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Ein Standard-Nachschlagewerk

der theoretischen und


angewandten Physik: Definitionen
dtv-Lexikon
und Erläuterungen von Begriffen,
Gesetzen und Vorgängen,ein
der Physik
umfassender Überblick über den
gegenwärtigen Stand der
Forschung undEntwicklung.
Rund 12000 Stichwörter mit
Literaturangaben,
1700 Zeichnungenund 200 Fotos.

DM 7.80

Deutscher
Taschenbuch
Band1iO
Verlag Vis-Z
r
Lizenzausgabe der völlig neubearbeiteten und erweiterten 3. Auf.
| Visionsradius heißt die direkte Ver-
Viskoelastizität
dem Zugversuch entspricht nr der
lage des »Lexikon der Physik« in 3 Bänden,hrsg. von H bindungslinie vom Auge zum beob- Troutonschen Viskosität (s. Viskosi-
Franke, Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co.,Stut achteten Objekt in der Astronomie. tät) und schließlich ist mit dem Kom-
5 pressionsversuch die Volumenvisko-
Viskoelastizität. Unter V. versteht sität zu verknüpft. Damit sind der
man sowohl das viskoelastische als Versuchstyp und auch die allgemeine
Das Verzeichnis der Mitarbeiter und Bemerkungen auch das elastoviskose Verhalten. Die Spannungs- bzw. Deformationsge-
zur Ben: erste Bezeichnungist für Festkörper, schwindigkeits-Bezeichnung festge-
des Lexikons sind in Band 1 zu finden en utzung digzweite für Flüssigkeiten gebräuch- legt, so daß sich eine weitere Indi-
ich. zierung erübrigt.
Der Tabellenanhang (Seite 221 ff.) wurde von Dipl.-Ing. Gerhard I. Theorie der Modelle. 1. Modell- Bei dem linear-elastischen Verhalten
Kirschstein für die Taschenbuchausgabe überarbeitetund neu- Elemente. Im Vordergrund der Be- wird das Hookesche Verhalten durch
schreibung steht die skalare Theorie, das energiespeichernde Element, die
die das lineare Verhalten umfaßt und Feder, symbolisiert (Abb. 2), "und
dabei eine Symbol- bzw. eine an- wenn man ebenfalls den Scherversuch
schauliche Modellsprache verwendet, zugrundelegt, wird dieses Verhalten
in der die Newtonsche Flüssigkeit durch die Beziehung
durch das Symbol des _dissipativen s=-Gy @
Elements, auch Dämpfer genannt wiedergegeben. Auch hier gilt sowohl
undallgemein mit der englischen Be- das Symbol als auch (2) für den
zeichnung »dash-pot« belegt, darge- Scher-, Zug- und Kompressionsver-
stellt wird (Abb.1). such, wobei den genannten Versuchs-
typen der SchubmodulG, der Elasti-
zitätsmodul E - damit geht (2)in das
rund schließ-

Abb. 1 Abb. 2 nr = In
Dem Symbol des linear-viskosen Ver- E=3G. ®
haltens zugeordnet ist die einfache Man sieht, daß die Modelle, obwohl
ion sie im Hinblick auf die geometrischen
Send, a Verhältnisse strenggenommen nurfür
wobei S die Spannung und j die De- den Fall der Dehnung gelten, im
formationsgeschwindigkeit bedeutet; übertragenen Sinne aber auch für die
sie gilt sowohl den Scher- als auch anderen Beanspruchungsarten ver-
für den Zug- und Kompressionsver- wendet werden.
such und ist für den Scherversuch 2. Zweielemente-Modelle. Diese be-
tisch mit der Newtonschen Defi- schriebenen Modell-Elemente, auch
ion der Viskosi ;o daß man in Einelement-Modelle genannt, kann
diesem Fall auch 7 mit dem Index N man nun entweder hintereinander
versehen und damit zum Ausdruck oder parallel schalten. Die Reihen-
bringen kann, daß x die ische schaltung bedeutet, daß bei der Sp:
bzw. Newtonsche Viskosität ist. Bei nung S = Sı = Ss sich die zugehöi
Zusammenhang der Moduln
Gesuchter dargestellt durch die Moduln
Juni 1971 Modul E,u G,u K,un E,G E,K G,K
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Poissonzahl a &_| (IZEBK_1-2GBK
München m x "
Elastizitäts- E 2G (14) 3K (1-24)
26
E
2
E
2+2GBK
1+G6BK
1969 Franckh’sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart) modul E 770°
Umschlaggestaltung: Celestino Piatti Schubmodul E 6 G _E G
Gesamtherstellung: C. H. Beck’sche Buchdruckerei, 6 Fat) 3-EBK
Kompression- E 2G(i+w) 6 K K
modul X 30-2,30-2) 3@G/E-D
Volker
Bahnsira 38 td.84 5
2054 Gees acht
Viskoelastizität Viskoelastizität
gen Teildeformationen addieren,also weisen Flüssigkeitscharakter auf, sind ‚genden Schema: rheologischen Verhalten einer gro-
Y = yı + ya ist, so daß unter Berück- äquivalent und werden als Jeilrey- Sı $: Ss Ben Stoffklasse entspricht.
Sichtigung von (1) und (2) daraus die Letherisch-Flüssigkeit bezeichnet. In tert 5. N-Elemente-Modelle. Jedes N-
theologische Zustandsgleichung der den Abb. 5 und 6 sind die äquivalen- Elemente-Modell, bestehend aus
Maxwell-Flüssigkeit ten, kanonischen FormenI undII der
beiden Modelle dargestellt, wobei die s,s.
5,8-% + (1 Ge); (@n—1)- oder 2 n-Modell-Elemen-
ten, ist entweder auf eine Parallel-
Senö-S
PT (a den äquivalenten Darstellungen zu-
a schaltung von Maxwell-Elementen
geordneten rheologischen Zustands-
folgt, wobei die Zeitkonstante n’/G’ gleichungen durch die Relationen
= 1’ mit Relaxationszeit bezeichnet
Stes-@e [rt (et );]
ay
und einer Feder G=_ sowie einem
Dämpfer ne oder auf eine Reihen-
schaltung von Kelvin-Voigt-Elemen-
S+rS-em+m) ten und einer Feder G« sowie einem
wird.
1 Dabei bedeutet G’o den Endmodul Dämpfer 7« zurückzuführen (Aqui-
Die Abb. 3 veranschaulicht den ge-
B+
(Ultimatemodul). valente Darstellungen I und IT). Bild
schilderten Sachverhalt. Gm Entsprechend gelangt man zu der 9 gibt anschaulich die Modelle der
(10° bedeutet die Anfangsviskosität) rheologischen Zustandsgleichung der vier Typen viskoelastischer Körper
6 und äquivalenten Darstellung (Abb. 8) einschließlich ihrer äquivalenten bzw.
auf dem folgenden Wege: kanonischen Darstellungen wieder
9-6 s+(2+75)5-n. 64:@ venta sehehr
“Gy-Gytnde
. und läßt weiter erkennen, daß man
durch n-Modell-Elemente immer
(9» ist, die Endviskosität) gegeben G Ss+ne zwei verschiedene Körpertypen sym-
7 _ \ sind. Die Äquivalenz folgt aus den (+ 6,) Q,S=-@ytnsz bolisch wiedergeben kann. Die vier
Abb. 3 Abb. 4 Beziehungen Darstellungsarten bezeichnet man als
70+)
+1 _5- RAR: kanonische Darstellungen. Ist die An-
Schaltet man die beiden Elemente Neun tn; Staraarctttm zahl der Dämpfer um eins größer
parallel, so führen Feder und Dämp- ” (a2) als die der Federn, so stellt das Mo-
fer bei Beanspruchungdie gleiche De- 9 - hier ist Go der Anfangsmodul(Ini- dell I:-Ils eine Flüssigkeit dar. Ist
or),
formation aus, also y = yı = ys, und tialmodul) -, wobei die Aquivalenz umgekehrt die Anzahl der Federn
die zugehörigen Teilspannungen ad- nt? der beiden theologischen Zustands- um eins größer als die der Dämpfer,
dieren sich $ = Sı + Ss, so daß unter gleichungen (11) und (12) durch die so erhält man die kanonische Darste]
Berücksichtigung von (1) und (2) dar- Beziehungen (13) gegebenist lung Is-Ils, und dieses Modell gibt
aus eye m die rheologischen Eigenschaften eines
S-Gytna-C0+D) © ‚(.)’
"lorc)r u
G<GrG
Festkörpertyps wieder. Bei gleicher
folgt. Dieses skizzierte Dreielemente-Mo- Anzahl der Federn und Dämpfer
Die rheologische Zustandsgleichung dell dient erster Näherung zur Be- 1 1 G hängt es, wie die Abb. 9 zeigt, von
(6) und die dazugehörige Abb.4 stel schreibung des Verhaltens von Sus- rc 18 der Schaltung ab, ob das Modell die
len den Kelvin-Voigt-Körper d: pensionen, z.B. elastische Kugeln, Eigenschaft einer Flüssigkeit I-IL
wobei die Zeitkonstante n/G = die verknäuelte Fadenmoleküle in einer 4. Vierelemente-Modelle. Bei dem oder die eines Festkörpers L-Il, auf-
‚Retardationszeit genannt wird. Dieses Newtonschen Flüssigkeit. Aufbau der Vierelemente-Modelle weist.
kann man den bisherigen Weg fort- Die erläuterten Modelle mit den zu-
a» gehörigen rheologischen Zustands-
Modell weist im Endzustand Fest- setzen, nur ist darauf zu achten, daß
körpereigenschaften auf. sowohl zwei Federn als auch zwei gleichungenlassen das Aufbauschema
3. Dreielemente-Modelle. Der ge- Dämpfungsglieder als Modell-Ele- erkennen, das mit Hilfe von Difle-
schilderte Weg führt nun zu Dreiele-
mente-Modellen. Wenn man zum mente enthalten sein müssen; andern- rentialoperatoren die rheologischen
Maxwell-Modell (2 Elemente) den % falls kann das Vierelemente-Modell Zustandsgleichungen für jedes Modell
Dämpfer parallel schaltet, so gewinnt auf das Dreielemente-Modell zurück- unmittelbar anzugeben gestattet. Hier
Abb. 7 Abb. 8 geführt werden. Entweder werden sei noch auf D.R. Bland hingewi
man den sogenannten Jeffrey-Köı zwei Kelvin-Voigt-Modelle hinterein- sen, der davon ausgeht, daß die mi-
per; schaltet man ein Kelvin-Voigt- Man kann auch zu einem Dreiele- ander geschaltet, oder ein Maxwell- kroskopische Struktur eines lincaren
Modell und dasselbe Element (Dämp- mente-Modell dadurch gelangen, daß Modell wird mit einer Feder und viskoelastischen Stoffes einem Netz-
fer) hintereinander, so führt das zum man zum Maxwell-Modell das Fe- einem Dämpfer parallel geschaltet. werk von linearen Modellelementen
Letherisch-Körper. Beide Körper derelementparallel schaltet (s. Abb. Das führt zu den äquivalenten Mo- mechanisch äquivalent ist und die
7), und zu einer äquivalenten Dar- delldarstellungen des Festkörpertyps. Mechanik dieses mikroskopischen
stellung kommen, wenn man eine Fe- Man kann aber auch das Kelvi Netzwerkes mathematisch beschreibt.
, e 6 n6r derin Reihe mit einem Kelvin-Voigt- Voigt-Modell mit Feder und Dämp- Noch weiter gehende Vorstellungen
% Pe Modell schaltet. Das Ergebnis ist das fer in Reihe oder zwei Maxwell-Mo- entwickelt Yamamoto.
sog. Pointing-Thomson-Modell (s. delle parallel schalten. Das ergibt die Bishersind als Modell-Elemente die
In
Abb. 8), das einen Festkörper reprä- beiden äquivalenten symbolischen Feder als Speicherelement und der
sentiert. Die zum Modell der Abb. 7 Darstellungen des sog. Trouton-Ran- Dämpfer als dissipatives Element,
zugehörige rheologische Zustands- ine- oder auch nach Burgers be- das die Newtonsche Flüssigkeit kenn-
Abb. 5 Abb. 6 gleichung gewinnt man nach dem fol- nannten Flüssigkeitstyps, der dem zeichnet, verwendet worden. Im Ab-
6 7
Viskoelastizität Viskoelastizität
fig wird die Analogie 3 verw das die trockene Reibung symbolisiert
die uns zeigt, daß die mechanische und für das idealplastische Verhalten
Reihenschaltung in die elektrische nach St. Venant, welches durch eine
Parallelschaltung übergeht, wobei der einzige Konstante,die sog. Fließgren-
Modul G der reziproken Kapazität ze, Fließgrenzspannung, auch yield
1/C und die Newtonsche Viskosität value genannt, charakteristisch ist. Im
7 dem Ohmschen Widerstand R ent- Bild 13 ist dieses Symbol wiedergege-
spricht. Dadurch erhält man einefor- ben. Für $<# tritt keine Deforma-
male Äquivalenz der hier skizzierten tion auf, während für S 2 # jede
Theorie der linearen Viskoelastizität formationsgeschwindigkeit auftret«
mit der Theorie linearer elektrischer kann.
Netzwerke.
7. Modell-Elemente der_nicht-linea-
ren Theorie. Auch zur Beschreibung Y Y
des nichtlinearen Verhaltens kann een „Een La
man sich der Symbol- bzw. einer an-
= - schaulichen Modellsprache bedienen
= und der nicht-Newtonschen viskosen
l L.. 1 Flüssigkeit das folgende Symbol zu- Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13
‚ordnen(s. Abb. 11). Entsprechend(1) 8. Zwei-Elemente-Modelle der nicht-
beschreibt die Relation linearen Theorie. Es ist naheliegend,
s-/W)-n@W a4) mit diesen Elementen Zwei-Elemen-
das nicht-lineare viskose Verhalten, te-Modelle aufzubauen, z. B. da-
’ r T wobei 5 und y dieselbe Bedeutung wie durch,daß ein Hookeschesundein St.
92 Aa; A in (1) haben, nur mit dem Unter- Venant-Element hintereinander ge-
schied, daß 7 (#) eine Funktion der schaltet werden. Dieses einfache Mo-
Abb. 9 Deformationsgeschwindigkeit ist und dell gibt das elastisch-plastische Ver-
schnitt: Fließkurvenreichtallein das Modellen werden zur Veranschau- einmit wachsendem $ abnehmendes halten des Prandı-Reuß-Körpers
dissipativ e Element in Verbindung lichung des rheologischen Verhaltens n(}) ein mit Strukturviskosität be- wieder (s. Abb. 14). Bei $ < # beob-
mit Zeiteffekt en aus (s. Struktur- elektrische Modelle verwendet, die zeichnetes Verhalten Jasstellt sowie achtet man ein linear-elastisches und
schema), umeine Vielfalt von rheo- sich aus den allgemein bekannten ein mit, wachsendem 5 zunehmendes für $ 28 ein ideal-plastisches Ver-
logischen Eigenschaften zu deuten en der elektromechanischen n()) ein Verhalten wiedergibt, das halten.
und zu beschreiben. Faßt man nun Analogien ergeben, wie sie auch in den Namen Dilatanz trägt. Im $tich-
das Speicherelement als 3. Koordi- der wort Fließkurven entspricht das dem
nate im Fließkurven- bzw. Struktur- stelltfolgenden
sind:
Tabelle zusammenge- Bild 2 und dem Bild 3. Die Funktion
schemaauf, so erhält man ein Raum- n.() kann auch die Gestalt einer Hy-
schema, das anschaulich das gemein- Mechanische Elektrische steresiskurve annehmen. Dieses Ver-
same Auftreten von Strukturv halten wird - wenn der Flächeninhalt
sität und Elastoviskosität sowieisko- Grundgrößen
von $ = Spannung
Grundgrößen
Spannung der Hysteresisschleife mit zunehmen-
Thixotropie und elastoviskosem Ver- 7 = Deformation Stromstärke der Anderungsgeschwindigkeit von y Abb. 14 Abb. 15
halten unmittelb ar zeigt, wobei nun- größer wird - auch mit Thixotropie Man kann aberauch ein Newtonsches
mehr als Modell-Elemente neben der Analogie l S=ai yjebu bezeichnet. Eine eingehendere Dar- Element undein St. Venant-Element
Feder ein strukturviskoser Dämpfer Analoge2 S=al y- bu stellung s. Fließkurven.
in Erscheinung tritt. Das Boltzmann- Analoges Smau Feb Ganz analog kann man das nicht- parallel schalten,s. Bild 15, und sym-
sche Superpositionsprinzip ist dabei Analogie4 S=au yabı lineare elastische bzw. nicht-Hooke- bolisiert damit den idealen Bingham-
in Frage gestellt. Bild 10 zeigt als Beispiel das Max- sche Verhalten durch eine nicht- Körper, der charakteristisch für das
6. Elektrische Analogien. Neben den well-Mode ll und die vier zugeordne- Hookesche Feder symbolisieren (s. viskoplastische Verhalten ist. Hierbei
gilt
hier diskutierten Feder-Dämpfer- ten elektrischen Modelle. Abb. 12) und anstelle (2) die Funk-
tion 0 für s<#
s-IW)- WW as) I. (Fa-amszs. ao
einführen, wobei der Schubmodul G
von (2) nunmehrin den von der De- 9. Drei-Elemente-Modelle der nicht-
formation abhängigen Schubmodul linearen Theorie. Der nächste Schritt
G (y) übergeht. ist nunmehr die Zusammenschaltung
Marweil ‚Elektrische Modele Neben diesen beiden modifizierten der beiden linearen Modell-Elemente
Modell 0: 3 * Modell-Elementender linearen Theo- mit dem nicht-linearen St. Venant-
Abb. 10 rie tritt in der nicht-linearen Theorie Element zu dem allgemeinen Bing-
noch ein drittes Modell-Element auf, 'hamschen Modell, s. Bild 16, das zur
8
9
Viskoelastizität Viskoelastizität
Beschreibung des visko-elastisch-1 Namen Kriechkomplianz trägt und hat. Die bisher übliche Darstellungist die als komplexer Modul bezeichnet
stischen Verhaltens geeignet ist. Die- für Komplianz auch der Ausdruck also nicht erschöpfend (Abb.17). werden.
Nachgiebigkeit in Gebrauch ist. Die Auch aufallgemeinere Beanspruchun- Die übliche Zerlegung dieser Funk-
Grundfunktion ist folgendermaßen gen soll nicht eingegangen, vielmehr tionen führt zu den weiteren Relatio-
aufgebaut: auf die Literatur verwiesen werden. nen:

=
70 = Wo + Pot +JaP Ol, Io) = I) - II" @) =
as) =13(to)let@; (26)
wobei Jo = 1/Go die Anfangskompli- u. dabeiist 3’ (©) die Speicherkomplianz
anz, Jo die Gleichgewichtskomplianz (im englischen Sprachgebiet »storage
undyp () compliance« genannt, wird auch mit
Abb. 16 »dynamischer Nachgiebigkeit« be-

ir
sem allgemeinen Binghamschen Mo-
N zeichnet; es hat sich jedoch nichtall-
dell zugeordnet sind die einfachen Re-
lationen
votre)
1 gemein eingebürgert, für »compli-
ance« das Wort Nachgiebigkeit zu set-
vi zen); I”(w) die Verlustkomplianz,

=
Sa
Gfürs<a die Retardationsfunktionist.
2. Stoßartige Beanspruchung: Relaxa-
!3G@o)| die absolute dynamische
Komplianz.
Ss-# 8 an tionsversuch. Hier wird die Deh- Entsprechend führt die Zerlegung des
+Gfüsz®. nungsgeschichte bzw. der Deforma- komplexen Moduls zu den Beziehun-
tionsverlauf vorgegeben und im vor- gen
‚Aufdiesem Wege kann man fortfah- liegenden Fall so idealisiert, daß zur 5 (io) = 6(w) +16” (0) =
ren und,wie mit den linearen Elemen- Zeit t = 0 die Gesamtdehnungaufge-
Id -|6G@o)le“w; (m)
tenallein unter EinbezichungdesSt. prägt und konstant gehalten wire
hier bedeuten 6’ (w) den Speichermo-
Venant-Elements als auch der ande- verlauf gegeben durch
dann ist der zugehörige Spannungs-
ren nichtlinearen Elemente, weitere dul, 6”(@) den Verlustmodul,
Abb. 17. Die zeitabhängigen Grundfunk- | 6 (i@) | den absoluten dynamischen
komplizierte Modellkörper aufbauen. sQ=9GW, 0) onen der vier verschiedenen Körper- Modul.
Allerdings wird die Theorie dieser wobei G’(t) bei Normierung des typennach S. Kästner
Modellkörper infolge der Ungültig- Spannungsverlaufs (»=1, 1= 0) Schließlich sei noch darauf hingewie.
keit des Boltzmannschen Superposi- 3. Periodische Beanspruchung. Bei sen, daß A (m) der mechanische Ver-
tionsprinzips sehr schwierig und un- zum sog. Relaxationsmodul wird. Die der periodischen Beanspruchung wird lustwinkel ist und tan A (w) auch als
durchsichtig. Grundfunktion G’(1) lautet. bevorzugteine sinusförmige Dehnung Dämpfungbezeichnet wird.
IL. Das rheologische Verhalten der vorgegeben undder zugehörige Span-
Modellkörper. Von den abgeleiteten OT+ Gtdl,a) nungsverlauf beobachtet. Dabei sind Auf diesem Weg gewinnt man durch
theologischen Zustandsgleichungen i. allg. die beiden periodischen Vor- Einführung
schwindigkeit
der Deformationsge-
anstelle der Deforma-
der Modellkörper ausgehend, kann die genauso aufgebaut ist wie die gänge nicht phasengleich, wobei für tion den Ausdruck
man unter Berücksichtigung der Grundfunktion 7 (), wobei ö (1) die das N-Elemente-Modell, d. h. für li-
Randbedingungen durch Integration Diracsche Deltafunktion und ®(n near viskoelastische Körper die Pha- FO im yore (28)
zu dem Deformationszeitverlauf bzw. die Relaxationsfunktion bedeutet, die sendifferenz einen konstanten Wert und darausweitere Moduli, wie z. B.
Spannungszeitverlaufgelangen. bei dem N-Elemente-Modell wieder- und damit der Spannungs-Dehnungs-
Die Angaben für jedes einzelne Mo- um gegebenist durch Verlauf eine elliptische Gestalt an-
dell werden nicht gebracht; vielmehr v nimmt.Der Flächeninhalt der entste- Sony” 7a 5to),
wird das entsprechende "Verhalten 'henden Kurven, im speziellen Fall der @)
der N-Elemente-Modelle kurz erläu- = Da :ern. 2) Ellipse, ist dabei ein Maßfür die dis-
sipierte Energie.
tert.
1. Statische Beanspruchung: Kriech- bat der auch als komplexe Viskosität be-
Stellt man Spannung und Deforma- zeichnet wird und dessen Zerlegung
versuch. Vorgegeben sei der Span- Die ersten beiden Anteile der hier tion in der üblichen komplexen Form in Real- und Imaginärteil u. a. zu der
nungszeityerlauf, auch Spannungsge- diskutierten zeitabhängigen Grund- dar, so ist Beziehung
schichte S (i) genannt, in Form einer funktionen können physikalisch auch S=Soel* und y=yo-e* (23) 1
Sprungfunktion, d. h., eine Span- als Grenzwerte von Relaxationster- ”wW-,5w
nung So wird zum Zeitpunkt t = 0 men mit der Relaxationszeit x’ = 0 und damit erhält man die normierten 5 (0) = 05’ (0)
plötzlich aufgeprägt und dann kon- bzw. 2’ = © aufgefaßt werden. Funktionen 0)
stant gehalten. Der zugeordnete De- Daßes sich um Idealisierungen han-
formationsverlauf, die Kriechkurve, delt, ersicht man am besten daraus, D_» @
So -ZU-2, jobei 5’ (w) die dynamische
ist dann durch y (#) = oJ (1) gegeben, daß jeder praktische Relaxationsver- itä ist.
wobei /(t) als die zeitabhängige such mit einer endlichen Deforma- Zwischen diesen komplexen Grund-
die als komplexe Komplianz, sowie
Grundfunktion bei dieser sprungför- tionsgeschwindigkeit gefahren wird, funktionen und den Grundfunktionen
migen Erregung bzw. Spannungsauf- so daß der eigentliche Relaxations-
Prägung bezeichnet wird, die auch den vorgang bereits eine Vorgeschichte 1505
(0) und G’(t) bestehendie folgenden
on Beziehungen:
10 1
Viskoelastizität Viskoelastizität
Charakterisierung der mechanischen mit Weiter gehören dazu der Entspan-
3to) =i10[3 Yet .dr Relaxations- bzw. Retardationseigen- 1 0@ nungsversuch bzw. der Relaxatioı
ö schaften dar. Jede der vier Grund- Img «0 versuch, wobei die Probe zur Zeit
= to einer Verformungunterworfen,
funktionenund jedes der verallgemei- anschließend konstant gehalten wird
nerten Spektren kennzeichnetdie me- und daraus folgt
Sto)-ia|G (Werd hanischen Relaxations- bzw. Retar- 1-yQ-LU@). @D und man das zeitliche Abklingen der
s en dationseigenschaften hinsichtlich der Die Wertepaare I,, z, gehen hier in Spannung, die sogenannte Relaxation,
Beanspruchungsarten und auch der die Verteilungsfunktion der Retarda- messend verfolgt.
Sto)=- [Were .d thermischen Bedingungen.S. Kästner tionszeiten I (A) über, die den Namen In der Praxis sieht der Kurvenver-
gibt ein Schema der Zusammenhänge kontinuierliches Retardationsspek- lauf etwas anders aus, weil die Ver-
0
zwischen Grundfunktionen und Spek- formung
rum trägt. G’ (A) sowie J (A) können werden kann,nicht plötzlich aufgebracht
sondern ein Span-
tren sowie eine graphische Darstel- mittels einer inversen Laplace-Trans- nungsaufbau vorhergeht,
Eto)=--or[IWere.dt. lung der zeitabhängigen Grundfunk- formation aus den Funktionen © (t) Deformation mit der Zeit indem die
proportio-
0 tionen. und » (f) berechnet werden. Ferner nal zunimmt bzw. die Deformations-
Daes sich um Laplace-Integrale han- Von den kurz geschilderten diskreten sind von B. Großu. a. Integralbezi geschwindigkeit konstant bleibt. Die
delt, ist es mit Hilfe der Laglace- Spektren kommtman zu Körpern mit hungen angegeben, welche die Retar-
Transformation möglich, aus den kontinuierlichen Spektren, wenn man dationsspektren aus den Relaxations- Formeln des Abschnitts II, 1 und II,
komplexen Funktionen die Grund- in den Grundfunktionen die Summen- spektren und umgekehrt zu berech- 2auch sind entsprechend zu ergänzen (.
W. Hofimann).
funktionen J (t) und G (t) abzuleiten. zeichen durch Integrale, d.h. N +, nen gestatten (s. Abb. 18). Es sei auf
Man erhält, z. B. für das N-Elemen- und die Relaxations- bzw. Retarda- die diesbezügliche Literatur verwic- Der Rückfederungsversuch ist als eine
tionskonstanten durch ihre reziproken sen. Erweiterung des Zeitstandversuchs

cm
te-Modell, für die Speicherkomplianz Werte ersetzt, d. h. aus
den Ausdruck
I N = Iiteme-Infgrafihung

