgrad des Stabes bezeich- knot, 1. eine in den USA und in (,p und T sind Dichte, Druck und
net, wobei i= YJTA der Trägheits- Großbritannien in der Seefahrt be- Temperatur in den Gefäßen.)
halbmesser des Stabquerschnittes ist. nutzte Einheit für die Geschwindig- Stehen die beiden Gefäße durch eine
Für die Fälle mit größeren Werten keit, weite Öffnung in Verbindung,so ist
des Schlankheitsgrades (mindestens Definition: dagegen To Köhlersche Beleuchtungsanordnung
80 bis 100) stimmen die bekannten 1 knot = 1 nautical mile/hour. = 7: Die Lichtquelle L wird durch eine
Versuchsergebnisse mit den Euler- Entsprechend den verschiedenen De- Leuchtfeldlinse B zunächst in den
schen Formeln gut überein, während Daraus folgt, daß bei genügend klei-
sich für kleinere Werte Abweichun- finitionen der nautical *mile ner Öffnungdas stark verdünnte Gas lampenseitigen Brennpunkt F des
gen ergeben, da in diesem Gebiet die folgende Definitionenfür knot: aus dem kälteren in das wärmere Kondensors X abgebildet und von
Knickspannung der *Quetsch- 1 imp. knot(brit.) Gefäß strömt, was manals K.-E. be- diesem dann in unendlich großer Ent-
grenze des Werkstoffe, wie sie in imp. nautical mile/hour, zeichnet. Dasselbe erfolgt in einem fernung, also in der Eintrittspupille
einem Druckversuch mit einer kurzen 1 US knot Rohr, dessen Enden auf verschiede- des Mikroskopobjektivs O. Gleich-
Probe gefunden wird, nähert. Es sind = 1 US nautical mile/hour, ner Temperatur gehalten werden (s. zeitig bildet der Kondensor die
daher die Abweichungen von der ela- 1 intern. knot Thermodiffusion).[9] Leuchtfeldlinse selbst in das Objekt
stischen Linie zu berücksichtigen, bis intern. nautical mile/hour. Knudsen-Schicht, s. Schlü fströmung P_ab, welches dadurch mit der
bei ganz kurzen Stäben das Verhalten Umrechnungen: mit Höchstgeschwindigkeit. Leuchtdichte der Lichtquelle strahlt.
des Werkstoffes überwiegend durch 1 imp. knot Eine Irisblende Jı dicht, bei_der
die Quetschgrenze und die *Druck- = 1,853 181 km/h = 0,514772 mis, Knudsen-Strömung, svw. Nichtkon- Leuchtfeldlinse gestattet, die Größe
festigkeit bestimmt wird. tinuumsströmung, s. Molekularluft- des Leuchtfeldes der Objektgröße an-
Lrr. Bach und Baumann:Elastizität und 1 US knot pumpe; Gasströmung bei niedrigen zupassen; eine zweite Irisblende , im
Festigkeit. Berlin 1924. - Föppl, A.: ‚853248 km/h = 0,514 791 m/s, Drücken; Höchstgeschwindigkeiten in lampenseitigen Brennpunkt des Kon-
Vorlesungen über technische Mechanil 1 intern. knot verdünnten Gasen; Nichtkontinuum- densors erlaubt, die Apertur des aus
München. - Bauschinger, it. Te 1,852 km/h — 0,514. 444 ın/: strömung, Einteilung der. [38] dem Kondensor austretenden Lichtes
Lab. Hochschule München. Heft 15. Seit 1928 verwenden die meisten Län- Knudsen-Vakuummeter nach dem zu verändern. [18]
1887. - Tetmajer, L. v.: Die Gesetze der der die Einheit intern. knot, die USA Königszone. *Sonnenflecken treten
Knickungs- und der zusammengesetzten erst seit 1954, Großbritannien dage- Radiometerprinzip_(s. Radiometer).
Bruchfestigkeit der technisch wichtigsten gen auch heute noch die Einheit imp. Die mechanische Kraft, mit der ein selten außerhalb einer Zone der Son-
Baustoffe. 3. Aufl. Leipzig und Wien zwischen zwei ungleich warmen Plat- nenoberfläche auf, die sich vom
1903. - Kärmän: Forsch. Arb. VDI. Heft knot. Entsprechende deutsche Einheit ten befindliches und diese umgeben- Sonnenäquator bis +40° Breite er-
81. 1910. - Hütte: Des Ingenieurs Ta- Knoten. des Gas wirkt, hängt in berechenba- streckt. In höheren Breiten sowie am
schenbuch I u. III.Berlin. - Hdb. d. 2. Admiralty knot, eine in Großbri- rer Weise vom Gasdruck (freie Weg- Sonnenäquator wurden Flecken bi
Experimentalphysik. Bd. — Goerens, tannien bestehende Längeneinheit, lang nur sehr vereinzelt beobachtet.
P., und R. Mailänder: Die technischen identisch mit imp. nautical mile. [13] länge der Moleküle groß gegen Ab-
Verfahren zur Untersuchung der Me- Knoten, Kurzzeichenkn, in der Luft- stand der Platten) sowie von der Grö- Die Zone des häufigen Auftretens der
talle und Legierungen. Leipzig 1930. [15] und Seefahrt übliche Einheit für die ße und der Temperatur der Platten Flecken heißt K.[5]
Knickversuch. Beim K. die Pro- ab. Daraus läßt sich ein absolutes Körnigkeit photographischer Schich-
be unter Messung der Ausbiegung Geschwindigkeit. Vakuummeterherleiten. ten. Die K., welche z. B. beim Be-
abwechselnd belastet und entlastet. Die Einheit K. ergibt sich aus der Lırt. Knudsen, M.: Ann. Phys. Leipzig trachten von Vergrößerungen photo-
Es muß also die seitliche Bewegung Gleichung (4) 32, 809, 1910. [10] graphischer Negative störend in Er-
der Probenmitte gegenüber den Pro- ‚chwindigkeit = We
Geschwindigkeit zen, Knudsen-Zahl (Abkürzung K), s. scheinungtritt, wird durch die stati-
benenden gemessen werden. Beim Kennzahlen. stische Verteilung der Silberkörner in
Ansetzen der Meßuhr muß man dar- Definition: Der K. ist die Geschwin- der Negativschicht verursacht. Das
auf achten, daß der Andruck, der für Koagulation, s. Kolloid.
ein fehlerfreies Arbeiten notwendig digkeit eines sich gleichmäßig bewe- Koeffizient, kritischer, s. Zustands- einzelne *Korn ist zu klein, als daß
ist, ausgeglichen wird, wobei keine
genden Luft- oder Wasserfahrzeuges, gleichung, reduzierte. es bei den normalerweise schwachen
seitlichen Kräfte auf die Probe über- das während einer Stunde eine See- Vergrößerungen beobachtet werden
tragen werden dürfen, da diese ein meile zurücklegt. Köhlersche Beleuchtungsanordnung, könnte. Ein objektives Maß ist die
vorzeitiges Ausknicken auslösen 1 Knoten = 1 Seemeile/Stunde. Die K. B. hat die Aufgabe, beim Mi mittlere Schwärzungsschwankung, 0,
könnten. Auch ist es wichtig, die Pro- Umrechnung: kroskop eine intensive und gleichmä- die man beim Abtasten einer gleich.
be gut in die Belastungsachse einzu- 1kn = 1,852 km/h = 0,514.444 mis. Bige Beleuchtung des Objektfeldes zu mäßig belichteten Schichtstelle mit
justieren. Um die Einstellfehler Angelsächsische Einheiten knot. [13] bewirken. Um die Struktur der Licht- einer kleinen Meßfläche beobachtet:
(»Fehlerhebel«) zu erfassen, wurde Knotenpunkt, Schnittpunkt von Ach- quelle zum Verschwinden zu bringen, Y EI
ein Ausgleichsverfahrenentwickelt. sen oder Strahlen. Optische K. s. muß sie in die Eintritispupille des
Bei einem weiteren Meßverfahren Kardinalpunkte. [20] Mikroskopes abgebildet werden, die
62 6
Körper Körperfarben
(5, Schwärzung_an der Meßstelle j, als elastischer K. angesehen, was aber ‚chwindendem Druck vorhanden ist. ander ruhende Maßstäbe
S Mittelwert, n Zahl der Meßstellen.) im großen und ganzen nicht zutrifft. ir durch die Temperaturunabhän- Die Gestalt bewegter Maßst
Bei genügend großen Meßflächen ist Er zeigt meist eine größere plastische keit der mechanischen und therm; ‚nämlich nach ihr in jedem berechtig-
0 proportional der Wurzel aus der Verformung,die sich jedoch allm; „hen Eigenschaften der Materie cha- ten Bezugssystem eine Funktion der
Meßfläche. Weitere Informationen lich nach Wegnahme der Last ver- \ukterisiert; der Wärmeausdehnungs- Geschwindigkeit gegen dasselbe, aber
über die Kornstruktur gibt das mindert, d. h. es tritt elastische Nach- Koeffizient x und die Molwärme C so, daß gleichartig gleichförmig. be-
Schwankungsspektrum, welches man wirkung auf. Nur unter gewissen spe- könnenalso z. B. Null werden. wegte Maßstäbe untereinander wieder
aus der Schwärzungsverteilung durch ziellen Bedingungenist seine Verfor- Bei einfachen idealen festen K.ist der die Beziehung der Starrheit erfüllen.
Fourier-Transformation erhält und mungrein elastisch. Kautschuk wird Quotient &/C_praktisch temperatur- Man kann deshalb auf jedes gemei
das die Schwärzungsschwankung in wie die meisten Polymerisate undvie- unabhängig (Grüneisen). Der innere sam bewegte System von Maßstäben
Abhängigkeit von der Raumfrequenz le Faserstoffe zu den hochelastischen Druck hat ebenfalls den Wert Null, eine euklidische Raumausmessung
wiedergibt. Bei Negativentwicklung Stoffen gerechnet. Als hochelastische indem bereits beim äußeren Druck gri ıden, doch hängt die erzielte
ist_ es in einem weiten Frequenzbe- Verformung wird oft diejenige elasti- Null die einzelnen Bauteile eine Stel- Raumkeordinierung vom Bewegungs"
reich unabhängig von der Frequenz. sche Verformung definiert, die den ing eingenommen haben, bei der zustand des Systems ab. Die allgemei-
Bei Exposition mit Röntgen-, Gam- Wert von 1%, überschreitet, womit sich die abstoßenden und anziehen- ne Relativitätstheorie korrigiert auch
ma- und Elektronen-Strahlen, bei kristalline Stoffe und amorphe Stoffe, ien Kräfte kompensieren. diese Aussage und behauptet, daß die
Farbentwicklung und bei Kopien in sprödem Zustand ausgeschlossen Die Molwärme ist bei tiefen Tempe- Gestalt fester Körper noch vom ört-
werden Kornzusammenballungen be- «sind. saturen proportional der 3. Potenz lichen Gravitationspotential im Welt-
obachtet, die sich auch im Schwan- 3. Fester K., einer der drei Aggregat- ier Temperatur; es gibt für jeden raum abhängt. Infolgedessen gelangt
kungsspektrum auswirken. Ein. vi- zustände der Materie (neben der Stoff eine »charakteristischec *Tem- man nach ihrer Meinung mit Hilfe
suelles Maß für die K. ist die Grei Flüssigkeit und dem Gas). Der feste peratur © derart, daß für alle Stoffe fester Maßstäbe, Teilkreise, Normal-
vergrößerung,d. i. diejenige Vergt K.setzt sowohl einer Gestaltsände- © = (TI)!wird (Debye, 1912). uhren und Lichtstrahlen nurzu einer
Berung, mit der man ein Negativ ver- rung als auch einer Volumenände- 5. Kristalliner K., s. Kristall. nichteuklidischen Geometrie des
größern kann, ohne daß bei einer Be- rung einen großen Widerstand entge- 6. Plastischer K, Ein fester plastischer Raumsbzw. der Welt. Die relativisti-
trachtung in einem Abstand von gen. In der Mechanik können diese K. besitzt im Gegensatz zum elasti- schen Abweichungen vom cukli
25 cm eine körnige Struktur bemerkt geringen Änderungen vielfach ver- chen K.bei kleinsten Beanspruchun- schen Ideal der Starrheit sind jedoch
wird. Durch die K. wird Auflösungs- nachlässigt werden. Man behandelt sen die Fähigkeit zu fließen. Es ist äußerst gering, so daß sie an der
vermögen und Detailwiedergabe be- danndenfesten K.idealisiert als star- ‚lies ein idealisierter Zustand. Als fe- Grenze der Beobachtbarkeitliegen.
grenzt. ren K. Der Typus des echten festen sten plastischen K. kann man z. B. b) dynamischer Grenzbegriff eines K.
Lır. Frieser, H.: Noise Spectrum of K.ist der Kristall. Der amorphe K. Blei ansehen. Bei ihm wird Fließen mit unendlich großem Elastizitätsmo-
Developed Photographic Layers Exposed kann auch Eigenschaften eines festen erst oberhalb einer bestimmten Span- dul, so daß seine Gestalt auch gegen-
by Light, X-Rays, and Electrons. Pho- K. haben. Er stellt in diesem Falle nung auftreten. Die *Zerreißfestigkeit über angreifenden Kräften, z. B. un-
togr. Sc. Eng.3. 164 (1959). - Mees, K.,
und T.H. James: The Theory of the jedoch eine Ausnahme dar und wi liegt demnach über der Blasti ter Spannungen, erhalten bleibt. Die
Ehotographic Process. New York 106. besser als eine Flüssigkeit hoher Zä- wrenze. Dagegen zeigendie Flüssig- Folge wäre unendlich große Fort-
higkeit aufgefaßt. keiten und die viskosen Stoffe rein pflanzungsgeschwindigkeit elastischer
Körper. 1. AmorpherK., s. amorph. Die Bindungskräfte zwischen den plastisches Verhalten. Wellen in ihm. Beides ist physika-
2. Elastischer K. wirddefiniert als ein Atomen rufen beim festen K. einen 1. Starrer K. a) kinematischer Begriff lisch unmöglich und lediglich eine
Körper, der ch keine pla- Zustand kleinster potentieller Ener- es durchaus gestaltsfesten, sich mathematische Abstraktion. [4, 9, 15]
stischen *Deformationen aufweist, bei gie und damit eine regelmäßige An- st kongruentbleibenden Körpers Körperfarben. UnterK.versteht man
dem also jede "Verformung voll- ordnung der Elementarbausteine her- im Sinn der euklidischen Geometrie. im allgemeinen die an einen Körper
ständig reversibel ist. Die *Zerrei vor. Bei hoher Temperatur verhindert llinem solchen Gebilde kommen da- und seine Beleuchtung gebundene
grenze ist also gleich: die Wärmebewegung einen derartigen. her sechs *Freiheitsgrade der Bewe- Farbe, z. B. die Oberflächenfarbe an-
tätsgrenze; es muß daher ein absolut Gleichgewichtszustand. Bei einer be- zung zu, nämlich drei der Translation gestrichener Gegenstände im Gegen-
spröder Bruch auftreten, danur eine stimmten Temperatur, der Schmelz- izu verfolgen an der Bahn eines sei- satz zur »freien« Farbe, die von der
elastische Formänderung zugelassen temperatur, geht der feste K. in die ner Punkte) und drei der Rotation Beziehung auf das Remissionsvermö-
ist. Ein »absolut elastischer Körper« Flüssigkeit über. Die meisten Eigen- (Rotation um diesen Punkt gegen- gen der Körperoberfläche möglichst
stellt aber nur eine Idealisierung dar. schaften des festen K., wie z. B. seine über einem nicht rotierenden Bezugs- befreit ist. Die Färbung des Gesichts-
In vielen Fällen kann man von prak- Kompressibilität, seine Verformbar- system). In der physikalischen Theo- feldes eines photometrischen Meßge-
tisch elastischen Stoffen sprechen, z. keit und seine Härte lassen sich aus vie der Raumausmessung wird ange- rätes kann man, wenn auch mit einem
B. bei Gußeisen, gehärteten Stählen seinem regelmäßigen Aufbau aus ele- nommen, daß feste Körper, wie gewissen Vorbehalt, als »freie« Farbe
sowie bei Gläsern und Ionenkristal- mentaren Bestandteilen ableiten. Ni Maßstäbe, Teilkreise usw., diesem ansprechen.Der farbige Eindruck un-
lenbei hinreichend tiefen Temperatu- heres s. u. Kristall. kinematischen Ideal der Starrheit be- serer Umwelt, worunter manhier ins-
ren. Bei Gußeisen beträgt die elasti- 4. Idealfester K. Auch für denfesten liebig nahe kommen können,sofern besondere alle Nichtselbstleuchter —
sche *Verformbarkeit einige Zehntel- *Aggregatzustand gibt es in Analogie man nur für Druck- und Spannungs- ‚eben die K. - versteht, ist das Pro-
prozent. Dabei hat die angewandte zu dem gasförmigen einen idealen freiheit sowie für ausgeglichene feste dukt von Materialeigenschaften der
*Spannung sogardie *Fließgrenze er- Grenzzustand, der bei hohen Drük- Temperatur sorgt und von Tempera- beleuchteten Körper (Remissionsver-
reicht. Trotzdem ist die Verformung ken undtiefen Temperaturen mit der turschwankungen absehen darf (z. B. mögen, Durchlässigkeit etc.) und ih-
vollständig reversibel. Maßgabe angenommenwird,daßdi das Normalmeter). Die spezielle Re- rer Beleuchtung,
In einem ganz anderen Sinn wird ser in unmittelbarer Nähe des abso- lativitätstheorie fügt eine Einschrän- Eine Änderungin der spektralen Zu-
demgegenüber i. allg. der Kautschuk Iuten Nullpunkts bereits bei ver- kung hinzu: solange man gegenein- sammensetzung der Beleuchtung än-
64 5
Körperschall Kohärenz
dert radikal die K. Ein Strauß roter Der Bewegungsmechanismusbeib)ist peraturen wird als Tagesmittel_be- Extrem reines Aw sehr
Tulpensieht im Licht einer Quecksil- ein völlig anderer. Die Röhre steht, zeichnet. Dieses beträgt im Mast- Eisen 27m weich
berdampflampe nahezu schwarz aus. jetzt fest; dafür dreht sich der Pa- «arm 37,2 °C, in der Achselhöhle
Man muß sich klarmachen, daß tient bei der Aufnahme auf einer) i6,9 °C. Im Verlauf von 24h zeigt Fe-Si-Legierung Aw
K. von Fall zu Fall durch ganz ver- Drehscheibe in vertikaler Stellung) die K. einen immer wiederkehrenden (Handelsware) ICH normal
schiedene optische Vorgänge zustan- (stehend oder sitzend)bei jeder Auf- Rhythmus. Bei Tag steigt anhal-
de kommen. Die rote Farbe eines
Hausdaches wird durch die selektive
nahme einmal ganz um seine Län;
achse. Gleichzeitig und gleichsinnig
ind bis zum höchsten Wert um 17 Wolframstahl
bis 20 h. Bei Nachtfällt sie anhal- 5500 Ahart
bis 6 h morgens. Diese Tagesschwan- Pt-Co-Legierung,, „Aw extrem
Remission der Ziegeloberfläche her- dreht sich auch die Kassette einmal end bis zum niedrigsten Wert um 2
vorgerufen; gefärbte Flüssigkeiten er- um ihren Mittelpunkt. Sie liegt, von
halten ihre Farbe durch die Absorp- der Röhre aus gesehen, hinter dem kungen sind praktisch unabhängig abgeschreckt 2,9-10°, hart
tion ausgedehnter Spektralbereiche; Patienten in waagrechter oder geneig- von Nahrungsaufnahmeund Muskel- 2
das Blau des Himmels wird durch ter Stellung, je nach der darzustellen. s gibt eine chemische und Koexistenz von Phasen. Zwei Pha-
Streuung des Lichtes an den Luftmo- den Ebene.Scharf dargestellt wird die, cinephysikalische Wärmeregulation. sen, z. B. Flüssigkeit und Dampfei-
lekülen erzeugt; ein Ölfleck auf der parallel zur Kassettenebene verlau- bkühlung der Umgebung vermehrt nes Stoffes, können, genügend Flüs-
Straße wird durch Interferenz schil- fende Körperschicht, die den Schnitt- len Umfang der Verbrennungen im sigkeit vorausgesetzt, beliebig lange
lerndfarbig. [17] punktzwischen Körperachse und der) Körper und damit die Wärmebildung nebeneinander im Gleichgewicht be-
Körperschall, Schall, für den das Verbindungslinie Fokus-Kasseuten- (chemische Wärmeregulation). Die chen, »koexistieren«.
‚Ausbreitungsmedium ein fester Kör- mitte enthält. Der Verwischungsgrad physikalische Wärmeregulation be- ist eine Phase bezug auf einen Be-
per ist. Beispiele sind der Schall, der aller Objektelemente außerhalb die- herrscht die Wärmeabgabe. Diese er- standteil mit zwei anderen Phasen im
sich im Erdboden,in Eisenbahnschie- ser Körperschicht ist von dem Ein- folgt durch Wasserverdunstung, Gleichgewicht, so sind auch diese bei-
nen, in Leitungsröhren ausbreitet, fallswinkel zwischen Kassettenebene) Strahlung und Leitung der Wärme. den anderen Phasen unter sich be-
und der Schall, den der Arzt bei der und der Verbindungslinie Fokus- Die Hauttemperatur ist die Tempe- züglich dieses Bestandteils im Gleich-
Auskultation von Herz und Lunge Kassettenmitte abhängig. Je kleiner satur der Grenzfläche von Körper gewicht, d. h. kocxistieren.
benützt. [12] er ist, um so größerist der Verwi- und Luft. Selbst wenn die Haut un- Lit. Planck, M.: Vorlesungen über Ther-
Körperschichtaufnahmen. Die schungsgrad. Je_ weiter die Objekt- bekleidet und unbehaart ist, herrscht modynamik. Berlin und Leipzig 1964.
Schichtbildaufnahmetechnik (auch punkte von der Schnittebene entfernt in ihrer nächsten Nähe nicht die
Tomographie, Planigraphie, Strati sind, desto kleiner ist ihre Schatten- Lufttemperatur. Diesen Bereich nennt kohärente Streuung, s. Streutheorie
graphie genannt) gestattet es, bei und desto größer sind di man »Grenzschichte. Die Tempera- in der Elementarteilcheı nphysik,
Röntgen-Aufnahmen nur eine einzige isförmig verwischt dargestellte, turverteilung in der Grenzschicht ist
Körperschicht zur Darstellung zu Objektelemente. [28] ‚chr unterschiedlich, je nach den Ver- gegenseitige Phasendifferenz
bringen, deren Tiefe und Dicke nach Körpertemperatur. Nach dem Ver. hältnissen (z.B. Wind, Kleidung völlig unregelmäßiger We
Belieben eingestellt werden kann. halten der K. unterscheidet maı usw.). Hauttemperaturmessungen wer- B. getrennten
Alle anderen Körperschichten wer- gleichwarme (homoiotherme) un den nach dem thermoelektrischen Lichtquellen oder auch nur von zwei
den dabei unscharf und unterbelich- wechselwarme (poikilotherme) Tiere, Kontaktverfahren gemacht. Hierzu verschiedenen Punkten ein und der-
tet dargestellt, Man unterscheidet bei Der menschliche Organismusist nı werden benutzt das Punktelement selben Lichtquelle ausgehenden Wel-
den Schichtgeräten zwei Hauptgrup- in seinem inneren Kerngebiet hom« uch Büttner und das B len, sind inkohärent. Ko] sind
pen: otherm. Ein kompliziertes Syste element nach Anton.($. a. »Thermo- zwei Wellen demnach, wenn ihre
a) Schichtenparallel zur Körperachse der Temperaturregulation dient d vlemente«.) 129] Phasendifferenz am festen Ort ent-
durch den »Tomographe, den »Ver- Erhaltung der Kerntemperatur (Kör. koerzibel, Gas, permanentes weder füralle Zeiten konstant bleibt
tikal- und Universalplanigraph«, perinnentemperatur). Am sicherste ft, neuerdings auch Ko- ‚oder wennsic sich gesetzmäßig, 2. B.
wie verschiedene Schichtzusatzgeräte mißt man im Mastdarm. Den Keı ersitivfeld. In einem äußeren Ma- proportional mit derZeit, ändert. Die
zu Standarddiagnostikgeräten; umgibt eine poikilotherme Schale, netfeld genügender $ Zeit, in der eine Phasenänderung um
b) Schichten senkrecht zur Körper- die mit stark wechselndem Wärme. «lie *Magnetisierung zuı 2 erfolgt, darf allerdings nicht zu
achse, wofür cs den »Transversal- inhalt die Auswirkungen äußer ‚metischer _ferromagnetischer Sub- klein sein, da sonst wegen der Träg-
Planigraphen«(SRW) gibt. Temperaturreize auf den Kern dämpft tanzen längs einer Neukurvebi heit des Auges (Flimmerfrequenz)
Bei a) werden Röhre und Film wäh- und als Isolationsschicht Wärme Sättigung an. Nimmt nun die Interferenzerscheinungenvisuell nicht
rend der Aufnahme in bestimmter spart. Bei sinkender Außentempera: ‚tärke wieder ab, so liegen die Werte mehr wahrgenommen werden kön- .
Weise gegensinnig bewegt. Ihre Be- tur wird die Durchblutung der Scha. der Magnetisierung über denen der nen. Der Begriff der K. bezichtsich
wegung relativ zum ruhenden Objekt Is, vor allem der Extremitäten, res Neukurve; bei verschwindender Feld- nicht unbedingt nur auf Wellen exakt
ist so, daß nur die Objektpunkte ei fiektorisch gedrosselt. Die Extremi, «türke bleibt die remanente Magne- gleicher Frequenz. Zwei kohärente
ner Körperschicht in jedem Augen- täten werden zu den Eflektoren dı sierung zurück, Sie kann durch ein Lichtstrahlen, von denen der eine an
blick auf die gleiche Stelle des Filmes physikalischen Temperaturregulatioı wenfeld vernichtet werden. Die einem festen, der andere an einem
abgebildet werden. Dagegen verän- Ihre Wärmeabgabe liegt je Fläch stärke dieses Gegenfeldes heißt K. bewegten Spiegel reflektiert wird, dür-
dern die den übrigen Körperschich- bei positiver Wärmebilanz weit übe Ihre Größeist schr verschieden. Je fen noch als kohärent gelten, obwohl
ten zugeordneten Bildpunkte während der durchschnittlichen des ganzeı wach der Größe der K. spricht man der am bewegten Spiegel reflektierte
der Bewegung dauerndihre Lage auf Körpers, bei negativer Wärmebilanz von magnetisch weichen oder magne- eine etwas andere Frequenz hat als
dem Film. Dadurch werden die Kon- darunter. Die durchschnittliche Höhe (isch harten Stoffen. Nachfolgend der am festen Spiegel zurückgewor-
turen verwischt und ihre Schatten- aller bei einem Menschen im Ver: und einige Beispiele für Werte der K. fene. Demgemäß interferieren auch
dichte beträchtlich herabgesetzt. laufe eines Tages beobachteten Tem. innegeben. die beiden Strahlen miteinander und
66 7
Kohärenzbedingung Kohlersche Regel
ergeben eine Schwebung. Näheres s. einer einzigen Frequenz », der aber Als dritter, bei hohen Drucken sehr Koblersche Regel. Wirkt senkrecht
Interferenz. eine begrenzte Länge hat, dann wird starker Effekt tritt Stoßdämp- zur Flußrichtung eines elektrischen
Lit. v. Laue: Interferenz und Beugung,
in Wien-Harms, Hdb. d. Experimental quenz v intensii
fung linienverbreiternd auf. Wenn die Stromes ein Magnetfeld, so entsteht
physik. Bd. 18. Leipzig 1928. — Schaefer, ren und größeren Frequenzen um so
7eit zwischen zwei Zusammenstößen außer dem *Hall-Effekt eine Span-
Cl: Einf. in die theor. Physik III. 1. mehr überwiegen, je länger der Wel- kleiner als die Emissionsdauer ist, nungsdifferenz in der Stromrichtung,
Berlin 1950, - Lummer: Lehre v. d. wird die K. entsprechend verkleinert. wenn ein Teil der Ladungsträger
strahlenden Energie. Lehrb. d. Phys. v. lenzugist, Bei unendlich langem Wel- Die Stoßverbreiterung ist proportio- nicht senkrecht zur Strom- und Feld-
Müller-Pouillet. 11. Aufl. Bd. 2. 1. Hälf- lenzug (K.) schließlich schrumpftd: nal zur Stoßzahl und bei konstanter tung abgelenkt wird. Da sich die-
te. Braunschweig 1926. [17] Frequenzspektrum auf die Frequen; Giasdichte proportional zu T. Unter se Spannung der äußeren additiv
Kohärenzbedingung, s. Interferenz » zusammen. Daraus ergibt sich ü Normalbedingungen (0 °C und 760 überlagert und wie die Hall-Span-
des Lichtes bzw. Interferenzprinzip. einer anderen Ausdrucksweise, dal Torr) ist die Linienverbreiterung bei nung zum Meßstrom proportionalist,
Kohärenzlänge. Während die von die erreichbare K. um so größer wird) einer Spektrallinie von etwa 500 nm kann man auch einfach von einer ma-
einem elektrischen Sender emittierte je monochromatischer das Licht is bereits ungefähr: AA = 10° nm, also gnetischen Widerstandsänderung im
elektrische Welle auf praktisch unbe- Wegen der endlichen Dauer de sehr viel größer als die durch den Querfeld sprechen; es tritt fast aus-
grenzte Zeiten in sich kohärent ge- Emissionsaktes (10°) kann die Doppler-Eifekt und durch die Strah- nahmslos eine Widerstandsvergröße-
halten werden kann,d. h. so, daß der auf keinen Fall größer als ciwa 3 m lungsdämpfung hervorgerufene Ver- rung ein. Bei Zimmertemperatur und
Phasenzusammenhangstreng gewahrt werden, was einem zwar schmalen, breiterung. Schmale Spektrallinien Querfeldern von etwa 10° A/m beob-
bleibt, liegt es in der Natur der Sa- aber immer doch noch endlichen Fre und damit Licht großer K. kann man achtet man bei den meisten Metallen
che, daß bei der Emission von Licht quenzintervall entspricht. Tatsächli also auf alle Fälle nur in Gasen ge- eine Zunahme des Widerstandes R
‚nur mehr oder weniger kurze, in sich wirken aber fast stets verschiedene Druckes erhalten. [17] bzw. des spezifischen Widerstandes g
kohärente Wellenzüge ausgestrahlt Einflüsse im Sinne einer zusätzliches ion, der durch *Molekular- um etwa 0,1 bis 0,01%. Bei stärkeren
werden. Die verschiedenen Well Verbreiterung des Frequenz- bzw) kräfte bewirkte Zusammenhalt der Feldern und tieferen Temperaturen
züge sind aber untereinander inkohä- Wellenlängenintervalls (Avfv = AA} Moleküle eines Stoffes. Die Kohä- erhält man jedoch eine wesentlich
rent. Zwei verschiedene Wellenzüge 2) einer Spektrallinie bzw. im Sinne vionskräfte sind am stärksten bei fe- größere relative Widerstandsvergrö-
können also nicht miteinander inter- einer Verkürzung der K., so daß di ten Körpern, viel schwächer bei Berung Agmr/oor, z.B. bei 3.107
ferieren; dies können nur die beiden genannten 3m durchaus als ober: Flüssigkeiten und sehr schwach bei Alm (durch kurzzeitigen Kurzschluß
aus einem elementaren Wellenzug Grenze anzusehen sind. Der i. all Gasen, aber doch nachweisbar. Die einer Dynamomaschine) und 78 °K
etwa durch Amplitudenteilung infol schwächste Einfluß dieser Art ist di Molekularkräfte zwischen den Mole- bei Cd eine solche von 92%. Der Wi-
ge von Reflexion an einer Grenzflä- durch die Ausstrahlung bewirkt külen verschiedener Stoffe werden als derstand von reinstem Wolfram kann
che erzeugten Teilwellen. Die Länge Strahlungsdämpfung, die eine Ab: "Adhäsionskräfte bezeichnet. [20] bei 1 °K undetwa 4 - 10° A/m auf das
eines Wellenzuges ist primär gegeben klingzeit von etwa 10% verursacht Kohäsionsdruck, s. Zustandsglei- 10°fache erhöht werden. Der Ohm-
durch die Dauer x des Elementarak- eine Zeit also von gleicher Größen: chung, van der Waalssche. sche Widerstand ist außerdem von
tes der Lichtemission im Atom. Sie ordnung wie die Dauer des Elemen. Kohlebogen ist ein *Lichtbogen, der der Kristallrichtung abhängig. Mit-
dürfte in vielen Fällen von der Grö- taraktes der Lichtemission im Atoı zwischen Kohleelektroden brennt. [7] telt man die richtungsabhängigen
Benordnung 10°*s sein. Ihr entspricht überhaupt. (Dieser Abklingzeit ent Kohlemikrophon, s. Mikrophon. Werte von Agn,r/go,r über alle Win-
eine Länge des Wellenzuges (K.) von spricht eine Wellenlängenverbreite: kel oder führt Messungen an poly-
er = 101%. 10% (cmis) - s rung von AA = 10°° nm.) Kohlenstaubfeuerung, s. Feuerung. kristallinen Proben aus, so variieren
300 cm (da sich das Licht in der Zeit Sehr viel stärker verbreiternd wirl Kohlenstaubturbine, eine mit Koh- die bei verschiedenen”
von 10%s um 300cm fortpflanzı). der optische Doppler-Effekt, dei lenstaub betriebene *Gasturbine, die Temperaturen, FeldstärkenMetallarten,
und Rest-
Nur bei einer gegenseitigen Verzöge- durch die ungerichtete Relativbewe noch durchaus im Versuchsstadium
rung der aus einem primären Wel- ist. Dem Vorteil der Einsparung des widerständen (s. Matthiessen-Nerns:
lenzug stammenden Teilwellen, die gung der emittierenden Atome ge Gasgenerators und damit eines grund- sche Regel; gemessenen relativen Wi
nicht größer als die genannte Zeit geneinander zustandekommt. Di sätzlich besseren Wirkungsgradesste- derstandsvermehrungen zwischen 10°
von 10 *s ist, kann bestenfalls noch Verbreiterung wächst linear mit deı hen verschiedene Schwierigkeiten ent- undzen.
10°, also um acht Zehnerpoten-
eine Interferenzwirkung „beobachtet Translationsgeschwindigkeit der Ato- gegen: unvollkommene Verbrennung, Wie Justi und Scheffers heuristisch
werden. In praxi wird aber zumeist me, ist also proportional zu TI Notwendigkeit einer Entstaubung, fanden und Kohler theoretisch ablei-
bei weitem nicht eine solche Verzö- (T absolute Temperatur in °K, um eine starke Verschmutzung der tete, liegen aber sämtliche Werte von
gerung zulässig sein; denn es wirken ‚Atomgewicht). Um den Doppler-Ef: Turbinenschaufeln zu verhindern, Agn.r/go.r desselben Metalls auf ei-
eine Reihe von Umständen mit, die fekt möglichst klein zu halten, mul usw. Gasturbinen können mit ge- ner gemeinsamen Kurve, sofern man
die K.i. allg. beträchtlich verkürz. man also ein stark gekühltes Gas v schlossenem Kreislauf für bestimmte sie als Funktion von Hirr aufträgt
Bekanntlich läßt sich jede zeitlich be- Zwecke erfolgreich mit Kohlenstaub (Kohlersche Regel). Dabei ist rr das
grenzte, periodische oder auch nicht- ission anregen (stromschwa: betrieben werden. feldfreie »Widerstandsverhältnise
periodische Funktion durch ein Fou- mentladung in mit flüssig Lır. F.B.K.: Mit Kohle betriebene
Rr___or
rier-Integral darstellen. In derselben Luft gekühlten Gasen hohen Atom: Gasturbinen. VDI-Z. 91, S. 660/661
Weise kann man einen periodischen gewichts). Unter normalen Verhält (1949). - Bammert, K., Th. Geißler und ET Rem ” gem"
Wellenzug vorgegebener Länge als nissen ist die Doppler-Verbreiter‘ E. Nickel: Die Verfeuerung von Koh-
lenstaub in Gasturbinenanlagen mit ge- Auch die Widerstandserhöhungen
ein Fourier-Integral, das sich über schon bemerkenswert. Bei der Was: schlossenem Kreislauf. Brennstoff-Wär- verschiedener Metalle können mit-
die Frequenzen 0 bis = erstreckt, serstofflinie Hs (A 486,1 nm) be me-Kraft14, 1, S. 537-553 (1962). [9] einander verglichen werden, wenn
ausdrücken. Handelt es sich z. B. um trägt sie z.B., auf die Wellenläi Kohlersches Diagramm, s. Kohler- man auf gleiche thermische Störung
einen streng periodischen Vorgang bezogen, AA = 0,3 - 10°? nm. sche Regel. des Leitungsvorgangs durch die
6 9
Kohlrausch Kollimator
lonenschwingungen bezieht. Ersetzt und Wanderungsgeschwindigkeit_des (Bothe und Kolhörster 1929), di sichtsfeldes. Daher auch die Bezeich-
man nämlich die physikalisch nicht betreffenden Ions je Einheit der Feld-
stärke. Ist der Eiektrolyt nicht voll-
einem wichtigen Untersuchungs: nung »Feldlinse«. [18]
ausgezeichnete Bezugstemperatur 273 der kosmischen Strahlung und aller Kollektivelektronenmodell, svw.sta-
®K durch die charakteristische *Tem- ständig dissozüert, so gilt A = a (m Arten von Kernprozessen geworden tistisches Atommodell, s. Atom, sta-
peratur © und damit das gewöhnliche +n.) (a Dissoziationsgrad). Bei zu- ist. Eintreten einer K. bedeutet n tistisches. [7]
Widerstandsverhältnis rr durch das nehmender Konzentration der Elek- ürlich nicht absolute Gleichzeitigkı kollektives Kernmodell nennt man
reduzierte trolyte muß der Einfluß der inter- sondern nur, daß die beiden Ereig- ein *Einteilhenmodell des Atom-
Re Re ionischen Wechselwirkung berück- uisse_ innerhalb derselben, schr kur- kerns, bei dem die Deformierbarkeit
I7= "Ren" Re rn tom, sichtigt werden. Hierbeispielt einmal ‚en Zeitspanneliegen, die dem Auf- des »Rumpfes« berücksichtigt wird (s.
die für die Ausbildung der lonen- ;ungsvermögen des Zählers (10 Kerndeformation). Durch die Kopp-
so kommt man, durch Division des wolke, die das wandernde Ion um- 10€ beim Zählrohr, 10° bis 10% lung des Einzelteilchens mit dem
jeweiligen Abszissenwertes H/rr mit gibt, notwendige Relaxationszeit und beim Szintillationszähler) entspre- ‚Rumpf entstehen in diesem Oberflä-
Tem zum »reduzierten Kohlerschen zum anderen der sog. elektrophore- chen. In manchen Fällen wird auch chenschwingungen und *Kernrota-
Diagramm«. In ihm reduzieren sich tische Effekt eine Rolle, der darauf eine »Antikoinzidenzschaltung«e an- tion. Das k. K. steht zwischen dem
die Meßpunkte von Agu.r/go.r für beruht, daß sich das Ion nicht in gewandt, die gerade bestimmte K. *Tröpfchenmodell und dem Schalen-
Metalle aus allen Spalten des Perio- einer ruhenden Flüssigkeit, sondern nicht zählt. Schließlich kann mit der modell.
dischen Systems auf einige Kurven- gegen ein ihm entgegenströmendes verzögerten K. die sehr kurze Zeit- Lır. Hertz, G.: Lehrbuch der Kernphy-
bänder. Es sind zwei Kurvenscharen Medium bewegt. Beide Effekte geben differenz zwischen zwei nicht genau sik. Bd. II. Leipzig 1960. [1)
zu unterscheiden, von denen die eine eine Erklärung dafür ab, daß bei zu- gleichzeitigen Ereignissen gemessen Kollektor. In der Elektrostatik sind
mit den Elemenien Na, Au, Al, In, nehmender Konzentration die Be- werden, indem man den von dem K.Sonden,die zur Messung der Po-
Re mit wachsender Feldstärke Sät weglichkeit und damit die Aquiva- früheren Ereignis herrührenden Im- tentialdiferenz zwischen Luft und
gungswerten von etwa 1 bis 10 zu- lentleitfähigkeit auch starker Elck- puls durch eine »Verzögerungslei- Erde oder zwischen verschiedenen
sirebt, während die andere Kurven- trolyte absinkt, ohne daß immereine tung«,z. B. ein koaxiales Kabel, meß- Schichten der Atmosphäre dienen
schar Be, Pd, W, Zn, Pt unbe- Abnahme des Dissoziationsgrades bar gerade um so viel verzögert, daß (Spitzen-K., Flammen-K.., Tropf-K.).
grenzt steigt und erwarten läßt, daß angenommen werden muß. Die von er mit dem späteren Impuls eine K. Im Elektromaschinenbau wird das
die ihr angehörenden Metalle schließ- Debye-Hückel durchgeführte Rech- bildet. Hiermit können heute exakte Wort K. oft an Stelle der heute ge-
lich zu Isolatoren werden. nungergibt das auch schon von Kohl- Kurzzeitmessungen bis herunter zu bräuchlicheren Bezeichnung Strom-
Lit. Justi, E.: Leitfähigkeit und Lei rausch experimentell gefundene Qua- einigen 10.'0 s ausgeführt werden. wender oder *Kommutator verwen-
tungsmechanismus fester Stoffe. Götti dratwurzelgesetz für kleine Konzen- Lit. Riezler, W.: Kernphysik. 6. Aufl. let.
‚gen 1948.[2]
Kohlrausch, Friedrich Wilhelm Ge- trationen, wonach die Aquivalent- München 1959. _ Fünfer, E., und H. K. bei Kristallverstärkern, 5. Tran-
org. Dt. Physiker. Geb. 14. 10. 1840 leitfähigkeit bei endlicher Konzen- Neuert: Zählrohre und Szintillations- sistor.
in Rinteln (Weser),gest. 17. 1. 1910 in {ration e nach der Beziehung A = A zähler. 2. Aufl. Karlsruhe 1959. [1] K.bei thermionischen Konvertern, s.
— A Ye aus der Aquivalentleitfähig- Koinzidenzmethode, a) bei der Un- Energie-Direktumwandlung. [25]
Marburg. 1866 a.o. Prof. an der keit A» bei unendlicher Verdünnung tersuchung der kosmischen *Strah- Kollektorgrenzfrequenz fıc des
Univ. Göttingen, 1870 an der Eid- abgeleitet werden kann. A ist eine lung, s. Koinzidenz; *Transistors. Im Drifttransistor ist die
genöss. TH in Zürich, IN7I an der von der Temperatur und den Eigen- b) Verfahren zur genauen Messung Kollektorsperrschicht _verhältnismä-
TH Darmstadt, 1875 0. Prof. der schaften der betreffenden Ionensorte der Schwingungsdauer von Pendeln. Big dick. Deshalb ist für das Hoch-
Physik an der Univ. Würzburg, 1888 abhängige Größe. Für schwache Verglichen werden die Schwingungen frequenzverhalten die Laufzeit der
an der Univ. Straßburg, ab 1900 an Elektrolyte gilt entsprechend A = des »freiene Pendels mit jenen eines Minoritäten in ihr zu berücksichtigen.
der Univ. Berlin, 1895-1905 Präsi Uhrpendels bekannter Schwingungs- Für die zugehörige Grenzfrequenz
dent. der Phys.-Techn. Reichsanstalt aAn- A yac. dauer 7%, indem die Augenblicke der gilt fee = v/nle. v Geschwindigkeit
Berlin-Charlottenburg. Arbeiten Kohlrausch-Kondensator, s. Kapazi- Koinzidenz festgehalten werden (z. B. der Träger (6: 10% m/s), I Dicke
Ausbildung der physik. Meßtechnik; it und Plattenkondensator. die gleichzeitigen Durchgänge durch der, Kollektorsperrachicht (ca. 1 um).
Konstruktion eines Totalreflektome- Koinzidenz, allgemein cin Zusam- die Ruhelage). Macht das Uhrpendel
ters, elektrischer und magnetische menfallen zweier Ereignisse, meist zwischen zwei Koinzidenzenn Schwin- Kollektorplatte, s. Kapazitä
Meßinstrumente.[43] für zeitliches Zusammenfallen ge- gungen, so macht das freie Pendel kolligativ. Eigenschaften,
Kohlrauschsches Gesetz (1876), Ge- braucht(zeitliche K.). Speziell in der deren n # 1, je nachdem es schneller der Teilchenzahl des gelösten Stoffes
setz der unabhängigen Ionenwande- experimentellen Strahlungsphysik das oder langsamer schwingt als jenes. in der Volumeneinheit, also von sei-
rung in *Elektrolyten: Die Aquiva- zeitliche Zusammenfallen des An- Die Schwingungsdauer 7 des freien ner Konzentration, nicht von seiner
Ientleitfähigkeit A eines Elektrolyten sprechens zweier oder mehrerer Pendeis ist mithin 7 = my(n & 1) Te chemischen Natur abhängen, nennt
ist gleich der Summe der einzelnen (Mehrfachkoinzidenz) *Zühlrohre, man k. Sie treten dann in Erschei-
Beweglichkeite *Szintllationszähler oder anderer Kolbenverdichter, s. Kompressor. nung, wenn an dem Phasenübergang
Auntn. Zählgeräte, die von einem durchdrin- Kollektiv. Das K.ist eine Sammel- nur das Lösungsmittel beteiligt ist,
A bedeutet die auf die Aquivalent- genden Teilchen oder dessen Sekun- linse, die bei zusammengesetzten op- wie bei der Dampfdruckerniedrigung,
konzentration, d.h. auf die mit der därteilchen durchsetzt werden. Wer- tischen Instrumenten an oder nahe der Siedepunktserhöhung, der Ge-
elektrochemischen Wertigkeit mul den zwei oder mehrere Zähler durch dem Ort eines Zwischenbildes steht. frierpunktserniedrigung und beim 0s-
plizierte Konzentration (in mol/l) be- besondere Schaltung so kombi- Sie hat die Aufgabe, die Divergenz motischen Druck. [9]
zogene Leitfähigkeit. Die Beweglich- rt, daß nur bei Auftreten einer K. der Hauptstrahlen in eine Konver- Kollimator, das mit einem Spalt und
keiten r, und n- sind hier definiert ein Zählwerk betätigt wird, so spricht zenz zu verwandeln. Man erreicht einer Sammellinse versehene Beleuch-
als Produkt aus Faraday-Konstante man von der Koinzidenzmethode damit eine Vergrößerung des Ge- tungsrohr (auch Spaltrohr genannt)
7 1
Kollineation Koma
eines Spektralapparates oder eines Physik. Sie hat sich wegen der vielen Dispersionsmitteln beständig, Bei Beerschen Gesetz gegebene Abhän-
anderen optischen Gerätes. Es dient gemeinsamen Eigenschaften der K. kolloidalen Metallen und Oxyden gigkeit der Absorption von der Kon-
dazu, die von einem beleuchteten @.B. Opaleszenz) als besonderes findet und für sich nur geringe zentration einer Lösung zur Bestim-
Spalt herkommenden Strahlen paral- Forschungsgebiet entwickelt. Die be- Solvatbildung statt; sie lassen sich mung dieser Konzentration benutzt.
lel zu machen. Sprachlich ist das sonderen Eigenschaften der K. folgen aber dadurch in beständige K. ver- Es werden photometrisch zwei Ge-
Wort nach Grimsehl eine Verball- größtenteils aus der wegen der wandeln, daß man ihnen solvatisie- ichtsfelder miteinander verglichen,
hornung. Es rührt nicht von »limare« Verteilung relativ großen Ober! sende Stoffe hinzufüigt. Man nennt von denen das eine durch ein Licht-
= feilen, genau untersuchen, sondern ein Zustand, bei welchem die phy: solche Stoffe Schutzkolloide. Sie spie- bündel erleuchtet wird, das eine ab-
von »collineare« in gerade Liniekalischen und chemischen Grenzfl len in Biologie, Medizin, Agrikultur- sorbierende Lösung bekannter Kon-
bringen her. Das Rohr müßte daher henerscheinungen die Volumeneffek- vhemie und Technik eine große Rol- zentration und Schichtdicke durch-
lich Kollineatorheißen. [17] te überwiegen. le(. a. Iyophil). setzt hat, während das Vergleichs-
eation, ‚s. Abbildung, optische. Während molekulardisperse Suspen- Die Teilchen eines dispersen Systems lichtbündel eine Schicht der Lösung
id oder kolloiddisperses System. sionen sowohl dem unbewaffneten können von gleicher Größe (mono- unbekannter Konzentration durchlau-
Unter einem dispersen System ver- Auge wie unter dem Mikroskop klar dispers) oder von verschiedener G: fen muß. Durch Änderung der
steht man ein aus zwei oder mehr erscheinen, zeigen die kolloiddisper- ie (polydispers) sein. Durch Filtrie- Schichtdicke der unbekannten Lö-
Stoffen bestehendes System, in dem sen Suspensionen,die man auch kol- ten mit. Ultrafiltern oder durch Sedi- sungerzielt man Helligkeitsgleichheit,
der eine Stoft, die disperse Phase, in loide Lösungen oder Sole nennt, den mentation mit der Ultrazentrifuge wenn
dem anderen, dem Dispersionsmittel, *Tyndall-Effekt. Die einzelnen Teil- kann man Teilchen verschiedener cd
fein verteilt ist. Die disperse Phase hen kann man mit dem Ultramikro- Größe trennen und die Größenver- cı dı = cade bzw.
und das Dispersionsmittel skop beobachten. Grobdisperse Sy- teilung studieren. ad
fest, flüssig oder gasförmig sei stemeerscheinen dagegen schon dem Die Herstellung kolloider Sysieme ist. Im abgeglichenen Zustand ver-
besonderen nennt manfeste Teilchen unbewaffneten Auge als trübe Lö- geschieht entweder durch Teilchen- halten sich also die Konzentrationen
in einem Gas Rauch oder Staub, flüs- sungen. zerkleinerung(z.B. mechanische Zer- umgekehrt wie die Schichtdicke.
sige Teilchen in einem Gas Nebel. Mikroskopisch beobachtbare Teilchen jeinerung in der Kolloidmühle, Zer- Lit. Weigert: Optische Methoden d.
Gasbläschen in einer Flüssigkeit hei- führen eine *Brownsche Molekular- stäuben von Metallen im Lichtbo- Chemie. Leipzig 1927. [17]
ßen Schaum, Flüssigkeitströpfchen in bewegung aus. Im Verlauf der Zeit gen, Zerteilung mittels Ultraschall) Koma. Füreinen außerhalb der Ach-
einer Flüssigkeit *Emulsion, feste kann,je nach der Masse der disper- ‚oder durch. Teilchenvergrößerung in se gelegenen Dingpunkt verliert ein
Teilchen in einer Flüssigkeit *Suspen- sen Teilchen und den Eigenschaften molekulardispersen Systemen mit Strahlenbündel bei der Abbildung
sion. Je nach der Teilchengröße un- des_Dispersionsmittels, unter dem chemischen Methoden. durch cin optisches System i. allg.
terscheidet man folgende Arten von Einfluß der Schwerkraft oder ande- Lv. Kuhn, A.: einen Teil seines Symmetriecharak-
Systemen rer Kraftfelder ein Absetzen der Teil- schenbuch. 5. Aufl, Leipzig 1960. ters. Es bleibt symmetrisch in bezug
hen (Sedimentation) erfolgen. Da sen, P. A.: Kolloide (in K. W. Wagner: auf den meridionalen Hauptschnitt.
Teilchengröße System die Wärmebewegung dem Absetzen Das Molekül. Braunschweig 1949). — In dem meridionalen Hauptschnitt
entgegenwirkt, stellt sich im Gleich- Staudinger, H.: Organische Kolloidche- hingegen trennt sich die Spitze der
mie. 3. Aufl. Braunschweig 1950. [16] *Kaustik vom Hauptstrahl und kann
< 10m molekulardispers gewichtszustand ein Konzentration: Kolonnenionisation, tritt in lonisa- sogar ganz verlorengehen. Im Bild
10-"mbisetwa 10m kolloiddispers gefälle ein, ähnlich dem Dichtege-
fälle in der Erdatmosphäre.
tionskammern beim Einfall stark eines leuchtenden Punktes zeigt sich
> i0*m grobdispers ionisierender Teilchen auf. Die Ioni- dann eine kometenartige Zerstreu-
Bei Aerosolen tritt immer ein voll- sationsdichte ist dabei so hoch, daß
Diese Größengrenzen sind aber ganz ständiges Abseizen ein. Dagegen sind die Rekombinationsvorgänge "auch ungsfigur. Die Größe der Asymmetrie
unscharf und nicht allgemein ange- disperse Systeme mit festem Disper- durch starke äußere Felder nicht un- hängt stark von der Auswahl der
nommen. sionsmittel besonders beständig, wie terbunden werden können. [35] Strahlen ab, die zur Bilderzeugung
Die Teilchen eines kolloiddispersen z.B. Metalle oder Oxyde in Gläsern Kolorimetrie. Nach dem *Beerschen zugelassen werden. Die K. wird da-
Systems, das auch kolloidale Lösung (Goldrubinglas, Kobaltglas) Gesetz ist der *Absorptionskoeffi- her von der Blendenstellung beein-
genannt wird, sind also nicht Atome In dispersen Systemen ist die elektri- zient einer absorbierenden Lösung Außt und kann gegebenenfalls durch
oder Moleküle, die aus einer mäßi sche Ladung der Teilchen, die durch proportional zur Konzentration (mol/ deren Änderung verbessert werden.
gen Anzahl von Atomen bestel Adsorption von An- oder Kationen I) des gelösten Stoffes. Abgesehen von Neben dieser K. im engeren Sinne
wohl aber können es große Moleküle des Dispersionsmittels entstehenkann, den Reflexionsverlusten” schreibt sich umfaßt der Begrifi auch noch
oder Molekülkomplexe sein, die aus von großer Bedeutung. Die gegensei daher die durch die Schicht von der der Rinnenfelder. Er ist die meri
Tausenden von Atomengebildet sind. tige Abstoßungverhindert die Annä Dicke d dringende Intensität Ja: ‚nale Komponente der Abweichungen,
Ein kolloiddisperses System ausfe herung und damit die Ausflockung Ta= leo,
sten Teilchen in einem Gas heißt (Koagulation), d. h. die Vereinigung r
Aerosol, in einer Flüssigkeit Lyosol, von Teilchen zu größeren Aggrega- wobei Zo die einfallende Intensität, c
bei Wasser Hydrosol. Ist der mittlere ten. Verlieren die Teilchen ihre La- die Konzentration in mol/l und a
Abstand der Teilchen von derselben dung, so tritt Ausflockung cin, falls den molaren Extinktionskoeffizien-
Größenordnung wie ihr Durchmes- sich die Teilchen nicht mit einer Hül. ten (reziproker Wert derjenigen
ser, so ist das kolloiddisperse System le aus Molekülen des Dispersions- Schichtdicke einer 1-molaren Lö-
fest und wird Aerogel (z.B. Kiesel- mittels umgeben (Solvatation). Ei- sung, bei deren Durchsetzungdie In-
gel, Ruß) oder Hydrogelgenannt. weißstoffe, Kohlenhydrate, anorga- tensität eines Lichtstrahles auf den
Die Kolloidwissenschaft ist ein nische Hydroxyde neigen zu Solva- e-ten Teil geschwächt wird) bedeutet.
Grenzgebiet zwischen Chemie und tation und sind daher in geeigneten In Kolorimetern wird die nach dem
72 3
Kombinationsprinzip Kometenbenennung
die ein sagittales Büschel mit wach- Lır. Bergmann-Schaefer: Lehrb. d. Ex- ausgehende Repulsivkraft Gas und durch die Wolke einzelne Massen-
sendem Abstand von dem zugehöri- perimentalphysik. Bd. 1. Berlin 1945. - Staubmengen in der Richtung des verdichtungen an sich kettete. Neuere
gen Hauptstrahl erfährt (s. Abb.). Trendelenburg, F.: Akustik. Berlin-Göt- verlängerten Radiusvektors vom Ko- Theorien zur Kosmogonie der K.
S. a. Komet.[18]
tingen-Heidelberg 1961. [12]
Komet. Ein K. besteht aus einer An- metenkopf wegzutreiben und den stammen von Oort und Whipple; di
Kombinationsprinzip, s. Ritzsches sammlung fester Materiebrocken Schweif zu bilden, der zumeist beim i Ursprung der K.
Kombinationsprinzip. kleiner Größenordnung, die in eine Durchgang des K. durch das Perihel wolke zu suchen, die
Hülle aus Gas und feinverteiltem seine größte Ausdehnung gewinnt. als Kleinkörperring das Planetensy-
Kombinaiıtionsstreifung, gesetzmäßige Staub eingebettet sind. Nach den Yis treten allerdings auch Schwan- stem in weitem Umkreis umgibt und
Erscheinung auf *Kristallflächen. [8] *Keplerschen Gesetzen und dem kungen in der Schweifentwicklung aus der durch Störungen gelegentlich
Kombinationston. Beim Zusammen- *Gravitationsgesetz durchläuft er auf, die manchmal zu Lichtausbrü- Teile nach innen abgelenkt werden.
klingen zweier Töne der Frequenzen ne Bahnkurve (Kegelschnitt), in de chen und plötzlicher Verstärkung des Diese Auffassung wurde neuerdings
vı und vs hört man bei geeigneter ren einem Brennpunkt die Sonne chweifes bei schon wieder von der dahingehend modifiziert, als keine
Wahl der Frequenzen nicht zu ge- steht, Bei einer Reihe von K. gelang Sonne wegwandernden K. führen ringförmige, sondern eine diffuse, die
ringer und nicht zu schr verschiede- es, elliptische Bahnen zu berechnen. (Beispiel: 1942 g, Whipple-Fedtke); Sonneauf ihrem Weg im Milchstra-
ner Intensität nicht nur diese beiden Dagegen läßt das beobachtete Bahn- 'e Anomalien scheinen im Zu- Bensystem begleitende Wolke aus
Töne, sondern noch weitere, deren stück bei anderen K. keine Entscheı- menhang mit elektrischen Vor- Staub und Gasmaterie angenommen
Frequenzen aus der Beziehung » = dung zu, ob es ein Ausschnitt aus zängen auf der Sonnenoberfläche wird.
pvı + qva folgen, in welcher p und einer Ellipse, einer Parabel oder ei- (Sonnenflecken) zu stehen. Die Natur Für periodische K. wurden elliptische
q kleine positive oder negative ganze ner Hyperbel darstellt. Der verein- 1 die den Schweif Bahnen errechnet. Diese gelten als
Zahlen bedeuten. Diese Töne werden fachten Rechnung halber wird bei restlos geklärt; richtig, wenn mindestens eine Wie-
K. genannt. Man unterscheidet Sum- solchen Bahnen grundsätzlich die Ex- sicher ist ein Großteil auf den Licht- derkehr des K. bestätigt wurde.
mationstöne und Diferenztöne, je zentrizität e = 1 angenommen und druck zurückzuführen, doch reicht Lit. Kopff, A.: Handb. d. Astroph. Bd.
nachdem p und q beide positiv sind damit eine Parabel gerechnet, was dieser nicht voll aus, um alle beob- &Metcore.und Erg.-Bd. Kapiiel Kometen und
oder eine der beiden Größen negativ nicht bedeuten soll, daß der K. tat- achteten Erscheinungen zu erklären. Kometen. Berlin 1928. Wurm, K.: Die
ist. Am längsten bekanntist der Dif- chlich aufeiner Parabel läuft. Die Die Anteile des Schweifes, die nach 1954. Hofmeister, C.: ‚en-Heidelberg
ferenzton mit der Frequenz » = vı — Wahrscheinlichkeit, daß ein K. eine
Das Problem
der Spektralanalyse als“ ionisierte des Ursprungs der Kometen, Die Sterne
v2. Ferner werden die Frequenzen parabolische Bahn durchläuft, ist so- Moleküle (z.B. CO') ausgewiesen 27 und 28. Leipzig 1951 und 1952; dort
vı + va, 2vı = va, 22 — vı und ähn- gar in Wirklichkeit unendlich klein. werden, folgen einem »solaren Winde, auch ausführliche Literaturangaben der
liche Kombinationen gehört. K.las- Durch die Parabel wird lediglich das der als Korpuskularstrahlung von sehr zahlreichen Zeitschriftenaufsätze. -
sen sich mit Stimmgabeln, Orgel- der Sonne ausgeht. Die *Spektral- Unsöld, A.: Der neue Kosmos. Berlin
1901. 151
pfeifen oder auf dem Harmonium beobachtbarc Bahnstück mit hinrei-
hender Genauigkeit dargestellt. analyse ergab für den Kometenkopf Kometenbenennung.Jeder Kometer-
leicht hervorbringen. Dauertöne sind Für den Beobachterzerfällt das Bild kontinuierl *Spektrum re- hält zunächst folgende Kennzeich-
dafür besonders geeignet. K. kön- des K. zumeist in drei Teile: den lektierten Sonnenlichtes, das von nung:
nen jedoch auch mit dem Klavier er- Kern, die Koma und den Schwei. Emissionsspektren überlagert ist. Es 1. die Jahreszahl seiner Entdeckung;
zeugt werden. Beim Differenzton Kern und Koma bilden den Kome- wurden besonders Linien des Koh-
v1 = va liegt es nahe, ihn als Schwe- tenkopf. lenstoffes der Form Cz, des Cyan 2.einen Kleinbuchstaben, der die
bungston (Modulationston) aufzul (CN) und des Natriums festgestellt. Reihenfolge der Kometenentdek-
sen, eine Erklärung, die R. König Das kontinuierliche Spektrum dürfte kung des betr. Kalenderjahres an-
mit seiner Stoßtheorie gab. Nach ihr vom Kern, das Emissionsspektrum gibt;
hört man einen Ton, wenn die Fre- von der Koma herrühren. Das 3. den Namen des Entdeckers. Gehen
quenz der Schwebungsstöße im Be- Schweifspektrum zeigt kein Konti- mehrere, voneinander unabhä
reich der Hörfrequenzenliegt. Diese Schweif nuum, sondern nur einzelne Emis- gige Entdeckungsmeldungen bei
Theorie wurde später zugunsten der sionen. Diese konnten als ionisiertes der Internationalen Astronom
Helmholtzschen Theorie aufgegeben,
nach welcher Abweichungen von der U Kohlenmonoxyd (CO') sowie als schen Zentralstelle in Cambridge,
ionisierter Stickstoff N;* identifiziert Mass., ein, dann werden die Na-
Linearität im Verhalten eines schwin- werden. men der Entdecker in der Reihen-
genden Körpers die Ursache der K. Kosmogonisch dürften die K. relativ folge des Eingangs der Meldung
sein sollen. Dafür spricht ihr Auftre- Kern
jung sein, da sie offensichtlich keine angeführt. Beispiel: 1953 c Pons-
ten bei großen Amplituden, bei wel- Ko lange Lebensdauer besitzen, sondern Brook.
hen unter Umständen das *Hooke- Gliederung eines Kometen (schematisch) ständig durch Verdampfung, *Diffu- Erst wenn eine endgültige Bahnbe-
sche Gesetz nicht mehr gilt. Alle be- sion und Störungen Masse verlieren rechnung vorliegt, erhält der Komet
obachteten K. lassen sich damit aller- Der Kern stellt das eigentliche Mas- und praktisch unter den Augen des seine definitive Bezeichnung. Diese
dings nicht erklären. Man unterschei- senzentrum des K. dar, in dem die Beobachters zerfallen. Alle K., die in besteht aus der Jahreszahl des Peri-
det objektive K.. d. h. solche, die sich kompaktesten Teile zusammenge- mehr als einer Erscheinung beobach- heldurchganges und einer römischen
durch Resonanz aussieben und ver- ballt sind. Infolge der Koma,die als tet wurden, zeigten bei ihrer Wieder- Zifter, die angibt, um den wieyielten
stärken lassen, und subjektive K., bei die Gas- und Staubhülle des Kernes kehr keine stärkere Entwicklung als ‚Kometen es sich in dem betreffenden
denen dies nicht der Fal ist. Bei den anzusprechen ist, macht der Kome- bei der ersten Erscheinung. Mög- Kalenderjahr gehandelt hat, der durch
letzteren muß die Abweichung von tenkopf einen diffusen, nebelartigen licherweise entstammen sie einer das Perihel gelaufen ist. Entdeckungs-
der Linearität im Ohr, z. B. im Trom- Eindruck. Bei Annäherung des K. an Wolke interstellarer Materie, aus der und Periheldurchgangsjahr brauchen
melfell, gesucht werden. die Sonne beginnt eine von der Sonne die Sonne während ihres Durchgangs nichtidentisch zu sein. Der als Bei-
74 75
Kometenfamilie Kommutator
spiel angeführte Komet 1953 c Pon: dene Vorzeichen tragen. Die Zahl k \ommutative Größen A und B (s. Ali. Der Wert des K. ist für be-
Brook hatte 1954 seinen Perihe deshalb i. allg. durch Addition \ommutativ.). Dabei ist A-B + B- A. stimmte Größen in den sog. *Vertau-
durchgang; seine endgültige Bezeich- iner Konstanten (gex i \is K. bezeichnet man die Differenz schungsrelationen festgelegt, die einen
mung in den Kometentafeln lautet positiv gemacht. Sie 1:B-B.A. Wenn A und B nicht wesentlichen Bestandteil der Quan-
nunmehr: Charakteristik der Gleitkommazahl. kommutative Größen sind, ist diese tenmechanik bilden (s. a. Antikom-
1954 VII. Die Zahl x wird.z. B. für einen Re- Ditferenz ungleich Null. Solche nicht mutator).
chenautomaten mit 10stelligen dezi- kommutative Größen werden z. B. 2. In der Elektrizitätslehre versteht
Definitive Bezeichnungen werden malen Speicherworten für Gleitkom- ‚largestellt durch Matrizen. Diese Ma- man unter K. eine Vorrichtung zum
allg. erst zwei Jahre nach dem Peri- marechnung wie folgt geschrieben: isizen dienen zur quantenmechani- Stromwenden, einen Vierpol mit
heldurchgang festgesetzt, da es sich 3141592751. Die beiden letzten hen Beschreibung physikalischer einem Handgriff, bei dessen Betäti-
ja bei einem später entdeckten Ko- Ziffern sind die Charakteristik, die Observablen wie Ort, Impuls, Energie. gungdie Polarität der Ausgangsklem-
meten um seinen früheren Perihel- sich im gleichen Speicherwort wie die line andere Möglichkeit, Observable men wechselt. Es gibt davon viele
durchgang handeln könnte.[5] Mantisse befindet. darzustellen, ist durch Differential- Formen.Beispiele sind Pohls Wippe
Kometenfamilie. Passiert ein Komet Die eigentliche Gleitkommarechnung uperatoren gegeben. So wird z. B. der (Abb.1) und Ruhmkorffs Walze
auf einer langen Bahnellipse, Parabel durch Verknüpfung der Gleitkomma- Impuls durch den Operator hji - grad
oder Hyperbel eine Großplaneten- zahlen in der Recheneinheit geschieht dargestellt. (1 Plancksches Wirkungs-
bahn und befindet sich gleichzeitig entweder durch *Unterprogramme «uantum/2 a, 1 = y= 1.) Die x-Kom-
der betreffende Planet nahe dem ‚oder durch besondere technische Ein- ponente dieses Operators ist h/i-d/dx.
Schnittpunkt der beiden Bahnen, so richtungen automatisch. Für die auto- Dieser Operator ist mit der Ortsko-
wird der Komet so stark gestört, daß matische Verarbeitung der Gleitkom- ordinate x nicht vertauschbar, da
seine Bahn in eine Ellipse kurzer mazahlen gibt es besondere Befehle, \-didx, angewandt auf irgendeine
Umlaufzeit verwandelt wird. Das 2.B.: Addiere im leitenden Komma, Hunktion f(&), nicht dasselbe ergibt
Aphelder neuen Bahn liegt dann zu- oder: Multipliziere im gleitenden wie d/dx - x, angewandtauf f (x). Da
meist in der Nähe der Bahn des Komma. jeder Operator auf alles wirkt, was
Großplaneten. Die Kometen,die in- Dem Problem des *Genauigkeitsver- hinter ihm steht, ist
folge solcher Störungen ähnliche Tustes ist beim Rechnenim gleitenden d d a
Bahnlagen haben, faßt man zu einer Komma besondere Aufmerksamkeit re RIIFtI-
K. zusammen. Am ausgeprägtesten zu widmen. Die Ergebnisse der Rech-
ist die, K. des Jupiter, der über 50 nung zeigen immer Zahlen mit der Also ist der aus x und (hf) - (d/dx)
bekannteperiodische Kometen ange- normalen Mantissenlänge. Fraglich
hören. Untersuchungen von Schütte ist jedoch die Anzahlder davon noch
yebildete K., angewandtauf / (x):
und Kritzinger über K., bei denendi bedeutsamenZiffern. and _
Aphelien der Kometen außerhalb der In Gegenüberstellung zur Gleitkom- "wi "a x) re
Bahn des Planeten gruppiert sind, marechnung nennt man die Rechnung " (Abb. 2). Im Elektronenmaschinen-
geben Hinweise auf noch unentdeck- in üblicher Zahlendarstellung Fest- 9. bau dient der K., oft auch Kollektor
te transplutonische Planeten. [5] kommarechnung. [46]
Komma, gleitendes, heißt ein Ver- Komma, syntonisches und pythago- Der K. selbst hat also den Wert oder Stromwender genannt, zur
fahren zur Vereinfachung des Rech- reisches, s. Tonleiter.
nens mit Zahlen unterschiedlicher Kommunikationskette ist in der In-
Größenordnung bei der Verwendung formationstheorie die Gesamtheit al-
von *Rechenanlagen, so daß man ler Glieder, die für eine Nachrichten-
beim *Programmieren auf die Stel- verbindung erforderlich sind. Dazu
lung des Kommas keine Rücksicht zu gehören: Nachrichtenguelle, Sender,
nehmen braucht. Dieses Verfahren bertragungskanal, Empfänger und
verwendet die halblogarithmische Bestimmungsorgan.[22]
Darstellung der Zahlen, der Stel- ’kommutativ. Man sagt, zwei mathe-
len- und Ziffernwert in zwei Zahlen matische Größen seien k., wenn bei
dargestellt werden. Die Zahl m B* der Verknüpfung dieser Größen
wird nur durch die Zahlen m und k, durch irgendeine Rechenoperation
die Mantisse und den Exponenten, deren Reihenfolge gleichgültig ist. So
angegeben. Die Zahl m wird aufei- ist z. B. bei der gewöhnlichen Multi-
nen bestimmten Bereich festgelegt, plikation immer. A -B = BA. Die-
z.B. 0,1<m<1. Diese Einschrän- ses k. Gesetz der Multiplikation ist
kung, die aus praktischen Gründen für die Größen, die zur Beschreibung
erfolgt, heißt Normalisierung. Um mikrophysikalischer Vorgänge in der
Zahlen in dieser Darstellung mit ih- itenmechanik benutzt werden,
ren beiden Komponenten in jeweils nicht erfüllt. [7]
einer Speicherzelle eines Rechenauto- kommutative Gruppe, s. Gruppe.
maten unterzubringen, muß vermie- Kommutator. 1. In der Quantenme-
den werden, daß sie zwei verschie- chanik. Gegeben seien zwei nicht Abb. 3
76 ki
Komparator Kompensator,elektrischer
Gleichrichtung der Ströme von um- Kompensationsokular. Mikroskop- ernoullischen Gleichung ein Unter- Da e. K. mit Schleifdraht nur eine
laufenden Ankern (Gleichstromma- objektive mit einer starken unverkit- druck gegenüber dem Druck außer- begrenzte Meßgenauigkeit haben,
schine) oder allgemein zur Frequenz- teten Frontlinse weisen einen Farbun- halb der Düse, wo die Geschwindig- wurden verschiedene Spannungstei-
umformung der Ankerströme (Wech- terschied der Vergrößerung auf, und) keit vı herrscht. Die Druckerniedri- lerschaltungen entwickelt, bei denen
selstrom- und Drehstrom-Kommuta- zwarist die Vergrößerung im blauen) yung ist mit adiabatischer Ausdeh- der Widerstand R; durch Dekaden-
tormaschinen). Der K. besteht aus Licht stärker als die im roten Licht. nung und dementsprechender Ab- widerstandssätze mit Drehkurbeln in
einzelnen, von einander isolierten Dieser Fehler wird durch die K. au kühlung verbunden. Man kann die einer solchen Weise ersetzt wird, daß
Kupfersegmenten (Lamellen), an die geglichen, so daß die Gesamtvergrö- Düse so gestalten, daß die Erwärmung auch hiermit eine nahezu beliebig ge-
die Anfänge und Enden der Teilspu- Berung für blaues und rotes Licht) durch Reibung durch die adiabatische maue Abgleichung erfolgen kann,
len der Ankerwicklung führen. Auf gleich wird. [18] Abkühlung kompensiert: wird. S. a. ohne daß dabei der Gesamtwider-
dem K.schleifen die Bürsten für die Kompensationspendel, s. Pendel. Vortex-Thermometer und Thermo- stand des Hilfsstromkreises geändert
Zuführung bzw. Abnahmedes Stroms. Kompensationsstrom, geomagneti- neter,akustisches. wird. So werden z. B. beim Feussner-
Im einfachsten Fall, wenn nur eine scher, jener Elektrizitätstransport, Lır. Berg, H.: Aerologische Flugzeug- K. Doppelkurbein benutzt, die beim
Spule mit zwei K.-Segmenten vorhan- der angenommen werden muß, um aufstiege. Handb. der Aerologie. $. 315. Zuschalten von Kompensationswider-
denist, besteht der K. aus zwei halb- die negative elektrische Ladung der Leipzig 1961. [30]
Kompensafor, elektrischer, (Kom- standgleichzeitig dengleichen Wider-
kreisförmigen Lamellen (Abb. 3). [2,7] Erde (im Mittel © 5,7: 10°C, ent- pensationsapparat, Potentiometer)ist
standsbetrag im äußeren Stromkreis
Komparator. Der K. ist ein Meß- sprechend einer Flächendichte von eine meist sehr genaue Meßeinrich- ausschalten.
stand zur Messung von Längen durch 9 = 1,134 - 10° Cim®) aufrecht zuer- tung, mit deren Hilfe eine unbekann- Präzisions-K. zur Prüfung von Prä-
den Vergleich des Prüflings mit einem halten.
ie Spannungmit einer bekanntenver- zisions-Zeigermeßgeräten werden für
Maßstab. Man unterscheidet den Dain der Atmosphäre ein dauernder ‚rlichen werden kann. Der Spannungs- direkte Spannungsmessungen bis 1 V
Transversalkomparator, bei dem erst Vertikalstrom von im Mittel 2,7. 10% vergleich erfolgt mit einem empfind- mit vier bis fünf Dekadenschaltern
der Prüfling zwischen die Strichmar- Aicm® oder 1400 A von oben nach lichen *Nullinstrument in einer *Null- ausgerüstet, an denen die gemessene
ken zweier Mikroskope gebracht und unten fließt, würde die Erdladung ‚oder*Ausschlagsmethode. Spannungablesbarist, Ihre Genauig-
dann gegen den Maßstab ausgetauscht nach kurzer Zeit (Größenordnung keitist i. allg. größerals 0,4%/oo.
wird, und den Longitudinalkompara- =1h) neutralisiert sein, wenn nicht Technische K. besitzen ein bis drei
Tor, bei dem sich der Maßstab genau durch einen zusätzlichen Strom, eben. Dekadenwiderstände bzw. einen
in der Verlängerung des Prüflings be- den eg. K. (Kohlrausch, Schweidler), Schleifdraht, Zu ihnen gehört auch
findet. Hier wird erst die Lage di oder, in der Benndorfschen Bezeich- der Stufen-K. nach Schmidt zur Prü-
einen Endes des Prüflings gegenüber nungsweise, durch den »Zustrom« fung von Strom-, Spannungs- und
dem Maßstab bestimmt und darauf positive Ladung von der Erdober- Leistungsmessern. Bei ihm ist der
das andere Ende des Prüflings, indem Nläche weggeführt oder negative zuge- Kompensationswiderstand für eine
man beide Meßmikroskope gemein- führt würde. Die Klärung der Natur begrenzte Anzahl fester Prüfungs-
sam verschiebt. [18] dieses Zustromes, für den vorläufi punkte angezapft. Wird der Prüfling
Komparator, elektrischer, s. Kom- noch keine befriedigende physikali- aufeinen bestimmten Teilstrich (z. B.
pensator,elektrischer. sche Deutung vorhanden ist, stellt 10, 20, 30 bis 100%) eingeregelt, so
Komparatorprinzip. Bei genauen nach Benndorf das Hauptproblem in %x kann am Galvanometerdes Stufen-K.
Längenmessungen muß der seill der Lehre von der Luftelcktrizität sofort der Anzeigefehler in Prozenten
Abstand der Meßstrecken von Prüf- dar. IH abgelesen werden (Ausschlagsmeiho-
ling und Maßstab Null sein, wenndie Lit. Benndorf, H.: Atmosphärische Eue 1OR3OV e).
Ungenauigkeiten der Führungen, Elektrizität.
25. Teil
Hab. d. Experimentalphysik
I. Leipzig 1928. [6] Abb. 1. Prinzipschaltung eines Für die Messung schr kleiner Span-
längs deren die Meßeinrichtung ver- Kompensationsthermometer. Infolge Gieichstromkompensators nungen(einige mV), z. B. an Thermo-
schoben wird, ohne Einfluß bleiben der Schwierigkeit der Temperatur- elementen, ist von Disschhorst ein e.
soll. Aus diesem Grunde muß man messung in schnellen Flugzeugen hat 1. Gleichstrom-K. K. mit verschwindend kleinem Kon-
entweder die Maßstäbe austauschen, Abb. 1 zeigt das Prinzip der meisten taktspannungseinfluß bei kleinem un-
oder Prüfling und Maßstab müssen Findeisen ein K. entwickelt, bei dem
der Einfluß der Reibungs- und Stau- heute ina Handel befindlichen Gleich- veränderlichen Widerstand im Kom-
genau auf einer Geraden in gegensei- wärme strom-K. pensationskreis angegeben worden.
tiger Verlängerungliegen. In diesem eignetendurch Verwendung einer ge-
Düse aufgehoben wird. Die
In einem aus Batterie Un, Regelwi- Bei diesen e. K. befinden sich zur
Sinne entspricht die Mikrometer- Luft strömt beim K. durch eine Ring-
derstand Ru und Meßwiderstand Rn Vermeidung von Thermoströmen im
schraube dem *Abbeschen Prinzip, düse (s. Abb.). Die Geschwindigkeit bestehendem Stromkreis fließt ein Galvanometerkreis keine Kontakte.
nicht aber die Schieblehre. [18] nimmtin der Düse zu und erreicht an
Hilfsstrom in. Dieser wird zunächst 2. Wechselstrom-K.
Kompatibilitätsbedingungen oder der engsten Stelle den Wert v. Es bei Schalterstellung $ı mittels Ru ein- Man unterscheidet zwei Arten von
Verträglichkeitsbedingungen. Bei der herrscht an dieser Stelle nach der geregelt, bis bei Nullanzeige des Gal- Wechselstrom-K.Solche, die den Be-
vollständigen Beschreibung des Span- vanometers G der Spannungsabfall trag einer Wechselstromgröße mit
mungszustandes eines festen, elasti- in Rs gleich der Spannungeines *Nor- einer bekannten Gleichstromgröße
schen Körpers werden die Differen- malelementes Ex ist. Legt man danach vergleichen (Komparatoren), dienen
tialbeziehungen des vektoriellen Ver- [7 den Schalter um auf Stellung $> und der absoluten Bestimmung der Wech-
schiebungsfeldes K. genannt. V, verschiebt den Schleifer x so lange, selstromgröße (Strom, Spannung,
Lit. Sommerfeld, A.: Mechanik IT (Me- Z bis das Galvanometer erneut strom- Leistung). Außerdem gibt es K., bei
hanik der deformierbaren Medien). los ist, dann ist die gesuchte Span- denen eine Wechselstromgröße nach
Wiesbaden 1947. [15] Kompensationsthermometer nung Ux = Ex Rz/Rn. Betrag und Phase von einer zweiten
78 »
Kompensator, optischer Kompensator, optischer
kompensiert, wird. Die Vergleichs- Prüflings X mit einem Normalwand- Effektes wird das einfallende, linear Strahldie Rolle des außerordentlichen
spannung wird aus zwei getrenntre- ler N gleicher Übersetzung, der als polarisierte Licht nach Passieren des übernimmt und umgekehrt. Ein an
gelbaren Spannungs-Komponenten fehlerfrei angesehen wird, verglichen. Kerr-Kondensators elliptisch polari- benachbarterStelle einfallender Licht-
gebildet, die um 90° gegeneinander In einer Differentialschaltungsind die siert. Wegen der Kleinheit der erteil- strahl erhält aber eine resultierende
phasenverschoben sind. Sie werden Sekundärwicklungen in einer solchen ten Gangdifferenz benötigt man zur Phasendifferenz der beiden senkrecht
unter der Bezeichnung komplexe e. K. Weise miteinander verbunden, daß Messungdes Kerr-Effektes in Gasen zueinander schwingenden Kompo-
zusammengefaßt. im Diagonalwiderstand_R die Difle- besonders empfindliche Kompensato- nenten, die je nach der Dickendifie-
Für Strom- und Spannungsmessun- renz der sekundären Ströme fließt. ren (Abb. 1). renz der beiden Kompensatorplat-
gen bis etwa 100 kHz habendie ther- Diejenige Komponente des Differenz-
mischen Komparatoren vor allem in stromes, die in Richtung1, fällt, be-
die Präzisions-Meßtechnik Eingang zeichnet man als Stromfehler, die
gefunden. Die durch Wärmeeinwir- senkrecht dazu liegende Komponen-

