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Ein Standard-Nachschlagewerk

der theoretischen und


angewandten Physik: Definitionen
dtv-Lexikon
und Erläuterungenvon Begriffen,
Gesetzen und Vorgängen,.ein der Physik
umfassender Überblick über den
gegenwärtigen Stand der
Forschungund Entwicklung.
Rund 12000 Stichwörter mit
Literaturangaben,
1700 Zeichnungenund 200 Fotos.

DM 7.80

| Deutscher
Taschenbuch
Band 8
Verlag
Rh-Stra
Lizenzausgabe der völlig neubearbeiteten und erweiterten 3. Auf- rhe, eine für die Beweglichkeit (Flui-
Rheologie
lage des »Lexikon der Physik« in 3 Bänden, hrsg. von Hermann Der zweite Weg zur rheologischen
dität) vorgeschlagene Einheit. Zustandsgleichung geht von der Mi-
Tyanke, Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co,, Stuttgart Definition: krostruktur des Körpers aus, um
Irhe = UP = 1cmsyg. [13] über die statistische Mechanik zu ei-
Rheobase, s. Elektrodiagnostik. ner Beziehung zwischen Spannung
Das Verzeichnis der Mitarbeiter und Bemerkunge: und Deformation zu gelangen. Da-
Rhegoniometer von Weissenberg, s. her wird dieser Zweig auch als Struk-
des Lexikons sind in Band 1 zu finden "zur Benutzung Rheometrie. turrheologie bezeichnet. Sie kann aber
Rheologie. 1. Einführung. Dem Wis- als Mechanik verallgemeinerter Kon-
senschaftszweig von der Deformation inua unter Einbeziehung thermody-
und dem Fließen der Stoffe wurde namischer Erweiterungen betrachtet
erst 1929 mit der Gründung der werden. In beiden Fällen wird der
American Society of Rheology durch Körper durch ein Modellersetzt, so
E.C. Bingham und andere der Name daß die Stoffgleichung eine Modell-
Rheologie gegeben. substanz definiert, die die Eigenschaf-
Für die Rheologie lebender Systeme ten der realen Stoffe in mehr oder
wurde im Jahre 1948 von A. L. Cop- weniger guter Näherung beschreibt.
ley auf dem I. International Con- 2. Phänomenologische R.: Die me-
gress on Rheology in Holland der &hanischen Vorgänge werden durch
NameBiorheologie vorgeschlagen. ie Cauchysche Bewegungs- und die
R. ist im weiteren Sinne dasjenige tätsgleichung beschrieben.
Teilgebiet der Physik, das sich mit Dabeiist zur eindeutigen Lösı
den Phänomenen befaßt, die bei der Randwertprobleme eine Beziehung
Deformation und beim Fließen mate- zwischen der Spannung und den kine-
rieller Körper auftreten, wobei auch matischen Größen erforderlich, die
nicht-mechanische Erscheinungen, die spezifische Stoffreaktion auf die
wie z.B. die Strömungsdoppelbre- Deformation kennzeichnet, da zur
chung aus der Elektrodynamik, mit vollständigen Beschreibung die Kennt-
einbezogen werden. nis der 6 Komponenten des Span-
Das Grundproblem der R. ist daher, nungstensors, die 3 Komponenten des
die Beziehungen zwischen der Defor- Verschiebungsvektors und die Mas-
mation und den damit verbundenen sendichte notwendig sind. Zur Ver-
Vorgängen zu formulieren. Diese Re- fügungstehen jedoch nur die 3 Kom-
lationen werden rheologische Zu- ponenten der Bewegungs- sowie die
standsgleichungen (constitutive equa- Kontinuitätsgleichung. Die fehlenden
tions) genannt. Die Stoffgleichungen 6 Beziehungen liefert die Stoflglei-
zur Beschreibung der nichtmechani- hung. Genaugenommen wurden be-
schen Erscheinungen sind noch wenig reits seit Jahrhunderten Stoffgleichun-
bekannt. Dagegen sind die mechani- gen im Rahmen der Kontinuitätsme-
schen Phänomene in den vergangenen chanik formuliert. Es sei nur an das
vier Jahrzehnten sehr eingehend be- Hookesche und Stokessche Gesetz für
arbeitet worden. Konsequenterweise ideal elastische und viskose Körper
muß man in diesen Fällen von der erinnert. Diese Beziehungen reichen
rheologischen Zustandsgleichung der aber nicht aus, um die komplizierten
Mechanik bzw. von der Stoffgleichung Vorgänge bei den meisten realen
der Mechanik sprechen. Es ist jedoch Stoffen. wiederzugeben. Daher wur-
üblich,sie als Stoffgleichung schlecht- den viele Versuche unternommen,
hin zu bezeichnen. Sie stellt die Be- allgemeinere rheologische Zustands-
ziehung zwischen der Spannung und gleichungen aufzustellen, die das
März 1971 den kinematischen Größen dar, wo- komplizierte Stoffverhalten zu be-
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, bei man auf zwei verschiedenen We- schreiben gestatten, wie die empi
München gen zu dieser Beziehung gelangt. sche Aufstellung der Ostwald-de-
Geht man von der Modellvorstellung Waele-Beziehung zur Charakterisie-
© 1969 Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart aus, daß der Körper ein Kontinuum rungdes strukturyiskosen Verhaltens
Umschlaggestaltung: Celestino Piatti ist, so nennt man diesen Zweig der R. und die Reiner-Rivlin-Gleichung, die
Gesamtherstellung: C. H. Beck’sche Buchdruckerei, phänomenologische R., und man das Verhalten einer speziellen nach
kann diese Disziplin in die nicht- Reiner-Rivlin benannten Flüssigkeit
Nördlingen lineare Feldtheorie der Mechanik wiedergibt.
Printed in Germany . ıspn 3-423-03048-8 bzw. der Kontinuumsmechanik einbe- Erst zu Beginn der fünfziger Jahre
ziehen. hat J.G. Oldroyd den Weg zur Ab-
5
Rheologie Rheologie
leitung rheologischer Zustandsglei- der Nahwirkungskräfte, d.h. die materials) ist von großer Allgemein- stiert dagegen eine Konfiguration x,
chungen ausallgemein gültigen Prin- Spannung an einem Teilchen wird heit und umfaßt die bekannten Mo- so daß die Isotropiegruppe g mit der
ipien aufgezeigt. Die Fruchtbarkeit durch die Wirkung der Teilchen sei- dellsubstanzen als Spezialfälle. Durch vollen Gruppe der orthogonalen
dieser Methodezeigte sich bei der Ab- ner Umgebung bedingt, bzw. die Einführung weiterer einschränkender Transformation o identisch ist, so
leitung eines ziemlich allgemeinen Spannung an einem Teilchen hängt Bedingungen lassen sich spezielle trägt der Körper den Namenisotro-
Flüssigkeitsmodells nach Rivlin und nur von der Bewegungin der Umge- rheologische Zustandsgleichungen ab- pereinfacher Festkörper. Die ausge-
Ericksen. Jedoch erst W. Noll und bung dieses Teilchens ab. Für ein- leiten, die das Verhalten von Unter- zeichnete Konfiguration x wird der
B.D. Coleman gelang durch Ver- fache Stoffe lautet dieses Prinzip: klassen der Klasse einfacher Sub- undeformierte Zustand genannt.
schärfung, der grundlegenden Prinzi- Stimmen die Gradienten F(s) und stanzen zu beschreiben gestatten. Eine ©) Einfache Flüssigkeiten. Wenn die
pien die Axiomatisierung der phäno- F(s) zweier Bewegungen #(5) und Tsotropiegruppe die volle Gruppe der
menologischen R. und damit die Ab- 16) in der Umgebung des Teilchens physikalisch sinnvolle Einteilung wur-
de von W. Noll mittels der sogenann- unimodularen Transformationen u
leitung rheologischer Zustandsglei- '& überein, wobei sie im übrigen Kör- ten Isotropiegruppe vorgenommen. ist, so nennt man den Stoff einfache
chungen von großer Allgemeinheit. per durchaus verschieden sein kön- Diese Gruppelegt die Isotropieeigen- Flüssigkeit. Einfache sigkeiten
Dadie bis jetzt bekannten Stoffglei- nen, sogilt schaften der Stoffe fest undteilt da- haben infolgedessen keinen ausge-
chungen für Stoffklassen ohne Fließ- mit diese in Klassen ein. Wählt man zeichneten Zustand bzw. befinden
grenze sich als Spezialfälle der Theo- ErRO:%0=-s-0
BIO %.N. 2 Konfigurationen x, und x, zur Be- sich in jeder Konfiguration in dem
rie einfacher Stoffe nach Noll und s=0 schreibung der Deformation, so las- nichtdeformierten Zustand.
Coleman herausgestellt haben, wird ©) Objektivitätsprinzip: Dieses Prin- sen sich die Deformationsgradienten d) Kristallflüssigkeiten: Stofle, die
zunächst von dieser Theorie ausge- zip wird auch das Prinzip der Bezugs- bezogen auf die beiden Konfigura- nicht Festkörper sind, d.h. die kei-
gangen.
'W. Noil und B. D. Coleman stellten system-Indifferenz genannt und be- tionenfolgendermaßenschreiben nen nichtdeformierten Zustand auf-
folgende allgemeingültige Beziehun- sagt im wesentlichen, daß die Stoff- Fa=Fa:P, weisen und gleichzeitig nicht isotrop,
eigenschaften bzw. die Stoffgleichun- wobei P_die Transformation ist, die d.h. keine echten Flüssigkeiten sind,
gen auf:
a) das Bestimmtheitsprinzip, das be- gen vom Bezugssystem unabhängig die Konfiguration x,| aufx, abbildet. nennt man Kristallflüssigkeiten (flüs-
sind. Man kann es auch so formulie- Die Stoffgleichung nimmtdie folgen- sige Kristalle). Die Isotropiegruppe
sagt, daß die Spannung $ in der Um- ren, daß die Stoffgleichungen inva- derartiger Stoffe umfaßt die Gruppe
gebung des Teilchens& innerhalb des de Gestalt an der orthogonalen, abernicht die volle
Körpers zur Zeit t durch die Bewe- riant gegen starre Bewegungen sind,
das bedeutet mathematisch, daß das Gruppe der unimodularen Transfor-
gungsgeschichte f(s) des Körpers Stoffunktional & eine isotrope Ten- S = Bun [Fra] = Ina [Pan P] =
s=o s-0 © mationen, sodaß o<g<u ist. Da
vollständig bestimmtist. sorfunktion die Lösung von Randwertproblemen
Em [Fri] mit Hilfe der rheologischen Zustands-
SAH) u X, 0:50 aa s=0
Dabei gibt 3x. bzw. &., das Verhal- gleichungin ihrer geschlossenen Form
nur in wenigen. Fällen möglich ist,
so
Dabei ist $ ein Funktional, das den ten des Stoffes bei der Wahl von x, wird cine Reihenentwicklung des
symmetrischen Spannungstensor S = IF Q’list, bzw.x, als Bezugskonfiguration wie- Stoffunktionals nach kinematischen
für jedes t durch die Bewegungsge- so der. Nun kann man fragen, unter Tensoren oder Integralpolynomen
schichte # (s) bestimmt, wobei t die wobei @ ein orthogonaler und Q7 der welchen Bedingungenführt die Trans- vorgenommen. Die dabei erhaltenen
Gegenwart, X der Teilchenort & in transponierte Tensor von @ ist. Zer- formation P zu einer Konfiguration speziellen Stoffgleichungen haben ei-
der Ausgangskonfiguration und s = legt man den Deformationsgradien- x, die von xı ununterscheidbar bzw. nen sowohl in bezug auf den Stoff als
t= 220 eine Zeitvariable sind, die ten F nach dem polaren Cauchy- 8. identisch $, ist. Da bekanntlich auch auf die kinematischen Bedingun-
die Zeitspanne zwischen f und irgend schen Zerlegungssatz, so erhält man Transformationen, die die Massen- gen engeren Gültigkeitsbereich als die
einem Zeitpunkt - <r<0 in der F=R-U=V-R, dichte ändern, auch die Reaktion des Funktionalform. Durch derartige
Vergangenheit wiedergibt. Für die so- Stoffes ändern, können hier nur Entwicklungen wird auch der An-
genannten einfachen Stoffe hängt S wobei der orthogonale Tensor R die Transformationen in Frage kommen, schluß dieser allgemeinen Theorie
nicht von der Bewegung (s), son- Rotation beschreibt und die 2 sym- die.die Massendichte nicht ändern, d. nach W. Noll und B.D. Coleman an
dern vonihrem ersten Gradienten metrisch positiv definiten Tensoren h. unimodulare Transformationen. die älteren Theorien hergestellt.
on re dh U und die reine Deformation wie- Die Untergruppe g aus der Gruppe ©) Stoffe der differentiellen Art: Die
F=-VE; Fi Sgye dergeben. Ersetzt man @ durch R in der. unimodularen Transformationen rheologische Zustandsgleichung ein-
dem Objektivitätsprinzip, so kann. u, die der oben gestellten Forderung acherStoffe lautet
ab. Das bedeutet, daß es bei Ent- mandie Spannung als Funktional von genügt, wird nach W. Noll Isotro-
wicklung der Bewegung in eine Reihe U bzw. V oder ihrer Quadrate C bzw. piegruppe genannt, Aus dieser Defi-
vollkommen ausreicht, wenn. diese B, die als materielles bzw. räumli- nition ergibt sich die folgende Klas-
Reihe nach dem linearen Glied abge- ches Deformationsmaß bezeichnet seneinteilungder einfachenStoffe: Wenn das materielle Deformations-
brochen wird. Daher nimmt das Be- werden, darstellen. a) einfache Festkörper: Wenn eine maß € (s) hinreichenddifferenzierbar
stimmtheitsprinzip für einfache Stof- ist, so kann man € (s) für s in der
fe die folgende Gestalt an S-5C0% Konfiguration » existiert, so daß
8x < ist, nennt man denStoff einen Nähe von Null (schleichende Bewe-
gung) durch die ersten Glieder der
“N -FIF:X, 1].
so
Das Objektivitätsprinzip erfordert,
einfachen Festkörper. Dabei ist o die Taylor-Entwicklung
s=0 orthogonale Transformationsgruppe. ) wm .
daß © eine isotrope Tensorfunktion Die Konfiguration x ist der nicht-de-
b) Prinzipder lokalen Wirkung: In ist. Die oben angegebene Zustands- formierte Zustand.
AU=- CAD, CO)...
diesem Prinzip steckt die Vorstellung gleichung einfacher Stoffe (simple b) Isotrope einfache Festkörper: Exi- AHd=CI*CO)
6 7
Rheologie ‚Rheologie
© _ oa .Q,,®» stellen. Die fundamentale Cayley- zusammenfassend als Drehviskosi-
darstellen. Die Tensoren A (0)... S--PltnAtaA+BA, Hamilton-Gleichungerlaubt hier eine tätsfunktionen 1., 2. und 3. Art be-
@ sowie die Navier-Stokes-Flüssigkeit weitere Reduktion der Glieder zeichnet werden,in der rheologischen
A(0) werden als Rivlin-Ericksen- (Flüssigkeit erster Ordnung) CHIC +UCHUII- Zustandsgleichung auftreten, und an-
Tensoren bezeichnet, wobei a dererseits gelangt man durch Lineari-
@ D ku D. S=-DltmA. so daß sierung zu der bekannten Zustands-
© 5, Co (rund 5, diemate- Eine ähnliche Entwicklung für iso- S=p0(, 1 UD14+ gleichung der Newtonschen Flüssig-
trope einfache Festkörper enthält das + 9, I) C+ pl, IL IM) C* keit
rielle Ableitung ist. Nach gewissen Hookesche Gesetz als Näherung er- wird. Das ist die Grundformel der s Gpt+mWi+2nf
Umformungen läßt sich die rheolo- ster Ordnung, Elastizitätstheorie endlicher Defor- mit p (0), nv (0), 7 (O,
gische Zustandsgleichung für Stoffe Der Vorteil dieser allgemeinen Theo- mationen. Sie ist bereits von J. Fin-
des_diflerentiellen Typs folgender- rie besteht darin, daß man die ver- ger aufgestellt und unabhängig da- die für inkompressible Fü igkeiten
maßenschreiben schiedenen rheologischen Zustands- von von H. Richter und M. Reiner n die bekannte Form
Dam gleichungen in Klassen übersichtlich abgeleitet worden. Unter gewissen --pl+2nf
[A,A,..„A; Bl. einordnen und die Gültigkeitsbereiche thermodynamischen Voraussetzungen übergeht. Hierbei ist p eine unbe-
Ist der Stoff ein Festkörper, so stellt derselben abgrenzen kann. sind die Kocffizientenfunktionen aus stimmte Funktion, die aus den
diese Gleichung die Stofigleichung D, Rheologische Zustandsgleichung dem sog. elastischen Potential ableit- Gleichgewichtsbedingungen” erschlos-
des differentiellen Festkörpertypsdar. für Stoffe vom Integraltyp: Es ist bar. sen werden kann, sowie 7. die Volu-
Ist dagegen die Substanz eine Flüs- auch möglich, unter gewissen Bedin- Reiner-Rivlin-Flüssigkeit, Einen iso- menviskosität und 7 die bekannte
sigkeit, so gibt die Gleichung die gungen das Stoffunktional einfacher wropen rheologischen Körper nennt dynamische bzw. Scherviskosität
Stoffgleichung_von Flüssigkeiten des Substanzen in Form eines Integral- man im weitesten Sinne eine Flüssig- Die viskoelastische Flüssigkeit. Dar-
differentiellen Typs wieder. polynoms zu entwickeln. Der Inte- keit, wenn in der rheologischen Zu- unter wird eine Klasse von Körpern
B..D. Coleman und W. Noll benutz- graikern R bei derartigen Entwicklun- standsgleichung € bzw. C* nicht vor- verstanden, die in bezug auf ihre De-
ten das Prinzip des schwindenden Ge- gen stellt eine isotrope Tensorfunk- kommen. Treten nur $ und A= f formationsvorgeschichte ein begrenz-
dächtnisses, wonach der Einfluß der iondar. Setzt man G (9 Cs) - 1. in der Zustandsgleichungauf, so wird tes Gedächtnis haben, und die infol-
Deformation auf die Spannung mit so läßt sich das Stoflunktional fol- dadurch eine sog. Reiner-Rivlin- gedessen weder eine spontane zeit-
größer werdendem s immer geringer gendermaßenschreiben Flüssigkeit, die man auch struktur- liche Veränderung ihrer Eigenschaf-
wird. Damit gelingt ihnen die Ent- mo m viskose Flüssigkeit nennt, ten noch durch die Verformung
wicklung des Stoffunktionals einfa- s-Sea-& tt s-5n selbst bzw. als Folge des Fließvor-
cher Flüssigkeiten nach den Rivlin- 'gangs irgendwelche irreversiblen 7u-
Ericksen-Tensoren, Es wird eine Ein- ‚charakterisiert. Entsprechend der rhe-
Außfunktion n (s) (Influence function Ks.) (GC), - GR) logischen Zustandsgleichung für den standsänderungen erfahren. Jedem
oder obliviator) eingeführt, die dafür dsı...dse. isotropen elastischen Körper erhält Deformationsgeschwindigkeitstensor
sorgt, daß der Einfluß der Deforma- Die erste Ordnung dieser Entwick- man hier die Relation in einem Bereich, der den Nulltensor
lionsgeschichte auf die Spannung mit lung ergibt die Stoffgleichung linear S=70 (I, II, III) 142 91 (I, I, IN) {+ enthält, ist eindeutig ein Spannungs-
zunehmendem 5 abklingt. Die so er- viskoelastischer Körper mit kontinu- +49: 1, ID RP, zustand zugeordnet, der asymptotisch
haltene Zustandsgleichungbesitzt die ierlichem Spektrum von Relaxations- erreichbar ist, so daß nach dem Auf-
folgende Form bzw. Retardationszeiten (s. Viskocla- wobei I, II IIT die Invarianten von "hören der Deformation bzw. des Flie-
stizität). Der Integralkern 8 (sı) gibt A® bedeuten. Die drei Funktionen Bens alle Spannungen bis auf einen
S=--pl+ die Verteilungsfunktion des Spek- 70 (I, II, III) der Volumenviskosität, isotropen Druck vollständig relaxie-
\ 0 W trumswieder. (I, IL, IID) der Scherviskosität und ren. Unter diesen Vor:
+, 2, Macu (A.A) Nun soll noch auf einige spezielle ne (I, II, IID der Querviskosität, im kan die rheologische Zu
ui und häufig vorkommende rheologi- englischen Schrifttum auch mit »cross hung der elastoviskosen Flüssigkeit
Sie gilt nur für einfache Flüssigkei- sche Zuständsgleichungen eingegan- viscosity« bezeichnet, beschreiben das in einem gewissen Konvergenzbe-
ten mit schwindendem Gedächtnis so- gen werden. rheologische Verhalten der Reiner- reich, wie R. S. Rivlin und J. L.
wie für langsam veränderliche Fel- Derisotrope elastische Körper: Die Rivlin-Flüssigkeit. Ericksen gezeigt haben, in eine Po-
der (schleichende Bewegung). Dabei rheologische Zustandsgleichung des Man gelangt von hier aus einerseits tenzreihe nach einer vollständigen
ist Ma, . ix eine lineare isotrope elastischen Körpers verknüpft nur die zu einer allgemeineren Zustandsglei Folge der kinematischen Tensoren
Tensorfunktion in den ix Variablen Tensoren S und C, wobei anstelle chung, wenn man eine Relation zwi- entwickelt werden, wobei der erste
Ge) von C audh irgendein anderes äqui- schen dem Spannungstensor $ und kinematische Tensor der Deforma-
A. Die Summation findet über alle valentes Deformationsmaß treten dem vollständigen Tensor der Ver- onsgeschwindigkeitstensor ist, fer-
(,...i) mit 1ShS..<Siksn kann; sie enthält jedoch keinerlei Ab- zerrungsgeschwindigkeit, nicht nur ner der Deformationstensor 'selbst
leitungen. Die Isotropieforderung seinem symmetrischen Teil, und dem ausgeschlossen ist und die Folge der
und2 Sn statt. Diese Gleichung führt zu der Konsequenz, daß die Deformationsgeschwindigkeitstensor kinematischen Tensoreneine isotrope
ie Zustandsgleichung durch die folgende A® annimmt, wobei nunmehr die Tensorfunktiondarstellt. Es ist also
wurde von Rivlin und Ericksen auf Relation Spannungen nich! nur von den De- S=pP1+f(A®,A®,..),
anderem Wegeabgeleitet. Daher wer- S=eml+aC+aCt+aC't--, formations-, sondern auch von den
den diese Flüssigkeiten auch Riylin- Rotationsgeschwindigkeiten abhän- so daß nach A.J. M. Spencer und R.
Ericksen-Flüssigkeiten genannt. Spe- wiedergegeben werden kann, wobei gen, so daß neben den drei genann- S. Rivlin mit Hilfe der Cayley-Ha-
zialfälle sind die Flüssigkeit zweiter @n Funktionender drei unabhängigen ten _Viskositätsfunktionen weitere miltonschen Gleichung die Potenz-
Ordnung InvariantenI, II und III von € dar- acht Funktionen, die von H. Giesekus reihenentwicklung und damit die rhe-
8 9
Rheologie Rheologie
ologische Zustandsgleichung folgen-
dermaßen geschrieben werden kann:
s=- roı
theologischen Zustandsgleichungen in
Abhängigkeit von der Ordnungstark
zurückgeht, wie die folgende Tabelle
Mae | Ale
Flüssigkeiten
len Be Mafee- | Ar
Filssigkeiten
‚Flössigkeiten
+70 au zeigt.
+79 AB+ Fan que 2 aI 4 |
+70 AO+ R Anzahl der
+0 [AD . AU+AW. Am] Test- Km „Sof
+ Strömung Viskoelast. konstanten
Flüssigkeit | Ordnung
wobei die Koeffizienten 7( #9 Instationärer kompr. 1 2 61331
skalare Funktionen der Invarianten Fließvorgang inkompr. 0 1 2 3 8
der kinematischen Tensoren sowie der Stationärer kompr. 1 2 5 918
Dichte e und der Temperatur 7 sind. Fließvorgang inkompr. 0 12 3 7

N
Bezeichnet der Punkt in den Klam- Stationäre
Schicht-
kompr. 1 1*3 13
inkompr. 0 1212
mern die Spur des Tensors und läßt Strömung
man die oberen Indizes wegen der * Viskosimeter, die auf der stationären 6 d
Form weg, so erhält man die Inva- Schichtströmung beruhen,gestatten nicht, ' !
riantenfunktionen in der folgenden die Volumenviskosität zu bestimmen. auf den Strömungsverlauf
Einfluß der RandbedingungenRotationsgeschwindigkeit
Gestalt.
Die Differenz der den rheologischen _
a-£ offene Zylinder gleicher System befestigte Eintauchkörper
T=- To Zustandsgleichungen der viskoelasti- ‚-e’ unabhängi ‚ierenden
+71 (A®.) schen Flüssigkeit für den instation; aeEintauchkörper mit Gleitmöglichkeit
+T2 (AP + (AM®.) ren sowie für den stationären Fließ-
+Ts(AD) 4/ın (AWP vorgang und schließlich für die sta- Newtorr-| Elesto- ton-|
Me Easto-
viohase
tionäre Schichtströmungzugeordneten sche viskose
+Ta (AP.AD) Anzahl der Stoffkonstanten entspricht Flüssigkeiten Flüssigkeiten
+Tan (AB) (AD) dem Grad der Unvollständigkeit, mit
+Tan(AR) der die Fließeigenschaft dieses Flüs-
+Tan (AU) (AU) sigkeitstyps bei Wahleiner stationä-
He +Tınn (APR)! ren oder instationären Schichtströ-
mung als Testströmung bestimmt
Bei den Koeffizienten

I
werden kann. Es wird also das Stre-
ben nach allgemeinen,jedoch mathi
FEED ın...m matisch noch erfaßbaren Testströ
mungen und darauf beruhenden
gibt die Summe der oberen Indizes Rheometerkonstruktionen gehen, um
seine Tensorordnung, die der unteren
Indizes seine Invariantenordnung und möglichst viele_Stoffkonstanten der
die sich daraus additiv zusammen- Theologischen Zustandsgleichung zu
setzende Gesamtsumme die Ordnung erfassen und damit entsprechend
des Gliedes an. Die Koeffizienten weitgehende Aussagen über die rheo-
r@P--:d sind die Stoff- bzw. Vis- logischen Eigenschaften zu erhalten.
kositätsfunktionen und die Koeffi- Viskoelastische Flüssigkeit (Flüssig-
keit zweiter Ordnung) und Sekundär-
zienten T{@# ...m die noch strömungen (s. d.): Unter Sekundär-
strömung versteht man die durch die
von der Dichte g und der Temperatur Geometrie des Randwertproblems
T abhängenden Stoffkonstanten der verursachten Abweichungen von der
heologischen Zustandsgleichung. Die Hauptströmung. Man beachtet, z. B.
weitere
il Untersuchung fi rt, wie R. in Rohrleitungen elliptischen, vier-
J. M.Spencer und R. S. Ri eckigen bzw. dreieckigen Querschnitts.
H. Giesckus gezeigt haben, zu dem schraubenförmige Strömungen. Her- ZZ
Ergebnis, daß die rheologische Zu- 'vorzuheben ist, daß diese Strömungen
standsgleichung der viskoelastischen bei Newtonschen Flüssigkeiten außer Einfluß der Randbedingungen auf den Strömungsverlauf
Flüssigkeit für stationäre Schichtströ- von der Geometrie auch von der a-h offene Zylinder feststehend
mungen ein Spezialfall der Zustands- Reynolds-Zahl abhängen. Im allge- a’-h’rotierende Eintauchkörper verschiedener Gestalt
gleichung für stationäre Vorgänge meinen sind nur bei höheren Rey- ngen im allge- dend durchdurchdie Normalspannungen
und diese wiederum ein Spezialfall nolds-Zahlen die Trägheits- bzw. sind Sekundärströmu die Trägheitskräfte
der Zustandsgleichung für die insta- Zentrifugalkräfte so groß, daß diese meinen mit umgekehrtem Umlaufsinn ‘und nicht
tionären Fließvorgänge ist, wobei die Sekundärströmungen auftret bereits bei sehr niedrigen Reynolds- bedingt sind,
was durch die Abb. an-
Gesamtzahl der Stoffkonstanten der Bei viskoelastischen Flüssigkeiten Zahlen zu beobachten, die entschei- schaulich. wiedergegeben wird. Hier
u
10
‚Rheologie ‚Rheologie
soll vor allem auf die unterschied- und insbesondere ihre speziellen For- Die mathematische Lösung soll hier
lichen Strömungsformen bei gleichen men könhen aus der Sicht der inne- strom aus drei Teilen zusammensetzt,
die der Strömung, der Diffusion und nicht aufgezeigt werden. Es sei nur
Randbedingungen aufmerksam ge- ren Struktur eines Körpers, z. B. noch auf die physikalische Bedeutung
macht werden, die Ausdruck_korre- einer Lösung, hergeleitet werden. Be. den inneren Kräften bei nicht starren
des Eigenwertspektrums hingewiesen,
spondierender rheologischer Zustän- trachtet man ein einzelnes Teilchen in Teilchen zugeordnetsind. Der Diffu-
sionsstrom läßt sich in der Form , das erkennen läßt, daß die Eigenwerte
de unddamit stoffbedingt sind. der Lösung, und ordnet man diesem Abklingkonstanten darstellen, die
Die quasiplastische und die Weissen- Teilchen eine Anzahl freier Parame- Sm = - D-grade
identisch mit Relaxationszeiten sind,
berg-Flüssigkeit: Läßt man die For- ter zu, die bei einem starren Teilchen darstellen. wenn die zugeordneten Eigenfunk-
derung der Entwickelbarkeit der durch” die Richtungskosinusse der Die beiden weiteren Anteile lassen onen in dem Ausdruck für den
rheologischen Zustandsgleichung in räumlichen Orientierung gegeben sich als Produkte je einer Geschwin- Spannungstensor auftreten. Man ge-
eine Reihe nach den kinematischen sind, so erhält maneinen orthogo: digkeit 3” bzw. 8©) mit g darstel- langı auf diesem Weg zu einer Theo-
Tensoren um den Nulltensor als Ent- len Tensor ®. Sind die Teilchen nicht len; dabei ergibt sich 8) aus der rie der Relaxationsvorgänge.
wieklungszentrum fallen, so wird da- starr, vielmehr elastisch, so kommen Lösung des hydrodynamischen Pro- Die hier skizzierten Vorstellungen
mit dem Nulltensor bzw. dem Ruhe- noch weitere Parameter hinzu. blems und 8) kann manals Produkt sind insbesondere von J. G. Kirk-
zustand der Flüssigkeit singu- Betrachtet man nun das Teilchen in des Gradienten eines elastischen Po- wood und seinen Mitarbeitern ent-
lärer Punkt der Zustandsgleichung der ruhenden Flüssigkeit und fragt tentials ® (8)des Teilchens und der
zugeordnet und damit geht die elasto- nach den Spannungen, die bei Rota- Beweglichkeit 8 angeben
wickelt worden.
Die skizzierte Theorie wird von H.
viskose Flüssigkeit in einen Flüssig- tions- oder Deformationsbewegun- Giesekus auf eine Modellsuspension
keitstyp mit im Ruhezustand singu- gen relativ zu einem in der Flüssig- EN - — B-grad® angewendet, die aus n elastischen
lärem Fließverhalten, der sog. quasi- keit ruhenden Strömungsmittelpunkt Berücksichtigt man noch den Zusam- Hanteln mit der mittleren Länge Io
plastischen Flüssigkeit über. des Teilchens in der Flüssigkeit ent- menhang zwischen der Beweglichkeit und dem Kugelradius r in einer New-
Die Weissenbergsche Forderung, daß stehen, so erhält man zusammenge- und der Diffusionskonstante, so geht tonschen Flüssigkeit der Viskosität y
für den Spezialfall der stationären faßt ebenfalls eine extensive Größe obige Differentialgleichungin die Re- suspendiert besteht. Die momentane
Schichtströmung die Normalkompo- 8, die die sog. Beweglichkeit des lation Länge einer Hantel wird mit I be-
nenten der Spannungin Richtung des Teilchens kennzeichnet. Die Multi zeichnet und ihre Orientierung durch
Schergefälles verschwinden, plikation mit KT führt zu der verall- den Einheitsvektor a gekennzeichnet.
durch die folgende rheologische Zu- gemeinerten Diffusionskonstante D. Die beiden Größen, zu einem Vektor
standsgleichung für allgemeine Fließ- Nun kann man auch das Verhalten © zusammengefaßt, stellen die Gesamt
vorgänge erfüllt, des Teilchens in der strömenden ED - grad gg He) -0 heit ® der freien Parameter dar. Bei
® Flüssigkeit untersuchen und nach der einem linearen Kraftgesetz ist das
ST Bewegung sowie nach Jen Zusalz über. Potential durch
.S (Am, A, .. „Am, spannungen, welche der Flüssigk Die zugehörigen Randbedingungen
aufgeprägt werden müssen, damit das werden durch die Forderung nach der 0-5„Ex d-m, je
wobei Strömungsfeld infolge des Auftretens Normierbarkeit ersetzt. Eine Verein-
S=-pl+2yA® der Teilchen im Mittel unverändert fachungerreicht man, wenn man die wobei F die Federkonstante bedeu-
einen Newtonschen Anteil darstellt. bleibt, fragen. Diese Zusatzspannun- materielle Ableitung dg/dr streicht. tet, gegeben. Das hydrodynamische
Sie kann auch in der folgenden Form gen ergeben durch Summation über Auf diesem Weg gelangt man zu Problem führt in diesem Beispiel auf
alle Teilchen den sog. Strömungsteil einer quasi-stationären Differential- eine skalare Größe,
sSs__di, der rheologischen Zustandsgleichung. gleichung, die für den Fall schlei- 1
a Hinzu kommt der Diffusionsteil, der chender Bewegung gelöst werden B "Zarn'
+(8:-V0+»V:6)- (V-)6& dadurch gegebenist, daß die Brown- kann;hingegen bedingt die Hinzufü-
sche Bewegung der Orientierung der gung des Strömungsgliedes eine wobei die Diffusionskonstante eben-
geschrieben werden. Hierbei ist DS/Dr Teilchen infolge der Strömung entge- außerordentliche Erschwerung der falls eine skalare Größeist:
die kontravariante konvektive Ablei- genwirkt. Lösung, ausgenommen, wenn es sich
tung einer symmetrischen Tensor- Zu dieser hydrodynamischen Seite um eine rotationsfreie Strömung D= kT
dichte, d&/dr deren materielle Ablei- des Problems kommen nunmehr die handelt. Daraus folgt, daß man, wenn Iarn'
tung undschließlich Vo der Gradient statistische Fragestellung und deren der Diffusionseinluß überwiegt, die Die Anderungsgeschwindigkeit des
des Geschwindigkeitsfeldes. Sie ist Erörterung Die Durchführung der Glieder Parameters I = la führt zu der Re-
spezieller_ als die allgemeinere rheo- Summation der erwähnten Zusatz- d lation
logische Zustandsgleichung, und da. spannungen des Strömungsteils über Se divo8®+ * ars
mit sind die Weissenberg-Flüssigkei alle Teilchen und die Bestimmung ah
ten eine Unterklasse der viskoelasti des Diffusionsteils bedingen die als Störung auffassen und die Dif- so daß
schenFlüssigkeiten. Kenntnis der Häufigkeitsverteilung ferentialgleichung durch die Entwick- bensind durch
Zusatzspannungen gege-
Bezüglich zahlreicher weiterer mög- @ (@®) der Teilchenparameter im Strö- lung von g nach den Eigenfunktio- die Beziehung
licher rheologischer Zustandsglei- mungsfeld. Diese folgt aus der Difte- nen des ungestörten Operators I-h
chungens. Lit. rentialgleichung 0= s-nkt(fer tar +
3. Strukturrheologie. Die in der phä- de ©
nomenologischen Theorie aus allg. + div (SO + Sn +) =9,
Invarianzforderungen abgeleiteten ar - div (3: arado + 02-arad 47) + [omaor-ar).
rheologischen Zustandsgleichungen in der sich der Wahrscheinlichkeits- iterativ lösen kann. Das erste Integral kennzeichnet den
12 13
‚Rheologie ‚Rheometrie
Strömungsanteil, das zweite den Dif- spannungen die folgende Gestalt an- schiedener Komplexität zugelassen tinua. Proceedings of the TUTAM-Sym-
fusionsanteil. wird. Weiter sei die allgemeine Kon- posium on the Generalised Cosserat Con-
tinuum and the Continuum Theory of
nimmt.
dL bedeutet ein Volumenelement des S-So=n (l- grad (B+KT- In). inuumstheorie der Versetzungen und Dislocations with, Applications. Berlin-
Parameterraumes;darauf bezieht sich Eigenspannungen von E. Krönerer- Heidelberg-New York 1968. - Noll, W.,
auch der Operator grad. Die Difte- Hier bezeichnet n die mittlere Anzahl wähnt(siehe Versetzungen), die von R. A. Toupin und C.-C. Wang: Conti-
rentialgleichung des statistischen Pro- der Hanteln in der Volumeneinheit. W. Noll und C. C. Wang weiterge- muum Theory of Inhomogenities in
blems Jautet in diesem Fall Wird nun die Gleichung nach $. Pra- führt wird zu einer Kontinuumstheo- Simple Bodies, Dislocation Theory. Ber-
de
ger mit dem Tensor 11 multipliziert rie der Inhomogenitäten in einfachen 1 Heideiberg’New York 1968. - Kröner,
Arch. for Rational
ar +aiv |- Derade - und über alle I integriert, so ergibt Körpern. Dadurch ist es möglich ge- 4
sich nach partieller Integration ein worden, rein formal materiell gleich- Arch. for Rational
-oDsd-W+ewv-1]-
t ‚Ausdruck, der, in die vorstehende örmige Körper mit Inhomogenitäten Mech. and Anal. Vol. 4, Nr.4 (1960)
Gleichung eingesetzt, zu dem endgül- in eine Theorie der kontinuierlichen 773. - Coleman, B. D.: Arch. for Ratio-
Der Lösungsweg, der auch zu einer tigen Ergebnis führt Verteilungen von Versetzungen zu
fassen und sie in die phänomenolo-
‚nal Mech.and Anal, Vol. 20, Nr. 1 (1965)
41. - Noll, W.: Arch. for Rational Mech.
Relaxationstheorie und zu den rheo- s-s--(lzsen]- gische Theorie einzuordnen, wobei and Anal. Vol. 27, Nr. 1(1967) 1,- Wang,
logischen Zustandsgleichungen z. B. man von der Mechanik verallgemei- C.-C.: Arch. for Rational Mech. and
der Maxwell-Oldroyd-Flüssigkeit B, Anal. Vol. 27, Nr. 1 (1967) 33. —
der Jeffrey-Lethersich-Flüssigkeit -([35«0]-v+ nerter Kontinua insbesondere nach W.: Rheol. Acta 5 (1966) 57. - Meixner,
usw. führt, soll hier nicht weiter er- Cosserat Gebrauch macht. J.: Zeitschrift _£. Physik 1968. Thermo-
örtert werden. Ein anderer Lösungs- Es sei noch auf die thermodynami- dynamics of Processes in Simple Fluids
and the Characterization of Thermodyna-
weg nach der oben skizzierten Theo. +oV+ 5 ao]) + sche Erweiterung der nichtlinearen ‚mies of Irreversible Processes. Meix-
rie von J. G. Kirkwood sieht. die Feldtheorien der Mechanik hingewie-, ner, J.: Journ. of Appl. Mech. 481 (1966).
Hauptaufgabe der Strukturrheologie + sen, die besonders von J. Meisner Arch, Rational Mech, and
darin, mit Hilfe der diskutierten sta- [B5e»] v.). entwickelt wordenist. Über die An- 17, Nr.4, 278 (1964), Z.
tistischen Grundgleichung die Vertei- wendung dieser phänomenologischen Physik 219, 79 (1969). - Pawlowski, I.
‚Rheol. Acta Bd. 6, 54 (1967). - Fredrick-
lungsfunktion der Teilchenparameter
Dieser mathematische Ausdruck
mit der rheologischen Zustandsglei-
ist Theorien auf Strömungsvorgänge in son, A. G.: Principles and Applications
zu ermitteln und damit den Erwar- chung einer Weissenberg-Flüssigkeit Leitungen, Misch- und Kneiprozes- of "Rheology. Eaglewood Cliffs. New
tungswert des Spannungstensors zu mit dem Zustandstensor sen sowie Spinnprozessen usw. sei York 1964. - Bird, R. P., W. E. Stewart
berechnen. Die von S. Pragerbei der hier auf das Literaturverzeichnis ver- und E. N. Lightfoot: Transport Pheno-
Untersuchung der Suspension starrer n wiesen. mena. New York-London 1960. - Fitz-
Hanteln entwickelte und von H. Gie- S=7gAün ir. Truesdell, D., und W. Noll: The gerald, W. E., und J. P. Craig: Appl.
sekus modifizierte Methode geht von identisch. Non-linear Field Theories of Mechanics. ‚Polymer Symposia Nr. 6, 67 (1967)
derfolgenden Beziehungaus: Hdb. der Physik. Bd. III/3. Berlin-Hei- Brinegar, W. C., und M. E. Epstein:
Auf die Weiterführung der Rechnun- delberg-New York 1965. - Eringen, A. -Appl. Polymer Symposia Nr. 6, 99 (1967).
gen für Hanteln mit Wechselwirkung C.: Non-linear Theory” of Continuous posia Zwick, M. M.: Appl. Polymer Sym-
E +äv (et: vo der Kugeln oder Ellipsoide aufeinan- Media. New York-San Francisco-Toron- Nr. 6, 109 (1967. - Zimmermann,
der, für das Perlschnurmodell usw. to-London 1962. - Sedov, L. I.: Founda- J., und S. W. Fleming: Appl. Polymer
B-div {grad (B + KT-Ing)}, wird verzichtet und auf die Literatur tions of the Non-linear Mechanics of Symposia Nr. 6, 19 (1967). — Eirich, F.
verwiesen. Continua. Oxford-London-New York- R.: Rheology Vol. 1-4 (S6fT.). - Wil-
die im wesentlichen mit der vorange- kinson, W. L.: Non-Newtonian Fluids.
'henden Gleichung identisch ist. Da-Nach A. S. Lodge folgen Stoffglei- Toronto-Paris-Frankfurt 1966. - Old-
royd,J. G.: Roy. Soc. A 200,523 (1950). - London-Oxford-New York-Paris 1960. (1969).
chungen aus molekularen Netzwerk-
bei stellt @ die Wahrscheinlichkeits- Rivlin, R. S., und J. Ericksen: J. Ratio- Ziden, M.: Rheol, Acta Ba.8, 89
verteilung der zu einem Vektor I zu-theorien für polymere Lösungen und nal Mech. Anal. 4, 323 (1955). Noll, W.
sammengefaßten Hantelparameter Schmelzen, wobei er die Vorstellun- J. Rational Mech. Anal. 4, 3 (1959);
dar. Weiter ist B die Beweglichkeit ‚gen von Yamamoto, Lodge und Kaye Arch. Rational Mech. Anal. 2, 197 (1958). Rheometrie. Die R. befaßt sich mit
den Meßverfahren zur Ermittlung der
einer einzelnen Hantelkugel, und an-weiterführt, In der Arbeit, die haupt- „ Coleman, B. D., und W. Noll: Arch.
Theologischen „Eigenschaften nicht-
sächlich als Deutung gedacht ist, wer-
stelle des linearen Kraftgesetzes wird Rational Mech. Anal. 3, 289 a 6
355 (1960). - Noll, W.: Am. Matl
hier das Federpotential ® als Funk- den dann jedoch die Zustandsglei- Monthly 71, 129 (1964). - Giesekus, H.
Newtonscher Substanzen bzw. Flüs-
sigkeiten. Es gilt, Randwertprobleme
tion des Abstandes 1 = |1| der Ku- chungen, die auf den bekannten Rheol. Acta 1, 2 (1958); 1, 395 (1961); 2, ‘von Gleichungssystemen zu lösen, die
geln. angesetzt. Während die Diffe- Netzwerkmodellen von Yamamoto, 50, 122 (1962), a 4, 86 11969). —ZAMM,
rentialoperatoren div und grad sich Lodge und Kaye beruhen, in allge- 2,3 (1962). — en, H. S.: The Mole- bei der Einführung allgemeinerırheo-
cular Theory of alas, 1952. - Lodge, A. logischer Zustandsgleichungen in die
auf den Konfigurationsraum der meiner Form unter Einführung von Gleichgewichtsbedingungen im Sinne
Vektoren 1 beziehen, ist Vn der auf Basisvektoren in einem deformierba- $.: Elastic Liquids. Academic Press
(1964). - Yamamoto, M.: J. Phys. Sci. von d’Alembert abgeleitet werden (s.
den Ortsraum bezogene Gradient des ren Kontinuum neu abgeleitet, wobei Japan 11, 413 (1956); 12, 1148 (1957); 13, Viskosimetrie). Hier reicht zur Be-
Strömungsfeldes. die Annahmeeiner Superposition von 1200 (1939); ‚Progr. of „Theoretical Phy- schreibung der Vorgänge die als
Bezeichnen wie üblich Pfeilklammern Unternetzwerken durch die alterna- sies Suppl. 10, 19 (1959). — Brit.
die Erwartungswerte, soist tive Annahmeersetzt wird, daß Netz- 3. Appl. Phys. 17, 803 (1966). - Lodae, dynamische Viskosität bezeichnete
A. S.: Rheol. Acta 7 (1968) 379. - Kirk- Stoffkonstante in keiner Weise aus.
wo-[e@voar,
werksegmente entstehen und ver- wood, J. G.: J. chem. Phys. 19, 281 Es sind Stoffunktionen zur Beschrei-
schwinden. Die Theorie wird auf (1951), 24, 665 (1956). Prager, S.: Trans.
nicht-Gaußsche Netzwerke erweitert, Soc. Rheol. 1, 53 (1957). - Pechhold, W.
bung des Fließverhaltens notwendig.
wobei dZ das Volumenelement des ‚Außerdem wird die Theorie von Kaye Koll. Z. 228, 1, 1 (1968). - Meskat, W. Im allgemeinen werden die Stoff-
Konfigurationsraumes bedeutet und dadurch erweitert, daß die Anwesen- Dechema Monogr. Bd. 25 (1955). Kri eigenschaften in komplizierten Defor-
mationsfeldern durch die sechs Kom-
der symmetrische Tensor der Zusatz- heit von Verflechtungsbindungen ver- ner, E.: Mechanics of Generalised Con-
14 15
Rheometrie
Rheometrie
ponenten des Spannungstensors cha- nn
rakterisiert. Diese sind ihrerseits < = dem + (Um em + em wy). 1. Das homogene Schergeschwindig- stationären Schichtströmungen gehört
Funktionale der Vorgeschichte der dr keitsfeld. Hierzu gehört die Scher- die Torsionsströmung zwischen zwei
kinematischen Größen. Da die Be- a) strömung zwischen zwei ebenen par- ebenen, parallelen, kreisförmigen
stimmung derartiger Funktionale Um zu einem lösbaren Randwert- allelen Platten, die man auch als ebe- Platten. Ist © die relative Winkelge-
nicht möglich ist, kann man zwei problem zu kommen,beschränkt man ne Couette-Strömung bezeichnet. schwindigkeit der Platten mit dem
Wege einschlagen, um zu möglichst sich auf Schichtströmungen und un- (Über den darauf beruhenden Plat- Abstand d und dem Radius R, so
infach zu ermittelnden Stoffkenn- tersucht zu diesem Zweck die Form tenviskosimetertyp s. Viskosimetrie.) wächst die Schergeschwindigkeit li-
größen zu gelangen. Dereine Wegist der rheologischen Zustandsgleichung Da die einwandfreie meßtechnische near mit dem Abstand r vom Mittel-
die Entwicklung der Stoffunktionale für die bekannten stationären Ausführung erhebliche Schwierigkei- punkt

q= 2gan
nach kinematischen Tensoren. Der Schichtströmungen. ten verursacht, hat dieser Typ bisher
Gültigkeitsbereich der so abgeleiteten 1. Stationäre Schichtströmungen. a
Stoffgleichungen in den meisten Rheometern realisier-
ger als deren Gi ten Strömungsformen gehören zur ist also von der Koordinate der in-
geschlossener Form. So gelten zum Klasse der stationären Schichtsu zu differenten Richtung abhängig. Die
Beispiel die nach Rivlin-Ericksen- mungen. Diese Strömungen sind da- einem flachen Kegel und einer cbe- Beziehung zwischen Drehmoment
Tensoren entwickelten Stoffgleichun- durch gekennzeichnet, daß in jedem nen kreisförmigen Platte, die mit ci- undeffektiver Scherviskosität wird in
gen von einfachen Flüssigkeiten nur Punktdrei senkrecht aufeinanderste- ner konstanten Winkelgeschwindig- diesem Fall durch die Relation
für die sog. schleichenden Strömun- hende Richtungsvektoren existieren, keit @ rotiert. Wird der Winkel des 1 dleMm@l
gen. Der andere Weg ist das Aufsu- deren erster die Richtung des Ge- rotationssymmetrischen_ keilfön Ha - gar iq
hen von Deformationsfeldern, in de- schwindigkeitsgradienten, deren zwei- Meßspalts 9 genügend klein gewi
nen die Stoffgleichungen eine einfache ter die Fließrichtung und deren drit- ist das konstante Schergeschwin“ el Ma | dM(a
Form annehmen. Allerdings muß ter die indiferente Richtung, in der digkeitsfeld durch Zar a dq
man dabei beachten,daß die für der- sowohl die Komponenten der Ge- a ap o ®
artige Felder bestimmten Kenngrößen schwindigkeit als auch die des Ge- gegeben, und man bestimmtden Ver-
nicht ohne weiteres auf andere De- schwindigkeitsgradienten Null sind, lauf der effektiven Scherviskosität di- Auch diese Strö-
formationsfelder übertragbar sind. angeben. Bezeichnet man den Betrag rekt aus dem gemessenen Drehmo- mungsform ist in der Ausführung des
Ein solcher Spezialfall ist das von des Geschwindigkeitsgradienten, die ment M zu genannten Rheogoniometers reali-
Coleman und Noll berechnete sog. Schergeschwindigkeit, mit q, so kann 3M siert.
viskometrische Fließen. In diesen diese durchaus eine Funktion der Heard: Für die gemessene Druckdifferenz er-
© gibt
Deformationsfeldern sind die Eigen- Ortskoordinate in der Gradienten- sich bei elasto-viskosen Flüssig-
schaften einfacher Flüssigkeiten mit- richtung (y-Richtung) oder der in- In (5) die Randstörung der Strö- keiten in erster Näherung cin para-
tels 3 skalaren Funktionen der Scher- differenien Richtung (z-Richtung), mung vernachlässigt. Man kann sie bolischer Druckverlauf, wie
nicht dagegen in der Fließrichtung dadurch berücksichtigen, daß man
geschwindigkeit charakterisierbar. Die
in der Viskosimetrie bekannten Test-
strömungen gehören dazu. Man sollte
(x-Richtung) sein. Für derartige Strö-
mungsformen bzw. Fließfelder läßı
den geometrischen Radius R durch Apin=
einen etwas größeren effektiven Ra- co
daher allgemein diese Rheometer-Ty- sich der Spannungstensor inkompres- dius ersetzt. Auch die sehr kleine [or + 3-26) RM]
pen als Scherfeldrheometer bezeich- sibler nicht-Newtonscher Flüssigkei- Zentrifugalkraft wird vernachlässigt.
nen. $. a. Rheologie. ten ganz allgemein in der folgenden Man sicht, daß von den Funktionen o
Scherfeldrheomeirie: Um diesen Form darstellen: F,G und H nur H bestimmt werden zeigt,
Sachverhalt an konkreten Fällen zu Gau -ptg Fig) kann. Die Funktionen F und G sind b) Schergeschwindigkeit, von der
illustrieren, greift man auf die oben Im P=4G(a) mit diesem Rheometertyp nicht er- rheologischen Zustandsgleichung ab-
erwähnte Entwicklung nach kinema- Iamop faßbar. Diesen Rheometertyp hat 'hängig. Zu dieser Gruppe, in welcher
tischen Tensoren, wie sie unabhängig Tu“ tw gH (ag) man nun konstruktiv so abgeändert, der
von Coleman und Noll sowie von Ta Tan Te = u 0. @ daß der Druck als Funktion des Mit- durchVerlauf der Schergeschwindigkeit
das Stoflgesetz mitbestimmt
Rivlin und Ericksen abgeleitet wur- telpunktsabstandes r bestimmt wer- wird, gehört neben der geradlinigen
den, zurück. Der Spannungstensor o Dabeiist p ein erst aus den Randbe- den kann. Die Ausführungsform des Kapillarströmung
ist durch eine isotrope Tensorfunk- dingungen zu bestimmender Druck- neuen Geräts haben Weissenberg und Couette-Strömung zwischen vor allem die
parameter. Roberts entwickelt zwei ko-
tion der Folge der kinematischen
Tensoren e'" unter Ausschluß des Bei Flüssigkeiten mit regulärem Ru- axialen Zylindern (s. Viskosimetrie).
Für die Druckdifferenz in diesem Vernachlässigt
Dehnungstensors gegeben, in der ein heverhalten, auch elasto-viskose Flü Rheometer, das auch als Rheogonio- man den Einfluß der
skalarer Parameter, der hydrostati- sigkeiten genannt, lassen sich diese ‚meter bezeichnet wird, ergibt sich die Zentrifugalkraft, so erhält man aus
den Bewegungsgleichungen die Be-
sche Druck p, unbestimmtbleibt bzw. drei Funktionen nach Potenzen von Relation
erst durch die Randbedingungen be- entwickeln: . R ziehung
stimmt wird. F=FotFig+rag+- an-#[c HF G)In ]- B
G=G+G14+ Ge +: aH (a) 2 RıSrSRa «ao
= pItfüen,en, H=Ho+Hıq + Hat +: a
o
Man kann nun die stationären 2. Das inhomogene Schergeschwin- dabei bedeutet B eine Integrations-
Schichtströmungen in drei Klassen digkeitsfeld. a) Schergeschwindigkeit, konstante. Aus (10) ergibt sich_das
en 4 Wu + wV) einteilen: durch die Geometrie des Systemsfest Geschwindigkeitsfeld sowie die Glei-
vorgegeben. Zu dieser Gruppe der chung
16 . 17
Rheometrie
Funktionen F (g®), G (g:) und H (g) (&.a. Ausflußviskosimeter, konven-
stellen die Zusammenfassung einer findet. Ausgehend von den Untersu- ionelle). In der R. würde eine Lücke
dH dG Menge von Stoffunktionen bzw. Stoff- chungen von H. Nitschmann und I. offen bleiben, wenn man nicht die be-
konstanten dar, deren gesonderte Be- Schrade sowie von W. Aeschlimann sonderen meßtechnischen Probleme
20a Mir stimmung nur mittels allgemeinerer
F3Gt4A® Strömungsformen möglich ist. So
wurde ein Dehnfeldrheometer ent- bei biologischen Systemen erwähnen
wickelt, das die dehngeschwindig- würde. Es sei hier auf die Literatur
H +20 gg sind bei inkompressiblen elasto-vis- keitsabhängige Dehnviskosität einer sowie auf die Ergebnisse von Sympo-
kosen Flüssigkeiten nur der Koeffi- breiten Klasse von Flüssigkeiten zu sien und den 1. Internationalen Kon-
an zient der ersten Ordnung und die messen gestattet (M. Zidan). greß für Biorheologie in Reykjavik
wobei die Dichte und g die Schwe- beiden Koeffizienten der zweiten Zu der Klasse der Rheometer gchö- (Island) 1967 hingewiesen.
refeldstärke bedeuten. Diese Relation Ordnung, welche die Normalspan- ren auch die Plastometer. Bekanntist Lır. Philippoft, W.: Viskosität der Kol-
beschreibt die Variation der Flüssig- nungseffekte bedingen, vollständig be- das. Parallel-Plattenplastometer. Bei loide. Dresden-Leipzig 1942. - Merring-
keitshöhe vom Innen- zum Außen- stimmbar. Von den drei Koeffizien- diesem Geräte-Typ werdendie zu un- ton, A. C.: Viscometry. London 199. —
rand, den sog. Weissenberg-Effekt. In ten der dritten Ordnung des allge- tersuchendenStoffe in der Form eines Meskat, W.: Entwicklungstendenzen in
erster Näherung lautet sie für eine meinen Stoffgesetzes, die unter ande- Zylinders zwischen parallele, kreis- der Viskosimetrie. ATM (Archiv für
rem auch das strukturviskose Verhal- förmige Platten, von denen einefixiert techn. Messen), Lieferung 304 (1961);
elasto-viskose Flüssigkeit
ten kennzeichnen, tritt bei stationä- ist, gebracht undunter einer konstan- Fortschritte der Rheometrie: Teil I, Lie-
A _E m, ferung 340, Teil IX, Lieferung 344, Teil
dann. m ren Schichtströmungen nur eine ein-
zige Konstante, nämlich Hı, in Er- ten Kraft senkrecht zu den Platten EI, Lieferung 347 (1964).- Meskat, W.:
beansprucht. Die Messung der Ver- Viskosimetrie und Rheometrie: in ‚Mes-
sen und Regeln in der chemischen Tech-
Daraus folgt, daß man auch beim scheinung, so daß nur eine allgemei- schiebung der beweglichen Platte in nik, hrsg. von J. Hengstenberg, B.
Rotationszylinderviskosimeter kon- ne Aussage möglich ist. Deshalb geht
der Weg dahin, Meßanordnungen zu
senkrechter Richtung zur Plattenebe- Sturm und O. Winkler, 2. Aufl. Berlin-
struktive Änderungen vornehmen ne gibt Aufschluß über das viskose Göttingen-Heidelberg 1964. - Jobling,A.,
muß,um die durch das elasto-viskose entwickeln, in denen allgemeinere Verhalten der zu untersuchenden Sub- J. E. Roberts, B. A. Toms, John D.Ferry
Verhalten auftretenden Effekte be- Strömungsformen realisiert und doch stanz. Die theoretischen Ansätze ge- in Eirich, R.: Rheology, Vol. 2 (1958).
stimmen zu können, z.B. um den so einfach sind, daßsie eine theoreti- hen auf J. Stefan zurück, Der erste -_Oka, 8.: in Eirich, F. R.: Rheology,
eigenartigen Effekt des Hochkletterns sche Behandlung nicht ausschließen. Geräte-Typ wurde von J. Williams Vol. 3 (1960). - Symposium on Non-New-
der zu prüfenden Flüssigkeit am In- Derartige allgemeinere stationäre entwickelt. Weitere theoretische Bei- tonian Viscometry ASTM Special Publi-
nenzylinder zu erfassen. Die Scherge- Strömungen sind in den Relativbe- träge lieferten E, Healey, G.J. Die- cation Nr. 299. Philadelphia 1962. -
schwindigkeit ist nun eine Funktion wegungen zweier koaxialer Kegel(J. nes und H.F. Klemm. .R. Scott, Rivlin, R. S., and J. L. Ericksen: 3.
G. Oldroyd) und in den Translations- Rational Mech. Anal, 4, 523 (1955). -
der Ortskoordinaten in der Gradien- der die Theorie auf Stoffe mit Fließ- Rivlin, R. S.: J. Rational Mech. Anal.
tenrichtung. Weiter findet manfür das bewegungen einer Kugel (F. M. Les- grenze ausdehnte und damit das pla- 4, 681 (1955), 5, 179 (1956). - Oldroyd, G.
J.; Proc. Roy. Soc. A20 , 523 (1950);
Verhältnis der Quadrate der Scherge- lie und R. I. Tanner)realisierbar.
Dehnfeldrheometrie. Ein weiterer stische Verhalten einbezog. Schließ- 245, 218 (1958). - Giesekus, H.: Kolloid-
schwindigkeit den Ausdruck lich sei noch auf die Arbeiten von S. Z. 147, 29 (1956); Rheol. Acta_1, 404
(Re) -( .) - wichtiger Spezialfall ist die stationäre
Dehnströmung. Hier wird die Flüs- Oka und S. Ogawasowie S. Oka, I. (i961); Rheol. Acta 2, 122 (1962); ZAMM
sigkeit mit einer Geschwindigkeit ge- Fukada und T. Sone verwiesen. Mit 32, 32 (1962). Leslie, F. M., und Tan-
a(R) Ra
1 RE + Re dehnt, deren Komponenten den je- Plastometer werden leider auch Ge- ner, R. 1.: Quart. 3. Mech. Appl. Math.
rear]: 0 weiligen Koordinaten proportional
räte bezeichnet, die auf verschiedenen 14, 36 (1961). — Coleman, D., H. Marko-
witz, and W.Noll: Viscometric Flowsof
sind (vı = auxı, i= 1,2, 3). Coleman Strömungs- bzw. Fließformen beru- 'Non-Newtonian Fluids. Berlin-Heidel-
Dieses Verhältnis wird beim Vorlie- und Noll beweisen, daß für diesen hen und mit dem Parallel-Platten- berg.New York 1966. Nitschmann, Hs.,
gen von Strukturviskosität (rheologi- Fall die Stoffeigenschaften einfacher plastometer-Typ überhaupt nichts u. Schrade, I.: Helv. Chem. Acta 31, 297
sche Zustandsgleichung verknüpft nur Flüssigkeiten durch zwei skalare mehr zu tun haben;vgl. auch weitere (94. Acschlimann, W.: Diss. Bern
o und e‘"), d.h. von negativen Wer- Funktionen der Dehngeschwindigkeit Literatur W. Meskat. In der Keramik 1952.
ten von Hı, gegenüber demjenigen bei beschrieben werden können. Für geht man dann soweit, daß man die
einer Newtonschen Flüssigkeit ver- axialsymmetrische Randwertprobleme Plastizität als die Eigenschaft bezeich-
ringert. Im gleichen Verhältnis vari- net, die ein Material befähigt, durch 24), 5.362. -
a die Einwirkung von äußeren Kräften ‘Trans. Inst. Rubber Ind. 1
iert in erster Näherung unter anderem
auch der Normaldruck am Innen- (= zZ, «) reduzieren sich ohneRisse zu deformieren und diese . - Dienes, G. J., und H. F.
Deformation beizubehalten, wenn die Klemm: Appl. Phys. 17 (1946), S. 458.
isotropen Druck vom Innen- zum die
bzw. auch Außenzylinder relativ zum
zwei skalaren Funktionenauf eine
einzige Funktion der Dehngeschwin-
einwirkende Kraft unter einen be-
stimmten Wert absinkt. Daraus erge-
- Seott, 3. R.: Trans, Inst. Rubber Ind. 7
1931), 5. 169,10 (1934/39), S. 481. - Oka,
Außenrand:
digkeit, Besonders hervorzuheben ist, ben sich indirekte Methoden z. B. aus und S. Ogawa: Reports on Progress
Al -M=gG. (14) daß die Stoffunktionen im Dehnfeld der Bestimmung eines charakteristi- in Polymer Phys. (Japan), Bd.III (1960).
nicht auf die Stoffunktionen im — Oka, S., I. Fukada, and T. Sone: Rheo-
Die instationären Schichtströmungen schen Feuchtigkeitsgehaltes, bei dem logy JSTM (Mai 1961), S.38, vgl. auch
Scherfeld zurückführbar sind. Daraus das Material eine näherungsweise Lukomskaja, A. I.: Dokl. Akad. Nauk
tertypen werden in W. Meskat »Vis-
und die darauf beruhenden Rheome-
folgt, daß man es unabhängig neben- festgelegte Konsistenz erreicht, auf SSR 192 (1962), S. 1285. - Moore, F-,
einander mit einer R. in Scherfeldern eine konventionelle Plastizitätszahl zu und H. W. Hennicke: Rheologie in der
it,
koalmatrie und Rheometrie« behan-
und einer R. in Dehnfeldern zu tun schließen, die man beispielsweise mit Keramik. Goslar 1967. Frey-Wyssling:
Deformation and Flow in Biological
I. Allgemeinere stationäre Strömun- hat, wobei sich der zweite Zweig der Pfefferkorn-Zahl, Rieke-Zahl, Enslin- Systems. Amsterdam 1952. - Copley,
gen. Die mittels der stationären R., der die Bestimmungder charakte- Wert, Cohn-Wert usw. bezeichnet; Alfred L.: Proceedings of the Fourth
Schichtströmung zu erschließenden ristischen Funktionen in Dehnfeldern vgl. F. Moore und W.H. Hennicke International Congress on Rheology,
18 9
rheonom ‚Richardsonsches Gesetz
Part 4, Symposium on Biorheology. New sich häufig als unzweckmäßig, beide kubischer *Kristallklassen (s. dort und der Stromdichte j der aus ihr
York-London-Sydney 1965. [40] Begriffe, wie cs gegenwärtig meist ge- Abb. 51). [8] austretenden Elektronen wieder. Die-
rheonom heißen *Bedingungsglei- schieht, durch ein und dasselbe Wort rhombisch, eines der *Kristallsyste- ser als Glühemission bezeichnete Ef-
chungen, die einem mechanischen Sy- (Widerstand) auszudrücken. So hat es me,s. Kristallklassen. fekt kommt dadurch zustande, daß
stem von Massenpunkten.(s. Lagran- sich bereits eingebürgert, Stromregler ‚Rhomboeder, *Kristallform hexago- mit steigender Temperatur ein immer
gesche Gleichungen) auferlegt sind, für technische Zwecke als Regulier- nal-rhomboedrischer (nicht rhomb; größerer Bruchteil der im Innern des
wenn sie explizit von der Zeit abhän- oder Regelwiderstände (in Verbin- scher!) *Kristallklassen (s. dort Abb. Metalls frei beweglichen Elektronen
gen. R. heißt svw. fließend. Im Ge- dung mit Motorumschaltern auch als 34). [8] die Potentialschwelle an der Ober-
gensatz dazu stehen die *sklerono- Kontroller) und, wenn sie unverän. ‚rhomboedrisch nennt man eine Un- fläche überwinden kann und in das
men Bedingungsgleichungen, die von derbar sind, als- Vorschalt- oder ein- tergruppe im hexagonalen *Kristall- angrenzende Vakuum austritt (s.
der Zeit nicht abhängen. Skleronom fach als Vorwiderstände zu bezeich- system (s. Kristallklassen). [8] Elektronenaustritt). Unter Berück-
bedeutet svw. fest, starr. [7] nen (z.B. solche zur Änderung des Rho-Meson (g-Meson)ist ein insta- sichtigung der *Fermi-Verteilung der
Rheopexi 1 Meßbereiches von Voltmetern). Der biles *Elementarteilchen, welches in Elektronen im Innern des Metalls er-
pen Verhalten der Fließwiderstand Umfang des Begriffes R. ist also in drei Ladungszuständenals g*, 0° und gibt eine Rechnung auf Grund stark
bei mechanischer Beanspruchung ab- erster Linie den regelbaren Präzi- @” auftritt. Wegen seiner kurzen Le- vereinfachender Annahmen
nimmt, steigt bei der R. der Fließwi sionswiderständen vorbehalten, bei bensdauer von = 10% s wird es auch im CTr-erur,
derstand bei mechanischer Beanspru- deren Ausführungsformen man Kur- häufig als Rho-Resonenz bezeichnet.
chung an; in beiden Fällen spielt die belrheostaten und Stöpselrheostaten Eigenschaften. x. Elementarteilchen. € sollte hiernach eine vom Metall un-
Deformationsvorgeschichte eine we- unterscheidet. Beides sind ausgespro- abhängige Konstante von der Größe
sentliche Rolle, Es ist allerdings zu chene Meßgeräte und bestehen aus Richardson, Sir Owen Williams. Engl. © Allcm? -grd?) sein. Das Experi-
beachten, daß die strukturaufbauende Sätzen von Widerstandsrollen von Physiker. Geb. 26.4. 1879 in Dews- ment ergibt Werte von etwa 0,5 bis
Wirkung der Schergeschwindigkeit 10 bis 10° . Sie sind in einem Holz- bury (Yorkshire), gest. 15. 2. 1959 in 115 Allem? - grd®). b ist eine Mate-
nur in verhältnismäßig geringen in Er- oder Metallkasten angeordnet, der London. 1906-13 Prof. für Physik an rialkonstante, welche mit der Aus-
Schergeschwindigkeitsbereichen Scherge- durch eine Isolierplatte (meist Hart- der Univ. Princeton, 1914 Wheat- trittsarbeit der Elektronen zusam-
scheinung trit ; bei hohendie Struktur gummi) abgeschlossen ist, welche die stone-Prof. für Physik am Kings- menhängt, stellt aber nur etwa die
schwindigkeiten wird Kurbel- oder Stöpselschaltung trägt. College der Univ. London. 1924 bis Hälfte dieser Austrittsarbeit dar, weil
wieder zerstört, ähnlich wie bei der Der Übergangswiderstand gepflegter 1944 Yarrow-Rescarch-Prof. der Roy. die Elektronen im Innern außer der
*Thixotropie. Freundlich und Julius- Kontakte_(s. Abb.) beträgt 0,5 - 10% Soc. und Direktor of Research in Energie der Wärmebewegung die
berger beobachteten dieses Verhalten Physics am Kings-College in London. "Nullpunktsenergie besitzen. Die Ta-
bei d2%iger Gipspaste. Gabrysh, Rec, Erhielt 1928 den Nobelpreis für Phy belle bringt b in eV für einige Me-
Eyring und McKee untersuchten At- die sik für eine Arbeit über die thermi- talle. Die austretenden Elektronen
Fließeigenschaften von wäßrigen schen Phänomene,vor allem aber für haben *Maxwell-Verteilung. Die
tapulgit-Suspensionen in Abhängig- die Entdeckung des nach ihm benann- Abb. zeigt den Verlauf von j im Tem-
keit von der Temperatur, der Koı ten Gesetzes. Arbeiten: R. untersuch-
[Y
zentration und den pı-Werten. Dabei te das Austreten von Elektronen aus
stellte sich heraus, daß je nach den der Oberfläche glühender Metalle
Versuchsbedingungen R. oder Thixo- (Glühelektronen) sowie die Abhän-
tropie auftritt. Es sind also nebenein-

a
gigkeit des Sättigungsstromes von der
ander sowohl strukturaufbauende als Temperatur der Metalle; desgleichen

remiehte Alt
auch -abbauende Einflüsse vorhan- arbeitete er über den photoelektri-

5
den, und je nachdem welche Einflüsse schen Effekt und über die Spektro-
BF
we
überwiegen, tritt rheopexes oder thi- skopie des äußersten Ultravioletts. Er
xotropes Fließverhalten in Erschei- entdeckte 1908/09 die Gültigkeit des