fe
Ya-ıt Yiraar GM -3 89)
v1
2) wird das Stieltjes-Integral
sowie für den Speichermoduldie Re-
lation “on Tao Der 9 Be
SwW-Cs +)
G
7a 62
mit der Normierungsbedingung
1+
WW -[aoa. iz
Entsprechende Beziehungen ergeben Aamplere Flia) 2 Büo)er
sich, für Verlustkomplianz, Verlust- Verwendet man dis normierte Funk- ad
modul usw. tion Ei Si)
Auf die hier gegebene Erweiterung 1 .dG’ (2)
des erörterten Operatorschemas soll
verzichtet werden, dasie für die An-
Cu m Abb. 18. Schemader skalaren Theorie der Viskoelastizi tät
wendung der Methode in der Praxis so kann man die Relaxationsfunktion III. Meßmethoden. Zur Untersuchung aufzufassen. Hier wird während der
keine Vorteile bringt, vielmehr In- u ein Laplace-Integral wiederge- des viskoelastischen Verhaltens sind Zeit die zu untersuchende Probe einer
en zahlreiche Meßmethoden entwickelt Spannung unterworfen und zur Zeit
teresse im Rahmen der Theorie ver- worden. 1 = 11 die Spannung wieder aufgeho-
dient. 1. Methoden mit quasi-statischen Be- ben. Gemessen wird nach Aufhebung
4. Das Relaxations- und das Retarda- 20-[EWera-tc a. der Spannung das zeitliche Zurück-
tionsspektrum. Die Gesamtheit der ° 68) anspruchungsformen. Zu diesen Be- gehen der Verformung bzw.die Dif-
den Relaxationsmoduldes N-Elemen- anspruchungsformen gehören - vgl. ferenz zweier Zeit-Dehn-Linien.
te-Modells charakterisierenden Wer- Die Wertpaare G»’, 1,’ des diskreten DIN 50119 - auch der Kriechversuch
tepaare (Gv’, ır’) wird als diskretes Spektrums gehen dabei in die Vertei- und der Zeitstandsversuch. Hierbei Schließlich sei noch erwähnt, daß auch
Relaxationsspektrum bezeichnet. lungsfunktion G’ (A) über, die als wird der zu untersuchenden Probe, der Spannungsverformungsversuch
Ganz analog ergeben die entsprechen- kontinuierliches Relaxationsspektrum zur Zeit £ = io, eine Spannung auf- bzw. die Aufnahme des Zugdeh-
den Wertepaare (J» , 1r) der Kricch- bezeichnetwird. geprägt, die anschließend konstant nungsdiagramms zudiesen Beanspru-
komplianz das diskrete Retardations- Ganz entsprechend ist der Übergang gehalten wird. Gemessen wird die hungsformen gehört. Derartige Be-
spektrum. Die Spektrenstellen, wenn vom diskreten zum kontinuierlichen zeitliche Anderung der Verformung, anspruchungsformen gibt es nicht nur
man die Konstanten hinzunimmt, sie Spektrum bei der Retardationsfunk- das sog. Kriechen, auch Retardation für Festkörper, sondern sie treten
also_verallgemeinert, eine von der tion durchzuführen. Hier erhält man genannt, siche Abschnitt II, 1. Im auch bei Flüssigkeiten auf; hier ver-
speziellen Erregungsform, d. h. eine Zeitstandversuch nach DIN 50118 wendet man Rotationsviskosimeter,
vonder sprungartigen oder sinusför- vO-jIAL- ed 39) wird die aufgenommene Kurve als um diese Beanspruchungsarten zu
migen Beanspruchung unabhängige 0
Zeit-Dehn-Linie bezeichnet. realisieren, indem man durch entspre-
13
12
Viskoelastizität
Viskoelastizität
chende konstruktive Gestaltung den darstellung graphisch auf, so erhält! we jablen zu ermitteln. So gibt Temperatur in °K (1/7). Diese Über-
Anlaufvorgang des Zylinders oder man bei einem linear-viskoelastischen ee Meihode an.0,1 den tragung erlaubt, aufgrund gewisser den
auch den Relaxationsverlauf beim Verhalten eine von einer geschlosse- Schubmodul im Bereichschwingu von bis formaler Analogien zwischen che-
Abschalten des Außen- oder Innen- nen Ellipse umrandete Fläche, die) 10 Hz und die Torsions ngs- Molekülbewegungen undeiner
zylinders des Viskosimeters aufzeich- man auch als Hysteresisschleife be- impfung in Abhängigkeit von der- rheniuss mischen Reaktion mit Hilfe der Ar-
‚net. Es werden also instationäre zeichnet. Der Flächeninhalt ist ein Temperatur mittels freier Torsions chen Gleichung die scheinbare
Schichtströmungen zur Analyse der Maß für den Energieverlust je Bean- schwing ungen zu messen. Bei derar- Aktivier ungsener gie, die zur Durch-
viskoelastischen Eigenschaften von spruchungszyklus des Prüflings. Das ligen Versuchen zeigt es sich,einem daß führung dermit dem Verlust maxi-
Flüssigkeiten benutzt(s. Literatur). Verhältnis des Flächeninhalts der Hy- lese Moduln häufig, z.B. invon der mum verknüpften molekularen Be- n.
2. Methoden mit dynamischen Bean- steresisschleife zur elastischen Ener- bestimmten Frequenzgebiet, Diese Die wegung notwendig ist, zu berechne
spruchungsformen. a) Dämpfung gie wird als Dämpfung bezeichnet (s. trequenz abhängig werden. Be- soll Angabe der Aktivierungsenergie
freier Schwingungen (DIN 1311, Blatt DIN 53513, Oktober 1962). Abhängigkeit faßt man unter dem stets den Hinweis auf das Fre-
2). Bei diesen Schwingungsversuchen Die Methoden der freien gedämpften arıfl Dispersion zusammen, und die quenz-Temperaturgebiet enthalten,
werden zur Bestimmung der Kenn- und der erzwungenen Schwingung Bereiche, in denen diese Abhängi g- für das sie berechnet wurde. m von
werte lange dünne Stäbe oder Strei- werden auch zur Untersuchung der keit auftritt, bezeichnet man als n- Dis- Die Moduln hängen außerdezu
fen, aber auch Massefedersysteme zu viskoelastischen Eigenschaften flüssi- persionsgebiet; es sind die Umgebu dem Zusatz an Weichmachernvon den der
Dehn-, Biege- oder Torsionsschwin- ger Substanzen herangezogen. Die en der Relaxations- und Retarda- hochpolymeren Stoffen sowie hung
gungen in einer ihrer Eigenfrequenzen Methode der freien gedämpften lonszeiten, derartige Abhängigkeiten Feuchtigkeit, von der Beimisc rt
angeregt. Nach dem Abschalten der Schwingung ist realisiert in einem Frequenz,von Füllstoften,‚von,derFüllsoße -
ireten nicht nur beiderderTemperat
erregenden Kraft wird das Abklingen bereits von H. von Helmholtz vorge- i ur und schli
der Eigenschwingungen beobachtet; schlagenen Viskosimetertyp. Die er- Beeauf. u r ie bzw. von der Ar der Vorbehand-
dabei wird der zeitliche Verlauf der zwungenen Schwingungen sind in ver- Es muß auch hier besonder s hervor- lung usw. ab.
abklingenden Schwingung durch die schiedenen Viskosimetertypen ver- gehoben ‘werden, daß nicht sich diese Be- 4. Allgeme ine meßtechnische Anfor-
Amplitude und Phase beschrieben. wirklicht worden, vorwiegend im Ro- ‘immungsmethoden nur auf derungen. Bei all diesen meßtechni-
Es werden die aufeinanderfolgenden tationszylinderviskosimetertyp, bei este Körper, sondern auch auf daß schen Aufgaben ist darauf zu achten,
Maximalamplituden gemessen oder dem der Außenzylinder zu Schwin- Flüssigkeiten beziehen und daß man der Meßwertaufnehmer, d. h. der-
registriert und daraus das logarith- gungen angeregt und die Amplitude mit einem Schwingungsviskosimeter Fühler einschließlich des Meßwertgsformen
mische Dekrement bestimmt, das de- und Phase des Innenzylinders aufge- benfalls die Relaxationszeite n von wandlers, z.B. die Strömun nicht beein-
finiert ist als der natürliche Logarith- zeichnet wird. Wlüssigkeiten, z.B. des Maxwell - des Viskosim etertyps
mus des Quotienten aus zwei im Ab- c) Wellenausbreitung in linear-elasti- Typs, bestimm en kann. Außt und damit auf das Stoffver hal-
stand einer Schwingungsdauer aufein- schen, isotropen festen Medien. Im Substanz en un- ten nicht rückwirk t. Diese grundle-
anderfolgenden Maximalamplituden ausgedehnten isotropen festen Me-
Bei hochpolymeren
terscheidet man Haupt- und Neben- gende einen meßtechnische Forderung ver-
des Schwingers (s. DIN 1311, Blatt 1, dium gibt es zwei Wellenarten, näm- s- jangt entsprechenden optische n
dispersionsbereiche. Die Hauptdi mit oder elektrischen Aufwand und hat
Entwurf Mai 1968, und Blatt 2, Juni lich die Longitudinal- und die Trans- Dersionsbereiche sind in der Regel alle Messungen, wie
1955). Vor allem Geräte, die auf der versalwellen. Diese Wellenarten las- Ten Bewegungen von Molckülhaupt- dazu geführt, smo-
Dämpfungfreier Torsionsschwingun- sen sich im Ultraschallbereich unter kettensegmenten verknüpft; diein Ne- Kraft, Schub, Druck, Torsion
gen beruhen, haben Eingang in die der Voraussetzung, daß die Wellen- bendispersionsbereiche gehen der ment usw. praktisch weglos zu gestal-
m für dynamis che Mes-
Praxis gefunden (s. DIN 53445, Blatt längen klein gegen die Abmessungen Regel auf Bewegungen kleiner Mole- ten, außerdeForderu ng einer hohen
1, November1965). der Körper sind, weitgehend verwirk- külteile, z. B. von Seitengruppen, Zu- sungen die
b) Dämpfung erzwungener Schwin- lichen. Hierbei tritt ein neuer Modul, rück. _ Eigenfrequenz der MeBeinrichtung
gungen. Regt man einen lincar ge- der sog. Longitudinalwellenmodul Z Entsprechende Zusammenhänge wie den einschlie ßlich der auf sie einwirken-
dämpften Schwinger mit veränderli- in Erscheinung. Zwischen der Aus- und mitbewegten Masse des zu
bei den Moduln gelten auch bei den untersu
cher Frequenz bei leichter Erreger- breitungsgeschwindigkeit cı der Lon- Komplianzen. chenden Stoffes zu stellen, um
amplitude an und bestimmt die Am- gitudinalwellen und diesem Modul Die Analyse des molekularen Verhal- einen günstigen Abstand zwischen
plitude der erzwungenen Schwingung besteht die einfache Beziehung cı = tens der Hochpolymeren bei dieser Eigenfrequenz Meßfrequenz zu
und
in Abhängigkeit von der Frequenz, YL/g, wobei die Dichte des festen Art der mechanischen Beanspruchun- erreichenhiebung und die Gefahr einer Pha-
so erhält man einen als Resonanz- Mediumsist. Durch die Messung der gen mit Hilfe der Dispersi onsgebiete senversc zwischen Meßwert
kurve bezeichneten Kurvenverlauf. Ausbreitungsgeschwindigkeit derarti- Bew. der Maxima der Tempera tur- und Meßwertanzeige zu vermeiden.
Das auftretende Maximum im Kur- ger Wellen werden die elastischen Kurven des Verlustmoduls usw. be- sungen Es haben sich daher für diese Mes-
venverlauf ergibt die Resonanzire- Kenngrößenfester Körperermittelt. zeichnet man auch als mechanische induktiveDehnung smeßstreifen sowie
quenz, die bei geringer Dämpfung 3. Die Abhängigkeit der Moduln von Spektrometrie. Richtige r wäre es, hier Elemente mit Tauchankern
näherungsweise mit der Eigenfre- der Beanspruchungszeit, der Fre- ‘von einer Rheospektrometrie zu spre- usw. eingeführt. .
quenz des Systems übereinstimmt. quenz, der Temperatur und weiteren chen. Man sicht, daß die Lage der Abschließend sei noch auf die durch
expe-
Aus der Resonanzfrequenz läßt sich Variablen. Die in den vorhergehen- Dispersionsbereiche nicht nur von Spriggs, Huppler und Bird aus
auf den komplexen Modul schließen, den Abschnitten beschriebenen Mc- der Temperaztur, sondern auch Von rimentel ler Sicht vorgeno mmene Wer-
während aus der Halbwertsbreite der thoden zur Bestimmung der Moduln der Frequen abhängt. . tung einer Reihe von Modellen fi
Resonanzkurve auf die Größe der und Kennfunktionen ermöglichen Um weitere Aussagen zu gewindeN> viskoclastische Flüssigkeiten hinge- “
Dämpfunggeschlossen werden kann. durch Erweiterung die Abhängigkeit verwend et man als Ordinate die loga- wiesen, T.. jr.: Mechanical Behayior
Zeichnet man Kraft und Deformation dieser Moduln von derZeit, der Fre- rithmisch geteilte Frequenzachse und Lrr. Alfrey, New York 1948. -
gleichzeitig in einer Zweikoordinaten- quenz, der Temperatur sowie weite- als Abszisse die reziproke absolute of High Polymers.
15
14
Viskosimeter Viskosimetrie
Leaderman, H.: Elastic and Creep Pro-
perties of Filamentous Material. Wash- ter Anbringung der Hagenbachsches Mißt man die Verschiebungsgeschwin- Plattenabstand, R den effektiven Ra-
digkeit w der Platte und bezeichnet dius der Platte und 2 die relative
ington 1943. - Gross, B.: Mathematical Korrektur (s. Rohrreibung) berech- mit A die von der Flüssigkeit bedeck- Winkelgeschwindigkeit der Platte be-
nen. Das bekannte V. von Engler er
Structure of the Theories of Viscoelasti-
city. Paris 1953. - Staverman, A. J., und te Fläche, und sei schließlich p die deuten.
F. Schwarzl: Linear Deformation Behavi-laubt nur Vergleichsmessungen. [11] zum Verschieben der Platte notwen- ‚Auch hier ist der effektive Radius R
our of High Polymers in: Die Physik Viskosimetrie. Führt man die einfa dige Kraft, so gilt zur Ermittlung der größer als der geometrische Radius,
der Hochpolymeren, herausgegeben von che rheologische Zustandsgleichu Viskosität die Beziehung und das ist eine Folge der Randst
H.A. Stuart, 4. Bd. Berlin-Göttingen- die als Stokessche Relation rung des Geschwindigkeitsfeldes, wo-
Heidelberg 1956. Leaderman, H., Kap-
-pl+tn(Ws+tnwV) ( 7: d
o bei die Radiendiflerenz die Randkor-
1, Tobolsky, A. V., Kap. 2, Ferry, J. D.,
rekturist.
Kap. 11, in Rheology, Bd.2, herausgege-
ben von F.R. Eirich. New York 1958. bekannt ist und die zum Ausdru b) Schergeschwindigkeit von der rheo-
Kästner, S.: Kolloid-Z. 156, 142 (1958); bringt, daß sich die Spannungen aus] Zu diesem Strömungsformentyp ge-
logischen Zustandsgleichung abhäi
157, 133 und 144 (1958). B.: In- einem isotropen Druck und aus eine hört auch die Torsionsströmung der
gig. Hervorzuheben ist hier die st
troduction & l’&tude de
zis 1960. — Bergen, J.
Rheologie. Pa- ‚Anteil
y. mentanen zusammensetzen, der der mo- zu prüfenden Flüssigkeit zwischen
tionäre Couette-Strömung, wie sie in
Deformationsgeschwindig-
New York and London 1960. - Bland, D. keit proportional ist, in die Gleich-
‚einem flachen Kegel und einer ebenen
kreisförmigen Platte, die mit einer den weit verbreiteten Rotationszylin-
derviskosimetern realisiert ist, wobei
. Phys. Soc. gewichtsbedingung im Sinne vo:
R.: The Theory of Linear Viscoelasticity konstanten Winkelgeschwindigkeit
das Geschwindigkeitsfeld der Scheı
Japan, 11,4, 413 (1956); 12, 10, 1148 (1957); d’Alembert ein, so gelangt man zu
(1960). - Yamamoto, M. rotiert bzw. gedreht wird. Das kon-
14, 3, 313 (1959). - Carson, J. R.: Electric den bekannten Navier-Stokesschen
stante Schergeschwindigkeitsfeld ist strömung der zu prüfenden Flüssi
Circuit Theory and Operational Calculus. Differentialgleichungen in diesem Fall durch D bzw. q = Qi@ keit zwischen zwei mit konstanter
‚gegeben, wobei @ der Winkel des ro- Winkelgeschwindigkeit rotierenden
New York 1926. - Holzmüller, W., und K.
Du tationssymmetrischen keil igen koaxialen Zylindern zur Messung der
e Dı t- gradp + Am + Viskosität herangezogen wird. Das
Altenburg: Physik der Kunststoffe. Ber-
in 1961, insb. Beitrag S. Kästner. - Wolf, Meßspaltes ist. Der darauf beruhende
K. A.: Struktur und physikalisches Ve + mgraddivw, (2) und weit verbreitete Viskosimetertyp hier vorliegende Geschwindigkeitsfeld
halten der Kunststoffe, 1. Bd. Berlin-Göt- e ıbt die Ermittlung der Viskosität hängt nicht nur von den Randbedin-
tingen-Heidelberg, 1962, . Abschnitt wobei das Glied aufder linken Seite n aus den geometrischen Abmessun- gungen, sondern auch von der rheo-
G. W. Becker und E. Schreuer. - Wilkis die substantielle Ableitung von w be- gen und aus den Meßgrößen nach logischen Zustandsgleichung ab. Für
son, W.L.: Non-Newtonian Fluids. Per-
gamon Press 1960. - Philippoff, W., und deutet, k die Kraftdichte, 7, die Vo- die elementare rheologische Zustands-
J. Brodnyan: J. Appl. Phys. 26, 846 lumenviskosität, wobei für einatomige der Formel
gleichung der Newtonschen Flüssig-
(i955). Koppelmann, Kolloid-Z. 144, Gase np = !/ann gilt, und 7n die be- .aue_
n=-g@Rm o keiten gilt zur Ermittlung der Visko-
12 (1955); Rheol. Ac 1, 20 (1958) kannte dynamische Viskosität, auch sität folgende einfache Beziehung:
Newtonsche Viskosität genannt, dar- Rz
“[1-(2)]
Nederlandse Rheologische Vereniging,
Proposals on Rheological Nomenclature stellt. wobei M das Drehmoment, R den ef-
and Definitions. Delft and Heerlen 1956.
Zur Bestimmung der Viskosität von fektiven Radius der Scheibe und n
— Leaderman, H.: Proposed Nomencla-
Flüssigkeiten werden nun die St die Drehzahl bedeuten. "= gaDLRE 8
ture for Linear Viscoelastic Behavior.
mungsformen verwendet, die dadurch Dereffektive Radius R ist etwas grö-
Trans. Soc. Rheol. 1, 213-222 (1957). -
gekennzeichnetsind, daß die konvek- Ber als der geometrische Radius und dabei ist M wieder das Drehmoment,
Kuhn, W., und O. Künzle: Helv. Chim.
tiven Beschleunigungs- bzw. Träg- ist eine Folge der Randstörung des Rı der Außenradius des Innenzylin®
Act. 30, 839 (1947). - Nielsen, L.
ASTM Bulletin No. 165, 48 (1950) heitsglieder, welche die Nicht-Lineari- Geschwindigkeitsfeldes. Die Radien- ders, Ra der Innenradius des Außen-
Schmieder, K., und K. Wolf: Kolloid-; tät der Nayier-Stokesschen Gleichung differenz wird als Randkorrektur be- zylinders, 2 die Winkelgeschwindi
127, 65 (1952); 134, 149 (1953). - Becker,
bedingen, überall identisch verschwin- zeichnet. keit und L die Länge bzw. Eintauch-
G. W., J. Meißner, H. Oberst und H.
den. Zu diesen Testströmungen ge- 2. Das inhomogene Schergeschwin- tiefe des Zylinders in der zu prüfen-
Thurn: Elastische und viskose Eigen-
hören: digkeitsfeld. a) Schergeschwindigkeit den Flüssigkeit.
schaften von Werkstoffen - Grundlagen
1. Schichtströmung. 1. Das homo- durch die Geometrie des Systems jest Die auch hier infolge der Randstö-
und Begriffe. Berlin 1964. Meskat, W.
gene Schergeschwindigkeitsfeld. Als vorgegeben. Hier ist die Torsionsströ- rung, des Geschwindigkeltsfeldes au
Viskosimetrie, in Messen und Regeln
der chemischen Technik. Hrsg. v. J. Beispiel sei die Scherströmung zwi- mung der zu prüfenden Flüssigkeit zubringende Korrektur ist im vorl
Hengstenberg, B. Sturm und O. Winkler. schen zwei ebenen parallelen Platten, zwischen zwei ebenen, parallelen, genden Fall ebenfalls durch eine Zu-
2. Aufl. Berlin-Göttingen-Heidelberg 1963.
die man auch als ebene Couette-Strö- kreisförmigen Platten mit dem Ab- satzlänge zur Eintauchtiefe des Zy-
- Overberg, R. J., und H. Leaderman: J.
mung, bezeichnet, erwähnt und der stand d zu erwähnen, bei der die linders gegeben, so daß die Relation
Research of the Nat. Bur. of Stand.-C,
Vol. 65 C, No. 1, 9 (1961). - Hoffmann, darauf beruhende Platten-Viskosi- Schergeschwindigkeit linear mit dem (8) in den Ausdruck (9) übergeht.
Abstand r vom Mittelpunkt ansteigt,
'W.: Rheol. Acta 1, 4/6, 549-560 (1961);
3, 1, 8-18 (1963); 7, 2, 101-107 (1968). -
Spriggs, Th. W., J. D. Huppler and R. B.
Bird in: Tr. Soc. Rheology, 10, 1, 191
metertyp kurz skizziert. Die zu pı
fende Flüssigkeit befindet sich bei
diesem Meßgerät zwischen zwei ebe-
also
2
D=-a=-gruker. 6)
(2)]
(1966). [40] nen parallelen Platten, von denen die
Viskosimeter. Instrument zur Mes- eine fixiert und die zweite verschieb- Die Viskosität n der zu prüfenden
sung der Zähigkeit von Flüssigkeiten bar angeordnet ist, und deren Ab- Flüssigkeit ergibtsich bei diesem Vis- Bezüglich der Bestimmungsmethoden
und Gasen. Eine genaue Messungist stand voneinander d beträgt. Wird kosimetertyp aus der Formel der Korrektur sei auf die Literatur
möglich, wenn man das ausfließende nun eine Platte mit einer konstanten verwiesen.
Volumen und den Druckabfall bei Geschwindigkeit w bewegt, so_stellt 3Md
einer Kapillarströmung beobachtet. sich ein konstanter Wert der Scher. EL a Zu diesem Strömungstyp gehört auch
die geradlinige Strömung unter koı
Die Zähigkeit läßt sich dann nach dem geschwindigkeit D bzw. q = w/d ein. wobei M das Drehmoment, d den stantem Druckgefälle, wie sie bei-
16 ı
Viskosimetrie Viskosität
spielsweise im Kapillarviskosimeter- nung der Viskosität erfolgt nach der (1929). - Pawlowski, J.: Kolloid-Z. 130,
typ realisiert ist. Die exakte Lösung Stokesschen Widerstandsformel: 129 (1953). - Schultz-Grunow, F., und H.
der Navier-Stokesschen Differential- chungen zur Ermittlung der Viskosi- 22-0 Weymann: Kolloid-Z. 131, 61 (1953). [40]
Viskosität. Begrife und Einheiten
gleichung unter Berücksichtigung der
Randbedingung führt hier auf die
tät gelten nur unterhalb der erwähn-
ten Stabilitätsgrenzen bzw. für Rey- De .RE; a2 der Viskosität. Zur Definition der
bekannte Hagen-Poisenillesche Be- noldssche Zahlen, die kleiner sind als hierbei bedeuten ex — grı die Dichte- Viskosität geht I. Newton von dem
ziehung Reine. differenz von Kugel und zu prüfen- bekanntenBild einer stationären cbe-
Diese Viskosimetertypen, die auf dem der Flüssigkeit, R den Kugelradius, v nen Parallelströmung in Richtung x
n-3orm, (0 von der rheologischen Zustandsglei- die Fallgeschwindigkeit der Kugel, g aus und setzt die Schubspannung r.,
proportional dem Geschwindigkeits-
chung abhängigen Schergeschwind: die Fallbeschleunigung,A die zusam- gefälle senkrecht zur Strömungsrich-
die aus der Messung der Drücke pı keitsfeld beruhen,erlauben durch ge- mengefaßten Korrekturglieder. Da- tung dva/äy:
und p» im Anfangs- und Endquer- ringfügige Modifikation, d. h. Abkehr mit sind die bekannten und haupt-
schnitt der Kapillare sowie des von der Einpunktmethode, und Be- sächlich_ verwendeten Viskosimeter- avz
Durchflußstromes Q bei vorgegebe- stimmung des Drehmoments M bei iypen skizziert, wobei ‚zu erwähnen men: a
ıem Radius R und vorgegebener verschiedenen Winkelgeschwindigkei- ist, daß sie nicht nur für Flüssigkei-
änge L der Kapillare die Viskosität ten beim Rotationsviskosimeter sowie ten, sondern in entsprechenden Aus- Substanzen, für die dieser als dyna-
zu berechnengestattet. Auch hier be- Bestimmung des Durchflußstroms O führungsformenauch zur Viskositäts- imische Viskosität bezeichnete Pro-
dingen Randstörungen des Geschwin- bei verschiedenen Druckdifferenzen bestimmung von Gasen verwendbar Portionalitätsfaktor 7 nur von der
digkeitsfeldes, und zwardie sog. Ein- beim Kapillarviskosimeter auch die d. Die konstruktiven Einzelheiten Temperatur und vom Druck abhängt,
laufstörung, die Einführungeiner ef- Theologische Eigenschaft nicht-New- der zahlreichen im Handel befindli- nennt man Newtonsche Flüssigkeiten
fektiven Kapillarlänge, die wiederum tonscher, jedoch nicht elastoviskoser chen Ausführungsformen von Visko- (m = nn).
’ößer als die geometrische Kapillar- Flüssigkeiten zu erfassen. . simetern sind der nachstehend ange- Fürdie erörterten Größen,in ihrem
länge L ist. Diese Korrekturträgt den Zur einwandfreien Auswertung die- führten Literatur zu entnehmen. Zusammenhang durch die Definitions-
Namen Couette-Korrektur. Berück- ser Messungen mit dem Kapillarvis- Es gibt auch_instationäre Scherge- gleichungfestgelegt, können nun bei
sichtigt man auch die Hagenbachsche kosimeter sind die Verfahren von schwindigkeitsfelder und darauf be- Vorgabe, z.B. des C.G.S.-Systems,
Korrektur der Auslaufstörung,so er- Weissenberg, Herzog, Rabinowitsch ruhende Viskosimetertypen sowie Lö- für die Schubspannung z=, sie wird
hält man die folgende verbesserte sowie Krieger und Maron entwik- sungen der Navier-Stokesschen Glei- auch mit 7, Gxw, 02 oder $ bezeich-
Formel zur Berechnung der Viskosi- kelt worden, ebenso zur Auswertung chungen mit Randbedingungen, die net - die Einheit dyn/cm®, für das
gät: der entsprechenden Messungen mit das Verhalten von Schwingungsvisko- Geschwindigkeitsgefälle 9v./8y_bzw.
„ER! pı = pe) dem Rotationsviskosimeter die Ver- simetern beschreiben. Auch hier sei D oder y die Einheit 1/s und für die
fahren von Pawlowski, Schultz-Gru- auf die zusammenfassenden Darstel- dynamische Viskosität 7 die Einheit,
"T8Q(L+nR) now und Weimann sowie von Krie- lungen verwiesen. die den Namen Poise trägt, mit dem
me0 ger und Maron angegeben worden. Lır. Barr, G. A.: Monograph of Visco- Kurzzeichen P = g/(cm s), angegeben
"salbtnr: (1D Außer den bisherigen Testströmun- metry. London 1931. - Merrington, A.C.. werden. Den Fragen der Einheiten-
‚Außerden bereits genannten Bezeich- gen, die dadurch gekennzeichnetsind, Viscometry. London 1949. Meskat, W.: systeme widmet sich H. W. Hahne-
nungentritt in (11) die Dichte auf so- daßdie konvektiven Beschleunigungs- Viskosimetrie, in Messen und Regeln in
der chemischen Technik. Hrsg. v. I. mann und insbesondere den Fragen
wie der Zahlenfaktor der Hagenbach- bzw. Trägheitsglieder, welche die Hengstenberg, B. Sturm und O. Winkler. der axiomatischen Grundlegung R.
Korrektur m, der in den Grenzen von Nichtlinearität der Navier-Stokes- in lelberg 1964. Fleischmannsowie W. Quade.
1,00 bis 1,15’ schwankt. Bei niedrigen schen Gleichungen bedingen, überall P in F.R. Eirich: Rheology, Von 7. Cl. Maxwell ist die kinema-
Reynoldsschen Zahlen Re = 10 ist der identisch verschwinden, und zu denen Theory and Applications, Bd.3. 1960. — tische Viskosität » eingeführt wor-
Faktor m klein und der Couettesche die Schichtströmungen gehören, gibt Ubbelohde, L.: Zur Viskosimetrie. 7. den, dabei ist » = nig, wobei @ die
Aufl. von G. H. Göttner und W. Weber.
Zahlenfaktor nimmt etwa den Wert es eine weitere Klasse von Strö- Stuttgart 1965. Hardy, R. C., NBS Vis- Dichte bezeichnet, so daß die kine-
n=1,15 an. Für Re = 10 geht n auf mungsformen, bei denen diese Vor- cometer Calibrating Liquids and Capil- matische Viskosität ein Viskosität
den halben Wert zurück, also etwa aussetzungnichterfüllt ist. lary Tube Viscometers. National Bureau Dichte-Verhältnis oder auch ein Vi
IL. Schleichende Strömung. Das in- ‚of Standards, Monogr. 55, 1962. — Mar- kositäts-Dichte-Quotient ist. Damit
auf 0,58, und die Hagenbach-Korrek- sueles, H.: S.-B. Akad. Wiss., Wien, 2, beginnen die prinzipiellen Inkorrekt-
turist dann m = 1. Beide Faktoren homogene Schergeschwindigkeitsfeld. 33, 588 (1881). Hagenbach, E.: Poggen-
sind also nicht unabhängig von der Diese Strömungsform tritt bei dorffs Ann. Physik 109, 385 (1860). - heiten in den Begrifisbildungen, die
Reynoldsschen Zahl. Eine Zusam- Bewegung einer Kugel durch Couette, M.: Ann. physique Chim.6,21, in der Nomenklatur auf dem Gebiet
menstellungist in DIN 53012, Ka- Flüssigkeit auf. Es liegt keine Schicht- 433 (1890). - Engelhardt, v. W., und H. der Viskosität verdünnter Lösungen
pillarviskosimetrie Newtonscher Flüs- strömung mehr vor, so daß die Nicht- Lübben: Kolloid-Z. 147, 1 (1956). - erhebliche Ausmaße angenommenha-
linearität der Navier-Stokesschen Mooney, M., und R. H. Ewart: Physics ben, indem man dem Quotienten
sigkeiten, Fehlerquellen und Korrek-
schichttheorie. Karlsruhe 1958. Lin, C. nlno = Areı der Viskosität der Lösung
5, 350 (1943). — Schlichting, H.: Grenz-
turen,zu finden. Gleichung nur dadurch zum Ver- 7 und der Viskosität des reinen Lö-
Diese Reynoldssche Zahl hat auch schwinden gebracht werden kann, daß €.: The Theory of Hydrodynamic St
noch insofern eine grundsätzliche man die Reynoldssche Zahl so klein bility. Cambridge 1955. — Tillmann, W. sungsmittels 70 den Namen relative
Bedeutung, als es kritische Reynolds- wählt, und zwar Re<1, daß die Forsch. Ing. Wes. 27, 189 (1961); Z. an- Viskosität Mraı_ gegeben und die spe-
sche Zahlen gibt, bei denen die nicht-linearen Glieder vernachlässigt gew. Physik 13, 468 (1961). - Krieger, J. zifische Viskosität 7» als Quotient
Schichtströmung instabil wird. Bei werden können; daher auch der Na- M., und S. Maron: J. appl. Phys. 23, 147
N „m
(1952); 24, 134 (1953); 25, 72 (1954). -
dem Rotationszylinderviskosimeter- me »schleichende Strömunge. Auf Weissenberg, K.: Mitt. Dtsch. Mat. =,
typ, bei dem der Innenzylinder rotiert dieser Strömungsform beruht der Prüf.-Anst., Sonderheft 8, 91 (1929). -
bzw. gedreht wird, tritt noch zusätz- Kugelfallviskosimetertyp. Die Berech- Rabinowitsch, B.: Z. phys. Chem. 145, 1 definiert hat.
18 19
Viskosität Viskosität
Jahrelangist von der Deutschen No- ordnet, wobei die Bestimmungsme- knüpfen, und dabei zeigt sich auch, Die Platzwechseltheorie, die mit dem
menklaturkommission für den Aus- thoden der dynamischen bzw. New- «laßbei dem Übergang vonden ide: von Eyring eingeführten Begriff der
druck nw/c, wobei c die Konzentra- tonschen Viskosität definitionsgemäß ion über die realen Gase zu Flüssig- ‚Aktivierungsenergie operiert, berech-
onin Gramm Gelöstes pro Milliliter nicht anwendbar sind. en die Abhängigkeit der Diffu- net den Platzwechsel infolge der auf-
Lösung bedeutet, die Bezeichnung Zur Bestimmung der Volumenvisko- koeffizienten von der Viskosität geprägten Schubspannung bzw. das
Viskositätszahl empfohlen worden sität werden Schallwellen verwendet, ch umkehrt. Eine einwandfreie erzwungene Fließen der Moleküle
und hat damit Eingang in die Lite- unddiese Methoden gehen bereits auf Iheorie, aus der diese Umkehrung und geht von der Voraussetzung aus,
ratur gefunden. Dem Grenzwert Stokes zurück. Truesdell gibt eine kri- ‚ter Abhängigkeitfolgt, fehlt. Die Ab- daß sich das Molekül in einem kubi-
tische, Darstellung der Probleme, die hngigkeit der Energiedissipation von schen Raum mit der Kantenlänge I
im Ir mit diesem Fragenkomplex verknüpft ‚ler freien Weglänge und der thermi- befindet. Wird das Geschwindigkeits-
0 € sind. Es wird oft übersehen, daß die ‚chen Bewegung bei Gasen führte gefälle mit q bezeichnet, so ist die
0 bei der Erörterung der Navier-Sto- Sutherland zu der nach ihm benann- Relativgeschwindigkeit zweier be-
der Viskositätszahl, auch Grenzyis- kesschen Gleichungen gezogene Fol- en Beziehung nachbarter Molekülschichten gleich
kositätszahl und in älteren Arbeiten gerung, daß nv = Yan sei, nur für „ec ql. Beim Platzwechsel muß ein Mo-
entsprechend dem englischen Aus- einatomige Gase gültig ist. Weiter- lekül die Aktivierungsenergie e auf-
druck intrinsie viscosity genannt, wird gehende Aussagen siehe Theorien der 7 tn weisen, um die Potentialschwelle zu
seit 1959 die Bezeichnung Staudinger- Viskosität. a-nyn c: & überwinden; dabei wird-dieses Mole-
Index zugeordnet. Der Weg, diese Bei Wasser beobachtet man wohl eine a kül durch die aufgeprägte Schub-
hier skizzierten Schwierigkeiten durch Übereinstimmung in der Tempera- spannung unterstützt, die auf das
Einführung z.B. des Viskositäts- turabhängigkeit der Volumen- und die es erlaubt, aus 7 bei der Tempe- Teilchen mit der Kraft 7. wirkt
Konzentrationsmoduls zu beheben, der dynamischen Viskosität, nicht je- satur To in °K aufdie Viskosität m und auf der halbenStrecke die Arbeit
ist bisher nicht beschritten worden. doch in den Werten bei einer vorge- bei der Temperatur T zu schließen. zPy2 leistet. In_ entgegengesetzter
Die dynamische Viskosität n kann gebenen Temperatur. Die dynamische Die Anwendung der Gleichung ver- Richtung wird der Platzwechsel um
auch durch eine Energiedissipations- Viskosität y weist bekanntlich bei 20 sagt bei der Annäherung an den Sät- das gleiche gehemmt. Man erhält auf
beziehungdefiniert werden, und zwar °C den Wert 1,0.cP auf, die Vo- !igungszustand. diese Weise einen Überschuß der
ist die in einem homogenen Scherge- lumenviskosität nv = 2,4 cP, bei Koh- Von Andrade wurde zur Berechnung Platzwechsel in der Strömungsrich-
schwindigkeitsfeld in cm’/s in Wärme Ienstoffdisulfid ist nv > 200 cP, also der Viskosität von einfachen Flüssig- tung, der gegeben ist durch die Rela-
umgewandelte mechanische Energie ‚Werte, die im Gegensatz zu der obi- keiten bzw. Metallen beim Schmelz- tion
gleich n 5°. Darauf beruht die Me- gen Beziehung stehen. Die Einfüh- nunkt die Annahme eingeführt, daß
thode von Sackmann und Wagner, rung der ny-Werte in akustische Be- ie Atome der Schmelze etwa mit der Ze em— ec -Demmm,
die die Bestimmung von 7 auf eine rechnungen hebt die bekannte Dis- Frequenz schwingen, die der des fe-
kalorimetrische Messung zurück krepanz zwischen der Theorie und „ten Körpers entspricht, wobei mit io
Zeig:
zp a
ren, indem sie neben der Drehzahl der Beobachtung der Schallabsorp- lem benachbarten Atom bei jedem
die Temperaturerhöhung derzu pı tion in Flüssigkeiten bei hohen Fre- Stoß der Impuls ausgetauscht wird. Die ganze Molekülschicht bewegt
fenden Flüssigkeit im Spalt eines Ro- quenzen auf. Die einfache Relation, die den Zu- sich damit in der Fließrichtung, und
tationszylinderviskosimeters bestim- 4. Theorien der Viskosität einschließ- mmenhang zwischen der Viskosität zwar mit einer Geschwindigkeit 7 - 1 =
men. Der Fehler ist jedoch größerals lich der Abhängigkeit der Viskosität beim Schmelzpunkt mit der Debye- q;1, woraus die Fluidität 9 bzw.
bei den unter dem Stichwort Viskosi- von Temperatur und Druck. Die schen charakteristischen Temperatur Viskosität berechnet werden kann
metrie beschriebenen Methoden. Theorie der Transporterscheinungen, sowie, der Dichte des Festkörpersver-
2. Trouton-Viskosität. Die bisherigen siehe den entsprechenden Abschnitt: knüpft, gibt die Schmelzviskosität von
Ausführungen gehen von der Visko- Transporttheorie usw., umfaßt auch Metallen gut wieder.
sität n, die definitionsgemäß mit dem die Viskosität, wenn es sich um die line weitere Annahme von Andrade
Scher- bzw. Schubversuch verknüpft Ausbildung eines Impulsstromes han- ‚ber den Transportmechanismus, wo-
ist, aus. Im Abschnitt: Elastoviskosi- delt. Die Enskogsche Methode führt ch der die Schubspannung bedin-
tät wird gezeigt, daß man natürlich für Gase zu einer Beziehung für die ‚ende Impulstransport nur bei Zu- ®
auch den Zugversuch zugrunde legen dynamische Viskosität n, aber auch ammenstößen auftritt, bei denen die akT®
und eine Viskosität gemäß der Be- für Gase und Flüssigkeiten zu Aus- toßpartner eine genügend feste Bin-
In erster Näherung,d.h. bei kleiner
ziehung drücken für die Volumenviskosität dung mit der Energie E eingehen, Schubspannung = P<2KT,geht die
va av. führt zu einer Formel für die Tem-
Gen @ Einfache Überlegungen,daß in einem peraturabhängigkeit der einfachen Beziehung überin
Gas die ungleichmäßige Verteilung Flüssigkeiten 6kT
definieren kann. Hierbei ist o die des Impulses, der Energie und der u @ n= ®
Zugspannung, ®v./°x das zugehörige Konzentration durch Molekülstöße Setziman B-R=Nı-& =E,so geht
die mit der von De Guzman bereits der vorstehende Ausdruck in die Be-
Geschwindigkeitsgefälle und nr die ausgeglichen wird, führen, da diese 1913 vorgeschlagenen Beziehung
nach Trouton benannte Viskosität. Vorgänge von der Molekülgeschwin-
Zwischen nu und yr besteht die Be- digkeit und derfreien Weglänge ab- m=Are o Ziehung von Andrade bzw. De Guz-
manüber. Die Aktivierungsenergie
Ziehung pr = 3 nu. hängig sind, zu Beziehungen, die die übereinstimmt, wenn man stellt die Arbeit dar, die beim Platz-
3. Volumenviskosität. Analog wird Viskosität mit der Wärmeleitung A
derallseitigen Kompression oder Di- sowie mit dem Diffusionskocffizien- E=B-R © wechsel zu leisten ist einschließlich
der Arbeit zur Bildung der Lücke, in
lation die Volumenviskosität zuge- ten D durch einfache Ausdrücke ver- setzt. die das Molekül beim Platzwechsel
2 21
Viskosität Viskositätin der Transporttbeorie
übergehen kann. Der Zusammenhang in der Andradeschen Theorie, eine rung rückgängig gemacht werden Liqui ids. New York 1954. - Sutherland:
mit der Dichte, der durch die Abhän- Schubspannung bzw. Schubkraft da- Phil. Mag. (5) 36, 507 (1893). - Da. C.
kann, so erhält man beim Auftragen Andrade:
gigkeit der Lückenbildung vom äuße- durch entsteht, daß die Moleküle auf. N. Phil. Mag. 17, 487 und
der Fluidität über V als Abszisse Iso- @ 1939; Endeayour
ren Druck gegebenist, wird nur un- grund ihrer Temperaturbewegungin therme, die sich nicht besonders stark De 13,117 1959, -
befriedigend durch die Eyringsche benachbarte Schichten mit anderen
Theorie wiedergegeben, so daß er bei Fließgeschwindigkeiten gelangen, wo- von den Isobaren unterscheiden. Auch Qui 11, an, 1; Aun. So, Exper, Fis
333 (Bid) Bweli, ROH:
Flüssigkeiten, bei denen überwiegend bei es zu einer Impulsübertragung die Krümmungder Isobaren und der ‚Appl. Phys. 9,252 (1938). Jaeger, F.
die Temperaturabhängigkeit eine Fol- kommt. Abstand der Isothermen wird durch II Rep. Visc. Akad. Amsterdam 19:
ge der Dichteänderung ist, durch Rost zeigt nun u. a., daß die Theorie die van Wijk-Seedersche Theorie 2. - Eyring, H.: J. Chem. Phys. 4, 283
diese Darstellung gar nicht erfaßt von Born und Green zur Vogelschen richtig wiedergegeben. Außerdem er- Chem.. Phy„Ewell, R,R E undH. Eyring: J.
wird. Viskositätsformelführt, die die Tem- laubt sie eine Verknüpfung zwischen SERL Paldler 726 (1937). Glasstone,
and Eyrin
Peterlin zeigt in diesem Zusammen- peraturabhängigkeit der Viskosi der Schmelzwärme und der Nahord- ofRate Process, New Yor
hang, daß eine bessere Anpassung an von Flüssigkeiten befriedigend wie- nungsenergie. Man gelangt damit zu
die Versuchsergebnisse dadurch er- derzugeben vermag. Schr ähnliche Aussagen, zu denen man wesentlich
reicht werden kann, daß man die Vorstellungen wie die von Born und später und auf viel komplizierterem
Zahlder Löcher und damit die Platz- Green leiteten Kirkwood, Buff und Weg - siehe Kirkwood und Mitarbei- Nissan: Nature (London) 154, 146 (1944).
wechselzahl jo dem freien Volumen Green bereits zur quantitativen Be- ter - gelangt st. zuroat, U: Korleisz, 142, 132 1059)
proportional setzt, Es kommt also bei schreibung der Viskosität von Flüs- feste Körper sei auch noch auf
Waring, C. 4 P. Becher: 3.
diesen theoretischen Betrachtungen sigkeiten. die Überlegungen von Nabarro hin- Phys. sc 485 (47; = Bond Ar:3.
in erster Linie auf die Deutung der Der Kreis schließt sich, wenn man Chem. Phys. 15, 527 (1947); Kap. 9 in F.
gewiesen, der aus Vorstellungen über
R.Eirich, Rheology, Theory and Appli-
die Kristallplastizität den folgenden
Aktivierungsenergie e an. Eyring und der einfachen Theorie von van cations, Bd. 1, Acad. Press 1956. - Dow,
Ausdruck für die Viskosität ableitet:
Mitarbeiter deuten e als Verdamp- Wijk und Seeder zuwendet, die be- R.B.: Kap. &in F.R. Eirich, Rheology,
Theory and Applications, Bd. 1, Acad.
fungswärmefür das Lochvolumen. reits früher durch sinngemäße Er-
Grunberg und Nissan deuten E als weiterung der Enskogschen Überle- „sap a2 Press 1956. - Einstein,
11, 549 (1909); 19, 289 (1906)
Kohäsionsenergie und finden einen gungen entwickelt worden ist, und Kr, A.J.: Z Phys. Chem ‚34, 643 (1913).
Zusammenhang zwischen BR und bei der die Impulsübertragung der dabei bedeuten b eine Konstante, A E.C., H.E. Adams und G.
der molaren Oberflächenenergie. Stöße und damit die Ausbildung des die Ausdehnung der Mosaikblöcke,
Frind führt die molare Verdamp- Impulsstroms allein die Viskosität T die Temperatur, r? das Atomvolu-
men, Dden Diffusionskoeffizienten.
466 (1941), - van Wilk,
Sender: Ehysien 4, 1073 SM; 6,
2
fungswärmeein, die der Eyringschen bestimmt.
Auffassung entspricht, wobei infolge Über eine Radialverteilungsfunktion Die’ Vielfalt weiterer theoretischer 1999) „ Kırkw0od. 3.6... P- Buff und
M.S. Green: 3. -Chem. Phys, 17, 988
des Zusammenhangs zwischen Ver- erhält man die folgende Viskositäts- Überlegungenist aus der angegebe- (1849). - Borm, M., und H.S. Green:
dampfungswärme und Dampfdruck beziehung: nen Literatur ersichtlich. Auch. be- Proc. Roy. Soc., London, A_190, 455
die Viskosität als Funktion des c züglich des Viskositätskonzentratior 1947). - Green, H. S.: The Molecular
Dampfdrucks und damit aus der Zu- vw, 0) verhaltens der Flüssigkeiten sei auf Theory of Fluid. New York 1952. -
standsgleichung bestimmbar wird. die zusammenfassende Darstellung Frenkel, J.: Kinetic Theory of Liquids.
Eine weitere Interpretation der Akti- wobei € eine Konstante, die mit von A. Peterlin - siehe Literatur - Oxford der 1946. Jost, W.: Kap. 4 in Die
vierungsenergie gibt Bondi. Schwingungsfrequenz der Moleküle verwiesen. Schließlich sei noch auf v.Physik H.A.
Hochpolymeren, 2. Bd. Hrsg.
Stuart. Berlin -Hei-
Auf der Suche nach einer theoreti- verknüpft ist, B (U T) den isochori- die Tabelle der Viskositätswerte im delberg 1953.
schen Begründungder von Vogel em- schen Temperaturkoeffizienten der Taschenbuch von d’Ans und Lax, Die Physik der Peterlin, A.: Kap. 5 in
Hochpolymeren, 2. Bd.
Pirisch aufgestellten Viskositätstem- Viskosität, der auch empirisch be- Bd. 1, Berlin-Heidelberg-New York Hrsg. v. H. A. Stuart. Berlin-Göttingen-
Deraturformel werden die skizzierten stimmt werden kann, bedeutet und 5 1967, aufmerksam gemacht. Heidelberg 1953. — Peter, S.: Z. Natur-
theoretischen Überlegungen von An- das bei der dichtesten Packung ange- Lrr. Newton, I.: Philosophiae naturalis forschung 9a, 98 (1954). - Bondi, A.
drade und Eyring von Rost einer aus- nommene Teilchenvolumen sowie gi incipia mathematicalib. II, 1687, 268. Chem. Engne,News Ai 30-0 (869), =
ahnemann, H. W.: Dis Umstellung. auf Göttner, Über Kennzahlen für
führlichen kritischen Erörterung un- V-b das sog. Löchervolumen be- das Internationale Einheitssystem in Me- das Viskositäts-Temperaturverhalten von
terzogen, wobei er darauf hinweist, zeichnet. Diese Relation gibt nicht chanik und Wärmetechnik. Düsseldorf
daß beiden Theorien das Bild einer nur das Viskositätstemperaturverhal- 1959. - Fleischmann, R.: Z. Phys. 138,
aus quasikristallinen Strukturelemen- ten, sondern auch das Viskositäts- 301 (1954); Der math. und naturw. Un-
ten aufgebauten Flüssigkeit zugrunde druckverhalten wieder und umfaßt terricht 12, 385 und 443 (1959/1960). w. Whorlow, “London, Melbourne, To-
onto 1968. [40]
liegt, wie es auch die Auffassung von auch die von Batschinski angegebene Quade, W.: Abhı. d. Braunschweigischen
Viskosität, dynamische, s. Viskosität
Waring und Becher von der quasi Gleichung Wiss. Ges. Bd. XIII, 1961. - Maxwell, J.
Ana
Viskoelastzt.
C1.: Theory of Heat, 1872, 279. - Deutsch-
kristallinen Struktur der Flüssigkeiten sprachige Nomenklaturkommission: Ma-Viskosität in der. Transporttheorie.
widerspiegelt,
Eyring und Andrade behandeln da- "7: an in iesdell, C.: Die V. (auch innere Reibung) ist eine
kromolekulare Chemie 38, 1. (1960). -

bei zwei Grenzfülle. Nach Eyring, wie Dabei ist a eine Konstante, V - b irreversible Erscheinung in Gasen
(3 (1953). - 'Broer, LIE: ‚Appl. Sci.
geschildert, kommt das Fließen da- das Löchervolumen. Berücksichtigt und Flüssigkeiten, die durch darin
‚Res. A 5, 76 (1954). - Liebermann,L.
durch zustande, daß bei Einwirkung man, daß sich mit der Temperatur Physical Review 75, Nr. 9. Enskog, ablaufende *Transporterscheinungen
einer Schubspannung durch die Wär- die Dichte bzw. das Molvolumen
Rus Upsala, Schweden 1917; Ark. at auftritt. Es handelt sich dabei um die
meenergie aktivierte Platzwechsel der ändert, wobei durch erhöhten Druck
. Fys. 64,x]2. — Chapman,S. Ausbildung eines Impulsstroms. Die-
Moleküle bevorzugt in Richtung der die Volumenänderung und damit ser ist in der kinetischen *Gastheorie
Schubspannung auftreten, während auch weitgehend die Viskositätsände- @.a. Gradsche Lösung der Boltz-
Bird: Molecular Theory of Gases and mann-Gleichung) durch den Druck-
2 23
Viskosität, kinematische Vogelflug
tensor oW9- visuell. Als v. werden in der *Astro- ne auf- und abbewegt (Hubschwin-
Pa=mfVıVıl-do nomie alle Beobachtungen bezeichnet, gung) und gleichzeitig oszillierend
die über das Auge des Beobachters verdreht (Drehschwingung). Beide
angegeben, wobei m die Teilchenmas- 26+11|1- erfolgen, im Gegensatz zu photogra- Schwingungen haben gleiche Fre-
Phischen Beobachtungen. In. ähnli- quenz,sind aber gegeneinander pha-
Tora.
se, Vı die Eigengeschwindigkeit der
Teilchen und f = f (£, 9, 1) die Wahr- chem Sinne wird das Wort zu Klas- senverschoben. Als Drehpunkt der
scheinlichkeitsdichte ist. Pı ist eine sifikationsbegriffen verwendet; so sind Drehschwingung sei das »aerodyna-
der Transportgrößen, für deren Orts- 0 z.B. v. Doppelsterne solche, die der mische Zentrum« des Profils gewählt,
und Zeitabhängigkeit es im Falle Beobachter am Fernrohr "getrennt also der Punkt, in dem sich die An-
der Gradschen Momentenmethode
ga (= 2nf(l-costx)b-db; wahrnehmen kann, während spektro- griffsrichtungen der Luftkraft bei
ein System partieller Differentialglei- skopischesolche sind, deren Doppel- wechselndem Anstellwinkel schneiden.
chungen gibt. Im Fall der *Enskog- 0 sternnatur sich erst auf dem Umweg Dieser Punkt beschreibt in der ru-
schen Methode wird ein linearer An- z&b=a-2b- über die Spektroskopie oder Photo- hend gedachten Luft eine wellenför-
satz metrie erweist.[5] mige Bahn, die sich aus der Überla-