rd
‚kung des Wechselstromes verursachte te als Winkelfehler.
Temperaturerhöhung eines Leiters Über einen regelbaren Abgriff r und
wird mit der durch Gleichstromwär- eine veränderliche Gegeninduktivität
‚me verursachten verglichen. Diese K. m erhält man die Spannungskompo-
haben die Vorzüge der Frequenzun- inenten, die zum Kompensieren des
abhängigkeit und hoher Empfindlich- Spannungsabfalls an R notwendig
keit. Mit einem e. K. nach Schrader, sind. Die Einstellungen von r und m
der als temperaturabhängige Wider- sind ein Maß für den Strom- und den
stände indirekt geheizte Heißleiter Winkelfehler des Prüflings.
mit negativen Temperaturkoeffizien- Eine Wandlerprüfeinrichtung nach
ten verwendet, ist ein Vergleich einer Schering-Alberti gestattet die absolu-
Wechselstromgröße mit einer Gleich- te Bestimmung der Wandierfehler
stromgröße mit der Genauigkeit von durch Vergleich der im Primär- und Abb. 1
einigen 10-% möglich. Sekundärwandlerkreis an Normalwi- Abb. 2
Andere Komparatoren benutzen als derständen abfallenden Spannungen. Der Babinet-Kompensator besteht ten alle Werte zwischen 0 und 2x
Gleich-Wechselstromumformer ge- Lrr. Schrader, H.J.: Wechselstrom- aus zwei Quarzplatten Pı und Ps bzw. ganzzahlige Vielfache davon an-
genläufig wirkende elektrodynamische Kompensationsmessungen mit indirekt
geheizten NTC-Widerständen. ETZ Nr. sehr kleinen Keilwinkels (= 10) nehmen, kann. So ist z. B. das die
Doppelmeßwerke (s. a. Torsionsin- 9. 1952. - Ebinger, A.: Verfahren und (senkrechtzur Zeichenebene). Die op- Stellen b und d° des 0. K. durchdrin-
strumente) oder elektrostatische Sy- Geräte zur genauesten Strom-, Span- tische Achse von Pı (Quarz ist ein gende Licht nach Verlassen des o. K.
steme. Die elektrodynamischen Dop- nungs- und Leistungsmessung bei Wech- optisch einachsiger Kristall mit posi- zirkular polarisiert, wenn die erteilte
pel-Meßwerte eignen sich besonders selstrom. ETZ-B. Bd.12. S. 360 (1960). — tiver Doppelbrechung) liegt parallel Phasendifferenz z/2 ist. An den Stel-
für Leistungsmessungen bis zu einigen Volkmann, G.: Methoden exakter Mes-
sung der Wechselstromgrößen, Span- zur ersten Grenzfläche (bezogen auf len c und c’ beträgt die Phasendiffe-
kHz. Sie erlauben, Drehmomentab- nung, Stromstärke und Leistung. Z. die Richtung des einfallenden Lichtes) renz x; das austretendeLicht ist wie-
weichungen in beiden Meßwerkteilen Instr. 70. Heft 2. S. 31 (1962). [27] und senkrecht zur Keilkante, während der linear polarisiert usw. Wenn man
durch In-Sich-Messungen zu elimi- Kompensator, optischer. Unter einem sie bei P; parallel zur Keilkante orien- nun durch die Lupe Z auf die Vor-
nieren. 0. K. versteht maneine optische Vor- tert ist. Die Platte P, läßt sich in derfläche des Analysators akkommo-
Die häufigste Anwendung von kom- Pfeilrichtung mit, einer Mikrometer- diert und diesen auf Verschwinden
plexen c. K. erfolgt bei Meßwand- richtung, mit deren Hilfe man ellip- schraube verschieben.Fällt ein linear des Lichtes’an der Stelle @ einstellt,
ler-Prüfeinrichtungen. Abb. 2 zeigt tisch polarisiertes Licht wieder in li- polarisierter Lichtstrahl, von links dannsicht man ein System von äqui-
die Prinzipschaltung einer Strom- near polarisiertes verwandeln kann. kommend,auf die Stelle a, an der die distanten hellen und dunklen Strei-
wandlerprüfeinrichtung nach Hohle. Meistens wird die Zurückführung beiden Keile gleiche Dicke haben, ven. War aber das einfallende Licht
Bei dieser wird die Übersetzung eines (Kompensation) der Gangdifferenz dann verläßt den o. K. wieder linear bereits elliptisch polarisiert, z. B.
der beiden senkrecht zueinander polarisiertes Licht, das bei geeigneter durch Reflexion an einem Metallspie-
schwingenden Komponenten des cl- Drehung des analysierenden Nicols gel, so erscheint unter sonst gleichen
K “ L —e u liptischen Lichtes auf den Wert Null A zum Verlöschen gebracht werden Bedingungen das im übrigen ungeän-
durch Einschaltung geeignet bemes- kann; denn beim Eintritt in Pı zer- derte Streifensystem senkrecht zur
k u L sener, doppelbrechender Kristallplat- fällt der linearpolarisierte Lichtstrahl Streifenrichtung verschoben. Diese
ten bewerkstelligt. Anwendungfinden in eine senkrecht zur optischen Achse Streifenverlagerung kann man durch
ze Ihr . B. zur Untersuchung des Po- schwingende,ordentliche undin eine in Verschieben der Quarzplatte Pı wic-
larisationszustandes von ursprünglich Richtung der optischen Achse schwin- der rückgängig machen. Aus der Grö-
al Ik Ir linear polarisiertem Licht, nachdem
es an einem Metallspiegel reficktiert
gende, außerordentliche Komponen-
te, die sich mit geringerer Geschwin-
Be der erforderlichen” Verschiebung
läßt sich die Phasendifferenz des ein-
und damit elliptisch polarisiert wur- digkeit fortpflanzt. Der ordentliche fallenden, elliptisch polarisierten
m En de. Man gewinntaufdiese Weise die Strahl hat deshalb bei Verlassen der Lichtes bestimmen.
optischen Konstanten rı (Brechungs- Platte Pı eine Phasendifferenz gegen- Der Soleil-Kompensator stellt inso-
quotient) und x (Absorptionsinder) über dem außerordentlichen, die in fern eine Verbesserung des Babinet-
des spiegelnden Metalls. Bei der Un- der Platte Ps aber wieder rückgängig Kompensators dar, als bei ihm nicht
‚Abb. 2. Komplexer Kompensator tersuchung des elektrischen *Kerr- gemacht wird, da hier der ordentliche nur einige mehr oder weniger verwa-
80 8
Kompensator,optischer Komplementarität
scheneStreifen durch Analysatordre- Szivessy, verdient gemacht haben, er- Kompensatorplatte akkommodiert, steine der Physik unserer Anschau-
hung ausgelöscht werden, sondern das zielt. Als sehr viel zuverlässigeres gleich hell. Die Winkeleinstellung der ung zugängig werden. Elektronen,
ganze Gesichtsfeld. Dies wird da- Einsteilkriterium dient bei der neuen Ibschattenplatte H_ gestattet eine Lichtquanten, allgemein sämtliche
durch erreicht, daß eine planparallele Meßmethode die Helligkeitsgleichheit Bestimmung der Phasendifferenz, die elementaren Gebilde zeigen sich je
Quarzplatte C konstanter Dicke und zweier nebeneinander liegender, dem Licht innerhalb der Meßstrecke nach Art des angestellten Experiments
eine solche variabler Dicke D + E schwach beleuchteter Gesichtsfelder. CD erteilt wird, mit einer Meßge- einmal als Partikeln auf einer
hintereinander geschaltet werden (s. Es gibt zahlreiche o. K. dieser Art, nauigkeit, die nach den Arbeiten von nierten Bahn, ein anderes Maldefi-
Abb. 2). Letztere besteht aus zwei von denen nur ein besonders markan- Stuart und Szivessy bei etwa5-2.210°% Wellen, die den ganzen Raum erfü
schwach, keilförmigen Hälften, von ter, der Brace-Kompensator, der zur liegt. Verwendet man einen solchen len. Die beiden Bilder bilden im Be-
denen die eine (D) mit der 1. Platte genauen Bestimmung sehr” kleiner genauen o. K. z. B. zur Messung des reich unserer Anschauung voll-
(©) verkittet ist, während die andere Phasendifferenzen dient, beschrieben *Kerr-Effektes von Gasen, so kann ständige Disjunktion. Man bezeichnet
Hälfte (E) in Pfeilrichtung mikro- sei (s. Abb. 3). man bei einer Länge des Kerr-Kon-
densators von 50cm eine Differenz jeweilig
der Brechungsquotienten in dem dop- man von dem elementaren
pelbrechenden Gas von 5 + 10% noch in einem Experimenterhält,
messend erfassen. [17] abhängig von der Art dieses Experi-
Kompilationssysteme, s. Pseudoco- ments, also von dem Standpunkt des

{
es. erimentators. Es ist daher nahe-
komplementär, s. Komplementarität. , die Wellen- und Partikel
Komplementärfarben. Zwei Farben, aften der elementaren Gebil-
Abb. 3 die, in bestimmtem Helligkeitsver- nach James als komplementäre
metrisch verschoben werdenkann. Die Zwischen gekreuzten Nicols P und A hältnis miteinander gemischt, Weiß enschaften zu bezeichnen, also als
optische Achse von D und E verläuft befinden sich zwei dünne, doppelbre- ergeben, heißen K. Die Mischung i einem
parallel zu den Keilkanten und damit chende Kristallplatten (meistens kann z. B. dadurch erfolgen, daß ilde zukommen, wie etwa Größe
senkrecht zur Zeichenebene,diejenige Glimmer) K_ (Kompensationsplatte) man aus dem Sonnenspektrum zwei und Farbe eines Gegenstandes, son-
von € in der durch die Schraffur an- und H_ (Halbschattenplatte). H_be- hinreichend enge Spektralbezirke aus- dern als solche, bei denen das Auftre-
gedeuteten Weise senkrecht zu den deckt das ganze Gesichtsfeld, K nur blendet und durch eine Linse wieder ten des einen das des anderen ver-
Keilkanten und parallel zur 1. Grenz- das halbe. Zwischen C und D isı das t. Zu jeder Farbe des Spek- bietet, weil sie ander grund-
fläche (bezogen auf das einfallende auf seine Doppelbrechung zu unter- trums gibt es eine wieder innerhalb sätzlich unverträglich sind. - Der Be-
Licht). Bei dieser Plattenanordnung suchende Objekt eingeschaltet zu den- des Spektrums liegende K. grilt wurde von Bohr in die Physik
erleiden alle senkrecht auf den o. K. ken. Die Halbschattenplatte H kann den zwis L ingeführt.
auffallenden, polarisierten Lichtstrah- ihrer Ebene meßbar gedreht wer- Eine volle Würdigung der K. ist erst
len die gleiche Phasenverschiebung. den, so daß ihre beiden, aufeinander gt, möglich, wenn man sich vergegen-
Bei vorgegebener Phasendifferenz des senkrecht stehenden Schwingungs- zu diesem Bereich gehören- wärtigt, daß man bei jeder Beobach-
einfallenden Lichtes werden also bei richtungen in ein beliebiges Azimut den Farben durch eine Purpurfarbe tung an einem Ding, z. einem
geeigneter Stellung der Platte E alle zu den Durchlaßrichtungen von Pola- (die als Mischfarbe zweier anderer Elektron, von den Ergebnissen der
den o. K. durchsetzenden Strahlen risator bzw. Analysator gebracht wer- Spektralfarben herstellbar ist) zu Einzelbeobachtung auf das Ding an
gleichzeitig linear polarisiert, so daß den könne: Weiß ergänzt werden können. Der ich extrapoliert. Man geht also über
bei gekreuztem Analysator das ganze Begril! der K. spielt eine gewisse die Beobachtung hinaus und versucht
Gesichtsfeld dunkel erscheint. Aus Rolle in der Beurteilung der ästheti- etwas festzulegen, was man gar nicht
der Stellung der Kompensatorplatte CD und derPlatte H zweii. allg. schr schen Wirkung von Farbzusammen- beobachtet hat, vielleicht sogar prin-
E, die am Teilkreis einer Mikrome- kleine Phasenverzögerungen, so daß stellungen. zipiell nicht beobachten kann.Die Er-
terschraube abgelesen werden kann, es schwach elliptisch polarisiert wird. ‚Komplementärfarben (nach Helmholtz) gebnisse der Mikrophysik lehren, daß
kann man wieder den Polarisatio Dem Licht derjenigen Gesichtsfeld- Rot 656 nm Grünblau 492 nm die Extrapolation von der Beobach-
zustand des einfallenden Lichtes be- hälfte, das außerdem noch die Kom- Orange 607 „ Blau
Goldgelb 585 „Blau 20. tung oder auch einer Vielzahl von
rechnen. Das Einstellkriterium maxi- pensatorplatte K zu durchsetzen hat, Goldgelb 574 485 5 Beobachtungen auf ein Ding an sich
maler Dunkelheit, das bei beiden o. wird eine zusätzliche Phasendifferenz Blau 482 5 zu Schwierigkeiten mit unserer An-
Gelb 567 Indigoblau
K. benutzt wird, läßt nur eine mäßige erteilt, so daß seine Schwingungs- Gelb 5644 „ Indigoblau 465 },
462 schauungführt, da dieses Ding an sich
wegen seiner komplementären Eigen-
Genauigkeit in der Bestimmung des ellipse eine etwas andere Lage und Grüngelb 56,6, Violett <433 . schaften
Phasenwinkels zu. Bei einer Einzel- Gestalt bekommt als diejenige des nicht objektivierbar, also
einstellungist der mittlere Fehler des Lichtes der unbedeckten Gesichts- un nicht in Raum und Zeit darstellbar
zu bestimmenden Phasenwinkels etwa hälfte, Durch Drehung der Halbschat- Komplementarität. Der Begriff ist.
+ 270 + "soo bis + 2 70 + "am. tenplatte H kann erreicht werden, daß stammt von dem amerikanischen Phi- Lit. Weizsäcker, €. F. v.: Zum Welt-
!osophen William James (1842 bi bild der Physik. Stuttgart 1954. - Hei-
Eine wesentliche Steigerung derMeß- die beiden Schwingungsellipsen in 1910), einem der Begründer und senberg, W.: Die physikalischen Prin-
genauigkeit wurde durch die Einfüh- der Durchlaßrichtung des Analysa- derer des Pragmatismus. James be- zipien "der Quantentheorie. Stuttgart
rung der Halbschattenmethode (s. ors gleich große Komponenten ha- nutzte ihn, um die Aspektabhängig- 1949. - Mittelstacdt, P.: Philosophische
Halbschatten), um die sich zuerst ben. In dieser Stellung erscheinen die keit unserer Weltbilder auszudrücken. Probleme der modernen Physik. Hoch-
Bravais und eine Reihe anderer Be- beiden Gesichisfeldhälften, wenn man Genau derselbe Sachverhalt besteht schultaschenbücher. Mannheim 1966. —
‚obachter, in jüngerer Zeit besonders mit der Lupe L auf die Ebene der für die Art, in der elementare Bau- 241. 5.831. 2. Aufl. Berlin Physik.
Geiger und Scheel. Hab. d.
193.
Bd.
2
Komplexe Komponenten
dan, Die Physil deutet ausführlich in Komponenten, neun verschiedene K. haben, stecken
‚derts. Braunschweig 1947. [7] die auf cartesische Koordinaten bezo- Symmetriebedingung Our On; ©
ist ein sog. syunmeirischer Tensor. darin doch nur sechs willkürliche
Komplexe (svw. Keime) werden bei gen sind:
der *Kaltaushärtung von Legierun- Das gleiche gilt für 7, A, &, 1, 0. Vektorkomponenten. Es ist deshalb
gen beobachtet. So erhält man z. B. =) Onmük-ayd, lcnsoren x mit der Symmetriebedin- nicht möglich, jeden Tensor zweiter
bei silberhaltigem Aluminium rund- mit der Koeffizientenmatrix nung Tue — Tu (Eu 0) heißen da- Stufe als ein dyadisches Vektorpro-
liche K., d. h. statistische Ansamm- prepen schiefsymmetrisch oder anti- dukt aufzufassen. Dagegen ist es im-
lungen der gelösten Atome an belie- Ber On Our symmetrisch. Man kann zeigen, daß mer möglich, zu drei willkürlich vor-
bigen Stellen im Innern des *Misch- 8-(OW- (2): mit x auch der sog. »transponierte« gegebenen, nicht komplanaren Vek-
Nensor 7 (wobei. zu = 74) Tensor- toren ar, 0, 0 drei weitere Vektoren
kristalis. Häufig sind diese K. als 2: 9:4 O2
igenschaften besitzt, denn wenn zu b1. bz, so zu finden, daß ein belic-
*Guinier-Preston-Zonen ausgebildet, Ähnlich gilt bei elastischer Verspan- sich transformiert wie a bu, dann biger vorgegebener Tensor 7 = Yard»
wie kinetische Untersuchungen an nung eines Körpers, daß auf jedes transformiert sich zu wie by au, also ist. Da sich nun eine Summe aus dya-
Aluminium-Kupfer zeigen, wo die äußere Oberflächenelement df eines gleichfalls wie das Produkt zweier dischen Produkten ebenso transfor-
K. einatomare Platten sind. ausgeschnittenen Raumteils von der
Vektorkomponenten. Deshalb kann miert wie ein einzelnes, wird damit
Lir. Dehlinger, U.: Theoretische Me- Umgebung eine Zugkraft dB n-df
tallkunde. Berlin 1955.[15] ausgeübt werden muß, wenn sein Zu- ieder beliebige Tensor zweiter Stufe die oben behauptete Transforma-
komplexe Drehimpulse, s. Streuam- Zwei Tensoren zerlegt werden ge- ionseigenschaft der Tensoren zweiter
plitude.
stand sich durch das Herausschneiden
nicht verändern soll. Die infolge der
mäl Stufe bewiesen.
komplexe Methoden der Strömungs- Verspannungeingetretene kleine Ver- z=ato, Die Verallgemeinerung auf Tensoren
lehre, s. Potentialströmung. schiebung jedes Teilchens liefert ein höherer Stufe ist nun naheliegend:
Komplexverbindungen, s. Verbin- Verschiebungsfeld s (x, y, 2), welches Man kann offenbar in ähnlicher
wobei x der antisymmetrische, « der Weise_triadische,
dungen, chemische. in der Umgebung to + dr eines her- symmetrische Anteil des Tensors ist. allgemein polyadi-
Komplianz, absolute dynamische, 5. In manchen Darstellungen der Ten- sche Produkte von Vektoren bilden
sorrechnung werden nur die symme- mit den K. (ab Qu= aubucı usw.
ausgegriffenen Punkts to (Xo, Yu, Zu)
Viskoclastizität. dargestellt wird durch die Taylor-
Komponenten. a) K. eines *Tensors. rischen Tensoren mit der Bezeich- und kann jeweils 3” ' Vektoren mit
nung »Tensor« belegt, während die zusammen 3" K. finden, die, mit
Entwicklung:
Während der größte Teil der Physik 2-84yu2) +
von Meßgrößen handelt, die wie allgemeinen Tensoren als Affinoren 3°" vorgegebenen Tensoren (n 1)-
Druck und Dichte skalar, d. h. durch ‚yon| ‚oder Dyadenbezeichnet werden. ter Stufe polyadisch multipliziert,
eine einzige (1 3°) Zahl charakteri- Tr Es Ian öxk Infolge von Symmetriebedingungen einen willkürlichen Tensor n-ter Stu-
siert sind, oder, wie Geschwindigkeit, luziert sich die Zahl der unabhän- fe darstellen. Dadurch ist im Prinzip
Kraft, Feldstärke u. dgl., vektorielle gigen Komponenten eines Tensors die Möglichkeit geneben, jeden Ten-
zweiter Stufe: Ein antisymmetrischer sor n-ter Stufe durch polyadische
Die neun partiellen Ableitungen Osı/
Natur haben, d. h. durch einen Pfeil Oxı|» bilden die Komponenten eines
bzw. seine drei Komponenten nach Tensors zweiter Stufe. Dessen anti- Tensor besitzt nur drei wesentliche Vektorprodukte darzustellen.
drei willkürlichen Koordinatenrich- symmetrischer Bestandteil beschreibt K.; er kann durch einen Vektorpfeil Alles seither Gesagte bezog sich auf
tungen bestimmt werden, macht man eine starre Rotation um den Punkt tu. hinreichend dargestellt werden. Ein cartesische Koordinaten und auf die
in der Elastizitätstheorie (bei Span- Der symmetrische Bestandteil ist da- symmetrischer Tensor dagegen hat dazu gehörige orthogonale normierte
nung und Deformation), in der gan- gegen als Deformationstensor A be- sechs wesentlich verschiedene K.; er Basis von Grundvektoren. Bei einer
zen Kristallphysik (Materialeigen- kannt. Dementsprechendist 'ßt sich z. B. durch die Mittelpunkts- beliebigen schiefwinkligen Basis hat
schaften) und an anderen Stellen Ge- ı ( , 5“) 1e Xxx I darstellen. Durch man,wie unter b) näher ausgeführt
brauch vom Tensorbegrift. Man ver- Aa lan Fam) Drehung der Koordinatenachsen in ist zwischen ko- und kontravarian-
steht unter einem Tensor n-ter Stufe Stellung der Hauptachsen dieser . zu unterscheiden. Dement-
eine Größe miti. allg. 3° Komponen- Der von der elastischen Deformation läche nimmt ihre Gleichung die sprechend lassen sich auch verschie-
ten, die sich bei Koordinatenwechsel herrührende Bestandteil des Verschie- vorm Zrix an. Der Tensor dene dyadische und polyadische Pro-
wie die Produkte n-ten Grades der bungsfelds ist daher ds 4 + ör. Ent- gewinnt also in diesem speziellen dukte bilden, aus kontravarianten,
Komponenten von n verschiedenen sprechendgilt für die Materialeigen- Koordinatensystem die Form r kovarianten und gemischten Fakto-
Vektoren transformieren. Skalar und schaften der Kristalle in elektrischer ren. In gleicher Weise ergeben sich
Vektor lassen sich in diesem Sinn als und magnetischer Hinsicht zu verschiedenartige K. des Tensors n-
( Te )- Man spricht vom »Tensor- ter Stufe, Beim Rechnen mit ihnen
Tensornullter und erster Stufe in die D=e-6, Bou-d, jmo-E, 1 wird vielfach Gebrauch gemacht von
allgemeine Tensorrechnung_ einglie- mit Tensoren zweiter Stufe &, u, 0.
dern. Allerdings liegen in all diesen Ellipsoid«, obwohl die Hauptachsen der Regel über Hinauf- oder Her-
unterziehen von Indizes, wobei es
Tensoren zweiter Stufe treten z. B. spezielle Tensorenvor.Es ist z. B. N yı durchaus nicht immer reell zu üblich. ist, die in dem Abschnitt b)
bei linearen Beziehungen zwischen sein brauchen, so daß gegebenen- (K. eines‘ Vektors) erwähnte Sum-
*Vektoren auf, wie in der Mechanik Or = ” m +2), ls ein Hyperboloid vorliegt. Die menregel zu benützen.
starrer Körper die Beziehung zwi- v Reellität der zı dagegenist bei einem b) K. eines Vektors a = Zaucı nach
schen Drehimpuls 3* und Winkelge- symmetrischen Tensor immer ge- 1
schwindigkeit w, wobei die Verknüp- 9; Imnn währleistet.
fung durch das von der Massenver- den Grundvektoren e; bis e. nennt
Spezielle, aber nicht symmetrische man entweder (im vektoriellen Sinn)
teilung bestimmte tensorielle Träg- Tensoren zweiter Stufe sind die dya- die in Richtungderletzteren erstreck-
heitsmoment © hergestellt wird. Die summiert über alle Massenbestand- «lischen Vektorprodukte a b mit den ten Teilvektoren a = ae; oder (in
kurze Schreibweise 3* = @ m be- teile m» des Systems. Daher gilt die
K. (a B)je = ar bu. Obwohl sie i. allg. skalarer Bedeutung) nur die Zahlen
84
85
Komponenten Kompressibilität
au, welche angeben, wie vielfach der durch skalare Multiplikation von a die in diesen 9cm Blei su +21. Die Orientie-
Grundvektor €, an der Vektorsumme mit dem reziproken Basisvektor! Ist! ständig absorbiert wird. ängigkeit der K. rührt da-
oder Resultante a beteiligt ist. Für ferner b ein zweiter Vektor, zeichnung stammt aus jener Gitterbindung und die
gewöhnlich bezicht man die Vektoren Debian bh, der Erforschung der kosmischen Anzahl der äußeren Elektronen einen
eines Vektorfelds auf eine Basis vonsofolgt für das skalare Produkt bei- Strahlung, in der man über deren sehr starken Einfluß ergeben. Von
zueinander senkrechten, gleich langen
der Vektoren physikalische Natur und Zusammen- dieser isothermen K. ist die adiaba-
Einheitsvektoren, z. B. auf eı, ea, cs in {zung noch nicht genau orientiert tische K. zu unterscheiden. Diese
Richtung dreier cartesischer’Koordi- a.b=abimabt. war. Heute weiß man, daß die harte wird bei so raschen Kompressionen
natenachsenx, y,z. letzten Beziehungen zeigen, daß K..d. k. S. in erster Linie aus u-Me- wirksam, daß kein Wärmeaustausch
die Beziehung der Reziprozität zwi-
In diesem Fall gilt für ihre skalaren sonen, die weiche K. d. k. S. aus mit der Umgebung stattfindet. Sie ist:
Produkte schen den Basissystemen cı und f% !'lektronen besteht. Elektronen und TE%
06 = du = 1 füri %;0 für ik eine wechselseitige ist. Trotzdem wird Mesonen sind die wesentlichen Be- 73
und daher bei einem bestimmten Problem das standteile der kosmischen Strahlung
‚uf Meereshöhe und in allen nicht T ist die absolute Temperatur, a
eine, etwa €, ursprünglich eingeführt werade extrem großen Höhen. Die der kubische Wärmeausdehnungs-
ax = a 8x = | a Jcos (a, eu), sein. Geht man von der Basis &ı durch‘
d.h. ax ist einfach die Orthogonal- übrigen — selteneren - Bestandteile, koeffizient. (s. Ausdehnung, thermi-
projektion von a auf die Richtung &. mare dm Joa vor allem die Protonen, ordnen sich sche), g die Dichte und c» die spezi-
In vielen Fällen wird man aber durch T in diese Zweiteilungnicht gut ein. Sie fische Wärmekapazität bei konstan-
die Natur des physikalischen Pro- zu einer neuen Basis &ı über, so müs- eigen eine Absorption, die zwischen tem Druck.
blems oder der gegebenen Koordii sen die in a=ä'eı aufiretenden! ler der Mesonen und der der Elek- Die K. ist druck- und temperatur-
ten veranlaßt, eine schiefwinklige B; neuen K. ä' mit denalten gemäß a‘ = ronen liegt. Doch wegen ihrer gerin- abhängig. Sie nimmt in erster Nähe-
sis von ungleich langen Grundvekto- 8", @' zusammenhängen, wobei ß'ı ven Intensität in sehr weiten Berei- rung mit wachsendem Druck und
ren & einzuführen, z. B. gewisse Kri- - 5sein muß. Man nenntdie Tran: chen der Atmosphäre ist die Unter- sinkender Temperatur ab. Die abso-
stallachsen, die Kanten einer Gitter- formationsmatrizen x’ und B% so- teilung heute immer noch gebräuch- Iute Bestimmung der K. erfolgt in
zelle oder dgl. Ein bequemes Rech- wie die durch sie herbeigeführten, lich. Man meint dann die Mesonen- Druckgefäßen, in denen der feste
nen ist dann nur möglich, wenn man Transformationen kontrugredient zu- bzw. die Elektronen-K.d. k. S. Doch Körper allseitig von einer Flüssigkei
nebender Basis e, noch die dazu vad- einander. Alle Größen. die sich wie, ist. es exakter, sich von der histori- umgeben ist. Gemessen wird die L.
jungierte« oder »reziproke« Basis f* die ursprünglichen €, transformieren schen Überlieferung frei zu machen genänderung. Bei Relativmessungen
einführt, so daß @.B. die K. ax) heißen kovariante, und grundsätzlich von Protonen-K. wird die Volumenelastizität des Kör-
ud. alle Größen, die sich wie die a' trans- d. k. $., Mesonen-K. d. k. $. und pers mit derjenigen des Gefäßes ver-
formieren B. die reziproken Vel Elektronen-K. d. k. 8. zu reden. [7] glichen, Bei der Methode von Bridg-
Da man einen Vektor a in diesem Kompressibilität (Zusammendrück- man wird die Verschiebung z. B.
Falle ebensogut nach der einen wie toren ft), heißen kontravariante Gri barkeit) ist die relative Volumen; durch die Widerstandsänderungeines
nach der anderen B: zerlegen Ben. Die a’ sind also die kontrava- lerung eines Körpers durch allseiti- mit der Probe verbundenen Dräht-
kann, so empfiehlt es sich, beiden rianten K. von a, die ax seine kova-, n Druck. Sie wird als kubische K. chens, welches über einen Schleif-
Zerlegungen durch obere und untere rianten K. bezeichnet. Die isorherme kubische kontakt gleitet. gemessen.
Indizes zu unterscheiden. Aus be- Wendet man die beschriebenen Be- K. ist definiert als
4),
ziehungen auf die Basisvektoren K. in der Strömungslehre: Alle strö-
stimmten Gründenist es dabei üblich selbst an, so kommt man zu folgen- menden Medien sind kompr
geworden, die nachfolgende Schreib- d.h. sie ändern ihre Di
weise zu benützen, welche sich durch den Gleichungen: derung des Druckes. Bei Flüssigkei
Verabredung der Summenregel: Ve en tee Der reziproke Wert 1/x wird als ten ist aber die K. so gering, daßsie
»Über gleiche obere und untere In- und &ı (ei But. Kompressionsmodul bezeichnet. Bei vernachlässigt werden kann (s. Hy-
dizes wird stets (auch ohne Summen- a’ af la einem *isotropen Körper besteht zw drodynamik); auch Gase, deren Strö-
zeichen) summiert!« noch vereinfacht. und aı = aeı = gi (af) = ginat. schen der Dehnzahl «, der "Quer- mungsgeschwindigkeit klein ist im
Manschreibt etwa Die Größen g* = (+ ff) und gu = kontraktionszahl «und der kubi- Verhältnis zur Schallgeschwindigkeit,
a= a'eıoder kurz = ateı (u) erlauben also, die Indizes) schen K. die Beziehung x = 3 (1 können in der Strömungsiehre wie
hinauf oder herunter zu ziehen, d. h. 2) «. Bei einem *anisotropen Kör- Flüssigkeiten behandelt werden. Wer-
ko- in kontravariante K. umzurech- per wird i. allg. die lineare K., die den bei Gasen die Druckänderungen
nen und umgekehrt. (Dabei wurde die Längenänderung bestimmter bar mit dem absoluten
bzw. stets von der Summenregel Gebrauch Richtungen unter allseitigem Druck . so ist die K. von beträchtli
"Zar af. gemacht!)[4] ergibt und orientierungsabhängigi chem Einfluß (s. Gasdynamik) und
Komponenten der kosmischen Strah- zemessen. Lediglich bei den kubi- muß berücksichtigt werden. Die end-
lung. Entsprechend einem phänome- schen Kristallen fällt der Anisotro- liche Fortpflanzungsgeschwindigkeit
nologischen Unterschied spricht man)
Durch skalare Multiplikation dieser von der durchdringenden pieeffekt weg, und eine Kristallkugel von Störungen (z.B. Schall) in Ga-
Beniehungen mit f* bzw. &; findet man oder har- bleibt unter "hydrostatischem Druck sen ist auf die K. zurückzuführen.
sofort ten K. d. k. S. und der weichen K..d. eine Kugel, während bei den aniso- Das Verhältnis der Strömungsge-
k. S. Die erste zeichnet sich dadurch ıropen Körpern ihre Form nicht er- schwindigkeit zur Schallgeschwindig-
aus, daß sie 9cm Blei ohne merk- halten bleibt. Zwischen der linearen keit, die Mach-Zahl, ist cin Maß für
liche Schwächung durchsetzen kann. K. und den elastischen Parametern den Einfluß der K. Bei Mach-Zahlen
einem Basisvektor ergibt sich also Im Gegensatz dazu steht die weiche, vu (6. Elastizität) besteht die Bezie- über Eins (in Überschallströmungen)
86 87
Kompressibilitätstaktor Kondensation
führt die K. zu eigenartigen Erschei- a) Bei isothermer Kompression (p Nichkraftwirkung nach außen ge- den Dampfmoleküle und dem Pro-
nungen (s. Verdichtungsstöße). = const) «hleudert und dadurch verdichtet dukt aus Flächengröße und Zeit-
Lrr. Schmid, E., und W. Boas: Kristall- wird. Meist sind die K. mehrstufig. dauer. Als K.-Koe/fizient bezeichnet
plastizität. Berlin 1935. - Bergmann,L.,
und Schaefer: Lehrb. d. Experimen:
A=pı Vene “Van di. pa
!'s sind dann mehrere Laufräder auf man den Bruchteil der auf die Ober-
talphysik. Bd. I. Berlin 1965. - Joos, G.: : b) Bei adiabatischer Kompressiot erselben Welle hintereinander ange- fläche auftreffenden Moleküle, der an
Lehrb. d. theor. Physik. Frankfurt 1965. @ V* = const) Inet, mit Umleitungen vom Kranz der Oberfläche haften bleibt, also
- Kohlrausch: Prakt. Physik. Stuttgart tes ersten Laufrads zur Mitte des nicht reflektiert wird.
1955.[15, 11]
-pVı)=
en usw. - Diese K. sind auch für Der K. aus übersättigtem Dampf
© Antriebsaggregate von Flugzeu- steht hemmend entgegen, daß nur