3
nung. Maxwellschen Verteilungsgesetzes für
Lrr. Freundlich, H., und F. Juliusberger: austretende Glühelektronen (*Ri-
Trans. Faraday Soc. 31, 920 (1935). ‚chardsonsches Gesetz). [43]
Wilkinson, W. L.: Non-Newtonian Richardson-Eifekt, der Austritt von w
Fluids. Pergamon Press. London-New
York 1960. - Gabrysh, A. F., T. Ree, H. Per
TVE UI RE WR Or
Elektronen aus einem Metall bei hö-
herer Temperatur, für den Richard-
Eyring und MckKee: Trans. of Society
‚of Rheology V, 67 (1961). [401 ‚Stöpselwiderstand son 1908 ein quantitatives Gesetz orw
Rheospektrometrie, s. Viskoelastizi- (Stöpsel) bis 5- 10*@ (Kurbel). Bei (*Richardsonsches Gesetz) gefunden Bn wr
tät. neueren Modellen sind die Kontakte hat. Näheres s. Elektronenaustriti aus peraturbereich 600-2400 °K für Wolf-
‚Rheostat, wörtlich Stromeinsteller, ist verdeckt angeordnet, also gegen Ver- Metallen und Richardsonsches Ge- ram, Thorium-Film auf Wolfram und
ein veränderbarer Meßwiderstand. staubung geschützt. . setz. [1]
Richardson-Einstein-de-Hans-Effekt, Bariumoxyd.
Diezeitweilig etwas außer Gebrauch Lır. Palm: Elektr. Meßgerät svw. Einstein-de-Haas-Effekt, s. Ef-
gekommene Bezeichnung sollte nicht einrichtungen. Berlin 1948.
112-2 und 116-2. - Schulze: Meßwider- fekte, gyromagnetische. [1] Metall Ww Ta Pt C ThFim
fallengelassen werden; zur Kenn- stände. Karlsruhe 1953. [26] Richardsonsches Gesetz gibt den Zu- auf W
zeichnung des Apparates gegenüber Rheotron, s. Elektronenschleuder. sammenhang zwischen der absoluten
seiner Eigenschaft (Widerstand) ist Temperatur T einer Metalloberfläche
Konstante
binev 4324195246 2,6
sie bestens geeignet; denn er erweist Rhombendodekaeder, *Kristallform
20 21
‚Richardsonsches Kriterium Riesen
Die klassische Theorie, die auch im stromes oder Jet stream. Da es nicht chen, wenn ihre Energie nicht extrem Wechselstromwiderstand) _auftreten-
Innern des Metalls Maxwell-Vertei- möglich ist, für die Beratung des Luft- groß ist, so abgelenkt werden, daß sie den Widerstandsbegrift *Impedanz
lung annimmt, ergibt den Faktor YT verkehrs unmittelbare Turbulenzmes- unter bestimmten Richtungen nicht (Scheinwiderstand). Kombinationen
statt 72. Wegen des schnell veränder- sungen in der Strahlströmung durch- einfallen können. Es gibt ganze Be- von elektrischen Widerständen, die
lichen e-Faktors kann man auf Grund zuführen, gibt das R. K. die Möglich- zirke, in die Teilchen unterhalb einer außer Ohmschem Widerstand (*Wirk-
der Versuchsergebnisse nicht zwi- keit, aufgrund der durchgeführten bestimmten Energie nicht eindringen widerstand, Resistanz) auch induktive
schen den beiden Formeln entschei- Radiosondenaufstiege, welche Tem- können; in anderen sind sie dagegen (*Induktanz) oder kapazitive Wider-
den. peratur und Windbis in große Höhen vertreten. - Die Ablenkung erläutert stände (*Reaktanz) enthalten, lassen
Lit. Hdb. d. Physik XXI. Berlin-Göttin- messen, ein Urteil über die Turbu- ine
i Abb. bei Ost-West-Asymmetrie. sich rechnerisch oder zeichnerisch be-
'gen-Heidelberg 1956 (Artikel von W. B. lenz der Luftströmung abzugeben. herrschen durch Anwendung der
Nottingham). [16] Lit. Georgi, W.:, Monographie der Richtungsentartung. Bei vorgegebe- Gaußschen komplexen Zahlenebene.
‚Richardsonsches Kriterium. Das von Strahlströme. "Teil 2. Forschungsbericht ner Drehimpulsquantenzahl ; kann Dabei wird dem Wirkwiderstand die
O.W. Richardson abgeleitete Krite- Nr. 6 der Dt. Forschungsanst. für Sege- sich das System entsprechend den reelle Komponente, der Induktanz
rium besagt, daß in kompressiblen flug. München1960. [30] Werten der magnetischen Quanten- die positiv imaginäre, der Reaktanz
Medien Turbulenz möglich ist, wenn ‚Richtantenne, 5. Antenne. zahl + j2 m — jauf (2j + 1) Wei- die negatiy imaginäre zugeschrieben.
die Strömungsgeschwindigkeit oder Richtcharakteristik, s. Antenne. sen einstellen. Solange von außen, Kombinationen aus solchen Wider-
die Dichte oder beidegleichzeitig sich Richtglas. Das R. ist eine einfache etwa durch ein Magnetfeld, keine be- ständen können mithin in dieser Dar-
mit der Höhein bestimmtem Ausmaß Zielvorrichtung, bei der dem Auge stimmte Richtung vorgegebenist, ist stellungsweise komplexe Werte ha-
ändern. gleichzeitig mit dem Ziel eine Ab- jede der m-Einstellungen gleichbe- ben (komplexer Widerstand, Impe-
Für die Atmosphäre wird die Rela- kommarke dargeboten wird, die rechtigt und gleichwahrscheinlich. danz) und lassen sich dann entweder
tion zwischen Windgeschwindigkeit scheinbarin gleicher Entfernungliegt. Dies bezeichnet man als R. [7] durch ihre Koordinaten oder durch
und ‘Dichte als Maß der Turbulenz Dadurch werden Parallaxenfehler Richtungsfokussierung. In einer An- Betrag und Richtung kennzeichnen.
ausgedrückt durch die sog. Richard- vermieden, wie sie z.B. beim Zielen ordnungvonelektrischen und magne- Daher verwenden einige Autoren die
sonsche Zahl Ri über Kimme und Korn infolge der tischen Ablenkfeldern (s. Ablenkung, Bezeichnung R. oder gerichteter Wi-
._E ar ey" Unschärfe unvermeidlich sind. Das elektrische und magnetische) spricht derstand. (26)
Ri (I-% (# man von R., wenn die Bahnen aller Riefler-Pendel, s. Pendel.
geladener Teilchen gleicher spezifi- Riemann, Georg Friedrich Bernhard.
Hierin ist g die Schwerebeschleuni-
gung, T die mittlere Ternperatur, 7’
der adiabatische Temperaturgradient,
> scher Ladung, die von einem Punkt
aus mit derselben Geschwindigkeit,
dagegenin etwasverschiedener Rich-
Deutscher Mathematiker. Geb. 17.9.
1826 in Breselenz b. Dannenberg
(Hannover), gest. 20.7.1866 in Se-
3T/2z der vorherrschende Tempera- tung in das Feld hineinlaufen, sich lasca am Lago Maggiore. 1857 Prof.
turgradient, ®v/dz die vertikale Wind- wieder in einem Punkte schneiden, für Mathematik an der Univ. Göttin-
geschwindigkeitsänderung. Das Auf- was sich durch einen speziellen Feld- gen, Mitglied der Roy. Soc. Londoı
treten von Turbulenz in einer Luft- Richtglas verlauf erreichenläßt. Eine sehr voll- Arbeitete vor allem auf dem Gebi
strömung hängt also von ihrer ther- R. ist ein Glaskörper, an den augen- 'kommene R. wird für Elektronen mit der Funktionentheorie. Seine Arbı
mischen Stabilität und in stärkerem eine brechende Fläche ange- elektrischen und magnetischen Elek- ten über die Grundlagen der Geo-
Maße von der vertikalen Windsche- schliffen ist, während an der gegen- tronenlinsenerreicht; doch darf selbst metrie wurden für die Relativitäts-
rung ab. Nach Richardson wird eine überliegenden Fläche im Abstande hier das ursprüngliche Strahlenbü- theorie wichtig. Er befaßte sich auch
Strömung turbulent bei Ri<1. Es der Brennweite die Abkommarke schel nur sehr wenig geöffnet sein, mit der Fortpflanzung von Luftwel-
gilt etwa die folgende Turbulenz- liegt. Die Strahlenvereinigung für damit die »sphärische Aberration« len. [43]
skala: Abkommen und Ziel wird durch Pu- genügend klein bleibt. Eine andere Riemann-Christoffelscher Tensor, s.
‚Ri = 1 bis 0,5 leichte bis mäßige Tur- pillenteilung, also durch eine geeig- wichtige Anwendung der R. stellt der Krümmung des dreidimensionalen
bulenz, nete Haltung des Auges, erreicht. [18] *Massenspektrograph dar; dort wird Raumesund Krümmungstensor.
Ri=0,5 bis 0,0 mäßige bis schwere Richtgröße, s. Rückstellkraft. mit besonderem Erfolg die R. mit der Riemannsche Koordinaten, s. Koor-
Turbulenz, Richtkraft, svw. *Rückstellkraft. [20] *Geschwindigkeitsfokussierung zur dinaten.
Ri < 0 thermokonvektive Turbulenz. Richtleiter, gelegentliche Bezeichnung *Doppelfokussierung vereinigt. [1] Riemannsche Krümmung, s. Krüm-
Richtungskorrelation, s. Winkelkor- mungstensor.
Für Ri<0 wird die Strömung ther- für *Kristallgleichrichter oder Kri-
stalldiode: [19] relation. Riemannscher Raum, s. Krümmung
misch instabil. Die Luftmasse geht Richtmoment, svw. *Rückstellmo- Richtungsmessung in Strömungen. des dreidimensionalen Raumes.
von dynamischer Verwirbelung in ment. [20] Zur R. i. S. dienen gewisse *Strö- Riesen. Sterne mittlerer und späterer
thermische Umlagerungen über. Über Das
mungssonden sowie *Schwebeteil- *Spektralklassen lassen sich in zwei
den Beginn der Turbulenz herrschen Richtung, erlaubte, verbotene. chen, in Überschallströmungen die deutlich unterschiedene Gruppen auf-
noch verschiedene Ansichten. Nach magnetische Erdfeld kann verhin- Machschen Linien (s. Machsche Wel- teilen: solche geringer undsolche gro-
französischen Flugmessungen wird dern, daß Teilchen, die mit isotroper len). [11] Ber absoluter Helligkeit. Dabei glı
für beginnende Turbulenz Ri 1,4 Verteilung aus dem Kosmos kom- Richtungsquantelung, svw. räumli- cher Spektralklasse gleiche Oberflä-
gesetzt. Nach russischen Messungen men und in den Bereich des Erdfel- che *Quantelung. [7] chentemperaturen und Strahlungsi
wird sogar Ri=2,0 als Grenzwert des gelangen, die Erdoberfläche oder Richtvermögen, syw. *Richtgröße. [20] tensitäten vorausgesetzt werden müs-
angenommen. Das R. K. hat beson- den oberen Rand der Atmosphäre aus Richtwiderstand ist ein anderer Aus- sen, ist der Unterschied beider Stern-
dere Bedeutung für die Beurteilung jeder beliebigen Richtung erreichen druck für den in der Wechselstrom- typen in der Größe der leuchtenden
der Turbulenz im Bereich des Strahl- können. Vielmehr können die Teil- technik (s. Wechselstromgrößen, Oberfläche zu suchen, die bei Sternen
22 23
Riesenast Ringspiegellinse
großer absoluter Helligkeit entspre- an der Univ. Palermo und ab 1889 in Seither ist das R. aufgegeben. Hönl
chendgroß ist. Man nenntdiese Ster- gleicher Eigenschaft an der Univ. Bo- und Papapetrou haben es 1938-1940
ne im Gegensatz zu der zweiten logna tätig. Seine Arbeiten erstreck- durch das Pol-Dipol-Modell ersetzt,
Gruppe R..(s. a. Russell-Diagramm). ten sich auf das Gebiet der Elektrizi- das aber ebenfalls, wenn auch nur im
Je nach dem Spektraltyp, von dem tät. (insbes. der drahtlosen Telegra- Vorzeichen, mit dem genannten Ver-
die Farbe abhängt, spricht man von Phie), des Magnetismus und des Lich- hältnis nicht verträglich ist.
weißen, gelben und roten R. Sterne, tes. Gleichzeitig mit A. Leduc fand Lır. Allen: Phil. Mag. (6), 40, 428 (1920);
deren Ausdehnung und absolute Hel- R. den nach beiden benannten Ef- 41, 113 (1921). Rao, B.: Physik. Z. 39,
ligkeit den Durchschnitt der R, we- fekt. [43] 137 (1938). Lorentz, H. A.
sentlich überschreiten, heißen *Über- Righi-Leduc-Efiekt. Wird in einem of modern physics 81 (1927)
Physik der Atomoberfläche. Leipzig
Stark,
R., solche, die ein Zwischenglied zwi- von einem Wärmestrom durchflosse- 1940. — Hermann, Prakt. Schulphysik
schen R. und Zwergen darstellen nen Leiter ein Magnetfeld erregt, des- 21, 27 (1940). - Hönl: Math.-phys. Sem.
(verhältnismäßig selten!), *Unter-R. sen Kraftlinien senkrecht zur Rich- fig unterteilten Kommutators, wo- ber. 1,50 (1949).[24]
R. sind jeweils Sterne großen Volu- tung des Wärmestromes verlaufen, so durch die von den Bürsten abgenom- Ringnebel. Manche planetarische
mens, jedoch sehr geringer Massen- tritt eine Temperatur-Difterenz senk- mene Gleichspannung kontinuierlich *Nebel erscheinen im Fernrohr wie
dichte, so daß auch die größten Ster- recht zu beiden Richtungen auf, die wird und nur geringfügig um einen kleine Nebelringe, da ihr Zentrum
ne trotz wesentlich größerer Volumi- mit einem Thermoelement gemessen konstanten Mittelwert schwankt. Der etwas dunkler schattiert erscheint als
na die hundertfache Sonnenmasse i. werden kann. Diese von A. Righi und R. (Abb.) besteht aus einem Eisen- die Peripherie. Diese Nebel werden
allg, nicht überschreiten. A. Leduc fast gleichzeitig aufgefun- ring (Hohlzylinder), der eine in sich oft als R. bezeichnet. Am bekannte-
Einige Durchmesser von R. nach in- dene Erscheinungheißt R.-L.-E., ge- geschlossene Ringwicklung trägt, die sten ist der R. im Sternbild Leier.
terferometrischen Messungen: nauer erster R.-L.-E.Er ist ein voll- in gleichen Abständen angezapftist. Näheres s. Nebel, planetarischer. [5]
kommenes Gegenstück zum *Hall- äter wurde der R. ersetzt durch den Ringschwinger sind in der Ultra-
Durchmesser Effekt, bei dem ein elektrischer Strom *Trommelanker, der sich leichter schalltechnik benutzte ringförmige
Stern Spektrum in Sonnen- im transversalen Magnetfeld eine herstellen läßt, da jede einzelne Win- Schwinger, die radial schwingen, so
Durchmesser transversale Potential-Difterenz. her- dung beim R. unter dem Anker daß die Schallabstrahlung radial nach
« Orionis Mo 20 vorruft, Der Hall-Effekt gchört zu durchgezogen werden muß. innen bzw. außenerfolgt.
B Pegasi MS 110 den. galvanomagnetischen, der R.-L.- Lir. Richter: Elektr. Maschinen. Bd. I. Lit. Bergman, L.: Ultraschall. 6. Aufl.
aHerulis cM8 800 E. zu den thermomagnetischen Eifek- Berlin 1951. [25] Stuttgart 1954. [12]
0 Ceti M7 388 ten. Ringbeschleuniger, im Gegensatz zum Ringspannung, s. Randspannung.
a Scorpii Mo 2 ‚Außerder transversalen Temperatur- linearen Beschleuniger ein *Beschleu- Ringspiegellinse. Bei Unterseeboot-
Nach Messungen an Bedeckungsverän- differenz wird unter denselben Bedin- niger für geladene Teilchen, in dem Sehrohren lag die Aufgabe vor,
derlichen: gungen wie beim R.-L.-E. auch eine diese eine ringförmige Bahn, auf der gleichzeitig den gesamten Horizont
g Aurigae K5 146 longitudinale beobachtet. Diese Er- sig durch ein starkes Magnetfeld ge- überblicken zu können. Eine ähnliche
# Aurigae ers 230 scheinung heißt zweiter R.-L.-E. oder führt werden, sehr oft durchlaufen. Forderung besteht bei den Rohr-
5 Maggi-Righi-Leduc-Effekt. Er kann Der wichtigste R. ist das *Synchro- wand-Sehrohren zur Prüfung der In-
auch als eine Änderung der Wärme- iron, das sowohl für Elektronen als nenwand von Geschützen. Hierzu
Riesenast, s. Russell-Diagramm. leitfähigkeit im Magnetfeld aufgefaßt auch für schwere Teilchen (vor allem dient die R., ein vontorischen Fl
Riesenmolekül. Bei vielen Kristallen werden:[2] Protonen) anwendbarist. chen begrenzter Körper (s. Abb.).
verliert der chemische Molekülbegriff Rimlock-Röhre. Der Name R.-R. ist Lit. Kollath, R.: Teilchenbeschleuniger.
seinen Sinn, weil die Bindungen eines eine Sammelbezeichnung für *Elek- 2. Aufl. Braunschweig 1962. [1] I
‚Atoms oder Atomions mit seinen un- ironenröhren (meist Rundfunkröh- Ringe (um Sonne und Mond), s.
tereinander gleichartigen Nachbarn ren) in Allglastechnik mit 8 Stiften Halo.
gleichberechtigt sind und man nicht zur Stromzufuhr, die direkt in das Ringelektron. Schon vor der Entdek-
ohne Willkür eine Zusammenfassung Glas eingepreßt sind. Ein Ring um- kung des mechanischen und des ma-
von zwei oder mehreren Gitterbau- gibt den unteren Suftteil der R.-R. gnetischen Moments des Elektrons
steinen zu Molekülen vornehmen und sorgt für den festen und richti- vertrat J. Stark 1907 die Annahme,
kann. Man bezeichnet daher gele- gen Sitz im Sockel. Die R.-R. wurde daß die Ladung des Elektrons axial
gentlich den ganzen Kristall oder Kri- von der *Novalröhre verdrängt. [19] statt_kugelsymmetrisch vorzustellen
stallit als R. Nur bei Molekülkristal- Ringanker. Der 1864 von Pacinotti sei. Die einfachste Vorstellung istdie,
len (s. Kristallstruktur, van der und später unabhängig davon von daß es ein kleiner Ringstrom ist. Sie Ringspiegellinse
Waalssche Bindung) bleiben bei der Gramme eingeführte R. brachte ei- ist von Allen 1920 und 1921 bis zur
Bildung des Gitters die Moleküle er- nen wichtigen Fortschritt in der Ent- Berechnung der Abmessungen des Wählt man die beiden brechenden
halten und werden nur locker anein- wicklung der Gleichstrommaschine. Ringes ausgearbeitet worden. H. A.
Flächen sphärisch und als reflektie-
ander gebunden. [16] Während man bei derbis dahin übli- l.orentz wiederlegte die Annahme, rende Fläche ein Hyperboloid
Ellipsoid, so lassen sich die sphäri
Righeit, svw. Schubmodul, s. Elasti- chen Doppel-T-Form des Ankers in daß der Ring die Bohrsche Bahn sein schen und astigmatischen Fehler be-
zitätskonstanten. [15] Verbindung mit einem zweiteiligen könnte. B. Rao zeigte 1938, daß das seitigen. Die Verzerrung des Bildes
Righi, Augusto. Ital. Physiker, Geb. Stromwender eine stark pulsierende R. nicht mit dem Verhältnis des ma- ist natürlich unvermeidlich.
27.8. 1850 in Bologna, gest. 8. 6. 1920 Gleichspannung erhielt, gestattete gnetischen zum mechani Lit. Franz. Pat. 402467 und DRP.
ebda. War ab 1880 Prof. für Physik der R. die Anwendungeines feinstu- ment des Elektrons verträglich ist. 246761. [18]
24 25
Ringspule Röhre
Ringspule (Ringdrossel), s. Spule und Rißbildung (crack formation) kann niveaus. Hiernach besagt es nichts und schnellen Arbeitens in Amerika
Toroid. durch die verschiedensten Vorgänge anderes als die Zurückführung der fast allgemein in Gebrauch. Er eignet
Rippelwellen (Kräuselwellen, Kapil- eingeleitet werden. Durch hinreichend zweidimensionalen Gesamtheit der sich sehr gut für laufende Reihenun-
larwellen). Unterliegen die Massen- großeplastische *Verformungen wird Linienfrequenzen auf die eindimen- tersuchungen.$. a. Härte und Härte-
teilchen der freien Oberfläche einer in jedem Falle irgend eine Art eines sionale der Terme bzw. der Energie- prüfung.
Flüssigkeit sowohl der Schwerkraft Bruchvorgangesauftreten, der immer niveaus. [1, 17] ir. Rocwell, S. P.: Americ. Mach., 900
als auch der Oberflächenspannung, so mit einer Rißbildung verbunden ist. Ritzsches Verfahren. Das von Ritz (1920); Iron Age, 950 (1920); Americ.
ist_ die Phasengeschwindigkeit der Bei einem gut verformbaren Stoff entwickelte Verfahren dient zur nu- c. Steel Treat., 1013 (1922) II. - Hab.
möglichen Oberflächenwellen gege- hängt die Ausbreitung eines Risses d. Experimentalphysik. Bd. 5. Goerens,
merischen Lösung von Variations- P., und R. Mailänder: Die techn. Ver-
ben durch mit einer plastischen Verformung problemen. Ihm wurde ein Nähe- fahren zur Untersuchung der Metalle u.
und *Verfestigung des angrenzenden rungsverfahren zur Berechnung von Legierungen. Leipzig 1930. [15]
„Zu,
vn
gi
2x Materials zusammen, während bei Eigenfunktionen der Quantenmecha- Rockwellsche Härteprüfung, s. Här-
einem spröden Material keine plasti- nik nachgebildet, das insbesondere teprüfung.
(@ Fallbeschleunigung, o Oberflä sche Verformung ‚in der Umgebung auf den Grundzustand und die ange- rod, Kurzzeichen in den USA rd.
chenspannung, g Dichte der Flüssig- des sich ausbreitenden Risses beob- regten Terme des Heliums sowie auf Eine in Großbritannien und in den
keit, A Wellenlänge). Für große Wer- achtet wird. Die Bildung und Aus- das negative H-Ion und das positive USA bestehende Längeneinheit.
te von A ist der erste Summand zu breitung der Risse bei der *Wechsel- Hs-Ion angewandt wurde (s. Ritz- 1
vernachlässigen; man erhält Wellen, verformung, also bei Eintritt des Er- sches Kombinationsprinzip). Definition: 1rod = 5 yard.
die sich mit der Geschwindigkeit müdungsbruches, sind noch nicht er- m Hylieraas: Z.f. Phys. 54, 347 (1929).
vv yEN?R faßt. [15] Umrechnung:
bi 1rod = 5,029 1956 m.
fortpflanzen (Schwerewellen). Für Ritzhärte. Neben den Härteskalen. RMS 1. (root mean square deviation),

sehr kleine Werte von 4 hingegenist von Mohs und Breithaupt u. a, hat s. Oberflächengestalt. 2. (root mean
square)
USA: 1 rod = 5,0292101 m.
Efiektivwert, besonders Dain der Technik in beiden Ländern
Martens den Begriff der R. gebildet.
ven= Viaaloh, Er definiert als R. eines Stoffes die von Wechselstromgrößen.[3, 27] 1 yard = 0,9144 m gesetzt wird, ist
Belastung eines Diamanten in Rochesche Grenze. Für das Mond- also 1 rod 5,0292 m. rod wird in
die Phasengeschwindigkeit hängt von Gramm,der bei einem Öffnungswin- system eines *Planeten läßt sich eine Großbritannien auch pole oder perch
& nicht mehr ab, wohlaber von o. kel ‚von 120° eine Ritzbreite von bestimmte Grenzentfernung vom genannt.[13]
Diese Wellen mit anomaler Disper- 0,1 mm erzeugt. [20] Hauptplaneten angeben, innerhalb Röhre. 1. In der Meßtechnik: Bour-
sion heißen Kapillarwellen. Bei den Ritzhärtebestimmung, s. Härteprü- welcher der Begleiter nicht mehr sta- don-R., Hilfsmittel zur Messung von
allgemeineren Kapillar-Schwerewel- fung. bil ist, sondern von den zu groß ge- Gasdrücken. Eine dünnwandige,
len superponieren sich also die Ge- Ritzsches Kombinationsprinzip. Ritz) wordenen Gezeitenkräften zerrissen kreisförmig gebogene Metallröhre
schwindigkeiten quadratisch: v2=vı? fand bereits vor Aufstellung des wird. wird an beiden Enden verschlossen
+ya?, Die Abhängigkeit des v von der Bohr-Rutherfordschen Atommodells, Die Entfernung R ergibt sich in Ein- und ausgepumpt. Der Krümmungs-
Wellenlänge A zeigt, daß es ein Mi daß durch Addition oder Subtraktion heiten des Radius des Hauptplaneten radius der Röhre und damit. die Ent-
mum für v geben muß. Es wird der Wellenzahlen zweier Spektral- nach der Formel fernung der beiden Enden voneinan-
dv*/dA = 0 für linien eines Atomssich Zahlen erge-; 3 der sind von dem auf die Röhre wir-
A= Ann = 2 VOlB®, ben, die i. allg. wiederum Spektral- R=2,44Yorlon, kenden Außendruck abhängig. Die
also linien des gleichen Atoms entspre-) wenn gı die Dichte des Planeten und Abb. zeigt, wie mit Hilfe von He-
ve -2 yogle. chen. Vom Standpunkt der Bohr-, ex die Dichte des Mondes ist. Somit bein und einer Zahnradübersetzung
schen Theorie ist diese als R. K. be-) läge die Grenze im praktisch nicht diese Entfernung auf einen Zeiger
Da für Wasser @ = 72 10-° Njmist, zeichnete Gesetzmäßigkeit beinahe) verwirklichten Sonderfall, daß die übertragen wird.
bedeutet dies, zusammen mit @ eine Selbstverständlichkeit; denn ihr Dichten beider Körper gleich sind.
und g = 981, daß für eine Wellenlän- zufolge werden die Frequenzen einer bei 2,44 Radien des Hauptplaneten.
20 Amm=1,73cm die Wellenge- Spektrallinie als Differenz zweier) Überwiegt die Dichte des Mondes,
schwindigkeit ihren kleinsten Wert Energiezustände (*Terme) dargestellt. dann rückt die R. G. an den Haupt-
planeten heran; überwiegt die Dichte
erreicht, nämlich Vin 0,232 m/s. Wenn also die Termdifferenz T»- Ti)
Es gibt also keine Welle, die sich auf der einen, die Differenz Ta Tı der des Hauptplaneten, dann rückt sie
Wasser langsamer als mit der Ge- anderen Spektrallinie entspricht, so weiter nach außen.
schwindigkeit 0,232 m/s fortpflanzt. ist die Differenz dieser beiden Term- Der Planet Saturn kann als Muster
Sowohl die Wellen, deren Wellenlän- fferenzen Ts — Ts wiederum ein für die R. G. gelten, da das Ringsy-
ge kleinerist als 1,73.cm unddie Lord möglichen Spektrallinie zugeordn stem, das offenbar aus sehr vielen
Kelvin als R. bezeichnete, als auch wenn der entsprechende Übergan; reten Partikeln besteht, inner-
solche mit größerer Wellenlänge nicht gerade durch die Auswahlregeli lb der R. G.liegt, in der sich ein
pflanzen sich schneller fort. Der all- verboten ist. Seine Bedeutung erhält 'ößerer Körper nicht stabil halten
ann.[5]
‚gemeine Sprachgebrauch sieht, ohne also das R. K. erst im Zusammen:
diese strenge Unterscheidung,als R. hang mit der quantentheoretisch Rockwell-Härte hat keine physikali-
die kleinen Wellen an, die als K: Deutung der Linienfrequenzen als sche Bedeutung, sondern gibt ledig-
selung sowohl auf großen Wellen wie Termdifterenzen bzw. als durch d: lich die mit dem Rockwell-Apparat
auf sonst unbewegter Wasserober- Plancksche Wirkungsquantum divi« messenen Härteziffern an. Dieser
fläche auftreten. [6] dierte Differenzen von *Energie- Apparat ist wegen seines einfachen Abb. 1
26 2
Röhre
Röhre
von Hulls *Magnetron und von der
2. Zieht man in einem *Vektorfeld Habann-R. Letztere umgibt die Ka-
durch die Punkte einer kleinen ge- "EA # 27 ihode mit einer zylindrischen Anode
schlossenen Kurve die Vektorlinien, am mit vier Schlitzen in Mantellinien-
richtung, die wie beim Quadrant-
so umhüllen sie bei stetigen Feldern
i. allg. einen Raum, den man R. Elektrometer kreuzweise verbunden
(Vektorröhre) nennt. Hiervon ma- #% {eb 435mm sind. Innerhalb der von einer Spule
chen die Strömungsichre und die (wie beim Magnetron) umgebenen
Feldphysik Gebrauch, wobei über die Anodeentstehtein elliptischer Elek-
R. Sätze aufgestellt werden. tronenstrom, dessen Achse umläuft;
3. In der angewandten Elektronik ist er influenziert in den Segmenten der
R. Abkürzung für Elektronenröhre. Anode den hochfrequenten Wechsel-
Darunter versteht man, zum Unter- strom von etwa 50cm Wellenlänge
schied von den älteren Kathoden- und bis zu 1 kW Leistung. Die Abb.5
strahlröhren mit selbständiger Entla- zeigt eine Habann-R.
dung in verdünntem Gas, eine hoch-
evakuierte Glas- oder Stahlröhre mit Zotihrungenzuden
Elektroden, von denen eine, die Ka- Abb. 4 VER Sehtizanoten
hode,direkt oder indirekt elektrisch
bis zum Austritt thermischer Elek- <) Doppelsteuerröhren, Mischröhren:
tronen aus dem Metall oder aus Hexoden, Heptoden, Oktoden. Legt
einem Belag aufgeheizt wird. Die
Elektronen werden dann durch ein
man an das Bremsgitter einer Pentode
elektrisches Feld in der R. direkt eine niederfrequente Wechselspan-
‚oder indirekt zur Anode geführt, so nung, so wird die Amplitude des
daß in der gewöhnlichen Sprechweise hochfrequenten Anodenstroms im
ein Strom von der Anode zu der Ka- Rhythmus der Niederfrequenz ge-
thode und (evil. teilweise) zu den an-
modelt.
deren Elektroden geht: der Anoden- Dies findet beim Überlagerungsemp-
strom. Manunterscheidet die R. nach fang Anwendung. Dabei ist oft s
der verwendeten Elektrodenzahl mit rend, daß die Anodenspannung
griechischen Zahlvorsilben und der folge ihres *Durchgriffs auf den zwei-
gemeinsamen Nachsilbe, die den ten Steuervorgang einwirkt. Darum
Stromdurchgang bedeutet (hodos wird zwischen Anode und Bremsgit-
Weg). In allen R. entstehen auch cin zweites Schirmgitter angebracht,
Röntgen-Strahlen; jedoch sind diese dem man meist dieselbe positive
bei den bisherigen Betriebsspannun- Spannung gibt wie dem ersten 9) In der Triftröhre (Klystron) wird
gen so langwellig, daß sie die Wand Schirmgitter. Auch hier kann es nicht die Raumladung, sondern die
der R. nicht durchdringen. Noch kei- Abb. 3 wünschenswert sein, den Austausch Geschwindigkeit des Elektronen-
ne R. im engeren Sinnist die Diode der Sekundärelektronen der Anode stroms durch besondere Elektroden
mit zwei Elektroden. Sie wird ver- te Lee de Forest. Das Gitter ist meist mit dem zweiten Schirmgitter zu ver- gesteuert. Näheres s. Klystron.
wendetals veränderlicher Widerstand ein Schrauben draht (Abb. 2). Die hindern, also ein zweites Bremsgitter h) In der Wanderfeldröhre (bisher
und zur Umwandlung. Diese Anwen- *Kennlinie der Triode zeigt Abb. 3. dazwischen zu setzen; so entsteht die vier Typen umfassend) schießt eine
dungen beruhen auf ihrer gekrümm- Die Triode wird angewandtals “Au- Heptode. Die Oktode ist eine Hep- »Elektronenkanone« Elektronen von
ten *Kennlinie (s. a. Elektronen- e.
dion-, Verstärker- und SenderöhrZwei- iode mit einer zweiten, seitlichen Y/ıa Lichtgeschwindigkeit durch einen
röhre). Ferner dient sie als Gleich- b) Raumladungsgitterröhren, Anode, welche mit dem ersten Steu- weitabständigen Schraubendraht, auf
richter, weil bei angelegter Wechsel- gitterröhr en, d
enthalten Kathode, ergitter zusammen als Triode wirkt dem sich fortschreitende Wellen aus-
spannung nur Strom fließt, solange Raumladungsgitter, Steuergitter, An- und durch *Rückkopplung Hilfs- bilden (daher der amerikanische Na-
die Glühelektrode negativ ist. ode. Näheres s. Elektronenröhren. schwingungen für den Überlage- me travelling wave tube), deren axiale
a) Trioden besitzen zwischen Anode c) Tetroden,
enthaltend
*Schirmgitterröhren,
Kathode, Steuergitter,
rungsempfang erzeugt. Feldkomponente mit der Elektronen-
und Kathode eine durchbrochene D) Für die Ultrakurzwellen (ameri- geschwindigkeit übereinstimmt. Sie
Elektrode, Gitter genannt. Letzteres Schirmgitter, Anode. Näheres s. kanische Abkürzung UHF, Ultra dient zur Verstärkung von Dezime-
wurde von Lenard 1900 als Loch- Elektronenröhren. High Frequency) der Signaltechnik terwellen.
blende zur Bremsung oder Nachbe- Kathode,
d) Pentoden, enthaltend Bremsgi werden Laufzeitröhren verwendet, Braunsche R., eine von Karl Ferdi-
schleunigung von Photoelektronen Steuergitter, Schirmgitter, «ie auf der von Barkhausen entdeck- nand Braun 1897 angegebene Ionen-
eingeführt und von Lieben 1906 zur (er, Anode, s. Abb. 4. Das Bremsgit- ten Erscheinung tanzartiger regelmä- röhre mit eng ausgeblendetem Ka-
Steuerung von Glühemissionsströmen ter verhindert den Durchtritt der am Niger Elektronenbewegungen höch- thodenstrahl zur Analyse des zeit-
in Gebrauch genommen. der Anode auftretenden Sekundär- sıer Frequenzen in Elektronenröhren lichen Verlaufes von elektrischen
Die Lieben-Röhre enthielt absichtlich elektronen. Es ist schwächer positiv beruhen. Die ursprüngliche Barkhau- Strömungen und Spannungen. Die
noch Quecksilberdampf. Den Über- als Anode und Schirmgitter. S. a. sensche Laufzeitröhre ist verdrängt erste Braunsche R. enthielt, wie
gang zur Hochvakuum-Triode mach- Bremsgitterröhre
.
2
2
Röhrengeneratoren
hausen in diesem Zusammenhang de- pazitäten zwischen Anode-Kathode
fnierten Begriffe Stelheit, Durchgrifl, ind, Gitier-Kathode. Nur bei der
innerer Widerstand lassen sich elek- idealen Triode stimmt diese Defini-
irische Schaltungen berechnen, in de- tion mit der oben unter b) gegebenen
nen Röhren enthalten sind. überein.
Der Elektronenstrom (Anodengleich- Lıt. s. Elektronenröhre. [26]
strom) Is, der in einer Röhre fließt, Röhrengeneratoren sind Elektronen-
hängt in seinem Betrage ab von der röhren, die infolge von *Rückkopp-
angelegten Anodengleichspannung U. lung ungedämpfte Schwingungen er-
und der Gittergleichspannung U.. zeugen und auf elektronischem Wege
Diese Abhängigkeit läßtsich in einem die zugeführten Gleichspannungen in
Abb. 6 dreidimensionalen Koordinatensy- Wechselspannungen umformen. Die
stem darstellen, dessen Koordinaten früher zur Erzeugung von Hochfre-
*Kathode K,
‚Abb. 6 zeigt, eine kalteLochbl geräte stark verei nfacht, so daß sie Ua, Us und 1a sind. Gebräuchlicher
t jedoch die Darstellung in der
quenz verwendeten Maschinensender
und Löschfunkensender sind durch
eine *Anode A, eine ende D zu einem der am meisten verwende-;
räte geworden] bene, wobei die Kurve Ia = f(U»), die R. völlig bedeutungslos geworden.
und einen in die Röhre eingebauten, ten Laboratoriumsgeberei ch erst die man Kennlinie nennt, für kon- Aus der großen Zahl der Schaltungen
$, auf welchem
ebenen Leuchtschirm einen ist. Ihr Anwendungsdie Analy stantes Us dargestellt wird. Mehrere der R. seien nur die folgenden her-
leuchten-
der Kathodenstrahl Betriebenwur sich nicht nur auf se elek-
tischer, sondern solche Kennlinien, die für verschie- ausgegriffen: Die Meissner-Schaltung
den Fleck erzeugte. nzmaschine de trischer und magne cher undl
als auch mechanischer, optis ihre Bi
dene Us-Werte gelten (und leicht
durch reine Gleichstrommessungen
(Abb. 1) mit induktiver Rückkopp-
lung, die Colpitts-Schaltung (Abb. 2)
sie mit einer Influe
Spannungsquelle. Zur Ablenkung thermische
r Vorgänge. Über
des Kathodenstrahls dientenderMagnet - deutung s. a. Kathodenstrahloszillo: aufzunehmen sind), bilden das Kenn-
linienfeld. Aus den Kennlinien lassen
mit kapazitiver Rückkopplung und
die Huth-Kühn-Schaltung (Abb.3),
Sp, die außerhalb
spulen acht Röhre graph und Fernsehen. sich die von Barkhausen eingeführten bei der die Rückkopplung über die
angebr waren. Der Lichtfleck auf Hittorfscheröhre (Crookessche) R., Ga
zur Erzeugung von Begriffe entnehmen: innere Gitteranodenkapazität Coa der
dem Schirm bewegt e sich bei wech- entla dungs r Kathode]a)als Steigung der Kennlinie in einem Röhre erfolgt. Diese Schaltung eignet
seinder Stroms tärke in den Spul Katho denst rahle n mit kalteuck in dep
auf einer Gerade n. Mit Hilfe einc und Anode . Der Gasdr bestimmten Arbeitspunkt sich daher nur zur Erzeugung von
Drehspiegels wurde der Vorgangzeit- Hittorfsch
en R. beträgt nur dungs 1 bis die *Steilheit Hochfrequenz. Wenn vom Einfluß
andergezogen und damit 10 N/m?. Das Innere der Entla - EA der Röhrenkapazitäten abgesehen
lich ausein
ierbar. frei von Leuch
bahnist fast Entla terscheiist
S= 30, inmA/V fürUa=comt; wird, bestimmen Induktivitkt und
dungsspann ung
Kaufe ‚der Zeit hatsich die Braun- nungen. Die
” jazität sowie die Belastun; les
salinstrument verhältnisn,mäßigwelch hoch. Die Katho ;
b) der *Durchgriff Schwingungskreises im wesentlichen
sche R. zu einem Univerund Ferns ch- denst rahle e beim Aufpr all 30, die Frequenz der Schwingungen.
für Meß-, Steuer- n auf die Katho: D=-- 1a = const;
zwecke entwickelt.alsIhre größte Ver- der positiven *Ione Der Z— der Belastung,aufdie
breitung fand sie Oszill ographen- denoberfläche entstehen, verlassen .„, Frequenzkonstanz wird durch »} -
röhre in der Hochfr equenztechnik, (Den Kehrwert des Durchgriffs tronenkopplung« fast völlig beseitigt,
iedener Hin-
;
nennt man Verstärkungsfaktor) wenn zwischen dem Verbraucherkreis
nachdem sie in versch ©) der innere Widerstand und dem Schwingungskreis zwei
sicht vervol lkommnet worden war.
trat di
BankernBe Ten
An die Stelle der Ionenröhre
*Glühkath ik Iv. 1. Hydro- und
7
inkRQ für Us = const.
hochfrequenzmäßig geerdete Gitter
Hochvakuumröhre mit di ed
liegen (Abb. 4). Für besonders hohe
Ansprüche an die Frequenzkonstanz
de. Die Abb. beim Stichwort, Katho- Elektronenröl Für die so definierten Begriffe gilt die eines R. wird der Gitterkreis der
denstrahloszillograph zeigt eine mo- Barkhausensche R. HuchKühnScheine durch einen
derne Braunsche R. im Schema . Eine u wingquarzkris: (weniger gut:
elektronenoptische des Anordnung, die SDR=1. Turmalin, Seignettesalz) erseızt. Den
Wehnelt-Zy-
Weiterentwicklung
e Schärfe des
linders, sorgt für besserchirm, Sie gilt für jeden Punkt des Kennli- Einfluß der zum Kristall parallel lie-
Bildes auf dem *Leuchtsteil der Röh- w nienfeldes, wenngleich die Einzelwer-
ie $, D und Rınicht für alle Punkte
genden Röhrenkapazitäten vermeidet
die 1. Heegner-Schaltung (Abb.5).
cher zu einem Bestand
renwandung wurde. Durch eine ver- eines Kennlinienfeldes die gleichen Mit den angeführten Schaltungen las-
änderliche Beschleunigungeckes läßt sich Werte haben. Tatsächlich ergibt sich sen sich Hochfrequenzen bis etwa
Lichtfl
die Helligkeit des schirm regu- jedoch bei den meisten Röhren ein 100 MHz erzeugen, wobei die Werte
ziemlich großer Komplex in der Mitte für L und C des Schwingungskreises
Nieren. Der Leucht Farbe und wird hin-
eit,
sichtlich Helligk Verwendu: Nach- geräte.
des Kennlinienfeldes, in dem 5, D
und Rı hinreichend konstant sind, um
immer kleiner werden; schließlich ge-
hen sie bei den Dezimeter- und Zen-
leuchtdauer demHochvakuum gestattet ‚50jährii Jubiläum
"Naturw.
Röhre.DieJahrg. 35 (1948). D die Vorausberechnung der Schaltung timeterwellen Parallelleitersysteme
angepaßt. Das Eiektron. 2und folgende. {2,12} mit der üblicherweise angestrebten mit örtlich verteilten Spannungs- und
den Einbau von Platten für eine elek- Röhrenformel, Die R. von Barkhat
trische Ablenkung des Kathoden- sen (1919) beschreibt das Verhalte Genauigkeit zu ermöglichen. Stromwerten über (*Lecher-Leitung
strahls in zwei Koordinaten. Braun- Yon Elektronenröhren,derinsbesonder
In einer etwas anderen Definition für und Hohlleiter).
den Begriff »*Durchgriff« versteht Zur bequemen Erzeugung einer
Auch die HandhabungNetzan der Trioden. Mittels von Barl
schen R. wurde durch schluß - Yon man darunter das Verhältnis der Ka- Wechselspannung beliebiger Frequenz
31

Röhrengeneratoren ‚Röhrenschutzgehäuse
Gefäße. Sind beide Gefäße mit der
gleichen Flüssigkeit gefüllt, so stehen
Berlin 1955. im Ruhezustand die Flüssigkeitsspie-
ren als Schwingungserzeuger
;leichrichter. Leipzig 1941. [27] gelin beiden Gefäßen gleich hoch.
Röhrengleichrichter, s. Gleichrichter. Sind Flüssigkeiten verschiedener
Röhrengüte (Güte von *Elektronen- Dichte eingefüllt, dann verhalten sich
söhren) ist ein Begriff, der für die die Höhen der Flüssigkeitsspiegel
Berechnung von Verstärkern wesent- umgekehrt wie die Dichten,also
lich. ist. Die Röhrengüte Gr ergibt hu:he= 9:01.
sich aus *Steilheit S und *Durchgriff K. R. finden als Flüssigkeitsstandan-
D der Röhre gemäß G,=S/D mit zeiger an Behältern und Kesseln Ver-
der Einheit S (Siemens). [26] wendung. Auch die sog. artesischen
Abb. | Röhrenheizung, indirekte. Bei *Elck- Brunnen beruhen auf dem Prinzip
ironenröhrensoll die *Kathode Elek- der k. R.[20]
{ronen emittieren; sie wird zu diesem Röhrenrauschen, Unter R. versteht
Zwecke elektrisch geheizt. Die mo- man das elektrische *Rauschen der
derne Art der Heizung nennt man in- *Elektronenröhren, das die kleinste
direkt, weil bei ihr die emittierende nachweisbare Spannung nach unten
Schicht von der Heizwicklung isoliert beschränkt. Da das Spektrum des R.
ist und dementsprechend getrennt fast den gesamten Frequenzbereich
umfaßt, kann mittels spezieller
von der Heizwicklung anzuschließen *Rauschdioden Hochfrequenz erzeugt
. - Die Heizwicklung besteht aus werden. [19]
einem Paar gegenläufig gewickelter Röhrenschutzgehäuse. Im modernen
(zwecks Aufhebung des magnetischen Röntgen-Betrieb wird keine Rönt-
Feldes) Wendeln, die von einem zy- ‚gen-Röhre offen verwendet. Sie sind
Abb. 3 indischen Überzug aus Aluminium- alle von »Schutzhaubene umgeben.
oxyd umhüllt sind. Ein dünnes Nil Die Haubesoll zwei Aufgaben erfül-
kelröhrchen, das auf diesem kerami- len: den Schutz vor der Hochspan-
schen Zylinder aufliegt, trägt die nung und einen möglichst großen
emittierende Schicht, die meistens ausSchutz vor den Strahlen außerhalb
einem Gemisch von Bariumoxyd und des Strahlenkegels.
Strontiumoxyd besteht. Die Heizung Die heute verwendeten Hauben um-
wird mit Netzwechselspannung von schließen fast völlig die Röhren und
einigen Volt betrieben. - Der gesam- bestehen meist aus Metall oder Por-
2-stufiger End- te Kathodenaufbau hat bei Empfän- zellan mit metallischem Überzug. Sie
Verstärker verstärken gerröhren eine Länge von1 bis 2cm werden gutleitend mit der Erde ver-
und einen Durchmesser von 1 bis bunden, so daß selbst ein Hoch-
2mm. Der Leistungsverbrauch be- spannungsdurchschlag im Innern kei-
trägt etwa 1 W, die Anheizdauer bis ne Folgen für den Menschen haben
4 Abb. 6 zur Erreichung ausreichender Emis- kann.
+ pa "0 sion etwa 30s. - In der Frühzeit der
ab verwendet man sog. RC-Genera- Rundfunktechnik war die direkte Zur Isolation zwischen den Hoch-
im Tonbereich bis etwa 20000 Hz Heizung allgemein gebräuchlich, bei spannungspolen und der geerdeten
und auch darüber hinaus dient toren, welche keine Schwingungskrei- welcher die Elektronen von einem Außenhülle wird bei Metallhauben
der Schwebungssummer. Ein mit- se enthalten. Wenn die Rückkopp- Luft oder Öl bzw. das Haubenpor-
tels Drehkondensator abstimmbarer lung eines zweistufigen Verstärkers glühenden Draht emittiert werden,
der unmittelbar geheizt wird. Diese zellan verwendet. Meist werden heu-
Hochfrequenzgenerator bildet mit über die frequenzabhängigen Zweig direkte Heizung hat gegenüber der te Ölhauben verwendet. Die Öffnung
einem zweiten, aber fest abgestimm- einer Wienschen Brücke mit Cı = indirekten verschiedene Nachteile; er-zum Austritt der Nutzstrahlung ist
ten in einer Mischstufe eine Schwe- C2 C und Rı = Rı = erfolgt, er- wähnt sei nur die galvanische Verbin- bei den Ölhauben mit einem Plexi-
bungsfrequenz,die hinter einer Ver- regensich Schwingungen mit der Fre dung des Heizkreises mit dem Hoch- glasfenster verschlossen, das nach in-
stärkerröhre abgenommenwird. Beim quenz {= 1/@m-RC), auf die di frequenzkreis, die bei Gleichstrom- nen gewölbt ist, damit die Strahlung
Durchdrehen des Drehkondensators Brücke abgestimmt ist (Abb.6) heizung zu unterschiedlicher Feldver- möglichst wenig Öl durchsetzen muß.
überstreicht man praktisch den gan- Durch starke Gegenkopplung erreicht teilung längs des Heizdrahtes führt, Außen an dem Fenster kann der sog.
zen Tonfrequenzbereich von 0 bis man Amplitudenkonstanz und klei bei Wechselstromheizung den sog. Tubus angebracht werden.
20000 Hz. Die Erzeugung tiefer nen *Klirrfaktor. Mit RC-Generato: Netzbrumm hervorruft. Bei_Tiefentherapieröhren kann das
Schwebungstöne kann infolge Mit- ren können Frequenzen bis zu eiwi Lit. Meinke-Gundlach: Tschb. d. Hoch- ‚Austrittsfenster durch eine Bleischei-
nahmeerscheinungen der beiden 1 MHzerzeugt werden. frequenztechnik. Berlin 1967. [26] be verschlossen werden. Dieser Ab-
Hochfrequenzgeneratoren Schwierig- Lit. Barkhausen: Lehrbuch der Elektrt Röhren, kommunizierende, heißen deckschieber muß laut Vorschrift
keiten bereiten. ‚nenröhren. Leipzig 1935. - Kulp: Eleks zwei durch ein am Boden angebrach- durch eine Fernschaltung bedient
Für Frequenzen bis etwa 0,1 Hz her- tronenröhren und ihre Schahungen. Gö ies Rohr miteinander verbundene werden.
32 33
Röhrensender Röntgen
Der Strahlenschutz der Hauben wird R. mit Trioden ausgerüstet, die eineı mit den terrestrischen Methoden er-
durch eine entsprechend dicke Blei- hochohmigen Eingang besitzen. Fü reichenläßt. [18]
panzerung - innen bei den Metall- Sonderzwecke werden Röhren herge- Röntgen, Wilhelm Conrad. Dt. Phy-
'hauben,außen bei den Porzellanhau- stellt, deren Gitter zur Vermeidung siker. Geb. 21.3.1845 in Lennep
ben - erfüllt, Doch wurde dieser von Ableitungen besonders hoch iso- (Rheinland), gest. 10.2. 1923 in Mün-
Schutz bis heute noch nicht so voll- liert sind. Sie finden in den als Röh- chen. 1875 Prof. für Physik an der
ständig erreicht wie bei dem vor der renelektrometer bezeichneten R. Ver- Landwirtschaftlichen Hochschule in
Hochspannung. Die Bezeichnung wendung. Hohenheim bei Stuttgart, 1876 a. o.
»Vollschutzhaube« bezieht sich nur Gleichspannungs-R. können zur lei- Prof. für Theor. Physik an der U:
auf den Hochspannungsschutz, nicht stungslosen Messung von Gleichspan- Straßburg, 1879 o. Prof. für Physil
auf den Strahlenschutz. [28] nungen verwendet werden. an der Univ. Gießen, 1888 in gleicher
Röhrensender, s. Sender und Sende- Lit. Schintimeister, J.: Die Elektronen- Eigenschaft an der Univ. Würzburg
röhren. röhre als physikal. Meßgerät. Wien 1942. und 1900-20 o. Prof. für Theor. Phy-
Röhrenstromstärke, reduzierte, Dau- Zinke, H. F.: Meßtechnik. Leipzig
1947. [27] sik an der Univ. München.R. erhielt
ernennstromstärke bei einer Rönt- 1901 den Nobeipreis für Physik für
gen-Röhre, dividiert durch das Qua- ‚Römer, Olaus(Olaf). Dän. Astronom. die Entdeckungder nach ihm benann-
drat des Abstandes zwischen dem Geb. 25.9.1644 in Aarhus, gest. 19. ten Strahlen. Arbeiten: Auf dem Ge-
Brennfleck der Röntgen-Röhre und 9.1710 in Kopenhagen. 1672-81 an biete der spezifischen Wärme und der
dem Arbeitsplatz. [28] der Pariser Stemwarte und Mitglied Kristallphysik. Er entdeckte 1895 die
Röhrenvoltmeter. Kleine und mittlere der dortigen Akad. der Wiss. 1681 Röntgen-Strahlen und untersuchte
Hochfrequenzspannungen werden in Prof. der Mathematik an der Uni eingehend deren Eigenschaften. Au-
der Praxis hauptsächlich mit R. ge- Kopenhagen. Später dort Bürgermei Berdem förderte er die Kenntnisse
messen. Bei ihnen wird die Meßspan- ster und Staatsrat. R. begründete die vom Spektrum und fand bei seinen
nung mit Hilfe von Elektronenröh- Sternwarte in Kopenhagen, erfand Arbeiten über Elektrizität und Ma-
ren gleichgerichtet und verstärkt ei- den Meridiankreis, traf die ersten gnetismus 1888 den sog. Röntgen-
nem anzeigenden Drehspulinstrument Fesıstellungen einer endlichen Aus- Strom. Er führte ferner schr genaue
zugeführt. R. sind gut überlastbar, breitungsgeschwindigkeit des Lichtes experimentelle Forschungen über die
haben geringen Eigenverbrauch und undleitete 1675 aus der Verfinste- Eigenschaften der Körper unter der
gestatten eine schnelle direkte Able- rung der Jupitermonde die Größe der Einwirkung hoher Drücke, über Ka-
sung der Meßspannung. Der Fre- Lichtgeschwindigkeit ab. Auch mach- pillarität, Kompressibilität und das
quenzbereich von R.reicht vom Ton- te cr wertvolle Meridianbeobachtun- Verhältnis der spezifischen Wärme-
frequenzgebiet bis in das der Dezime- gen. 1674 entdeckte er die Epizykloide kapazität durch. [43]
terwellen. Bei allen R.steuert die zu und deren Anwendungfür die Gestalt ‚Röntgen, Kurzzeichen R (früher r),
messende Spannung eine gekrümmte der Zähne bei Rädern. [43] eine Einheit für die Bestrahlungsdo-
Kennlinie z. T. aus. Die hierdurch Römers Methode zur Messung der sis bei Röntgen- und y-Strahlen.
verursachte Änderung des Anoden- *Lichtgeschwindigkeit beruht auf der 1. Die Internationale Röntgen-Strah-
gleichstromes, der Richtstrom,ist ein Beobachtung der Verfinsterungen ei- lungseinheits-Kommission legte 1928
Maß für die Meßspannung. voltmetern nes Jupitermondes. Bildet man die folgende Definitionfest:
Entsprechend der Art der Gleichrich- Summe aller Verfinsterungen zwi- Die internationale Röntgen-Strah-
tung unterscheidet man R. mit A-, B- schen der Konjunktion und der Op- lung wird dargestellt durch die Rönt-
und C-Gleichrichtung. position beider Himmelskörper, dann gen-Strahlungsmenge, die bei voller
Bei der A-Gleichrichtung (Abb. 1) er- erhält man einen um 996 s größeren Ausnutzung der sekundären Elektro-
hält man eine quadratische Abhän- Wert, zwischen der Opposition und nen und unter Vermeidungder Wand-
gigkeit des Richtstromes vom Meß- der Konjunktion dagegen einen um 'wirkungenin der Ionisationskammer
wert. Sie ist die am meisten gebräuch- 996 s kleineren Wert, als er unter Be- in einem Kubikzentimeter atmosphä-
liche Aussteuerungsart, da bei ihr das nutzungder mittleren Verfinsterungs- rischer Luft bei 0 °C und 76cı
Meßergebnis auch bei verzerrten periode hätte sein dürfen. Römer deu- Quecksilberdruck eine solche Leitf‘
Meßspannungenrichtig bleibt. Abb. tete diese Verschiebung als Folge der higkeit bewirkt, daß eine Ladung von
zeigt die grundsätzliche Schaltung ei- Abb. 2. Prinzipschaltung eines Röhren- um den Erdbahndurchmesser unter- einer elektrosiatischen Einheit bei
nes R. für den A-Betrieb. Der das VoimeteraltAr@leichrichtung schiedlichen Lichtwege. Der Erd- Sättigungsstrom gemessenwird.
Meßgerät durchfließende, mehr oder bahndurchmesser beträgt rund 2,99 - Die Festsetzung enthält gleichzeitig
weniger große Anodenruhestrom io zwischen Richtstrom und Meßspan- 10° km. Daraus ergibt sich für’ die die Meßvorschrift für das R., die in
wird zur Erhöhung der Anzeigeemp- nung wird bei der C-Gleichrichtung Lichtgeschwindigkeit ein Wert von der Bestimmung des Sättigungsstro-
findlichkeit von. einem Hilfsstrom der Arbeitspunkt durch Rückwirkung 300000 km/s. Diese Methode teilte mes in einer geeigneten Ionisations-
kompensiert. Bei der B-Gleichrich- des Richtstromes entsprechend ver- Römer 1675 der Pariser Akademie kammer besteht; i. allg. wird sie
tung spricht man auch von Linear- schoben. mit. Durch neue Messungensind die durch das Faßkammer-Verfahren
oder Flächengleichrichtung, wobei Ist im Meßobjekt ein niederohmiger Zahlen von Römerwesentlich verbes- realisiert. Das in der Definition des R.
der arithmetische Mittelwert der Ein- Gleichstromweg vorhanden, so kann sert worden. Die Genauigkeit ist aber genannte Volumen Luft, in dem eine
gangsspannung gemessen wird. Zur man für die Gleichrichtung Dioden wegen der Unsicherheit des Erdbahn- Ionenmenge beiderlei Vorzeichens
Erzielung einer linearen Abhängigkeit verwenden. Im allgemeinen werden durchmessers viel geringer,als sie sich von je
34 35
Röntgen-Analyse Röntgen-Eichenwald-Versuch
1 elektrostatische Einheit & Strahlung kann in R/h, R/min oder irennung durch bewegten Film. Beim men werden (bei Stromstärken von 10
3,3356 - 10°C R/s ausgedrückt werden. ‚weiten Verfahren ist die Blitzfre- bis 1000 mA). Die Spannungen betra-
erzeugt werden soll, hat eine Masse Die Schreibweise des Kurzzeichens r
entspricht nicht den international quenz durch den Entladungsvorgang gen bei der R.-D. 30 bis 120 kV.Die
von1,293 mg. elbst begrenzt (bisher erreicht: Güte der Bilder hängt von der Bild-
Das R. wird auf Röntgen- und y- festgelegten Regeln (s. Schreibweise 12000 s). schärfe ab. Die Unschärfe ist bedingt
Strahlung angewendet. von Größen, Einheiten und deren ei der ersten Methode werden da- durch die Größe und die Form des
Kurzzeichen). [13]
2. Die International Commission on Röntgen-Analyse, rgen sehr viel höhere Frequenzen Brennflecks, durch die Korngröße des
Radiological Units (ICRU)legte 1953 svw. Kristallstruk- erzielt (10° s°'); dafür ist man auf re- Films und der Verstärkerfolie sowie
folgende Definitionfest: turanalyse mit Röntgen-Strahlen. S. durch die Streuung: daher kleiner
DasR.ist die Einheit der Röntgen- Röntgen-Interferenzen und Beugung quadratischerBrennfleck durch Strich-
oder y-Strahlung, deren_ gesamte der Röntgen-Strahlen in Kristallen. fokus und Neigung der Anodederart,
Korpuskularstrahlung je 1,293 Milli- an fen hauptsächlich schnell verlaufende daß eine Rechteckfläche von einigen
gramm Luft in Luft Ionen erzeugt, Röntgenblitztechnik. Während Vorgänge in undurchsichtigen Me- Quadratmillimetern als Quadrat er-
die die Ladung von einer elektrosta- Herstellung >»normaler« Rö: lien, Detonations- und Verbren- scheint, hochbelastbare Brennfleck-
tischen Einheit jedes Vorzeichens tra- ‚Aufnahmen in der Röntgen-Diagno- nungsvorgänge, elektrisch »explodie- fläche (Stromstärke etwa 1A) durch
gen. stik, aber auch in der Werkstoffprü- rende« Drähte und Folien, Verdich- Drehanodenröhren (s. Röntgen-Röh-
Äls Umrechnungsbeziehung zwischen fung (s. Röntgen-Strahlen), Belich- tungsstöße in Gasen, Flüssigkeiten re) mit etwa 6000 min. Die Streuung
dem R. und der je Masse absorbie- tungszeiten der Größenordnung 15 und. festen Körpern. Dabei handelt wird herabgesetzt durch Blenden zwi-
render Luftschicht bei 0 °C und 760 benötigt werden (bis herab zu 10s), cs sich meist um Schattenaufnahmen, schen Körper und Film (Bleilamel-
Torr erzeugten Ionengesamtladung hat sich für die Untersuchung extrem bei denen erstens Bewegungen, zwei- lenraster zum Auffangen der schräg
eines Vorzeichensergibt sich die Re-schnellverlaufender Vorgänge eine ens aber auch dynamische Dichte- gerichteten Streustrahlen). Guter
lation eigene Technik entwickelt, die mit jerungen aus der Absorption der Kontrast wird durch niedrige Röh-
1R & 773,4 - 10° esE/kg &
Röntgen-Impulsen im Mikrosekun- Röntgen-Strahlen quantitativ verfolgt renspannung (50 bis 90 KV) erreicht.
Z
den-Gebiet arbeitet. Erzeugt werden werden können. Damit hat die Rönt- Die Photographie bewegter Organe
3,3356 - 10°C
1.299. 10-°%g 2580-104 Cikg © diese »Röntgen-Blitze« durch Spe- yen-Blitztechnik besonders für die erfordert kurze Belichtungszeit (bis
zialröhren (Röntgen-Blitzröhren), die HNochdruckphysik Bedeutung gewon- herab zu 10° s). Daher wird der Film
2 2,0822 - 10° Ionenpaare/cm?.
durch Stoßtransformatoren oder nen. Außerdem liegen Ansätze dafür mit einer Verstärkerfolie hinterlegt,
Zur Erzeugung eines Ionenpaares ‚gen gespeist werden.
Hochspannungskondensatorentladun- vor, Röntgen-Interferenzen in ultra- die CaWO,trägt. Bei Reihenuntersu-
Luft, d. h. zur Abspaltung eines Elek- Dieersten Versuchedieser Art stam- kurzen Zeiten aufzunehmen und chungen,z. B. zur Tbc-Bekämpfung,
trons von einem Luftmolekül durch men damit Strukturuntersuchungen bei wird das Schirmbildverfahren ange-
Röntgen-Strahlung, ist im Mittel eine don und von Steenbeck sowie von King- schnellen Veränderungen der Materie wendet (Photographie der Leucht-
Energie von etwa 32 eV erforderlich. nächst Gasentladungen
Tanis (1938). Während zu- vorzunehmen. schirme in Leicaformat). Beim
Aus diesen Daten errechnet sich der der nötigen stromstarkenzurElektronen-
Erzeugung. Lit. Steenbeck, M.: Über ein Verfahren Schichtaufnahmeverfahren (Tomo-
Quotient: die zur Bildung der Ionen- strahlimpulse benutzt wurden, hat ‚zur Erzeugung intensiver Röntgenblitze. graphie, Planigraphie) werden die
gesamtladung in einem Luftvolumen sich heute allgemein die Feldelektro- Wiss. Veröft. Siemens, 17, 1-18 (1938). - Schatten einer Schicht scharf abge-
aufgewendete Energie zur Masse des nenemission Schaafs, W.: Erzeugung und Anwendung bildet. Fokus und Film werden dabei
betrachteten Luftvolumens bei 0 °C durchgesetzt. Dabei als Elektronenquelle von Röntgenblitzen. Erg. exakt. Naturw.
28, 1-41 (1954). — Thomer, G.: Röntgen- auf bestimmten Bahnen gegenläufig
und 760 Torr zu wird im Gebiet
blitz-Kinematographie bei Frequenzen bewegt.
niedriger und mittlerer Spannungen
32 : 3,3356 - 10° 371,293 - 10° kg, (20 bis 400 KV) meist mit Trioden ge- bis zu 12000 B/s. Kinotechnik 8, 229 Lır. Schinz-Baensch in: Friedel-Üelinger,
(1961). - Schall, R.: Feinstrukturaufnah- Lehrb. d. Röntgen-Diagnostik. Stuttgart
und es folgt für das R. als weitere arbeitet (Kathode, Zündelektrode, me in ultrakurzen Zeiten mit dem 1950. - Schulte und Kuhlmann: Grund-
»entsprichte-Relation Anode); für hohe Spannungen wer- Röntgenblitzrohr. ZS$ angew. Phys. 2, 83 lagen d. Röntgen-Diagnostik u. Röntgen-
Therapie. Stuttgart 1952.[23]
„10671097 _ den dagegen auch einfache Dioden bis 88 (1950). [42]
R 7293: 10°%g (ringförmige Kathode, Nadelanode) Röntgen-Diagnostik beruht auf, der Röntgen-Eichenwald-Versuch. Zur
verwendet. Die Blitzdauer liegt zwi
= 8,26. 10° J/kg = 82,6 erg/g. schen 10% und 10°; die Stromim- Fähigkeit der *Röntgen-Strahlen, Prüfung der magnetischen Wirkung
auch Stoffe zu durchdringen, die für eines Konvektionsstromes molekül-
Diese Messung wird für harte Rönt- pulse durch die Röntgen-Blitzröhren Licht undurchlässig sind. Daher wer- gebundener (nach der damaligen Auf-
gen- und y-Strahlen, für welche die erreichen Spitzenwerte von 10° bis den sie besonders in der Medizin an- fassung »scheinbarere) elektrischer
Energie der Quanten große Werte 10* A. Neben der Erzeugungvon Ein- gewandt, z.B. zur Feststellung von Ladungen ließen 1888 Röntgen und
annimmt, sehr schwierig; der Anwen- zelblitzen liegen Versuche zur Rönt- Knochenbrüchen und zur Durch- später (1903) Eichenwald das Dielek-
dungsbereich der *Faßkammern en- gen-Blitz-Kinematographie vor, d.h. leuchtung der Lunge und des Her- {rikum zwischen den Metallplatten
det bei einer Strahlenhärte entspre- zur Herstellung von Röntgen-I zens. Magen- und Darmdurchleuch- eines geladenen Plattenkondensators
chend 300 keV bis 400 keV. Auch bei serien hoher Frequenz. Hier gibt es tungen kann man unter Verwendung rotieren. Die magnetische Wirkung
Benutzung von Luftwändekammern im wesentlichen zwei verschiedene von Kontrastmitteln (z. B. Barium) stellte sich in der Tat proportional zu
wird die Messung bei Quantenener- Verfahren: 1. Die Verwendung meh- durchführen. Die Röntgen-Strahlen (e 1) |E|v heraus, im Gegensatz
gien von 3 MeVfraglich, d, h., ober- rerer getrennter Blitzquellen, die liefern von dem durchstrahlten Kör- zur Hertzschen Elektrodynamik be-
halb 3 MeV ist das R. meßtechnisch nacheinander ausgelöst werden; da- per Schattenbilder, die entweder auf wegter Körper, aber in Übereinstim-
nicht mehr mit einiger Sicherheit rea- bei Bildtrennung geometrisch durch dem Leuchtschirm beobachtet (bei mung mit den Formeln der späteren
lisierbar. Bleiblenden. 2. Wiederholte Entla- Stromstärken von 2,5 bis 8mA) oder Relativitätstheorie. Um auch die ma-
Die in Luft wirksame Intensität der dungen durch ein einziges Rohr; Bild- auf einen Röntgen-Film ‚aufgenom- gnetische Wirkung des eigentlichen
36 37
'Röntgen-Fluoreszenz Röntgen-Interferenzen
Verschiebungsstromes zu prüfen, vor allem in der mehrere tausendmal Iheorie« rechnet für die Erregung einem monochromatischen Röntgen-
schlitzten die Forscher die Konden- kürzeren Wellenlänge. Dies ist der ur mit der einfallenden Welle. Eine Strahl durchstrahlt. Da die einzeinen
satorplatten längs eines Durchmes- Grund, warum lange Zeit alle Ver- „enauere Untersuchung der Vorg: mikroskopischen oder sogar submi-
sers auf und brachten die eine Hälfte suche der Beugung von Röntgen- x: erfordert jedoch eine »dynamische kroskopischen Kriställchen statistisch
des Kondensators auf Gegenspan- Strahlen an Spalten und Strichgittern) Iheorie«, welche die Tatsache. be- alle möglichen Lagen einnehmen,
nung zur anderen Hälfte, so daß die mißlangen. sücksichtigt, daß die einzelnen Gitter- sind stets von einer Anzahldiejenigen
elektrischen Felder in beiden Halb- Erst nachdem v. Laue auf den Ge- punkte nicht einfach im Feld der ein- Lagen verwirklicht, welche für eine
kondensatoren einander entgegenge- danken gekommen war, die Raum- lallenden Welle liegen, sondern in Netzebenenschar mit der Wellenlänge
richtet waren. Das hindurchrotieren- gitteranordnung der Atome in den lem aus einfallender Welle plus In- der Röntgen-Strahlen die Braggsche
de Dielektrikum erfährt beim Passie- Kristallen als Beugungsgitier für ierferenzwellen entstehenden Ge- Reflexionsbedingung ergeben.Die ab-
ren des Plattenschlitzes eine Umpo- Röntgen-Strahlen zu verwenden, amtfeld, gebeugten Strahlen liegen auf Kegel-
larisierung, die trotz statischer Felder bei die Gitterkonstante die Größe In erster Näherungliefert ein Raum- mänteln mit der Einfallsrichtung als
mit einem stationären Verschiebungs- von einigen nm hat, gelangen Fried- ıitter mit einer ebenen, monochro- Achse und ergeben auf der Photo-
strom verbunden ist. Auch er zeigte rich und Knipping (1912) die ersten) matischen Welle der Wellenlänge A platte Ringe (Debye-Scherrer-Ringe).
sich magnetisch wirksam proportional schönen Aufnahmenvon R.-I. (Laue- nur dann Interferenzen, wenn die Alle abgebeugten Strahlen entstehen
zu (e-D.[4) Diagramm, s. Abb.). Die Kristallin- Strahlrichtung der einfallenden Welle hier gleichzeitig. Die Methodeerlaubt
Röntgen-Fluoreszenz. Bei der R.-F. nit einer Schar von Netzebenen des vor allem die Strukturuntersuchung
handelt es sich um die Anregung von Abstandes d einen ganz bestimmten von Stoffen, welche gar keine großen
‚Emissionslinien im Bereich des *Rönt- Winkel _@ einschließt, welcher der Kristalle bilden. S. a. Debye-Scher-
gen-Spektrums, wobei die Anregung Braggschen Reflexionsbedingung rer-Interferenzen (dort auch Abb.)
ebenfalls durch Röntgen-Strahlen er- 2d-sinp=na und Beugungin Kristallen.
folgt. Der Entstehungsnatur der (n Ordnung der Beugung) genügt. Die b) Die Strichgitterinterferenzen. Die
Röntgen-Emissionslinien _entspre- entstehende Interferenzwelle tritt Beugung der Röntgen-Strahlen an
chend, muß die Wellenlängedes an- dann in einer solchen Richtung aus, künstlich geritzten Strichgittern, de-
regenden Röntgen-Lichtes stets klei- als ob die einfallende Welle an den ren Gitterkonstante natürlich 10.000-
nersein als die der Seriengrenze. Da- betreffenden Netzebenen reflektiert bis 100 000mal größerist als die Wel-
mit, tritt Tonisierung aus der betref- worden wäre. lenlänge, gelang in genauer Weise
fenden K-, L-, ... Schale auf, und Hiernach is} die Wirksamkeit der drei durch den 1925 von Compton einge-
in Emission tritt bei der Wiederbe- wichtigsten Methoden der Kristall- führten Kunstgriff, die Strahlen un-
setzung des freigewordenen Platzes strukturuntersuchung die folgende: tereinem ganz kleinen Winkel (weni-
die ganze Serie auf und dazu noch 1. Laue-Methode (s. a. Laue-Interfe- ge Bogenminuten) fast streifend auf
alle Tangwelligeren Serien. In diesem Laue-Interferenzen von Röntgen-Strah-
len an einem Zinksulfidkristall renzen). Ein Kristall wird von einer die Ebene des Gitters auffallen zu
Sinneist die R.-F. eine *Rekombi- (nach v. Laue) Röntgen-Strahlung mit einer konti- lassen. Eine Berechnungzeigt, daß in
nationsstrahlung. Die für die Fluo- nuierlichen _Wellenlängenverteilung diesem Fall auch bei einem sehr klei-
reszenz gültige *Stokessche Regelgilt terferenzen der Röntgen-Strahlen durchstrahlt. Jede Netzebenenschar nen Verhältnis der Wellenlänge zur
demnach auch hier. sind die Grundlage sowohl der des Kristalls findet dann in der Strah- Gitterkonstante gut meßbare Beu-
Die R.-F.findet praktische Anwen- *Röntgen-Spektroskopie als auch der lung die Wellenlänge vor, mit wel- gungswinkel entstehen. Man kann
dung als analytisches Hilfsmittel: Die Erforschung der *Kristallstrukturen 'her sie die Braggsche Reflexionsbe- sich dies roh so verdeutlichen, daß
betreffende Substanz wird mit mög- geworden. ıgungbefriedigt, und gibt mit die- sozusagen die Gitterkonstante nur
lichst kurzwelligem und kontinuierli- Später (etwa ab 1925) gelang jedoch) ser einen abgebeugten Strahl in ganz noch in sehr starker perspektivischer
chem Röntgen-Licht bestrahlt. Das auch der Nachweis und sogardie ge- bestimmter Richtung, auf einer pho- Verkürzung (von der Einfallsrich-
auftretende Emissionsspektrum wird naue Messung von R.-I. an Spalten tographischen Platte also einen Punkt tung aus gesehen) in Erscheinung
mit Hilfe eines *Kristallmonochroma- und künstlichen Strichgittern. Die des »Laue-Diagrammse. Näheres s. tritt. Als Gitter dienen gewöhnliche
tors spektral zerlegt. Aus dem Auf- Beugung am Strichgitter erlaubt heu- Laue-Verfahren. optische Strichgitter aus Metall oder
treten der charakteristischen Linien te die genaueste absolute Bestimmung, 2. *Drehkristallmethode. Ein mono- (meist) aus Glas mit ca. 200 Strichen
@. B. der kräftigen Ka-Linie) läßt der Wellenlänge von Röntgen-Strah- hromatischer Röntgen-Strahl fällt je mm. Die genaue Gitterkonstante
sich die Anwesenheit eines Stoffes len. Man hat also als wichtigste Ge- auf einen sich langsam drehenden wird optisch mittels einer Spektral-
feststellen. biete der R. Kristall. In ganz bestimmten Stellun- linie bekannter Wellenlänge des sicht-
Lir. Glocker, R.: Materialprüfung mit a) Die Kristallinterferenzen. Die be- gen des Kristalls erfüllt eine Netz- baren Lichts bestimmt. Die Genauig-
‚Röntgenstrahlen. Berlin 1949.[19] setzten Gitterpunkte des Kristallgit- (ebenenschardie Braggsche Reflexions- keit der absoluten Messung der Rönt-
‚Röntgen-Interferenzen. Dadie Rönt- ters wirkenauf die den Kristall durch- bedingung mit der Wellenlänge A des gen-Wellenlängen nach dieser Me-
gen-Strahlen (in ihrem mittleren Ge- dringenden Röntgen-Strahlen als Röntgen-Strahls. Die abgebeugten thodeist sehr hoch.Soerhielt z.B.
biet) Wellenstrahlen einer Wellen- Raumgitter, dessen einzelne Gitter- Strahlen entstehen so nacheinander Bäcklin für die Wellenlänge der Ka-
länge von der Größenordnung von punkte als selbständige, in der Phase) während der Drehung des Kristalls. Linie des Aluminiums den Wert von
0,1 nm sind, geben sie an sehr feinen der einfallenden Welle erregte Wel- Dieses Verfahren ist in fast allen 8333 - 10° m mit einer Unsicherheit
Spalten oder an regelmäßigen Struk- lenquellen betrachtet werden können, Röntgen-Spektrographen üblich. von nur 1: 10° m.
turen (Gittern) zu Interferenzen An- wobei durch den Atomformfaktoi 3. Debye-Scherrer-Verfahren. Hier Die absolute Wellenlängenmessung
laß, den R.-I. Der Unterschied_ge- auch noch der räumlichen Ausdeh- wird ein polykristallines Material mittels der Strichgitterinterferenzen
genüber den Interferenz- und Beu- nung der einzelnen Atome Rechnu oder das gepreßte Pulver fein gemah- hat ihre große Bedeutung dadurch
gungserscheinungen des Lichtes liegt getragen wird. Die »geometrisch lener Kristalle (Pulveraufnahme) von gewonnen, daß sie, mit der Kristall-
38 39
Röntgen-Kleinwinkel-Streuung Röntgen-Spektrograph
gitterbeugung kombiniert, absolute Spektrum der Röntgen-Bremsstrah- te von Zeit zu Zeit etwas Gas zuge- linder, verwendet (s. Abb. bei Coo-
Messungen von Gitterkonstanten der lung zu verstehen. Man kann aı führt wird. lidge-Röhre).
Kristallgitter erlaubt und unter Zu- noch einen Schritt weiter gehen us Nurin solchen Fällen, wo das über- Je nachdem, ob eine R.-R. zerlegbar
hilfenahme einer Dichtebestimmung die *Röntgen-Röhre als Röntgen- lagerte Wolframspektrum stören w ist oder nicht, unterscheidet man auch
des Kristalls (welche den größten Lampebezeichnen.[17] le (bei Glühelektronenröhren ver- zwischen offenen und technischen (ab-
Unsicherheitsfaktor der ganzen Mes- Rönfgen-Linien, s. Röntgen-Spek- ampft steis etwas Wolfram des geschmolzenen) R.-R. Die für die
sungsgruppe darstellt) die z. Z. ge- trum. lühfadens und schlägt sich z. T. auf meisten Anwendungen benutzten
naueste Errechnung der Loschmidt- Röntgen-Röhre, Apparat zur Erzeu- ler Antikathode nieder), finden technischen R.-R. sind bequemer zu
Zahl ermöglicht. gung von Röntgen-Strahlen. Da die. Tonenröhren noch Anwendung. Had- "handhaben,aber nach Durchbrennen
Lrr. Liechti, A., und W. Minder: Rönt- se beim Auftreffen von rasch beweg- ling hat eine zerlegbare Ionenröhre des Glühfadens (Lebensdauer etwa
genphysik. Aufl. Wien 1955. - v. Laue, ten Elektronenauf Materie entstehen, konstruiert, bei der die Kathode mit- 800 h) wertlos. Die zerlegbaren offe-
M.: Röntgenstrahl-Interferenzen. 3. Aufl, werden in R.-R. *Elektronenstrahleı eis eines großen Porzellanisolators nen R.-R. müssen zwar sorgfältig
Frankfurt 1960. [1] in den metallenen Röhrenkörperein- abgedichtet und durch eine wirksame
Röntgen-Kleinwinkel-Streuung bei hoher Energie als *Kathodenstrahleı Luftpumpe im Betrieb ständig auf
Hochpolymeren. Strukturen von kol- erzeugt. Letztere treffen auf die *An- eführt wird. Eine andere Konstruk-
loiden Dimensionen, also auch tikathode auf (im sog. *Brennfleck, \ion stammtvon Seemann. Hochyakuum gehalten werden, sind
*Hochpolymere,zeigen bei sehr klei- der damit zum Ausgangspunkt de: Davonabgesehensind aber die Ionen- aber für viele wissenschaftliche Zwek-
nen Winkeln eine Röntgen-Streuung. Röntgen-Strahlen wird). röhren schon lange durch die Elek- ke wegen ihrer universellen Verwend-
Die älteste Form der R.-R. ist die tronenröhren (Glühelektronenröhren, barkeit (Möglichkeit eines Austau-
Geht sie auf Periodizitäten zurück, *Ionenröhre (gashaltige R.-R.). Glühkathodenröhren) ersetzt, bei de- sches der Antikathode) unentbehrlich.
so erhält man die R.-K.-Interferen- Röhre wurde nur bis auf einen Gas- nen ein elektrisch bis zur Weißglut Da auch die Glühkathoden ausge-
zen. Nichtperiodische Anordnungen, druck von 5 bis 50 N/m? evakuiert. scheizter Glühfaden aus Wolfram als wechselt werden können,ist zudem
etwa Haufenwerke oder micellare Sy- Wird aneine solche R.-R. eine Span- Elektronenquelle dient. Diese Röhren ihre Lebensdauer praktisch unbe-
steme aus geordneten (*Kristallite) nung von 20 kV oder höher gele; enthalten ein Hochvakuum von we- grenzt. Viel gebrauchte offene R.-R.
und ungeordneten Anteilen, zeigen (als Spannungsquelle wurde in de: niger als 10°? N/m®,um die Beschleu- wurden u.a. von Ott, Seemann und
eine diffuse R.-K.-S., die vom Streu- ersten Zeit ein *Funkeninduktor be. nigung der Glühelektronen möglichst Siegbahn konstruiert.
winkel Null innerhalb weniger Grade nutzt), so lösen die vom elektrisch wenig zu behindern. Die Intensität Auf die zahlreichen technischen Pro-
auf praktisch den Wert Null abfällt. Feld beschleunigten positiven Gas- und Härte der Röntgen-Strahlen las- bleme (Kühlung der Antikathode,
Die theoretische Behandlung unter- ionen beim Aufprall auf die wie ei sen sich bei den Elektronenröhren Strahlungs- und Berührungsschutz
scheidet die dichtgepackten Systeme, Hohlspiegel gelormte Aluminium. unabhängig voneinander regeln, die usw.), die bei der Konstruktion einer
bei denen Interferenzerscheinungen
wesentlich sind, und verdünnte Syste- kathode aus dieser Elektronen aus, Intensität durch Änderungder Stärke R.-R. zu lösen sind, kann hier nicht
eingegangen werden. Erwähnt, seien
me, bei denensich die Streuungen der die unter dem Einfluß des elektri des Heizstromes und damit der Tem- nur noch die sog. Drehanodenröhren,
Einzelteilchen einfach addieren. Die schen Feldes senkrecht von der Ka- peratur des Glühfadens, die Härte
Auswertungder R.-K.-S. erlaubt bei thode wegfliegen und nach Beschleu. durch Anderungder an der R.-R. lie- bei denen die Antikathode sehr rasch
nigung durch das Feld auf die Anti genden Spannung. Die erste R.-R. rotiert, was eine wesentlich höhere
festen Stoffen außer der Bestimmung kathode auftreffen. Vor allem aı mit Glühfaden war die von Lil Belastung erlaubt. Die beni
der Größe und der Gestalt der Teil- feld 1911 angegebeneLilienfeld-Röh- Hochspannung wird heute allgemein
hen sowie der absoluten Messung re, bei welcher die Glühelektronen von Hochspannungstransformatoren
der gestreuten Intensität auch die Er- nach Beschleunigung durch eine Span- geliefert, deren sekundäre Wechsel-
mittlung der Teilchenmasse. Bei Lö- verwendet. Erstens lassen sich beiil
Intensität und Härte der Röntgen. nung von einigen hundert Volt in die spannung in Kunstschalen (nach De-
sungen kann neben dem *Molekular- Strahlen nicht unabhängig voneinan- Bohrung der eigentlichen Kathode lon, Greinacher, Villard u. a.) durch
‚gewicht (aus Absolutmessungen) und der regeln. Erhöht man nämlich di (Lochkathode) gelangten und dort se- Glühkathodengleichrichter, sog. Glüh-
der Molekülgröße bei *Knäuelmole- Spannung, um härtere Strahlen kundäre Elektronen auslösten, die ventile, gleichgerichtet und noch ver
külen auch die *Persistenzlänge er- rhalten, so steigt gleichzeiti ihrerseits nun durch die Hochspan- vielfacht wird (es sind schon R.
mittelt werden, die ein Maß für die läufig auch die Intensi nung beschleunigt wurden. Es zeigte für 800 kV gebaut worden). In
Verknäuelung ist. Bei korpuskularen sich aber bald, daß es nicht notwen- chen Fällen kann sogar auf Gleich-
Makromolekülen (s. Molekülgestalt lung. Zweitens ist die erzeugte Strah-
dig ist, den Glühfaden vor der Hoch- richterröhren verzichtet und die
bei Makromolekülen) kann die Mole- lung auch vom Gasdruck in deı
Ionenröhre abhängig, der keineswe; spannung zu schützen, weshalb diese Gleichrichterwirkung der R.-R. mit
külgestalt völlig, d. h. in drei Dimen- R.-R. von der *Coolidge-Röhre (Coo- gekühlter Antikathode benutzt wer-
sionen, ermittelt werden. konstant bleibt. Abgesehen von eineı
lidge, 1913) verdrängt wurde, die ei den, wobeiaber dann nureine Hal
Lir. Stuart, H. A.: Die Physik der Hoch- eventuellen Erhöhung des Gasdruk-
kes durch Freiwerden von okkludier- facher gebaut ist und im Prinzip un- welle des Wechselstroms ausgenützt
polymeren, Bd. und II. Berlin-Göt- wird.
ingen-Heidelberg 1953 und1955. [41] ten Gasen (s. Okklusion von Gasen) verändert auch heute noch allgemein
Röntgen-Lampe, s. Röntgen-Licht. wird die Strahlung einer Ionenröhr verwendetwird. Die Coolidge-Röhre Lrr. Glocker, R.: Materialprüfung mit
Röntgen-Licht. Da es sich bei den durch den Betrieb allmählich härter, enthält eine Glühkathode,die von Tipesnstrahlen. 3. Aufl. Berlin 1949.
*Röntgen-Strahlen wie beim Licht da immer mehr Ionen von den M: ner Sammelvorrichtung (Fokussie- Röntgen-Serie, s. Röntgen-Spektrum.
um elektromagnetische Wellen han- tall- und Glasteilen der Röhre gebun- rungsvorrichtung) umgeben ist, wel-
delt, die verschiedene Eigenschaften den werden und der Gasdruck soı che durch ihre elektrostatische Wir- Röntgen-Spektralanalyse, s. Spek-
gemeinsam haben,spricht man gele- sinkt. Um dies zu verhindern und d kung die Elektronen zu einem Elek- tralanalyse.
gentlich von R.-L. statt von Röntgen. Gasdruck konstant zu halten, wur- tronenstrahl zusammendrängt. Häufig Röntgen-Spektrograph, Apparat zur
Strahlen. Unter weißem R.-L. ist den verschiedene Regeneriervorrich- wird als Sammelvorrichtung Me- Aufnahme eines *Röntgen-Spek-
dementsprechend das kontinuierliche tungenentwickelt, durch die der Röh- tallzylinder, der sog. *Wehnelt-Zy- . Die R.-S. benutzen fast durch-
40 a
Röntgen-Spektrometer Rönfgen-Spektrum
weg die Drehkristall-Methode (s. a. Frequenzen bzw. Wellenlängen ein Energie
Röntgen-Interferenzen). Der primäre nicht monochromatischen *Röntgen-
Röntgen-Strahl, dessen Spektrum Strahls nennt man ein R..$. Ahnli
aufgenommen werden soll, fällt auf wie beim Licht gibt es ein kontinuier- Maximum
einen langsam um eine zur Strahl- liches R.-S. und ein Röntgen-Lini
richtung senkrechte Achse sich dre- spektrum. Die Entstehungsw
'henden Kristall. In jeder Winkellage
des Kristalls, in welcher eine Schar liche R.-S. entsteht bei der Abbrem-
von Netzebenen mit einer der im pri- sung der Elektronen eines *Elektro-
mären Strahl vertretenen Wellenlän- nenstrahls hoher Energie beim Auf-
ge die Braggsche Reflexionsbedin- prall auf ein Hindernis, speziell di
gungerfüllt, entsteht ein abgebeugter Antikathode einer Röntgen-
Strahl. Die abgebeugten Strahlen und heißt deswegen auch Röntgen-
werden meist auf einer photographi- Bremsspektrum. Das Röntgen-Li-
schen Platte oder einem Film aufge- nienspektrum dagegen ist, genau wie
nommen; sie bilden dort infolge der die optischen Linienspektren, die cha-
speziellen Ausblendung des primären rakteristische Ausstrahlung, welch
Strahls, welche mit einer auf den Kri- durch den Übergang angeregter Ato- [Kerzwelhge
stall aufgesetzten Schneide geschieht, me(s. Anregung) von einem höheren Grenze
rade Linien, die ähnlich wie die zu einem tieferen Energieniveau zu- Wellalinge—
;pektrallinien eines optischen Spek- stande kommt. Die Anregung ge- Abb. 1. Energieverteilung im Röntgen-Bremsspektrum
trums sich nach steigender Wellen- schieht dabei meist ebenfalls dur
länge anordnen. Elektronenstoß, kann aber auch a:
Für langwelligere Strahlung, etwa von andere Weise, etwa durch Absorption Sax EL m En
2A Wellenlänge aufwärts, wird die einer anderen Röntgen-Strahlung,,
Absorption in der Luft zu stark, so bewirkt werden.
daß der R.-S. im Vakuum arbeiten 1. Das kontinuierliche R.-S. (Rönt-
muß. Derartige Vakuumspektrogra- gen-Bremsspektrum). Die Energiever-
phen werden unmittelbar an die teilung in kontinuierlichen R.-S. oder
Röntgen-Röhre angesetzt, so daß der Bremsspektren ist wenig vom Mate- a i h
gesamte Strahlweg im Vakuum ver- rial der Antikathode, schr viel mehr
läuft, also weder eine Glaswand noch von der Energie der es erzeugenden| | ji
Luft durchlaufen werden muß. Di Elektronenstrahlung abhängig und ! zus FL Ubi
Bbpeb 9 9
durch wird jede Absorption vermie- hat stets das Aussehen der Abl Abıfı Bi Babe
den, und man kann bis zu den weich- Das Spektrum begini Abb. 2. Ausschnitt aus einem Röntgen-Linienspektrum (L-Spektrum des Wolfram-
sten Strahlungen vordringen. Für all- ner kleinsten Wellenli Atoms) (nach Siegbahn)
zu große Wellenlängen gibt es aller- ten Frequenz Yaz, der »kurzwelligen)
dings keine Kristalle mehr, welche Grenze«, für welche die quantentheo- nimmt die Energie im kontinuierli-
eine genügend große Gitterkonstante retisch ohne weiteres verständliche) chen R.-S. wiederab.
'haben. Dann muß man die Beugung Beziehung 2. Das Röntgen-Linienspektrum (cha-
an einem künstlichen Strichgitter ver- hvmx = eV rakteristisches R.-8.). Während die
wenden, womit man bis zu sehr lan- Energieverteilung im kontinuierlichen
gen Wellenlängen kommt, bis in ein gilt, wo h das Plancksche Wirkungs- wenn U die Spannungin V bzw. die R.-S. kaum von der Art der brem-
Gebiet, das sich weit mit dem durch quantum, e die Elementarladung und Energie der Elektronen in Elektro- senden Substanz, vom Material der
optische Methoden erschlossenen Ul- V die Spannungist, welche die auf die nenvolt ist. An einer mit 100.000 V Antikathode, abhängt, ist das Rönt-
traviolett überschneidet. Antikathode auftreffenden Elektro- betriebenen Röntgen-Röhre liegt also gen-Linienspektrum, ähnlich wie die
nen durchlaufen haben. e V ist also
Lır. Liechti, A., und W. Minder: Rönt- die kurzwellige Grenze des konti-
genphysik. 2. Aufl. Wien 1955. [1) die kinetische Energie jedes Elck- nuierlichen R.-S. bei 0,0124 nm, bei optischen Linienspektren, charakteri-
Röntgen-Spektrometer, svw. *Rönt- trons_ des (geschwindigkeitshomoge- den z. Z. energiereichsten Elektro- stisch für das Atom, welches esvoraus-
gen-Spektrograph. [1] nen) Elektronenstrahls, und die Be- nenstrahlen von etwa 20 GeV (Stan- sendet. Da seine Entstehung
ziehung besagt, daß bei der Umset- ford-Beschleuniger) bei etwa 6- 10* lem den innersten Elektronen des
Röntgen-Spektroskopie, die Gesamt- zung in Röntgen-Strahlung Strah- nm 6: 10." m = 0,06 fm. Atoms (s. Atombau) zuzuschreiben
heit der Methoden zur Aufnahme von lungsquanten hy höchstens dieses, Von der kurzwelligen Grenze an ist, ist es sogar gegenüber demMole-Zu-
*Röntgen-Spektren, zu ihrer Kl Betrages entstehen können. S. a. nimmt die Energie mit steigender sammentreien der Atome zu so daß
fizierung und zu ihrer theoretischen Duane-Huntsches Gesetz. Wellenlänge steil zu und durchläuft külen fast ganz unempfindlich, die
Verwertung im Zusammenhang mit Da sich die Wellenlänge der kurzwel- ein Maximum (s. Abb. 1), dessen La- chemische Verbindungen einfach
dem *Atombau. S.a. Röntgen-Spek- ligen Grenze zu Amın = e/Ynaz (C ge sich ebenfalls, wie die kurzwellige R.-S. der sie aufbauenden Elemente
trograph. [1] Lichtgeschwindigkeit) ergibt, gilt für Grenze, mit steigender Spannung zu zeigen, mit ganz winzigen Änderun-
Röntgen-Spektrum. Die Verteilung sie nach Einsetzen der Zahlenwerte kürzeren Wellenlängen verschiebt. gen, welche von der chemischen Bin-
der Energie über die verschiedenen für die universellen Konstanten Mit weiter steigender Wellenlänge dung herrühren.
22
#3
Röntgen-Spektrum Röntgen-Strahlen
Das Röntgen-Linienspektrum eines sten Energiedifferenz ist der bis her- M-Niveaus usw. gibt, was mit den kommt. Wenn ein Röntgen-Quant
Elements besteht aus einer großen unter auf das Normalniveau (den Untergruppen der einzelnen Elektro- absorbiert werden soll, muß es min-
Anzahlsehr scharf definierter Wel- *Grundzustand) des Atoms (gestri- nenschalen des Atoms zusammen- destens die zu dieser Ionisierung nö-
lenlängen,also aus einer großen An- helt eingezeichnet);er entspricht der ängt. Dadurch wird die Anzahl der tige Energie haben; es kann jedoch
zahl scharf definierter Spektrallinien, "Seriengrenze der K-Serie. Ganz ähn- Linien außerordentlich vermehrt. auch eine beliebige größere Energie
wie es (in photographischer Aufnah- lichwird die L-Serie von allen Linien Man nenntdies die Feinstruktur der besitzen, da der Überschuß an das
me mit einem Röntgen-Spektrogra- gebildet, welche vom L-Niveau aus- R.-S. So müßte es bereits drei Ka abionisierte Elektron als kinetische
phen) in einem Ausschnitt (Wellen- gehen usw. Die Deutung der Ener- Linien geben, entsprechend den Energie übergehen kann. Das Rönt-
länge 0,10 bis 0,15 nm) Abb. 2 zeigt, gieniveaus des Termschemas vom Übergängen vom K-Niveau auf die gen-Absorptionsspektrum ist also
welche die L-Serie des Wolfram: Standpunkt des Atombaus ist fol- drei L-Niveaus; von diesen treten al- nicht wie das Licht-Absorptionsspek-
‚Atomsdarstellt. gende: Das Normalniveau entspricht lerdings nur zwei auf, die Ka- und tum eines Atoms ein Linienspek-
Ähnlich wie bei den optischen Linien- dem Grundzustand des Atoms, in die Ke-Linie. trum, sondern eine Überlagerung von
spektren lassen sich auch bei den welchem dieses seine »normalenc Be- Für ein bestimmtes Atom als Bei- kontinuierlichen Spektren, von denen
Röntgen-Linienspektren die Fre- setzungszahlen der einzelnen Eiek- spiel, für das Wolframatom, sollen jedes zu einem der in Abb. 3 ange-
quenzen bzw. die Wellenzahlen der tronenschalen hat. Das K-, L- usw. noch die Werte der Wellenzahlen 1/A deuteten Niveaus gehört und alle
einzelnen Linien als Differenzen von Niveau entspricht Zuständen, in wel- in Vielfachen der *Rydberg-Konstan- Frequenzen von diesem Niveau auf-
*Termen, hier der Röntgen-Terme, chen ein Elektron aus der K-, L- ten R = 109737 cm“ für die ver- wärts umfaßt. Jedes dieser Teilspek-
darstellen. Die Terme haben,ähnlich usw. Schale vollständig entfernt (her- schiedenen Röntgen-Terme angege- tren ist also nach längeren Wellen hin
wie im optischen Fall, die Bedeutung ausionisiert) ist, dort also eine »Lük- ben werden: durch eine scharfe Kante, die *Ab-
von Energieniveaus des Atoms, und ke« offen steht, welche das Atom wie- sorptionskante, begrenzt. Für jede
die Aussendung einer Röntgen-Linie der auszufüllen bestrebt ist. Der K
L: bis Lin
5113
890 bis 751 Serie stimmt die Absorptionskante
bedeutet den Übergang des Atoms Übergang K-M z. B., der zur Aus- (abgesehen von ihrer Feinstruktur)
z. B.
von einem höheren zu einem tieferen strahlung der Ks-Linie gehört, be- Mı bis Mv 208 bis 134 mit der Seriengrenze überein, da
Energieniveau, nur daß es sich hier, deutet nun, daß Elektron der M- Beim Vorwärtsgehen in der Reihe die L-Absorption bedeutet, daß ein
da die innersten, am festesten gebun- Schale auf die Lücke in der K-Schale der nach steigender Ordnungszahl Elektron aus der L-Schale entfernt
denen Elektronen beteiligt sind, um springt und diese ausfüllt. Dadurch geordneten Elemente wachsen, die wird, das Atom also aus dem Nor-
sehr viel größere Energiesprünge han- hat sich die Lücke von der K-Schale Termwerte sämtlicher Röntgen-Ter- malniveau auf den L-Term gehoben
delt als bei den optischen Linien. Ein in die M-Schale verlagert, und das me (und damit auch die Wellenzah- wird, Die Rückkehr von dort auf das
yereinfachtes Schema der Röntgen- Atom hat das M-Niveau 'angenom- len der Röntgen-Linien) monoton Normalniveau (Rückkehreines freien
Termeeines Elementes, bei welchem men. Das Elektron springt also bei und sehr regelmäßigan,in erster Nä-
Elektrons in die Lücke der L-Schale)
jedoch die Termabstände aus zeich- der Linienemission immer umgekehrt, herung wie die Quadrate der Ord- entspricht der Seriengrenze der L-
nerischen Gründen nicht maßstäblich als es die Pfeile in Abb. 3 angeben. nungszahlen (*Moseleysches Gesetz). Sei
Die höchsten Werte werden also beim Lır. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./