Pu=p-du-2nSu— «(20) 2
a Vizinalflächen, >unechte«, nicht dem
*Rationalitätsgesetz gehorchende (ge-
störte) *Kristallflächen. [8]
gerung der gleichförmig-geradlinigen
Bewegung des Vogelkörpers und der
Hubschwingung des Profils zusam-
eingeführt. Darin ist ö4 der Kron- Viasov-Gleichung. Setzt man in der mensetzt. Die Richtung der Ge-
ecker-Tensor, p der hydrostatische *Boltzmann-Gleichung den Stoßterm schwindigkeit des Drehpunkts ist
Druck im Gleichgewicht, do die mitt- ist. Darin bedeuten g die Relativge- gleich Null, so bezeichnet man die gleich der wechselnden Richtung der
lere Massengeschwindigkeit und S4 schwindigkeit zwischen zwei Teilchen
beim Stoß, b der Stoßparameter, @ (r) Restgleichung als V.-G. An Stelle des Bahntangente; die Größe der Ge-
der Spannungstensor
die intermolekulare Wechselwirkung Stoßterms wird eine Teilchenwechsel- schwindigkeit schwankt gleichfalls
und ergibt sich aus der vektoriellen
im Stoß und a = (mı ma)/(mı + ms)
wirkung im Ausdruck für die Kräfte
1f dv Bvor berücksichtigt. Addition der Vorwärts- und der
sl] - die reduzierte Masse. Im Falle der Lit. Vlasov, A. A.: Many-Particie Theo- Schlaggeschwindigkeit. Geht man
1,2).
1, (2 einfachen kinetischen *Gastheorie ist
Q einfach der mittlere Stoßquer-
schnitt, welcher experimentell ermit-
1y and its Ay
York. 134]
ion to Plasma. New zu einem Bezugssystem über, worin
V-Meson, s. V-Teilchen.
der Drehpunkt ruht, so wird der Flü-
gel unter wechselndem Anstellwinkel
7 ist der Viskositätskoeffizient (auch telt werden kann. Die Ausdrücke für Vogelflug (Schwingenflug). Wenn (infolge der Drehschwingung) mit der
als dynamische Viskosität bekannt) n werden wesentlich komplizierter, man den Flug der Vögel nur obenhin negativen Bahngeschwindigkeit ange-
und x ist die Volumenviskosität. wenn die Anregunginnerer Freiheits- betrachtet, scheint er auf einem schr blasen. Beim Abschlag kommt die
Letztere wird von Bedeutung im Fall ‚grade betrachtet wird (C.S. W. Chang einfachen Prinzip zu beruhen: dem Strömung schräg von vorn unten,
dichter Gase und Flüssigkeiten sowie und G. E. Uhlenbeck). des schlagenden Flügels. Bei näherem beim Aufschlag schräg von vorn
im Falle des Energieaustausches zwi- Lır. Chapman, C., and T.G. Cowling: Zuschenist aber die Flügelbewegung oben. Die Luftkraft steht in jedem
schen inneren Freiheitsgraden (Rota- Mathematical "Theory_of "Non-uniform kein einfaches »Schlagen«, sondern Zeitpunkt nahezu senkrecht auf der
ion, Schwingung, Elektronenanre- Gases. Cambridge 1952. — Hirschfelder, ein fein abgestimmtes Zusammen- Anströmrichtung, jedenfalls solange
J.0., C.F. Curtiss and R.B. Bird: die Strömung am Profil anliegt. Ihr
gung) und Translation. Werden die Molecular Theory of Gases and Liquids. spiel vieler Teilbewegungen. Derselbe
Vogel variiert diese Teilbewegungen Betragist dem momentanen Anst
inneren Freiheitsgrade als »eingefro- G. E. Uhlenbeck: Transport-Phenomena
New York 1954. - Chang, C. $. W., and
ren« betrachtet, dann ist x = 0; im in mannigfacher Weise je nach dem winkel (dem Winkel zwischen der
anderenFallist x proportional zu den in81.Polyatomic Molecules. Report CM-
University of Michigan (1951). [34] Flugzustand: Geradeausflug, Steig-
flug, Gleitflug, Kurvenflug, Flug auf
Nullauftriebsrichtung des Profils und
Relaxationszeiten rt der Freiheits- Viskosität, kinematische, s. Viskosi-
der Bahntangente) proportional,
grade i tt. der’Stelle, Sturzflug, Abfangen, Start fern die Profilumströmung als quasi-
Viskosität, komplexe, s. Viskoelasti-
vom Ast, vom Boden oder vom Was- stationär (*Flattern) angesehen wer-
a"RT Eimım, zität, ser, Landung, Ziellandung auf dem
Nest, Wasserung usw. Aber auch die
den kann. Die Größe der Luftkraft
kann also in jeder Phase durch den
Viskosität, plastische, s. Fließkurven. verschiedenen Vogelarten zeigen gro- Anstellwinkel in gewissen Grenzen
wobei n die Teilchendichte, k die Viskosität, relative, s. Viskosität. gesteuert werden. Sie soll in eine
Boltzmann-Konstante, c, die spezifi- Viskosität, scheinbare, s. Fließkurven. Be Unterschiede der Flugweisen,
sche Wärme pro Molekül, cs,ı der Viskositäts-Druckbeziehungen, s. wenn man ins einzelne geht. Oft läßt senkrechte und eine waagerechte
Anteil des i-ten Freiheitsgrades an Viskosität. sich dabei eine vorzügliche Anpas- Komponente zerlegt werden, den
der spezifischen Wärme und zı die Viskositäts-Konzentrationsbeziehun- sung an die Lebensumstände erken- Auf- oder Abtrieb (+4) und den
Relaxationszeit für den i-ten Frei- gen, s. Molekulargewichtsbestim- nen. Vor- oder Rücktrieb (+ 5). Das Vor-
heitsgrad ist. mung. Um das Grundprinzip des Schwin- zeichen des Anstellwinkels und der
Viskositäts-Konzentrationsmodul, s. genfluges klarwerden zu lassen,soll Luftkraft L gilt als positiv, wenn ein
Für die V. n erhält man nach der
Viskosität.
zunächst die Bewegung eines einzel- Auftrieb (+A) vorliegt. In den Um-
Enskogschen Theorie im Falle eines
einheitlichen Gases Viskosität, spezifische, s. Viskosität. nen Flügelschnitts (Profils) nach ei: kehrpunkten der Hubschwingung ist
nem vereinfachten Schema betrachtet nur eine senkrechte Komponente
5 Viskositäts-Temperaturbeziehungen,
s. Viskosität. werden: Der Vogel fliegt gleichför- ‚möglich, weil die Bahntangente hori-
no, FmkniR, mig horizontal geradeaus; das Flügel- zontalliegt. Das Verhältnis der Ho:
Viskositätstheorie, s. Viskosität. profil wird durch den Flügelschlag zontal- zur Vertikalkomponente ist
wobei Viskositätszahl, s.Viskosität. angenähert in einer senkrechten Ebe- im Maximum der Schlaggeschwindig-
2 25
Vogelflug Vogelflug
keit am größten. Wichtig ist es zu er- weniger werden sich Kraftschwankun- schnitte geteilt: den »Armteile (beste- Hubschwingung erweist sich als
kennen, daß a) ein Auftrieb und ein ‚gen bemerkbar machen. hend aus Ober- und Unterarm) und durchaus nicht sinusförmig. So bleibt
Vortrieb gleichzeitig nur beim Ab- den äußeren »Handteil«. Der Armteil der Arm, z.B. bei der Möwe,viel län-
schlag auftreten können (Abb. 1a) ist breiter und macht kleinere ger über der Mittellage als darunter.
b) ein Auftrieb Abschlag not dynamischen Zusammenhänge w Schwingungsausschläge, während der Die Phasenbeziehungen zwischen Arm
wendig einen Rücktrieb mit sich den dann für den ganzen Flügel zu- schmalere Handteil stärker verdreht und Hand werden dadurch recht kom-
bringt (Abb.1b); treffen, wenn die Schwingungsphasen und durch Abknicken im Gelenk wei- pliziert. Der Arm der Möweist immer
©) ein Abtrieb in Kauf genommen über die gesamte Spannweite gleich ter ausgeschwungen werden kann. - positiv angestellt, liefert also ständig
werden muß, wenn auch während des ‘wären. Diese Art zu fliegen wäre aber Viele Vögel fliegen so, daß sie mit Auftrieb. Ihre Flügelspitze hat eine
Aufschlags Vortrieb erzeugt werden offenbar biologisch nachteilig, denn dem Außenflügel nur beim Abschlag viel größere Hubamplitude als das
soll (Abb. 1c). die Natur hat eine andere Funktion Vor- und Auftrieb erzeugen, während Handgelenk. Beim Abschlag winkelt
beim Aufschlag die Luftkraft Null ist sich die Hand im Handgelenk nach
5 (Abb. 2). Vom Innenflügel wird da- unten ab. Im Grundriß erkennt man,
gegen beim Aufschlag Auftrieb - und daß der Flügel besonders im Handteil
+ notwendigerweise damit Rücktrieb - beim Aufschlag stärker gepfeilt wird.
+L\ a erzeugt, während die Kraft beim Ab- Die Flügelspitze wird also weiter nach
ML schlag geringer ist. Flugmechanisch hinten verlegt; von der Seite gesehen
entscheidend ist nun, daß die Bahn beschreibtsie relativ zum Vogelkör-
des Außenteils wegen der größeren per eine ovale Figur, deren Achse bei
Hubamplitude stärker gewellt und da- der Möwe senkrecht (Abb. 4a), beim
kr mit bei der Auftriebserzeugung steiler Kranich jedoch schräg steht (Abb.
ist als die Bahn des Innenteils. Infol- 4b). Durch die Pfeilung wird die
a b c gedessen ist bei gleichem Auftrieb der wirksame Anströmgeschwindigkeit
positive Schub (Vortrieb) der Hand verkleinert. Die Schwierigkeiten des
Abb. 1 größer als der negative (Rücktrieb) Aufschlags (Rücktrieb oder Abtrieb)
Nunsoll ja im unbeschleunigten Flug herausgezüchtet: Die längs der des Arms. So kann der Auftrieb des werden dadurch gemildert. Finken
durch den Auftrieb das Gewicht des Spannweite des Flügels aufgereiht zu gesamten Flügels während der ganzen und Meisen legen die Flügel beim
Vogels getragen und durch den Vor- denkenden unendlich vielen Teilpro- Schwingungsperiode prinzipiell kon- Aufschlag sogar ganz an den Körper
trieb der Luftwiderstand überwunden file sind nachgiebig zusammengefügt stant gehalten werden, und es bleibt an; sie schießen dabei im flachen Bo-
werden: Aus denbisherigen und könnenin verschiedenen Phasen dabei doch im Mittel ein Vortrieb gen bei geringem Widerstand durch
lungen folgt für das betrachte: übrig. Dieser schwanktallerdings mit die Luft.
gegeneinander schwingen. Dabei führt
zelprofil: die Horizontalkraft kann der Flügel Biege- und Torsions- der Schlagphase, aber weniger, als ine ganz andere Flugweise als der
nicht gleichförmig sein, da sie in den schwingungen aus. Auch die Schwin- wenn: alle Flügelschnitte die gleiche bisher beschriebene Vorwärtsflug ist
Endlagen der Hubschwingung ver- gungsamplituden der einzelnen Hubamplitude hätten. Schnelle Flie- der »Rüttelfluge auf der Stelle, wie
schwindet; sie schwankt um so sti Schnitte sind verschieden, und zwar in ger, wie z. B. der Mauersegler,erzeu- ihnviele Raubvögel, besonders schön
ker, je gleichmäßiger der Auftrieb ge- anderer Weise, als es sich schon aus gen mit der Hand auch noch beim der Turmfalke, ausführen können.
halten wird. Soll in keiner Phase ein der Geometrie des starren, am Rumpf Aufschlag Vortrieb und kompensie- Ein viel bewunderter Meister darin
‚Rücktrieb auftreten, so muß der Auf- angelenkten Flügels ergeben würde, ren den damit notwendig verbundenen ji . Vor einer Blüte schwe-
trieb während des Aufschlags < 0 Diese große Freiheit der Bewegung Auftrieb mit dem Armteil ihres Flü- lägt er seine Flügel in einer
sein. Gälte das für den ganzen Flügel, wird durch den anatomischen Bau gels (Abb. 3). Dabei geht allerdings ‚waagrechten Ebene um eine durch das
so würde der Schwerpunkt des Vogel: des Vogelflügels begünstigt: Bei den wiederein Teil des zusätzlichen Vor- Schultergelenk gehende _senkrechte
während des Aufschlags absack meisten Vogelarten ist der Flügel in triebs verloren. Achse hin und her (Abb. 5). Die Flü-
seine Bahn würde wellenförmig. Je Richtung der Spannweite in mehrere Durch kinematographische Zeitdeh- gel erhalten ihre Anströmgeschwin-
höher die Schlagfrequenz ist, desto gelenkig miteinander verbundene Ab- nung lassen sich weitere Einzelheiten digkeit w also nur durch ihre eigene
der Flugbewegung beobachten. Die Bewegung (wı) und den dadurch er-
Bohn Bahn
der Hand der Hand
“s +s,
A AL L

-s -S
»s + Aa
ü 0 Bahn des “il Bahn ges
L: Armes 9 Armes

Abb. 2 Abb. 3
Vogelfiug Volt
Kolibris ist so hoch (30 bis 50 Hz), schwindigkeitsspanne« (zwischen ner originellen»künstlichen Vögel«.
daß man auch von einem »Schwirr- schnellstem und langsamstem Gera- Diese aufs. feinste durchgebildeten,
flug« spricht. Entsprechend der ganz deausflug) erreicht durch Verwendung unglaublich leichten Modelle fliegen
anderen Schlagform sind beim Kolibri der verschiedensten »Hochauftriebs- täuschendnach der Art der Vögel.
die Armknochen gegenüber den mittel«, wie sie auch der Flugzeugbau Lir. Schmidt, R.: Flug und Flieger im
Handknochen verkümmert. kennt, "Werte bis 7:1. (Unter Ein- Pflanzen- und Tierreich. Berlin 1939. -
‚Wie für den Flugzeugführer sind auch schluß des Rüttelns an der Stelle Jacobs, W.: Fliegen, Schwimmen, Schwe-
für den Vogel Start und Landung die wird die Geschwindigkeitsspanne wie ben (Ver ıdliche Wissenschaft, Bd. 6).
schwierigsten Flugphasen. Eine Aus- beim Hubschrauber unendlich.) Berlin-G; :n-Heidelberg 1954. - v.
1. Zentralbl. 63, S. 289-326.
nahme macht der Start von einem Die täglichen Flugstrecken während J. Orn. 91 (1943), S. 406
hochgelegenen Punkt aus, wo sich der des Zuges sind beim Storch durch-
Vogel nur nach Absprung fallen zu schnittlich 240 km, bei der Schnepfe flekt, s. Magnetooptik.
lassen braucht, um Fahrt aufzuneh- 400 km. Ein Goldregenpfeifer flog Vokal, s. Sprache.
men, wonach er sofort den normalen über offenes Meer3300 km in 22 h. Vollschutzröhrenhaube, s. Röhren-
Geradeausflug aufnehmen kann. Der Beim Vergleich des Vogelflugs mit schutzgehäuse,
Start vom Boden oder Wasser erfor- dem technischen Flug des Menschen Vollständigkeit eines Hilbert-Raums,
dert eine große konzentrierte Kraft- vor der »kompressiblen« Ara findet (Raum.
anstrengung, besonders wenn kein man weniger qualitative als quanti- dig reduzible Darstellungen,
Gegenwind mithelfen kann. Trotzdem tative Unterschiede. Weil dem Tier s. Darstellung einer Gruppe.
kommenviele Vögel mit einem einzi- die Drehbewegung verschlossen ist, Volt, KurzzeichenV,eine Einheit für
gen Schlag, der von hinten oben nach konnte sich nur die Schlagbewegung die elektrische Spannung. Die Einheit
vorn unten ausgeführt wird, vom Bo- entwickeln. Diese steht aber aero- V.ist entweder als Grundeinheit (6.
den weg; dabei stoßen sie sich mit den dynamisch der Bewegung der Luft- 1) oder als abgeleitete Einheit be-
Beinen ab. Vögel mit hoher Flächen- schraube sehr nahe, wie E. v. Holst trachtet worden;hierbeiergibt sie sich
belastung müssen Anlauf nehmen, zuerst in seinen experimentellen Un- aus den gleichwertigen Gleichungen
besonders lang die Schwäne; in jedem tersuchungen zur Flugbiophysik s. 2.: Spannung =
Minimum des Auftriebs helfen sie mit nachgewiesen hat. Die tragende
den Beinen nach. Die Lerche rüttelt Funktion des Vogelflügels unterschei-
Abb. 4
sich im steilen Aufwärtsflug empor. det sich in nichts von der des Flug- 5.3.: Spannung Giromslärke:
Viele kleinere Vögel fliegen kurze zeugflügels. Im oben beschriebenen
Strecken ebenfalls im Rüttelflug. - Bei Geradeausflug hat der Armteil des 1. Auf dem 1. Internationalen Elek-
+ -S
der Landung ist die Geschwindigkeit Vogelflügels vorwiegend die Funktion trizitätskongreß 1881 wurde der Ein-
gegen den Grundauf null abzubrem- eines Tragflügels, während der Hand- heit der Spannung im *Quadrantsy-
Nn]% wg -
sen. Bei starkem Gegenwind lassen
sich die Möwen einfach mit hochge-
'hobenen Flügeln ins Wasser fallen.
teil hauptsächlich den Propeller er-
setzt; der Rüttelflug auf der Stelle, im
Steigen und im Vorwärtsflug ent-
stem (einem elektromagnetischen
Dreiersystem Länge-Masse-Zeit mit
den Grundeinheiten 10°cm, 10”! g
Ein Nest im Baum wird häufig im spricht dem Schwebe-, Steig- und Ge- und s) der Name V. gegeben.
steilen Steigflug ohne Flügelschlag an- radeausflug des Hubschraubers. Definition:
geflogen, um die kinetische in poten- Konstruktionen der Flugtechnik sind 1 Volt = (10° cmPr - (10-4gin -
"Bahn tielle Energie umzusetzen. Vor dem entweder den Vögeln abgesehen oder = 10% emE = 10° cmingin5,
Aufsetzen führen viele Vögel einige haben auf wissenschaftlichem Wege
Bremsschläge aus: der Flügel wird zu den Lösungen der Natur geführt. In Deutschland wurde diese Einheit
Abb. 5 mit der Breitseite nach vorn geschla- Dies gilt z. B. auch für Profilformen durch Gesetz vom 1. Juni 1898 einge-
zeugten Luftstrom (wı) wie ein Pro- gen und erzeugt einen beträchtlichen und Flügelgrundrisse. Bemerkenswert führt. Zur Realisierung verwendete
peller im Stand.Bei ihrer Schwingung Widerstand. Beim Rückschlag öffnen ist, daß die normale Fluglage vieler man Normalelemente.
werdensie um ihre Längsachse so ge- sich Spalten zwischen den Federn, was Vögel sehr labil ist, woraussich eine 2. Die Internationale Konferenz für
dreht, daß die Flügelvorderkante im- den Widerstand stark verringert. Be- große Wendigkeit ergibt; das macht elektrische Einheiten und Normale in
mer von vorn angeströmt wird. Der ginnt ein Vogel beim »Abfangen« mit aber auch eine sehr fein und schnell London 1908 führte das internatio-
erforderliche Drehwinkelbeträgt 180° großem Anstellwinkel infolge Abrei- reagierende Steuerung notwendig. In nale ei
minus zweimal den Anstellwinkel; Bens der Strömung »durchzusacken«, der Flugregelung ist die Natur der Das internationale V. ist
Ober- und Unterseite des Flügels so macht er einige Rüttelschläge und heutigen Technik weit überlegen. Die die elektrische Spanmung, die an
werden bei jeder Bewegungsumkehr schwebt langsam aufsein Ziel herab dazu nötige nervöse »Datenverarbei- einem Widerstand von einem inter-
vertauscht, Durch die Elastiz (Storch, Adler, Singvögel beim Nest- tungsanlage« sitzt im Kleinhirn der nationalen Ohm einen Strom von
Flügels wird dabei sogar die Wölbung anflug). Vögel, das einenrelativ großen Raum einem internationalen Ampere er-
umgeschlagen (wie bei einem Segel). Die Flugleistungen der Vögel sind einnimmt. zeugt:
So wird sowohlbeim Vor- als auch. bemerkenswert, Im »Reisefluge liegt Bahnbrechende Arbeit für das Ver- 1 Vine = 1 Are 1 A.
beim Rückschlag die Luftkraft unter die Geschwindigkeit zwischen 40 und ständnis des Vogelflugs hat der Zoolo- Währenddas internationale Ohmsich
günstigster Anströmungerzeugt. Die 80 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ge und Verhaltensforscher E.v. Holst durch Widerstandsnormale verschie-
Vor- und Rücktriebe heben sich im der Schwalben ist etwa 120, der geleistet. Er bestätigte seine F dener Art bequem realisieren ließ,
Mittel auf. Die Schlagfrequenz des Mauersegler 140 km/h. Die »Ge- schungsergebnisse durch den Bau sei- war dies mit dem internationalen Am-
2 29
Volta Volumen-Ionisation
pere (Silbervoltameter) durchausnicht sind korrekt und vollkommeneindeu- Wert erreicht wird, der dem Volta- nicht zu empfehlender Brauch, das
der Fall. Man legte daherfür das in- ig. Die Benutzungder Bezeichnungen Potential entspricht. Zur genauen Kennzeichen einer Größe, hier die
ternationale V. ein Subnormal in Ge- Verr, Vus usw. kann nicht empfohlen Messung des V.-E. verwendet man Scheinleistung, in einer Einheit aus-
stalt eines Normalelementes (Weston- werden. eine Differenzmethode: Unter mög- drücken zu wollen. Die Angabe
Element)fest, für das sich auf Grund Der Name wurde zu Ehren von Ales- lichst gleichen Bedingungen werden Scheinleistung = 10 Watt
genauer Messungenergab: sandro Volta gewählt. bei gleicher Glühkathode verschiede- it korrekt und vollkommen eindeutig.
U (N. E.) 20° C = 1,01830 Vin. Lit. Sacklowski, A.: Physikal. Größen ne Metalle als Anode verwendet. Der 113)
Manarbeitete praktisch also mit den und Einheiten, Einheitenlexikon. Stutt-
‚gart 1966. - Stille, U.: Messen und Rech-
Betrag der Anodenspannung, um den Voltgeschwindigkeit. An Stelle der
beiden Vierersystemen: jeweils zwei Strom-Spannungskenn- wirklichen Geschwindigkeit v in cm/s
a) Länge-Zeit-Spannung-Stromstärke
1) in der Physik. Braunschweig 1961.
linien verschoben werden müssen, um gibt man bei Elektronen häufig, ins-
mit den Grundeinheiten Meter, Se- Volta, Graf Alessandro. Ital. Physi- zur Deckungzu kommen,ist dann das besondere in der Atomphysik, die
kunde, Voltin und Amperein bzw. ker. Geb. 18.2.1745 in Como, gest. Volta-Potential der beiden Anoden- Spannung U in V an, die sie zum
Zentimeter, Sekunde, Voltist und 5. 3. 1827 ebd. 1774-79 Prof. der Phy- metalle gegeneinander. Das Volta- Erreichen dieser Geschwindigkeit
‚Amperein: oder sik am Gymnasium zu Como, 1780 Potential ist entgegengesetzt gleich durchlaufen müssen. Dieses Maß für
b) Länge-Zeit-Spannung-Widerstand bis 1804 an der Univ. Pavia, 1815 der Differenz der *Austrittsarbeiten die Geschwindigkeit heißt V. Sie folgt
mit den Grundeinheiten Meter, Se- Direktor der Phil. Fakultät an der zweier Metalle. S. a. Kontaktelektri- aus der Energiegleichung
kunde, Voltin: und Ohmia: bzw. Zen- Univ. Padua. 1791 Mitglied der Royal zität. [25]
Volta-Element, Kupfer-Zink-Ele- mw2 = eU.
timeter, Sekunde, Voltine und Ohmin. Soc. London. V.befaßte sich mit der
3. Die ständige Entwicklung der Prä- Untersuchung elektrischer Erschei- ment mit wäßrigem Elektrolyten. Be- Dabei ist m die Elektronenruhmasse
zisionsmeßtechnik veranlaßte das In- nungen, führte Arbeiten Galvanis sonders Form der Voltaschen und e die Elementarladung. Die Ener-
ternationale Komitee für Maße und fort, erfand 1775 den Elektrophor, *Säule war das V.-E. Anfang des 19. gieeinheit ist dann diejenige, die ein
Gewichte 1946, folgende Definition 1781 das Strohhalmelektrometer, 1782 Jahrhunderts das erste brauchbare Elektron besitzt, das eine Spannung
des absoluten Volt festzulegen: einen Plattenkondensator, baute 1800 galvanische Element, das genügend von 1 V durchlaufen hat. Sie heißt
1 Watt ke die Voltasche Säule, konstruierte 1817 Energie abgab, um die physikalischen 1 Elektronenyolt (eV). Esgilt
1 Volt Amper SA das Elektroskop und das Audiometer Gesetze des elektrischen Stromes zu 1eV=1,60 - 102 erg=3,82 - 10° cal;
sowie einen Becherapparat. Er stellte untersuchen. Wegen seiner bei Bela-
wobei. die Einheit Ampere eine 1801 die Spannungsreihe der Metalle stung auftretenden starken Polarisa- 1eV entspricht einer Elektronenge-
schwindigkeit von 5,92 - 10° m/s. [2]
Grundeinheit und die Einheit Watt auf, machte meteorologische Beob- tion ist es heute nicht mehr gebräuch-
eine abgeleitete Einheit in dem elek- achtungen und führte Messungen der lich. [27] . Voltmeter, s. Spannungsmesseı
tromagnetischen Vierersystem Länge- Wärmeausdehnung von Gasen und Voltascher Fundamentalversuch. Vol- Volumen, der Rauminhalt eines fe-
Massc-Zeit-Ladung mit den Grund-
einheiten Meter, Kilogramm, Sekun- Dämpfen durch. Nach ihm ist die ta machte 1794 die Entdeckung, daß sten, flüssigen oder gasförmigen Kör-
pers.
de, Ampere ist. Durch diese Defini- Einheit der elektrischen Spannung zwei verschiedene Metalle ungleich- Unter dem spezifischen Volumenver-
tionist die Einheit V. an die mechani- benannt.[43] namig elektrisch werden, wenn ihre steht man das Volumen bezogen auf
schen Einheiten angeschlossen. Da sie Volta-Effekt. Nach dem Voltaschen Flächen eng aufeinandergelegt wer- die Masse eines Körpers, also.
sogar kohärentangeschlossen ist, hat Versuch kann man an zwei Platten den. Erlegte eine blanke Zinkplatte Ve=1e,
dieses Einheitensystem jetzt eine be-
aus verschiedenen Metallen, fest undeine blanke Kupferplatte aufein-
sondere Bedeutung gewonnen; cs aufeinandergepreßt und dann ausein- ander und verband eine Platte mit wenn unter g die Dichte des Körpers
wurde am 1. Januar 1948 internatio- andergerissen werden, eine Spannung einem ‚empfindlichen Elektrometer, verstanden wird, die das Verhältnis
nal eingeführt und wird als Giorgi- nachweisen. Es läßt sich jedoch zei- die andere mit dem Gehäuse des der Masse eines Körpers zu seinem
System oder als MKSA-System,jetzt gen, daß diese Aufladung der Platten Elektrometers. Nahm er die Platten Volumendarstellt. [20]
als SI-Einheit bezeichnet (s. Maßsy- zum großen Teil auf sekundäre Wir- auseinander, zeigte das Elektrome- Volumenausdehnung, 5. Ausdehnung,
steme VI 2). Nach den neuesten Mes-
kungen der Feuchtigkeitshaut auf der ter einen positiven Ausschlag, wenn thermische.
sungen ist 1 Voltin 1,00034 V.
Oberfläche der Metalle zurückzufüh- die Zn-Platte, einen negativen Aus- Volumendosis, Produkt aus durch-
Falls es notwendig ist, ist zwischen ren ist, da die Wiederholung des Ver- schlag, wenn die Cu-Platte mit ihm strahltem Volumen und mittlerer Do-
Vinund V zu unterscheiden.
suches unter heißem Öl keine Aufla- verbunden war. Diese Kontaktelektri sis. [28]
4. Voltere (Vere), Voltss (Vs) sind ge-
dungergibt. Dennoch sprechen ande- t stellt nur eine besondere Erschei Volumendurchfluß, s. Sauggeschwin-
legentlich anzutreffende Bezeichnun-
re Versuche dafür, daß auch bei Be- nungsform der sog. *Reibungselektri digkeit. .
gen, die deshalb unkorrekt sind, weil
rührung reiner Metalloberflächen Po- zität dar, da auch an der Berührungs- Volumenelastizitätsmodul ist die Be-
tentialdifferenzen auftreten können. fläche zweier Leiter eine elektrische zeichnung für den reziproken Wert
das Kennzeichen der Größe - hier Die Untersuchungen der glüh- und *Doppelschichtentsteht. der Volumenkompressibilität x (6.
effektive Spannung bzw. doppelter lichtelektrischen Erscheinungen haben Lir. Bergmann, Schaefer: Lehrb. d. Ex- Kompressibilität). Er ist durch den
Scheitelwert (Spitze-Spitze) - in die nämlich erwiesen, daß Voltapotentiale perimentalphysik. Elektrizitätsichre. Bd. *Elastizitätsmodul E und die *Pois-
Einheit verlegt wird. Es gibt wohl auch zwischen reinen Metallen beste- 2.5. Aufl. Berlin 1965.(23) sonsche Querkontraktionszahl 1 be-
Gleichspannung, Wechselspannung, hen. Nach Lenard kann das Voltapo- Voltampere, Abk. VA, eine nicht zu stimmt, und zwar zu .
Effektivspannung, _Scheitelspannung tential aus der Aufnahme von Strom- empfehlende Einheitenbezeichnung
usw., aber keine Gleichvolt, Wech- Spannungskurven bei der glühelek- für die Scheinleistung. Diese Bezeich- 1 E
selvolt, Scheitelvolt usw. trischen Emission gemessen. werden. nungist unnötig, da jede Leistung, x" 30-2W
DieSchreibweisen Es zeigt sich hierbei, daß der Sätti- Iso sowohl Wirkleistung, Blindlei- Lir. Joos, G.: Lehrb. d. Theoret. Physik.
Uere = 100 V gungsstrom nicht bei der Anoden- tung als auch Scheinleistung in Watt Leipzig 1954. [15]
Un = 280 V spannung Null, sondern bei einem angegeben werden kann. Es ist ein Volumen-Ionisation oder lichtelek-
30 31
Volumen-Magnetostriktion V-Zentren
trische Raumwirkung heißt die Bil- h, n, p. £, a,die sich voneinander um üg ist, genaue Temperaturmessungen den Spektralapparat). In einem andern
dung von Ionenpaaren im gesamten den Faktor 10° unterscheiden. ohne Umrechnung zu erhalten, sind Sinn spricht man von V. beim Ge-
Volumen eines Gases durch Bestrah- Der Brauch, sehr kleine Einheiten Thermometerkonstruiert, welche den brauch hoch auflösender Interferenz-
lung mit elektromagnetischer Strah- durch griechische Buchstaben zu be- Fehler dynamischer Erwärmung we- spektroskope. Das auf eine Lummer-
lung.(2] zeichnen (10 =10%5, 1y = 10%, nigstensfür einen bestimmten Bereich Platte oder ein ähnliches Interferenz.
Volumen-Magnetostriktion, 5. Ma- aber auch 1 y = 10°G, 14 = 10° m), ausschalten. spektroskop (das mit Interferenzen
gnetostriktior widerspricht dem System der V. und Ein schr brauchbares Meßinstrument hoher Ordnung arbeitet) auffallende
Volumenviskosität, s. Viskosität. ist nicht mehrstatthaft. ist das sog. V.-T.Sein Prinzip beruht Licht muß gut monochromatisch sein,
Vorkegel, s. Kausalzusammenhang, Verwechslungen des V. m = Milli mit darauf, daß die in das Thermometer- wenn man übersichtliche Interferenz“
beschränkter, der physikalischen Welt. der. Einheit m = Meter lassen sich gehäuse einströmende Luft durch eine erscheinungen erhalten will. Der
Vorsatz. V. dienen zur Bezeichnung vermeiden, wenn man die Einheit m eingebaute Schraubenspindel gezwun- durch die V. gelieferte Wellenlängen-
von Vielfachen und Teilen der Einhei- möglichst weit nach rechts schiebt, gen ist, einen Wirbel zu bilden. Im bereich 44 muß kleiner als das Dis-
also z. B. nicht m kp und m N, son- Wirbelkern, in dem Abkühlung der persionsgebiet AA des Interferenz-
da= Deka = 10: dern kpm und Nm oder kp-m und durchströmenden Luft proportional spektroskops, d. h. kleiner als derje-
h= Hekto = 10° N - m schreibt. der Fluggeschwindigkeit erfolgt, ist nige Wellenlängenbereich sein, der
k=Kilo = 10° Fürdie Anwendungder V. gelten fol- der Temperaturgeber angebracht. Die gleichzeitig verarbeitet werden kann.
gende Regeln: Jeder V. ist bei jeder Temperaturerhöhung durch Reibung Da AA = Ä/k (k Ordnungszahlderin.
M=Mega
G-Giga
= 1%
-1® Einheit zulässig, wenn keine Mißver- und Kompression wird so kompen- terferierenden Strahlen, bei Interfe-
T=Tera = 10 ständnisse entstehen können. Produk- siert durch die Abkühlung im Wirbel- renzspektroskopen häufig = 10° bis
d=Dezi -101 te von V.sollten vermieden werden. zentrum. Das V.-T. der Firma Bendix 10%) zwischen 10° bis 10° cm, d. h.
c = Zenti = 10° Die V. sind keine selbständigen Ab- Friez-Baltimore gibt ie Werte zwischen 1A bis 0,1 A liegt, mußdie
m=-Milli =10* kürzungen für Zehnerpotenzen, son- bis zu einer Fluggeschwindigkeit von V. für gute Monochromasie sorgen.
dern jeder V.bildet mit dem dahin- = 900 kmih. Am besten verwendet man einzelne
u = Mikro = 10% terstehenden Einheitenzeichen ein S. a. Thermometer, akustisches, und i glichst geringer Linienbrei-
n= Nano = 10°
Ganzes. Es ist also z. B. cm!=(cm)?= Kompensationsthermometer. [30] te aus einem Linienspektrum. [17]
p= Piko = 10° =10*m? (und nicht c m?=10* m?). Vorticity, ein Ausdruck für die *Zir- V-Teilchen. Der Name rührt von
f = Femto = 1015 Man sagt deshalb auch nicht »Zenti- kulation der Luft in der Atmosphäre. einer phänomenologischen Beschrei-
a=Atto 10".
quadratmeter«, sondern »Quadratzen- Sie ergibt sich aus dem Vektor bung des Zerfalls von neutralen K-
Die bisher üblichen V. da bis T und d timeter (oder»Zentimeterquadrate). &= rot», wobei d(x,y,2) das die Mesonen oder Hyperonen im Fluge
bis p wurden 1958 vom Internationa- Ebenfalls falsch ist die ab und zu ver- Luftbewegungen beschreibende Vek- her. Die neutralen Teilchen können
len Komitee für Maß und Gewicht wendete Wortbildung »Megakubik- torfeld darstellt. in zwei geladene Teilchen zerfallen,
bestätigt; die Genehmigung der V. f metere für 10° m’. Mankann hier nur Lit. Raethjen, P.: Kurzer Abriß der Me- deren Spuren man in der Nebelkam-
und a ist demnächst zu erwarten. Die ie Abkürzung hm? verwenden und teorologie. 3. Bd. Wolfenbüttel 1947. [33]
Vorvakuum, eine künstliche, einer mer als ein mehr oder weniger auf
10. General Assembly der Internatio- sie »Kubikhektometer« nennen, noch Hochvakuumpumpe vorgeschaltete den Kopf gestelltes V erkennt. V-T.
nal Union of Pure and Applied Phy- besser »Hektometerkubuse. Atmosphäre geringen Druckes, derart, wurden erstmals 1947 beobachtet.
sics hat die V. f und a 1960 angenom- Die V. sind wie die Einheitenzeichen daß dieser Druck vorhanden sein Aufnahmenvon V-Spurenin der Ne-
men. in senkrecht stehenden (Antiqua-)let- muß, damit die nachgeschaltete Pum- beikammer s. Genetik (Abb. 1 u. 2
Bemerkungen: tern zu setzen; dies gilt auch für die 7
u In Frankreich gelten noch folgende dem griechischen Alphabet entnom- pe wirksam arbeiten kann. Bei Diffu- Vulkan, früher vermuteter Planet,
menen Zeichen, z. B. u, 0. Die V. sionspumpen z. B.ist deren Wirksam- der innerhalb der Bahn des Merkur
"Enengpra=10%, dm-Dimi=104. stehen vor den dazugehörigen Einhei keit so lange nicht von der Güte des um die Sonne laufen sollte und des-
tenzeichen ohne Zwischenraum (s. Vorvakuums abhängig, als der Druck sen Gravitation dennichter]
2. In Deutschland wurde für Deka im Vorvakuum kleiner ist als der Rest der *Merkur-Perihell
früher das Kurzzeichen »D« benutzt; DIN 1301, DIN 1338). [13] Dampfdruck des Treibmittels am verursachen sollte. Das Problem ist
in der Mehrzahl der Länder ist das Vorschaltwiderstand. Zur Definition Dampfrohrende.
bereits 1879 vom Internationalen Ko- s. Rheostat. Vorwiderstände zum Lit. Ebert, H.: Z. Instrkde. 51, 337 inzwischen durch die allgemeine *Re-
mitee für Maße und Gewichte Schutz vor Überlastung benötigen (1931). [10] lativitätstheorie geklärt. [5]
legte und später wiederholt bestätigte Gasentladungen mit fallender Cha- Vorzerlegung. Bei besonders hohen V-Zentren in Alkalihalogenidkristal-
Kurzzeichen »da« üblich. Das Kurz- rakteristik bei Gleichspannungsan- ‚Ansprüchen an spektrale Reinheit be- len sind Kationenlücken, in welchen
zeichen »dk« wird in Österreich heute schluß, wie der gewöhnliche *Licht- gnügt man sich nicht mit einer einfa- ein Defektelektron eingefangen ist.
noch benutzt; in Großbritannien war bogen unddie *Glimmlampe.[26] chen spektralen Zerlegung (z. B. in Sie bilden gegebenenfalls mit anderen
es früher üblich. Vortex-Thermometer. Ein dem einem Prismenmonochromator), da Störzentren zusammen Komplexe und
Zahlenmäßige Angaben lassen sich Fahrtwind eines Flugzeuges ausge- das einfach zerlegte Licht immernoch veranlassen dann eine ganze Reihe
am leichtesten erfassen und behalten, setztes Thermometererfährt eine zu- einen gewissen Anteil an Streulicht weiterer Absorptionsbanden im Spek-
wenn die Zahlenwerte etwa zwischen sätzliche dynamische Erwärmung und aller Wellenlängen enthält, sondern trum des Kristalls, die neben der Vı-
1 und 1000 liegen. So hat man von zeigt deshalb zu hohe Temperaturen man bringt eine V. an (entweder Bande des isolierten V-Zentrums als
einer Masse von 24 mg eine deutliche- an. Bei der Geschwindigkeit eines *Doppelmonochromator oder Vor- Ve-, Var, ... Banden bekannt sind.
re Vorstellung als von einer Masse modernen Verkehrsflugzeuges von schalten eines Absorptionsfilters vor S. Farbzentren. [37]
von 0,024 g oder 2,4 - 10. Deshalb 900 km/h zeigt das Thermometer et-
empfiehlt sich die Benutzung der V., wa 25°C über die wahre Tempera-
vorallem der V. k, M, G, T sowie m, tur der umgebenden Luft. Da es wich-
32 33
Wärmeäiquivalent
Ww der Platte A in die Objektebene C ab.
Dabei erhalten die Elemente der Plat-
hung auf Raumbestimmung_über-
haupt, erscheint die Wärme daher als
te A bereits die geometrische Form ausdehnend, indem sie die Beschrän-
IKurzeichen für die Einheit Watt. + 10° T. Das bekannteste Gerät die- des Objektfeldes und schließen lük- kung aufhebt, welche das Specifizie-
ser Art ist das von A. Schmidt. kenlos aneinander an. Im Objektfeld ren des gleichgültigen Einnehmens
Waage, s. Federwaage und Hebel- Lır. Schmidt, Ad.: Zischr.f. Geophysik überlagern sich die Bilder aller Ra- des Raumesist.«
waage. 14 (1938). [6] sterelemente der Platte A und erge- Entscheidend waren die Überlegun-
Waage, magnetische. Die m. W. wird Waage, osmotische, s. Osmose. ben_eine gleichmäßige Beleuchtung gen vonJulius Robert Mayer (1841)
zur Bestimmung der örtlichen Ände- Waals, Johannes Diderik van_der. des Objektes(s. Abb.). [18] und die wenig später von Joule durch-
rung der erdmagnetischen Vertikal- Holl. Physiker. Geb. 23. 11. 1837 in Wachstumstextur, Struktur, über- geführten systematischen Versuche
Intensität verwendet. Leiden, gest. 8. 3. 1923 in Amsterdam. molekulare, bei natürlichen *Hoch- (1842 bis 1850). Sie zeigten eindeutig,
Ein Magneistab wirkt als Waagebal- 1864 Lehrer an der höheren Bürger- polymeren, auch native *Textur ge- daß die W. eine Energieform ist und
ken. Drehpunkt und Schwerpunkt schule zu Deventer, 1866 in gleicher nannt.[41] . daß ein festes Zahlenverhältnis zwi-
fallen nicht zusammen; man kann Stellung in Den Haag, 1877 (Grün- Wachstumszwillinge, s. Kristallzwil- schen der mechanischen Energie und
abererreichen, daß in der Ausgangs- dung der Univ.) bis 1908 Prof. der linge. der ausihr erzeugten W. besteht (me-
station das Drehmoment der Schwe- Physik an der Univ. Amsterdam. 1910 Wälzpumpe, s. Ölluftpumpe. hanisches *Wärmeäquivalent).
re und die Drehmomente der Verti- erhielt v. d. W. den Nobelpreis für Wärme. Zahlreiche Beobachtungen Vondiesen Gedanken ausgehend for-
kal- und Horizontalintensität im Physik für seine Arbeiten über die auf dem Gebiet der *Wärmelehre, z. mulierte Helmholtz den Satz von der
Gleichgewichtstehen und der Waage- Zustandsgleichung realer Gase. Ar- B. das große Gebiet der *Wärmelei- Erhaltung der Energie unter Ein-
balken horizontalist. Wird das Ma- beiten: v. d. W. begründete die kine- tung, legten es nahe, die W. als einen schluß der Wärme-Energie (*Ener-
gnetfeld - durch Ortswechsel - ge- tische Theorie der Flüssigkeiten,lei- unwägbaren Stoff aufzufassen (Kalo- giesatz), der dann als I. *Hauptsatz
ändert, das Gleichgewicht mithin ge- tete unter Berücksichtigungder inter- rikum, s.u. Phlogiston), der weder der Thermodynamik grundlegend für
stört, so erleidet der Waagebalken molekularen Kräfte die thermodyna- erschaffbar noch zerstörbar sei. An- die weitere Entwicklung wurde.
eine Ablenkung Ag aus der Horizon- mische Zustandsgleichung für reale dere Vorgänge widersprachen jedoch Welcher Art diese Energie sei, dar-
talebene. Ist M das magnetische Mo- Gase ab und bestätigte diese experi- dieser Ansicht, so die Beobachtung über war damit noch nichts ausge-
mentdesStabes, m g sein Gewicht, s menkell. [43] Rumfords(1798) über die starke Er- sagt. Krönig, Clausius und Maxwell
der Abstand Schwerpunkt-Schneide van-der-Waalssche Kräfte, s. Kraft hitzung beim Ausbohren von Kano- postulierten, daß Wärmeenergie mit
und A der Winkel zwischen dieser van-der-Waalssche Zustandsglei- nenrohren unter Wasser, das bis zum der kinetischen Energie der Moleküle
Verbindungsgeraden und der magne- chung, s. Zustandsgleichung. Sieden erwärmt wurde. Hier wurde gleichzusetzen sei, eine Hypothese,
tischen Achse des Stabes, so ist für Wabenkondensor. Bei optischen Ge- offensichtlich die W. beim Bohren er- die durch die Beobachtung der Brown-
die Ost-Westlage räten besteht zuweilen der Wunsch, zeugt. Den Erklärungsversuch der schen Molekularbewegung und viele
mas sinA. die. beleuchtende Lichtquelle in die Anhänger der Stofitheorie, daß das andere. Beobachtungen und Überle-
AZ=-Ap "ig Objektebene abzubilden. Das setzt beim Bohren erzeugte Metallpulver gungen in starkem Maße gestützt
voraus, daß die Lichtquelle eine eine kleinere spezifische Wärmekapa- wird. Sie führte zur Entwicklung der
Temperaturkorrektion - am besten gleichmäßig leuchtende Fläche dar- zität haben könnteals das kompakte kinetischen *Gastheorie und, allge-
empirisch ermittelt durch Heizen des stellt, weil bei einer solchen Anord- Metall, widerlegte Rumford durch meiner, zur kinetischen Theorie der
Zimmers - ist erforderlich, da Tem- nung schließlich Objekt und Licht- den Versuch. Materie (kinetische Wärmetheorie),
peraturänderungen sowohl M wie quelle gleichzeitig scharf erscheinen Davy zeigte, daß beim Reiben zweier die sich als außerordentlich fruchtbar
auch die Drehmomente ändern kön- und die Unregelmäßigkeiten der Eisstücke ein Teil des Eises zu Was- erwies.
nen. Die Empfindlichkeit wird ge- Lichtquelle damit sichtbar werden. ser wurde, trotz der hohen Schmelz- S. a. Wärmelehre.
steigert durch Steigerung des Wertes Diesen Mangel vermeidet der W. Er wärme des Eises und obwohl die spe- Lrr. Baehr, H. D.: Der Begriff der Wär-
von m g[M (Sonderlegierungen, kur- besteht aus zwei Linsenrastern, deren zifische Wärmekapazität des Wassers me im historischen Wandel und im axio-
ze Magnetstäbe), s soll schr klein sein Elemente gegenseitig zugeordnetsind. mehr als doppelt so groß ist wie die matischen Aufbau der Thermodynamik.
(<"/u mm). Für Schwereänderungen Jedes Elementder ersten Rasterplatte des Eises. Auch hierbei wird unzwei- Brennstoff-Wärme-Kraft 15, 1 (1963), S.
ist das Gerät empfindlich i A bildet die Lichtquelle auf das zuge- felhaft W. erzeugt. 1-7. - Baehr, H.D.: Thermodynamik.
& um 0,1 Gal, so ändert sich AZ um hörige Elementder Rasterplatte B ab, Auch die Philosophen haben sich um
Berlin-Heidelberg-New York 1966.[9]
Wärmeäquivalent. 2) Mechanisches
3 bis 4-10°’T in mittleren Breiten. und umgekehrtbildet jedes Element den schwierigen Begriff der W. be- W. Nach dem *I. Hauptsatz der Ther-
Erreichbar ist eine Genauigkeit von derPlatte B das zugeordnete Element mühr. Interessant ist in diesem Zu- modynamik kann eine Wärmemenge
sammenhangein Versuch Hegels, das Q jederzeit in mechanische Arbeit A
Wesen der W. von seiner Naturpl umgerechnet werden (Arbeitswert der
losophie her zu erfassen: »Die Wi Wärmeeinheit):
meist. das sich Wiederherstellen der A=i0.
Materie in ihre Formlosigkeit, ihre
Flüssigkeit, der Triumpf ihrer ab- Der, Umrechnungsfaktor j wird als
stracten Homogeneität über die spe- mechanisches Wärmeäquivalent be-
cifischen Bestimmtheiten; ihre ab zeichnet, (In Gleichungenwird er üb-
stracte und ansichseyende Continui- licherweise weggelassen.) Er wurde
tät, als Negation der Negation, ist zuerst von Robert Mayer 1840 aus
hier als Activität gesetzt, als daseyen- den Versuchen von Gay-Lussac über
34 des Auflösen. Formell, d.i. in Bezie- die spezifische Wärmekapazität bei
35
Wärmeausdehnung Wärmediagramme
konst. Druck und bei konstantem ein Jans gleich 0,238920 calıs-, eine Wärmeaustauscher spielen in der stallverformung durch_die Erwär-
Volumen berechnet und unabhängig KWgleich 860,3 kcal. Wärmetechnik eine große Rolle und mung auf bestimmte Temperaturen
davon von Joule zuerst gemessen S.a. Kalorie. werden in zahlreichen Ausführungs- und durch zeitlich gesteuerte Abküh-
(1842 bis 1850). Die Abb. zeigt, wie Lır. Stille, U.: Messen u. Rechnen i. d.
Physik. Braunschweig 1961. - Sacklowski,
formen hergestellt. Sie dienen nicht lung. Festigkeit, Härte und Zähigkeit
die Genauigkeit des Wertes in der nur zur Ausnützung von Abwärme lassen sich durch eine solche W. be-
folgenden Zeit gesteigert werden A.: Physikal. Größen und Einheiten,
Einheitenlexikon. Stuttgart 1966. [9] und zur Verbesserung des Wirkungs- einflussen.
konnte. Wärmeausdehnung, s. Ausdehnung, grades, sie ermöglichen in vielen Fäl- S. Anlassen, Härten von Stahl, Tem-
mnf3 12 thermische. len erst die Durchführungeines Ver- pern, Glühbehandlung, Aushärten.
fahrens (s. Gasverflüssigung). Man BD
Wärmeausstrahlung der Erde. Wird unterscheidet 2 Typen:
205 ]
ar die Erde als Ganzes als »Schwarzer
Körper« angenommen,so_strahlt sie *Rekuperatoren sind kontinuierlich
Wärmebewegung. a) Unter _W. ver-
steht mandiejenige ungeordnete Be-
nach dem Planckschen *Strahlungs- arbeitende W.., bei denen die strömen- wegung mikroskopischer Bausteine
gesetz. Nimmtman als mittlere Tem- den Medien durch Wände getrennt der Materie (Moleküle, Atome, Ele-
95
peratur der Erdoberfläche 15,2 °C = sind, die möglichst gut wärmedurch- mentarteilchen), die sich makrosko-
288,36 °K an, so bedeutet dies, daß lässig sein sollen. (Für bestimmte pisch im Wärmeinhalt eines Stoffes
82, die’ Maximalintensität der Ausstrah- Fälle kommen trotz der schlechten ausdrückt. In den meisten Fällen
—edahr W916 Wärmeleitzahlen auch Kunststoffe in kann die kinetische Energie der W.
Mechanisches Wärmeäquivalent lung bei einer Wellenlänge von A= Frage, da die Wärmeübergangszah- mit Hilfe des *Gleichverteilungssat-
10 um liegt. Die von der Erdoberflä- len bei geringer Wanddicke die grö- zes berechnet werden. Innerhalb ge-
Heute gelten folgende Werte: he abgestrahlte Energie muß die Bere Rolle spielen.) - Man kann die wisser Grenzen kann die W. sichtbar
Atmosphäre durchsetzen. Dabei un- Rekuperatoren als Gegenstrom-W., werden.
j= 4,1855 10, IE. terliegt sie derAbsorption durch Was- b) W. Sinne von Wärmetransport
serdampf, Kohlensäure, Ozon und Gleichstrom-W. oder Kreuzstrom-W.
Sauerstoff sowie von flüssigem Was- ausbilden (s. Gegenstromprinzip). ınd Wärmeübertragung s. a. Wärme-
= 4,1855 - 10° ser (Wolken). Wenn auch nach dem *Regeneratoren sind periodisch arbei ibertragung. [7]
*Kirchhoffschen Strahlungsgesetz der tende W. mit einer wärmespeichern- Wärmebilanz. Bei physikalischen und
Absorber seinerseits wieder strahlen den Masse von möglichst großer technischen Vorgängen, bei denen
muß,kann trotzdem nur ein Teil der Oberfläche. Um trotzdem ein einiger- thermische Prozesse eine Rolle spie-
mkp von der Erdoberfläche ausgestrahlten maßen kontinuierliches Arbeitsver- len, kann maneine Bilanz der Wär-
= 4268010 as Energie den Weltraum erreichen; der fahren zu erhalten, ordnet man die memengenaufstellen. Eine solche W.
Rest bleibt in der Atmosphäre und Regeneratoren paarweise an und dient zur Kontrolle oder zur Berech-
1 kcalıs- entspricht also 426,80 m kp. dient zu ihrer Erwärmung, wird auch schaltet sie im Wechsel. nungeines fehlenden Betrags, vor al-
Entsprechendgilt zum Teil wieder zum Bodenzurü Die moderne Entwicklung hat viele lem der Wärmeverluste. [9]
3 = 4,18684 - 107 erg/calır = gestrahlt. Es ist entscheidend, daß Sonderformen von W. bedingt, Ein Wärmebilanz der Erdatmosphäre. Da
sich im Bereich der Wellenlänge A = Beispiel: Als Hochtemperatur-Vor- sich die mittleren Lufttemperaturen
= 426939 - 10 mp
an 10 um keine Absorptionsbande be- wärmer für die Verbrennungsluft in in der Erdatmosphäre während lan-
findet, d.h., daß gerade Strahlung MHD-Dampfkraftwerken stehen ger Zeiträumenicht merklich ändern,
Einer kcalır entsprechen also 426,939 dieser Wellenlänge, die am Intensi- »Regen-W.« zur Diskussion, in denen ist die Atmosphäre im thermischen
mkp. tätsmaximum liegt, durch ein »Ab- Keramikkugeln oder geschmolzene Gleichgewicht, d.h., Ein- und Aus-
Der Wert 1jj ist das kalorische *Ar- sorptionsfenstere die Erde endgültig Salztröpfchen als Wärmeträgereinem strahlung sind gleich groß. Der neue-
beitsäquivalent verlassen kann. Wäre dieses Fenster heißen Gasstrom entgegenfallen. ste Versuch einer Aufgliederung der
b) Elektrisches W. Das Verhältnis nicht vorhanden, so könnte die lang- Lit. Ullmanns Encyklopädie der techn. Energieströme im Mittel über die
zwischeneiner in elektrischen Einhei- wellige Strahlung den Bereich der Chemie. Bd. 1. München-Berlin 1951. — Erdoberfläche und über alle Jahres-
ten und einer gleichgroßen in W Atmosphäre nicht verlassen, es käme Hausen, H.: Wärmeaustausch im Gegen- zeiten stammt von Lettau(s. Abb.).
meeinheiten ausgedrückten Energie zu einer verstärkten »Glashauswir- strom, "Gleichstrom und Kreuzstrom Lır. Lettau, H.: A Study of Mass, Mo-
heißt, das elektrische Wärmeäquiva- kung« und damit zu einer wesentlich (1950). - Gregorig, R.: Wärmeaustau-
scher. Fortschritte der Verfahrenstech-
‚mentum and Energy Budgetof the Atmo-
lent j'. höheren Temperatur der Atmosphäre. nik 1964/65. Weinheim 1967. - Weaver,I.
sphere. Arch. Met. Geophys. Biokl., Ser.
u Die aus der effektiven W. d. E. nach M.: Plastic Film Heat Exchangers. Chem.
A, Bd. 7 (1954).[33]
7 = 418417 den Strahlungsgesetzen ermittelte »ef- Progr. 56, 7 (1960), $. 49-51. - Kühne, Wärmebrücken, s. Kältebrücken.
fektive Strahlungstemperatur« der H., und F. Heyn: Wärmeaustauscheı Wärmedämmzahl, svw. Wärmedurch-
Int Erdebeträgt 254 °K. DECHEMA-Erfahrungsaustausch. Frank- gangswiderstand, Kehrwert der Wär-
= 4,1847 - 10° Kealıs * Lit. Hann-Süring: Lehrb. d. Meteorolo- Grassm; ‚medurchgangszahl, s. Wärmeübertra-
gie. Leipzig 1939.[6] gung. 9]
Eine kcalıs- ist also gleich 4184,7 Jınt, Wärmeaustausch, 5. Wärmeübertra- . - Kraussold, H.: Wärmeaustau-
scher,ein Überblick über die Entwicklung Wärmediagramme - eingeführt durch
eine calır also gleich 4,18684 Tas . gung. der letzten Jahre. Verfahrenstechn. 2, Belpaire (1872) und ausgebaut von
der reziproke Wert 1/j’ ist Wärmeaustausch durch Strahlung, s. (1968) S. 203-209.[9] Mollier (1904) - fußen auf den Er-
Wärmestrahlung und Wärmeübertra- Wärmebehandlung von Metallen Kenntnissen des *II. Hauptsatzes der
ons Sr
ine oder Legierungen: Die Beseitigung Thermodynamik. Als Abszisse wird
Em.Reinders, H.: Wärmesustausch durch unerwünschter Eigenschaften wie die Entropie genommen,als Ordinate
Ein Jıne ist also gleich 0,23896 calız, Strahlung. Düsseldorf 1961. [9] Sprödigkeit, innere Spannung, Kri- entweder die Temperatur (*T,s-Dia-
36 37
Wärmedurchgang Wärmekapazität, atomare
legt. Die Skala des Millivoltmeters nach Gibbs auch »Wärmefunktion«
kann unmittelbar in J/m?-s einge- oder nach Kamerlingh Onnes »*En-
5 teilt werden, so daß der Wärmefluß thalpie«, ist definiert als h= u + pv.
8 Bilanz: direkt ablesbar ist. $. a. Wärme- Diese Funktiontritt an Stelle der in-
strommesser. neren *Energie bei Vorgängen, die
8x Lit. Schmidt, E.: Arch. Wärmewirtsch. unter konstantem Druck verlaufen.
5. 9 (1924). Raisch, E.. und K. Schropp: Beim _Joule-Thomson-Versuch (s.
Be
L282__3272 +100-100=0
11 der
een
ie thermoel. Temp.- u. Wärmeflußmes- Joule-Thomson-Effekt) bleibt h kon-
ıng. Forschungsheim f. Wärmeschutz e.
Atmosphäre V. 8. München 1930.- Eichert, G.: ATM stant, also
m. Lig. 194, S. 57-60, V 23-1. [£
Wärme, fühlbare, nennt man die in ) . (&
® +21-21=0 dr + an)rdr -0
2 2 wolkenlose Gasen enthaltene Wärme, soweit sie
3 0 #7 “ Aumospl nur durch deren Wärmekapazität be- und (T/°p) h=0. In Analogie zur
dingtist. Außer Betracht bleibt dabei kalorischen *Zustandsgleichung wird
8 +30-30=0 die als chemische Energie gebundene die Abhängigkeit des W. von der
x Mittlere Wolke Wärme (Verbrennungswärme) und Temperatur und dem Druck erfaßt
+54-54=0 die latente Wärme. [9] durch
=25 332 +22 2 20 4 9 ‚Erdboden Wärmefunktion (Gibbssche Wärme-
un funktion), s. Enthalpie und Wärme- T.
s inhalt. [9]
5 5 We te Bol +ltBe Wärmegewicht. Aus dem Wirkungs- hor — hporo = [ o-dT+
grad eines Camotschen *Kreispro-