a.
Kompressibilitütsfaktor wird die
Größe n von großer Bedeutung (s. Strahl- verhältnismäßig große Tröpfchen mit
pv
untrieb). dem Dampf im Gleichgewicht sind.
ZeRT Die bei der Verdichtung auftretende Erst bei einer »kritischen Übersätti-
©) Bei polytroper Kompression (p Kompressionswärme und deren Ab- gungsgrenze«, die experimentell zu
genannt(p Druck, v spez. Volumen, = const) ist bei den Formeln unt führung spielen bei der Konstruktion bestimmenist, findet auch bei sorg-
R Gaskonstante, 7 abs. Temperatur). b) x durch n zu ersetzen. von K. eine ausschlaggebende Rolle fältigster Fernhaltung von K.-Ker-
Für ein ideales Gas muß nach der Die K. hängt also - bei gleichem p (s. Kompressionsarbeit). nen eine K.statt.
Zustandsgleichung Z = 1 sein. Z ist = nur vom Verhältnis der Drü Ir. Fröhlich, F.: Kolbenverdichter. Die Einzelvorgänge der K. an festen
also ein Maß dafür, wie stark ein ps/pı ab. Zur Verdichtung von 1 - 101 Ihermodynamische Grundlagen, Berech- Oberflächen sind trotz der techni-
reales Gas vom Idealzustand ab- auf1 10° N/m? ist daherdieselbe schen Bedeutung wenig geklärt.
weicht. Z wird daher auch Realfak- nötig wie zur Verdichtung von 1-1 man Wasserdampf gegen
tor genannt. $. pv, p-Diagramm im®, doch gilt dies nı kühlt Fläche strömen, so kann man
und pv,7-Diagramm, ferner Kom- für idealisierte Verhältnisse. In Wirk- Kondensation. 1. Physikalisch: Der aus Dampfdruck und Strömungsge-
pressibilität. ter *Verdampfung bzw. *Sublima- schwindigkeit die auftrefiende Mole-
Lır. @’Ans und Lax: Taschenbuch für lichkeit treten bei hohen Drü tion entgegengesetzte Vorgang, der külzahl je Zeit- und Flächeneinheit
Chemiker und Physiker. Berlin-Heidel- Übergang von der dampfförmigen berechnen und damit auch die Wär-
berg-New York 1967. [9] Phase eines Stoffes zum flüssigen memenge, die bei der K.aller aı
Kompressibilitätskoeffizient? oder setzung eines konstanten x bzw. n i bzw. festen Zustand. treffenden Teilchen an die Platte
Kompressionsmodul, s. Kompressi- nicht immergegeben. u Bei Anwesenheit der flüssigen bzw. gegeben würde. Mißt man die wirk-
bilität, Isotherme und Zustandsglei- Die K.ist am kleinsten bei isother- festen Phase erfolgt die K, ohne lich von der Platte aufgenommene
chung,thermische. mer Kompression. !emmungen. Die Kondensationstem- Wärme, z. B. durch die Temperatur-
‚Kompression ist die theoretisch ein- Lit. Schmidt, E.: Einf, in die techn. peratur oder der Kondensationspunkt erhöhung des Kühlwassers, so ergibt
fachste Form der elastischen *Ver- 'Thermodyn. und in die Grundlagen dei ist_ gleich der Verdampfungs- bzw. sich der K.-Koeffizient (E. Schmidt
formung. Dabei wird angenommen, chem. \ermodyn. Berlin-Göttingen- Sublimationstemperatur. Die bei der u. Mitarbeiter). Man beobachtet da-
daß allseitig gleichmäßige Druckkräf- Heidelberg 1963. [9]
Kompressionskältemaschine, s. Käl K. freiwerdende Kondensationswär- bei zwei Fäll
bei der sich die Ober-
te wirken, im Gegensatz zur *Stau- temaschinen. ‚meist gleich der Verdampfungs- bzw.
chung, die eine einseitige Verfor- Kompressions-Kaltdampfmaschine, swärme. In entsprechen- ig mit Kondensat be-
mung _in einer bestimmten Richtung Kältemaschinen. j wie beim Verdampfungs- deckt. Es wird dabei nur ein schr
ist. [15] Kompressionsmodul, s. Kompressi- vorgang ist die K.-Temperatur nur kleiner Teil, weniger als 1% der ein-
Kompressionsarbeit. Verdichtet man bilieät. vom Druck abhängig; sie bleibt un- fallenden Moleküle, an der Platte
ein Gas vom Zustand 1 (pı, Vı) auf Kompressionswärme, s. Kompres- verändert während des K.-Vorgangs, kondensiert. Dies tritt vorwiegend an
den Zustand 2 (pr, V»), so ist dazu, bis sich aller Dampfkondensiert hat. sehr sauberen, leicht rauhen Ober-
je nach dem Verlauf der Kompres- sionsarbeit.
Kompressor (Verdichter), eine Ma- lehlt die flüssige oder feste Phase, so flächenein.
sionslinie, folgende K. nötig (. schine zum Komprimieren (Verdich- kann ein erheblicher Kondensations- b) Die Tropfen-K., besonders an
Abb): ten) von Gasen oder Dämpfen. M: verzug, entsprechend dem, Siedever- glatten Oberflächen, die eine dünne
unterscheidet zwei Haupttypen: zug, auftreten,ein labiler Zustand, in Fetthaut haben, so daß Wasser sie
Kolben-K. oder Kolben-Verdicht« dem sich ein Teil des sonst durch eine nicht benetzt. Es bildet sich dann kei-
Pr Baıh mit in Zylindern hin- und hergehen- Isobare ersetzten Kurvenbereichs der ne zusammenhängende Wasserhaut.
den Kolben, eine Umkehrung di van der Waalsschen *Zustandsglei- Der Dampf kondensiert vielmehr in
tlabote Kolbenmotoren. Sie können in meh- «hung im Übergangsgebiet gasförmig- Form kleiner Tröpfchen, sich ver-
reren Stufen hintereinander mit, d ig verwirklicht. Durch *Konden- größern und unter dem Einfluß der
Tootterme Kompression entsprechend, imm« wutionskerne (Staub, Ionen) kann Schwere ablaufen. Dabei kondensiert
kleineren Kolben angeordnet wer- ıman dem Kondensationsverzug ent- etwa um eine Größenordnung mehr
den. segenwirken (Nebelkammer, Nebel- Wasser als bei der Filmkondensation.
Ir Rotations-K. (Rotations-Verdichter, bildung in_Industriegebieten usw. (Dementsprechend ist der Wärme-
Turbo-Verdichter, Kreisel-Verdich. An ebenen Oberflächen erfolgt die K. ing bedeutend besser.) Da die
ter), bei denen, einer umgekeh: leichter als an kleinen Tröpfchen, da Oberfläche gleichmäßig mit Dampf-
Gasturbine entsprechend, das G: bei letzteren der Dampfdruck erhöht molekülen beaufschlagt wird, muß
v st. man eine Oberflächenwanderung der
‚Kompressionsarbeit bei isothermer und durch ein mit Schaufeln beseı Die K.-Geschwindigkeit ist der Quo- Moleküle annehmen. Die Tropfen
adiabatischer Kompression rasch umlaufendes Laufrad di ent aus der Zahl der kondensieren- wachsen nach vorhergehender (zwei-
88 6)
Kondensationskalorimeter Kondensator
dimensionaler) Keimbildung mittels Kondensationskerne. Zum Einsetzen Chemie. München-Berlin. Bd. 1. S. 333
bis 341. 1951. [9] welcher das Oxyd etwas löslich und
der Moleküle, die in der Umgebung von *Kondensation (etwa des Was- Kondensationsverzug, s. Kondensa- die Schichtdicke leicht regelbar. i
kondensiert werden und dann zu den serdampfs in der Atmosphäre) ist di
ion, Übersättigung, Blasenkammer, Sie richtet sich nach der Betriebs-
Tropfen hinwandern. . Bestehen voller Sättigung über ebe-
/ustandsgleichung, van der Waals- spannung, die Werte bis 500 V an-
‚Auch bei der K.spielt also die Keim- ner Wasserfläche (d.h. 100% relati- sche. nehmen kann, meist aber niedriger
bildungsgeschwindigkeit eine Rolle, ver Feuchte) keine hinreichende Be-
Kondensationswärme, s. Kondensa- ist. Die eigentlich dielektrische Dicke
ferner Adsorptionsschichten und dingung. Die Erfahrung zeigt, daß!
ion u. Verdampfungswärme. ist dabei nur ein Bruchteil der gan-
kleinste Verunreinigungen der Ober- dazu noch die Gegenwart von Fremd- Kondensator, Bezeichnung von Ka- zen, außen porös bleibenden Schicht.
fläche. Messungen des *Akkommo- körpern, eben der K., nötig ist. Als So kommt z.B. bei Al bei Formie-
dationskoeffizienten, der den Ener- solche kommen vorwiegend hygro: äten mit geringer Streuung. rung mit Schwefelsäure durch 15_V
gieaustausch beim Auftreffen der skopische Körper in Frage, an denen der Elektrizität. Volta verwen
dete ein Paargleichgroßer Kreispl
0,013 um dielektrische Dicke auf 2,5
Moleküle kennzeichnet, bringen hier Kondensation bereits bei geringe icn mit dünnerisolierender Zwischen- um Gesamtdicke. Die natürliche, an
weitere Erkenntnisse (s. Sorption). Übersättigung möglich ist. Zu ihnen der Luft entstehende Oxydschicht ist
Die K. von Dämpfen zu festen Fil- t auf seinem Elektroskop, um
:s durch den Volta-Eflekt aufzula- 0,004 um dick. Im Betrieb wird ein
men ist in zahlreichen Arbeiten un- en und die Spannung durch Abhe- Elektrolyt gewählt, welcher das Oxyd
tersucht worden, die wesentlich zur 2. Molekülkomplexe i ben der oberen, vorübergehend ge- nicht angreift, bei Al Borsäure.
Klärung der Vorgänge beim *K scher Gase wie SOs, NHa usw., di
ieten Platte mit einem isolierten
stallwachstum beigetragen und viele als Ergebnis von Verbrennungspro-
ff so zu erhöhen, daß das Elck- 2uF/cm? bei glattem Al;
überraschende Ergebnisse gebracht zessen in die Atmosphäre gelangen; roskop sie anzeigte. Er nannte die durch mechanisches, chemisches oder
haben. So gibt es bei der K. von im 3. sehr kleine feste Teilchen hygro- Vorrichtung K.Ihre Wirkung beruht elektrochemisches Aufrauhen vor
Vakuum verdampften Metallen auf skopischer Stoffe, in kleiner Menge der Schichtbildung
auf der Erhöhung der Elektrometer- facht werden. Hergestellt kann sie verzehn-
Glasflächen eine kritische Tempera- auch Teilchen von Meersalz (Na sind naß 2
azität durch die Nähe der geerde- bis 100 uF; trocken (mit luftdicht ab-
tur, oberhalb der
menhängender Filmsich keinS. zusam-
bildet. a. De-
und MgCh), die vom Meerwasser
abgesprüht werden. ten Platte und ihrer Abnahme beim geschlossenem
stillation, Schwitzwasser. Ein Schwefelsäuretröpfchen hat bei Abheben. Seit Fizeau das Indukto- IF. Der nasseFließpapier) 1 UF bis
Elektrolyt-K. wird
2. Unter fraktionierter K. verstcht 50% relativer Feuchtigkeit gerade s tium mit einem K. verbesserte, wur- bei Durchschlag nicht unbrauchbar;
man ein technisches Verfahren zur viel Wasserdampf aufgenommen,d: de diese Bezeichnung auf alle Kapa-
es ein Kerntröpfchen vom Radiı Aitäten mit geringem Abstand des die leitend gewordene Stelle wird im
Trennung von Gemischen, ähnlich
wie die fraktionierte "Destillation r = 8,0: 10% cm bildet. Um bestehen ächenhaften Ladungsträgers von ei- b)Betrieb wiederisoliert.
Bei Dampfkrafimaschinen (5.
und *Verdampfung und wie die zu können, würde ein Wassertröpf- em ebenfalls flächenhaften geerde- Dampfmaschine). Einrichtung zur
chen vom gleichen Radius eine Über-| en Leiter ausgedehnt.
*Rektifikation. Entzicht man dem
Dampfgemisch Wärme, so reichern sättigung von 120% notwendig ma. ener Flasche wurde alsAuch die Lei- Herabsetzung des Dampfdrucks hin-
K, erkannt, ter der Maschine (bei Kolbendampf-
sich bei der K. die schwerer sieden- chen. Nimmtdie relative Feuchte Sie wird jetzt aus bleihaltigem Mi- maschinen auf 0,1 bis 0,15, bei
den Anteile in der Flüssigkeit, die nosglas hergestellt. Normallufikon-
ensatoren werden mit Schutzring, Dampfturbinen bis 0,02 - 10°° Nm®).
etwa im aufsteigenden Luftstrom, so
leichter siedenden im Dampf an. wächst der Radius des Schwefelsäure-
tröpfchens, und zwar so, daß Trop- uch mit beiderseitiger Erdplatte ge- Damit ne
wird die Leistung der Maschi-
erhöht.
3.ion,Chemisch: Einezwei
bei der sich chemische
MoleküleReak-un- fengröße und Sättigungsdruck beil baut. Platten-K. mit bandförmigen Der Abdampf wird im K. mit Kühl-
abnehmender Schwefelsäurekonzen. Oberflächen und biegsamem Isolator
ter Austritt eines chemisch einfachen tration im Gleichgewicht bleiben. Mit (fürSchwachstrom dünnes Paraffin- wasser bis zur Kondensation gekühlt.
Stoffes wie Wasser, HCl, NHs zu
einem größeren Molekül vereinigen. zunehmender Feuchte und abneh. papier, für Starkstrom dickeres Öl- Das Kondensat wird mit kleinem
Kraftaufwand gegen Atmosphären-
‚mender Lösungskonzentration erfolgt apier oder Styroflex) werden zusam- druck
Wiederholt sich der Prozeß mehrtach
bei großen Molekülen, so spricht durch die Volumenvergrößerung der inengerollt (s. Block-Kondensator). warm abgepumpt. Es soll möglichst
und sauber anfallen, da es
man von Polykondensation. Übergang vom hygroskopischen Kon. Für Wechselstrom ist der K. ein meist wieder als Kesselspeisewasser
densationskern zum schwebenden Schaltelement; der Betrag seines Wi- verwendet wird. Die sich ansammeln-
Lrr. Geiger-Scheel: Hdb. d. Phys. Bd.
Wassertröpfchen, dessen Radius bei tandes ist das reziproke Produkt den, nicht kondensierbaren Gase
chem. Physik. Aktuelle
IX. Berlin 1926.

Mayer, H.:
Bd.Il. Leipäig
Eucken,
199. —
Lehrb. d.

Forschungspro-
7 = 104 cm liegt. Kreisfrequenz @w mit der Kapa- müssen mit einer Luftpumpe abge-
Aität C. Dabei ist für den Gebrauch saugt
Lrr. Wall: Geschichtliches und
die Dämpfung wichtig. Sie wird be- Beim werden.
stimmt durch den Verlustwinkel 6, Dampf _Oberflächenkondensator ist
bleme aus der Phys. dünner Schichten. sches zum Problem der Konde:

Jessen tan zwischen 10* (Glimmer) anderes und Kühlwasser (selten ein
München 1950 und 1955. — Schmidt, E., kerne. Wiss. Arbeiten des Deui
Schurig und Sellschopp:, Techn. Mech.
Thermodyn. 1 (1930) S.53. - Wenzel,
meteorologischen Dienstes im fr
Bes.-Gebiet. Bd.1. S. 180. 1947. [6, 30]
Kühlmittel) durch
und 0,35 (Schiefer) liegt. 5 > 0,01 ist fläche (meist zahlreiche Rohre) ge- die Kühl-
H.: Versuche über Tropfenkondensa-
Kondensationslinie, s. Destillation. ‚ls beträchtlich anzusehen.
tie Allg. Wärmetechnik 8 (1957) 3, S.
58-59. - Kast, W.: Theoretische und ex-Kondensationsmaschine, s. Dampf. Die höchsten Kapazitäten liefert der trennt. Beim Einspritz- oder Misch-
kondensator wird das Kühlwasser
Übertragung bei Tropfenkondensatoren. maschine. ın der Rundfunkempfangstechnik ver-
wendbare Elektrolyt-K. Es gibt M unmittelbar in den Dampf einge-
perimentelle ln3 er, u

VDLZ1. 8. 8.180(1969). - Rose, 3. tion.Kondensationspunkt, 5. Kondensa- talle wie Titan, welche als Anode in spritzt; das ist einfacher und billiger,
urelösung sich so bedeutet aber allg. Verzicht auf
las Oxyd isoliert undoxydieren, daß Wiederverwendung des Kondensats,
'W.: On the Mechanism of Dropwise
Condensation. Int. J. Heat Mass Trans- Kondensationsverfahren, Verfahren
als Dielektri- was nur bei kleinen Anlagen tragbar
Kondensationskalorimeter, s. Dampf- zur trockenen Gastrennung und Ga
fer 10. 6. S. 755-762 (1967). [9]
reinigung durch "Kondensation. wirkt. Zur Herstellung dieser ist.
kalorimeter. Lit. Ullmanns Encyklopädie d. techn Schicht dient meist Schwefelsäure, in Der K. wird in ähnlicher Weise zum
"0 9
Kondensatorkammern Konsonanz
Niederschlagen von Brüden (Ab- von zahlreichen Parametern ab: Tem- sen seine Dimensionenist. In dieser Lır.
dämpfen) bei zahlreichen chemischen peratur der Auspuflgase und der Um- Hipenschaft ist K. besonders die Be- Bd.1.Eucken:
382. 387. Lehrb,
Leipzig d.1948.[9]
chem. Physik.
Prozessen angewandt. gebungsluft, Fluggeschwindigkeit des Ladungsträgers der konjugiert, sw. zugeordnet, kommt
Lit. ATM Z 13. - Straimer: Der Kon- Treibstoffart und -verbrauch, Luft- iermaschine. [26] in vielen Wortverbindungen vor, so
densator in der Fernmeldetechnik. 1939. druck. Zunächst entstehen im Aus- Konfigurationsleuchten, s. Lumines- 2. B. als konjugiert komplex: Ist
- Wien-Harms: Hdb. d. Exp. Phys. Bd. puflstrahl Wassertröpfchen, welch zenz. 2=a+ib irgendeine komplexe Zahl
IX2. S. 116-126. Leipzig 1926. - Hütte: verdampfen oder gefrieren können,
Des Ingenieurs Taschenbuch. Bd. 2. Ber- Konfigurationsraum. Der K.ist ein b i= Y=1), so ist dazu
lin 1954.[2, 9] ‚Nurim letzteren Fall entstehen lang- abstrakter, meist hochdimensionaler konjugiert komplexe Zahl z*=a-i b.
Kondensatorkammern, kleine Ioni- lebige K., insbesondere wenn Raum. Die Zahl seiner Dimensionen Sie ist so bestimmt, daß z*-z reell
sationskammer mit Aörion-Wänden, Flugniveau der Wasserdampf gegen- st durch die Zahl der Freiheitsgrade wird. In der Tatist 2° 2= a® + B3,
je nach Größe der zu registrierenden überEis gesättigt ist. eines Systems gegeben, das man be- Hermitisch konjugiert ist eine Zuord-
Dosis in Kugel- oder Zylinderform. In Mitteleuropa setzt die K.-Bildun; schreiben will. Es seien z. B. n Parti- nung,die bei den in der Quantenme-
Die Innenelektrode der Kammer im Winter in 8km, im Sommeri kel vorgegeben, von denenjedes drei hanik gebräuchlichen Matrizen vor-
(ebenfalls *Agrion, mittels Bernstein 10 km Höhe bei -45 °C ein. B "reiheitsgrade 'hat (etwa die drei genommenwird: Die zu einer Matrix
gegen die Außenelektrode isoliert) — 55 °C können K. in 11 km Höhe anslatorischen Bewegungsrichtun- A_hermitisch konjugierte Matrix ist
wird mit einem Lade- und Ablese- bei jeder Feuchte, auch bei vollkom- en längs der x-, y- und z-Achse). B=A'. Die Bedeutungdieser Schreib-
gerät auf die gewünschte Spannung mener Luftrockenheit, entstehen. Der K. hat dann 3 Koordin aten weise sieht man an den Elementen
aufgeladen. Der am Ablesegerät nach Man beobachtet kurzdauernde K. achsen. Beschreibt man das System der Matrizen: Es ist bu = auı, d. h.
Gebrauch der Kammer festgestellte die sich bei schr trockener Luft bil: durch cartesische Koordinaten x, y, 2, die Matrix A zu stürzen (Zeilen
Spannungsabfall ist direkt propor- den und durch Austausch mit deı so hat man die Koordinaten xı, x» und Spalten sind zu vertauschen), und
tional der Dosis, mit der die Kam- Umgebung bald aufgelöst ETRTE dann ist von den Elementen das kon-
mer bestrahlt wurde. Die K. sind Sich haltende K. entstehen Zum Beispiel ist jugiert-komplexe zu nehmen. Statt
neben den *Filmplaketten zur Iı wassergesäutigter Luft, die übersät. n tion_ (s. Quantenmecha-
Wellenfunk hermitisch konjugiert sagt man auch
nik) eine Funktion im K. Funktionen adjungiert.
vidualdosimetrie bei Röntgen- undy- tigt ist in bezug auf Eis. Solche K. Matrix A, deren Ele-
Strahlen geeignet. Sie sind wellenlän- breiten sich aus und können unmit- des K. könnendirekt keine anschau- mente die Gleichung an = azı (d. h.
genunabhängig in den in Röntgen- telbar wolkenbildend wirken. liche physikalische Bedeutung haben. die unterhalb und oberhalb der Ma-
Betrieben üblichen Energiebereichen. teorol. Soc. 34. Nr. 1. 14. 1953. Die y-Funktion der Quantenmecha- trixdiagonale stehenden Eleinente
1281 nik darf daher unter keinen Umstän- sind konjugiert komplex zueinander)
kondensiert, svw. in flüssiger oder W.: _Flugmeieorologie. F;
1956. 8. 172. - Handbook of Geophysics. den als Beschreibung eines Wellen- erfüllen, heißt hermitisch oder selbst-
fester Phase befindlich. Kondensierte New York 1960. Rev. Ed. Scorer, R. vorgangs im Raum unserer Anschau- adjungiert. 8. a. kanonisch konjugiert
Systeme sind solche, die keine gas- S.: Condensation Trails. Weather. Bd.1 ung gedeutet werden.[7]
förmige Phase besitzen. «1955). (30, 33] Kongruenzerscheinungen der Kri- Konkavgitter,,s. Gitter, optisches.
In der Chemie spricht man von einem Kondenswasser, s. Kondensation un stalle, die gleiche oder sehr ähnliche Konkretionen, s. Kristall.
kondensierten System, wenn zwei Schwitzwasser. Erscheinung von Kristallen verschie- Konoskop, Apparat zur Untersu-
miteinander vereinigte Ringe aroma- Konduktanz G (Ableitung) ist d denerEntstehung, z. B. die der sedi- hung doppelbrechender Kristallplat-
tischer Verbindungen zwei C-Atome Wirkleitwert eines Wechselstrom. mentären Quarzite und die der ganz ten im konvergenten polarisierten
gemeinsam haben, wie Naphthalin, Widerstandes. Er ist i. allg. nich ähnlichen metnsomatischen Erzquar- Licht (s. Interferenz polarisierten
Anthrazen. Andere Systeme bezeich- identisch mit dem reziproken Wei zite. Lichtes und Achsenbilder). [17]
net man als nicht kondensiert. [9] des Wirkwiderstandes. Man kanni Konimeter, s.Staubzähler. konservatives System, s. System.
Kondensor. Der K. eines optischen verschiedener Weise schreiben: ‚Konsonanten, 5. Sprache.
Instrumentes hat die Aufgabe, das ‚RIZ? oder,für sinusförmige Wech- Konsonanz, Akkord aus zwei oder
Gesichtsfeld gleichmäßig zu beleuch- selgrößen, cos @/Z; hierin bedeutet mehr Einzeltönen, der als wohlklin-
ten und die Lichtquelle an die Aper- die Resistanz, d.h. den Wirkwider. sog. IT-Elektronen bei der Molekül- gend empfunden wird im Gegensatz
tur des Objektives anzupassen. In stand, Z die *Impedanz,d. h. den ge: bildung; spezifische K.-E. ist die K.- zur *Dissonanz. Die Grenze zwischen
den meisten Fällen bildet der K. die samten Wechselstromwiderstand, E. je I7-Elektron. Bei wachse ndem K. und Dissonanzen ist
Lichtquelle in die Eintritispupille des den Phasenwinkel zwischen Span- Molekulargewicht weist sie Maxima bar. Durch Gewöhnungnicht festleg-
kann eine
Objektives ab. K. beim *Elektronen- nung und Strom. auf, die allmählich höher werden, z. Dissonanz im Laufe der Zeit zu einer
mikroskop ist eine Elektronenlinse, Für einen Kondensator z.B. wi B. 25 J/mol bei Benzol, K. werden. Meist werden Akkorde
die sich zwischen Strahlerzeuger und G=@Ccot’p, also die verbrauch bei Triphenylen. Nach Stein31,4sind
J/mol zu
sie den K.gezählt, wenn das Verhält-
Objekt befindet. Er hat die Aufgabe, te Leistung P= U?G = U! wC-tand, als Konsonanz der Elektronensyste- nis ihrer Teiltonschwingungszahlen
me zu deuten. Die Wellenm (nicht größer als 7) ausgedrückt wer-
der Moleküle unterscheidet o-,echanik
das Objekt mit einem Elektronen- S. a. Leitwert.
bündel kleinen Öffnungswinkels zu
Bindung nach der azimuta a-, ö- den kann. Die folgenden Intervalle
beleuchten. [18, 35] len Ab- sind typische K.:
hängigkeit der Eigenfunktione
se wird in den drei Fällen n.ausge- Prime
Kondensstreifen entstehen in wasser- schenbuch. Braunschweig 1962. [26]
dampfreicher Luft durch die Aus- Konduktivität, svw. Leitfähigkeit, Oktave
puffgase der Kolben- und Strahltrieb- Widerstandsmessung. [22] drückt durch eine Konstante (d.h. Quinte
werke von Flugzeugen und Raketen. Konduktor ist ein isolierter Leit Unabhängigkeit vom Azimut p), Quarte
Für Eis- oder Wassersättigung sorgt er kann als Kondensator aufgef durch e'” und durch e ®?. Die Koh- Große Sexte
der Wasserdampf der Auspuffgase werden, dessen zweite Belegung ü lenstoff-Doppelbindungist eine o-n- Große Terz
selbst. Ob K. entstehen, hängt noch einer Entfernungliegt, die groß g« Bindung. Kleine Terz,
92
Konstante Konstellation
In den Klammern stehen jeweils das 1. die elektrische Elementarladung zukünftigen Theorie das Massenspek- Praxis wichtig sind. Dahin gehören
Verhältnis der Schwingungszahlen des € = 1,6021 - 10°C, irum der Elementarteilchen und die die spezifische Ladung des Elek-
"Grundtones zum höheren Ton und 2. die Ruhmasse des Elektrons ienten zu verstehen. trons e/m,
ein Tonpaarals Beispiel. Für das Zu- mo = 0,9108 + 10°kg, .d vorhanden. die spezifische Ladung des Protons
sammenklingen ist nur das Verhältnis 3. die Ruhmasse des Protons Tiefer liegend sind die universellen el,
der Schwingungszahlen von Bedeu- Mo = 1,6724 « 10%°kg, K. h und c, also das Planckscheele- das Bohrsche Magneton,
tung und nicht die absolute Tonhöhe. 4. das Plancksche Wirkungsquantum mentare Wirkungsquantum, dessen das Kernmagneton pn,
Die Entscheidung darüber, ob ein h= 6,625 - 10 #5, Dimension die einer Wirkung-Ener- die Loschmidt-Zahl N,
Akkordeine K. oder eine Dissonanz 5. die Lichtgeschwindigkeit gieXZeit ist, und die Lichtgeschwin- die Faraday-Konstante’e Nı. = F,
ist, ist nicht physikalisch, sondern € = 2,9979 - 10‘ m/s. keit als höchstmögliche und grund- die Gaskonstante k N, = R
physiologisch zu treffen. Nach Stumpf Die a. K. sind nicht zu verwechseln sätzlich nicht überschreitbare Signal- und viele andere. Von besonderer
beruht das Wesen einer K. in einem mit den atomaren Einheiten, mit de- geschwindigkeit. Während die erstere Bedeutung sind die arithmetischen
Verschmelzungsprozeß, durch den nen sie zwar teilweise, nicht aber die Kontinuumsvorstellungen der *Invarianten; das sind diejenigen ab-
eine einheitliche Klangempfindung durchweg übereinstimmen. [1] klassischen Physik aufhebt und die kiteten K., die Verhältnisgrößen
zustande kommt. . Konstante, universelle. Darunterver- Quantentheorie zur Folge hat, be-
Helmholtz zog die Schwebungen für steht man jene dimensionsbehafteı dingt die zweite eine Abänderung der Zahlwerte der K. finden sich im Ta-
die Erklärung des Unterschiedes her- Zahlwerte,aufderen Existenz sich die klassischen Gesetze, wie sie die spc- bellenanhang (Bd. 10).[7]
an. Schwebungen bestimmter Fre- quantitativen Aussagen der physikali- zielle Relativitätstheorie lehrt. Konstellation wird die Stellung zwei-
quenz sollen als unangenehm emp- schen _Naturbeschreibung gründen scheint unumgänglich zu sein, in die- er bewegter Gestirne genannt, wenn
funden werden. Je mehr zwei Klänge und die ihrerseits von der heu sem Zusammenhang neben diesen sie gewisse Bedingungen erfüllt. Die
in ihren Teiltönen übereinstimmen, Physik nicht ableitbar sind. Dahin beiden universellen K. noch eine wei- alte Astrologie kannte besondere Be-
desto bessersoll nach Helmholtz die gehören zunächst zwei Eigenschaften tere anzunehmen, die die Dimension zeichnungen für Winkelabstände von
K. sein. Eine befriedigende Erklärung der Elementarteilchen: die Masse und einer Länge (oder einer Zeit) hat. 30°, 60°, 120°. Die Astronomie hält
gibt es nicht. [12] der Kopplungskoeffizient. Allein auf Grund von Dimensions- nur noch die Zeiten der wichtigsten
‚Konstante, chemische, tritt beim che- Es sind in der Reihe der universellen betrachtungen scheint eine solche K. K. fest, die zur Kenntnis der Beob-
mischen Gleichgewicht und bei der K. grundsätzlich soviele Massen auf- notwendig, weil es nicht möglich ist, achtungsbedingungen notwendig sind.
Bestimmung der Dampfdruckkurve zuführen, wie es massenverschiedene aus den bestehenden K. eine solche Dies sind:
auf. Integriert man die *Clausius- Elementarteilchen gibt, also die Mas- von der Dimension einer Länge her- Konjunktion: Winkeldifferenz 0°;
Clapeyronsche Differentialgleichung, sen zuleiten, und es plausibel ist, daß ent- beide Gestirne steheı
die die Dampfdruckkurve festlegt, vom Elektron mo, sprechend den drei für die Mechanik bezogen auf den irdi-
dann erscheint dabei eine Konstante, vom Proton Mo(von dem die des grundlegenden Dimensionen Länge, schen Beobachter, in
die sog. schemische Konstante«. Diese Neutrons eine von der Kernphysik Zeit und Masse auch drei dimensions- einer Raumrichtung;
Konstante ist thermodynamisch nicht zu erklärende kleine Variante dar- mäßig unabhängige elementare K. Opposition: Winkeldifferenz 180°;
zu bestimmen, andererseits aber für stellt), bestehen. Vom Standpunkt der physi- beide Gestirne stehen
(chemische Probleme sehr von den verschiedenen Mesonen kalischen Erfahrung zwingt dazu das sich am Himmel ge-
hängt mit dem Wert der Entropi Ma,x Auftreten von _explosionsartigen genüber;
absoluten Nullpunkt zusammen. © Die Kopplungskoeffizienten geben Kernprozessen (Entstehung vieler Quadratur: Winkeldifferenz 90°;
rechnerische Bestimmungist cı den Charakter der Wechselwirkung Elementarteilchen) an Stelle vonein- bei der Kulmination
Hilfe der Quantenmechanik möglich. der Elementarteilchenan. 1: fachen Streuakten. Man muß schlie- des einen Gestirnes
Diese liefert für einatomige Gase die elektrische Wechselwirkung, Ben, daß dieser neue Prozeß dann steht das andere am
vom Atomgewicht A den Wert charakterisiert durch die elektrische auftritt, wenn zwei Elementarteilchen Horizont.
1= — 1,587 + 372-10g A + log Elementarladung e; sich so weit nähern, daß die elemen- Am wichtigsten für die Sichtbarkeit
die nukleare Wechselwirkung, cha- tare Länge erreicht oder unterschrit- bedingungen der Planeten sind, die
(g statistisches Gewicht von der Grö- rakterisiert durch zwei Konstanten ten wird. Ihre Größe liegt bei 2 - 10.'° K. mit der Sonne. Bei Opposition
Be 1 oder 2). Mit Hilfe der ch. K. Fund g; m. Die elementare Länge würde ana ir Sonneist der Planetdi
kann man auch den Wert der Entro- die gravitierende Wechselwirk log zu Lichtgeschwindigkeit und Wir- Nacht zu sehen; sein rä
piekonstanten (gleich dem Wert der charakterisiert durch die Graviti kungsquantum die Gültigkeit unserer stand zur Erde ist am kleinsten. Bei
Entropie am absoluten Nullpunkt) ionskonstante y. bisherigen Vorstellungen begrenzen. Konjunktion zur Sonneist der Planet
bestimmen.S. a. Wärmesatz, Nernst- ährend die Zahlenwerte der Mas- Die Existenz einer elementaren Län- nicht beobachtbar, da er mit der Son-
scher, sen sowie der Konstanten e und y aus ge läuft auf die Kritik des Raumkon- ne am Taghimmelsteht (größter Ab-
Lır. Schaefer, Cl.: Einf. in die theor. den Beobachtungen eindeutig er- tinuums hinaus (Verkopplung von stand von der Erde). Eine Sonderstel-
Physik II. Berlin 1944.[7] schlossen werden können, das bei physikalischen Realitäten und Geo- lung nehmen die inneren Planeten
Konstante, ebullioskopische, s. Sic- } und g nicht der Fall, da die Reich- metrie). Merkur und Venus ein. Sie können
depunktserhöhung. weite dieser Wechselwirkung nur bis Schließlich zählt man zu den u. K. ie in Opposition zur Sonnestehen.
Konstanten, atomare. Unter den ato- etwa 10m geht, weshalb das noch die Boltzmann-K. k, Einh jafür sind zwei Möglichkeiten der
maren K.versteht man die wichtig- schwierige Problem der *Divergen- grad, durch die die Tempera Konjunktion gegeben: a) der Planct
sten Grundgrößen der Atomphysik, zenin alle Fragen, die mit und durch skala und damit die Thermodynamik steht, von der Erde aus geschen, jen-
aus denen sich grundsätzlich alle Da- diese Wechselwirkung bedingt sind an die Mechanik angeschlossen wird. seits der Sonne (obere Konjunktion)
ten der Atome und Moleküle berech- von vornherein entscheidend Neben den u. K.gibt es eine ganze oder b) er steht zwischen Sonne und
nenlassen. Es sind dies: greift. - Man kann hoffen, in einer Reihe von abgeleiteten K., die für die Erde (untere Konjunktion). [5]
9 9
Kontakttransformation
Konstitutionswasser
Konstitutionswasser, s. Kristallwas- Außenfläche gemessene Kontaktp o- ıtome. Man wird daher annehmen geringen Werten von ns: (einige 101?
können, daß die elektrische Doppel- cm”®) erst in einer Tiefe von 10° bis
ser. mal der
tential Kan zwischen ihnen, schicht zwischen zwei Metallen, wel- 10° Atomlagen das Feld des K. auf-
Kontaktelektrizität (Berührungselek- Elektronenladung —e, gleich der Dif-
«hefür die Kontaktpotentialdifferenz zunehmen vermag. Die Kontaktpo-
rizität). Bei Berührung von Körpern ferenz der Austrittsarbeiten ist: ihrer Berührungsflächen verantwort- tential-Differenz wird in solchen Fäl-
verschiedener Elektronenkonzentra-
Elek-
Kan (-e) = Wa Wa = lich ist, jeweils in einer einzigen len also nicht auf einem Weg von
tion gibt der Körper stärkereranderen = (Esa — Er) (Es — En) Atomlage ihren Sitz hat und der 10* cm erreicht, sondern es findet ein
tronenkonzentration an den positiv Bänderspektrum, Abschnitt Aus- Sprung in Abb.1 bei Metallen auf allmählicher Übergang des elektri-
Elektronen ab, ladet sich also usarbeit). einem Weg von etwa 10° cm erfolgt. schen Potentials durch die ganze
auf. Bei Leitern heißt die Erscheinung Man nennt K auch die Volta-Span- b) Kontakte mit Halbleiter. Anders Dicke der Verarmungsrandschicht
Volta-Effekt. Bei Berührung eines nung und die ganze Erscheinung den liegen die Verhältnisse bei Störhalb- des Halbleiters hindurch statt.
Metalles mit einem Dielektrikum Volta-Effekt. Das Gleichgewicht leitern geringer Störstellendichte n: Kommt man aus dem Innern
führt die hohe Elektronenkonzentra- ), solange ihre Eigenlei- Halbleiters, so setzt, wie man im ein-
tion des Metalls zu dessen positiver
würde auch ohne direkten Kon-
Aufladung. An der Berührungsstelle takt Glühtemperatur durch bei- ıng noch nicht merklich angeregtist. zelnen nachrechnen kann, die Raum-
derseitigen *Richardson-Effekt her- Sind es Überschußhalbleiter, d. h. ha- ladung ziemlich plötzlich in voller
bilden sich Doppelschichten, die bei stellen. . :n die Donatoren der Dichte no Stärke ein. Das elektrische Feld
etwaiger Bewegung auseinandergeris- Das Maß des Ladungsübertritts und iektronen an das Leitungsband ab- immt also von daan linear, das Po-
sen werden, wodurch hohe Potentiale re Verteilung auf den Oberflächen :geben, so ist deren Teilchendichte
entstehen können (*Reibungselektri- beider Partner hängt außer vom M; nv. Sind es dagegen Mangelhalb- einerseits zu
zität). Analog verhalten sich Isolato- terial und seiner speziellen Oberfli iter, d. h. haben Akzeptoren der Abwölbung des
ren bei Berührung bzw. Reibung. [26] chenbeschaffenheit - s. die Unter- Dichte ı Elektronen aus dem Va- andererseits zu einer Gleichrichter-
Iyse. scheidung E„ und E, bei Bänderspek- lenzband an sich gezogen, so sind in wirkung derentstandenen, trägerar-
Kontaktgleichricher,s. Gleichrichter. trum) - auch von der Geometrie der diesem ebensoviel Löcher (Beset- men Sperrschicht, wie bei Halbleiter-
Kontaktpotential, s. a. Volta-Effekt. zungslücken) entstanden,die als posi- Randschichten und Kristallgleich:
Kommen zwei Leiter (Metalle oder
beiden leitenden Körper und ihrer
gegenseitigen Lage ab. So erfordert ive bewegliche Ladungsträ ter näher ausgeführt ist.
Halbleiter) A und B miteinander in so z.B. der Aufbau der Volta-Spannung Dichte p S na fungieren(« Lit. Spenke, Eb.: Elektronische Halb-
innige Berührung, daß Elektronen aus zwischen den in mikroskopischem clektronen) und ihrerseits A Berlin-Göttingen-Heidelberg 1960.
A nach B oder umgekehrt übertreten überwiegend für den Übertritt in das
können, so findet so lange ein Über-
‚Abstand stehenden Flächen 1 und 2
des Körpers in Abb. 2 ein viel schwä- andere Medium in Betracht kommen. Kontaktrauschen. In elektrischen Lei-
tritt statt, bis die *Fermi-Verteilung In jedem Fall ist die räumliche Teil- tern und Halbleitern findet infolge
der Elektronen des einen Materials = chendichte der beweglichen Ladungs- der Brownschen Molekularbewegung
sich mit der des anderen im statisti- träger höchstens gleich nısı. ein ständiger Transport elektrischer
schen Gleichgewichtbefindet. Anders immt nun der Störhalbleiter an Elementarladungen in allen mögli-
ausgedrückt: Es erfolgt eine einsei inem Kontakt teil, so können zwei chen Richtungen statt. Diese La-
tige Aufladung des einen Leiters ge- älle eintreten. Entweder treten bei dungstransporte wirken sich aus wie
gen den anderen,bis sich makrosko- der Berührung bewegliche Ladungs- ein zwischen den Anschlüssen des
pisch, von außen meßbar, eine solche träger der richtigen Sorte in den Widerstandes bestehendes Gemisch
Potentialdifferenz zwischen beiden Halbleiter ein, und es findeteine An- von sehr kleinen Wechselspannungen,
eingestellt hat, daß die Fermi-Ni- reicherung derselben im Halbleiter die sich über ein beträchtliches Fre-
veaus Er beider Stoffe für Elektro- statt. Dann können diese ähnlich wie quenzgebiet erstrecken. Bei hinrei
nen auf gleiche energetische Höhe Abb. 2. Zwei Leiter in direktem Kontakt bei Metallen in einer Schicht von chender Verstärkung kann man sie
gebracht sind. bei 3,in indirektem statistischem atomarer Größenordnung unterge- Telephon oder Lautsprecher hör-
Gleichgewicht bei 1 und 2 bracht, werden; die Anreicherungs- bar machen (*Rauschen). K. nennt
vandschicht unterscheidet sich dann man die Rauschvorgänge, die in den
‚heres Feld und daher viel schwäche- nicht prinzipiell von der eines Metalls wechselhaften Übergangsbedingun-
re Oberflächenladungenals in der im Kontakt mit anderen Leitern. gen an Kontaktstellen, z. B. auch
Kontaktfläche 3, wo eine Doppel- Oder es treten bewegliche Ladungs- zwischenden einzelnen Körnern eines
schicht entgegengesetzter Ladungen träger aus dem betrachteten Halblei- Kohleschichtwiderstandes, ihre Ur-
zu beiden Seiten der Berührungsflä- ter aus. Dieser erfährt durch den sache haben. [26]
che den Potentialsprung auf atoma- eine Verarmung an La- Kontaktthermometer, Quecksilber-
rem Abstand aufbauen muß. . Jungsträgern. Dann können die zu- thermometer mit mindestens zwei
a) Rein metallischer Kontakt. Die rückbleibenden gegenpoligen Stör- eingeschmolzenen Kontakten. Der
Kontaktpotentiale sind in der Gri atome nicht in einer monoatomaren Quecksilberfaden schließt oder öffnet
‚Abb. 1. Bänderspektrum zweier in Kon- Benordnung von 1 V. Eine Flächen-
ladung, in welcher ein Feld der Ord- Schicht. zusammengezogen werden, il gigkeit von der Temperatur
takt befindlicher Leiter. Der Leiter A links nung weil sie ja unbeweglich im Gitter ein- einen an die Kontakte angeschlosse-
ist negativ, Leiter B rechts positiv aufge- einer 10” bis 10° V/cm entspringt, in gebaut sind, und es bleibt eine an nen Stromkreis, der z. B. einen Ther-
laden. Das Kontaktpotential Kan < 0 monoatomaren Schicht unter- beweglichen Ladungsträgern fast hun- mostaten betätigt. [9]
zubringen, macht in Metall gar
In Abb. 1 sei das *Bänderspektrum keine Schwierigkeit. Sie benötigt et- dertprozentig verarmte Raumladun; Kontakttransformation, s. Berüh-
beider Stoffe im Gleichgewichtszu- 'wa 101% Elektronenladungen/cm’; das
schicht der unbeweglichen Teilchen- rungstransformation und Hamilton-
stand. Man erkennt, daß das an der ist rund eine auf je 100 Oberflächen-
‚lichte nsı zurück, die bei erreichbar sche Theorie.

3
Kontaktwiderstand Kontinuitätsgleichung
Kontaktwiderstand. Die Berührfläche gegen das Metall richten, schützt ‚um Äquator, die Polflucht, für das Kontinuitätsbedingung, in Strömun-
zweier metallischer Leiter besteht chemisch das Metall, so daß der K. Aufstauen der Gebirge verantwort- gen die Bedingung des dauernden
auch bei gut plangeschliffenen Flä- sich lange Zeit nicht ändert. Dagegen \ich. Der tertiäre Faltungsgebirgsgür-Zusammenhangs der Teilchen des
chen nur aus wenigen, sehr kleinen ist selbst bei poliertem Ptder K. nicht‘ \cl vom Himalaja über die Alpen bis strömenden Mediums. Näheres s.
Kontaktflächen. Vonihnenist nur in mehr rein metallisch, sondern wahr- ‚um Atlas lag im damaligen Äqua- Kontinuität und Kontinuitätsglei
einem kleinen oxydfreien Stück scheinlich oxydisch etwas erhöht. \orgebiet. hung. [11]
Stromleitung möglich. In ihm drängen Lit. Holm, R.: Die technische Physik
sich die Stromlinien zusammen. Da- der elektrischen Kontakte. Berlin 1941. - Als treibende Kräfte kommenin Fra- Kontinuitätsgleichung. Man kann das
durch entsteht ein Engewiderstand Just, E.: Leitfähigkeit und Leitungs- »c einerseits die Polfluchtkraft und Gesetz von der Erhaltung der Masse
R.. Hat eine solche Fläche den mitt mechanismus fester Stoffe. Göttingen ındererseits (nach Schweydar) die für eine Strömung folgendermaßen
1948. - Kappler, E., E. Rüchart und R. ausdrücken: Legt man in eine Strö-
leren Durchmesser a, so ergibt die Schäfer: Z. ang.’Phys. 2. 330. 1950. (2] Präzession. Jene, von Bötvös ent-
‚leckt und erstmalig von P. S. Epsteinmung eine geschlossene, koordinaten-
Theorie Re gi2a, wobei der Kontamination nennt man 1. die Ver- berechnet, entsteht aus der Verschie- feste Kontrolfläche, so muß der
Ohmsche Widerstand des Leiters ist. giftung von Kernbrennstoffen, die, enheit in der Lage des Metazen- Überschuß der in einem Zeitabschnitt
Für die wirkliche Berührfläche Ao gilt wegen ihrer teilweise beachtlichen \rums (Angriffspunkt des Auftriebes) durch die Kontrollflächeausströmen-
Ao = PnH''cm?, wobei P die Kon- ‚Absorptionsquerschnitte für Neutro- und des Schwerpunkts der Schollen den über die einströmende Masse
taktbelastung in N, H die Hertzsche nen die Kernbrennstoffe vorzeitig «ladurch, daß sie in verschiedenen, gleich der in diesem Zeitabschnitt in-
Härte in N/m® und n ein Zahlenfak- unbrauchbar machen, 2. die Verseu- nichtparallelen Niveauflächen liegen. nerhalb der Kontrollfläche ver-
tor ist, der für praktisch ebene Kon- chung von Arbeitsflächen, Räumen, Auftrieb und Gewicht bilden eine schwundenen Masse sein. Setzt man
takte den Wert 2 annimmt. Bei Cu er- Wasser usw. durch radioaktive Stoffe. nach dem Äquator gerichtete Resul- nun noch nach dem, Prinzip der
gibt sich mit A = 500 Die deutschen Begriffe sind bei den, \ierende, eben die Polfluchtkraft. *Kontinuität voraus, daß der Stoff
As = 4- 104 cmi. Reaktorphysikern und -ingenieure: Diese ist, wie die Rechnung zeigt, innerhalb der Kontrollfläche lücken-
Hinzu kommt noch der Widerstand geläufig, weniger bei den Chemikern. Nlein, wirkt aber stetig und vermag los verteilt ist, so hat man den An-
einer mindestens monomolekularen Man ist übereingekommen, zweck: schr wohl eine K. zu vollbringen. Die satz für die Aufstellung der K, Als
Schicht von adsorbiertem Gas, mit klarer Abgrenzung der radioaktiveı für die Westdrift als Ursache ins Kontrolifläche wählt man ein unend-
der die Metalloberflächen bedeckt Verseuchung von einer bakteriellen) Auge gefaßte Präzession trachtet die lich kleines Parallelepiped mit den
sind (meist Sauerstoff). Dieser Kon- bzw. medizinisch hygienischen Ver- beweglichen Schollen anders zu be- Kanten dx, dy, dz (s. Abb.) und bil-
taktspalt von etwa 5. 10*cm Dicke seuchung die erstere mit K. zu be- wegen als die Erde als Ganzes. Ne-
wird jedoch infolge des wellenmecha- zeichnen. Analog wird Dekontamina- ben meridional gerichteten Angriffs E
nischen Tunneleffekts ungehindert tion für Entseuchung von radioakti- kräften treten solche mit westlicher
passiert. Der Tunnelwiderstand, der venStoffen gebraucht. [7] Komponenteauf, die, nach den Rech-
‘vonderSpaltbreite und der Austritt Kontinentverschiebung (W« ungen Schweydars, die Polflucht-
arbeit der Elektronen abhängt, ist Theorie). Ausgehend vom Begriff der] kräfte weitaus übertreffen und West-
nämlich von der Größenordnung *Isostasie hat A. Wegener 1912 fol- ‚Jrift der Kontinente veranlassen
107 Q cm. Er wird auch als Haut- entwickelt: In der geo- können. Für und wider Wegeners
Widerstand bezeichnet, während der |'heorie sind Argumente geologischer,
Widerstand der metallischen Teile des Kontinente einen einhei biologischer und geographischer Na-
Kontaktes auch Ausbreitungs-Wider- nentalblock. Nord- und Südamerik tur vorgebracht worden. Für den
stand heißt. Endlich ist gewöhnlich lagen an Europa-Afrika, Antarktis, Physiker wirkt sie überzeugend wegen
noch der Widerstand von Oxyd- Australien und Vorderindien neben ihrer Geschlossenheit und ihrer Fä-
schichten vorhanden,die jedoch schon Südafrika. Asien und Südafrika stan- higkeit, für die angenommenen Be-
durch Spannungen 'von 0,5 bis zu den in Landverbindung. Ein in dı wegungen entsprechende Kräfte als
wenigen V durchschlagen werden. In Kreide beginnender Ablösungsprozı Ursachen aufzuzeigen. det für je zwei gegenüberliegende
den Durchschlagskanal tritt lokaler irennte zunächst Südamerika ab un Seitenflächen den Überschuß der
Schmelzfluß hinein, der erstarrt, wenn riB - durch Wesidrift - die atlanti- Iır. Wegener, A.: Die Entstehung der
Kontinente und Ozeane, Die Wissen- während der Zeit d ausströmenden
diese Brücken dick genug sind (sog. sche Spalte nach N weiter auf, geg« «haft, Bd. 66, 4. Auf. Braunschweig Massc. Manerhält z. B.für die par-
Frittung). Der Frittwiderstand liegt Ende des Quartärs wurde die Tren: 129. - Staub, R.: Der Bewegungsme-
allel zur yz-Ebene liegenden Flä-
zusammen mit dem Hautwiderstand nung durch die Abspaltung Grön ismus der Erde. 1928. [6]
chen, wenn man beachtet, daß die
für Kupfer in Luft zwischen 10° 0 lands vollständig. Durch andeı kontinuierlich, Gegensatz zu diskret, Strömung mit der x-Komponente der
bei 0,05N und 10°0 bei S000N Schollenaufspaltungen wurden wäh- bedeutet, daß es in jeder beliebig Stromdichte gu ein- und mit der
Belastung, für Kohle mehrere tau- rend Jura, Kreide und Tertiär Ant- kleinen Umgebung eines Punktes Komponente
sendmal so hoch. Das Aufbringen arktis, Australien und Vorderindi weitere Punktegibt. [7]
von sog. Epilamenschichten aus den losgelöst und drifteten ab. Das na
kontinuierliche Gruppe, s. Gruppe. eu+ 2ew x dr
langen polaren Molekein pflanzlicher N driftende Vorderindien schob die
oder tierischer Öle ist technisch beim Brücke Afrika-Asien vor sich her, un Kontinuität. Bei der Behandlung der austritt (g Dichte, u x-Komponente
K.günstig. Obgleich eine solche mo- es entstanden durch Stau die großer ırömenden Bewegung der Kontinua der Geschwindigkeit):
nomolekulare Schicht 20 und mehr asiatischen Gebirge, ähnlich an dei muß, vorausgesetzt werden, daß der
A dick ist, ist der Widerstand dann Stirnseite des westwärts driftender Stoff den Raum ohne Unterbrechung
nur wenig höher als der rein metal- gesamtamerikanischen Kontinentsdi \ies Zusammenhanges ausfüllt. Der
lische K., und Epilamenschi Anden und das Felsengebirge. Nebe ‚mathematische Ausdruck der K. ist
deren Moleküle sich wie eine Bürste der Westdrift ist also das Hinstrebe lie *Kontinuitätsgleichung. [11]
6:
Kontinuum Kontrastphotometer
Für die beiden anderen Komponen- Das rechts stehende Integral bedeut F. Das Verhältnis beider, F/F, heißt nommenist. Solange Bı nur wenig
ten gelten entsprechende Ausdrücke. den gesamten durch die Oberfläche Kontraktionsziffer &. Die Erklärung verschieden von Bz ist, wie es z. B.
Die gespeicherte Masse ist gleich dem des Integrationsgebietes 7 in di für die K. ist dadurch gegeben, daß bei der Bestimmung der Kontrast-
Volumen der Kontrollfläche (dV = Richtung der Normalen hindurchtre: in der Öffnung noch Geschwindig- schwelle zutrifft, sind die beiden
dx»dy-dz), multipliziert mit der tenden Strom. Die K.ist also jetztz keitskomponenten vorhanden sind, Kontrastdefinitionen nahezu gleich.
Dichteänderung: schreiben: die auf die Strahlachse zu gerichtet Bei größeren Leuchtdichteunter-
%e de ind. Nur wenn die Düsenwände die schieden weichen sie stärker vonein-
dx-dy-de: 2, din dar Oo. Strömung allmählich in die Strahl- anderab. Die erste Definition erlaubt
richtung umlenken, wird die K. ge- Kontrastwerte zwischen 0 und 1, die
Die entspeicherte Masse ist gleich Die Gleichung Sa daß die inner‘ ring. Am. größtenist sie bei scharfen zweite zwischen 0 und ©. In’ der
dem negativen Werthiervon. halb einer geschlossenen Fläche « be: Öffnungen in ausgedehnten ebenen Theorie der Kontrastübertragungs-
Die Erhaltung der Materie liefert un- findliche Elektrizitätsmenge dadur« Wänden (x => 0,61) (s. Abb.). funktion wird der K. etwas abwei-
ter Kürzung von dx dy dz dr für das verschwinden kann, daß sie dur« chenddurch
ganze Epiped: leitende Teile dieser Oberfläche al K= (Box — Bintn) / (Binax + Bann)
se ,2ewW dem Sew, fließt.
E77 dx ay dz Die Neutronenbilanzgleichung definiert.
einem Reaktor (s. Reaktorgleichun; Falls Bin < Binsx wird diese Defini-
‚oder vektoriell ist nichts anderes als eine erweitert tion etwa gleichbedeutend mit der
30 K. [11,7] obigen: K = (Bı — Ba)/Bı.
dvam)+g2-0 Kontinuum (das Zusammenhängen: Als Kontrastschwelle bezeichnet man
(v v-Komponente, w z-Komponente de). Obwohl die Tatsache des ato: denjenigen Kontrastwert, der dem
der Geschwindigkeit, » Geschwindig- mistischen, diskontinuierlichen Aufs minimalen, gerade noch wahrnehm-
keitsvektor). Mit veränderlicher Dich- baues der Materie seit mehrer baren Leuchtdichteunterschied ent-
te gilt die K. in dieser Form für Jahrzehnten völlig gesichertist, wir spricht. In einem weiten Leuchtdi
kompressible, instationäre Strömun- doch in manchen Gebieten der Phi tebereich ist der Schwellenwert unge-
gen sik die Materie als ufgefaßt, fähr 1% (photometrische Genauig-
on mit oder ohne Reibung Reib, und vor allem in der Mechanik der dei keit). Das bedeutet, daß zum minde-
entfällt das formierbaren Medien, die desweg sten für die Wahrnehmungsschwelle
pressiblen St auch Mechanik der Kontinua g b) Zusammenziehung (Schrumpfung) der Leuchtdichteunterschied propor-
nannt wird. Daß hier die Vorstellun; von Himmelskörpern infolge von tional zur mittleren Leuchtdichte der
von der vollkommenen, kontinuier: Abkühlung. Früher wurde die K. als Vergleichsfelder ist (Weber-Fechner-
u, lichen Verteilung und Raumausfül: *Energiequelle der Fixsterne in Be- sches Gesetz).
at lung beibehalten wurde, beruht dars tracht gezogen (Kontraktionshypo- Der K.zweier Vergleichsfelder sinkt,
oder ek auf, daß die mathematische Behand: these). Die K. der Erde wurde als wenn beiden Feldern gemeinsam
divm=0. lung des K. wesentli Ursache der Gebirgsbildung angese- eine große Helligkeit überlagert wird,
als diejenige des atomi hen (Schrumpfungstheorie). da dann im Nenner des Kontrastaus-
In der Elektrizit kontinuums und doch zu Resultat <) K.tritt häufig bei thermischer Be- druckes die Leuchtdichte von Bı bzw.
Stelle des Satzes von der Erhaltung führt, die mit der Erfahrung überein; handlung von Stoffen ein. Man stellt Ba auf Bı + B, (Zusachtleuchtdichte)
der Masse der Satz von der Erhaltung stimmen. Bei einigen Problem sie durch Messung der Veränderung bzw. Bs + B, anwächst, während der
der Ladung. Mit g (Ladungsdichte), (Bruch, Zerreißen)versagtdiese Ko) der linearen Abmessungen mit_ver- Zähler, der Leuchtdichteunterschied
@ w (Stromdichte) = j entsteht tinuumstheorie; dort führt nur di schiedenen Verfahren fest (z. B. in der Felder, konstant bleibt. Diesen
strenge atomistische Theorie zu Dilatometern). Auch bei der Erstar- Effekt kann man leicht beobachten,
friedigenden Ergebnissen. rung von Schmelzen werden in den wenn man z. B. den K. bei der Pro-
Diese Gleichunggilt auch für denin Auch die Maxwellsche Theorie dı meisten Fällen K. (*Erstarrungskon- jektion eines Diapositives bei verdun-
der Ableitung nicht explizit ange- Elektrizität sicht die Materie als traktion) verschiedenster Größe be- keltem Raum mit demjenigen bei un-
schriebenen Fall, daß die Geschwin- an. Erst die Elektronentheorie voi obachtet (s. Erstarrung). Im Gegen- verdunkeltem Raumvergleicht. [17]
digkeiten der einzelnen Elementarla- Lorentz berücksichtigte den atomist satz zur K. steht die Expansion 6. Kontrastphotometer, Photometer mit
dungen nicht sämtlich gleich sind. schen Aufbau der Materie. In d Ausdehmung und Ausdehnungakur- Einstellung auf gleichen Kontrast
Durch Integration über den Raum ist Spektroskopie bedeutet K. das glı ven). statt auf gleiche Helligkeit zweier Ge-
diese Differentialbeziehung auch in che wie kontinuierliches *Spektrum. 4)S. a. Quantenelektrodynamik. [11, sichtsfelder. Das eigentliche Meßor-
integraler Form zu schreiben. Es ist Li. Schaefer, Cl: Einf. in die the 5,15] gan muß dabei für die Kontrastein-
Physik I. Berlin 1950. [20] Kontraktionshypothese, s. Energie- stellung eingerichtet werden. Beim
[ @ dr = der Gesamtladung Q und Kontrabaß,svw. Baßgeige, s. Strei
instrument. [44]
quelle der Fixsterne.
Kontraktionsziffer, s. Kontraktion.
*Lummer-Brodhunschen Würfel z.
B. wird durch geeigneten Schliff an
kontragrediente Transformation, Kontrast. Unter ’K. versteht man den Berührungsflächen der beiden
für i-dr= Komponenteneines Vektors. den Leuchtdichteunterschied Bı — Ba rechtwinkligen Prismen erreicht, daß
Kontraktion, a) Erscheinung zweier Felder, bezogen auf die nicht, wie bei dem gewöhnlichen
freien Strahlen, die aus einer Dü Leuchtdichte eines der beiden Felder, Gleichheitsphotometer, zwei Ge-
= $ in-da(GaußscherSatz). austreten: Der Strahlquerschnitt also K=(Bı-Ba)/Bı oder K= sichtsfelder in einer mittleren, gera-
ist kleiner als der Düsenquerschnit (Bı — Bo)/Bo, wobei Bı>Bs ange- den Linie aneinanderstoßen, son-
100 101
Kontrastschwelle
setzt. Freilich handelt es sich dabei
um Schwingungen, die nicht in der um
Zeit, sondem im Raum erfolgen