A
12. Aufl. Berlin 1967. - Liechti, A., und
Uran erreicht. Dort liegt die Serien- ', Minder: Röntgenphysik. 2. Aufl. Ber-
grenze der K-Serie bei 8474 Ro lin 1955. [1]
(entsprechend 115000 eV), die der L-
Serie bei 1603 Ro (21700.eV), die der Röntgen-Strahlen, eine kurzwellige
M-Serie bei 408 R„ (5500 eV) usw. elektromagnetische Wellenstrahlung,
oben
und schließlich die der O-Serie bei die weder nach unten noch nach Nach
23,7 Ro (320 eV), also schon an der scharf abgegrenzt werden kann.
Grenze des optisch zugänglichen Ul- unten in der Frequenz bzw. der
traviolett. Die höchsten (energieärm- Quantenenergie, also nachdielangenR.-S.
M sten) Serien der R.-S. gehen unmit- Wellen hin, schließen sichüberlappen
telbar in die optischen Spektren über, an das Ultraviolett an,
W ebensofallen bei den allerleichtesten sich aber stark mit diesem Gebiet.
i + + 4 __Normalniveay
Atomen beide Arten von Linien- Man kommtmit reinen R.-S.-Metho-
Abb. 3. Termschema der Röntgen-Spektren spektren zusammen. den bis zu Wellenlängen von etwa
3. Das Röntgen-Absorptionsspek- &0nm (entsprechend ca. 20 eV). Die
wiedergegebensind, zeigt Abb. 3. Die Deswegen wird häufig auch das trum. Bei der Absorption von Rönt- wichtigsten Anwendungsgebiete0,1 nm der
Terme oder Energieniveaus werden Termschema umgekehrt gezeichnet gen-Strahlen liegen die Dinge inso- R.-S. liegen jedoch zwischen
von oben nach unten der Reihe nach (K unten) und die Linie K, durch fern anders als bei der Absorption und 0,001 nm (ganz rund zwischen
mit K, L, M, N... bezeichnet. Je- einen Pfeil von M nach illustriert; von Licht, als ein Elektron aus einer 10000 eV und 1.000.000 eV MeV).
weils die Linien, welche Übergängen dann lassen sich die waagerechten inneren Schale nicht auf die nächst- Nach obenist die Grenze in der Fre-
von demselben Ausgangsniveau aus Striche K, L usw. aber nicht mehrals höheren Energiestufen gehoben wer- quenz nur technisch durch die er-
entsprechen, werden zu Röntgen-Se- den kann, da diese alle bereits von reichbare Energie der *Elektronen-
rien zusammengefaßt. Die K-Serie In Wirklichkeit wird nun die Sache Elektronen besetzt sind, sondern strahlen gegeben, welde die R.-S.
umfaßt also die Übergänge K-L, dadurch noch wesentlich komplizier- gleich bis an die Peripherie des Atoms erzeugen. Diese liegt z. Z. bei etwa
K-M, K-N usw., deren zugehörige ter, weil nur das K-Niveau ein ein- gehoben werden muß, was praktisch 20 GeV, was einer WellenlängeVöllig der
Linien mit Ke, Ka, Kr bezeichnet faches Niveau ist, es aber bereits drei einer vollständigen Entfernung vom R.-S. von 0,06 fm entspricht. bei
werden. Der Übergang mit der höch- {eng benachbarte) L-Niveaus, fünf Atom, also einer Ionisierung gleich- eingebettet in dieses Gebiet, meist
44 4
Röntgen-Strahlen Röntgen-Strahl-Mikroskop
einer Größenordnung der Quanten- Erkennen der R.-S., besonders in der n verdanken, ist Blei (Pb) für R.-S. verschiedener
schen Anwendungeingungs Aluminium (Al), Kupfer (Cu) und
energie von 1MeV, liegen die *y- medizinischen Diagnostik (s. Rönt- ihre große Durchdr undurchfähigke it,
Strahlen der radioaktiven Stoffe (s. gen-Diagnostik). auch bei für Lichte der Absorp sichtigen Wellenlän ge Werte des Schwächungs-
Radioaktivität), welche sich nur ihrer Da die R.-S. von derselben Natur tion
Stoffen. Die Gesetz er als diejeni- koeffizienten.
Entstehungsart nach, nicht aber im sind wie das Licht, haben sie auch der R.-S. sind einfachvon Licht. Die Schwächungskoeffizient in cm!
Wesen und in ihren Eigenschaften grundsätzlich ähnliche Eigenschaften en der Absorptionchiede
von den R.-S. unterscheiden und da- wie diese. Infolge der außerordent- individuellen Unters der Stoffe Wellenlänge
her im weiteren Sinn auch zu diesen lich viel kleineren Wellenlänge wird ıreten viel mehr zurück, undes spie- m Al Cu Pb
gerechnet werden müssen. diese Ähnlichkeit allerdings äußerlich len überwiegend die Dichte sowie die weich 1
Entdeckt wurden die R.-S. 1895 stark verwischt und ist in vielen. Ordnungszehl_ des absorbierend en 1400 45000
durch W. C. Röntgen,als dieser mit. lennur sehr schwierig nachzuweisen. Stoffes eine Rolle: istJe i. größer beide 9
9,01
38 1160 850
0429 #2
Kathodenstrahlen _experimentierte Völlig gleichartig wie beim Licht ist sind, desto stärker allg. die Ab- hart 0,001 016 051 0,80
und dabei die neue Strahlenart fand, die geradlinige Ausbreitung und der sorption.
welche beim Aufprall der Elektro- geometrische Schattenwurf (Anwen- Bei einem bestim mten Stoff hängt die Die Tabelle zeigt insbeson dere die
nen auf die Glaswand der Röhre ent- dung bei den Schattenbildern der Absorption von der Freque nz bzw. sehr starke Zunahm e der Absorption
stand und sich durch große Durch- Röntgen-Diagnostik). Die Abwei- von der Wellenlänge der R.-S. ab. bei sehr langwelligen R.-S. Bei Blei
dringungsfähigkeit auszeichnet. chungen von der (auch bei Licht ja Mit abnehmender Wellengeringe länge wird ist der Wert bei O,lnm verhältnis-
Die Erzeugung der R.-S. geschieht nur näherungsweise gültigen) gerad- die Absorption immer r, die ig niedrig (niedriger als bei Kup-
heute in der Röntgen-Röhre(für ex- linigen Ausbreitung, die durch Inter- R.-S. also immer durchdringender fer), da das Blei wenig unterhal b
trem hohe Quantenenergie mittels des ferenz der Wellen bedingten Beu- oder, wie man sagt, immer »härter e, O,lnm eine Absorptionskan te hat.
Betatrons, des Synchrotrons oder des gungserscheinungen, sind bei R.-S. Sehr langwellige R.-S. sind so Aus dem umgekehrten Grund (Ab-
linearen Beschleunigers) durch den der kürzeren Wellenlänge wegen viel »weiche, daß sie bereits ;vonsie der Luft sorption skante kurz oberhalb 0,01
Aufprall der Elektronen eines Elek- schwieriger zu erhalten als beim stark absorbi ert werden können nm) ist der Bleiwert bei 0,01 nm be-
tronenstrahls auf ein Hindernis, die Li.icht. Trotzdem gelingt heute sowohl nur im Vakuum untersucht werden . sonders hoch. Praktische Anwendung
Antikathode. Dabei sind zwei ganz die *Beugung am Spalt wie am Strich- Eine Ausnahme von der Abnahme finden die R.-S. in sehr vielen Rich-
verschiedene Vorgänge zu unterschei- gitter; sogar der Lloydsche Spiegel- der Absorption esmitan den abnehmender tungen, vor allem in der Medizin zur
den. Einerseits nämlich entsteht durch versuch läßt sich mit R.-S. durchfüh- Wellenlänge gibt p-
*Absor Diagnostik (*Röntgen-Diagnostik)
die Abbremsung der Elektronen im ren. Außerdem gestatten die R.-S. ierenden Stof- und zur Strahlentherapie, weiterhin
tionskanten des absorbtrum).
Material der Antikathode die sog. gerade infolge ihrer kurzen We fes (s. Röntgen-SpekAbsorptionsk Bei Er- in der Technik zur Materialuntersu-
Bremsstrahlung, welche ein kontinu- länge eine Beugung, die es beim reichung einer tion wieder ante chung, zur Bestimm ungvon Kristall-
ierliches Spektrum besitzt, das nach Licht nicht gibt: die wegen ihrer An- springt die Absorp . auf struktur en u. v. 2.
kurzen Wellen bei 'wendungen so wichtige Beugung am einen höheren Wert Sekundäre R.-S. Beim Durchga ng
1240 Raumgitter der Atome oder Ionen bei extrem kurzwel- von R.-S. durch Materie werden
Außerdem sinktAbsorp auch
Amt Ton eines Kristalls. Näheres über Beu- ligen R.-S. die tion nicht be- Sekundärstrahlen gebildet, und zwar
gung der R.-S. s. u. Röntgen-Inter-
ferenzen und Beugungin Kristallen. liebig weiter mit abnehmnach ender Wel- einerseits Elektronenstrahlen durch
(U Spannung in V) aufhört. Ande- lenlänge, sondern steigt Durch- den "Photoeffekt, den *Compion-
rerseits werden die Atome des Anti- Auch für R.-S. hat jedes Medium laufen eines Minimumsenwieder an. oder - bei sehr hoher Quan-
kathodenmaterials durch Elektronen- einen bestimmten Brechungsindex. Für jeden absorbierend Durchä Stoff gibt Effekt
tenenerg ie - auch durch Paarbild ung,
stoß innerlich ionisiert und senden Dieser liegt aber nicht wie für Licht es also R.-S. größter rin- andererseits sekundäre R.-S., welche
dann ihre charakteristische Röntgen- über 1, sondern ein klein wenig un- gungsfähigkeit. Für Blei iehaben diese Eine niedrigere Quantenenergie, also
Strahlung aus, welche ein Linien- ter 1. Eine reguläre Reflexion oder z. B. eine Quantenenerg von etwa Eine größere Wellenlänge haben als
spektrum besitzt (näheres s. Röntgen- Brechung an Grenzflächen gibt es 3 MeV; sie durchdringen eine Blei- die primäre n R.-S. Die letzteren
Spektrum). aber bei R.-S. allg. nicht, da diese schicht von 16mm, bis sie auf die kommen dadurch zustande, daß bei
Dadie kurzwelligsten Linien der cha- Flächen allein schon durch ihre ato- halbe Intensität geschw ächtsind. der Absorption der primären Strah-
rakteristischen R.-S. nur wenig über mistische Struktur im Verhältnis zu Die Absorption der R.-S.i n Materie lung Atomedes absorbierenden Stof-
100000 eV Quantenenergie (ca. 0,01 der kleinen Wellenlänge der R.-S. gehorcht einem Exponen tialgesetz(s. fes innerlich ionisiert werden und
nm Wellenlänge) liegen, kommt für noch zu »rauhcsind. Nur bei nahezu Strahlungsabsorption). Die Intensi tät dadurch nunselbst in der Lage sind,
härtere,alsokurzwelligere R.-S. aus- streifendem Einfall läßt sich Re- T nach Durchlaufen der Schicht dicke bei - unter Umständen in mehrere n
schließlich die Erzeugung mittels der flexion und Brechung der R.-S. be- 's errechnet sich aus der Anfangsin- Stufen erfolgender - auszusen Rückkehr in den
Bremsstrahlungin Frage obachten, ebenso die Erscheinung der tensität Io: Grundzustand R.-$. den.
oben nur durch die ver Totalreflexion. Lit. Finkelnburg, W.: Atomphysik 11.
tronenenergie begrenztist. ‚Auch, Polarisationserscheinungen las- I-le". 12. Aufl. Berlin 1967. Rietzler, W.
Die wichtigsten Nachweismethoden sen sich bei R.-S. nachweisen. Barkla ıysik. 6. Aufl. München 1959.
der R.-S. sind die Schwärzung der hat gezeigt, daß die an Materie ge- 4 heißt der Schwächu ngskoeffizient Liechti, A., und W. Minder: Röntgen-
photographischen Platte und die streuten R.-S. teilweise polarisiert und wird in cm’? gemessen. Er setzt physik. 2. Aufl. Wien 1955. {1]
lonisation von Gasen (Luft) in der sind. Sich aus zwei Anteilen zusamme n, Röntgen-Strahl-Mikroskop. Mikro-
*Ionenkammer. Beide Wirkungen Der äußerlich hervorstechendste Zug der R.
welche von der StreuungAbsorpt skopie mit Röntgen-Strahlenderwürde
sehr
sind auch zur quantitativen Messung der R.-S., der sie so deutlich vom und von deren wahrer ion ‘vor der mit Licht den Vorteil
nge und ent-
ihrer Intensität geeignet. Außerdem Licht unterscheidet und dem sie auch herrühren (s. Absorptionskoeff izient). Viel kürzeren Wellenlä
dient der *Fluoreszenzschirm zum fast alle ihre weitreichenden prakti- Die Tabellegibt für die drei Metalle sprechend höherer Auflösung haben.
4 4a
Röntgen-Strahl-Mikroskopie Röntgen-Therapie
Dieser Vorteil wird aber bereits In einem evakuierten Metallzylinder lung für die Herstellung von Mikro- Hochpolymeren das Röntgen-Dia-
durch das *Elektronenmikroskop in befindet sich eine Elektronenkanone, photographien auszunutzen. Die Auf- grammstets von einem Gemisch vie-
kaum zu übertreffender Weise wahr- bestehend aus Glühkathode X, Weh- lösung wird hier im_ wesentlichen ler Kristallite stammt, also einem
genommen. Zudem steht der Ko: nelt-Zylinder WZ und Anode A,die durch das Korn der Emulsion, die Pulverdiagramm entspricht. Die feh-
struktion eines R. die Schwierigkeit ein beschleunigtes Elektronenstrahl- zur Kontaktaufnahme verwendet lende Kenntnis erhält man durch Er-
entgegen, daß es keine Linsen für bündel emittiert. Dieses wird durch wurde, begrenzt. Bisher konnte nur zeugungvon verschiedenen Arten und
Röntgen-Strahlen und i. allg. auch eine magnetische Linse M L auf eine bis auf 1 am aufgelöst werden. Über- Graden von *Orientierung, insbeson-
keine regelmäßige Reflexion gibt dünne Metallfolie F aus Cu oder vaschendgutist aber der Kontrast mit dere auch von höherer Orientierung
sehr scharfem Brennfleck der Rö Wolfram konzentriert (Brennfleck- len Objekten dargestellt worden, B. (d.h. in zwei Achsen), und durch das
gen-Röhre kann man ein Schatten- größe optimal 1000 nm). Der-Brenn- von Viren, die im Lichtmikroskop Studium der begleitenden Verände-
mikroskop mit Röntgen-Strahlen er- fleck sendet dann Röntgen-Strahlen kaum erkennbar waren. Schließlich rungen im Röntgen-Diagramm. Es
halten, Auch eine wirkliche Abbil- aus, deren kürzeste Wellenlänge sei noch erwähnt, daß in Deutschland gelingtso, die Gitterzelle der Kristal-
dungläßt sich erzielen, wenn man die (Grenzwellenlänge) sich nach der an- (Tübingen) erfolgversprechend an der fite zu bestimmen. In manchen Fäl-
regelmäßige Reflexion der Röntgen- gelegten Spannung (10 kV oder we- intwicklung eines hochauflösenden len wurden auch erfolgreich *Fou-
Strahlen bei fast streifendem Einfall, iger) richtet. Bei 10 KV liegt die und stark vergrößernden Bildwand- rier-Analysen durchgeführt, insbe-
im Gebiet der Totalreflexion (Ein- Grenzwellenlänge bei etwa 0,12 nm. lers für die R.-S.-M.gearbeitet wird. sondere bei, korpuskularen Makro-
fallswinkel kleiner als 0,5°), ausnutzt. Dicht vor dem Brennfleck befindet Erwähntsei noch, daß die Verfahren molekülen (*Molekülgestalt bei Ma-
Da aber Hohlspiegel unter solchen sich (in Luft!) das Objekt O, von dem der R.-S.-M., obwohl sie nicht ent- kromolekülen), z. B. bei Eiweiß-Ein-
Bedingungen wie Zylinderlinsen wir- die Röntgenstrahlen im Schattenwurf fernt die Auflösungeines Elektronen- kristallen. Darüber hinausgehende
ken, muß man zwei solche anwenden, auf dem Schirm S ein Bild entwerfen, mikroskops erreichen und vielleicht Information über Größe und
die um 90° gegeneinander gedreht das photographisch festgehalten wer- auch nicht erreichen werden,den gro- Form der Kristallite gewinnt man aus
sind. Auch Abbildung durch Kristall- den kann. Die Auflösung hängt we- Ben Vorteil vor der elektronenmikro- Messungen der Linienbreite, da die
gitterbeugung an gebogenen Kristal- sentlich von der Größe des Brenn- skopischen Abbildung haben, daß das Röntgen-Interferenzen um so, schi
len ist schon versucht worden. Nach flecks ab. Im Jahre 1956 konnte mit Objekt - was für die Biologie von fer (enger) sind, je größer die Teil-
all diesen Methoden hat man bis einem Brennfleckdurchmesser von entscheidender Bedeutung ist - nicht chen, sowie aus der *Röntgen-Klein-
jetzt nur mäßige Vergrößerungener- 100 nm eine Auflösungsgrenze von ins Vakuum gebracht zu werden winkelstreuung.
zielt; trotzdem dürfte das R. für spe- 200 nm erreicht werden. Das ist die braucht. Lrr. Stuart, H. Die Physik der Hoch-
zielle Verwendungszwecke gute Aus- gleiche Auflösung, die bestenfalls Lit, Physikal. Bl. 9, 548 (1953); 12, 465 polymeren. Be u, III. Berlin-Göttin-
sichten bieten. [1] (schräge Beleuchtung) mit einem licht- (1956). (17} gen-Heidelberg 1953 und 1955.[41]
Röntgen-Strahl-Mikroskopie. Man optischen Mikroskop erzielt werden Röntgen-Strahlung, charakteristische, ‚Röntgen-Term, s. Röntgen-Spektrum.
bemüht sich schon lange, Mikropho- kann. Der Kontrast ist bei vielen bio- Linienspektrum der Eigenstrahlung Röntgen-Therapie ist die Anwendung
tographien mit Hilfe von Röntgen- logischen Objekten besser als im (Fluoreszenzspektrum) des Anoden- der Röntgen-Strahlen zu Heilzwek-
Strahlen herzustellen. Die Vorteile, Lichtmikroskop unter vergleichbaren metalles, das sich bei entsprechenden ken, indem durch deren Wirkung Ge-
die sich dabei ergeben würden, sind Versuchsbedingungen. P. Kirkpatrick Anregungsbedingungen dem konti- webszellen, auch bösartige Ge-
erstens einmal die Erhöhung des bemüht sich um die Konstruktion ei- nuierlichen Bremsspektrum überla- schwulstzellen (Krebs), zerstört wer-
Auflösungsvermögens infolge der nes Strahlschatten-Mikroskops, das gert. Sie entsteht erst, wenn ein be- den. Die Tiefentherapie wird zur
kleineren Wellenlänge des Röntgen- mit Reflexion arbeitet. Um hohe Re- stimmter Spannungswert (Anregungs- Behandlung von Krankheitsherden
Lichtes, falls man gleichzeitig di flexionskoeffizienten zu erhalten, muß spannung) überschritten wird. Das an unzugänglichen Stellen im Kör-
Apertur etwa auf der gleichen Höhe man dabei nahezu streifende Inzidenz charakteristische Spektrum enthält im perinnern angewandt, indem an sie
halten könnte wie bei lichtmikrosko- benützen. Dieser Umstand, verbun- Unterschied zum Bremsspektrum nur eine für die Zerstörung des Gewebes
pischen Abbildungen, und zweitens den mit der extrem kleinen Wellen- einige wenige Wellenlängen, die sich erforderliche hohe Dosis herange-
die Anderung der Kontrastverhält- länge, bewirkt es, daß außerordent- im Spektrum als Linien manifestie- bracht wird, ohne das gesunde Ge-
nisse, die sich unter Umständen bei lich hohe Anforderungen an die Bear- ren. Ihre Lage ist unabhängig von webe, vor allem die Haut, zu schädi-
biologischen Objekten günstig für die beitungsgenauigkeit der Spiegelober- der Spannung und nur abhängig von gen. Die Apparate arbeiten dabei mit
Erkennbarkeit auswirken könnte, In- flächen gestellt werden müssen. Im- der Ordnungszahl des Anodenmate- Spannungen von 120 bis 250 KV und
zwischen sind einige Wege beschritten merhin konnten auf diesem Wege rials (s. Röntgen-Spektrum).[28] Strömen von 2 bis 20 mA;doch kön-
worden, um diesen alten Gedanken schon Bilder in 40facher Vergröße- Röntgen-Strom, der beim *Röntgen- nen die Spannungen bei der Hoch-
zu realisieren; es wurden auch bereits rung mit einer Auflösung von etwa Eichenwald-Versuch in seinen ma- volttherapie auf 1000 KV gesteigert
ermutigende Anfangserfolge erzielt. 1um. hergestellt werden. Die be- gnetischen Wirkungen beobachtete werden.
Cosslett hat als erster, auf einer von nutzte Wellenlänge war dabei 1 nm. Strom molekülgebundener Ladungen. Zur Haut- und Oberflichentherapie
M.v. Ardenne gegebenen Anregung ‚Angström versuchte, durch photogra- 14] (Behandlung von Ausschlägen) wer-
fußend, ein Röntgen-Strahlmikro- phische Nachvergrößerungen von im ‚Röntgen-Strukturanalyse bei Hoch- den weiche (20 bis 60 KV) bis mittel-
skop gebaut, das nach folgendem Kontaktverfahren aufgenommenen polymeren. Die R.-S. erlaubt bei harte Strahlen (60 bis 120 kV) be-
Prinzip arbeitet. Röntgen-Bildern die Röntgen-Strah- *Hochpolymeren zunächst die Be- nutzt.
stimmung der Gitterzelle der Kristal- Bei der Grenzstrahlentherapie (Be-
lite (*Kristallinität bei Hochpolyme- zeichnung von Bucky, der sie 1925
ren); doch ist diese Analyse etwas einführte) werden überweiche Strah-
verschieden von der üblichen, da fast len mit Wellenlängen von etwa 0,1 bis
nie Einkristalle zur Verfügung ste- 0,2 nm verwendet. Die Röhrenspan-
hen undbei den teilweise kristallinen mung beträgt 4 bis 15 kV. Da diese
49
Rogowski ‚Rohrreibung
Strahlen von gewöhnlichem Glas zum die Schnitte der meridionalen (ge- Ap 1 radse) ist das Geschwindigkeii
größten Teil absorbiert werden, wird strichelt) und der sagittalen (ausge- mm are. eine Parabel («. Abb.1): = aiprofil
in die Röhrenein dünnwandiges Fen- zogen)Bildschale mit einer die Achse
ster aus Lindemann-Glas oder Beryl- enthaltenden Ebene durch das opti- zu derTinken ‚Seite steht der auf den Ap
ee
lium eingeschmolzen. Die Strahlen sche System. [18] taudruck der mittleren Geschwindig-
werden von den obersten Hautschich- ‚Rohrkrümmer, s. Krümmerströmung. keit. bezogene Druckabfall. Die Funk- (u laufende Geschwindigkeit; r = d/2
ten fast vollständig absorbiert; sie Rohrpost, Anlage bei Kernreaktoren, tion der Reynolds-Zahl auf der rech- Rohrradius; a laufender Radius; Ap
dienen daher zur Behandlung” von durch die ein Behälter, der zu be- ten Seite trägt den Namen Reibungs- Druckabfall auf die Länge D. Die
Hauterkrankungen in der Nähe emp- strahlende Substanzen aufnehmen ‚oder Widerstandsziffer £, also maximale Geschwindigkeit auf der
findlicher Organe. kann (Rohrpostbüchse), mittels Druck- Rohrachse ist doppelt so groß wie die
Lrr. Hänisch-Holthusen: Lehrb. d. Rönt- luft oder ähnliches in das Reaktor- Ge mittlere:
‚nologie. Stuttgart 1947. Schulte und
uhlmann: Grundlagen. der Röntgen- innere geschleudert und daraus ent- GR) Rd Umaz = 2ü.
Diagnostik und Röntgen-Therapie. Stutt- fernt werden kann. Auf diese Weise Die Funktion £ müßte im Rahmen
gart 1952. - Bucky, G.: Grenzstrahlen- können sehr kurziebige Substanzen der strengen Ähnlichkeit für jede geo-
therapie. Wien 1928. - Fuhs und Konrad:
Grenzstrahl-Hauttherapie (1931). [23] untersucht werden.[7] metrische Querschnittsform neu auf-
Rogowski, Walter. Dt. Physiker. Geb. Rohrreibung. Allgemeines s. Rohr- gestellt werden. Die Lage vereinfacht
7.5.1881 in Obrighoven b. Wesel, strömung und Reibung in Strömun- sich aber durch die Feststellung, daß
gest. 10. 3.1947 in Aachen.1907 stän- gen. Es werden behandelt gerade a) bei laminarer Strömung nur ein
diges Mitglied an der Physikalisch- Rohre. konstanten Querschnitts von Zahlenfaktor in dieser Funktion von
Technischen Reichsanstalt in Berlin. verschiedener Querschnittsform bei der Querschnittsform abhängt und
1919 wurde R. Prof. für techn. Phys. inkompressibler Strömung. b) bei turbulenter Strömung die
an der Univ. Jena, 1920 o. Prof. für 1. Ähnlichkeit. In genügender Ent- Funktion erhalten bleibt, wenn man
theoret. Elektrotechnik an der TH fernung vom Einlauf des Rohres bil- an Stelle des Durchmessers d den
‚Aachen. Arbeiten auf dem Gebiet der det sich ein Geschwindigkeitsprofil sog. Iydraulischen *Durchmesser ein-
magnetischen Streuung. Ererfand ei- aus, das sich im weiteren Verlauf des it:
Rohres nicht mehr ändert (ausgebil- du=4AlU
nen magnetischen Spannungsmesser,
befaßte sich mit den Wanderwellen- dete Strömung). Das bedeutet aber (A Rohrquerschnitt; U Rohrumfang). Abb.1
nicht, daß die Geschwindigkeitspro-
gen an Spulen und Leitungen file der ausgebildeten Strömung in 2. Umschlag. Wie sich zeigen wird, Mit u läßt sich das Geschwindigkeits-
und entwickelte den Hochleistungs- Rohren geometrisch ähnlichen, aber sind die Gesetze der R. schr verschie profil auch wie folgt ausdrücken:
Kathodenstrahloszillographen. 1925 verschieden großen Querschnittseben- den für laminare und türbulente Strö-
gelang ihm die erste Aufnahmeeiner falls ähnlich sind. Nach dem Ahn- mung. Man muß also entscheiden
Wanderwelle mit diesem Gerät. Fer- lichkeitsgesetz für Strömungen mit können, welche Strömungsform vor-
ner befaßte sich R. mit dem Studium Reibung ist hierzu vielmehr die liegt. Maßgebend hierfür ist die kri- Für das in der Zeiteinheit strömende
der Kurzzeitvorgänge, mit der Theo- Gleichheit einer Reynolds-Zahl er- tische Reynolds-Zahl, deren Lage Volumen ergibt sich zu
rie des elektrischen Durchschlages forderlich, bei deren Bildung die Ab- entscheidend von den Einlaufstörun- __Ap
von Gasen sowie mit der Praxis der messung des Querschnitts eingehen gen. beeinflußt wird. Für Re < 2100 Vegzıar
technischen Elektronik. [43] muß. Bei kreisrunden Rohren bildet hat man immer mit laminarer Strö-
Rohrblattinstrumente, s. Blasinstru- man diese Reynolds-Zahl mit dem mung zu rechnen; auch wenn starke (Gesetz von Hagen und Poiseuille).
mente. Rohrdurchmesserd: Einlaufstörungen vorhanden sind, Für die Widerstandsziffer Z (s. oben
Rohrsche Darstellung der Fehler Re=güdm beruhigen sich diese über eine gewis- unter 1) erhält man
einer optischen Abbildungist allge- se Laufstrecke wieder. Bei Re > 2100 © = 64/ Re mit Re = güdm.
mein üblich, obwohl sie die Wieder- (Re Reynolds-Zahl; g Dichte; m dy- ist der Umschlag in turbulente Strö- Ist der Anlauf der Strömung in der
gabe der Koma nicht gestattet und namische Zähigkeit des strömenden mung möglich. Je geringer die Ein- Länge I mit enthalten, so mußfür die
deshalb auch unvollständig ist. In Mittels). Als Bezugsgeschwindigkeit laufströmungen sind, desto höhere Erzeugun der kinetischen Energie
dieser Auftragung werden die sphä- a ist aus Zweckmäßigkeitsgründen Reynolds-Zahlen lassen sich mit la- aus der gRuhe und für die erhöhte
rischen Fehler dadurch gegeben, daß die mittlere Strömungsgeschwindig- minarer Strömung erreichen. Bei Reibung im Anlauf die Hagenbach-
Is Ordinaten die Durchstoßhöhen keit gewählt, die man erhält, wenn sorgfältigster Vermeidung aller Ein- Schillersche Korrektur angebracht
der einzelnen Strahlen in der Pupille man das in der Zeit strömende Volu- laufstörungen (abgerundeter Einlauf, werden. Dann wird
gewählt werden, während die Längs- men V durch den Rohrquerschnitt A turbulenzarmer Zulauf) wurde Re = 4 a
abweichungen der Strahlen, also die dividiert: 140.000 laminar erreicht. Befindet sich TR + @+097-
Schnittweitendifferenzen gegenüber u= VIA. eine mäßige Einlaufstörung am Um-
dem Gaußschen Bildpunkt, die Ab- fang des Einlaufs, z.B. in Gestalt b) Rechteckige Rohre mit den Recht-
szissenwerte liefern. In ähnlicher Wie das Geschwindigkeitsprofil, so einer scharfen Kante, so macht sich eckseiten a und 5. Der hydraulische
Weise werden die astigmatischen hängt auch der auf den Staudruck be- in der Rohrmitte die Turbulenz erst Durchmesser
Längsabweichungen wiedergegeben, zogene Drucabfall von der Rey- nach etwa dreißig Rohrdurchmes-
nur daß hier die Durchstoßhöhen der nolds-Zahl ab. Da bei ausgebildeter sern bemerkbar. 2ab
Strahlen durch die Gaußsche Bild- Stı ıng der Druckabfall Ap der 3. Laminare Rohrströmung. dem arb
ebene auf der Ordinate aufgetragen Rohrlänge I proportional sein muß, 2) Kreisrohre. Nach ‘der relativen wird an Stelle des Rohrdurchmessers,
sind. Man bekommtalso als Kurven definiert man zweckmäßig Anlauflänge L/d=0,06 Re (Niku- auch bei Re, geseizt. Der Wert £ Re
50 51
‚Rohrreibung Rohrreibung
von der Reynolds-Zahl Re ab!
(s. Abb. 3). Ein Maß für die Völlig-
keit des Geschwindigkeitsprofils ist
Ullmax (s. gleichfalls Abb. 3). Das Po-
tenzgesetz gilt nicht ganz bis zur
Rohrmitte. - Treffender ist die uni-
verselle Geschwindigkeitsverteilung
nach Nikuradse (Abb. 4), die ange-
nähert werden kann durch
MG ar 02 03 96 zz 9=-55+575lgx
mit
Abb. 2
us, „-gE 5 n’2 s n*z 5 mw’ ze 5 2
kann in Abhängigkeit von a/b aus Ver 7 Abb. 5
Abb. 2 entnommen werden (nach Lea Die Widerstandsziffer £ kann bis aufgetragen. Das Gesetz der Iamina- tes. Steigt Re übereinen bestimmten
und Tadros). A ‚Re = 10° sehr gut nach deralten For- ren Rohrströmungen und das von Wert, der eine Funktion der relativen
4. Turbulente Rohrströmung. melvon Blasius berechnet werden: Blasius ergeben Gerade mit den Nei- Rauhigkeit ist, so wird die Wider-
a) Glatte Kreisrohre. Nach der An- gungen -1 und —!/. Die Wider- standsziffer bei weiterem Steigen der
Iauflänge L/d = 50 bis 80 ergibt sich = 031641Re.
standsziffern nach Nikuradse liegen Reynolds-Zahl konstant. Bei »Sand-
viel
ein Geschwindigkeitsprofil, das_Strö- 'Bis Re=-10° gilt die Formel yon bei größeren Reynolds-Zahlen etwas rauhigkeit« folgt sie dem Gesetz :
völliger istals bei der laminaren gern Nikuradse: höher.
mung. Man stellte es früher UyE= 2,018 (Re Vi) - 0,8, b) Andere Querschnittsformen. Bei
durch ein Potenzgesetz in Abhängig-
keit vom Wandabstand y dar: die oberhalb des Blasiusschen Be- glatten und rauhen (s. u.) Rohrentritt ya
1
isg +ım.
reichs angenähert werden kann durch an die Stelle von d der hydraulische
u= cl)”. & = 0,0072 + 0,6104/Re'®. Durchmesser(s. o. unter 1). Diesgilt Dazwischenfindet ein Übergang statt.
nicht für laminare Strömungen!
In Abb. 5 sind die verschiedenen Ge- Genauere Auskunftgibt Abb.6 (nach
Ursprünglich rechnete man durchweg Nikuradse), die für Sandrauhigkeit
mit n = 7. Später zeigte sich, daß setze, wie üblich, doppellogarithmisch gilt.
088 Für das Geschwindigkeitsprofil von
0,
glatten und rauhen kreisrunden Roh-
ilt nach Aichelen, daß die Ge-
m Imr schwindigkeit gleich der mittleren ist
9 an Abb. 6 (u = ü) auf einem Radius, der 0,762
&7 19% ©) Rauhe Rohre. Nach den Ähnlich- des Rohrradius beträgt.
0% keitsgesetzen kommtes aufdie rela- 5. Gemischte Strömung. Herrscht im
5 07 tive Rauhigkeit an, also auf das Ver- Anfangsteil des Rohres laminare, am
2 5 Te 6 hältnis Ende turbulente Strömung, so erhält
Abb. 3 rik = dj(2 k) manje nach der Lage des Umschlag-
punkics Übergangskurven nach Abb.
3 (k maximale Kornerhebung, s. Abb.
9. Bleibt die Korngröße unter der 6. R. bei hohen Geschwindigkeiten.
& Dicke der laminaren *Unterschicht, Versuche von Früssel haben gezeigt,
2 7 so spielt die Rauhigkeit keine Rolle, daß die Gesetze des turbulenten Rei-
und das Rohr verhält sich wie ein glat- bungsdruckabfalls auch recht gut im
25

20
1
©
1 20 35 20 390 45 50
Togz
Abb. 4
52 53
‚Rohrströmung Rohrströmung
anwendbar große und kleine Geschwindigkei ten schen B und C). Hinter dem Stoß
gasdynamischen Bereich bei Unter- güt, die folgenden gasdyna mischen liegt dann wieder eine Unterschall-
Sind, und zwar sowohlhallge - Beziehungen beachtet werden:
schall- wie_bei Übersc damitschwinzu er- In einem Rohr konstanten Quer-
strömung_ vor, die ansteigende Ge-
schwindigkeit mit höchstens Schall;
wohl
digkeiten. Das istentsch ünden
schnitts ist aus KontinuitätsgrDich-
klären, daß die eidenden Vor- const (g
schwindigkeit am Rohrende ergibt
gänge in der Nähe der Wandindigkstattfin- die Stromdichte g w = ndigkeit ). Im
(von C nach D). Überschallgeschwin-
den, wo sowieso die Geschw ei- te; w Strömungsgeschwi digkeit kann im Rohr überhaupt nur
ten gegen Null gehen. Bei hohen Ge- *Ausströmdiagramm muß deswegen erreicht werden, wenn eine *Laval-
schwindigkeiten ist abermehr der Rei- der Zustand auf der *Fanno-Kurve bei
Düse vorgeschaltet wird (hierin Ex-
bungsdruckabfall nicht klein verlaufen. Da die Fanno-Kurvegkeit pansion vom Kesselzustand 0 zum Abb. 4
den absoluten statischen Druck. der kritischen Schallgeschwindi ‚Rohreintrittszustand A, Abb. 2).
merkliche Dich-
Hierdurch entstehen indigk w= a* eine tiefste Isentrop eb Die Druckänderung bei der gasdyna- durch A bestimmtist, ergibt sich als
de- also ein Maximum der Entropiallge- e er- mischen R. ist nur zum Teil durch eigentlicher Reibungsdruckabfall Apr
te- und damit Geschw eineneitsän en reicht, kann die R. bei Untersch n zu Reibung verursacht. Es tritt weiter der Abstand der Tangente T von der
rungen. Diese habenbfall zurweiterFolge, schwindigkeit nur von kleinere eine dynamische Druckänderung auf, Fanno-Kurve.
dynamischen Drucka größeren _Geschwindigkeiten mit
der zum Reibungsdruc kabfall hinzu- am
die auchbei reibungsfreier Strömung Das Ausströmdiagrammgibt lediglich
kommt. Näheres hierüber s. Rohr- maximal Schallgeschwindigkeit durch die Geschwindigkeitsänderung den Zusammenhang der Zustands-
Rohrende (von A nach B in Abb.1) infolge der Dichteänderung vorhan- größen beider R. wieder. Um zu
strömung.
Lit. Nikuradse: Gesetzmäßigkeiten der
den wäre und sich aus der kompres- fahren, bei’ welcher Lauflänge ! im
turbulenten Strömungin glatten Rohren. siblen Bernoullischen Gleichung be- Rohr ein bestimmter Zustand erreicht
VDI-Forschungsheft 356 (1932). - Niku- rechnet(. Energiesätzo der Gasdyna- ist, muß man das Reibungsgesetz für
radse: Strömungsgesetze in rauhen, mik): Apr einführen (s. Rohrreibung). Die
ren. VDI-Forschungsheft 361 (1933). -n
Frössel: Strömung in glatten, gerade
dpa= = gw-dw Widerstandsziffer ist nur eine Funk-
Rohren mit Über- und Unters challge- oderintegriert bei konstantem g w: tionder Reynolds-Zahl Re=g w din.
schwindigkeit. Forschung, Bd. 7, Heft 2 Apa = - @w- Aw Daim Rohr e w und d konstant sind,
(1936), S. 75-84. [11] ändert sich Re nur mit der Zähigkeit
Rohrströmung. Die Rohr reibungsfreie (dpa bzw. Apa dynamische Druckän- n. "Diese ist ungefähr proportional
Strömungim geradistentrivial konstan- derung; dw bzw. Aw Geschwindii YT'(T absolute Temperatur). Für
hnitts
ten Querscüberal ; sie ver- keitsänderung). Im Ausströmdia- turbulente Strömung gilt nach Blasius
läuft mit l konstanten, gleich- ‚gramm ist Apa der in Ordinatenrich- & = Re= T°-!25, Manist also be-
gerichteten Geschwindigk eiten. Ledig- tung gemessene Abstand zwischen rechtigt, £ = const zu setzen. Dann
lich bei Überschallge schwindigkeiten 7 7 der Tangente’ T an die Ausgangsisen- liefert die Vereinigung der Gleichung
besteht die Möglichkeitdieeiner Kom- Abb. 1 fu trope im Anfangspunkt A der Zu- der Fanno-Kurve mit dem Reibungs-
plikation dadurch, daß Strömung standsänderung und der Linie p = gesetz für ideale Gase
durch einen *Verdichtung sstoß auf verlaufen. Im Überschallbereich kön- const durch diesen Punkt (s. Abb. 3,
Unterschallgeschwindigke it zurück- nen die Geschwindigkeiten nur ab- I 1x+1 +(
fällt. — Vielgestaltiger wird g.dieMan R. nehmen (von C nach B). Wenn kein daTiıe
durch den Einfluß derdenReibunAnlau f und
Verdichtungsstoß dazwischen kommt,
kann am Rohrende minimal (B). die
unterscheidet dabei ung. . Schallgeschwindigkeit auftreten
die ausgebildete Ström fang,ist Ein stetiger Durchgang durch die (! Rohrlänge; d hydraulischer Durch-
Im Anlauf, also am Rohran von Reibung messer des Rohres; x Adiabatenexpo-
der Kern der Strömung tdruc k kon-
Schallgeschwindigkeit ist nicht mög-
lich, wohl aber ein Durchgang mit nent; a* kritische Schallgeschwindig
Gesam
unbeeinflußt, ihr Wand
stant. An der wächst eine Verdichtungsstoß (Abb. 2, Stoß zwi- we Geschwindigkeit im Rohrein-
Grenzschicht an wie bei der Platten- a Geschwindigkeit an der Stelle
strömung. (s. Plattenreibu ng). Diese D. Für w = a* ergibt sich die Rohr-
drängt den Kern zusammen, der sich länge, auf der Schallgeschwindigkeit
hierdurch reibungsfrei beschleunigt. mca* erreicht wird:
Schließlich wachsen diezusamGrenzschich-
itte
ten in der Rohrmngswi
mit die Reibu
men, wo-
rkung die Mitte 9.16) -
erreicht hat. Bei der ausgeb ildeten R. 1-20
ändert sich das Geschw indigkeitspro- Durch Differenzieren der ersten Glei-
fil mit der Rohrlänge Reibumehr.
nicht
ngs- Abb. 3 chung ‚oder durch eine allgemeinere
Über die Einzelheiten der eibung. Wer- Beispiel im Unterschallbereich, und Betrachtung, die auch für nichtideales
gesetze im Rohr s. Rohrr
gkeiten im Rohr Abb. 4, Beispiel im Überschallbe- Gas gilt, findet man, daß sich die Zu-
den die Geschwindi geschwin- standsgrößen (Druck, Dichte, Tempe-
vergleichbar mit der Schalldem Rei
reich). Da die gesamte Druckände-
ratur, Geschwindigkeit) bei Erreichen
außer
digkeit, so müssen gleich rung Ap durch den Abstand der
bungsgesetz, das in er Weise für Fanno-Kurve von der Linie p=const der Schallgeschwindigkeit, also im
54 55
‚Rohrwellen, elektromagnetische Rossi-Kurve

©
8
8
R

Abb. 5
3 “ 3” ®®
‚Abb. 1. Prinzip der Rossischen Koinzi-
denzanordnung. $ bedeutet einen M;
Endquers chnitt, unendlich schnell (@ = 2 m R*/5_Trägheitsmoment be- ist terieblock, meist aus Blei, der zur Erzeu
ändern. Stellt man z. B. den Druck züglich eines Kugeldurchmessers) s- Rosettenbahn gung der Schauerdient. 7, 2, 3 sind Zähl-
in Abhängigkeit von der Rohrläneine ge um 40% größer als die Bewegung rohre, die verschieden weit voneinander
dar, so zeigt die Kurve am5Ende energie einer gleichen, mit der Ge- man sich ungefähr durch Ellipsen, entfernt sein können. Abstand der Rohre
2 und 3 von I ca, Im. Abstand der Rohre
senkrechte Tangente . Abb. gibt hier- schwindigkeit v rein translativ beweg- deren große Achsesich während des 2 und 3 voneinander einige cm. Das
für einige Beispiele für Luft mit ten Kugel. Eine Vollkugel rollt auf Durchlaufenslangsam dreht, entstan- Zählrohr 7 kann auch oberhalb von S
x= 1,405; d= Lem; =po273= °K 10° N/m! einer schiefen Ebene schneller als eine
h-
den denken kann, sog. R. Solche R., angeordnet werden
(Kesseldruck) und Tadie Kurve (Kes- Hohlkugel bei gleichen Kugeldurc das
wie sie die Abb. zeigt, kommen stets
seltemperatur). An ange- messern undgleichen Massen, da zustande, wenn ein Massenpunktsich (Abb. 2). Dies ist die R.-K. Die ur-
schrieben sind die Werte von w/a*. Trägheitsmoment der Hohlkugel in einem Zentralfeld bewegt, dessen sprünglich von Rossi mit der oben an-
gegebenen Zählrohranordnung au
leintritt
Die Kurve mit Überschal g durch 2 R-r_-zmR 2 (1 +
Kraftgesetz nicht (wie das Coulomb-
genommene Kurve beschränkt si
zeigt, wie sich die Strömun oder das Gravitationsgesetz) genau
einen Verdicht ungsstoß einer größe-
ge anpassenkann. re, mit 1/7? geht. auf nur wenige cm Blei. Sie steigt mit
zunehmender Bleidicke steil an zu
ren Rohrlän tm Über R. beim Pendel s. Pendel sowie
Pendelyersuch, Foucaultscher. [1] einem Maximum undfällt etwas fla-
Lit. Richter, H.: Rohrhydraulik. Berlin
Rossi-Kurve registriert die Häufig- cher wieder ab. Das Maximum liegt
1958. [11]
Rohrwellen, elektrom agnetische, s. größer als das der Vollkugel ist (R keit des Vorkommens einer gewissen bei etwa 1 cm Blei.
Welle, elektromagnetische. Außen-, r Innenradius). [20] Teilchenvermehrungin einem Absor- Dieser Verlauf geht auf die Wechsel-
Rollbewegung. Ein bewegter Körper Roliblende,s. Blende. ber mittels der in Abb. 1 skizzierten wirkung der weichen Strahlung mit
berührt einen ruhende n Körper in Rolle, s. Maschinen,einfache. Zählrohranordnung. Energiereiche Materie zurück: Ein Elektron oder
einem oder mehreren Punkten, Die Rollpendel, s. Pendel. Elementarteilchen aus der kosmischen Photon dringt in den Absorber ein
Berührungspunkte auf derhabenOberfläche Rollreibung, s. Reibung. Strahlung treffen auf den Absorber S und löst je nach seiner Energie eine
des bewegten Körpers igkeit: Sie also rood, eine in Großbritannien beste- und lösen dort wenigstens ein Sekun- mehr oder weniger große Kaskade
momentan keine GeschwindR. resultiert 'hende Flächeneinheit.
Definition: därteilchen aus. Primär- und Sekun- aus. Um die Zählrohrapparatur zum
sind *Drehpole. Eine ungsweis e aus
därteilchen oder auch zwei Sekundär- Ansprechen zu bringen, sind minde-
nach üblicher Betracht und
1rood = 1210 square yards.
Umrechnung: teilchen können die Zählrohrappara- stens zwei ionisierende Teilchen no
einer *Translationsbewegung
ng. Im ein-
tur zumAnsprechen bringen. Die wendig. Diese liegen hinter zwei bis
einer *Rotationsbewegu oder Zylinder
1 rood = 1011,7124 m?. [13] Häufigkeit des Ansprechens der Drei- drei Strahlungslängen (gleich etwa
fachsten Falle - Kugel
r auf ebener Unter-
Roots-Pumpen, s. Vakuumpumpen. fachkoinzidenz wird in Funktion der einem Zentimeter Blei) sicher vor.
mit dem RadiusTranslat ionsgeschwin-
Rosesche Legierung (oder Rosesches
Metall), eine niedrig schmelzende ter- Dicke des Bleiabsorbers aufgetragen Dementsprechend tritt an dieser Stel-
lage — stehen. sgeschwindig- Bi, 25% Pb
näre Legierung aus 50%Schmelzpunkt
digkeit v und Rotation und 25% Sn mit einem
keit «in der Beziehung v = @ r. Man
kann allerdings die R. auch als reine bei 94 °C. [9]
schwindig-
Rotation mit der Winkelgecklichen Rosenbluth-Formel, s. Formfaktor,
elektromagnetischer.
keit © um den augenbli Be-
rührungspunkt anschen. Rosettenbahn. Im Bohr-Sommerfeld-
Die kinetische Energie einer rollen- schen *Atommodell sind die Bahnen
den Kugel mit dem Radius R der Elektronen nur beim *Wasser-
stoffatom Ellipsen. In den *Alkali-
1 1° atomen (und auch schon beim Was-
Wan zmw ty 00r- der
serstoffatom bei Berücksichtigung
_ A +8 relativistischen Korrektur) durchlau- inSirahiaastängen
rer, fen die Außenelektronen Bahnen, die ‚Abb. 2. Rossi-Kurve nach Bothe und Thurn
56
Rostpendel Rotationsdispersion
le das Maximum der R.-K.auf. Be- In der Astronomie unterscheidet man großen Ausdehnungdes Systems läßt es, durch die Rotation des Patienten
nutzt man Eisen statt der Bleiabsoı bei Planeten und Monden neben nor- sich keine einheitliche Rotationspe- am Krankheitsherd eine möglichst
ber, so erscheint das Maximum bei malerfreier R. die gebundene R., die riode angeben.Ihre Dauer ist für die hohe Dosierung zu erreichen, ohne
4 bis 5 cm,weil einer Strahlungslänge dann besteht, wenn die R.-Dauer mit Sterne der Sonnenumgebung = 230- das gesunde umgebende Gewebe der-
im Eisen eine größere Wegstrecke der Zeitdauer der *Revolution zusam- a. selben starken Belastung auszusetzen.
entspricht. - Ein der R.-K. sehr ähn- menfällt (Beispiel: System Erde- Lır. Pahlen, E.v. d.: Lehrb. der Stellar- S. Strahlentherapie. [28]
licher Verlauf kann statt mit Zähl- Mond. Der Mond rotiert gebunden, statistik.
Heidelberg 1946. - Vogt, H.: Rotationsdispersion. Im Gegensatz
1937. - Vogt, H.: Die
rohrkoinzidenzen auch mit Photo- da seine R. genau die Zeitdauer einer Spiralnebel.
Der Baudes Keltall.Simtigset 1949. -— zur Refraktionsdispersion ist die R.
platten registriert werden, indem man siderischen Revolution beansprucht.) Becker, W.: Sterne Sternsysteme, die Dispersion (Wellenlängenabhän-
die Häufigkeit der Kernzertrümme- Innerhalb des *Planetensystems sind 2. Aufl. Dresden 1950. - Waldmeier, M.: gigkeit) der Drehung der Polarisa-
rungen in Abhängigkeit von der M: die R.-Dauern bei Venus und Merkur Radiowellen aus dem Weltraum. Zürich tionsebene bei optisch aktiven Kör-
terialdicke über der Platte feststellt. noch ungeklärt; alle anderen Planeten 1954. - Unsöld, A.: Der neue Kosmos.
pern. Die R. hängt nach der Elektro-
Die Kernzertrümmerungen werden rotieren in Zeiten, die nach Stunden Berlin 1967. [20, 5]
nentheorie eng der *Dispersion
durch neutrale Teilchen (nicht Pho- gezählt werden. 'Rotationsachse, svw. *Drehachse.[20] (Refraktionsdispersion) zusammen.
tonen) ausgelöst, die sich im Absor- Bei Fixsternen kann R. auf Grund Insbesondere wächst auch sie in der
ber $ vermehren. Man findet bei der- des *Doppler-Effektes bei Verbreite- Rotationsbestrahlung.Bei der R.han- Nähevon Eigenfrequenzen der Elek-
artigen Versuchen mit wachsender rung von Spektrallinien festgestellt delt es sich um eine Röntgen-Bewe-
gungs-Bestrahlung, bei der im Ge- tronengruppen im Molekül resonanz-
Bleidicke und bestimmter Geometrie werden(s. a. R.-Eiffekt). gensatz zu den sonst üblichen Stan- artig an. In nicht zu großer Nähe
noch weitere Maxima, deren Ur- Die rotationssymmetrische Gestalt dardgeräten der Patient während der einer solchen Resonanzstelle läßt sich
sprung nicht recht klarist. [7] des galaktischen Systems sowie eine Bestrahlung von einer mit einem Mo- die Drehung « meist durch die For-
Rostpendel, s. Pendel. Reihe kinematischer Effekte, die bei tor versehenen Mechanik in lang- mel
Rotation (Drehbewegung) eines Kör- der statistischen Untersuchung der
pers hat folgende Merkmale: Alle Bewegungs- und Geschwindigkeits- samer, aber dauernder Rotation ge-
Punkte einer Geraden, der Dreh- verteilung der Sterne zu Tage traten halten wird.
oder R.-Achse, sind wenigstens mo- (s. Stellarstatistik), veranlaßten 1926/ Ziel dieser Bestrahlungsanordnung ist
mentan in Ruhe; alle übrigen Punkte 1927 Lindblad und Oort zur Aufstel-
des Körpers beschreiben Kreisbahnen lung einer dynamischen Theorie des
in Ebenen, die zur Drehachse senk- Milchstraßensystems. Die Theorie
recht stehen und deren Mittelpunkte kommt zu einer allgemeinen R. des NN
auf der Drehachse liegen. Die Um- Systems, die, von seinem Nordpol aus
laufgeschwindigkeit v eines Körper- gesehen, im Uhrzeigersinn erfolgt. Ab
Sie geht davon aus, daß die außer-