ftir
zesses
anne kurzwellige Strahlung ee langwellige Strahlung 4-@ _Tı-T
=> Übertragung lotenter Wärme = Übertragung fühlborer Wärme
% Schneeschmelze
nn Ti
2. Niederschlagswärme ergibt sich Bei Vorhandensein ihrer Be-
100 relative Einheiten = 1,3X10% cal/Jahr = 0,485 cal cm-* min-1= 485 MLY/min a 0 standteile (Molekülzahln) ist bei kon-
Globale Wärmebilanz nach Lettau
(Langjähriges Mittel über gesamte Erdfeste, Atmosphäre und Weltraum) Tı Ta° stanter Temperatur, Druck und Mo-
lekülzahl der übrigen Bestandteile
alT wird W. oder reduzierte Wärme- Sh/öng der partielle W. für n.. Der
gramm) oder der Wärmeinhalt (*h,s- Beispiele: menge genannt(Clausius). Bezeichnet
Diagramm). S. a. Mollier-Diagramme. man aufgenommene Wärme positiv, W. wird angegeben in kl/kg oder in
Lır. $. Mollier-Diagramme. [9] Time grd- Kealmt - abgegebenenegativ,so gilt: kJ/mol (früher in kcal/kg oder in
Wärmedurchgang, Brot
_Wärmedurch- se +grdchlfe 1. Für den homogenen Arbeitsstoff kcal/mol). [9]
gangszahl, s. Wärmeübertragung . Kupfer ss sis ist Wärmeisolierung, s. Wärmeschutz.
irmedurch gangswide rstand ist der
Silber am 45 Wärmekapazität. Das Produkt aus
Kehrwert der Wärmedur chgangsz ahl,
Aluminium 230 38 Masse und spezifischer *Wärmekapa-
s. Wärmeübertragung. [9] Eisen 10 22 zität eines Körpers nennt man seine
Wärmedurchlaßzahl, syw. Wärme- Glas 105 212 W.Es ist die Wärmemenge, die nötig
durchgangszahl, s. Wärmeübertra- Ziegelstein
Kork
81
125
117
18
ür den Arbeitsstoff einschließlich
Wärmebehälter ist 2 q/T = 0 bei re- ist, um den Körper bei gegebener
gung. [9] Teripecatur uin 1 grd zu erwärmen.
Wärmedurchschlag, s. Durchschlag, Glaswolle El 08 versibler Führung des Prozesses,
£ q/T < 0 bei irreversibler Führung.
elektrischer. Lır. Gröber, Erk, Grigull: Die Grund-
gesetze der 'Wärmeübertragung. Berlin- Fürbeliebige Kreisprozesse, die man Wärmekapazität, atomare (Atom-
Wärmeeindringzahl. Die Wärmemen- Göttingen-Heidelberg 1963. [9] in einzelne Carnotscheaufgeteilt den- wärme), die Wärmemenge, die nötig
ge, die aus einem ursprünglich gleich Wärmeeinheit, Abkürzung W. E., im ist, um ein *Grammatom’ (Atomge-
temperierten, einseitig unendlich aus- ken kann, gilt entsprechend
‚gedehnten Körper an der Grenzfläche Heizungsfach noch übliche Einheit wicht in Gramm) eines Stoffes um
zu einem kühleren Raum in einer end- für Wärmemenge, gleichbedeutend $4=0 bzw. <0. 1 grd zu erwärmen. Die a. W.ist also
lichen Zeit austritt, ist proportional mit Kilokalorie. [13] das Produkt aus Atomgewicht und
der Größe Wärmeempfindung, s. Wärmesinn. Lit. Kohlrausch, K.W.F.: Ausgew. spezifischer Wärmekapazität, gemes-
b= Vheo Wärmefluß, svw. Wärmestrom, s. Kap. a. d. Phys., III.Teil, Wärme. Wien sen in J/grd, wobei die Bezugsiempe-
Wärmeübertragung.[9] 1948. [9] ratur anzugeben ist.
(A Wärmeleitzahl, c spez. Wärmeka- Wärmeflußmesser dienen zur Prü- Wärmegrenzschicht, s. Temperatur- Manunterscheidetdie a. W.bei kon-
pazität, ge Dichte). Man bezeichnet fung des durch eine Fläche geringer grenzschicht und Grenzschicht, ther- stantem Druck (C,) und die a. W. bei
diese Größe als W.Sie ist gleichzeitig Wärmeleitfähigkeit (Isolierung) ge- mische. konstantem Volumen (©). Bei &»
ein Maß für die Wärmespeicherfähig- henden Wärmeflusses. Sie werden als Wärmehaushalt des menschlichen wird während der Erwärmung der
keit und auch ein Maß dafür, ob ein Streifen oder Platten aus Gummi mit Körpers, s. Wärmeumsatz und Stan- Druck, bei ©, das Volumen konstant
Körperphysiologisch als »kalt« oder zahlreichen einvulkanisierten Ther- dard-Mensch. gehalten. Für feste Körper ist nach
»warme empfunden wird. moelementen auf das Objekt aufge- Wärmeinhalt bei konstantem Druck, der *Dulong-Petitschen Regel C,=
38 39
Wärmekapazität, molare Wärmelehre
273 pro grd (6,4 caligrd), Cu 2537 Spez. Wärmekapazität c, bei 20 °C
grd (6,0 cal/grd). Die Regel gilt nur
für normale Temperaturen und hier Img» grd| calır/g -
“erd
mit erheblichen Abweichungen (Dia-
mant5,8, amorpher Kohlenstoff 13 37 Feste Körper:
grd). Nach Nernst ist sie der Grenz- Uran 12 0,028,
fall einer allgemeineren Gesetzmä- Blei 129,3 0,0309
Bigkeit, nach der die a. W. stark von Gold 109,3 0,0309
der Temperatur abhängt und beim Platin 13,1 0,0318
absoluten Nullpunkt für alle Stoffe Silber 24 0,056
Null wird (Nernstscher Wärmesatz, 5. Molybdän 21 0.060
Hauptsätze der Thermodynamik). S. Kupfer 3 0,092
Zink 387 0,0925
a. T°-Gesetz von Debye.[9] Nickel 48 0,107
Wärmekapazität, molare (Mol Eisen 42 0,108 Inäpter
me), ist das Produkt aus Molekular- Calcium @ 0,155
gewicht und spezifischer *Wärmeka- Graphit a 78 0,18
pazitäi Kalium a om
Wie bei der “atomaren W. unter- Aluminium 86 0,214
scheidet man eine m. W. bei konstan- Magnesium 17 0,243
Natrium 210 020 Erwärmungverschiedener Substunzenbei Zufuhr gleicher Wärmemengen
tem Volumen €, und eine m. W.bei Beryliium 150 0,418 (schematisch)
konstantem Druck C,. Es sind dies Eis 200 0,50 auch durch Integration aus der wah- chung der spezifischen Wärme von
die Wärmemengen, die nötig sind, um Lithium zo 081 Was-
1 moldes Stoffes bei konstantem Vo- Flüssigkeiten: ren ergibt: ser bei 10 bis 500 °C und bei Drücken bis
lumen bzw. bei konstantem Druck Quecksilber 19,4 0,0333 ‚500 kp/cm®. Brennstoff-Wärme-Kraft 12,