AISYv
(Raumfrequenzen). Die Raumfre-
quenzen werden in Anzahl Gitter-
striche pro mm gemessen.Die Inten-
sitätsverteilung Jo im Objekt wird da-
bei durch Fourier-Analyse in eine
zweidimensionale Summe von sinus-
oder cosinusförmigen Raumschwii
gungen zerlegt gedacht, die z. B.
dern in zwei größeren Vergleichsfel- eindimensionalen Fall, falls die Iı
dern A und zwei kleinere, trapez- tensität nur von einer Koordinate
förmige Felder a und b (s. Abb. lie- abhängt, in der Form Abb. 1
gen. A und a sind von der einen, B
und b von der anderen Lichtquelle schwächt, die Phase um den Winkel tisch streng zugeordneten Lichtlinie
erleuchtet. Durch Einschalten eines dat)bursinzars + 9 (R) verschoben (s. Abb. 1). befinden. Man kann nun leicht zei-
schwach absorbierenden Rauchglases Durch Überlagerung der Bilder sämt- gen, daß bei geeigneter Normung
in die zu a und b gehörenden Strah- R=1
licher Raumgitter erhält man dann der Bildhelligkeit die komplexe K.
lengänge wird bewirkt, daß a und b tan-cos2n RE die endgültige Helligkeitsverteilung nichts anderes als die Fourier-Trans-
rund 8% dunkler sind’ als A und B. geschrieben werden kann. Diese im Bild, Die gesamte Änderung nach formierte der geschilderten Streu-
Es ist daher durch Abgleichen der Summe wird der mathematischen Intensität und Phase läßt sich durch funktion ds ist, die das Bild eines
beiden Beleuchtungen nicht zu errei- Einfachheit halber über das Fre- die komplexe K. wiedergeben: punktförmigen Objektes beschreibt;
chen, daß alle Felder gleich hell er- D(R)= T(R)exp 6 (R)}. Voraussetzung ist allerdings, daß öz
scheinen und damit alle Trennungs- quenzintervall R=1
streckt, obwohl in Wi für alle Objektpunkte und Bildwinkel
linien verschwinden, sondern es kann am Diese Größe steht nun in einem wich- die gleiche Funktion ist (Isoplanasie-
nur auf gleichen Kontrast von A zu zen bereits bei beteiligten
Bildaufbau Frequen- igen und einfachen Zusammenhang
b gegenüber B zu a eingestellt wer- sungsgrenze des R=1/d (d Auflö- bedingung):
optischen Systems) mit derjenigen Funktion ds, die die DR)= TR): exp OR) =
den, was eine paarweise Helligkeits- abbrechen. Alle höheren Verschmierung der von einem leuch-
Frequenzen
gleichheit von A und 3 bzw. a und b liefern zu obiger Fourier-Summe kei- tenden Objektpunkt herrührenden +
bedeutet. Die Erfahrung hat ergeben, nen Beitrag, sondern gehen im Un- Intensität in der Bildebene infolge -[s@-opt-2rıRH a8.
daß die Einstellung auf gleichen Kon- tergrund unter. Die Einzelschwin- der zusammengefaßten Wirkung al-
trast ein empfindlicheres Einstellkri- gung läßt sich in der einfachen Form ler Bildfehler, einschließlich der
terium abgibt als die auf gleiche Hel- Beugung,beschreibt. Wenn im ein- Die Kontrastübertragung hängt also
ligkeit. Die beim K. erreichte photo- J&=1+Ko-cos(@aRE +) fachsten Fall die Helligkeit im Ob- allein von der Gestalt der Zerstreu-
metrische Genauigkeit ist daher et- schreiben, wobei durch die Wahl des jekt nur von einer Koordinate & ab- ungsfigur ös, nicht aber z. B. von der
was größer (etwa 0,3 bis 0,5%) als konstanten Gliedes : 1 dafür gesorgt hängig ist, dann stellt die Funktion ds Helligkeitsverteilung im Objekt ab.
beim _Gleichheitsphotometer (etwa ist, daß die Helligkeit in den Minima Intensitätsverteilung quer zu £ Von besonderer Bedeutung ist es, daß
19.17) des Elementargitters gerade den Wert infolge der Abbildung durch man bei Kombination mehrerer opti
Kontrastschwelle, s. Kontrast. 0 erreicht. Ko bedeutet den durch eine Lichtlinie quer zu & in der Ob- scher Abbildungen die Helligkeit
Kontrastübertragungsfunktion. In der Ko = (Jomax — Fomtn) / (Jomax + Fam) iektebene hervorgerufen wird. Stellt Schlußbild durch die Multiplikation
Theorie der K. (abgekürzt mit KÜF definierten Kontrast. Es läßt sich nun man sich jetzt die Helligkeitsvertei- der einzelnen komplexen K. gewin-
bezeichnet), die in den Grundlagen zeigen, daß. bei jeder optischen Ab- lung in der Objektebene durch eine nen kann.Liefert z. B. der erste Ab-
von Duffieux entwickelt wurde, wird bildung, die stets weitgehend der Summeverschieden weit voneinander bildungsschritt die Zerstreuungsfigur
die inkohärente Abbildung durch ein Übertragung einer Nachricht über entfernter Lichtlinien verschiedener ön , der zweite für sich allein die Zer-
optisches System in weitgehender einen elektrischen, linearen Übertra- Intensität vor, dann kann mandie im streuungsfigur öm, so erhält man die
Analogie zur Theorie der elektrischen ger gleicht, eine Sinus- oder Cosinus- Bild an der Stelle & anzutreffende Zerstreuungsfigur bei Hintereinan-
Nachrichtenübermittlungals ein Vor- schwingung stets wieder in eine Si- Helligkeit durch die Faltungsformel derschaltung beider Abbildungs-
gang dargestellt, bei dem auf der nus- oder Cosinusschwingung der +0 schritte, indem man ön, mit ö», faltet
Gegenstandsseite ein Gemisch von gleichen Frequenz transformiert wird, (Symbol: %) und von dem Faltungs-
Schwingungen der verschiedensten wobei allerdings Amplitude und nO-[ne-Ba&-aE produkt die Fourier-Transformierte
Frequenzen und Intensitäten auf den Phase so verändert werden, daß die (abgekürzt mit dem Symbol: F{})
Eingang eines linearen Übertragers Helligkeit im Bilde Jn (&), die dem wiedergeben. Sie bringt zum bildet F {öm X öm}.
(optisches System) gegeben wird, Elementargitter zugeordnet ist, durch
während der Ausgang des Übertra- Ad) =1+KoT(R)- druck, daß sich die HelligkeitAus- am Dieser Ausdruck ist aber nach dem
Faltungssatz gleich dem Produkt der
gers das Bild liefert, das sich aus der Bildort zusammensetzt aus den Hel- Fourier-Transformierten der gefalte-
Superposition der einzelnen,in ihrer "cos {2aRE ++ OR} ligkeitsbeiträgen derjenigen Zerstreu- ten Funktion ön, und öm. Da aber
Amplitude gedämpften und unter beschrieben werden kann. Der Kon- ungsscheibchen, deren zugeordnete Dia (R) = F {dm K 6m) =
Umständen auch in der Phase ver- trast ist also im Bild um den reellen Objektpunkte bzw. Objektlichtlinien = {61} F {2} = Di(R)- Da (R).
schobenen Schwingungen zusammen- Faktor 7 (R), der stets S1 ist, ge- sich in unmittelbarer Nachbarsc haft
der dem Bildort & geometrisch-op- Die multiplikative Eigenschaft der K.
102
103
Kontrastübertragungsfunktion Konvektion
ist ein unschätzbarer Vorteil, den bis- schon der Weg bezeichnet, um die K. plattenpaar eines Oszillographen ge- (1958/59). - Ingelstam, E.: An optical
her keine andere Theorie der Abbil- aufzusuchen, indem zunächstauf ex- geben wird. Auf das dazu senkrechte image evaluation. NBS Circular 526.
dung aufzuweisen hatte. Sie gestattet, perimentellem Wege die Zerstreu- Plattenpaar wird eine mit der Um- Washington 1954. Rosenbruch, K., und
die Leistungsfähigkeit eines optischen ungsfigur eines leuchtenden Objekt- laufsfrequenz der Trommel synchro- K. H. Rosenhauer: Optica acta 4. Paris
Systems und ihre Abnahme bei Kom- punktes ermittelt und dann entweder ne Kippspannung geschaltet, so daß
1957. {17]
bination mit einer zweiten optischen rechnerisch (wenn dn analytisch dar- ein stehendes Bild, das das ungefäh- Kontrastübertragungsfunktion, pho-
Stufe sicher zu beurteilen. Nimmt stellbarist) oder graphisch F {61} ge- re Aussehen einer gedämpften tographische, s. Modulationsübertra-
man beispielsweise einen Kontrast- bildet wird. Schwingung hat, zustande kommt(s. gungsfunktion.
wert von 0,1 als untere Grenze der Dieser Weg scheint bisher kaum ge- Abb.3). Die Raumfrequenz nimmt Kontrastveränderung, photographi-
Erkennbarkeit feiner Strukturen an, gangen worden zu sein. Statt dessen sche. Mit verschiedenen Verfahren
so muß bei der kombinierten Abbil- ist von Duffieux dieK. in Zusammen- kann man den Kontrast in photogra-
dung eines Kontrastwertes vom Be- hang mit der Pupillenfunktion ge- ‚phischen Aufnahmen örtlich verän-
trage 1 im Objekt durch zwei gleich bracht worden, und, auf der Duf- dern, um in zu stark und in zu
gute Abbildungsstufen von jedem fieuxschen Darstellung fußend, hat schwach belichteten Partien des Bil-
‚Abbildungsschritt ein Kontrastfaktor Lohmann durch eine Näherungs- des eine möglichst gute Wiedergabe
T {R) gefordert werden, der > 0,32 rechnung, die für kleine Frequenzen von Details zu erreichen. Diese auch
ist. Für eine ideale K. müßte im ge- R gilt, die Verknüpfung der K. mit als »Dodging« bezeichneten Verfah-
samten bildwichtigen Raumfrequenz- den einzelnen Bildfehlern vorgenom- ren sind vor allem in der Röntgen-
intervall T(R)=1 und @(R)-0 men. Bemerkenswert ist an der Rech- und Luftbildphotographie von gro-
sein. nung von Lohmann, daß in den Bem Nutzen. Es sind dies vor allem
drei Verfahren:
1. Kontrastkopie mit punktweiser Be-
lichtung (Brownsches Rohr). Der
Abb. 3. Stehendes Oszillogramm zur Be- durch Negativ- und Positivschicht
stimmung des Kontrastübertragungsfak- fallende Lichtstrom steuert über eine
tors T(R) Photozelle die Intensität der Licht-
entsprechend dem Objekt von links quelle (Logitronice).
nach rechts zu, die Amplitude ab, so 2. Als Kopierlichtquelle dient eine
daß die Enveloppe der Figur unmit- fluoreszierende Schicht, deren Inten-
telbar die Abhängigkeit des Kon- sität durch Ultrarotbestrahlung ge-
trastfaktors T (R) von der Raumfre- steuert wird.
3. Photographische *Masken.[21]
quenz zur Darstellungbringt. kontravarlant, s. ko- und kontra-
0 20 30 40 50 60 70
R
30 106 Ob die Theorie der Kontrastüber- variant.
tragung in besserer Weise als die di-
Abb. 2 rekte Strahldurchrechnung dazu bei- Kontrolibereich, räumlicher Bereich,
tragen wird, die Hebung derBildfeh- innerhalb dessen alle Personen einer
In Abb.2 sind die Kontrastübertra- Schlußformeln nicht mehr die Wel- ler noch weiter zu treiben bzw. noch Strahlenschutzüberwachung gemäß
gungsfaktoren T (R) zweier optischer lenaberration, sondern nur noch die günstigere optische Abbildungen als setzlichen Vorschriften und einer
Systeme1 und 2 [unter Vernachlässi- Queraberrationen vorkommen, so bisher zu erhalten,ist noch nichter- ärztlichen Kontrolle unterliegen. [28]
gung der Phasenverschiebung ® (R)] daß es möglich ist, auf rein strahlen- wiesen. Auf alle Fälle hat sie aber Kontrolifläche, s. Impulssatz der
als Funktion der Raumfrequenz R optischem Wege den Kontrastüber- verläßliche Kriterien für die Beurtei- Sırömungslehre.
(Anzahl Striche/mm) dargestellt. tragungsfaktor zu ermitteln. lung der Leistungsfähigkeit optischer Kontrolistäbe, s. Regelstäbe.
Die Kurven 1’ und 2’ zeigen die Ver- Die sicherste Methode, den K.zu be- Systeme beigesteuert, was für die Konvektion (svw. Mitführung).
änderung der Kontrastübertragung stimmen, ist aber die experimentelle, technische Optik von großer Bedeu- a) Freie odernatürliche K.. Strömun-
bei zweimaliger Anwendungdes glei- wie sie etwa von Ingelstam, Rosen- tung ist. Ebenso muß ihr als Ver- gen in Flüssigkeiten oder Gasen, die
chen Systems. Dabei erkennt man bruch und Rosenhauer verwirklicht dienst angerechnet werden, daß ihre durch Temperaturunterschiede bzw.
deutlich die Unterlegenheit des Sy- wurde. Nach den beiden zuletzt Ge- elegante mathematische Formulie- die dadurch bedingten Dichteunter-
stems 2 gegenüber dem System 1, nannten wird ein auf einer zylindri- rung gestattet, Abbildungen, die sich schiede verursacht sind. Sie spielen
trotz einer noch merklichen Kon- schen, rotierenden Trommel aufge- in mehreren Stufen vollzichen, in u. a. bei der *Wärmeübertragung
trastübertragung bei Frequenzen spanntes Mäander - oder auch ein si- einfacher Weise zu überschauen, wo- eine wesentliche Rolle. Die Ähnlich-
oberhalb R = 50; denn die bildwich- nusförmiges Gitter mit variabler Git- bei in die Kette der Abbildungs- keitsgesetze der Wärmeübertragung
tigen Frequenzen zwischen R = 20 terkonstante — über das Testobjektiv schritte durchaus auch elektrische werden hierbei durch die Nusselt-,
und R = 40 sind bei zweistufiger Ab- und ein Mikroskopobjektiv verklei- Übertragungsglieder eingeschaltet Grashof- und Prandil-Zahl (s. Kenn-
bildung gegenüber dem System 1 so nert in der Ebene eines hinreichend werden können. zahlen) bestimmt,
gedrückt, daß praktisch nur die gröb- engen Spaltes abgebildet. Hinter dem Lır. Selwyn, E. H.: An optical image b) Erzwungene K. Hier wird die K.
sten Strukturen mit hinreichendem Spalt befindet sich ein Photomulti- evaluation. "National Bureau of Stan- durch meist mechanische Mittel von
Kontrast wiedergegeben werden. plier mit nachgeschaltetem Verstär- dards. Cireular 526, Washington 1954. - außen erzwungen, wobei der freien
Mit der Zurückführung der K. auf ker, der. die periodischen Lichtimpul- Duftieux, P. M.: L’integrale de Fourier K. höchstens noch eine untergeord-
die Fourier-Transformierte der Zer- se in eine elektrische Wechselspan- et ses applications & Voptique. Besangon
1946. — Lohmann, A.: Hausmitteilun- nete Rolle zukommt. Für die Ahn-
streuungsfunktion ds ist eigentlich nung umsetzt, die auf ein Ablenk- gen. Jos. Schneider u. Co. Bd. 11 lichkeitsgesetze der Wärmeübertra-
104 105
Konvektionsstrom Konzentrationsänderungen im Reaktor |
gung ist hierbei die Reynolds-Zahl verlauf, den Wert Null erreicht. Für Anzahl V der in der gleichen Zeit Mıme
maßgebend. Dinglagen innerhalb der Brennwei durch Spaltung und Neutronenein- ?2 © 1000#Mıme
©) Meteorologisch der Transport von wird die Divergenz des Strahlenbn- fang. verbrauchten Spaltstoff-Atome. [ Mic
Luftquanten in vorwiegend vertikaler dels durch die Brechung verringert. Es ist also C = EIV.
Richtung.Die in Bodennähe erwärm- K.und Divergenz faßt man gelegent- Während der Einsatzdauer des Brenn- 7 10008 (Ma — Mı)
ten Lufiquanten werden spezifisch lich mit der wenig gebräuchlichen stoffes im Reaktor verändernsich die 1000 ya
leichter als ihre Umgebungunderlei- Bezeichnung »Vergenze” zusammen. Brennstoffkonzentrationen und dem-
den einen Auftrieb, unter dessen Ein- Mathematisch definiert man die K. zufolge das K. Eine charakteristische Mmyo)
wirkung sie so lange aufsteigen müs- als Kehrwert der Schnittweite. [18] Zahl für einen Reaktor ist das an- 1000 ca
sen, bis ihre Dichte - infolge der Konvergenzpunkt nennt man den fängliche K., das unmittelbar nach "1600 0 - ce Ms
adiabatischen Ausdehnung und Ab- Schnitipunkt zweier sich gegenseitig Einsetzen des Brennstoffes in den
kühlung — den Wert der Umgebung nähernder Strahlen. Der von ihnen Reaktor besteht. Im einfachsten Fall 1000
erreicht hat. Infolge ihrer Trägheit eingeschlossene Winkel heißt Kon- (nackter thermischer Graphitreaktor) = Mı+ yaM: M)
überschreiten sie diese Höhe und vergenzwinkel. [18] ist yo j
»schießen über das Ziel hinaus«. Das Konvergenz, starke, im Hilbert- 1000 me
Aufsteigen erfolgt turbulent (hermi- Raum, s. Hilbert-Raum. entleert z, 1000 + m Ma *
sche Turbulenz) und ist, wenn der Konvergenzverhältnis. Das Verhält- wobei y®=v DR 22%, p die In der Strahlenbiologie führt die
Taupunkt erreicht wird, mit Kon- nis der Aperturen zweier zu Ding- Bremsnutzung, B die Flußwölbung maximal zulässige K. (MZK) nach
densation verbunden. Es entsteht punkt und Bildpunkt gehörenden und x das Neutronenalterist. [7] einer genügend langen Zufuhrdauer
Konvektions- oder Quellbewölkung. Strahlenbüschel bezeichnet man als adioaktiv beladenem Wasser
Konvektionsfördernd ist labile Schich- K. Es gibt gleichzeitig den Kehrwert Konverter, thermionischer, s. Ener-
gie-Direktumwandlung. bzw. Luft zu einer für den Körper
tung der Atmosphäre. [6, 9] der Vergrößerung zwischen Bild und Konzentration. Die K. eines Stoffes maximalzulässigen Menge:
Konvektionsstrom, zum Unterschied Ding, wenn man von dem Vorziehen in einer Mischung 3,1-10*
von *Leitungsstrom heißt der Strom absieht. [18] dener Weise angegeben: MZKW Sg-ec m,
einer bestimmten Eigenschaft (elek- Konvergenzwinkel, 5. Konvergenz- in kg/100 kg Mischung
trische Ladung, Masse, Impuls usw.), punkt. ne 35108
der erst durch die Bewegung des Konversion. |. Atomphysik: s. Um- (Massenprozent),
in dm’100 dm? Mischung MZRU Sy, namen.
genschaftsträgers entsteht. Ist dieser wandlung,innere.
mit Geschwindigkeit v bewegt und Reaktortechnik: die Erzeugung (Volumenprozent),
in kg/100 dm* Mischung, Dabei ist (MZK)wdie maximal zu-
trägt er die Eigenschaft mit der Dich- neuer (andersariger) spaltbarer Sub- in mol/l00mol Mischung lässige Konzentration in Wasser
te @, so ist g» die Konvektions- stanz beim Betrieb eines Reaktoı (wo/em’), (MZK), die maximal zu-
stromdichte derselben. So verändert man z, B. bei Uranr« (Molprozent)
In vielen Fällen rechnet man einfa- lässige Konzentration in Luft (ncıl
In der Viererstrom-Schreibweise der aktoren das Isotop ®*U durch Neu- cher mit molaren K.-Angaben. Sind cm’), T die effektive Halbwertszeit in
Relativitätstheorie ist der konvektive roneneinfang zu ®®U, das durch Mi, ne, . die Molzahlen des Tagen, fw der zum kritischen Organ
Anteil der Stromdichte dadurch ge- zwei ß-Zerfälle in ®”Pu übergeht.
Stoffe 2. , so bezeichnet man gelangende Teil der mit dem Wasser
kennzeichnet, daß im Ruhsystem des #®Pu ist spaltbar. Im Laufe der Ze als Molenbruch aufgenommenen Menge radioaktiver
Eigenschaftsträgers seine räumlichen geht der Reaktor allmählich von rei- Substanz, /1. der zum kritischen Or-
Komponenten verschwinden und nur nem #U-Brennstoff auf eine Brenn- om gan gelangende Teil der eingeatmeten
die vierte, zeitliche Komponente übrig stoffmischung von ®®U und #"Pu yı= minder Menge radioaktiver Substanz, qf» die
bleibt. Eine Lorentz-Transformation über. Ein solcher Reaktorheißt Kon- Bei Lösungen, bei denen der Stoff 1 Menge des Radio-Isotops in ucı im
ergibt dann auch Darstellung im verter. Das Verhältnis von erzeugter vom Gewicht G; und dem Molekular- kritischen Organ und ı die Dauer der
System des Beobachters, gegen das spaltbarer Substanz ("Pu) zur ab- gewicht Mı stark überwiegt, rechnet Zufuhr in Tagen. Die Gleichungen
sich der Träger mit der Geschwindig- gebrannten spaltbaren Substanz EU) man auch mit der molaren Gewichts- können immer dann angewendet wer-
keit » bewegt. [4] durch Spaltung und Einfang bezeich- konzentration oder kg-Molarität des den, wenn die Ausscheidung der in
Konvektoren,s. Radiatoren. net man als *Konversionsgrad. Der gelösten Stoffes einem Körper abgelagerten oder in-
Konvergenz. Fällt ein von einem Begrifl Konverter wird nicht immer 1000 + 00 + ae
korporierten radioaktiven Substanz
Lichtpunkt ausgehendes_divergentes ganzeinheitlich gebraucht. S. a. Brü- me 6 mehr oder weniger exponentiell er-
Strahlenbündel auf eine Sammellinse, ter. [7] nı Mı folgt. [9, 28]
die von der Lichtquelle einen Abstand Konversionselektronen hi oder mit der molaren Volumenkon- Konzentrationsänderungen im Reak-
hat, der größer als die Brennweite der inneren *Umwandlung ei zentration tor sind eine Folge der Kernreaktio-
inse, so wird das divergente Quants in der Elektronenhülle eines nen. Man unterscheidet die *Vergif-
indel in ein konvergentes Atomsfreigeseizten Elektronen. [1] tung (vor allem durch '#Xe), d. h.
indel verwandelt, dessen K. Konversionskoeffizient, svw. Koclti- den Auf- und Abbau von Spaltpro-
umso größer ist, je kürzer der Ab- zient der inneren Umwandlung. $. wo V das Volumen der Lösung in dukten, die starke Neutronenabsor-
stand des Bildpunktes von der Linse Umwandlung, innere. [1] dm? ist. Bei. binären Lösungen von ber sind, den *Abbrand des Spalt-
ist. Und umgekehrt, je weiter der Konversionsverhältnis nennt man der Dichte materials, die Produktion von neuem
Bildpunkt von der Linse abrückt, um das Verhältnis der Anzahl E der in nmMı + neMe Spaltmaterial durch *Konversion
so geringer wird die K. des Bündels, einem Reaktor durch Neutronenein- ea 1000 97 oder *Brüten und die *Verschlak-
bis sie bei der Abbildung nach Un- fang in fruchtbarem Material entste- kung. Auch bei der *Isotopenpro-
endlich, also bei parallelem Strahlen- henden neuen Spaltstoff-Atome zur gelten die Beziehungen duktion handelt es sich um K.
106 107
zusetzen. Die Indizes 1 und 2 weisen
1-1 auf die schnelle bzw. thermische führung erhält man ausDoppelket-
(uns fsen- Gruppe hin. ten, indem man die miteinander ver-
Die K. bewirken Reaktivitätsände- bundenen Elektrodenfortläßt und die

feel
Ä tungen. Diese ergeben sich nach der beiden verschieden konzentrierten
“Reaktor-Störungsrechnung, indem Elektrolyte direkt aneinander grenzen
man in den dort gegebenen Formeln läßt, z. B.
; {ny) die Werte für zu. (t, 1) einfü (Pt) H/HCI c’/HCI c”/Hz (Pi).
TG A
»[-re]
Lit. Reactor Handbook. Physi
1645. New York 1955. [35] ‚Auch hier tritt bei der Stromlieferung
Konzentrationsefekt, strahlenbiolo- ein Konzentrationsausgleich
tz ischer. In der Strahlenbiologie ver- können jetzt Ionen direkt auf, doch
Unter bestimmten Bedingungen kann t man unter K. die Erscheinung, einen in die andere Lösung von der
überge-
Die Konzentration zır (t, 2) eines be- daß viele biologische Objekte einen führt werden. Durch die Überlage-
sich nach hinreichend langer Zeit eine Anstieg der relativen biologischen
stimmten Isotops der Ordnungsnum-
mer i und der Massenzahl k kann Gleichgewichtskonzentration (s. ra- Wirksamkeit zeigen, wenn man von rung dieses Ionentransportes, der den
sich u. a. ändern durch Betazerfall, dioaktives Gleichgewicht) der Anwendung. ionisierender Kor- *Überführungszahlen der Ionen pro-
portional ist, mit dem oben bespro-
Spaltung und (n, »)-Neutronenein- zu)= CO© puskeln mit geringer spezifischer Toni- chenen
einstellen. ‚Um die Konzentrationen sation zur Anwendung von Korpus- gibt sich Konzentrationsausgleich er-
fang(s. Abb.). Die Änderung erfolgt
nach dem Gesetz einer Zerfalls- und Umwandlungs- keln mit hoher spezifischer Tonisation gang von nunmehr, 1 F nicht
daß nach Durch-
mehrein Mol HCl,
reihe zu ermitteln, löst man das oben- übergeht. S. a. Wirksamkeit, relative, sondern nur noch die der Überfüh-
9
FH VEdz-CEN, stehende Integral für den ersten Stoff biologische. [28]
und setzt die Konzentration dieses Konzentrationskette. Die EMK eines rungszahl der Anionen proportionale
Menge n- Mol HC! aus der konzen-
wenn die Reaktionsprodukte an den Stoffes in das für den nächsten Stoff zalvanischen Elements ist abhängig trierien Lösung in die verdünnte
Ort ihrer Entstehung gebunden sind formulierte Integral ein usw. von der Konzentration des verwen-
(Reaktor mit fixem Brennstoff). Die Anderung der Konzentrationen deten Elektrolyten. Schaltet man da- übergeführt wird. Die EMK der K.
mit Überführung beträgt daher nur
Verlustquote ist durch im Lauf des Reaktorbetriebes bewirkt her zwei gleichartige r das n-fache der einer Doppelkette.
eine Änderung der Querschnitte in ich durch die Konzentra-
VE) = Au + Rei
der *Reaktorgleichung. Dies führt zu ion ihrer Elektrolyte unterscheiden, (Bei Ketten, die reversibel in bezug
gegeben, wobei A die Zerfallskon- einer Änderung der Neutronenvertei- hintereinander, so entsteht eine Span- auf das Anion arbeiten, ist die Über-
führungszahl der Kationen einzuset-
stante bedeutet und R*ı den Absorp- lung im Reaktor, die ihrerseits in die nungsdifferenz, die bei reversiblen zen.) Aus dem Vergleich der EMK
tionsverlust mißt. Die Gewinnquote
obigen Formeln’ eingeht. Das allge- Vorgängen an den Elektroden nur
beträgt meine Problem der K.führt also auf auf den Konzentrationsunterschied von K. mit und ohne Überführung
GEN hun zi-nct ein kompliziertes System von nicht- Elektrolyte zurückzuführen ist. lassen sich daher Überführungszah-
len experimentell bestimmen. [25]
+ Yi Zmn Rfan + zun-1 Rn + Oi. linearen Integro-Differentialgl ne solche K.ist z. B. das System Koordinaten. a) Astronomische K.
Das erste Glied berücksichtigt den gen. Man kann dieses System näl (P) Hr/HCI C/Clz (Po) — Parallel zur Horizontebene wird
Zerfall des vorhergehenden Elements, Tungsweise dadurch lösen, daß man — (P)) Cl/HCl c”/Hz (Pi) durch den Erdmittelpunkt eine Ebene
das zweite die Spaltungen im 'Isotop die Bestrahlungszeit in hinreichend (Helmholtzsche Doppelkette). gelegt. schneidet die Himmels-
Imn, bei dem das Isotop I« mit der kleine Zeitabschnitte unterteilt, so Ist die Konzentration c’ > c”, so ist kugel längs eines größten Kreises
‚Ausbeute y« entsteht, das dritte den daß in jedem Zeitabschnitt die K. die EMK der rechten Hälfte größer. (wahrer Horizont) und teilt sie in
Neutroneneinfang im vorhergehen- klein sind. Damit berechnet man die In dieser Teilkette findet daher bei einen oberen sichtbaren und in einen
den Isotop und schließlich Ox die neue Flußverteilung und mit_dieser Belastung der Doppelkette der strom- unteren unsichtbaren Teil. Die ver-
äußere Zufuhr oder Entnahme des wiederum die K. im nächsten Zeitab- liefernde Prozeß unter Bildung von längerte Erdachse durchstößt die
Isotops I. Die Funktion schnitt usw. HICI statt, während in der Himmelskugel in den beiden Him-
Das geschilderte Näherungsverfahren Hälfte der chemische Prozeß it melspolen; sie bildet die Himmels-
läuft darauf hinaus, daß Neutronen- yegengesetzter Richtung ablä achse. Die Rotationsbewegung der
Ru, = Saw [aa - dichte bzw. Fluß als separierbar auf- Konzentrationen gleichen sich daher Erde relativ zum Fixsternhimmelist
0 R
gefaßt werden: aus. Helmholtz berechnete die EMK gleichbedeutend mit der Rotation der
N @1,W,9) =T9:n@W,2) solcher Doppelketten, indem er die Himmelskugel um die Himmelsachse
-0(W) v-N (,1,W,0) bzw. vom Strom gelieferte elektrische Ar- in entgegengesetzter Richtung. Jedes
bedeutet die Zahl der Kernprozesse Bat, W=-TO-P(,W). beit der in einem isothermen Kreis- Gestirn beschreibt einen Kreis in
vom Typus s, die pro Sekunde an prozeß für den Konzentrationsaus- einer Ebene senkrecht zu dieser Ach-
einem Kern von /w vor gehen In der Regel wird es genügen, das gleich aufzuwendenden Verdamp- se, der teils über, teils unter der Ho-
(0 mikroskopischer Wirkungsquer- *Zweigruppenverfahren zu verwen- fungsarbeit des Lösungsmittels gleich- rizontalebeneliegen kann. Es ist zir-
schnitt, v Neutronengeschwindigkeit, den. Man hat dann setzte: E = const In (c’/c”). Diese kumpolar, wenn es ganz über den
N Neutronendichte, W Neutronen“ Ve) = Aut [aripı + oipelTı, Beziehunggilt jedoch nur für sch Horizontbleibt, Die Ebene senkrecht
energie). Bi GEN Ara zunn + Yarzmn che Elektrolyte, bei denen vollstän- zur Achse durch den Erdmittelpunkt
Die eingangs beschriebene Bilanz- ige Dissoziation angenommen wer- ist die Aquatorebene - sie schneidet
gleichung kann integriert werden, Tonnpı + onnpal I) + zur den kann. Bei starken Elektrolyten das Himmelsgewölbe im Himmels-
und es ergibt sich die Konzentration [ath-ıpı + orpel- Te) + Om ist an Stelle der Konzentration die äquator. Der sphärische Abstand des
108 109
Koordinaten Koordinaten
vom Gestirn beschriebenen Para) lich angewendet, doch wird die Zäh. Richtung des tatsächlichen Mittel- chenscharen und ihre Numerierung
kreises vom Himmelsäquator heißt lung im Stundensystem wegen des punktes: des Milchstraßensystems mit bekanntsind.
die (astronomische) Deklination (8); Möglichkeit des direkten Übergang = 17043m und 6 =— 28,9° festge- Im Fall n=2 handelt es sich, wie
sie wird nach dem nördlichen Him- zur Zeitbestimmung vorgezogen. legt, Der Nordpol des galaktischen Abb. 2 zeigt, um zwei sich kreuzende
melspol zu positiv, nach dem süd- nit und Nadir sind die Durchstoß: K.-Systems hat die äquatorialen Ko- Linienscharen, von denen allerdings
lichen zu negativ (von 0 bis 90°) ge- punkte des Lotes zur Horizonteben ordinaten: nur eine diskrete Anzahl im Para-
rechnet. Die Sonne selbst besitzt re- mit der Himmelskugel. Als Meridian Altes System & = 12"40m 8 = +28,0° meterabstand Ax} = 1 gezeichnet ist.
lativ zum Himmelsgewölbe eine Ei- oder ersten Vertikal bezeichnet NeuesSystem a = 121497 8 = +27,4°, Da man von den (Hyper-JFlächen-
genbewegung; sie beschreibt im Laufe den in der Ebene Pol-Zenit-Erdmit- Dadie Einführung des neuen Systems scharen, außer gewissen Stetigkeits-
eines Jahres einen größten Kreis (ent- telpunkt gelegenen größten Kreis ( noch relativ jung ist, werden beide und Eindeutigkeitseigenschaften, kei-
gegengesetzt zu dessen täglicher Dre- Abb.1). Systemeheute nebeneinanderverwen- ne weiteren geometrischen Merkmale
hung), die Ekliptik. Ekliptik und Ein weiteres astronomisches Koordi- det. Indiziert werden die galaktische verlangt, ist es klar, daß diese Form
Himmelsäquator schneiden sich in natensystem ist das der Galaktisch ge und Breite mit ! und b, aber der Koordination ebensogut, inner-
zwei Punkten, dem Frühlingspunkt K.Seine Basis ist ein Größtkreis dı auch mit A undß. halb einer gekrämmten, wie in einer
(Widderpunkt, aufsteigender Knoten) Himmelskugel, der weitgehendst de: Verwendung: Horizont und Aquator- nicht gekrümmten Mannigfaltigkeit
und dem Herbstpunkt (Waagepunkt, Verlauf der Milchstraße angepaßtist system zur Zeit- und Ortsbesimmun; vorgenommen werden kann. So läßt
absteigender Knoten). Der Frühli Zunächst wurde als Nullpunkt der Eklipuiksystem bei himmelsmechani- sich z.B. die Abb.2 ebensogut als
punktist Ausgangspunkt für die Schnittpunkt des galaktischen Aqua- schen Bestimmungen im Rahmender perspektivische Darstellung einer
lung der Rektaszension (a), der zwei tors mit dem Himmelsäquator i Bewegung der Planeten u. dgl. im krummen Fläche wie als krummlinig
ten astronomischen Koordinate ne- Sternbild Adler angenommen. Er hat Sonnensystem; Galaktisches System koordiniertes Ebenenstück auffassen.
ben der Deklination. Sie wird von 0° die Aquatorkoordinaten & = 18” 40", im Rahmen der Stellarstatistik (Fix- ($. Krümmung des dreidimensiona-
bis 24% entgegengesetzt der Himmels- y=0°. Nach radioastronomisch len Raums.)
drehung bis zum Fußpunkt der De- Untersuchungen wurde durch Be sternraum).
b) Beliebige krummlinige K. Im drei- Eine Metrik ist mit solcher Koordi-
klination gezählt. Die Zählung der schluß der Internationalen Astrono-) (bzw. n-)dimensionalen Raum stelle nation zunächst noch nicht gegeben.
Rektaszension im Gradsystem (0° bis mischen Union(1958) die Basis etwas) mansich drei (n) Scharen von zwei- Es hängt vielmehr von der Numerie-
360°) wird zwar ebenfalls gelegent- verändert. Der Nullpunkt wird in (bzw. n - 1) dimensionalen (Hyper-) rung der Flächen und vom physika-
Flächen vor. Die (Hyper-)Flächen je- lischen Verhalten starrer Maßstäbe
(d. h. fester Körper) ab, wie sich der
Ekhiofike der einzelnen Schar sollen in ihrer
Gesamtheit das betrachtete Gebiet gemessene Abstand ds zweier Raum-
punkte als Funktion der Koordina-
dicht erfüllen, einander aber weder iendifferentiale darstellt. Aus Stetig-
‚Hımmels- gegenseitig noch sich selbst durchdrin- keitsgründen wird man jedoch erwar-
öquator gen, so daß jeder Punkt des Raum- ten, daß in erster Näherungdie Rie-
bereiches von einer und nur einer mannsche *Maßbestimmunggilt:
er-JFläche der Schar geschnitten
ird. Ordnet manjeder Scharin ste- dr =)amln...am)da- dir.
iger Weise die monoton ansteigende
kontinuierliche Wertereihe eines Pa- Ik
rameters x, zu, so wird damit jedem ©) K. besonderer Symmetrie, wie Ku-
Punktdes Raumbereiches auf eindeu- gelkoordinaten, Zylinderkoordinaten
ige Weise ein Wert x, jeder Schar u.ä., werden oftmals verwendet, um
beigelegt. An der Gesamtheit seiner Probleme entsprechender Symmetrie
Werte xı bis x» ist der Punktjeweils rechnerisch zu behandeln. Sie alle
wiederzuerkennen, sofern nurdie Flä- zeichnen sich durch speziell gewählte

DEN
\N\
N So a on

wahrer
Horizont E
Nadır
Abb. 1. Astronomische Koordinaten 47
30 Br.)
110 1
Koordinaten Koordinaten
Systeme geeigneter Koordinatenflä- Mannigfaltigkeit existiert, wenn man zugehen. Die Länge g des Krüm- tan (A = Ao) sin
hen aus, die dem jeweiligen Zweck sie in eine genügend hochdimensio- mungsradius des Erdquadrantenist an A at)
angepaßt sind. Soweit möglich, wer- nale euklidische Mannigfaltigkeit ein-
den dieselben durch dazu orthogona- gebettet denkt, ein n-dimensionaler e- | vu=eany
nd nr
cos A
le Flächenscharen ergänzt, um die Tangentialraum (z. B. in jedem
Maßbestimmung auf eine Quadrat- Punkt einer krummen Fläche deren. (e ist die numerische Exzentrizität Der Winkel @ ist dabei durch
summezu reduzieren. Berührungsebene). In ihm sind carte-
4)Cartesische K.Ist der Raum nicht sische Koordinaten mit dem Berüh- v(a® -fa* Der größte Unterschied
BB’ wit für B = 45° auf und be- ano AA)
gekrümmt, sondern »eben« - das rungspunkt als Ursprung möglich.
Man denke sie sich konstruiert und trägt 11,5. cr
‚Wort ist für r + 2 nur als zweidimen- definiert. Für den Winkel y gilt
sionale Analogie zu verstehen -, so senkrecht zum Berührungsraum auf h) Kanonische K. Die verallger
nerten K. (6. Lagrangesche Gleichun-
sind in ihm Gerade, Ebenen, Hyper- den gekrümmten Raum herüberproji- gen 2. Art) sind Ortskoordinaten. Zur Tr
. cos 9 sin A
ebenen usw. denkbar und zu jeder ziert (z.B. von der Tangentialebene Beschreibung eines mechanischen Sy-
von ihnen eindeutige Parallelscharen, auf die krumme Fläche); dann ent- stems braucht man neben den Orts- Der exakte magnetische Äquatorent-
steht in diesem ein in der Umgebung koordinaten die Geschwindigkeits- spricht dann der magnetischen Breite
von A »geodätischese Koordinaten oder Impulskoordinaten. Sobald die- © = 0. Der Vorteil der magnetischen
zur Koordinierung Scharen paralleler system x,, in welchem gleichfalls (bis se zu den Ortskoordinaten kanonisch K. gegenüber den geographischen
Koordinaten-(Hyper-)Ebenen zu ver- auf Abweichungen, die, von höherer konjugiert sind, bezeichnet man die iegt darin, daß sie dem erdmagneti-
wenden, und es bedeutet keine we- Ordnung klein sind) ds? = & dx? ist. Gesamtheit, also Orts- und Impuls- schen Feld unmittelbar angepaßt
sentliche Einschränkung mehr, die Die Ursprungsstrahlen koordinaten, als kanonische K. sind, daß also Beziehungen zwischen
verwendeten Scharen so anzunehmen, Kiel iu m lıice = const
daß sie senkrecht aufeinanderstehen. sind in der Umgebung des Berüh- Geographische und magnetische Koordinaten einiger Orte
Weiter ist es möglich, die Numerie- rungspunkts A geodätische, d. h. ge-
rung der Koordinatenebenen so vor- radeste Linien, also auch kürzeste
zunehmen,daß nicht bloß im Infinite-
simalen die Metrik Verbindungslinien zu den Nachbar- Ort v a ® A v
punkten, Transformiert man von die-
as)dar sen geodätischenK. durch %ı = 3 (x
bis x), dir= Z (R/dxe)adxa auf Potsdam 32,38 13,07 22,08 97,12
i beliebige K. Xa, so entsteht, wie man De Bilt (Holland) 52,10 5,18 53,71 89,35
gilt, sondern auch für endlich ent- sich leicht überzeugt, bis auf Abwei- Ebro (Spanien) 00,82 0,52 13,92 79,67
fernte Punkte As? = & Axft. Es gilt chungen höherer Ordnung die Rie- Cheltenham (USA) BB -76,88 50,12 350,47
also in diesem Fall der Satz des Py- mannsche Maßbestimmung des Ab- Djakarta (Indonesien) — 6,03 106,3 17,0 115,10
thagoras in all seinen mehrdimensio- schnitis b).
nalen Erweiterungen, überhaupt die 8) Geozentrische K. sind Polarkoor- Huancayo(Peru) 1205-153 062 353,80
dinaten mit dem Ursprung im Erd-
ganze euklidische Geometrie sowie mittelpunkt und der Drehachse als i) Magnetische (geomagnetische) K. geographischer Lage und Feldeigen-
(in denbeschriebenen cartesischen K.) Koordinatenachse. Die geozentrischen bilden ein mit der Erde starr verbun- schaften eine besonders einfache
die bekannte cartesische Form der K. sind: der Radiusvektor t vom Erd- denes System von räumlichen Polar- ‚Form annehmen.
analytischen Geometrie. Wegen die- mittelpunkt zum Aufpunkt, die geo K. ©, A, t (der Betrag vont, der Erd- Die Tabelle gibt Beispiele für die
ser Beziehung zu den anschaulichen zentrische Länge A als Winkel zwi radius, ist nahezu konstant). An die Umrechnung.
Bestandteilen unserer Elementarma- schen zwei durch die Drehachse ge- Stelle der Rotationsachse der Erde k) Polar-K. um einen Punkt A als
thematik ist die cartesische Koor« henden Ebenen, von denen die eine tritt die theoretische magnetische Ursprung im euklidischen n-dimen-
nierung, wo immersie zulässig ist, die durch den Aufpunktgeht und die an- Achse, d.h. die Gerade, welche die sionalen Raum benützen bekanntlich.
allermeist gebrauchte Form der Zu- dere willkürlich festgelegt werden theoretischen Pole miteinander ver- Kreise, Kugeln (Hyperkugeln usw.)
ordnung von Zahlenmannigfaltigkei- kann sowie die geozentrische Breite @ bindet. Pole in diesem Sinne sind die gleichen Abstands As von A als eine
ten zu geometrischen Räumen. als Winkel zwischen Radiusvektor Pole einer homogen magnetisiert ge- Schar von Koordinatenflächen, dazu
©) Generalisierte oder verallgemei- und Äquatorebene, auch mit B’ be- dachten Kugel. Magnetische Achse irgendwelche (n larwinkel als
nerte K., s. Lagrangesche Gleichun- zeichnet. Nimmt man die Erde nicht und Rotationsachse schneiden einan- ergänzende Koordinaten. Sie führen
gen 2. Art. als Kugel, sondern als Rotationsel der unter einem Winkel von = 11'/:°. zu Maßbestimmungen der Art
D_Geodätische K. In gekrümmten soid mit den Achsen a und c an, so ist, Es mögen 9,A die geographische
Räumen ist (s. Krümmung des vermöge Breite und Länge, ®, A die magneti- fürn =2 ds? = dr? + r2.dg?
Raums) die cartesische Koordinierung sche Breite und Länge sowie p den fürn =3 ds? < dr’+(dd°+sin?#-dp®)
i. allg. nicht möglich, schon weil in Winkel zwischen geomagnetischem fürn = 4 ds® = dr? + r*(dy® + sin®z
ihnen keine euklidischen Geraden und geographischem Meridian be- 14° + sin? #- de").
und deren Parallelen existieren. Man deuten, ferner @o = 78,5°, Ao = 291,0° Sie stehen zu den cartesischen K. xı,
kommtin der Umgebungeines Punk- die geographischen K. des geomagne- X... xn in einfachen Umrechnungs-
tes dem cartesischen Koordinaten- tischen (Nord-)Pols sein. Dann be- bezichungen,z. B.
system am nächsten durch folgende stehen zwischen den geogra, hischen
Konstruktion: In jedem Punkt A ei- auf die neue geozentrische Breite B und, (geo)magnetischen folgende fürn=2 xı=r-sinp
ner n-dimensionalen gekrümmten und den neuen Radiusvektor t über- Beziehungen: = r.cosp
112 113
Koordinaten, generalisierte Kopplung
fürn=3 xı=r-sind-sinp Schiffes. Die K. stellt gasdynamisch

ESS
x=r-sind-cosp einen *Verdichtungsstoß dar. Vor der
xur-cosd K.ist die Luft vom fliegenden Kö:
fürn-4 K=r-sing-sind-sinp pervöllig unbeeinflußt. In der K. er-