La
punktes ergibt sich als Produkt aus
dem Abstand r des Punktes von der halb des Zentrums befindlichen Mas-
Drehachse und der Drehgeschwindig- sen dieses in ungestörten *Kepler-
keit u:v=ru. Ellipsen umlaufen und sowohl Win-
Drehachse, Drehsinn und Drehge- kel- wie Lineargeschwindigkeiten
nach außen abnehmen (s. Keplersche
Y
schwindigkeit werden zusammen daı
gestellt durch den Vektor u der Wit Gesetze). Dabei werden die Kepler-
kelgeschwindigkeit. Dessen Rich- Ellipsen in erster Annäherung als
tungslinie ist die Drehachse; sein Pfeil Kreise betrachtet. Obwohl diese Vor- Helingh
bildet mit dem Drehsinn eine Rechts- aussetzung nur zutreffen würde, wenn deryanderErde abdrehende derafdieErde zuohehende
schraube, und seine Größe stellt den die nicht im Zentrum gebundenen Veifistverdeckt. frerist Teiistim Wesentlichen
Betrag der Drehgeschwindigkeit dar. Massen gegen die Masse des Zen-
Die allgemeine R. eines starren Kör- trums vernachlässigt werden könnten, derfunszucrehendeei) verdechtreiitderabahehende
pers um einen festen Punkt ist Ge- erzielte die so vereinfachte Theorie Ergebnis:Blamerschiebung TeilErgebnis:afrerschiebung
genstand der Theorie des *Kreisels, vielfach gute Übereinstimmung mit
die auf dem *Drehimpulssatz auf. den Beobachtungsergebnissen. So er-
baut. klärt sich die *Doppelwelle in den
Die R. um eine im Raum und im *Radialbewegungen und in den
Körperfestgehalten Achse gehört zu *Eigenbewegungen einfach daraus,
den einfachen Bewegungen; be- daß die auf engerer Bahn um das
folgt die einfache dynamische Grund- Zentrum umlaufenden Sterne der
gleichung Sonne vorauseilen, während die auf Webenkompenenfe
6 -dufdt=M weiteren Bahnen laufenden Sterne
(9 Massenträgheitsmoment des ro- zurückbleiben. Verbesserte Vorstel-
tierenden Körpers in bezug auf die lungen über die R. des Milchstraß
Drehachse, M das resultierende sta- systems wurden auf radioastronomi-
tische Moment aller äußeren Kräfte, schem Weg durch Beobachtung der iehlungzumBeobochler
ebenfalls auf die Drehachse bezogen). 21-cm-Linie des interstellaren Was-
S. a. Bewegung. serstoffs gewonnen. Auf Grund der Rotationseffekt
58 5
Rotationseflekt Rotationsschwingungsspektrum
wiedergeben. Hierbei bedeutet A die während des Bedeckungsverlaufes be- destens einen, der sich stets in sich Sternentwicklung nicht mehr denk-
betrachtete, A, die Resonanzwellen- zeichnet man als R. (s. Abb. S. 59). [5] selbst transformiert, d. h. mindestens bar. [5]
länge. Die Konstanten Cr bestimmen Rotationsenergie, die kinetische ine magnetische Induktionslinie, die Rotationsinduktor oder Erdinduktor.
die Stärke, mit der sich die einzelnen *Energie eines rotierenden Körpers. sich einfach in sich selbst, schließt. Gerät zur Messung des absoluten
Resonanzfrequenzen an der Drehung Bei reiner *Rotation eines Körpers Von diesem Grenzfall abgesehen, Wertes der erdmagnetischen *Inkli-
beteiligen. Als normalbezeichnet man mit der Winkelgeschwindigkeit @ um schließt sich eine herausgegriffene nation, eine Weiterbildung des We-
die R., wenn der Winkel « mit ab- eine raumfeste und körperfeste Achse, magnetische Induktionslinie i. allg. berschen Erdinduktors. Eine Spule
‚nehmender Wellenlängesteigt. In der der das Massenträgheitsmoment © nur im ergodischen Sinne und bildet rotiert um eine im Raum beliebig
Nähe von Resonanzstellen kann aber zukommt,ist die R. in ihrer Gesamtheit eine der betrach- drehbare Achse, Solange die Rota-
auch anomale R. auftreten. Eine sol- teten Anzahl von Umläufen entspre- ionsachse schief steht gegenüber der
‚che zeigt z. B. eine Lösung von Wein- w Your. chendglatte, in sich geschlossene ma- Richtung der Kraftlinien des erdma-
säure in Wasser oder Alkohol. Die gnetische Fläche. Im *Stellarator gibt gnetischen Feldes, werden Induk-
Drehungerreicht dann für eine be- Diese Formel läßt sich auch auf die es nur einen Punkt auf einer Quer- tionsströme induziert; die Spule ist
stimmte Wellenlänge ein Maximum Rotationskomponente einer zusam- schnittsfläche, der sich in sich selbst nicht stromfrei, und ein angeschlosse-
und nimmt für alle kleineren oder mengesetzten Bewegung anwenden, transformiert. Die durch diesen ge-
größeren Wellenlängen ab. [17] wenn man diese Bewegung als hende magnetische Induktionslinie nes Galvanometer zeigt einen Aus-
schlag. Wird die Rotationsachse aber
*Translation mit der Geschwindigkeit wird als magnetische Achse (0) be- mit Hilfe einer Deklinationsnadel in
Rotationseffekt. Die Messung von des Körperschwerpunktes und Rota- zeichnet. Der Winkelabstand @ zwi-
Fixsternrotationen aus der Verbrei- tion um eine Schwerpunktsachse auf- schen einem beliebigen Punkt Pı den magnetischen Meridian gebracht
und durch eine Feineinstellung ihre
terung der Spektrallinien ist natur- faßt. © ist dann auf diese Achse zu einer Querschnittsebene senkrecht zur Neigung so lange verändert, bis die
gemäß sehr ungenau,da alles von der beziehen. [20] magnetischen Achse und einem trans- Spule stromlos bleibt, so ist sie par-
Schärfe der Linien abhängt und ein Rotationsformation. Als R, bezeich- formierten Punkt Pz, gemessen in allel zu den magnetischen Kraftlinien
Spektrograph starker *Dispersion net man eine geometrische Transfor- einem Polarkoordinatensystem dieser der Erde; ihr Winkel mit der Hori-
notwendig ist. Gelänge es, bei einem mationseigenschaft der magnetischen Ebene mit dem Durchstoßungspunkt zontebene ist die Inklination J. Das
rotierenden Stern ‚wechselweise Induktionslinien in allgemeinen toro- der Achse 0 als Ursprung, wird als Gerät arbeitet also nach einer »Null-
beiden Hälften abzudecken, so daß in idalen Plasma-Anordnungen. Man Rotationswinkel bezeichnet. Dieser methode«. Es erlaubt die Bestim-
Stellung A nur von der Sternhälfte betrachtet auf einer Querschnitts- Winkelabstandist eine durch die Geo- mung der erdmagnetischen Induk-
Licht zu uns kommt, die sich von uns ebene (s. Abb.) einer solchen Anord- metrie des Stellarators bzw. der Ma- tion auf weniger als 0,1° genau. Dem-
fortdreht, während in Stellung 3 die nung zunächst einen Durchstoßungs- gnetfeldkonfiguration festgelegte Ge- gegenüber würden Nadelinklinatorien
abdrehende Sternhälfte verdeckt ist punkt Pı einer magnetischen Induk-
jeweiligen Ort von Pı. Durch Streu- nur eine Genauigkeit von einigen Mi-
rätekonstante, d. h. unabhängig vom
und nur von der auf uns zudrehenden tionslinie. Folgt man dieser Induk-
Licht empfangen würde, so wäre die tionslinie einmal durch das Toroid felder und kleine geometrische Unge- nuten zulassen. Die Hauptschwierig-
keit liegt in der Messung der kleinen
Messung sehr viel genauer möglich, hindurch, so durchstößt sie die be- nauigkeiten werden diese Zusammen- Wechselströme
da nicht nur eine diffuse Verbreite- trachtete Querschnittsebene im allge- hänge nur unwesentlich modifiziert. richtung ist ein(10° A): Zur Gleich-
Kommutator erfor.
rung der Linie, sondern eine mit der meinen nicht wieder in Pı, sondern in B4 derlich, und die Nullstellung wird
wechselnden Abdeckung zeitlich einem benachbarten Punkt Ps usw. Rotationsgeschwindigkeit, svw. *Win- über Saiten- bzw. Schleifengalvano-
wechselnde Hin- und Herwanderung kelgeschwindigkeit, s. a. Rotation. meterbestimmt.[6]
der scharfen Spektrallinie erzeugt
würde (*Doppler-Effekt). 120] Rotationskörperheißt der Raum, den
Diese Bedingung ist bei verschiedenen Rotationshypothese, kosmogonische eine Fläche bei der Rotation um eine
*Bedeckungsveränderlichen verwirk- Theorie zur Entstehung des *Plane- Achse durchläuft. Beispiele: Kugel
licht. Die Nebenkomponente wandert tensystems, die zum erstenmal von (R. einer Kreisfläche), senkrechter
vor der Hauptkomponente vorüber. Laplace aufgestellt wurde. Danach Kreiskegel (R. eines rechtwinkligen
Zunächst bedeckt sie vorwiegend den wird ein rasch rotierender Riesenstern Dreiecks), Elipsoid (R.einer Ellipse)
auf uns zugedrehten Teil der Haupt- geringer Dichte durch *Kontraktion
'komponente. Es ist nur das Licht der im Durchmesser immer kleiner, wäh- Rotationslichtwechsel, 5. Lichtwech-
abdrehenden Seite zu sehen, deren rend sich von Zeit zu Zeit an seinem sel.
Linien nach Rot verschoben sind. Äquator Ringe ablösen, die zerrei- rotationsmagnetisch, svw. gyroma-
Dannwird die herdrehende Seite frei- Die Transformation aller Punkte Pı ßen, sich zu Knoten verdichten und gnetisch. [1]
gegeben und die abdrehende verdeckt, in die Gesamtheit der Punkte P: wird auf diese Weise Planeten bilden. Nach
wodurch die Blauverschiebung über- als magnetische oder Rotations- diesem Prinzip sind die meisten Ge- Rotationspol, s. Drehpol; R. der
wiegt und die Linien nach Blau wan- Transformation der Querschnittsebe- setzmäßigkeiten, die innerhalb des Erde, s. Erdachse.
dern. Die Trennung des Lichts der ne bezeichnet. Da die Anzahl der Planetensystems auftreten, zwanglos Rotationsquantenzahl, sw. *Quan-
Hauptkomponente von dem der Ne- Punkte Pı per definitionem der ma- zu erklären. Aus mechanischen Grün- tenzahl für das Quadrat des Dreh-
benkomponente bereitet keine allzu- gnetischen Induktion proportional ist, den ist die Hypothese jedoch, zumin-
impulses. [7]
großen Schwierigkeiten, da die Spek- ist die Punktdichte vor und nach der dest in der ursprünglichen Form,
traltypen in der Regel sehr verschie- Transformation die gleiche. Die R. nicht haltbar (näheres dazu s. Kos- Rotationsschwingungsspektrum, das
den sind (Hauptkomponente A, Ne- transformiert daher maßbewahrend. mogonie). Zudem ist die Kontraktion im nahen Infrarot liegende Spektrum
benkomponente G). Unter den Punkten P; einer benach- in der hier vorausgesetzten Form nach von Molekülen, bei welchem sowohl
Dieses Pendeln der Spektrallinien barten Querschnittsebene gibt es min- den modernen Vorstellungen von der Sprünge der Schwingungsquantenzahl
6 6
‚Rotationsspektrum
Rousseau-Diagramm
als auch Sprünge der Rotationsquan- Rotator. Ein R. wird etwa durch ei-
tenzahl beteiligt sind, nicht aber nen Massenpunkt (Masse m) darge- gebildet werden.
Vektorfeldist der R.Im in ie
Blektronenübergänge. Das R. be-
steht aus einzelnen Banden, deren je-
stellt, der mit einem festen Abstand
r in einer festen Ebene um einen Rotverschiebung derNull" [a11]
de zu einem bestimmten Ausganj Punktkreist (R. mit raumfester Ach- s.Spiralnebel, Relativitätstheorie von
und Endwert der Schwingungsquan- se). Dieses nach der klassischen Phy- Einstein und Gravitations-Rotver-
tenzahl gehört, während die einzel- ik einzig mögliche Bild reicht jedoch
nen Linien der Bande zu den ver- für quantenmechanische Betrachtun- Rousseau-Diagra
Ieuchtungstechnik mm. Ein in d -
schiedenen (sehr viel kleineren) gen nicht aus. Man muß eine im viel benutz tes
V
fahren, um graphisch aus der Kurveer-
Energieänderungen durch Änderung Raum beweglich zu denkende Achse
der räumlichen Lichtv
der Rotationsquantenzahl gehören, zulassen. Orientierung dieser erteilung den
gesamten Lichtstrom zu erhalten.
wobei diese letztere nur um 1 zuneh- ‚Achse ist nicht definierbar. Der Zu-
men (*R-Zweig der Bande) oder um stand des R. mit freier Achseist durch, Der Grenzwert ist definiert, wenn %
1 abnehmen (*P-Zweig der Bande) zwei Variable 9 und ® beschreibbar;
kann. Näheres s. Molekülspektren. r ist nach wie vor konstant. - Der R.
eine stetige, differ enzier
tion des Ortes ist. Er ist bare Funk- 10%
unabh
von der Form, aber abhängig vonängig M
u] ist für die Theorie der *Molekülspek-
Rotationsspektrum, das im fernen tren von Bedeutung. [7] Lage des umlaufenden Flächenstük- der
Infrarot liegende Spektrum von Mo- Rot-Grün-Blindheit, s. Farbenblind- kes. DerR. ist selbst ein Vektor-und L
kann in jedem Koordinate
‚Komponenten aufgespaltennsyst em in
lekülen, bei welchem ausschließlich heit.
Sprünge der Rotationsquantenzahl Rotor. 1. Im Elektromaschinenbau werden.
mitwirken. Ein rotierendes Molekül svw. "Läufer. Soll z. B. im cartesischen Koord ina.
vom Trägheitsmoment © ist nurdit 2. In der Strömungstechnik eine nach tensystem x, y, z die X-Komponen -
dem Erfinder auch Flettner-R. ge-
kreter Energiewerte der Rotations- e rOtz X abgeleitet werde n, so bildet E
energie fähig: nannte Einrichtung zur Ausnutzung man zunächst zur Fläche AF das
Re des *Magnus-Effektes zur Erzeu- Zu: A
Worms U +I=0,12. gung einer Auftriebskraft. Ein senk- Umlaufintegral A = $ U,-ds; nach
recht zu seiner Achse angeströmter siniger Umformun ing gelangt man zum
einiger Un
Hierbei ist h das Plancksche Wii Zylinder wird in Umdrehungversetzt. 4
kungsquantum und J die Rotations- Zur Verringerungdes induzierten Su, a o a
quantenzahl des Moleküls. Da diese derstandsist er mit Endscheiben ver- Am ( » =) -AF Rotationssymmetrie um die 2»
letztere nur um 1 zunehmen oder um sehen; das sind Kreisscheiben senk-
1 abnehmen kann, sind die möglichen recht zur Achse, die über den Zylin- Dieses Linienintegral, bezo; angenommen,bedeute L dieVertika le
in einer
Energieänderungen derumfanghinausreichen.Stehensol-, die Fläche AP, wird im Grenztall Symmetrieachund damit in allen Ebenen durch die
m AF = 0 als rotz X bezeichnet. se gemessene Lichtver-
che R. mit senkrechten Achsen auf’ Im bezeichneten Koordinatensystem stimmt teilung skurve, d.h. die in einer be-
4W = tms 2U+D n einem Schiff, so wirken sie als Segel. en, durch
ergeben sich die einzelnen Rotorkom- gemessene Lichtstden Polarwinkel &
bzw. - god:
Die Rotorschiffe haben sich nicht
ponenten; ärke /(e). Dann
durchsetzen können.
3. In der Vektoranalysis ist R. (auch «, wird aus Symmetriegründen in dem-
jenigen ringförmigen Raumwi
Das R. besteht daher aus äquidistan- Rotation, Wirbel, curl, Quiri ge-
ten Linien der Frequenz AW/h = h/ nannt) eine Differentialoperation, die
rot U = >
der zwischen « und «a + da. nkel, liegt,
wenn da genügend klein
42:6, 2hlan®®, 3h/an®® usw. von einem gegebenen Vektorfeld 4) konstante Lichtstärke herrschist, eine
en. Die
Seine Ausmessung liefert unmittelbar wieder zu einem Vektorfeld 8 = rot @
das Trägheitsmoment ® des Mole- führt. Zum Begriff R. gelangt man’
Größe des Raumwinkels beträgt
A2ar-dh
küls,
Moleküle aus zwei gleichen Atomen
mittels zweier Operationen:
a) Man, bildet das Linienintegral bzw. bei Benutzungder Einheitsvek- = 2n-dhlr,
zeigen kein R., übrigens auch kein geschlossenen wobei r den Radius eines um
enen Kreises bedeutet. dh0 ge-
ren i, j, in Richtung = schlag
*Rotationsschwingungsspektrum, da und z-Ächse der gleich sei
bei ihrer Schwingung wie auch bei $u..as. a! der in der Vertikalen gemes-
ihrer Rotation keine Änderung des
rotl= na
senen Höhe FG des von dem Raum-
b) Man bezieht dieses Linienintegral winkel auf einer Kugel
um 0 herausgeschnittenevom Radi
elektrischen Dipolmoments auftritt. x &y dz
Näheres s. Molekülspektren.[1] auf die Einheit der umlaufenden Flä n Ri bi
Rotationsstabilisierung eines Plas- che und geht zum Grenzwert unend- vUU
tes. Der gesamte Lichtsti =
mas, s. Plasmastabilisierung. lich kleiner Flächenstücke über. So, Su, 2, net sich demnach zu auueEBeed
rotationssymmetrisch, s. unter Strö- bekommt man den R. in der allge- +7 = +
mung, meinen Fassung: au, au,
2
0-10.
Rotationszentrum, s. Rotation und + (& 3 0 2 2
Kreisel. In gleicher
Weise kann der R. auch in
anderen Koord inatensystemen, wi
Rotationszylinderviskosimeter,
Viskosimetrie und Rheometrie.
s
Zylinder- oder Kugelkoordinaten, 2 [@w:an.
o .
62
8
Rowlandscher Versuch Rückkopplung
Die graphische Bestimmung des Ge- der *Population II. Die *Perioden- gen, so daß ein metastabiler Gleich- der einen Schar; die Machschen Li-
samtlichtstroms hat also so zu er- Helligkeits-Beziehung gilt für beide gewichtszustand definiert werden nien der anderen Schar bilden beim
folgen, daß von 0 in Richtung « (DA Typen, doch ist bei gleichem gesetz- kann, der jeder Temperatur eine be- Übergang von einem Blatt zum an-
oder angenähert OB) der Radius bis mäßigem Verlauf für die beiden Ty- stimmte, mit zunehmender Tempera- deren Spitz
zum Schnitt mit dem Leitkreis r pen je ein anderer Nullpunkt anzu- tur abnehmende Menge der in Kom-
(Punkt P) verlängert wird. In dem setzen (Baade, 1952). Die RR-L. plexen gesammelten Atome zuord- gang, von einem Blatt zum anderen
R.-D. b) wird die Lichtstärke /(@) besitzen als Marksteine für Entfer- net, ebenfalls Spitzen.
(Strecke HK = OB) über die Höhe h nungsmessung eine größere Bedeu- Die mit der Rückbildung verbunde-
aufgetragen. Dann gibt die schraf- tung, da sich ihre Perioden, der kür- nen Änderungen der verschiedensten
fierte Fläche, wenn der Inhalt noch zeren Dauer wegen, leichter erfassen physikalischen Eigenschaften, wie
mit 2 x/r multipliziert wird, den ge- und rascher identifizieren lassen. Im elektrischer Widerstand, Größe der
samtenLichtstrom. Im hypothetischen *Russell-Diagramm nehmen die RR- Gitterparameter, magnetische Suszep-
Fall einer isotropen Lichtausstrah- L.-$.einen Platz beim Zusammen- übilität, können zur Messung und
lung ist 1 (&) = Io = const. Daherist treffen des Riesen- und des Zwerg- damit zur Bestimmung dieser ver-
der Lichtstrom astes ein; sie sind als weiße Riesen schiedenen Zustände benützt werden.
2
0-22 [n-an-sah.
anzusprechen. Die Spektraltypen sind
von A nicht sehr verschieden, die ab-
solute Größe liegt meist nahe 0m,
BDUmeeste
Metalikunde.
Berlin DS0. U) n
Lit. s. Delta-Cephei-Sterne. [5] Rückdiffusion. Das Vakuumpumpen-
0
Lit. Sewig, R.: Hdb. der Lichttechnik. Rubenssches Flammenrohr dient zum Treibmittel, in das hinein am *Dia-
Berlin 1938. — Jansen, 3; Beleuchtungs- Sichtbarmachen stehender *Wellen in phragma das abzusaugende Gas dif- Die Abb. zeigt ein Beispiel, wobei die
Frik. Philips Techn. Bibliothek 1954. einem horizontal liegenden Rohr. Das fundiert, kann seinerseits enigegen Kurven des einen Blattes ausgezogen,
R.F. ist an einem Ende durch eine der ihm aufgezwungenen Richtung die des anderen gestrichelt sind. & ist
Rowlandscher Versuch. Im R. V. Platte, am anderen Ende durch eine zur Vorvakuumseite hin in die Haupt- der Machsche Winkel. R. ergeben sich
wurde untersucht, ob die von beweg- Membran verschlossen und besitzt an vakuumseite hineinströmen (Treib- mathematisch bei der Lösung der
ter Materie konvektiv mitgeführte seiner Oberseite in konstanten Ab- mittelrückströmung). kompressiblen *Potentialgleichung.
Elektrizität einen elektrischen Strom ständen kleine Öffnungen, aus denen Das in den Dampfstrahl eines Va- Physikalisch sind sie nicht realisier-
im Sinne der bekannten Stromwir- kleine Gasflämmchen brennen.Bringt kuum-Treibmittels. hineindiffundierte bar, da sich die Strömung nicht selbst
kungen darstelle. Tatsächlich zeigte man über die Membran das Gas im Gas kann entgegen dem beabsichtig- durchdringen kann. In Wirklichkeit
es sich, daß einerotierende, mit elck- Innern des Rohres zum Schwingen, ten Pumpeffekt in die Hochvakuum- stellt sich ein *Verdichtungsstoß vor
trischer Ladung belegte Platte An- dann zeichnen sich die Knoten und seite, rückdiffundieren (Gasrückdiffu- der R. so ein, daß die Abflußrandbe-
laß zu einem Magnetfeld gab, wel- Bäuche der stehenden Schwingungen sion). [10] dingungen erfüllt werden, wenn sie
ches zum Konvektionsstrom in der- durch verschiedene Höhen der Rückfederung, s. Viskoelastizität. überhaupt erfüllbar sind. Das Auf-
selben Beziehung stand wie das Ma- Flämmchen ab.[12] treten von R. bei der Berechnung
gnetfeld eines Leitungsstroms zu die- Ruck nennt man die zeitliche Ände- Rückkehrkanten sind Grenzlinien der
kompressibler Strömungsfelder ist
sem. [4] rung da/dz einer Beschleunigunga, in isentropischen kompressiblen ebenen
also ein Hinweis darauf, daß die isen-
RR-Lyrae-Stern, veränderlicher Anlehnung an stoßartige Vorgänge, Strömung (s. Potentialströmungen), tropische Strömung nicht im ganzen
Stern, dessen Lichtwechsel dem des die sprunghafte Änderungen der Be- an denen die Strömung nicht weiter
Bereich möglich ist. [11]
Sternes RR_Lyrae gleicht. RR-L.-S. schleunigungzur Folge haben. [20] fortsetzbar ist, sondern auf ein ande-
bilden eine Sondergruppe der *Delta- Ruder an Flugkörpern sind beweg- res Riemannsches Blatt übergeht. An Rückkehr-Problem, s. Abbremsung
Cephei-Sterne, mit denen sie eng ver- liche Flächen, die zur Erzeugungvo! den R.gilt die Beziehung von Erdsatelliten in der Abstiegs-
wandtsind, ja denen sie früher ganz aörodynamischen Momenten und da- (4 1 ) (& F ap\®? bahn.
zugezählt wurden. Einzelne markan- mit zur Steuerung bzw. Regelung des ee 5) &) -o. Rückkopplung heißt ein allgemeines
te Unterschiede bedingen jedoch eine Flugkörpers dienen. Am Flugze Prinzip der Rückführung von Ener-
Trennung der Gruppen. RR-L.-S. herkömmlicher Bauart unterscheid (p Strömungspotential als Funktion gie vom Ausgang einer Vorrichtung
haben Perioden < 1“ und zählen man Höhenruder, Seitenruder un der Polarkoordinaten w und & des zum Eingang. In der Funktechnik
mit zu den kurzperiodischen verän- Querruder, $.a. Flugmechanik u: *Hodographen; w Strömungsge- versteht man unter R. die beabsich-
derlichen Sternen (kürzeste bekann- Ballistik. [38] schwindigkeit; # Winkel der Strö- tigte oder unbeabsichtigte Zuführung
te Periode: 105”). Sie stellen einen Rückbildungserscheinungen. Gefüge mungsrichtung gegen die Abszissen-
achse; a örtliche *Schallgeschwindig- von Wechselstromenergie aus dem
hohen Prozentsatz aller Angehörigen änderungen in übersättigten Misch-' keit, die eine Funktion von w ist). An Ausgangeines Senders oder Empfän-
der Kugelhaufen (s. Sternhaufen), kristallen, wie z. B. Kaltaushärtungs-/ gers in den Eingang.
wohersich die Bezeichnung Haufen- zustände, die sich bei tiefen Temj einer R. liegen folgende Verhältnisse
vor: Die R. kann zu verschiedenen Zwek-
Veränderliche oder Cluster-Typ ab- raturen ausgebildet haben, könn ken verwendet werden; beim Sender
leitet. In der Verteilung an der Sphä- bei höheren Temperaturen in größe- a) Die tangentiale Beschleunigung zurAufschaukelung von Eigenschwin-
re unterscheiden sie sich von den rem oder kleinerem Umfange wieder auf der Stromlinie ist unendlich groß;
b) die Geschwindigkeitskomponente gungen, beim Verstärker zur Ent-
Delta-Cephei-Sternen dadurch, daß rückgängig gemacht werden. Die senkrecht zur R. ist gleich der Schall- dümpfung und damit Erhöhung der
sie an der gesamten Sphäre zu finden Komplexe der *Kaltaushärtung bil- geschwindigkeit a; Verstärkung fremder Schwi &
sind, während Delta-Cephei-Sterne den sich bei Temperaturen zurück, Erfolgt die R. so, daß sich die Am-
die "Milchstraßenebene bevorzugen. die weit unter der wahren L <) die R. ist auf beiden Blättern die
Einhüllende von Machschen Linien
plitude der ursprünglichen und der
Das identifiziert sie als Angehörige keitslinie des Zustandsdiagrammslie- rückgekoppelten Schwingung gerade
64 65
Rückkopplung Ruh-
addieren, daß also beide phasengleich Andererseits ist die Spannung Us Kurvea einenstabilen, Kurve b einen Wirkungen wie eine *Rückstellkraft.
sind, dann spricht man von Mitkopp- durch M, bestimmt, und zwar gilt instabilen Frequenzverlauf von &o, Es ist entweder das statische Moment
Tung oderpositiver R. Sind dagegen etwa da sie den Punkt — 1 umschließt. einer Rückstellkraft und tritt in Er-
beide Schwingungen um 180° phasen- We RU, Hingegen entspricht Kurve c wieder scheinung,falls zur Lösung eines spe-
verschoben, so subtrahieren sich die wobei ® der Rückkopplungsfaktor einem stabilen Verstärker. Es kön- ziellen Problems der *Momentensatz
Amplituden: Man spricht von Gegen- ist. Es gilt also nen also durch Vergrößerung des Ge- besondere Vorteile bietet, oder es ist
kopplung odernegativer R. Bei die- W=E- Rn genkopplungsfaktors oder der Ver- ursächlich ein reines Kräftepaar wie
ser wird der Verlust an Verstärkung und damit stärkung abwechselndstabile und in- beispielsweise das R. eines tordierten
um anderer Vorteile willen in Kauf stabile Bereiche auftreten. [2] Stabes.
genommen (Verringerung der Ver- © rückläufig, Gegensatz von *rechtläu- Die Auslenkung wird in diesen Fäl-
stärkungsschwankungen, nichtlincare USirRs: fig. [5] len gewöhnlich als Winkel p angege-
Verzerrungen und Störspannungen: Für die Anodenwechselspannunger- ickprallelastizität, s. Viskoelastizi- ben. Besteht zwischen @ und dem R.
leichte Veränderbarkeit von Röhren- dät. M eine lineare Beziehung
daten). gibt sich Rückschlußwahrscheinlichkeit (inver- M=D*g oder M= cp,
Unter den vielen Rückkopplungs- » se probability) gibt in der Informa- so nennt man D* Winkelrichtgr
und Gegenkopplungsschaltungen kön- Werl igm® tionstheorie die Wahrscheinlichkeit © Drehfederkonstante. $.a. Ri
nenfolgende Grundtypen unterschie- dafür an, daß ein als A; emptange- stellkraft. [20]
den werden: und für die neue Verstärkung
‚_ Ua 1 nes Symbol als Aı gesendet worden Rückstoß, die Kraft, die ein Strahl
a) Spannungs: ückkopplung oder -ge- ist, [22] beim Ausströmen aus einem Gefäß,
genkopplung; VSeETirR Rückseite, s. Idealzyklone. einem Laufrad usw. nach dem *Im-
b) Stromrückkopplung oder -gegen- Dabei sind sowohl R als auch » i. allg Rücksprunghärteprüfung, s. Härte- pulssatz der Strömungslehre auf das
kopplung; komplexe Größen, die vonder Fı prüfung. Gefäß usw. ausübt. S.a. Rakete,
©) Brückenrückkopplung oder-gegen- quenz abhängig sind und ihre Vor- Rückstand, s. Nachwirkung. Strahlantrieb. [11]
kopplung. zeichen wechseln können. Rückstellkraft (Richtkraft, Direk- Rückstoß, radioaktiver. Wegen des
Siesind In der Abb.1 wiedergegeben. Eine Rückkopplungsschaltung kann tionskraft). Ein materielles System, Impulssatzes erhält ein radioaktiver
Die am Gitter der Röhre liegende stabil oder instabil sein. Das erstere das sich zunächst im stabilen *Gleich- Kern, der ein &- oder ß-Teilchen
Eingangsspannung Us setzt sich aus ist der Fall, wenn eine aufgedrückte gewicht. befindet, reagiert auf eine ausstößt, streng genommen sogar bei
der Eingangsspannung des Verstär- kleine Störung, die zeitlich abklingt, Auslenkung x aus dieserstabilen La- Aussendung eines y-Quantes, einen
kers € und der durch die Rück- oder eine entsprechende abklingende er- ge mit einer R. F, die bestrebtist, das R. Dieser ist weitaus am stärksten bei
Gegenkopplung vom Anodenkreis gibt. Sie ist hingegen instabil, wenn System wieder in die Gleichgewichts- der «-Emission. Auch bei künstlichen
dem Gitterkreis zugeführte Spannung eine solche Störung eine zeitlich an- lage zu bringen. Überläßt man das Kernumwandlungen kommt ein R.
U, zusammen: wachsende zur Folge hat. Nach Ny- ausgelenkte System sich selbst, so cr- vor, vor allem bei Abgabe eines Pro-
U-Etl.
quist ist ein Verstärker instabil, wenn hält es auf dem Rückweg in die tons oder eines Neutrons. Der r. R.
Ist » der Verstärkungsfaktor für die die Ortskurve von &v in der kom- Gleichgewichtslage »Schwung« (kine- ist schon früh erkannt worden. Er
Grundfrequenz der zu verstärkenden piexen Ebene den Punkt - 1 umfaßt tische Energie), schwingt über diese kanngelegentlich zur Abtrennung der
Wechselspannung, so ist die Anoden- oder wenigstens durchschneidet; an- "hinaus und weckt dadurch erneureine, strahlenden Kerne aus dem Gesamt-
spannung derenfalls ist er stabil. Beispiele sind jetzt entgegengesetzt wirkende R. präparat ausgenützt werden. Bei al-
len aus ihren Spuren in der Nebel-

1-51
Wok. aus der Abb. 2 zu ersehen. In ihr zeigt usw. kammer oder Kernspurplatte_ver-
In zahlreichen Fällen stehen x und F messenen Ereignissen muß der R. be-
in einer linearen Bezichung (s.a. rücksichtigt werden, da durch ihn
Kraftgesetz): auch an den schweren Kernrest etwas
F=Dxoder F=cx Bewegungsenergie übergeht. Häufig
D heißt Richtgröße, c meistens Fe- kann man die (sehr kurze) Bahnspur
2 En ” u a7 derkonstante), beispielsweise die R. des Rückstoßkernes direkt schen. Der
der Schwerependel bei kleinen Pen- R. eines Kernsbei der Ausstrahlung
delamplituden oder die R., die bei eines y-Quants verschiebt die Emis-
elastischer Deformation materieller sionslinie ein klein wenig gegen die
Körper entsteht. Daalle festen Kör- entsprechende Absorptionslinie_ und
per bis zu einem gewissen Grade ela- verhindert dadurch meist die *Kern-
stisch verformbar sind, trifft man all- resonanzfluoreszenz. In Kristallen
täglich auf elastische R., die gewöhn- gibt es jedoch »rückstoßfreice y-Li-
lich ein lineares Kraftgesetz befolgen, nien. S. Mößbauer-Effekt. [1]
weil feste Körper bei ausreichend Ruh- (in Verbindung mit einer phy-
kleinen Deformationen praktisch alle sikalischen Größe) bedeutet immer
dem *Hookeschen Gesetz unterwor- deren Wert gemessen im *Ruhsystem
fen sind. [20] derbeteiligten Substanz.So heißtz.B.
Rückstellmoment (Richtmoment, Di Ruhbeschleunigung eines Massen-
rektionsmoment). Ein R. hatdie glei- punkts die in seinem Ruhsystem ge-
chen physikalischen Ursachen und messene Beschleunigung,
66 0
‚Rubdichte Russell-Diagramm
Ruhenergie die einem Körper im Abrunden, auch R. nach unten ge- ıhränken können. Diese Kennzeich- ‚Abszisse von O nach M. Da dererst-
Ruhsystem zukommendeEnergie, _ nannt, wenn die letzte Stelle, die noch nung geschieht in der Weise, daß bei genannte Ast den größten Prozent-
'Ruhkoordinaten die Koordinaten sei- angegeben werden soll, unverändert Aufrundung die letzte Stelle unter- satz der Sterne vereinigt, heißt er
nes Ruhsystems, OL. bleibt; trichen und bei Abrundung ein Hauptserie, auch Zwergast, da seine
‚Ruhlänge die Länge, welcheein Kör- Aufrunden, auch R. nach oben ge- Punkt darüber gesetzt wird, z. B.
per im Ruhsystemeinnimmt, ‚nannt, wenn die letzte Stelle, die noch Sterne im Gegensatz zu denen des
Ruhmasse, die Masse, die ihm im angegeben werden soll, um 1 erhöht 1114159... 3,1416 = 3,142 = 3,14. zweiten Astes, des Riesenastes, klei-
Ruhsystem zukommt, wird. ne Durchmesser besitzen. Als das
’Ruhvolumen das entsprechende Vo- 1. Eigentliche Rundungsregeln: Es line genaueletzte Stelle, auf die also Wesentlichste ergibt sich unmittelbar,
Iumen im Ruhsystem. [4] Wird abgerundet, wenn auf die letzte ur noch Nullen folgen, wird durch daß bei den späteren Spektraltypen
‚Ruhdichte go einer kontinuierlichen Stelle, die noch angegeben werden !eitdruck gekennzeichnet. Ein sol- pen von Sternenunterschiedene
zwei deutlich Grup-
existieren, die zwar
Substanzverteilung $ im Raum heißt soll, eine 0,1, 2, 3.oder 4 folgt, z. B. «her Fall liegt vor, wenn man einen
der Grenzwert des Verhältnisses der 212 = 2,1. endlichen Dezimalbruch von einem gleiche Spektren, doch grundsätzlich
Runden entstandenen unter- verschieden große absolute Leucht-
in einem Raumteil Aro des örtlichen Es wird aufgerundet, wenn auf die «urch
*Ruhsystems eingeschlossenen Sub- letzte Stelle, die noch angegeben wer- «heiden will oder wenn man eine kräfte aufweisen. Der Grund ist in
stanzmenge AS zu eben diesem den soll, eine 9, 8, 7 oder 6 folgt, ıhl durch Vereinbarung festgelegt den verschiedenen Gesamtzuständen
ul, z.B.
Raumteil: z.B.
zu suchen. Die Sterne des Riesen-
astes sind an Durchmesser groß, be-
@0 = lim (AS/Ato). Ic) 6,369 = 637 = 6,4. 3
570378, sitzen somit große leuchtende Ober-
du0 Folgt auf die letzte Stelle, die noch flächen und sind sehr wenig dicht,
Ruhe, absolute bedeutete in der vor- angegeben werdensoll, eine 5, so gilt Normwert der Fallbeschleunigung während die Dichte auf der Haupt-
relativistischen Physik Ruhe gegen- folgendes: " x. 9,806.65 m/s?. S. DIN 1333 (Aus- serie nach späteren Spektralklassen
über dem Wellenäther (s. Ather) als a) Steht hinter der 5 noch mindestens abe Mai 1958). [13] hin zunimmt, Durchmesser und Ober-
einzig, bevorrechtigten Bezugssystem eine von Null verschiedene Zahl, so fläche dagegen abnehmen. Manglaub-
nach damaliger Auffassung, Die *Re- wird aufgerundet, z. B., ungesche Regel, die von Rungefest- te, diese Unterschiede früher als Ent-
‚estellte Tatsache, daß beim anoma- wicklungszustände deuten zu müssen,
lativitätstheorie hat demgegenüber 4,35001 = 4,4.
die Erfahrung formuliert, daß ein ı *Zeeman-Effekt trotz der Viel- und vermutete eine durch fortlau-
solches bevorrechtigtes System nicht b) Ist von der 5 bekannt, wie sie yahl der Komponenten und der Ver- fende *Kontraktion bedingte Stern-
gefunden werden kann, sondern daß durch R.entstanden ist, so wird auf- ‚paltungen t rationale
‚hiedenhei ihrer Abständealle Auf- entwicklung, die beim roten Riesen
mindestens alle durch *Lorentz- gerundet, wenn die 5 abgerundet war Vielfache der des Spektraltyps M beginnt, über den
Transformation auseinander hervor- und abgerundet, wenn die 5 aufge- Normalauf spaltung _des *Lorentz- Riesenast zum Gipfel der Entwick-
gehenden *Inertialsysteme_physika- rundet war. Inpletts sind. Ihre Deutung fand die lung bei B und A führt und dann,
lisch gleichwertig sind. Deshalb kann& Ist die 5 eine genaue 5, d.h. fol- k.R. durch die Land&sche Formel weiter kontrahierend, über die Haupt-
nach heutiger Auffassung in der Phy- gen hinter der 5 nur Nullen, so kann !ür den *g-Faktor, nach welcher die- serie zum erlöschenden roten Zwerg
sik nur von relativer R. gesprochen nach Belieben auf- oder abgerundet ver stets eine rationale Zahlist. [1] führt. Heute weiß man, daß diese
erden.[4] werden; beides ist in gleicher Weise Russell-Diagramm. Das R.-D. er- Vorstellung falsch war. Auf Grund
Ruhmasse, s. Massenveränderlich- berechtigt. Wird jedoch mit der ge- möglicht dem Astrophysiker, ein Bild unserer Kenntnisse von den Kern-
keit. rundeten Zahl weitergerechnet, so von der Korrelation der wichtigsten reaktionen, die in den einzelnen
Ruhrelbung, svw. Haftreibung, s. wird in der Weise gerundet, daß die estimmungsstücke der Fixsterne zu Sterntypen als *Energiequellen not-
Reibung. [20] letzte Stelle zur geraden Zahl wird wewinnen. Trägt man in einem Dia- wendig sind, ist ein Übergang durch
Ruhsystem heißt ein Bezugssystem (Gerade-Zahl-Regel). Hierdurch hat wtamm auf der Abszisse die *Spek- alle Zustände des R.-D. nicht mög-
von Raum- und Zeitkoordinaten, das man den Vorteil, daß bei einer grö-' Iklassen von O bis M und auf der lich, sondern ein einzelner Stern kann
mit Hilfe von Maßstäben und Uhren Beren Anzahl von Zahlen durch- ’rdinate die absoluten Helligkeiten nur innerhalb eines Teiles des Dia-
ausgemessen wurde, die mit cinem schnittlich ebensooft abgerundet wie n dem Sinne auf, daß die Helligkei- grammswandern.
Körper mitbewegt worden sind. [4] aufgerundetwird, z. B. ion vom Ursprungspunkt aus wach- Die Frage nach der Stellung der Ver-
en, dann gewinnt man nach Eintra- änderlichen im R.-D., die nach be-
Ruligrok-Modell, s. Modell in der 0,625 = 0,62
Quantenfeldtheorie. jener Sterne, deren Bestim- stimmten Sterntypen und nach der
0,635 = 0,64 wung
Rumpfelektronen, s. Atomrumpf. 1,260 1,26
Imungsstücke bekannt sind, keine re- prozentualen Verteilung der einzel-
lose Verteilung, sondern eine sy- nen Typen über die verschiedenen
‚Run-away-Eftekt im Plasma, s. Ohm- 4)Istdie 5 unbekannter Herkunft, so matische Anordnung in zwei be- Teile des R.-D. sind wichtige Grund-
sche Heizung. wird wie bei einer genauen 5 verfah- ders hervortretenden Ästen. Ein lagen der Erforschung des Entwick-
Runden von Zahlen. Unter R. v. Z. Ten. Ast, auf dem etwa 90% aller Sterne lungsganges und Energiezustandes im
versteht man ganz allgemein die An- 2. Kennzeichnung von gerundeten ireten sind, verläuft diagonal durch Sterninnern,
derung einer als Dezimalbruch gege- Zahlen. In Tabellenwerken (Loga- Diagramm von den Spektralty
benen Zahl in eine solche mit weni- rithmentafeln, Tafeln trigonometri- iin O und B mit großen absoluten- menhang In neuester Zeit wurde im Zusam-
mit dem R.-D. eine ganz
ger Stellen, telligkeiten zum Spektraltyp M mit neue Erkenntnis bezüglich der Ver-
scher Funktionen, Tafeln für Maße „ctingen Helligkeit Der zweite Ast,
3,14159....= 3,142. und Gewichte usw.) empfiehlt es sich, en. teilung der Sterntypen im Raum ge-
‚Auch für ganze Zahlengelten die Re- Rundungen zu kennzeichnen; außer- |"„uf wesentlich
dem die restlichen 10% der Sterne wonnen. Schon seit 30 Jahren ist be-
geln sinngemäß. Man unterscheidet halb von Tabellenwerken wird man üuft in der Höhe der absoluten Hel- kannt,
en zu finden sind, ver- daß die gewohnte Verteilung
z.B.: sich auf Kennzeichnung der 5 be- \irkeiten 0% bis -6* parallel zur der einzelnen Sterne über die Fläche
des R.-D. nicht mehr zutrifft, wenn
68
[22
R-Zweig
Russell-Saunders-Kopplung
des nor- ‚grammt.oder stellares Hauptdiagrami Die Schreibweise des Kurzzeichens Bezeichnung für *Rayleigh-Wellen.
an Stelle der Einzelnursterne ku- bekann [5]
«| entspricht nicht den international 16)
malen Sternf eldes die eines
haufens herange- Russell-Saunders-Kopplun g, s. Kopı ıngenommenen Regeln (s. Schreib- ‚Rydberg-Konstante, die Konstante in
gelförmigen *Sterndiese m Falle fehlen lung der Atomelektronen. weise von Größen, Einheiten und de- der Balmer-Formel des Wasserstoff-
zogen werden. In reihe fast ganz, Rutherford, Ernest, Lord, Baron sen Kurzzeichen). [13] spektrums. Sie ergibt sich nach der
Haupt
ie Sterne der rpunk Rutherfordsches Atommodell, theoretischen Ableitung sowohl mit-
des Diagram- Nelson
und der Schwe Spektrt altyp Engl. Experimental-Physi k tels des Bohrschen Atommodells wie
mes liegt beim Helligkeiten A sowie Geb. .30.8. 1871 in Brightwater \tommodell. auch nach der Wellenmechanik zu
bei den absolu ten 0 bis n (Neuseeland), gest. 19.1 Kutherfordsche Streuformel, s. Streu-
=") (*RR-Lyrac-Sftterne) . Der übrige Nelso
1937 in Cambri dge. 1894 in dasCi formel. R,= 22: mich.
Riesenast verläu nicht waager echt, vendish-Laboratory der Univ, Ruths-Speicher, s. Dampfspeicher. Hierbei ist e die Elementarladung, m
sondern eher diagonal in dem Sinne, bridge berufen. 1898 Macdonal Rutilsuspension. Eine wässerige Auf- die Elektronenmasse, c die Lichtge-
daß die Helligkeiten nach den späte- Prof. für Physik an der Mc. Gil ‚chwemmung von fein zermahlenem schwindigkeit und h das Plancksche
Ten Spektraltypen zuneh men. Baade Nitandioxyd (TiO:, Rutil) zeigt im Wirkungsquantum. R., wird geschrie-
(1944) konnte zeigen , daß diese Stern-- Prof. für Physik und Leiter des Phy Dunkelfeld unter dem Mikroskop be- ben, weil die so abgeleitete R.-K. un-
Verteilung nicht nur den Kugel Inst. der Victoria-Univ. in
in sonders eindrucksvoll die Brownsche ter Vernachlässigung der Mitbewe-
gung des Kerns, also für einen unend-
haufen, sondern auch in den Kernge- hester, 1919 Cavendish-Prof. Molekularbewegung. Wegen des ho-
bieten der Spiralnebel, in den ellip- Exper.-Physik und Direktordes Cı hen Brechungsquotienten des Rutils lich schweren Kern berechnet wurde.
tischen Nebeln und demzufolge auch vendish-Laboratory der Uniy. Ci st das abgebeugte Licht besonders Füreinen wirklichen Kern der Masse
im Zentralgebiet unseres Milchstra- bridge. Gleichzeitig war er Prof. kräftig und der Kontrast gegen den M ist statt m in obiger Formel m M/
Bensystems vorherrscht und als nor- Naturphilosophie am Royal Inst. lunklen Untergrund daher besonders (M + m) zu setzen, was sich je nach
mal anzusprechen ist. 1908 den Nobelp
London.Erhielt seine stark. [17] dem Wert von M etwas von m unter-
Erklärung
für Chemieitätfür(Zerfalisthe RV-Tauri-Stern, veränderlicherStern, scheidet.
Radioaktiv orie). / ‚Empirisch istdie R.-K. aus den Spek-
: Seine Forsc hungen kennz ei ılessen Lichtwechsel dem des Sternes tren mit außerordentlicher Genauig-
beiten : RV-Tauri ähnelt. Es handeltsich um keit bekannt, und zwar ist
-2 nen: die radioaktive denlstheo
Zerfal halbregelmäßige Veränderliche, de-
8 (1903) , die Theorie über dieAut sen *Lichtwechsel nicht willkü: Ra = 109737,31 cm,
x
So ze der
Atome (1911) sowie erfolgen scheint (zwischen zwei Die Werte für die Atome des ge-
8 HHauptminima lagert sich in der Re- wöhnlichen unddes schweren Wasser-
S ww, el ein Nebenminimum). Periode stoffs sawie für das Heliumion sind:
So U (zwischen 50° und 150°) und Ampli- 109671,58 cm!
x
der Schöpfer derumema Kernphysik. 1 wude (3 Größenklassen) lassen keine 109707,42 cm!
I n, 1. Gleichmäßigkeit erkennen. Mit dem 109722,27 cm.
S
Se fand er die ThoriSchaffungnatiovon Ne Lichtwechsel gehen gewisse Schwan- Alle diese Werte sind auf etwa 0,01
gelang ihm diezur Durchführu ng kungen der Radialgeschwindigkeiten
tronenquellen ersuche mit Hilfe parallel, so daß bei der Frage nach ‚erm’' genau.
Der theoretisch berechnete Wert der
+6. ler Neutronenv ‚ler Ursache des Lichtwechsels an eine R.-K. stimmt, soweit die Genauig-
ah h 6 M Deuteronen. [43] abwechselnde Kontraktion und Ex-
des -Diagramms
Russell-Di
Unterschied und II (schematisch). Popu- der Rutherford, Kurzzeichenrd, eine 1 nansion der Sternatmosphäre gedacht
Population I von National Bureschla anof Stand werden kann (s. Delta-Cephei-Stern).
a unsehraffen: Population IK Washi ngton , vorge gene Ei Mangels umfangreichen Beobach-
schraffiert für die radiologische Aktivität \ungsmaterials kann z. Z. noch wenig
über diesen Sterntyp ausgesagt wer- R-Zweig, die Zusammenfassung der-
zwei Subst anzen. jenigen Linien einer Bande eines Ban-
Bande unterscheidetndedaher Die Einhe it R. ergibt sich aus ‚len. Spektren deuten darauf hin, daß denspektrums (s. Molekülspektren),
he Zustä ihrem
grundsätzlicdie der Stern- Gleichung cs sich um *Riesen und *Überriesen für welche beim Übergang die *Rota-
Verteilung, sich nachPopulation R.-D. radiologische Aktivität = ier Spektraiklasen Fı bis M han- tionsquantenzahl des Moleküls um 1
unterscheiden: die 1 et. zunimmt (auch als positiver Zweig der
(Feldpopulation)ion).und die Popula tion AnzahlderZerfalls R-Wellen, in der Seismologie übliche Bandebezeichnet). [1]
II (Kernpopulat Die Populatio- - Zei
nen I und II unters cheide n sich of- ist die Akti
senlichtlich auch hinsic htlich der in- Defini tion: Ein R.radio aktiven
terstellaren Materie. IWähre nd Ge- einer bei beliebigen
biete der Popula tion diese in ent- der in der Sekunde 10°
ver- stanz,kte statt .
schiedenster Form inundPopulaDichte fallsa finden.
tion-I I- Diese Einhe it wurd e jedoc h inte
halten, scheint sie da der Ein]
tional nicht eingeführt,eiche
Gebieten zu fehlen. neues *Curi e, Kurzz n Ci,
von Hertzsprung Vorzug gegeben wurde.
Das R.-D., das 1907 tellt
und Russell aufges n Hertz wurde, ist Umrechnung:
auch unter dem Name sprung- 1Ci = 3,700 - 10rd.
Russell-Diagramm, Zustan dsdia-
a
©
Säkularvariation
des Zuckergehaltes im diabetischen land haben diese Personen die Be-
s Harn zugrunde gelegt werden muß,
beträgt
zeichnung »für den Strahlenschutz
Verantwortliche«.
[a] =52,607. Lır. Amtsblatt der Europäischen Ge-
5, 1. Kurzzeichen für die Einheit Se- kerlösung vor, dann bestimmt man) meinschaften. Köln 1959. 120)
kunde. 2. In den USA Kurzzeichen den Volumengehalt q nach der obi- Auch mit Hilfe einer_Senkwaage säkular heißen in der Astronomie alle
für Einheit scruple. 3. Früher gen Beziehung. Sind aber dem Zuk- (Aräometer) kann der Zuckergehalt. Vorgänge, die sich über lange Zeit-
Kurzzeichen für die Einheiten stere, ker noch andere nichtdrehende Be- aus der *Dichte einer wäßrigen Zuk- räume, mindestens über mehrere
störe. 4. Kurzzeichen (hochgesetzt) für standteile beigemischt, dann interes- kerlösung odereiner anderen zucker- Jahrzehnte, erstrecken. Das Wort
die Uhrzeit Sekunde in der Astrono- siert i. allg. die Ermittlung des Pro- haltigen Substanz (z. B. Bierwürze) wird zur Unterscheidung von kurzfri-
mie. [13] zentgehaltes p, d. h. der Anzahl g ermittelt werden. S. nach dem Aräo- stigen Vorgängen gleicher Art
$, Kurzzeichen für die Einheit Sie- Zucker in 100g des zuckerhaltigen] meterprinzip sind auf eine Tempera- nutzt. So gibt es säkulare Helligkeits-
mens. [3] Stoffes. Vereinbarungsgemäß benut; tur von 20°C justiert; sie geben den änderungen, säkulare *Parallaxen,
Sabatier-Effekt. Wird eine belichtete man dabeiimmer das Normalgewicht Gehalt an reinem Zucker in Ge- säkulare Störungen usw. [5]
photographische Schicht während der von 26 zuckerhaltiger Substanz (i wichtsprozenten an.[17, 32] Säkularvariation des erdmagnetischen
Entwicklung gleichmäßig belichtet, so. Luft mit Messinggewichten gewog Sachverhalt, physikalischer. Ein Feldes, die langsame Umgestaltung
erhält man nach erneuter Belichtung bzw. 26,016 auf den luftleei eine Feldanordnung, ein optisches des erdmagnetischen Feldes. Die S.
und Entwicklung eine Umkehrung Raum reduziert) und ein Normalvo: Strahlenbündel usw., wird beschrie- ist definiert durch die Differenz der
des ersten Bildes (Sabatier, 1850). Die lumen von 100 ml. (Ein Normalge- ben mit Hilfe verschiedener Größen. aufeinanderfolgenden Jahresmittel
naheliegende Erklärung, daß diese wicht von 26,00 bzw. 26,016 8 Beispiel: Das Elektron ist ein Ding. der einzelnen Elemente, etwa AD, AJ,
Umkehrung dadurch hervorgerufen 100 ml Lösung bezeichnet man al Seine Eigenschaften werden beschrie- AH, AZ, wobei der Berechnung 10-
wird, daß die bereits geschwärzten Normallösung.) Der Zusammenh: ben mit Hilfe folgender Größen: jährige Intervalle zugrunde gelegt
Partien als Schattengeber bei der zwischen q und p ist durch q=0,2601 werden. Besonders deutlich wird die
zweiten Exposition wirken,trifft nach p gegeben.Bei p = 100 (reine drehen. Ladungdes $. der *Deklination. Während am
eingehenden Untersuchungen von de Substanz, ohne nichtdrehende An: Elektrons 1,6019 - 10°C, beharrlichen Feld eine deutliche
Marriage im wesentlichen zu. Dane- teile) ist der Volumengehalt 26,01 Masse des Orientierung nach der Rotationsachse
ben dürfte aber noch ein chemischer (26,016 8 Zucker in 100 ml Lösung Elektrons 0,91083 - 10% kg, der Erde festzustellen ist, trifft dies
Effekt mitspielen, der auf einer De- Unter Benutzung des Wertes der Eigendrehimpuls 79. . 1. - für das Feld der S. nicht mehr zu;
sensibilisierung durch Entwicklun; des Elements "72 7° (2) dieses ist nach regionalen,nicht glo-
produkte (welcher Art diese sind, ist -0,52722- 10% Wer, balen Gesichtspunkten gegliedert. Es
noch unklar) beruht, Magnetisches
gibt zwischen + 60° Breite rund sie-
Lıt. Mees, K., and T. H. James: The einer Schichtdicke von 2 dm dann fül ben Gebiete kontinentalen Ausmaßes,
Theory of the Photographic Process.
gbzw.p Moment 1,001146 1,16530- die als Regionen wachsenden oder
New York 1966.[21] +10® Wbm, abnehmenden Nord- oder Südmagne-
Sac(c)harimeter, Apparate zur Be- 100 &
Gyromagnetisches Verhältnis = ma- tismus anzusehen sind. Daherist die
stimmung des Zuckergehaltes einer - Ti = 0,26016 p
gnetisches Moment/Eigendrehimpuls, ‚Auffassung naheliegend, die S. könn-
vorgelegten Zuckerlösung unbekann- Spezifische Ladung = Ladung/Masse. ten dadurch entstanden sein, daß die
ter Konzentration. Meist erfolgt die 100 & Magnetisierung unter gewissen Ge-
ung mit Hilfe der optischen Jede dieser Größenbeschreibt ein an- i ter anderen abnehme,
(was die Meßmethodik an- 0,26016 66,523 ” "8891. deres Merkmal, ist eine Angabe über eine_Magnetisierung, die zum größ-
belangt, s. Polarimeter und spezifische Wählt man die Schichtdicke zu 1, eine andere Dimension. ten Teil die Kruste betrifft und weni-
Drehung unter dem Stichwort Polaı dm statt zu 2 dm, dann wird der Zi Die angegebenen Größen sind nicht ger den Erdkern. Worauf diese Än
sation). Der Volumengehalt q (. sammenhang zwischen p und « alle voneinander unabhängig, z. B. derungen zurückzuführen seien,
zahl g aktiver Substanz in 100 ml Lö- Nenmäßig noch einfacher: spezifische Ladung und gyromagne- nicht ersichtlich. Nach einer von
sung) berechnetsich nach der Formel isches Verhältnis. [39]
„100 p=3a. Sachverständiger, qualifizierter, nach stammen die $. von einem Gleiten
Le ‚Bei der Bestimmung des Zuckergeh: den Grundnormen von EURATOM der Erdkruste über den Erdkern mit
tes ist im Auge zu behalten, daß eine Person, die über die erforderliche einer Periode von 960 Jahren. Die
Hierbei ist I die Schichtdicke in dm, praktisch vorkommenden Zucker Sachkenntnis und Ausbildung verfügt, seit Erfindung des Kompasses be-
& die bei der vorgelegten ge um die ionisierenden Strahlungen kannt gewordenen Änderungen der
messene Drehung der Polarisations- sungen (in der Zuckerindustrie) messen und als Berater für die Durch- Deklination stimmen mit der Weh-
ebene, [a] die spezifische Drehung etwa nur reinen Rohrzucker enth: führung wirksamer Maßnahmen zum
(Drehung bezogen auf q = 100 und ten, für den allein der obige Wena nerschen Theorie gut überein.
1=1dm). Da die Drehung von der spezifischen Drehung, [x] = Schutze von Einzelpersonen und für Aussichtsreicher für eine Deutung der
Temperatur abhängt, muß diese bei genaugilt, sondern daß sie sepr die einwandfreie Wirkungsweise der $. scheinen Gedankengänge zu sein,
Vergleichsmessungen konstant gehal- Anteil an verwandten Zı Schutzvorrichtungen in einem Strah- die in den letzten Jahren von Walter
ten werden. Als Normaltemperatur kerarten enthalten, deren spezifi lenbetrieb tätig werden zu können. M. Elsasser und E.C. Bullard ent-
gilt in der Zuckerindustrie r = 20 °C, Drehung etwa um 0,05% von der dı Die Qualifikation muß von der zu- wickelt worden sind. Der Erdkern
auf welchen Wert auch die Angaben Rohrzuckers abweichen kann. ständigen Behörde anerkannt worden wird als metallisch-flüssig angesehen.
für die spezifische Drehung bezogen Die spezifische Drehung des Traı sein. Nach der 1. Strahlenschutzver- Dank der in der Nähe des Erdmittel-
sind. Liegt eine reine, wäßrige Zuk- benzuckers, die bei der Bestimmui ordnung der Bundesrepublik Deutsch- punktes angereicherten radioaktiven
72 73
Sättigung bei Dämpfen Säure
Konstituenten kommtes dort zu star- so findet man bei einigen Vorgängen Sättigungsstrom der *Kristallgleich-
ker Wärmeentwicklung, Temperatur- eine Abnahme der relativen biologi- richterin Sperrichtung.
erhöhungund damit Konvektion. Die schen “Wirksamkeit. Ein bekanntes Sättigungstemperatur, s. Sättigung
säkulare Konvektionsbewegung im Beispiel ist die Erzeugung von Gen- bei Dämpfen.
Erdkern bestehe aus einigen wenigen Mutationen bei Drosophila. Die Er- Säule. a) Beim *Lichtbogen bezeich-
Zirkulationsrädern. Unter dem Ein- fall) oder den Dampf adsorptiv bin. klärung des Effektes beruht auf der net man mit S. den Teil des Plasm,
fluß des als vorhanden vorausgesetz- den(z. B. beikolloiden Stoffen). Annahme, daß bei dem Durchgang zwischen den Elektroden,in welchem
ten Permanentfeldes werden in der Gemessen wird der Sättigungsdruc der ionisierenden Korpuskeln durch der Transport der Elektrizitätsträger
metallischen Kernflüssigkeit Ströme das strahlenempfindliche Volumen erfolgt. Im Hochstrombogen entsteht
induziert, deren langsam sich umbil- mit Manometern) oder dynamis mehr Energie abgegeben wird, als zur die kontrahierte S. Dort, wo der
dendes Feld an der Erdoberfläche als (Mitführungsmethode). Erzeugung des registrierten biologi- Anodendampfstrahl beim "Beck-Bo-
S. beobachtet wird. schen Effektes notwendig ist, also gen die S. durchsetzt, spricht man von
Wie insbesondere W.M. Elsasser si a0 wog; »Sättigung« vorliegt. Ein anderer Er- der turbulenten 8.
dargetan hat, vermag dieses im Grun- klärungsversuch geht von der Annah- b) Positive $. nennt man bei Gasent-
de einfache Modell grundsätzlich me aus, daß indirekte Strahlenwir- ladungsröhren den leuchtenden Raum
Entstehen und Vergehen von Ak- kung vorliegt und bei großer spezifi- vor der Anode.
tionszentren der S. zu deuteı Bo scher Ionisation die Rekombination ©) Voltasche S., von Volta (1800)ein-
über hinaus vermages eine der aktiven Radikale im Plasma an geführte Batterie aus galvanischen
Erklärung für die charakteristische 25 Bedeutung gewinnt. S.a. Strahlen- Elementen. Runde Scheiben aus Kup-
Westdrift des Feldes zu liefern. Ob- wirkung,direkte und indirekte in der fer und Zink wurden mit Zwischen-
wohl bisher nur die Grundzüge ent-
wickelt sind, erweist sich die Theorie ” Strahlenbiologie. [28]
Sättigungsfeldstärke, s. Ferromagne-
lagen aus Filz, der mit einer wäßri-
gen Lösung getränkt war, zu einer $.
als erfolgversprechend. Ihre Schwä- tismus. aufgeschichtet.
che liegt im Zwang, das Permanent- Sättigungsdruck des Wassers in logarith-
Sättigungsgrad y ist in der techni- 4) Zambonische S. ist eine Abarı der
feld der Erde als gegebene Tatsache mischer Darstellung
schen Thermodynamik ein relatives Voltaschen $. Unechtes Silberpapier
hinnehmen zu müssen. Nach Elsasser Für die Abhängigkeit des Sättigungs-
Maß für den Dampfgehalt eines (Zinn) und unechtes Goldpapier
soll es jedoch möglich sein, auch das drucks von der Temperatur sind ver- Dampf-Luft-Gemisches. Ist x der (Kupfer) werden mit den Papiersei-
Permanentfeld als eine Folge des schiedene Formeln aufgestellt wor-
Feuchtegrad, gemessen in kg (Was- ten aufeinandergeklebt und so aufge-
Vorhandenseins radioaktiver Sub- den (s. Dampfdruck). Besonders ge- ser + Dampf) je kg trockene Luft, x’ schichtet, daß das gleiche Metall steıs
stanzen zu deuten. eignetist die logarithmische Darst«
r Dampfgehalt des Gemisches bei nach der gleichen Seite liegt. Die in
lungin Abhängigkeit von der rezipro-
ättigung, so ist der 9 = x/x'. [9] dem Papier enthaltene Feuchtigkeit
Lit. Eisasser, Walter M.: The Earth’s ss absoluten Temperatur (s. Abb.).
Interior and Geomagnetism, Reviews of ättigungsgrenze, 5. Lösung. wirkt als Elektrolyt. Man kann dieser
Modern Physics 1950. [6] Spannungsquelle keine nennenswer-
Sättigungsmagnietisierung, s. Ferro- ten Ströme entnehmen. Die Zambo-
Sättigung bei Dämpfen. Besteht zwi- Sättigung bei Lösungen, s. Lösung. ‚netismus. nische S. diente zur Aufladung eines
schen einer kondensierten Phase und igungspunkt, svw. Sättigungstem- Elektroskops oder Elektrometers. [25]
deren Dampfein reversibles Gleich- peratur, s. Sättigung bei Dämpfen. Säule, thermische ist eine ausgedehnte
gewicht, so daß sich bei Anwesenheit Sättigungsaktivität. Wird ein Element 19] Anhäufung von Moderatorsubstanz,
der kondensierten Phase der Druck einer Strahlung konstanter Stä Sättigungsstrom, Strom in einer un- die vom Spaltraum des Reaktors
des Dampfes zeitlich nicht mehr än- ausgesetzt (z.B. aus dem Zyklotro: selbständigen *Gasentladung, dessen durch den Reflektor und den Schild
dert, so nennt man den Dampf ge- oder im Reaktor), die eine Umwand- Stärke von der Spannung zwischen hindurchführt. Sie liefert an ihrem
sättigt und den herrschenden Dampf- den Elektroden unabhängig, ist. In äußeren Ende eine große Zahl von
druck Sättigungsdruck oder *Dampf- lung mit radioaktivem Endprodukt in
der Strom-Spannungs-Charakteristik thermischen Neutronen.[7]
druck, Die dazugehörige Temperatur ihm bewirkt, so steigt die Aktivität so
lange an, bis die Zerfallsrate des neu einer unselbständigen Gasentladung Säure, eine wasserstoffhaltige chemi-
ist die Sättigungstemperatur (auch erzeugten radioaktiven Stofls die steigt bei kleinen Spannungen an den sche Verbindung, die in Lösung mehr
als Sättigungspunkt bezeichnet). Die Nacherzeugung gerade kompensit Elektroden die Stromstärke zunächst oder weniger dissozüiert und dabei
‚Anwesenheit systemfremder Gaseist, Diese asymptotisch positive Wasserstoff-Ionen, Fi
falls man nicht in sehr hohen Druck- tät nennt man S. erreichte Aktivi
Sie ist der Stärke
mit der Spannung linear an. Es fließt
nur ein Teil der in der Entladungs- tonen, und einen negative:
bereichen arbeitet, für die Ausbil- der angewandten aktivierenden Strah- bahn erzeugten Ionen zu den Elek- bildet. Ist Wasser Lösungsmittel, so
dung des Sättigungsdruckes ohne Ein- lung proportional. [1] troden. Der Rest geht durch *Wieder- entstehen positive Hydronium-Ionen
fluß. Dieserist dann ein *Partialdruck s. Sättigung bei vereinigung für die Stromleitung ver- HsO*, währendz. B. in
des Dampf-Gas-Gemisches über der Dämpfen und Dampfdruck. toren. Dieser Rest ist um so kleiner, moniak positive Ammonium-Ionen
kondensierten Phase. Ist letztere flüs- je höher die angelegte Spannung ist. NH«* gebildet werden. Einbasische S.
sig, so nennt man den Vorgang *Ver- Sättigungseffekt, strahlenbiologischer.. Im Gebiete des S. ist er verschwin- enthalten ein Wasserstoffatom im
dampfung; ist sie dagegen fest, so Geht man bei der Untersuchung dend klein. Bei weiterer Erhöhung Molekül, wie z. B. die Salzsäure HC!
spricht man von *Sublimation. strahlenbiologischer Effekte von der der Spannung tritt schließlich Stoß- und die Salpetersäure HNO;. Mehr-
Je nach der Beschaffenheit und dem Anwendung ionisierender Korpus- ionisation ein, und die Stromstärke basische S. enthalten mehrere Was-
Verhalten der kondensierten Phase, kein mit geringer spezifischer Tonisa- wächst weiter an (selbständige Gas- serstoffatome im Molekül, wie z. B.
ob aus einer oder mehreren Kompo- tion zur Anwendung von Korpuskeln. entladung). Über den S. bei Elektro- die Schwefelsäure HsSO, und die
nenten bestehend, kann diese in ihrer mit hoher spezifischer Ionisation über, nenröhrens. d. [19] Phosphorsäure HsPO«. Außer diesen
74 75
Sagittalstrahl Sal
neutralen Säuren gibt es aber auch zugssystem in objektiver Weise anzu. Die Schwingungsform einer S. und
Anion- und Kation-Säuren, weil auch zeigen, ähnlich dem Newtonsche: damit die Klangfarbe eines Saiten-
Ionen (z.B. NH4in einer wäßrigen Eimerversuch, welcher den Rotations- Saite, ‚es. Gebilde, tones ist von der Erregungsart ab-
Lösung von NH,CI) imstande sind, zustand eines mit Wasser gefüllte welches in der Akustik als linearer hängig. Die Abb. zeigt Beispiele von
Protonen abzugeben. Der Name S. Eimers gegenüber einem Inertialsy: *Schallgeber verwendet wird. Die S. Schwingungsformen. Sie zeigen den
rührt vom sauren Geschmack her. In stem erkennbar macht, In einem ro. besitzt im Gegensatz zum Stab einen Ausschlag eines bestimmten Saiten-
Lösung färben die S. blaues Lack- tierenden System verlaufen also au so kleinen Querschnitt, daß sie keine punktes als Funktion der Zeit für eine
muspapier rot. Die Stärke einer S. die elektromagnetischen Vorgäng: Biegungsschwingungen aus gezupfte S. (Laute) nach Abb. a, ge-
hängt von ihrem. Dissoziationsgrad anders als in einem System mit Rota- kann. Sie muß durch eine strichene S. (Geige) nach Abb. b und
ab. S. sind in Lösung *Elektrolyte. tionsruhe. Die Streifenverschiebung Kraft F gespannt werden, damit sie geschlageneS. (Klavier) nach Abb. c.
Sie bilden mit *Basen *Salze. hat, wenn F die Fläche des von dei schwingungsfähig wird. Durch die Auch durch Anblasen lassen sich
Lit. Hollemann-Wiberg: Lehrbuch der Lichtstrahlen umlaufenden Quadrats; Befestigung an den Enden ist eine zum Schwingen bringen (s. Aolshar-
anorgan. Chemie. Berlin 1960. - Holle-
mann-Richter: Lehrbuch der organ. Che-
@ die Winkelgeschwindigkeit dei bestimmte Saitenlänge / definiert, fe). Die ebenfalls möglichen longi-
mie. Berlin 1960. [16] Scheibe und A die Lichtwellenlän; welche neben der Kraft F, dem Quer- tudinalen S.-Schwingungen sind nicht
Sagittalstrahl. Für einen außeraxia- ist, ausgedrückt in Streifenbreiten, schnitt q und der Dichte 9 der S.die von Bedeutung, [12]
len Objektpunkt ist die zugehörige den Betrag 4 @ F/cA. Frequenzen der transversalen Eigen- Saiteninstrumente, Musikinstrumente
meridionale Schnittebene bestimmt Lit. Sagnac, G.: Comptes Rendus. 157 schwingungen bestimmt, Die Fre- mit gespannten *Saiten. Die Sai-
durch diesen Objektpunkt und die 708 und 1410 (1913). [4] quenz der Grundschwingung folgt ten werden entweder angestrichen
Achse des optischen Systems. Jede Saha-Gleichung, eine von Saha auf. aus den genannten Größen zu (*Streichinstrumente), angezupft oder
durch den Objektpunkt gehende und gestellte Gleichung, welche für ein EEE angerissen (Harfe, Laute, Guitarre,
auf der Meridionalebene senkrechte gegebene Temperatur das thermody: v=z7Vg0: Mandoline, Zither, Cembalo) oder
Ebene ist eine Sagittalebene, und alle ‚namische Gleichgewicht zwischen neu Die Frequenz der n-ten harmoni- angeschlagen (*Klavier). Da die Saite
in ihr liegenden Strahlen sind S. in tralen Atomen, Ionen und freieı als dünner linearer Schallgeber nur
bezug auf den durch den Schnitt von Elektronen in einem hocherhitztei schwingui
schen Oberschwingungist wenig Energie an die Luft abgeben
Meridional- und Sagittalebene defi- Gas zu berechnen gestattet. Die $. kann, muß sie mit einem flächenhaf-
nierten Meridionalstrahl. Jeder von G.ist vor allem wichtig für die Be: yo -oson
ten Schallgeber gekoppelt werden.
einem außeraxialen Objektpunkt aus- rechnung des Zustandes des Gasesit mit n = 1,2,3, 4 usw. Die Beziehung Meist dient als solcher ein Hohlkö
gehende windschiefe, d.h. die Achse einer elektrischen Bogenentladun; für vo folgt aus der allgemeinen Glei- per aus Holz. Bei der Geige dient
nicht schneidende Strahl kann als S. undin Fixsternatmosphären. [1] hung für die Ausbreitungsgeschwin- zum Übertragen der Saitenschwin-
angesprochen werden, aber nur in be- Saint-Venantsches Prinzip. Eine digkeit e einer Störung in einem ela- gungen auf den Resonanzkörper der
zug auf den dazugehörigen Meri Gruppe von Kräften, deren Angriffs stischen Medium der Dichte e unter Steg. Die Erregung der gestrichenen
nalstrahl. Als selbständiger und vom punkte über Flächen oder räumli der Spannung S. Diese lautet: c = Saite kommt dadurch zustande, daß
Bezugssystem unabhängiger Begrift ausgedehnte Bereiche verteilt sind; /$Tg. Da c=»A und die Wellen- diese‘ zunächst beim Anstreichen an
läßtsich der S. nicht definieren. [18] läßt sich unter bestimmten Voraus: länge A der Grundschwingunggleich dem mit Kolophonium bestrichenen
Sagittariuswolke, Sternwolke der setzungen durch eine statisch gleich. der doppelten Saitenlänge I ist, folgt Bogen haften bleibt und mitgenom-
*Milchstraße im Sternbild Schütze, wertige Einzelkraft auf einer be mit S = Fig die erstgenannte Bezie- men wird, bis die rücktreibende Kraft
die die hellsten Teile der Milchstraße stimmten Wirkungslinie ersetzen, un. hung für vo. gleich der Reibungskraft wird. Zu
umfaßt. Sie liegt in der Richtung zum zwar diesem Zeitpunkt reißt sich die Saite
Zentrum des *galaktischen Systems; 1. wenn die Wechselwirkungen mit vom Bogen los, schnellt zurück und
möglicherweise ist sie ein Teil dieses anderen Kräften oder Kräftegrup: wird dann an ihrem Umkehrpunkt
Zentralgebietes. [5] pen - z.B. Gleichgewichtsbedingun. aufder anderen Seite erneut vom Bo-
Sagnaescher Versuch. Auf, einer gen - zu untersuchen sind; gen mitgenommen, bis sie wieder eine
Kreisscheibe, die in sich drehbar ge- 2. wenn das materielle System, aı der Haftreibung gleiche Spannunger-
lagert ist, sind drei Spiegel sowie eine dem diese Kräfte angreifen, als star. reicht hat und sich wieder losreißt.
halbdurchlässige Glasplatte so mon- rer Körper gelten dart. Dadie Haftreibung größerist als die
tiert, daß die von der Lichtquelle aus- Nach dem S.-V.P. kann die Wir. Reibung bei einer bestimmten Rela-
gehenden Lichtstrahlen, die beim er- kung des Kräftesystems auch auf de. tivgeschwindigkeit zwischen Bogen
sten Auffallen aufdie Glasplatteteils Jormierbare Körper mit der Wirkung undSaite, bleiben die Schwingungen
reflektiert, teils durchgelassen wur- einer Einzelkraft oder jeder ander erhalten, solange der Bogen über die
den, sich beim zweiten Auftreffen in- statisch äquivalenten Kräftegrupp Saite geführt wird, so daß ein Dauer-
terferierend wieder vereinigen. Im identifiziert werden, wenn die Aus ton zustande kommt. Die Schwin-
Okular wird deshalb ein Interferenz- dehnung des Bereichs der Kraftan. gungskurve ist sägezahnförmig_(s.
streifensystem beobachtet. Dasselbe griffspunkte klein ist gegenüber d Abb. bei Saite). Das Material der Sai-
verschiebt sich, wenn die Kreisscheibe Hauptabmessungen des Körpersun tenin S. ist Schafdarm oder Stahl, in
in Rotation versetzt wird. Der Appa- wenn der Spannungs- und Verzer: seltenen Fällen Seide.[44]
rat ist daher geeignet, den Rotations- rungszustand nur in solchen Punkt Saitenschwingungen,s. Saite.
zustand seines Ruhsystems gegenüber des Körpers zu bestimmen ist, di Sakata-Modell, s. unitäre Symmetrie
einem den Grundgleichungen der hinreichend weit von den Kraftan: in der Elementarteilchenphysik.
Elektrodynamik zugeordneten Vor- griffspunkten entferntsind. [20] Sal, svw. *Sial. [6]
716 Lu
Salmiakelement Saturn
Salmiakelement, svw. *Leclanche- Neutronen sind bei den Schmelzen mehrere Teilchen abgedampft wer- dicht über der Erdoberfläche, daß die
Element. [50] klein, und die Wärme-Übertragungs- den, Kernspaltung eintritt und ähn- Bewegung des S. durch die Atmo-
Salze entstehen aus *Säuren durch eigenschaften stehen nicht hinter de- liches. Das S. ist ein statisches Mo- sphäre stark abgebremst wird und
Ersatz von Protonen H* durch einen nen des Wassers zurück. dell, bei dem die Protonen und Neu- nach wenigen Umläufen endet oder
positiven Baserest oder aus *Basen Die Nachteile des S.-R. sind für alle tronen als Fermi-Gas behandelt wer- nur durch ein Triebwerk über längere
durch Ersatz von Hydroxylionen OH“ Reaktoren mit zirkulierendem Brenn- den. [7] Zeit aufrechterhalten werden kann,
durch einen negativen Säurerest. In stoff charakteristisch: starke Korro- Sarosperiode. Sonnen- und Mond- so nennt man den Flugkörper auch
wäßriger Lösung und in der Schmel- sion der Behälter, hohes Brennstofl- Finsternisse können nur eintreten, einen Satelloiden. Liegt das Perigäum
ze dissozüieren die $.teilweise in posi- Inventar, hoher "Schmelzpunkt des wenn der Mond in Neu- oder Voll- unterhalb der Erdoberfläche, so
tive Base-Ionen und negative Säure- Kühlmitiels und Unregelmäßigkeiten mondstellung nahe einem *Knoten spricht man von einem ballistischen
ionen; sie sind also *Elektrolyte. im Massenumlauf. seiner Bahnsteht. Da jedoch synodi- Flugkörper.
Wenn nicht alle Protoneneiner mehr- Lrr. Nucleonics, August 1957, S. 64. [35] scher Monat(Dauervon einer Mond- S. als Begleiter eines Planeten, s.
basischen Säure durch positive Base- Samarlum, Samariumvergiftung. Bei phase zur nächsten gleichen) und dra- Mond, Mondsysteme.
Ionenersetzt sind, so spricht man von der Kernspaltung entstehen als Ende konitischer Monat (Dauer von einem Lır. a. Erdsatelliten, Raumsonden,
sauren $. (z. B. NaHSO:: saures Na- einer Zerfallskette die beiden stabi- Durchgang des Mondes durch einen Ballistik): Krull, A. R.: A history of the
triumsulfat oder Natriumbisulfat), im len Samarium-Isotope '#Sm und Bahnknoten bis zum nächsten) nicht artificial satellite. J. Am. Rock. Soc. 26,
umgekehrten Fall von basischen S. i5tSm. Beide besitzen einen großen gleich lang sind (näheres s. Monat),
369-383 (1956). - Koelle, H. H.: On the
@. B. AI(OH)SO:: basisches Alumi- Wirkungsquerschnitt für die Absorp- wirdsich eine Finsternis in derselben
development of orbital techniques. IX.
niumsulfat). ion thermischer und epithermischer Weise erst wiederholen, wenn ein
Congr. Internat, Astronaut. Amsterdam,
1958, S. 702-746. Wien 1959. - Broglo,
S. können sich auch durch unmittel- Neutronen. Sie wirken daher im Rc- Zeitraum verflossen ist, der ein ge- L. (Ed.): Current research in astronauti-
bare Vereinigung von Metallen mit aktor als »Gifte, weil sie den Neutro- meinsames Vielfaches beider Monats- cal sciences. New York 1961. — Seifert,
anderen Elementen bei hohen Tem- nenhaushalt empfindlich belasten. längendarstellt. Dieser Zeitraum hat H.S., und K. Brown: Ballistic missile
peraturen bilden (z.B. Fe+S- Insbesondere beim Anfahren nach die Dauer von 6585'/sd oder 18a 11!/s
and space vehicle systems, New York
FeS). kurzzeitiger Abschaltung wirkt sich d. Nach dieser Zeit wiederholt sich
1961. — Koel H.H. (Ed.): Handbook
Lit. Hollemann-Wiberg: Lehrbuch der diese Vergiftung störend aus. $. Re-
‚of astronautical engineering. New York
anorganischen Chemie. 47.-56. Aufl. Ber- aktorgifte. [7] eine Finsternis fast in derselben Wei- 1961. [38]
lin 1960. [16] Sammelkristallisation, Wachsen ein- se wieder, Schon die Babylonier Satelloid, s. Satelliten.
Salzschmelzen, s. Temperaturbäder. zeiner größerer Kristalle auf Kosten kannten diese Periode und nannten Sattdampf, s. Dampf.
Salzschmelzen-Reaktor, ein neuer- kleinerer in vielkristallinen Aggrega- sie »Saros«. [5]
Saturn, der sechste *Planet unseres
dings vorgeschlagener homogener
Reaktortypus mit zirkulierendem ten, s. Umkristallisation und Kristall- Saschehn, eine in der UdSSR ge-
bräuchliche Längeneinheit. Systems (von innen nach außen ge-
Brennstoft, der in geschmolzenen Sal-
wachstum. [8] . Definition: zählt), steht an Durchmesser nur *Ju-
zen gelöstist. Sammellinse, eine *Linse, die in der 1 saschehn = 3 arschin. piter nach. Diesem ist er auch in Auf-
Mitte dicker als am Randeist, sofern bau und Struktur durchaus ähnlich.
das anstoßende Medium einen klei- Umrechnung: Wie Jupiter zeigt S. eine streifige
neren Brechungsquotienten (Luft) hat 1 saschehn = 2,133 60 m. 113] Oberfläche, die als wolkenreiche,
als die Linse (Glas). S. sind i. allg. Satelliten sind Flugkörper, die mit durch die rasche Rotation streifig ge-
bikonvex, können aber auch plankon- Hilfe von Trägerraketen auf so hohe gliederte Atmosphäre aufzufassenist.
vex oder konkav-konvex sein. [17] Geschwindigkeiten beschleunigt wer- DerS. ist der lockerste Planet; seine
Sammler, s. Akkumulator. den, daß sie, wenn überhaupt, erst Dichte beträgt nur 0,7 der Dichte des
Sampling theorem, s. Abtasttheorem. nach längerer Zeit, die nach Tagen Wassers. Das Spektrum zeigt, ähn-
Sandsackmodell ist ein dem *Tröpf- oder Jahren zählt, zur Erde zurück- lich dem Jupiter, neben dem reinen
henmodell sehr verwandtes Bild von kehren. Man unterscheidet *Erdsa- reflektierten Sonnenspektrum Ab-
den Atomkernen. Es stammt von telliten, deren Bahn im wesentlichen sorptionsbanden, vor allem von Koh-
Bohr. Die das *Kernmodell kenn- im Schwerefeld der Erde verläuft, lenwasserstoffen, Ammoniak und
Die Abb. zeigt das Projekt eines S.- zeichnenden Eigenschaften der Volu- und *Raumsonden,die - mindestens Methan. Methan scheint prozentual
R., durch dessen Spaltzone eine menenergie und der Oberflächenspan- vorübergehend - in den engerenA, häufiger zu sein als bei Jupiter. Ähn-
Schmelze, die ®®UF, enthält, zirku- nung sind in einfacher Weise roprä- ziehungsbereich anderer Himmelskör- lich wie bei Jupiter konnten auch
liert. Durch die Brutzone fließt eine sentiert. Man benutzt es für Kern- per (Mond,Planeten, Sonne) gelan- Radioemissionen empfangen werden
Lösung von ThF4in LiF. BeideSt reaktionen. Dabei wird ein in den gen. Die Bewegungslehre der Satel- (s. Radioastronomie). Der Planet be-
me werden durch Wärmetauscher ge- Kern eindringendes Nukleon mit ei- iten, die auch als »Astrodynamik« sitzt ein Mondsystem von insgesamt
leitet und geben dort ihre thermische ‚nem Geschoß verglichen, das in einen bezeichnet wird, bildet ein Teilgebiet zehn Monden,von denen fünf im 17.
Leistung ab. Sandsack eindringt: Die Geschoß- der *Ballistik. Jahrhundert (Huygens, Cassini), zwei
Die Vorteile des S.-R. liegen darin, energie verteilt sich sofort auf die Sicht man ab von Störungen durch im 18. (Herschel) und zwei im 19.
daß er hohe Arbeitstemperaturen bei zahlreichen Freiheitsgrade der Kom- das *Gravitationsfeld anderer Hi (Bond, Pickering) entdeckt wurden.
Normaldruck gestattet, daß Thorium- ponenten des Sandsacks. Das ergibt melskörper, durch die nicht kugel Ein zehnter Mond,der 1904 entdeckt
salze (weiche in Wasser nur als Sus- eine erhöhte Temperatur. Diese kann mige Verteilung der *Erdmasse und und seitdem nicht mehr beobachtet
pension eingebracht werden können) man für den Kern analog zu dem die *Atmosphäre, dann ist die Bahn wurde,gilt als zweifelhaft. Am 15. 12.
in Schmelzen löslich sind und daß Sandsack berechnen. Die Temperatur eines S. ein Kegelschnitt, in dessen 1966 wurde von A. Dollfus ein zehi
keine radiolytische Zersetzung auf- bestimmt das weitere Verhalten des einem Brennpunktder Erdmittelpunkt ter Mond entdeckt, der aber keines-
tritt. Die Absorptionsquerschnitte für Kerns, insbesondere, ob ein oder steht. Liegt nun das *Perigäum so falls mit dem verlorengegangenen
78 Ei
Saturaring Schadenslinie
Pickeringschen Mond identisch ist. des Ergebnis. Schließlich ist die rech- gem Sauerstoff bei Normdruck (760 phasengleiches Gesichtsfeld überfüh-
Die Entdeckung wurde mehrfach te, wegrotierende Ringhälfte insge- Torr). Erliegt bei — 182,970 °C. [9] ren kann.
photographisch. bestätigt. Aus den samt nach Rot verschoben; doch sind Saugvermögen (früher auch Saugge- Ca),enEinabers,A25Pie.19
. — Lindberg, A.: Z. f.
Positionen ergibt sich eine Bahn, die auch hier die inneren Ringteile ra- schwindigkeit) von Vakuumpumpen Phys. 13 ,
ihn als innersten Mond des Systems scher als die äußeren, was bei einem wird dargestellt durch den Ausdruck:
231 (1952). [7]
Saxophon, Blasinstrument aus Me-
>.
kennzeichnet. Der Bahndurchmesser starren Ring unmöglich wäre. Das ist Gasmenge dividiert durch Beobach- tall (A. Sax, Paris 1841). Seiner Bau-
beträgt rund 315000 km, wenig mehr nur bei einem Ring denkbar, dessen tungszeit bei einer bestimmten Tem- art nach gehört es zu den Rohrblatt-
als der äußere Durchmesser des einzelne Teile, jeder für sich, die Sa- peratur und bestimmten Druck. Das instrumenten. Die Luftsäule im S. ist
Ringsystems. Der größte Mond, Ti- turnkugel nach den *Keplerschen S. charakterisiert die Wirksamkeit konisch, so daß alle harmonischen
tan,ist einer der größten Monde des Gesetzen umlaufen. Auch photome- einer Pumpe. Es wird bisweilen auch
Planetensystems und schon mit klei- trische Beobachtungenüber die Schat- Obertöne_ entstehen. Physikalisch ist
nen Fernrohren zu erkennen (Oppo- ten, die der Ring wirft, bestätigen, Volumendurchfliuß oder Durchlaß das S. eine offene Zungenpfeife (s.
sitionshelligkeit 8”,7). Das bemer- daß das Ringsystem des Saturn aus genannt. Bestimmt wird das S. nach Pfeifen). Der erste Überblaston ist
kenswerteste an S. ist sein Ringsystem einem Schwarm kleiner Körperchen den Verfahren konstanten Drucks die Oktave des Grundtones. Der Ton-
(s. Saturnring). Einzeldaten s. Tabel- besteht, deren Größe zwischen der oder konstanten Volumens. umfang beträgt 2'/; Oktaven. Das S.
lenanhang (Bd. 10). [5] von Mikrometeoren und Meteoren Lır. Ebert: In Kohlrausch: Prakt. Phy- wird seiner näselnden und grellen
Saturnring. Das um den Planeten liegt. Schon Maxwell hat theoretisch
sik. 1. Bd. Stuttgart 1968. [10] Klangfarbe wegen fast nur im Tanz-
*Saturn freischwebende Ringsystem gezeigt, daß nur so die Stabilität des orchester verwendet.[44]
wurde im 17. Jahrhundert von Huy- $. überhaupt möglich ist. kittete Kombination zweier identi- Saybolt-Universal-Sekunde, Abkür-
genserstmalig als solcheserkannt. Durch Störungen rufen die Monde scher, einachsig-doppeltbrechender zung S.U.S., eine in den USA in der
Die Frage nach der Struktur des des Saturn, vor allem Titan, leere Kristallplatten (z. B. aus Quarz oder Praxis verwendete Einheit für die
Ringsystems läßt sich mit Hilfe des Zonenhervor, die das gesamte Ring- Kalkspat), die, unter 45° gegen die konventionelle Viskosität, die mit
Spektroskopes lösen. Liegt der Spek- system in mehrere konzentrische Rin- optische Achse geschnitten, in ihren dem Saybolt-Viskosimeter gemessen
trographenspalt parallel zur Aqua- ge unterteilen. Davon ist die größte Hauptebenen um 90° gegeneinander wird (s. a. Ausflußviskosimeter, kon-
torebene des Saturn, dann muß der Trennung, die Cassinische Teilung, verdreht sind. Läßt maneinen linear ventionelle). Die entsprechenden
linke Teil des Spektrums denlinken schon mit kleinen Fernrohren zu er- polarisierten Lichtstrahl unter einem Werte der Einheit *Stokes ersicht
Ringabschnitt, der mittlere Teil die kennen.[5] Azimutvon 45° gegen die Hauptebe- man aus den Umrechnungstabellen
Saturnkugel und der rechte Teil den sauber (als Begriff in der Reaktor- nen auffallen, so entstehen durch von Ubbelhode in: D’Ans-Lax, Ta-
rechten Ringabschnitt wiedergeben. technik), Charakteristikum für einen Doppelbrechung zwei getrennte, senk- schenb. für Physiker u. Chemiker,3.
Das so gewonnene Spektrum zeigt Reaktor, der frei von induzierter recht zueinander schwingende kohä- Aufl. Berlin 1968. [13]
die auf der schematischen Skizze wie- Radioaktivität und Spaltprodukten rente Lichtstrahlen, die den Phasen- Saybolt-Viskosimeter, s. Ausflußvis-
dergegebene Struktur. Der linke, auf ist. Das Attribut gilt also vor dem unterschied Null gegeneinander ha- kosimeter, konventionelle.
uns zu rotierendeTeil des Ringes er- Anlaufen der Keitenreaktion. Auf ben, da die beiden Komponenten in 5;Kurzzeichen für die Einheit Stilb.
gibt ein gegen die Mittellinie insge- diesen Zustand werden bestimmte den beiden Hälften der S. ihre Rollen {13}
samt nach Blau verschobenes Spek- als ordentlicher und außerordentli- Sc, svw. Schmidt-Zahl, s. Kennzah-
trum,dessen innere Teile stärker nach ‚Angaben, z. B. die eingebaute Über- cher Strahl vertauschen. Der Pha- len. [9]
Blau’ verschobensind als Beren, schußreaktivität, bezogen.[7]
senunterschied kann aber beliebige Sceptre, englisches Versuchsgerät zum
woraus zu schließen ist, daß die i Sauerstoffelektrode, s. Brennstoffzel- Werte annehmen, wenn der einfal- Studium thermonuklearer Reaktionen
neren Teile rascher als die äußeren le, galvanische. lende linear polarisierte Lichtstrahl (5. Fusion). [35]
rotieren. Die Saturnkugel zeigt ein Sauerstoff-Erzeugung, s. Gasverflüs- schief auf die S.-P. auffällt. Bei Schadenslinie. Wird ein Dauerversuch
Spektrum, bei dem die auf uns zu- igung. Durchstrahlung der S.-P. aus den in mehreren Stufen durchgeführt, wo-
rotierende Seite Blauverschiebung Sauerstoffpunkt ist einer der Fest- verschiedensten Richtungen beobach- bei mit einer Laststufe oberhalb der
zeigt, während die wegrotierende ‚punkte der gesetzlichen *Temperatur- tet man durch einen Analysator ein *Dauerfestigkeit begonnen und an-
Rotverschiebung_ aufweist, ein nach skala: die Gleichgewichtstemperatur Interferenzstreifensystem. Dieser Ei- schließend auf eine Laststufe in Höhe
dem *Doppler-Effekt zu erwarten- zwischen flüssigem und dampfförmi- genschaft entsprechend, wardie S.-P. der Dauerfestigkeit übergangen wird,
auch zunächst für die Untersuchung so, kann es sein, daß die Probe bricht.
des Polarisationsgrades von Licht ge- Diese durch die vorangegangenen
dacht. Unpolarisiertes Licht liefert Schwingbeanspruchungen ausgelöste
gar keine Interferenzstreifen; wach- Schädigung hängt von der Höhe und
sender Polarisationsgrad verstärkt der Anzahl der schwingenden Vorbe-
den Kontrast der Interferenzstreifen. anspruchungen ab; sic kann durch
In jüngerer Zeit hat M. Frangon von eine Minderung der Dauerfestigkeit
einer $.-P. bei der Konstruktioneines oder der Kerbzähigkeit nachgewiesen
Interferenzmikroskops geistreichen werden.Die in der Abb,, ähnlich wie
Gebrauch gemacht, um das mikro- die *Wöhler-Kurve, über der Last-
skopische Bild in zwei interferenzfä- spielzahl aufgetrageneS. begrenztfür
hige, etwas gegeneinander versetzte jede Beanspruchungshöhe oberhalb
Teilbilder aufzuspalten. Lindberg hat der Dauerfestigkeit die Anzahl der
gezeigt, wie man mit Hilfe einer S.-P. Lastspiele, die ohne eine Schädigung
cin Interferenzstreifensystem in ein ertragen werden kann. Sie verläuft
0 3
Schaefer Schalenmodell
mehr oder weniger unterhalb der tionsspektren sowie, damit zusam- Ebene des Nahpunktes von der EE dann auch im Kern abgeschlossene
Wöhler-Kurve und mündet in Höhe menhängend, mit dem Molekülbau undder der Fernpunktsebenetr Schalen von Protonen und Neutro-
der Dauerfestigkeit horizontal in sie undder Kristallstruktur. [43] In=pöl(d+2), nen, ausgedrückt durch den Gang der
ein. Ihr Verlauf hängt davon ab, ob Schärfentiefe. Ein ideal abbildendes t=pöl(d-8). Bindungsenergie der Nukleonen,vor-
man als Schädigung eine Herabset- optisches System kann jeweils nur Um denin der Bildebene zugelasse- liegen. Aus der Erfahrung kann man
zung der Dauerfestigkeit oder der voneiner Ebene des Dingraumes, der nen_ Zerstreuungskreis einzuführen, ablesen, daß 28, 50 und 82 Protonen
Kerbschlagzähigkeit definiert. In dem Einstellebene (EE), ein scharfes Bild berücksichtigt man den Abbildungs- sowie 28, 50, 82 und 126 Neutronen
Bereich unterhalb der S. können ein- im Bildraum,die Bildebene (BE), ent- maßstab v. Damit ist ö° vd. Die so etwas wie abgeschlossene Schalen
ander zugeordnete Überlastungshö- werfen. Alle anderen achsensenkrech- Formeln zeigen, daß die Tiefenschär- bilden dürften. Die Kerne, die diese
hen und Lastspielzahlen ertragen ten Ebenen, die davor oder dahinter fe von demoptischen System ganz Zahlen von Neutronen oder Proto-
werden; dagegen entspricht der Be- liegen, werden mit einer gewissen unabhängig ist. Lediglich der Durch- nen enthalten, weisen eine besonders
reich zwischen S. und Wöhler-Kurve Unschärfe abgebildet. Dingseitig stellt messer der Eintrittspupille und der hohe Bindungsenergie undeinige an-
einer Minderung der Dauerfestigkeit. sich die Unschärfe dar als die Projek- Abbildungsmaßstab gehen ein. Dar- dere physikalische Charakteristika
Bei gekerbten Proben liegt die S. tion der Eintrittspupille von dem je- aus folgt, daß zwei Objektive gleicher auf. Man hat sie magische Kerne und
sehr nahe an der Wöhler-Kurve. weils betrachteten Punkt außerhalb Brennweite und Apertur auch stets die Zahlwerte der Protonen bzw. Neu-
Lit. Hab. d. Werkstoffprüfung, von E. der EE aufdiese. Bildseitig hat man die gleiche Tiefenschärfe aufweisen. tronen magische Zahlen genannt, da
Siebel. 2. Bd. Die Prüfung der metall. dann nurdas Bild des Unschärfekrei- S. a. Weichzeichner. [18] sie gar nicht so leicht erklärbar schie-
Werkstoffe. 2. Aufl. Berlin 1955. [15] ses der EE aufder BE zu betrachten. nen.Erst in der jüngsten Zeit hat sich
Seine Größe ergibt sich einfach aus Schalen, abgeschlossene, s. Atombau, durch Einführung einer starken Spin-
dem Abbildungsmaßstab. Wegen des Edelgasatome.
Schalenabschluß, s. Atombau, Edel- Bahn-Kopplung unter den Nukleonen
beschränkten Auflösungsvermögens gase, Edelgasatome, Schalenmodell. eine Darstellungsmöglichkeit dieser
der lichtempfindlichen Schicht, sei es Zahlen ergeben. Nimmt man nämlich
ponmungievsichtag ©,