um 1.grd zu erwärmen. Brom “| on 4


T, 2 (1960), 73. [9]
Schwefelkohlenstoft| 984 0,235 en.r 'Wärmekonvektion, s. Wärmeübertra-
Für Temperaturabhängigkeit, mole- Toluol mo 04 | enu gung.
kularkinetische Betrachtungen usw. Rizinusöl
Diäthyläther
1800
29
0,44
0,542
7, Wärmekraftmaschinen, Maschinen
gilt grundsätzlich dasselbe wie für die Glyzerin 290 0,57 5. a. Dulong-Petitsche Regel und 7- zur Umwandlung von Verbrennungs-
atomaren W. Athylalkohol 203 0,574 Gesetz). wärmein mechanische Energie. Dazu
Die Einheit ist J/(mol - grd), früher Methylalkohol 20 0,9 Bei sehr hohen Temperaturen, bei gehören die *Dampfmaschinen,
cal/(mol- grd). S. a. Neumann-Kopp- Cyanwasserstoff 205 0,627 denen die üblichen Gase vollständig *Dampfturbinen, *Heißluftmaschi-
sche Regel und 7°-Gesetz von Debye. Tsopropylalkohol 2717 0,649 dissoziiert und weitgehend. ionisiert nen, *Heizungskraftmaschinen, ferner
Lit. Kortüm, G.: Einf. in die chem. Wasser 482,6 0.9988 sind, nehmendie spezifischen W. sehr die große Gruppe der *Verbren-
Thermodynamik. Göttingen 1967. d’Ans schweres Wasser 42120 1,06 stark zu. nungskraftmaschinen, bei denen die
und Lax: Taschenbuch für Chemiker und jase: Die Druckabhängigkeit der spezifi-
Physiker. Bd. 1. Berlin-Heidelberg-New Jodwasserstoff 26 0,5 schen W. ist bei festen und flüssigen
Verbrennungswärme unmittelbar in
York 1967. - Landolt-Börnstein: Kalori- Bromwasserstoff 360 0.086 der Maschine erzeugt wird (Verbren-
nungsmotoren, *Gasmotoren).
II. Bd., 4. Teil. Chlor | 0116 Körpern meist gering. So ist die spe-
Frigen 12 8 0.119 zifische W. von Wasser bei 0 °C S. a. Quecksilberdampf-Kraftanlagen,
Auen 3 0125 bei_ 110° N/m? 4212 J/kg « grd, Sonnenkraftwerke, Kernenergie, Re-
mandiejenige Wärmemenge, die nö- Kohlenoxyd 87 0200 bei 300 - 10° N/m& 4162 J/kg + grd.. aktor, Strahlantrieb, Wirkungsgrad,
tig ist, um die Mengeneinheit eines Sauerstoft 9 0219 thermischer. [9]
Stoffes um 1 grd zu erwärmen. Sie Luft 1005 0,240 Durch Multiplikation der spezifischen
wird mit c bezeichnet und in Y/kg- Stickstoff 108 0,248 W. mit dem Atom- bzw. Molekular- Wärme, latente. Wärmemengen, die
Kohlendioxyd 10 0,29 gewicht erhält man die atom einem Stoff bei einer Umwandlung
grd angegeben. Äthylen 159 0,310 *Wärmekapazität (früher »Atomwär- zu- oder abgeführt werden, ohne daß
Diese Definition ist noch nicht ei Athan
Ammoniak
m
a0
0413
0,516 me«) bzw. die molare *Wärmekapa- sich die Temperatur dabei ändert,
deutig. Man kann in einem p v-Dia- Methan 218 0,50 zität (früher »Molwärme«) €, bzw. heißen latent (verborgen). Je nach Art
‚gramm auf einem beliebigen Weg von Athylamin 29 0, ©.. Bei idealen Gasen ist ©» um die der Umwandlung erhält die Um-
der Isotherme T zu der Isotherme Hellum 20 125 Gaskonstante R größer als €»: wandlungswärme eine entsprechende
T + 1 grd gelangen undan beliebiger Deuterium 780 13 Bezeichnung, z.B. Verdampfungs-
Stelle dieser Isotherme endigen. Da- Wasserstoff 120 3,42 G-&-R. bzw. Kondensationswärme, Schmelz-
bei muß jedesmal eine andere Wär- bzw. Kristallisationswärme. Hal-
memenge zugeführt werden. Wichtig Die spezifische W. hängt von der Lır. Plank, R.: Hdb. d. Kältetechnik. 2.
tepunkt. [9]
ist die isobare Anderung, die die spe- Temperatur ab, die daher angegeben Bd. Berlin-Göttingen-Heidelberg 195:
Ebert, H.: Phys. Taschenbuch. Braun- Wärmelehre. Die W. umfaßt alles,
zifische W. c» bei konstantem Druck werden muß. Unter wahrer spezifi- schweig 1966. — Jacobi, B.: Die Berech- was mit den Begriffen *Wärme, Thı
ibt, und die isochore für die spezi- scher W. versteht man einen Wert, nung der spezifischen Wärmen organi modynamik und *Temperatur zusam-
ie W. c» bei konstantem Volumen. der bei möglichst kleiner Tempera-, scher Stoffe im idealen Gaszustand ä wirklich ablaufen-
Beide Werte unterscheiden sich vor turdifferenz bei der Messung gewon-, Summe der äußeren und inneren Bewe-
allem bei Gasen (s. Gastheorie, kine- nen wordenist. Bei größerem Tem- zungsenergie nach der Bindungsfrequenz-
methode. Wiss. Z. TH Dresden 10, 2 meumsetzungen verbunden
tische). Bei festen Körpern wird meist peraturintervall erhält man die mitt- (1961), S. 327-336. - Sirota, A. M., und (*Reibungswärme, Reaktionswärme,
©» angegeben (s. Tabelle). lere spezifische W. crı.r, die sich, B. K. Malzev: Experimentelle Untersu- *Stromwärme, *Wärmetönung usw.)
EN} 4
Wärmelehre Wärmelehre
und da ein großer Teil der vom Men- sich »inhaltsleere« System Begriffe schen *Staristik, die ein weiteres Ge- Die Thermodynamik der irreversil
schen benützten Energiemengen in aus der Erfahrungoder aus der mole- biet der Physik gewordenist. len Prozesse ist der Inhalt verschi
Form von Wärme gewonnen wird kulartheoretischen Betrachtungsweise Die Molekulartheorie macht Aussa- dener grundlegender Arbeiten gewor-
oder bei der Erzeugung diese Form hineinbringt. - DerIII. Hauptsatz al- zen über Stoffeigenschaften. Sie ge- den. Es ist jedoch bisher nur in be-
durchläuft, kommt der Wärme eine lerdings (Nernstscher Wärmesatz) stattet ferner, den zeitlichen Ablauf schränktem Ausmaß gelungen, die
‚ganz besondere Bedeutung im physi- sagt, wenn auch in schr allgemeiner von Veränderungen zu behandeln, Brücke von den theoretischen Ab-
kalischen Geschehen zu. Die Sonder- Form, etwas über Stofleigenschaften also die Geschwindigkeit des Ablaufs handlungen zu den praktischen An-
stellung der Wärme gegenüber ande- aus. von Vorgängen. Die Thermodynamik wendungen zu schlagen.
ren Energieformen zeigt sich auch Wie sich das Wort Thermodynamik befaßt sich im Gegensatz dazu we- In sehr starkem Maße hat sich die
darin, daß die Erforschung der Wä aus den zwei Begriffen Wärme und sentlich mit Gleichgewichtszuständen. Verfahrenstechnik auf dem Gebiet
meerscheinungen grundsätzlich neue Kraft zusammensetzt, so befaßt. sich Für den Fall der Abweichung vom der W. verbreitert und vertieft. Eine
Betrachtungsweisen mit sich brachte, die Thermodynamik im wesentlichen Gleichgewicht legt sie i. allg. nur bei große Zahl von Stoffkonstanten von
die auch auf das Gebiet der Erkennt- mit den makroskopischen Bezichun- irreversiblen Vorgängen die Richtung weiteren Stoffen und Stoffgruppen, in
nistheorie übergreifen (Unterschied gen und Umsetzungenzwischen Wär: des Ablaufs fest. sich immer weiter ausdehnenden
zwischen makroskopischer und mol me undKraft bzw.Arbeit. Den Zusammenhang zwischen beiden Druck- und Temperaturbereichen, ist
kularer Betrachtungsweise, Statistik, Über den molekularen Aufbau der Betrachtungsweisen kann man da- gemessen worden. Dabei haben auch
Kausalität, Umkehrbarkeit und Nicht- Materie kann die Thermodynamik durch herstellen, daß man die Ver- Stoffkonstanten aus dem Bereich der
umkehrbarkeit usw.). grundsätzlich keine Auskunft geben. teilungsfunktion” der verschiedenen irreversiblen Prozesse, wie Wärme-
Bei der theoretischen Behandlung der Mit den thermodynamischen Bezie- möglichen molekularen Zustände sta- leitfähigkeit, Viskosität und Diffusion,
W. sind zwei Betrachtungsweisen zu hungen wäre auch die Vorstellung tistisch ermittelt. Aus diesen Vertei- starke Beachtung gefunden (»Ther-
unterscheiden, die eigentliche ther- einer kontinuierlichen, nicht moleku- lungsfunktionen,also aus den Eigen- mische« Verfahrenstechnik).
modynamische und die molekular- laren Beschaffenheit der Materie ver- schaften der Moleküle, kann man Lır. Vorwiegend experimentelle Darstel-
theoretische(atomistische). träglich. Der II. Hauptsatz würde so- dann die thermodynamischen Zu- Jungen: Müller-Pouillet: Lehrbuch der
1. Die allgemeine *Thermodynamik gar die Auffassung von der Wärme standsfunktionen herleiten. Physik, Bd. III. Braunschweig 192:
geht von wenigen Axiomen, den als einem besonderen Stoff erlauben Die beiden Betrachtungsweisen er- Gerthsen, Chr.: Physik. Berlin-Göttin-
*Hauptsätzen der Thermodynamik, (Kalorikum,s. u. Phlogiston). gänzen sich. Die Vorstellungen und gen-Heidelberg 1966. Pohl, R. W.: Me-
aus, die zwar durch die Erfahrung in 2. Den zweiten Standpunkt für die Modelle der Molekulartheorie sind chanik, Akustik, Wärmelehre. Berlin-
Heidelberg-New York 1964. - Bergmann-
mannigfaltiger Weise gestützt wer- theoretische Behandlung der W. lie- geeignet, anschaulich darzustellen, zu Schäfer: Lehrbuch der Experimentalphy-
den, aber grundsätzlich nicht weiter fert die Molekulartheorie. Sie geht erschauen, Zusammenhänge zu schen. sik, Bd. 1. Berlin 1965. Grimseh-
begründbar sind. Der F von mehr oder weniger konkreten Die mathematisch elegante und ge- Schallreuter: Lehrbuch der Physik, Bd. 1.
faßt die Wärme als eine F Vorstellungen über den molekularen schlossene Form der Thermodynamik Leipzig 1957. - Baehr, H. D.: Thermo-
Energie auf und erweitert damit den Aufbau der Materie aus (kinetische ist für praktische Rechnungen das dynamik. Berlin-Heidelberg-}
*Energiesatz der Mechanik zum all- Theorie der Materie, kinetische *Gas- Gegebene. 1966. - Kohlrausch, F.: Praktische Phy-
‚gemeinen Energiesatz. Der II. Haupt- theorie). Daraus ergibtsich eine An- Obwohl die W. zu den klassischen sik, Stuttgart, Bd. 1960; Bd. 2, 1962. -
Kohlrausch K. W. F.: Ausgewählte Ka-
satz machtin sehr allgemeiner Form schaulichkeit der Darstellung, die für Gebieten der Physik gehört,ist in den pitel aus der Physik, III. Teil, Wärme.
‚Aussagen über die Richtung des Ab- die Klärung und Behandlung vieler letzten Jahren eine starke Entwick- Wien 1948. - Plank,R.: Handbuchder
laufs von Vorgängen (s. a. Entropie). Probleme und für das Erschauen von lung in mehrfacher Richtung festzu- Kältetechnik, Bd. (The
Grundlagen). Berlin-G
Die beiden Hauptsätze verknüpfen Zusammenhängen außerordentlich stellen: berg, 1953. Ebert,
verschiedenen der Messung zu- wertvollist. Viele Fragen, die dieallg. Es scheint sich die Überzeugung Taschenbuch. Braunschweig 1966,
gänglichen Stoffeigenschaften durch Thermodynamik offen läßt, können durchzusetzen, daß die allgemeinen und Lax: Taschenbuch
*Zustandsgleichungen miteinander. so beantwortet werden, Es müssen je- Prinzipien der Thermodynamik (ins- Physiker. Bd. 1. Berlin-Heidelberg.New
Die darin benützten Größen nennt doch eine Reihe von Hypothesen und besondere der mit dem Begriff der York 1967. - Goldsmith, A., T. E. Wa-
man *Zustandsgrößen oder Zustands- Modellvorstellungen in Kauf genom- Entropie quantitativ faßbar gewor- terman und H. 3. Hirschhorn: Hand-
variable (Druck, Volumen, Tempe- men werden, die nicht streng zu be. dene Gegensatz zwischen Ordnung book of Thermophysical Properties of
und Unordnung)auch für das Gebiet Solid Materials, Bd. 1. Oxford-London-
ratur, innere Energie usw.). Es gründen undauch wandelbarsind, die hochgradig geordneter Strukturen New York-Paris 1961 u.f.
steht’so ein in sich geschl aber durch die Erfahrung wenigstens wie das der Kristalle und sogar wie Chemische Thermodynamik: Euken,A.:
stem von Beziehungen bzw. Formeln in derihnen zugrunde liegenden Ge- das der lebenden Organismen eine
Lehrbuch der Chemischen Physik. Leip-
zig, Bd. 1, 1948; Bd.2, 1949. - Kortiim,
von mathematischer Schönheit und setzmäßigkeit weitgehend gesichert sehr grundlegende Bedeutung haben, G.: Einführung in die chemische Ther-
Klarheit, mit dem man das makro- werden. Auch der erforderliche ma- und daß sich keine Widersprüche modynamik. Göttingen 1967. - Oppitz,
skopische Geschehen umfassend be- thematische Apparat ist viel größer zum II, Hauptsatz der Thermodyna- A.: Allgemeine und chemische Thermo-
schreiben kann. (Carnot, Helmholtz, und es mangelt ihm die bestechende mik ergeben. dynamik. München 1952.
Kelvin, Clausius, Nernst, Planck. Ca- Klarheit und Geschlossenheit der Technische Thermodynamik: Schmidt,
ratheodory gab eine axiomatische thermodynamischen Betrachtungswei- Es sind verschiedene neue Darstel- E.: Einführung in die technische Ther-
Darstellung, S. a. Thermodynamik, se_(Clausius, Maxwell, Boltzmann, lungen der W. auf axiomatischer modynamik und in die Grundlagen der
charakteristische Funktionen.) Gibbs). Grundlage erschienen (Callen, Gug- chemischen Thermodynamik. Berlin-Göt-
Über die Stoffeigenschaften jedoch Die Molekulartheorie führt die ther- genheim), teilweise in sehr abstrakter tingen-Heidelberg 1963. Boinjakovic,
Horm (Landsberg). Fortschritte der wärmetechnischen
wird nichts ausgesagt. Aus dem ma- modynamischen Erscheinungen auf Auch die statistische Thermodyna- Forschung. VDI-Z. 102 (1960), S. 1461
thematischen Gebäude können daher mechanische Einzelvorgänge. zurück mik ist neu bearbeitet worden (s. Sta- bis 1469. - Grassmann,P., und P. Strue-
bin; Thermodynamik. Fortschritte der
erst Schlüsse auf wirkliche Vorgänge und damit auf mechanische Gesetze. tistik). Verfahrenstechnik 1958/59, S. 108-152.
gezogen werden, wenn man in das an Sie wird damit zur thermodynami-
22 43
Wärmeleitfähigkeit Wärmeleitzahl
Weinheim 1961. - Winter, Fr. W.: Tech- Hierbei bedeutet: Wärmeleitgeräte, s. Analyse, physi- Praktische Physik, Bd. 1. Stuttgart
nische Wärmelehre, Essen 1867. — Gri- 5k kalische.
Am Gm Petu Wärmeleitung. a) Allgemeine Be- Wärmeleitvermögen, das Produkaus
der *Wärmeleitzahl 2 und dem durch
lin 1967. " Wärmeleitfähigkeitskoeffizient der s- handlung s. Wärmeübertragung. die geometrische Anordnung beding-
Theoretische Darstellungen: Planck, M.: Komponente ohne Magnetfeld; % b) W. der Metalle. Nach dem *Wie- ten Formwert. Bei der ebenen Platte
Vorlesungen über Thermodynamik. Ber- Stoßzeit der s-Komponente; demann-Franzschen Gesetz ist das von der Dicke d und der Fläche A
iin 1594.” Sommerfeld, A;: Vorlesungen Verhältnis der *Wärmeleitzahl zum ist das W. A A/d. Die Wärmemenge
über theoretische Physik, Bd. 5. Wiesba- 181 elektrischen Leitvermögen für alle ist Wärmeleitvermögen X Tempera-
den 1952, - Schottky-Ulich und Wagner: Metalle bei Zimmertemperatur etwa
Thermodynamik. Berlin 1929. - Hund, Gyrationsfrequenz der s-Kompo- gleich. Nach der *Lorenzschen Regeh
turdifferenz.
Die Wärmeleitzahl A wird gelegent-
F.: Theoretische Physik, Bd. 3, Wärme- nente
lehre und Quantentheorie. Stuttgart 1966. ist das Verhältnis proportional zur lich als das »spezifische W.« bezeich-
- Weizel, W.: Lehrbuch der theoreti- («= -sa=m+Ze; abs. Temperatur. net.
schen Physik, Bd. 1. Berlin-Göttingen- Ye Verhältnis der spezifischen Wär- ©) W. von Gasen. Diese kann in der- Der reziproke Wert des W. ist der
Heidelberg 1963. Becker, R.: Theorie selben Weise wie die innere Reibung Wärmeleitwiderstand. [9]
der Wärme. Berlin-Göttingen-Heidel- mekapazitäten der Elektronenkom- Wärmeleitwiderstand, s. Wärmeleit-
berg 1961. - Jos, G.: Lehrbuch der theo- ponente. und Diffusion mittels der kinetischen
zetischen. Physik. Frankfurt 1965. *Gastheorie gedeutet und abgeleitet vermögen und Wärmeübertragung.
Handbuch der Physil Ba. Blei Gleichheit von Elektronen- und
Ionentemperatur (VT, VT) lassen werden. Durch die Stöße der schnel- Wärmeleitzahl, auch spezifisches
HI" peinzipien. der leren Moleküle wird auf die langsa- Wärmeleitvermögen oder Wärmeleit-
und” Statistik. Berlin-Göttingen-Heidel- sich folgende Koeffizienten definie- meren die Wärme als kinetische Ener- fähigkeit, eine für die *Wärmelei-
berg 1959, ferner Bd.XII, 1958, Thermo- FEN. gie übertragen. Es ergibt sich dabei tung in einem isotropen Medium
dynamik der Gase. - Schäfer, Cl.: Ein- Wärmeleitkoeffizient in Richtung des maßgebliche Konstante A. Es gilt
führung in die theoretische Physik, Bd. Temperaturgradienten VT: die zunächst überraschende, aber
2. Berlin 1955. - Guggenheim, A. durch das Experiment bestätigte 3
'Thermodynamics. Amsterdam 1967. Druckunabhängigkeit der W. von Ga- dQ=2.dA () -
Callen, H. B.: Thermodynamics. New “ir sen. S. a. Supraleitung.
York 1960. - Landsberg, P. T.: Thermo- sei Lit. d’Ans und Lax: Taschenb. f. Chem. — 2.44 (grdn ®).
dynamics. New York-London 1961. [9]
Wärmeleitkoeffizient parallel zum u. Phys. Bd. 1. Berlin-Heidelberg-!Ber Dabei ist dQ der Wärmestrom durch
Wärmeleitfähigkeit, s. Wärmeleitzahl. Magnetfeld 8: York 1967. — Ullmanns Encyklopi ‚d- die Fläche dA auf Grund des in Rich-
irmeleitfähigkeit eines Plasmas im host, techn. Chemie, 1. Bd. München-Berl
1951. Kowalczik, L. S.: Thermal Con- tung der Flächennormalen vorhande-
Magnetfeld. Nach der kinetischen m. in 14 ductivity and its Variability with Tem- nen Temperaturgefälles. Die W. hat
‚Theorie setzt sich der Wärmestrom- see perature and Pressure, Trans. ASME die Einheit W/m -grd oder J/m-s-
vektor q eines Plasmas mit einem Ma- Wärmeleitkoeffizient senkrecht zum
71,7 (1955), S. 1021-1035. - Krischer, grd, früher grd oder kcal/
gnetfeld 8 (8° Einheitsvektor in Mi Magnetfeld 8: Über die Best. d. Wärmeleitfähigkeit, d. " m-h+grd. Die W. ist also diejenige
gnetfeldrichtung) aus Anteilen zu- Wärmekap. und d. Wärmeeindringzahl Wärmemenge, die in 1 Sek. durch die
sammen, welche aus den lokalen zı= Ast in einem Kurzzeitverfahren. Chem. Ing.
Techn. 26, 1 (1954), S. 42-44. - Senftleben, Fläche Im? einer Schicht von der
Temperaturgradienten VT, der Plas- 1+ H.: Eineeinf. Methode zur gleichzeiti- Dicke Im im stationären Zustand
makomponenten 5 (s = e für Elektro- mei gen Best. der spez. Wärme, der inn. Rei- hindurchgeleitet wird, wenn der Tem-
nen, s = i für Ionen) sowie aus An- Analoge Wärmeleitfähigkeitskoeffi- bung u. d. Wärmeleitvermögens von Ga- peraturunterschied zwischen beiden
teilen bestehen, welche mit dem elek- zienten lassen sich für den durch den sen. Z. angew. Phys. 5, 1 (1953), S. 33 Oberflächen 1 grd beträgt.
trischen Stromfluß der Dichte i ver- elektrischen Strom bedingten Wär- bis 39. — Freiling, Eckert und Westwater: Für Gase findet man A nach der kine-
bundensind: metransport definieren.
Thermal Conductivity of Anisotropie
Materials. Industr. Engng. Chem. 44, 4 tischen *Gastheorie zu
Bei schwachen Magnetfeldern mit (1952), S. 906-910. - Bracht, J.: Wärme- -.&%
Zyklotronfrequenz klein gegenüber leitfähigkeit des Erdbodens. Veröff. A=Aneliy-
[ran
se den Stoßzahlen (0, 7, < 1) hat man geophys. Inst. Univ. Leipzig 1949.
Örassmann, P., und P. Struebin: The A ist ein Strukturfaktor (für starre
ee ne-
xı>0,xı—0 und 0 &2A,d.h.
Aa s=e,i modynamik. Fortschritte der Verfahrens-
technik 1958/59, S. 108-152. Weinheim Körper ohne Rotation 1,24, bei zwei
einen Wärmetransport wie in einem 1961. - Grigull, U.: Wärmeübertragung, Rotationsfreiheitsgraden etwa 0,93,
sei magnetfeldfreien Plasma. Bei starken ebenda S.153-194. [9] bei drei Rotationsfreiheitsgraden
And ».vn]-
2 Magnetfeldern mit Zyklotronfre- irmeleitungsvakuummeter. Wird 0,86), n die Anzahl der Teilchen im
Ire quenzen groß gegenüber den Stoß- die freie Weglänge der Moleküle Volumen, c die mittlere Geschwindig-
zahlen (0. 1,» 1) hat man x—0, groß gegenüber den Abmessungen im. keit, ! die mittlere freie Weglänge, C,
xı>0 und xı + ZA, d. h., es fin- Innern eines Rezipienten, so wird die die molare Wärmekapazität (Molwär-
sei Wärmeleitfähigkeit eines Gases (ana- me) bei konstantem Volumen, N, die
un zeit det nur noch ein Wärmetransport log wie seine innere Reibung) druck- ‚Avogadro-Konstante.
parallel zu den magnetischen Feld- abhängig (Kundt und Warburg, 1875). Nach der kinetischen Gastheorie soll
Aa ze linien statt, wobei der Wärmeleitkoef- Auf dieser Grundlage sind viele Vor- A unabhängig vom Druck sein. Glei-
ira DR fizient gleich dem im magnetfeldfreien schläge für ein entsprechendes Va- tung und diffuse Reflexion verursa-
Fallist. kuummeter gemacht worden. chen jedoch eine mäßige Zunahme
Lır. Herdan, R., und B. S. Liley: Rev. Lır. Ebert, H.: Hdb. techn. Betriebsk.. der W. mit dem Druck. Der Einfluß
‚mod. Phys. 32, 731 (1960). 134] III. Leipzig 1959. - Kohlrausch, K. W. der Temperaturist ähnlich wie bei der
45
Wärmeelektrode
Zähigkeit. In der Nähe des kritischen wärmeren Körper zum kälteren über- Wärmequellenverteilung im Reaktor
Zustandswächst die W. stark an. geht. Klar umrissen wird dieser Be- Wärmeortung, Wärmepeilung, der Erdboden, der wegen seiner
s.
Bei nichtmetallischen Flüssigkeiten griff der W. mittels des I. *Hauptsat Wärmestrahlungsortung. schlechten Wärmeleitfähigkeit je-
fehlt noch eine hinreichende theore- zes, der die Wärme als eine Form der ii Bei einem »umgekehr- doch Schwierigkeiten macht;
tische Erfassung. Ihr A ist klein und Energie auffaßt. Die W. kann daher ten« (linkslaufenden) *Kreisprozeß Sonnenenergie (s. Sonnenkraftwerke).
ändert sich von Stoff zu Stoff größeı als ein Energiebetrag eindeutig defi- wird mit Hilfe zugeführter Arbeit eine Die Anlagekosten sind verhältnismä-
ordnungsmäßig nur wenig. Der mei niert und gemessen werden. Die Ein- Temperaturdifferenz geschaffen, es Big hoch, doch sind in den letzten
kleine Temperaturkoeffizient ist i. heit der W. im MKSA-System ist das wird Wärme von einem Wärmespei- Jahrenpreislich günstige Ausführuns-
allg. negativ. Joule. S.a. Kreisprozesse und Ther- cher tiefer Temperatur in einen sol- formen entwickelt worden, so daßsich
Feststoffe habenein sehr unterschied- mophor.[9] chen mit höherer Temperatur »ge- die Wärmepumpe auch für Wohn-
liches 2. Es ist bei Metallen sehr groß, Wärmemengenmesser, Wärmemen- pumpt«. Man kann auf diese Weise hausheizungen und für Warmwasser-
aber empfindlich gegenüber Beimen- genzähler. Die z.B. in Heißwasser- it sehr viel geringerer Energie als bereitung durchsetzt. Besonders vor-
gungen. Das *Wiedemann-Franzsche anlagen verbrauchte Wärmemenge er- bei normaler Wärmeerzeugung die teilhaft sind W. dort, wo abwechselnd
Gesetz gilt nur annähernd. Es wird gibt sich durch Multiplikation der Heizung von Räumenoderdie Erhit- Wärme und Kälte gebraucht wird, da
zwischen Elektronen-Leitfähigkeit Wassermenge mit der Temperatur- zung bei technischen Prozessen durch- die W. dann im Wechsel als Kältema-
(4) und Gitter-Leitfähigkeit (As) un- differenz. Man kann die Wassermen- führen. So wird bei einem mit W, be- schine verwendet wird, und die Spei-
terschieden: ge mit Stauscheiben, die Temperatur- heizten Kongreßhaus mit 3600 - 10° J cher als Wärme- oder Kältespeicher.
A=betÄhs. differenz mit Thermoelementen oder eine Heizleistung von 6825 bis 10.000 - S. a. Wärmespeicher.
Widerstandsthermometern ermitteln. 10° J einschließlich aller Verluste er- Lit. Schmidt, E.: Einf. in die techn.
Die Temperaturabhängigkeit ist ver-
wickelt und hängt mit Gitterstörungen Benützt man einen Flügelrad- oder zielt, also das 2,4- bis 2,8fache der Thermodynamik und in die Grundlagen
Woltmann-Wassermesser, so kann zugeführten elektrischen Energie - der chem. Thermodynamik. Berlin-Göt-
zusammen. Nichtmetallische Kristal- man damit über eine Übersetzungein ingen-Heidelberg 1963. - Wien-Harms
le haben häufig ein den Metallen ähn-
auf Kosten der Energie des Wärme- Hdb. der Experimentalphysik, Bd. 1X, 2,
liches A. Multiplikationsgetriebe antreiben, in speichers.(S. a. Heizung,reversible.) $. 346-350. Berlin 1928. - Kältetechnik.
Wärmeisolierende und amorpheStof- das die Temperaturfühler eines Flüs- Entzieht man einem Wärmebehälter Fachheft Wärmepumpe 9, & (1957). —
fe haben ein kleines A. Bei porösen sigkeits - Ausdehnungs - Fernthermo- der Temperatur 7} die Wärmemenge ‚Wagner, G.: Gasbeheizte und gasbetrie-
meters die Temperaturdifferenz hin- Q: und hebt sie unter Aufwendung bene Wärmepumpen. Gaswärme 9, 5
Stoffen spielt der Feuchtigkeitsgehalt eingeben. der äußeren Arbeit W auf ein »höhe- (1960), S. 156-162; 6, $. 197-205; 7, 8.226
eine entscheidende Roll Man kann so die Wärme-
res Niveau«, auf die Temperatur 7}, bis 233. - Birkholz,'U.: Anwendung des
Bei anisotropen Stoflen, z.B. ge- menge wie bei einem gewöhnlichen Thermoelements als Wärmekraftmaschi-
Wassermesser
schichteten Isoliermaterialien, muß Zählwerk ablesbar an einer Skala mit so erhält man in dem aufzuwärmen- ne und als Wärmepumpe. VDI-Z. 105,
machen. den Behälter eine Wärmemenge Qi, 24 (1963) $. 1131-1136. — Schüller, W.
die W.getrennt nach den drei Haupt- Mit größerem Aufwand werden ge- die sich nach dem II. *Hauptsatz der Über die Zukunftsaussichten der Wi
richtungen bestimmt werden. Thermodynamik für einen Carnot- mepumpe. Energietechn. 13, 11 (1963) 8.
S. a. Plattenapparat von Poensgen, nauere W. und Wärmemengenzähler 516-524. [9]
Nusseltsche Kugel und Wärmeschutz. hergestellt, z. B. ausschließlich elek-
trisch arbeitende Geräte, bei denen
schen Kreisprozeß errechnenläßt:
Wärmepunkte, s. Wärmesinn.
Lim. s. bei Wärme) 9)1 auch die Änderung der spezifischen Qa__T _ Wärmequellendichte, die durch Um-
ein Hilfsmittel wT-nr wandlung anderer Energiearten ent-
zur örtlichen Wärmebehandlung.Sie Wärmekapazität und des spezifischen Die Güteziffer 7 wird um so größer, standene Wärmemenge bezogen auf
besteht aus einem umhüllten Metall- Gewichts des Wassers bei Tempera- je kleiner die Temperaturdifferenzist. Zeit und Raum, gemessen in W/m?
stab, der beim Abbrennen nur Schlak- turänderung kompensiert werden Bei technischen Anlagenliegt sie zwi ‚oder Jim? + s. [9]
ke liefert, die leicht entfernbar ist. Für geringe Genauigkeitsansprüche schen 2 und3.
Diese schützt das geheizte Werkstück Wärmequellenverteilung im Reaktor.
vor zu starker Abkühlung, wenn etwa werden Verdunstungsmesser einge-
baut bzw. außen an den Heizkörper
Die äußere Arbeit kann man - wie bei Bei jeder Kernspaltung entsteht im
»Kältemaschinen - in verschiedener Reaktor eine nutzbare Wärmemenge
die oberste Lage einer Schweißnaht angehängt. Unter der Einwirkung der von 0194 + W. MeV.
umkristallisiert oder ein Werkstück Form zuführen. Man kann dement-
Ener-
enthärtet werden soll. Durch den Vor- vom Heizkörper abgegebenen Wärme sprechend unterscheiden zwischen
Absorptions-Wärmepumpen,
gie W. wird bei Neutronen-Einfang-
schub der W.regelt man die Wärme- verdunstet einebefindliche
in einem oben offenen
Kompressions-Wärmepumpen, prozessen, die der Spaltung folgen,
zufuhr bzw. die Eindringtiefe der Er- Glasröhrchen Flüssigkeit,
deren Mengenabnahme manauf einer
frei und liegt je nach Reaktortyp zwi-
schen 2 und 10 MeV (*Energie pro
wärmung. Dampfstrahl-Wärmepumpen,
Lrr. Schottky, H., und H. F. Müller: Skala wie bei einem Thermometer Thermoelektrischen Wärmepumpen Spaltung). Die Energie W wird im
Die Wärm-Elektrode. Schweißen und ablesen kann. Damit erhält man Ver- (mit Halbleiter-Elementen). allgemeinen nicht unmittelbar am Ort
Schneiden 1 (1949), S. 78-81.[9] gleichswerte für die von verschi Als Wärmequellen bieten sich an der Spaltungfrei, sondern in Entfer-
Wärmemauer, s. Reibungswärme und nen Heizkörpern abgegebenen Wär- Abwärme irgendwelcher Art, beson- nungen,für welche die mittlere Reich-
Temperaturerhöhung an schnellen memengen und kann die bekannten weite derbei
Flußwasser, dem jedoch im Hinblick. Benen Teilchendermaßgebend
Spaltung ausgesto-
ders für industrielle Verwendung;
Flugzeugen. Gesamt-Heizkosten auf die einzelnen ist (Spalt-
Wärmemenge. Berühren sich zwei Abnehmer umlegen (»Heizkostenver- auf mögliche klimatische Verände- fragmente in Metall ca. 0,01 mm,Be-
auf verschiedener Temperatur befind- teiler«). [9] rungen nicht zu große Wärmemen- tastrahlen etwa 4 mm, Neutronen im
liche Körper, so gleicht sich ihre T. Wärmemenge, reduzierte, s. Wärme- ‚gen entzogen werdendürfen; Moderator 3cm bis 1,5m). In der
peratur aus, indem eine gewisse»Wär- gewicht. Meerwasser; Tabelle 1 ist W nach den Reichweiten
memengee,die man sich zunächstals Wärmemitführung, svw. Wärmekon- Grundwasser; aufgegliedert (die nicht faßbaren
irgendeinen »Wärmestoff« (Kalori- vektion, s. Wärmeübertragung.[9] Abwasser; Neutrinossindnicht angeführt).
kum, s. Phlogiston) vorstellte, vom Wärmeohm, s. Ohm,kalorisches. die Außenluft, doch sind hier. große a) Wärmeerzeugung in den Brenn-
46
'Wärmeaustauschererforderlich; stoffelementen. Wie man aus dieser
4
Wärmequellenverteilung im Reaktor Wärmeschutz
Tabelle 1 Wärmerohr. Das W. besteht aus ei- Ganz besonders geeignet für viele
Reichweite nem geschlossenen Rohr aus hoch- Zwecke sind Schaumstoffe, die aus
kurz mittel lang Summe temperaturbeständigem Werkstoff, verschiedenartigen Kunststoffen her-
das teilweise mit einem »Transport- gestellt werden, meist mit sehr geris
Drompı: mittel«, z.B. einem flüssigen Metall, gem spezifischem Gewicht. Von gro-
Kin. En. der Spaltfragmente 168 168 gefüllt ist. Man kann mit dem W. bei Bem Einfluß sind Feuchtigkeitsgehalt
Kin. En. der Spalineutronen s 5 geringem Temperaturabfall Wärme der Dämmstoffe und ihre hygrosko-
Gammastrahlung 3 5 von einem Körper aufeinen anderen pischen Eigenschaften. Poröse Stoffe
verzögert:
Betastrahlung 7 übertragen. Dabei erreicht man neigen gerne dazu, Wasser aufzunch-
Gammastrahlung 6 »scheinbare 'ärmeleitfähigkeiten«, men. Bei Angabe der Wärmeleitzahl
Einfangreaktionen (n, y): W. die um 4 Zehnerpotenzen größersind muß daher der Feuchtigkeitsgehalt im
als die guter metallischer Wärmelei- praktisch wichtigen Bereich angege-
Summe 175 s m ter, weil das »Transportmittel« am ben werden (s. Wasserdampf-Wan-
Tabelle ersieht, wird der Hauptt Fluß ® proportionalsein,
heißen Rohrende verdampft und am derung). Auch Entzündbarkeit und
der Wärme von den Teilchen Transportweglängen (Grapl
kalten wieder kondensiert. Ein in die Wärmebeständigkeit besonders bei
kurzer Reichweite, insbesondere von sich eine mehr homogene Verteilung Rohrinnenwand eingelegter Docht Kunststoffen muß beachtet werden.
den Spaltfragmenten, in den Brenn- einstellen. oder eingefräste feine Rillen sorgen Mit steigender Temperatur nimmt in
für den Rücktransport des flüssigen der Regel die Wärmeleitzahl der
stoffelementen erzeugt. Wegen des ©) Wärmeerzeugung im Schild. Hier »Transportmittelse. Dämmstoffe zu.
hohen Atomgewichts des Brennstofls Wird der Rest der weitreichenden Lır. Pruschek, R., M. Schindler und M. Die Dämmstoffe werden in verschie-
geben zwar die Neutronen praktisch Wärmefreigesetzt, so daß mit Wı = Moritz: Das 'Wärmerohr (Heat Pipe). dener Form angewendet:
keine Energie an die Elemente ab, 1,8 + Wel6 in MeV/Spaltung etwa 1 Chemie-Ing. Techn. 39, 1 (1967),$. 21 bis a) Als plastische Massen, die aus Pul-
wohl aber die prompte, die verzögerte bis 3% der Reaktorwärme im Schild 26. 1] vern mit Wasser angerührt werden
unddie Einfang-Gammastrahlung. In entstehen. ZurIllustration bringt Ta- ärmesätze, s. Hauptsätze der Ther- und danntrocknen.
erster Näherung kann man annehmen, belle 2 einige Angaben über die W. modynamik. b) Als Platten oder Formstücke.
daß etwa '/s der Wärmeproduktion in verschiedenen Reaktortypen. Wärmeschild, s. Schild. ©) Als Matten, Schläuche oder Zöpfe,
mit großer Reichweite in den Elemen-
ten erfolgt, so daß War = 178,7 + 'Zurgenaueren Ermittlung der W. hat Wärmeschock (Thermoschock). Ge- besonders faserige Stoffe wie Glas-
W.e[3 in MeV/Spaltungen. man vorallem die Wärmeerzeugung wisse Werkstoffe, z. B, manche Stäl wolle, Schlackenwolle, Gesteinswolle,
durch Gammastrahlung detaillierter le, sind gegen rasche Temperatur- ‚Asbestfasern.
Rund 90% der insgesamt erzeugten
Wärme wird also in den Brennstofl- zu untersuchen. Als Gammaquellen wechsel empfindlich. Man beansprucht 4)Als lose Massen, mit denen Räume
kommenin Frag lie prompte Strah- sie daher bei besonderen Prüfungen ausgefüllt oder gestopft werden.
elementen frei. In guter Näherung lung mit etwa sieben Photonen zu je durch W. oder Kälteschock.[9] ©) Als noch flüssige Schaumstoffe,
kann man annehmen, daß die Lei 1,1 MeV/Spaltung und die verzögerte Wärmeschutz. Für den W. oder die in die zu isolierenden Hohlräumeei
stungsdichte p in W/cm? proportional Strahlung mit etwa zwei Photonen zu Wärmeisolierung von Körpern sind gegossen oder eingespritzt werden
zu &r® ist, wobei + den makro- 3 MeV/Spaltung. Die räumliche Ver- grundlegend die allgemeinen Gesetz- unddannerst erhärten.
skopischen Spaltquerschnitt und ® teilung der Quellenist ungefähr pro- 1) Als Luftschicht-Dämmung, bei der
den Neutronenfluß bedeuten (s. Re- portional zu 2+®. Außerdem hat igkeiten der *Wärmeübertragung.
aktorleistung). 'Wärmeleitung, Wärmekonvektion und auch die Strahlung eine Rolle spielt
b) Wärmeerzeugung in Moderator sichtigen,man die Einfangstrahlung zu berück- Wärmestrahlung sind soweit wie mög- (s. Alfol-Isolierung).
und Reflektor. Hier sind vor allem die fang dendieverschiedenen
durch Neutronenein-
Stoffen im
lich zu unterbinden.
Die meisten praktisch wichtigen Wi
Für sehr hohe Temperaturen sind
zahlreiche besondere Dämmstoffe ent-
Bremsung von Spaltneutronen und Reaktorentsteht. Ihre Quellen meschutz-, Wärmedämm- oder Wär- wickelt worden. Über W. für tiefe
die Absorption von Gammastrahlen Elementi sind proportional zu für das
Temperaturen s. Kälteschutz. Bei letz-
maßgebend. Wenn man als grobe Ab- verteilt. Nach der ErmittlungE«,:® der
meisolierstoffe sind poröse Körper,
bei denen die sehr geringe Wärme- teren ist besonders auf die Schwitz-
schätzung annimmt, daß etwa die Quellverteilung zerlegt man das Gam- leitfähigkeit ruhender Luft ausgenützt wasserbildung zu achten.
Hälfte der Wärmeproduktion mit gro- maspektrum zweckmäßig in Energie- wird. Die *Wärmeleitzahl dieser Stof- Vakuumbietet die bestmögliche Wär-
Ber Reichweite in Moderator und Re- gruppen. Fürjede vonihnen bestimmt fe stellt daher einen Mittelwert zwi- meisolation, vorausgesetzt, daß auch
flektor erfolgt, hat man Wur = 10,5 + man mit den Methoden der Schild- schen derjenigen der eingeschlossenen Wärmeaustausch durch Strahlung ver-
Wel2 in MeV/Spaltungen, das sind Berechnung die räumliche Verteilung Luft und derjenigen des festen Ge- mieden wird. S. Dewar-Gefäß und
rund 7 bis 9% der Reaktorleistung. der Absorptionsrate und damit der rüstes dar. Neben dem Porenvolumen, Smoluchowski-Effekt.
Die W.hängt von der Moderatorsub- Wärmequellen. für das das Raumgewicht des Dämm- Für die Verringerung der *Wärme-
stanz ab. Bei kleinen Transportweg- Lrr. Glasstone, $.: Principles of Nuclear stoffes im Vergleich mit dem des kom- strahlung ist eine günstige äußere
längen (H:0) wird sie ungefähr dem Reactor Engineering. London 1956. [35] pakten Materials einen Maßstab gibt, Verkleidung der Wärmeisolierunger-
Tabelle 2 spielt die Porengröße und -anord- forder]
ärmeerzeugung % . nung eine Rolle, ferner die Art der Beim Wiedereintauchen von Flugkör-
Reaktor Brennstoff Moderator icktor Schild Verkittung der festen Bestandteile, pern in die Erdatmosphäre treten
also der Wärmeübergang von einem Temperaturenbis zu 7000 °C auf. Da-
MIR 3 39 16 02 Teilchen zum anderen. Wichtiger als mit entstehen ganz neuartige Anfor-
BNL ” 6 >1 <i die chemische Zusammensetzung ist derungen an den W. Man verkleidet
OMRE 91 55 35 meist der kristalline oder amorphe z.B. die Nase des Flugkörpers mit
SRE 9,5 7 15 Aufbau. Kunststoffen, etwa glasfaserverstärk-
£)
Wärmesinn Wärmestrom
tem Phenolharz, die sich in der Hitze lungsvorganges an der Oberfläche und mit Borax (NasB4O: - 10 H:O) ein Bolometer als Strahlungsmeßgerät
zersetzen, dabei verhältnismäßig küh- *Zugspannungen herrschen, gehendie durchgeführt worden. S. a. Wärme- außerhalb des Ultrarotgebietes un-
le Gase abgeben und einen isolieren- Risse von dort aus. übertragungsmittel. [9] brauchbar. [17]
den und recht temperaturbeständigen Wirken die Zugspannungen in der Wärmespeicherfählgkeit, s. Wärme- Wärmestrahlung auf die Erde. Die
Kohlemantel bilden. S.a. Wärme- Oberfläche nur elastisch und treten eindringzahl. von der Sonne ausgehende Strah-
übergangauf Erdsatelliten in der Ab- auch im Inneren während der Abküh- Wärmespeicheröfen. Wo billiger lung, nämlich
stiegsbahn. lung keine plastischen *Verformungen Nachtstrom zur Verfügung steht, Io = 1,3947 - 10° J/jm® s
Lır. Cammerer, J. $.: Der Wärme- und auf, so gehen die Eigenspannungen kann man die Kosten elektrischer
Kälteschutz in der Industrie. Berlin-Göt- nach Ausgleich der Temperatur auf Raumheizung dadurch senken, daß (Solarkonstante), erreicht nur zum
ingen-Heidelberg 1962. - d’Ans und Lax:
Taschenb. f. Chem. u. Physiker. Berli Null zurück. Tritt in der Oberfläche manin einen Ofen (Kachelofenform) Teil die Erdoberfläche. Sie erleidet
Heidelberg-New York, 1967. - VDI-Re- eine plastische Verformung ohne An- einen großen Speicherkern mit hoher von der Grenze der *Atmosphäre an
gen für die Prüfung von Wärme- und rißbildung ein, so steht die Oberflä- Wärmekapazität (z. B. Magnesit-Ma- Veränderungen durch Reflexion, Dis-
Kälteschutzanlagen. Berlin. - Cammerer, chenschicht nach vollendetem Tempe- einbaut und diesen nachts bis persion und Absorption.
3. S.: Neuzeitliche Schaumstoffe für Wär- raturausgleich unter tangentialen zu einer thermostatisch geregelten Bei Annahme einer mittleren Bewöl-
me- und Kälteisolierungen. Kältetechn. Druckspannungenundes werdenkei- Temperatur oder durch eine Schalt- kung von 52% über der ganzen Erde
9, on. $. 1751 ff. - VDI-Richtlinien
für Wärme- und Kälteschutz 2055. Berlin. ne Oberflächenrisse gebildet. Auf den uhr gesteuert hochheizt. Die gespei- ergibt sich, daß von der ankommen-
- Schmidt, D. L.: Behavior of Plastics in Kern werden dann unter Umständen cherte Wärme wird tagsüber dann den Energie 42% in den Weltraum zu-
Re-Entry Enyironments. Mod. Plastics von der Außenschale erhebliche Zug- langsam abgestrahlt. [9] rückgestrahlt werden, sei es durch di-
38, 3 (1960), S. 131-140. - Berechnungen, kräfte ausgeübt. Wärmespeicherung (in Gebäuden) ist rekte Reflexion, sei es durch diffuse
Meßverfahren und Lieferbe- Weitere Komplikationen erfahren die bestimmend für die Geschwindigkeit,
Garantien,
Zerstreuung, daß weiter 11% durch
dingungen für Wärme- und Kälte-Isoli Verhältnisse, wenn in Legierungen im mit der sich die Räume erwärmen las- die selektive Absorption des Wasser-
‚Aufbewahrungs- und Transportgefäße Verlaufe der Abkühlung oder der
rungen. Düsseldorf 1958. - Knöner,
sen und wieder abkühlen. Sie hängt dampfs zurückgehalten werden und
für tiefsiedende Flüssigkeiten. Luft- Wärmebehandlung *Umwandlungen ab von der Ausführung der Decken 4% durch sonstige Absorption (Dunst,
Kältetechn. 2, 5 (1966), S. 168-173. eintreten oder *Äusscheidungen ge- und Wände und von der Güte und Wolken ...) für die Erdoberfläche
Pfeiffer, H.: Wärmeübertragung in eva- bildet werden (z. B. Härterisse). Lage von Isolierschichten. Man kann verlorengehen. Im ganzen erreichen
kuierten Pulverschüttungen. Diss. Karls- Die W. können durch genau kontrol- dafür Kennziflern aufstellen. bloß 43% der zugestrahlten Energie
ruhe 1967. [9] lierte Abkühlungsbedingungen auf Le. Gesundheits-Ing. 70 (1949), 5.324 die Erdoberfläche. Sie wird von ihr
Wärmesinn, die Fähigkeit des mensch- ein Mindestmaß beschränkt werden bis 328 und 380-384. Bi ; unter gleichzeitiger Erwärmung ab-
lichen und tierischen Organismus, ‚oder durch eine entsprechende noch- Wärme, spezifische, 5. Wärmekapazi- sorbiert und — mit Verschiebung in
Wärme und Kälte zu empfinden. Der malige Wärmebehandlung beseitigt tät, spezifische. den Wellenlängen - neuerdings aus-
W. ist beim Menschen auf eng be- oder zum mindestenreduziert werden. Wärmesteine, >. Wärmeübertragungs- gestrahlt (s. Wärmeausstrahlung der
grenzte Hautbezirke, die Wärme- und Lrr. Masii G.: Lehrb. d. allg. Metall- mittel, Erde). Soweit Beobachtungen zurück-
Kältepunkte, beschränkt; _durch- kunde. Berlin 1950. [15] Wärmestoff, s. Phlogiston u. Wärme- liegen, konnte eine Änderungder So-
schnittlich kommen auf 1 cm? 1 bis 2 Wärmespeicher (s. a. Dampfspeicher Ichre. larkonstanten (außer durch die ellip-
Wärmepunkte und 12 Kältepunkte. und Wärmepumpe). In neuerer Zeit Wärmestrahlung (s. a. Wärmeüber- tische Erdbahn um die Sonne) nicht
Zwischen den Punkten hat man keine wurde untersucht, wieweit das Grund- tragung)ist jede elektromagnetische festgestellt werden. Dies schließt nicht
Wärme- oder Kälteempfindung, Da wasser gemeinsam mit wasserdurch- Strahlung, da sie Wärme von einem aus, daß über lange Zeiträume in der
die Kältepunkte auch durch hohe lässigem Boden als W. für Abfall- Körper auf einen anderen überträgt Vergangenheit hinweg die Solarkon-
Temperaturen über 45 °C angeregt Wärme, vorallem im Sommer, dienen oderübertragen kann. Wenn die aus- stante abgenommen haben könnte —
werden, kann dies zu einer unerwar- kann. Im Winter würde man diese gestrahlte Energie allein aus dem etwa infolge Durchwanderns einer
teten Kälteempfindung führen. Auch Wärme mittels “Wärmepumpen wie- Wärmeinhalt des strahlenden Körpers Dunkelwolke durch das Planetensy-
die Schleimhäute des Mundes, der der ausnützen. Man müßte dazu einen stammt,spricht man von *Tempera. stem und damit Teilabsorption der
Nase, des Kehlkopfs und der Speise- sehr großen Raum in geeigneter Wei- turstrahlung, um auszudrücken, daß yon der Sonne abgestrahlten Energie
röhre haben einen W. [9] se abgrenzen, z.B. durch Toninjek- der Strahler (z.B. jede Glühlampe) innerhalb dieser Dunkelwolke. Auf
Wärmespannungensind eine Art der tionen. Der Speicher würde durch Er- durch Temperaturerhöhung in den diese Annahme stützt sich eine der
*Eigenspannungen und treten in ei- wärmen des Grundwassers aufgcheizt, Stand gesetzt wird, elektromagneti- bekanntesten Eiszeittheorien.[6]
nem Körper dan auf, wenn in ihm das über Brunnen aus dem Boden ge- sche Strahlung auszusenden, und daß Wärmestrahlungsortung. Mittels ei-
eine ungleichmäßige Temperaturver- saugt und dann wieder zurückgeleitet er um so intensiver strahlt (s. Strah- ner Bleisulfidzelle im Brennpunkt
teilung herrscht, wie sie bei der Ab- würde. lungsgesetze), je höher seine Tempe- eines großen Parabolspiegels können
kühlung der Gußstücke oder bei der Wenn es gelänge, eine Substanz zu raturist. Bei Wärmestrahlung ist man außerordentlich schwache bzw. schr
thermischen Behandlungder *Metalle finden, die unter Abgabe einer hohen verführt, an die Wirkung zu denken, entfernte Wärmequellen angepeilt
auftreten kann. latenten Wärme bei 40 bis 50 °C vom die die absorbierte Strahlung hervor. werden, z. B. der 70 bis 90 °C warme
Mankannrein rechnerisch feststellen, festen zum flüssigen Zustand übergeht ruft. Man reserviert dann manchmal Schornsteinrauch eines 30 km entfern-
daß bei rascher Abkühlung Wärme- und zur Wärmespeicherung im Gro- irrtümlich den Namen W. für die ten Schiffes auf See, mit einer Peil-
spannungenauftreten, die in der Gı Ben geeignetist, so könnte das Volu- ultrarote Strahlung. Das ist prinzi- unsicherheit von !/ıs Grad.
Be der technischen *Zerreißfestigkeit mender Speichertanks sehr verringert piell unrichtig, da jede absorbierte Lrr. Gaertner, H.: Probleme der thermi-
liegen, woraus verständlich ist, daß und der Anwendungsbereich beträcht- elektromagnetische Strahlung, auch schen Ortung. Z VDI 9%, 35 (1952), S.
viele Legierungen ein schroffes *Ab- lich erweitert werden. Versuche in die sichtbare, letztlich Wärme erzeugt 1141-1146 und 36, S. 1177-1182. [9]
schrecken nicht vertragen, ohne auf- dieser Richtungsind z. Bmit Dina- oder zumindesten erzeugen kann. Wärmestrom, s. Wärmeübertragung
zureißen. Da während des Abküh- triumphosphat (NasHPO, - 12 H20) Sonst wäre ein Thermoelement oder und Wärmestrommesser.
50 51
Wärmestromdichte Wärmeübergang beifreier Molekularströmung
Wärmestromdichte, s. Wärmeüber- Lösungen (*feste Lösungen - Misch- transport über größere Entfernungen
tragung. kristalle, flüssige Lösungen, Ober- durch Leitungen werden Dampf W:
Wärmestrommesser. Den durch eine flächenerscheinungen, Dampfdruck- (Hochdruck-Dampf),
Fläche gehenden Wärmestrom kann erniedrigung, Adsorption, Hydrata- (Hochdruck-Heißwasser) oder beson-
man dadurch messen, daß man eine tionswärme, Osmoseu. a.). dere Flüssigkeiten mit hoher Tempe-
Platte bekannter Wärmeleitfähigkeit Lit. Herzfeld, K. F., Müller-Pouillets raturbeständigkeit wie Wärmeüber- speziell bei Erreichen der *Eigentem-
dicht auflegt und die Temperaturdi Lehrb. d. Phys., Bd. 32. Braunschweig tragungsöle angewandt. S. a. Wärme- peratur (Index e)
ferenz zwischen beiden Plattenseiten 1925. Frenkel, 7. 1.: Kinetische Theorie un
mißt. Die Forderung, daß das Tem- der Flüssigkeiten. Berlin 1957. [9] übertragungsmittel. [9]
peraturfeld durch die Meßvorrichtung Würmetod,s. Kältetod. Würmeübergang auf Erdsatelliten in We One Cm,
nicht wesentlich gestört wird, ist meist Wärmetönungist die bei chemischen der Abstiegsbahn. Als kennzeichnen- 2 sun (2+2
schwer zu erfüllen und erfordert be- Reaktionen aufgenommene oder ab- de Parameter für die adrodynamische
sondere Vorsichtsmaßnahmen. Ein gegebene Wärme, genauer diejenige Erwärmung (s.a. Temperaturgrenz- =RT.Qi zn (2+ 4).
neu entwickelter W.benützt eine klei- Wärmemenge, die man zu- oder ab- schicht) eignen sich nach H. J. Allen
ne, dünne Meßscheibe aus einer Tel- führen muß, damit sich die Tempera- und A. J. Eggers ji
lur-Silber-Legierung, die auf beiden turdes Systems bei der Reaktion nicht a) die gesamte Wärmezufuhr; diese Unter Benutzung der allgemeinen
Seiten netzarüg mit Kupfer überzogen ändert. Ist Wärmezufuhr nötig, so Größe ist wichtig für die Auslegung mung
Formeln,die für freie Molekularströ-
ist. Zur Temperaturdifferenzmessung spricht man von endothermen Prozes- der Masse eines inneren Kühlsystems. mit Höchstgeschwindigkeit gel-
wird die Thermokraft zwischen Kup- sen, bei Wärmeabfuhr von exother- b) Fernerliefert der maximale mitt- ten, wird daher die Stanton-Zahl
fer und Legierung benützt. Die Schei- men. Im ersteren Fall bezeichnet man
lere Wärmefluß pro Fläche einen An-
be wird an die Wand der Apparatur die W. als negativ, im letzteren als “+1 2 1
oder des Raumes angeklebt und dient positiv, doch kommt auch die umge- halt für die notwendige Strömungs-
geschwindigkeit eines flüssigen Kühl- sr Var.
zur Messung der Wärmeabströmung. kehrte Benennung vor. mittels und ggf. für die statische Aus-
S. a. Wärmeflußmesser und Platten- Man hatzu unterscheiden die W. bei legungdes Geräts. S. a. Wärmeübergangbei Schlüpfströ-
apparat. konstantem Druck und die W. bei
Lit. Cammerer, W. F., und F, C. Cam- konstantem Volumen. Bei Mischpha- <) Schließlich gibt der maximale loka-
merer: _Brennsiofl-Wärme-Kraft_ 11, sen muß man zur Ermittlung einer le Wärmefluß pro Fläche, insbeson-
(199), $. 17-20. - Cammerer, 3. $.: Käk definierten W. annehmen, daß sich dere am Staupunkt, Anlaß zu speziel-
tetechnik10, 6 (1958), $. 182-184.(9] die Zusammensetzung der Mischung len Maßnahmen, um eine Zerstörung
Wärmesummen, Gesetz der konstan- während der Reaktion nicht ändert, des Gerätes zu verhindern. Praktisch
ten W., eine spezielle Formulierung Die W.ist temperaturabhängig. angewendet wird Kühlung durch
des I. Hauptsatzes der Thermodyna- Die W. wird in Wärmetönungsgerä- *Schmelzen aufgelegter Schichten und
mik für thermochemische Prozesse, ten zur physikalischen Analyse be- durch *Verdampfung von austreten-
wonach die Wärmetönungen addier- nützt, z.B. zur Bestimmung des Gi der Flüssigkeit.
bar sind. Man kann auf diese Weise halts’eines Gases an Hz oder CO da- $. a. Abbremsung von Erdsatelliten
auch Wärmetönungen von Reaktio- durch, daß diese Anteile an einem in der Abstiegsbahn.
nen berechnen, die nicht unmittelbar elektrisch geheizten, als Katalysator Lır. Erdsatelliten. [38]
bestimmbar sind. Näheres s. Heßsches wirkenden Draht verbrannt werden, Würmeübergang bei freier Moleku-
Gesetz. 9] dessen Temperaturerhöhung zur Mes- larströmung. BR
Wärmetheorem, svw. Nernstscher sung benützt wird. a) Einseitige, längs angeströmte ebene
Wärmesatz, s. Hauptsätze der Ther- S. Bildungswärme, Lösungswärme, Platte. an are
modynamik.[9] Mischungswärme. Benetzungswärme,
Wärmetheorie, kinetische. Die kine- Verbrennungswärme, Erstarrungs-
Im Falle der längs angeströmten, iso-
Abb. 1a. Stanton-Zahl St der einseitig
tische Theorie der Wärme oder kine- wärme.
thermen ebenen Platte (@ = 0) findet
angeströmten, isothermen, ebenen Platte
tische Theorie der Materie behandelt W. von Kernprozessen, s. Energietö- bei Strahlungsgleichgewicht (Rı = Rı) bei freier Molekularsträmung, Kurven
vom Standpunkt der Molekulartheo- nung von Kernprozessen. und spiegelnder Reflexion (0. — 0) m)
rie aus den gesamten Bereich der Ma- tem. Phyaik, kein Energieaustausch statt. Bei dif-
terie, soweit er dieser Betrachtungs- fuser Reflexion (ou = 1) wird im Fal- Derthermische Recovery-Faktor be-
16eier „aMolekularströmung mit
weise zugänglich ist (. Wärmelehre BinIn chemThermodynamik. © rechnet sich aus
und Hauptsätze der Thermodynamik). tingen 1967. - d’Ans und Lax: Taschen- tgeschwindigkeit die gesamte
Sie umfaßtfolgende Gebiete: buch £. Chem. u. Phys. Bd. 1. Berlin- Wärmeflußdichte zur Wand
Heidelberg-New York 1967. .
Gase (s. Gastheorie, kinetische); A., und F. Becker: Kalorimei 1Q=1St-waco(Te- To)=
feste Körper (s. Kristalle; Energie, thoden zur Bestimmung chemischer Re- =Wi-We.
freie; Dampfdruckgleichgewicht; aktionswärmen. Braunschweig 1956.[9]
‚Verdampfungsgeschwindigkeit; Wärmetönungsgeräte, s. Analyse, Hierist
Schmelzen; Zustandsgleichungen; physikalische und 5
‚Oberflächenspannung u. a.); Wärmeträger, s. Wärmeübertragungs-
Flüssigkeiten (s. ideale und reale mittel und Thermophor.
Flüssigkeiten, flüssige *Kristalle Wärmetransport, s. Wärmeübertra-
gung. Für den technischen Wärme-
Wärmeübergangbeifreier Molekularströmung Wärmeübergangbei Schlüpfströmung
Die Abb.1a zeigt den Verlauf der PER yrayero TE meübergang vom strömenden Gas der
Stanton-Zahl [s. Kurven m)] für ierfe (&) = fü - Bd - tan |, Temperatur T an einen Körper der
x, = 1,4 bei freier Molekularströmung Temperatur T, mit praktisch meist
über der Reynolds-Zahl R eu der x 2
w
ausreichender Genauigkeit durch zwei
Anströmung,ferner die entsprechen- 9 Parameter, nämlich die Wärmeüber-
den Kurven bei Schlüpfströmung[s.
Kurven sı) und s:)] sowie geschätzte
--x11-8@1+
m) ex
=
gangszahl « und die *Eigentempera-
tur T« (Recovery-Temperatur) mit-
Verläufe im Bereich der fast freien bedeutet. w hr we Re mr tels der Formel
Molekularströmung und der*Über- AaQ=&Aa(Te- Tu)
gangsströmung [s. Kurven ü)]. Der
entsprechende Verlauf im Falle der „ beschreiben, wobei Aa eine beim
Kontinuumsströmung ist hier der as Wärmeübergang charakteristische
Übersichtlichkeit wegen nicht einge- Abb. 2b. Recovery-Faktor rr der Kugel Fläche des Körpers und Tw die
tragen (vgl. Abb.1 im Abschnitt bei freier Molekularströmungüber Reca.
Kurven m)
Wandtemperatur ist. An Stelle der
*Wärmeübergang bei Schlüpfströ- Größen « und T. werden in der Li-
mung). Die Abb. 1b gibt den Verlauf fe für die *Übergangsströmung sind teratur häufig die Stanton-Zahl
des Recovery-Faktors bei freier Mo- gestrichelt eingetragen [s. Kurven ü)].
lekularströmung [s. Kurven m)] sowie Entsprechend zeigt Abb. 2b den Ver-
einen geschätzten Übergangsbogen [s. lauf des Recovery-Faktors rr im Be- oder auch die Nusselt-Zahl
Kurve ü)] zur Kontinuumsströmung reich der freien Molekularströmung
Is. Kurve b)]. Is. Kurven m)] sowie für Kontinu-
umsströmung [s. Kurves)], ferner ge- Nu=$ 1
m schätzte Verläufe im Zwischengebiet (k_*Wärmeleitzahl) in Verbindung
m) Is. Kurve ö)]. S. a. Luftkraftbeiwerte
#
Se, < ‚Reit
bei freier Molekularströmung; Wär-
meübergangbei Schlüpfströmung.
mit dem thermischen Recovery-Fak-
tor
_ Tr-T
[2 we w Lır. s. Freie Molckularströmung mit FT Tao T
„Im Höchstgeschwindigkeit. (38)
Wärmeübergang bei Schlüpfst bentzt, wobei Taa,o die bei adiabati-
au. pr: »
Abb. 1b. Recovery-Faktor rr der einsei- Abb. 2a. Stanton-Zahl St der Kugel bei mung, ‚schem *Stau erreichte Temperatur des
tig angeströmten, isothermen, ebenen freier Molekularströmung über Res, a) Allgemeine Ansätze. Gases bedeutet, s. a. Impulstheorie
Platte bei freier Molekularströmung, Kurven m) Bei der Berechnung der *Eigentempe- der Wärmeübertragung.
Kurve m) Die Abb. 2a zeigt den Verlauf der ratur T. und der Wärmeübertragung b) Einseitige, längs angeströmte ebe-
Stanton-Zahl für freie Molekularstı ist es bei Strömungmit Überschallge- ‚ne Platte.
b) Kugel. mung bei verschiedenen Mach-Zah- schwindigkeit wegen der hohen *Stau- Im Falle der Kontinuumsströmung
Nach F.M. Sauer gilt temperatur und *Reibungswärme i. ist die an die einseitige, lüngs ange-
bei freier Molekularströ len Is. Kurven m)]. Zum Vergleich allg. erforderlich, auch den Strah-
sind die Stanton-Zahlen bei Schlüpf-
zweiatomigen Gases um eine isother- strömung [s. Kurven sı) für M<1 lungsaustausch in die *Wärmebilanz
strömte isotherme, ebene Platte über-
gehende Wärme nach H. Schlichting
me Kugel im Falle diffuser Reflexion und s:) für M> 1] bzw. bei Konti- einzubeziehen. Im Falle der *Erdsa- ($. 251, Gl. 14,68)
nuumsströmung [s. Kurve k)] einge- telliten muß maninsbesondere neben A
” tragen, die aus den. Nusselt-Zahlen der Ausstrahlung AaQ = 0,664"
r= Rı=e0Tut
“+1 Nu, der Abb.2a des Abschnitts - kYPr YRew(Te - Tu).
282-1 *Wärmeübergang bei auch die Sonneneinstrahlung Mithin ist die Wärmeübergangszahl
ese+n [I +zrierte (0) ] + gs06) Schlüpfströmungdurch Rı=eh
die Beziehung berücksichtigen, während man die & = 0,6647kıVPF- VRew
se h + Si ierte (5) + Sur os] Nu *Gasstrahlung 'i. a. vernachlässigen oder die Nusselt-Zahl
st ” Rea,n Pr kann. (e *Reflexionsvermögen der
Wand, o *Strahlungskonstante, Tw Nua) = 0,664 YPr- YReo ,
Wandtemperatur, Jo *Solarkonstante.) bzw. die Stanton-Zahl
hervorgehen und hier - zum Unter- Die dem Flächenelement dA während
schied von jener Darstellung — über der Zeit dr zugeführte Wärme ist Nu 06
a
N