So
%=r-siny-sind-cosp höhen sich Druck, Dichte und Tem-
x r-sinx:cosd peratur unstetig, Ist der Körper aus-
x=r-cosx. reichendspitz, so bildetsich eine an-
iegende K., d.i. ein schräger Ver-
D) Riemannsche K. in krummen Räu- dichtungsstoß
mensind die Analoga zu den Polar- (s. Abb. 1). Verlangt
K. in ebenen Räumen.Jedenfalls ver- Abb. 3. Anliegende Kopfwelle (schräger
wenden sie als eine Schar von Koor- Verdichtungsstoß, _Schlierenaufnahme)
dinatenflächen die Flächen gleichen am Keil in der Erweiterung einer Lav:
Düse, Reflexion der Wellen an den Dü-
Abstands As vom Ursprung.Sie ste- senwänden und an den hinteren Partien Gekoppelte Pendel
hen in der Umgebung des leızteren des Keils. Strömung von links nach des der beiden gekoppelten Systeme
zu den geodätischen K. im selben rechts. Machsche Wellen innerhalb der
Verhältnis wie die Polar-K. zu den Strömung(nach Weise) ist eine Schwebung,d. h. eine Über-
cartesischen K.der euklidischen Geo- lagerung zweier Fundamentalschwin-
metrie. gungen (auch Normalschwingungen
m) Zyklische K., s. Lagrangesche genannt) verschiedener Frequenz,
Gleichungen 2. Art. welche durch das Koppelungsglied
Lır. Sommerfeld, A.: Mechanik. Wies- zustandekommen.Schwingenz. B. die
baden 1948. Geiger und Scheel: Hdb. beiden Pendel gemäßder Abb. gleich-
. Bd. V. Berlin 1927.[4, 6, 7] nig, dann ändert die Feder ihre
Koordinaten, generalisierte, s. La- Längenicht. Für die Frequenzist da-
grangesche Gleichungen. Abb. 1 her allein die Schwerkraft maßge-
Koordinationsgitter, s. Kristallstruk- der Spitzenwinkel eine größere Ab- bend. Schwingen die Pendel dagegen
tur. lenkung als die bei der Anströmge- gegeneinander, dan tritt zur Schwer-
Koordinationszahl, in Molekülkom- schwindigkeit größtmögliche oderist ft noch die Federkraft hinzu. Die
plexen und vor allem in Kristallgit- der Körper völlig stumpf, so bildet
Eigenfrequenz wird dadurch verän-
tern die Anzahl gleichwertiger Nach- sich eine abgehobene K. mit hyper- dert. Bei loser Koppelung liegen di
barn, von denencin "Atomoder *Ion belähnlicher Form (s. Abb. 2). Im beiden Eigenfrequenzen nahe beisam-
umgebenist. So ist z. B. im Kristall- ‚Abb. 4. Abgehobene Kopfwelle am Keil men, bei fester Koppelung weiter
gitter des Steinsalzes, NaCl (s. Abb. (Interferenzaufnahme). Man beachte die auseinander. Das Entsprechende gilt
bei »Ionengittere), die K. der n Versetzung der Interferenzstreifen längs für Schwingungen von elektrischen
sten ungleichartigen Ionen für jedes der Kopfwelle (nach Weimer, Fletcher #Schwingungskreisen,
Ion (gleichgültig, ob Na oder CD)6, und Bleakney) Lır, Wagner, K. W.: Schwingungen und
die K. der nächsten gleichartigen Kopfwellenknall,s. Knall. Weiten. Wiesbaden1947. 12]
Ionen 12. Außer den K. 6 und 12 Koppelschwingungen, Schwingungen Kopplung. Unter einer K. versteht
kommen auch die K.4 und 8 häufig von zwei Systemen, die miteinander maneine Beeinflussung, die zw
vor. [1] derart verbunden (gekoppelt) sind, mehrere physikalische Re:
Kopernikus, Nikolaus. Dt. Astronom. daß Energie von jedem System auf wechselseitig aufeinander ausüben.
Geb. 19. 2. 1473 in Thorn, gest. 24. 5. das andere übergchen kann. Wird z. Das einfachste und bekannteste Bei-
1543 in Frauenburg. 1506-12 Sekretär B. eine der beiden in der Abb. spiel für eine K. liefern zwei Schwin-
seines Onkels, des Bischofs von Erm- gezeichneten gleichen Pendel, die gungen, die irgendwie miteinander
land, in Heilsberg, ab 1512 als Dom- durch eine Feder miteinander ver- verbunden sind (*Koppelschwingun-
herr in Frauenburg bis zu seinem To- Abb. 2 bunden sind, angestoßen, dann gen). Die Schwingungen können rein
de. Neben seiner Tätigkeit als Arzt Scheitel ist der Verdichtungsstoß kommt, während das erste Pendel ab- mechanischer Natur sein, ciwa die
und Domherr beschäftigte sich_K. senkrecht; dahinter herrschtalso Un- klingt, das zweite zum Schwingen. von Pendeln, die durch Federn an-
vorwiegend auf astronomischem Ge- terschallgeschwindigkeit. Weitab vom Die Energie des ersten Pendels gcht einander »gekoppelte sind, oder elek-
biet. Er hat das heliozentrische Sy- Körper hat die K. die Richtung der auf das zweite über. Wenn das erste trischer Natur, wie sie in geeigneten
stem unabhängig von dem 1800 Jahre Machschen Wellen und verschwin- Pendel zur Ruhe gekommenist, dann Schaltungen von Kapazitäten und
früher lebenden Aristarch von Samos dende Stärke. Dazwischen werden al- bat das zweite Pendel seine größte Induktivitäten in sog. Schwingungs-
begründet und mit seinem Werk das le möglichen Zustände des schrägen Amplitude. Anschließend spielt sich kreisen auftreten, die nun. ihrerseits
bis dahin anerkannte ptolemäische Verdichtungsstoßes durchlaufen. In der Vorgang in umgekehrter Rich- durch elektrische und magnetische
(geozentrische) System überwunden. der K. findet eine *Drosselung statt. tung ab, bis die Energie wieder auf Kräfte miteinander verkoppelt sind
143] Im Staupunkthinter einer abgehobe- das erste Pendel übergegangen ist. (elektrische und magnetische K., s.
Kopfwelle. Am Kopfeines mit Über- nen K. wird also nicht der volle Kes- Der Übergangerfolgt um so rascher, Schwingungskreise). Von einer K.
schallgeschwindigkeit bewegten Kör- seldruck erreicht. Wird das Ohr von je fester die Koppelungist, d. h. je spricht man aber nicht nur bei meh-
pers bildet sich eine Verdichtus einer K. getroffen, so hört maneinen größer die Federkonstante der Kop- reren, sich wechselseitig beeinflussen-
welle, ähnlich der Bugwelle eines “Knall. [11] pelungsfeder ist. Die Schwingung je- den Schwingungen, sondern allgemein
114 115
Kopplung Korngrenzen
immer dann, wenn Teile zu einem wird deswegen als »normalec K. be- sind, ist es nicht sinnvoll, aus der
Ganzen zusammengefaßt werden und zeichnet. Größe einer effektiven Kopplungs-
der Zusammenhalt, die physikali- Dabei setzen sich alle Bahndrehim- ten auf die Stärke der Kräfte Zwei Arten von K. müssen unter-
schen Eigenschaften oder das Verhal- pulse I der einzelnen Elektronen zu
ten des Ganzen wesentlich von den einer Resultierenden L undalle Spin- Eine Unterscheidung
der verschiedenen Wechselwirkungen
schieden werden, und zwar K. mit
kleinen _Orientierungsunterschieden
Kräften bestimmt ist, die von den drehimpulse sı zu einer Resultieren- ist aber auch ohne eine detaillierte (*Kleinwinkel-K.), die sich aus *Ver-
Teilen ausgehen. Insbesondereist der den $ zusammen, und dann erst L Annahme über die explizite Gestalt setzungen aufbauen lassen, und K.
Begriff üblich für die Wechselwirkun- und S zum Gesamtdrehimpuls J. Der der K. möglich, da sich die einzelnen mit großen Orientierungsunterschie-
gen der Elementarteilchen, die zu resultierende Bahndrehimpuls L be- Wechselwirkungen durch verschiede-
einem Atomkern oder einem Atom stimmt den Charakter des Termes, den zwischen benachbarten Körnern
zusammengebautsind, innerhalb die- ob es sich also um einen S-, P-, D- ne Erhaltungssätze unterscheiden. (*Großwinkel-K.), die eine unkristal-
ses Atomkerns oder der Atomhülle. usw.Zustandhandelt. lographische Struktur haben.
Paritäts- Isospin- Geometrisch
Im Atomkern findet man Nukleonen Bei dem anderen Extremfall der K., erhaltung erhaltung dem sich die ist eine K. ein Gebiet, in
Orientierung des Gitiers
(Protonen und Neutronen), die mit- r bei schweren Atomen vorkommt, starke innerhalb eines kleinen räumlichen
einander zum Kern verkoppelt sind. ist die Spin-Bahn-K.stark gegen die Wechselwirkung ja ja Gebietes sehr plötzlich ändert, ein
Die Art der K. bestimmt die Eigen- K. der Bahnen und der Spins je un- elektromagn. Teil der *Netzebenen also eine schr
schaften des Kern,seine Form,seinen ter sich, Hier setzen sich zunächstfür Wechselwirkung ja nein große lokale Krümmung besitzt, die
Energieinhalt, seine elektrischen und jedes Elektron lı und sı zusammen schwache mansich durch eine bestimmte Ver-
magnetischen Momente. Entspre- einem Drehimpuls jı wie beim Wechselwirkung nein nein
chend sind die Eigenschaften des elektronensystem, und dann erst die Lit. Wentzel, G.: Einführung in die setzungsverteilung erzeugt denken
kann. Hat man größere Orieı
Atoms durch die Elektronen der einzelnen jı zum Gesamtdrehimpuls Quantentheorie der Wellenfelder. Wien rungsunterschiede, so kann man keine
Hülle bestimmt. An Hand der K. der J. Man nennt daher diese K. die j j- 1943. Yukawa, H.: Rev. Mod.Phys. 21. individuellen Versetzungen mehr un-
Atomelektronen werden die verschie- K. Bei ihr gibt es überhaupt keinen 474 (1949). - Finkeinburg, W.: Atomphy-
terscheiden. Es tritt an die Stelle der
denen Kopplungsmöglichkeiten erläu- resultierenden Bahndrehimpuls L; sik. 11,/12. Aufl. Berlin 1967. [1, 48]
Kopplungsfaktor, s. Kopplung und Versetzungen eine Folge von Gebie-
tert, die geladene Elementarteilchen man kann hier also auch nicht von Gegeninduktivität. ten guter und schlechter Passung.
mit einem Eigendrehimpuls (Spin) er- S-, P- usw. Zuständen sprechen. End. Kopplungskonstante, s. S-Matrix, Berechnungen der spezifischen K.-
fahren können. lich gibt es auch noch Übergangsfor- Quantenelektrodynamik, starke Wech- Energie, d. h. der pro Flächeneinheit
K. der Atomelektronen. Für die Lage men zwischen den beiden genannten selwirkung, schwache Wechselwir- der K. gegenüber einem Einkristall
und Zahl der *Energieniveaus in Arten der K. Die K. ist maßgebend kung, Dispersionsrelation. zusätzlich vorhandenen freien Ener-
einem Atom ist die Kopplung we- für die *Multplizität der einzelnen Kopplungskonstante oder Kopp- gie, wurden für einfach aufgebaute
sentlich, die zwischen den magneti- Terme und für die Aufspaltung im lungskoeffizient verknüpft ein Feld K.durchgeführt. Die erhaltenen Wer-
schen Momentendereinzelnen Elck- *Zeeman-Effekt. mit seinen Quellen,s. Kopplung.[7] te stimmen ganz gut mit den experi-
tronen besteht, insbesondere zwischen Ganz entsprechende K. muß man Kopp-Neumannsche Regel, s. Neu- mentell erhaltenen Datenüberein.
dem *Spinmoment jedes Elekırons auch zwischen den Bahnmomenten mann-Koppsche Regel. Die K. bewirken eine starke Beein-
und seinem Bahnmoment (s. Bahn- und Spinmomenten der Nukleonen Korn,s. Korngrenzen. flussung der physikalischen und tech-
magnetismus) (Spin-Bahn-K.). im Kern annehmen, besonders nach ‚Korngrenzen(grain boundaries). Der nischen Eigenschaften der Werkstof-
Bei Systemen mit einem Außenclek- dem *Schalenmodell der Atomkerne. weitaus größte Teil der technisch ver- fe, insbesondere der *Plastizität, der
tron, z.B. den Alkaliatomen, set Die experimentell beobachtete Wech- wendeten metallischen Werkstoffe i *Rekristallisation und des Magnetis-
sich der ganzzahlige *Bahndrehi selwirkung zwischen den Elementar- kristallin (s. Vielkristalle). Die mus, denn sie hemmen die *Verfor-
puls / mit dem Spindrehimpuls s teilchen zeigt, daß zwischen ihnen K. zelnen *Kristalle sind durch die K. mung und führenzu erheblichen Ver-
des Elektrons vektoriell zu einem bestehen. Da jedoch noch keine ge- voneinander getrennt, die eine große spannungen und Verzerrungen des
halbzahligen Gesamtdrehimpuls j zu- schlossene Theorie existiert, ist es technische Bedeutung haben, da sie Gitters zumindest in ihrer Umge-
sammen, wobeies mit Ausnahmedes nicht möglich, die Form derK. sicher das physikalische Verhalten der bung.
$-Zustandes (/ = 0) stets zwei Mög- anzugeben. Im Rahmen der konven- Werkstoffe in hohem Maße beeinflus- Früher wurden die K. als eine Art
lichkeiten gibt, z. B. für 1 2:= 2+ tionellen *Quantenfeldtheorie be- sen. amorphen Kittes zwischen den Kri-
Ya=®a und j= 2-1: Daher schreibt man die K. in der Lagrange- Durch die K. werden also im Viel- stalliten angesehen; häufig sprach
gibt es für jedes von Null verschie- Funktion durch Produkte von Feld- kristall die einzelnen Körper abge- man sogar von einer amorphen K.-
dene I zwei Energieniveaus; das Spek- Operatoren der wechselwirkenden grenzt, und häufig ist die K.-Substanz Substanz (*Beilby-Schicht) als einer
trum bildet ein *Dublettsystem. Teilchen, multipliziert mit einer Kon- in ihrer Legierungszusammensetzung zweiten Phase desselben Stoffes. Dies
Bei Systemen mit mehreren Außen- stanten, der sog. Kopplungskonsta, verschieden von der des Kornes, sci schloß man aus den mechanischen
elektronen ist die Sache aber kom- ten. Wenn man meßbare Größen - , daß sich Verunreinigungen an den Eigenschaften der Metalle. So geht
plizierter. Ist die Kopplung zwischen 2. B. Wirkungsquerschnitte - mit der K. ansetzen odereine andere Phase z.B. das *Kriechen bei hinreichend
dem Spin- und Bahnmoment jedes renormierten Störungsrechnung be- sich in ihnen abscheidet. Atomistisch hohen Temperaturen um so leichter,
Elektrons schwach gegenüber der rechnet, so stellt man fest, daß die ef- sind in den K. grundsätzlich andere je feinkörniger das Material ist, wäh-
Kopplung der Bahnmomente unter- fektiven Werte der Kopplungskon- Verhältnisse als im Korn. rend bei tiefen Temperaturen sich die
einander und der Spinmomente un- stanten verschieden sind für die Ein Korn ist ein Bereich mit den geo- Kristallite gegenseitig bei der *Ver-
tereinander, so spricht man von der *schwache, die elektromagnetische metrischen und physikalischen Eigen- formung behindern.In letzterem Fal-
Russell-Saunders- oder L S-Kopp- und die *starke Wechselwirkung. Da schaften eines *Einkristalles, d. h. mit le sind die Kristallite von *Gleitlinien
lung. Diese gilt den meisten ins- die Kraftgesetze in den einzelnen einheitlicher *Orientierung und kei- durchzogen. Bei den hohen Tempe-
besondere der leichteren Atome und Fällen jedoch ebenfalls verschieden nen bedeutenden *Gitterstörungen. raturen dagegen haben sich die Kör-
116
117
Korngrenzen Korngrenzenfließen
ner als Ganzes bei der Verformung phischen Gleitprozeß, sondern dur: city and Anelasticity of Metals. Chicago zu den Versetzungen. Die *Anisotro-
verschoben und verdreht. Aus diesen eine Zerstörungder kristallinen Ord . - Hi I. Physik, hrsg. v. 5. pie der Diffusionsgeschwindigkeit
Beobachtungen ergibt sich, daß man nung in der Insel, wobei ein lokal igge. Band VIVI. Kristallphysik I. nimmt mit zunehmendem # ab. Für
zwischen derbeitieferen Temperatu- Aufschmelzen infolge einer thermi. Berl 1955. - Masing, G.: Lehrb. d.
allg. Metallkunde. Berlin 1955. Dehlin- mittlere Orientierungsunterschiede (#
ren überwiegenden Plastizität des schen Schwankung die Ursacheist. ger, U.: Theor. Metallkunde. Berlin 30°bis 40° bzw. 60° bis 70°) wird das
Kristallinnern und der bei höheren Mit diesen Mechanismen ergibtsi 1950. - Lücke, K.: Z. f. Metallkunde 44. Versetzungsbild kaum mehr zutref-
;peraturen vorherrschenden Pla- rechnerisch die Übereinstimmung de 370 und 418. 1953. 115] fen, sondern ein anderer Mechanis-
ae der K. unterscheiden muß. ®Viskositäten von K. und der Schmel. Korngrenzendiffusion. Diffusionspro- mus muß die Diffusion beeinflussen.
Alle diese Effekte wurden in den letz- ze am Schmelzpunkt. Dagegenist di zesse können durch räumlich ausge- Man nimmtan, daß hier die Koi
ten Jahren experimentell und theore- Übereinstimmung der *Aktivierungs: dehnte, fehlgeordnete Gebiete, wie sie grenzenaus stabförmigen Zonenstär-
tisch einzeln untersucht. Insbesondere z.B. in *Korngrenzen vorliegen, er- kerer Fehlordnung aufgebaut sind,
wurde von Cl. Zener und Mitarbei- *Selbstdiffusion rein zufällig. Aus deı Icichtert werden. Die Aktivierungs- die durch Gebiete guter Passung der
tern die K.-Viskosität durch Studium an Aluminium beobachteten Aktivie- energie der K. ist bedeutend kleiner Nachbarkörner voneinander getrennt
der anelastischen Effekte gemessen, rungsenergie ergibt sich eine Insel- als die der Volumdiffusion, weshalb werden. Es geht dabei die Diffusion
wie elastische *Nachwirkung, innere größe von23 bzw. 14 Atomen. die K. besonders stark bei tieferen senkrecht zu den Stäben nicht ganz
*Dämpfung, Änderung der *Elastizi- Temperaturen in Erscheinungtritt. so leicht vor sich wie parallel dazu.
tätsmoduln, die bei Einkristallen nicht | Smoluchowski hat gezeigt, daß die Dieses Modell nimmteine Mittelstel-
beobachtet werden und somit auf die *Diffusion entlang den Korngrenzen lung zwischen dem Versetzungsmo-
Wirkungder K. zurückgeführt werden von den *Orientierungen der einzel- dell und dem Inselmodell der Korn-
müssen. Dabei ergab sich, daß die men Körner abhängt. Dabei hat sich grenzen ein. Bei den größtmöglichen
Ursache der K.-Elastizität in der ergeben, daß in Korngrenzen, an wel- Orientierungsunterschieden 9 = 45°
*Viskosität der K. zu schen ist, denn chen zwischen den Orientierungen der verschwindet die *Anisotropie der K.,
die elastische Nachwirkung geht ohne Körner nur kleine Winkel bestehen, so daß die Korngrenzen als isotrop
jede plastische Deformation der Kri- die *Versetzungen einen verhältnis- aufgebaut erscheinen.
stallite vor sich. mäßig großen Abstand haben und so- In der Abb. ist die Winkelabhängig-
Auch ist bei den neuesten Experi- kaum eine Beschleunigung der keit der K. von Silber in Kupfer zu
menten die Energie der K. gemessen Diffusion erfolgt. Dagegen werden sehen. [15]
worden. Dabei ergaben sich für Sil- bei größeren Abweichungen der Korngrenzenenergieist definiert als die
ber/Silber Werte von = 0,4 bis 0,45 N Orientierungen der Körner ganze In- pro Flächeneinheit der *Korngrenze
m/m® und für Kupfer/Kupfer Werte seln von Versetzungen angenommen, gegenüber einem *Einkristall zusätz-
von =0,62 N m/m®. In diesem Zu- wobei dann eine bedeutend raschere lich vorhandene freie Energie. Der
sammenhangzeigte sich, daß die K.- Diffusion entlang der Korngrenzen Unterschied zwischen der freien Ener-
Energie von der Oı erfolgt als im Kristallinnern. gie und der inneren Energie bei einer
renz der Körner abhängt, Die Diflusionsgeschwindigkeit hängt aus *Versetzungen aufgebauten Korn-
Allgemeine Theorien der K. wurden Symmetrische Korngrenze im_ kubii nicht nur von dem Winkel d ab, den grenzeist gering. [15]
nun von verschiedenen Forschern auf primitiven Gitter (aus Lücke) die Achsen zweier Körner zueinander Korngrenzenfließen (grain boundary
‚atomistischer Grundlage aufgestellt. 2. K. als Anordnung von Verserzun. bilden, sondern auch von der Rich- ‚ Bei den *Vielkristallen werden
1. *Inselmodell von Mott. Nach die- gen. Der einfachste Fall hierfü tung der Diffusion innerhalb der ionären *Kriechen zwei Ef-
ser Theorie gibt es in den Berüh- der Abb. dargestellt. Man sicht, Korngrenzen. Bei kleinen Winkeln # beobachtet, und zwar das *Flie-
rungsebenen zweier Körner Gebiete, die Gitter bis auf die Versetzun; ist sie in Richtung der Versetzungs- m Innern der Kristallite und das
in denen die Gitter der beid Zentren relativ ungestört. incinam linie wesentlich größer als senkrecht K. Die Aktivierungsenergien für bei-
stallite einigermaßen gı
passen und ineinander .
jedoch durch solche mit einer schle.
ten Passung getrennt sind. Die *Ko- ander erzielen. Um kompliziertere
häsion wird in der Hauptsache durch mit. Versetzungsanordnungen zu be;
die Inseln mit guter Passung bewirkt, schreiben, muß man neben Stufen:
Für eine Verschiebung der Körner auch *Schraubenversetzungen annch-
gegeneinander muß der Zusammen- men. Die K. selbst ruft keine Ver:
hang in den Inseln zeitweilig gelöst
werden. Für diesen Effekt sind zwei zerrungen der Kristallite hervor. Aı
diesem Modell läßt sich die Energi
Mechanismen angegeben. einer K. errechnen. Es ergeben si
a) In den Inseln findet eine echte kri- ir Eisen Werte von == 0,97 N m/m?,
stallographische *Gleitung statt, wo- Mikroskopisch konnte die Verset:
bei die notwendige *Schubspannung zungsstruktur der K. als Beweis er-
durch thermische Schwankungenauf- bracht werden.
gebracht wire
b) Die Verschiebungder beiden Kri- o De 20 3 2“ © 60° 70° 00° 90°
stallite um einen Gitterabstand er- Winkelabhängigkeit der Korngrenzendiflusion von Ag in Cu
folgt nicht durch einen kristallogra- lung. Leipzig 1941. - Zener, Cl.: Elasti (nach Achter und Smoluchowski)
118 119
Korngröße Koronasonde
de Prozesse liegen in derselben Grö- lisation auf. $. a. Kristallwachstum. Für sinusförmigen Wechselstrom ist dig. Nachdem die K. über sieben
Benordnung(s. a. Korngrenzen). [15] 18] sie bei 760mm Hg und 25 °C empi- Jahrzehnte ein ungelöstes Problem
Korngröße, s. Korngrenzen. Kornwachstum ist praktisch das letz- risch durch die Formel der Astrophysik waren, konnte sie
Korn photographischer Schichten. te Stadium der Rekristallisationsvor- _ 31 Edien 1941 als Linien hoher Ionisa-
Das Bromsilber (Chlorsilber) einer gänge. Es verläuft irreversibel und Y-aaz,1lı + rer) tionsstufen identifizieren. Bei allen
photographischen Emulsion entsteht setzt dann ein, wenn die am Beginn Linien handelt es sich um verbotene
bei deren Herstellung als Kolloid. der *Rekristallisation gebildeten Ker- "In Übergänge, die nur bei extremer Ver-
Durch die Reifung der Emulsion ne das gesamte verformte "Gefüge r dünnung der Materie auftreten. Die
wachsen die Bromsilberkriställchen aufgezehrt haben. Dann berühre
gegeben, wobei r der Radius der stärksten K. sind die grüne Linie
vonetwa 0,01 um auf 0,5 bis 2um, und sich die neu entstandenen Kristallite,
tungen und D ihr Abstandin cm ist. (5303 A) und die rote Linie (6374 A).
gleichzeitig steigt die Lichtempfind- gegenseitig, und es können Korn-
a, hat den Wert 1 für einen Draht Sie werden durch Fe XIV bzw. Fe X
lichkeit auf das 10°- bis 10?fache. Je grenzenverschiebungen eintreten, die, in einem koaxialen Zylinder, den erzeugt. Da die Ionisationen in der
feinkörniger eine Schicht, desto un- r Vergrößerung einzelner Kri- Wert 2 für zwei parallele Drähte und Korona durch Elektronenstöße, die
‚empfindlicher ist sie im allgemeinen. führen, wobei andere wieder- Rekombinationen unter Aussendung
- Durch den Angriff des Entwicklers fgezehrt werden. Diese Korn- den Wert YS bei einem Dreileiter- von Photonen erfolgen und die Zahl
verwandelt sich jedes Bromsilber- vergrößerung kann so weit gehen, system; as ist durch die Oberflächen- beider Prozesse proportional zur
korn in einen Silber-»Knäuel« von daß alle Kristallite bis auf einen ein beschaffenheit bestimmt. Er ist für Elektronendichte ist, wird das Häu-
ganz unregelmäßiger Gestalt, Der zigen verschwinden und damit ein glatte Drähte 1, für rauhe Drähte figkeitsverhältnis der Ionen benach-
Durchmesser der entwickelten Silber- Rekristallisationseinkristall vorliegt. kleiner als 1. Um die Verluste durch barter Ionisationsstufen eine reine
körner ist bei Diapositivplatten etwa Die Geschwindigkeit des K. ist meist K. möglichst klein zu halten, macht Funktion der Elektronentemperatur
0,8 um, bei höchstempfindlichen Plat- viel geringer als bei dem mit der man den Radius r möglichst groß. T der Korona. Infolgedessen ist cs
ten etwa 2um. Durch Feinkornent- Kernbildung einhergehenden Kern- Deshalb benützt man für die Hoch- möglich, aus dem Helligkeitsverhält-
wicklung läßt er sich auf die Hälfte wachstum. Die Abhängigkeit des K. spannungsleitungen Hohlseile. nis der grünen und roten Linie 7 zu
bis ein Drittel verringern, aber unter von der Temperatur und dem Ver- Wird die Spannung zu hoch gewählt, berechnen. Man erhält eiwa 16-10
Einbuße der maximalen Empfindlich- formungsgrad ist aus dem *Rekristal- so treten große Energieverluste (Ko- Lit. Siedentopf, H.: Die Sonnenkorona.
keit der Schicht lisationsdiagramm (s. Rekristallisa- ronaverluste) auf. Da geringer Luft-
Lit. v. Angere Wissenschaftl. Photo- tion) zu ersehen. druck sowie Reif und Schneefälle die Ergebnisse der exakten Naturwissen-
graphie. Leipzig 1956. Dort weitere Lrr. Masing, G.: Lehrb. d. K. begünstigen, ergeben sich für die schaften XXIII. Berlin 1950. - Wald-
Nachweise.[21] kunde. 2. Aufl. Berlin 195° Bi
Diffusion in Metallen. 2. Aufl. Berlin Energieübertragung im Hochgebirge Sonnenforschung. Leipzig 1955. 2]
meier, M.: Ergebnisse und Probleme der
Kornseigerung ist vielfach die Be- besondere Schwierigkeiten. Koronasonde. Die bei Spannungen
zeichnung für die Bildung von *Zo- 1955. [15]
Korona, die Sonne umgebender
Eine wichtige Anwendungfindet die von einigen kV zwischen zwei Platin-
nenkristallen in *Mischkristallen und Strahlenkranz, früher allein bei to-
K. bei der Entstaubung von Fabrik- kugeln mit Durchmessern 0,5 mm <
die damit verbundenen Erscheinun- talen Sonnenfinsternissen beobacht-
räumen,indem man die Staubteilchen D<3mm in Abständen 3mm <L
gen. Bei der Kristallisation von durch sie auflädt und im elektrischen <10mm brennende
Mischkristallen wird häufig der Effekt kann heute auch außerhalb tota-
insternis mit dem von Lyot kon-
Feld an Blechen oder Sieben nieder- naentladung hat eine positivevon der
Koro-
Luft-
beobachtet, daß die *Diffusion der struierten Koronographen beobacht schlägt. Näheres s. Elektrofilter. dichte @ abhängende Stromstärke 1
Erstarrung nicht zu folgen vermag, werden. Näheres s. Sonne und Koro- Lır. Seeliger, R.: Einführung in die von einigen wA. Ihre Dichteempfind-
wodurch Zonenkristalle mit nur teil- Physik der Gasentladungen. Leipzig
1927.11 lichkeit ist in einem weiten Bereich
weise ausgeglichener Konzentration nalinien.[5]
entstehen. Das Konzentrationsgefälle Koronaentladung. Als K. oder kurz Koronalinien. In der inneren *Ko- der Luftdichten unabhängig von der
Luftdichte. Sie hängt in folgender
besteht in Richtung deslinearen Kri- Korona bezeichnet man eine Entla- rona der Sonne überlagert sich dem Weise von D und L ab:
kontinuierlichen Spektrum eine An-
stallwachstums. Die Neigung zur Bil-
dung von Zonenkristallen mit erheb-
lichen Konzentrationsunterschieden
dungsform, die an scharfen Kanten,
an Spitzen oder an Drähten bei At-
mosphärendruck und hoher Spannun;
zahl von Emissionslinien, deren hell- u)
ste, die grüne Koronalinie, 1869 EL (Di anna,
a/D\
ist bei den einzelnen Legierungen erscheint. Sie kann die Gestaltei einer Sonnenfinsternis zuerst aufge- ge Luftdichte (bei 10° N/m® und
sehr verschieden. Der Hauptfaktor zusammenhängenden Lichthaut, dis- funden und einem hypothetischen 273,16 °K).
hierfür ist der Konzentrationsunter- kreter leuchtender Pünktchen od« Element »Koronium« zugeschrieben Man kann diese Dichteabhängigkeit
schied zwischen der Schmelze und eines strahlen- oder aureolenarti wurde. Die Beobachtungen bei Son- benutzen, um Knallwellen ohne
nenfinsternissen wurden durch
den mit ihr im Gleichgewicht stehen-
den Mischkristallen. Sehr stark nei-
Hofes haben. Die an Spitzen
Kanten auftretende Spitzenentladu am Koronographen ergänzt. Insolche merkliche Störung ihrer Ausbreitung
der zu oszillographieren. Die bei kon-
kommtin der Naturals »Elmsfeuer inneren Korona wurden 23 Emis-
gen zur Bildung von Zonenkristallen
die Kupfer-Zinn-Legierungen. vor. Die K. an Drähten spielt eine sionslinien gefunden, die insgesamt stanter Spannung U auftretenden
Stromänderungen sind jedoch nur so
Die K. kann durch Homogenisie- unerwünschte Rolle bei der elekt cıwa 1% zur Strahlung der Korona lange proportional den Dichteände-
rungsglühen, wobei eine erneute Dif- beitragen. Ihre Intensi ü rungen in der Knallwelle, wie die
fusion stattfindet, beseitigt oder zu- in 11jähriger Periode wie die Sonnen- Wege der Gaspartikel in der Welle
mindest stark herabgesetzt werden. eckentätigkeit und sind abhängig kleiner als die Kugeldurchmesser
Lit. Masing, G.: Lehrb. d. allg. Meiall- 220 kV bei 50Hz pro km yon der heliographischen Breite. Das bleiben. Ist diese Bedingung nicht er-
kunde. Berlin 1950. [15] kW. Die Spannung, bei der Intensitätsmaximum bevorzugt die füllt, dann kommt neben der Dich-
Kornvergrößerung,tritt bei polykri- K. ausbildet, nimmt mit dem L« leckenzone; in den Polarzonen feh- teempfindlichkeit die anemometrische
stallinen Aggregaten bei *Umkristal- durchmesser und dem Gasdruck ab, len die Emissionslinien fast vollstän- Empfindlichkeit der Koronaentla-
120 221
Koronaverluste Korrektion
dung ins Spiel. Diese anemometrische kuum aufweisen und der Einsatzort
Empfindlichkeit erlaubt die Messung des K. muß im Hochgebirge in mög-
von Schwankungen der Strömungs- lichst staubfreier Luft liegen, damit
geschwindigkeit in Gasströmungen die Lichtstreuung an Schwebestaub-
konstanter Dichte. Langdauernde in- partikeln auf ein Minimum reduziert)
tensive Knallwellen unterbrechen die wird. [18]
Koronaentladung und entführen Korpuskel, svw. Teilchen, d.h. ein!
eine Wolke positiver Ionen. Die mit- Gebilde, das sich in der Grenze als)
geführten Ionen influenzieren elek- ein Massenpunktdarstellen läßt. [7]
wrische Signale in stromabwärts quer Korpuskelbild, s. Teilchenbild.
zur Strömungsrichtung gespannten Korpuskularoptik, die Theorie von
Drähten. Man kann damit die Lauf- der Führung, Fokussierung und Ab-
zeiten der Ionen über die Abstände lenkung geladener Teilchen dur
der Drähte messen und so die Sırö- elektrische und magnetische Felder,
mungsgeschwindigkeit in Knallwellen Handelt es sich bei diesen Teilcheı
bestimmen. um Elektronen, so spricht man vor
Lit. Fucks, W.: Gas discharges applied Elektronenoptik, sonst von lonen-
to measurement. Appl. Sci. Res. Hague optik: doch bestehen zwischen dies
5, 1-4 (1955). 167-175. - Oertel, H.:
Knallwellenoszillographie mittels Koro- beiden Zweigen keine prinzipiell
nasonde.Zs.f. angew. Physik 4, 5 (1952). Unterschiede. Der Begrifl K. i
177-183. [42] durch gerechtfertigt, daß sich die Be-) Anordnung von de Broglie zur Erzeugung von Geschwindigkeits
A Elekıronenquelle, 3 Spalt, € Brennpunkt für die Photbelekironen‚ktre
Koronaverluste, die Leistungsverlu- wegung geladener Teilchen vielfa
ste bei der elektrischen Energieüber- nach optischen Gesichtspunkten be: mit Hilfe der Ablenkbarkeit im ho- strahlen, *Neutronenstrahlen usw.
tragung infolge von *Koronaentla- "handeln läßt, indem man das Verhal-) mogenen Magnetfeld bestimmt. Die Den Gegensatz dazu bilden die *Wel-
Abb. zeigt die von de Broglie
'e Anordnung zur Aufnahmebenutz-
dungen.[2] ten einer ganzen Teilchenschar unter- lenstrahlen. Dieser Gegensatz, je-
Koronograph nach Lyotist ein Fern- sucht (s. Brechungsindex, korpusku-
magnetischen Geschwindigkeitsspek- eines doch durch den *Dualismus vonistWel-
rohr besonderer Bauart zur Photo- laroptischer). Dementsprechend spie- le und Teilchen sehr
graphie der Sonnenprotuberanzen len in der K. Elemente, die in Ana- \rums. In A ist strichförmige mildert worden, indemweitgehend
!lektronenquelle ineineForm
ge-
ja auch Wel-
und der Korona. Der Unterschied in logie zu lichtoptischen gebildet sin eines von Ienstrahlen Korpuskeleigenschaften
Jen zu untersuchenden Röntgen- (zählbare *Photonen) und auch K.
den Leuchtdichten der onnenscheibe @. B. Elektronenlinsen, Ablenkfelder
und der Korona beträgt rund s als Prismen, usw.) eine große Rolle. Strahlen getroffenen, frei in einem Welleneigenschaften (Interferenze:
Zehnerpotenzen. Deshalb sind Das Anwendungsgebiet der K. ist Rahmen _ausgespannten Drahtes. scheinungen) zeigen.
ausgedehnt. Bei den Elektronenmi- Über A in der Ebene der photogr
Protuberanzen gewöhnlich nur bei
kroskopentritt die Analogie zur Op- phischen Platte P liegt ein Spalt a-S Als Unterschied bleibt übrig, daß die
einer Sonnenfinsternis zu beobachten
gewesen. Denn auch wenn man die tik am stärksten hervor. Das gleich parallel zu A, Die ganze Anordnung denKorpuskeln in den K. (abgesehen von
Neutrinos) eine von Null_ver-
Sonnenscheibe in der Okularbrenn- gilt von den verschiedenen Geschwin- befindet sich im Vakuum. Ein home schiedene Ruhmasse haben und sich
digkeits- und Massenspektrographen. es Magnetfeld senkrech zur Zei demnach mit
ebeneeines gewöhnlichen Fernrohres
ausblendet, ist das durch Beugung an Die eindrucksvollste Anwendung fin. chenebene lenkt die Elektrot nen Unter-Lichtgeschwin-
gi digkeit bewegen. Über Einzelheiten s.
det die K. bei den Teilchenbeschleu. ‚herGeschwindigkeit ab und vereinig
der Objektivöffnung durch Staub,
Schlieren und Polierfehler gestreute nigern. Die Gesichtspunkte der vie in C. Der Zusammenhang zwi-t bei den einzelnen Strahlenarten. [1]
Korrektion. Die K. optischer Systeme
Licht der Sonnenscheibe so stark, daß werden heute bei den meisten Elek. ‚chen der Geschwindigkei t v eines
es die geringe Helligkeit der Korona ironen- und Ionengeräten berück. Ülektrons, seiner Ladung e, seiner erstreckt sich hauptsächlich auf die
romatischen Aberrationen und die
überdeckt. Beim K. wird von einer sichtgt. Masse m, dem Krümmungsradiu s der nf Seidelschen Bildfehler dritter
einfachen, aber äußerst sorgfältig Lır. Hdb. d. Physik, hrsg. von S.Fii ahn r und der Feldstärke Ordnung. Doch muß bei hochgeöff-
hergestellten Linse ein Bild der Sonne Band XXX. Berlin 1956.[35] neten Systemen auch auf die Abwei-
entworfen und darin die Sonnen- Korpuskularspektroskopie. Zwisch evH= chungen höherer Ordnung geachtet
scheibe durch eine Blende weggefan- der Frequenz einer monochromati worausfolgt werden. Die K. wird bewirkt durch
gen. Diese Blende ist kegelförmig schen Röntgen-Strahlung und d v.{ Hr die Verwendung einer hinreichenden
ausgebildet, um das Licht nicht wie- kinetischen Energie der durch sie aus Zahl von brechenden Flächen, durch
der auf die Objektivflächen gelangen gelösten Photoelektronen besteht /u jeder Geschwindigkeit v gehört passende Wahl von Linsendicken und
zu lassen, sondern ganz aus dem Vernachlässigung der Ablöscarl «inbestimmter Radius der Kreisbahn -abständen, von Glasart und Blen-
Strahlengang auszuschalten. Durch die Beziehung nd damit eine bestimmte Stelle der denort. Es ist aus theoretischen
ein Umkehrsystem kleinerer Apertur, Yamvi=hn. photographlschen Platte. Gründen unmöglich, eine ideale K.
als sie das Objektleistet, wird dann Aus Geschwindigkeitsmessungen ır. Berek, M.:; zu erreichen, und man begnügt sich
ein zweites Bild in der Okularbrenn- Photoelektronen lassen sich al uptik. Berlin 1930. Kia]aren der prakt.
deswegen damit, die Restabweichun-
ebene entworfen. Durch die geringere Schlüsse auf die spektrale Zusam; Korpuskularstrahlen, alle aus be- gen
der störendsten Bildfehler gege-
Apertur wird man von dem an der mensetzung der Röntgen-Strahl wvgten, materiellen Korpuskeln be- benenfalls unter den Durchmesser
Objektivöffnung gebeugten Lichtfrei. ziehen. Eine Spektroskopie dieser Aı chenden Strahlen, also *Atom- und des Beugungsscheibchens herabzu-
Trotz dieser optischen Vorkehrungen nennt man K. Die Geschwindigkı 'Molekularstrahlen, *Elektronen- drücken.
muß das Instrumenteninnere ein Va- der Elektronen wird am genauest (rahlen, Mesoncnstrahlen, *Ionen- Chromatische K. Zur Hebung der
122 123
Korrektionszustand Korrosion
Farbabweichung in der Ablenkung tive Aufladung des Metalls unter, grundsätzlich unter Wasserstoffent- Durch Passivierung, d. h. durch Bil-
durch ein Prisma oder in der Schnitt- Aufhebung der Elektroneutralität ge
wicklungangegriffen werden. dung schwer löslicher Deckschichten
weite einer Linse bedarf es steis des beider Teile bewirkt. Metalle mit Eine Verschiebung des Potentials aus K.-Produkten, kann eine Hem-
Zusammenwirkens mindestens zweier ringem Lösungsbestreben werden Un-
kann durch Polarisation eintreten, mung des K.-Ablaufes und eine Po-
Prismen oder Linsen aus Glasarten Edelmetalle, solche mit starkem wobei der einfachste Fall in einer tentialveredlung eintreten.
verschieden starker Farbzerstreuung, edelmetalle genannt. Als Verglei Verschiebung der Konzentration un- In Legierungen mit heterogenem Ge-
die durch die *Abbesche Zahl v cha- für das elektrochemische Verhalten mittelbar an der reagierenden Elek- füge können sich Elemente zwischen
rakterisiert wird. Bezeichnet man bei der einzelnen Metalle hat man die trode durch den Verbrauch oder den verschiedenen Bestandteilen der
Linsen die Einzelbrechkräfte mit pı elektrochemische Spannungsreihe durch die Bildung von Ionen entsteht Legierung bilden undals Folge davon
und @:, die Gesamtbrechkraft mit 9, aufgestellt, in der die Metalle nach (Konzentrationspolarisation). eine K. der unedleren Bestandteile
so ist ihren Spannungen in Normallösun- In vielen Fällen beruht die Polarisa- eintreten. Diese Lokalelemente kön-
gen im Vergleich zu Wasserstoff ge- tion auf anderen Efiekten. So kann z. nen oft zu schr starken K. führen.
= vi p und ordnet sind. Man nimmt dabei die B. die kathodische Überspannung Treten in einer Legierung zahlreiche
Potentialdifferenz zwischen der nor: nicht auf eine Konzentrationspolari- Lokalelemente auf, was häufig durch
a malen Metallelektrode und der nor. sation im Elektrolyten zurückgeführt *Ausscheidungen bewirkt wird, so
malen Wasserstoflelektrode oder der werden. Man nimmt deshalb an, daß wird die K. in der Regel verstärkt. In
men P
Calomel-Elektrode. In der folgenden) der in einem Metall gelöste oder auch bestimmten Fällen können auch Lo-
Sphärische K. ist die Hebung der Tabelle sind die gegen Wasserstoff adsorbierte Wasserstoff in Atome kalelemente einen K.-Schutz bewi
sphärischen Abweichung durch eine gemessenen Normal-Potentiale der bzw. Protonen und Elektronen dis- ken. Ähnlich diesen K.-Erscheinun-
geeignete Kombination von Flächen wichtigsten Metalle enthalten. Bei soziiert ist und daß bei der kathodi- gen durch die Wirkung von Lokal-
sammelnder und zerstreuender Wir- allen Metallen, deren Potential ne schen Wasserstoffentwicklung zu- elementenist die selektive K., die eine
kung. Sie kann i. allg. nicht streng gativ ist, fließt der Strom im Elek4 nächst eine Entladung des H-Ions bevorzugte K. bestimmter Gefügebe-
über den ganzen Aperturbereich er- trolyten vom Metall zur Wasserstoff2 unter Bildung eines Wasserstoff- standteile darstellt, z. B. K. in Seige-
zielt werden, sondern nur für be- elektrode; cs findet also Metallaufs Atomes, das am Metall adsorbiert rungszonen.
stimmte Werte der Apertur, wobei lösung und Wasserstoffentwicklun oder im Metall gelöst wird und dann Auch in Metallen oder Legierungen
man darauf achten muß, daß die statt. Diese Metalle sind also unedlet erst die Rekombination der Wasser- mit homogenem Gefüge können Ele-
Zwischenfehler (»Zonen«) nicht zu als der Wasserstoff, Die edleren Mes fT-Atome zu Molekülen stattfindet. mentbildungen auftreten, und zwar
groß werden. [18] talle dagegen werden durch Wassers ie gesamte Polarisation, sofern sie dann, wenn Inhomogenitäten, her-
Korrektionszustand. Zur Darstellung stoff aus ihren normalen Lösungen nicht auf einer Konzentrationsände- vorgerufen z. B. durch Oberflächen-
der Restfehler bei einem korrigierten gefällt. rung beruht, bezeichnet man als che- beschädigungen (Risse, Kratzer),
durch örtliche Spannungen, durch
optischen System trägt man die Ab- mische Polarisation. In der Praxis tre-
weichungen graphisch auf, wofür es Tabelle zu Korrosion (aus Masing) ten häufig kombinierte Polarisations- Temperaturunterschiede oder unter-
Spannungsreihe der Metalle. Potenti wirkungen auf. schiedliche Zusammensetzung des
verschiedene Arten gibt. Am umfas- die Wasserstoffelcktrode
‚gegenmolarer in eit Elektrolyten, durch verschiedene Be-
sendsten ist die Methode von Berek. Konzentration pro Liter Man unterscheidet auf Grund derver-
Lrr. Berek, M.: Grundlagen der prakt. schiedensten eintretenden Effekte die lüftung einzelner Teile eines Werk-
Opiik. Berlin 1930. [18] Metall Ton Poten- Metall Ion Poten: einzelnen Korrosionsvorgänge. Gehen stückes, vorhanden sind. Solche Er-
korrespondierend, svw. entsprechend. tal V die anodischen Teile des Metalles scheinungen werden häufig leicht
Über korrespondierende Zustände in - 3,02 Ni
unter Aussendung von Metall-Ionen übersehen, können jedoch für den
der Thermodynamik s. Zustandsglei- in Lösung, während an den kathodi- Verlauf der K. von allergrößter Be-
chung, van der Waalssche.[9] KK 2,92 Sn Sn schen Teilen eine Schutzwirkungauf- deutungsein. Ein typischer Fall hier-
Korrosion. Unter diesem Begriff wer- Na Na -2,71 Pb Pb tritt, wie es in galvanischen Elemen- für ist_die Belüftungs-K. und die
den chemische Zerstörungsvorgänge Mg Mg -24 H H ten der Fall ist, so spricht man von Spalt-K.
an metallischen und nichtmetallischen Al Al” 1,9 Cu Cu elektrolytischer 'K. Weiterhin gehört Spannungen, die durch elastische
Werkstoffen verstanden, die in ihren Zn Zu -0,7% Hg (He) hierher der Fall, in dem zwei aus den oder plastische *Verformungen her-
Ursachen und Auswirkungen sehr Cr Cr’ 01 Ag Ar gleichen Metallen bestehende Elek- vorgerufen werden, können äußerst
verschiedenartig sein können. Bei Fe Fe -0,45 Pt Pt iroden in einen Elektrolyten einge- korrosionsfördernd wirken. Sind in
*Metallen und Legierungen wird die Cd Cd” -0,40 Au Au taucht und mit, den Polen einer einem Metall verspannte Zonen vor-
K. als Zerstörung durch chemische o 0oH Stromquelle verbunden sind. Die "handen undtreten diese in Berührung
oder elektrochemische Reaktionen Anode.wird durch elektrolytische K. mit einem Elektrolyten, so “tritt eine
mit ihrer Umgebungdefiniert. Bei elektrochemischem Angriff ein angegriffen, während an der Kathode Elementbildung und damit eine K.
Gibt man ein Metall in einen Elek- Metalles besteht jedoch meistens d& eine Schutzwirkung eintritt. Hierher ein, Spannungs-K. Es könnenhierbei
trolyten, so hat.das Metall das Be- kathodische Gegenprozeß nicht i gehört auch die K. durch vagabun- starke Zerstörungen eines Werkstük-
streben, unter Abgabe eines oder der Ausscheidung eines anderen M& dierende Ströme, die an im Boden kes beobachtet werden, wenn *Zug-
mehrerer Elektronen in Tonenform talles aus seinen Ionen, sondern verlegten Leitungsrohren teilweise spannungen wirken. Auch *Korn-
in Lösung zu gehen. Dadurch, daß der Reduktion der Wasserstof f-Io beobachtet wird. grenzen können auf Grund ihrer
das positive Ion sich in den Elektro- nen, also in einer Wasserstoffentwid Von Berührungskorrosion spricht Spannungen gegeneinanderbereits als
Iyten begibt, während das überschüs- lung, oder aber in der Reduktion def man dann, wenn durch Berührung korrosionsfördernde Zentren angese-
sige Elektron im massiven Metall molaren Sauerstoffs zu Hydroxyl eines Metallgegenstandes mit ande- hen werden. Lagern jedoch auf den
verbleibt, wird eine positive Aufla- Ionen. ren Körpern eine Zerstörung des Me- Korngrenzen, wie es häufig der Fall
dung des Elektrolyten und eine nega- Die unedien Metalle können al talles auftritt. ist, mikroskopisch unsichtbare Schich-
124 125
Kosmische Strahlung Kossel
ten von löslichen *Ausscheidungen viele Gesetzmäßigkeiten des Plane- der Laplaceschen Idee in die Rota- ‚Astrophysik 1943. Heft 5. - Weizsäcker,
oder Verunreinigungen, so kann auf tensystems zu erklären, versuchte tionshypothese als zweite bestimmen- CF. v.: Zischr. £. Astrophy
de Kraft neben der *Rotation die 3/4. - Jordan, P.: Die Herkunfi Heft
sik 1948.
den Korngrenzen ein K.-Angriff Nölke sie in seiner Nebelarmhypo- Stuttgart 1947. - Weizsäcker, C.
der
stattfinden, und diese können dann these zu modernisieren. Dabei setzt *Turbulenz einführt. Weizsäcker (Geschic hte der Natur. Göitin“
bis in große Tiefen völlig zerstört er die unerklärten Gesetzmäßigkeiten dehnt seine Theorie in letzter Zeit
weiter aus und versucht, auf densel- Kosmolo
werden. Man spricht von interkristal- als im Urnebel vorhanden voraus. gie heißt derjenige Zweig
liner K. Durch Zugspannungen wird 2. Die Rotationshypothese von La- ben Grundlagen (Turbulenz und Ro- der *Astrophysik, der sich auf Grund
die Wirkung der interkristallinen K. place legt das Vorhandenseineines (ation) auch die Entstehung von astrono
mischer Beobachtungen und
drastisch verstärkt, durch Druckspan- sehr ausgedehnten Sternes mit ra- Sternsystemen und Sternen aus Gas theoreti
und Staubwolken turbulenten Bewe- mit sch-physikalischer
nungen dagegen vermindert. scher Rotation zugrunde, der von Zeit wissenschaftlichen Spekulationen
Schlüsse
Man sicht, daß die K. vielfältigster zu Zeit am Äquator Ringe ablöst, die gungszustandes darzustellen. Aus den
über die räumlic he Anordnu ng, die
Natursein kann, undes ist nicht im- sich zu Planeten verdichten. Die Ro- Teilen eines turbulenten Gases bil- physikal
ische Beschaffenheit und die
mer einfach, ihre Ursachen zu er- tationshypothese erklärt zwanglos die den sich Rotationsfiguren, die jedoch zeitliche
Entwicklung des Welt-Gan-
kennen. meisten Gesetzmäßigkeiten des Pla- infolge von auf Turbulenz beruhen- zen beschäft
der innerer Reibungnichtstabil sind. tellen igt. Von der experimen-
Lit. Hdb. d. Werkstoffprüfung,hrsg.v. netensystems, doch stößt sie auf eine Seite
Sie zerfallen in einen schwach rotie- Entdeck her waren es vorallem die
E. Siebel. Band 2. Die Prüfung der me- mechanische Schwierigkeit: Das Träg-
tallischen Werkstoffe. 2. heitsmomenteiner bis zur Neptun- renden Kern, der nureinen geringen Fliehbeung der Nebelflucht(d. h. der
Rest des Gesamtrotationsmomentes bel) wegung der fernen Spiralne-
R.: bahn ausgedehnt gedachten homo-
157%, - Masing, G.: Lehrb. d.
talikunde. Berlin 1950, - Evans, auf sich vereinigt, und in einen in den und gewisse Altersbestimmun-
Metallic Corrosion, Passivity and Pro- genen Kugel, die die Gesamtmasse gen, welche unsere raumzeitlichen
tection. 2. Aufl. London 1948. - Tödt, des Planetensystems in sich. birgt, Kosmos entweichenden Rest. Weiz- Vorstel lungen über das Universum
Ben und Korrosionsschutz. übertrifft das Gesamtmgment des säcker gibt dabei Möglichkeiten an, beträcht
Berl 2 Planetensystems um das 600fache; die Dauer des Prozesses abzuschät- dertheor lich ausgewei tet haben. Von
Kosmische Strahlung, s. Strahlung, außerdem ist das Umlaufsmoment zen und aus dem heutigen Zustand Gedanke etischen Seite her haben die
kosmische. . srößenordnungsmäßig das Alter der lativität ngänge der allgemeinen Re-
Kosmogonide, *Polytrope mit dem der Planeten, verglichen mit dem Ro-
tationsmoment der Sonne, zu groß, betrachteten Gebilde abzuschätzen. Fülle physikal stheorie zur Erfindung einer
isch möglicher Welt-
Exponenten rn = 4/3: d. die Planeten laufen zu rasch Die Methodeist auf alle Objekte im modelle angeregt
. Die Klassifizierung
p V*s= const. bzw. die Sonne läuft zu langsam um. Kosmos anwendbar (Sterne, Doppel- und hypothet
Moderne Modifikationen der Rota- sterne, Planetensystem, Sternhaufen, * Sterniy ische Einordnung der
Sie ist bedeutsam für die Thermody- ionshypothese Kugelhaufen, pen in eine
ıstraßensystem, schichte des Univers Entwicklungsge-
‚namik der Atmosphäre und für die die Entstehung versuchen daher meist,
Spiralnebelusw.) ums kam hinzu.
Gleichgewichtsberechnung von Gas- einem anderen des Planetensystemsin
als dem heutigen Zu- Vollkommen andere als diese klassi- wähnten Feste Vorstellungen über die er-
kugeln, die im leeren Raum schwe- stand zu erklären schen Wege geht P. Jordan, der an- noch kaum Tatsachen hinaus haben sich
ben, Wärme abstrahlen und durch Übergang in den und einen späteren
»immt, daß im Zeitmoment 0, das die Zahl ergeben; dagegen wächst
Gravitationskräfte zusammengehal- verständlich zu machen. heutigen Zustand
heißt bei Beginn der Welt, ein Neu- und Mannigfaltigkeit der
ten werden.[9] . {ronenpaar entstand, das zunächst Spekulationen vonJahrzu Jahr.
Kosmogonie, der mehr spekulative 3. Die Gezeitenhypothese- versucht,
vom Radius 1 (Elementarlä Lir. Vogt, H.: Der
1 CES-Bücherei. Bd. 16. Bau des Weltall.
Anteil der *Kosmologie, der Wis- die auf
Entstehung des Planetensystems
die Begegnung zweier Fixsterne Elektronendurchmesser) mit nge Stuttgart 1949. —
Lichtge- Himpel, K.: Probieme der Entwicklung
senschaftszweig, der versucht, Ur- zurückzuführen, die schwindigkeit expandieren begann. im Universum. CES-Bücherei. Bd. 2.
sprung und Entwicklung des Univer- tige Gezeiten] 1 Die Expansion des Raumes und die Stuttgart 1949. - Heckmann, O.: Theo-
sums in einer befriedigenden, den als nere Stabilität störten und sich ge- Entfernung beider Teilchen vonein- ie. Berlin 1942. —
allgemeingültig erkannten Naturge- wissermaßen Stücke abrissen. Die ander erfordert zur Aufrechterhal-
setzen entsprechenden Weise darzu- Gezeitenhypothese vermittelt gewis- tung der Energiebilanz die Entste- Kosmotron, s. Cosmotron.
stellen. Über diese allgemeinste Be- se_ physikalische Gesetzmäßigkeiten. hung weiterer Teilchen; bei weiterer Kossel,
deutung hinaus wird das Wort auch (Dichteunterschied der Planeten), be- Expansion des Raumes müssen also Walter. Di. Physiker. Geb.
für enger begrenzte Teilgebiete ver- nötigt aber besonders konstruierte immer mehr Teilchen entstehen. Di in Tübingen. /$88 in Berlin, gest. 22.5. 1956
wendet. So spricht man voneiner K. Zusatzhypothesen, um den harmoni- ser Vorgang muß heute noch anhal- Physik an 1921 Prof. für Theor.
des Planetensystems, von einer K. schen ten. Nach Jordan sind *Supernovae der Univ. Kiel, 1932 o.
der Fixsterne usw. Die ältesten kos- des Systems
himmelsmechanischen Aufbau
neuentstehende Sterne, bei denen Prof. für Physik an der TH Danzig,
mogonischen Theorien waren zwangs- muß sie ein zuwiderstehendes
erklären. Vor allem Materie neu entsteht, damit die Be- 1945 0. Prof. und Direktor des Phy-
lauf. K. des Planeiensystems, da verlangen, das ursprünglich *Mittel ellipti- ‚iehung kalischen Instituts an der Univ.
man über das Sternsystem praktisch sche Planetenbahnen abrundete, für ingen. 1953 emeritiert. Hauptarbei-
noch nichts wußte. Unter den kosmo- dessen Existenz aber nichts spricht. Mr yi m ten: Vorwiegend über den Aufbau
gonischen Theorien des Planetensy- Die äußerst geringe Wahrscheinli orhalten bleibt (M Weltmasse, y Pro- der Moleküle und Atome. Auf Grund
stems unterscheidet man heute voral- keit der engen Begegnung zweier Fix. vortionalitätsfaktor = 10%, mw Me- der Quantentheorie entwickelte K.
lem drei Gruppe: . ‚onenmasse = 10! Protonenmasse). 1916 eine Theorie der physikalischen
1, Die Nebularhypothesen, die auf sterne spricht außerdem gegen die
Die Jordansche Ansicht ist zunächst Natur der chemischen Valenzen (Va-
Kant_zurückgehen. Danach haben Hypothese. noch reine Hypothese, lenztheorie). Er untersuchte vor al-
sich Sonne und Planeten gleichzeitig G,F. v. Weizsäcker hat eine K. des Kir. Jeans, I. H.: Astronomy and Cos- lem die Spektren von Röntgen- und
aus einem chaotischen Urnebel kon- Planetensystems aufgebaut, mopony. Cambridge 1928. - Hoyle, F.: Gammastrahlen, begründete 1928 mit
densiert. Da die ursprüngliche Kant- mit denMethoden” der klassischen ‚nature of the Universe. i J.N. Stranski die Theorie des En.
sche Theorie nicht in der Lage ist, Physik und unter Zugrundelegung 7. - Weizsäcker, C. F. . stallwachstums und entdeckte 1935
126 127
Kosselsche Theorie Kraft
den Interferenzeffekt bei der Aussen-
Kovolumen, s. Zustandsgleichung, zwischen den Wirkungslinien). Der den Begriffen der gesamten Physik.
dung monochromatischer Röntgen- van der Waalssche. Momentenvektor steht senkrecht auf Obwohldie Grundlagen des Kraftbe-
Strahlen durch Kristalle (Kristal. lauf- kp, Kurzzeichen für die Einheit Kilo-
pond. [13]
der Ebene des K. Der Drehsinn des
K. und der Pfeil des Momentenvek-
grifis aus der klassischen Newton-
schen Mechanik stammen, die nach
bautheorie). [43]
Kosselsche Theorie der chemischen
Kracken, thermisches, besteht in der tors bilden eine Rechtsschraube (s. nahezu 300jähriger Entwicklung als
Verbindungen, s. Valenztheori Erhitzung von Stoffen aus größeren Abb.). Der Betrag des *Drehmomen- abgeschlossen gelten kann, ist. die
ko- und kontravariant. a) Ko- und Molekülen (Kohlenwasserstoffen)
auf tes wird durch den Flächeninhalt des Diskussion des Kraftbegrifts keines-
In so hohe Temperaturen,
kontravariante Differentiation. eines daß bestimm- Parallelogrammsdargestellt, das zwi- wegs endgültig abgeschlossen und er-
krummlinigen Koordinaten en, tekann Spaltungsprozesse eintreien. Man schen & und 3° eingeschlossen ist. [20] fährt zwar nicht in der Forschung,
(euklidischen oder gekrümmt dabei in der Gasphase arbeiten Kräfteparallelogramm. Die Resultie- wohlaber in der Lehre immer wieder
nichteuklidischen) Raumes gilt für die oder — wiePhase.
heute bevorzugt - in der rende R zweier Kräfte &: und e, die neue Anregung.
Änderung da beim Fortschreiten im flüssigen Oft ist ein hoher als gerichtete Strecken dargestellt und Newton definierte die K. als Ursache
Vektorfeld a von der Stelle mit Ko- Druck erforderlich, um
die gewünsch- gegeneinander geneigt sind (s. Abb.) der zeitlichen Änderung eines Im-
gr 3 * 5 pulses (s. a. dynamische *Grundglei-
hung). Diese Definition ist einwand-
7 frei und im Rahmen der Systemme-
5 chanik umfassend.Sie bleibt jedoch,
da Impuls und Impulsänderung keine
5 he geläufigen Begriffe sind, immer etwas
“ % 2 unverständlich. Außerdem ist eine K.
nicht nur an einer Impulsänderung zu
3 erkennen.
Kirchhoff verstand unter K. aus-
2 < & schließlich eine Bezeichnung für das
Produkt aus Masse und Beschleuni-
gung. Er wurde damit dem physikali-
47 schen Wesen der K. nicht gerecht.
ordinatenwerten ‚x, zur Stelle x. + ten Spaltprodukte zu erhalten, z. B. Die von Hertz aufgebaute Mechanik
öx, die unter *Christoffelsche Drei- Kraftstoffe. Ba 8 ohne K. war zwar in sich in gewisser
Beim katalytischen K. wird ein Kata- Weise vollendet, hat jedoch die Ent-
zeigersymbole hergeleitete Formel: Iysator zugesetzt, doch müssen aud ‘7 wicklung der Mechanik nicht geför-
da = )[Barraxı + hierbei Druck und Temperatur genat dert. Daß ein solcher Versuch über-
eingehalten werden (s. Katalyse). ‚haupt unternommen wurde, weist auf
er Beim hydrierenden K. (Hydrocrack-
ing) arbeitet man mit höheren Drük-
die Schwierigkeiten hin, welche die
Auseinandersetzung mit der. K. stets
+)r Fi } Öxuee‘ ken und speziellen Katalysatoren, 9 bereitet hat.
7 um eine völlige Umwandlung des| Überläßt man die strenge Definition
Man kannalso sagen, daß Einsatzöles zu erreiche: und beidegleichzeitig in einem Punkt des Kraftbegriffs der theoretischen
Fiar}
Lit. Ullmanns Encyklopi Mechanik, die u.a. die K. als Be-
Duas= (Barrası +) Chemie. München-Berlin. B A angreifen, entspricht nach Größe
und Richtung der durch A gehenden schleunigungsgesetz erklärt, und be-
S.625/648. [9]
eine Ableitung der kontravarianten Kräftepaar. Ein K. besteht aus zwei] Diagonalen des K., das &ı und 3: schränkt mansich auf eine mehr dog-
*Komponente a® nach der Koordi- gleich großen, entgegengesetzt gerich: aufspannen(Parallelogrammsatz, geo- matische Definition, die als ein Fun-
nate x, ist. Man nenntsie kovariante teten Kı 3 und #° aufparalle len metrische oder vektorielle Addition, dament der angewandten Mechanik
Ableitung, wobei diese Bezeichnung ien. Es hat ein festes) ein *Axiom der Mechanik, s. a. Über- dienen kann, so stützt man sich zu-
(vom Bezugspu nkt unabhängiges) sta; lagerungsprinzip). Die Wirkungsli- nächst auf die allgemeine und gel
sich auf das mit den Koordinaten xs
im Sinn der Abb. verknüpfte »be- isches Moment M = F- a (a Abstand. nien zweier Kräfte und der daraus fige Erfahrung, daß auf einen Kör-
gleitende« Basissystem von Grund- resultierenden, d. h. mechanisch per durch Anspannung von Muskeln
vektoren bezieht. Die kovariante Ab- leichwertigen Kraft liegen stets in eine K. ausgeübt werden muß, um
leitung nach x besitzt nämlich hin- einer Ebene und gehen stets durch das Gewicht - also eine Schwerkraft -
sichtlich des Index # die Transfor- einen Punkt, Statt des K. kann ein im Gleichgewicht zu halten. Man er-
Kräftedreieck konstruiert werden. kennt ferner eine K. an ihren beob-
mationseigenschaften kovarianter
Größen. Wie immer läßt sich mit Dabei hat die Reihenfolge der »Sum- achtbaren Wirkungen. Diese sind Be-
Hilfe der 8” (s. Komponenten eines manden« $ı, keinen Einfluß auf
schleunigung und Formänderung.
Vektors) der Index # hinaufziehen die »Summe« Daraus folgt:
und dadurch eine kontravariante Dif- Neutemitbi. [0 Eine K. ist eine physikalische Er-
ferentiation definieren.
scheinung, welche die Merkmale eines
b) Ko- und kontravariante Größen, Kräftepolygon, svw. *Krafteck. [20] Vektors besitzt und einen materiel-
s. Komponenteneines Vekt Kräuselwellen, s. Kapillarwellen. len Körper beschleunigt oder - im
Lır. Laue, M.v.: Die Relativitätstheorie. raft. Die K. als physikalische Er- Zusammenwirken mit anderen K. -
Bd.2. 3. Aufl. Braunschweig 1953. [4] ‚cheinung gehört zu den grundlegen- deformiert.
128 129
Kraft Krafteinheiten
Beschleunigungist keine notwendige tig begrenzten, materiellen Systems Über K. und K.-Dichte in der Rela- — Westphal: Physik. Berlin 1950. - Joos:
Voraussetzung für die Existenz einer steis paarweise als Kraft und Gegen- ivitätstheorie_s. Minkowski-Kraft Lehrb. d. theor. Physik. 11. Aufl. Frank-
K., denn auch an ruhenden oder kraft (Aktion und Reaktion) auftre- und Viererkraftvektoren. furt 1960. - Freska, H. F.: Zwischen-
radlinig-gleichförmig bewegten Kö ten und sich daher grunds: ich un- Unter interatomaren K. versteht man molekulare 1
Kräfte. Karisrube 1999. [1,
pern können K. angreifen, die sich tereinander im Gleichgewicht halten; die zwischen den Atomen wirkenden Krafteck (Kräftepolygon). Ein K.
gerade im Gleichgewicht halten und äußere K., die von außen auf das Kräfte, die den Zusammenhalt von dient zur Bestimmung der Resultie
daher nicht beschleunigend, wohl materielle System einwirken und de- Molekülen und Kristallen bewirken. renden mehrerer Kraftvektoren. Die-
aber i. allg. verformend wirken. Im ten Gegenkräfte an Körpern angrei- Im Gegensatz dazu stehen die inner- se werden parallel zu ihren Wir.
übrigen kann, je nach dem Standort fen, die nicht zum betrachteten Sy- atomaren K., welche den Zusammen- kungslinien verschoben und in belie-
des Beobachters, eine unddieselbe K. stem gehören; halt des Atoms bedingen. biger Folge so ancinandergefügt, daß
einmal an einer Beschleunigung, ein van der Waalssche K. sind zunächst der.
die zwischen den Gasmolekülen wirk- auf Fußpunkt eines Vektors jeweils
eingeprägte K., die wirksam werden,
anderes Mal an einer Verformung sobald die physikalischen Vorausset- samen Anziehungskräfte, welche nä- Vektors die Spitze des voranstehenden
erkannt werden. zungen für ihre Existenz erfüllt sind, herungsweise durch das Glied a/v: in fällt.
Die eindeutige Beschreibung einer K.
der van der Waalsschen *Zustands- Im allgemeinenist das K. eine räum-
und einen Körper innerhalb ihres
erfordert drei Angaben über Größe, Wirkungsbereiches unbedingt angrei- iche Figur und dann in zwei Projek-
Richtung und Lage der Wirkungs- fen, auch wenn er der Kraftwirkung gleichung zum Ausdruck kommen. tionen darzustellen. Häufig liegen je-
linie. Die Größe ist eine Maßzahl Im weiteren Sinn nennt man oft auch
alle Anziehungskräfte zwischen ato- doch alle Vektoren in einer Ebene,
nicht nachgeben kann, weil er z. B.
(geometrisch die Länge des Vektors), unbeweglich gelagert ist; maren Systemen,die nicht auf Betä-
die Richtung bestimmen zwei Winkel Zwangs-K., die als Folge (Wirkung) Ru
gegen zwei Grundvektoren bzw. zwei von eingeprägten K. (Ursache) auf- tigung einer chemischen *Valenz be- /
Bezugsachsen eines räumlichen Koor- {reten, wenn der angegriflene Körper ruhen oder sonstige rasch mit der
dinatensystems, die Lage der Wir- nicht frei beweglich ist; sie werden Entfernung abnehmende quanten-
kungslinie folgt aus der Größe des von Führungen oder Lagern des Kö mechanische Austauschkräfte sind,
statischen Moments der K., das andererseits aber doch rascherabnch-
zweckmäßigerweise auf den Ursprung men als die mit 1/r* gehenden K. zwi-
der Koordinaten zu beziehen ist oder schenIonen,van der Waalssche K. In
aus den Koordinaten eines Punktes Feld-K., die als Einwirkung ein Wirklichkeit sind die van der Waals-
der Wirkungslinie selbst. Kraftfeldes in der unmittelbaren Um- schen K. je nach der Art der atoma-
Die Lage des Angriffspunktes der K. gebung des Körpers zu deuten sind, ren Systeme recht verschiedenartig
auf ihrer Wirkungslinie spielt nur in also eine Nahewirkung darstellen, und auch bei ein und demselben Sy-
der Formänderungsmechanik eine während Feld-K. früher als Fernwir- stem recht komplexer Natur. In
nen können K. zwischen schon v
Rolle. Für K. am starren Körper bzw. kung durch den Raum hindurch ohne handenenelektrischen *Dipolen stek-
in derallgemeinen Statik gilt der Ver- Beteiligung eines den Raum über- ken, K. zwischen induzierten Dipolen
schiebungssatz: Eine K. darf längs brückenden Bindegliedes betrachtet und vor allem die sog. Dispersions-
ihrer Wirkungslinie belicbig verscho- wurden; kräfte, welche von einer Kopplung
ben werden, ohne daß ihre Berührungs-K. (Zug-, Druck-, R
Wirkung der Elektronen zweier atomarer Sy-
auf starre Körper (Beschleunigung) bungs-K.), die von einander bei steme herrühren und erst quanten-
bzw. das Gleichgewicht mit anderen renden Körpern meist als Zwangs-K. mechanisch richtig erfaßt werden
K.dadurch beeinträchtigt wird. unmittelbar wechselseitig ausgeübi konnten.
Im einzelnen sind folgende Erschei- und nicht als Feldwirkung gedeutet Im Gas sind die van der Waalsschen
nungsformenzu nennen: werden, obwohl sie aus intermoleku= K. teilweise für die Abweichungen
Volumen-K. (z. B. Gravitations-K. laren oder interatomaren Kraftfel. vom idealen Verhalten (s. Gas, idea- und zu ihrer geometrischen Addition
und Trägheits-K.), deren Angrifls- dern stammen; les) verantwortlich unddaher eng mit genügt
punkte sich über einen räumlichen physikalisch existierende K., die ü den Verflüssigungserscheinungen ver- jedem Fall ein einziges K. Es liefert in
Bereich, etwa über alle Massenele- einem Inertialsystem nachweisbar knüpft. Besonders gering sind die van Resultierenden, Größe und Richtung der
mente eines festen Körpers, verteilen; Erklärung aller mechanischen Er- der Waalsschen K. zwischen Edelgas- der Wirkungslinie.nichtDiese aber die Lage
Flächen-K. (z. B. Gas- oder Flüssig- scheinungen ausreichen, also für di atomen — zwischen denen chemische *Momentensatz festzustellen. ist mittels
keitsdruck, Druck- und Reibungs-K. Newtonsche Mechanik zugleich not- Valenzkräfte (s. Bindung, chemische) wenn alle Kräfte durch einen Punkt Nur
zwischen festen Körpern), deren An- wendig und hinreichend sind; ia nur schr schwach vorhanden sind -, gehen, läuft auch die Wirkungslinie
grifispunkte sich über eine Fläche Trägheits-K., die in der Newionsche womit die tiefen Verflüssigungstem-
verteilen; Mechanik nicht auftreten und daheı peraturen der Edelgase und ihre ge- der resultierenden Kraft durch diesen
konzentrierte Einzel-K., die in der oft, Schein-K. genannt werden, ob: tingen Verdampfungswärmen zusam- Ist Punkt.
Natur nicht vorkommen,sondern als wohl sie in beschleunigten Bezugssy- menhängen. S. a. Gas, ideales. das K. geschlossen, so halten sich
Abstraktion durch Vereinigung von stemenebenso reale Feld-K. sind wie, Über elektromotorische Ks. d., über die vorgegebenen Kräfte im Gleich-
Volumen- oder Flächen-K. zu ein-
zelnen, resultierenden K. entstanden
Gravitations-K. oder Coulombsch magnetomotorische K. s. Kreis, ma- schwindet.und[20]die Resultierende ver-
gewicht
netischer.
Lir. Schaefer, Cl.: Einf.i. d. theor. Phy- Krafteinheiten. Je nach Art des ver-
sind und in der Systemmechanik als
Äquivalentfür verteilte K. gute Dien- sik I. Berlin 1944. - Pohl, R. W.: Einf. wendeten Einheitensystems ist die
ste leisten; d. Physik I. Berlin 1947. -— Wolf: Kraft eine abgeleitete Größe oder
innere K.., die innerhalb eineseindeu- sches Prinzip undStandortwechsel). irundzüge der Physik I. Karlsruhe 1949. Grundgröße.