gegeben durch das Korn einer photo- Schalenbau der Atome, s. Atombau. an, daß die Bindung der Nukleonen
graphischen Platte, sei es bestimmt Schalenkreuzanemometer, s. Anemo- stark davon abhängt, ob ihr Spin
durch die Größe der Netzhautelemen- meter. parallel oder antiparallel zum Bahn-
te, erscheinen die scharf und bis zu Schalenmodell der Atomkerne. In drehimpuls orientiert ist, so spaltet
einer gewissen Größe auch unscharf Nachbildung des Bohrschen Modells der 2(21+ 1fach entartete Term,
abgebildeten Dingpunkte in gleicher der Atomhülle liegt der Gedanke der zu dem Bahndrehimpuls 1A ge-
Größe, können also nicht voneinan- nahe, für den Kern einen ähnlichen hört, in einen 2 (1 + Ifach entarteten
der unterschieden werden. Mithin Aufbau durchzuführen. Es müßten Term mit dem Gesamtdrall j=!+!/,
Lastspielzahl # werden auch Dingpunktevor und hin-
nie (sche- ter der EE auf der BE mit gleicher
Wöhler-Kurve und Schadensli , 5. 5. Deutlichkeit erscheinen wie ein in der
matisch), 1.S. latente Schädigung
Sigwart) EE gelegener Punkt. Die Grenzen
bleibende Schädigung (nach dieses Bereiches nennt man Nahpunkt
Schaefer, Clemens. Dt. Physiker. und Fernpunkt. Der Unterschied zwi-
Geb. 24.3.1878 in Remscheid, gest. schen Nah- und Fernpunkt ist die
9.7.1968 in Köln. 1903 Priv.-Dozent Tiefenschärfe.Sie ergibt sich aus dem
Durchmesserdes zulässigen Zerstreu-
für Physik an der Univ. Breslau, 1910
bis 1917 a. o. Prof. für Angew. Phy- ungskreises ö, dem Durchmesser der
Eintrittspupille d und dem Abstand
sik an der Univ. Breslau, 1917-20 0.
Prof. für Theor. Physik an der Univ. der EE von der Pupille p. Und zwar
Breslau, 1920-27 o. Prof. für Experi- ist nach der Figur der Abstand ty der
mental-Physik und Direktor des
‚Phys. Inst. der Univ. Marburg, 1926
bis 1945 in gleicher Eigenschaft an
der Univ. Breslau, 1946-50 Prof. für
Allg. Physik und Direktor des II.
Phys. Inst. an der Univ. Köln.
Hauptarbeiten: $. befaßte sich mit
Strahlungsmessungen. _Er lieferte
wichtige Beiträge zur Totalreflexion,
zum Schallstrahldruck und zu den
elastischen Konstanten von Gläsern.
Außerdem untersuchte er den Einfluß
der Temperatur auf die Eigenschaf-
ten der Metalle, befaßte sich mit Pro-
blemen der Farbentheorie, mit der
experimentellen Erforschung der ul- BEEinstellebene F Fernpunktsebene
traroten Emissions- und Absorp- EP Eintrittspupille N Nahpunktsebene
2 83
Schall Schalldruck
und einem 2l-fach entarteten Term Diffusion, d) verzögerte Einstellung auf den Schreiber einwirkenden gen) Vorgänge abspielen, die eine ge-
mit j = I — 1/2 auf. Die Ursachen die- eines thermischen Gleichgewichts (Re- Schalles. Von der Wachsplatte wird wisse Zeit brauchen(z. B. die Einstel-
auf galvanoplastischem Wege Ne-
ser Aufspaltung sind in der Eigenart
der Kernkräfte begründet. Es entsteht
laxationserscheinungen).
a) und b) treten allein auf in reinen gativ hergestellt, von dem übereinZwi- lung des thermischen Gleichgewichts
zwischen verschiedenen Freihei tsgra-
auf diese Weise ein Termschema für einatomigen Gasen und werden dort schenglieder die Schallplatten, die im den der Moleküle). Bei Schallw
Nukleonen, das in der Abb. angege- in genauer Übereinstimmung mit der wesentlichen aus einem Gemisch von von langer Schwingungsd ellen
ben ist. Ein »Schalenabschluß« liegt Theorie (Stokes 1845 und Kirchhoff Schellack und Ruß bestehen, abgezo- niedriger Frequenz, können” auer, d. h.
gen werden. Die Schallabnahme er- Vorgän diese
folgt in ähnlicher Weise wie die Auf- folgen, ge den Zustandsänderungen
dannvor, wenn der Schritt zum näch- 1868) gefunden;c) tritt in Mischungen
sten Term besonders groß ist. So von Gasen und Flüssigkeiten sehr bei hoher Freque nz nicht.
kommt man zu der Reihe der Scha- verschiedener Dichte besonders stark zeichnung ($. Sprechmaschine). hat zur Folge, daß in dem FrequeDas
Von den magnetischen Verfahren hat bereich, in dem nz-
lenabschlüsse bei 2, 8, 20, 28, 50, 82 f; d) tritt immer gleichzeitig mit die Schwingungs-
und 126 Protonen bzw. Neutronen. Schalldispersion auf, ist wie diese sich das mit Eisenpulver belegte Film- dauer vergleichbar
Bei denleichten Kernenist das Modell auf innermolekulare "Vorgänge zu- ind durchgesetzt (s. Magnetophon). stelldauer jener Vorgän
ist mit der Ein-
empirisch nicht sehr gut begründet. rückzuführen und wird deswegen auch Beim *Tonfilm wird die Schallkurve geschwindigkeit mit der
ge, die Schall-
steigt Frequenz an-
Lır. Haxel, Jensen, Suess: Modellmäßi- als »molekulare« S. bezeichnet.
Nukleo-
photographisch festgehalten.
Lıt. Trendelenburg, F.: Akustik. Berlin- währends
(meist nur um einige Prozente),
‚ge Deutung der ausgezeichneten Während die von a) bis c) herrüh- ie unter- und oberhalb die-
nenzahlen im Kernbau. Z. f. Phys. 128.
$. 295-311 (1950). - Kopfermann, H. renden Anteile des *Absorptions- Göttingen-Heidelberg 1961. [12]
ses Bereichs frequenzunab hängig ist.
Kernmomente und Kernmodelle. Natur- koeffizienten mit dem Quadrat der Schallausbreitung, s. Schall, Schal
Die Disper sionsk urve zeigt also - im
wiss. 38. 29-34 (1951). - Goeppert-Mayer, Frequenz anwachsen, bewirkt d) ein Schallbrechung. Analog der Licht- Gegensatz zur optischen *Dispersion
brechung,Schallgeschwindigkeit.

brechungerleidet ein Schallstrahleine — kein Maximum oder Minimum. Sie


M., und J.H.D. Jensen: Elementary Anwachsen nur im Dispersionsgebiet.
Theory of Nuclear Shell Structure. New Bei höheren Frequenzen wird der Richtungsänderung beim Übergang kann aber mehrere solche Disper-
sionsstufen aufweisen, dann nämlich
mehrere Einstell- oder »Re-,
York 1955. [7] ‚Absorptionskoeffizient wieder fre-
Schall, Schwingungen im Frequenz- quenzunabhängig. . aus einem Medium mit der Schallge-
wenn.
bereich von 16 Hz bis etwa 20 000 Hz, Häufig wird der Absorptionskoeffi- schwindigkeit cı in ein anderes mit
laxatio ns«prozesse mit verschiedenen
welche mit Hilfe des *Ohres Ton-, zient je Wellenlänge (anstatt je Län- chungsgesetz lautet wie in der Optik Einstel
der Schallgeschwindigkeit cz. Das Bre-
Klang- oder Geräuschempfindungen
l- oder »Relaxationsezeiten
geneinheit) angegeben. Dieser gibt auftreten.
auslösen. Schwingungenmit Frequen- unmittelbar an, welcher Bruchteil der (s. Lichtbrechung)
Das Studium dieser Relaxationspro-
zen kleiner als 16Hz rechnet man Energie, die zur Deformation eines sin yı c zesseist das Hauptziel der heute wii
zum *Infraschall, Frequenzen größer Volumenelementes benötigtwird, sich sin @ der in großem Umfang und über
als 20000 Hz zum *Ultraschall. Der bei einem Zyklus in Wärme verwan- Bei schrägem Einfall wird ein Schall- einen weiten Frequenzbereich durch-
S. kannsich in jedem elastischen Me-
dium als *Schailwelle ausbreiten. Das
delt. strahl beim Übergang aus einem Me- geführten physikalischen Schallmes-
wichtigste Ausbreitungsmedium ist die
Für hörbaren (50 bis 5000 Hz) Luft- dium mit großer Ausbreitungsge- sungen. Anstelle der Schallgeschwi
schall sind die unter a) bis d) genann- schwindigkeit in ein solches mit klei- digkeit kann auch die *Schallabsorp-
Luft (Luftschall). Breitet sich der S. in ten Einflüsse ziemlich bedeutungslos. ner Ausbreitungsgeschwindigkeit zum ion gemessen werden, da diese in
einem festen oder flüssigen Medium Dort überwiegt bei weitem die Einfallsot hin gebrochen. Ein Teil denjenigen Fequenzbereichen, wo S.
aus, wie z. B. im menschlichen Kör- Schwächung der Schallwellen durch der Enı wird reflektiert; ein ande- auftritt, sich charakteristisch mit der
per bei der Auskultation (dem Ab- Nichtparallelität, Luftbewegungen in das zweite Mediumein. Frequenz ändert.
hören) durch den Arzt, dann spricht und unvollständige Reflexion an Das Verhältnis, dieser Teilenergien In zwei- und mehratomigen Gasen
man von *Körperschall. Die Ausbrei- Grenzflächen. i hängt vom Einfallswinkel und vom tritt stets ein nieder- und ein hoch-
tungsgeschwindigkeit des S. oder die Ler. Trendeienburg, F-;Akustik.Berlin- akustischen iderstand der beiden frequentes Dispersionsgebiet auf. Das
"Schallgeschwindigkeit hängt von den 1.0.D. Seit u.a: Hab. der Physik Medien ab. Beim Übergangaus einem erstere rührt von der relativ langsa-
elastischen Eigenschaften, der Dichte, Medium mit kleiner Schallgeschwin- men Einstellung des thermischen
der Temperatur Mediums und - digkeit in ein solches mit großer Schall. Gleichgewichts zwischen den Schwin
meist nur geringfügig - von der Fre-
quenz ab (s. Schalldispersion).
berg 1963. [12] ” geschwindigkeit gibt es wie in der gungs- und Translationsfreiheitsgra--
Schallaufzeichnung. Zur S. dienen die Optik die Erscheinungen der *Total- den der Moleküle her, das letztere
Lrr. Trendelenburg, F.: Akustik. Berlin- Schallplatte, ein magnetisierter Draht, reflexion. Mit Hilfe von Ultraschall- von den Rotationsfreiheitsgraden. In
Göttingen-Heidelberg 1961. [12] ein Band bzw. ein mit feinem Eisen-
Schallabsorption. In Materie, die von pulver belegter Filmstreifen oder der
wellen läßt sich die S. demonstrieren. beiden Fällen ist die Relaxationszeit
Lır. Trendelenburg, F.: Akustik. Berlin- proportional zur mittleren *Stoßzeit
einer Schallwelle durchzogen wird, Tonfilm. Beim Schallplattenverfahren Göttingen-Heidelberg 1961. [12] der Moleküle und somit umgekehrt
unterliegt jedes Volumenelement Zu- bewegt sich ein Schreiber mit einer zeitlicher Mittelwert der proportional zum Druck und zur
standsänderungen (Deformationen harten Spitze (Saphir) über eine ro- Schallenergie je Volumeneinheit. [12] Dichte. Daher verschieben sich die
Druck- und Temperaturschwankun. tierende Wachsplatte. Bei den moder- schwindigkeit hängt in vielen, aber- Dispers
Schalldispersion. Die *Schallge ionsgebiete in Gasen mit stei-
gen), die nie streng reversibel verlau- nen Verfahren wird der Schreiber auf gendem
fen, sondern stets mit Umwandlung elektromagnetischem Wegesenkrecht keineswegs allen Substanzen” nicht zen. DieDruck zu höheren Frequen-
Druckunabhängigkeit der
von mechanischer Energie in Wärme zu seiner Bewegungsrichtung im Tem- merklich von der Frequenz der »Schallgeschwindigkeit in Gasen ist
verbunden sind. Diese Energie geht Po des aufzuzeichnenden Schalles in Schallwelle ab. Bei diesentritt also S. also streng genommen nur in Edel-
auf. Das ist immer dann der
der Schallwelle verloren, so daß deren Schwingungen versetzt (Berliner- oder Fall, gasen gewahrt.
Amplitude abnimmt. Ursachen der Seitenschrift). Die Rillen in der unter wenn sich in der Substanz unter dem Lır. Trendelenburg, F.: Akustik. Berlin-
Einfluß der Schallwelle (z. B. der Göttingen-Heidelberg 1961.[12]
Irreversibilität sind . dem Schreiber
ein Abbild der rotierenden Platte sind
Schwingungsform des Druck- oder Temperaturschwankun- Schalldruck. Bei einer Schallwelle hat
a) Viskosität, b) Wärmeleitung, c)
84 85
Schalleistung Schallgeschwindigkeit
man zu unterscheiden zwischen dem Schallfeldern, wie sie z. B. mit Ultra- Schallgeschwindigkeit. a) S, in Gasen Die Vereinigung von (1) und (2)
Schallwechseldruck, der in dem schallgeneratoren erzeugt werden, ist die Geschwindigkeit, mit der sich bringt als Ergebnis für die Korpian
schallausbreitenden Medium als Fol- kann der Schallstrahlungsdruck Wer- eine schwache Störung des Gaszu- zungsgeschwindigkeit a der Störung:
ge der Schwingungen der Medium- te bis zu mehreren 10° ub annehmen. standes relativ zu einem mit der Gas-
teilchen auftritt, und dem Schallstrah- Seine Messungerfolgt mit Radiome- masse mitbewegten Bezugssystem . = vdprde ®&
lungsdruck, der sich vornehmlich in tern oder Schalldruckwaagen (s. Ul- ausbreitet. Als Störungen kommen z. Dies gilt für ein beliebiges, auch
starken Schallfeldern als Gleichdruck traschall). B.in Frage: kleine Druckänderungen, nicht-ideales Gas. Da bei „Gasen
beim Auftrefien der Schallwelle auf Lrr. Trendelenburg, F.: Akustik, 5. Aufl. Dichteänderungen oderkleine Bewe- Druck und Dichte unabhängig von-
ein Hindernis bemerkbar macht. Der Berlin 1961. - Bergmann, L., und Cl.
Schaefer: Lehrb. d. Experimentalphy- gungen. Nach den thermodynami- einander geändert werden können,ist
Schallwechseldruck ist in einer ebe- sik. Bd.1. Berlin 1958. [12] schen und gasdynamischen Gesetzen zur Ausführung der Differentiation in
nen, in der x-Richtung verlaufenden Schalleistung, s. Schall-Leistung. treten die verschiedenartigen Störun- &) noch eine Angabe über die Zu-
Schallwelle der Frequenz » durch die genstets miteinander gekoppelt auf. standsfunktion p = f{g) zu machen.
Gleichung Schallempfänger, Aufnahme- oder Eine einfache Herleitung der S.folgt Im allgemeinenist eine adiabatische
p=P-cos2av(t- xiv) auch Meßgerät für Schall. Man un- aus der Abb.: In einem Rohrist die Zustandsänderung anzunehmen, denn
terscheidet Bewegungsempfänger,
gegeben; dabei gelten für die Schall- welche die Bewegungder Luftteilchen
Störung, von links mit der Geschwin- nur wenn die Schallwellenlänge sehr
digkeit a ankommend,im Querschnitt kurz ist, d. h. im Ultraschallbereich,
wechseldruckamplitude P die Bezie- mit Hilfe von Rauch, Staub, Tröpf- F angelangt. Der ungestörte Zustand kommt es zu einem Wärmeaustausch
hungen hen und dgl. sichtbar machen, Ge- rechts von der Störfront ist gegeben zwischen den komprimierten und di-
P=2avgvA=gvU, schwindigkeitsempfänger, welche auf durch den Druck p, die Dichte e und latierten Bereichen. Bei niedrigen
wenn A die Schwingungsamplitude, die Teilchengeschwindigkeit anspre- die Geschwindigkeit w 0. Die Stö- Frequenzengilt für ideales Gas
U die Geschwindigkeitsamplitude der chen (schallempfindliche Flamme, rung besteht darin, daß links von der dplde =xple = xRTIM
Teilchen, g die Dichte und v die *Rayleighsche Scheibe), Rayleigh- Front Druck und Dichte differentiell und
Schallgeschwindigkeit des Mediums sche Schallstrahlungsdruckempfänger erhöht sind auf p + dp und g + dg. a= yzplo= VERTIM-
bedeuten. Diese Gleichungen gelten (Schallradiometer) und Schallwech- - Während die Störung von F nach F’
für den Fall, daß A, U und P kleine seldruckempfänger, die den Schall- (x Adiabatenexponent, R universelle
wechseldruck registrieren. Typische
Größensind, was für akustische Ver- Schallwechseldruckempfänger Gaskonstante, M Molekulargewicht,
hältnisse meistens zutrifft. Mit der die *Mikrophone. Letztere bestehen sind T absolute Temperatur). Für trockene
Luft wird
Schallintensität 7 hängt P durch die aus einem schwingungsfähigen Gebil-
Bezichung P Y2 ev ] zusammen. de und einer Vorrichtung zur Um- a=20,1 VTinms!.
Der Schallwechseldruck wird meist wandlung mechanischer in elektrische fortschreitet, muß das Volumen zwi- größerer Geschwindigkeit fort (.
Starke Störungen pflanzen sich mit
auf elektrischem Wege mit Hilfe von Energie. [12] schen F und F’ von der Dichte o auf Druckwelle).
Mikrophonen (Kondensatormikro- e + dg aufgefüllt werden. Das ist nur Nachstehende Tabelle gibt die S. in
phon, Kristallmikrophon) gemessen. Schallfeld, von Schallwellen erfülltes dadurch möglich, daß von links Mas-
Bei etwa 2000 Hz vermag ein Schall- Raumgebiet. [12] se nachströmt. Man muß also links m/s bei T = 273 °K für verschiedene
wechseldruck der Amplitude 0,0003 Schallfiuß heißt die Geschwindigkeit von der Front die Nachströmge- Gasean:
ub noch eine Hörempfindunghervor- der VolumenverschiebungV in einem schwindigkeit dw annehmen. Um den Chlor 206 Stickstoff, a7
zurufen. Die höchsten Schalldrücke Schallfeld, also die Größe dV/dr; da- *Impulssatz der Strömungsichre an- Kohlendioxyd 258 Stickoxyd 324
an der Fühlschwelle (s. a. Ohr) betra- bei ist die Volumenverschiebung das wenden zu können, ist die Front Sauerstoff
Argon 308 Kohlenoxyd 337
gen 10° bis 10° ub, so daß der Druck- Produkt aus Teilchenverschiebung durch Überlagerung der Geschwin- Luft 315 Helium 7
bereich zwischen Hörschwelle und und Querschnitt. Der $. ist somit digkeit -a stationär zu machen. 332 Wasserstoff 1261
Fühlschwelle etwa sieben Zehnerpo- auch das Produkt aus *Schallschnelle Dann bestehen links und rechts die Aeitsche S., s. Geschwindigkeit, kriti-
tenzen umfaßt. und Strömungsquerschnitt. [12] Geschwindigkeiten - a+dw und - a. sche.
In starken Schallfeldern, in denendie Schallgeber, jedes zu mechanischen Für eine Kontrollfläche, die die b) S. in Flüssigkeiten. Die Ausbrei-
Annahme, daß A, U und P kleine Schwingungen im Frequenzbereich Front dicht umschließt, gilt nach dem tungsgeschwindigkeit der Schallwel-
Größen sind, nicht mehr gerechtfer- 16 Hz bis 20000 Hz fähige Gebilde. Impulssatz der Strömungsiehre, weil len in Flüssigkeiten ist wesentli
tigt ist, erhält man für den Schall- Manunterscheidet lineare (eindimen- Einström- und Ausströmfläche gleich größer als die S. in Gasen (nur für
wechseldruck die exaktere Beziehung sionale), flächenhafte (zweidimensi sind und die äußere Kraft verschwin- Heliumgas und Wasserstoff liegt sie
p=P.cos2nv(t- x) + nale) und räumliche (dreidimeı et: ähnlich hoch). Sie läßt sich nach der
+ 2E- cost 2a» (e-xiv), nale) S. Lineare S. sind *Saiten, Stäbe Pp+dp+ (e+de) (-atdw)?=p+e (-a)? Formel
wobei E die mittlere Energie der und "Luftsäulen. Flächenhafte S. oder aufgelöst und nach Streichung v= YRToo ©
Schallwelle je Volumen, die sog. sind *Membranen und *Platten (s. a. von Größen höherer Ordnung:
Energiedichte, bedeutet. Infolge des Plattenschwingungen), zu denen auch aus den elastischen
_ dp=2ao-dw-a:de. (Ü) der mittleren Dichte go der Flüssig- Konstanten und
jetzt auftretenden quadratischen Ko- die *Glocken gehören. RäumlicheS. Die Kontinuitäfsgleichungliefert.
sinusgliedes ist der zeitliche Mittel- sind kurze, dicke "Pfeifen, Hohlräu @+d)l-at+tdwm)=el-a),
keit berechnen (K Kompressionsmo-
wert des Schallwechseldruckes nicht me und auch feste Körper von drei- dul, s. Elastizitätskonstanten). Da die
oder gleichfalls aufgelöst und um Größen, welche die S. in Flüssigkei-
mehrNull, sondern gleich der mitt- dimensionaler Ausdehnung. Ein S. Kleine Größen höherer Ordnung ge- ten bestimmen, nicht sehr von Tem-
leren Energiedichte E der Schallwelle. ohne schwingungsfähige Teile ist die ürzt
Man nennt diesen Gleichdruck den *Sirene. S. a. Ultraschall und Schall- @-dw=a-de.
peratur und Druck abhängen, ist
© diese Geschwindigkeit ebenfalls wenig
Schallstrahlungsdruck. In starken sender. [12]
86 8
Schallgrenze Schallmauer
temperatur- und druckabhängig (im halten nicht die Frequenz; sie besagen
Schallamplitude. Ein Medium mit der
also, daß keine Schalldispersion auf-
Gegensatz zur S. in Gasen).
Dadie S. in Flüssigkeiten heute z. B. tritt. Das ist nur in denjenigen Fre- Dichte g und der Schallgeschwindig-
mit Ultraschallwellen sehr genau ge- keit v hat bei einer Kreisfrequenz w
messen werden kann, benutzt man
quenzbereichen richtig,in denen keine
*Relaxationserscheinungen auftreten. die Schallhärte g v @. Stofle mit gro-
die genannte Formel auch, um umge- Diese bewirken ein Anwachsen derS. ßem *Schallwellenwiderstand gv
kehrt S. und Dichte die Kom- werden daher als schallhart (feste
pressibilität von Flüssigkeiten zu be-
mit der Frequenz, allerdings meist Körper), Stoffe mit kleinem @ v (z. B.
u Luft) als schallweich bezeichnet. [12]
Dur um wenige Biazente, & An
stimmen. n all. 6. Aufl.
Schallinse, s. Ultraschall-Linse.
Flüssigkeit Schallgrenze, diejenige Linie oder *Schallstärke.
inm/s
Tetrachlorkohlenstoft
Athylalkohol
936
1168
Schall-Leistung, die von einer Schall-
quelle in der Sekunde in den Raum
Azeton 1190 ausgestrahlte Energie. Sie wird in
Benzol 1224 Watt gemessen. Nachstehende Ta-
Toluol 1326
Xylol 1350 belle gibteinig le von S.
Wasser 1485 Schallquelle Schall-Leistung
Glyzerin 193 inw
©) S. in festen Körpern. Bei der bis
Ausbreitung von Schallwellen in fe-
sten Medien ist zu unterscheiden, ob Abb. 4
es sich um einen Stab mit gegen die Fläche in einer Strömung, die ein
Länge kleinen Querdimensionen oder Gebiet mit Unterschallgeschwindig-
um ein unbegrenztes Medium han-
delt. Beim Stab liegen die Verhält- keit von einem Überschallgebiet schei-
nisse einfacher, da sich hier die mit det. Auf der S. herrscht also *Schall-
der longitudinalen Schallwelle ver- geschwindigkeit. In Düsen kann man
knüpfte Querkontraktion ungehindert eine rücklaufende (Abb. 1), eine
ausbilden kann. Fürdie S. in Stäben durchlaufende (Abb. 2) und eine ge- 112]
gilt die leichtableitbare Formel schlossene (Abb. 3) S. S unterschei- Schall-Linse, s. Ultraschall-Linse.
v= yEIo @ den (w Strömungsgeschwindigkeit, a Schallmauer. Eine ruhende Schall-
Schallgeschwindigkeit). quelle sendet in einem isotropen Me-
(E Elastizitätsmodul, g Dichte des In ebenen Strömungen bilden die dium Kugelwellen aus, deren Maxima
Mediums). In unendlich ausgedehn- Machschen Linien M beider Scharen überall den gleichen Abstand vom
ten Medien ruft die Querkontraktion (&. Charakteristikenverfahren) an der nächstfolgenden Maximum haben
Schallgeschwindigkeit $. Spitzen, die senkrecht zu den (Abb. A). Bewegt sich die Schall-
Material bei 18 °C
mis Stromlinien stehen (Abb.4). [11] quelle, so drängensich die Maxima
Blei 1300.
Schallhärte heißt das komplexe Ver- in der Bewegungsrichtung zusammen
Zinn 2600 hältnis von Schallwechseldruck zu (B) und rücken in der entgegengesetz-
Silber 270 B
Platin 2800
Messing 2300
Zink 3700
Glas 5000
Aluminium 5100
Stahl 5100
Quarzglas 5250
Gegenspannungen hervor, welche den
Betrag der S. wesentlich beeinflussen.
Es gilt dann die kompliziertere For-

(u Poisson-Konstante).
in einem Kupferstab die S. 3710. m/s
beträgt, ergibt sich für unbegrenztes
Kupfer 4700 m/s.
Diein (3), (@), (), (6), (1) und (8) an-
gegebenen Ausdrücke für die S. ent-
88
Schallquelle Scharmittel
ten Richtung voneinander ab. Für herschwingenden Mediumteilchen in gewichts in einem elastischen Me- in der Basis, gespeicherte Trägerdich-
einen ruhenden Beobachter bewirkt einer Schallwelle. Mit der Schwin- dium_ (s. Schallgeschwindigkeit und te begrenzend. [37]
das den Doppler-Effekt. Nähert sich gungsamplitude A der Teilchen steht Schalldispersion). [12] Schaltungskapazität. Bei Stöpsel- und
die Geschwindigkeit der Schallquelle die Schallschnellenamplitude U in der Schallwellenwiderstand. Zwischen der Kurbelkondensatoren mit Glimmer-,
der Schallgeschwindigkeit, dann fol- Beziehung U = 2 nv A, wobei v die Schallschnelle U (d. i. Geschwindi
gen die Maxima in der Bewegungs- Frequenz der S. bedeutet. Mit der keit der schwingenden Mediumtei Styroflex- oder Papierdielektrikum
bleibt nach Abschaltung aller Kon-
richtung einander immer dichter (C) Schallintensität J W/cm? hängt die S. chen), dem Schallwechseldruck P
und häufen sich bei Erreichen der durch die Beziehung U= 107 v einer Schallwelle und der Dichte g densatorabteilungen eine Restkapazi-
tät zwischen den Klemmenliegen, die
Schallgeschwindigkeit an einer Stelle, zusammen (g Dichte, v Schallge- sowie der Schallgeschwindigkeit v des durch die Metallteile der Schaltvor-
wo dann eine einzige extrem starke schwindigkeit). Bei gegebener Schall- durchschallten absorptionsfreien Me- i heißt S.
Druckwelle, die $., entsteht. Bei noch intensität ist also die S. unabhängig diums besteht die Beziehung U=P/gv liegen bei Prä-
schnellerer Bewegung durchbricht die yon der Frequenz.[12] Diese Gleichung stimmt formal mi zisions-Widerstandskästen vor, wo
Schallquelle diese. Die einzelnen ku- Schallsender, Geräte, welche elek- dem Ohmschen Gesetz der elektri- die S. z. B. den *Fehlwinkel beein-
gelförmigen Druckwellen werden trische Stromschwankungen in Schall schen Strömungüberein, nach dem flussen kann (s. winkelfreier Wider-
dann von einem Kegel (Machscher umsetzen (s. Lautsprecher und Ultra- elektrische stand). [26]
Kegel) eingehüllt, an dessen Spitze schall). [12] Spannung
sich die Schallquelle befindet (D). Schallspektrum, die Darstellung eines Stromstärke = elektrischer Scharmittel. Betrachtet man die (als
Für seinen Öffnungswinkel « gilt dann Schalles in einem Schalldruck-Fre- gleich angenommenen) Moleküle
Schallgeschwindigkeit _ quenz-Diagramm. Aus einem S. läßt Widerstand ‚eines Gasvolumens, so unterscheiden
sina= Geschwindigkeit sich die Zusammensetzung eines ist. Es treten also in Analogie zuein- sich diese in bezug auf Bewegung,
der Quelle Schalles nach Frequenz und Ampli- anderdie Größen: elektrische Strom- Energie usw. Einige haben in einem
1 tude vollständig entnehmen. Einem stärke und Schallschnelle, elektrische bestimmten Augenblick eine große
-n Klang entspricht ein Lichtspektrum Spannung und Schallwechseldruck, Energie, andere eine kleine. Für viele
. Klangspektrum), einem Geräusch elektrischer Widerstand und die Grö Fragen der Statistik interessiert nur
wobei M als Mach-Zahl bezeichnet in kontinuierliches Spektrum (s. Ge- Be g v, die man daher als S. bezeich. die Durchschnittsenergie. Berechnet
wird. [12] räusch). [12] net; dabei ist aber zu beachten, dal man diese als Mittel über alle Teil-
Schallquelle, syw. *Schallgeber. [12] Schallstärke (Schallintensität) ist die die als akustischer Widerstand (1 chen innerhalb eines abgeschlossenen
Schallradiometer, Gerät zur Messung Schallenergie, welche durch eine akustisches Ohm = 1cm? gs) be- Volumens, so gewinnt man das S.
des Schallstrahlungsdruckes. S. Ultra- senkrecht zur Ausbreitungsrichtung zeichnete Größe g v - im Gegensatz 191 1
schall. [12] des Schalles stehende Fläche der Grö- zum Ohmschen Widerstand — keine W235 uvimzuv
Schallreflexion. Schallwellen werden Be 1.cm?/s hindurchgeht, Sie ist gleich Energie in Wärme umwandelt, also
beim Auftreffen auf ein Hindernis der Schalleistung je cm? und wird in kein eigentlicher Widerstand ist. Beim (W Energie, N Gesamtzahl der Teil-
nach dem *Reflexionsgesetz reflek- Wicm® gemessen. Die Schallintensi- senkrechten Auftreffen von Schall- chen im Volumen, # Molekülmasse,
tiert, und zwar nicht nur in festen tät J steht bei ebenen Wellen mit der wellen auf die Grenzfläche zwischen vn Geschwindigkeit des n-ten Mole-
Körpern oder Flüssigkeiten, sondern Schallamplitude A, der Schallschnel- zwei Medien mit den S. gıvı und küls). Nimmt man aber das Mittel
auch an Grenzflächen von Gasen (2. lenamplitude U und der Schallwech- a va wird der Reflexionsgrad R durch von den Energiebeträgen, die jedes
B. Luftschichten verschiedener Dich- seldruckamplitude P in den folgenden die Beziehung einzelne Teilchen im Laufe der Zeit
te). Eine wichtige technische Anwen- Beziehungen: _guvı anı Fre so gewinnt man das Zeit-
dung der $. ist das *Echolot. S. a. 1 Bı vu + ge ve
mittel
Echo und Raumakustik. [12] Imtovara-dovur- bestimmt; es tritt also keine Reflexion 1 1 4
Schallschluckgrad, s. Schallschluk- Weguregan.
kung und Raumakustik. „E__pU auf, wenndie S. beider Medien gleich
Schallschluckung heißt die Vernich- Dev 2° sind. Der. der Luft ist 43g- cm#s!, DerVergleich der Ergebnisse der bei-
tung von Schall durch absorbierende wobei bzw.v die Dichte und Schall- der von Wasser 1,46 - 10° und der von den Betrachtungsweisen ergibt, daß
Stoffe. Als Schallschluckgrad wird geschwindigkeit des Mediums und ® Eisen sogar 3,9.10°gcm®s"; in der Scharmittelwert der kinetischen
beim Auftreffen von Schall auf eine stark schallabsorbierenden Medien Energie eines Teilchens gleich dem
Wand das Verhältnis der nichtrück- die Kreisfrequenz bedeuten. Das @,,B. Gummi) ist der S. komplex. zeitlichen Mittelwert ist. Darauf
kehrenden zur auftreflenden Schall- seiner
menschliche Ohr kann im Bereich gründet sich die statistische Mecha-
stärke bezeichnet. Der Schallschluck- (etwa maximalen Empfindlichkeit Schaltdioden dürfen nur geringe Trä- nik. Sie erhebt zum Grundsatz, daß
grad ist allg. stark frequenzabhän- 10-% W/cm? 2000 Hz) noch eine $. von gerspeicherung in den Diffusionsge- an Stelle der Verfolgung des Ablaufs
gig. So ist z. B. die Schallabsorption 10* W/cm? istwahrnehmen;eine $. von bieten besitzen (s. Kristallgleichrich- einer Bewegungeines einzelnen Mo-
poröser Stoffe bei tiefer Frequenz ge- Im Ultraschallbereich
gerade noch ertragbar. ter, Absatz e B). [37]
Schalttransistor, *Transistor für leküls Statistik über eine große Zahl
Ting; sie nimmt in einem bestimmten leicht S. in Flüssigkeiten lassen sich von gleichartigen Teilchen gemacht
Frequenzgebiet stark zu und erreicht Wi/cm? und mehrerreichen. [12] von 10 Schaltzwecke. Der Zustand geringen werden kann. Das hat zur Voraus-
schließlich bei hohen Frequenzen den Schallstrahlungsdruck, s. Schalldruck Stromflusses entspricht »aus«, der- setzung, daß zeitliche Verteilung
optimalen Schallschluckgrad1. jenige großen Stromflusses »ein«. Für der Geschwindigkeiten eines Mole-
Li. Trendelenburg, F.: Akustik. 2. Aufl, und Ultraschall. die Emitterschaltung bezieht man sich küls dieselbe ist wie die Verteilung
Berlin 1950. [12] Schallwechseldruck, s. Schalldruck. auf den Kollektorstrom. Für schnelle der Geschwindigkeiten auf eine große
Schallschnelle nennt man in der Aku- Schallwellen, wellenförmige Ausbrei- Schaltvorgänge wirkt schließlich die Zahl von Molekülen in einem einz
stik die Geschwindigkeit der hin- und tung einer Störung des Kräftegleich- in den Diffusionsgebieten, besonders gen Augenblick. Die Erfahrung zeigt,
“0 9
Schaufelgitter
Schatten
daß diese Annahmerichtig ist. $. a.
auf Grundder Prozesse *Bremsstrah- nenschauer auch harte oder durch-
hierzu Zeitgesamtheit. [7]
ten. Das S. reicht im Auflösungsver-
mögen nicht an das gewöhnliche lung und *Paarbildung sehr stark dringendeS.
Schatten, s. Kernschatten, Halbschat-
vermehren (s. Elektronenschauer). Jeder Luftschauer enthält als sog.
ten, Schattenprojektion.
Durchstrahlungsmikrokop heran. [35] Die Mindestenergie, die zur Auslö- harten Kern #-Mesonen und Proto-
tion. Infolge der ge- sung dieser Prozesse in großer Zahl nen; die weitaus größte Zahl von
Schatteneflekt, Schattenkegel. Gela- radlinigen Ausbreitung des Lichtes notwendig ist, ist abhängig vom Ma- Teilchen besteht aus Elektronen und
dene Teilchen, die im Rahmen der
enmens>
entwirft ein Gegenstand, der von terial. Sie muß in Luft über 100 MeV
kosmischen Strahlung auf die Erde einer kleinen Lichtquelle zestrahlt liegen, in Blei dagegen nur über 7 ‚t. Heisenberg, W. W.: Vortr
LieMeinberg,
treffen, beschreiben im geomagneı wird, einen verhältnismäßig scharf MeV.Die ständige Unterteilung der Janosy, L.; Cosmic Rays. Öxlord 190.
schen Feld recht komplizierte oszillie- begrenzten Schatten. Die Schatten- Energie als Folge der obigen Elemen-
rende Bahnen. Fragt man nachkom- de- grenze ist um so schärfer, je kleiner tarprozesse bewirkt eine starke Ab-
nen, die, aus dem Unendlichen Punkt P
die Lichtquelle ist. Davon abgeschen sorption der Elektronenschauer. Man Schauerelektronen sind die Elektro-
nen und Positronen, die zu einem
mend,in einem bestimmten darunter kann aber das durch Beugung an dem nennt sie daher weiche S. (s. a. Kas- *Schauer gehören. [7]
endigen würden, so gibt es Gegenstand abgelenkte Licht die kadentheorie). Neben Elektronen-
solche, die im Laufe der mehrfachen Schärfe der Schattengrenze beein- schauern spricht man auch von *Me- Schaufelgitter, regelmäßige, endlose
Oszillationen die Erde durchsetzen trächtigen. Ebenfalls als S. ist die Ab- sonenschauern, bei denen sich zwar ‚Anordnung von *Tragflügeln, entwe-
würden. Derartige Bahnen sind aus- bildung eines Gegenstandes mit der die Schauerteilchen, die #-Mesonen, der in unendlicher gerader Reihe (un-
geschlossen, da die Teilchen in der *Lochkamera aufzufassen. Das auf durch Wechselwirkung mit Materie endliches S.) oder im geschlossenen
Erde absorbiert werden. Von P aus de Auffangschirm entstehende ihrerseits nicht vermehren, aber von Ring (ringförmiges S..- Ringförmige
erscheint in dieser Richtung der »Bild« eines ÖObjektpunktes ist die energiereichen Nukleonen auf dem Gitter werden in den Strömungsma-
»Schatten« der Erdkugel; man spricht Projektion des Loches von dem Ob- Umweg über x-Mesonen in großer ‚schinen (Turbinen, Kreiselgebläse und
vom Schattenkegel der Erde. Das jekipunkt aus auf den Auffangschirm. Zahlerzeugt werden, wenn diese auf „verdichter) verwendet. Auch Propel-
Phänomen bezeichnet man als Schat- Materie treffen. Die Nukleonenener- ier sind als S. aufzufassen. Sind end-
teneffekt. Je nach der geomagneti- Schattenschild, Begriff der Kerntech- gio muß größer als 1000 MeVsein. liche gerade Gitter zwischen Seiten-
schen Breite können Raumwinkel mit nik für eine Teilabschirmung von Teilchen mit extrem hohen Energien wänden eingeschlossen, die nach
erlaubten und verbotenen Richtungen Strahlenquellen, einschließlich Kern- kommen in der kosmischen Strahlung Stromlinien geformt sind, so können
miteinander wechseln. $. a. Halb- reaktoren, DerS.ist meist so bemes- vor. Daher entstammt der Schauer- sie ebenfalls als unendliche Gitter be-
schattengebiet. [17] sen, daß Instrumente oder lebende begriff mit seinen verschiedenenAttri- ‚handelt werden.
Schattenläufer, s. Skiodromen. Objekte sich im »Schatten« von ge-
Schattenmethode. Ein druchsichtiger eigneter Materie befinden und eine
Dosis unterhalb der zulässigen Werte
Körper, der Unregelmäßigkeiten der
optischen Dichte, also des Bre- erhalten. Nach anderen Richtungen
ist die Strahlenquelle nicht oder kaum
chungsexponenten (Schlieren), ent- abgeschirmt. S. sind für die Verwen-
hält, wird mit einer punktförmigen
Lichtquelle durchleuchtet. Auf einem dung von Kernreaktoren und Isoto-
penbatterien zur Energieversorgung
Bildschirm kann man dann ein Schat- vonSatelliten - z. B. Fernsehsatelli-
tenbild der Dichteunregelmäßigkeiten ten - vorgesehen. Sie sind im Hin-
auffangen, das einer Schlierenauf- blick auf minimale Masse angelegt.
nahmeähnlich ist (s. Schlierenmetho- Die elektronische Ausrüstung (Halb-
de). Die $. ist einfacher, aber un- leiter) bestimmt die zulässige Strah-
empfindlicher als die Schlierenmetho-
de. lenmenge, die jenseits des S. zugelas-
Lit. Dvorak: Wied. Ann. Bd. 9 (1880), sen werden kann.S. a. Schild. [7]
S. 502. [11] Schattenstreuung, s. Diffraktions-
Schattenmikroskop. Ein *Elektronen- streuung.
mikroskop, bei dem das Objekt nicht Schauer. Analog demn alltäglichen Be-
in der üblichen Weise abgebildet griff eines Regenschauers spricht man
wird. Die Elektronenlinsen dienen in der Physik der Elementarteilchen
hier dazu, ein stark verkleinertes Bild von einem S., wenn diese in größerer
der Elektronenquelle zu erzeugen. Zahl gleichzeitig mehr oder weniger
Aufdiese Weise erhält man eine fast parallel in ein bestimmtes Raumge-
punktartige Quelle. Die von diesem biet einfallen. Die Schauerteilchen
Abb. 1
Punkt ausgehenden Elektronen haben einen gemeinsamen Ursprung.
durchsetzen nun das Objekt und bil- Die Entstehung einer großen Zahl buten der Beobachtung dieses Phä- Am. einfachsten ist die Strömung
den es durch Zentralprojektion auf von Elementarteilchen setzt zunächst nomens in der Lufthülle unserer durch das unendliche $. zu übersehen
einen dahinter befindlichen Schi eine sehr große Energie für das aus- Erde. Räumlich besonders ausge- (Abb. 1), wenn auch die Schaufellän-
(geometrisch) stark vergrößert ab. Die lösende Teilchen voraus. Sodann dehnte energie- und teilchenreiche $. ge unendlich groß angenommen wird.
‚Abbildungsgüte wird dadurch beein- müssen diese die Eigenschaft einer nennt man »große *Luftschauerc. Es liegt dann eine »ebene« Strömung
trächtigt, daß der Quellpunkt doch starken Wechselwirkung mit Materie Mesonen werden sehr wenig absor- vor. Die Schaufeln sind um den Win-
eine endliche Ausdehnung besitzt und haben. Diese kommtin erster Linie biert, Daher nennt man die Meso- kel 0, den Staflelwinkel, gegen die
daß Beugungserscheinungen auftre- Elektronen und Photonen zu, die sich
93
2
Schaufelgitter Scheibenröhre
Normale zur Gitterrich tung_ einge- Kutta und Joukowski (s. Kutta- Dem wirkt man durch Zusatz geeig-
numerische Verfahren zur Verfügung;
stellt. Die Zuströmung ist im Unend- Joukowskischer Satz): diese basieren auf den komplexen neter Antischaummittel entgegen.
lichen parallel und hat die Geschwi n- F=eTwn. Methoden der Strömungslehre (s. Po- ‚Auch mechanische und thermis
digkeit wı mit dem Winkel &; gegen Bei ringförmigen S. sind der Einfluß tentialströmung) oder auf der *Sin- Verfahren werden zur Schaumzersti
die Normale; die Abström ungim Un- der Fliehkraft und Wirkung Um der „ularitäten-Methode. - Für kompres- rung angewandt.
endlichen ist wieder parallel mit ws Fächerung sible Strömungen durch S. benutzt Durch kapillaren Sog und Schwer-
und as. Die Aufgabe und Wirkun g zu berücksichtigen.
Potentialströmung zu erhalten, man die Berechnungsverfahren der kraft wird Flüssigkeit aus den Lamel-
des Gitters beruht,abzulen darin, die Strö- die, man wu r = const machen(r Ra-
"Gasdynamik (s. a. Charakteristiken- len abgezogen; sie werden dünner
mung um ı-as ken. Dabei muß betrachteten Schaufel- verfahren). Bei Überschalldurchströ- und zeigen schließlich Interferenzfar-
ändert sich aus Kontinuitätsgr ünden schnitts). Man
dius des
erreicht dies durch mung tritt auch bei reibungsfreier ben (z. B. Seifenschaum).
die Geschwindigkeit wıundunddamit der passende »Verwindung« der Schau-
Strömungein *Strömungswiderstand, S. spielt eine Rolle z. B. in Küche
Druck, Zerlegt man war in Nor- fein. ws in die der *Wellenwiderstand, auf, der und Konditorei (Speiseeis), beim
Komponenten waı und nten«)
durch die auftretenden *Verdich- Waschprozeß, im Feuerlöschwesen,
‚malenrichtung (»Axialkomponeund wuz
tungsstöße verursacht wird; aus die- bei der *Flotation, im Bauwesen
sowie die Komponenten wu sem Grunde mußhier bei der Berech- (Schaumbeton, Kunststoffschäume,
in Gitterrichtung (»Umfangskompo- nung die Anisentropie des Strö- besonders als Isoliermittel). Metall-
so folgt zunächst aus der
nenten«),itätsgle mungsfeldes berücksichtigt werden. schäume werden u. a. im Flugzeugbau
*Kontinv ichung Lir. Weinig, F.; Die Strömungdurch die und in der Elektroindustrie ange-
War = Wer = Wa. . Schaufeln der Turbomaschinen. Leipzig
1935. - Keller: Axialgebläse vom Stand-
wandt. Man stellt z. B. Aluminium-
Damit ergibt die *BernoulStrömu lische Glei- punkt der Tragflügeltheorie. Zürich 1934. schaum mit der Dichte von 1,5, Kup-
i reibungsfreier ng Schlichting, H.: Berechnung der rei- ferschaum bis zu 0,7 kg/dm® herab
k bungslosen inkompressiblen Strömung her. Für einen solchen Aluminium-
und hinter dem für ein vorgegebenes, ebenes Schaufe- schaum erreicht man bei geschlosse-
@ı, pa Druck vor ‚itter. VDI-Forsch. H. 447 bei
(1955). - Betz, nem Gefüge 80% der Druckfestigkeit
Gitter; Dichte). Für die Axialkraft A.: Einfluß der Elastizität Gasen auf des kompakten Metalls, während die
auf die Schaufel folgt aus dem *Im-
die
die Wirkung von Schaufelgittern. Ing.- Zerreißfestigkeit stark zurückgeht.
pulssatz der Strömungslehre (s. die Arch. (1947/48), S. 249-254. - Weise, A.:
Überschallaxialverdichter. "Ber. 171 der Lır. Ullmanns Encyklopädie der techn.
gestrichelte Kontrollfläche), da Lilienthal-Gesellschaft (1943). - Brieden, Chemie. Bd. 6. München Berlin 19:
Bewegungsgröße sich nicht ändert K.: Die anisentrope Überschalldurch- Seite 5i3515, Manepold, E.:, Kap
Pa = a (pı — p2) = "Isa @ (win = wi) strömung des Streckengitters. Z. f. ang. larsysteme, Band1. Heidelberg 1955. 8.
Math. u. Physik (1958), S. 132-161. [11] 435-476. - Gaden,E.L.: Foamsin Che:
(a Schaufelteilung) und für die Um- mical Technology. Chem. Engng. 63
Feneskraft, da kein Druckunterschied Schaum. Unter $. versteht man eine
konzentrierte Verteilung gasgefüllter
(1956), 10, 173-184.[9]
wirksam ist, Blasen (Gasdispersion) in einem flüs-
Schaumtrennung, s. Schaum und Flo-
tation.
Pu = ga wa (wu — wu). Abb. 2. Strömung durch ein Schaufelgit- sigen oder festen Medium. Dabei sind
Führt man die *Zirkulation 7’ einer Zuströmur
ter (Schlierenaufnahme). hallges Oberflächenspannung, Viskosität und
Scheibe, Adolf. Dt. Physiker. Geb.
9. 3. 1895 in Zeulenroda/Thür., gest.
Schaufel ein (bestimmt längs der von links oben mit Untersc chwii
Konzentration von maßgeblichem 20. 4. 1958 in Berlin. Direktor und
strichpunktierten Linie) digkeit, Abströ mung mit
schwindigkeit. Die Verdich
Überscha
tungswell
llge-
Einfluß. Vizepräsident der Physikalisch-Tech-
T = a (wa = wa), lseiten laufen
auf den hohlen Schaufe Ist die Volumenkonzentration des nischen Bundesanstalt. Sein Arbeits-
so kann man für die Kräfte auch einem Verdichtungsstoß zusammen. Mar-
vor den Schaı
kierung der Staupunktewellen
Gases bei homodisperser Verteilung
kleiner als 74%, so werden die Gas-
gebiet waren Hochfrequenztechnil
schreiben felnasen. Zwei Schwanz von Quarze und deren Anwendung in
[Pal = "20T (wur + wu) = @T wun, Hinterkante ausgehend. Ablenkung blasen unter dem Einfluß der Grenz- Quarzuhren. Durch Feinmessungen
Pu= 7 w. Totwassers an der Schaufelhinterkanı ächenspannung kugelförmig (Kugel- gewanner neue Erkenntnisse überdie
schaum). Bei größerer Gaskonzentra- Erdrotation. [43]
Die vektorielle Zusammensetzung Abgehobene Kopfwellen im
Überschallgebiet vor den Schaufel \ion verformen sich die Blasen wa- Scheibenröhre. Um *Elcktronen;
von Pa und Pu liefert für die resul- Reflexi on derselben auf, der,konvex benförmig und suchen sich der ren herkömmlicher Funktionswe
tierende Kraft F der Größe nach ufelseite. inten eine röl
Gleichgewichtsstruktur des Polyeder- (Gegensatz: *Laufzeitröhren) noch im
F=or yvuitwin=orlmm|, an mit abgehobener Kopfwelle
(nach Weise) ‚chaums zu nähern, der exakten ma- dm- und cm-Wellen-Bereich verwen-
wenn |wm| den Betrag des Geschwin- Wegen ihrer großen technis chen Bx 'hematischen Gesetzen gehorcht. den zu können, muß man ihnen be-
digkeitsvektors im bedeutet, den man deutung sind die Strömungen du $. besitzt eine große Oberflächen- sondere Bauformengeben. Bei den zu
durch Zusammensetzung der halbenF S. experimentellcht und theoretisch energie, ist also wenig beständig. Man diesem Zweck konstruierten S.
Vektoren von wı und wa erhält.den ‚gründlich untersu worden . Für di kann die Stabilität durch besondere (Scheibentrioden) stehen sich Katho-
steht senkrecht zu wm. DurchRich- experimentellen Untersuchung en wei Zusätze erhöhen,welche die mechani- de, Gitter und Anode in Form von
Einfluß der Reibungwird diese -"Windkani 'he Festigkeit, die Elastizität und die Scheiben dicht gegenüber. Die Schei-
tung etwas geändert. . den besonders Gitter nung igkeit vergrößern. ben treten durch den gläsernen Va-
Beim Grenzübergang zu unendlich verwendet. - Fürdie Berech sowol ei vielen Prozessen stört das Auftre- kuummantelals Ringe nach außen,so
großer Schaufelteilung (a > ©)wird Strömungen durch S. stehen(direkt ten von $. Dem kommt heute auch daß ein direkter Einbau in konzen-
wı = wa = w, und man erhält für den der S. selbst zur g
bei Vorgabe auch, bei der Klärung von Abwässern Be- trische Wellenleiter oder Topfkreise
Auftrieb der Einzelschaufel im un- Problem) als wenn das. deutung zu, die durch stark schäu- möglich ist. Mit der S. erreicht man
endlichen Luftstrom den Satz von gebenen Randbedingung gesucht ende Waschmittel belastet werden. beikurzen Laufstrecken für die Elek-
9 9
Scheiner-Grad Scherrer
tronen (s. Laufzeiterscheinungen) fung der Isolierung ist für den Durch- Bei dem zweiten Verfahren besteht Der Scherversuch wird in der Praxis
kleine Kapazitäten und Induktivitä- schlag von Gasen und für alle kurz- die Schaltung aus einem kapazitiven meist so ausgeführt, daß ein oder
ten des Elektrodensystems, ein- zeitigen Beanspruchungen der Schei- Teiler mit dem H ungskon- zwei scharfe Messer unter sicherer
schließlich der Anschlüsse. [19] telwert der Hochspannung maßge- densator Cı und dem Niederspan- Führung und Probenlagerung ver-
Scheiner-Grad,s. Sensilometrie. bend. Nun wird bei der Hochspan- nungskondensator Cr. Die an Cs ab- wendet werden. Die Vorrichtung kann
Scheinerscher "Versuch. Der S. V. nungsprüfung vielfach immer noch gegriffene Spannung wird gleichge- nur durch Zug oder Druck betätigt
dient zur Bestimmung der Akkomo- stillschweigend angenommen, daß die richtet; sie lädt einen Kondensator
dationsbreite, des menschlichen Auges. Spannungskurve praktisch sinusför- auf den Scheitelwert auf, der entwe- Da a keinkein eindeutiger
leutiger B Beanspruchungs-
ch
Betrachtet man einen feinen Gegen- mig ist und nicht darauf geachtet, daß der mit einem statischen’ Spannungs- zustand vorliegt, wird die zum Ab-
stand, z. B. eine Nähnadel, durch ein die verzerrte Spannung nicht aus- messer oder über einen sehr hoch- scheren erforderliche Höchstkraft
Kartenblatt, in das man zwei feine nahmsweise auftritt, sondern die Re- ohmigen empfindlichen Spannungs- Fax gemessen. Es ergibt sich aus ihr
Löcher mit einem Abstand, der klei- gel darstellt. Meistens ist auch die messer, dessen Skala ebenfalls in kV die S, 7. bei einschnittigem Versuch
ner als der Pupillendurchmesser ist, Spannun‘, auf der Hochspannungs- geteilt ist, gemessen wird (Abb.3). zu p
gestochen hat, dann sieht man diese seite des Prüftransformators stärker Bei einem weiteren Verfahren wird m
in allen Entfernungen, auf die das verzerrt als auf der Unterspannungs- die an C» abgegriffene Spannung an
Auge noch akkommodieren kann, seite, so daß die S. stets auf der cin Röhrenvoltmeter gelegt, indem die bei zweischnittigem Versuch zu
einfach, außerhalb des Akkommoda- Hochspannungsseite vorgenommen Spannung an das Gitter einer Röhre Faaz
tionsbereiches aber doppelt. Man werden sollte. Das gebräuchlichste gelegt wird, bei der an der Kathode unyn
kann also den Akkommodationsbe- Verfahren der S. bei technischer Fre- ein Kondensator mit parallelgeschal-
reich leicht ermitteln, wenn man die quenz war früher wegen ihres einfa- tetem Widerstand liegt. Der Konden- Dabei ist jedoch angenommen, daß
Nähnadel aus größerer Entfernung chen Aufbaus das Messen mit der sator lädt sich proportional dem die Spannungsverteilung über den
so weit dem Auge nähert, bis das *Kugelfunkenstrecke. Jedoch ist ihre Scheitelwert der Meßspannung auf. Querschnitt As der Probe gleichmäßig
Netzhautbild_ eben anfängt, doppelt Genauigkeit im günstigsten Falle nur Seine Gleichspannung wird nun einem ist, was aber nicht zutrifft. Diese Un-
zu werden. [17] + 3%; fernerist eine direkte Ablesung Gleichspannungsverstärker zugeführt, igkeiten müssen jedoch für die
Scheinkraft, s. Trägheitskraft und Re- nicht möglich. Daher werden heute dessen Strommesser ebenfalls in kV *Werkstoffprüfung in
lativitätstheorie, Einsteinsche. .andere Verfahren angewendet: eingeteilt ist (Abb. 2). Kauf genommen werden. Es hat des-
Die elektrische *Lei-1. S. mittels Messung des Ladestro- Die Meßbereiche können durch Ein- halb die S. auch nur die Bedeutung
stung eines Wechselstromes ist Uerr mes eines Kondensators und schalten verschiedener Kapazitäten Cz einer vergleichenden Kennzahl.
Tut cos 9, wobei @ die Phasenver- 2. $. mittels Messung der Ladespan- geändert werden. Die Genauigkeit Der Scherversuch selbst hat auch nur
schiebung zwischen Strom und Span- nungeines Kondensators, der über dieser S. kann besser als + 2% sein.
nungist. Als S. bezeichnet man das einen Gleichrichter auf den Schei-, Lir, Bouwers: EI. Höchstspannungen.
:
h de telwert aufgeladen wird. Berlin 1939. - Böning, P.: Das Messen
Bei dem ersten Verfahren, das zuerst‘ hoher„giekr. Spannungen. Karlsruhe
von Chubb und Fortescue angegeben Scheitelwert (Höchstwert) nennt man nes, s. Viskosimetrie.
Scheinwiderstand, svw. *Impedanz wurde, wird die Scheitelspannung, den größten Betrag (Augenblicks-
des Absolutwertes des Wechselstrom- wert), insbesondere einer elektrischen genes, s. Viskosimetrie,
widerstandes. [2] Wechselgröße, während einer Periode Schering-Brücke, s. Brückenschal-
Scheitelbrechwert, 5. Hauptpunkts-
brechwert. Die andere Halbwelle fließt über (s. Amplitude). [27]
Scheitelfaktor 0 einer Wechselstrom- in Gegenschaltung befindliche Ventil- Schellbach-Streifen, Hilfseinrichtung tung.
Scherkraft bewegter Luft, s. Schub-
größe ist das Verhältnis des *Scheitel röhre ab. Der Scheitelwert der Span- zur Ablesung des Flüssigkeitsstandes spannung
wertes Im zum Eflcktivwert I. B nung ist U = (1/2) fC (i Ladestro: in einem Rohr. Der besteht aus Scherrer, bewegter Luft.
einem einwelligen Sinusstrom ist in A,f Frequenz in Hz und C Kapa- einem auf das Rohr in seiner Längs- Geb. 3. 2. Paul. Schweiz. Physiker.
= Im/1 = 1,414. Bei dreieckigem tin F). Kennt man / und C, achse aufgeschmolzenen weißen 25. 9. 1969 1890 in St. Gallen, gest.
in ‚Zürich. 1919 Priv.-
Kurvenverlaufist @ = Im/l = 1,73. Emailglasstreifen, der einen schmalen Doz. an der Univ. Göttingen,
svw. *Schei Streifen dunklen (meist dunkelblauen) 1920 o. Prof. für Physik an der Eid-
brechwert. [18] Glases träj
Scheitelspannungsmessung. Bei den Im Flüssigkeitsmeniskus sieht man gen. Techn. Hochschule in Zürich,
Hochspannungsmessungen zur Prü- zwei aufeinanderstehende Spitzen, de- gleichzeitig Direktor des Phys. Inst.
ebd. S. war ferner Vorsitzender der
£ 4 ren Berührungspunkt der Abiese- vom Schweizer Bundesrat eingesetz-
punkt ist. [32] ten Kommission zur Überprüfung al-
Scherfestigkeit. Da bei allen Scher- ler mit der Atomenergie zusammen-
versuchen keine reinen Schubbean- hängenden Fragen. Arbeitete vor al-
spruchungen des Werkstoffes auftre- lem über Röntgen-Strahlen, Höhen-
en, sondern immer Biegeverformun- strahlen, Magnetismus und Kernphy-
‚gen mit berücksichtigt werden müs- sik. Zusammen mit P. Debye entwik-
sen, wurde der Begriff der S. definiert. kelte er eine Methode für Struktur-
Diese darf also keinesfalls mit der untersuchungen mit Röntgen-Strah-
"Schubfestigkeit als identisch angese- 1aaı (Debye-Scherrer-Interferenzen).
hen werden.
9
Scherung Schiebegleitung
Scherung. Die plastische *Verfor- Scherungsdeformation. Bei dieser pla- mögen von Spiegeln vermehren. D.$. ser. Bei 20 W Belastungsfähigkeit be-
mung, die auf Grund der Wirkung stischen *Verformung handelt es sich dienen zur Bestimmung optischer trägt die Länge etwa 15 cm,der Rohr-
kleiner *Schubspannungen auftritt, um eine reine *Schubverformung; es Konstanten oder zur Konstruktion durchmesser etwa 25 mm.’S. werden
wird häufig als S. bezeichnet. Geo- dürfen deshalb auch nur *Schubspan- von Interferenzfiltern oder Polarisa- in der Rundfunktechnik und im Ap-
metrisch gesehen, ist die mechanische nungen auftreten. Sie ist bei verschie- toren. Besonders aufschlußreich sind paratebau in großem Umfang ange-
*Zwillingsbildung, wie sie durch eine denen Vorgängen in *Kristallen zu auch Untersuchungen über den elek- wendet.
einfache *Schiebung zustande kommt, beobachten (s. Scherung). [15] rischen Widerstand d. S., vor allem Sehr hohe Widerstände der Größen-
ebenfalls eine *Scherungsdeforma- Scherungsmodul, svw. *Schub- oder über den Eintritt der *Supraleitung ordnung 10:0 Q erhält man durch Nie-
tion. [15] Torsionsmodul. [15] bei ihnen und die Eigenschaften im derschlageneinersehr dünnen Platin-
Scherung der Magnetisierungskurve. Scherungswellen, svw. *Quer- oder supraleitenden Zustand. schicht auf einem Bernsteinstäbchen
Bei der experimentellen Bestimmung Transversalwellen. [11] Die Herstellungd.$. geschieht haupt- (Krüger-Widerstände). [26]
der Magnetisierungskurve (s. Hyste- Scherzersche Korrektur. Das Ver- sächlich durch Aufdampfen im Va- Schiebegleitung. Wird ein *Kristall
resis) wird die *Magnetisierung M als fahren bezieht sich auf den Öffnungs- kuum, durch *Kathodenzerstäubung, lediglich durch Schubkräfte parallel
Funktion des durch eine Stromspule fehler der elektronenoptischen Ab- durch Ausbreitung von Tropfen auf zu einer *Gleitebene und in *Gleit-
erzeugten Magnetfeldes H,» bestimmt. bildung,entsprechendder sphärischen Flüssigkeitsoberflächen, durch *Elek- richtung verformt, d.h. ohne eine
Man interessiert sich jedoch für die Abweichung in der geometrischen Op- trolyse oder durch chemische Metho- Drehungder Gleitebenen, so bezeich-
Magnetisierung als Funktion der in- tik. Sie setzt bei Aperturen von etwa den. net man diese Verformungsart nach
neren Feldstärke Hı= Hm —- NM, 5.10% ein und zieht eine schnell Lır. Mayer, Physik dünner Schich- Bausch als S. Experimentell wurde
wobei N der Entmagnetisierungsfak- wachsende Verschlechterung des Auf- ten. 2 Bde. Stuttgart 1950 und 1955.[16] diese *Verformungzuerst von Bausch
torist. Die Umzeichnung der experi- lösungsvermögens nach sich. Der Öff- Schichten, orthochromatische und an Zinnkristallen verwirklicht. Man
menteil aufgenommenen Kurve auf nungsfehler ist nach dem Vorschlag panchromatische, s. Sensibilisierung. nennt diese experimentelle: Anord-
die unabhängige Variable H; nennt von Scherzer zu beheben, wenn man Schichtkristalle, s. Kristallwachstum. nung, welche die Abb. 1 zeigt, auf
man S, Zeichnet mansich in das M, auf das einfache rotationssymmetri- Schichtströmung, s. Viskosimetrie Vorschlag von Dehlinger häufig
Hu-Diagramm die durch die Glei- sche Feld der Elektronenlinse verzich- und Rheometrie, Bausch-Anordnung. Dabei wird der
chung H-=NM_ bestimmte Sche- tet und statt dessen hintereinander Schicht, umkehrende,tiefste Schicht Kristall_in Richtung des Pfeiles ge-
rungsgerade OS ein (s. Abb.), sowird geschaltete elliptische Felder benutzt. der *Chromosphäre in der Atmo- dehnt. Es ist H der Kristallhalter, F
Zwischen diesen ist also das abbi sphäre der *Sonne, Früher war man die Kristallfassung und K der Kristall
dende Büschel zunächst astigmatisch der Meinung, daß in der u. S. das ur- mit seinerfreien Gleitschicht d 6. allg.
und wird dann nach dem Durchlau- sprüngliche Emissionsspektrum der (,5-2 mm). Bei Untersuchungen von
fen der letzten zylindrischen odertori- Sonne in ein Absorptionsspektrum Röhm und Kochendörfer (1950)
schen Elektronenlinse wieder zur umgewandelt würde und leitete dar- wurden durch besondere experimen-
astigmatismusfreien (stigmatischen) aus den Namen ab. Heute besteht telle Anordnungen freie Gleitschich-
Vereinigung gebracht. [35] dieser Name nicht mehr zu Recht, da ten bis zu 50 mm untersucht, wobei
Schichten, dünne. Die in einer Ober- man zu der Annahme gezwungen der Verformungszustand »homoge-
flächenschicht eines Körpers befinc wurde, daß die Absorptionen schon
lichen Atome, Moleküle oder Ionen früher entstehen, also in Schichten,
stehen unter dem Einfluß anderer die wesentlich tiefer als die Chromo-
Molekularkräfte als die Bausteine des sphäre liegen. [5]
die Abszisse MıA durch sie in die Körpers im Innern. Die Dicke einer Schichtwiderstände bestehen aus
Abschnitte NMı und H_ unterteilt. solchen Schicht entspricht der Reich- Halbleiterschichten (Kohle), die auf
Der horizontale Abstand des Kurven- weite der Molekularkräfte. Wenn zylindrischen Stäbchen oder Rohren
punkts A von dieser Geraden ergibt nun die Ausdehnungeines festen oder aus keramischem Isolierstoff nieder-
also das innere Feld Hı. Bei derS. flüssigen Körpers in einer Raumrich- geschlagen werden und an den Enden
muß nun jeder Kurvenpunkt um die tung so gering ist, daß seine Baustei- mit Drahtanschlüssen, Lötfahnen Abb. 2. Schubverform-
Strecke NMı nach links verschoben ne sämtlich unter diesen besonderen oder Schellen versehen sind. Die lei- ter Naphthalinkristall.
werden. Die gescherte Magnetisie- Bedingungenstehen, spricht man von tende Schicht ist häufig durch eine Seitenansicht des aus
rungskurye erhält mandirekt, indem einer d. S. Die physikalischen Eigen- Glasierung geschützt; zuweilen ist sie einer Fassung freigeleg-
schafteneiner d. S. weichen z. T. we- ten Kristalls
manzunächst die durch die Gleichung auch ganzoder teilweise offen und mit (aus Kochendörter)
H = — NM bestimmte Scherungsge- sentlich von denen des kompakten Abgreifmöglichkeiten (Schleifköntakt)
rade OS’ zeichnet und den zu einem Materials ab. Die Kenntnis der Ei- versehen. Durch Einschleifen einer
‚gemessenen Wert von Hır gehörigen genschaften d. S. ist in vielfacher Be- schraubenförmigen Nut in die leiten-
Wert der Magnetisierung M von ihr Ziehungvonphysikalischem und tech- de Schicht erhält diese die Form eines
aus nach rechts abträgt. - Während nischem Interesse. Die meisten Unter- aufgewickelten Bandes; ihr Wider-
der Flächeninhalt der Kurve und die suchungen über d. S. betreffen ihre stand ist dann entsprechend höher.
Koerzitivkraft bei der S. erhalten optischen, elektrischen und magneti- Die Dicke der Kohleschichtliegt in
bleiben, können Remanenz und An- schen Eigenschaften. Mit Hilfe d. S. der Größenordnung 10“ mm. Es sind
erheblich geändert kann man z. B. bei optischen Instru- Widerstandswerte zwischen 10.2 und
menten das Reflexionsvermögen der etwa 100 MQ gebräuchlich. S. von !/s
Lır. Becker, R., und W. Döring: Ferro- Oberflächen von Linsen oder Filtern W Belastungsfähigkeit haben etwa
magnetismus, Berlin 1939, [2] vermindern oder das Reflexionsver- 16 mm Länge und 5,5 mm Durchmes-
9 62]
Schiebekondensator s Akterröü
ner« zu sein scheint als bei der ur- Dies geschieht unter der Einwirkung während der Dehnungdurch die da-
sprünglichen Bausch-Anordnung. der scherenden Kraft durch ein Um- mit verbundene Drehung des Gitters steht gewöhnlich aus Schwerbeton,
der gleichzeitig als Bauelement aus-
Abb.2 zeigt einen in der Bausch-An- klappen eines Teiles des Kristalls in kam, wieder in eine günstige Lage ge-
ordnung von Kochendörfer verform- Zwillingsstellung. Dabei ist die Ebene, langte und dadurch erneute ausgie-
genutzt werden kann. Mitunter er-
setzt man Sand und Kies zur Erhö-
ten Naphthalineinkristall. auf der sich der deformierte und der bige Dehnung möglich wurde. In die- hung der Schirmwirkung teilweise
Bei der reinen S. tritt keine Verbie- nichtdeformierte Kristallteil berüh- ser Weise wickelt sich die Nachdeh-
gung der *Gleitlamellen wie bei den ren, ebenso wie die Schiebungsrich- nung der Zinkkristalle ab. Von den
durch dichteres und stärker wasser-
haltiges Material (z. B. gewisse Sorten
inhomogenen Verformungsarten und tung kristallographisch definiert. Die Deformationszwillingen müssen al- von Raseneisenstein und Schrott). [7]
damit auch kein. "Laue-Asterismus Abb. zeigt ein Modell der einfachen lerdings die Wachstumszwillinge un-
auf. S. nach Mügge. terschieden werden, die häufig nach- Schiller, Schimmer, s. Kristallfarbe.
Bei der Bausch-Anordnung ist die träglich durch *Rekristallisation ent-
äußere Kraft F proportional zur stehen. Weitere Einzelheiten s. bei
Schirmbild-Verfahren. Das S. nach
Holfelder photographiert mit einer
*Schubspannung z: Zeillingsbildung, mechanische. Kleinbildkamera das Bild eines
z=FIA, 3 ', P.: Ann. d. Pi (Pogg) Spezialdurchleuchtungsschirmes. Das
wo A die Gleitfläche ist. Ebenfalls für 132, 441-451 (1867) und rg El Verfahren ermöglicht die Untersu-
872). — Hab. d. Experimentalphysik.
die *Abgleitung a ergibt sich dabei Bd. Sachs, G.: Plast. Verformung. chung von mehreren tausend Men-
der Wert sehr einfach, und zwar mißt Leipzig 1990. - Schmid, E., und_W. schen pro Arbeitstag, da die Bildzahl
man die unmittelbar zu a proportio- Kristallplastizität. "Berlin 1935. - lediglich von der Schnelligkeit des
nale gegenseitige Verschiebung s der Masing, G.: Lehrb. d. Allg. Metalikun- Patientenwechsels bestimmt wird. —
beiden äußersten Gleitebenen der de. Berlin 1950. {15] Die Aufnahmen werden mit sehr ho-
freien Gleitschicht mit der Dicke d, Schiefe der Ekliptik, s. Ekliptik. her Spannung (80 kV und darüber)
also schiefe Ebene, s. Maschinen, einfache. zur Erzielung eines möglichst hellen
a=sid. Schieferung, s. Umkristallisation. Bildes und mit einer Feinrasterblende
Trotz dieser 'achheit der Verhält- Schiefe von Endmaßen, s. Endmaß. ‚gemacht. Die Stromstärke richtet sich
nisse bei der S. ist die Bedeutung der Schleterammetr, svw. *Antisymme- nach der Belastungsmöglichkeit der
übrigen Verformungsarten, wie z. B. wrie. Röhre. Die Belichtungszeiten betra-
*Zugverformung oder *Stauchung, schießendes Wasser, s. Analogien für gen etwa 0,25 bis 0,5 ie Bild-
nicht herabgesetzt, sondern nur in Strömungen. formate sind unterschiedlich: 24mm
einer echten Abschätzung der Gren- Schiffskreisel, s. Schlickscher Schiffs- x 24mm auf perforiertem Film
zen der einzelnen Versuchsanordnun- kreisel. (Kleinbildformat), 31 mm X 31mm
gen sowie durch Vergleich der ver- Schiffsstabilität, s. Schwimmstabili- (Technikformat) und 63 mm X 63 mm
schiedenen Ergebnisse lassen sich wei- ur. (Mittelformat). Die Bildgüte ent-
tere Einblicke in die Verformungsvor- Mügge). Oben: Modell vor, unten: Schild (in der Reaktortechnik). Ein S. spricht natürlich nicht der einer nor-
nach der einfachen Schiebung besteht aus einem Material, malen Röntgen-Aufnahme. Der Vor-
gänge bei den Kristallen gewinnen.
Lrt. Bausch, K.: Z. f. Physik 93, 479 Es gelangen also bei der einfachen $. Durchgang von Strahlen mögli teil liegt aber in der Möglichkeit einer
(1935). - Kochendörfer, A.: Z.f. Kri- Teile eines beanspruchten Kristalls behindert; er kann speziell zum Reihenuntersuchungin kürzester Zeit,
stallogr. 97, 263 (1937). - Kochendörfer, unstetig in eine in bezug auf eine Schutz gegen y-Strahlen oder gegen wobei verdächtige Patienten anschlie-
A.: Plast. Eigenschaften von Kristallen Ebene oder Richtung symmetrische Neutronenstrahlung ausgebildet sein. Bend einer konventionellen Röntgen-
und metall. Werkstoffen. Berlin 1941. - Im ersten Fall wird er bevorzugt Diagnostik unterzogen werden kön-
Masing, Lehrb. d. Allg. Metallkun- Stellung zu dem übrigen Kristall. Da- schwere Kerne, im zweiten Fall leich- nen. [28]
de. Berlin 1950. - Röhm, F., und A. Ko- bei ist das Wesentliche eine symme- te Kerne enthalten. Der S. eines
chendörfer: Z. f. Metallkunde 41, 265 trische Lage der beiden Gitter im un- Schirmdämp! fung, s. Abschirmung,
(1950). [15] verformten und verformten Teil und. Kernreaktors muß Schutz gegen beide elektrische.
Schiebekondensator, s. Drehkonden- nicht eine Symmetrie der. äußeren Strahlenarten bieten. Man unterschei-
‚Form.Die Schiebungsbeträge der ein- det gewöhnlich den thermischen und Schirmfaktor, s. Abschirmung, elek-
sator.
Schiebung ist neben der *Gleitung zelnen Kristallteilchen sind propor- den biologischen S. Der thermische $. trische.
eine weitere Verformungsart, bei der tional ihrem senkrechten Abstand von ist dem Reaktor am nächsten. Er Schirmgitterröhre, *Elektronenröhre
plastische *Verformungen stattfinden. der Zwillingsebene. Ein Kristall er- nimmt aus der Neutronen- und y- mit vier Elektroden (Tetrode). Sie ist
Dieser Verformungsvorgang wurde leidet also bei der einfachen S. nur Strahlung soviel Wärme auf, daß er aus der Drei-Elektrodenröhre durch
an Mineralien von Reusch entdeckt ganz bestimmte Verformungen um gekühlt werden muß. Daher wird er Hinzufügen eines weiteren Gitters
und dann von Mügge eingehend an vorgegebene Beträge und kann sich aus gut wärmeleitendem Material zwischen Steuergitter und Anode
Salz- und Mineralkristallen unter- viel weniger der von außen aufge- großer Dichte hergestellt, meist einem hervorgegangen. Dieses Schutz- oder
sucht. Aber auch bei verschiedenen zwungenen Formänderung anpassen. Metall, das sowohl Neutronen wie y- Schirmgitter liegt an positiver Span-
Metalikristallen wird die S. beobach- als bei der Gleitung. Bei verschiede- Quanten absorbiert. Seine Abmessun- nung, die jedoch kleiner als die Ano-
tet. Die einfacheS. hat einen wesent- nen Metalikristallen, z. B. bei Zink, gen sind dadurch charakterisiert, daß denspannungist. Es schirmtdas Steu-
lich anderen Charakter als die Glei- wird beobachtet, daß durch eine zu- der anschließende biologische $. nicht ergitter gegen die Rückwirkung der
tung. Wird z. B. unter geeigneten Be- sätzlich auftretende einfache S. die mehr gekühlt werden muß.Dieser hat Anodenwechselspannung ab, so daß
dingungen auf einen Kalkspatkristall bei der *Deformation betätigte *Gleit die Aufgabe, die den thermischen S. der Anodenstrom nicht unnötig ver-
gedrückt, so tritt auf Grund einer ebene aus ihrer für eine weitere *Del «urchsetzende Strahlung so weit zu kleinert wird, und vermindert den
einfachen S. *Zwillingsbildung ein. nung ungünstigen Lage, in die sie schwächen, daß sie unter der physio- *Durchgriff. Der innere Widerstand
logisch erlaubten Grenze liegt. Er be- der S. wird dadurch vergrößert, was
100
101
Schirmung Schlierenmethode
sich günstig auf die Selektivität bei zustande kommen: durch technische Schwingungen in gleicher Phase lie-
sen. Die kinetische Energie der Roll- Meßkammer auf die Mattscheibe
Hochfrequenzverstärkern auswirkt, Fehler beim Entwickeln der Platte
19] (Vor- oder Nachbelichtung) od« schwingung wird dann mittels der wirft. - Ist die Meßkammer mit einem
'homogenen Medium gefüllt, so zeigt
Schirmung, s. Abschirmung, elektri- durch gleichzeitige Belichtung wi Pendeldämpfung in Reibungswärme die Mattscheibe, entsprechend der
sche. ; rend der Aufnahme durch störende umgewandelt. Allerdings verursachte Stellung der Blenden, eine mehr oder
Schlagfestigkeit, s. Festigkeit. Lichtquellen (Mondlicht, Dämm. ‚lie bremsende Rückwirkung des S. weniger große, gleichmäßige Grund-
Schlagfiguren, s. Druckfiguren. rung, irdische Lichtquellen), schließ- helligkeit. Bestehen aber in Dich-
teunterschiede senkrecht zumM Strah-
auf den Schiffskörper derart hohe Be-
Schlaghärteprüfung, s. Härteprüfung. lich auch bei Belichtungszeiten, die di anspruchungen, daß gerade bei schwe-
Schlaginstrumente, Schlagzeug, Mu- Leistungsfähigkeit des Objektivs über: iem , bei dem die Dämpfung
sikinstrumente mit Stäben, Platten steigen, da dann die allgemeine Hi der Rollschwingungen am notwendig- lengang, so wird das auf Ba gelenkte