E
a

der Reynolds-Zahl der ungestörten dann Q - dA - dr mit So = Rem -Pr ” Prn:Rewin’


x

1 Strömung =WiHRi- We Re, Für die Prandtl-Zahl Pı


[» + Stierfe (5) +79 6) ] »
Tr wobei Wı bzw. W- die Gesamtenergie Luft) wird speziell
wobei als Bezugsfläche Aa die Ober-
Rew| -Reu» der einfallenden bzw. reficktierten 0,827
läche rd? der Kugel genommenist
Teilchenist. Sta =
Im, Falle des VRew
undierfc (x) die Funktion aufgetragen sind. Geschätzte Verläu- wichts (Re = Is. Kurve k) in Abb.1]. Fernerist der
54 5
Wärmeübergang bei Schlüpfströmung Wärmeübertragung
thermische Recovery-Faktor nach Werte dafür liegen z. Z. noch nicht ton-Zahl St über der Reynolds-Zahl zwischen unmittelbar benachbarten
Schlichting (S. 248) näherungsweise vor. ‚Re«a, als Abszisse findet sich in Abb. Teilchen in festen oder in unbewegt
©) Kugel. 2a des Abschnitts *Wärmeübergang gedachten flüssigen oder gasförmigen
- yPr. Nimmt man bei der Kugel die Ober- beifreier Molekularströmung. Stoffen.
Für Pr = 0,72 wird rr = 0,848. fläche x d® als Bezugsfläche Aa, so er- 2. Die W. durch *Konvektion (Mit-
Im Falle der Schlüpfströmungliegen hält man nach Messungen von L. L. ”
experimentelle Untersuchungen zum Kavanau mit Unterschall-Schli & Reg führung), bewerkstelligt durch Platz-
W. an der ebenen Platte noch nicht strömung einen Verlauf der Nusselt- veränderung der Teilchen flüssiger
vor. Man kann aber für eine über- Zahl Nu= xdjk, der mit guter oder gasförmiger Stoffe. Konvektion
schlägliche Abschätzung die Rey- Näherung kann durch die Strömungen bedingt
noldssche Analogie der Form mel
durch die empirische For-
Abb. 2b. Recovery-Faktor rr der Kugel sein, die sich von selbst infolge der
k _Te-Te Bei ÖberschallSchlüpfströmlung,über Temperaturunterschiede einstellen,
AoQ= Zahl," "R Nucd, = —y
Na
_ w oder sie kann künstlich durch Venti-
mM Iatoren, Pumpen, Rührer und derglei-
chen herbeigeführt werden. (Bei den
ansetzen, wobei R = cw (gw*/2) An
den Reibungswiderstand der Platte
EI en pr Nuten Für den Recovery-Faktorrr der Ku-
gel ergab sich nach den genannten in der Erdölindustrie üblichen »Kratz-
bedeutet (s. Schlichting S. 240, Gl. beschrieben wird, s. Kurven sı) in Messungen mit Überschallschlüpf- kühlern« wird die W. dadurch geför-
14,38). Damit wird die Stanton-Zahl Abb. 2a, Dabei bedeutet Nu°u, die strömung ein Verlauf gemäß Abb. dert, daß die hochviskose Substanz
Nusselt-Zahl für Kontinuumsströ- 2b. $. a. Widerstandsbeiwerte bei immer wieder von der Wandung ab-
Se = Zahl 3cwp5 45
An mung,s, Kurve k), an Abb. 2a, und
Re) die Reynolds-Zahl der unge-
Schlüpfströmung; _Sprungbedingun-
genan einer festen Wand.
gekratzt wird - auch eine erzwungene
Konvektion.)
Nimmt man nunan, daß die »Zahle störten Strömung. Lır. s. Schlüpfströmung mit Höchstge- Hierzu kann man in erweitertem
sowie die Prandtl-Zahl Pr ihren Wert Ferner liegen Messungen des Wärme- schwindigkeit. [38] Sinne auch die W. durch besondere
im Bereich der Kontinuums- und übergangs an der Kugel bei Schlüpf- *Wärmeübertragungsmittel rechnen.
Schlüpfströmung wenig ändern, soer- strömung im Intervall 2,7<M <4,l * 3. Die W. durch Strahlung ohne Ver-
hält man die Relation (R. M. Drake und G. H. Backer) so- mittlung eines materiellen Wärmeträ-
St cw wie im Intervall 4<M<6 (D. K. Wärmeübertrager, s. Wärmeübertra- gers. Sie kann daher auch im Vakuum
Eberley) vor. Nimmt man jetzt als gungsmittel. wirksam sein (s. Wärmestrahlung).
Sto” ewo' Abszisse_ die Reynolds-Zahl. Rec,»
Diese Beziehung ist in Abb. 1 unter hinter einem geraden Verdichtungs- Wärmeübertragung. Das große und Die W. durch Konvektion läßt sich
Verwendungder cw-Werte nach Kur- stoß (s. Widerstandsbeiwerte) bei praktisch schr bedeutungsvolle Gebiet von der W. durch Wärmeleitung nicht
ve sı) und sı) von Abb. 1 des Stich- Schlüpfströmung, so läßt sich die der W. umfaßt alle: Erscheinungen, scharf trennen, da der Wärmetrans-
wortes_ *Widerstandsbeiwerte bei Nusselt-Zahl mit guter Ni die auf der Überführung von Wärme port von den strömenden Teilchen,
Schlüpfströmung dargestellt. Die Be- durch eine einzige Kurve von einer Stelle des Raumeszu einer z. B. an eine feste Wand, durch Wär-
zugswerte wurden dabei für Re) = anderen beruhen. Im Gegensatz zu meleitung erfolgt. In flüssigen und
125 aus der Kurve sı) bzw. den üblichen thermodynamischen Be- gasförmigen Stoffen kann man ande-
Abb. 1 der cw-Werte zu cw. trachtungen, die sich mit Gleichge- Terseits nur unter ganz besonderen
bzw. aus der Kurve k) der Abb. 1 wichtsvorgängen oder schr langsam Vorsichtsmaßnahmen, wenn über-
der St-Werte zu Sto = 0,0737 be- verlaufenden Prozessen befassen, haupt, den Fall der Wärmeleitung
stimmt. Eine ähnliche Abschätzung spielt hierbei die Zeit eine wesentliche Ohne "gleichzeitige Konvektion her-
wurde von D. E. Nestler vorgenom- Rolle. Von der Geschwindigkeit der stellen.
men. W. hängt es z. B. ab, wie umfang- Folgende Teilgebiete seien angedeu-
reich ein Wärmeaustauscher oder ein tet:
Dampfkessel gebaut werden muß. In
N "2 neuerer Zeit hat die Kern- und Rake- a) Stationäre Wärmeleitung. Haben
* Reypfürmet tentechnik neuartige und besonders die beiden Oberflächen einer ebenen
97 Aegafrm>t schwierige Probleme für die W. ge- Platte der Dicke ö die Temperaturen
stellt. 9 und ®%, so ist die in der Zeit t
W. wird bisweilen in_allgemeinerer durch die Fläche A strömende Wär-
‚Form zugleich mit Stoffaustausch als memenge Q proportional zum Wär-
Abb. 2a. Nusselt-Zahl Nu«4, der Kugel »Wärme- und Stoffaustausch« be- megefälle (d4-)/d
bei Schlüpfströmung handelt.
Kurven 5,) für M < 1 über Ren Die Vorgänge bei der W. sind i. allg. Q= aut.
Kurve s,) für M > 1 über Re,» sehr verwickelt; die Wärme wird
Abb. 1. Stanton-Zahl St der einseitig an-
geströmten, isothermen, ebenen Platte Ein Vergleich zeigt für Schlüpfströ- meist gleichzeitig auf verschiedene 4 ist dabei eine Stoffkonstante, die
Weise übertragen. Es lassen sich je-
‚Thermischer Recovery-Faktor #7-0,849, mung eine beträchtliche Verringe-
bei Schlüpfströmung, Kuryen 5,) und 5,). *Wärmeleitzahl oder das (spezifische)
rung der Nusselt-Zahl, besonders im doch drei grundsätzliche Erscheinun- Wärmeleitvermögen; A hat die Ein-
bei Kontinuumsströmung für Pr: 6,n
Bereich kleiner Reynolds-Zahlen, al- gen herausschälen: heit W/m-grd, früher kcalim-h-grd.
Der Recovery-Faktor beträgt bei so mit zunehmender Gleitung. Eine 1. Die W. durch *Wärmeleitung, be- Imold einige Werte von A bei
Schlüpfströmung rund 1; genauere Darstellung des W. mittels der Stan- dingt durch den Wärmeaustausch 0°C:
56 57
Wärmeübertragung Wärmeübertragung
tursprung zwischen der mittleren 2) W. mit Kondensation oder Ve
Wim-grd| Kealınim die Fouriersche Differentialgleichung Temperatur dr der Flüssigkeit bzw. dampfung. Bei allen Vorgängen,bei
erd der Wärmeleitung für den eindimen-
sionalen Fall des Gases und der Temperatur dw denen die Verdampfungswärme eine
Glaswolle, der Wandoberfläche an, dem ein Rolle spielt, also bei der Kondensa-
(150 kam) 0,035 0,030 »_ A128 (®) 8 Wärmestrom ion (Tropfenkondensation, Filmkon-
Quarzglas 1,35 1,16 eex\u) ter Q=aAdı- du) densation) und beim Verdampfen
Eis 22 19 entspricht. Die Wärmeübergangszahl (Sieden), treten beträchtlich größere
Chromnickelstahl a=lcg wird als *Temperaturleit- & soll dabei alle Einflüsse der Stoff- Wärmeübergangszahlen auf, für die
(18 Cr/8 Ni) 142 22 vermögen oder Temperaturleitzahl man jedoch nur Anhaltswerte ange-
Blei 351 32 bezeichnet und hat die Einheit m?s eigenschaften und der Strömungsvor- ben kann. Die rechnerische Erfassung
Stahl (99,2 Fe) 3 Ei (s. Tabelle). S. a. Abschnitt e. gänge der Flüssigkeit bzw. des Gases ist nur in einzelnen idealisierten
Schmiedeeisen 3 5 erfassen, Sie ist daher auch von den
Eisen, schr rein 76 5 geometrischen Verhältnissen abhän- len einigermaßen möglich. S. a. Kon-
Aluminium 238 205 Temperaturleitzahl densation.
Gold, schrrein 314 zu ot bei20 °C in mis eig und z. B. an einer senkrechten
Wand kleiner als unter sonst gleichen 2) W. durch Strahlung. Es gelten hier
Kupfer Wasser die allgemeinen *Strahlungsgesetze
(über 9,29) 398 302 Schlackenwolle (200 kim)
1,43."104
3
107 Verhältnissen an einer waagerechten; (*Kirchhoffsches Strahlungsgesetz,
Silber (99,8%) 218 360 Spiegelglas & nimmt ferner mit dem Temperatur-
*Stefan-Boltzmannsches
Die durch eine Fläche A_hindurch- unterschied zu, wird angegeben in Gesetz,
Quarzglas (2210 ke/m’) Wim?» grd, früher in kcal/m*-h- grd. Plancksches Strahlungsgesetz, Wien-
gehende Wärmemenge O, geteilt Eis 0°C) Die Wärmeübergangszahlen hängen sches Verschiebungsgesetz). Beim
durch die Zeit t, wird als Wärmestrom Stahl mit 20%, Ni Wärmeaustausch durch Strahlung
Olt bezeichnet, Q/A-t als Wärme- Stahl mit 1% Ni sehr stark von den speziellen Bedin- geht nicht nur Strahlung vom wärme-
stromdichte. Eisen rein gungen ab. Die Tabelle soll nurdie ren zum kälteren, sondern auch vom
Führt man den Wärmeleitwiderstand Platin Größenordnungzeigen, die in beiden
Rı = öjA- A ein, so kann man ent- Messing Einheiten dieselbe ist. kälteren zum wärmeren Körper über
sprechend dem Ohmschen Gesetz Aluminium 99,99% Ru 1/ A ist der Wärmeübergangs- (*Prevostscher Satz). Die übertragene
Die Gleichung läßt sich in günstigen widerstand und gu = 1/& der spezi- Wärme ergibt sich aus dem Unter-
schreiben
Fällen mit Hilfe Fourierscher Reihen fische Wärmeübergangswiderstand. schied der absorbierten Strahlungs-
Temperaturunterschied lösen. Eine praktische graphische Me- d) Wärmedurchgang nennt man den beträge.
=Wärmestrom : Wärmeleitwiderstand thode hat E. Schmidt angegeben. Wärmetransport von einer Flüssig- Stehen sich zwei ebene, schr große
de = Ol "OR. ©) Wärmeübergang nennt man den keit oder einem Gasdurch eine feste Flächen mit den Temperaturen Tı
Als spezifischen Wärmeleitwiderstand Wärmeaustausch zwischen einer fe- Wand hindurch zu einer anderen und T» und den Emissionsyerhältn!:
bezeichnetman gı = 1A. sten Wand und einer Flüssigkeit oder Flüssigkeit bzw. einem anderen Gas. sen &ı und ex bzw. den Strahlungs-
Viele praktische Probleme sind ma- einem Gas. Der Vorgang ist sehr Bei stationärer Strömung geht durch zahlen Cı und Cs nahe gegenüber, so
thematisch nur in Näherung oder sehr kompliziert. Unmittelbar an der alle Querschnitte_derselbe Wärme- erhält man für die übertragene Wär-
mestromdichte

et"
ungenau faßbar. Für mehrdimensio- Oberfläche haften zwar Flüssigkeit strom, und die Temperaturdifferen-
nale Vorgänge kann man Modellver- und fester Körper aneinander (s. zen verhalten sich daher wie die Wäı
suche mit dem »elektrischen Trog« Haftbedingung) und haben nahezu mewiderstände. Diese lassen sich zu
durchführen. gleiche Temperatur. Mit wachsender einem Gesamtwiderstandaddieren:
b)Nichtstationäre Wärmeleitung. Entfernung von der Oberfläche wir- R= 101 A + ÖfAA + Un A.
Durch den Querschnitt 1 gehe die ken in steigendem Maße Flüssigkeits- Man bezeichnet
Wärmemenge bzw. Gasbewegungen mit und verur-
9-14(2),«. Ba sachen immer stärkere Temperatur-
unterschiede. ($. a. Temperaturgrenz-
schicht.)
x
1
Don + 5JA + Ion + VG = 1,
durch den Querschnitt 2 entsprechend als Wärmedurchgangszahl mit der ist (C, Strahlungszahl des schwarzen
El Wärmeübergangszahl Einheit, W/m®-grd, früher auch Körpers). Ci» wird. Strahlungsaus-
O2 = 1alge)d. Pick: in Wim? grd kcalim? -h- grd. tauschzahl genannt. S. a. Wärme-
©) W. und Ähnlichkeitstheorie. Die strahlung.
Die dabei auftretende Wärmestauung Bei freier Konvektion: W. durch Konvektionist ein hydro- h) Gasdynamische W. Die Gesetze der
dQ = 01 = Qe Gase 3bis 35 dynamisches Problem. Man muß da-
Wasser 100 bis 700 her die Fouriersche Diflerentialglei W.bleiben für strömende Gase bei
erhöht die Temperatur des zwischen siedendes Wasser 1000 bis 20.000. chung der Wärmeleitung (s. a. Ab- Unter- und Überschallgeschwindig-
1 und 2 liegendenStoffes um dd, und Bei erzwungener Konvektion: keiten gültig, wenn in der wirksamen
esist schnitt b) Temperaturdifferenz an Stelle der
Gase 10bis 100
dQ=cmdd zähe Flüssigkeiten 5Obis 500 Bee statischen Gastemperatur (s. Tempe-
=cgAdxdd Wasser 500 bis 10000 a let =) ratur, statische) die *Eigentempera-
kondensierender turgesetzt wird.
3 EL Dampf 1000 bis 100.000 mit den hydrodynamischen Grund- S. a. Impulstheorie der Wärmeüber-
all) (le Um diese Verhältnisse rechnerisch zu gleichungen verbinden. Dabeiist die tragung, Wärmeübergang auf Erd-
*Ähnlichkeitstheorie eine sehr wert- satelliten in der Abstiegsbahn, Wär-
Dabeiist c spez. Wärmekapazität, m erfassen, nimmt man einen in Wirk- volle Hilfe.
Masse, o Dichte. Daraus folgt weiter lichkeit nicht vorhandenen Tempera- meübergang bei freier Molekular-
58 5
Wärmeübertragungsmittel Wagnerscher Hammer
strömung, _Wärmeübergang bei nicht in Frage (hohe Kosten, Korro- Wärmeumsatz des menschlichen Kör- Phys. Techn. Reichsanstalt, 1927 0.
Schlüpfströmung. sionen usw.). Man wendet dann be- pers. Als Grundumsatz bezeichnet Prof. an der TH Berlin. W. war Be-
Lır. Eckert, E.: Einf. i. den Wärme- und sondere W. an, die im Kreislauf ge- man den Kalorienverbrauch eines gründer und Direktor des Heinrich-
Stoffaustausch. Berlin-Göttingen-Heidel- führt werden. Sie könnenfest, körnig nüchternen, ruhenden Menschen bei Hertz-Inst, für Schwingungsforschung
berg 1966. - d’Ans und Lax: Taschenb. f. in (»Wärmesteinee). Meist sind sie Zimmertemperatur. Man erhält eini- in Berlin und Mitglied der Preuß.
Chem. und Phys. Bd.- 1,Schack, Berlin-Heidel- lüssig, manchmal auch gasförmig. Es germaßen_ vergleichbare Werte bei Akad. d. Wiss. Hauptarbeiten: Er
berg-New York 1967. A.: Der Bezug auf 1m? Körperoberfläche; er förderte besonders das Gebiet der
industrielle Wärmeübergang. Düsseldorf werden verwendet:
Nachrichtenübermittlung, war der
1962. - Hausen, H.; Wärmeaustausch im Stahlkugeln, Metallkörper, Sand, liegt bei Erwachsenen zwischen 40
Erfinder der in der Vielfachtelegra-
Gegenstrom, Gleichstrom und Kreuz- Speckstein, Spezialbetonkörper, Ma- und 48 J/m?s.
strom. Techn. Phys. in Einzeldarstellun- -
gnesit; heißes Wasser, meist unter Die Wärmeabgabe eines ruhenden phie_verwendeten Siebketten (1915),
gen. Berlin-Göttingen-Heidelbergdes1950. Wi Druck, Öle (besondere *»Wärme- Erwachsenen ist nach Abderhalden der Schaltung für den Erdabgleich der
Matz, W.; Die Thermodynamik elektrischen Meßbrücke, der Präzi-
‚me- und Stoffaustausches in der Verfah- übertragungsölec,
dene
die für verschie-
Temperaturbereiche im Handel
etwa 2700 kcal/Tag (entspricht
11300 J/Tag). Sie verteilt sich folgen- sionswiderstände für Hochfrequenz,
renstechnik. Frankfurt 1949. - Cammerer, in sind), Diphenyl (Diphyl) bis 400 °C, der Wechselstromschaltungen für
7. S.: Der Wärme- und Kälteschutz tingen-Heidel- Kieselsäureester (niedriger Schmelz-
dermaßen:
Schnelltelegraphen in Ozeankabeln,
der Industrie. Berlin-Göt d. punkt, ‘hohe Wärmebeständigkeit,
Atmung, Verdunstung 13%
berg 1962. Ullmanns Encyklopädie Arbeit 19% von verlustarmen_Isolierstoffen für
techn. Ch 1. Bd. München-Berlit wasserunlöslich), Tetraarylsilikat, Erwärmung der Atemluft 16% Fernsprechseekabel, der künstlichen
1951. - Gröber-Erk , Grigull: Grundge- flüssige Metalle, flüssige Alkalimetal- Wasserverdunstung. 20,1% Antenneund von durchschlagsicheren
setze d. Wärmeübertragung, Berlin-Gö le (Atomkraftwerke), Wasserdampf, Erwärmung der umgebenden Luft
Isolatoren. Weitere Arbeiten auf dem
tingen-Heidelberg 1963. - VDI-Wärme- Alkylnaphthalin (bes. für Destilla- (Leitung) Gebiete der Wanderwellen, über Ka-
atlas, Berechnungsblätter für Wärme- Strahlung 3,1%
belprobleme, elektromagnetische Aus-
Übertragung, 1. Teil, Düsseldorf 1954, tion)u. a, Lir. d’Ans und Lax: Taschenb.f.
2. Teil 1958. Grigull, U.: in: Hütte 1, Für die Kerntechnik sind wegen der u. Phys. Nr.752. Berlin-Göttingen-Hei- gleichsvorgänge in Freileitungen und
$. 491-506. Berlin 1955. ungewöhnlichen Anforderungen be- delberg 1949. - Mensch u. Wärme. Wär- Kabeln sowie auf dem Gebiet der
Sikalisches Taschenbuch, sondere W. entwickelt worden, die mewirtschaftsverband Baden-Württbg. Dielektrika. [43]
1966. - Grigull, U.: Wärmeübertragung.
Verfahrenstechnik- vor allem die Werkstoffe bei den ho- e.V. Stuttgart 1954. — Bradtke und Wagnerscher Hammer (auch Neef-
Fortschritte der Weinheim 1961. hen Temperaturen nicht angreifen Liese: Hilfsbuch für raum- u. außenkli-
1958/59, S. 153-194. Einheiten, dürfen. Bis 540°C z. B. wird eine matische Messungen. Berlin-Göttingen- scher Hammer genannt), einfacher
DIN 1341 (Grundbegriffe,
Kennzahlen). - Baehr, H. D., und eutektische Mischung aus 53% Ka- Heidelberg 1952.[9] elektrischer Unterbrecher, schon seit
Hoffmann: Grundlagen der Wärmeüber- liumnitrat, 40% Natrium, 7% Natri- Wärmeverbrauch W nennt man bei der Frühzeit der Elektrotechnik be-
tragung. Handbuch der Kältetechnik, Bd. *Wärmekraftmaschinen den W. je kannt (etwa 1840). — Ein an einer
3. Berlin-Göttingen-Heidelberg 1959. — umnitrat (»Hitec«) empfohlen. gewonnene Arbeitseinheit, angegeben Blattfeder befestigter eiserner Anker
Frank-Kamenetzki, D. A.: Stoff- und Lit. Ullmanns Enzyklopädie d. techn.
Chemie. 1. Bd. München-Berlin 1951. — in J/KWh. Esistz. B. ist den Polen eines hufeisenförmigen
Wärmeübergang in der chemischen Ki- Fortschritte Elektromagneten derartig gegenüber-
netik., Berlin-Göttingen-Heidelberg 1959. 1954/55, $. 117. der Verfahrenstechnik
Weinheim 1956. — Szym-
bei Dampfmaschinen
W 12.600 bis 33500 - 10° J/kWh gestellt, daß er den magnetischen
Wärmetechnische Arbeitsmappe.
=Technungsgrundlagen Be- kowiak, J.: Industrielle Wärmeübertra- bei Gasmaschinen Kreis nahezu schließt. Fließt im Elek-
für den Entwurf
und den Betrieb von Kraftanlagen. VDI- gungsmedien für Temp. bis 400 °C. Che-
Techn. 33, 4 (106),S. 243-245.- W = etwa 12600 - 10° I/kWh tromagneten Strom, wird der An-
Verlag 1960 (Neudruck). - Boönjakovi mie-Ing. bei Dieselmaschinen ker angezogen und nähert sich dem
F.: Technische Thermodynamik, Bd. 2. Woelk, H. U.: Salzschmelzen in_ der
Kerntechnik, Chemie-Ing. Techn. 3, 12 W = etwa 8400 - 10° Y/kWh.[9] Elektromagneten, dessen Eisen er je-
Diesden-Leipzig 1960. - Eiermann, doch nicht berühren darf (Distanz-
Wärmeleitung von Kunststoffen in Ab- (1960), S. 765-773. - Ellis, R. B.: Fused Wärmewert der Arbeitseinheit, s. Ar- stückchen aus Kupfer). Durch die Be-
hängigkeit von Struktur, Temperatur und Salts.'Chem, Engng. News 38, 41 (1960),
S. 96-100, 102, 104, 106. (9) iquivalent, kalorisches.
Wärmewiderstand, svw. Wärmeleit- wegung des Ankers wird ein Kontakt
Vorgeschichte. Kunststoffe Si, 9 (1961), Wärmeübertragungsöle oder Ther- (Blattfeder mit Platinkontakt) unter-
$. 512-517. - Ferrell, J. K., und E. P. malöle, bestimmte Ölsorten, die sich widerstand oder Wärmeübergangswi- brochen und damit der Strom für den
Siahel: Wärmeübertragung (Bibliogra- besonders für die Wärmeübertragung derstand, s. Wärmeübertragung. [9] Elektromagneten ausgeschaltet; die-
‚Phie). Ind. Engng. Chem. 58, 12 (1966), Wärmezähler, s. Wärmemengenmes-
5.42.54 und 60, 1 (1968) 8.75.83. — bei technischen Vorgängen eignen. ser. ser gibt den Ankerfrei, der beim Zu-
Grassmann, P.: Elektrische Verfahren Manverlangt von ihnen hoheTempe- Wagner, Karl Willy. Dt. Elektroin- rückgehenin die Ruhelage den Strom
zur Messung von Wärme- und Stoffaus- raturbeständigkeit, z. B. bis 300 °C wiederum einschaltet. Dann wieder-
tausch. Chemie-Ing. Techn. 35, 3 (1963) (evil. bei teilweisem oder völligem ieur. Geb. 22.2.1883 in Fried- holt sich der beschriebene Vorgang.
$. 155-157. - Siegert, H.: Ein elektrisches Sauerstoffausschluß), geringe Tempe- richsdorf_ (Taunus), gest. 4. 9. 1953 Dervonder Blattfeder getragene An-
Modell für die Nachbildung von Wärme- raturabhängigkeit der Zähigkeit, ni ebda. 1921 Dr. Ing. E. h. der TH
vorgängen. BBC-Nachr. 49, 6 (1967) 5. deren Stockpunkt usw. Sie werden Darmstadt, 1910-12 Telegraphen-Ing. ker gerät in Schwingungen,deren Fre-
240-247. - Brauer, H., und F. Müller: der Reichspost, 1912-14 Priv. Doz. an quenz durch die Polstärke, die Dauer
Wärmebertragung. Fortschr. d. Ver- allg. bei Normaldruck eingesetzt. Für der TH Aachen, 1914-18 Prof. und der Stromeinschaltung (Einstellung
fahrenstechnik 1964/65, Weinheim 1967. - noch höhere Temperaturen muß man des Kontaktes) und die Lage des An-
Pfeiffer, H.: Wärmeübertragung in eva- wegen des dann hohen Dampfdrucks Mitgied der Phys. Techn. Reichsan- kers zum Magneten etwas beeinflußt
kuierten_Pulverschüttungen. Diss. Karls- u. U. unter Druck arbeiten. Gewisse stalt Berlin, 1918-20 Obertelegra- werden kann. Bei der beschriebenen
ruhe 1967. (9) phen-Ing.bei der Reichspost und Lei-
Wärmeübertragungsmittel. Bei tech- W. sind physiologisch nicht unbe- ter des Telegraph. Versuchsamtes, Konstruktion beträgt sie etwa 12 bis
denklich
nischen Prozessen ist bisweilen eine Vorsichtsmaßnahmen.
und erfordern besondere 1920-23 Abt.-Dir. des Telegraphı 20 Hz.
direkte Beheizung des Gutes unmög- Lır. Mielke, G.: Wärmeübertragungsöle techn. Reichsamtes, dann dessen Prä- Der W. H.findet umfangreiche An-
lich und auch indirekte Beheizung und ihre Verwendung in Heizanlagen. sident, 1926 Hon.-Prof. der TH Ber- wendung bei der gebräuchlichen, mit
durch Wärmeaustauscher kommt oft Wärme 69, 2 (1962), S. 67-71. [9] lin, Mitglied des Kuratoriums der Gleichspannung von einigen Volt be-
0] 6
Wagnerscher Hilfszweig Wahrscheinlichkeitsexponent
triebenen elektrischen Klingel. Er gern. Das Wort »Wahrscheinlichkeit« die Vereinigung abzählbar vieler wahrscheinlichen Anzahl der Mole-
dient ferner beim *Funkeninduktor ist hier nicht ganz exakt, da ja nicht Mengen aus & soll wieder zu & ge- küle in einzelnen Intervallen. Dasgilt
als Hammerunterbrecher (Neefscher die »-Funktionen die W. repräsen- hören, d. h., 8 sei ein o-Körper. In jedoch nur für einander ausschlie-
Hammer). tieren, sondern |y |*. Doch hat sich bezug auf das oben genannte Beispiel Bende Ereignisse, d.h. für punkt-
Nach dem gleichen Prinzip arbeiten: der Ausdruck I. d. W. eingebürgert. seien die Mı, RM, ... Teilinter valle fremde Intervalle, andernfalls wür-
*Summer, elektrische Hupe, *Stimm- 7
[7] von®. Durch die Öperationen Durch- den manche Moleküle doppelt ge-
gabel-Unterbrecher sowie Zerhacker Wahrscheinlichkeitsamplitude ist die schnitt, Komplement und Verei zählt. be
und Wechselrichter, die der Umfor- Amplitude der »Wahrscheinlichkeits- sung lassen sich irgendwelche beli Aus dem oben
mung von Gleichstrom in Wechsel- welle« (s. Quantenmechanik big geformte Teile von I bilden, wel- schließen, daß Gesagten läßt si u
strom dienen. [26] ter wird auch W.für Wahrscheinlich- che also von diesen Betrachtungen a)0SPSI,
Wagnerscher Hilfszweig ist eine keitswelle gebraucht. [7] mit erfaßt werden. bOSPSN.
Schaltungsmaßnahme, um den Ein- Wahrscheinlichkeitsbegrifl. Der W. Axiom: Jeder zulässigen Menge Rı
fluß von Erdkapazitäten bei Brücken- in der modernen Wahrscheinlichkeits- ist eine positive Zahl P (R,) zugeo: In diesem Bereich P allerdings zu-
messungen (s. a. Brückenschaltung) theorie ist zusammen mit weiteren net, welche die Wahrscheinlichke nächst völlig unbestimmt, Indiesem
it Zusamme
auszuschalten. Gemäß Abb. wird par- Prinzipien der mathematischen Stati- von I: heißt. nhangsiehe fern i
allel zu den Speisepunkten AB ein im stik eine der wesentlichsten Grund- Piu<xsm..„u<t<h) lungsfunktion, Wahrschei
Punkt E geerdeter Hilfszweig AEB lagen der modernen kinetische *Gas- st Wahrscheinlichkeit dafür, daß dichte, Zufallsv ariable.
gelegt, der die gleiche Spannungsver- theorie, Insbesondere findet die von dieKoordinate des betrachteten Mo- der Lir. Kolmogoroff, A. N.: Grundbegriffe
teilung besitzt wie die Zweige ACB A.N. Kolmogoroff begründete Wahr- Ieküls in den angegebenenIntervallen 1935. _Wahrsche
-
inlichkeitsrechnung. Berlin
Kolmogor off.
und ADB. Der Abgleich der Anord- scheinlichkeitstheorie Anwendung. liegen. A. N.: Foundations.
nungerfolgt dadurch, daß das Null- Gegenstand wahrscheinlichkeitstheo- Die Existenz einer Wahrscheinlichkeit 1950. of the Theory of Probability. New York
- Cramer, H.: Mathematical Me-
instrument einmal zwischen die Punk- retischer Untersuchungen ist eine ab- wirdalso per axiomen festgestellt, d. thodsof Statistics. Princeton 1956.[34]
te CD und zum anderen zwischen DE zählbare oder nicht abzählbare Menge h., sie ist eines Beweises weder fähig Wahrscheinlichkeitsdicht. Einen
gelegt wird, wobei zunächst die Brük- iM vonEreignissen Eı. .. Als Beispiel noch bedürfüig. Über die Größe von Vorgang bzw. ein Geschehen quani
ke roh und danach der Hilfszweig sei der Bewegungszustand eines Mo- P wird keine Aussage gemacht, eben- tativ zu erfassen bedeutet, Zahlen-
Icküls genannt, der zur Zeit t durch sowenig wie über ein Verfahren zur werte für eine Anzahl von Parame-
die sieben Koordinaten x, y, 2; 3. &; Bestimmung von P; auch nicht über tern &, ß, y, ... im Zusammenhang
1= 5,5,t dargestellt ist. Ein Ereignis eine anschauliche Bedeutung. mit bestimmten Ereignissen Ei, Er,
E bedeutethier, daß jede Koordinate Axiom: .... für jedes dieser Ereignis se anzu-
einen bestimmten Wert hat. Das Er- a) M hat die Wahrscheinlichkeit Eins geben. Diese Parameter sind durch
cignis E ist also durch einen Punkt (mathem: ische Wahrscheinlich- Beobachtung zu ermitteln und als
des Rz dargestellt. Die Menge aller eit maßgebend auszuwählen.
möglichen Ereignisse ist die Menge b) M hat die Wahrscheinlichkeit N Liegt ein Kollektiv (Anzahl N gleich-
aller Punkte des R:. In der Praxis lic- (physikalische Wahrscheinlichkeit). wertiger Beschreibungen von ver-
gen die Orts- und Zeitkoordinaten a) besagt, daß die Wahrscheinlichkeit, gleichbaren Vorgängen) vor, so kann
abgeglichen wird. Nach mehrmals immer in einem endlichen Intervall. «in Molekül befinde sich im Intervall jede der Beschreibungen durch einen
wechselndem Abgleich befinden sich Die Mengealler möglichen Erei . 's ist. b) besagt, daß sich N Punktin einem n-dimensionalen Dar-
die Eckpunkte des Brückenzweiges se ist dann ein Intervall des Rı. Moleküle in M befinden. P (M,) stellt stellungsraum mit n Parametern a, ß,
CD auf Erdpotential, ohne selbst ge- nicht die Anzahl der Moleküle dar, Yı festgelegt werden.
erdet zu sein, so daß vondiesen Punk-
ten auch kein kapazitiver Strom zur
Intervall des Rz ist durch die Un-
gleichungen welche sich bei einer Momentauf- lung dieser N Punkte istDie Vertei-
dann eine
nahme,bei einer physikalischen Mes- vollständige Darstellung des gesam-
Erde abfließen kann. n<aSm...h<tSt sung in ®; befinden, sondern die ten Erfahrungsmaterials und läßt sich,
Lit. Wagner: ETZ 32, 1001 (1911). -
definiert. Dieses Intervallist links of- wahrscheinliche Anzahl, d.h. eine wenn eine hinreichende Menge von
Dye: Electrician 87, 55 (1921). - Kohl
fen und rechts geschlossen. Das hat Zahl, welche ein ungefähres Maß da- Punkten bekannt ist, durch eine Dich-
rausch: Prakt. Phys. Bd. 2 Stuttgart 1956.
en den Vorteil, daß bei zwei aneinan- für darstellt, wie viele Moleküle in tefunktion, W. genannt, f(x, ß, »,
Wagner-Wicklung, s. winkelfreier dergrenzendenIntervallen die Punkte WR: zu erwartensind. „.) ausdrücken.
Widerstand. der Berührungsfläche nur einem In- ür einander ausschließende Ereig- Rein formalist die W. f durch die
Wahrscheinlichkeit a priori und a tervall angehören. Ein Intervall hat ismengen Rı und R;gilt Ableitung der *Verteilungsfunktion
posteriori, s. Apriori-Wahrscheinlich- quaderförmige Gestalt. Kugelförmige P(Rı + M:) = PR) + PM).
F gegeben,
keit. und andere Bereiche kann man durch
Wahrscheinlichkeit, Interferenz der. abzählbare Vereinigung von Inter- !ür punktfremde Teilintervalle von
® gilt, daß die Wahrscheinlichkeit,
a)
SF (a, ß, 3