130 231
Kraftfeld Kramers-Kronig-Relation
In den physikalischen Einheitensyste- des materielles Bindeglied angewie- eines Raumpunktes, so gilt häufig die Kraftröhre, elektrische. In einem
men (CGS- und MKS-System)ist die sen zu sein oder von einem solchen Gleichung elektrostatischen *Feld wählt man
Kraft eine abgeleitete Größe entspre- gegebenenfalls beeinflußt zu werden. ein zur Feldrichtung senkrechtstehen-
chend der Beziehung: Kraft Masse Man nahm die Ausbreitungsgeschwin- des Flächenelement und zeichnet die
X Beschleunigung. Ihre Einheit ist digkeit derartiger Fernwirkungen als
ac rr
C und n sind spezielle Merkmale des Kraftlinien durch die Randpunkte.
das *Dyn (1 dyn Icmg/s) bzw. unendlich groß an. Mit Faradays
betreffenden K. S.a. Gravitations-
Der Raumteil, den diese Kraftlinien-
das “Newton (| N = Imkg/s’); in Nachweis, daß der raumfüllende schar einschließt, heißt 'e. K. Der
Frankreich, wo vornehmlich das Stoff Einfluß auf Fernkräfte haben leld und Coulomb-Feld. [20]
Kraftfluß, s. Fluß, elektrischer und
Kraftfluß durch jeden beliebigen
MTS-System verwendet wird, is kann, wurde der erste Anstoß zur magnetischer. Querschnitt dieser e. K.ist der glei-
die Krafteinheit das sthene (1 sı Überprüfung der Fernwirkungstheo- Kraftflußdichte, magnetische, ist der che. E.K., die von einer Quelle mit
1mtis?). rie gegeben, und sobald Hertz die magnetische Kraftfluß je Flächenein-
der Flächendichte + 0 ausgehen, en-
Im technischen Einheitensystem_ist *Maxwellsche Theorie des Elcktro- heit. Sie ist gleichbedeutend mit der
digen in einer Senke mit der entge-
die Kraft Grundgröße mit der Ein- magnetismus experimentell bestätigt inägnetischen *Induktion 8. Ihre Ein- gengesetzt gleichen Ladungsdichte
heit »Kiloponde. Sie ist als das Ge- hatte, war es offensichtlich, daß sog. = a. Da die elektrischen Kraftlinien
wicht, das ist die senkrecht nach un- Fernwirkungen sich mit endlicher heit ist im MKSA-System 1 V sım:, in der Elektrostatik zur Leiterober-
ten wirkende Kraft, des Prototyps Geschwindigkeit im Raum ausbreiten im elektromagnetischen CGS-System fläche senkrecht stehen, treten auch
der Masseneinheit festgesetzt. Durch und ein materieller Körpererst dann, ! Gauß, wobei die Beziehung 1 Vs/ die e. K. senkrecht zu den Leiterober-
diese Definition ist der Anschluß an von einer Kraft angegriffen wird, m? = 10° Gauß gilt. Näheres s. In- chen ein und aus. Die e. sind ein
das physikalische Einheitensystem wenn die Wirkung an seinem Stand- ‚duktion, magnetische. [2] e ür die Vektorröhren, die
gegeben. Entsprechend den Beschlüs- ort angekommenist. Kraftgesetz nennt man eine Funk- wie die Vektorlinien eine anschau-
sen der Meterkonferenz im Jahre 1901 Nach moderner Auffassung ist die ion, welche die Abhängigkeit einer liche, Darstellung eines Vektorfeldes
beträgt die Normfallbeschleunigung Ursache derartiger Kräfte ein beson- Kraft oder eines Kräftepaares von ermöglichen. [2]
9,80665 m/s®; daraus ergibt sich das derer physikalischer Zustand des lee- eometrischen Größen (z.B. Koordi-
Normgewicht als Produkt der Masse ren Raumes,nicht des möglicherweise‘ naten oder Formänderungen) dar-
stellt.
undder Normfallbeschleunigung: anwesenden, den Raum ausfüllenden
Stoffes. Dieser Zustand heißt K.; er) Ein allgemeines, nichtlineares K. F =
9,8065 N = 9,80665 - 10° dyn. ist von Ort zu Ort veränderlich. Da {(&) (F Kraft, x eine Koordinate)
den angelsächsischen Län- K. übt auf anwesende Körper aus wird zweckmäßigerweise in eine Po-
dern gibt es mehrere der EinheitKi- der unmittelbaren Umgebung heraus, tenzreihe
lopond entsprechende Kraft-(Ge- eine Feldkraft $ aus (Nahkraft, Na- F-Emx
wichts-Jeinheiten, denen ebenfalls hewirkung). Größe und Richtung der (cn Konstante) verwandelt, wobei n
die Normfallbeschleunigung zugrun- Feldkraft & folgen aus der vektoriel- beliebige, ganzzahlige Werte anneh-
de liegt; das »pound weight« (Ib wi), len _Feldstärke 8 des K. und einer men, kann. Danach wird geprüft,
das »pound-force« (1.b) und dessen meist als skalare Größe k darzustel-“ welche Gliederder Reihe den wesent- Kraftschraube ist cin Kraftsystem,
2240fachen Betrag, das »long ton lenden, physikalischen Eigenschaf lichen Anteil der Kraft F liefern. das aus einem Kräftepaar und einer
weight« (in 1 wi), sowie. das »(long-) des Körpers, wie etwa Masse odeı Viele bekannte Kräfte lassen sich mit auf der Ebene des Kräftepaares senk-
ton-force« (Ton). Zu den metrischen elektrische Ladung: einem Gliede ausreichend genau dar- recht stehenden Kraft besteht. Eine
Maßsystemen besteht die Rela E-KR. siellen_ (*Gravitationskräfte, *Cou- weitere Vereinfachung dieses Systems
1Lb = 0,453592 kp 4,448221 N, lomb-Kräfte, magnetische Kräfte, ist nicht mehr möglich. [20]
1’Ton = 1016,0468 kp 9HA,0ISN. ZujedemPunktdesi. allg. räumli <lastische *Rückstellkräfte u. a.). Von Kraftstoß, svw. *Impuls. [20]
ausgedehnten K. gehören ein Feld; besonderer Bedeutung sind die Imea- Kramer-Effekt, s. Exoelektronen.
Im physikalischen ft-Ib- vektor undein *Potential. Die Struk; venK. Kramers-Kronig-Relation. Die K.-
es die Einheit »poundele. t die tur des kann auch durch *Aquipo; Feas K.-R,, auch. Kramers-Heisenberg-
Kraft, die der Masse 1b Be- tentialflächen und *Kraftlinien dar. Relation oder einfach »Dispersions-
schleunigung 1 ftis® erteilt. Ihre Bezic- gestellt werden. die exakt oder auch nur in erster relation« genannt, ist ein allgemeines
hung zum metrischen System lautet Näherung für elastische Rückstell- Theorem, das eine Aussage macht
Die Entstehungeines K. im ursprüng; kräfte bzw. innere Kräfte in defor-
1.pdl = 0,1382550 N = 0,01409808 kp. lich leeren Raum kann_verschiedes rpern gelten. Sie haben über den Zusammenhang zwischen
1131 Ursachen haben, beispielsweise dı ‚Be Bedeutung in der mathemati- Real- und Imaginärteil einer fre-
Kraftfeld. Die physikalische Erfah- Eintritt einer Masse, die ein *Gravi chen Elastizitätstheorie und Schwin- quenzabhängigen Größe. Bei einer
rung lchrt, daß räumlich voneinan- tationsfeld erzeugt, oder einer elek „ungslehre gewonnen. Wellenausbreitung z. B. werden Dis-
der getrennte, materielle Körper trischen Ladung, die ein elektrostas lır. Pohl, R. W.: Mechanik, Akustik, persion und Absorption zueinander
Kräfte aufeinander ausüben können isches Feld erzeugt. Die Beweguni Wärmelehre. Berlin-Göttingen-Heik in Beziehung gesetzt. Bei der Anwen-
und tatsächlich auch ausüben (z. B. elektrischer Ladungen verursacht berg 1959. [20] dung des Theoremsist die Kenntnis
*Gravitationskräfte, *Coulomb-Kräf- magnetische Kraftfelder, und wit Kraftlinien, svw. *Feldlinien, sind des die Dispersion und Absorption
te, *elektromotorische Kräfte, Kräfte der Raum (das Bezugssystem) be; Raumkurven, die von den Feldvek- bedingenden mikrophysikalischen
zwischen Magnetpolen). schleunigt, so entsteht ein Führungs“ toren eines *Kraftfeldes tangiert wer- Einzelgesetzes nicht notwendig.
Die klassische Mechanik sah_ darin feld (Trägheits-K.). Ist X die Quan- ten und die Struktur des Kraftfeldes Als Beispiel sei im Folgenden der
'Fernkräfte (Fernwirkungstheorie), die Ması
tität der Ursacheeines K.(z. B.dervol (zeigen. Ein vom Kraftfeld ange- Zusammenhang zwischen den opti-
durch den leeren Raum hindurch wir- se, elektrische Ladung) und t sriffener Massenpunkt wird in Rich- schen Konstanten n und k des kom-
ken, ohne auf ein kraftübertragen- der Ursache ausgehende Ortsvektoi tung der K. beschleunigt. [20] plexen Brechungsindexes n n - ik
132 133
Kramers-Kronig-Relation Kreis, magnetischer
gewählt, Eine analoge Formulierung Die K.-K.-R. wurde in den Jahren B ist gleich # H = pn ll, der gesam-
ergibt sich für andere komplexe Wel- se Weise die Dielektrizitätskonstante 1926 bis 1929 aufgestellt. te Fluß
lenwiderstände bzw. komplexe Leit- bei einer Frequenz v. mit dem Ab:
sorptionsspektrum verknüpft. Letz- Lrr. Kramers, H. Phys. Z. 30. 522 1
fühigkeiten, z. B. in der Netzwerk- teres muß demnach vollständig be-
(1929). - Kronig, R. de L.: ‚Opt. Soc. aB=®=-nl: ng"
theorie. Amer.12. 547 (1926). - Moderne Darstel-
Die optischen Konstanten, Brechungs- kanntsein, wenn man die Dielektri
and Feedback Amplifier Design. New Diese von Hopkinson aufgestellte Be-
lung in: Bode, H. W.: Network Analysis
index n und Absorptionsindexk, sind zitätskonstante an einer Stelle quan: ziehung ist dem Ohmschen Gesetz
phänomenologisch unabhängig. Sie titativ angebenwill. York 1950. [19]
‚nachgebildet, wenn unter ® der ma-
beschreiben gemeinsam die Ausbrei-
tung einer elektromagnetischen Wel-
Speziell für die statische relative Di: Kranz, farbiger Ring von wenigen gnetische Fluß, unter n / die magne-
le (Absorption und Dispersion) in
elektrizitätskonstante ergibt sich mit} | Graden Durchmesser um Sonne ‚oder tische Spannung und unter I/(4.q) der
0 Mond. Wegen der geringeren Bl magnetische Widerstand verstanden
einem Medium vollständig. Die Dis- dung werden K. um den Mond hä werden. Besteht der Ring aus Eisen-
persionstheorie leitet jedoch beide aus ank figer beobachtet als solche um die stücken verschiedener Länge, unglei-
einem Modell ab; das Polarisation Gr = 1 + | m,w. Sonne. Der innere Teil des K. bildet cher Permeabilität und ungleichen
und Dämpfung liefert. Auf diese v eine helle Scheibe mit deutlich rotem Querschnitts, so ist der gesamte Wi-
Weise sind n und k gemeinsam auf Rand. Nach außen schließen sich ge- derstand
die Parameter des mikrophysikali- Da für Nichtmetalle, bei ve = 0, iegentlich noch zwei bis drei Ringe h la Im
schen Schwingungsmechanismus zu- i. allg. vernachlässigbar ist gegen an, die innen blaugrün und außenrot gi
rückgeführt und in diesem Sinne nicht erhält man sind. K. entstehen durch Beugung Aıqı Mags
voneinander unabhängig (s. z. B. die des Lichtes an Wolkenteilchen, seien
Drudesche Theorie der Absorption Ank v es nun Tröpfchen oder Kristalle, die Jurı.
freier Ladungsträger oder die Disper- no = Erei mar 1 + a, d von möglichst gleicher Größe sein
sionstheorie des klassischen Oszilla- ° sollen. Am ehesten ist diese Bedin. Dabei ändert sich auch die Feldstärke
tors unter Argand-Diagramm). gung in flachen Wolken erfüllt. S. oder, besser gesagt, der magnetische
Die K.-K.-R. gibt nun einen Zusam- ‚oder, bezogen auf die Wellenlänge, Beugungskreise. Spannungsbedarf
menhang der optischen Konstanten Lırt. Pernter-Exner: Meteorolog. Optik. h
an auch für den Fall, daß der speziel- 2. Aufl. Wien und Leipzig 1922. [6] Hm Oag
lc Mikromechanismus nicht bekannt 0°x = arena = 1 + Ta 2
[gun ddr.
ist oder die Spektren schwer analy- t-Raum. Im zweiten Faktor der Ei-
tisch darzustellen sind. Dazu wird je- v genfunktionen der Elektronen im zur Aufrechterhaltung des gemein-
samen Flussesin deneinzelnen Kreis-
doch das vollständige Spektrum einer Kristall, d. h. im periodischen Poten- stücken. In der Abb. 1 ist schema-
Größebenötigt, während das mikro- tial der Atomrämpfe, um (1) et,
physikalische Gesetz n und k für dis- steht im Exponenten der Ausbrei-
krete Frequenzen angeben kann. tungsvektor ?. Die Richtungen der
Die Ableitung der K.-K.-R. basiert ten kann entweder durch eine stark
Basisvektorendes *reziproken Gitters
auf der Tatsache, daß jeder beliebige und derjenigen des #-Raums stimmen
spektrale Verlauf einer Absorption ‚Absorption an spektral eng begrenz. überein. Auf den Achsen des letzteren
dargestellt werden kann durch eine ter Stelle oder durch schwächere abeß sind Wellenzahlen aufzutragen. Dem
Überlagerung einer dichten Folge spektral breitere Absorptionsstellen Einheitsvektor ordnet man üblicher-
klassischer Öszillatoren, deren Reso- bedingtsein. b) Aus der Temperatur. weise die Wellenzahl 2x zu. Die
nanzstärke anzupassen ist und deren abhängigkeit des Absorptii lindpunkte aller t-Vektoren, die zu
Dämpfung im Limes gegen Null Wellenfunktionen derselben Energie
geht. Die gleiche Folge der Oszilla- Temperaturabhängigkeit der ziehet stai yehören,bilden eine Fläche konstan-
toren muß dann notwendig auch in schen Dielektrizitätskonstante cr Energie (»Energieflächee). S. Abb. 1
ihrer Überlagerung das Dispersions- bzw. umgekehrt. derspektrum.[37] tisch die Verteilung der magnetischen
verhalten bestimmen. Die K.-K.-R. bewährt sich bei Sub Spannungdargestellt. Die Projektio-
Dieallg. Form der K.-K.-R. lautet stanzen, die ein kompliziertes Spek# Kreis, magnetischer, ist der Weg des nen der Kurvenzüge auf die Ordina-
trum von n und k besitzen wie z. eschlossenen magnetischen Kraftli- tenachse ergeben den Spannungsbe-
w-Au=irt Halbleiter mit ihren Valenz-Leitung nienflusses. Der einfachste K. ist ein
darf; die Neigungder einzelnen Züge
band-Übergängen (s. Absorption, 0] kreisförmig in sich zurücklaufendes die Feldstärke. Daraus ersicht man,
2f2ukr-Onkmn, tische, in Halbleitern), wobei zahl Solenoid der Länge I und der Win- daß die Feldstärke größer und auch
reiche Bänderüberlappungen ers dungszahl n. Die Feldlinien verlaufenkleiner sein kann als die im homo-
+7 rn ”“ schwerend hinzukommen und d innerhalb des Solenoides in geschlos-genen Kreis (Neigung der gestrichel-
ö Theorie der Dispersion auf quanten senen Kreisbahnen, wobei die mitt- ten Geraden). Manspricht hier von
Dabei bedeutet v. die betrachtete mechanischer Basis für derartig der auf- bzw. entmagnetisierenden
Frequenz. Da die Größe (n® —K’) Übergänge, eine Theorie also vom lere Feldstärke H = Eu ist. Derselbe Wirkung der magnetischen Leiter-
der Realteil der komplexen relativen Modell her, noch nicht geschlos Wert von H existiert auch dann, wenn teile,
Dielektrizitätskonstante ist und das vorliegt. Die K.-K.-R. ist an einigei as Innere des Solenoids gleichmäi Für einen Eisenring mit einem Luft-
Produkt nk» proportional ist zur Halbleitern überprüft und besti t einem homogenen Ferromagne- schlitz der Länge ls und einer Eisen-
optischen *Leitfähigkeit und damit worden. ikum ausgefüllt ist. Die Flußdichte weglänge Iı ist
134 135
Kreisbahn Kreisel
nung der erforderlichen Durchfluti petalkraft und die entgegengesetzt Moment der äußeren Kräfte in Be-
tl _ werden die Teilspannungen ermittelt sleiche, also radial auswärts zeigende zug auf das Rotationszentrum (oder
Dina + la‘ die sich additiv zur gesamten Um- Zentrifugalkraft Z=C=mutr im den Schwerpunkt des K.) so gilt die
Man erkennt hieraus, daß bei kon- laufspannung zusammensetzen.[24] Gleichgewicht. Z ist eine *Trägheits- allgemeine dynamische Grundglei-
stanter Durchflutung n / R Kreisbahn, Kreisbahngeschwindig kraft und für den »mitfahrenden« hung der Kreiselbewegung, der
a) der Fluß ® bereits durch einen keit, s. Umlaufbahn, ungestörte, von Beobachtereine eingeprägte Feldkraft *Drehimpulssatz
kleinen Luftschlitz. beträchtlich ver- Erdsatelliten; Erdsatellitenbahn; Ab (5. a. Standortwechsel). [20] dyrd=M, w
mindert wird, schalttechnik des Antriebssystems von Kreisel nennt maneinenstarren Kör-
b) der magnetische Spannungsbedarf Erdsatelliten. [20] per von beliebiger Gestalt, sofern er Die zeitliche Anderung des Drehim-
fast ausschließlich im Luftschlitz ver- Kreisbewegung, einfachste, krumm- in einem einzigen Punkte drehbar ge- schen.
pulses ist dabei vom Raum her zu
braucht wird, und zwar in dem Ver- linige Bewegung eines Massenpunks lagert ist und um diesen Punkt (Ro- pulses Die des Drehim-
hältnis tes, gekennzeichnet durch Kreisbahn (ationszentrum) unter Ausnutzung man dieselbst wird einfacher, wenn
radius r und Winkelgeschwind aller drei rotatorischen Freiheitsgrade Winkelgeschwindigkeit u in
an u oder Umfanggeschwindigkeit v allgemeine Drehbewegungen aus-
has ru. Die gleichförmige K. (v und führt. Der Kinderkreisel (Spielkrei-
zeitlich konstant) ist zugleich die ei sel, Tanzkreisel) ist nicht ein K. im
Nach dem Ohmschen Gesetz kön- fachste *Zentralbewegung. Der M: strengen Sinne, da seine Spitze nicht
nen auch Parallelschaltungen man- senpunkt m erfährt in diesem Fa] in einem Punkte festgehalten, son-
nigfaltiger Art berechnet werden. ausschließlich die radial einwärts zeis dern auf einer Fläche frei beweglich
ist,
Die Drehbewegung eines
freien, starren Kö:
Schwerpunkt unterliegt - bei Ver-
nachlässigung von Bewegungswider-
ständen, z. B. Luftreibung - eben-
falls den Bewegungsgesetzen des K.
Der Schwerpunkt ist dann als festge-
haltener Punkt zu betrachten bzw. die
Drehbewegungist auf ein im Schwer-
punkt entspringendes, translatorisch
bewegtes Koordinatensystem zu be- Abb. 1
ziehen.
Besonderes und typisches Kennzei- Komponentenp, q, r nach den Träg-
chen der Kreiselbewegungen ist die heits-Hauptachsen zerlegt. Transfor-
Wanderung der momentanen Dreh- miert man d3*/dr in dieses körper-
uchse, der Drehimpulsachse (Rich- feste, also bewegte Hauptachsensy-
tungslinie des Drehimpulsvektors), stem x, y, z und zerlegt man dort
und - beim symmetrischen K. — die auch den Vektor M in die Kompo-
ler Figurenachse innerhalb des Kör- nenten Mz, M,, M, so erhält man die
pers sowie im Raum. Sämtliche Ach- *Eulerschen Kreiselgleichungen
Abt 1.2
sen gehen dabei stets durch das Ro- Adp/dt - (B=- CO)gr= Ms,
(ationszentrum, überstreichen also i. Bdgidt - (C- A)rp 2.) @
allg, Kegel höherer Ordnung, in Son- Cdridt (A=-B)pgq=M:.
Den Verlauf der Kraftlinien in einer gende Zentripetalbeschleunigung erfällen auch einfache Kreiskegel. Die Stellung des K. im Raum wird
Gleichstrommaschine als Anwendung wr= wr=vu; die zeitliche aßgebend für das Verhalten eines zweckmäßi gerweise durch die Euler-
eines magnetischen Kreises zeigt die schwindigkeitsänderungist eine K. ist seine geometrische Massenver- schen
Abb. 2. Die magnetische Spannung Richtungsänderung, die durch \eilung, gekennzeichnet durch das Winkel ®, 9, » (Abb. 1) be-
ist gleich der Summe der Durchflu- Zentripetalkraft C’= mu®r erz schrieben. Sie ergeben sich aus den
Poinsotsche Trägheitsellipsoid bzw. Drehkomp
tung der beiden Erregerwicklungen, gen wird. «lie Größe und die Größenverhältnis. gender onenten p, q, r mittels fol-
die auf den Weicheisenstutzen des Bei ungleichförmiger K. ist auch d se der Hauptträgheitsmomente A, B, Differentialgleichungen:
Stators sitzen. Der Fluß tritt vo Größe der Umfangsgeschwindigk © bezüglich der Trägheits-Haupt- pP (dB/dr)-cos P+(dy/di)-sin #sin p,
einem Hauptpol über den Lufts; veränderlich nach Maßgabe der Tat uchsen durch das Rotationszentrum. = (dd/dr)-sin P+(dyp/dt)sin d-cosp,
in das Ankereisen ein, verläuft hier gentialbeschleunigung a: = dv/dr bz Alle K. mit kongruenten Trägheits- r=(dy/dr)-cos d+dp/de. ö
zum größten Teil durch die Zähne, der Winkelbeschleunigung e = du ellipsoiden sind dynamisch äqui
zum kleineren Teil auch durch die = bur, die auf die Einwirkung ent, d. h. zeigen sämtlich die glei (2) und (3) haben keine allgemeine
Nuten des Ankers, weiter durch den Tangentialkraft T=mre zu «hen Trägheitswirkungen, auch wenn Lösung. Nur spezielle Fälle lassen
Ankerkern und wieder zurück über en. ‚hre Gestalten beträchtlich voneinan- sich integrieren.Sie seien nachfolgend
den Luftspalt zum nächsten Haupt- Innerhalb eines mit den Mass ‚ler verschiedensind. dargestellt.
pol. Der Kreis schließt sich über den punkt verbundenen, mitrotierende Itezeichnet 3* den Drehimpuls des L ‚Abgeplatteter K., s. symmetrischer
Außenteil des Stators. Zur Berech- Bezugssystems halten sich die K. und M das resultierende statische
136 137
Kreisel
Kreisel
2. Kräftefreier K. Ein K. heißt kräf- tung dauernd konstant bleiben (. wurde. Es muß also auch # = const gurenachse stets in einer Ebene li
tefrei, wenn die äußeren Kräfte sämt- logie zum Trägheitsgesetz). sein. Vergleicht man jetzt (3) mit (4), gen, beschreibt die momentane Dreh-
lich durch den festgehaltenen Dreh- Drehimpulsachse ist also raumfest, so folgt wegen dd/dt = 0 ‚achse auch einen raumfesten Kreis-
punkt gehen, so daß die Moment- und infolge des festgehaltener
komponenten in den Gleichungen (1) Schwerpunkts sind sowohl die po: dp
gr hi
sin #-sinp A-c kegel um die Drehimpulsachse, den
= @-cos A rt, *Rastpol- oder Herpolhodiekegel
verschwinden. Zur Verwirklichung tentielle wie die kinetische Energie
dieser Bedingung im Schwerefeld jeweils konstant. ap laufe (Spurkegel).
muß der K. im Schwerpunkt gelagert Die Bewegung des kräftefreien arsin d-cosp
Die reguläre Präzession des kräfte-
“sin grt
sein, . z. B. Abb. 2 (Kleinscher K.). läßt sich allgemein berechnen. freien symmetrischen K. läßt sich an-
Ergebnisse dieser Rechnung gelt« und daraus schließlich schaulich als diejenige Bewegung be-
zugleich für die Drehbewegungeine schreiben, bei der der Gangpolkegel
freien Körpers um seinen Schwer. auf dem Rastpolkegel abrollt und die
punkt. Die Bewegung des Schwer Figurenachse den Präzessionskegel
Punkts erg sich unabhängig davon) und aureuikanı wahren ae, jeweilige Be-
rungsgerade zwischen Gangpol
aus dem *Schwerpunktsatz.
3. Kräftefreier symmetrischer K. und Rastpolkegel die momentane
rotationssymmetrischem Trägheits Drehachse darstellt. Beim abgeplatte-
ellipsoi symmetrischer K. Dabei bedeutet 8 = const eine gleich- ten K. rollt der Rastpolkegel inner-
ionssymmetrie _entsp förmige Rotation der Figurenachse halb des Gangpolkegels ab und be-
setzt man in (2) B = A und erhäll um die raumfeste Drehimpulsachse, rührt diesen von innen (s. Abb. 4,
Abb. 2 womit die Art der Bewegung des K. sog. perizykloidische reguläre Prä-
Der Einfluß der Reibung im Unter- Agr=a-Oar,
di im Raumfestgestelltist. zession), während er beim verlänger-
Die allgemeine Bewegungdes kräfte- ten K. außen abrollt(s. Abb. 5, sog.
stützungspunkt und des Luftwic d =(C-Arp,
AZ
freien symmetrischen K. heißt regu-
standes (beides äußere Kräfte) wird läre Präzession. Der Kegel, den die
vernachlässigt. Eine zweite Möglich- Figurenachse des K. um die raum-
keit, den Schwerpunkt im Raum fest- feste Drehimpulsachse beschreibt,
zuhalten,bietet die cardanische *Auf- wird Präzessionskegel (zuweilen auch
hängung (s. Abb.3). Kräftefrei ist Aus der dritten Gleichung folgt so Nutationskegel), die Winkelgeschwin-
fort C r = const. Es sind also die au digkeit der Figurenachse beim Durch-
die z-Achse (Figurenachse) fallenden laufen dieses Kegels Präzessionsge-
Komponenten des Drehimpulses b; schwindigkeit genannt. Der körper-
der Winkelgeschwindigkeit konsı feste Kegel, auf dem die momentane
Die ersten beiden Gleichungen lassef Drehachse um die Figurenachse läuft,
sich durch den Ansatz heißt *Gangpol- oder Polhodiekegel
A-c (auch Laufkegel). Da Drehimpuls-
P= ars gt, achse, momentane Drehachse und Fi-
„A-C
am -asin Tg ert, Drehimputsachse
(raumfest)
lösen. Daraus folgt
p? +? = a = const, momenfüne Figurenachse
d.h. auch die senkrecht zurFit Drehachse Abb. 5
achse stehenden Komponenten dei epizykloidische reguläre Präzession).
Drehimpulses bzw. der Winkel Beim abgeplatteten K. sind Präzes-
schwindigkeit sind konstant. Die sion und eigene Rotation gegenläu-
ze des Winkelgeschwindigkeitsvekı fig, beim verlängerten gleichsinnig.
bewegt sich aufeinem Kreis mit dem Nach Poinsot. ist reguläre Präzession
Radius « um die Figurenachse. Dei des kräftefreien K. aufzufassen als
Abb. 3 Radius dieses Kreises ist eine Inte Abrollen des Trägheitsellipsoids des
grationskonstante; er hängt von den K., das beim symmetrischen K. ein
dieser K. allerdings nur, wenn neben Anfangsbedingungen der Be, Rotationsellipsoid ist, auf der zur
Reibung und Luftwiderstand auch ab.
b. Drehimpulsachse senkrechten,invari-
die Masse der Aufhängeringe ge- Um die Eulerschen Winkel zu fin: ablen Tangentialebene. Die Richtung
genüber der Kreiselmasse vernach- den, legt man die Z-Achse auf dig der momentanen Drehachse ist in
lässigt werden kann. Drehimpulsachse und beachtet, da diesem Fall durch die Gerade vom
Dadas resultierende äußere Moment die Projektion des Drehimpulses 9 Schwerpunkt zum Berührungspunkt
gleich Null ist, muß der Vektor des auf die Figurenachse, d. i. J* cos definiert (s.. Abb. 6). Als Rolikurve
Drehimpulses nach Betrag und Rich- =Cr, bereits als konstant erka Abb. 4 ergibt sich ein Kreis.
138
139
Kreisel Kreisel
Fallen Drehimpuls- und Figuren- kleinsten Trägheitsmomentstabi von dieser nur durch kleine, überla- verteilung oder Bewegungsform wur-
achse zusammen,so ist die Bewegung Rotation um die Achse mit dem mitt“ ‚nerte Nutationen unterscheidet. den erfolgreich behandelt (Hess, Ko-
einfach eine gleichförmige Rotation leren Hauptträgheitsmomentinstab Die Figurenachse bewegt sich dabei walewski, Staude). So kann der
um diese Achse,die jetzt zur ständi- 5. Schneller K., ein symmetrischer K; zwischen zwei Kreiskegeln hin und schwere unsymmetrische K. perma-
gen (permanenten) Drehachse wird mit großer Eigendrehgeschwindigkeit her (s. Abb. 7). Der Punkt, in dem nente (gleichförmige) Drehungen um
und mit den anderen beiden Achsen wie sie bei den Anwendungen in der gewisse, vertikal gestellte Achsen aus-
zusammenfällt. Die Figurenachse ist Technik üblich ist (auch technische führen, die auf einem Kegel zweiten
alHauptträgheitsachee eine. freie K. genannt). Die Bewegung Grades im liegen und zu denen
schnellen schweren K.ist eine pseı neben den drei Trägheitshauptachsen
doreguläre Präzession (s. schwere des Stützpunktes auch die Schwer-
symmetrischer K.), deren Nutationen punktsachse gehört. Dabei erfolgt die
um so kleiner sind, je größer die Drehung um eine bestimmte Achse
‚gendrehgeschwindigkeit ist. Der P mit einer bestimmten Winkelge-
zessionskegel ist dabei ziemli schwindigkeit. Auch einfache Pendel-
6. Schwerer K. Abb.7 bewegungen des unsymmetrischen
schweren K. sind unter gewissen Be-
die Figurenachse eine Kugelfläche dingungen möglich.
Schwerkraft und die entgegengeset durchstößt, beschreibt eine sphärische 9. Beim symmetrischen K. ist das
iche Auflagerkraft ein Kräftepa Zykloide, die verschlungen, gespitzt Trägheitsellipsoid bezüglich des fe-
bilden und auf den K. ein äuß oder gestreckt sein kann, wobei die Punktes O ein Rotationsellip-
Schleifen oder Spitzen stets nach soid. Dieses Merkmal haben nicht
‚oben gerichtet sind. Die Nutationen nur homogene rotationssymmetrische
zmedlsene gung eines starren Kö sind bei hoher Eigendrehgeschwindig- Körper, sofern der Punkt O auf der
festen Punkt, der nicht keit nur klein und folgen schnell auf- Symmetrieachse liegt, sondern auch
Abb. 6 Schwerpunkt fällt. Bei der Untersus einander; sie zeigen sich dann nur als allgemeinere, unregelmäßigere Mas-
hung dieser Bewegung wählt m schwaches Zittern der Figurenachse. senverteilungen mit sog. dynamischer
4. Derkräftefreie unsymmetrische K. äßigerweise den festen Stütz: Die pseudoreguläre Präzession ist die Symmetrie, z. B. homogene Körper
(mit dreiachsigem Trägheitsellipsoid) punkt als Bezugspunkt. normale Erscheinung bei den übli- mit mehr als zwei Symmetrieebenen,
läßt sich wie der symmetrische mit 7. Als schweren symmetrischen chen Experimenten mit schweren wenn diese sich alle in einer Achse
Hilfe der Eulerschen K.-Gleichungen rotationssymmetrischem Tı symmetrischen K. Der K. scheint da- schneiden, wie etwa bei einem Qua-
behandeln. In diesem Fall führt die heitsellipsoid, s. symmetrischer bei dem Einfluß der Schwere nicht der mit quadratischem Querschnitt
Rechnung allerdings auf elliptische bezeichnet man einen K., dessen fes nachzugeben, sondern dauernd senk- (s. a. Kugelkreisel). Die Symmetrie-
Integrale; p, q, r sind elliptische recht dazu auszuweichen. Erst wenn achse des Trägheitsellipsoids wird so-
Funktionen der Zeit. Der Gangpol- der Drehimpuls sich durch Reibung wohl bei geometrischer als auch bei
kegel ist nicht ein Kreiskegel, son- und Luftwiderstand allmählich ver- dynamischer Symmetrie als Figuren-
dern ein Kegel 4. Ordnung, ebenso kleinert, werden die Nutationen deut- achse bezeichnet. Sie ist stets eine
der Präzessionskegel. Beide Kegel lich sichtbar, und die Bewegung wird Hauptträgheitsachse. Daalle zur Fi-
sind i. allg. nicht in sich geschlossen, der regulären Präzession immer un- gurenachse senkrechten Achsen in der
während der Rastpolkegel - obwohl aus (m Kreiselmasse, g Erdbeschleu ähnlicher (man denke an das analoge Äquatorebene des Ellipsoids gleich-
ebenfalls von höherer Ordnung - aus nigung, s Abstand OS, # Winkel Verhalten des Kinderkreisels, kurz wertig sind, hat ein symmetrischer K.
Symmetriegründen eine geschlossene schen der Figurenachse und der Ver bevor er umfällt). unendlich viele »äquatoriale« Haupt-
Flächebildet, tikalen). Der Drehimpulsvektor Unter bestimmten Anfangsbedingun- achsen und nur zwei Hauptträgheits-
Die Beschreibung der K.-Bewegung nicht wie beim kräftefreien K. k gen kann der schwere symmetrische momente, das »axiale« bezüglich der
nach Poinsot ist auch bei diesem K. stant, wohl aber die Drehimpulskom K. auch eine strenge reguläre Präzes- Figurenachse und das »äquatoriale«
möglich, weshalb man die Bewegung ponente, die auf die Vertikale durd sion ausführen. Die beiden Kreiske- bezüglich der gleichberechtigten
des kräftefreien K. allgemein als den festen Punkt O fällt. gel, welche die Nutationen einschlie- iquatorialen Hauptachsen. Ist_das
Poinsot-Bewegung bezeichnet. Sie be- Unter Verwendung der Eulerschei Ben, fallen dann in einen zusammen. axiale zugleich das maximale Träg-
steht im allgemeinen Falle im Abrol- Winkel und der Eulerschen Kreisel Ferner ist die Rotation um die auf- heitsmoment, so hat das Trägheits-
len des dreiachsigen Trägheitsellip- gleichungen oder der Lagrangeschei recht stehende Figurenachse noch ellipsoid die Form einer Linse, und
soids auf der invariablen, zur Dreh- Gleichungen zweiter Art läßt sid eine mögliche Bewegungsform (bei man spricht von einem abgeplatteten
impulsachse senkrecht "stehenden auch die Bewegung des schwe beliebiger Drehgeschwindigkeit). ‚oder abgeflachten K. (z. B. Schwung-
Tangentialebene. Die Rollkurve ist symmetrischen K. behandeln, do 8. der schwere unsymmetrische K. rad). Ist das äquatoriale größer als
kein Kreis, sondern eine transzen- führt die Rechnung wieder auf ell (mit dreiachsigem Trägheitsellipsoid) das axiale Trägheitsmoment, so äh-
dente Kurve, die sich i. allg. schließt. tische Integrale. Die allgemeine B It der Mechanik ein bisher nicht nelt das Trägheitsellipsoid einem Ei
Analog zum symmetrischen K. ist wegung dieses K. wird als pseudo gel tes Problem. Daes nicht gelun- ( ;erter oder gestreckter K., z.
hier die gleichförmige Rotation um reguläre Präzession bezeichnet, weni gen ist, die Differentialgleichungen B. Spieikreisel).
eine der drei Hauptträgheitsachsen die Eigendrehgeschwindigkeit des Kı der Bewegung dieses K. allgemein zu In der Technik verwendete K. sind
des K. eine mögliche Bewegungs- sehr groß ist (s. schneller K.), we integrieren, ist die allgemeine Bewe- i. allg. symmetrische K. Wegen des
form. Doch ist nur die Rotation um die Bewegung dann der reguläre gungsform unbekannt. Nur einige Verhaltens des symmetrischen K. s.
die Achsen mit dem größten bzw. Präzession sehr ähnlich ist und sid Spezialfälle mit besonderer Massen- kräftefreier symmetrischer K., schwe-
140 141
Kreiselgleichungen
rer symmetrischer K. und symmetri- impulsachse, undes gilt der Satz von direkt bestimmen, während der ma-
scher K. unter dem Einfluß äußerer der Tendenz zum gleichsinnigen Par- gnetische Kompaß primär nur die
allelismus (Foucault): Ein schneller Richtung des örtlichen erdmagneti-
Kräfte.
10. Symmetrischer K. unter dem Ein- K. sucht seine Figurenachse so zu schen Feldes anzeigt, aus der dann
luß äußerer Kräfte (s. a. schwerer stellen, daß sie mit der Achse der die fast auf der ganzen Erdoberfläche
symmetrischer K.). Für das Verhal- ihm aufgezwungenen Drehung einen’ davon abweichende NS-Richtung in-
ten eines schnell rotierenden symme- möglichst kleinen Winkel bildet und. direkt bestimmt werden muß. Zudem
trischen K. unter dem Einfluß äuße- beide Drehungen gleichsinnig wer- läßt sich der Magnetkompaß auf
rer Kräfte gilt derSatz: Die Figuren- den. Schiffen mit großen Eisenmassen, z.
achse eines schnell rotierenden sym- Wird auf einen K. eine nur kurzzei- B. Kriegsschiffen, und in der Nähe der
metrischen K. reagiert zwar auf eine tig wirkendeKraft, also ein Stoß aus- Pole kaum verwenden.
äußere Kraft, die bezüglich desfesten geübt, so führt die Figurenachse. bei] Prinzip des K.: Ein schneller Kreisel
Punktes O ein Drehmoment ausübt, schwachen Stößen nur eine kleine| mit waagrechter Drehachse ist an Abb. 1
weicht jedoch in erster Näherung Präzessionsbewegung aus und ent- einem Schwimmer so aufgehängt, daß
senkrecht zur Wirkungslinie der Kraft fernt sich nur wenig von ihrer ur- der Schwerpunkt unter dem *Meta- denStift St. Die Kompaßrose, welche
aus. Dieses scheinbar paradoxe Ver- sprünglichen Lage. Der relative Ei zentrum des Schwimmers liegt. Die die Stellung der Kreiselachse anzeigt,
halten hat von jeher das besondere fluß des Stoßes ist um so geringer, je Figurenachse wird durch die Schwer- wird durch die Glasplatte hindurch
Interesse der Physiker undIngenieure höher die Eigendrehgeschwindigkeit| kraft an die Horizontebene gefesselt beobachtet. Der ganze K. ist carda-
erregt. Eine Bestätigung dieses Sat- ist. Selbst auf ziemlich heftige Stöße| und daher gezwungen, die Drehung nisch aufgehängt, um den Einfluß der
zes stellt die Bewegung des schweren antwortet der K.bei sehr hoher Ei- der Erde mitzumachen. Nach dem Schiffsbewegungen möglichst auszu-
symmetrischen K. dar, dessen gendrehgeschwindigkeit nur mit klei- Gesetz vom gleichsinnigen Parallelis- schalten. Eine Dämpfungsvorrichtung
Schwerkraft dauernd versucht, die nen Zitterbewegungen, die Präzes- mus der Drehachsen stellt sich die sorgt dafür, daß die anfänglichen
Figurenachse (auf der sich” der sionsbewegungendarstellen. Man be- Drehachse des Kreisels in der Hori- Schwingungen des Kompasses um die
Schwerpunkt befindet) nach unten zu zeichnet dieses Verhalten als Steifig- zontalebene auf die NS-Richtung so NS-Richtung stark gedämpft sind.
neigen, während diese senkrecht da- keit der Figurenachse und spricht von ein, daß sie mit der Drehachse der Trotzdem kann es nach Inbetrieb-
zu_ausweicht. Dieses Verhalten er- einer Art Richtungssinn des K., weil Erde einen möglichst kleinen Winkel nahme des K. mehrere Stunden dau-
klärt sich aus der Grundgleichung(1) er die Richtung der Figurenachse| einschließt ern, bis der Kreisel sich eingestellt
nach Multiplikation mit dt gegenüber äußeren Störungen prak- Der Drehimpulsvektor des Kreisels hat, da die Schwingungsdauer zur
dr -M-dr. tisch. beibehält. Von dieser Eigen- zeigt dabei nach Norden.Bei Auslen- Verringerung der Fahrtfehler (s. u.)
schaft des schr schnell rotierenden] kung der Kreiselachse aus der NS- möglichst groß gemacht wird und bis
Die Anderung d3* des Drehimpulses K. wird in der Technik häufig Ge- Richtung um den Winkel y wirkt das zu 1,5h beträgt. Der hier skizzierte
ist also ein Vektor, der die gleiche brauch gemacht. Rückstellmoment Einkreiselkompaß erleidet indessen
Richtung wie das Drehmoment M 11. Verlängerter K., s. symmetri- M=J*0-cosp-siny auf Schiffen Störungen durch die
hat. Der Vektor dS* addiert sich vek- scher K. Fahrtbewegung (Fahrtfehler) und
toriell_ zum Drehimpulsvektor S*. Wegen Anwendungen des K. in der (4* Drehimpuls des K., @ Winkelge- durch die Schlingerbewegungen des
Aus 3* wird währendder Zeit dr der Technik s. Geradlaufapparat, Krei« schwindigkeit der Erde, p geographi- Schiffes (Schlingerfehler). Wenn das
Vektor J* +d3*, (s. Abb. 8). Der selkompaß und Schiffskreisel, Schlick- sche Breite). Schiff gleichförmig geradeaus fährt,
scher. Erwähnt seien ferner der Krei- Technische Ausführung des K.: a) addiert sich seine Winkelgeschwin-
m selhorizont (künstlicher Horizont Einkreiselkompaß. Da die Winkelge- digkeit gegenüber der Erde vektoriell
und der Wendezeiger in Flugzeugen, schwindigkeit der Erde sehr klein ist, zur Winkelgeschwindigkeit der Erde,
die Verwendung des K. zur Stabilisi muß der Kompaßkreisel einen mög- d.h. die Lage der Erdachse relativ
rung von Feuerleitständen u. dgl. auf, lichst großen Drehimpuls haben, da- zum Schiff wird scheinbar verändert.
Kriegsschiffen, zur Steuerung von Ra- mit das Rückstellmoment genügend Dieser Fahrtfehler, der prinzipiell
keten usw. groß wird. Man benutzt als Kreisel unvermeidlich ist, kann aus der
st ge Lır. Klein, F., und A. Sommerfeld: Über den Anker eines Drehstrommotors chilfsbewegung errechnet bzw. aus
die Theorie des Kreisels. 4 Teile. Leip- (übliche Konstruktionsdaten: Durch- abellen entnommen und berücksich-
38 zig 1910-1923. Hdb. d. Phys Bd.5. messer 0,15m, Masse Skg, Träg- tigt werden. Fahrtfehler, die durch
Berlin 1927. - Sommerfeld, heitsmoment 14: 10-'kgm?, 20.000 eine Beschleunigung des Schiffes (bei
nik. Leipzig 1961. - Hund, min, Drehimpuls 28 10° kg m?s). Geschwindigkeits- oder Richtungsän-
Abb. 8 die theoret. Physik. Bd. 1.
Leipzig 1956. - Grammel, R.: Der Krei- In der Abb. 1 ist K der Kompaßkes- derungen) entstehen, lassen sich nach
Drehimpulsvektor hat also die Nei- sel. 2 Bde. Berlin 1950. [20] sel, der durch eine Glasplatte G ab- Schuler vermeiden, wenn die Schwin-
‚gung, sich möglichst parallel zu R zu Kreiselgleichungen, s. Eulersche Krei- geschlossen und zum Teil mit Queck- gungsdauer des Kompaßsystemsetwa
stellen. Nun ist zwar die Drehim- selgleichung. silber gefüllt ist. Im Quecksilber gleich 84 min, also gleich der Schwin-
pulsachse unsichtbar. Bei einem Kreiselkompaß, eine der zahlreichen schwimmt der ringförmige, mit Luft gungsdauer "eines mathematischen
schnell rotierenden symmetrischen K. technischen Anwendungen des *Krei- gefüllte Schwimmer S mit Kompaß- *Pendels von der Länge des Erdra-
sind aber Figurenachse und momen- sels. Mit einem K. kann man die Me- rose R und Kreiselgehäuse Kr, in dem dius gemacht wird.
tane Drehachse nur sehr wenig gegen ridianebene eines Punktes der Erd- der Drehstrommotor mit horizonta- b) Mehrkreiselkompaß. Zur Unter-
die Drehimpulsachse geneigt. Daher oberfläche (die Ebene durch die Ro- ler Achse gelagert ist. Die Zentrie- drückung der recht erheblichen Schlin-
zeigt auch die sichtbare Figurenachse tationsachse der Erde und diesen rung des Systems und die Stromzu- gerfehler des Einkreiselkompasses ist
ein analoges Verhalten wie die Dreh- Punkt) und damit die NS-Richtung führung zum Motor erfolgen durch man dazu übergegangen, zwei oder
122 143
Kreisprozesse
Der K. wurde wegen seines über- der aus zwei Isothermen und zwei
sichtlichen Magnetfeldes als das älte- Adiabaten besteht. Dieser Carnot-
ste Hilfsmittel für absolute Strom- Prozeß hat sich bei der Behandlung
messung und zur Bestätigung des vieler Vorgänge als sehr geeignet er-
® *Biot-Savartschen Gesetzes verwen-
det.
Kombinationen von Kreisleitern wer-
wiesen.
Der Arbeitsstoff sei in einem Zylin-
der eingeschlossen. Er durchläuft fol-
den zur Erzeugung räumlich begrenz- gende Zustandsänderungen, welche
ter, angenähert homogener Felder die Abb. 2 bis 4 in drei verschiedenen
benutzt. Der Kegel vom erzeugenden Diagrammen darstelle:
Winkel 63'/° um die Achse des K. 1-2: Isotherme Expansion durch Be-
weist konstante achsenparallele Feld- rührung mit dem Heizraum. Die in-
5 stärken-Komponenten auf. Hierauf nere Energie u bleibt unverändert. Die
beruht die *Gaugain-Spule. Eine zugeführte Wärmemenge qı wird in
Abb. 2 Kombination zweier paralleler, ko- Abb. 1. Kreisprozeß im p,V-Diagramm Ausdehnungsarbeit umgesetzt:
drei Kreisel am Schwimmersystem axialer, gleich großer Kreisleiter (mit Beim Durchlaufen des K.in dem in vn
anzubringen(s. Abb. 2) zwecks Erhö- zahlreichen eng benachbarten Win- Abb. I bezeichneten Sinn (Uhrzeiger- @=RTıIn ,,.
hung des scheinbaren (dynamisch be- dungen) im Abstande ihres (mittle- sinn) wird die Arbeit
gründeten) Trägheitsmoments des ren) Radius wird zum gleichen Zwek- 2-3: Adiabatische Expansion. Wär-
schwimmenden Systems. Außerdem ke häufig angewendet (Helmholtz- A= $ pav meisolierung des Arbeitsstoffes, der
bringt man die Kompaßanlage in
Feld). Der praktisch homogene Feld- sich von 7} auf Ts abkühlt. Die Aus-
einem möglichst erschütterungsfreien raum übertrifft den der Gaugain- gewonnen (dargestellt durch das um- dehnungsarbeit wird durch Abnah-
Raum in der Mitte des Schiffes unter Spule. Auch bei der *Stromwaage fahrene Flächenstück, bei der an; me der inneren Energiebestritten:
und ül die Anzeige dieses findet der K. praktische Anwendung. gebenen Durchlaufrichtung positiv mu cr (Ti Ta)
Mutterkompasses elektrisch auf be- Lrr. Hermann:Z. £. Instrumentenkunde bewertet, Fall der Kraftmaschine).
a 1923. Neumann: ATM Z 60. 2 Nach dem I. *Hauptsatz ist A gleich (c» spezifische Wärmekapazität bei
liebig viele Tochterkompasse an den dem Überschußder zugeführten über konstantem Volumen).
gewünschten Orten. Bei einer neue- Kreispendel, s. Pendel. die abgeführte Wärme Q, da die in- 3-4: Isotherme Kompression. Die
nsarbeit wird als Kom-
ren Konstruktion ist das ganze Sy- Kreisprozesse. 1. Allg.: Läßt man ein nere Energie U erhalten bleibt.
stem des K. in eine Kugel einge- System eine Folge von Zustandsän- Unter dem thermischen Wirkungs- irme an den Kondensator
schlossen, die fast reibungsfrei in ei derungen durchlaufen, derart, daß grad eines K. versteht man
ner zweiten konzentrischen, mit W: diese Zustände in einem *Zustands- hältnis von gewonnener Aı
ser gefüllten Kugel schwimmt. D: diagramm (z.B. in dem p,V-Dia- geführter Wärme. Bei Kältemaschi
läßt sich die Genauigkeit der Anzei gramm der Abb.1) eine geschlossene. nen-Prozessen entspricht dem Wir.
ge bis auf eine Bogenminute steigern. Kurve beschreiben, indem die Zu- kungsgrad die Leistungsziffer (auch
Let. Grammel, R.: Der Kreisel. 2 Bde.
standsänderung von 1 nach 2 auf an- Kältefaktor), das Verhältnis der Käl- wärmung auf T}. Die Kompressions-
Berlin-Göttingen-Heidelberg 1950. [20]
Kreisfrequenz, s. Frequenz. derem Wege erfolgt als die von 2 teleistung zur aufgewandten Arbeit, arbeit wird als innere Energie ge-
‚ebenso bei “Wärmepumpen.
Kreiskolbenmotor, s. Verbrennungs-
kraftmaschinen.
nach 1 und am Schlusse wieder der
Ausgangszustand erreichtist, so nennt K.finden zahlreiche Anwendungen speichert: He u ce(Ta Ti).
man dies in der Thermodynamik ei- bei der Behandlung thermodynami-
Kreisleiter, elektrischer. Ein kreis- nen Kreisprozeß. scher Probleme (Carnotscher K. ie gleicht die bei 2-3 erfolgte Ab-
förmiger Leiter, dessen Kreishalb- Hat man zwei auf verschiedenen “Clausius-Rankine-Prozeß usw.). So nahme der inneren Energie aus.
messer R groß gegen die lineare Ab- Temperaturen befindliche Wärmebe- berechneten z.B. Born, Haber und amte gewonnene Arbeit
messung des Leiterquerschnitts ist,
A r(rım vr v
hälter, so kann manmittels eines zwi jans durch Kombination kalorime-
werde von einem Strom / durchflos- schen beiden Temperaturen arbeiten- {risch gemessene Wärmetönung mit Tal *)
sen. Die Feldstärke auf seiner Achse den Stoffes entweder aus Wärme Ar- elektrischen Energiemessungen unter oder, da va/va = velvı sein muß,
im Mittelpunktabstand x beträgt 9 = beit gewinnen (Kraftmaschine) oder Zugrundelegung des *Heßschen Ge-
TR?I2- VERS), für x=0 (Mit. Wärme von dem tieferen auf das hö- seizes die Gitterenergie heteropolarer A=RU- Tin.
telpunkt) also 90 = I R/2. here Temperaturniveau heben (*Wär- Kristalle, indem sie nach Art eines K.
Hiervon wird bei der Tangentenbus- mepumpe, *Kältemaschine). S. a. solche Kristalle auf verschiedenen Der thermische *Wirkungsgrad = ge-
sole Gebrauch gemacht. Ein Kreis Abb. bei Hauptsätze der Thermody- Wegen auf- bzw. abbauen.
vom n-fachen Halbmesser in dersel- namik. 2. Carnotscher K. Carnot hat 1824 wonnene Arbeit/zugeführte Wärme
ben Ebene, n-fach gewickelt, bestä- Nach Clausius wird ein solcher K. als als das Wesentliche bei den verschie- wird _A_a- Tı-Ta
tigt durch Gegenschalten die Formel. einfacher K. bezeichnet, wenn dabei denartigen Vorgängen in der Dampf-
Neigt man den K. um seinen waag- Wärme nur bei zwei Temperaturen maschine den Übergang von einem rag n ©
rechten Durchmesser bis zum Winkel zu- bzw. abgeführt wird. Wärmespeicher hoher Temperatur T} Die gewonneneArbeit
& zwischen seiner Normalen und der Besonders wichtig ist der Idealfall zu einem solchen niedrigerer Temp« a
Waagrechten, so ist die Horizontal- des umkehrbar, *reversibel geführten. ratur Ts erkannt. Um diese grund- Az, (NT)
komponente der Mittelpunktsfeld- K., bei dem z. B. keine Reibungsver- sätzlichen Verhältnisse möglichst ein-
stärke 50 + cos a. luste auftreten dürfen. fach darzustellen, wählte er einen K., ist also proportional dem Tempera-
144 145
Kreuzspulinstrument
beliebigen Arbeitsstoß, Ist der Ar- Kreiswelle, s. Kugelwelle.
beitsstoff nicht einheitlich, werden Kreiszylinderströmung, s. Zylinder-
also mehrere Arbeitsstoffe gleichzei- strömung.
tig benützt, zwischen denen Wärme- Kreuzgitter, zweidimensionale Er-
austausch, "Mischung, Entmischung weiterung des einfachen Gitters (z. B.
und chemische Reaktionen möglich ebener Strichgitter in der Optik). Der
sind, dann sind verwickeltere Ideal- Ort aller Gitterelemente läßt sich
Prozesse als der Carnotsche K. erfor- durch die Gleichung
derlich. Ima“matna
Einen beliebigen K. kann man als beschreiben, wobei tm.n den Radius-
Summe unendlich vieler, aneinander- vektor nach dem jeweilig betrachte-
gereihter Carnotscher K. auffassen, ten Gitterpunkt mit den Indizes m
indem man ein engmaschiges Netz und r bedeutet. (Der Nullpunktfällt
von Isothermen zieht und den Um- dabei mit einem im übrigen willkür-
fang durch Adiabatenstücke annä- lich gewählten Gitterpunkt zusam-
‚Abb. 2. Carnot-Prozeß im hert. Damit lassen sich Ergebnisse men.) aı und a, sind die Grundvekto-
P,v-Diagramm 0 v des Carnotschen K.auf andere K. i ren, die das Elementarparallelo-
Abb.4. Carnot-Prozeß im entsprechender Form übertragen. Für gramm aufspannen. Fällt eine ebene
T,v-Diagramm jeden reversibel geführten K. gilt Welle auf das K., dann gehenvon den
in Abb.1 angegebenen Richtung, so dann, daß das Integral überdie *En- einzelnen Gitierpunkten sekundäre,
wird insgesamt Arbeit zugeführt, und tropic-Änderungds zu Null wird: kohärente Wellen aus, die sich in ganz
diese ist nach dem I. Hauptsatz gleich $as - do. bestimmten Richtungen durch Inter-
dem Überschuß der gewonnenen ferenz verstärken. Beim K. und beim
über die zugeführte Wärme. Man Der Carnot-Prozeßist nicht für alle einfachen Gitter existieren im Ge-
kann z.B. eine *Heißluftmaschine Zwecke geeignet. Sind z. B. die obere gensatz zum Raumgitter - für alle
mit einem Elektromotor antreiben und die untere Druckgrenze vorge- Wellenlängen ausgezeichnete Rich-
und damit eine Temperaturdifferenz schrieben, so ist der passende Prozeß tungen, in denen Interferenzmaxima
zwischen den beiden Zylinderhälften, ein Gleichdruck- oder Dieselmotor- auftreten. [17]
erzeugen, also Wärme aus der Um- Prozeß (auch Joule-Prozeß) mit zwei Kreuzglied, symmetrischer *Vierpol
‚gebung auf ein höheres Temperatur- Isobaren undzwei Adiabaten. mit zwei paarweise gleichen Schein-
niveau »pumpen«, Man nennt dies Sollen zwei Volumengrenzen einge- widerständen, -geschaltet wie_ eine
eine *Wärmepumpe. Man kann eine| halten werden, so ist am geeignetsten Wheatstonesche Brückenverzweigung.
Wärmepumpe für Heizzwecke be- ein Gleichvolumen- oder Explosions- Jeder symmetrische Vierpol kann als
nützen,indem man aus der umgeben- motor-Prozeß. Der Carnot-Prozeßist K. realisiert werden. [2]
den Luft (Temperatur 7») oder einem dementsprechend als Gleichtempera- Kreuzmodulation. Durch nichtlineare
anderen Medium (Wasser, Erde) tur-Prozeß zu bezeichnen. Für Gas- Verzerrungen können sich mehrere
Wärme »heraufpumpt« (reversible turbinen mit geschlossenem Kreislauf amplitudenmodulierte Träger gegen-
Heizung). Die Leistungsziffer ist ist der Ackeret-Keller-Prozeß entwik- seitig beeinflussen. Diese sog. K. tritt
dann im Idealfall kelt worden. 2.B. bei Breitbandverstärkern ein,
4 Tı Manche Fälle lassen sich besser als wenn mit ihnen gleichzeitig mehrere
og Tı-Te' offene hermodynamische Prozesse Hochfrequenzbänder verstärkt wer-
‚Abb. 3. Carnot-Prozeß im (Die Temperaturdifferenz 7; — T. soll behandeln. den und die Röhrenkennlinien nicht
P.T-Diagramm möglichst klein sein.) Bei Benützung, S.a. Clausius-Rankine-Prozeß, Lo- hinreichend linear sind. Auch in der
turunterschied Tı Ts, der deshalb für Kühlzwecke erhält man das Prin- renz-Prozeß und Philips-Prozeß. *Ionosphäre kann eine gegenseitige
möglichst groß sein soll, und dem zip einer *Kältemaschine, indem man, Lit. Wien-Harms: Hdb. d. Exp. Physik Modulationsbeeinflussung verschie-
Betrag qı/T1, derals reduzierte Wär- eine Temperaturerniedrigung gegen- 1X, 2. Leipzig 1928. - Schmidt, E.: Einf. dener Träger stattfinden (sog. Luxei
techn. Thermodynamik und in di
memenge oder auch als Wärmege- iber der Umgebung schafft. Hierbei Grundlagen der chem. Thermodyn. Ber- burg-Effekt). Am stärksten tritt K. in
wicht bezeichnet wird. ist die Leistungsziffer im Idealfall: in-Göttingen-Heidelberg 1960. - Kohl- Erscheinung, wenn ein Träger nicht
Man kann nachweisen, daß dieser rausch, K. W. F.: Ausgew. Kapitel aus moduliert Man hört dann beim
Wirkungsgrad das theoretische Opti- d. Phys. Teil III. Wien 1948. — Plank, Empfang dieses Trägers das Pro-
mum für alle überhaupt denkbaren R.: Handb. d. Kältetechnik. Bd. Ber. gramm der anderen Träger. [2]
turdifferenz Tı — Ta in-Göttingen-Heidelberg 1953. e-
K. darstellt, die zwischen den Tem- Tempera
(Diemöglich st klein sein.) ner, H.: Wärmekraft- und Arbeitsma- Kreuzrasterblende,s, Blende.
peraturen T; und T» verlaufen. Die- soll schinen als. »offene«_thermodynamische Kreuzspulinstrument. K. besitzen ge-
ses Ergebnis gilt also nicht nur für 4. Andere K. Man kann zeigen,zwar daß) Systeme. _Brennstoff-Wärme-Kraft 7 mäß Abb. auf dem beweglichen Sy-
die Dampfmaschine, sondern für alle das ideale Gas als Arbeitsstoff
gsgrades
(1955). 12. S. 544-548. — Boinjakowi, F.: stem zwei in einem bestimmten Win-
Wärme-Kraftmaschinen (Dampftur- die Berechnung des Wirkun Techn. Thermodynamik. Bd. 1. Dresden-
Leipzig 1965. - Ackeret, J., und C. Kel- kel gegeneinander gekreuzte Dreh-
bine, Dieselmotorusw.). des Carnot schen K.erleichtert, aber ler: Schweiz. Bauztg. 113 (1939). - Bachr, spulen, die bei entsprechender Schal-
3. Umgekehrter K. Durchläuft man grundsä tzlich keine Sonderstellung H. D.: Thermodynamik. Berlin-Heidel- tung auf die Achse entgegengesetzt
den K. in umgekehrter, entgegen der einnimmt. Die Formel gilt für einen berg-New York 1966. [9] gerichtete Drehmomente ausüben.
146 147
Kreuzstromprinzip Kriechgrenze, dynamische
Die Polschuhe des Magneten sind so geschwindigkeit a = r”°. Ein weite-
ausgebildet, daß beim Ausschlagen res Gesetz für das Übergangs-K. ist
Verformungszeiten kommen in Fra- 'kommitdie Dehnung nicht mehr zum
des Zeigers sich die eine Spule in das Potenzgesetz a = ” mit einem
ge: a) Einschnürung des Werkstoffes Sullstand, sondern geht zunächst
Richtung einer größeren Luftspalt- Exponenten m zwischen 0 bis ca. 1,8. bis zum Bruch, b) Abscheren benach- langsam weiter (der Werkstoff kriecht)
barter Körner durch viskoses *Korn- und führt dann zum *Bruch. Die bis
Induktion bewegt, während sich die Für Werte von m==1 spricht man
andere in das Gebiet kleinerer Induk- von logarithmischem K., für m>1 srenzenfließen, €) chemische Vorgän- zur K. auftretende bleibende Deh-
tion hineindreht, wodurch das Dreh- von hyperbolischem K., für m<1 ge wie Abbau festigkeitserhöhender nung kann u. U. schr groß sein, so
system stets eine stabile Lage ein- “Ausscheidungen oder Bildung festig- daß meistens ein Werkstück nicht bis
von parabolischem K. Die verschie-
denen Arten des Übergangs-K. sind keitsmindernder Ausscheidungen an zu diesem Punkt beansprucht werden
nimmt. Der Ausschlag ist dem Quo-
tienten der beiden Ströme proportio-
Korngrenzen. darf.
nicht streng voneinandergeschieden.
Für das besonders einfache log- Die Kriechgeschwindigkeit ist ebenso, Atomistisch gesehen, tritt_ bei *Ein-
nal und daherin weiten Grenzen von wie die Gleitgeschwindigkeit tempe-
ihrer Größe unabhängig. Bei Wider-
standsmeßgeräten (Ohm-Meter) sind
arithmische K. gilt das Kriechgesetz
a=x-log(wt +1), wobei « und » raturabhängig. Das K. wird in gro- für allen dann eine K. auf, wenn die
die *Gleitung maßgebende Bil-
Bem Umfang im Dauerstandversuch
K. mit einer Stromquelle und einem phänomenologische Konstanten sind, an metallischen Werkstoffen unter- dungsgeschwindigkeit der *Verset-
Vergleichswiderstand zusammenge- deren Größen von der zugrunde ge- sucht, da es in der Praxis schr unan- zungen mit der Rückbildungsge-
legten Theorie abhängen (z. B. hat » genehm auftreten kann. Die langsam schwindigkeit im Gleichgewicht steht.
lnltprtn, bei der Erschöpfungstheorie die Be- verlaufenden Prozesse des tertlären Es ändertsich jetzt der makroskopi-
deutung einer definierten Schwin- K.können den Bruch beschleunigen. sche Zustand mit der Zeit nicht mehr,
d.h. bei der gegebenen *Schubspan-
‚gungsfrequenz, während es im anderen In neuerer Zeit wurde das K. auch an nung
Falle eine von den Versuchsbedin-
gungen abhängige abgeleitete Größe Einkristallen in Verbindung den mung nimmt die plastische *Verfor-
auch nach beliebig langer Zei
ist). Neuere Messungen an Metallein- *Nachwirkungserscheinungen, vor al- nicht mehr zu. Bei *Vielkristallen
kristallen zeigten, daß im Bereich 1 lem der *Relaxation, untersucht. Die sie dadurch bedingt, daß mit der
theoretischen Deutungen der Kriech-
logarithmisches K.auftritt. versuche wurden empirisch und ato- Gleitung elastische *Gitterverzerrun-
Untersuchungen des Übergangskrie- mistisch durchgeführt. Dabei wird in gen an den *Korngrenzen verbunden
chens von reinen Metallen ergaben ien Theorie der *Pla- nung wirken. Die der
sind, die entgegen äußeren Span-
maximal mögliche
für die Kriechkurven eine Form a = z . ebenso wie die Glei
Grundschaltung des Kreuzspul-Meßwerks &log(» t +1) + Br’®. Dabei über- tung auf die Bildung und Wande- Gegenspannung
bewirkt die K.
der Verzerrungen
bei Widerstandsmessung (aus Hartmann ragt bei tiefen Temperaturen das &-
rungsfähigkeit von *Gitterfehlern Als Zeitabstand-K. (Zeit-K.) bei be-
und Braun, Meßwerkbilder) K., bei höheren das ß-K. Auch hier (Versetzungen, Mosaikgrenzen usw.),
sowie bei den Vielkristallen noch auf den
stimmter Temperatur wird die auf
baut. Durch den Einbau von mehre- sind a, » und # phänomenologische Anfangsquerschnitt einer Probe
die Korngrenzeneinflüsse zurückge- bei Raumtemperatur
ren Vergleichswiderständen erhält
man Widerstandsmeßgeräte mit meh-
Konstanten.
Atomistisch wird für das Fließen der führt, Beim stationären K. treten ne- hende Belastung, die bezogenenach Ablauf
ru-
reren Meßbereichen. [27] reinen Metalle hauptsächlich d ben dem Gleitvorgang noch weitere r bestimmten, vom Versuchsbe-
Kreuzstromprinzip, s. Gegenstrom- Durchschneiden des Versetzungswal- Prozesse auf, und zwar der Einfluß ın an gezählten Versuchszeit einen
prinzip. les durch *Stufen- oder *Schrauben- der Erholung, des Korngrenzenflie- bestimmten Kriechbetrag bewirkt, be-
Kreuzwicklung, s. Spule und winkel- versetzungen, aber auch die thermisch Bens und das Fließen durch Volu- zeichnet. Tritt überhaupt kein *Krie-
freier Widerstand. aktivierte Bildung von *Leerstellen mendiffusion von Leerstellen und chen ein oder kommtder Kriechvi
Zwischengitteratomen. gang nach anfänglichem Kriechen
Kriechen (creep). Mit K. bezeichnet an Sprüngen von Schraubenverset- Lır. Hdb. d. Experimentalphysik. Bd.5.
immer zum Stillstand, dann wird die
man das plastische Weiterverformen zungen verantwortlich gemacht. Goerens, P. und R. Mailänder: Die
zugehörige ruhende Beanspruchung
(*Fließen) bei konstanter Beanspru- 2. Stationäres K. (steady state creep) techn. Verfahren zur Untersuchung der
Dauerstand-K. (Dauer-K.) genannt.
chung, also nur eine spezielle Art der liegt vor, wenn die Kriechgeschwin- Metalle und Legierungen. Leipzig 1930.
*Gleitung mit kleinen und kleinsten digkeit unter konstanter Spannung Zener, Cl: Elasticity and Anelasticity
of Metals. Chicago 1948. - Report of P.,
ik. Bd. 5.
länder: Die
Geschwindigkeiten. Für das K. unter konstant bleibt. Diesen Vorgang the Bristol Conference on the Strength technischen Verfahren zur Untersuchung
konstanter Spannung muß man im kennt man auch vom viskosen Flie- of Solids. London 1948. - Stanford, E. der Metalle und Legierungen. Leipzig
*Zugversuch Querschnittsvermin- The creep of metals andallies. Lon- 1930. Houwink, R.: Elastizität, Plasti-
derung, im *Stauchversuch die Quer- don 1949. - Hdb. d. Physik, hrsg. v. S.
Flügge. Band VIL/IL. Kristallphysik
ind Struktur der Materie. Dresden
schnittsvergrößerung durch Verände- Berlin-Göttingen-Heidelberg 1958. [15]
und Leipzig 1938. - Kochendörfer, A.:
rungder Last ausgleichen. Plastische Eigenschaften von Kristallen
Nach Andrade kann man in den Spannung beobachtet wird, sprich und metallischen Werkstoffen.
Kriechgalvanometer, s. Galvanome- 1941. — Hdb. d. Werkstoffprüfung, hrsg.
Berlin
Kriechkurven (Abgleitung über der man deshalb häufig von quasivisko- ter. v. E. Siebel. II. Band. Die Prüfung der
Zeit) bei konstanter Spannung drei sem Fließen. . Kriechgrenze bezeichnet den Grenz- metallischen Werkstoffe. 2. Aufl. Berlin
Stufen unterscheiden: 1. Übergangs- 3. Tertiäres K. oder Beschleunigungs- wert der *Spannung, bei der bei einer 1955. [15]
K. (wansient creep) wird der erste K. (accelerated creep). Hier nimmt bestimmten Temperatur eine plasti- Kriechgrenze, dynamische. Bei der
Bereich der Kriechkurve genannt. die Kriechgeschwindigkeit unter kong sche *Dehnung nach einiger Zeit nicht *Wechselverformung metallischer
Unmittelbar nach Aufbringen der stanter Spannung Laufe der Zei unbegrenzt anwächst, sondern bei ei- Werkstoffe nimmt die Fließgeschwin-
Last nimmt die Kriechgeschwindigkeit immer mehr zu, bis der *Bruch ein- ner bestimmten, endlichen Gleitspan- digkeit den auch bei einsinnigen Dau-
von sehr großen Werten allmählich tritt. Verschiedene Mechanismen fi nung zum Stillstand kommt. Wird erbelastungen zugrunde gelegten Wert
ab. Nach Ändrade beträgt die Fließ- die Beschleunigung des K. bei große: dieser Grenzwert überschritten, so an, so daß wie bei diesen unzulässig
148 149
Kriechgrenze, wahre Kristall
große *Dehnungen vermieden wer- einstimmung mit der Theorie besteht beihelladaptiertem Auge ist, während Ein in sich einheitlich orientierter
den. die Netzhaut vieler Tagtiere (z. B. die Empfindlichkeit der Zäpfchen nur und nach außen durch mehr oder
Lit. Kochendörfer, A.: Plastische Eigen- Eidechse, Schildkröte, viele Vögel) sehr viel weniger ansteigt; zudem ist weniger wohlausgebildete Flächen
schaften von Kristallen und metallischen vorwiegend aus Zäpfchen, die ausge- die Empfindlichkeitssteigerung schon abgegrenzter K. heißt *Einkristall.
nach 3 bis 4 min beendet. (17) Folgen die dem K. zugehörigen Flä-
Kriechgrenze, wahre. Die *Spannung, sprochener Nachttiere (z. B. Fleder-
Werkstoffen. Berlin 1941. [15]
maus, Igel, Eule) vorwiegend aus Kristall (grch. Eis). Bezeichnung, die chen dem *Rationalitätsgesetz, dann
bei_der die “Dehnung eines Werk- Stäbchen. Dagegen enthält die Netz- zunächst nur für Bergkristall (den nennt man solche Einzelkristalle, die
stoffes im Langzeit-*Zugversuch_ge- haut des Menschen man für so intensiv und langdauernd frei schwebend entstandensind (z. B.
rade noch vor Eintreten eines *Bru- (Frosch,Affe), die beiund von Tieren
Tag und Nacht gefrorenes Eis hielt, daß es nicht mehr in Schmelzflüssen usw.), *idiomorph
ches zum Stillstand kommt, wird gut sehen, Zäpfchen und Stäbchen. tauen konnte, s. Abb. 7) gebraucht (Abb. 2). Ein Gemenge aus zahlrei-
w. K. oder wahre *Dauerstandfestig- Charakteristisch die Stäbchen ist, wurde, später aber auf alle natürli.
keit bei der betreffenden Temperatur daß sie keine Farb-, sondern nur Hel- ahenSuoie. mitganz, bestimmter, ge-
bezeichnet. Diese. Kenngröße hat je- ligkeitseindrücke vermitteln. Beim setzmäßiger Flächenbegrenzung aus-
doch nur theoretischen Wert, da die Übergang vom reinen Tagesschen gedehnt wurde. Heute werden alle
Versuchein endlich vernünftigen Zei- zum reinen Dämmerungsschen ver- natürlichen und künstlichen festen,
ten abgeschlossen sein n. blassen deshalb die Farben immer zuweilen auch flüssige Stoffe von che-
Lir. Kochendörfer, A.: Plastische Eigen- mehr. misch wohldefiniertem Aufbau als K.
schaften von Kristallen und metallischen
Werkstoffen. Berlin 1941. [19 Die Foyea centralis des menschlichen bezeichnet, sofern die Einzelbaustei-
Kriechkomplianz, s. Viskoelastizität. Auges ist fast nur mit Zäpfchen, die ne eine ganz bestimmte, geordnete
Kriechversuch (creep test). Bei der Peripherie der Netzhaut fast nur mit Lage zueinander einnehmen (mit einer
Untersuchung der Festigkeitseigen- Stäbchen versehen. Deswegen kann für jede Stoffart, jeweils in bestimm-
ten Temperatur- und Druckbereichen
schaften der *Kristalle und Werkstof- man am Tage am besten mit der zen- eigenen Symmetrie). Die frühere For-
fe muß zwischen dynamischer und tralen Partie der Netzhaut, also beim derung des äußeren regelmäßigen
statischer Versuchsführung _unter- direkten Fixieren eines Gegenstandes Baues für den K.-Begrift wurde, be-
schieden werden. Letztere wird häufig sehen, während in der Dämmerung sonders durch die Röntgendiagram- ‚Abb. 2. Mehr oder weniger gut idiomor-
als K. bezeichnet. bei dunkeladaptiertem Auge die Netz- Phe Feldspäte und Quarz in glasiger
me, als unwesentlich erkannt; sehr Grundmasse zwischen gekreuzten Nicols;
Man erhält *Kriech- oder *Fließkur- hautperipherie sehtüchtiger als die viele K. können auf Grundihrer Ent- Kristalle hell, isotrope Grundmasse
ven bei den Kristallen als einen Zu- Mitte ist. Ein schwacher Stern, den stehung (z. B. letztauskristallisiert
sammenhang zwischen *Abgleitung & man am dunklen Himmelgerade noch und deshalb gezwungen, mit dem
dunkel; der große Feldspat zeigt Zonar-
struktur
bzw._ Abgleitungsgeschwindigkeit a sehen kann, wenn man an ihm vor- durch andere K. vorgebildeten Räu- chen, meist sehr kleinen in- und
und Zeit 1. Bei kleinen *Verformun- beisieht, verschwindet, wenn manihn men vorlieb zu nehmen) gar keine durcheinandergewachsenen K.-Indi-
gen wird man häufig statt einer kon- direkt fixiert. Die Verschiedenheit der“ eigene äußere Form ausbilden (*allo- viduen mit gegenseitig behinderter