oder Membranen, die mit Schlegeln melsheiligkeit sich summiert. Da sten gewesen wäre, der S. stillgelegt Licht gebrochen. Es kann nun ent-
weder Licht, das von Bs aufgehalten
oder Hämmern oder durch Gegenein- S. nicht restlos vermeiden lassen, werden mußte und schließlich nicht wurde, doch vorbeigehen oder Licht,
anderschlagen zweier gleichartiger bei Aufnahmen,die der photographi- mehr angewendet wurde. das an B» vorüber konnte, wird auf-
schen *Photometrie dienen, eine S.
BELEE gefangen. Auf der Mattscheibe zeigen
Lır. Föppl, A.: ZVDI Bd. 48. Düsse-
Teile zum Tönen gebracht werden. Korrektion notwendig.
Zu den Stab-S. gehören Stimmgabel, Ist die Helligkeit eines Sternes J, die .- .: Vorl. üb. Techn. sich Aufhellungen und Verdunklun-
Triangel, Xylophon und die sog. des S. AJ, dannergibt sich als resul- ‚chanik. nchen 1944. [20] gen, und zwaran Stellen,die die Bild-
Glockenspiele, zu den Platten-Instru- s Inhomogenitäten der opti- punkte der Dichteunregelmäßigkeiten
menten Becken, Gong und Glocke, zu tierende Helligkeit J’ die Summe 7 schen Dichte bzw. des Brechungsex- sind. Man bildet also direkt das Dich-
den Membran-Instrumenten Pauke 4J. Längere experimentelle Beob: ponenten in einem durchsichtigen tefeld ab. Genau genommen, entspre-
er Trommel (s. Musikinstrumente). achtungsreihen des _astrophysikali Körper. S. Schlierenmethode. [11] chen die Aufhellungen bzw. Verdunk-
schen Instituts Potsdam zeigten je
doch,daß dies nicht der Fallist, son Schlierenmethode, Toeplersche. Me- lungen den Dichte-Gradienten. Man
Schlagspaltung. Diese Verformungs- dern daß sich die resultierende Hel. 'hode zur optischen Abbildung des kann Schlierenbilder so deuten, daß
art wird bei der Untersuchung der ligkeit }’ aus einer Gleichung det Dichtefeldes in einem durchsichtigen man sich das Dichtegebirge als Relief
*Spaltbarkeit von Mineralien und Form Medium, hauptsächlich zur Darstel- vorstellt, das seitlich in einer Rich-
*Kristallen. teilweise ausgeführt. Es \ung von kompressiblen Strömungen. tung senkrecht zu den Kanten der
wird dabei eine momentane starke J=-alta Die möglichst punktförmige Licht- Schlierenblenden beleuchtet ist. Man
Belastung durch einen einzigen Schlag ergibt, wobei a < 1 ist. Dabei wird quelle Z (s. Abb.1) wird mittels des erhält dann dieselben Licht- und
auf eine Schneide ausgeübt. Bei man- kleiner bei wachsendem AJ.[5] Kondensors K auf die erste Schlie- Schattenwirkungen wie auf der Schlie-
chen Versuchsanordnungen wird je- Schlickscher Massenausgleich, s. Mas: tenblende Bı, eine scharfkantige renaufnahme. Schlierenaufnahmen
doch die Spaltung durch Aufbringen senausgleich. Schneide, abgebildet. Bı schneidet un- sind sehr anschaulich, In Überschall-
vieler Schläge kleinerer Energie er- vefähr die Hälfte des Lichtflecks ab.strömungen kann man durch Aufrau-
zielt (Summationswirkung). Ein sol- Schlickscher Schifiskreisel. Zui Durchdie Linse (besser das Objektiv hen der Wände die MachschenLii
her Versuch ist nur ein rohes Maß Dämpfung der Rollschwingungenei 9) wird das Licht parallel gerichtet sichtbar machen. Verdichtungsst
für die Güte der Spaltung, was auch nes Schiffes (Schwingungen um d und durchsetzt so die Meßkammer treten sehr klar hervor. Die quanti-
in der starken Streuung der Meßwerte durch das Metazeni M, die z. B. ein Windkanal sein kann. tative Auswertung derS.ist schwierig.
und in der nichtlinearen Abhängig- verwendete Schlick einen gebremst Die Kammerfenster Fı und F;sollen Zu Dichtemessungen bedient man
keit mit der Spaltungsoberfläche zum Pendelkreisel, der in seinem R aus schlierenfreiem Glas bestehen.
Ausdruck kommt. um eine im’ Ruhezustand lotre Durch die Linse bzw. das Objektiv Os Die S. ist viel empfindlicher als die
Lır. Tertsch, H.: Die Festigkeitseigen- Achse rotiert, während der R wird das Licht wieder konvergentge- ein ähnliches Bild liefernde *Schat-
schaften der Kristalle. Wien 1949.[15] oberhalb des Kreiselschwerpun macht undliefert ein Bild der durch tenmethode.
Schlagton der Glocke, rasch abklin- um eine waagrechte, quer im
‚gender Ton, dessen Natur noch nicht liegende Achse q pendelnd au!
befriedigend geklärt ist. Er wird in hängt ist. Schiff und Kreisel bil
großer Entfernung besser wahrge- einen zweiläufigen Verband (
nommen als in kleiner Entfernung.
Weshalb dies soist, war bislang nicht
festzustellen. Vermutlich handelt cs
Art Doppelpendel), der gekoppelt
Schwingungen ausführen kann.
bald der Seegang das Schiffzu Roll
I4
Ei&nr
% Wb
sich um einen subjektiven *Kombina- schwingungen anregt, beginnt dei Abb. 1
tionston. Näheres s. u. Glocke. [44] Kreisel mit Pendelbewegungen um
Schlagweite ist der Abstandder Elck- Achse q. Bei verschwindenderD; #ı halb abgedeckten Lichtquelle auf Farbige S. sind von Schardin und spä-
Jer zweiten Schlierenblende Bz. Das ter von Wolter angegeben worden. In
troden bei elektrischen Entladungen. fung des Kreiselpendels verlaı
Bei der *Kugelfunkenstrecke wird aus beide Schwingungen ungedämpft; Bild von B, fällt dann ebenfalls in einer Anordnung des letzteren wird
der $. die Spannungshöhe der zu mes- Phasen sind um x/2 gegeneinani ie Ebene von B»; es ist gestrichelt
eingezeichnet. Man justiert Bs so, daß eine kreisförmige, kräftig beleuchtete
senden Hochspannungermittelt. [23] verschoben. Eine Minderung der Rı Blende a gemeinsam durch die bei-
Schlagzeug, s. Schlaginstrumente. schwingungentritt erst ein, wenn di kein oder nur wenig Licht passieren den Objektive 5 und d in der Ebene e
kann. Die abgebildete halbe Licht- abgebildet, das in c befindliche Ob-
Schlankheltsgrad, s. Knickung. Schwingung des Kreiselpendels
Schleier, gleichmäßige, schwache Ge- dämpft wird; sie erreicht die günsı yuelle wird also wiederum abgedeckt. jekt, z.B. eine Glasplatte, deren Ab-
inter B» befindet sich eine photo- weichungen von der Planparallelität
samtbelichtung einer Photoplatte bei ste Wirkung, wennder Eigendrall
astrophotographischen Aufnahmen. Kreisels und der Dämpfungsfakt les Beobachtungsquerschnitts der ‚geprüft
aphische Kammer P, die ein Bild werden sollen, durch das Ob-
S. können auf verschiedenem Wege bestimmte Werte annehmen und d jektiv d allein auf die Bildebene f. In
102 103
Schlüsselröhre
sere Übereinstimmung der Messun- Sci. 18, 259-270 (1951). - Nestler, D. E.:
gen mit theoretischen Vorhersagen Comments on »On slip-Aow heat trans-
auf Grund der Nayier-Stokesschen 87-688 a(1959).
fer 10 flat platec. 3. Aero. Sci. 26,
Gleichungen als auf Grund der Ver- H. Backer: Heat- Drake, R. M., and G.
transfer from spheres
fahren von Grad und Burnett. !o a rarefied gas in supersonic flow.
©) Fernersind strenge Lösungen der Trans. ASME 74, 1241-1249 (1952). -
Boltzmannschen Stoßgleichung be- Kavanau, L.L.: Heat transfer from
kannt, die keine Taylorsche Reihen- spheres to a rarefied gas in subsonic
low. Trans. ASME 77, 617-623 (1955). -
entwicklung nach der mittleren fr Mott-Smith, H. M.: A’ new approach in
Weglänge zulassen. Es erscheintd the kinetic theory of gases. Massachu-
Abb. 2 her zweifelhaft, ob die theoretischen setts Inst. Tech., Lincoln Lab., Group
Ansätze von Grad und Burnett über- Rep. V-2 (Dez. 1954). - Eberley, D. K.:
befindet sich am Ort des Bildes der tialgleichungen herangezogen worden haupt zulässig sind. Forced convection heat transfer from
Blende a ein aus farbigen Sektoren (6. Gradsche Lösung). Diese Differen- d) Im Falle der Burnettschen Glei- spheres to a rarefied gas. Univ. Calif.
zusammengesetztes Filter F. Denkt tialgleichungen ent chungen konnte noch kein plausibler Inst.
Quli
Eng. Research Rept. HE-150-140
1956). - Oman, R.A., und R.A.
man sich zunächst einmal das Test- jenigen Termen, die bereits Ansatz für die erforderliche zusätz- Scheuing: Heat
objekt c weg, dann durchsetzt das *Navier-Stokesschen Gleichungen liche Randbedingung gefunden wer- slip flow. Adv. in transfer in’ high speed
Astronaut. Sci. 4, 19-36
Bild der Blende a das Farbfilter F in auftreten, auch noch Koppelungs- den. (1959). - Devienne, F.M. (Ed.): Rare-
e symmetrisch. Da die gleichanteil glieder zwischen dem Drucktensor Die eben genannten Schwierigkeiten fied gas dynamics. New York 1960. Dar-
Mischung aller‘ Farben Weiß ergibt, und dem Wärmefluß. Da diese Kop- versucht H.M. Mott-Smith folgen- ingases, u.a.: Grad, H.: Theory of rarefied
bleibt auch das Gesichtsfeld farblos. pelungs; it partiellen Abl dermaßen zu umgehen: Für die un- study of$,boundary100-138, und Street, R.E.: A
conditionsjn slip How
Bringt man aberjetzt das Objektein, tungen 2. Ordnung nach den räum! mittelbar an der Wandliegende sog. aerodynamics, $. 276-292. - Burnett, D.:
dann wird durch jede nicht planpı chen Koordinaten gebildet sind, wer- Knudsen-Schicht, in welcher sich de- The distribution of molecular velocities
allele Objektpartie das zugehörige den sie wesentlich, wennsich die Ge- finitionsgemäß der Ausgleich zwi- and the mean motion in a non-uniform
Blendenbild e nach außen verscho- schwindigkeit oder die Temperatur schen den Maxwellschen Verteilun- gas. Proc. Lond. Math. Soc. 40, 382-435
ben. Demzufolge erscheint die gleiche des Gaseslängs eines Weges von der gen der von außen kommenden und (1935). Schlichting, H.: Grenzschicht-
theorie, Karlsruhe 1965, [38]
Partie im Bilde gefärbt, und zwar um Größenordnung der mittleren freien. der an der Wand reflektierten Gas- ‚Schlüpfung,s.
so intensiver, je stärker keilförmig Weglänge merklich ändert, wie es bei teilchen vollzieht und welche größen- Drehstrommotor.
das Objekt an der betreffenden Stelle der S. der Fall ist. ordnungsmäßig die Dicke einer mitt- Schlüssellochbeobachtung. Bringt
ist. Die Farbe selbst gibt Aufschluß 2. Burnettsche Gleichungen. Ein älte- leren freien Weglänge besitzt, soll man vor das Augeeinen Schirm mit
über die räumliche Orientierung der rer- Ansatz, der ebenso wie die Grad- eine direkte Lösung der Boltzmann- einem feinen Loch, so wird diese Öf-
Objektunebenheiten. Auf diese Weise sche Methode auf die *Boltzmann- schen Stoßgleichung gesucht werden. nung zur Eintrittspupille der Objel
erhält man ein sehr anschauliches sche Stoßgleichung zurückgeht, zu ih- Die Randbedingungen sollen sich da- strahlen, und die Augenpupille wird
Bild von der Struktur durchsichtiger rer Lösung aber nach dem Vorgang bei von selbst ergeben. Außerhalb der zur Gesichtsfeldblende. Um den Ob-
Objekte. von Enskog ein Iterationsverfahren Knudsen-Schicht sollen dagegen die jektraum übersehen zu können, muß
Lır. Schardin, H.: Das Toeplersche direkt von der re- Navier-Stokesschen Gleichungen ver- man den Kopf seitlich bewegen und
Schlierenverfahren. VDI-Forschungsheft der mittleren freien wendet werden. so die verschiedenen Ausschnitte des
367 (1934). Schardin, H.: Ergebnisse d.
Weglänge C uch macht, wurde Daauch die Durchführungdieses Ge- Objektraumes auf die Augenpupille
exakt. Naturwissenschaften, Bd. XX
(1942), S. 303. - Wolter, H.: Ann. d. von D. Burne aufgestellt (s. Ens- dankens schwierig erscheint, wird von abbilden. Zur S. wird man bei opti-
Physik, Bd.8 (1950), 5.1. (11, 17). Auchin den Bur- den meisten Autoren empfohlen, bei schen Geräten dann gezwungen, wenn
Schlingertank, s. Frahmscher Schlin- {reten Glieder der Behandlung der S. die Navier- die Augenpupille nicht in die Aus-
gertank. ntialquotienten Stokesschen Gleichungen unter Mit- trittspupille gebracht werden kann,
Schluckgrad, s. Schallschluckung und 2. und sopar 4. Ordnung auf, die in nahme der Volumenviskosität zu- sei es durch eine mechanische Be-
Raumakustik. den Navicr-Stokesschen Gleichungen. grundezulegen und Randbedingungen hinderung(Brille), sei es, daß der Ab-
frigkeit, s. Lubrizität. nicht enthalten sind. zu verwenden, die im wesentlichen stand der Austrittspupille von der
Schlüpfströmung mit Höchstge- 3. Andere Verfahren. Gegen die bei- mit den theoretischen *Sprungbedin- letzten Linsenfläche zu gering ist. [18]
schwindigkeit. 1. Dreizehnmomenten- den vorgenannten Methoden kann gungen an einer festen Wand über- Schlüsselröhre. Als S. bezeichnet man
methode nach H. Grad. DieS.ist das- man A. Schaaf und P.L. einstimmen, jedoch noch empirische einenetwa1940 aufgekommenen Bau-
jenige Teilgebiet der *Nichtkontinu- Chambre folgende Einwände erhe- Korrekturfaktoren enthalten. S. a. typ von *Elektronenröhren, bei dem
umsströmung,welches unmittelbar an ben: Widerstandsbeiwerte bei Schlüpfströ auf den vorher angekitteten Sockel
das Gebiet der Kontinuumsströmung a) Bei beiden Verfahren muß man sich, mung; Wärmeübergang bei Schlüpf- verzichtet wird. In der Allglasaus-
anschließt. Sie ist durch relativ kleine, praktisch ‚ıtomige Gase be- strömung. führung sind Drähte in das Glas ein-
aber nicht mehr vernachlässigbare schrä nd in den Anwen- gepreßt, die als Sockelstifte dienen.
Werte der mittleren freien *Weg- dungen(7.ı Satellitentechnik)
Lit. (s.a. Höchstgeschwindigkeiten in
verdünnien Gasen): Hlirschfeiden, 3.0. Aufdiese Weise wurden die Kapazi-
länge und der Knudsen-Zahl gekenn- haupıs hlich zweiatomige Gase vor- €. F. Curtiss und R. B. Bird: Molecular täten und Induktivitäten in den Zu-
zeichnet. theory of gases and liquids. New York führungen herabgesetzt. Die Stifte
Zur theoretischen BehandlungderS. Haperimenten mit *Verdich- 1954. - Schaaf, S. A., und F.S. Sher-
sind noch von einer Metallkapsel mit
sind in neuerer Zeit besonders die von ben bzw. *Ultraschall-Wel-' man: Skin friction in slip flow. J. Aero.
Sci. 21, 85-90 (1954). - Kane, E.D. Führungsrohr umgeben. Letzteres
H.Grad mittels der Dreizehnmomen- Randbedingungen kei- Sphere drag data at supersonic speeds dient der Führung und Befestigungin
ten-Methode aufgestellten Differen- . zeigt sich eine bes- and low Reynolds numbers. J. Aero. der Röhrenfassung (daher Schlüssel-
104 105
Schlupf Schmelzen
Röhre). Heute ist die S. durch die festen und flüssigen Phase im *Zu- beim Schmelzpunkt). Aus dieser Glei- mit Dampfdruck- und Sublimations-
*Novalröhre verdrängt; ein Zwischen- standsdiagramm.[9) chung läßt sich ablesen,wie die Rich- kurve gemeinsamen*Tripelpunkt.
typ war die *Rimlock-Röhre.[19] Schmelze, ein bei Zimmertemperatur tung der WVolumenänderung die Die Frage, ob auch die Schmelzkurve,
Schlupf, s. Drehstrommotor. fester, bei höherer Temperatur im Druckabhängigkeit des Schmelzpunk- wie z. B. die Dampfdruckkurve, einen
Schlußjoch, s. Joch. geschmolzenen Zustand befindlicher tes bedingt. zweiten chaı ii
Schmaltz-Lichtschnittmikroskop, s. Stoff. Ist wie meist vo — Vrest > 0, so steigt kritischen, hat, ist längere Zeit vor al-
Lichtschnittmikroskop. Eine »schwere« S. wird wie eine der Schmelzpunkt mit wachsendem lem zwischen Tamann und Bridgman
Schmelzdiagramm. Das S. gibt die schwere Lösung bei Trennung von Druck. Die Abb.zeigt dies für die Al- diskutiert worden. Man kam zu dem
Abhängigkeit der Schmelztemperatur Stoffgemisch-Pulvern nach der Dich- kalimetalle nach Bridgman. Im umge- Ergebnis, daß die Schmelzkurve we-
te benutzt. [8] kehrten Fall ist dT/dp negativ. So gilt der einen kritischen Punkt noch ein
von der Zusammensetzung einer Mi Schmelzen. Der Vorgang des S.ist für Eis: Maximum hat, sondern kontinuier-
schung. Die $. zeigen eine noch grö- der Übergang vom geordneten festen Druck in N/m® _Schmelztemperatur lich. ansteigt. - Von anderer Seite
Bere Mannigfaltigkeit als die Siede- (kristallinen) Zustand (*Aggregatzu- in °C wird jedoch ein kritischer Punkt bei
diagramme(s. Destillation). Den ein- stand) in den weit weniger geordne- 1.10 0 der Schmelzkurve nach wie vor für
fachsten Fall zeigt die Abb. für das ten flüssigen (Gegensatz: *Erstar- 580-108 - 50 möglich gehalten, im Hinblick auf die
System Brom-Chlor. Die obere Kur- rung). Es ist ein Übergang erster Art, 1090-10 -10,0 teilweise auch bei Flüssigkeiten auf-
ve ist für das Festwerden der flüssi da an ihm die thermodynamischen 1510 - 10: -150 tretenden Anisotropien (Katz, 1928).
gen Mischung (Soliduslinie), die un- Potentiale einen Sprung aufweisen. 1870 - 10° -2,0 Nach der »Frei-Volumen«-Theorie
tere für das Verflüssigen der festen Kinetisch wird das S. durch die Zu- (&. Abb.bei Dampfdruck. Für höhere ist am Schmelzpunkt das Volumen
Mischung (Liquiduslinie) maßgebend. ‚nahme der Amplitude der Teilchen- Drücke wird die Abhängigkeit im Zu- gerade groß genug, d.h. das Gefüi
schwingungen mit der Temperatur er-
sammenhang mit den Umwandlungen soweit aufgelockert, daß Moleküle
klärt. Diese werden schließli des Eises wechselnd.Bei 15830 - 10°N Ohne wesentliche Aktivierungsenergie
groß, daß das Gittergefüge auseinan- pro m? ist der Schmelzpunkt bei + 60 in Löcher hineinwandern können, die
4 derfällt. Aus dieser Vorstellung her- °C). - Bei Wismut sinkt die Schmelz- sich in ihrer Nachbarschaft gebildet
aus wird die Lindemannsche Formel temperatur von 271,0 °C bei 1: 10° N/ haben. Während im festen Zustand
für die Schmelztemperatur T, abge- m? auf 267,5 °C bei981 : 10° N/m?. die Moleküle auf feste Plätze im Git-
leitet: Über die Volumenänderung bei ter beschränkt sind, steht ihnen im
Schmelzen s. Erstarrung.$.a. Rege- flüssigen Zustand das ganze Volumen
Tu = const M Varta »t, lation, gemeinsam (communal) zur Verfü-
wo M das Molekulargewicht, Vo das Das S. der Festkörper, als Problem gung. Dem entspricht eine Zunahme
Molvolumen_ beim absoluten Null- der Wärmeübertragung aufgefaßt, der Entropie um R je Mol. Dieser
punkt, v die Schwingungszahl der den kann analog zu der Kondensation von Anteil der Schmelzentropie wird in
Kristall aufbauenden Teilchen ist. Dämpfen nach der Nusseltschen Wär- der angelsächsischen Literatur mit
Eine Überhitzung des kristallinen fe- mehauttheorie behandelt werden. Bei »communalentropie« bezeichnet.
sten Zustandes ist aufGrund dieser strahlungsdurchlässigen Körpern Im Falle verdünnter Lösungen ist
Vorstellung nicht mi ie spielen auch Strahlungsfragen eine noch auf die *Gefrierpunktserniedri-
Flüssig-Umwandlung Rolle. gung hinzuweisen.
die von höherer Artist, bleibt hier Als Meßverfahren für Schmelz-
0 45h OR;
1001 außer Betracht.) Beim umgekehrten punktsbesimmungen kommen Auf-
Prozeß (von flüssig nach fest) gelingt nahme von Abkühlungs- oder Erhi
es, eine Schmelze zu unterkühlen (s. zungskurven (Halteverfahren, s. Hal-
Schmeizdiagramm des Systems Unterkühlung).
Brom-Chlor Bei homogenen Stoffen fallen Ge- tepunkt) in Betracht, für Metalle die
und Schmelzpunkt zusamm. Drahtmethode (Holborn und Day,
Die Schnittpunkte einer Isotherme mit
beiden Kurven geben die Zusammen- tallwasserhaltigen Salzen tritt 1900), bei der zwischen den Schenkein
setzung derjeweils im Gleichgewicht kein eigentliches S. auf, da sich meist eines Thermopaares ein 0,5 bis I cm
stehendenfesten und flüssigen Phase vorher ein kristallwasserärmeres Salz langes Stück des zu untersuchenden
an (s. Destillation). Die Konzentra- bildet, also sich ein chemischer Pro- Metalls eingeschaltet wird. Im Au-
tionder niedriger schmelzenden Kom- zeß überlagert. Auch kann,wie z. B. genblick des Verschwindens der Ther-
bei organischen Stoffen, bereits vor mokraft, aus der die Temperatur be-
ponente ist im festen Mischkristall
stets kleiner als in der Schmelze. dem S. Zersetzen eintreten. ” 2 rechnet werden kann, ist das Metall
Der Vorgang des eigentlichen S. wird + 104 N/m® geschmolzen,
. und Phys. Berlin-Heidelberg “ durch die *Clausius-Clapeyronsche Abhi it der Schmelztemperatur der Bei der Betrachtung der Schmelztem-
New York 1967. - Kortüm, G.: Einf. in Gleichung dargestellt, die hier in der metall vom Drück peratur der Elemente, im Perioden-
system angeordnet, sind wiederkeh-
die chem. Thermodyn. Göttingen 1967. - Form T=$@) baw. p= f(T), die Schmelz-
Mauser, H.: Phasendiagramme. Ul- rende Regelmäßigkeiten unverkenn-
manns Encyklopädie der techn. Chemie. dT/dp = Ta (urn — Vren)/lr kurve, graphisch dargestellt, verläuft bar. Minima treten bei den Edelgasen
Bd.2/1. München-Berlin 1961. [9] geschrieben wird (Ir Schmelzwärme, flacher bzw. bei p = /(T) steiler als auf, Maxima zwischen der 4. und 6.
Schmelzdruck, s. Schmelzen. T. absolute Schmelztemperatur beim die Dampfdruck- oder die Sublima- Gruppe, wobei Nebenmaxima und
Schmelzdruckkurve ist die Umwand- Druck p,vrı und Vrest spezifisches Vo- tionskurve. Die Schmelzkurve hat als Nebenminima mit wachsender Perio-
lungskurve (Gleichgewichtskurve) der Iumenderfesten bzw. flüssigen Phase einen charakteristischen Punkt den denlänge festgestellt werden. Die ein-
106 107
Schmelzenthalpie Schmelzwärme
zelnen Gruppenlassen ebenfalls deut-
dir = Schmelzleiter (verwendet wird Blei, Schmelzenthalpie AH die Kohäsions-
Tantal 2996
liche Beziehungen zwischen Ord- Kupfer, Silber oderWeichlot), der bei energie darstellt, während die
nungszahl und Schmelzpunkt erken- it
Diamant > 3600 bestimmten Grenzstromstärken durch- Schmelzentropie AS durch die An-
nen. Fraktioniertes $. wird in ähnlicher schmilzt. Je nach Bauart und Ver- ordnungsmöglichkeiten des *Makro-
Die *Schmelztemperatur 7, spielt‘ für Weise wie die fraktionierte *Destil- wendungszweck unterscheidet man: moleküls gegeben ist. Man sieht aus
die Erfassung eines Zustandsbildes lation angewandt zur Reindarstellung Feinsicherungen für kleine Stromstär- obiger Beziehung, daß der S. um so
eine bedeutende Rolle. Wichtig ist, von Elementen, die mit Destillation ken (Schmelzleiter frei in Luft, durch höher sein wird, je mehr sich die
daß bei metallischen Elementen die nicht behandelt werden können (s. a. ein Glasröhrchen geschützt), Streifen- Molekülkräfte beim Kristallisieren
thermische Ausdehnung bei konstan- Elektronenstrahlschmelzverfahren). sicherungen (Schmelzleiter zwischen absättigen können (großes AH) und
tem Druck, betrachtet als Funktion $.a. Schmelztemperatur bei Hoch- zwei Streifen aus Isoliermaterial), je kleiner der Ordnungsunterschied
von T/T,, vom absoluten Nullpunkt polymeren und Zonenschmelzverfah- Schraubsicherungen mit auswechsel- fest- flüssig ist (kleines AS). Bei
bis zum Schmelzpunkt angenähert en. baren Patronen (Schmelzleiter in Hochpolymeren ist die S. durch die
durch eine einzige Kurve dargestellt Quarzsand eingebettet), NH-Siche- Beziehung Sr = a + (b/P) gegeben (P
werden kann. Die Metalle befinden Lit. Sackur und v. Simson: Thermoche-
mie und Thermodynamik. Berlin 1928. - rungen _(Niederspannungs-Hochlei- *Polymerisationsgrad). Die S. steigt
sich beim Schmelzpunkt in einem Hirschfelder, Stevenson, Eyrii A stungssicherungen) für Stromstärken also bei homologen Reihen zunächst
»übereinstimmenden« Zustand. In Chem. Phys. 5 (1937), 8.896. - von 35 bis 600 A und Hochspan- mit P an, wird aber dann konstant
Annäherung gilt die Grüneisensche und Lax: Taschenbuch f. Chem. u. Eh nungssicherungen (hauptsächlich zur (für P> ©). Bei Temperaturen über
Regel, nach der die gesamte Volu- siker. Berlin-Heidelberg-New York 1967. Absicherung von Meßinstrumenten). der $.ist AG positiv; daher erfolgt
menausdehnung der meisten typi- - Goodman, C. H. L.: Fractional Fusion.
Rescarch 7 (1954) 5, S. 168-177. - Ross, Die Auslösekennlinie der S. stellt die Schmelzen. Bei T < Sr ist AG nega-
schen, normalen Metalle zwischen T.K.: Melting of Solids. Chem. Engng. Abschaltzeiten in Abhängigkeit von tiv; daher tritt Kristallisation ein. Bei
absolutem Nullpunkt und Schmelz- progr. Sympos. Ser. 51 (1955) 17, S. 67 der Stromstärke dar. Hierfür sind in T=Sr ist AG =0. In allen Fällen
punkt etwa 7% beträgt, Aus dieser bis 69. - Kadanofl, L.P.: Radiative den Vorschriften des Verbandes muß aber noch zusätzlich eine Akti-
Regel folgt auch, daß bei nicht zu Transport within an Ablating Body. Deutscher Elektrotechniker (VDE) vierungsenergie überwunden werden.
niedrigen Temperaturen das Produkt Trans. ASME,Ser. C, 83 (1961) 2, S. 215 Grenzwerte festgelegt. Um die Rei- DadieS. eine *Umwandlung1. Ord-
Ts aus kubischem Wärmeausdeh- bis 255. — Ubbelohde, A. R.: Melting
and Freezing. Chem. and Ind. (1961) 7, 'henfolge der Auslösung mehrerer in nung ist, treten bei einer Reihe von
nungskoeffizient o’ und Schmelztem- S. 186-197. - Baur, Zur Dynamik des einem Stromkreis hintereinander ge- Eigenschaften Diskontinuitäten auf
peratur 7, ungefähr gleich 0,06 ist (s. Schmelzens und Kristallisierens in Mi- schaltete Sicherungen festzulegen, (spezifische Wärme, spezifisches Vo-
Ausdehnung,thermische). schungen. Ber. Bunsenges. phys. Chemie verwendet man sog, träge Sicherun- lumen, Dichte, Brechungskoeffizient,
DasSchmelzenkleiner Körnerist z 71 01967 7, 8.108.111. - Brokmeier, K. gen mit verhältnismäßig langen Aus- Enthalpie).
sätzlich bedingt durch die Oberfl H.: Induktives Schmelzen. BBC-Fach- lösezeiten bei Überlastung und flinke Lır. Wolf, K. A.: Struktur und physi-
chenspannung fest-füssig, über die buchreihe. Essen 1967. [9]
Sicherungen mit unverzögerter Aus- kalisches "Verhalten der Kunststoffe.
noch wenig bekanntist. Sofern die Schmelzenthalpie, die mit_ dem lösung. [25] Berlin-Göttingen-Heidelberg. - Stuart,
feste Phase eine größere Oberflächen- Schmelzvorgang verbundene Zunah- Schmelztemperatur ist diejenige Tem- H.A.: Die Physik der Hochpolymeren.
spannung besitzt als die Flüssigkeit, me der *Enthalpie. Sie ist zah- Bd HI. Berlin-Göttingen-Heidelberg
lenmäßig gleich der zuzuführenden peratur, bei der feste und flüssige 1955. {41
was aus Versuchen von F. Meißner *Schmelzwärme.[9] Phase eines Stoffes im Gleichgewicht Schmelzverfahren, 5. Zonenschmelz-
(1920) an dünnen Kristall-Lamellen Schmelzentropie, s. Schmelzen. sind, d. h. gleichen Dampfdruck ha- verfahren.
hervorzugehen scheint, müßte der ben. Dabei muß beachtet werden, ob Schmelzwärmeist diejenige Wärme-
Schmelzpunkt kleiner Teilchen, nied- Schmelzkammerkessel, s. Dampfkes- der Stoff luftfrei oder lufthaltig ist. menge, die notwendig ist, um die
riger liegen als bei Stücken größeren sel. Näheress. Schmelzen.[9] Mengeneinheit eines Stoffes bei der
Volumens. Schmelzkörper, s. Temperaturmeß- Schmelztemperatur bei Hochpolyme- Schmelztemperatur T, vom festen in
‚Schmelztemperatur in °C bei Normdruck körper und Seger-Kegel. ren. Nurdie *Kristallite bei den teil- den flüssigen Zustand überzuführen.
Kalum 8,4 Schmelzkurve, s. Schmelzen. weise kristallinen *Hochpolymeren Sie wird angegeben in J/mol oder in
Natrium 97,1 Schmelzpunkt ist meist im engeren @Kristallinität bei Hochpolymeren) Jikg, früher auch in kcal/moloder in
Schwefel, rhombisch 128 Sinne die Bezeichnung für die zeigen eine S. als einen Umwand- caljg. Die Druckabhängigkeit der
Schwefel, monoclin 119,4 *Schmelztemperatur eines Stoffes bei lungspunkt1. Ordnung,undes hängt Schmelzwärme q, wird dargestellt
Zinn 319 Normdruck. S. Schmelzen. vom *Kristallinitätsgrad ab, inwieweit durch die Gleichung (s. Clausius-
Blei 274 DoppelterS., s. Kristalle, flüssige. [9] dieser Schmelzvorgang das *thermi-
Zink 419,5
Schmelzpunktserniedrigung, svw. sche Verhalten des Hochpolymeren Clapeyronsche Gleichung)
Magnesium 60 4e = Ta un = Vom) dp/AT,
Aluminium 660,1 *Gefrierpunktserniedrigung. S. a. bestimmt. Beim Schmelzpunkt $ geht
Calcium 350 ‚Schmelzen.[9] das kristalline Gefüge des Kristallites die Temperaturabhängigkeit durch
Silber 960,5 Schmelzsicherung. Um_ elektrische in eine Flüssigkeits-Struktur über, die Gleichung(Kirchhoff)
Gold 1063 Leitungen oder empfindliche Appara- bei der rotatorische und translatori- Aqu/dT = cn — Cent
Kupfer 1083 te vor Überlastung zu schützen, schal- sche Freiheitsgrade auftreten und die
Berylium 215
tet man Sicherungen in den Strom- (» spezifisches Volumen,c spezifische
Silicium 10 makro-Brownsche Bewegungeinsetzt. Wärmekapazität). Letztere Gleichung
Nickel 1455 kreis ein, die bei Kurzschlüssen oder Die S.ist nach dem I. Hauptsatz der ergibt unter Berücksichtigung des
Eisen 1539 zu hohen Belastungen den Strom un- Thermodynamik und der Bedin- Nernstschen Wärmesatzes
Platin 173,5 terbrechen. Das einfachste Gerät die- gung, daß die freie Enthalpie in der
Chrom
Iridium
1890
2454 ser Art ist die S., die schon von Edi- kristallinen und der geschmolzenen 4. = Telen — Cm).
Molybdän 202 son eingeführt wurde. Sie besteht aus, Phase gleich ist (also AG = 0) gege- Diesist eine der Richardsschen Glei-
Osmium 2700 einem kurzen Stück Draht, dem sog. ben als Sr=AHIAS, wobei die hung q, = kT, analoge Beziehung.
108 109
Schmetterlingsphänomen
Letztere ist vor allem auf Stoffe an-in einem Bandzwischen einer oberen
wendbar, die im gasförmigen und und einer unteren Begrenzungs-Kur-
flüssigen Zustand als einatomig ange-ve, den S.-K. (Th. Schmidt, 1937).
sehen werden können. Der Verlauf dieser Kurven kann
Die »totale« S. setzt sich zusammen theoretisch abgeleitet werden. Daß
aus der »innerencS., die mit der Er- die Punkte im Band zwischen den
höhungder inneren Energie den über- ‚Kurvenund nicht (bzw. nur zum Teil)
wiegenden Teil darstellt, und der auf den Kurven liegen, rührt von der
meist vernachlässigbar kleinen »äuße-Wechselwirkung des überzähligen
rene $., der durch die Volumenände- Protons oder Neutrons mit der Ge-
rung bedingten äußeren Arbeit, samtheit der übrigen Nukleonen her.
‚Schmelzwärme
inJ/kg in kcalikg Schmidt-Rohr, ein _Verpuffungs-
Caesium 15800 3,71 Strahlrohr mit intermittierender Ver-
Blei 24700 59 brennung (*Puls-Verbrennung), das Schmidt-Zahl (Abkürzung Sc), s. Schneidenmethode, s. Foucaultsche
Zinn 59 500 192 zum Antrieb der V-1-Rakete diente Kennzahlen. Schneidenmethode.
Gold 64500 154 Paul Schmidt 1930-1940). S. a. Schoarrwerk, der aus den Zungen-
Kalium 65700 157 Verbrennungskraftmaschinen und Schneidentöne, Töne, welche dadurch
Silber 104 700 25,0
Schwingfeuer-Heizung.
pfeifen bestehende Teil des Pfeifen- entstehen, daß sich eine Schneide in
Platin 111400 236 werkes der *Orgel. [44] einem Luftstrom_ befindet und daß
Natrium
Wolfram
114700
193.000
774
4
Lit. Lembke, H.: Das Schmidt-Rohr. Z. Schneidendekrement. Die gedämpf- sich an ihr auf beidenSeiten abwech-
Kupfer 205 000. 39
ru ‚94 (1952) 31, S. 1005, und 36, S. 1194.
ten Schwingungen eines Pendels wei- send Wirbel ablösen. Die Tonhöhe
Caleium 230.000 550 Schmidt-Spiegel. Für alle Haupt- sen ein logarithmisches Dekrement der $. ist durch die Frequenz der
Eisen 270 000 45 strahlen eines sphärischen Hohlspie- A (s. Dämpfung) auf, das bei Pen- Wirbelablösung gegeben. Diese ist
Nickel 300.000. 71,6 gels, die durch den Krümmungsmit- deln, wie sie für Schweremessungen dem Abstand der Schneide vom
Eis
Aluminium
333.600
404.000
31
%,4 telpunkt gehen, fallen sagittaler und benutzt werden, auf A < 5 - 10°% her- Spalt, aus welchem die Luft aus-
Lithium 603000 144 meridionaler Bildpunkt streng zu- abgedrückt werden kann, wenn man strömt, umgekehrt und der Strö-
Berylium 1068000 255 sammen. Wenn man also die Ein- sie im Vakuum von einigen mm mungsgeschwindigkeit direkt propor-
Die S. spielt in der Formel für die trittspupille im Krümmungsmittel- Druck schwingen läßt. Die von der tional. Es gibt einen von der Strö-
Reibungan derSchneide herrührende mungsgeschwindigkeit abhängigen
*Gefrierpunktserniedrigung dieselbe
Rolle wie die Verdampfungswärme in
punkteines sphärischen Hohlspiegels
anordnet, so ist das Bild der unend- Dämpfung bleibt davon naturgemäß kritischen Abstand, unterhalb von
der Formel für die *Siedepunkts- lich fernen Ebenefrei von *Astigma- unberührt. Das dazugehörige Dekre- dem keine S. mehr auftreten. Die
erhöhung. Die hohe S. des Eises tismus und *Koma;es liegt auf einer ment, das S., ist bei den besten *Pen- Töne der Lippenpfeifen (s. Pfeifen)
(9,7 callg oder 1437 caljmol, konzentrischen Kugelschale von hal- delapparaten von der Größenordnung sind S., welche durch die schwingende
3,336 - 10° /kg oder 6014 J/mol) ist bem Krümmungsradius. Man muß 2bis3. 10%.
verstärkt werden. Ihrer Entstehung
für das Klima von großer Bedeutung. allerdings bei der Anwendung dieses Lit. Meissner, Otto: Prakt. Geophysik.
Dresden und Leipzig 1943. [6] nach sind die $. verwandt mit den
Bei der Frostschutzberegnung schützt Prinzips auf die Benutzung eines Pa- Schneidenkorrektion. Ein Pendel, das Spalt- und *Hiebtönen. Näheres über
die abgegebene Schmelzwärme die rabolspiegels zur Beseitigung der auf einer »unendlich scharfen« Schnei- Wirbelablösung s. u. Hiebtöne. [12]
Pflanze vor Unterkühlung. sphärischen Aberration (s. Bildfehler) de schwingt, habe die Schwingungs- Schnelläufer. Als S. bezeichnet die
Lir. Kortüm, G.: Einf. in die chem. verzichten. Die sphärischen Fehler dauer To. Unendlich scharfe Schnei- Astronomie i. allg. Sterne mit Raum-
'Thermodynamil Göttingen 1967. “ korrigierte Schmidt (s. Abb.), indem dengibt es nicht; jede Schneide kann
D’Ans und Lax: Taschenbuch für Chem. er in der Eintrittspupille eine Korrek- geschwindigkeiten >65 km/s. Nach
und Phys. Berlin-Heidelberg-New York tionsplatte anordnete, deren eine mit mehr oder weniger großer An- G. Miczaika wurden bis 1940 rund
1967. - Kohlrausch, F.: Prakt. Physik.
Flächeso geschliffen wurde, daß die näherungals Zylinder mit endlichem 600 Sterne dieser Art katalogisiert.
Bd. (1962). — Lammers, C.G.: Cal
sphärische Abweichung des Hohlspie- Krümmungsradius g aufgefaßt wer- Beider. Katalogisierungsarbeit stellte
eulate Heat of Fusion Easily. Petroleum
gels gerade kompensiert ist. Man er- den. Das Pendel wird daher mit einer sich heraus, daß die S. sich nicht nur
Refiner 42 (1963) 2, S. 166. [9]
‚Schmetterlingsphänomen, s. Sonnen- reicht auf diese Weise ein hohes Öff- anderen - größeren - Schwingungs- rein kinematisch, sondern auch in
flecken. nungsverhältnis bei großem Feld und dauer Ts schwingen. Bessel hat ge- ihren sonstigen physikalischen Eigen-
Schmidt, Bernhard. Dt. Optiker. Geb. einer allerdings gewölbten Bildfläche. zeigt, daß angenähert schaften von den allgemeinen Feld-
1879 in Hamburg, gest. 1935 cbda. Wegen der großen Baulänge dieses To = Tell - 125) sternen unterscheiden. So fehlen un-
Erfinder des nach ihm benannten Konstruktionsprinzips pflegt man die ter den S. die frühen Spektralklassen
Spiegelteleskops, das in der Astro- Brennweite und damit auch die Ver- gilt, wo s den Abstand Schneide- bis F4 fast ganz, während unter den
'nomie viel verwendet wird (*Schmidt- größerung des Instrumentes in mäßi- Schwerpunkt bedeutet. Um die ge- späten Klassen sowohl *Riesen und
Spiegel). [43] gen Grenzen zu halten. Damit emp- messene Schwingungsdauer T, auf Zwerge als auch prozentual auffal-
Schmidt-Kurven. Trägt man (getrennt fiehlt sich ein so gebautes Fernrohr unendlich scharfe Schneide zu redu- lend viele Unterriesen beobachtet
für Kerne mit überzähligem Proton in der Astronomie insbesondere als zieren, hat man die S. anzubringen, wurden, so daß Hauptserie und Rie-
und solche mit überzähligem Neu- Kometensucher. Der Grundgedanke d. h., den Betrag g 7,/2 5 abzuzie- senast des *Russell-Diagrammesnicht
tron) die magnetischen Momente der ist jedoch auch für zahlreiche andere hen. so ausgeprägt auftreien wie im
Kerne gegen ihre Drehimpulsquan- Aufgaben im Instrumentenbau an- Lit. Meissner, Otto: Prakt. Geophysik. Russell-Diagramm der Feldsterne.
tenzahlen auf, so liegen alle Punkte wendbar. [18] Dresden und Leipzig 1943. 11 Diese Erfahrungen derletzten Jahre
110 11
Schreibweise
Schnittprinzip, s. Hydrostatik. Brechungin beiden sieht man in dem kürzung oder der volle Name der Ein-
Schnittweite ist in der geometrischen der Abblendung zugewandten Teil heit verwendet werden, z. B.
Optik der Abstand des Schnittpunk- rote, im abgewandten Teil blaue Ver- statt s auch sec oder Sekunde, wenn

Ben
tes eines Strahles mit der Achse vom färbung. Bei nacheinander erfolgen- z.B. der Buchstabe s gleichzeitig für

nn a nn
Scheitel der brechenden oder spie- der Einbettung in verschiedene, aber die Größe, Länge, Weg_ verwendet
gelnden Fläche. Die S. ist nach der in bekannter Stärke brechende Flüs- wird; statt | auch Itr oder Liter, wenn
üblichen Bezeichnungsweise negativ, sigkeiten, kann man so die Brechung z.B. für die Ziffer »Eins« der Buch-
wenn sie links, positiv, wenn sie eines Gegenstandes sehr genau be- stabe »I« verwendet wird,
rechts vom Flächenscheitel liegt. Ein- stimmen(s. a. Einbettungsmethode). statt A auch Amp oder Ampere,
gangs- und Schlußschnittweite sind Lır. Eskola, P.: Kristalle und Gesteine. wenn z. B. der Buchstabe A gleich-
die S. eines Strahles mit der Achse Wien 1946. — Keilhack, K.: Lehrb, der zeitig, für die Größen Fläche oder
vor und nach dem Durchgang durch praktischen Geologie. Stuttgart 1922. - ‚Arbeit verwendetwird.
ein optisches System. [18] Weitere Lit. s. Kristallphysik. [8]
Schraube, s. Maschinen,einfache.
©) Die Verwendung von Klammern
Schottky, Walter. Dt. Physiker. Geb. um Einheiten bei Kurvendarstellun-
x

23.7. 1886 in Zürich. Schüler von M. Schraubenversetzungen, s. Versetzun- gen in Tabellen, zur Erklärung von
Planck. Prof. Physik an der Univ. gen. Formeln oder dgl. kann nicht emp-
in Rostock, später wissenschaftlicher Schraubung, Schraubenachse, *Kri- fohlen werden, z.B. also nicht (m)
EREFGKOHM Mitarbeiter im Forschungslaborato- stallsymmetrie-Begriffe, s. d. näheres oder [m].
Russell-Diagramm der Schnelläufer nach rium der Siemens & Halske AG,Ber- und Abbildungen. [8] d) Die9, Internationale Generalkon-
Miczaika(schematisiert) lin. 1936 Hughes-Medal (Royal Soc. Schreibweise von Größen, Einheiten ferenz Maße und Gewichte hat
London), 1951 Dr.-Ing. E. h. (TH undderen Kurzzeichen. 1948 folgende Kurzzeichen und für
zeigen, daß kinematische und physi- Darmstadt), 1959 Dr. rer. nat. h. c. 1. Größen. a) Die Symbole der Grö- deren Schreibweise folgende Regeln
kalische Größen anscheinend enger (TU Berlin). Erhielt 1966 den Wer- Ben (Formelzeichen genannt) werden festgesetzt:
korreliert sind, als man lange Zeit an- ner-von-Siemens-Ring. Hauptarbeits- kursiv (schräg) geschrieben. Diese A Ampere 1 Liter
nahm, Offenbar sind die S. den Ster- gebiete: Elektronenröhren und Halb- Regel gilt vor allem für Veröffentli- bar Bar im Lumen
nen der *Population II
Diagramm) zuzuordnen. Sie müßten
Russell- leiter.[43] chungen, die im normalen,d. h. senk- C Coulomb ix Lux
dann besser Langsamläufer heißen, Schottky-Fehlstellen (vacancies) sind rechten Druck erscheinen. Bei solchen cal Kalorie m Meter
da ihre große Relativgeschwindigkeit *Leerstellen im Gitter (Gitterlöcher), in Schreibmaschinenschrift, die mei- cd Candela
dyn Dyn
m: Meterquadrat
m’ Meterkubus
gegenüber den Feldsternen der Po-
die dadurch entstanden sind, daß stens nur für einen kleinen Leser- erg Erg N Newton
pulation I eine Folge der langsurme- Atome an die Kristalloberfläche ge- kreis bestimmtsind, können auch die F Farad Q Ohm
ren Rotation der Population II um
wandert sind und leere Gitterplätze senkrechten Typen verwendet wer- g, Gramm P__ Poise
den Systemmittelpunktist.
zurückgelassen haben. Bei dieser den. Kommtjedoch ein größerer Le- °C GradCelsius s Sekunde
Lır. Miczaika, G.: Mitteilungen des Cop- Schottkyschen Fehlordnung ist_ die serkreis in Betracht, wird empfohlen, °K GradKelvin sb Stlb
pernicus-Institutes Berlin. Astronomische Dichte gegenüber derjenigen desfehl- die kursiven Buchstaben einzusetzen, H
Hz Hertz
Heny t,
V Volt
Tonne
Nachrichten. Bd. 270. S. 249. Berlin 1940. ordnungsfreien Kristalls verringert. auch wenn dies nachträglich hand- bh Stunde W Watt
{grue, O.: Astronom. Berlin 1962. Die Anri-Schottkysche Fehlordnung schriftlich geschehen muß, z. B. auf
bezeichnet den umgekehrten Fall, i Wachsmatrizen. 1960 wurden folgende Einheiten hin-
Schnelle heißt bei einer mechanischen dem Atome von der Kristalloberfüi b) Die kursive Schreibweise gilt auch zugenommen:
Schwingung die Maximalgeschwin- che her auf Zwischengitterplätze im in folgenden Fällen: rad Radiant
digkeit des schwingenden Körpers Kristallinnern wandern. Die Schott- ) für Verhältnisgrößen, z. B. ebener sr Steradiant
beim Durchgang durch seine Ruhe- kysche Fehlordnung ist also charak- Winkel, relative Dichte, relative Di- T_ Tesla
lage. Für einen nach der Gleichung terisiert durch den Austausch von elektrizitätskonstante, Brechzahl usw. Wb Weber.
a=4-sin@t schwingenden Körper Gitterbausteinen zwischen Kristallin- ß) Bei Benutzung eines Formelzei- Die Kurzzeichen der Einheiten wer-
beträgt die S. A @ @&. a: Schallschnel- nerem und Kristalloberfläche. chens wie eine Einheit als Bezugs- deni. allg. mit kleinem Anfangsbuc
le). [12] Lır. Hab. d,Keistallhyaik
39, VI. Physik. Hrsg.1, v.Berlin
$. Flügge.
1 größe, z. B., die maximale Beschleu- staben geschrieben; werden die Ein-
Schnell-Läufer, s. Schnelläufer. nigung einer Rakete ist a=10g heiten jedoch von Eigennamen abge-
Schnellspaltfaktor, in einem unendlich Schrägbeleuchtungsmethode, zur Er- (ehnfache Fallbeschleunigung), oder leitet, so sollen sie groß geschrieben
ausgedehnten multiplizierenden Me- ’kennung, von Brechungsunterschie- die Permeabilität einer Eisensorte ist werden,z. B.
dium das Verhältnis der mittleren den. Bei schwachem Objektiv wird 1 1000 n-
Anzahl der Spaltneutronen, die auf das Gesichtsfeld unter Benutzung ei- 2. Einheiten undihre Vorsätze. a) Die m (Meter)
Kernspaltungen durch Neutronen je- Kurzzeichen der Einheiten und ihrer cal (Kalorie)
der Energie zurückzuführensind, zur
ner Beleuchtungslinse bis zum zu un- Vorsätze werden senkrecht geschrie- N, (iewton)
mittleren Anzahl der Spaltneutronen,
tersuchenden Gegenstand durch eine en. Ww (Wat).
Blech- oder Pappscheibe zwischen b) Wenn in einer Formelder gleiche 3. Dimensionen werden senkrecht mit
die durch thermische Spaltungen al-
lein entstehen.[7]
Spiegel und Polarisator abgeblendet. Buchstabe sowohlfür eine Größeals großen Grotesk-Buchstaben geschrie-
Ist der Gegenstand stärker brechend auch für eine Einheit verwendet wird ben, z. B. LMT* für Kraft. (Potenz-
Schnellspaltung, Kernspaltung durch als die Umgebung,so tritt in ihm, zur undz. B. bei Schreibmaschinenschrift produkte aus Einheiten, z.B. m kg
schnelle Neutronen.[7] Abblendunghin, ein Schatten auf, im die Gefahr von Mißverständnissen s’®, stellen keine Dimension dar.)
Schnittbild-Verfahren, s. Körper- umgekehrten Fall an der entgegenge- vorhanden ist, kann an Stelle des 4. Sonstige Regeln für Formeldruck.
schichtaufnahmen. setzten Seite. Bei ungefähr gleicher Kurzzeichens für die Einheit eine Ab- a) Es wird kein Ausschluß (Zwischen-
12 113
Schrödinger Schrödinger-Gleichung
raum) gesetzt: zwischen Einheit und sik für die Entwicklung der Wellen- »Eigenwertproblem zu formulieren. Eine solche Gleichung stellt ein Ei-
ihrem Vorsatz, z. B. mechanik sowie für seine Beiträge Die Schrödingersche Form der Dyna- genwertproblem dar. W_ spielt
mm cs zur Atomtheorie. Sein Arbeitsgebiet mik unterscheidet sich von der New- Rolle eines Eigenwerts. Das bedeu-
mTorr uF, war vor allem die Theoretische Phy- tons grundlegend. Schrödinger sucht tet, daß die Gleichung nicht für jedes
zwischen Basis und hochgesetztem sik, insbesondere die Quantentheorie. nicht nach Gleichungen, die Ort und W lösbar sein muß, sondern nur für
Zeichen,z. B. $. baute 1926 die Ansätze L. de Impuls eines Teilchens irgendeinem diejenigen Werte W,, die man in der
cm Broglies zu einer umfassenden Wel- Bewegungszustand zu berechnen ge- älteren Quantentheorie durch beson-
= lentheorie der Materie (Wellenme- statten. Vielmehr führt er eine abstrak-
dere Quantenbedingungen aus der
ie = 100. chanik) aus, stellte die nach ihm be- te Funktion y = (x, 9, z,() ein, mit kontinuierlichen Mannigfaltigkeit aus-
b)'Es wird ein Punkt(s. Punkt, typo- ‚nannteWellengleichung auf und schuf deren Hilfe Wahrscheinlichkeitsaus- wählte. Zu jedem Eigenwert W ge-
graphischer) Ausschluß (Zwischen- so eine einheitliche Grundlage der sagen über den Ort und andere Grö- hört eine bestimmte Eigenfunktion
raum) gesetzt: Quanten- und Atomtheorie.Seit 1943 Ben der Dynamik gemacht werden Yn. Die Eigenfunktionen haben keine
befaßte sich $. mit der Aufstellung können. Diese Wahrscheinlichkeits- physikalische Bedeutung; dagegen
a) Zwischen Faktoren,z. B.
3m einer neuen Feldtheorie. Er machte aussagen treten an die Stelle exakter bedeutet %s° (x, y, 2) die Wahrschein-
3m auch wichtige Beiträge zur Farben- Angaben. Sie tragen dem *Dualismus lichkeit, mit der das Teilchen mit der
lehre; außerdem arbeitete er an Pro- von Welle und Teilchen Rechnung. Energie W„ an der Stelle mit den Ko-
blemen der Radioaktivität. [43]
Amir! = Imls = 1.Meter je Sekunde Schrödinger-Darsteller, Die zeitabhängige ordinaten(x, y, 2) anzutreffen ist.
(aber ms! = Iims = 1/Mii s. Darsteller. zelnes Teilchen heißt: Die bisherige Darstellung beschränkt
“Darstellung stellt eine e sich auf das Einteilchensystem. Beim
B) Beiderseits der Zeichen - nd 3
Bestehen die Faktoren bzw. Zähler Art der mathematischen Formulie- Im wanaNn- Mehrteilchensystem hängt y von den
und Nenner aus längeren Ausdrü] rung der Quantenmechanik dar, die Koordinaten aller Teilchen al
ken, so kann der Ausschluß vergrö- aus dem Energiesatz bei Ersatz des Vvanvady@yaNn— vl Yu 2) = 9 (Ki, Yı, Zu; X, Ya, Zu;
Bert werden, z. B. Impulses durch den Operator Ali- A Wonzn
0.
22 KmIm Zu).
3-4 (1 Punkt Ausschlüß) grad und der Energie - Aji - 2/21 ent- u Die S.-G.lautet dann
1p = 9,80665 - 10° N (2 Punkt Aus- steht, während die Ortskoordinaten Die Funktion y heißt Schrödinger- A
schluß). unverändert bleiben. Daherheißt die sche Wellenfunktion. # ist das m amt Way) W-
5. Ausländische S. von Einheiten. Im -D. auch Ortsdarstellung. Die ge- Plancksche ‚ungsquantum/2 x; 7
Gegensatz zum Deutschen werden im ufigste $.-D. eines quantenmecha- i= VZTE ist die Masse des Teil- 9302) =0
Englischen und Französischen die in nischen Vorganges ist die durch die In diesem Fall liegt ihr ein hochdi-
der Mehrzahl vorkommenden Ein- Schrödinger-Gleichung. Wenn man chens.
Diese Gleichung hat gewisse Ahı mensionaler Raum zugrunde.
heiten auch in der Mehrzahlform ge- die quantenmechanische Bewegungs-
schrieben, wenn die Einheitennamen gleichung durch Matrizen formuliert, lichkeit mit der klassischen *Wellc Die $.-G.ist nicht tiefer begründbar.
ausgeschrieben werdet ies gilt nicht so ist bei S.-D. die Matrix der Teil- gleichung. Sie kann aus Analogiebe- Alle sog. Herleitungen sind nichts
nur im Text, sondern auch in For- henorte in Diagonalform (s. a. Dar- trachtungen zwischen geometrischer weiter Analogiebetrachtungen, die
meln, z. B. (deutsch in Klammern): stellung). Eine vertiefte Erfassung des und Wellenoptik einerseits sowie in logi i
4 =1foot, 1 =3feet Unterschiedes der beiden Darstel- klassischer Mechanik und Wellenme- zwingendsind. Die $.-G. ist lediglich
(i=1Fuß, 1 = 3 Fuß, nicht Füße) lungsweisen gestattet die *Transfor- chanik (de Broglie, 1924) andererseits durch die Erfahrung zu rechtfertigen.
P,= 1 Watt, P, = 3 watts mationstheorie. Bezüglich ihrer Er- gewonnen werden. Sie kann ebenso Hier hat sie sich allerdings vielfach
@i=1 Watt, P;=3 Watt). gebnisse sind beide Verfahren gleich- aus dem Energiesatz bewährt.
5 bits (fünf Bit oder 5 bit). wertig. [7] ” Die obigen Gleichungengeltennurin
Man findet aber gelegentlich auch ein Schrödinger-Funktion, s. Schrödin- m tYanad=W der unrelativistischen Mechanik, wie
Mehrzahl-s bei Kurzzeichen oder Ab- ger-Gleichung. man aus dem verschiedenen Grad
abgeleitet werden, wenn man dort von Ort- und Zeitdifferentiation
kürzungen, z. B. amps für amperes, Schrödinger-Gleichung. In seiner
Inie pounds, mds für millidarcies. Veröffentlichung »Quantisierung als den Impuls » durch (hf) - grad und sieht, Die Gleichung Schrödingers
13 die Gesamtenergie W durch — Ali - lativistisch zu verallgemeinern ist
Eigenwertproblem: (Annalen der ®/r ersetzt. Das Ganze wirkt dann ernstes Problem. Die sog. relativi
Schrödinger, Erwin. Österr. Physiker. Phys. 79, 1926) stellte Schrödinger als Operator auf die Funktion sche $.-G.oder *Klein-Gordon-Glei-
Geb. 12.8. 1887 in Wien, gest. 4.1. heraus, daß die Quantenbedingungen, 9.9, 2, 1), Dal chung vermag den Anforderungen
1961 ebda. 1920 a. 0, Prof. für Physi die man bis dahin der klassischen va—n nicht zu entsprechen. Für das Eint«
an der Univ. Jena und an der TH Physik_als_zusätzliche Forderungen
Stuttgart, 1921 0. Prof. an der TH aufgepfropft hatte, durch eine neue
Breslau, 1921-27 an der TH Zürich, flüssig würden, bei der
nl chensystem ist Dirac die Lösung die-
ses Problems Er (&. Diracsche
1927-33 o. Prof. für Physik an der it explizit von ganz- RA.
Univ.Berlin. 1933-35 in Oxford, 1936 zahligen Größen spricht, diese aber Die zeitunabhängige S.-G. gewinnt
bis 1938 in Graz, 1938-39 in Gent, automatisch in ähnlicher Weise auf- man, wenn man die Gesamtenergie Physik, Ba. IB. Berlin 1951. = Hund,
1940 Prof. der Royal Irish Acad. in treten, wie sich bei einer schwingen- W durch einen Operatorersetzt: E: Geschichte der _Quanientheorie,
Dublin, dann Direktor des von ihm den Saite die möglichen Schwingungs- e Hochschultaschenbücher 200. Mannheim
gegründeten Institute for advanced formen als Oberschwingungen zu
Studies ebd. S. erhielt gemeinsam mit ner Grundschwingung ergeben. Di
md + 1567. — Süßmann, G.; Einf, in die
Quan-
Dirac 1933 den Nobelpreis für Phy- eigentliche Aufgabe ist, das richtige +W@anD)-W v9 =0. Mannheim 1563. m
114 115
Schrödinger-Gordon-Gleichung Schubspannung
Schrödinger-Gordon-Gleichung _be- Kristallplastizität zum Ausdruck Nach diesen allgemeinen geometri- Elastizi- Schub-
zeichnet dasselbe wie *Klein-Gor- kommt, z.B. in der Lockerstellen- schen Betrachtungen über die Span- Metall tälsmodul modul G_Poisson-
don-Gleichung. [7] theorie von Smekal und in neuerer nungen sollen jetzt die Zusammen- Eini® ini Zahlu
Schrödingersche _Wellengleichung, Zeit in den Theorien der *Versetzun- ‚hänge der Spannungen mit den *De- Nm Nim®
svw. *Schrödinger-Gleichung. [7] gen oder dislocations. formationen im isotropen Körper für
den elastischen Fall kurz betrachtet Aluminium 7400 270 0,34
Schroteflekt. Die Erscheinungen, Lir. Hütte: Des Ingenieurs Taschenbuch
werden (s. a. Elastizität). ÜbersteigenBlei 1700 so 045
welche dadurch zustande kommen, L
sik.
Aufl. Berlin 1942. - Hdb. der Phy-
Bd. XXIV/2. Smekal, A.: Struktur- die auf den Körper wirkenden Span- Eisen 2120 800 0.7
daß der elektrische Strom im Va- empfindliche Eigenschaften der Kristalle. nungen eine gewisse Größe nicht, so Schmiede-
kuum einer Elektronenröhre durch Berlin 1933. Schmid, E., und W. Boas: sind die Formänderungen des Kör- eisen 20 830 028
einzelne Elektronen gebildet wird und Kristallplastizität. Berl 1935. - Ko pers rein elastisch, und der Zusam- Stahl 200 800 0,9
somit winzige Schwankungen zeigt, chendörfer, A.: Plast. Eigenschaften von
menhang zwischen Spannung und Grauguß 1000 500 0,26
werden unter dem Namen $. zusam- Kristallen und metall. Werkstoffen. Ber- Gold
Dehnung ist linear (*Hookesches Ge- Kupfer 310 280 0,2
mengefaßt. Er tritt um so deutlicher lin 1941. - Dehlinger, U.: Theor. Me-
setz), d.h. für eine Zugspannung 0 Messing 1200 460 0,35
hervor, je schwächer der gesamte tallkunde. Berlin 1955. - Hdb. d. Physik. 1050 4300 0,35
Hrsg. v. S. Flügge. Bd. VIVI. Kristall- gilt o = E Alll, wo E der Elastizi- Nickel 230 790 03
Strom ist, je weniger Elektronen also. physik I. Berlin 1955. [15] tätsmodul, Io die Anfangslänge und Silber 300 290 0,38
an ihm beteiligt sind, da ja alle stat Schubgröße, svw. Schubkoeffizient, s. Aldie Verlängerungsind. Wolfram 3620 1350 0.17
stischen Schwankungseffekte mit ab- Elastizitätskonstanten. [15] Zur Darstellung der Wirkungen der Zink bis
350 280
13000 bis 4700
02
bis0,3
nehmender Zahl der an ihnen betei- einzelnen Spannungen schneidet man
ligten Elementerelativ zunehmen. Schubkoeffizient, s. Elastizitätskon- aus dem zugverformten Körpereinen Die Ableitungen für die elastische
Der $. begrenzt die Möglichkeit der stanten. Einheitswürfel heraus. Dabei zeigt
Verstärkung äußerst schwacherStrö- Schubmodul, auch Drillings-, Gleit-, sich, daß lediglich die Normalspan- Verformung sind eingehend unter
nungen eine Volumenänderung_des Elastizität
me, da schließlich die gewollten und Scherungs-, Schiebungs- oder Tor- behandelt.
zu messenden Veränderungen in den
durch den $. bedingten Schwankun-
sionsmodul (s. Elastizitätskonstan- Würfels bewirken. Die dabei aufıre- der plastischen dieVerformung
Es sollen jetzt Verhältnisse bei
eines
ten). [15] tende gesamte Volumenzunahme be- Kristalls näher untersucht werden.
gen untergehen. Da der $. von der Schubspannung (shear stress). Wird trägt 0 (1 = 24)/E, wobei u die *Pois- Die Geometrie ist eingehend unter
Anzahl der beteiligten Elektronen ein an einer Bewegung gehinderter son-Konstante oder Poisson-Quer- Verformung, plastische, behandelt,
und damit von der Größe der Ele- fester Körper äußeren Kräften, z. B. kontraktionszahlist. Die S. beeinflus- während hier die Spannungen, die bei
mentarladung abhängig ist, konnte einem Zug, unterworfen, so entstehen sen also das Volumen überhaupt der *Gleitung auftreten, betrachtet
sogar eine Methode zur Bestimmung in ihm elastische Gegenkräfte, die nicht, Ihre Wirkung besteht hingegen werden.
der Elementarladung aufihn gegrün- man als elastische *Spannungen be- in einer Winkeländerung des Ein- Aus einer Verformungsmessung er-
det werden, welche einen bis auf 1% zeichnet. Es wurde bei der Ableitung heitswürfels. Dabei geht eine quadra- hält man als unmittelbares Ergebnis
‚genauen Wert liefert. [1] der *Normalspannung gezeigt, daß tische Fläche in eine rhombische eine Kraft-Verlängerungs-Kurve.
Schubfestigkeit. In der Technik wird die auftretende *Zugspannung ein Form über, und zwar auf Grund der Diese Kurve rechnet man in eine
häufig die Bruchschubspannung za, Tensor ist. Aus einer rein geometri- Verlängerung in Zugrichtung und der *Spannungs-Dehnungs-Kurve um.
bei der sich zwei benachbarte, gegen- schen Ableitung ersieht man, daß die Verkürzung in tung senkrecht Dabei zeigt sich, daß die plastische
einander verschobene Querschnitt- Zugspannung in eine Normalspan- zum Zug. Dabei ein Paar rech- Verformung bei einer bestimmten
ebenen eines Stabes trennen, als S. nung und eine S. zerlegt werden ter Winkel um y vergrößert und das Spannung, der *Streckgrenze, ein-
bezeichnet. Es ist danndie S. propor- kann. Dabei ist die S. == 0-sinp- andere um y verkleinert. Es gilt dann setzt. Die Messungen ergeben, daß
tional der *Zugfestigkeit os, also cos @, wo a die Zugspannung und ebenso wie für die Zugspannung auch dieserWert eine ziemlich große Streu-
a = f on (f Proportionalitätsfaktor). der Winkel zwischen der Normalen für die S. r, daß sie der *Verfor- ung aufweist, die von der Orientie-
Bei den *Kristallen dagegen liegen zur *Gleitebene und der Stabachse mung, hier also der Winkeländerung
andere Verhältnisse vor. Aus gitter- des Körpers ist. Dabei ergibt sich, », proportional ist: herrührt. Wie sich aberzeigt, besteht
theoretischen Überlegungen wurde daß die S. nicht wie die Normalspan- 7=Gy. ii ine Gleitung nr Sche-
eine Abschätzung der S. von Kristal- nung durch eine Kraft, sondern durch rung formation, so daß S. hierfür
len gemacht. Die dabei gefundenen ein Kräftepaar dargestellt wird. Fer- ang sind. Um den Einfluß der
theoretischen S. Tineor liegen in der ner zeigen eingehende theoretische Dabei ist G der Schubmodul oder
Größenordnung G/2a, wo G der Betrachtungen, daß nicht nurein ein- Gleitmodul oder Schubelastizitätsmo- Orientierung auszuschalten, rechnet