Da man die y-Funktion der Schrö- vallen erhalten. «daß sich ein Molekül in einem von
dingerschen Theorie (s. Schrödinger- Es werden gewisse Teilmengen M,, (s. a. Wahrscheinlichkeitsbegriff). 134]
Gleichung und Quantenmechanik) als M., ... von M in die Betrachtung beiden Intervallen befindet, gleich der Wahrscheinlichkeitsdichte im Orts-
eine Wahrscheinlichkeitswelle inter- einbezogen. M selbst gehört zur Men- Summe der Wahrscheinlichkeiten für raum heißt das Produkt
pretiert, für die wie für jede Welle das ge 3 dieser Teilmengen, ebensoalle die einzelnen Intervalle ist. Für die
physikalische Wahrscheinlichkeit ist
en.
Überlagerungsprinzip gilt, löschen Eu.& ist per definitionem ein Mengen- «lies trivial. Die wahrscheinliche An- Näheres s. Wahrscheinlichkeitsstrom
sich »Wahrscheinlichkeiten« aus oder körper, d. h., mit zwei Mengen ge- yahl aller Moleküle in einzelnen In- Wahr
Gibösschenehm
7]
Methen
verstärken sich, je nachdem, wie sich hört auch deren Durchschnitt, Kom- tervallen ist gleich der Summe der /al inlichkei
die Wellen (y-Funktionen) überla- plement und Vereinigung zu 3. Sogar ode8
“2 6
Wahrscheinlichkeitsrechnung Wanderwellen
Wahrscheinlichkeitsrechnung . Mit Die durchschnittliche Abweichung der mend verfestigt war, kann das immer ionen aufgebautist, frei bewegen kön-
Hilfe der W. können Aussagenderen über verschiedenen Werte / von einem be- schwächer werdende Arbeiten der in- nen. Unter dem Einfluß eines elektri-
Ereignisse gemacht werden, stimmten, vorgegebenen fı ist: neren Kräfte langsam in eine dem nor- schen Feldes bekommtdie Bewegung
Eintreffen oder Nichteintr effen nicht KIch-i. malen Vulkanismus zumindest nahe- der freien Elektronen eine Vorzugs-
exakt, sondern nur mit einem gewis- Die mittlere Abweichung zweier auf- stehende Form übergegangen sein. richtung, so daß ein Ladungstransport
sen Grad von Wahrscheinlichkeit an- einanderfolgender Proben ist gegeben Meteoreinsturz kommt nur für klei- stattfindet. Die mittlere W. der Elek-
gegeben werden kann, Das che trifft in durch nere Formationenin Frage. [5] tronenist aber in den Metallen auch
der Physik für die physikalis nlich Sta- Waltenhofensches Pendel, s. Pendel bei hohen Stromdichten sehr gering.
tistik zu, in der man Wahrschei Gm. Walton, Ernest Thomas 'Sinton. Iri- Man kann die W. unter der einiger-
keitsaussagen macht, da die Zahl der Wenn ö als kontinuierlich veränder- scher Physiker. Geb. 6. 10.1903 in maßen zutreffenden Annahme, daß
variierend en Parameter so groß ist, lich angesehen werden kann, gilt die’ Dungarvan (Irland). 1934 Mitglied, auf jedes Metallion etwa 1 freies
daß eine exakte Berechnungauf prak- Gaußsche Fehlerfunktion. Danach ist seit 1946 o. Prof. der Exp. Physik und Elektron kommt, leicht abschätzen.
tische Schwierigkeiten stößt; außer- die Wahrscheinlichkeit, daß für ö ein Naturphilosophie am Trinity-College Man erhält z.B. für Cu bei einer
dem findet die W. in der Quanten- Wert zwischen ö und ö + dö gefun- der Univ. Dublin (Irland). W. erhielt Stromdichte von 1 A/mm? eine W.
‚mechanik Anwendung, die auf Grund den wird, näherungsweise durch 1951 den Nobelpreis für Physik - ge- von noch nicht 1 mm/s. Eine derar-
des Wesens der ihrer Beschreibung meinsam mit Cockroft - für seine tige anschauliche Vorstellung von
unterliegenden elementaren Gebilde grundlegenden Arbeiten auf dem Ge- dem Vorgang der elektrischen Lei-
keine exakten Angaben über deren w()d= Y;. ea biet der Atomumwandlung durch tung in Metallen ist aber strengge-
zukünftiges Verhalten machen kann. künstlich beschleunigte Atomteile. nommen nicht zulässig, eine befrie-
bestimmt. S. a. Wahrscheinlichkeits- Hauptarbeiten: Auf dem Gebiet der
Einige einfache, charakteristische Bil- begriff. [7] Exp. Physik, der Kernphysik und der
digende Deutung ist erst auf Grund
dungender W. sind: Wahrscheinlichkeitsstrom. Analog zu) Atomenergie. [43]
der Quantentheorie lich gewor-
a) die Berechnung von Mittelwerten der Wahrscheinlichkeitsdichte Walztextur, s. Textur.
den. Die quantentheoretische *Elek-
oder Erwartung swerten. Ist die ma- Wandelstern, svw. *Planet. [5]
tronentheorie der Metalle ist von A.
thematische *Wahrscheinlichkeit, eine een dy nd)
Wanderfeldröhre (svw. Travelling-
Sommerfeld entwickelt worden (. a.
Elektronenwanderung).
bestimmte Größe f im Zustand n zu definiert man in der *Quantenmecha- Wave-Röhre), s. Laufzeitröhre. [19] b) W. der Elektronen in Halbleitern,
finden, bekannt und gleich W (n), so nik auch einen W.:
Wanderfläche, s. Wanderlänge. s. Beweglichkeit der Elektronen und
ist der Mittelwert oder Erwartungs- Wanderlänge M. Die W.ist definiert Defektelektronen in Halbleitern.
wert von /, den man etwa bei einer ; @* erdy = pgrdyp*).
durch die Gleichung <) W. der Ionen in Gasen, s. Beweg-
Messungvorfindet, gegeben durch Sowenig wie - dr exakt die Zahl der
» Teilchen angibt, die sich im Volumen
M=-L!+r, lichkeit der Ionen und Ionenbeweg-
lichkeit,
dr befinden, sowenig meint man, di wenn man die Fermische Alterstheo- d) W. der Ionen in Flüssigkeiten, s.
die zeitlich durch den Querschnitt g nie zugrunde legt, oder durch Elektrolyte.
hende Teilchenzahl gleich j sei. Viel- M!=L’+L°+L#+.. ©) W. der Ionen in Festkörpern, s.
wenn man eine Mehrgruppendiffu- Tonenleitfähigkeit.
Lit. Sommerfeld, A., und H. Bethe:
wert dieser Teilchenzahl aus. [7] sionstheorie zugrundelegt. Dabei sind Hab. d. Physik. 2. Aufl. XXIV/2. Berlin
Er Wahrscheinlichkeitswelle, s. u. Quan- L die thermische Diffusionslänge und 1933. [16]
Bilden die möglichen Werte rn ein tenmechanik. xdie *Bremslänge, bzw. Lı, La, Ls Wanderungsspannung ist häufig die
Kontinuum,so lautet die Formel Wahrscheinlichkeit, _thermod; . die Diffusionslängen im 1., 2., 3. Bezeichnung für die für die Wande-
sche, s. Statistik und Entropie. Energieintervall der *Gruppeı rung von Gitterfehlstellen, insbeson-
b
Wallebenen werden unter den Ring- diffusionsmethode. M? nennt man di dere *Versetzungen,notwendige Min-
[row man formationen der Mondoberfläche di Wanderfläche. Die physikalische Be- destspannung.[15]
Wanderung von Leerstellen, s. Leer-
jenigen genannt, deren Durchmes: deutung von M ist aus ?!=6M® zu stellen.
=“
5 die Höhendifferenz zwischen Innen. Wanderung von Versetzungen, s.
niveau und dem Gipfel des Bergkran: entnehmen. 7° ist das mittlere Qua-
drat derjenigen geradlinigen Strecke, Versetzungen.
[woman zes auffallend überschreitet, die als die ein Neutron vom Ort seiner Ent- Wanderung von Zwischengitterato-
= wesentlich breiter als hoch sind. stehungals schnelles Neutron - etwa men, s. Zwischengitteratome.
Eine genaue Definition, wieweit dı
W (n) nennt maneine Gewichtsfunk- Begriff Krater und wieweit der aus einer Spaltung - bis zum Ort sei Wanderwellen. Ein unter einer Ge-
tion, Absorption zurücklegt. Randef- witterwolke stehendes Leitungsstück
b) Schwankungen. Die Abweichung griff W. zu gebrauchen ist, liegtaller,
dings nicht vor. Die Entstchung d fekte sind nicht berücksichtigt. Die W. einer Hochspannungsleitung erhält
der Größef (n) von ihrem Mittelwert großen W. dürfte nicht auf normale ist ein wichtiger Begriff in der Theorie eine Influenzladung entgegengesetzten
bezeichnet man als Schwankung. Vulkanismus zurückzuführen der Neutronendiffusion.[7] Vorzeichens. Die mit der Elektrizität
5-44 sondern wahrscheinlich auf in jed
Fall einmalige, oberflächennahe G:
Wanderungsgeschwindigkeit. a) W.
der Elektronen in Metallen. Die elek-
der Wolke gleichsinnige Ladung fließt
heißt absolute Schwankung, explosionen,die in einer frühen trische Leitfähigkeit der Metalle be-
über die Isolationsfehler der Leitung
ab. Entlädt sich die Wolke durch
4-3
8-7, der Mondentwicklung stattfand ruht auf dem Vorhandensein von einen Blitz, so wird die auf der Lei-
Nachdem der Mondkörper wei Eicktronen,die sich in dem Kristall- tung gebundene Ladung frei. Es er-
heißt relative Schwankung. hendst entgast und die Rinde zun itter des Metalls, das aus den Metall- gibt sich jetzt zwischen Leitung und
“ 65
Wandler Wasserdampf
Erde eine hohe Spannung, die pro- tromagneten, der von dem zu messen- Univ. Berlin. - 1905-22 auch Präsi-
portional der Ladung an jederStelle den Gleichstrom magnetisiert wird. dent der Phys. Techn. Reichsanstalt
ist. Da dieser Zustand nichtbestehen- Die Hall-Spannungist der magneti- Berlin. Hauptarbeiten: Auf dem Ge-
bleiben kann, fließen die Ladungen schen Feldstärke und damit dem zu biet der Experimentalphysik, insbe-
nach beidenSeiten ab und laufen als messendenGleichstrom proportional. sondere Untersuchungen von Wär-
W.mit der Geschwindigkeit Als elektroakustische W. bezeichnet mestrahlen, Kapillarelektrizität und
man solche Geräte, die akustische Energieumsatz bei photochemischen
Leistung in elektrische oder umge- Vorgängen bei der Bildung von Ozon
kehrt umformen (Mikrophon, Tele- und Stickoxyden, über Gasentladun-
längs der Leitung. Die Spannung ist phon, Lautsprecher). [25] gen, Wärmeleitung und spezifische
1 1 Wandreibung in Strömungen. Die W. Wärme von Gasen als experimentelle
ug i@-vntgtetrn an gekrümmten Wänden kann auf Beweise für die kinetische Gastheorie,
den Sonderfall der Reibung an der über akustische Schwingungen und
und der Strom ebenen Platte (s. Plattenreibung) zu- die Hysteresis. Begründer der medi-
rückgeführt werden, wenn die Grenz- zinischen Photochemie. [43] Zinkwarzen in Aufsicht (aus Seith)
1 1 schichtdicke klein im Verhältnis zum Warmaushärtung (age-hardening at Schichten, die den einzelnen Phasen
zgfeyd-gzfatvn. Krümmungsradius der Wand ist. Es elevated temperatures) wird durch entsprechen. Unter Umständen, be-
ist der Wellenwiderstand einer ver- ist zu beachten, daß an der gekrümm- einen von der *Kaltaushärtung ver- sonders dann, wenn die Berührung
lustlosen Leitung. Am Leitungsende ten Wand die Geschwindigkeiten der schiedenen und unabhängigen Mecha- der Stücke bei Beginn des Versuches
wird die Welle gespiegelt. An einem Potentialströmungi. allg. inkonstant nismus der Ausscheidungsreaktion nicht vollkommen ist, wachsen auf
offenen Leitungsende läuft eine re- sind. Begnügt man sich nicht mit der bewirkt. Zur Einleitung der W. ist dem Eisen einzelne Warzen in das
flektierte Welle zurück und verdop- Annahme einer mittleren Geschwin- immer ein Tempern notwendig. Mit Zink, die die Eisenfläche, auf der sie
pelt die Spannung. Durch Schaltvor- digkeit, so ist eine genaue Grenz. der W.ist eine oft starke Verände- sitzen, etwas aushöhlen. Die Erschei-
gänge entstehen ebenfalls W. auf den schichtrechnung erforderlich (z.B. rung der physikalischen Eigenschaf- nung kann sehr ausgeprägt sein (s.
Leitungen. Pohlhausen-Verfahren; s. Grenz- ten der Werkstoffe verbunden. Es Abb.). Eineeindeutige Erklärungdie-
Lır. Wagner, K. W.: Elektromagnetische schichttheorie). können in bestimmten Temperatur- ses Effektes steht noch aus.
Wellen. 1953. - Küpfmüller, K.: Einf. i. Ist die Wand stärker gekrümmt, so gebieten die beiden Reaktionsmecha- Lit. Seith, W.: Diffusion in Metallen.
d. theor. Elektrotechnik. 8. Aufl. Berlin spielen die Fliehkräfte in der Grenz- nismen W. und *Kaltaushärtung nc- 2. Aufl. Berlin 1955. [15]
1965. Roth, A.: Hochspannungstechnik. schicht eine Rolle. Wegen der Ge- beneinander ablaufen. Bei der W.hat Wasser, H:O.S. Eis, Unterkühlung,
5. Aufl. Wien 1965. [23] schwindigkeitsunterschiede senkrecht man stets eine Grenzflächenenergie zu Wasserdampf.
Wandler. Strom- bzw. Spannungs- zur Wand sind auch die Fliehkräfte berücksichtigen. An Hand der *kine- Lit. d’Ans und Lax: Taschenbuch für
W.sind *Transformatoren für MeB- verschieden. An konkaven Wänden tischen Kurven kann man die Aus- Chemiker und Physiker, Bd. 1. Berlin-
zwecke, die den zu messenden Strom streben dann die rascheren Teilchen härtungsvorgänge gut verfolgen. Die Heidelberg-New York_ 1967. - Chem.
Engng. 66, 7 (1959), 5.139-140. [9]
bzw. die Meßspannung in cinem von der äußeren Grenzschicht nach Geschwindigkeit der W. ist zunächst
durch das Übersetzungsverhältnis ge- der Wand.Der turbulente *Austausch nahezu Null,steigt dann immerweiter Wasseranalogie, gasdynamische, 5.
gebenenfesten Verhältnis umformen wird verstärkt, also die Reibung ver- an, bis sie infolge der Annäherung an ‚Analogienfür Strömungen.
und dem Meßbereich des Anzeige- mehrt und die *Grenzschichtablösung das thermodynamische Gleichgewicht Wasserbeckenreaktor (swimming-
instrumentes anpassen. Auf diese bei Druckansticg hintangehalten. Um- wieder abnimmt (s. a. Aushärtung). Pool reactor). Forschungsreaktor,
Weise kann der Meßbereich eines gekehrt wirkt eine kovexe Krümmung Lit. Dehlinger, U.: Theoretische Metall- dessen Brennelemente sich in einem
Wechselstrominstrumentes _beliebiig stabilisierend auf die Grenzschicht. kunde.Berlin 1955.[15] Wasserbecken befinden. Das Wasser
erweitert werden. Normale Werte für Austausch und Reibung werden ver- Warmiront, s. Front, Idealzyklone. dient als Moderator, Kühlmittel und
die Sekundärströme von Stromwand- mindert, die Grenzschichtablösung Warmluft, 's. Idealzyklone, Wetter- Abschirmung. Beispiele hierfür sind
lern sind 5 oder 1A bei primärem begünstigt. [11] luftmassen. die Reaktorenin Geesthacht bei Ham-
Nennstrom. Spannungswandler be: Wand, semipermeable (oder halb- Warmluftadvektion, s. Advektion. burg und Garching bei München.[7]
zen meist 100 oder 110 V als Sekun- durchlässige), s. semipermeabel und Warmreckung oder _Warmverfor- Wasserdampf. Unter den technisch
därspannung für das Meßinstrument. Osmose.
mungfindet in einem Temperaturge- wichtigen *Dämpfen spielt der W.
Auch für Gleichstrom sind W. ent- biet statt, bei dem bei plastischer eine bevorzugte Rolle. Auch als Be-
wickelt worden. Sie beruhen auf dem Wandtemperatur bei Überschallströ- *Verformung nur noch eine geringe standteil der atmosphärischen Luftist
Prinzip, daß sich der Wechselstrom- mungen. An einer wärmeisolierenden *Verfestigung und nurfür kurze Zeit- er ein wichtiger meteorologischer
widerstand einer Spule mit Eisenkern Wand stellt sich die sog. *Eigentem- räumeauftritt, sie wird alsbald durch Faktor. So sind seine physikalischen
ändert, wenn das Eisen durch einen peratur ein. [11] *Rekristallisation beseitigt. [15] Eigenschaften genau untersucht (Sät-
Gleichstrom in einer weiteren Wick- Wankel-Motor, 5. Verbrennungs- Warmsektor, s. Idealzyklone. tigungs-Temperatur und -Druck, kri-
lung vormagnetisiert wird. Derartige kraftmaschinen. Warzenbildung. Bei der Untersuchung tische Größen, Zustandsgleichung,
W. benötigen eine Hilfsspannungs- Warburg, Emil. Dt. Physiker. Geb. 9. der Reaktion zwischen Fe und Zn Erzeugungswärme, Wärmeinhalt, En-
quelle für konstante Wechselspan- 3. 1846 in Altona, gest. 28. 7. 1931 in zeigt sich, daß bereits, wenn beide tropie usw.). Alle diese Daten sind in
nung mit unveränderlicher Frequenz. Grunaubei Bayreuth. Schüler von H. *Metalle in inniger Berührung graphischen und tabellarischen Dar-
Eine andere Möglichkeit, hohe Gleich- G. Magnus in Berlin. 1872 a. o. Prof. einander stehen, bei 300 °C *Diflu- stellungen (Dampftafeln bzw. Was-
‚ströme in meßbare Ströme umzuwan- an der Univ. Straßburg,1876 0. Prof. sion eintritt, wobei die Geschwindig- serdampftafeln, s. Wasserdampfta-
deln, ist die Verwendung von *Hall- für Physik an der Univ. Freiburg’ keit mit steigender Temperatur zu- fen im Anhang) niedergelegt. Aufge-
generatoren im Luftspalt eines Elek- Brsg., 1895 0. Prof. f. Physik an der nimmt. Es entstehen dabei parallele stellte Gleichungen gelten meist nur
66 67
Wasserdampf Wasserfallelektrizität
für beschränkte Temperaturintervalle Dampfes kann rechts von der Grenz- Des Ing. Taschenbuch,Bd.1, Berlin 1955. Diagramme usw. s. Tabellen im An-
(6. Zustandsgleichungen). Der *Dampf kurve im p,v-Diagramm an Hand von Bochm, 3. J.: 40 Jahre Wasserdampf- hang.
über der Flüssigkeitsoberfläche wird hyperbelähnlichen Kurven erschlos- forschung. Wärme 68, 3 (1961), 5. 97-101. Lır. s. bei Wasserdampf. [9]
bei Gleichgewicht (Sättigung) als trok- sen werden (s. Zustandsgleichung, Hotes, Wasserdampftafel der Allg. Wasserdampf-Wanderung. Derin der
ken gesätigt (Sattdampf) bezeichnet. Abb. 1). Elektrizitäts-Gesellschaft. München. 1960 Luft enthaltene Wasserdampf folgt
Ist flüssiges Wasser vorhanden (Was- (für elektronische Berechnung). - Mayin- jeder Bewegung der Luft. Ist ein
sertröpfchen, Nebel, Zweiphasenge-
3000, T T ver, F., E. Schmidt und H. Tratz: Neue Dampfdruck-Gefälle vorhanden, so
Hal Knit. Punkt 7} Zustanäsgleichungen für Wasserdampf
biet), dann spricht man von Naß- unter Berücksichtigung ihrer Verwen- überlagert sich eine Bewegung des
dampf. S. a. Mollier-Diagramme. dung in elektronischen Rechenanlagen. Wasserdampfes in Richtung dieses
Der Feuchtegrad x ist der Wasserge- Brennstoft-Wärme-Kraft 14, 6 (1962), S} Gefälles.
halt des Gemisches in kg Dampf und 261-266. - Schmidt, E., und W. Koch: Die W.-W. in porösen Stoffen ist ein
Wasserje kg trockeneLuft. x ist der VDI-Wasserdampftafeln. Berlin-Göttin- verwickelter Vorgang, der vor allem
gen-Heidelberg 1963, Fassung A (ca),
Dampfgehalt bei Sättigung. Fassung B (#). - Dibelius, G.: Kann man im Bauweseneine Rolle spielt. Dabei
Der *Sättigungsgrad y = x/x' ist ein Zustandsänderungen von Wasserdampf mußunterschieden werden zwischen
relatives Maß für den Dampfgehalt. sicherer_ berechnen? Brennstoff-Wärme- 3) der Diffusion, die im Falle eines
Bei atmosphärischen Vorgängen ist er Kraft15, 2 (1963), $. 80-83. - Neue Was- Dampfdruckgefälles eine W.-W. be-
wenig verschieden von der relativen Abb. 1.
serdampftafeln 1967 der Electrical Re- dingt. Daraus folgt auch, daß bei
Feuchtigkeit @ (s. Feuchtigkeit). scarch Association. DK 621.1.01. Wärme feuchten Porenwänden jedes Tempe-
Sattdampf allein über die Sättigungs- 73,4 (1067),S. 126. 19]
679 Wasserdampf-Destillation, s. Destil- raturgefälle eine W.-W. in Richtung
temperatur erhöht ist »überhitzt«, lation. dieses Gefälles zur Folge hat, die mit
unter diese abgekühlt - im labilen x Wasserdampf-Diagramme, s. Mol- steigender Temperatur und wachsen-
Gleichgewicht - »unterkühlt«. 47 lier-Diagramme und Wasserdampf. dem Temperaturgefälle stark zu-
Die Spannungskurve gibt den Zu- Wasserdampf-Diffusion, s. Wasser- nimmt;
sammenhang zwischen Sättigungs- dampf-Durchlässigkeit und Wasser- b) der W.-W. infolge von Kapillar-
Druck und -Temperatur des trocken- 2a} dampf-Wanderung. kräften, die im Zusammenhang mit
gesättigten Dampfes; sie beginnt am Wasserdampf-Dissoziation. Die *Dis- *Kapillarkondensation, häufiger als
*Tripelpunkt und endigt im kritischen soziation des Wasserdampfes ist bei manfrüher annahm,eine Rolle spielt.
Punkt. mit hohen Temperaturen ablaufenden Die Wichtigkeit dieser Fragen für die
Die Erzeugungswärme des Sattdamp- \ Verbrennungsprozessen zu berück- Haltbarkeit und Wärmeisolierung von
fes Le setzt sich aus der Flüssigkeits- 2 4 & 8 © ‚ichtigen. Bei 2000 °C und 10° N/m® Ein- und Mehrfachwänden hat zu
ärme Ly und der *Verdampfungs- s Yrg-grd ist der Dissoziationsgrad 1%, d. h. im zahlreichen Untersuchungen Anlaß
ärme Lu zusammen. Nach der Abb.2. T,s-Diagramm für Wasserdampf Gleichgewichtszustand sind 1% der gegeben und zu einer eingehenden
*Clausius-Clapeyronschen Gleichung ursprünglich vorhandenen Wasser- Prüfung der theoretischen und prak-
ist ie moleküle dissozüert. tischen Möglichkeiten einer Dampf-
La= w" = v) Tdp/dT Sn Lit. Kortüm, Einf. in die chem. sperre geführt. Diese soll unerwünsch-
Thermodyn. Göttingen 1967. [9] te, W.-W. und dadurch bedingte
(dabei ist v” bzw. v’ das spezifische Wasserdampf-Durchlässigkeit, z. B. Schwitzwasserbildung vermindern
Volumen des Dampfes bzw. Wassers, von. Baustoffen, ist wie die *Wasser- oder beseitigen. Es ist, wichtig, eine
p der Druck, T die absolute Tempe- dampf-Wanderung, ein verwickeltes solche Sperre an derrichtigen Stelle
ratur). Problem. Da in der Praxis jedoch anzubringen. Auf der warmen Seite
La wiederum besteht aus der inneren häufig Werte für die W.-D. verlangt einer Wand wirkt sie günstig, auf der
Verdampfungswärme (Zunahme der werden, sind zahlreiche Messungen kalten ungünstig.
inneren Energie bei der Verdamp- ausgeführt worden,die sich auf Plat- Lır. Egner, K.: Feuchtigkeitsdurchgang
fung) und der äußeren (der bei der ten vorgegebener Dicke bezichen und und Wasserdampfkondensation in Bau-
Verdampfunggeleisteten äußeren Ar- so wenigstens Anhaltspunkte geben ten. Stuttgart 1950. Cammerer, $.: Der
beit); sie ist also gleich der Differenz können. Mangibt z. B. die Feuchtig; Wärme- und Kälteschutz in der1962.-
Berlin-Göttingen-Heidelberg Industrie
des Wärmeinhalts des trocken-gesät- keitsmenge in g an, die durch 1m? scher,
keitsbewegung in Trockengütern,Feuchti
O.: Grundgeseize der
Abb. 3. p,v-Diagramm für Wasser
tigten Dampfes und des Wassers. Die
Für die Berechnung von Wasser- einer Platte der vorliegenden Dicke Kap)
dem nassen Wasserdampf vom Feuch- in I h wandert, wenn sich die Dampf- larwasserbewegung und _Wasserdamg
tegrad x entsprechenden Zustandsgrö- dampftafeln werden heute auch elek- drückezu beiden Seiten der Platte um diflusion. VDI-Z. 82 (1938), 5. 373.
Ben werden additiv aus denen des tronische digitale Rechenmaschinen | Torr (133 N/m?) unterscheiden. Taschenbuch _des_ chemischen Baut
Wassers und des trocken-gesättigten eingesetzt. Man hat dafür besondere S. Wasserdampf-Wanderung. schutzes, _S. 220-227. Stuttgart 1956.
Dampfes hergeleitet. Es gilt also z. B. Zustandsgleichungen entwickelt, die Kir. Egner, K.: Feuchtigkeitsdurchgang Geisler, B.: Dampfäiffusion bei Wänden.
für das spezifische Volumen vr für die Programmierung auf solchen und Wasserdampfkondensation in Bau- ‚Wärme 68, 3 (1961), 5.93-96.1]
Maschinenbesonders geeignetsind. cn, Stuttgart 1950. - Geisler, H.: Dampf- Wasserenthärtung, s. Tonenaustau-
xv’+(1-x)v' usw. In den Dia- ditusion bei Wänden. Wärme 68, 3 scher.
grammen sind innerhalb der Grenz- Lit. Schmidt, E.: Einf. in die techn.
'Thermodyn. und in die Grundlagen der (1961),8. 93-96. [9] Wasserfallelektrizität oder *Ballo-
kurven (Abb. 1,2 und 3) die dem nas- chemischen Thermodynamik. Berlin-Göt- Wasserdampf-Punkt, s. Dampfpunkt. elektrizität, Erscheinung, die sich auf
sen Dampf entsprechenden Kurven tingen-Heidelberg 1963. -— Plank, R.: Wasserdampf-Tafeln. Zusammen- den Lenard-Effekt zurückführen läßt:
eingetragen, also z. B. für x 0,2; 0,4 Handbuch der Kältetechnik, Bd. 2. Ber- stellung aller technisch wichtigen Da- dort, wo Wasser zerstäubtwird, zeigt
usw. Das Verhalten des überhitzten lin-Göttingen-Heidelberg 1953. - Hütte: ien von *Wasserdampf, *Mollier- die Luft negative Ladung. Die beim
68 9
Wasserhaut Wasserstoffatom
Zerstäuben von Tropfen: auf den Wasserrohrkessel, s. Dampfkessel. serstoffatom nur ein Elektron besit- Balmer-Serie) gegeben wird. Stren;
kleinsten Teiltröpfchen angesammelte Wasserschwall, plötzlicher Anstieg, sen, also der Reihe nach He*, Li", genommen haben diese Energieı
negative Elektrizität täuscht negative des Wasserspiegels in einer »schie- Be‘ usw. Der Bau dieser atomaren veaus noch eine recht komplizierte
Ladung der Luft vor, während die Benden« Wasserströmung mit. freier Systeme ist dem des Wasserstoflatoms *Feinstruktur, die von relativistischen
'kompensierende positive Ladung, da Oberfläche. Mathematisch zeigt der‘ völlig ähnlich, nurliegen, wenn Z die Effekten und vom Spin des Elektrons
auf den größeren Tropfenteilen ange- W. eine weitgehende Analogie zum! “Ordnungszahl der Ionen bedeutet, herrührt, sowie eine durch den Kern
sammelt, mit diesen zu Bodensinkt. gasdynamischen *Verdichtungsstoß. alle *Energieniveaus, der Z-fachen bedingte *Hyperfeinstruktur.
Näheres s. Analogien für Strömun- Kernladung wegen, Z*-mal höher. Nach dem Bild des Bohrschen Atom-
gen, dort Wasseranalogie. [11] Die Spektren verschieben sich dabei modells kommen die Energieniveaus
Wasserhaut, eine auffesten Körpern immermehr ins Ultraviolett. des W. dadurch zustande, daß sich
in wasserdampfhaltiger Luft sich bil- Wasser, schweres, Wasser, welches‘ Eine kleine Änderung der Energie- das Elektron nur auf ganz bestimm-
dende, oft sehr festhaftende, sehr statt des gewöhnlichen Wasserstoffs niveaus erfolgt außerdem noch da- ten »erlaubten« Bahnen um den Kern
dünne Wasserschicht. Von einer Glas- schweren *Wasserstoft (Deuterium) durch, daß der Einfluß der Kern- bewegen kann, und zwar auf Kreis-
fläche kann sie durch Abspülen mit enthält. Da das Wassermolekül HsO Mitbewegung ein relativ um so ge- oder Ellipsenbahnen, die einerseits
Quecksilber nur teilweise entfernt zwei Wasserstoffatome enthält, gibt ringerer ist, je schwerer der Kern durch das Gleichgewicht zwischen der
werden, völlig erst im Vakuum bei <s, auch wenn man den Einbau von wird. Dies kommtdadurch zum Aus- Coulombschen Anzichung Kern-
350 °C. 9] *Tritium, dem überschweren Wasser- druck, daß in der Balmer-Formel (. Elektron und der Zentrifugalkraft des
‚serhauttheorie von Nusselt. Tritt stoff (Isotop °H), außer Betrachtläßt, Balmer-Serie) statt des Wasserstoff- umlaufenden Elektrons, andererseits
beim Wärmeübergang von einem zwei Arten von Molekülen des schwe- wertes Ru, der *Rydberg-Konstanten dadurch bestimmtsind, daß die Quan-
Dampf an eine kältere Wand Kon- ren W., das Molekül HDO und das, die etwasgrößerenindividuellen Ryd- tenbedingungen erfüllt sein müssen,
densation auf, so ist die dabei frei- Molekül D:O, wenn man das Symbol berg-Konstanten der betreffenden daß z. B. die drei Phasenintegrale der
werdende Kondensationswärme von D für den schweren Wasserstoff‘ Ionen stehen. Die Serienformeln des Elektronenbewegung ganzzahlige
großem Einfluß auf die *Wärmeüber- schreibt. Unter schwerem W.schlecht- Spektrums des Heliumions He* sind Vielfache des Planckschen Wirkungs-
tragung. Kommt es zurBildung eines hin versteht man stets das zweitge- unter ihren Bezeichnungen (*Lyman- quantums / sein müssen.
geschlossenen Wasserfilms, einer nannte; das Molekül HDO kommt) Serie, *Fowler-Serie, *Pickering-Se-
»Wasserhaute (Filmkondensation, s. zwarin Gemischen von schwerem und fie) angegeben. Auch das Spektrum ‚Elektron
Kondensation), so wird nach den Un- gewöhnlichem Wasser auch vor, doch des Lithiumions Li" konnte zum Teil
tersuchungen von Nusselt der Wäi ist reines HDOnichtstabil. empirisch erhalten werden. v
meübergang durch diese Wasserhaut Das schwere W. (D:O)hat gegenüber Lit. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./
bestimmt, deren Dicke bei einer senk- dem gewöhnlichen Wasser merklich, 12. Aufl. Berlin 1967. [1]
rechten Wand von oben nach unten verschiedene Eigenschaften. Vor al-, Wasserstoffatom. Das W. ist das
zunimmt, da ja das Kondensat nach lemist seine Dichte bei 0 °C mit 1,105) leichteste aller Atome und das am
unten abläuft. um mehr als 10% höherals die des) einfachsten gebaute. Es besteht beim
usselt hat diese Art der Wärme- gewöhnlichen Wassers. Sein Gefrier- gewöhnlichen Isotop (5. a. Wasser-
übertragung rechnerisch in einfacher Punktliegt bei 3,72 °C, sein Siede- stoff, schwerer) aus einem Proton als
Weise erfassen können undeine eini- punkt bei 101,42 °C. Sein Dichte- Kern und einem einzigen Elektron. 7, = 0,53: 10%cm
‚germaßenbefriedigende Übereinstim- maximum erreicht es nicht wie ge- Da die seiner Bindungsenergie äqui- vo 22-10 cmis
mung mit den Versuchsergebnissen wöhnliches Wasser bei 4,0 °C, son- valente Masse vernachlässigbarist, ist „66.108 51
gefunden. dern erst bei 11,6 °C. die Masse des W.einfach die Summe Gesamtenergie: — 13,6 eV
Unter den technischen Bedingungen Im großen kann schweres W.nebe der Ruhmassen (die relativistische
liegen die Verhältnisse meist verwik- anderen Verfahren durch Elektro- Massenzunahme des bewegten Elek- Im W.ist im Bohrschen Bild die eit
kelter. Der Fall, daß die bei Nusselt Iyse von natürlichem Wasser herge- ist ebenfalls vernachlässigbar) fachste Bahn des Elektronseine Krei
laminar angenommene Kondensat- stellt werden, dessen Wasserstoff etwa des Protons und des Elektrons, also bahn (s. Abb.) mit dem Radius
strömung an der Wand in eine tur- 0,2%/oo schweren Wasserstoff enthält. 1.007825 Kernmasseneinheiten” oder 70 = h2/d a? m e* = 0,5292 10°° cm,
bulente Strömung übergeht, wurde Hierbei wird fast nur das gewöhnlich 1,673: g. Im Grundzustandist
von Grigull behandelt. Häufig tritt Wasser zerlegt und im Rückstand der] das magnetische Moment des W. im welche mit der Geschwindigkeit
zusammen mit der Filmkondensation Elektrolyse reichert sich das schwei wesentlichen (d.h. von dem klei vo2ne/h = 2,19 10° m/s
auch eine Tropfenkondensationauf. W. immer mehr an. Um 98%iges Beitrag des Kerns abgeschen) gleich (= 1/137 der Lichtgeschwindigkeit)
Lit. Gröber, Erk und Grigull: Die schweres W. zu erhalten, muß dem Spinmoment seines Elektrons,
Grundgesetze der Wärmeübertragung. dabei von der 100000fachen Menge also rund gleich einem Bohrschen durchlaufen wird.
Berlin-Göttingen-Heidelberg 1963.[9] natürlichen Wassers ausgehen. Magneton, da der Beitrag des »Bahn- Die Bindungsenergie des Elektrons in
Wasserreaktor. Mit Wasser (natürli- Das schwere W. wird als Substa: umlaufse des Elektronsin diesem Zu- diesem Zustanderrechnet sich zu
cher Isotopenzusammensetzung) als hoher Deuteronendichte für verschie. stand Nullist. Wı= = 2ntmeyh®= -chR=
Kühlmittel betriebener Leistungsre- dene künstliche Kernumwandlungeı Das W. befindet sich normalerweise in
aktor. Unter W. als Kollektiv wird verwendet, ferner als »*Moderator: seinem tiefstmöglichen energetischen - -2,18- 10terg
die (sehr erfolgreiche) Baulinie der zur Abbremsung rascher Neutron Zustand, dem Grundzustand. Durch oderumgerechnet 13,6 eV in Über-
Druckwasser- und Siedewasser-Reak- im *Reaktor. Tinergiezufuhr kann es auf bes: einstimmung mit der empirischen
toren zusammengefaßt. Sie steht an- Lır. Riezler, W.: Kernphysik. 6. Aufl. wohldefinierte höhere Energie: Tonisierungsenergie.
deren Baulinien, z. B. dem Gas-Gra- München1959. [1] angeregt werden (s. Anregung), deren Die angeregten Energiestufen erge
phit-Reaktor und den Schwerwasser- wasserstoffähnliche Ionen sind all Höhe durch die Balmer-Formel (s. ben sich, vom ionisierten Zustand als
‚Reaktoren, gegenüber. [7] *Ionen,welche wie das neutrale *Was-
7
70
Wasserstoffbindung 'Wasserstoffionenkonzentration
Nullniveau an gerechnet, als rium und Tritium die entscheidende
Rolle spielen. Die zur Kernver-
Wn=- 2z:met chR schmelzung nötigen Temperaturen
nee ne werden durch die Explosion einer
Uran-Atombombe (Spaltungsbombe) Bombe

Tu —e
wo die »*Hauptquantenzahl« n alle BSHlain]