ER
stanten *Schubspannung im *Gleit- beiden Schapparate drückt sich auch triomorph, Abb.1). Das Wesentlich- (allotriomorphen) Flächenausbildung
system eine konstante Last aufbrin- in der Wellenlängenabhängigkeit der,
gen, was näherungsweise erlaubt ist. Helleempfindlichkeit und in der
Bei stufenweiser Belastung kann man, Adaptationsgeschwindigkeit aus. Bei PET nennt man Kristallines oder auch viel-
kristallines Aggregat, kurz auch kri-
sofern das Fließen des Kristalls ver- abnehmender Beleuchtung tritt der stallin oder kristallinisch (Abb. 1).
hältnismäßig rasch abklingt, mit Hil- Züpfchenapparat gegenüber den Stäb- Solange die einzelnen Kriställchen
fe der K. *Verfestigungskurven auf- chen immer mehrzurück. Dabei ver- noch mit dem Auge unterschieden

U)
nehmen. Bei leizterer Versuchsan- schiebt sich das Maximum der Hell- werden können, nennt man solche
ordnung kann die seitliche Ausbrei- empfindlichkeit, das für das helladap- Massenphanerokristallin oder ahpha-
tung der *Gleitlinien, vor allem aber tierte Auge, d.h. für die Zäpfchen, nitisch, sonst kryptokristallin (ver-
das Tiefenwachstum der *Gleitbän- bei etwa 555 nm liegt, allmählich nach borgen kristallin).
der experimentell verfolgt und eine der kurzwelligen Seite bis zu eiwa In Gesteinen, vorallem in Sedimen-
Abb.1. Allotriomorphe Kalkspatkörner ten, findet man sekundär gebildete,
gute Übereinstimmung mit der Theo- SI0.nm. Wenn daher dem Auge zwei eines Marmors zwischen gekreuzten Ni- kugelige oder nierige, unregelmäßige
rie gefunden werden. Näheres s. Vis- aneinandergrenzende Gesichtsfelder ‚cols; schwarz: Körner in Auslöschstellung Massen von K.-Aggregaten, rein oder
koelastizität und Kriechen. [15] roter und blauer Farbe gleich hell er- ste eines K. also sein innerer Bau, mit anderen gemengt, Konkretionen
v. Kriessche Theorie. Nach der Du- scheinen, so empfindet man bei ge- die Anordnung seiner Einzelbausteine genannt(z. B. Feuersteinknollen, Py-
plizitätstheorie v. Kries’ sind zwei nügend,aber für beide Felder natür- in bestimmten Raumgittern (s. Kri- rit- und Brauneisennester, Tongallen
Sehvorgänge zu unterscheiden, denen lich um denselben Faktor herabge- stallstruktur). Man sagt auch, die [Geoden]u. ä.). Häufig aus eintrock-
zwei verschiedene Arten von Emp- setzter Beleuchtung dieser Felder das Eigenschaften der K. sind vektoriell nenden Geien entstanden, zeigen sie
fangsapparaten in der Netzhaut zu- blaue Feld heller als das rote (Pur- {in verschiedenen Richtungen ver- Hohlformen mit radialen Schrumpf-
geordnet sind: das Tagesschen und kinje-Phänomen). Die Stäbchen be- schieden), wobei gewöhnlich Rich- rissen (Septarien). Werden durch die-
das Dämmerungssehen. sitzen gegenüber den Zäpfchen die tung und Gegenrichtung gleichwertig se Risse im Innern Stücke abgetrennt,
Diese Theorie wird durch den ana- größere Fähigkeit zur Dunkelanpas- sind (bivektoriell oder tensoriell); dann entstehen die Klappersteine.
tomischen Nachweis der Existenz sung (Adaptation). Läßt man das verhalten diese sich unterschiedlich, Überhaupt zeigen die Konkretionen
zweier wohlunterschiedener Netz- ‚eben helladaptierte Auge im Dunkeln so nennt man sie univektoriell oder oft merkwürdige Formgestaltung
'hautelemente gestützt: der Zäpfchen ausruhen, so erreichen die Stäbchen polar (s. Abb. 26 u. 28 bei Kristall- (Lößkindel, Brillensteine usw.); sie
für das Tagesschen und der Stäbchen nach 30 bis 40 min eine Empfindlich- klassen). werden als solche auch als Morpho-
für das Dämmerungsschen. In Über- keit, die 5000 bis 6000mal größer als
150 151
Kristall Kristall
lithe zusammengefaßt. Auch die Gal- treten sie auch an Zonengrenzen (Zo- innerer Reibung die Waage, so wer- morphsein. Oft ergebensich dabei in
len-, Nieren- u. ä. Steine gehören zu narstruktur, Abb. 2) gehäuft auf. Auf den Ecken und Kanten der K. mehr der Nähe der Umwandlungspunkte
den Konkretionen. Werden kugelige diese Weise entstehen oft verschieden ‚oder weniger gerundet (Abb. 4). Bei prächtige Farbenspiele (z. B. bei den
Gel- oder Glasmassen kristallin, so gefärbte oder sonst chemisch und Überwiegen der Oberflächenspan- Cholesterinverbindungen), wie sie
bilden sich radialfaserige *Sphäro- physikalisch unterschiedliche Schich- nung sowie bei zu geringer innerer sonst nur beim Edelopal vorkommen.
kristalle. Sind die Fasern auf ebenen ten parallel zu K.-Flächen. Die Ein- Reibung werden die Teilchen (inner- Solche Farbenspiele lassen sich durch
Kluftflächen aufgewachsen, so ent- schlüsse können zuweilen auch den lich noch geordnet) schließlich äußer- unterschiedliche Brechung, Absorp-
stehen parallelfaserige K. (z. B. As- größten Teil des K. ausmachen, so lich zu rundlichen, kugeligen und tion, Reflexion und Beugung_des
best); bei wirrer Faseranordnung ent- daß der Wirtskristall lediglich” als vielgestaltigen Gebilden deformiert. Lichtes an zahllosen kleinsten Teil-
stehen. filzige K.-Aggregate, z.B. Skelett vorhanden ist, das dem Gan- So bilden Ölsaures Kalium und Am- chender einen Modifikation, die sich
Nephrit. Überzugartig, konzentrisch zen nur die äußere Form gibt. monium wohl noch tetragonale Pyra- — gewissermaßen in Lösung - in der
sind meist die Sinterbildungen und Mit Hilfe der Röntgen-Diagramme midenformen, doch sind dies anderenbefinden, erklären.
Tropfsteine, schalig-konzentrisch die haben sich die meisten Stoffe kristal- weich, daß sie sich, in der ing Die Erscheinungder flüssigen K. läßt
Ooide sowie die Gesteine daraus, die rt erwiesen, auch solche Stoffe schwimmend, zu einem Individuum sich in erster Linie durch deren Bau
Oolithe (Ei- oder Rogenstei ne) und wie erdige Tonminerale usw., bei de- (wieder in Pyramidenform) zusam- erklären. Man beobachtet sie nämlich
Pisolihe (Erbsensteine); alle nen man weder mit bloßem Auge menschließen, sobald sie sich berüh- nur an organischen Stoffen mit lang-
sind zunächst meist als Gel aus noch unter dem Mikroskop irgend- ren (Abb. 3). Stoßen sie beim Strö- gestreckten Molekülen und mit mehr
säuigten Lösungendenum Fremdkörper welche kristalline Regelmäßigkeiten men auf ein Hindernis, so verformen oder weniger Dipoleigenschaften.
schalig abgeschie und später kri- feststellen konnte und die man des- sie sich daran, versuchen aber später Beim unteren Schmelzpunkt bleiben
stallin geworden. Ähnlich sind auch halb für *amorph hielt. Die wenigen nach Aufhören der Strömung, die diese _stäbchenförmigen Moleküle
die Achatmandeln in Blasen von Er- tatsächlichen amorphen Stoffe zeigen alte Gestalt wieder anzunehmen. noch in lockeren Schwärmen (bis zu
‚zußgestei nen entstanden. Das an den alle mehr oder weniger intensiv das Auch bei Verletzung (z. B. Abbruch etwa Lichtwellenlänge), parallel ge-
Blasenwänden sich abscheidende Gel Bestreben,mit der Zeit in den kristal- der Spitze) stellen sie die ursprüng- ordnet, beieinander; die einen Mole-
wurde später oder gleichzeitig vor linen Zustand überzugehen. Der liche Form durch Streckung und Um- küle ordnen sich dabei mit ihrem
färbenden Lösungen rhythmisch im- Grunddafür ist darin zu suchen, daß lagerung wieder her (Regeneration, Pluspol hinter dem Minuspol der an-
prägniert. Zuweilen treten die Kon- der K.diejenige Form eines Stofes s. Kristallwachstum). deren an. Die einzelnen Schwärme
kretionen als Imprägnierungen auf, ist, dessen Oberfläche (innerhalb ei- Bei manchen flüssigen K. bewirken haben zueinanderbeliebige Lage und
z.B. Mangan- und Brauneisenflek- nes bestimmten Temperatur- und geringste Temperaturschwankungen sind auch in ständiger Auflösung und
ken, -bänder und -knötchenin vielen Druckbereiches) seiner geringsten in einem bestimmten, meist schr klei- Wiederaneinanderlagerung begriffen
Böden, Bleiglanzknöllchen als Knor- Oberflächenenergie entspricht. Alle nen Intervall beim Vorhandensein e nach Temperaturänderung). Durch
tenerz (im Buntsandstein bei Mecher- Punkte einer ebenen K.-Fläche ha- die Oberflächenspannung meist zu

vN
von etwas Lösungsmittel eine inten-
nich), Zinnoberflecken in Sedimenten ben gleiche Energie. Die verschiede- sive Formveränderung und Bewe- kugeligen Gebilden geformt, sind in
der Pfalz usw. nen Energieflächen stoßen deshalb in gung, so bei Paraazoxyzimtsäure-
Selbst die am besten ausgebildeten ganz bestimmten Kanten und Ecken äthylester. Die Viskosität wird da-
Einkristalle sind wohl von einer zusammen und bilden so die ganz
bestimmten *Kristallformen. Sehr durch so gering, daß die K. durch die
vollkommenen Gleichmäßigkeit, Ho- schön läßt sich bei flüssigen K. das stets vorhandenen Temperaturgefäll-
,
mogenität in ihrem Aufbau, weil Bestreben der Kristallformbildung strömungen ständig bewegt werden.
wohl nirgends die Voraussetzungen beobachten. Bald winden sie sich wurmförmig,
dazu gegeben sind (.a. *Idealkri- Man unterscheidet noch folgende
spiralig, bald spalten sie sich, vereini-
stall). Meist sind sie von mikrosko- gen sich wieder, ballensich zu kugeli-
sch kleinen Inhomogenitäten durch- Kristallarten: gen Gebilden zusammen und entwir- Abb. 3. Zwei in Lösung schwimmende
woben. Gas- und Flüssigkeitsblä 3) direkte K.,s. Kristallformen; ren sich wieder, erwecken also ganz flüssige (weiche) Kristalle (tetragonale
chen, Einschlüsse von festen Fremd- b) flüssige K. (kristalline oder aniso- den Eindruck 'von Kleinlebewesen Bipyramiden Ölsauren Ammoniums) bei
stoffen und Kriställchen in Form von trope Flüssigkeiten), chemisch reine (von ihrem Entdecker O. Lehmann Berührung sich ausrichtend und zusam-
Schüppchen, Nädelchen, Lamellen, Stofle, die in einem bestimmten Tem- deshalb scheinbar lebende K. ge- menfließend
Schlieren usw. oder aber in moleku- rintervall flüssig und ohne *Ela- nannt).
larer Beimischung, als feste Lösun- sgrenzen sind, dabei aber Kri- Flüssige K. haben zwei Schmelzpunk-