*Schubmodulist. Für Aluminium, bei ziges Kräftepaar, das allein eine Dre- dul oder auch Scherungsmodul. man die Spannungs-Dehnungs-Kur-
ve in die Verfestigungs-Abgleitungs-
einem G von 2500 - 10" N/m?, erhält hung eines Volumenelements bewir Manchmal wird auch sein reziproker Kurve um, wobei für die S. 7 die Be-
man ein Tunor von = 400 « 10? N/m?. ken würde, sondern noch ein zweites Wert 1/G definiert und als Schub- ziehunggilt
Man ersieht daraus schon, daß die gleiches, aber entgegengesetzt gerich- koeffizient oder Schubgröße bezeich-
theoretischen S. um einige Größen- tetes Kräftepaar vorhandenist, das net. Zwischen dem Elastizitätsmodul, T= 0-sing-cosA,
ordnungen höhere Werte zeigen, als diese Drehung wieder aufhebt. dem Schubmodul und der Poisson-
die experimentell beobachteten. Bekanntlich wird ein Kräftepaar Querkontraktionszahl besteht die all- wobei x bzw. A die Winkel zwischen

Die Erklärung für diese großen Un- durch einen Vektor dargestellt, so gemeine Beziehung 2/2 G = 1 + p. In Gleitebene bzw. *Gleitrichtung und
terschiede dürfte in dem gegenüber daß die S. ebenso wie die Zugspan- der folgenden Tabelle (aus Masing) Zugrichtung sind. Es ergibt sich dann

den*Idealkristallen fehlerhaften Kri- nung durch zwei in entgegengesetzten sind diese einzelnen Größen für ver- aus der Streckgrenze eine orientie-

stallbau der *Realkristalle liegen, was Richtungen wirkende Vektoren er- schiedene vielkristalline Metalle an- rungsunabhängigekritische *S.:
in den verschiedensten Theorien zur haltenwird. gegeben. To = 00 sin Xo cos An.
116 17
Schubspannung oder Scherkraft bewegter Luft Schumann-Ultraviolett
Kritische ter Zustand und Erholung. Leipzig 1941.
- Tertsch, H.: Die Festigkeitseigensc haf- To gehört, deren Überschreiten eine ($. Reibung in Strömungen) entsteht.
Gittertypus Metall Schubspannung ten der Kri Masing,
. Wien 1949. — Weiterverformung ich macht. Zusammen mit dem *Druckwider-
1 in 109 Nim® G.: Lehrb. d. Allg. Metallkunde. Berlin Der richtungsunabhängige Zusam- stand bildet er den *Profilwiderstand.
1950. Halla, F.: Kristallchemie und Kri- menhang zwischen 7 und a heißt Außerdem gibt es noch den indu-
kubisch- Kupfer 0,10 stallphysik metall. Werkstoffe. 2. Aufl. *Verfestigungskurve_(s. u. Schub- zierten Widerstand (s.d.) und den
flächen- Aluminium 020 Leipzig 1951. [15] spannung und Verformung, plasti- *Wellenwiderstand. [11]
zentriert Silber 0.06 Schubspannung oder sen Scherkraft be- sche). Schülen-Phänomen, svw. *Wilson-
Nickel 0,58 wegter Luft. Luftmas verschiede- Lır. Schmid, E.: Proc. internat. Congr. Phänomen,s. a. Sonnenfleck.[5]
Gold 00 ner Geschwindigkeit üben gegenseitig appl. mech. Delft 1924. — Hdb. d. Expe-
kubisch- Eisen 38 Schüttergebiet, seismologisch das Ge-
saum- an ihrer Grenzfläche eine S. aus. Die rimentalphysik. Bd. V. Sachs, G.: Plast.
biet, innerhalb dessen die von einem
zentriert Richtung dieser Kraft ist durch die Verformung. Leipzig 1930. - Hdb. d.
Physik. Bd. XXTV/2. Smekal, Struk- Erdbeben hervorgerufenen Bodenbe-
hexagonal Magnesium 0,083 Differenz der Bewegungen über und turempfindl. Eigenschaften der Kristalle. wegungenstattfinden. Werden leızte-
u Zink 0,094 unter der Grenzfläche gegeben. G.el-1. Berlin 1933. Schmid, E., und W. Boas: re mit den menschlichen Sinnesorga-
tetragonal Cadmium 0,058 Taylor hat die $. an der Schiefst Kristallplastizität. Berlin 1935. - Kochen- nen wahrgenommen, so spricht man
#-Zinn 0,133 lung des Wasserspiegels durch Wind dörfer, A.: Plast. Eigenschaften von Kri-
vom makroseismischen S. In ihm ist
bestimmt und den Zahlenwert $ = stallen und metall. Werkstoffen. Berlin
1941. - Masing, Lehrb. d. Allg. Me- die Bodenbeschleunigung > 2,5 mm/
hombo- Wismut 0221 0,05 Nm? für eine Windgeschwin-

ö
tallkunde. Berlin 1950. alla, F. 3. Im Gegensatz dazu ist im mikro-
edrisch digkeit v = 3.m/s abgeleitet. Mit Ein- stallchemie und Kristallphysik metall. seismischen S. (Bodenbeschleunigung
Durch unmittelbare Versuche wurde satz der vertikalen Windgeschwindig- Werkstoffe. 2. Aufl. Leipzig 1951. [15] <2,5mm/s?) die Bewegung nur in-
nachgewiesen, daß die auf der Gleit- keitsänderung 2v/öz, die aus v = 109 Schubspannung,theoretische. Würde strumentell feststellbar. Das Vorhan-
ebene senkrecht stehende Normal- 27? berechnet wird, bestimmte Tay- man einen *Idealkristall einer reinen densein einer Reizschwelle für die
‚komponen te keinen Einfluß auf die lor mit S= - A (&v/z) die Größe Schubbeanspruchung unterwerfen, so seismischen Instrumente sorgt dafür,
Gleitung hat und daß für das Einset- des Austausches A, 2 1525 würde der *Kristall sich bis zu seiner daß dieser Bereich nicht beliebig groß
zen ausgiebiger Translati on (Glei- i 0,10 0,8 2,5_ 4,0 7, 2 Schubfestigkeitsgrenze, der sog. t. S., wird.
tung) das Erreichen einer bestimmte n Yınms 1,47 1,97 2,55 2,55 2,86 3,31
av
rein elastisch verhalten und dabei Aber auch unabhängig davon kann
S., der kritischen S., maßgebend ist. 77 ins1,95 0,37 0,14 0,09 0,06 0,03 Schiebungenbis zu 50% erfahren, da- das tatsächliche S. nicht bis ins Un-
Schmidsches
Diese Aussage wirdetzals bezeichnet nach aber schonbei geringen äußeren endliche reichen, weil einerseits die
*Schubspannungsges . In Ain Schubspannungen unbegrenzt weiter- Deformationsenergie in Wärme ver-
der obigen Tabelle (aus Kochendör- keins) 0,26 1,35 3,5 54 89 16,1
der
der Tabelle, daßklein
Man ersieht ausdem
gleiten. Bei diesem ganzen Vorgang
bliebe das Gitter ideal; lediglich die
wandelt wird, andererseits die Ener-
fer) sind die kritischen $. von einigen Boden sehr giedichte infolge der Ausbreitung so
Metallkristallen aufgetragen. Austausch über *Gleitebenen würden schrittweise ge- gering wird, daß auch in diesem Falle
Die "Verfestigung r. eines geglitte- ist und mit der Höhe wächst; er be-
des
geneinander um Vielfache des Atom- die Reizschwelle für das Medium un-
nen Kristalls ist die um die kritische trägt in 15m Höhe das 60fache abstandes verschoben. Die Berech- terschritten wird.[6]
S. verminderte jeweilige $., die einer Wertes in lOmEÖhe, ya 5 5. nungder t.S. kann auf verschiedene Schulerscher Satz. Die Anzeige der
bestimmten Abgleitungentspricht. Lrr. Hann-Süring: ırb. let. Weisen erfolgen. Ihr Wert liegt in der INS-Richtungmittels *Kreiselkompaß
Die kritische $. hängt wie die Verfe- Aufl. Leipzig 195 S. 600. [30] Größenordnung von 10° N/m?, also wird i. allg. durch sog. Fahrtfehler
stigung in erheblichem Maße von der Schubspannungsansatz, S. Newton- beträchtlich höher als die beiden verfälscht, wenn das Schiff beschleu-
nehmen
Temperatur ab, und zwarsteigender scher Schubspannungsansatz. *Realkristallen gemessenen wirkli- nigte Bewegungen (Kurven, Verän-
normalerweise beide mit i. allg. ein Schnbspannungsgesetz (von Schmid) chen Schubspannungen. derungen der Geschwindigkeit) aus-
Temperatur ab. Auch kann bezicht sich ursprünglich nur auf den Lit. Kochendörfer, A.: Plast. Eigen- führt. Schuler hat nachgewiesen, daß
Einfluß der Geschwindigkeit beobach- Beginn des Gleitens von *Kristallen. schaften von Kristallen und metall. Fahrtfehler nicht auftreten, wenn die
tet werden: Mit steigender Geschwin- Es besagt, daß die Erreichung einer Werkstoffen. Berlin 1941. - Dehlinger,
Chem. Physik der Metalle und Le- freien Schwingungen des schwimmen-
digkeit nehmen die kritische $. und bestimmien kritischen *Schubspan- gierungen. Physik und Chemie in Ein- den Systems als Schwerependel um
die Verfestigung zu (s.a. Viskosime- nung maßgebend istfür das Einsetzen zeldarst. Bd. 3. Leipzig 1939. Polanyi, das Metazentrum eine Schwingungs-
dauer von 84,4 min haben (Schwin-
trie). ausgicbiger *Translation (*Gleitung) M., und E. Schmid: Naturwiss. 17, 301
Lrr. Hdb. d. Experimentalphysik. Bd. V. in einem *Gleitsystem. Die dabei auf (1929). [15]
Schubverformung. Eine reine S. ist
gungsdauer eines mathematischen
Sachs, G.: Plast. Verformung Goe- die Gleitfläche wirkende *Normal- die einzige Verformungsart, bei der
’Pendels, dessen Fadendie Länge des
rens, P., und R. Mailänder: Die techn. spannung hat sich als unwesentlich nur Schub- und keine Normalspan-
Erdradius hat). [20]
Verfahren zur Untersuchung der Metalle herausgestellt. Daraus ergibt sich nungen wirken. Es tritt hier also nur
Schumann-Platte, s. Schumann-Ul-
traviolett.
und Legierungen. Leipzig 1930. - Hdb. d.
Physik. Bd. XXIV/2. Smekal, A.: Struk- dann die kritische Schubspannung: reine *Schiebegleitung auf. Der ein- Schumann-Ultraviolett. Unter S.-U.
turempfindl. Eigenschaften der Kristalle. To = @0- sin Xo + c0S An. fachste Apparat für die $. ist die versteht man ultraviolette Strahlung
Berlin 1933. mid, E., und W. Boas:
Das Gesetz wurde dann von Smekal Bausch-Anordnung (s. Schiebeglei- unterhalb von etwa 185nm. In die-
Kristallplastizität. Berlin 1935. — Elam,
auf beliebige plastische Verformungs- tung). [15] sem Wellenlängenbereich muß man
grade erweitert und besagt dann, daß
C. F.: Distortion of metal crystals. O?
ford 1935. - Houwink, Elastizität, Schubwiderstand_ _(Reibungswider- sich für die spektrale Untersuchung
Plastizität und Struktur der Materie. zu jeder plastischen Gesamtabglei- stand), derjenigeTeil des Widerstands bereits eines Vakuumspektrographen
Dresden und Leipzig 1938. Kochendör- tung des Kristalls längs der, °Gleit- eines umströmten Körpers, B. eines bedienen, da der Sauerstoff der Luft
fer, A.: Plast. Eigenschaften von Kristal- richtung (kristallographische *Abglei- Tragflügels, der durch die integrale hier schon beträchtlich absorbiert
len und metall. Werkstoffen. Berlin 1941.
tung a) eine bestimmte, richtungsun- Wirkung der an der Oberfläche an- (100 cm O» bei 1 N/m? und 0 °C las-
- Hdb. d. Metallphysik. Bd. III/2. Bur-
gers, W.G.: Rekristallisation, verform- abhängige Grenzschubspannung 7> greifenden Reibungsschubspannungen sen bei 185nm nur noch ungefähr
118 119
Schursches Lemma schwache Wechselwirkung
13% durch). Auch die normale photo- vermögestarker Wechselwirkungzer- Diese Eigenschaft der s, W.hat sich nicht die Leptonen), so scheint die
graphische Platte ist wegen der Ab- fallen, z.B. einige der neu entdeck- in vielen Beispielen bestätigt. Da die Auswahlregel
sorption der Gelatine in diesem Be- ten *Pionen- und *Kaonen-Resonan- Raumspiegelungen P aufgrund des 48 = 40
reich nicht mehr brauchbar. Schu- zen, haben Lebensdauern von etwa *CPT-Theorems mit der Invarianz
mann, der auf diesem Gebiete Pio- 10®%s, und das elektromagnetisch in einer Theorie gegenüber *Ladungs- für leptonische Zerfälle in guter Nä-
nierarbeit geleistet hat, stellte durch zwei y-Quanten zerfallende z°-Me- konjugation C und *Zeitumkehr 7 herungerfüllt zu sein. In dem ersten
Herauslösen der Gelatine aus der son hat eine Lebensdauer von etwa gekoppelt sind, hat man zu fragen, der obigen Beispiele hat man
photographischen Schicht ein Auf- 1095. was mit diesen Symmetrieeigenschaf- AS=S@ tw + )-S(KY=-1,
nahmematerial her, das auch in dem Den verhältnismäßig langen Lebens- ten geschieht. Man hat festgestellt, Das zweite oben angegebeneBeispiel
erwähnten Wellenlängenbereich ver- dauern der »schwach« zerfallenden daß die Invarianz der s. W. gegen- ist ein nichtleptonischer Zerfall.
wendet werden kann (Schumann- Teilchen entsprechen schr kleine über Ladungskonjugation ebenfalls Schließlich ist auch der *Isospin 7,
Platte). Im S.-U. versagt auch Quarz- Wirkungsquerschnitte für andere stark verletzt ist, aber bis vor kurzem eine Erhaltungsgröße bei starken
optik. An ihre Stelle muß Flußspat- »schwache« Reaktionen, z. B. für den angenommen, daß die Kombination Wechselwirkungen, bei s. W. nicht
optik treten (durchlässig für A> zum Nachweis des Neutrinos benutz- aus Ladungskonjugation und Raum- mehr erhalten. Jedoch hat man auch
120. nm).[17] ten Prozeß spiegelungen (CP-Invarianz) und da- hier experimentell eine Auswahlregel,
Schursches Lemma, s. Darstellung verponte. mit nach dem CPT-Theorem auch die
einer Gruppe. Zeitumkehr »gute« Symmetriegrup- Ar ='n,
Schuster-Brücke, s. Brücke, akusti- Während die Kopplungskonstante pen der s. W.seien. Neuere experi- gefunden. Die experimentelle Bestä-
sche. der starken Wechselwirkungen von mentelle Ergebnisse beim Zerfall der tigungdieser Regel ist besser für lep-
Schutzkolloide, s. Kolloide. der Größenordnung10, die der elek- neutralen *Kaonen haben diese An- tonische Zerfälle als für nicht-lepto-
Schutzstoffe, svw. Abschirmstoffe. tromagnetischen (s. Quantenelektro- nahmejedoch widerlegt. Es gibt auch nische.
Durch die $. soll unerwünschteStrah- dynamik) von der Größenordnung eine schwache CP-Verletzung. Ein weiteres, auch theoretisch wich-
lung absorbiert werden. Sie finden in 10sind, gilt für die entsprechende Eine weitere Größe, die bei starken tiges experimentelles Ergebnis im
der Röntgen-Technik als Filter zur Größe der s. W. 10%. Alle diese und elektromagnetischen Wechsel- Rahmen der s. W. isı die Entdek-
Aufhärtung der Strahlung, d. h. zur Eigenschaften erklären den Namen wirkungen erhalten bleibt, bei schwa- kung, daß es zwei Typen von Neutri-
Verhinderung einer übermäßigen »schwache Wechselwirkunge. chen aber nicht, ist die *Strangeness. nen gibt, ein Elektron-Neutrino und
Strahlenbelastung der Haut des Pa- Die neuere Geschichte der s. W. Wäre dies nicht so, so könnten z. ein Myon-Neutrino. Dies erklärt z.
tienten, Verwendung. Außerdem be- hängt mit der Entdeckung (1956) zu- die Kaonen nichtzerfallen und wi B., warum der Zerfall a+e+y
stehen Blenden, Tuben und Schutz- sammen, daß sie nicht invariant sind ren stabile Teilchen wie das Elektron, nicht auftritt.
kleidung ete. aus solchen Stoffen. Zur gegenüber *Raumspiegelungen, wie zumindest das leichteste der Kaonen. Die Theorie der s, W.. deren Prinzi-
Errichtung von Schutzwänden findet mandas bis dahin vorausgesetzt hatte Bezeichnet man die Differenz der Ge- pien ähnlich unzulänglich sind wie die
Schwerspatmaterial (Kämpe-Lorey- (6. Symmetrieprinzipien in der Ele- samistrangeness der an einer Reak- der starken, geht auf Fermi (1934)
Platten) weitgehenden Gebrauch. [28] mentarteilchenphysik). Das erste von tionbeteiligten Teilchen vor und nach zurück. Die Verletzung der Invarianz
Schutzzylinderkondensator, s. Nor- Lee und Yangvorgeschlagene Expe- dieser Reaktion mit AS, so scheint in gegenüber Raumspiegelungen und die
malkondensator. riment zum Nachweis dieser Symme- brauchbarer Näherung die Auswahl- damit, verbundene moderne Entwick-
schwache Konvergenz im Hilbert- trieverletzung war der #-Zerfall von regel lung hat ihr eine wesentlich ökono-
Raum, s. Hilbert-Raum. %Co-Kernen. Da die Niveaus der mischere Fassung gegeben. Fermi
schwache Wechselwirkung. Das älte- Kerne vor und nach dem ß-Über- as] =1 versuchte als erster, den ß-Zerfall
ste und wohl bekannteste Beispiel für gang durch starke Wechselwirkungen, zu gelten. Beispiele sind die Zerfälle feldtheoretisch zu beschreiben. Ge-
diesen Typ der Wechselwirkungen mit leichten elektromagnetischen nau wie beim Beginn der Theorie der
zwischen atomaren Teilchen (s.a. Korrekturen, bestimmtsind und diese Komt+wtr.S(Ky)=1, starken Wechselwirkungen waren
Quantenelektrodynamik und starke Wechselwirkungen nach aller bishe- S@+w+r) 0; auch hier Analogien zur Elektro-
Wechselwirkung) ist der B-Zerfall der rigen Erfahrung invariant gegenüber Ziontar, S(E)=-1, dynamik maßgebend. Der die Wech-
Atome, z.B. der Zerfall eines Neu- Raumspiegelungen sind, so habendie selwirkung beschreibende Teil der
Kernniveaus eine definierte Parität, Sat+tm)=0. Lagrange-Dichtein der Elektrodyna-
trons in Proton, Elektron und Elek- und darum sollte bei Invarianz der s. mik (s. Quantenelektrodynamik) hat
tron-Antineutrino mit einer Halb- Der K‘-Zerfall ist zugleich ein Bei-
weriszeit von etwa 13 mi W. gegenüber Raumspiegelungen der spiel für einen sog. »leptonischen« die Form
Mittelwert von (pi) verschwinden, Zerfall. So nennt man alle Zerfalls-
n=pte+ wobei j der Drehimpuls des Kernes reaktionen, bei denen ein Leptonen-
Adjı,
(Der Querstrich über dem ». soll an- und p der Impuls des emittierten paar (A, vu) oder (e, ve) beteiligt. ist. wobei 4? (4° (x), U(x)), x=(c 62)
das Viererpotential und ja (x), A=0,
deuten, daß es sich um ein Antineu- Elektrons ist (s.a. Helizität). An- Wegen der Erhaltung der Leptonen- 1, 2, 3 die Dichte des das Feld erzeu-
trino handelt, s. Dirac-Gleichung, schaulich bedeutet dies, daß bei dem zahl treten die *Leptonen immer genden Viererstromes ist. Fermi
Lepton.) Zerfall gleichviele Elektronen in paarweise auf, und zwarist das Myon nahm in Analogie hierzu an, daß ja
Seit der Entdeckungder vielen neuen Richtung des Kernspins emittiert vom Myon-Neutrino begleitet, das (&) beim $-Zerfall durch
*Elementarteilchen hat man gelernt, werden sollten wie. entgegengesetzt Elektron vom Elektron-Neutrino.
daß die s. W.für viele Zerfälle dieser dazu. Experimentell fand man jedoch Bezeichnet man ferner mit AQ die Yo yayn, A = 0,1,2,3
Teilchen verantwortlich sind. Dies eine starke Vorzugsrichtung, und die Differenz der Gesamtladung der gegeben ist, wobei y» (x) und yn (x)
iußert sich z.B. in den verhältnis- Invarianz gegenüber Raumspiegelun- Teilchen vor und nach der Reaktion, die Spinoren des Protons bzw. des
mäßig großen Lebensdauern (10°bis gen mußdaherverletzt sein (sog, Pa- die auch »stark« wechselwirken kön- Neutrons sind. (p = y* y', y*:_her-
10") dieser Teilchen. Teilchen, die ritätsverletzung,s. Parität). nen (Mesonen und Baryonen, aber mitesch konjugierter Spinor, s. Dirac-
120 121
schwache Wechselwirkung
Gleichung, Quantenelektrodynamik). nämlich die höheren divergenten Nä- man z. B. den »schwachen« Zerfall Im. Grodang; Li;
Dem Viererpotential sollte dann die herungen der Fermischen Kopplung utr—etvetös so hat man zu Pisa1. 168 GB. = Sakunl, 5
sich Lorentz-Transformationen nicht durch Renormalisierung endlich setzen Poiopper.I Nuclear Physics 7,der
N. Fortschritte 28 Phyaik
(599)
wie ein Vierervektor transformieren- machen. Dies bedeutet, daß man
de Kombination überhaupt nur die erste Näherung 91 = Dre ya Ver ve = Um 1a« er Pill
ze , G960).:- Dispersion ion
Frv ausrechnen kann! Wegen der Klein- vr um Relations and Elementary Partickes
aus dem Spinorfeld y«(x) für das heit der Kopplungskonstanten hat
Elektron-Positron-System und aus dies einen gewissen, phänomenologi- Diese Reaktionist dadurch besonders
dem Spinorfeld Ys (x) für das Neu- schen Wert für kleine Energien und charakteristisch, daß an ihr nur Lep- Introduction 10 Elementary Partice Phy-
Impulsübertragungen, wird jedoch tonen beteiligt sind. Man hat_daher sics. New York 1961. - Schweber, 8. $.:
trino-Antineutrino-System _entspre- fragwürdig bei höheren Energien. In keine merklichen Korrekturen (Selbst- An Introduction to Relativistic Quantum
chen. (Man darf die Analogie zum diesem Sinne und darüber hinaus- ist energieeffekte etc., s. Quantenelektro- Field Theory. New York 1961. - Lectures
Notes on Weak Interactions. Hrsg.: C.
elektromagnetischen Feld nicht zu die Theorie der s. W. alles andere als dynamik) durch starke Wechselwir- Fronsdal. New York 19
wörtlich nehmen, befriedigend. kungen. In diesem Fall ist G4=-Gv, M. and X, Ne’eman; The Eigmfold
mehr als eine Wie erwähnt, hat man den obigen und man hat daher nur eine einzige ‚Way. New York 1964.
tungfür einen feldtheoretischen An- Ansatz noch zu ergänzen, um zumin- Kopplungskonstante. (Man bezeich- Schwächungskoefüzient, s. Absorp-
satz der s. W.) Als Lorentz-invarian- dest eine qualitative Übereinstim- net die so erhaltene Wechselwirkung tionskoeffizient.
te Wechselwirkungs-Lagrange-Dichte mung mit den Experimenten zu be- als V(ektor)-A(xialvektor)-Kopp- Schwärzung. Als $. S einerentwickel-
für die s. W. erhält man also nach kommen. Die Verletzung der In- lung.) Das Bemerkenswerte an dem ten photographischen Schicht bezeich-
Fermi: varianz gegenüber Raumspiegelungen obigen Wechselwirkungsansatz ist net man den Zehnerlogarithmus des
CRY) PR) ray @ und die damit verbundene Zweikom- mun das folgende (hierher kommt Verhältnisses von auffallendem Licht
h.c. ponententheorie der Neutrinen (s. auch der Name »universelle« Fermi- Io zum durchgelassenenLichtI:
(Summation über A!). Hierbei bedeu- Dirac-Gleichung) haben folgenden Wechselwirkung). Betrachtet man S = log lol.
tet G die Kopplungskonstante und Ansatz nahegelegt, der sich bisher nämlich jetzt den B-Zerfall, setzt also IolI selbst heißt *Opazität, I/lo Trans-
+ h. c., daß man den ersten Ausdruck recht gut bewährt hat: Yı=yrya=ym Pi=Yo, Pr "Pre, parenz.
'hermitesch konjugieren (s. Hilbert- Gray’ ya) (de yalı a-iy) mt Wäre die photographische Schicht
Raum) und addieren soll. Dies ge- + GA@ı yys ya) - so stellt man experimentell fest, daß klar, so wäre diese Definition eindeu-
schieht, um die Lagrange-Dichte her-
ey 'all-iy)y) the. innerhalb der Fehlergrenzen tig. Da aber die Schicht durch die
mitesch zu machen.
Man bezeichnet den obigen Ansatz (Zu den Größen »%, ys s. Dirac-Glei- Gv (B-Zerfall)=Gv (p-Zerfall) Größe der Silberkörner trübeist, d.
h., Licht zerstreut, hängt der Wert der
für die s. W. als Fermische Kopplung chung.) gilt, Diese überraschende numerische gemessenen $. davon ab, ob man nur
‚oder auch als Vier-Fermionen-Kopp- Der Projektionsoperator Übereinstimmung der Kopplungs- das in der ursprünglichen Richtung
lung, da sie vier Fermionenfelder an- Yall-iy) konstantenfür die beiden verschiede- verlaufende Licht oder auch das
‚einander koppelt. Zu dem obigen Teil sorgt dafür, daß zwei der Komponen- ‚nen Prozesse - zu denen noch andere Streulicht mißt.
der Lagrange-Dichte hat man sich die ten des vierkomponentigen Neutrino- kommen -, unabhängig von der Be- Bringt man die Platte unmittelbar vor
Dichte der kräftefreien Felder der spinors yr (x) herausprojiziert wer- teiligung »starkc wechselwirkender die Öffnung einer Ulbrichtschen Ku-
vier Teilchen hinzuaddiert zu denken, den. Dies trägt der paritätsverleizen- Teilchen im zweiten Fall, hat man so gel, so mißt man einen geringeren
um die vollständige Lagrange-Dichte den Eigenschaft der Neutrinen Rech- interpretiert, daß die Kopplungskon- Wert derS., als wenn man sie in grö-
zu bekommen. nung, da es zum in Impulsrichtung stante Gy eine ähnliche Größe wie die Berem Abstand aufstellt, wobei nur
Der spezielle Fermische Ansatz hat polarisierten Antineutrino kein ent- elektrische Ladungist, deren Wert als das direkt durchge; Licht er-
sich für die Beschreibungders. W. als sprechendes Neutrino und zum ent- Kopplungskonstante ja auch von der faßt wird. Der Grad von Parallelität
zu eng erwiesen. Aber auch die Er- gegengeseizt zur Impulsrichtung po- Art des elektromagnetisch wechsel- des einfallenden Lichtes soll ebenfalls
gänzungen ändern nichts an der fol- larisierten Neutrino kein entsprechen- wirkenden Teilchens unabhängig. ist möglichst hoch sein. Beim Kontakt-
genden feldtheoretischen Situation: des Antineutrino gibt. yı (x) ist der (Hypothese vom erhaltenen Vektor- kopieren wird die diffuse $. wirksam,
Gemäß den Prinzipien der Quanten- Spinor eines Elektrons oder eines strom, Gell-Mann und Feynman). beim Kopieren durch optische Abbil-
feldtheorie (s. Feldoperator, Quan- Myons. Mittels dieser Hypothese hat man i dung geringer Apertur die gerichtete
tenelektrodynamik) hat man die obi-
gen Feldgrößen umzuinterpretieren Gvbedeutet die Kopplungskonstante teressante Parallelen zu den elektro- S., die größer ist. Das Verhältnis, der
als Feldoperatoren mit einer gewissen für den sich bei Lorentz-Transforma- magnetischen Wechselwirkungen zie- Callier-Quotient (s. Callier-Effekt),
algebraischen Struktur. Die Situation
tionenwie ein Vektor transformieren- hen können, beträgt bei Projektion etwa 1,3. Bei
ist ganz ähnlich wie in der *Quanten-
den Ausdruck Für den Axialvektoranteil der Wech- gerichteter Beleuchtung und Messung
Fıy'ya selwirkung ist die Übereinstimmung erhält man bei grobkörnigen Schich-
elektrodynamik: Da man die exakten und G, die Kopplungskonstante bei beiden Prozessennicht so gut, und ten Werte von 3 und größer.
Lösungen der Gleichungen für die die sich bei Lorentz-Transform: manhat etwa Ga= 1,2. Gv. Lır. v. Angerer: Wissenschaftl. Photo-
Feldoperatoren nicht kennt, wird man nen wie ein Axialvektor transformi Die vorigen Überlegungen galten für ‚graphie. Leipzig 1959. - Mees, K.: The
die Störungsrechnung versuchen, zu- rende Größe leptonische Zerfälle. Für nichtlepto- ‚Theory of he, Phoiographic Process.
mal die Kopplungskonstante so klein nische »schwache« Zerfälle sind quan- New York 1954. - American Standard
ist (s. S-Matrix). Hier triftt man doch Fıyiysye. itative Überlegungen schwierig, da PH 2. 17-1958 (Diffuse Reflection Den-
auf ein fundamentales, bisher unge- Der obige Ansatz zeigt nun eine be- starke Wechselwirkungen eine Rolle sity) und PH 2. 19-1959 (Diffuse Trans-
löstes Problem: Im Gegensatz zur merkenswerte Universalität für die mission Density). - Joos, G., und E.
Quantenelektrodynamik kann man verschiedensten Prozesse. Betrachtet spielen, die man bisher nicht berech- Schopper: Grundriß der" Photographie
nen kann. und ihrer Anwendungen bes. in der
122 123
Schwärzungskurve Schwanzwelle
Atomphysik. Frankfurt/M. 1958. - DIN mittelbar die Aquidensiten des Nega- nissen vorliegt, als die wahrschein- lich. verschieden zahlreiche und ver-
4512 . [21] tivs als Kurven gleicher Dicke. lichste Verteilung, die die Atome und schieden große Stöße von verschiede-
Schwärzungskurve, die charakteristi- Lır. Lau, Kind, Roose: Die Schwär- Moleküle unter den vorliegenden nen Seiten auf diese Teilchen. Auch
sche Kurve einer photographischen zungsplastik als Mittel zur photographi Verhältnissen annehmen können. das Sedimentationsgleichgewicht in
Schicht. Abszisse ist die Lichtdosis schen Photometrie. Optik. Bd. 15, 162 Dieser Zustand ist für jede makro- kolloidalen Lösungen ist eine S. Gäbe
(\xs oder ergiem®), die auf die zu (1958). [18] skopische Beobachtung, die sich auf es nämlich keine Schwankungen oder
prüfende unentwickelte Schicht fällt Schwall, s. Analogien für Strömun- sehr große Zahlen gründet, eindeutig wären diese praktisch ohne Bedeu-
logarithmischer Maßstab), Ordinate gen. definiert. Jede Abweichung von der tung, so würden sich die schwereren
die durch die Entwicklung erzeugte Schwankungen, weltweite, sind die- wahrscheinlichsten Verteilung, die Kolloidteilchen auf dem Boden ab-
*Schwärzung. Im Idealfall würde jenigen Veränderungen der Intensität durch eine extreme Bewegung einzel- setzen (sedimentieren). Infolge der
man eine ansteigende Gerade erwar- der kosmischen Strahlung, die sich ner Atome oder Moleküle bewirkt auf einzelne Teilchen übertragenen
ten, aber tatsächlich haben die Kur- auf die ganze Erdoberfläche erstrek- wird, wird sich bei der großen Zahl Stöße können diese jedoch strecken-
ven eine Form, wie sie in der Abb. ken. Man unterscheidet: der beteiligten Teilchen nicht bemerk- weise gegen die Schwerkraft anlaufen,
bar machen. Das wird aber anders, d. h., sie befinden sich mit einer be-
wenn man sich auf geringere Teil- stimmten Wahrscheinlichkeit in einer
3 chenzahlen beschränkt. Während es bestimmten Höhe über dem Boden.
8 keine Rolle spielt, ob ein Gas im ‚Auch die Erscheinung der kritischen
Molvolumen statt 10°° Gasmole- Opaleszenz beruht auf S. (s. Opales-
oi küle momentan einige Billionen Mo-
leküle mehr oder weniger enthält, be-
zenz, kritische).
8 kommt dieselbe Frage bei Volumina
Lir. Lehrbücher der Statistik und der
kinetischen Gastheorie. [7]
882 mit Lineardimensionen von einigen Schwanzwelle. Bei Überschallge-
nm ein anderes Gewicht. Infolge der schwindigkeit gehen vom Ende eines
38 vollkommen ungeordneten Bewegung umströmten Körpers, z. B. vom Bo-
kann es passieren, daß eine relativ den eines Geschosses oder von der
große Zahl von Molekülen sich nicht Hinterkante einer Turbinenschaufel,
in dem abgegrenzten kleinen Bereich zwei *Verdichtungsstöße aus, die S.
befindet; zu anderen Zeiten sind es Abb.1 zeigt die S. S an einem stump-
entsprechend mehr. Diese Schwan- fen Geschoßboden bzw. an einer
‚kungen um die Mittellage sind mit stumpfen Schaufelhinterkante. An
gezeichnetist. Man unterscheidet vier a) Nicht-periodische S., die mit ma-
Gebiete: Den »Durchhang«bei gerin- gnetischen Störungen (magnetischen den Mitteln der Statistik rechnerisch
zu erfassen. Sie sind garnicht so sel-
gen Schwärzungen, das folgende an- *Stürmen) gekoppelt sind. Vermut- ten, wie man, ausgehend von dem
nähernd geradlinige Stück, für das lich sind sie von Ringströmen. um die Umgang mit größeren Volumina,
ASIA (log E) = y Erde abhängig. Über dieses Phäno- vielleicht denken könnte. Sie bilden
ist, die Schulter, auf der die Neigung menist wenig Genaues bekannt. die Ursache für eine Reihe von be-
bis zum Wert Null abnimmt, und das b) S. mit der Periode eines Sonnen- obachtbaren Vorgängen. Auf den so-
Gebiet der *Solarisation, in dem die tages, eines Sterntages, von 27 Tagen, eben besprochenen Dichteschwan-
Schwärzungmit steigender Belichtung eines Jahres. Für die Ursache dieser kungen beruht z. B. die Streuung
abnimmt (bei modernen Emulsionen S. hat man lange Zeit ein Magnetfeld des Lichts in der Atmosphäre und
schwach oder nicht vorhanden). Der der Sonne angenommen.Die kä- die Spektralintensitätsverteilung des
Wert y ist ein Maß für den *Kon- men dann so zustande, daß sich die Himmelblaus. Könnte man in einem
trast; er nimmt mit steigender Ent- Lagedes Magnetfeldes der Sonne re- sehr kleinen Volumen, in dem nur
wicklungszeit bis zu einem Maximum lativ zur Erde mit diesen Perioden etwa einige hundert Moleküle in der
(Yo) zu. a. Gradation, Inertia undändert. Neuerdings ist aber dieses Sekunde auf die Begrenzung treffen,
Solarisation. Magnetfeld in verstärktem Maße an- die Wände beweglich machen und
Lır. Joos, G., und E. Schopper: Grund- gezweifelt worden.
Lrr. Heisenberg, W. (Hrsg.): Kosmische den auf sie ausgeübten Druck mes-
riß der Photographie und ihrer Anweı rahlung. Vorträge (Vortrag Meixner) sen, so würde man zwar nicht den
dungen besonders in der Atomphysil in 1943. Roka, E. G. v.: Über einen Stoß jedes einzelnen Moleküls re-
Frankfurt/M. 1958. [21] gistrieren, aber doch größere Schwan-
Schwärzungsplastik. Mit dem photo- indirekten Einfluß der Sonnenaktivität
auf die Intens der kosmischen Strah- kungen des Drucks wahrnehmen.
graphischen Prozeß ist eine von der lung. Theorie der 27-Tage-Variation, Diese sind ‚bei den angenommenen
Schicht, dem Entwicklungsgang und Existenz u. Theorie einer solaren 11-Jah- Volumina doch so wahrscheinlich,
vorallem von der Belichtung abhän- re-Welle der kosmischen Strahlung. Z.
Naturforschung5a, 517-530 (1950). [7] daß ein unregelmäßiges Zittern zu er- denfreien Strahlgrenzen E wird Gas
gige Gerbung der Schicht verbunden. warten ist. Die sog. Brownsche *Mo- aus dem Totraum 7 mitgerissen, der
Dadurch wird bewirkt, daß das Bild Schwankungserscheinungen. Die Zu- lekularbewegung, bei der gerade noch dadurch evakuiert wird. Trotz des
auf der photographischen Platte re- rückführung der Thermodynamik auf eben sichtbare kolloidale Teilchen Nachströmens von hinten herrscht in
liefartig hervortritt. Die Stärke dieses die Mechanik sehr vieler Massen- beobachtet werden, ist eigentlich T ein Unterdruck. Diesem paßt sich
Reliefs liegt in der Größenordnung punkte (s. H-Theorem) erklärt den nichts anderes als das Resultat solcher die Außenströmung durch die Ver-
von 1um und kann interferometrisch stabilen Zustand der Materie, wie er Druckschwankungen. Es treffen näm- dünnungsfächer V (s. Prandtl-Meyer-
ausgemessen werden. Sie liefert un- unter bestimmten äußeren Verhält- 125
124
Schwarzer Körper Schweißen von Kunststoffen
Strömung) an. Durch die Ablenkung ierte.$. die Zenitkame ra, 1906 die mittels eines Lötkolbens, als Subli- quenz durch einen Generator ist die
in denFächern V werden die Strahl- Schraffierkassette, 1908 den Ballon- mationsprodukt gewonnen werden (s.
grenzen E konvergent. Weil sie sich kompaß, 1910 den Transformator zur a. Strömungsphotographie). [11] denAmpitudeie nnerhaßbdessom.
innert
Schwebung. Überlagern sich zwei ten Frequenzbereiches. [12]
ies -
icht durchdringen können, müssen Auflösun g SI Dreiecke und
1913 den Libellensextanten. [43]
}
Schwingungen, deren Frequenzen sich Schwefelpunkt ist einer der Tempera-
sie schließlich wieder ihre Richtung
Stöße Schwi esetz. es Gesetz, 5. Rezi- nurwenig voneinander unterscheiden, turfixpunkte, nämlich die Gleichge-
ändern. Das ist aber nur durch laufen prozitätsg so entsteht eine dritte Schwingung mit wichtstemperatur
möglich, eben die S. S. Diese
Schwarzschiläsches Prinzip der Kor-
zwischen flüssigem
mit den Verdünnungswellen aus V zeitlich periodischer Amplitude. Gel- Schwefel und seinem
zusammen und werden dadurch abge- puskularoptik. Dieses Prinzip_e r- ten 2. B. für eine schwingende Größe Druck einer Atmosphäre Dampf bei dem
(1,0132510°
baut, bis im Unendlichennur noch laubt es, die Bahnen geladener Teil- gleichzeitig die beiden Beziehungen
Machsche Wellen übrig bleiben. Hier- chen im elektrisch-magnetischen Feld
N/m®). Er liegt bei 444,60 °C (s. Tem-
Ay = Av: sin2avt
bei krümmen sich die S. konkav ge- als Extremalen aufzufassen. Die von
‚peraturskala). [9]
Man kann Schwarzschild angegebene Lagrange- und ‚Schweif, s. Komet und Meteor.
gen die Anströmrichtung.
beobachten, daß das Totwasser hinter Funktion lautet Au = Av- sin 2x vi, Schweißen nennt man die dauerhafte
den S. eine sehr starke Turbulenz an- L=e g-mo VIWTR-e(&%) dann ergibt sich die resultierende Verbindung von Werkstücken aus
‚nimmt, was wohl eine Folgedes star-
dem oder, in nichtrelativistischer Nähe-
Schwingung durch Addition zu gleichem oder ähnlichem Werkstoff,
mit oder ohne Zusatzwerkstoft
ken Druckanstiegs ist, den die.S. A=As (sin 2x vı t+sin 2 a va (= (Schweißdraht, Schweißpulver,
Totwasser aufprägen. rung,
yı=9a Schweißpaste, Flußmittel u. a.), durch
5 Lg wtep-ean. =2 An cos2a 1-sin2a - örtliche Erwärmung bis zum Schmelz-
9 das elektrostatische punkt. Bei Zuhilfenahme von Druck-
Dabei bedeutet
U das magnetische Vektor-
mtr
‚oder Schlageinwirkung kann man eine
2 gute Schweißverbindung auch bei tie-
potenti ial, die Ladung, mo die Ruh-
masse der Teilchen und » ihre Ge- t ist die Zeit, Ao sind die als gleich an- feren Temperaturen erreichen.
genommenen Amplituden der Einzel- Beim Auftrag-S. wird zusätzliches
schwindigkeit. Das $. P.d. K. schwingungen mit den Frequenzen vı Material auf die Schweißstelle aufge-
4 und »., und A ist die Amplitude der tragen, um fehlendes Material zu er-
resultierenden Schwingungen mit der setzen, etwa bei Reparaturarbeiten. —
periodisch _veränderlichen Amplitude Durch Auftragen von hochwertige-
J + dt > Extremum!
Abb. 2 h 2Ao-cos2m(vı=we) 2 und der rem Material kann man die Oberflä-
‚he von Werkstücken verbessern.
Bei einer absolut scharfen Hinterk an- führt auf die Euler-Lagrangeschen S. Schweißen von Metallen und
te verschwinden die Verdünnungsfä-
n Ver-
Gleichungen Schweißen von Kunststoffen. [9]
cher. Es bleiben nur die schräge d mod Schweißen von Kunststoffen. Kunst-
dichtungsstöße als S. übrig (Abb. 2). a viwe
--e(&+[B), stoffe lassen sich, sowe thermo-
au plastisch sind,d. h., soweit sie sich bei
Schwarzer Körper, ein Idealkörper, die mit ‚genMaxweil-"Loreutuehen) geeigneter Temperatur ohne Schädi-
der für alle Wellenlängen das Ab- Bewegungsgleichungen reinstim- Frequenz (vı+»s)/2. Die Abb. zeigt gung in zähteigigen bis dickflüssigen
Zustand bringen lassen, unter Än-
sorptionsvermögen Eins hat. Strah- Über men. ($. a. Brechungsindex, korpus- die Schwingungsform dieses einfach-
seine theoretische Bedeutungs. ung. it
kularoptischer. JE
.) s sten Falles einer S. v=»,-»s ist die wendung von Wärme und Druck ver-
lungsgesetze und Hohlraumstrahl Schwebungsfrequenz. Diese ist sehr binden. Diese »Schweißung« kann
a7 viel kleinerals die der resultierenden ohne oder mit Zusatzmaterial herge-
Schwarze Strahlung, svw. Strahlung Schwebetellchen dienen zur Sichtbar- Schwingung, die den arithmetischen stellt werden.
des schwarzen Körpers,s. Strahlun[17]gs- machung ngen. Wenn die
von Strömu Mittelwert der beiden (fast zusam- Die Schweißverfahren sind in Anpas-
gesetze und Hohlraumstrahlung. 5. derStrömung gut folgen sollen, menfallenden) Teilschwingungen dar- sung an die Vielfalt der Kunststoffe
Schwarzschild, Karl. Dt. Astronom., muß ihre Sink- bzw. Steiggeschwin- stellt. [12] und Anwendungsgebiete mannigfaltig.
Geb. 9. 10.1873 in Frankfurt/Main digkeit unter der Wirkung der Schwe-sein. Schwebungsfrequenz, s. Schwebung. Man kann sie folgendermaßen eintei-
gest. 11.5.1916 in Potsdam . 1901 0. re im ruhenden ‘Mediuminklein Schwebungssummer dient vornehm- len:
Prof. der Astronomie an der Univ. Aus dem Verhältnis der der Strö- lich im Tonfrequenzbereich zur Er- 1. Heißgasschweißen: Erwärmungder
Göttingen, ab 1902 auch Direkto r der eunigu
mung auftretenden Beschllassen sich ngen zeugung sinusförmiger Wechselspan- zu verbindenden Teile durch einen
16 Di-
dortigen Sternwarte. 1909-19toriums zur Erdbeschleunigungngen nungen über einen großen Frequenz- heißen Gasstrom.
rektor des Astrophys. Observa dann die Bahnabweichu Teilchen abschätdas-, bereich. Er besteht aus zwei Hochfi 2. Heizelementschweißen: Erwärmung
Potsdam. Arbeiten: Vor allem auf zen. Weiter sollen die damit sie gut quenzgeneratoren, von denen der eine durch verschiedenartige, der besonde-
den Gebieten Astrophysik und Quan- Licht gut reflektieren,raphie rt werden eine konstante Frequenz vı, der an- ren Form des Werkstücks angepaßte
tentheorie. Veröffentlichte 1916 die gesehen oder photog ngen eig- dere eine kontinuierlich veränderliche Heizelemente wie Heizbänder und
Theorie des Stark-Eflektes. Befaßte können. Für Wasserströmu für Luft- Frequenz »ı liefert, die, miteinander Heizkeile.
en Photo-
sich mit der photographischOptik nen sich Aluminiumflitter,ocken, die
vermischt, die Differenzfrequenz 3. Reibungsschweißen: Erwärmung
und
metrie, der geometrischen der Sterne strömungen Metaldehydfl vı—vs liefern. Der Vorteil dieses Ver- durch Reibungswärme,die bei rotie-
mit der Eigenbewegung durch Erhitzung von polymerisiertem fahrens gegenüber einer unmittelba- senden Körpern leicht in der erfor-
(Eilipsoidhypothese).. 1903 konstru- Azetaldehyd (Metahartspiritus), z. B- ren Erzeugung der gewünschten Fre- derlichen Höhe zu erzeugen ist.
126 127
‚Schweißen von Metallen Schwellfestigkeit
4. Hochfrequenz-(dielektrische) der Kristalle sich aneinander anglei- um Festigkeitsminderungen auszu- ten Gittern durch eine von außen an-
Schweißung: Erwärmungdurch hoch- chen.
gleichen. gelegte *Schubspannungerreicht wer-
frequenten Strom (kapazitiv). (Die Beim S. mit Explosivstoffen durch Er- ir. Angerer, E. v., und H. Ebert: Techn. den. Hat nun ein Atom die Schwelle
Kunstgriffe bei physikal.” Untersuchun- überschritten, so gelangt es wieder in
Bundespost hat dafür die Frequenz zeugung sehr hoher Drücke zusam- gen. Braunschweig 1966. — Niese-Küch- die Nähe einer Potentialmulde. Die
von 27,12 MHz ohne Forderung nach men mit der bei der Explosion entste- ler: Autogenes Schweißen und Schneiden. dabeifrei werdende potentielle Ener-
besonderem Störungsschutz freigege- zum Plattieren. Besonders
'henden Wärme. geeignet
Fast alle Metalle
Berlin 1953. - Niese-Dienst: Das elektr. gie wird dann meist sofort in Schwin-
Schweißverfahren. Berlin 1955. - Conn, gungsenergie
ben.) W.M.: Die Techn. Physik der Lichtbo- Wärme, umgesetzt. des Gitters, d.h. in
5. Ültraschallschweißen: Erwärmung können auf diese Weise verbunden genschweißung. Berlin-Göttingen-Heidel-
durch einen von außen an die Werk- werden. berg 1959. Newman, R.P., und P.T. Auch bei der atomistischen Betrach-
stücke angelegten Ultraschallgenera- Beim Elektro-Schlacke-S. (für dick- Houldcroft: Welding’Engineering and tung der Gleitvorgänge in *Kristallen
tor. wandige Werkstücke) wird zunächst Metallurgical Aspects. Chartered_Me- wird die häufig für einen Gleitschritt
Lrr. Schwarz, O.: Schweißen von Kunst- unter einer pulverförmigen Schlacke han. Engr. 8 (1961) 4, 5. 214.221, 249. — notwendige
stoflen aus der Sicht der handwerklichen ein Lichtbogen erzeugt, bis genügend | Mandaus, J., und J. Voboril: Das ein Atom z. B.potentielle Energie, um
von der Muldenlage in
Verarbeitung. Kunststoffe SI (1961) 9, Schlacke geschmolzen ist. Mit dem Schweißen von Metallen mit Reibungs-
5. 623-628. - Struwe, G.: Verarbeitung Wärmeinhalt dieser Schlacke wird wärme, Auszug in VDI-Z. 101 (1959) 10, die labile Gipfellage A zu bringen,
‘von Kunstsiofl-Folien durch 1,Schweißen. $.396. Matting, A., und K. Ulmer: als $. bezeichnet. Überschreitet das
Ind.-Anz. 103/104 (1961/1962) $. 94-100. dann ein Zusatzwerkstoff geschmol- Schweißen und Schneiden. VDI-Z. 103 Atom die Gipfellage und fällt in die
Röber, H.: Über das Stumpfschweißen zen, der die Werkstoffränder verbin- (1961 24, S. 1224-1227. Sonderheft
»Schweiß- und _Schneidetechnik«. Ind.- Mulde, so wird die potentielle Ener-
der Polyolefine. Industrie-Anz, 84 (1962) det. ‚Anz. 89 (1967), 78. - Panzer, P., und K. gie wiederum in kinetische Energie
Ultraschall- Beim Elektronenstrahl-S. wird die
3, 8. 25-30. - Pohlmann,vonR.;Kunststoffen.
Schweißen und -Prüfen H.Steigerwald: Der Elektronenstrahl als umgewandelt, wobei ein örtlicher
Ind.-Anz. 85 (1963)7, 8. 110-113. - Köh- Schmelzwärme durch Elektronen- Werkzeug. ETZ-A 81 (1960), 5.925. - Gleitschritt erfolgtist.
er, R.: Schweißhilfsmitiel für die Ver- ombardement erzeugt. Die starke Züm, H.: Neuere Verfahren und Fort- Zur Auslösung eines Photoelektrons
bindung artfremder Werkstoffe im Hoch- rtliche Konzentration der Strahl- schritte auf dem Gebiet der Schweißtech- ist die S. gleich Quantenenergie von
frequenzschweißverfahren. Industrie-Anz. energie erlaubt hohe Schweißge-
schwindigkeiten bei nur geringen Ge-
nik. Werkstatt und Betrieb 95 (1962) 6, der Größe der Bindungsenergie eines
8. 337-347. - Matting, A., und K. Ulmer: Atomelektrons. Bei größerer Quan-
85 (1963) 30, S. 550-551. (91 Schweißen, Löten und Schneiden. VDI-
Schweißen’ von Metallen. Dies kann fügeänderungen. Da unter Hochva- Z. 104 (1962) 24, $. 1255-1259. Lorenz, tenenergie wird der Energieüberschuß
auf sehr verschiedene Weise erfolgen: kuum gearbeitet werden muß, erhält K.: Das Hochfrequenz-Schweißverfah- dem Photoelektron als kinetische
Beim Gasschmelz-$. (Autogen- man auch bei oxydationsempfind] ren. Ind.-Anz. 85 (1963) 45, $. 952-954.- Energie mitgeteilt.
Schweißen) durch Verbrennen von chen Stoffen saubere, gasfreie Ahlert, W.: Verbesserung’ bei der mo- Lır. Kochendörfer, A.: Plast. Eigenschaf-
Azetylen mit Sauerstoff in einem Schweißnähte ohne Verwendung von dernen _Thermit-Schienenschweißung.
Ind.-Anz. 86 (1964)7, S. 106-113. - Bra- ten von Kristallen und metall, Werkstof-
Schweißbrenner. gard, E.: 25 Jahre Schutzgas-Schweißen. fen. Berlin 1941. - Dehlinger, U.; Theor.
Flußmitteln. Der Vorgang kann voll-
Beim elektrischen Widerstands-S. automatisch gesteuert werden. S.a, Ind.Anz. 87 (1965) Metallkunde. Berlin 1955. [15, 28]
S. 2364-2367 (s. a. Schwellenwert, Als S. bezeichnet man
durch Ohmsche Erwärmung mit oft Elektronenstrahl-Schmelzverfahren. $.2368-238%). - Krüger, U., und K. den Minimalwert an Energie, der zur
sehr starken Strömen (Naht-, Beim Laserstrahl-S. müssen die Schneemann: Schweißen und Schneiden.
Stumpf-, Punktschweißen u. a.). Werkstücke nicht wie beim Elektro- VDI-Z. 109 (1967) 24, S. 1151-1153. [9] eben merklichen Erregung eines Sin-
Beim Lichtbogen-S. durch Erzeugung nenstrahl-S. in ein Vakuum gebracht Schwelle bei Streureaktionen, s. Dieser nesorgans aufgewandt werden muß.
eines elektrischen Lichtbogens. werden; es treten auch keine Raum- Streuamplitude. $. (auch Reizschwelle genannt)
Beim Induktions-S. durch induktive ladungseffekte auf, die beim Elektro- kennzeichnet nicht allein die Lei-
*Erwärmung (Hochfrequenz-Schwei- nenstrahl eine Defokussierung be- Schwellenenergie. Bei verschiedenen stungsfähigkeit eines Sinnesorgans.
Ben). wirken. Nachteiligist die geringe Im- Prozessen der *Umwandlung oder Vielleicht noch wichtiger in dieser
Beim *Thermit-S. durch die Oxyda- pulsfolgefrequenz,die man aus ther-, der *Ausscheidung müssen die Syste- Hinsicht ist die *Unterschiedsschwel-
tionswärme beim Verbrennen eines mischen Gründeneinhalten muß. me Zustände durchlaufen, in denen le, die denjenigen Reizbetrag (ener-
Metallpulvers. DemS.verwandtist das Brennschnei- einzelne Atome sich auf Energie- getisch gemessen) angibt, um den sich
Beim Reibungs-S. durch Erzeugung den, bei dem das Werkstück duı schwellen befinden, d.h. in welchen zwei Reize unterscheiden müssen, um
großer *Reibungswärme(rasches Dre- ‚Ausschmelzen eines möglichst schma- die potentielle Energie ein relatives als verschieden wahrgenommen zu
henvon Rotationskörpern). len Spaltes zerschnitten wird. Maximum besitzt (Punkt A’ı in der werden. Die Unterschiedsschwelle ist
Beim Ultraschall-S, durch Wärme- Verschiedene Metalle erfordern bei proportional zum Absolutbetrag der
erzeugung mittels Ultraschall. S. besondere Vorsichtsmaßregeln ge= Erregung, so daß die Unterschied:
Beim Schlag-S. durch die Bearbeitung gen Oxydation, wie Flußmittel, empfindlichkeit nach hohen Erregun-
des Werkstücks mit Hammerschlä Schutzgas, Vakuum, Begrenzung der) 3 N A S gen hin stark abnimmt (.a. Weber-
Dadurch wird eine Verschweißungbei Schweißzeit durch Tyratronröhl I = Fechnersches Gesetz). [17]
Temperaturen unterhalb des Schmelz- u.a. Schwellfestigkeit. Bei schwingender
punkts möglich. Die technischen Schweißverfahr: m Beanspruchung eines: Körpers hängt
Beim Kaltpreß-S. werdenin ähnlicher sind weitgehend spezialisiert, häuf Verlauf der potentiellen Energie 4 mit die Dauerschwingfestigkeit bei kon-
Weise die Werkstücke durch hohen in hochwertigen Schweißmaschiner der maximalen Atomverschiebung v in stanter Temperatur von den Span-
Druck verschweißt. Die Oberfläche mehr oder weniger automatisiert. einem Bereich, in dem ein örtlicher Gleit- nungsgrenzen a. (Oberspannung) und
der Metalle muß dabei an den Dasich das Gefüge des Werkstoffsit schritt erfolgt (nach Kochendörfer) ou (Unterspannung) sowie von der
Schweiß-Stellen vergrößert werden, der Umgebungder Schweißnahtdur Art des Spannungszustandes und der
damit Oxydhäute zerdrückt und die starke Erwärmung ändern kann, Solche Zustände können ohne weite- Lastspielzahl ab. Nach dem Verhält-
Oberflächen-Rauhigkeiten überbrückt ist oft eine Nachbehandlung des rcs in schon von vornherein gestör- nis von Unter- und Oberspannung
werden. Auch muß die Orientierung Schweißnähte durch Wärme nötig 1299
128
Schwellstromapparat Schwereformeln
zueinander unterscheidet man: Reine Schwereänderungen, zeitliche, erfol-g Schwerebeschleunigung, s. Fallbe- 8= 918,028 (1 + 0,005 300 sin® 9 —
*Wechselfestigkeit für Oul0o s= gen periodisch durch die Einwirkun schleunigung. et sin? 2 9) cm/s®
-1. bzw.
der Gezeitenkräfte auf die ErdeEinfluß Schwerefeld, das *Grayitationsfeld lurch Ausgleichung) führt
Reine $. für s = 0 (im allgemeinen deren Kruste. Unter ihrem eines Himmelskörpers, Da fast alle a une) a
Zug-$.). In allen Fällen für s> 0 verformt sich das *Geoid; die Erd- Himmelskörper in erster Näherung
kruste unterliegtn einer Gezeitenbewe-)
8 = 978,039 (1 + 0,005 302 sin? 9 —
spricht man von $., während für s<0 kugelförmig sind, ist ihr S. nähe- — 0,000 007 sin? 2 2) cm/s®
der Ausdruck Wechselfestigkeit ge- gung ("Gezeite derfesten Erdkruste rungsweise kugelsymmetrisch, und (#‘ nach Wiechert-Darwin) führt
bräuchlich ist. und ruft dadurch sowohl periodisch e die Aquipotentialflächen ihres Gravi-. auf a = 1/2981.
Lit. Hdb. d. Werkstoffprüfung, v. E- Änderung en in der Lotrichtung wie tationspotentials sind annähernd Ku- A. Berroth (1916) schied unter dem
Siebel. 2. Bd. Die Prüfung der metall. auch Änderungen in der Schwere her-
vor. Das Ausmaß derletzteren wurde gelflächen. Obwohl die Feldlinien vorhandenen Material alle Stationen
Werkstoffe. 2. Aufl. Berlin 1955. [15]
Schwellstromapparat, s. Elektro- von Schweydar für eine, nicht-zähe eines $. radial zum Mittelpunkt des in Gebirgsgegenden oder in 100 km
therapie. Himmeiskörpers verlaufen und das Umkreis von solchen aus, ferner alle
Schwelung, s. Entgasung.
Erde zu Ag = 0,15: 10°°cm/s? be-
Wegen der Kleinheit des Ef- S. daher kein homogenes Feld ist, Stationen in tiefer einschneidenden
Schwere, in der Mechanik undallge- rechnet. fektes konnte das Vorhandensein sol-
kann es in kleinen Bereichen nähe-
rungsweise als homogen betrachtet Tälern, an größeren Binnenseen so-
meinen Physik svw. *Gewicht eines cher Veränderungen erst mit hoch- werden. So wird z.B. das S. der Erde wie auf einzelstehenden Bergen,
materiellen Körpers. chen *Gravimetern nachge-
In der Geophysik ist die S. nicht die empfindli
schließlich alle Stationen mit über
werden (Bifilargravimeter von in vielen Fällen als homogenes Feld
Anziehungskraft der Erde selbst (die wiesen
1500 m Seehöhe oder mit Schwere-
A. Graf, Doppeltorsionsgravimeter- angesehen, dessen Feldstärke durch störungen von mehrals 10 cm/s?. Aus
sich aus dem Newionschen Grayita- von Tomaschek, Interferenzgravime dieFallbeschleunigung. gegeben ist. dem Rest von rund 400 Stationen lei-
tionsgesetz zusammen mit der Flich- von Tomaschek, Worden-Gravi-
Schwereformeln, Darstellung der
tete er die Schwereformel ab:
kraft ergibt), sondern, sprachlich et- ter meter). Die von Tomaschek in Mar-
meistisostatisch reduzierten Schwere-
8 = 978,046 [1 + 0,005 296 sin? @ +
was ungenau, die Schwerebeschleu- g, die burg und Berchtesgaden sowie im
werte g im Meeresniveau als Funk-
+ 0,000 007 sin? 2. @
nigung (s. Fallbeschleunigung) Anzie- Jahre 1951 in Winsford, England,
on der geographischen Breite und + 0,000 0116 cos? p -
der Maßzahl nach gleich der hrten Untersuchungen er-
hungskraft auf die Masseneinheit ist. durchgefü
»cos2(A + 10°)] cmis?,
laubten eine Aufgliederung der perio-
Länge. Zweck der Darstellungist die bzw.
In diesem Sinneist für die Geophysik dischen Schwereänderungen nach den Gewinnung von Einsichtenin gie Ge-
das Schwerefeld der Erde gleichbe- Haupttiden der Gezeiten, erwähnte erweisen stalt des *Geoids, z. B. seiner Abplat- 8 = 980,629 [1 — 0,002.640 cos 2 p —
deutend mit der räumlichen Vertei- aber als kleiner als der tung a, die unter Beiziehung des — 0,000 007 sin? 2
lung (und zeitlichen Änderung) der sich *Clairautschen Theorems gewonnen + 0,000 0116 cos? 9»
8-Werte. Aus ihrem Verlauf theoretische Wert. Der Grund liegt
entlang darin, daß die Voraussetzung der Un- werden kann. Wird die Erde als rota- -082.(A 4 109)] cmist.
einer Bezugsfliche (als welche meist zieht nachgiebig keit der Erde als Ganzes tionssymmetrisch vorausgesetzt, so ist Die daraus folgende Abplattung
das Meeresniveau gewähltaufwird) die Ge- nicht zutreffendist. = (1 + b+sin!p b’- sin? 2.) a = 0,003358 + 0,000012 -
die Geophysik Schlüsse In den letzten Jahren wurden Gravi-
stalt der Erde, die *Erdfigur. Dazu
in em/s® -6082 (A + 10°) cm/st,
stellt sie die $. g im Meeresniveau als meter (Worden, Askania) für Regi-
ke adaptiert und der Gang die Gestalt einer S. (go Schwere am die von der geographischen Länge
Funktion der geographischen Breite strierzwec
der Schwereä nderunge n untersucht . ‚Äquator, 5 aus Beobachtungenzu er- abhängig ist, sie erreicht ihr Maxi-
und Länge dar. Die Aufstellung die- In den Registrierungen fällt naturge- mitteln, b’ entweder aus Beobachtun- mum am Meridian 10° westl, Green-
ser *Schwereformeln ist das Haupt- gen zu ermitteln oder durch plausible wich mit @ 1/296,7, ihr Min
ziel der *Schweremessung oderErrei- Gra- mäß ein deutlicher Tagesgang auf,die
Amplitud en erreichen in Mitteleuro- Überlegungenzu bestimmen).
vimetrie. Voraussetzung zur Von den älteren S. interessiert die a-1/298,9 (im Mittel also a
chung. dieses Zieles ist die Mög- pa Größen von etwa 1,510 ® cmis®
plitude). älteste von Helmert (1884): 297,8). Der Unterschied der ungleich
lichkeit, S. mit hinreichender Ge- (Doppelamdie Schwankungen für einen Ort & = 978,00 (1 + 0,005 310 sin? 9) langen Äquatorachsen ergibt sich zu
AO + 58) m.
nauigkeit (1 bis 2 - 10°° cm/s’) zu be- Sind bekannt, so lassen sie sich für andere in cm/s® führt auf a = 1/299,0.
stimmen. Bei Annahmeellipsoidischer
eine Schwere- Orte rechnerisch bestimmen. Längen- In ihristersichtlich noch wenig >Ma-
Die kurz vorher (1915) von R. Hel-
mert aufgestellte S. mit Longitudinal-
Erdgestalt ergibt sich Normalschwe- en bewirken ein Verschiebe n’ terial« verarbeitet. Die Schwerewerte glied sieht folgendermaßen aı
verteilung, die man als der tatsächlich änderungder Zeitachse; Breitenänderungen sind nach der Helmertschen »Kon-
re (s. Schwereformeln) Die hingegen bewirken Amplitudenände- densationsmethode«in eine Tiefe von
g = 978,052 [1 + 0,005285 sin? p —
— 0,000 007 sin? 2 p +
beobachteten S. gegenüberstellt. und rungen. Diese bleiben für | A® I< 2° 21 km reduziert.
Unterschiede von Normalschwere unter 0,01 10°” cm/s® und sind für Die drei folgenden S. von Helmert
+ 0,000 018 cos? p -
beobachtete Schwere, die Schwere- | Ap |< 13° durch einheitlic
so- toren he Fak- (1901) stützen sich bereits auf 1400
+ c082(A + 17°)] cm/s®.
anomalien (s. Schwerestörungenüber kompensierbar. Größere Brei- Beobachtungsstationen, verwenden die Siegilt für das Festland. Für Küsten-
wie Anomalie), geben Aufschluß irdi- tenänderu ngen erfordern Interpola- Freiluftreduktion und - soweit vor- stationen ist für den Äquatorwert
die Unregelmäßigkeiten und in der handen - ein b’, das entweder durch 978,068 zu setzen. Die mittlere Ab-
schen Massenverteilung können tionsverfa hren.
plattung beträgt « — 1/296,7, der Un-
für praktisch-geologische Zwecke Earth. Hdb. der Physik. Bd. 48. S. 775
Lit. Tomaschek, R.: Tides of the solid‘ Ausgleichung von Beobachtungen terschied der Aquatorhalbachsen
ausgewertet werden. oder durch Annahmen (Wiechert- 230 m.
Lır. Prey, A.: Anwendung der Metho-
bis 845. Berlin 1955. (6)
Darwin) gewonnen wurde: Bowie (1917) verwendet isostatisch
den der Erdmessung auf geophys. Pro- Schwereanomalien, s. Schwerestörun- 8 = 978,028 (1 + 0,005 300 sin? 2) cm/s® (nach Pratt-Hayford) reduzierte
bleme. Einf. in die Geophysik. Berlin
1922.(20, 6] gen. führt auf a = 1/298,2, Schwerewerte und findet
130 131
Schwereformeln Schweremessung
g = 918,039 (1 + 0,005 294 sin? p — Jeftreys (1949) Als Normalschwere im Sinne des Be- (v. Oppolzer,
‚000 007 sin? 2 @) cm/s? 8 978,054 (1 + 0,0052790 sin? 9 — schlusses der Internationalen Vereini- 1884) & = 980,859 cms?
nach Wiechert-Darwin) 0,000 0059 sin? 2.) cm/s® gung für Geodäsie und Geophysik München,
führt auf führt auf (UIGG) von 1930 bezeichnet man jene Sternwarte
a = 11297,4. a = 1/296,2 Schwere, die auf der Erdoberfläche ww. Orff, 1887) 8 = 980,736 cm/s?
Die folgenden vier $. stammen von Schütte (1950)
herrschen müßte, wenn die Erde ein Potsdam (Kühnen-
Heiskanen und sind nach Airy-Hei 'homogenes Hayfordsches Rotations- Furtwängler, 8 = 081,274 +
kanenisostatisch reduziert, Das Glied 8 = 978,0698 (1 + 0,005 2639 sin! p — ellipsoid wäre (s. a. Referenzellipsoid 1898-1906) 0,003) em/s®
mit. b’ ist nach Wiechert-Darwin er- — 0,000 0059 sin? 2. P) cm/s? und Erdfigur). Sie wäre nach Cassi- Washington 8 = 680,080 +
mittelt, bis auf das 5’ in der letzten
führt auf nis definiert durch (Heyl, 1935) 0,003) cm/s?
Formel(1938), das dem internationa- » = 978,049 (1 + 0,005 2484 sin? @ — Teddington 8 = 981,1815
lenEllipsoid angepaßtist: 0,000 0059 sin? 2p) in cm/s?. (Clark, 1939) emjst.
1924 8 = 978,0520 (1 + 0,005 2827 sin? p — Diese Formel entsteht dadurch, daß Die Schwierigkeit liegt im richtigen
978,049 (1 + 0,005 293 sin? p ‚000 0059 sin? 2 9) cmis? zunächst der Ausdruck für das Poteı Anbringen von Korrektionen (wegen
0,000 007 sin® 2 9)cm/s®
tial eines homogenen Rotationselli Luftdruck, Temperatur, Mitschw
soides in geschlossener Form aufge- gen des Stativs, Elastizität des Pen-
führt auf a= 1296, stellt und aus ihm die Schwere auf dels, ferner Schneiden- und Uhren-
a = 11297,4 In den Formeln von Jefireys und der Ellipsoidoberfläche berechnet korrektion). Es war daher von An-
1928 Schütte wurden nach Freiluftreduk- wird. Die Entwicklung, dieses Aus- fang an das Bestreben vorhanden, die
8 = 978,049 (1 + 0,005 293 sin? @ tion reduzierte Schwerewerte verwen- druckes nach sing, sin29, führt, Absolutmessungen durch Relations-
— 0,000 007 sin? 2.9) cm/s? det. Die Formeln von Schütte stützen wenn man nach dem 3. Glied ab- messungen zu ergänzen: Ein Pendel,
führt auf sich auf die Liste der Schwerewerte bricht, auf die obengenannte S.
Li. Jung, K.: Figur der Erde, in: Häb. das an der Ausgangs-, Basis- oder
= 1297,4 von Zhuravley (die vollständigste, bis- der Physik. Bd. 41. S. 54-639. Berlin ‚Referenzstation mit der_Schwere go
her zusammengestellte Liste). Die 1956. - Hardtwig, E.: Ist die Erde ein die Schwingungsdauer To aufweist,
1928 zweite Schüttesche Formel entstand dreiachsiges Ellipsoid? Forschungen und vermag an der neuen Station, an der
8 = 918,049 (1 + 0,005 289 sin? 9 so, daß die Breitenzonen, nach denen Fortschritte. Jg. 25 (1949). [6] es mit der Periode T schwingt, ver-
— 0,000 007 sin? 2 g) cm/s? die Stationen geordnet sind, mit Ge- Schwerekreisel, svw. *Kreisel, schwe- möge der Beziehung
führt auf wichten versehen wurden, die pro- rer. [20]
a = 112970. portional angenommen wurden zur schwere Masse, s. Masse. 8:80 = To: T?

Hier wurde der Abplattungswert vor- Anzahl der in der jeweiligen Zone
enthaltenen Stationen. In der ersten Schweremesser, svw. *Gravimeter. die dort herrschende Schwere g zu
liefern. Relative $. nach diesem
weg angenommen und daraus der Formelist diese Gewichtszuordnung 120] Grundgedanken wurden, seit v. Ster-
Wert von b berechnet. unterlassen. Schweremessung, Bestimmung des neck seinen Halbsekundenpendelap-
1938 Praktisch erfolgt die Aufstellung einer Wertes g der *Schwere. Wennes sich parat (s. Pendel, Abschnitt 35) einge-
Schwereformel so, daß diese zunächst darum handelt, g seinem Betrag nach führt und dadurch die Grayimetrie
8 = 978,045 (1 + 0,005 3027 sin @ mit unbestimmten Koeffizienten so im absoluten Maßsystem,alsoin Gal, erst begründet hat, zu Tausenden aus-
— 0,000 0059 sing) em/s® . oft angesetzt wird, als es Schweresta- zu bestimmen, spricht man von einer geführt. In jedem Land wird eine
Die Formel von Heiskanen(1938) mit tionen gibt, die die Formel einge- absoluten S. Eine relative S. liegt (oder auch mehr als eine) Basisstation
»longitudinalem Glied« sieht so aus: hen sollen (das sind in der letzten Zeit. dann vor, wennfestgestellt wird, wie- festgelegt, an die das regionale (oder
8 = 978,0524 (1_+ 0,005 2970 sin? p — weit über tausend). Die Bestimmung vielmal die Schwere an einer Station nationale) Netz angeschlossen wird.
der Koeffizienten erfolgt dann nach größer ist als an einer Ausgangssta- So bildet z. B. Pulkowo die Basissta-
— 0,000 0059 sin? 2 @ + der Methode der kleinsten Quadrate. ion, an der sie bereits bekanntist. tion für das umfangreiche russische
-+0,000 0276 cos? P + mit einem erheblichen Aufwand an Absolutmessungen werden grund- Netz, Potsdam für das deutsche usw.
a 99) ermis®. Rechenarbeit. Da in den leızten 30 sätzlich mit dem Reversionspendel(s. Die Basisstationen sind an die Stan-
Die Lage der Aquatorachsen kommt Jahren die Anzahl der Schweresiatio- Pendel, Abschnitt 28), dardstation Potsdam angeschlossen
ausgeführt
ungefähr gleich heraus wie in den nen in kaum übersehbarer Weise ge- (Fadenpendel haben sich nicht be- und untereinander verbunden. Sie bil-
vorangehenden Fällen. Auch hier ist siegen ist, bedarf es einer sorgfälti- währt) und sind eine außerordentlichden_ein dichtes Netz von Referenz-
der Unterschied der Halbachsen nur gen Auswahl der für die S. heranzu- mühsame und langwierige Arbeit. Die stationen(s. a. Schweresystem). Es ist
gering, so daß die Frage unentschie- zichenden Stationen. Vondieser Aus- Anzahl der Absolutstationen ist da- mit eine der Aufgaben der Gravime-
den bleibt, ob die Erdeals ein zwei- wahl hängt das Aussehen der S. ab her nur sehr klein. Die wichtigsten trie, dieses Netz nach der Methode
oder dreiachsiges Ellipsoid (in erster und davonletzten Endes auch die Be- vonihnen sind: der kleinsten Quadrate auszugleichen
Näherung) angeschen werden kann. antwortung der Frage nach der Erd- ‚Rom (Pisati und jeder einzelnen Basisstation den
Neuere S. sind: figur. So ist es bis heute noch unent- 1883-1887) = 980,343 cm/s? ihr daraus zustehenden Schwerewert
Niskanen (1945) schieden, ob die Erde ein dreiachsi- Padua (Lorenzoni, zuzuweisen.
ges Ellipsoid (besser: Sphäroid) sei 1885/86) 5 = 980,648 cm/s? Im übrigen unterliegen auch die rela-
8 = 918,0468 (1_+ 0,005 2978 sin? @ — oder ob die Dreiachsigkeit, wenn Paris (Deflorges, tiven Pendelmessungen den Korrek-
— 0,000 0059 sin? 2 9) em/s? überhaupt, so durch die unsymmeri- 1883) 8 = 980,943 cm/s? tionen, wie sie für Absolutmessungen
führt auf sche Verteilung der Kontinente vor- Wien, nötig sind. Doch sind durdı Einfüh-
a = 1297,8 getäuscht werde. Türkenschanze rung des Gravimeters die Relativmes-
132 133
Schwerependel Schwerpunkt
sungen nicht nur einfacher, sondern Agı. Besonders der Harz ist isosta- cm/?als Standardstation, mit der alle Schwerkraftals rücktreibende Kraft.
auch genauer und zahlreicher gewor- tisch nicht ausgeglichen. Die Ozeane wichtigeren Schwerestationen derWelt Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der
den. Die Anzahl der S. mit Gravime- sind im großen und ganzenisostatisch durch Anschlußmessungen verbunden S. ist, wie aus der *Bernoullischen
ter geht in die Hunderttausende; al- ausgeglichen (bis auf die Inseln, die sind. Gleichung folgt,
lerdings ist ein Großteil von ihnen, gewöhnlich positive Anomalien auf- Seit der Einführung des »Potsdamer
da von privaten Gesellschaften zum weisen); für sie ist daher durchschnitt- Systems« im Jahre 1909 sind neue wobei g diev- vgAza,
Fallbeschleunigung und
Zweck der Bodenaufschließung aus- lich Ag, = 0. Auch die Bouguersche Absolutmessungen vorgenommen A.die Wellenlänge bedeuten. Reine S.
geführt, nicht zugänglich und daher Anomalie Ag” kann - für praktische worden, und zwar: sind nur bei Wellenlängen größer als
für geodätische Zwecke nicht verwert- Zwecke der Geologie - herangezogen 1. Washington (National Bureau of einige Dezimeter vorhanden. Bei Wel-
bar. [6] ‘werden. Im allgemeinen werden Ge- Standards), ausgeführt von P.H.
Schwerependel, svw. *Pendel. [20] biete mit äußeren Massenanhäufun- Heyl (1935) mit dem Ergebnis lenlängen von der Größenordnung
Schwerepotential, svw. *Gravitations- gen (Alpen, Kaukasus, Himalaja 8 = (080,080 & 0,003) cm/s?; einiger Zentimeter und darunter be-
potential. [20] negative Werte von Ag” aufweiseı einflußt die Oberflächenspannungdie
Schwerestörung, im weiteren Sinne bis zu maximal 250mgal - während 2. Teddington (England, National Wellenausbreitung (s. Kapillarwellen
jede Abweichung der beobachteten alle vulkanischen Gebiete, Ozeanin- Laboratory), ausgeführt von I. S. und Oberflächenwellen). [11]
*Schwere von der für diesen Punkt seln, positive Anomalien (maximal Clark (1939) mit dem Ergebnis Schwerkraft, s. Gewicht, Gravitation,
zuständigen *Normalschwere. Speziell + 34 mgal, Bonin-Inseln) zeigen. 8 = (981,1815 + 0,002) cm/s®. ‚Schwere, Schwereformeln.
bezeichnet man, wenn g die beobach- Was die räumliche Ausdehnung ge- EinevonE. J. Brown1933 ausgeführ- Schwerlinie. Als S. wird eine Gerade
tete und mit Geländekorrektion (s. störter Gebiete anlangt, gibt es neben te direkte Anschlußmessung Pots- punkt bezeichnet, die durch den Schwer-
Reduktion von Schweremessungen) den schon erwähnten regionalen Stö- eines materiellen Körpers oder
dam-Washington ergab für Washing- eines geometrischen
versehene, ferner g’=g + Agn die rungen solche begrenzter räumlicher ton einen Sollwert von g = 980,100 Gebildes (Volu-
mit Freiluftkorrektion auf den Mee- Ausdehnung (etwa < 100 km), die men, Fläche, Linie) geht; infolgedes-
cm/s? innerhalb des Potsdamer Sy- zn jede Symmetrielinie
resspiegel reduzierte Schwere bedeu- man als lokale Störungen zu bezeich- stems. Hingegen ist Potsdam mit Ted- auch eine
tet, die Differenz g’ = y= Ag’ als nen pflegt. Für den praktischen Geo- dington nur über eine indirekte An-
totale Schwerestörung (y Normal- logen sind gerade sie bemerkenswert. schlußmessung (nämlich _Potsdam- Schwerpunkt. Wirkt auf einem star-
schwere). Wird g’ noch durch die Ge- Lit. Ansel, E. A.: Schwerkraft und Iso- Washington--Greenwich-Teddington ren Körpernur die Schwerkraft, dann
steinsplattenkorrektion (Bouguersche stasie. Gutenberg, Lehrb. der Geophy- verbunden,die von B. C. Browne und bezeichnet man als $. denjenigen
Korrektion) auf g” verbessert, so daß sik. Berlin 1929. - Garland, G.D. E.C. Bullard 1939 sowie von Jolly Punkt, in dem der starre Körper ge-
also g” = + Agn ist, so heißt die
Gravity and Isostasy. Hdb. d. Physik. lagert werden muß, damit er in jeder
und McCaw 1927 ausgeführt wurde. beliebigen
Differenz g" — y = Ag” die Bouguer- ‚Bd.47 (1955). [6]
Sie ergab für Teddington einen Soll- bleibt. Lage im Gleichgewicht
sche Anomalie. Sie kann definiert Schweresystem. Aus geodätischen wert, von = (981,1962 + 0,0009) Betrachtet man den starren Körper
werden als der Unterschied zwischen Gründen (Bestimmung der *Erdfigur) em/s®,
der Normalschwere und jenem Schwe- ist es zweckmäßig, einen einzigen, Da man nicht gut annehmen kann, zunächst als ein System diskreter
Massenpunkte in einem Koordinaten-
rewert, der im Meeresniveau nach willkürlich festgesetzten, aber natur- daß beide modernen Messungen zu system,
Wegräumen aller darüber hinausra- gemäß der Wirklichkeit möglichst hohe Werte für g liefern, muß man Schwerkraft dessen z-Achse parallel zur
genden Massenherrschen würde. Als nahekommenden Schwerewert g zu annehmen, daß der Potsdamer Wert se eines Punktes liegt, und ist m die Mas-
isostatische Anomalie Agı wird sinn- besitzen, der als Ausgangswert für im ersten Fall um 0,020 cm/s?, im schleunigung, so istund g die Fallbe-
gemäß definiert der Unterschied zwi- alle Schweremessungen auf der gan- zweiten Fall um 0,015 cm/? zu groß der virtuellen Arbeitnach (s.
dem Prinzip
Prinzipe der
schen isostatisch reduziertem Schwe- zen Welt dienen kann. Diese brau- ist. In der Tat dürften Kühnen und
rewert g: und Normalschwere: Agı = hen dann nur Relativmessungen Furtwängler einen um etwa 0,016 Mechanik) bei Gleichgewicht
gr. sein, die durch Pendelbeobachtun; cm/s? zu hohen Wert gefunden ha- Emg:dz=0. @
Da nach Ausführungen der isostati- an die Standardstation angeschlo: ben. Nach H. Jeffreys wurden die da- Alsvirtuelle Lagenänderungen kom-
schen Reduktion das möglichste ge- sind. Als solche war bis 1909 Wi maligen Beobachtungswerte wegen men nur Drehungen um den festge-
tan ist, um dem Prinzip der *Isostasie (Militärgeographisches Institut) aner- eines vermeintlichen, tatsächlich aber haltenen S. in Frage. Liegt in diesem
gerecht zu werden, müssen Gebiete kannt, wo v. Sterneck den Wert g nicht vorhandenen Fehlers korrigiert, auch der Koordinatenursprung, so
mit isostatischer Anomalie entweder 980,876 cm/s? als Basiswert festgeset so daß die Potsdamer Messungen tat- führt obige Gleichungauf
als isostatisch nicht ausgeglichen an- und einige tausend über die ganz sächlich_ auf _g = (981,2633 + 0,0022) Emx=-0, Emy=0, Emz=0,
geschen werden (wie dies bei geolo- Erdeverstreute Stationen angeschlos- cm/s? hätten führen müssen.
gisch jüngeren Gebilden der Fall ist, sen hatte. Als durch die sorgfältig. Auf Grund der Sachlage schlug C. wenn x, y, z die Koordinaten der
da das Einspielen auf die Gleichge- Messungen von Kühnen und Furt- Morelli die Einführung eines »Inter- Punktmasse m sind.
wichtslage lange Zeiträume verlangt) wängler (1898-1906) in Potsdam zu- nationalen Schweresystems« vor, das Liegt der S. nicht im Ursprung des
oder aber auffällige unterirdische tage kam, daß der Wiener Wert u: gegenüber Potsdam um — 0,016 cmjs® Koordinatensystems, sondern hat er
Dichteunterschiede anzeigen. Große 0,016 cm/szu hoch gewesenwar, verschoben wäre. Da jedoch gegen- die Koordinaten &, 7, £, dann folgt
Gebiete von kontinentalem Ausmaß schloßdie Allgemeine Konferenz di wärtig Bestrebungen Gange sind, aus(1)
können isostatische Störgebiete sein Internationalen Erdmessung in Pari den Potsdamer Schwerewert neu zu Emß-Hd-Emw-n-
(regionale Störungen). So z. B. zeigt (1909) dieses sog. »Wiener Schwer ermitteln, dürfte es für die Zukunft -Emk 9-0
ganz Europa, vom südlichen Teil und system« durch ein neues, das »Potsda. beim (wenn auch korrigierten) Pots- und daraus
den Alpen abgeschen, von England- merSchweresysteme, zu ersetzen. damerSchweresystem bleiben. [6] E=EmxiZm,
Schottland über Nord- und Mittel- Seither gilt Potsdam mit sei Schwerewellen, Oberflächenwellen = ZmylEm,
deutschland bis zum Ural positives Schwerewert von g = (981,274 + 0,002 (Wasserwellen) unter dem Einfluß der =-EmzEm.
134 135
Schwerpunktsatz
Schwinggleichrichter
Beim Übergang von einem System ser-Reaktor, Siedewasser-Reaktor),
von Massenpunkten zum starren Kör- aber auch als homogene Reaktoren doch ist dann die Leistung des S.-R. Schwingenflug, s. Vogelflug.
per treten an die Stelle der Summen ausgeführt werden. Besonders be- mit rund 1 MW begrenzt. Bei etwas Schwinger, Julian. Amer. Physiker.
die folgenden Integrale kannt sind die kanadischen Typen höheren Leistungen muß Zwangsum- Geb. 1918 in New York. Wurde 1939
lauf angewendet werden. Der S.-R.
NRX, NRU und CANDUsowie der
britische Materialprüfer DIDO ge- zeichnet sich aus durch bequeme Zu- viert,derNachColumbia Universität promo-
verschiedenen Tätigkeiten
worden.[35] gänglichkeit und relativ hohen Neu- an den Universitäten Berkeley (Cal.),
tronenfluß. [35]
Schwimmaufbereitung, svw. *Flota-
tion. [9] Schwimmen. Ein Körper schwimmt, Cambridge (Mass.), Chicago und
Boston wurde er 1947 Professor der
Schwimmbad-Reaktor, ein vielfach wennsein Gewichtkleiner oder höch- Physik an der Harvard-Universität.
zu Forschungszwecken verwendeter, stens gerade gleich dem Gewicht der Er erhielt den Nobelpreis 1965 zu-
Flüssigkeitsmenge ist, die der voll
mit gewöhnlichem Wasser moderier-
ter und gekühlter Kernreaktor. Der eingetauchte Körper verdrängen wür- sammen mit R. P. Feynman und S.
Tomonaga für grundlegendeBeiträge
‚Analog zu den Definitionen und For- Reaktorkern wird meist aus prisma- de. Tatsächlich taucht er dann nur so zur Quantenelektrodynamik. [43]
meln für eine räumlich ausgedehnte tischen Elementen zusammengestellt, tief ein, daß das Gewicht der tatsäch- Schwinger, magnetostriktive, dienen
Masse sind der $. und seine Koordi- die aus Paketen dünner, mit Schut lich verdrängten Flüssigkeitsmenge zur Erzeugungvon intensivem Ultra-
naten bestimmt im übertragenen Sin- le verschener Platten aus hoch: mit dem des Körpers übereinstimmt. schall bis etwa 175 kHz. In der ein-
ne für ein Volumenv, eine Fläche A gereichertem Uran bestehen (Abb. 1). Die Eintauchtiefe ist also bei schwe- fachsten Form besteht ein solcher
oder eine Linie I. In den Formeln ist ren Flüssigkeiten klein, bei leichten Schwinger aus einem Nickelstab bzw.
dann die Masse m durch v, A oder I Flüssigkeiten groß. $. a.Auftrieb und Rohr in einer von hochfrequentem
Schwimmstabilität. [20]
zuersetzen. [20]
Schwerpunktsatz, s. Impulssatz. Schwimmerregel, 5. Amperesche Re- Wechselstrom durchflossenen Spule
(5. Ultraschall). [12]
gel.
Schwerwasser-Reaktor, ein Kernreak-
tor, der Schwerwasser als Moderator Schwimmstabilität, Stabilität eines Schwingfeuer-Heizung, Verbrennung
flüssigen Brennstoffs durch pulsicrend
Abb. 1 schwimmenden Körpers, z. B. eines schwingende
benützt. Schwerwasser ist zwar kost-
spielig, stellt aber wegen seiner guten Der Reaktorkern hängt an einer
Schiffes, gegen Kippen. Die hydro- Brennstoff und Verpuffungen, wobei
Luft ohne Hilfsantrieb
Bremseigenschaften und geringen Brücke in einem großen wassergefüll-
statische Auftriebskraft (s. Auftrieb) gefördert werden. Dieses System kann
Neutronen-Absorption den besten greift im Schwerpunkt A der ver-
ten Becken (Abb.2). Das Wasser drängten Wassermenge an, das Ge- z.genB. zum Beheizen von Kraftfahrzeu-
bekannten Moderator dar. S.-R.
zeichnen sich daher durch besonders
dient hier als Moderator, Kühlmittel
und Abschirmung. Bei kleinen Lei-
wicht des schwimmenden Körpers in zum verwendet werden, wobei der
Starten erforderliche Strom der
dessen Schwerpunkt S. Bei Verdre- Fahrzeugbatterie
günstige Neutronenökonomie aus. Sie
können als heterogene(s. Druckwas-
stungen genügt zur Kühlung die na-
türliche Konvektion des Wassers.
hung des Körpers verschiebt sich A Das Verfahren entnommenwird.
arbeitet nach dem
relativ zum Schwerpunkt nach A’. Prinzip des Schmidt-Rohrs. $. a.
Der Schnittpunkt der Wirkungslinien Puls-Verbrennung und Verbren-
der Auftriebskraft durch A und A’ nungskraftmaschinen. [9]
heißt Metazentrum M. Ein Schiff
schwimmt stabil, wenn M höher als Schwinggleichrichter. Zwischen eine
S liegt. Fallen M und $ zusammen, Wechselspannungsquelle und einen
so ist das Gleichgewicht labil. Liegt Verbraucher wird ein Schaltmechanis-
M unter S, so ist die Lage instabil: musgeschaltet, der von einem polari-
Das Schiff kippt um.[11] sierten “Relais betätigt wird und als
Schwindmaß. Beim Erstarren eines Polwechsler wirkt. Die Spule des Re-
flüssigen Metalls verringern sich die lais wird aus der gleichen Wechsel-
Abmessungen zunächst infolge der ‚spannungsquelle betrieben. Der Pol-
*Erstarrungskontraktion, dann infol- wechsler. schaltet jeweils in dem
ge des Rückgangs der Wärmeausdeh- Augenblick um,in dem die Amplitude
nung. Den Unterschied zwischen den der Wechselspannung die Nullinie
Längenmaßen der kalten Gußform durchläuft. Infolgedessen erhält der
und des darin erstarrten und auf Zim- Verbraucher eine Spannung, die nicht
mertemperatur abgek Guß- mehr aus Halbwellen wechselnder
stücks nennt man $. Es wird in Pro- Richtungbesteht, sondern aus Halb-
zent angegeben und beträgt für wellen gleicher Richtung. Man nennt
Aluminium 1Tbis18 2% eine Spannung dieser Kurvenform
9% pulsierende Gleichspannung. Sie kann
Blei
Flußstahl K4 durch *Siebkreise geglättet, d. h. in
Grauguß 1% ihrer Kurvenform einer echten G]
Stahlguß 8%
Rotzuß Ei spannung weitgehend angenähert
Wismut 20% werden. - Der bewegliche Anker des
Abb. 2 Zinn, Sanı 225% Relais wird so aufgebaut, daß sei
Zinn, Kokillenguß 95%. mechanische Eigenschwingung die
136 1 gleiche Frequenz hat wie der erregen-
137
Schwingkreis Schwingungen
de Wechselstrom;er schwingt also in und die Lösung wobei » gegeben ist durch die Glei- die Schwingungsgleichung
*Resonanz, und die für die Betätigung x=A-sin (2a1T+y)=A-sin(wt+y), chung tan 9 = 2 Q/(o0? — 03). Zwi-
schen der erregenden Kraft und der at
LaptRartzim.
des Relais aufzuwendende Wechsel- mit 2 2/T= Yelm=o. x ist die Elon- erzwungenen S.ist demnach eine Pha-
stromenergie ist gering. - Diese Ap- gation (Momentanentfernung aus der sendifferenz zu beobachten, welche Es entspricht also Z der trägen Masse,
paratur, die zur Entnahmekleiner bis Ruhelage), A die Amplitude, @ die von der Differenz o0° — Q? abhängt. 1/C dem Koeffizienten der rücktrei-
mittlerer Gleichstromleistungen aus Kreisfrequenz, 1/T = v die Frequenz, Sie ist bei sehr niedriger Erregerfre- benden Kraft und R der Dämpfung
dem Wechselstromnetz geeignet. ist, T=2n ymle die Schwingungsdauer quenz & praktisch gleich Null, in der eines mechanischen Schwingungskrei-
nennt man S. [26] oder Periode der S. und y der Pha- Resonanz (2 = wo) gleich z/2, bei ses. Zu der Schwingungsgleichung
Schwingkreis, svw. *Schwingungs- senwinkel. Da in der Natur stets Be- sehr hoher Erregerfrequenz nahe kommt man auch mit Hilfe der zwei-
kreis. [2] wegungswiderstände wirksam sind, dem Wert =. Auch die Amplitude ten *Kirchhoffschen Regel; die Span-
Schwingguarz (Piezoquarz), piezo- werden freie S. stets gedämpft (s. hängt von @° — Q® ab. Sie wird nung an der Selbstinduktion ist
elektrisch erregbarer Quarz in einem Dämpfung). Ist der Widerstand der bei verschwindender Dämpfung L(diydr), die am Kondensator e/C
quarzgesteuerten Sender oder einer Größe dxidt, also bei mechanischen S. (&>0) in der Resonanz theore- und diejenige am Ohmschen Wider-
*Quarzuhr. Der Frequenzbereich der der Geschwindigkeit, proportional, tisch unendlich groß. S. elektrischer stand R 1,s0 daß gelten muß
S. geht von 10° Hzbis 10° Hz. Die dann nimmt die Schwingungsglei- #Schwingungskreise beruhen auf der u,e
Frequenzkonstanz der mechanischen hungdie Form Trägheit der Elektronen, welche den LG+rotRI=o,
Schwingung des S. ist größer als bei elektrischen Strom bilden. Sie beste-
was durch Differentiation wieder auf
jedem anderen Sender (etwa 10). -ex-by dx hen in einem ständigen Wechsel von
die Schwingungsgleichung führt. Liegt
Der $. muß dabei allerdings mit Hilfe elektrischer und magnetischer Ener-
in Reihe mit den Schaltelementen
von Thermostaten auf konstanter oder mit @ = Velm und bim = 2 gie, die der potentiellen und kineti- noch eine SpannungU, so erhält man
Temperatur gehalten werden. Eine die Form schen Energie mechanischer S. ent-
die Gleichungfür die erzwungenenS.
Temperaturkonstanz von 0,001 °C ist dx ix, 5 sprechen, Ist der Schwingungskreis
mit Hilfe eines Doppelthermostaten de +2 dr +ao®x=0 eine Reihenschaltung einer Selbstin- a, 4, 1 ,_du
möglich. Über die Verwendung von duktion L, einer Kapazität C und LoptRutcig:
S. zur Schallerzeugung s. Ultraschall. an. Bei der Integration sind zwei Fäl- eines Ohmschen Widerstandes R und Im Falle der freien S. ergibt sich mit.
S: a. Piezoelektrizität. le zu unterscheiden. Ist 0? — a? <0, fließt in ihm ein Strom 1,so ist die dem Ansatz I = Io ei®*
Lit. Awender, H., und K. Sann: Der dann verläuft die Bewegung aperio- magnetische Energie der Selbstinduk-
Quarz in der Hochfrequenztechnik. In: disch. Die Größe x nähert sich von tion iR R
Hdb. für Hochfrequenz- und Elektro- einer Seite her dem ungestörten
Teciniker. Bu. 2. Berlin-Borsigwalde Gleichgewichtszustand. Im Fall wo? — 1 w5r FE
Wn=zLR, Der Vorgangist also periodisch,so-
Schwingungen, zeitlich periodische &2>0
1953. [19]
dagegen handelt es sich um
\
eine gedämpfte, harmonische S. die elektrische Energie des Konden- lange
Zustandsänderungen,treten auf, wenn sators mit der Ladung e R 1
bei. Störungen eines mechanischen, e ee —
elektrischen oder auch thermischen Wi 2c 2L" yLc
Gleichgewichtes Kräfte entstehen,die mit @ = Yan? = 5%. Der periodische und die im Widerstand in einer Se- ist, anderenfalls aperiodisch; letz-
das Gleichgewicht wieder herzustellen Vorgang mit der Kreisfrequenz @ hat kunde entwickelte Joulesche Wärme, teren Fall ist @o rein imaginär, und
suchen. Bei mechanischen S. sind jetzt eine veränderliche, abklingende der Strom klingt exponentiell ab.
Weg, Geschwindigkeit und Beschleu- Amplitude. Die Größe &T nennt QO=RER. Wird die S. durch eine sinusförmige
migung einer aus ihrer Ruhelage ent- man das logarithmische Dekrement Spannung U = Un. e'®*der Kreisfre-
fernten Masse (Pendel, Stimmgabel, der gedämpften S. Nach dem Energiesatz muß die zeit- quenz @ erregt, so führt der Kreis er-
Membran, Saite), bei elektromagneti- Erzwungene S. treten auf, wenn außer liche Abnahme der magnetischen und zwungene S. aus, deren Stromampli-
schenS. elektrische und magnetische der rücktreibenden Kraft und der elektrischen Energie gleich der se- tude gegeben ist durch
Feldstärke, elektrische Ladung eines Dämpfungskraft noch eine äußere kundlich erzeugten Wärmeenergie
Kondensators, Stromstärke, Span- periodische Kraft F = Focos © auf sein; also gelten 1-uyE, 1
mung usw. periodisch veränderliche die schwingende Masse_einwirkt. In a
Größen. diesem Falle lautet die Schwingungs-
Harmonische $, entstehen, wenn die gleichung:
rücktreibende Kraft proportional der dx
amt "Yerl)
@+(n-—
7
Entfernung aus der Ruhelage ist, wie dr +20, Br + m x
m cost.
5 a 1 de
wobei 7 = (w/os) die auf die Eigen-
frequenz des _widerstandsfreien
bei allen durch elastische Kräfte an LlgtgeatRP=0. Schwingungskreises
eine bestimmte Lage gebundenen Bei schwacher Dämpfung (ws? — a*
Massen (lineare Schwinger). Ist eine >0) überlagert sich eine abklingende Berücksichtigt man, daß
1
Masse m um die Strecke x ausgelenkt $. (Einschwingvorgang) einem statio- rc
und dann der Rückstellkraft = cx (c nären Vorgang von der Form
Federkonstante) ausgesetzt, so lautet Folm bezogeneKreisfrequenz und
die dynamische *Grundgleichung der x ist, kürzt obige Gleichung mit I und
freien, ungedämpften S. Vo oFaorne
m-dixjdt = -cx “sin (At y), differenziert sie nach 1, so ergibt sich
138 139
Schwingungsamplitude Schwingungsquantenzahl
ist. Es ergibt sich also eine typische
Li = Lzs, so entsteht eine Schwe- die den mechanischen Vorgängen bei eben kein *Bruch mehr erfolgt.. Die-
Resonanzkurve. Für ® = @ heben bungserscheinung wie bei sympat der Uhr oder der Dampfmaschine ser Wert hat nur theoretisches Inter-
sich die Wirkungen von Kapazität und schen Pendeln im Resonanzfall: Die analogist. esse.
Selbstinduktion auf; der Widerstand elektromagnetische Energie wandert Die e.S. ist vor allem bei den Sen- Lit. Kochendörfer, A.: Plast. Eigen-
des Schwingungskreises ist gleich dem zwischen den beiden Kreisen hin und dern der drahtlosen Übertragungsan- schaften von Kristallen und meiall.
Werkstoffen. Berlin 1941. [15]
Ohmschen Widerstand; es tritt sog. her, und das ganze System besitzt lagen notwendig. Solange diese Sen-
Spannungsresonanz auf. zwei verschiedene Eigenfrequenzen, der mit Funken erregt wurden, war Schi 1oten, eine Stelle mini-
maler Amplitude in einer stehenden
‚Neben ihr spielt in der Technik, ins- deren Überlagerung die Schwebung die Erzeugung ungedämpfter Schwin- Welle (s. z.B. Luftsäulen, schwin-
besondere in der Hochfrequenz,eine erzeugt. gungen nur mangelhaft zu erreichen. gende).[20]
andere Schaltung eine Rolle, bei der Lit. Wagner, K. W.: Einf. in die Lehre Gleichwohl näherte sich die technische
eine Kapazität und eine Selbstinduk- von, den Srwingingen und. Wellen. Entwicklung, vom *Löschfunken aus- Schwingungskoeffizient, s. Ultra-
tion mit Ohmschem Widerstand in
Wiesbaden 1947. [20, 2} gehend, über hochfrequente Maschi- schall.
Parallelschaltung an eine Wechsel- Schwingungsamplitude, svw. *Ampli- nengeneratoren und *Lichtbogensen- Schwingungskreis, zu elektromagne-
stromquelle angeschlossen sind. Die tude.[2] der einem Erregungsmechanismus der tischen Schwingungen fühiges System
Stromamplitude ist dann gegeben Schwingungsanfachung, s. Selbsterre- beschriebenen Art an. Nach der Ein- aus *Kapazität (Kondensator) und
*Selbstinduktion (Spule). Der S. kann
durch gung. führung der‘ Elektronenröhre jedoch
Schwingungsbauch, eine Stelle maxi- löste die S, mittels *Rückkopplung offen sein, wie der Antennenkreis
eines Senders oder Empfängers, oder
u
ln)
Rear
maler Amplitude in einer stehenden
Welle. S. z.B. Luftsäulen, schwin-
gende. [20]
Schwingungsbruch, s. Dauerbruch.
alsbald die Funkenerregung ab.
Bei der Rückkopplung wird von der
Verstärkereigenschaft der Röhre Ge-
geschlossen, wie der Abstimmkreis
eines Empfängers. Es kannsich ferner
entweder um eine Parallelschaltung
brauch gemacht. Im Anodenkreis der oder um eine Serienschaltung von L
Für @ = wo erhält man im Grenzfall Schwingungsdauer,
12
sw. *Periode. Röhre liegt ein Schwingungskreis, aus und C handeln. In beiden Fällenist
RO unendlich großen Widerstand dem sich — durch Spannungsteilung
oder magnetische Übertragung - ein die Frequenz der Eigenschwingungen
des Kreises, während ihmselbst be- Iemgmeeigsiß, elektrische.
Ein elektrisch schwingungsfähiges eines S. bei vernachlässigbarem Ohm-
trächtliche Ströme fließen können, Gebilde ist der durch Parallelschal- kleiner Bruchteil der Schwingungs- schen Widerstand
sog. Stromresonanz. Es läßt sich des- tung von Induktivität und Kapazität
energie auskoppeln läßt. Die ausge-
halb bei genügend kleinem R (dem koppelte Energie wird dem Gitter- n=12ayLC,
unvermeidlichen Spulenwiderstand) aufgebaute *Schwingungskreis. Führt kreis der Röhre zugeführt. Durch die ie Selbstinduktion und C die
eine Wechselstromfrequenz sperren. man einem solchen Kreise, z.B. Verstärkerwirkung entsteht ein Ano- im S. bedeuten (s. Schwin-
Beeinflussen sich zwei oder mehr durch Aufladung des Kondensators denwechselstrom, durch den dem gungen, elektrische). Der komplexe
Schwingungskreise gegenseitig, so mit Gleichspannung, elektrische Ener- Schwingungskreis ein größerer Ener- Widerstand des $. wird im Fall der
nenntman sie gekoppelte Kreise. Die gie zu und überläßt ihn dann sich gienachschub zugeführt werden kann, Resonanz ein rein Ohmscher Wider-
*Kopplung kann durch eine gegen- selbst, so erfolgt der Ladungsaus- als zum Betriebe des Gitterkreises er- stand, und zwar ist der Betrag des
seitige Induktion erfolgen (induktive gleich periodisch. Der zeitliche Ab- forderlich war. Auf diese Weise läßt Widerstandes bei der Parallelschal-
Kopplung), durch einen gemeinsamen lauf dieses Vorganges wird bestimmt sich eine ungedämpfte Schwingung tung (Parallelresonanz) maximal, bei
Kondensator (kapazitive Kopplung), durch die Kapazität und die Indukti- selbst dann aufrechterhalten, wenn der Serienschaltung (Reihenresonanz)
durch einen gemeinsamen Widerstand vität,_ des Schwingungskreises sowie die Sendestufe noch Hochfrequenz- minimal. In letzterem Fall bezeichnet
(Ohmsche Kopplung), eine gemein- durch die *Dämpfung, die durch die energie an einen Sekundärkreis ab- man den S. in der Rundfunktechnik
same Selbstinduktion (induktive Summe aller beim Ladungsausgleich gibt. Man mußden Anschlußdes Git- deswegen als »Saugkreise. [19]
Kopplung) oder auf kompliziertere auftretenden Verluste (Stromwärme- terkreises phasenrichtig ausführen Schwingungsquantenzahl. Die Fre-
Weise. Die Schwingungsgleichungen verluste, Strahlungsverluste usw.) be- und den Grad der Rückkopplung pas- quenz eines schwingenden Systems ist
des gekoppelten Systems erhält man dingt ist. Da solche Verluste stets vor- send wählen. Die Schwingung braucht i. allg. ein ganzzahliges Vielfaches
durch Anwendung der Kirchhoffschen liegen, verläuft der Vorgang mit ab- nicht durch eine äußere Störung an- einer Grundfrequenz. Die Gesamtbeit
Regeln auf die Stromkreise. So erge- nehmender Amplitude (gedämpfte gestoßen zu werden, sondern schau- der möglichen Frequenzen läßt sich
ben sich z.B. für zwei Stromkreise Schwingung). Um zu einer unge- kelt sich in den meisten Fällen von daher darstellen als
‚mit den Strömen /ı und I, die durch dämpften Schwingung zu gelangen, selbst auf (Schwingungsanfachung, vorn
eine gegenseitige Induktion Lıs (bzw. muß die die Schwingung anregende *Selbsterregung).
Laı) miteinander gekoppelt sind und Energiezufuhr wiederholt werden. Die Einrichtungen zur Erregungsehr n kann manals $. bezeichnen.Bei Be-
freie S. ausführen, die Differential- Dieser Energienachschub soll den kurzer Wellen (Magnetronsender, rücksichtigung der Einsteinschen Glei-
gleichungen: Energieverlust durch Dämpfung auf- Triftröhrensender) bedienen sich zwar chung W = hv (h Plancksches Wir-
heben. Er muß also seinem Betrage etwas abweichender Hilfsmittel, be- kungsquantum)wird die $.zur Ener-
Lu dhap t Leg dh + Rılıt 0, eu =0, nach entsprechend dosiert sein, und.
die zeitliche Folge muß der Schwin-
ruhen aber letztlich auf einem ent-
sprechendenPrinzip. [26]
giequantenzahl. Die Quantentheorie
des atomaren *Oszillators, z. B. eines
a, tlg dh, Reto; Pu gungsdauer des periodischen Vorgan- Schwingungsfestigkeit, 5. Wöhler- zweiatomigen Moleküls, bei dem die
Leg ges entsprechen. Diese Bedingungen Kurven. Atome gegeneinander schwingen, er-
lassen sich am besten dadurch erfül- gibt, daß die S. halbzahlig ist:
Sie führen auf eine biquadratische len, daß die erzeugte Schwingung, Schwingungsfestigkeit, wahre, ist die v.nat+t)
Gleichung für die Eigenfrequenz. selbst den Energienachschub nach Be- Belastungsgrenze bei einer Schwin-
Sind die Eigenfrequenzen derentkop- trag und Phase steuert. Man gelangt gungsbeanspruchung, bei welcher und daher
pelten Systeme einander gleich und ist also hier zu einer Problemstellung, nach unendlich langer Beanspruchung Wehndia+)
140 141
‚Schwingungsspektrum
Segelfiugzeug
hvof2 ist die Nullpunktsenergie des dem S. des magnetischen *Induk- Die USA haben diesen Wert erst 1954 gebung besitzen. In Wolken wird die-
Oszillators. Das Energieniveauschema tionsflusses. anerkannt; sie benutzten bis dahin die ser Auftrieb durch freiwerdende Kon-
des harmonischen Oszillators besteht In der Rundfunktechnik ist $. svw. »US nautical mile«. Großbritannien densationswärme noch erhöht; er er-
aus äquidistanten Stufen der Größe *Fading. [26] verwendet heute noch die >imperial reicht sein Maximum mit Vertikalge-
'hvo, die sich auf der Nullpunkts- Antenne, s. An- nautical mile«. [13] schwindigkeiten bis zu 30 m/s in Ge-
energie aufbauen. Diese Dinge sind tenne. Küstengebieten bewirkt witterwolken. Der thermische Auf-
von praktischer Bedeutung bei der scruple, Kurzzeichen in den USA s. die Sonneneinstrahlung am Tage eine wind kann bis zur oberen Grenze der
Analyse der Spektren der zweiatomi- 1. Eine in Großbritannien und in den ungleiche Erwärmung von Wasser und Troposphäre emporsteigen. R. Comte,
‚gen Moleküle. Die Nullpunktsener- USAbestehende Gewichts- und Mas- Meer. Während das Meerinfolge der Schweiz, erreichte eine maximale Hö-
gie des harmonischen Oszillators läßt seneinheit für Drogen. großen spezifischen Wärme des Was- he im thermischen Aufwind von 11
sich experimentell durch Beobachtung Definitionen: sers seine Temperatur nur geringfügig km. Streckenleistungen im thermi-
der Lichtstreuung an Kristallen beob- 20 erhöht und daher auch keine Veran- schen S. sind bis 1000 km erflogen
achten. brit.: 1 scruple = 7ogg Pound, lassung zu thermischer Konvektion worden. Der Wellensegelflug wird im
Lrr. Finkelnburg, W.: Einf. in die Atom- gibt, wird das Gestein der Küste - be- Aufwind ortsfester Wellen durchge-
Schwingungsspektrum, derjenige Teil USA:1 apothecaries’ scruple = 1 sap
physik. 11./12. Aufl. Berlin 1967. [7]
sonders in niederen Breiten — stark führt, die sich bei stabiler Atmosphä-
eines Molekülspektrums, der durch 20 erhitzt. Es leitet einen thermischen re und großer Windgeschwindigkeit
Änderung der Schwingungsquanten- = Z000 Pound. Konvektionsstrom nach aufwärts ein in der Leeströmung eines Gebirges
zahlen des Moleküls zustande kommt. Umrechnungen: undunterhält ihn tagsüber. Die in der entwickeln. Diese Lee- oder Föhn-
Dahierbei stets auch Änderungen des brit. 1 scruple = 1,295 9784 g, Höhe seewärts abfließenden Luftmas- wellen entstehen in gleicher Weise wie
Rotationszustandes eine Rolle spielen, sen werden durch eine bodennahe die stationären Wasserwellen hinter
nennt man dieses Spektrum besser USA: 1sap = 1,295 97848. Ausgleichsströmung Meer-Land wie-
der ersetzt und so den Bestand-
einem Hindernis in der Grundströ
mung. Bei vorherrschende Höher
*Rotationsschwingungsspektrum. [1] 2.Hohlmaß.Ein in Großbritannien bestehendes
teil einer Zirkulation, die man am strahlung, senkrecht zum Gebirge, ist
Schwingungsviskosimeter, s. Visko- Definition: Bodenals S. bezeichnet. In der Nacht ein Wellensegelflug bis in die Strato-
elastizität. weht deri. allg. schwächere (gelegent- sphäre möglich. Die größte im Wel-
Schwingungsweite, svw. “Amplitude, 1 lich auch garnicht auftretende) Land- lensegelflug erreichte Höhe beträgt
1Auid scruple = 3545 gallon. wind in umgekehrter Richtung, da etwas über 14000 m.[30]
Schwingungszahl, svw. *Frequenz [2] Umrechnung: sich die Temperaturverhältnisse um- Segelflugzeug. Das $. hat sich zu
Schwitzwasser tritt auf, wenn eine kehren. Ähnlich wie der Landwindi einem wichtigen Meßgerät aörophysi-
Oberfläche die dem Feuchtigkeitsge- sec,1Auid scruple = 1,183 88 cm!. [13]
auch der S, eine auf mehr oder weni- kalischer Forschungentwickelt, Seine
halt der berührenden Luft entspre- kunde,Abkürzung für die Einheit Se-
an Stelle des Kurzzeichenss, ger breite Küstenstreifen beschränkte geringe Trägheit, geringe Sinkge-
chende Sättigungstemperatur unter- wenn Zweifel möglich sind. [13] lokale Erscheinung,die übrigens auch schwindigkeit, Erschütterungsfreiheit
schreitet (z.B. Fensterscheiben bei Sechseck-Prozeß, ein für die Behand- an größeren Binnenseen beobachet sowie die Abwesenheit von Motorg:
tiefer Außentemperatur; Lagerbehäl- lung der thermodynamischen Vor- werden kann. In Küstengebieten mit sen bedingen seine vielfachen Einsaı
ter, die infolge ihrer Wärmeträgheit gänge bei der Gasturbine wichtiger gleichmäßigem Klima (Mittelmeer) möglichkeiten für aerophysikalische
der täglichen oder jahreszeitlichen *Kreisprozeß. erfolgt das Einsetzen von Land- und MeÖflüge. Erprobte Spezialausfüh-
Temperaturzunahme nur verzögert ir. VDI-Z. 92 (1950), 5. 102. (9) Seewind mit außerordentlicher Re- Tungen geben genügend Raum für die
folgen; ungenügendisolierte Außen- Second sound, s. Helium II. gelmäßigkeit zu fast gleichbleibender Einrichtung eines fliegenden Labora-
wände; Räume hoher Feuchtigkeit, Secundae (S-Wellen), in der Seismo- Uhrzeit. toriums. Da motorlos unter bestimm-
wie Waschküchen). Über Vermeidung logie angewandter Begriff zur Kenn- Lt. Hann-Si : Lehrb. der Meteoro- ten Bedingungen sehr große Höhen
von S. s. Kälteschutz, Wasserdampf- zeichnung der zweiten Vorläuferwel- logie. Leipzig 1939. (6] erreicht werden können (bisher 14
Wanderung, Kältebrücken. len (undae secundae). [6] Segelflug. Der motorlose Flug wird km) und durch geeignete Schlepp-
Den Einfluß der $.-Bildung auf den Seebeck-Effekt, dadurch ermöglicht, daß die Sinkge- flugmethoden (Winden-, Flugzeug-
Wärmeübergang haben E. Schmidt Seeing, Ausdrucks. Thermoelektrizität.
für die bei astro- schwindigkeit eines Segelflugzeuges schlepp, Raketen) Startmöglichkeiten
und W. Piening behandelt. nomischen Beobachtungen für die durch die aufsteigende Komponente anvielen Orten gegeben sind, besteht
Lrr. Schmidt, E.: Verdunstung und Wär- Abbildungsqualität entscheidende der Luftströmung kompensiert wird. auch für das S. die notwendige Be-
meübergang, Gesundh.-ing. 53 (1929), S. Luftruhe. [5] Aufsteigende Luftströmungen kom- weglichkeit und räumliche Unabhän-
326. - Piening, W.: Die Wärmeübertra- Seemeile, Kurzzeichen sm, in der See- men vorals Hang-, thermischer und gigkeit für Vielseitigkeit der Messun-
gung an kalte Flächen bei freier Strö-
mung. Beil. z. Gesundh.-Ing., Reihe 1 fahrt übliche Längeneinheit. Die $.
Wellenaufwind. Der Hangaufwind gen. Das S. ist das geeignetste Gerät
(1933), Nr. 31, - Cammerer, J. S.: Der wurde von der Seefahrt treibenden entsteht durch die Ablenkung der für die Bestimmung der Vertikalbe-
'Wärme- und Kälteschutz in der Industrie. Nationen verschieden definiert, wobei Luftströmung am aufsteigenden Hang 'wegungen der Luft. Es hat überhaupt
Berlin-Göttingen-Heidelberg 1962. [9] eine Beziehung auf die Erdkugel na- eines Bergrückens. Der S. im Hang- erst die Kenntnis der in der Atmo-
Schwund ist die Kurzbezeichnung der helag und weitgehend angenommen aufwind ist an das Gebirge gebunden. sphäre auftretenden Vertikalbewe-
Die Möglichkeiten des Hangsegelfiu- gungen vermittelt. Ist die Sinkge-
Abnahmegeschwindigkeit eines Vek- wurde (1 S. = 1 Meridianminute). ges umfassen vorwiegend den Dauer- schwindigkeit des S. vs, so errechnet
torflusses durch eine berandete Flä- Der genaue Wert schwankte je nach flug. Der thermische Aufwind hat den sich die Vertikalgeschwindigkeit der
che. Der Begriff dient zum prägnan- der angenommenen Gestalt der Erde. S. von seiner örtlichen Gebundenheit Luft vı nach der Beziehung vı vm +
ten Ausdruck des *Induktionsgeset- Seit. 1928 gilt in vielen Ländern die befreit. Er entsteht durch den Auf- vs, worin Vm die gemessene Vertikal-
zes: Die elektrische Randspannung Definition: trieb isolierter Luftmassen, die eine bewegung des $. (Variograph, Hö-
ist im praktischen Maßsystem gleich 1 internationale Seemeile = 1852 m. Übertemperatur gegenüber ihrer Um- henschreiber, Kinotheodolit, Stau-
142 143
Seger-Kegel Sehschärfe
druckschreiber) ist. Durch Eichflug am durchsichtigsten sind die physika- gedreht wird, obwohl in beiden Fäl- vollständigen - Beeinträchtigung der
muß bei turbulenzfreier, stabiler Luft lisch-optischen Verhältnisse des Au- len das Bild in völlig gleicher Weise Tiefenwahrnehmung. In diesem Falle
die Geschwindigkeitspolare, d. h. die ges, die das »Sehen« ermöglichen. überdie Netzhaut wandern mag. In vird als Ersatz das Muskelgefühl bei
Kurve der Sinkgeschwindigkeit, it Der dioptrische Apparat (Hornhaut, diesem Fall wird das Muskelgefühlin der Veränderung der Akkommoda-
Abhängigkeit von der Fluggesch vordere Augenkammer, Augenlinse den äußeren Augenmuskeln mit zur tion herangezogen, um ein Urteil
digkeit abgeleitet werden. Durch diese und Glaskörper) bewirkt eine nahezu Beurteilung der Außenwelt herange- über die räumliche Tiefenausdehnung
Messungen ist die Kinematik der punktweise Abbildung der Umwelt zogen. Ebenso kommt unser Urteil zu gewinnen.
Luftströmung in Cumuluswolken, der bzw. einer fixieren Ebene auf die über die Tiefenausdehnung der uns
thermokonvektiven Wirbelwalzen, der Netzhaut. Die durch den Lichteinfall umgebenden Welt nur unter Betei-
Lit. Re Physiologie des Menschen. 10.
Aufl. Berlin 1949. - Dittler, R.:
Wellenschwingungen über Gebirgen, erregten Rezeptoren (Zäpfchen oder ligung gewisser physiologischer Funk- jektiven Veränderungen der Ni
der Strömung vor Fronten und die Stäbchen, s. Auge) leiten dann dem tionen, die auch für das doppeläugige der Belichtung. Hdb. d. normalen und
Turbulenz der Höhenstrahlströmung Gehirn einen je nach der Reizstärke (binokulare) S. verantwortlich sind, pathologischen Physiologie, Bd. 12 (1929).
erschlossen worden. Für lufteleku mehroder weniger großen Impuls zu, zustande. Obwohl bei beidäugigem S. S. a. eine Reihe von anderen einschl
sche Messungen (Potentialgefäl der zur Lichtempfindung Anlaß gibt. zwei Netzhautbilder entstehen, sicht gen, das Sehen betreffende Artikel im
selben Band. - v. Helmholtz: Hab. d.
Leitfähigkeit, Raumladung) ist das S. Über die Fähigkeit des Auges, eine man einen fixierten Gegenstand i. Physiolog. Optik. Leipzig 1909/11. - Scho-
besonders geeignet. Als Prototyp ne: große Zahl von Farben zu unterschei- allg. einfach. Das nötigt zu der An- ber. H.: Das Sehen. Mühlhausen/Thür.
zuentwickelnder Flugzeuge ist es den (Farbtüchtigkeit), s. Farbempfin- nahme, daß die beiden Netzhäute ein- 1950. [17]
vorzüglicher Flugkörper, da es billig dung. Die physikalisch-optische Lei- ander eindeutig zugeordnet sind, in- Sehrohr. Beim Unterwasser-S. han-
formgetreu hergestellt und im be- stung des Äuges im wesentlichen dem ein Netzhautelement Aı des Au- delt es sich um ein Fernrohr von meh-
mannten Flug zum Studium der Flug- durch das Gesichisfeld, das es der op- ges 1 und ein Netzhautelement A: des reren Metern Länge bei einem rela-
mechanik des neu zu entwickelnden tischen Wahrnehmungerschließt, und Auges 2 gleichzeitig von demselben tiv geringen Durchmesser. Dadurch
Types eingesetzt werden kann. Die durch sein Auflösungsvermögen (Seh- Lichteindruck (herrührend von der- wird eine mehrfache Bildumkehr not-
Entwicklung des ersten Raketenflug- schärfe) bestimmt. Der Gesichtswin- selben Objekteinzelheit eines fixierten wendig, um ein hinreichend großes
zeuges Me 163 über das schwanzlose kel des Auges ist etwas größer als Gegenstandes) getroffen werden, wo- Gesichtsfeld zu erhalten. Die Vergrö-
S. durch A. Lippisch ist hierfür das 180°, d. h., man kann bei unbewegtem durch eine einheitliche Empfindung Berung ist etwa 6fach. Das Ausblick-
überzeugendste Beispiel. [30] ‚Augeden vorderen Halbraum - mehr entsteht, man also nur ein einfaches prisma ist beweglich, damit man den
Seger-Kegel sind kleine, pyramiden- oder weniger vollkommen - optisch Bild sieht. ganzen oberen Halbraum absuchen
förmige keramische Körper, die z. B. aufnehmen. Allerdingsist die Schärfe kann. Außerdem wird der gesamte
in Brennöfen aufgestellt und von der Wahrnehmung in den Randpar- Entfernung Wahrnehmbarer Horizont vielfach mit, einer *Ring-
außen beobachtet werden., Die begin- tien des Gesichtsfeldes, die auf peri- Tiefenunterschied srieselinse gleichzeitig abgebildet.
‚nende Verformung unter Einwirkung phere Netzhautstellen sehr 20 cm 0,0? mm 1
der Wärme wird als Maß für die viel schlechter als in seiner fixierten 50cm 01 mm Sehschärfe. Man hat vier Arten der S.
Temperaturbenützt. Mitte, der netzhautmäßig die Fovea im 0,4 mm zu unterscheiden,die allerdings schwer
S.-K. werden in engen Intervallen im centralis entspricht. Das Auflösungs- 10m 4 cm voneinanderzu trennen sind:
Temperaturbereich zwischen 600 °C vermögen kennzeichnet das Maß der 100m 35 m 1. Trennschärfe (Minimum separa-
und 2000 °C hergestellt. Die S.-K.- Fähigkeit, zwei nahe beieinanderlie- 1000 m 25 m bile),
Skala ist genormt;die einzelnen $.-K. gende leuchtende Punkte als getrennt Drückt man aber z. B. unter Beibe- 2. Noniusschärfe,
werden durch Nummern (SK Nr.) be- wahrzunehmen. Es ist also. verant- haltung der Akkommodation den ei- 3. Erkennen von Formen,
zeichnet. S. a. Temperaturmeßkörper. wortlich für das Erkennenfeiner Ein- nen Augapfel mit dem Finger ein 4. Minimum legibile.
Lit. D’Ans und Lax: Taschenb.f. Chem. zelheiten. Beim menschlichen Auge wenig beiseite, so sicht man ein dop- Bei der $.-Bestimmung mißt manden
und Phys. Bd.1, Nr. 1216. Berlin-Hei beträgt es etwa 1’, d. h., in 25 cm Ent- peltes Bild, weil jetzt der Gegen- kleinsten Abstand zweier Punkte oder
berg-New York 1967. — Tat
phys..chem. Verhalten d.
fernung können zwei Punkte im Ab- standspunkt A nicht mehr auf zwei Striche, die noch einwandfrei getrennt
Ztg. 77 (1953) Er35he. stand von 0,075 mm noch getrennt korrespondierende Punkte Aı und Az, werden können. Mangibt die $. dann
wahrgenommen werden. Beugungs- sondern auf zwei »di als Kehrwert des in Bogenminuten
erscheinungen an der Pupille einer- Aı und Bs abgebildet wird. Genau gemessenen Abstandes der beiden
Emilio, Ital.-amer. Physiker. seits und die Rasterstruktur der Netz- das gleiche tritt ein bei der (dann un- Striche an. Wenn das Prüfzeichen so
Geb. 1.2.1905 in Tivoli bei Rom. haut andererseits begrenzen das Auf- scharfen) Abbildung einer Gegen- angelegt worden ist, daß der Abstand
1928 Dozent für Physik an der Univ. lösungsvermögen des Auges. Beide standsebene, die genügend weit vor der beiden Striche voneinander, aus
Rom, 1935-37 Prof. der Physik an der haben den gleichen Grenzwert (1'). oder hinter der fixierten liegt. Alle in einer Entfernung von 6 m betrachtet,
Univ. Palermo. 1937 schloß er sich Bei der Erfassung des Raumesin sei- ihr liegenden Objekte ersch gerade unter 1 min erscheint, so wird
der Forschergruppe um Fermiin Ber- ner Tiefe und bei der Wahrnehmung dem Betrachter doppelt. Umgekehrt dieS. vielfach auch als Bruch a/6 an-
keley an. Er war u. a. auch Mitarbei- von Bewegungen sind bereits in der benutzt das Auge das Kriterium des gegeben, wobei a diejenige Entfer-
ter von Owen Chamberlain, mit dem ersten Phase des Sehvorganges außer eben auftretenden »doppelten Bil- nungist, aus der der Beobachter die
er gemeinsam den Nobelpreis für physikalischen wesentlich physiol desc, um die Tiefenentfernung abzu- Striche als getrennt erkennen kann.
Physik 1959 für die Entdeckung des sche Momenteim Spiel. Das Auge chätzen. Diese Tiefenwahrnehmung In diesem Sinne erreicht die Trenn-
Antiprotonserhielt. [43] z.B. schr wohl imstande zu unter- in der Nähe sehr viel genauer als schärfe des normalen Auges Werte
Sehen. Das »Sehencist ein Komplex scheiden, ob sich bei festgehaltenem in großer Entfernung, wie die Tabelle von1 bis 1,5 Bogenminuten.
von Vorgängen, die teils physikalisch- Auge ein Gegenstand der Umwelt be- zeigt. Bei der Nonius-S.handelt es sich um
chemischer, teils physiologischer,teils 'wegt oder ob bei ruhendem, fixiertem Der Verlust eines Auges führt daher die Beurteilung, ob zweiStriche, die
psychologischer Natur sind. Relativ Gegenstand der Augapfel willkürlich zu einer schweren - wenn auch nicht sich in einer scharfen Trennkante ein-
144 145
Sehwinkel Seifenblasenmodell
ander gegenüberstehen, als gegenein- mit gewissen Randbedingungen erfol- mit Fa ab, so gelangt man zur Gauß- genüber den früheren Modellen ge-
ander versetzt erkannt werden oder gen. Das Problem wurde 1915 von J. schen Dioptrik, welche die Gesetze ‚wisse Vorzüge. Denn man hat nicht
scheinbar genau ineinander überge- Proudman in großer Allgemeinheit der paraxialen Abbildung umfaßt. nur eine schr große Zahl von Bau-
Lit. Glaser, W.: Grundlagen der Elek- steinen, was
hen. Diese Entscheidung kann mit gelöst. Diese Lösunghat später (1924) der Wirklichkeit
einer sehr viel höheren Genauigkeit L. Matteuzzi vereinfacht, und von K. tronenoptik. Wien 1952. [35]
Seidelsche Theorie der Bildfehler. rende kommt, sondern es fallen auchnäher stö-
getroffen werden. Als- Grenze dafür Hidaka(1936) wurde sie einer rasche- Der Zusammenhang zwischen Ding- In diesem Reibungskräfte weg.
gelten 10”. ren praktischen Behandlung näher- Modell
und Bildpunkt eines zentrierten opt le.durch Flöße von Seifenblä werden die Kristal-
Die Schwierigkeit der Untersuchung gebracht, schen Systemswird durch die trigono- einem schen mit
der $. liegt in dem Hineinspielen von An Binnenseen wurden die S. erst- Durchmes
metrischen Durchrechnungsformeln mm, von denenjedes ein 0,1 ser von bis 2,0
psychologischen Momenten. Ist das malig am Genfer See beobachtet und der geometrischen Optik vermittelt. körpert und auf der Oberfläche ver- Atom
schon bei der Trennschärfe der Fall,
so spielen sie eine noch viel größere
beschrieben (von diesem Beispiel
rührt auch der Name her). Ersetzt man darin die auftretenden Seifenlösung schwimmt, dargestellder t.
trigonometrischen Funktionen durch
Rolle beim Erkennen von Formen und
bei der Lesefähigkeit. Beim Brillen-
Durch die Arbeiten von A. Defant
sind die S. des Gardasees zum Prüf- ihre Reihen und beschränkt sich auf Diese Blasen gleiten reibungslos an-
einander vorbei. Sie sind nur von
die linearen Gliederdieser Reihen, einer Art und werden durch eine all-
verschreiben beobachtet man, daß
häufig einzelne Buchstaben nicht mehr
stein der Theorien geworden. Nach
Rechnungen von P. Caloi darf man erhält man die Gaußsche Abbildungso, gemeine Kapillaranziehung zusam.
die einer gebrochen linearen Trans- mengehalten,
einwandfrei erkannt werden, während
ein fortlaufender Text noch ohne be-
nur eine Periode von 7 = 29%,7 für
die Nord-Süderstreckung des Sees, formation entsprichten. In ihr gibt es durch die die Bindungskraft
die freien Elektronen im Me-
sondere Schwierigkeiten abgelesen von T = 20”,2 für die Bucht von De- keine Bildfehler. Berücksichtigt man tall ersetzt.
in den Reihenentwicklungen
wird.[18]
Sehwinkel. DerS. ist der Winkel, un-
senzano und von 7 = 10,3 für die
Bucht von Salö als Eigenperiode an- Glieder dritter Ordnung, so_auch die
lassen ‚Herstellu ng der Blasen. Die Versuchs-
anordnung zeigt Abb. 2. Dabei wer-
ter dem ein Gegenstand von der Ein- nehmen. Zum Vergleich sind die ein-, sich für jeden Strahl die seitlichen den die Blasen aus einer feinen Düse
trittspupille des Auges aus erscheint. zwei- und dreiknotigen Perioden- Abweichungen des Durchstoßpunktes geblasen (Durchmes ser etwa
Er ergibt sich also aus der Größe werte des Albanersces T = 2145, durch die Gaußsche Bildebene von die sich unter der Oberfläch40 um),
e einer
dieses Gegenstandes, dividiert durch 122 s und 88 5. dem Gaußschen Bildpunkt durch fünf Seifenlös ung befindet. Die Lösung
seine Entfernung von dem beobach- Funktionen ausdrücken. Diese Funk- kann die verschiedenste Zusammen-
tenden Auge. [18]
Lit, Defant, A.: Untersuchungen über
die Gezeitenerscheinungen in Mittel- und tionen enthalten die Konstruktions- setzung haben. Als beste Lösung wird
Seiches, Eigenschwingungen des Was- Randmeı in Buchten und Kanälen. elemente des Systems, die Anfangs-
sers in abgeschlossenen Meeresteilen koordinaten des Strahles sowie Grö-
Ben, die sich aus der Gaußsche
Durchrechnung ergeben haben. Dien
‚aloi, P.: Annali
oderBinnenscen. Sie werden in Mee- lasersche Dioptri
resteilen angeregt durch die *Gezei- Glaser auf die *Korpuskularoptik fünf Funktionen entsprechen den
ten, aber auch durch andere Ursa- ausgedehnten Gesetze dritter Ord- *Bildfehlern, und zwar liefert (1)
chen, wie starke Luftdruckschwan-
kungen, Stürme usw. Sie stellen ge-
nung,die ursprünglich vor allem von die sphärische Abweichung, 5 (2)S den
Seidel für die Lichtoptik entwickelt Asymmetriefehler (Koma), 5 (3) die
dämpfte Schwingungen dar, die sich worden waren. Mangelangt zu diesen meridionale und- $ (4) die sagittale
den Gezeiten überlagern und von die- Gesetzen, wenn man den korpusku- Bildwölbung und schließlich $ (5) die
sen auch leicht trennbar sind, solange laroptischen *Brechungsindex nach Verzeichnung. Wegen der Vernach-
ihre Perioden nicht mit jenen der Ge- Potenzen des Strahlabstandes von der lässigung derGlieder höherer Ord-
zeiten übereinstimmen. Sind ihre Pe- Achse und der Strahlrichtung entwik- nung eignen sich die Seidelschen For-
rioden aber mit jenen von ungefähr keit: meln nicht zur numerischen Bestim-
gleicher Größenordnung, so wird die F=F&y,X,y) + mung der Aberrationen; sie gewäh-
Trennung schwierig, auch tritt Reso- FRr@yıXıy) +. ren aber viel mehr als die trigono-
nanz, also eine starke Amplituden- Durch Einsetzen der Elektronenbah- metrische Rechnung einen Einblick in
vergrößerung, ein. Die ganze Erschei- nen erster Ordnung in die Formel den wechselseitigen Zusammenhang
nung ist im Mittelmeer,in der Adria, der Fehler und ihre Abhängigkeit
im Golf von Neapel usw. eingehend 2 von den Konstruktionselementen des
untersucht worden. Für die Bestim- S=|F-dz optischen Systems. Man benutzt sie
mung der Perioden gibt es Formeln a deswegen gern, um die allgemeinen
(Merian, DuBoys) und Rechenme- erhält man das Seidel-Glasersche Eigenschaften eines Systems zu er-
thoden (z.B. Chrystalsche und De- mitteln und zu charakterisieren.
fantsche Theorie). Die Chrystalsche Eikonal $, wenn man Fs beibehält.
Theorie läuft auf die Integrationeiner Mit Hilfe des Eikonals kann eine Sy- Lit. Berek, M.: Grundlagen der prakt.
Optik. Berlin 1930. [18]
Differentialgleichung 2. Ordnung stematik der Bildfehler dritter Ord- Seldelsches Winkeleikonal, s. Eiko-
du 4m nung gewonnen werden. Es zeigt sich, nal.
a tgmrn0 daß fünfder acht elektronenoptischen Seifenblasenmodell (von Bragg) ist
*Bildfehler mit den aus der Lichtop- ein Modell, das schr anschaulich die
hinaus, in der T die Periode der Bek- tik bekannten (Seidelschen) überein- Vorgänge in *Kristallen und *Metal- Abb. 1_ Seifenblasenmodell von Bragg;
kenschwingung und o (v) eine von der stimmen, während die restlichen drei len, die bei ihrem Bau und der *Ver- oben: Seifenblasen ohne Störung (ideales
Form des Beckens abhängige Funk- durch magnetische Felder bewirkt formung auftreten, zeigt. Es hat ge- Gitter); unten: Seifenblasen mit zwei
tion darstellt. Die Integration muß werden. Bricht man die Entwicklung Versetzungen
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Seismik Seismometer
ein bestimmtes Gemisch von reit gen auflösen und sich eine vollkom- Sowohl natürliche Bodenerschütte- wegung zeichnet, zugleich mit passen-
Ölsäure, destilliertem Wasser, 10%iger meneStruktur ausbild: rung durch Erdbeben, als auch künst- den, durch eine astronomische Uhr
Lösung von Triäthanolamin und rei- lich hervorgerufene können dazu ver. gesteuerten Zeitmarken, um den Ein-
nem Glyzerin angesehen. Von derZu- wendet werden, Aussagen über die satz von Bodenbewegungen zeitlich
sammensetzung hängen die Blasen- Struktur des Bodens (des Gesteins genau festlegen zu können.[6]
größe und die Stabilität der Blasen zu machen, mit dem Zweck, diese Seismograph, svw. *Seismometer.[6]
stark ab. Das Ziel sind möglichst praktisch, sei es im Bergbau, sei es in Seismologie, Lehre von den mit Erd-
kleine Blasen. Außerdem muß eine der Bautechnik, zu verwerten. In die- beben zusammenhängenden Erschei-
möglichst günstige Beleuchtungsein- sem Sinne spricht man von angewand- nungen (Erdbebenkunde). Die Unter-
richtung angebracht werden, um alle ter $. Die experimentelle S. ist die suchungen der $. erstreckensich nach
erzielbaren Effekte gut studieren zu Lehre von den künstlichen Bodener- zwei Richtungen. Sie befassen sich
können. schütterungen und ihrer praktischen einerseits vom physikalischen
Beobachtungsergebnisse. Diese zwei Auswertung. Als Erschütterungsquel- Standpunkt aus mit den möglichen
dimensionalen Flöße zeigen *Korn- le kommen periodische Stöße durch Bodenbewegungen und sind in dieser
grenzen, *Versetzungen, *Texturen Maschinen, Fallenlassen von Gewich- Hinsicht ein Teil der Mechanik bzw.
und andere Arten der Fehlordnung ten und Explosionen (Sprengungen) angewandte Elastizitätstheorie. An-
wie sie in den Kristallen und metall in Frage. Der Zweig der angewand- dererseits haben sie sich mit Fragen
schen Werkstoffen vorkommen. Wei- ten S., der sich mit Sprengungen be- des Aufbaues der Erde (des Erdin-
terhin können Verformungsvorgän- faßt, wird als Sprengseismik bezeich- nern wie der Erdkruste) zu befassen,
ge, *Erholung, *Rekristallisation und net. da die durch Erdbeben hervorgerufe-
der Einfluß von Fremdatomen fest- Lrr. Bullen, K. E.: Theory of Seismo- nen Deformationen durch das Me-
gestellt werden. Beobachtet man z. B. logy. Cambridge 1953. — Meisser, Otto: dium Erde weitergeleitet werden
ein solches schwimmendes Blasenfloß ayeik. Dresden und Leipzig (Erdbebengeologie, Erdbebengeogra-
bei geeigneter Beleuchtung unter ei seismisches Pendel, s. Pendel. phie).
nem bestimmten Winkel, so glaubt Seismizität, Bezeichnung für die an Lır. Sieberg, A.: Erdbebenkunde. Jena
man, eine polierte und geätzte Metall- einem Ort (in einem Gebiet) im Laufe 1923. - Bullen, K. Theory of Seismo-
‚oberfläche vor sich zu haben. Abb. 1 der Zeit beobachtete Erdbebentätig- logy. Cambridge 1953. [6]
zeigt oben ein vollkommen regelmäl keit. Trotz einiger Versuche ist der Seismometer, Gerät zur selbsttätigen
ges Floß, das einem *ldealkristall ent Begriff, den man annähernd auch mit ‚Aufzeichnung von Bodenbewegungen.
sprechen würde, unten eine Anord- Abb.3. Verschiedene Arten von Korn- »Erdbebenaktivität« übersetzen könn- Sollen diese im Raum vollständig be-
nung mit Versetzungen. Mit Hilfe grenzen im Seifenblasenmodell te, einer zahlenmäßigen Erfassung kannt sein, so ist die Kenntnis ihrer
einer derartigen Anordnung kann (aus Seeger) unzugänglich geblieben. Es ist ver- Projektion auf drei unabhängige Rich-
man bei Anlegen einer *Schubspan- In Abb. 3 sind mehrere Korngrenzen ständlich, daß die Beurteilung derS. tungen (Komponenten) erforderlich.
nung nach Überschreiten des elasti- im Seifenblasenmodell wiedergege- eines Gebietes oder gar ihrer Vertei- Als solche werden in der Regel zwei
schen Bereiches den Beginn und den ben. Dabei ist eine einzige aus einer lung über die ganze Erde hinweg die horizontale Richtungen (z.B. E-W
weiteren Mechanismus einer *Glei- Folge von Verseizungen aufgebaut, Kenntnis der Erdbeben von einer be- und N-S) und die Vertikalrichtung
tungverfolgen. Man sieht, wie sich die während bei den übrigen der Orien- stimmten Stärke an aufwärts zur Vor- gewählt. Man unterscheidet dement-
Atome einer Reihe über die der näch- tierungsunterschied so groß ist, daß aussetzung hat. Eine solche Übersicht sprechend *Horizontalseismometer
sten Reihe etwas vorwärts bewegen. man keine individuellen Versetzun- gibt das International Seismological und *Vertikalseismometer. Der
Diese Bewegung ist nicht längs der gen mehr unterscheiden kann. Es Summary«. Aus einer Karte der rela- Grundgedankefür ihre Konstruktion
ganzen Reihe gleichmäßig, sondern sie grenzen hier Gebiete guter und tiven Erdbebenhäufigkeit ist zu ent- ist in beiden Fällen derselbe: Die Bo-
beginnt an einer Stelle damit, daß eine schlechter Passung aneinander. nehmen, daß die Gebiete stärkster S. denbewegung muß relativ zu einem
Versetzung erscheint, d. h., auf der Ferner lassen sich dreidimensionale zusammenfallen mit den geologisch als ruhend vorausgesetzien Bezugs-
einen Seite der Gleitungslinie ist ört- Kristallmodellein einer derdichtesten noch nicht zur Ruhe gekommenen system aufgezeichnet werden. Da der
lich ein Atom mehr als auf der ande- Packungsarten herstellen. Weiteres s. Gebieten der Erde: tertiärer Falten- ‚Bodenundalle mit ihmstarr verbun-
ren. Die Versetzunglöst sich dann im Verformung,plastische, und Verset- gürtel, Zone der Mittelmeere sowie denen Gegenständesich selbst bewe-
Laufe der Bewegungauf. zungen. zirkum-pazifischer Belt. Relativ rul gen, kann als »ruhend«nur eine
Lır. Bragg, W. L., und J. F. Nye: Proc. ge Gebiete sind die »alten Schilde«. sprechend große,frei bewegliche
Roy. Soc. A 190, 474 (1947); Physica XV, Lit. Gutenberg, B., und C.F. ichter: ge Masse angeschen werden. Solche
1-2, 92 (1949); Deutsche Übersetzung: smicity of the Earth. Geologie Massen mit freier Beweglichkeit in
Die Naturwissenschaften 34, 328 (1947). ty of America. Special Paper Nr. horizontaler oder vertikaler Richtung
Hdb. d. Physik. Hrsg. v. S. Flügge. Bd. (1941); dazu Supplementary Paper. Bull. nennt man seismische Pendel. Man
VII. Kristallphysik I. Berlin 1955. [15]
Seismik, im engeren Sinn gleichbe-
of the Geolog. Society of Am. Bd. 56 kann sie für den ersten Augenblick
1949). [6] ‚der Bewegung,d. h., solange sie noch
‚Abb. 2. Versuchsanordnung deutend mit *Seismologie, im weite- Seismogramm, Aufzeichnung eines keine Eigenschwingungen ausführen,
ren Sinn Lehre von den Bodener- Seismographen, bei der meist üb) als ruhend ansehen. Obwohlder Bo-
Auch die *Erholung ist beobachtbar. schütterungen überhaupt, unabhängig chen Rußregistrierung einStreifen bi den sich relativ zum Pendel bewegt,
Führt man einem Kristall durch Er- davon, ob sie durch Erdbeben oder rußten Papiers, auf den der Schrei hält man an der Sprechweise fest, das
schütterung eine Wärmebewegungzu, auf künstlichem Wege hervorge- süft des Seismographen die Regi- Pendelschwinge(relativ zum Boden).
so sieht man, wie sich die Versetzun- bracht werden. strierkurve als Abbild der Bodenbe- Im weiteren Verlauf der Bewegung
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Seismometrie Sekundärabbildung
vollführt das Pendel (als physikali- Pendelmasse kommt, Die Eigenperi
sches Pendel) Eigenschwingungen mit de kann auf 4 bis 7s gebracht wer-
entsprechender Eigenperiode. Aufga- den; die Vergrößerung ist rund 200-
be der Seismologie ist es, aus den auf- fach. Wegen der großen Empfindlich-
gezeichneten Pendelbewegungen, dem keit gegen Temperaturänderungen
‚Seismogramm, sowie aus der bekann- müssen Vorsorgen zur Temperatur-
ten Eigenperiode und der Dämpfung kompensation getrofien werden. Da
die Bodenbewegung selbst zu ermit- die Federn rasch altern, sollen sie
teln. S. sind Resonatoren. Da die Bo- möglichst aus einer Eisennickellegie-
denbewegungen bei Nahbeben kurz- rung (mit 36% Ni) bestehen.
periodisch sind (T=-0,5s und weni- Nach denselben Grundsätzen ist ein des geradlinig; innerhalb des Magnet- Zentriwinkel & ausgespart sind. Die
ger), bei Fernbeben dagegen lang- kleines astasiertes Vertikalseismome- feldes (das senkrecht zur Zeichen- Scheibe rotiert so schnell (Touren-
periodisch (T bis über 1 min), sind für ter gebaut. ebene zu denken ist) beschreiben sie zahl 40 bis 60 s-'), daß das durch das
verschiedene Beben (Orts-, Nah- und Neben diesen mechanischen S., deren Kreisbogen. Wenn man vom Randab- Gerät hindurchblickende Auge einen
Fernbeben) verschiedene Seismome-+ Nachteil ihre große Masse ist, haben fall absieht und das Feld im Innern kontinuierlichen Lichteindruck &
tereinrichtungen erforderlich. Es ist sich zunehmend elektromagnetische des Sektors als streng homogen auf- empfängt. Nach dem *Talbotschen
darauf hinzuweisen, daß ein S. ver- $. durchgesetzt, wie sie erstmalig von faßt, ist. der Bahnradius durch r Gesetz ist Do 360° : &°. Dieses
schiedene Funktionen haben kann: Es B. Galitzin konstruiert worden sind em v)Ile B) gegeben (m Teilchenmas- von der Wellenlänge und der Polari-
kann als Verschiebungs-, Geschwin- (*Galitzin-Pendel). Der Vorteil klei- se, v Teilchengeschwindigkeit, e La- sation des Lichtes unabhängige V‘
digkeits- und Beschleunigungsmesser ner Pendelmasse (bis herunter zu dung, B Feldstärke). Man erkennt, fahren, das für das Auge und für
angeordnet werden. Bruchteilen von 1g) wird allerdings daß bei gleicher Teilchengeschwindig- bolometrische Messungenstreng gül
Das Wiechertsche astatische Hori- durch eine gewisse Komplikation in keit der Bahnradius mit der Masse tig ist, kann bei der photographischen
zontal-S. ist ein Horizontalseismome- der Theorie geschmälert.. wächst. Enthält also der von 4’ aus- Photometrie durch das Auftreten des
ter, dessen Hauptbestandteil ein auf Grenzfälle von S. nach oben und un- gehende Strahl Ionen verschiedener *Intermittenzeffektes zu fehlerhaften
einer Spitze balancierendes, im labi- tensind einerseits die Erschütterungs- Masse, so werden die Bahnen im m. Messungenführen.[21]
len Gleichgewicht befindliches »Ver- messer, die durch eine besonders ho- S. nach der Masse aufgespalten. Man Sektor, warmer, s. Idealzyklone.
tikalpendel«ist. In seiner Lage wird he, den Erschütterungen angepaßte kann demnach das m. $.zum Prisma
es durch eine aus Federn bestehende Eigenfrequenz charakterisiert sind, sekundär, etwas, was in zweiter Linie
Astasierungsvorrichtung gehalten, die andererseits S. mit hohen Eigenperio- der Lichtoptik in Analogie setzen. Aus kommt, im Gegensatz zu primär, in
es auch erlaubt, die Eigenperiode den (z. B.dasS. von Beniof). einfachen geometrischen Überlegun- erster Linie. Meist werden als s. Vor-
von einigen Sekunden bis zu 20 s zu Lır.: Gutenberg, Hdb. der Geophy- gen folgt weiter, daß Teilchen glei- gänge bezeichnet, welche als, Folge
variieren. Um die mit M = 1200 kg sik. Berlin 1929. - Sicberg, A.: Erdbeben- cher Masse, die’ unter verschiedenen anderer, primärer, auftreten, wie etwa
belastete Spitze zu schonen, wird sie Seismometrie, jener Teil der *Sei
kunde. Jena 1923. [6] (nicht zu stark voneinander, abwei- der Sekundärstrom eines Transfor-
durch eine cardanische Aufhängung mologie, der sich mit deren mess chenden) Richtungen von A’ ausge- mators, die Sekundärstrahlung einer
ersetzt. Die Pendelbewegung wird hen, nach Durchsetzen des m.S. wie- ‚primären Strahlung (s. z. B. Röntgen-
durch zwei Hebelwerke (zwei Kom- den Methoden befaßt. Zur S. gel der'in einem Punkt gesammelt wer- Strahlen, sekundäre, und Strahlung,
ponenten) auf die registrierenden also schen
neben der Theorie der seismi-
Instrumente die Auswertung
den (Richtungsfokussierung). Die Fo-
kussierungspunkte der einzelnen Mas- kosmische). [1]
Schreibspitzen übertragen; die Regi- von Seismogrammen sen liegen auf einer sog. Bildkurve Sekundärabbildung spielt eine Rolle
strierwalzen sind mit dem Trägerge- gleich der gefundenen und der Ver-
Ergebnisse mit Für den Abstand zweier Massen auf bei der Abbildung eines Nichtselbst-
rüst starr verbunden. Die Dämpfung den vonder Elastizitätstheorie errech- der Bildkurve ist die Massendisper- leuchters im *Mikroskop. Das kleine,
ist eine Luftdämpfung. sion des betreffenden m. S. maßge- in der Objektebene des Mikroskop-
Das Instrument dient zur Aufzeich- neten. bend. Die genaue Rechnung zeigt, objektivs liegende Objekt wird von
nung von Fernbeben, ist aber auch, Lır. Galitzin, B.: Vorlesungen über Seis-
daß die Fokussierung nur in erster einer in sehr großer Entfernung an-
bei verkleinerter Eigenperiode, für mometrie. Leipzig 1914. [6]
Seitenverhältnis A, bei rechteckigen Näherungstigmatisch ist und daß das ‚genommenen Lichtquelle beleuchtet.
Orts- und Nahbebenregistrierung ge- Tragflügeln das Verhältnis m.$. einen Öffnungsfehler besitzt. Es gibt dann Anlaß zu einem Beu-
eignet, Die Vergrößerung ist rund geltiefe t zur Spannweite b:von=Flü- tb; Außerdem wirkt sich auch die Tat- gungsspektrum Fraunhoferscher Art,
200fach. sache aus, daß das Feld am Randder das in der bildseitigen Brennebene des
Das Wiechertsche astasierte Vertikal- allgemein bei beliebigem Flügelum-
Polschuhe nicht momentan auf Null Mikroskopobjektives entsteht. Durch
S. ist ein Vertikalseismometer, des- riß das Verhältnis von Flügelgrund-
abfällt, sondern eine inhomogene die Lage der Beugungsbilder für je-
sen Hauptbestandteil eine an einer fläche F zum Quadrat der Spannwei den Objektpunkt und die Phasenbe-
nach unten ausgebogenen Hebelstan- te: A = F/b*. - Das S. ist wichtig für Randzone vorhandenist,
Das m. S. ist ein Grundelement der ziehungen zwischen den einzelnen
ge_ befestigte, um eine horizontale den induzierten *Widerstand. [11] *Massenspektrographen, Beugungsbildern ist auch das in der
Achse schwingende Pendelmasse (M Sektorfeld, magnetisches, nennt man Lrr. Ewald, H., und H. Hintenberger: Bildebeneentstehende»Bild« des Ob-
= 1300 kg)ist, die von einer hängen- ein von passend geformten Polschu- Methoden und Anwendungen der Mas- jektes als sekundäre Interferenzer-
den Spiralfeder derart gehalten wird, hen erzeugtes, weitgehend homoge- senspektroskopie. Weinheim 1953. [35] scheinung bestimmt. Dieses Bild ist
daß möglichste Astasierung erfolgt. nes Magnetfeld, in dem geladeneTeil- dem Objekt um so ähnlicher, je voll-
Dazu greift die Feder am nach unten chen Stücke von Kreisbogen (Sekto- Sektor, rotierender,ein Gerätzur ge- ständiger sämtliche am Objekt abge-
ausgebogenen Teil des Hebels so an, ren) durchlaufen (s. Abb.). Die von setzmäßigen Schwächung eines Licht- beugten Strahlenin der Bildebene zur
daß der Angriffspunkt unter die Ge- einem Punkt A’ ausgehenden Teil- stromes @®o. Es besteht aus einer Wirkung kommen. Werden durch
rade Drehpunkt-Schwerpunkt der henbahnen sind