ff
gen, kolloidale Lösungen, dilute Ver- stalleigenschaften, besonders *Do) te, zwischen denen sie existieren. Bei
teilungen sowie als Gitterbaufehler, pelbrechung, zeigen. Man kennt eini- dem tieferen gehtderfeste K.in eine
Besetzung der Gitterpunkte mit an- ge tausend solcherStoffe, bisher aber trübe Flüssigkeit über; bei dem höhe-
deren ähnlichen Ionen oder Atomen nur aus organischen Verbindungen. ren klärt sich. die Flüssigkeit plötzlich
sind fast die Regel. Dadurch werden Sie bilden alle Übergänge zu festen auf (Klärungspunkt) und verhält sich
bes. die physikalischen Eigenschaf- K., so daß man z. T. auch vonflie- von da ab wie eine gewöhnliche,
ten beeinflußt. Die Einschlüsse zeigen Bend weichen K. spricht. Sind die nichtkristalline Flüssigkeit. Bei um- “aan.
außer der eigenen Form auch wohl Kristallisationskraft und die innere gekehrter Temperaturänderung wie-
die aufgezwungene des Wirtskristalls. Reibung groß genug, dann werden derholt sich dies in umgekehrter Rei
Sie sind entweder ganz unregelmäßig die Teilchen zu K. mit wohl ausgebil- 'henfolge. Flüssige K. können wie fe- Abb. 4. Flüssige (Nließend weiche) Kri-
oder gleichmäßig, häufig auch nach deten Flächen geordnet (Abb.3). ste K.bei verschiedenen Temperatu- stalle von p-Azoxybenzoesäureester;
kristallographischen Richtungen ver- Halten Oberflächenspannung und ren auch verschiedene Kristallstruk- Oberflächenspannung und Kristallform
teilt oder zusammengedrängt. Oft Kristallisationskraft sich bei geringer tur und -form aufweisen, also poly- versuchensich die Waage zu halten
152 153
Kristallachsen
diesen die länglichen Moleküle oft stalle, die sich bei der *Doppelbre-
radial angeordnet (unter gekreuzten chung entsprechend verhalten;
*Nicols zeigt sich in den Tröpfchen D) Ppseudoracemische, pseudosymme-
parallel den Nicolrichtungen Auslö- frische K.. s. Kristallzwillinge;
schung, also schwarzes Kreuz, wie m) polare K., s. Kristallformen,
man auch den Tropfen drehen mag, -klassen, -symmetrie;
was nur möglich ist, wenn die Fasern n) rechte K...s. Kristallformen.
in jeder Lage den Nicolrichtungen Die physikalischen Eigenschaften der
parallel verlaufen, was wiederum nur K. s. a. Kristalleigenschaften unddie
Abb. 8. Flüssigkeitseinschluß mit in radialfaserigen Kugeln der Fall einzelnen entsprechenden Stichworte.
doppelter Libelein Quarz (nach Zwischen zwei Glasplatten ge- Lır. Brauns, R.: Flüssige Kristalle. Hdb.
preßt, können flüssige K. auch senk- d.1934.Naturwissenschaften V. 2. Aufl. Jena
recht zu diesen (durch die adsorbie- bewesen. - Ders.: Flüssige Kristalle und Le-
rende Kraft des Glases) gerichtet wer- Jb. f. Mineralogie. Stuttgart
170 Referate aus dem Neuen
1931; dazu
den. Die Selbstreinigung flüssiger K. Sammelreferat ebenda. Sonderband
ist auch auf die Neigung ihrer Mole- Zs. f. Krist. 1931: Flüssige Kristalle. 79. 11
Abb.5. Scheinbar lebende Kristalle, infolge Tem- küle, sich parallel zu ordnen, zurück- Abhandl. undgesamte
Diskussionen (in diesen—
Peraturgefälle und Lösungsmittel bewegt. zuführen. Durch ein Tröpfchen Tu- Rinne, F.: Beiträge zur biologischen Kri-
Arbeiten die tere Literatur).
(nach Zeiss) sche verunreinigte flüssige K. schieben stallographie. Zbl. f. Mineralogi
diese Fremdkörper wieder aus ihrem A. 1931. - Weiteres s. Kristallphysil E
Verband zur Seite. Die Trübe der Kristallabbildungen, gewöhnlich idea-
flüssigen K. rührt daher, daß an ihren lisierte Bilder der natürlichen Kristal-
rundlichen oder unregelmäßigen
Grenzen sowie durch das Übereinan- le. Sie werden meist parallel-perspek-
tivisch (wie aus unendlicher Entfer-
dergreifen der verschieden orientier- nungbetrachtet) gezeichnet, damit ihr
Abb. 9. Flußspat mit doppelbre- ten Schwärme Beugung, Reflexion Zonenverband sowie
chenden Einlagerungen nach den und Streuung des Lichtes auftreten. weise parallelen Kantendie’undgruppen-
Spaltrissen (Vergr. 100fach) Betrachtet man einen einzelnen, iso- hervortreten. Das Zeichnen wird Flächen ge-
lierten flüssigen K., so erscheint er wöhnlich axonometrisch ausgeführt.
klar. Ebenso verschwindet die Trübe, Das zu benutzende *Achsenkreuz
wenn man durch magnetische Kraft- wird so projiziert, daß keine *Ach-
linien oder durch mechanisches Pres- senebene mit der Zeichenebene zu-
sen zwischen zwei Glasplatten eine sammenfällt, weil sonst kein per-
6. Steinsalz mit Einschlüssen von orientierte Ausrichtung der Schwär- spektivisches Bild entsteht. Die Kan-
I, dem durch den Kristall die Wür- me erzwingt. Bei weiterer Tempera- ten und Flächen werden dann mit
felform aufgezwungenist (nach Linck) tursteigerung (bis zum Klärungs- Hilfe der Symbole (s. Rationalitäts-
punkt) wird die Wärmeschwingung gesetz,
der Moleküle so stark, daß sich diese Auch unterKristallzone) aufgetragen.
immer mehraus ihrem Verband her- Projektion Benutzung der *Kristall-
ausschwingen und sich von diesem net werden. können Kristalle gezeich-
Für manche Zwecke
Punkt ab wie in einer gewöhnlichen werden auch nur
Flüssigkeit durcheinander bewegen. ebeneprojizierte K., sog.eine auf Achsen-
Kopfbilder,
<) Inverse K., s. Kristallformen; Vorder- oder Seitenansichten, be-
4) lebende K. (scheinbare), s. Ab- nutzt. Für wieder andere Zwecke
schnitt b); werden Fotos benutzt, z. B. um
o)linke K., s. Kristallformen;
f) meroedrische K., s. Kristallformen Tracht, Kristall-Habitus, Symmetrie,
Verzerrungen, Baufehler usw. zu zei-
und Kristallzwillinge;
2) mimetische K., s. Kristallzwillinge; Lit. Boeke, H.Kristallklassen).
gen (s. Abb.
h) negative K.. s. Kristallformen; Die Anwendung der
i) optisch-aktive K. nennt man sol- stereographischen Projektion bei kristal-
lographischen Untersuchungen. Berlin
che, die die Ebene des polarisierten 1911. — Gossner, B.: Kristallberechnung
Lichts drehen, s. Polarisation des und Kristallzeichnung. Leipzig 1914. [8]
tes und Zirkularpolarisation; Kristallachsen sind gedachte Linien
k)optisch-asymmetrische, -attraktive, von besonders bevorzugter Art und
-doppelbrechende, -einachsige, -ein- Lage. Näheres zu geometrischen K.:
fachbrechende, -monosymmetrische, a-, b-, c-, erste, zweite, dritte Längs-,
negative, -positive, -repulsive, -tri- Klino-, Quer-, Ortho-, Vertikal-,
‚Abb.10. Rutilnadeleinschlüsse, symmetrische, -wirtelige, -zweiachsi- Haupt-, Koordinaten-Achse s. unter
Abb. 7. Bergkristall (nach Bülow) we K. sind Bezeichnungen für Kri- ‚Achsenkreuz und Kristallklassen;
154 155
Kristallbau Kristalleigenschaften
zu Absorptionsachsen, S. Lichtab- - kalt, Glas - amorph - schlecht lei- und cm-Wellen, sondern auch in der sti, E.: Leitfähigkeit
sorption in Kristallen; nd - warm erscheinend). Solche K. Fernseh-, Rundfunk- und Nachrich- nismus fester Stoffe. und Leitungsmecha-
Göttingen 1948. —
zu mechanischen Elastizitätsachsen können durch einfache Hilfsmittel tentechnik Verwendung. Sie
den Vakuum-Dioden gegenüberhaben
Spenke, Elektronische Halbleiter.
der Kristalle: A-, B-, C-Achse, s. ergänzt werden: *Kristallhärte durch die Berlin 1955. 12]
Deformation der Kristalle; Ritzversuche, ebenso *Spaltbarkeit, Vorteile kleinerer Abmessung, gerin- Kristall-Dosimeter, Meßeinrichtung
zu elektrischen Achsen, s. Kristall- *Festigkeit, te durch einfache geren Gewichts, Wegfall der Hei- zur, Bestimmung von Strahlendosen.
eigenschaften, elektrische; Versuche, schließlich durch chemische zung, kleineren Störpegels und gerin- 28]
zu den optischen Kristallachsen: op- Proben, wie Säureprobe, Anlösung, gerer Kapazität. Germaniumdioden Kristalldrusen, Hohlräume, Gasbla-
sche Achsen, primäre optische Ach- Ätzung, Glühen, Schmelzen, Oxydie- z. B. werden für eine Sperrspa sen in Eruptivgesteinen, Lösungs.
sen, Binormale, sekundäre optische ren, Reduzieren usw. (Lötrohrprobe). bis 200 V für 40mA Anodendannung uer- nen,hohlräume, besonders in Kalkgesı
Achsen, Biradiale, s. Doppelbre- Genaue K. werden mit dem Pola- strom hergestellt. tektonischen Kluft- und Spal.
hung und Kristalloptik; . risationsmikroskop vorgenommen: Bei den K. werden *Halbleiter ver- tenräume u. von deren Wänden
zu Symmetrieachsen, Deckachsen in Doppelbrechung, *Lichtabsorption, wendet, die von Metallelektroden be- her zahlreiche Einzelkristalle mit an
der Kristallsymmetri Reflexion, Lage der optischen Ach. grenztsind. Diese sind
Feder gebogen oderzu meist zu einer ihren Enden wohlausgebildeten Flä-
6zählige Achsen, Di-, sen, Achsenwinkel, *Dispersion,op- einer Schleife chen Innere hineinragen, oft auch
Hexa-Gyre, Gyroide, Helikogyre, 5. tischer Charakter, kurz die optische oder Raute geformt. Es zeigte gedrängt, aggregatförmig oder
sich, radialfaserig,
Kristallsymmeirie und Kristallklas- Orientierung. Außerdem gibt es noch daß besonders diejenigen auch wohl peripher
sen; eine Reihe optischer Spezialgeräte, wirksam waren, die durch Halbleiter bandförmig,
geeignete nierig (aus Gelen zuweilen auch traubig,
zu bi-, di-polaren, bivektoriellen und wie Refraktometer zur Bestimmung Herstellung und hohe Reinheit entstanden). Öfter
polaren Achsen, s.a. bipolar; der Brechungsindizes, *Goniometer Einkristallzustand besitzen. Nur den in sind sie auch vollkommen zugewach-
zu topischen Achsen,8. d.; zur Messung von Kantenwinkeln, op- ihm haben die Elektronen in Ge und sen. In einer K. sind die Kristalle
zu thermischen Achsen der Kristalle, tische Hilfsinstrumente wie Kompen- Si eine extrem hohe Beweglichk eit. gewöhnlich von einer Art. Besonders
s. Kristalleigenschaften, thermische; satoren usw. Weiter kommt zur K. Nach der modernen Schottkyschen große K.heißen auch Kristallhöhlen
Windungsachsen, s. Lichtabsorption auf Grund der Kristallstruktur noch Theorie der Sperrschicht- und Spit- oder -keller. Auf ebenen Klufiflä-
in Kristallen.[8] *Beugung der Röntgen-Strahlen im zengleichrichter, die auch die Erschei hen aufgewachsene Kristalle heißen
Kristallbau, 5. Kristallstruktur, -sym- Kristall und das *Elektronenmi nungen der Flächengleichrichter mit Kristallrasen. Seitlich oder um einen
metrie, -wachstum. skop in Anwendung.Schließlich kön- umfaßt, entsteht an der Grenzschicht Mittelpunkt verwachsen, nach allen
Kristailbaufehler, s. Fehlordnung. nen viele andere Untersuchungsme- infolge des verschied
nenaustrittspotentials enen Elektro- Seiten wohl ausgebildete Kristalle
werden, nicht ganz logisch, Kristall-
Kristallberechnungen, sämtliche Me- thoden der gesamten *Kristallphysik im Halbleiter sruppen
thoden, das Wesen der Kristalle herangezogen werden. eine an Elektronen verarmte genannt. [8]
durch Zahlen oder Symbole zu er- Lit. s. Kristallphysik und die dort ange- schicht. Das Metall zieht so Rand- Kristalleffekte. Unter K. versteht man
fassen, im engeren Sinn: die Gesetze führten Stichwörter. [8] Elektronen aus dem Halbleiterlange ab, die Abhängigkeit des makroskopi-
der geometrischen *Kristallform (s. Kristalldetektor. Der K. dient zur bis sich ein Gleichgewicht zwischen schen Wirkungsquerschnitts
Kristallkanten, -zone, -symmetrie, Gleichrichtung hochfrequenter Strö- den elektrischen und den Diffusions - Substanz von der Kristallstruktureiner des
„klassen, Rationalitätsgesetz) und der me. Er spielte vor Einführung der kräften ausgebildet
tal steigt dadurch hat. Das Poten- Materials, z. B. Variation des makro-
*Kristalistruktur, im weiteren Sinn Elektronenröhre eine wichtige Rolle, vom Rand zum skopischen Querschnitts bei Umkı
auch die physikalischen Gesetze der wurde dann aber durch diese ver- Halbleiterinneren hin an. Legt man stallisation (Volumenänderung, An-
Kristalle. Besonders werden K. ange- drängt. Bei der Entwicklung der nun eine Spannung an, dann wird derung der Bindung). Der Eilekt
wendet bei Form- und Flächenbe- Technik der Ultra-Kurzwellen (dm- die Randschicht in der Sperricht ung spielt bei der Reaktorberechnung
und cm-Wellen) hat er aber erneut vergrößert, in der Flußrichtung da- eine Rolle,
segen verkleinert. Da die Rand- querschnitte bei der die Wirkungs-
stimmung (s. Rationalitätsgeseiz, Kri-
stallzone, -projektion), bei der Rönt- Bedeutung erlangt. Bei diesem kön- gegen Neutronen be-
gen-Diagrammauswertung zur Kri nen Röhren nicht mehr zur Gleich- schicht, auch Sperrschicht genannt, $ immendsind. [7]
stallstruktur- und -symmetrieermitt- richtung verwendet werden, da die durch die Verarmung an Ladung s- Kristalleigenschaften.
lung, ferner in der *Kristalloptik und Laufzeit der Elektronen beitechnisch trägern ein Gebiet erhöhten Wider- K. Die elektrische Leitf
schließlich auch in der übrigen *Kri- noch erreichbaren Elektrodenabstän- standes ist, fließen die beweglichen Kristalle ist T. in verschiedenen
stallphysik. [8] den von einigen zehntel Millimeter Ladungsträger (Elektronen oder Richtungen in ihnen verschieden; bei
Kristallbestimmungen dienen zur bereits in die Größe der Schwin- fektelektronen) eher aus dem Halb-De- kubischen ist sie unabhängig von der
Identifizierung von Kristallen oder gungsdauer von dm-Wellen fällt. Die leiter in das Metall als umgekehrt. Richtung; wirtelige Kristalle weisen
der sie aufbauenden Stoffe. Die pri- K. bestanden ursprünglich aus einem Wird der Strom im Kristall nicht
von Elektronen,sondern von Defekt parallel und senkrecht zur Haupt-
mitivste Art ist einfache Betrachtung. Mineralkristall (Pyrit, Bleiglanz, achse je einen verschiedenen Haupt-
n gut ausgebildeten Kristal- PbSe, PbTe); dann wurden technische vlcktronen getragen, so erhält man- wert auf; die übrigen zeigen entspre
len ist K. durch genaue Erfassung Produkte wie Si, Karborund und infolge ihres iven Charakters chend der dreiachsigen Indikatrix
der Flächen, Formen, Symmetrie, künstliche Pyrite und schließlich Ger- vine Umkehr von Fluß- und Sperr- drei verschiedene Hauptwerte. Eben-
Tracht und Habitus, evtl. auch der manium verwendet. K., auch Kri- richtung. An der Polung des K. er- so ist bei den nichtleitenden Kristal-
Farbe, des Glanzes, der Durchsich- stalldioden oder Kristallgleichrichter kennt man daher, ob die Substanz len die *Dielektrizität nach der je-
tigkeit u. a. möglich. In manchen genannt, haben sich neben dem Trok- Nlektronen- oder Defektleitung auf- weils vorliegenden Kristallsymmetrie
Fällen kann sogar Geschmack, Ge- ken- oder Sperrschichtgleichrichter‘ weist. richtungsverschieden. Manche nicht-
ruch, Klang, Gefühl helfen (z. B. die zu einem selbständigen Bauelement in Ir. Meinke, F., und F. W. Grundlach: leitende Kristalle gehören zu den be-
Zungenprobe der Juweliere, Edel- der Hochfrequenztechnik entwickelt !aschenbuch” der Hochfreq sten Isolatoren (z. B. der helle Glim-
steine als Kristalle gut wärmeleitend und finden jetzt nicht nur bei dm- Berlin-Göttingen-Heidelberg uenztech nik.
1962. - Ju- mer).
156 157
Kristalleigenschaften Kristalleigenschaften
Bezüglich der *Thermoelektrizität trizitäsmenge ist proportional der bau abhängig. Sie können diesbezüg-Pollagen der Erde abweichen. Das ist
kann man eine Spannungsreihe der Temperaturänderung und dem Kri- lich in drei Gruppen unterteilt wer-
ein Beweis dafür, daß sich die Pol-
Kristalle mit Selen am positiven, mit stallquerschnitt, nicht aber abhängig den. Die kubischen Kristalle sind in
lagen der Erde oder aber die Kon-
Wismut am negativen Ende aufstel- vonder Kristall-Länge und derZeit- allen Richtungen magnetisch gleich;tinentlagen zum Pol (Kontinental-
len. Die Spannung ist um so höher, dauer der Temperaturänderung. Mit die wirteligen Kristalle sind parallel
verschiebung) im Laufe der Zeit we-
je weiter die betreffenden Kristalle ihrer Hilfe kann man bei undeutlich und senkrecht zur Hauptachse unter-
sentlich geändert haben. Wahrschein-
dieser Reihe auseinander liegen. Un- ausgebildeten Kristallen oft die Klas- schiedlich. Die übrigen (optisch zwei-
lich tritt im Einzelfall das eine oder
ter den Nichtmetallen gibt es Kri- senzugehörigkeit ermitteln. achsigen) K. verhalten sich in dreiandere mehr hervor, oder beides
stalle, die der weitesten metallischen Bei einseitigem Druck oder ungleich- zueinander senkrechten Richtungen kommt zusammen.
Spanne nahe kommen; soergibt Py- mäßiger Temperaturänderung (wobei verschieden; diese brauchen aber nur
4. Mechanische s. Bruch, Defor-
rit mit Kupferkies eine achtmal höhe- Spannungen im Kristall entstehen) bei den, Hhombischen mit den
re Spannung als Antimon und Wis- tritt an Kristallen ohne Symmetrie- schen Ellipsoidachsen zusammenfSi mation, Elastis Festigkeit,
tung, Kristallhärte, Schiebung, Glei-Spalt-
al-
mut. Pyrit kann ein solches Paar al- zentrum ebenfalls polare Elektrizität len,dei den monoklinen nur in der barkeit. Tas Saal
lein abgeben: als Pyritoeder mit senk- auf (*Piezoelektrizität). Im Gegen- b-Achse, bei triklinen überhaupt
5. Optische K., s. Kristalloptil
recht zur felkante gestreiften satz zur Pyroelektrizität tritt sie auch nicht. Da die Kristalle auch in eine
Lichtabsorption in Kristallen. en
Flächen negativ, parallel der Würfel bei Kristallen mit mehreren polaren “paramagnetische und eine *diama- 6. Thermische K., analog den opti-
kante gestreift positiv. Verunrei Achsen auf, und zwar auch bi netische Gruppe zerfallen, werdenschen. Es gibt wärmestrahlendurch-
gungen können die Thermoclastiz seitigem Druck (oder gleichmäßiger lie in den Richtungen unterschie d-
lässige (oder -durchsichtige, sog. dia-
tät wesentlich beeinflussen. Man be- Temperaturänderung). Wo bei Ab- lichen Kristalle, zwischen Magnet- thermane) und wärmestrahlenun-
nutzt diese deshalb auch, um Ver- kühlung Pyroelektrizität auftritt, tritt polen aufgehängt, eine ganz bestimm-
durchlässige (-undurchsichtige). Eben-
unreinigungen nachzuweisen oder auch Piezoelektrizität auf, ebenfalls !e Lage einnehmen. So bleibt eine
*Mischkristalle zu bestimmen. positiv, umgekehrt bei Erwärmung natürliche Perle, obwohl aus rhom- so kann man sie einteilen in wärme-
strahlenfarblose und -gefärbte. Er-
Kristalle mit einer einzigen polaren oder Zug. Aufdiese Weise kann man bischem Aragonit, in jeder Lage stere absorbieren alle Strahlen gleich-
Symmetrieachse zeigen bei gleichmä viele komplizierte Kristallsymmetrien ruhig, weil sie aus konzentrischen mäßig, letztere nur bestimmte Wel-
Biger Temperaturänderung elektri- und Zwillingsbildungen (z. B. beim Schalen aus lauter radialen Kristall- lenlängen.
sche Polarität (*Pyroelektrizität). An Quarz) aufklären. fäserchen besteht, also keine bevor- Genau so wie es für Licht doppelbre-
einem Ende der polaren Achse ıri Auf der Piezoelektrizität beruht die zugte Richtung hat. Eine Zuchtperle chende Kristalle gibt, diese auch
bei Erwärmung positive Elektrizität Benutzung eines Quarzkristalls als dreht sich dagegen bis zur diamagne- doppelbrechend für” Wärmestrahlen
(analoger Pol), am anderen Ende ne- Meßinstrument bei Beanspruchun- tischen Lage, weil sie aus einem par- (einachsige und zweiachsige und dar-
gative (antiloger Pol) auf. Bei Ab- gen. Umgekehrt kann man bei elek- Nelfaserigen Kern besteht, der ku- unter wieder zirkularpolarisierende).
kühlung ist es umgekehrt. Diese Ach- trischer Aufladung eines solchen Kri- lig ausgeschnitien und 'nur mit
se nennt man auch die elektrische stalls eine Verlängerung bzw. Ver- ner dünnen konzentrischen Schale
Achse. Man kann die Pyroelektrizi- kürzung desselben erzielen, bei] umgebenist.
tät anschaulich machen, indem man Wechselstrom schnell miteinander Viele Kristalle, besonders die eisen-
n polaren Kristall (z. B. Turma- abwechselnd, also Schwingungen, die haltigen, darunter auch viele Silikate,
an dem sie 1703 auch entdeckt mit elektrischen Schwingungen glei- wie Hornblenden, Augite usw., wer-
wurde) erwärmt und beim Abkühlen cher Frequenz in Resonanz geraten. en von Magneten angezogen. Die
mit Mennige- und Schwefelblütege- Darauf beruht die Anwendung der Anziehung ist für die gleiche Fe-
misch durch ein feines Gazesicb be- Quarzkristalle in der Radiotechnil Menge in verschiedenen Kristallen
stäubt. Durch die Reibung an der als Steuerquarz. schr verschieden und wohl von der
Gaze wird die Mennige positiv, die Bei Bestrahlung von Kristallen treten chemischen Bindungsart abhängig.
Schwefelblüte negativ aufgeladen, häufig lichtelektrische Efiekte a Technisch wird diese K. für magn
und diese werden deshalb von den (äußere lichtelektrische Effekte), \ische Erzaufbereitung und magneti-
umgekehrt aufgeladenen Polen ange- denen Elektronen von der Oberfläche sche Erzsuche sowie für geophysika-
zogen, so daß bei Abkühlung das emittiert werden. Außerdem wird di lische Untersuchungen ausgenutzt.
eine Ende rot, das andere gelb wird. Leitfähigkeit durch Bestrahlung ver- Manche Kristalle besitzen Dauerma-
Bei Erwärmung ist es umgekehrt. ändert, und es treten photoelektro- knetismus, so Magnetkies, Magnet-
Bei konstanter Temperatur _ver- motorische Kräfte auf. eisen (letzteres aber meist nur bei
schwindet die Pyroelektrizität, ein Bei Anwendung von Stoßspannungei schwacher Zersetzung in Eisenoxyd). Helle weiße Ellipse: Geschmolzene Ela-
Zeichen, daß sie durch Spannungen kurzer Dauer erfolgen Teilentladun: Nord- und Südpol sind oft gut aus- idinsäure auf Gipsspaltstück. Schwarzer
Punkt: Durchgangsstelle
und ungleichmäßige Verschiebungen gen an Kristallen in bestimmten be. neprägt, bei Erzlagern meist durch des Drahtes
im Gitter bedingt ist, welche nur so vorzugten Richtungen, die durch de- ‚len _Erdmagnetismus induziert. (nach Linck)
lange andauern wie die Temperatur- ren Symmetrie bedingt sind. Durch wiederholten Blitzschlag in Die Wärmeleitfähigkeit ist ebenfalls
änderung. Umgekehrt kann man 2. Geometrische K.. s. bergspitzen wird sogar in Fe-haltigen nach der *Kristallstruktur ausgerich-
tet. Es gibt Richtungen größter,
einen polaren Kristall abkühlen, Kristall, Kristallflächen, Silikaten polarer Dauermagn etismus
wenn man ihn so in ein elektrisches -kanten, -klassen, -struktur, erzeugt. Sorgfältige neuere Untersu. kleinster und (bei bestimmten Kri-
stallen) mittlerer Leitfähigkeit (ther-
Feld bringt, daß dessen Kraftlinien metrie, -verwachsungen, -wachstui chungen haben gezeigt, daß Erzlager mische Achsen). Optisch. *isotrope
vom antilogen zum analogen Pol lau- -zone, -zwillinge, Rationalitätsgeset und Fe-haltige Sedimente früherer Kristalle leiten die Wärme vom Zen-
fen oder bei umgekehrter Anord- Polymorphismus. „eologischer Zeiten in ihrer Pollage trum aus in alle Richtungen glei
nung erwärmen. Die gebildete Elek- 3. Magnetische K. sind vom Kristall- nanz wesentlich, ja bis zu 90° von den die wirteligen besitzen in
einer Ri
158 159
Kristallenergie Kristallfarben
tung die größte, in allen dazu senk- ergeben. Bei einem unverzerrten Git- durch selektive Absorption und Re- nen Kristall betrachtet, oder als
rechten Richtungen die kleinste Leit- ter kommenhierfür nur die kristallo- flexion. Sind beide für alle sichtbaren Fremdbeimengung, als Verunreini-
fähigkeit oder umgekehrt. Alle ande- graphischen Richtungen in Frage. Wellen gleichmäßig, so ist der betref- gung, ansieht, muß man ihn als idio-
ren Kristalle besitzen drei senkrecht Wird der Magnetisierungsvektor aus fende Kristall bei starker Reflexion oder allochromatisch ansprechen.
aufeinander stehende verschiedene einer Richtung in eine andere ge- farblos oder weiß (bei fehlender Re- Allochromatisch bedingtist auch der
Richtungen der Wärmeleitung. So er- dreht, so ist dabei eine Arbeit zu lei- flexion oder vollständiger Absorption Schiller mancher Kristalle. Er kommt
hält man auf einem mit Elaidinsäure sten. Unter der K. versteht man nun ‚oder Durchlassung schwarz). Wird ir- zustande durch nach ganz bestimm-
überzogenen Gipsspaltstück, dem jene Arbeit, die zu leisten ist, wenn gendeine oder werden mehrere Wel- ten Kristallflächen gesetzmäßig einge-
mittels cines Silberdrahtes an einem der Magnetisierungsvektor aus der len vernichtet(in andere Wellen oder lagerte Blättchen und Schüppchen
Punkt Wärme zugeführt wird (gegen Richtung der leichtesten Magnetisie- Energie überführt), so ergeben die von anderen Stoffen, durch Kriställ-
Strahlung abgeschirmt), eine ellipti- rung in eine andere gedreht wird. Bei übrigbleibenden eine entsprechende chen oder
sche Schmelzkurve, entsprechend den den einzelnen Gestalt-Systemen ist Mischfarbe, oder eine einzig. übrig- angeordnetedurch ebenso gesetzmäl ig,
feine Haarrisse und
ungleichwertigen Achsen (s. Abb.). die K. schr verschieden. Beim kubie bleibende Welle bewirkt eine reine Klüftchen, so das Labradorisieren des
Ebenso wie für das Licht ändert sich schen System des Eises ist die Wür- Farbe. Man sagt, der Kristallist ge- Labradorits (Schillernin allen
auch für Wärmestrahlen n felkante [100] die Richtungleichtester färbt. Er ist idiochromatisch oder
Regen-
bogenfarben bei verschiedenem Wen-
ratur und Wellenlänge die Lag Magnetisierung; beim ebenfalls kubi kurz farbig, wenn seine Farbe durch den des Kristalls gegen das Licht, al-
thermischen Achsen. Bei den isotro- schen Nickel ist es die Raumdiago- ihn selbst bedingtist (z. B. Gold gelb,
Malachit grün), oder er ist allochro-80 bei verschiedenem Winkel von ein-
pen, wirteligen und rhombischen nale [111], beim hexagonalen Kobalt fallendem Licht und
Kristallen liegen die Achsen fest; sie die hexagonale Hauptachse [0001], matisch (fremdfarbig) oder kurz ge- fläche, welch letztere so Einlagerungs-
fallen auch für Wärme und Licht zu- Gewöhnlich wird die K. auf die Rich! dünnist, daß
färbt, wenn seine Farben von idio- auch *Farben dünner Plättchen eine
sammen. Bei monoklinen Kristallen tungleichtester Magnetisicrungbezo- chromatischen feinen Beimengungen Rolle spielen) oder so der Schiller
ist dagegen nur eine Achse für beide gen. Formelmäßig wird die frei herrühren, die in dem ansich farblo- und das Blinken des Aventurins und
Strahlenarten die gleiche undfestlie- Energie für kubische Systeme dur sen Kristall fein verteilt sind. Dieser des Sonnensteins, das durch punkt-
gend. Bei triklinen Kristallen sind die Bezichung Fall ist bei den natürlich vorkom-
alle Achsen voneinander unabhängig. Fa = Kot Kata + antan? + menden Kristallen ungeheuer häufig, förmiges Aufleuchten an ‚Einlage-
Über Ausdehnung durch Wärme s. z.B. bei Feldspäten (wodurch diese rungskörperchen in den Kristallen
Deformation. + 080%) + Ka(aı? a°on}) je nach Stoff und Art der Beimen- Licht beim Drehen derselben gegen das
bedingtist (Aventurisieren), so
Lır. Eskola, P.: Kristalle und Gesteine. wiedergegeben. Die Differenz gung rot, grün, blau, kurz in allen auch der mild bläulichglänzende
Farben neben farblos erscheinen), Schiller oder Schimmer
Wien 1946. - Voigt, W.: Lehrb. der Kri-
stallphysik. Leipzig 1910. Hdb. freien Energie für gewisse Richtu: ebenso bei vielen anderen, weshalb (das Glauki-
sik 13. Berlin 1928. Grüneisen, ist dann die K. Die Konstanten Kı sieren, svw. grünschimmern) des
tallische Leitfähigkeit, und H und X» sind charakteristisch für di die natürliche Farbe meist nicht zur
Bestimmung der Kristalle herange- Mondsteins und der Schimmer sowie
hagen: Pyro- und Piezoelektrizität. -— System und für das Material. Die das Farbenspiel des Edelopals, das
Himmel, H.: Elektrische Eigenschaften %, %&sind die Winkel-Cosinus d zogen werden kann. Sind die farbigen
Beimengungen feinst verteilt, sozu- Opalisieren (meist bedingt durch mi-
d. . Handwörterbuch d. Naturw. bestimmten Richtung, bezogen auf di kroskopisch feinste Hohlräume oder
Jena 1934. - Groth, P. v.: Elemente d.
physik. u. chem. Kristallographie. Mi Würfelkante des kubischen Elem sagen in fester Lösung,so spricht man
von diluter (aufgelöster - verdünnter) kolloidale Trübungen usw., an denen
tarwürfels. . Färbungoder vondilut verteilten Ein- Totalreflexion, Beugung und Zer-
‚chen 1920. [8]
Für das hexagonale System gilt lagerungen. Diese sind beim Steinsalz streuung des Lichtes stattfinden). Sol-
Kristallenergie. Die Annahme, daß Formel meist blau (durch metallisches Na ches Farbenspiel beobachtet man un-
cin Ferromagnetikum unterhalb der Fr K’ «sin? & + K” sin! a, ter ähnlichen Umständen auch bei
Curie-Temperatur spontan magneti- radioaktiver Entstehung), beim Sa-
phir blau, beim Rubin rot, beim Fluß- flüssigen *Kristallen. Das Feuer vie-
siert ist, konnte experimentell bestä- wobei & der Winkel gegen die he: spat violett, grün und blau usw. In ler Edelsteine ist neben einer *Disper-
tigt werden. Die Magnetisierung in gonale Achse ist. Die Bestimmung anderen Fällen kann man die idio- sion der Farben ebenfalls durch To-
Richtung des wirksamen Feldes Konstanten muß an Einkristall talreflexion an feinsten Hohlräumen
kommt im wesentlichen durch die vorgenommen werden. [24] morphen Beimengungen unter dem
Mikroskop oder gar mit bloßem Au- und durch Absorption, Beugung und
Ausrichtung der spontan magneti- Kristallfarben, wie bei *amorpl
ge als feine Körperchen sehen (häu- Zerstreuung an. diluten Einlagerun-
sierten Bezirke in die Feldrichtung Körpern bedingt durch die Farbe fig feine Blättchen oder Schüppchen gen bedingt. Die Oberflächenausbil-
zustande, wobei der Betrag der Ma- auffallenden Lichtes, durch Absoi dung, als mehr oder weniger glatt
gnetisierung innerhalb eines Bezirks tion, Reflexion und Oberfläche von Eisenoxyd, Chlorit usw.), Sie oder rauh sowie die Art der Rauheit
konstant bleibt. Aus der Existenz schaffenheit der Kristalle. So sicht, könnensich natürlich auch idio- und
allochromatisch überlagern. Über- und Unebenheit spielen ebenfalls für
einer endlichen Magnetisierungsar- B. der Alexandrit bei Tageslicht
haupt neigt man heute dazu,die frü- die Reflexion, Absorption und Zer-
beit folgt zwingend, daß einzelne bei Lampenlichtrot aus. Deshalb
her für so treffend gehaltene Unter- streuung und somit für die Farbe eine
Richtungen bei der Magnetisierung die in der Literatur angegebene
scheidung nicht mehr so streng auf- bedeutende Rolle. So kann ein und
eines Materials bevorzugt werden. stets nur für Tageslicht. (Über FI derselbe Kristall infolge verschiede-
Die Richtungen mit einem Minimum higkeit optisch anisotroper Kristall recht zu erhalten, da in vielen Fällen
die allochromatischen Beimengungen ner Oberflächenausbildung verschie-
der freien Energie stellen dann die in verschiedenen Richtungenverschi
den *Mischkristallen entsprechen. Je dene Farben besitzen. Besonders auf-
Vorzugslagen der Magnetisierung dene K. zu zeigen, s. Lichtabsorpi nachdem, ob man in solchen fällig ist die Strichfarbe oder der
dar. Abgesehen von der Gestaltan- in Kristallen.) 4
den färbenden Teil als isomorpheFällen Strich vieler Kristalle, der zum ma-
isotropie sollen hier nur die Vor- Bei Tageslicht oder anderem ni mischung, also insgesamt mit derBei- kroskopischen Bestimmen meist wich-
zugslagen betrachtet werden, die sich monochromatischen Licht entstel
eren farblosen Komponente als an- tiger ist als die Oberflächenfarbe. Zu
aus der inneren Struktur der Materie im *Auflicht die verschiedenen ei diesem Zweck streicht man mit dem
160 161
Kristallflächen Kristallflächen
Kristall über eine unglasierte Porzel- Manche Kristalle, die opak erschei- den, da schon zwei Flächen,ja sogar Flächen verschiedener Formen (auch
lantafel, so daß ein feines Kristall- nen, sind für bestimmte Wellenlän- eine einzige eine *Kristallform sein an ein und demselben Kristall), z. B.
pulver daran haftenbleibt. Der Strich gen durchsichtig, so Graphit im ul- kann. Ganz allgemein unterschied Würfel- und Oktaederfläche,sind da-
des gelben Pyrits ist schwarz, der des traroten Bereich; die für gewöhnli- man früher nach ihrer Lage zum gegen ungleich oder ungleichwertig,
schwarzen Eisenglanzes rot, der der ches Licht klar durchsichtige Zink- *Achsenkreuz drei Arten von K.: was häufig schon äußerlich an der
grünen oder braunen Hornblende blende ist im ultravioletten Bereich 1. Pyramidenflächen, die alle drei verschiedenen Flächenbeschaffenheit
grau bis weiß. völlig opak. Opake Kristalle mit far- ‚Achsen schneiden; zu erkennenist. So bildet der tetra-
Veränderung oder Bleichung der Far- bigem (wie Eisenglanz mit rotem) 2. Prismenflächen, die nur zwei Ach- gonale Magnesiumplatincyanür wür-
ben beruhen meist auf langsamer Strich zeigen damit, daß sie für die sen schneiden (in besonderen Fäl- felähnliche Formen, bei denen zwei
chemischer Umsetzung infolge Be- entsprechende Komplementärfarbe len Domen); Flächenpaare grün und das dritte rot
strahlung oder anderer Einwirkun- nicht gänzlich oder wenigstens nicht 3. Pinakoide oder Endflächen,die nur leuchten; die zwei Arten von Flächen
gen. So geht roter Realgar in gelbes in dünnenSchichten opak sin eine Achse schneiden (in besonde- sind also ungleichwertig; sie verhal-
Auripigment über, blaue Kupferlasur Durch reiche Einlagerungen in gro- ren Fällen Basis). ten sich ‚wie. die vier Prismenflächen
in grünen Malachit. Auf oberflächi- ber oder diluter Verteilung oder von Die Pyramidenflächen werden auch und die zwei Endflächen tetragonaler
ger Veränderung beruhen meist die Kolloiden, von winzigen mikroskof Flächen allgemeinster Lage oder auch Formen. Die Flächenbeschaffenheit
Anlauffarben vieler Stoffe. Oft sind schen Hohlräumen, Gasbli allgemeine einfache Form genannt(es ist überhauptselten völlig gleichmä-
Flüssigkeitseinschlüssen kann ei gibt unendlich viele davon). Schnei- Big eben oder glatt. Gewöhnlich sind
sie für diese geradezu charakteristisch.stall früb, trüb-weiß oder trüb-ge- den sie die Achsen im primären, ein- die K. mehr oder weniger matt, rauh,
Sie sind meist durch dünne Häutchen, färbt oder schließlich_trüb-undurch- fachen Verhältnis , so nennt gestreift oder gemustert. Bedingt ist
Oxydationsüberzüge oder andere che- sichtig werden. Die Trübung kann ie Einheitsfläche, Bezugsfläche, das wiederum durch unterschiedliche
mische Umsetzungsfilme der Stoffe auch fleckig oder zonenweise (s. Kri- ‚oder Grundform. Wachstumsbedingungen, Störungen
selbst oder auch gänzlich anderen Ur- stallwachstum) auftreten (die Einla- Bei den Flächeneines Kristalls unter- oder dadurch, daß ein Kristall eine
sprungs, bedingt. Oft sind sie so gerungentreten zonenweise auf oder, scheidet man zwischen echten Flä- Flächenart besser ausbilden kann als
dünn, daß sie die Farben dünner ändern sich zonenweise). Das ist aber chen, den eigentlichen K., die dem eine andere, wodurch Überschneidun-
Plättchen zeigen, die öfter wiederum auch bei idiochromatischen Kristallen *Rationalitätsgesetz gehorchen, und gen, Verzerrungen usw. vorkommen.
von der Stoffeigenfarbe überlagert möglich, wenn während des Wachs- den unechten, allen anderen, die die- Da die Flächenbeschaffenheit, wie
werden. tums ein- oder mehrmaliger Lösungs- sem Gesetz nicht gehorchen, auch Vi- ‚oben gezeigt, streng der Symmetrie
Die Farbe undurchsichtiger oder we- wechsel stattfand und so zonenweise, zinalflächen (von vieinus: Nachbar) unterliegt, kann man an ihr Kristall-
nig durchsichtiger Kristalle rührt vor- verschiedene isomorphe Glieder eines genannt. Diese sind meist durch klasse, Kombinationen von Formen
nehmlich von der Oberfläche her und Mischkristalls sich ablösen. Wachstumsstörungen bedingt und und Zwillingsbildung erkennen. Kom-
wird deshalb Oberflächenfarbe_ge- Lit. Link, G.: Grundriß d. Kristallo-' binationsstreifung nennt man die
nannt. Wird das Licht von der Ober- graphie. 5. Aufl. Jena 1923.
B.: Klockmanns Lehrb. d.
Ramdohr,
Mineralogie. Streifung einer ‚Fläche parallel der
flächenurteilweise reflektiert und ab- Stuttgart 1948. — Becker, A.: Kristall Kombinationskante (mit einer ande-
sorbiert, so ist der beireffende Kri optik. Hwdb. d. Naturwissenschaften‘ ren vorhandenen oder möglichen K.).
stall mehr oder weniger durchsichtig. V. 2. Aufl. Jena 1934. - Rosenbusch- Sie ist bedingt durch das Bestreben
Die Durchsichtigkeit ist allerdings nur Wülfing: Mikroskop. Physiographie. 1. der Kristalle, diese Fläche auch zur
ein relativer Begriff. Manche Kristal- Bd., 1. Hälfte. Stuttgart 1924. [8] ‚Ausbildung zu bringen, ohne daß es
le sind selbst in großen Stücken was- Kristallflächen, die ebenen Begren- ihnengelingt. Zuweilen erscheinen K.
serklar durchsichtig; andere, die auch zungen der Kristalle, die sich unteı gekrümmt, verbogen oder ausgehöhlt.
in schr kleinen Exemplaren noch un- für die verschiedenen Kristalle cha- ‚Auch dasist ganzähnlich wie die FIä-
durchsichtig sind, werden erst im rakteristischen Winkeln in den *Kri- henbeschaffenheit und die Vizinal-
Dünnschlift vollkommen durchsichtig, stallkanten schneiden, während diese, Abb.1. Oktoedrisches Wachstumsmuster flächen zu erklären (s. Abb. 2). Be-
wieder andere wenigstens durchschei- sich. wiederum in den Kristalleckeı auf Würfellächen von Flußspat ange-
nend. Mineralien, die bei Dünnschlift- treffen. K. sind von anderen geome- deutet (nach Sauer)
stärke (ca. 0,033 mm) weder durch- trischen Flächen, denen sie äußerli
sichtig noch durchscheinend werden, gleichen, dadurch unterschieden, daß entsprechen nicht ihrem inneren Git-
nennt man opak (jedoch werden opake sie eine ganz bestimmte Symmetrie (s; terbau. Sie entstehen z. B., wenn der
Mineralien bei genügend dünnen Kristallsymmetrie und-klassen) in ih“ Kristall beim Wachsen gegen eine
Schnitten schließlich auch durchsich- rer Lage zueinander besitzen, mit) Fremdwandstößt und so in der Aus-
ig oder durchschimmernd, wie sehr ganz bestimmten Kantenwinkeln an bildungseinereigenen Flächen behin-
dünnes Blattgold grünblaugrün durch- einanderstoßen (s. Kristallkanten) dert wird (s.a. Kristallwachstum,
schimmernd wird). Farblose Kristalle und in ganz bestimmten Verhältnis- Kristallpseudomorphosen), ferner
sind. klar durchsichtig, farbige oder sen zueinander stehen (s. Rationali- durch verschieden orientierte Keime,
gefärbte farbig- oder gefärbtdurch- tätsgesetz). Die Bezeichnung der K. durch Alternation zweier echter Flä-
sichtig. Die Farbe des durchfallenden im einzelnen erfolgt durch Symbole chen u. ä.; ihre Indizes sind entweder
Lichtes braucht (je nach den im Kri- und Zahlgruppen (s. Rationalitätsge- irrational oder sehr hoch.
stall vor sich gehenden Absorptions- setz); sonst werden die K. in der Kri- Alle echten K., die zu einer Form ge-
vorgängen) keineswegs die gleiche wie stallform mit ausgedrückt. In der Kri- hören (z.B. acht Oktaederflächen),
die der Oberfläche zu sein, wie z. B. stallographie wird zwischen beiden müssen nach der *Kristallsymmetrie Abb. 2. Verbogen gewachsener Quarz
beim Gold. nicht immer grundsätzlich unterschie-" auch gleich oder gleichwertig sein. (nach Brauns)
162 163
Kristallformen Kristallformen
sonders wenn nah verwandte, aber 1. Das Pedion (Feld), K. aus einer Pyramiden (Abb. 20, 28, 30 bei »Kri- nicht vollflächigen K. werden auch
nicht völlig isomorpheStoffe, in mi- einzigen Fläche ohne Beziehung zum stallklassen«), ähnlich aus Pinakoiden als meroedrische (minderflächige) oder
kroskopisch feinen *Subindividuen ‚Achsenkreuz; sie genügt der triklin- Bipyramiden (Abb. 2, 26 bei »Kri- Teilflächner bezeichnet. K. mit pola-
orientiert, miteinander verwachsen pedialen Klasse sowie allen anderen stallklassen«), aus Domen dihexago- ren Symmetrieachsen heißen hemi-
sind, entstehen solche scheinbaren Klassen mit polaren Achsensenkrecht nale und ditetragonale Pyramiden morph; ein entsprechender Kristall
Krümmungeninfolge der wenig von- zu diesen (Abb. 2 bei »Kristallklas- usw. Durch Kombination von drei zeigt nurdie eine Hälfte einer vollen
einander verschiedenen Kantenwin- sene). gleichwertigen Pinakoiden entsteht Form oder ist an beiden Enden der
kel. der Würfel. Durch Kombination von polaren Achse verschieden ausgebil-
Lır. Kristallklassen.[8] zwei gleichwertigen Pinakoiden, Do- det (Abb. 41 bei »Kristallklassene).
Kristallformen, die nach *Kristall- men oder Sphenoiden (Form und Ge- Korrelate Formen nennt man zwei
symmetrie und -klassen zusammen- ‚genform) entstehen Prismen (Abb. 9, verschiedene K. einer Symmetrieklas-
gehörenden gleichwertigen *Kristall- 10, 11 bei »Kristallklassene). se (z.B. zwei Hemieder), die sich zu
flächen,z.B. die sechs Flächen des Nach der Lage unterscheidet man bei einer anscheinend holoedrischen K.
Würfels, die acht des Oktaeders (ge- Pinakoiden (in rhombischen, mono- ergänzen (Abb.3; zwei Tetraeder ge-
schlossene Formen, auch einfache klinen und triklinen Klassen) parallel ‚geneinander gedreht ergeben ein Ök-
Formen genannt), nicht aber die sechs der kürzeren a (Brachy- oder Längs-
Begrenzungen eines quaderförmigen Abb.2. a) Doma, symmetrisch zur Sym- achse) Brachypinakoid oderseitliche
tetragonalen Körpers; dieser wird von metrieebene S (Winkel veränderlich), Endfläche oder Längsfläche (auch 2.
zwei verschiedenen K. begrenzt, von b) Sphenoid, zwei spiegelbildlich gleiche Pinakoid), parallel der längeren 5
Flächen, durch deren gemeinsame Kante, (Makro- oder Querachse) Makropina-
dem aus vier gleichwertigen Flächen eine zweizählige winkelhalbierende
bestehenden Prisma und von der aus Deckachse geht koid oder vordere (hintere) Endfläche
zwei, ebenfalls zueinander gleichwer- 2. Das Pinakoid, auch Endfläche ge- oder Querfläche (1. Pinakoid), bei
tigen Flächen bestehenden *Basis ‚nannt, ist eine K. aus zwei gleichen Domen entsprechend Brachy- und
(beide offene Formen, die sich erst Makrodomen.
durch Kombination zu einer geschlos- parallelen Flächen; sie genügt den
Symmetrieforderungen aller Klassen Bei Prismen spricht man entsprechend Abb. 3. Kombination von vorherrschen-
den pos. (0) und neg. (0,) Tetraeder.
senen Körperform ergänzen). Bei vie- mit Symmetriezentrum oder einer von Längs-, Quer- und Vertikalpris- ‚Bei Gleichgewicht beider korrelaten he-
len Kristallen, besonders bei niedrig zweizähligen Deckachse oder einer men; bei letzteren unterscheidet man miedrischen Formen eine scheinbare
symmetrischen,sind dafür sogar meh- Symmetriecbene sowie allen anderen noch zwischen brachy- und makro- holoedrische (Oktaeder = gestrichelt)
rere K.erforderlich. Ein Kristall wird Klassen mit einzigartigen zweiseitigen diagonaler Reihe; erstere schneiden a tacder). Sie sind aber auch bei äußer-
von so vielen verschiedenen K. be- im mehrfachen, b im einfachen Ab- lich
grenzt, wie an ihm ungleichwertige
Richtungen (Fläche und Gegenfläche,
Abb. 3 und 4 bei »Kristaliklassene). stand, letztere umgekehrt (Abb. 13 rem größter Vollkommenheit nach ih-
inneren Bau und ihrem ph;
Flächenarten zu finden sind. Es kön- bei »Kristallklassene).
nen sich aber auch geschlossene K. Die frühere Forderung, daß ein Pi- Bei Pyramiden spricht man ebenfalls kalischen Verhalten,z. B. durch *Atz-
(von denen an sich nur eine nötig ist) nakoid nur eine Achse schneiden darf
@. Kristallflächen), wird nicht mehr von Brachy- und Makropyramiden figuren, Die
als Hemieder zu erkennen.
Bezeichnungen Hemidomen
an einem Kristall kombinieren (Abb. aufrecht erhalten; doch nennt m: und von brachy- und makrodiagona- (Halbdomen), Hemimakro-, Hemi-
D. solche Pinakoide (die nur eine Achse ler Reihe (entsprechend den Prismen, klinodomen usw., Hemiprismen-,
schneiden) Hauptpinakoide. von der Betrachtung ihres Grund- -pyramiden usw., "sowie Tetartodo-
3. Das Doma (Dach, Haus), K. aus risses ausgehend). men, -pyramiden (Niertelpyramiden),
zwei nicht parallelen spiegelbildlich Im monoklinen System spricht man Ogdopyramiden (Achtelpyramiden)
gleichen Flächen; sie genügt den Sym- auch entsprechend der geneigten « usw. sind veraltet. Man bezeichnete
metrieforderungen der Klassen mit (Klinoachse) und der waagerechten b früheralle Prismen (also vierflächige
Symmetrieebenen, zu denensenkrecht (Orthoachse) von Klino- und Ortho- K.), die a und 5 parallel gingen,als
keine Deckachsenliegen (Abb. 2a). inakoid, -doma und von ortho- und Domen undalle K., die alle Achsen
4. Das Sphenoid (Keil), K. aus zwei klinodiagonaler Reihe. Bei wirteligen schneiden, als Pyramiden; deshalb
‚Abb. 1. Kombination von zwei einfachen nicht parallelen Flächen, durch derer Kristallklassen heißen die Pinakoide wandte manin den niedriger symme-
geschlossenen Kristallformen (w: Würfel Kante winkelhalbierend eine zweizäh- obere und untere Endflächen, Basis, {rischen Klassen, in denen die Sym-
[vorherrschend] undo: Oktaeder) lige Deckachse geht; sie genügt de auch Basis-Pinakoid. metrie entweder nur die Hälfte oder
K., deren Flächen alle drei Achsen Forderungen vonKristallen mit ein Ganzausgebildete (vollflächige) For- einen noch kleineren Bruchteil der
mit beliebigen Indizes (s. Rationali- polaren Deckachse (Abb. 2b). men heißen Holoeder, die entspre- Flächen der Holoedrie fordert, diese
tätsgesetz) schneiden, nennt man all- Die Bezeichnung der K, geschieht henden Kristallklassen Holoedrien. Bezeichnung an. Ebensosind die Be-
gemeine, auch allgemeine-einfache eindeutigsten durch Symbole cı Formen. mit halber Flächenzahl, bei zeichnungen vordere, hintere, obere,
Formen,ihre Flächen Flächen allge- Zahlengruppen (s. Rationalitätsge: denensich immerdie eine Fläche auf untere, rechte, linke (nicht mit rech-
meinster Lage. Je nach Lage zu dem setz). Die einzelnen K.sind bei den Kosten der anderen ausgedehnt hat ten und linken K. zu verwechseln!)
Achsenkreuz und nach der *Kristall- betreffenden Kristallklassen beschrie- (Abb. 3), heißen Hemieder (Hälft- Domen, Hemidomen, Prismen usw.
symmetrie kann man zunächst vier ben (s. d.). Nur die grundlegenden flächner), die entsprechenden Klassen kaum mehr üblich, da man sie ihrer
Flächenformtypen unterscheiden, die Formkombinationen seien hier er- Hemiedrien. Beim vierten Teil der Symmetrienatur nach lieber als Pe-
gleichzeitig die Grundformen aller wähnt. Durch symmetrische Lage zu Flächen spricht manvon Tetartoedern dien, Pinakoide usw. bezeichnet und
*Kristallklassen durch mehrfache vier- und sechszähligen polaren (Viertelflächnern) und Tetartoedrien durch entsprechende Symbole charak-
symmetrische Wiederholung oder Deckachsen entstehen aus dem Pedion und beim achten Teil von Ogdoeder terisiert,
Kombination bilden. trigonale, tetragonale und hexagonale (Achtelflächner) und Ogdoedrie. Die Hemiedrische K. zeigen, um einen
164 165
Kristallgefüge Kristallgleichrichter
Winkelbetrag gedreht, zwei verschie- halten sich zu ihrem Spiegelbild wie Eigenschaften verschiedener Kristallgleichrichter
dene Bilder, die als zwei korrelate K. die rechte zur linken Hand. Man
aufgefaßt werden können und sich zu kann sie mit sich selbst nicht durch
einer holoedrischen ergänzen (Abb. Drehung um einen Winkelbetrag in- Germanium Selen Silizium 0
53 bei »Kristallklassen«). Die eine nerhalb 360° zur Deckung bringen;
heißt positiv oder direkt, die andere sie sind enantiomorph, treten als
negativ oder invers (hat nichts zu tun rechte und linke K. auf und können Durchlaßstrom bei 0,5 V
mit optisch-positiv und -negativ!). nur Ge ein rechter und ein linker) zu- Gleichspannung 1Alm 1Alcm 175mA/cmt 150. ..250mA/cmt
Positiv heißt gewöhnlich die K., die einander symmetrisch gestellt werden Sperrstrom bei 6 V
in der Kombination vorherrscht oder (Abb.4). Gleichspannung O,1mA/cmt 10-mA/cm! 0,3mA/cmt 0,5mA/cmt
sonst sich durch physikalisches Ver- Die Aufstellung der K. erfolgt so, Normale zulässige
halten, wie Glanz, gute *Spaltbar- daß die einfachsten Indizes (auf das
Betriebstemperatur 80 °C 150...200°C 75°C 55°C
keit usw., auszeichnet. nach den Kanten des Elementarkör- Maximale Sperrspan-
is weder Symmetrieebene pers ausgerichtete Achsenkreuz) auf-
nung (ungefähr) 400 Ver 7WVorr 25 Vor 6 Ver
treten. Je nach Lage der K. zu den Schwellenspannung! 0,2 V 06V 06V 025
Achsen unterscheidet man verschie-
dene Stellungen, Arten (oder Ordnun-
1 Die Schwellnepannune gibt dinleige Finßapannung un, bei das der Fiabetrom
mit merklicher Größe einsetzt (vgl. Abl
sen
Thombischen3) derundK. monoklinen
1, 2, (s. Abb.9). Bei
K. Kristallgitter, s. Kristallstruktur und schmolzener Tropfen eines p-doti
Gitterstruktur. renden Elements bildet eine Legie-
nennt man die Formen parallel a, b,
Kristallgleichrichter. Dieser Sammel- rung, aus der beim Erstarreneine p-
eK. 1., 2., 3. Stellung usw.; Prismen
begriff umfaßt Gleichrichter, deren dotierte Schicht auf dem n-Halbleiter
4. Stellung sind monokline K., die
Wirkungauf Sperrschichten (s. Halb- aufkristallisigrt. Verfahren « und 8
; alle drei Achsen schneiden.
leiter-Randschichten) im_ Festkörper finden einzeln und kombiniert in den
boeder
Hauptrhom- Lit. s. Kristallklassen. [8]
; 3: „inkes Trapezoeder Kristallgefüge wird häuf je) beruht. Abb. 1 enthält die recht un- verschiedensten technischen Varit
zeichnungd.h.fürdesJANGefüge desRe. tersch’edlichen Kennlinien einzelner ten Verwendung. Man kann natüı
(inkn, von 1)Zres Tmpeoeder gitters, durch “Gitierfehler K.Je nach Vorzeichen der Spannung lich auch von p-Grundmaterial aus-
gestörten idealen Kristallgiters, be- fließt ein großer Flußstrom oder ein gehen und n-Gebiete erzeugen (Abb.
nützı. [15] kleiner Sperrstrom. Man beachte die 2 und Abb. 2a). ») Epitaxie. Bei ge-
sehr verschiedenen Maßstäbe für eigneten Temperaturen und Drücken
Fluß- (oder Durchlaß-) Richtung und wächst ein Kristall in einer geeigne-
Sperr-Richtung (vgl. Tabelle). ten Gasphase durch eine Zersetzungs-
Die theoretische Behandlung _der reaktion einkristallin weiter. Zusätze
gleichrichtenden Sperrschichten folgt zur Gasphase verleihen dem aufge-
im Anschluß an die Erläuterung der wachsenen Bereich die dem Grund-
einzelnen Ausführungsformen. material entgegengesetzte Dotierung
a) Silieium- und Germanium-pn- (Beispiel: das System n-.
Gleichrichter. Der pn-Gleichrichter BCl, Ha, n-Si, StB (=p-Si),
geht auf W. Shockley (1949) zurück. Lu-Ss

Abb. 5. Stellung der Prismen und Pyramiden wirteliger Kristalle (Grundriß);


2) tetragonal; b) hexagonal; I = 1. Steilung, in a) von a und b im gleichen Ab-
stand, in b) von je zwei benachbarten Achsen im gleichen Abstand geschnitten;
11 3. Stellung, in a) jede Fläche nur von einer Achse geschnitten, in b)
einer, die zwei anderen im anderen, aber unter sich gleichem Abstand schneidend;
II = eine der Lagen 3. Stellung; alle Achsen unter verschiedenem Abstand Kovarst
| p-S1 (N eutenekum
FeAl Se
schneidend (unterschiedliche Größe in b) nur aus zeichnerischen Gründen)
"Fiahrichtung Fluhrichtuna”
‚Abb. 2. Diffundier- Abb.3. Aufbau
Die Herstellung, die stets eine pn- ter (oder auch ic- eines Selengleich-
Sperrschicht ergeben muß, gelingt mit gierter) pn-Gleich-. richters.
mehreren Methoden. «) Difusion. Schematisch
In ein n-dotiertes Halbleiter-Grund-
material läßt man ein p-dotierendes
Elementeindiffundieren, so daß eine HCI). ö) Durch Umdotierung der
p-leitende Schicht entsteht, in der Schmelze oder durch Variation der
Akzeptoren-Konzentration die der Wachstumsgeschwindigkeitlassen sich
*Donatoren übersteigt. ß) Legieren ‚pn-Sperrschichten im Kristall bereits
Abb. 1. Kennlinien von Kristallgleichrichtern und Rekristallisation. Ein ange- während seines Wachstums erzeugen.
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Kristallgleichrichter Kristall
mA). Glühen in Sauerstoff führt eine Schottky das Gleichrichterverhalten her Konzentration im n-Halbleiter
oberflächliche Schicht eines Kupfer- ab. Bei Bewegung der freien La- befindlichen Elektronen versuchen in
bleches in p-leitendes Kupferoxydul dungsträger vom Halbleiter zum Me- den p-Halbleiter zu diffundieren,
mit Sauerstoffüberschuß über. Die tall_ schrumpft die Raumladungs- analog die Löcher des p-Halbleiters
Die Kennlinie gehorchtin einem wei- Sperrschicht liegt zwischen dem Oxy- schicht, da Träger in sie eindringen, in die n-Seite. Die Trägerbewegun-
ten Bereich der Gleichung (Abb. 8) dul und dem Kupfer. Eine aufge- der Konzentrationsgradient vor dem gen kommen schließlich zum Stll-
iwerp (e U/KT) 1). (1) dampfte Silberschicht eignetsich als Metall_steigt und der Widerstand stand, da sich ein elektrostatisches
Für die Temperaturabhängigkeit des Deckelektrode. sinkt (Flußrichtung) (Abb. 6). Bei der Feld aufbaut, das der weiteren Diflu-
Sperr-Sättigungsstromsis gilt is = exp d) Germanium- und Silicium-Dioden umgekehrten Bewegung dehnt sich sion Einhalt gebietet. Der zugehörige
(= AEIKT) mit AEals Breite der ver- (oder -Detektoren). Auf ein mit die Sperrschicht aus; der Konzen- Potentialunterschied ist gleich der
botenen Zone des Halbleiters. Bei ner Fassung sperrfrei verlötetes Ger- trationsgradient wird geringer, und Summe der Diffusionsspannungen,
hoher Sperrspannung durchtunneln manium- oder Silicium-Plättchen der Widerstand steigt (Sperrichtung). gleich der Kontaktpotentialdifferenz
entweder die Träger die verbotene drückt federnd eine Metallspitze Damit die Gleichrichterwirkung und gleich der Galvani-Spannung.
Zone, oder es kommtzu Stoßionisa- (Abb. 5). Im allgemeinen tritt der bereits demonstriert, denn die Raum- Die Übereinstimmung all dieser G:
tion (Anregung von Elektronen und Sperrschicht ladungsschicht liefert den wesent ßen rührt daher, daß bei der (ein-
Löchern) und Lawinendurchschlag. chenBeitrag zum Gesamtwiderstand. wandfrei hergestellten) _pn-Sperr-
Der Strom wächst dann mindestens Zugleich erkennt man,daß ein kapa- schicht die Oberflächen- oder Dop-
exponentiell mit der Spannung. Der zitiver Effekt auftritt. Die Dickenän- pel-Schichten fehlen, die sich beim
bei Gleichrichtern vorkommende derungen der Raumladungsschicht er- Metall-Halbleiterkontakt meist so
schwächere Stromanstieg bei kleine- fordern die Zu- und Abfuhr von La- (fäl ig bemerkbar machen. Abb. 3
ren Sperrspannungen rührt von ei- dungsträgern. Die differentielle ei *Halbleiter-Randschichten stellt
nem unerwünschten Leckstrom her, pazität (Schotiky-Kapazität) ergibt den Verlauf der Energien und der
der an der Halbleiteroberfläche die sich aus der Überlegung, daß die be- Trägerdichten im thermodynamischen
Sperrschicht umgeht, von der Ober- teiligten Ladungen,nämlich die Flä- Gleichgewicht dar. Bei_ Stromfluß
flächenbeschaffenheit und dem umge- "etuhrichtung <hen-Ladung des Metalls und die (Abb. 7) wandern die Träger entwe-
benden Medium abhängt und nicht Abb. 4. Abb. 5. Träger am halbleiterseitigen Rand der der einanderentgegen und verschwin-
immer leicht zu bekämpfen ist. Bei Kupferoxydul- Kristalldetektor. Raumladungsschicht, einander im den durch *Rekombination, oder sie
hohen Flußspannungen begrenzt der gleichrichter (Diode) Abstand der Sperrschicht-Dicke ge- entstehen in der Umgebung der
Ohmsche Bahnwiderstand schließlich Gleichrichtereffekt erst nach einer genüber stehen. Der äquivalente Sperrschicht durch *Generation und
den Stromanstieg. Die mit Germa- Oberflächen- und Formierbehand- Kondensatorbesitzt also diesen Plat- bewegen sich voneinander fort. Die
nium- und Siliciumgleichrichtern er- lung (durch kurzzeitige Strombela- tenabstand. Die Schotiky-Kapazität Diskussion im Abschnitt *Lebens-
zielbaren Sperrspannungen und Fluß- stung) sauber auf. Man nimmt daher wächst mit der Dotierung; sie sinkt dauer lehrt, daß Rekombination und
ströme überschreiten 1000 V bzw. an, daß die Gleichrichtungnichtein- mit der Sperrspannung je nach dem Generation nicht mit beliebiger Ge-
100 A, die Grenzfrequenz der HF- fach durch den Metall-Halbleiter- räumlichen Verlauf der Störstoffkon- schwindigkeit ablaufen, sondern nur
Gleichrichter 100 MHz. Kontakt zustande kommt. Germa- zentration eiwa von UV? bis Ui, mit einer endlichen Wahrscheinlich-
b) Selengleichrichter,. Abb. 3. Die nium-Diodenfinden in der Schwach- Oft liegt sie im Bereich um 10000 keit auftreten. Es möge nun zunächst
Grundelektrode aus vernickeltem strom- und Hochfrequenztechnik so- PFicm?. der positive Pol der Spannungsquelle
Eisenblech oder wismutiertem Alumi- wie für elektronische Rechenanlagen Mm
nium trägt eine aufgeschmolzene und ausgedehnte Verwendung. Maximal- Der Grenzfall einer E
heiß gepreßte oder eine aufgedampf- werte für Sperrspannung und Fluß-
sehr dünnen Sperr-
te, halogenhaltige Selenschicht mit strom liegen bei 150 V und 100 mA. schicht erfordert eine
einem Eutektikum als Deckelektrode, Die Frequenz reicht für Germanium besondere Behand-
gebildet aus Cadmium undeiner oder bis über 10 GHz,fürSilicium bis zu lung (Diodentheo-
den beiden Komponenten Zinn und mm-Wellen. rie): Die Elektronen
Wismut. An der Grenzfläche Selen- ©) Gleichrichtertheorien. Die gleich- sind, entsprechend
(Zinn-Cadmium) entsteht eine n-lei- zeitige Anwesenheit von Elektronen ihrer freien Weg-
tende Cadmiumselenidschicht von et- und *Löchern ist das Kennzeichen länge, in der Lage,
wa 10cm Dicke. Sie ergibt an ihrer des pn-Gleichrichters im Gegensatz
diese Sperrschicht zu
Grenze gegendas p-leitende Selen die zum Metall-Halbleiterkontakt, der durchqueren, ohne
wirksame Sperrschicht, deren nicht nur mit einer Trägersorte wesen! Flußrichtung -
genau bekannter Gleichrichtermecha- operiert. &) Metall-Halbleiter-Kon- daß sie gestreut wer-
den. Die Form der — Gleichgewicht
nismus von dem der pn-Sperrschicht takt. Der in Abb. 2 bei *Halbleiter- Kennlinie entspricht -Sperrichtung +
abweicht. Die Maximalwerte von Randschichten gezeigte Verlauf der dann weitgehend der Abb. 6. Metall-Halbleitergleichrichter. M Metall, H Halb-
Sperrspannung und Durchlaßstrom Potentiale und der Trägerdichten er- des pn-Gleichrich- leiter. Links: Verlauf des elektrochemischen Potentials
(Fermi-Eneı ie) u* und des Randes Eı, des Leitungsban-
der einzelnen Gleichrichterplatten leidet bei Stromfluß charakteristische ters. des. ts: Verlauf der Elektronenkonzentration
liegen bei 30 bis 40 V und 100 A. Veränderungen. Aus der fundamen-
©) Kupferoxydulgleichrichter, Abb. 4. talen Annahme, daß die Trägerkon- .B) pn-Sperrschicht. Sie entsteht, wenn an der n-Seite liegen, so daß Genera-
Erfindet wegen seiner hohen zeitli- zentration an der Grenze des Raum- ein p- und ein n-dotierter *Halblei- tion den Strom ermöglicht. Nicht nur
chen Konstanz noch für Meßzwecke ladungsgebietes gegen das Metall ter desselben Grundmaterials unmit- die sehr geringe Anzahl der Paare,
Verwendung (bis etwa 6 V und 40 vom Stromfluß unabhängig ist, leitete telbar aneinandergrenzen. Die in ho- die in der sehr dünnen Sperrschicht
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Kristallgleichrichter Kristaligleichrichter
nationszentren (sie sind zugleich Ge- schreiten und in den Diffusionszonen
nerationszentren!) in der Sperrschicht rekombinieren. Bei stark unsymme-
Akzeptoren,
De oder an ihrem Rand, d. h. an der trischer Dotierung von p- und n-Teil
en Halbleiteroberfläche, können den resultiert eine entsprechende Asym-
Gleichrichtereffekt hoffnungslos ver- metrie der einströmenden Min
wüsten. Die Gleichrichtertechnologie tätsdichten. Überwiegtz. die Do-
erfordert daher unabdingbar hohe tierung der p-Seite wesentlich, so tre-
Reinheit des Halbleiters (s. Zonen- ten fast ausschließlich Löcher in das
Du schmelzen) und peinli Sauberkeit n-Gebiet über: Man sagt dann, der
24 der Oberfläche (s. Oberflächenrekom- p-Kontakt injiziert Löcher in den
binationsgeschwindigkeit). Neben der Ibleiter und nennt den Vorgang
Schottky-Kapazität (Absatz e, «), die Injektion. Wie bereits erwähnt (Ab-
" ET jeder, auch der pn-Sperrschicht zuge- satz e, f) tritt dabei keine Raumla-
P—ln A hört,tritt hier eine weitere in Erschei- dungauf. Diejenige der Löcher allein
Diffusionszone der Feldzone Diffusnszone der nung als Folge der Trägerdiffusion. wird kompensiert durch eine gering-
Fiekironen. Löcher Letztere verursacht bei Wechsel- fügige Verschiebung der in_großer
=== -Akzeptorendichte == ‚Elektronendichte
Lächrdichte strombelastung eine Phasenverschie- Konzentration anwesenden Elektro-
+++ + Donatorendichte bung zwischen Strom und Spannung nen. Injektion führt streng genom-
und damit einen kapazitiven Effekt, men zu einer Störung, nämlich Er-
Abb. 7. Verlauf der Störstellen- und Trägerdichten in einer pn-Schicht der mit wachsender Sperrspannung 'höhung der Dichten von Elektronen
entstehen, tragen zum Strom bei. Ein te hoheelektrische Felder bewirken. sinkt und nur im Flußgebiet wesent- und Löchern über den Gleichg:
im praktisch. feldfreien Gebiet a uf Die in großer Konzentration anwe- liche Größe erreicht. Diese Shockley- wichtswert. Die Trägerinjektion bi
der n-Seite der Sperrschicht gebilde- senden Majoritätsträger verhindergen Kapazität steigt langsam mit wach-
sender Frequenz.
det das physikalische Rückgrat des
tes Elektron-Loch-Paar kann auch jedoch bereits durch geringfügi *Transistors.
zum Strombeitragen, wenn das Loch Verschiebung deren Auftreten. Die Der Umstand, daß in den Diffusions- ® *Photodiode, *Zähldiode. Strahlt
bis zur Sperrschicht diffundiert und Kenntnis dieses Tatbestandes wird gebieten die Trägerdichten bei Fluß- man in die Umgebung der Sperr-
schließlich durch das Sperrschichtfeld bei der Ausdrucks weise »Diffusion belastung groß, bei Sperrbelastung schicht Licht genügend kurzer Wel-
zur p-Seite geschafft wird. Die mitt- von Minoritäten« üblicherweise stll- dagegen klein sind, führt zu einem lenlänge ein, deren Quantenenergie
lere Wegstrecke, die ein Loch (allge- d vorausgesetzt.
schweigennung Trägheitseffekt, wenn in Schalteran- ausreicht, Elektronen aus dem Va-
meiner; Minoritätsträger) durch Dif- Flußspan erzeugt einen Rekom- wendungen eine Diode rasch vom lenz- ins Leitungsband zu heben, d.
fusion zurücklegen kann,heißt Lauf- binationsstrom, der keine Beschri Fluß- zum Sperr-Zustand gebracht h. ein Elektron-Loch-Paar zu erzeu-
weg; sie ist i. allg. groß gegen die kungkennt, da mit wachsenden Tı werden soll. Der Abbau der hohen gen, so werden die gebildeten Paare
Sperrschichtdicke. Der Strom ent- gerdichten auch die Rekombinations- Trägerdichte läuft via Rekombina- vom Sperrschichtfeld getrennt, und
stammt also im betrachteten Fall im rate ansteigt (Gleichung 1). 3 im Außenkreis fließt ein Strom, der
tion; er dauert etwa so lange wie die
wesentlichen der Generation inden Zusätzliche Ströme, insbesondere in *Lebensdauer. Im umgekehrtendie Richtung des Gleichrichtersperr-
beiden Diffusionsgebieten (für die p- Sperrichtung, zufolge von Rekombi- Schalt! bringt der Flußstrom Trä-stromshat. Läßt man den Außenkreis
Seite gilt die komplementäre Überle- geöffnet, so tritt eine EMK auf, die
ger mit, und der größte Teil des Stro-
gung!) der Länge je eines Laufweges mes setzt sofort ein. das Vorzeichen einer Flußspannung
zu beiden Seiten der Sperrschicht. Zum *Rauschen der K. tragen neben besitzt: Der pn-Gleichrichter ist ein
Wenn die Trägerdichten am Rande dem normalen Widerstandsrauschen Photoelement. Er kann auch als Pho-
der Sperrschicht auf Null gesunken noch ein Flickerrauschen und im wenntowiderstand betrieben werden,
sind, bleibt der Strom mit wachsen- Prinzip ein Strom-(Schrot-)Rauschen von vornherein Sperrspannung
der Spannung konstant: Die gewählte