3
ganzzahligen Werte 2,3... bis geliefert, deren Auslösung nicht vermutl.ereich
("= 1 ergibt den Grundzustand) schwierig ist, da für sie - im Gegen- Gereinsaffihigen
durchlaufen kann. satz zur W. - eine kritische Masse exi- Hemden
In allen Formeln bedeutet m und e stiert. Nähere Einzelheiten über die vermalt.Bereich
die Ruhmasse und Ladung des Elek- ‘W. wurden bisher nicht bekanntgege- der onsahfühgen
trons, h das Plancksche Wirkungs- ben, doch kann man einige nahelie-
quantum, c die Lichtgeschwindigkeit
und R die *Rydberg-Konstante,
gende Vermutungen anstellen. Ur-
sprünglich (Operation Greenhouse,
1951) dürfte es sich um eine W. auf
ul
or
= 4-16 ominette Bande
Phieoshima)
Die Wellenmechanik liefert für das der Basis der Reaktion °T (d, n)’He+ % 0 2° 30 “50km
Elektron des W. keine Bahnen mehr, 17,6MeY gehandelt haben. Später ist Ro
sondern nur noch eine räumliche Ver- man oflenbar zu einem Reaktions- Die Abb. zeigt den durch W. hervor- dioastronomie, Arbeiten mit der 21-
teilungseiner Aufenthaltswahrschein- zyklus übergegangen, bei dem nicht gerufenen Überdruck als Funktion cm-Wasserstoff-Emissionslinie haben
lichkeit, welche in diesem einfachen nur eine Aufheizung der noch nicht des Abstandes vom Explosionsort kürzlich zur Entdeckung des neutra-
Fall eines Elektronenproblems noch verschmolzenen Kerne durch die be- (nach M. v. Ardenne: Tabellen zur len W. geführt.
eine gewisse Anschaulichkeit als reits freigewordene Energie. erfolgt, angewandten Kernphysik). Lır. Unsöld, A.: Der neue Kosmos. Ber-
»mittlere Ladungswolke« besitzt. sondern bei dem jede Reaktion Teil- Lır. Thirring, H.: Nucleonics 13, No. 11, lin 1967. [5]
Diese ist im Grundzustand des W. chen erzeugt, die den Fortgang der 62 (1955). [35] Wasserstoflionenkonzentration. Eine
kugelsymmetrisch, und ihre Dichte @ Reaktion beschleunigen. Dies ist z. B. Wasserstoffbrücke, s. Valenztheorie. Säure zerfällt bei der *Dissoziation in
gehorcht der Abhängigkeit vom Ab- möglich, indem man eine W. mit LiD Wasserstoflelektrode, s. Brennstoff- ‚Wasserstoffionen und Säurerestionen.
stand r vom Kern: versieht. Das Li geht die Reaktion zelle, galvanische. Die Mengeder Wasserstoffionen wird
= a0.ero, Wasserstoffelektrode, s. Spannungs- in mol/Liter als W.angegeben.
°Li (n, ©) °T + 48 MeV reihe der Elemente in Lösungen. Die W.ist abhängig:
wobei ro wieder der Radius der ersten ein. Das dabei erzeugte Tritium re- 1. von der Konzentration der Säure,
Bohrschen Kreisbahn ist. Dieser ist agiert wie oben mit Deuterium undes Wasserstoffexponent, svw. pu-Wert, 2. von deren Dissoziationsgrad,
also im Bild der Wellenmechanik der wird ein Neutronfreigesetzt, das wie- ä" Wasserstoffionenkonzentration. 3. vom Lösungsmittel.
Abstand, in welchem die Dichte g der mit Li reagieren kann. Es bildet Zu 1.: In hoher Verdünnungist die
der »mittleren Ladungswolke« auf sich also der Zyklus Wasserstofl, interstellarer. Unter der W.direkt proportional der Säurekon-
e® = 0,135 ihres Mittelpunktwertes in mannigfacher Form auftretenden zentration.
0 abgesunkenist. Die Energiestufen 24 Lim He 4 Dit A8MeV interstellaren *Materie nimmt der
En ergeben sich identisch mit denen F | Wasserstoff eine besondere Stellung Zu 2.: Der *Dissoziationsgrad der
der Bohrschen Theorie. Int He< D + T+17,7MeV ein, da er relativ gleichmäßig über das einzelnen Säuren bei einem gegebe-
Führt man die wellenmechanische Be- gesamte *galaktische System verteilt nen Lösungsmittel ist abhängig:
rechnung des W. statt mit der *Schı aus. ist. Wie bei der übrigen interstellaren a) von der Natur der Säure (starke
dinger-Gleichung mit der Dirac-Glei Da eine Fusionsreaktion unter nor- Materie, deren Dichteverteilung un- Säure stark dissozüiert, schwache
chung (s. Diracsche Theorie) durch, malen Temperaturbedingungen nicht gleich unregelmäßiger als die des W. Säure schwach dissozilert),
so erhält man auch die Feinstruktur vonselbst in Gang kommt, gibt es für ist, erfüllt der W. ein im wesentlichen b) von der Verdünnung(je verdünn-
der Energieniveaus in weitgehender die W. keine kritische Menge und da- nach der Milchstraßenebene ausge- ter die Säurelösung, um so größer
Übereinstimmung mit der Erfahrung. mit keine Grenze der Zerstörungswir- richtetes Gebiet, das etwa 300 pc dick der Dissoziationsgrad),
Die geringfügige Abweichung (s. kung. Offenkundig, ist die W. mit ist und eine Scheibe von rund 15000 <) von der Temperatur.
Feinstruktur) hat ihren Grund in der einem Mantel aus ®®U umschlossen, ‚pe Durchmesserdarstellt. Der W. be-
Wechselwirkung des Elektrons mit das durch die schnellen Neutronen vorzugt in der Dichteverteilung die Zu 3.: Der Dissoziationsgrad einer
dem Strahlungsfeld und kann aus de- gespalten wird. Auf diese Weise kom- Spiralarme des Systems, die im we- Säure ist abhängig, von der Natur des
ren Theorie ebenfalls quantitativ ge- mendie großen Mengenan Spaltpro- sentlichen von Sternen der *Popula- Lösungsmittels, insbesondere von
deutet werden. dukten zustande, die nach W.-Explo- tion I gebildet werden. Gebiete mit dessen Dielektrizitätskonstanten. In
Lit. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./ sionen festgestellt wurden (»schmut- neutralem W.werdenals H I-Gebiete Wasser mit seiner hohen Dielektrizi-
12. Aufl. Berlin 1967. [1] zige« W. im Gegensatz zu der gegen- bezeichnet. Heiße Sterne, vor allem tätskonstanten ist der Dissoziations-
Wasserstoffbindung, s. Valenztheo- wärtig in Entwicklung befindlichen der Spektraltypen 0 und B, vermögen grad maximal. Die weitaus meisten
rie. »sauberen«, wobei vermutlich ein den W.in einem Umkreis von über Aussagen über die W. beziehen sich
Wasserstoffbombe, _Massenvernich- neuartiger "Zündmechanismus vorge- 100 pc Radius zu ionisieren. Diese auf Wasser als Lösungsmittel,
tungswaffe, die auf der unkontrollier- sehenist). Ionisationsgebiete treten als leuchten- Für die Hydroxylionenkonzentration
ten Auslösungeiner thermonuklearen Die Zerstörungswirkung der W.über- de Gasnebelin Erscheinung;sie wer- gilt genau dasselbe, was unter 1., 2.
Reaktion beruht (Fusionsbombe). Der steigt die der Atombombe um ein den als H II-Gebiete bezeichnet. Die und 3. über die W. gesagt ist, wenn
NameW.ist insofern nicht ganz kor- Vielfaches. Man schätzt das Zerstö- Erforschung des W.ist, abgesehen man das Wort Säure durch Base er-
rekt, als nicht der Wasserstoff, son- rungsäquivalent auf einige Megaton- von denoptisch erfaßbaren H Il-Ge- setzt.
dern seine schwererenIsotope Deute- nen TNT(Trinitrotoluo)). bieten, weitgehend Aufgabe der Ra- Wasserstoffionen und Hydroxylionen
72 73
Wasserstoffion, negatives Wasserstrahlpumpe
vereinigen sich zu Wasser: Eine genau neutrale Lösung ist durch während bei hohen Temperaturen schwerer, Wasserstoff,
einen pu-Wert von 7 gekennzeichnet. eine immerstärkere Dissoziation der dessen sämtliche Atome ein *Deut«
H*+ OH H:O. Pu-Werte kleiner als 7 bezeichnen W.in einzelne Atomestattfindet. ron statt eines *Protons als Kern ha-
Dieser Vorgangist reversibel, d. h., saure, pu-Werte größer als 7 basische Zwei Wasserstoffatome ziehen sich, ben. Der schwere W.(1931 von Urey
Wasser dissoziiert schwach in H* und Reaktion. wie die Wellenmechanik zeigt, nur und Mitarbeitern entdeckt) heißt des-
OH",so daß z. B. auch reinstes Was- Meist wird der pu-Wert auf die zwei- an, wenn die gesamte Wellenfunktion halb auch Deuterium; statt seiner
ser eine gewisse Wasserstoflionen- te Dezimale genau angegeben, was (ohne Berücksichtigung des Spins) in Kennzeichnung ®H als *Isotop des
undeine dazu äquivalente Hydroxyl- auch der Genauigkeit einer sorgfälti- den beiden Elektronen symmetrisch Wasserstofls mit der Massenzahl 2
ionenkonzentration hat. gen elektrometrischen pu-Messung ist, wobei dann die beiden Spins ent- wird ihm häufig auch das selbständi
Entsprechend dem *Massenwirkungs- entspricht. Zur Umrechnung solcher gegengesetzt gerichtet sind. Im ande- ge chemische Symbol D zugeordnet.
gesetz ist daher in wäßriger Lösung nicht geradzahliger pu-Werte in W. ren Fall tritt Abstoßungein. Die An- Der schwere W.ist im natürlichen
immer neben einer gewissen Menge wird i. allg. die Logarithmentafel zu- ziehung zweier Wasserstoffatome mit Wasserstoff zu etwa 0,2°/o enthalten.
Waserstoffioneneine aus der Massen- gezogen. entgegengesetzt eingestellten Elektro- Man kann ihn durch fraktionierte
wirkungskonstante unmittelbar be- Da die W.für viele verfahrenstech- nen, welche zur Bildung des W.führt, Destillation des flüssigen natürlichen
rechenbare Menge Hydroxylionen nische Vorgänge von großer Bedeu- ist der einfachste Fall der homöopo- Wasserstoffs rein herstellen, in grö:
vorhanden: tung ist und leicht gemessen werden laren Bindung (s. Bindung, chemi- Beren Mengen besser durch Elektro-
kann, sind zahlreiche Geräte für die sche). Iyse des schweren *Wassers.
[H‘]- [OH] = k [Ha]; Messung und Registrierung des pı- Der Abstand der beiden Protonen im Das Wasserstoffisotop H hat mit
[H‘J = Konzentration der Wasser- Wertes gebaut worden, die auch in W. beträgt im Gleichgewicht und 2:1 ein für Isotope exirem großes
stoffionen, der Betriebskontrolle Verwendung ohne Rotation des Moleküls 0,074 Massenverhältnis zum gewöhnlichen
[OH] Konzentration der Hydro- finden. Oft werden die Meßwerte di- nm; das Trägheitsmoment des Mole- Isotop. Noch größer ist dieses nur
xylionen, rekt zur Regelung von Prozessen be- küls um eine zur Kernverbindungs- beim Wasserstoflisotop 3H, dem
{H20] = Konzentration des Wassers, nützt. Bei geringeren Genauigkeits- linie senkrechte Schwerpunktsachse *Tritium, dessen Kern jedoch nicht
= Massenwirkungskonstante. ansprüchen kann die W. in einfach- ist stabil, sondern radioaktiv ist. Beim
ster Weise durch die Verfärbung von 0,467 - 10% gem? . Wasserstoff sind daher manche *Iso-
Esist ersichtlich, daß, wenn z. B. die >pu-Papierc gemessen werden, das Die Elektronen gehören zu den bei- topieeffekte merklich, die bei anderen
W. um das Zehnfache steigt, die Hy- zum elementaren Handwerkszeug je- den Protonen gemeinsam, lassen sich Elementen unter der Beobachtbar-
droxylionenkonzentration auf ein des chemischen Laboratoriums ge- also nicht je einem vonihnen zuord- keitsgrenze liegen.
Zehntel abfallen muß, wenn die Kon- hört, nen. Schwerer W. spielt vor allem eine
zentration des Wassers dabei unver- Die *Bindungsenergie des W.beträgt Rolle zur Erzeugung von Deuteronen
ändert bleibt, was für eine wäßrige Lit. Römpp: Chemie-Lexikon. 4. Aufl.
Stuttgart 1966. - Hengstenberg, J., B. 4,35 . 10° J/mol oder 4,5 eV. in Gasentladungen in schwerem W.
Lösung angenähert gilt. Man faßt Sturm und O. Winkler: Messen und für Deuteronenstrahlen (s. Ionen-
daher bei der Betrachtung wäßriger geln i. d. Chem. Technik. Berlin-Göttin-
Lit. Finkelnburg, W.: Atomphysik. 11./
12. Aufl. Berlin 1967. [1] strahlen).
Lösungen den Ausdruck kiH:O] zu- gen-Heidelberg 1964. [9]
Wasserstoflmolekülion, das einfach Lır. Riezler, W.: Atomphysik. 6. Aufl,
sammen zu K. Diesem K kommt bei Wasserstoffion, negatives, ist_ ein positive Ion Hz* des *Wasserstoflmo- München1959. [1]
Wasserstofserien, s. Wasserstoffspek-
25 °C ein Wert von 10% zu. Wasserstofl-Atom, an das ein Elek- ieküls. Es ist im Aufbau noch etwas trum.
Eine Angabe der W.schließt in wäß- tron locker angelagert ist. Die Ioni- facher als das Wasserstoffmolekül Wasserstoffskala, s. Temperaturskala
riger Lösung daher automatisch auch sierungsenergie des H--Ions beträgt selbst, da es außer den zwei Protonen und Tabelle im Anhang.
die Angabe der Hydroxylionenkon- 0,7eV. Nach Wildt (1934)liefern di nur ein einziges Elektron enthält, Wasserstoffspektrum. Das W. besteht
zentration mit ein. Infolgedessen ver- se negativen W. infolge der großen welches auch hier die beiden Proto- aus dem Linienspektrum des *Was-
zichtet man in der Regel auf eine di- kosmischen Häufigkeit des Wasser- nen gemeinsame »Elektronenhülle« serstoflatoms, welches sich in die
rekte Hydroxylionenkonzentrations- stofls den wesentlichen Beitrag zum bildet. Das W. spielt als einfachstes *Lyman-Serie, die *Balmer-Serie, die
angabe. - Die Bedeutung der W. für kontinuierlichen Absorptionskoeffi- Einelektronensystem mit zwei Anzie- *Paschen-Serie usw. gliedert und
chemische Vorgänge in wäßrigen Lö- zienten der Sonnenatmosphäre; die- hungszentren auch in der Theorie eine durch die Balmer-Formel beschrie-
sungen kann gar nicht überschätzt ser kann im Bereich zwischen 4000 A wichtige Rolle; es kann ebenso wie ben wird, sowie dem dazugehörigen
werden; dementsprechend häufig trifft und 20000 A auf Grund wellenme- das Wasserstoffmolekül mittels der Grenzkontinuum, und aus dem Ban-
man auf Angaben über die W. in chanischer Rechnungen quantitativ Wellenmechanik weitgehend berech- denspektrum des *Wasserstoflmole-
Form des von S.P. L. Sprensenein- erklärt werden. Die Strahlung des n. net werden. Die *Ionisierungsenergie, küls, das auch Viellinienspektrum ge-
geführten *pu-Wertes (Wasserstoff- W. konnte neuerdings von Lochte- welche zur Bildung des W. aufge- nanntwird. [1]
‚exponenten). Da nämlich die Hand- Holtgreven auch experimentell nach- wandt werden muß, beträgt 15,5 eV Wasserstofithermometer, s. Gasther-
'habung der meist schr kleinen Zah- gewiesen werden. [2] (also mehrals dreimal soviel wie die mometer und Temperaturskala.
len für die W. oder der entsprechen- Wasserstoffmolekül. Ähnlich wie das Dissoziationsenergie des Wasserstoff- Wasserstrahlpumpe (Bunsen, 1868).
den negativen Exponenten als unbe- *Wasserstoffatom das einfachste aller moleküls und sogar mehr als die Die W. wird zur Erzeugungvon Un-
quem empfunden wurde, hat Spren- Atomeist, bildet das W. das einfach- Tonisierungsenergie des Wasserstoff- terdruck verwendet. Sie besteht aus
sen (1909) vorgeschlagen, die Expo- ste Beispiel eines neutralen Moleküls. atoms). [11] einem nach unten konisch sich ver-
nenten unter Weglassung des Minus- Es besteht aus zwei Wasserstoflato- Wasserstoflradius, der Radius der er- engenden Rohr, das mit seinem enge-
zeichens als Maßzahl für die W. zu men und wird daher chemisch als Hz sten Bohrschen Kreisbahn im *Was- ren Querschnitt vor einem darunter
benützen. Mathematisch betrachtet ist bezeichnet. Das gewöhnliche Wasser- serstoffatom, befindlichenzylindrischen Rohr endet.
der pu-Wert der negative dekadische stoffgas ist bei normaler Temperatur a = 0,5292 10° cm. [63] Letzteres dient zum Abfluß des Was-
Logarithmus der W. fast ausschließlich aus W, aufgebaut,
75
74
Wasserwellen Weber
sers. Um den Spalt befindet sich ein erfolgte die allgemeine Verwendung die ursprünglich festgelegte Bezie- Weber, Wilhelm Eduard. Dt. Physi-
abschließender Raum mit Abzweig- der Dampffördermaschinen. Er er- hung 1W = Vin Aını = 10° erg/s ker. Geb. 24. 10. 1804 in Wittenberg,
stück. Das Wasser kann nun entwe- fand den Kondensator, 1769 das nicht mehr streng erfüllt ist, wurde gest. 23.6.1891 in Göttingen. 1829
der oben oder seitlich eintreten. In Wattsche Parallelogramm als Gerad- durch Beschluß der Internationalen bis 1831 Prof. an der Univ. Halle,
beiden Fällen entsteht am Spalt ein führung und den Fliehkraftregler, Elektrotechnischen Kommission 1935 1837 0. Prof. für Phys. an der Uni
Unterdruck; außerdem wird der Was- 1774 die doppeltwirkende Dampfma- in Scheweningen - international in Göttingen. 1837 seines Amtes enthi
serstrahl aufgespalten, so daß Luft in schine. Weiter verdanken wir W,die Kraft gesetzt am 1. Januar 1948 - die ben. 1843 o. Prof. für Phys. an der
den Strahl gelangt, mitgerissen und Dampfheizung, deren Grundgedanke Einheit W. mechanisch definiert: Univ. Leipzig, ab 1849 wieder in Göt-
durch das zylindrische Rohr abge- von Oberst W. Cooke stammt. [43] 1W = 107 erg/s = 1J/s = ImNIs. tingen. Arbeiten: Auf dem Gebiete
führt wird. Die W. arbeitet im Druck- Watt, Kurzzeichen W, eine Leistungs- der Elektrizität und des Magnetismus,
bereich latm bis zum Dampfdruck einheit. Die Einheit W. ergibt sich aus Der Übergang zu den elektromagne- der Theorie des Diamagnetismus und
des Wassers bei Betriebstemperatur der Gleichung tischen Einheiten ist durch Festlegung der elektrischen Schwingungen. An-
(bei 15°C etwa 12 Torr). [10] der Einheit Ampere (zum Unterschied schließend an die Arbeiten von Gauß
Wasserwellen, s. Oberflächenwellen. Leistung zeit absolutes Ampere, As genannt) ge- schuf er die Grundlagen für das ab-
Über Wellen in flachem Wasser oder geben: >Ein Strom von einem (abso- solute elektrische Maßsystem jınd
(Grundwellen) s. Analogien für Strö- Leistung = luten) Ampere, der durch zwei in legte durch Präzisionsmessungen die
mungen,dort Wasseranalogie. [11] elektrische Spannung X Stromstärke. einem Abstand von einem Meter pa- Einheiten von Strom, Spannung und
Wasserwert, s. Kalorimeter. rallel zueinander im leeren Raum an- Widerstand fest. als der Begrün-
Wasserzersetzung. der Elektro- 1. Die Einheit Watt war ursprünglich geordnete, geradlinige, unendlich lan- der der exakten elektrischen Meß-
Iyse von Wasser, das durch Zusatz laut Beschluß des 2. Internationalen ge Leiter von vernachlässigbarem technik. 1833 baute er gemeinsam mit.
von Säure, z. B. H»SO,, leitfähig ge- Elektrizitätskongresses Paris 1889 rein kreisförmigem Querschnitt unverän- Gaußden ersten elektromagnetischen
machtist, scheiden sich an den Elek- elektrisch definiert: die Leistung ein derlich fließt, ruft zwischen diesen Telegraphen.Seine gemeinsam mit R.
troden seine Bestandteile Wasserstoff W. wird an einem Ohmschen Wider- Leitern eine Kraft von 2: 10:7 New- Kohlrausch durchgeführten Bestim.
und Sauerstoff ab. Hierbei wandert stand abgegeben, wenn an ihm bei ton je Meter Länge hervor.« mungen des Verhältnisses der elek-
das positive H-Ion zur Kathode, gibt einer Stromstärke ein Ampere eine Diese Angabe ist identisch mit der tromagnetischen zur elektrostatischen
seine Ladung ab und steigt als Was- Spannung ein Voltliegt. Festlegung für die magnetische Per- Stromstärkeeinheit bildet einen
serstoffgas auf. Der Säurerest SOs 1W=1VA. tät des leeren Raumes: Grundpfeilr der Maxwellschen
‚geht zur Anode undreagiert hier mit Die Einheiten Volt und Ampere wa- ho = 4x 10” Newton/Ampere? = Theorie des Lichtes. W. führte 1835
dem Wasser. Es bildet sich H3SO4, ren so festgelegt, daß die Bezichung = 43.10" Henry/Meter. Messungen zur _Ausbreitungsge-
wobei der frei werdende Sauerstoff galt: Die anderen elektromagnietischen ab- vcheindigkeit der Elektrizität durch.
ebenfalls in Form von Bläschen auf- 1W = 107 erg/s = 10° cm? g/s?. soluten Einheiten werden in bekann-
steigt. Bei der technischen W. beste- Im Laufe der Entwicklung wurden ter Weise festgelegt: z. B. Weber, Kurzzeichen Wb, cine Ein-
hen die Elektroden aus Eisen, die in die Einheiten (Beschluß der Interna- 1 Va=1 W/As, 1Qu=1 Va/An usw. heit für den magnetischen Fluß (auch
Natron- oder Kalilauge eintauchen. tionalen Konferenz London 1908) je- für die magnetische Polstärke). Die
Für die Erzeugung von 1m? Wasser- doch aus praktischen Gründen fol- Die Forderung 1 V. As = 1W Im Einheit W. ergibt sich aus der Glei-
stoff und 0,5 m? Sauerstoff wird eine gendermaßendefiniert, wobei sich an N/sist also perdefinitionem erfüllt. hung
elektrische Energie von 4,5 bis 5,5 der Bezeichnung 3. Der Unterschied zwischen Wine Änderung d. magn. Flusses =
kWhbenötigt. [25] und W beträgt nach den neuesten elektr. Spannung X Zeit.
Watt, James. Engl. Ingenieur. Geb. 1W = 107 ergis Messungen: Definition: Das W. ist der magne-
19.1.1736 in Greenock-on-Clyde
(Schottland), gest. 19.8.1819 i
nichts ändern sollte.
Ampere: Abscheidung von 1,118.00 Win = WI/W = + 0,19 Promille. tische Fluß, der in einer ihn umflie-
4. Umrechnungen: Benden Windung eine Spannung von
Heathfield_bei Birmingham. W. bi mg Silber in der Sekunde aus einer einem Volt induziert, wenn man ihn
dete sich 1755-1756 unter John Mor- Silbernitratlösung bestimmter Eigen- 1 W = 1359621. 10°° PS, in einer Sekunde gleichmäßig auf
gan zum Mechaniker aus und ließ schaft. 1 PS = 735,49875 W. Null abnehmenläßt.
sich dann in Glasgow nieder. Dort Volt: Spannungsabfall an einem Die jetzt mechanisch definierte Ein-
wurde er Univ.-Instrumentenmacher, Quecksilberfaden von 14,4521 g mit heit W. wird in zunehmendem Maße 1 Weber = 1 Volt - 1 Sekunde
später Feldmesser und Zivilingenieur. konstantem Querschnitt und einer benutzt, zumal Leistungsmessungen 1Wb =1Vs.
1774 verband sich W. mit Matthew Länge von 106,300 cm bei der Tem- immer mehr mit elektrischen Mitteln Fürdie Einheit W., die erst 1935 von
Boulton und führte in Glasgow Ver- peratur des schmelzenden Eises (dies durchgeführt werden, und beginnt der Internationalen Elektrotechni-
besserungen an der ihm 1769 paten- ist die Einheit Ohm) durch einen die nichtkohärente Einheit Pferde- schen Kommission eingeführt wurde,
tierten Dampfmaschine aus. W. war Strom von einem Ampere, später stärke zu verdrängen. gibt es entsprechend den verschiede-
Mitglied der Roy. Soc. in Edinburgh auch durch das Weston-Element Der Name wurde zu Ehren des engli- nen Definitionen der Einheit Volt
(1781) und London (1784), ferner (U = 1,01830 V) ersetzt. Diese 1908 schen Ingenieurs James Watt gewählt. folgende zwei Festlegungen:
(1808) korrespond. und (1814) aus- festgelegten und die davon abgeleite- 13) 1. Ab 1. Januar 1948 gilt internas
wärtiges Mitglied des Pariser Insti- ten Einheiten erhielten die Bezeich- Wattmeter, s. Leistungsmesser. nal im elektromagnetischen *Vierer-
tuts. Arbeiten: W. begann 1759 mit nung »Internationale Einheiten«, z. Wb, Kurzzeichen für die Einheit We- system _Länge-Masse-Zeit-Ladung
der Entwicklung der Dampfmaschine. B. Vint, Asnt, Din, Wine USW. ber. [13] die (absolute) praktische Einheit Volt.
1782 brachte er die erste betriebs- 2. Da sich inehmender Verfei- WE, Abkürzung für Wärmeeinheit, Das hiermit definierte (absolute) W.
fähige Dampfmaschine heraus. 1783 nerung der Meßtechnik ergab, daß Bezeichnungfür *Kalorie. [13] ‚gehört also zum Giorgi-System, auch
76 7
Weber-Fechnersches Gesetz
MKSA-System genannt: seiner erstaunlich geringen (absolu- nung 0. und die untere Spannungs-
1Wb = 1 Vs = Im! kgis? A. ten) Reizschwelle. Für den Ge- grenze als Unterspannung au bezeich-
2. Vorher galt im internationalen schmackssinn hat Oo etwa den glei- net wird. Allgemein kann man die
elektromagnetischen Vierersystem chen Wert wie für das Gehör; für nusförmig sich ändernde Beanspru-
Länge- Zeit -Spannung-Stromstärke den Tastsinn ist Oo 1,03. Das Auge chung als_eine Überlagerung einer
das internationale Volt Vin. Dem- besitzt die größte Unterschiedsemp-
entsprechendist, wenn Verwechslun- findlichkeit (06 = 1,01), und zwar be- ruhenden Spannung (Mittelspannung
9m) und einer Schwingbeanspruchung
gen vermieden werdensollen, die Be- hält Oo diesen Wert in einem Hellig- mit nach beiden Seiten gleich großer
zeichnung Wbin: zu verwenden. Auf keitsbereich, der im Verhältnis 1 : 200 Spannungsamplitude 0. anschen. Abb.3
Grund der neuesten Messungen setz- schwankt. Der Wert von Oo bestimmt Eine volle Periode des Spannungsab- Vorspannung, so spricht man von
te 1946 das Internationale Komitee die Genauigkeit, mit der photometri- laufes nennt man ein Lastspiel. Die Schwellfestigkeit oder Ursprungsfe-
für Maß und Gewicht die Beziehung sche Messungen ausgeführt werden Zahlder bei der W.bis zum Eintritt
fest: können.Erfahrungsgemäß kann man eines Bruches aufgetretenen Last- stigkeit Our.
auch tatsächlich bei allen üblichen spiele wird mit Bruchlastspielzahl N Also Om = 04, 04 = 0,
1 Wbine = 1,000 34 Wb. Photometern bestenfalls mit einer bezeichnet. Weiterhin wird häufig die
3. Clausius hattebereits 1882 den Na- Genauigkeit von etwa 1% rechnen. 90 = 20m =20s.
Lastspielfrequenz n, die meist in 1/ 3. Dawerbeanspruchung im Wechsel-
men W. für die Einheit der Polstärke Fechner machte den Versuch, das in angegeben wird, bestimmt.
im *Quadrantsystem (elektromagne- Webersche Gesetz zur Grundlage Die W. wird deshalb allgemein nach bereich (Abb. 3). Die Mittelspannung
tisches Dreiersystem Länge-Masse- einer Empfindungsmessung zu ma- der Höhe der Mittelspannung einge- ist größer als Null, aber kleiner als
Zeit mit den Grundeinheiten 10° cm, chen,indem er postulierte: Die Emp- teilt und man erhält nach Thum fol- die Spannungsamplitude. Es haben
10°: g und s) vorgeschlagen; auch die findungsgrößen nehmen zu wie die gende vier Möglichkeiten: Oberspannung und Unierspannung
Bezeichnung der Einheit der Strom- Logarithmen der Reizgröße (Weber- verschiedenes Vorzeichen. Hat die
stärke im elektromagnetischen CGS- Fechnersches Gesetz, psychophysi- Spannungsamplitude den Grenzwert
System (= 10 Ampere) mit W. war sches Grundgesetz). Diese Formulie- ei
5 erreicht, so spricht man allgemein von
eine Zeitlang üblich. Keine dieser Be- rung setzt voraus, daß die eben merk- Dauerfestigkeit.
zeichnungen warjedoch durch inter- lichen Empfindungsunterschiede, un-
nationalen Beschluß eingeführt wor- abhängig von der Größe der Empfin- du Zert
den. dung,stets die gleiche Größe besäßen
Der Name wurde zu Ehren des deut- (Empfindungseinheit). Diese Voraus- Abb. 1
schen Physikers Wilhelm Weber ge- setzungläßt sich aber nicht beweisen,
wählt. da man eben für die Empfindung als 1. Reine Wechselbeanspruchung (Abb.
Es wird sehr lebhaft die Absicht dis- einer psychologischen Größe kein 1). Die Mittelspannungist stets Null.
kutiert, die Einheit in einem elek- quantitatives Maßhat. [17] Die Spannungsamplitude echselt
tromagnetischen fersystem als Wechselbeanspruchung. Häufig wer- zwischen entgegengesetzt gleich gro-
magnetische Grundeinheit einzufüh- den Werkstücke nicht einer ruhenden, Ben Grenzwerten. Hat dabei die Span-
Abb. 4
ren. sondern einer schneller oder langsa- nungsamplitude die Höhe der zuge-
Lır. Fleischmann, R.: Einheiteninvarian- mer wechselnden Last, die hierbei hörigen Dauerfestigkeit, so bezeich-
4. Dauerbeanspruchung im Schwell-
te Größengleichungen, Dimensionen. auch ihr Vorzeichen ändern kann, net man den Wertals *#Wechselfestig- bereich (oder auch kurz Schwellbean-
Math. naturwiss. Unterricht, Bd. 12, H. ausgesetzt. Man versteht unter einer keit ow.
spruchung) oder auch Dauerbean-
9, S. 358-399; H. 10, S. 458 (1960) W. oder einer Dauerbeanspruchung Also
spruchung mit höherer Vorspannung
Sacklowski, A.: Physikalische Größen
und Einheiten, Einheitenlexikon. Stutt- allgemein eine Beanspruchung, di im, -0=1al. (Abb. 4). Die Mittelspannung ist grö-
gart 1966. - Stille, U.: Messen und Rech- sich irgendwie im Laufe der Zeit Ber als Null und größer als die Span-
ir] in der Physik. Braunschweig 1961. schen zwei Spannungsgrenzen ändert, 2. Ursprungsbeanspruchung oder rei-
nungsamplitude. Es haben hier Ober-
wobei die höchsten Spannungen be- ne Schwellbeanspruchung (Abb.2).
spannung und Unterspannung glei-
Weber-Fechnersches Gesetz. Zwei liebig oft auftreten können. Der ein- ches Vorzeichen. Hatdie Spannungs-
verschieden starke Reize werden als fachste Fall ist der eines Wechsels ei amplitude den Grenzwert erreicht, so
eben verschieden erkannt, wenn das zwischen zwei numerisch gleichen Be- spricht man ebenfalls allgemein wie
Verhältnis Q ihrer Reizstärken einen anspruchungen entgegengesetzten in 3. von Dauerfestigkeit.
bestimmten Wert © erreicht. Nach Vorzeichens, z. B. abwechselnde Be- 0 und 0, haben demnach hier glei-
dem Weberschen Gesetz dieser anspruchungauf Zug und auf *Stau- ches Vorzeichen.
Quotient Oo für jede Sinnesempfin- chung. Bei einer derartigen Beanspru- Meistens wird zur Bestimmung der
dung innerhalb eines Reizstärkebe- chung kommt cs weniger auf den Abb. 2 Dauerfestigkeit nach dem Wöhler-
reiches konstant. Oo bezeichnet die zeitlichen Verlauf der Spannung zwi- schen Verfahren gearbeitet, wozu
sog. *Unterschiedsschwelle, die mehr schen den beiden Grenzwertenals auf Die Mittelspannung ist gleich der
Spannungsamplitude. Die Spannung aber mehrere absolut gleichartige
noch als die Reizschwelle (Nullschwel- die Höhe der Grenzwerte selbst an wechselt zwischen einem Maximal- Proben notwendig sind. Dabei werden
le) die Leistungsfähigkeit eines Sin- und man kann i. allg. eine W. ideali- wert, der gleich der doppelten Span- die Proben nacheinanderverschieden
nesorgans charakterisiert. Bezüglich siert als einen etwa sinusförmigen nungsamplitude ist, und dem Wert hohen Schwingungsbeanspruchungen
der Unterschiedsschwelle ist das Ge- Spannungsverlauf zwischen den bei- Null, Erreicht dabei die Spannungs- ausgesetzt, wobei sich je nach der
hör am schlechtesten bedacht (Oo = den Grenzwerten anschen, wobei di amplitude die Höhe der zugehörigen Höhe des eingestellten Spannungs-
1,1 bis 1,2), ganz im Gegensatz zu obere Spannungsgrenze als Oberspa. Dauerfestigkeit bei entsprechender ausschlages für die einzelnen Proben
78
1
Wechselfestigkeit Wechselrichter
verschiedene Bruchlastspielzahlen er- Auf die Gefügeänderungen bei der W. dauer eben kein *Bruch mehr erfolgt. rät wirkt als Gleichrichter. Grund-
geben. Je nach der Art der Belastung soll hier nicht eingegangen werden. Experimentell kann dieser Wert sätzlich können alle Schaltelemente,
hält man entweder die Mittelspan- Lit. Hdb. d. Experimentalphysik. Bd. V. grundsätzlich nicht ermittelt werden, die als *Gleichrichter wirken, auch
nung (reine W.) oder die Unterspan- Technischen
Goerens, P., und R. Mailänder: Die sondern er hat nur theoretische Be- als W. verwendet werden, sofern sie
nung (Schwellbeanspruchung) usw. der Metalle Verfahren zur Untersuchung
und Legierungen. Leipzig
deutung. steuerbar sind, sofern sich also die
konstant. Man stellt nun die *Wöh- 1930. - Herold, W.: Die Wechselfestig- Lrr. Kochendörfer, A.: Plastische Eigen- Dauer der Kontaktgabe durch eine
ler-Kurven auf. ‚keit metallischer Werkstoffe. Wien 1934. schaften von Kristallen und metallischen Steuereinrichtung von außen beein-
- Guertier, W.: Metalltechnisches Ta- Werkstoffen. Berlin 1941. [15] flussen läßt. Als W. kommen daher
Ein schwingend beanspruchter Kör- schenbuch. Leipzig 1939. - Hdb. d. Werk- Wechselfließgrenze. Bei Wechselbe- in erster Linie die gasgefüllten Glü
per aus elastischem Werkstoff kann stoffprüfung. Hrsg. von E. Siebel. 2. Bd. anspruchung mit Vorlast kann nicht kathodenröhren und die Quecksilber-
elastische *Verformungen, also rever- Die Prüfung der metallischen Werkstoffe. immer mit Hilfe der *Wöhler-Kurve dampf-Stromrichter in Frage, deren
sible Verzerrungen des Atomgitters Berlin 1939. - Kochendörfer, A.: Plasti- die praktische *Wechselfestigkeit er- Zündeinsatz durch negative Gitter-
in beliebig häufiger Wiederholung er- sche Eigenschaften von Kristallen und
metallischen Werkstoffen. Berlin 1941. - mittelt werden, da bei der Last, wel- spannung beliebig verzögert werden
tragen. Meistens treten jedoch schon Masing, G.: Lehrb. der Allgemeinen Me- che nach der Wechselzahl zo (s. Wöh- kann. Da bei diesen Stromrichtern im
bei schr niedrigen Makrospannungen tallkunde. Berlin 1950. [15] «) zum *Bruch führt, schon Gegensatz zu den Kontaktumformern
an einzelnen Stellen des Gefüges so Wechselfestigkeit. Als W. bezeichnet sig große *Verformungen auf- die Strom-Richtung nicht wechseln
hohe Mikrospannungsspitzen auf, daß man jene Grenzbelastung bei einer treten können, insbesondere bei ho- kann,so ist der Übergang vom Gleich-
örtliche plastische Verformungen zu Schwingungsbeanspruchung, die von hen Temperaturen. Herold hat nun richter- zum W.-Betrieb hier nicht
beobachtensind. Manhat dann einen einem Werkstoff eben noch unbe- für diese Fälle an Stelle der Wechsel- durch die Stromumkehr, sondern
so großen äußerst komplizierten ela- grenzt lange Zeit ertragen werden bruchfestigkeit die W.eingeführt, das durch Umpolung der Spannungzu er-
stisch-plastischen Verformungszu- kann, ohne daß ein *Bruch erfolgt, ist. die Schwingungsamplitude bei ge- reichen. Ein gittergesteuerter Gleich-
stand, daß bei häufiger Wechselbela- wenndie Last zwischen zwei beliebi- gebener Vorlast, bei welcher eben richter wird also zum W., wenn man
stung solche kleinen örtlich be- gen, aber während des Versuchs kon- kein merkliches Fließen mehr auftritt. durch immer größere Zündverzöge-
schränkten Gleitungen bereits meß- stanten Grenzwerten hin- und her- Lit. Herold, W.: Die Wechselfestigkeit rung die gleichgerichtete Spannung
bare Dämpfungsbeträge ergeben. Da- pendelt, die ihrer Größe und ihrem metallischer Werkstoffe. Berlin und Wien
zunächst auf Null herabregelt, das an-
bei ist die Dämpfung von der Höhe Vorzeichen nach verschiedensind. Ist 1934. - Kochendörfer, Plastische
geschlossene Gleichstromnetz umpolt
der Beanspruchung und dem Gefüg: 50 die obere und o„ die untere Bean- Eigenschaften von Kristallen und metal
lischen Werkstoffen. Berlin 1941. [15] und dann die Zündverzögerung noch
aufbau des Werkstoffes abhängig. spruchungsgrenze, so ist die W. Wechsellast kann bei einer *Wech- weitertreibt, bis W.-Betrieb einsetzt.
Weiterhin haben die Lastspielzahl Gu = (00 - au). selbeanspruchung in eine Schwin-
und die Lastspielfrequenz sowie die Die Differenz 0. - ou wird als Span- gungslast mit einer bestimmten Am-
Temperatur einen Einfluß auf die nungsbreite bezeichnet. Diese oben plitude und in eine Vorlast zerlegt
Dämpfung. Der bei der W.auftreten- definierte wahre W. kann experimen- werden. Es ergibt sich dann die W.-
de Bruch (Dauerbruch) hat ein ganz tell grundsätzlich nicht ermittelt wer- Zeit-Kurve durch Verschieben der
anderes Aussehen als der normale den, sondern nur praktische W., Schwingungslast-Zeit-Kurye um den
Verformungsbruch. Der Dauerbruch welche bis zu einer hinreichend ho- Betrag der Vorlast in Richtung der
ist auffallend glatt und nur auf ge- hen,der Praxis entsprechenden Wech- Lastachse.
Tinge örtliche plastische Verformun- selzahl (10 bis 50-10%) eben noch Lır. Kochendörfer, A.: Plastische Eigen-
gen zurückzuführen. Die Verände- ohne Brüchgefahr ertragen wird. In schaften von Kristallen und metallischen
rungen im Werkstoff, die zum Dauer- vielen Fällen werden aber die wahre Werkstoffen. Berlin 1941. [15]
bruch führen, nennt man *Ermüdung. und die praktische W. mit großer Wechselrichter sind Stromrichter, die
Auch tritt unter dem Einfluß der ; Wahrscheinlichkeit übereinstimmen. Gleichstrom in ein- oder mehrphasi-
eine nachweisbare *Verfestigung, die Häufig wird der Begriff W.für alle ‚gen Wechselstrom umformen. Solche
Wechselverfestigung, auf. Bleibt die Arten der *Wechselbeanspruchung W. wirken wie Umschalter, die ein Solche W. erfordern ein Wechsel-
W. um einen bestimmten endlichen Gleichstromnetz mit einem Wechsel- stromnetz, das noch voneiner ande-
Betrag unterhalb der Wechselfestig- benutzt, was aber nicht glücklich ist.
Unter dem Stichwort Wechselbean- stromnetz verbinden, wobei die Ver- ren Stromquelle gespeist wird, die die
keit bei der in Frage kommenden spruchungist eine systematische Auf- bindung im Takte der Frequenz des Frequenz vorschreibt und die für das
Wechselzahl, so nimmt die Wechsel- gliederung der dabei auftretenden Wechselstromnetzes fortwährend um- Löschen der Ventile erforderlichen
festigkeit durch die W.zu. Die Wech- ‚Spannungsverhältnisse gegeben. gepolt wird. Dabei ist also der Plus- Stromstöße liefert. Man bezeichnet
selfestigkeit kann dabei durch vor- Lır. Herold, W.: Die Wechselfestigkeit pol des Gleichstromnetzes stets mit sie daher als netzgeführte W. Im Ge-
sichtige Erhöhung derBelastung über imetallischer Werkstoffe. Wien 1934. dem Pol des Wechselstromnetzes ver- gensatz hierzu benötigt der selbstge-
jeweils geringe Wechselzahlen (je Guertler, W.: Metalltechnisches Tascheı bunden, der in diesem Augenblick führte W. keine andere Stromquelle
10000 bis 20000) nennenswert geho- buch. Leipzig 1939. Hdb. d. Werkstoff- ebenfalls positiv ist. Überwiegt bei im Wechselstromnetz. Als Beispiel
ben werden. Man spricht dann von prüfung. Hrsg. von E. Siebel. 2. Bd. Die einem solchen Kontaktumformer die hierfür zeigt die Abb. einen einphasi-
*Hochtrainieren. Dieser Effekt wird Prüfung der metallischen Werkstoffe. 2. Spannung des Gleichstromnetzes, so gen selbstgeführten W. mit zwei gas-
häufig in der Praxis angewandt. Führt Aufl. Berlin 1955. - Kochendörfer, A.
Plastische Eigenschaften von Kristall fließt Strom in das Wechselstromnetz gefüllten Gleichrichterröhren. Die an
man den Vorgangabernicht vorsich- und metallischen Werkstoffen. Berlin hinein, der Schalter arbeitet als W. den Gittern anliegende Steuerspan-
tig genugaus, so kann man auch das 2941. [15] . Wird die Spannungdes Gleichstrom- mung kann einem Taktgebernetz ge-
Gegenteil erreichen und man be- Wechselfestigkeit, wahre, ist die Be- netzes verkleinert, so kehrt sich bald ringer Leistung oder auch der selbst
kommt eine *Zerrüttung des Werk- lastungsgrenze, bei welcher auch nach die Stromrichtung und damit die erzeugten Frequenz des W. entnom-
stoffs. unendlich langer Beanspruchungs- Hinergierichtung um, das gleiche Ge- ‚men werden. Im letzteren Falle ist die
30 8
Wechselspannung
Die für Wechselstrombrücke, s. Brücken- sog. Folgepolwicklung und für höhere der Imaginäi
Frequenz belastungsabhängig. Frequenzen bei der Gleichpolbauart Ist 9 der Winkel, um den der Strom
Lichtbögen (Kom-
das Löschen der rlichen schaltung. von Ringspulen erregt werden(s. Viel- 3 der Spannung U nacheilt, so ist die
mutierung) erfordesator C,Stroms: Be
je- Wechselstromerzeuger. Zu den W. polmaschinen). Die Höheder erreich- von dem Zweipol aufgenommene
liefert der Kondenumgeladenderbei
wird. In gehören *Röhrengeneratoren, *Wech-
selrichter und *Wechselstromgenera-
baren Frequenzen und Leistungen Wirkleistung
der Halbperiode zweite Rohr wird durch die maximal mögliche Ne= 4 0llIlcosp = Yyaldlx.
dem Augenblick, da das sator durch
toren. [27] Umfangsgeschwindigkeit der Läufer- Als Blindleistung wird bezeichnet
zündet, ist der Konden ch kurzge- Wechselstromgenerator, Maschine zähne von etwa 300 m/s durch eine
beide Lichtbögen praktis
sich über diesen zur Erzeugung eines einphasigen maximal mögliche Polteilungszahl so- N =" lul| I |sinp='naläiy.
schlossen, er entlädt
den Lichtbogen im Wechselstromes aus mechanischer wie durchdie mit wachsender Fre- Zerlegt man den Stromvektorin Kom-
Kreis und löscht Energie. Der W. besteht aus einem quenz steigende Streureaktanz be- ponenten parallel und senkrecht zum
ersten Rohr, da der Kondensator- meist feststehenden Anker (Stände r) grenzt. Röhrengeneratoren s. d. Spannungsvektor, so heißt die erstere
strom dort dem BogenstromR entge- und einem rotierenden Magnetsystem Lır. zu 1., 2. und 3.: Reinhardt, R.: Die
Elektrotechnik. Leipzig 1954. Humburg, Wirkstrom, die letztere, die nichts zur
gengerichteist, (Läufer, Polrad, Innenpolmaschine).e Stromleistung beiträgt, Blindstrom.
K.: Die synchrone Maschine. Berlin 1951. Führt man an Stelle
Ve Dalha; Biarkatromntochuik,Ba. 1.
Das Polrad besitzt ein oder mehrer 4.: Rziha, E. v.: Starkstromtechnik. te von Spannung U undder Scheitelwer-
nung, Spannung wech- Polpaare, deren Erregerwicklungen ge- Berlin 1955. [27] Strom 7 ihre
selnder ma-
Richtung, die in einer im Lei- über Schleifringe mit Gleiche strom
Leistun- Wechselstromgrößen. Wechselspan- Effektivwerte
gmetischen Gleichfeld rotierenden speist werden. Für kleiner W.auc nungen und Wechselströmestellt man I
terschleife oder durchfeldes periodische gen bis etwa 10 kW werden ruhen-h zweckmäßigerweise durch vom Null- Um; ya Im tu
‚Änderung eines Magnetchleife in einer als Außenpolmaschinen mit punkt ausgehende Vektoren U bzw. 3
feststehenden Leiters erzeugt den Magneten und kreisenden Lei- in der Gaußschen Zahlenebene dar, in, so lautet lie Gleichung für lie
wird (Induktionsgesetz), oder die an tern gebaut. in die komplexeZahlen darstellen. Mul- Wirkleistung ?, U4p - Id:as 2 $:
elektrischen Widerständen beim Das umlaufende Polrad induzierteine ipliziert man eine »komplexe« Span- Nw Urse lese cos P = x.’ aan
Durchgang von *Wechselstrom auf- den Wicklungen des Ankersnz f = nung und einen »komplexen« Strom
tritt. [27] Wechselspannung der Freque mit dem Faktor e'*, wobei @ die Wechselstrominstrumente dienen der Wed.
.n Augen- P (nı60) (p_ Polpaarzahl, n Läufer- Kreisfrequenz ist, so bedeutet dies Messung von Wechselstromgrößen. (x.
Für niederfrequenten Wechselstrom
ickswerte_einer periodischen Funk- rchzahl/min). mit wachsender Zeit t eine Rotation
fen. Ausführungsformen: der Ebene um den Nullpunkt mit der Dreheisenmeßgeräte, *Elektrodyna-
i E 1. Kleinmaschinen für Magnetzünder mometer, *Elektrometer, Frequenz-
Ari ischen Mittel Hand- und
bei Ottomotoren und alsDauerm & Auzpucdaschllumg 1 messer, *Hitzdrahtinstrumente,
a sich eine periodisch e Funktionbe- agne- Kreuzspul- und Induktionsmeßgerä-
en in eine Reihe
liebiger Kurvenformngung Fahrraddynamos mit te, Drehspulinstrumente in Verbin-
hormonischer Schwi unter en zerlegen ten.
dung mit Gleichrichtern oder Ther-
läßt (Fourier-Analyse), scheidet 2. Große Maschinen mit Antrie
ene-
b N wi moumformern, *Vibrationsgalvano-
man zwischen einwellige n Sinusströ- durch Dampfturbinen als Turbog meter. Für mittel- und hochfrequen-
men und mehrwelliglenvon Strömen, die ratoren. Bei diesen schnell laufenden ten Wechselstrom *Bolometer, *Elek-
sich aus einer Anzah Sinusströ- Maschinen (3000 min‘) besteht der
trometer, *Hitzdrahtinstrumente,
men zusammensetzen. denda Diejenige Si- Läufer aus einer massiven Eisenwal- *Röhrenvoltmeter, Thermoumformer
nuswelle, deren Perioenen uer mit ze. Als Erregerwicklung wird Flach-
derjenigen der gegebinsti periodi- kupfer in ausgefräste Läufernuten (6. a. Strommesser). [27]
Wechselstrom-Kohlebogen. Wird ein
schen Funktion übere mmt, wird eingelegt. Da der Läufer mit dem, ‚reelleAchse *Lichtbogen zwischen Kohleelektro-
als Grundwelle, diemitmit kleinerer Pe- gleichstromerregten Feld umläuft Winkelgeschwindigkeit @. Die Mo- den mit Wechselstrom betrieben, so
riodendauer, d.h.als Oberwhöheren Fre- können im Eisen keine Verluste auf- wird der Bogen jeweils danngelöscht,
n
quenzen, werdegunge ellen (bes- treten, so daß sich ein Blättern er- mentanwerte von Spannung und
Strom erhält man dann als Projek- wenn der Augenblickswert der anl
ser Oberschwin n) bezeichnet. übrigt. tion von Uc'e bzw. Je“ auf eine genden Wechselspannung die Brenn-
Der Augenblickswert i des Sinusstro- 3. Für Antrieb durch langsakraft-m lau- spannung unterschreitet, und wieder
fende Maschinen,z. B. KolbenW. mit Adım, gewöhnlich die reelle Achse (s.
mes ist
maschinen, verwendet manägter Po- gezündet, wenn die Zi
im: sin(wt + p), der noch nicht ention
einer größeren Zahl ausgepr U-Reuct,
streckewieder erreicht ist. Bei großen
dessen Effektivwert
Mittelwert)
(quadratischer le, die an einem Radkranz befestigt T=Re3et, Bogenlängen oder bei niedrigen Fre-
sind, sog. Einzelpol- oder Schenkel- Di ;
DieScheitelwerie Spannungund quenzen kann der W.-K. nicht wieder
1 v2 1. polläufer. zünden, wenn während der Dunkel-
ve Hei-
4. Vornehmlich für induktiHochfr Vektoren U und I gegeben Die rela- zeit die Ionisation der Gasstrecke in-
zung und zur Speisung vonals Miticl- e-
Der Augenblickswert eines mehrwel- quenzgeräten werden W. etwa 1000.
tive Lage von Wel* und Je’ ist folge Diffusion und Rekombination
igen Stromesist bei einem *Zweipol für eine Teste Fre- der Trägerzu weit herabgesetzt wird.
i=dh “sin (o + g) +ir- sin @wt+ frequenzgeneratoren bis
Generatoren quenz zeitlich konstant und definiert Hierauf beruht z. B. das Löschen von
+p)+h-singat+p)t... Hz und 4000 kVA und kleiner e Lei- cin komplexes Verhältnis, das als Wechselstrombögen in elekırischen
bis etwa 30000 Hz fürPole verküm komplexer Wechselstromwiderstand Leistungsschaltern. Die dynamische
dessen Effektivwert stungen gebaut. Die nen zu Zäh-- 7 bezeichnet wird. Der Realteil x von Strom-Spannungs-Kennlinie des W.-
I= VRFTREFTEF mern bei diesen Maschi Z=x+iy heißt Wirkwiderstand, K. zeigt für fallenden undsteigenden
nen, die bis etwa 1000 Hz von einer‘
83
Wechselstromschaltungen Wechselwirkung, starke
Strom verschiedene Charakteristiken; gen bis zum *Bruch ertragen werden den entsprechend ihrer Vergangen- Kommen äußere Kräfte hinzu, so
sie hat Ähnlichkeit mit der magneti- als bei einsinniger Verformung. Fer- heit als SP-, PS-, PSP- . . . Wellen be- sind zwar auch diesen Kräften häufig
schen Hysteresisschleife. Man spricht nerist die jeweilige kritische Last bei zeichnet. Die Reihenfolge der Buch- Gegenkräfte zugeordnet (ausgenom-
daher auch von einer Hysteresis des 'W. wesentlich kleiner als die vorher- staben gibt die Reihenfolge der durch- men z.B. Trägheitskräfte), jedoch
W.-K, Die Verschiedenheit der bei- gehendeSpitzenlast, währendbeiein- laufenen Wellencharaktere an. greifen diese an Körpern an, die nicht
den Kennlinienäste rührt von der sinniger unterbrochener Verformung Lrr. Blut, Heinrich: Ein Beitrag zur Theo-
rie der Reflexion und Berechnung elasti- zum betrachteten. System gehören.
thermischen Trägheit der Elektroden beide annähernd übereinstimmen. scher Wellen an, Unsteigkeitslichen. 20
her: Bei steigendem Strom sind die Atomistisch hat Kochendörfer aus Zischr. f. Geophysik 8 (1932). - Bullen, Wechselwirkung, starke. Diese ist
Elektroden kälter, bei fallendem diesen Ergebnissen unmittelbar ge- K.E.: Theory of Seismology. Cambridge eine der drei bekannten Wechselwir-
Strom heißer als bei stationärem Be- schlossen, daß bei der plastischen 1953. {6] kungen zwischen atomaren Teilchen.
trieb mit Gleichstrom der gleichen Verformung zwei Grundvorgänge, ‚Wechselwirkung bezeichnet den Ein- Außerden starken gibt es noch die
nämlich Bildung und Wanderung der fluß eines physikalischen Körpers auf elektromagnetischen (s. Quantenelek-
*Versetzungen,auftreten. Von ihnen einen anderen. Wegen actio = reactio trodynamik) und die *schwachen
passive, s. Vierpol, Vierpoltheorie, bestimmtdie Bildung die Größe der ist dies gleichbedeutend mit einem Wechselwirkungen. (Streng genom-
Zweipol. äußeren Kräfte, während die Wande- Einfluß des zweiten auf den ersten men hätte man noch die Gravitations-
Wechselstromwiderstand, svw. Impe- rung den eigentlichen Gleitvorgang Körper. Diese wechselseitige Kraft- kräfte hinzuzufügen; jedoch sind di
danz. (27) in beiden Verformungs- wirkungist durch das Wort W. aus- se verhältnismäßig so schwach, daß
komplexer. er Weise verfesti- gedrückt. Es gibt W. der verschieden- man sie bisher vernachlässigen konn.
Das Verhältnis der komplexen Wech- ung des Eigenspannungs- sten Art. So gibt es, um die grundle- te.) Die s. W.sind z.B. verantwort-
selspannung U und des komplexen feldes der gebundenen Versetzungen genden zu nennen, eine W. der Him- lich für die Erzeugung von *Mesonen
Wechselstromes 3 (s. Wechselstrom- tritt bei einer Umkehr der Verfor- melskörper auf Grund der Gravita- und *Baryonen, wenn man Teilchen
grüßen) eines Zweipoie 37 WS heißt mungsrichtung, nicht unmittelbar in tion und eine W.elektrisch geladener mit Hilfe der modernen hochenerge-
W..R ist von der Kreisfrequenz @ Erscheinung, da hierbei die vorhan- Gebilde auf Grund des elektromagne- tischen Beschleuniger aufeinander
abge. Zum Beispiel ist der k. W. denen Versetzungen zunächst das tischen Feldes (elektromagnetische schießt, sowie für die Kräfte zwischen
einer Selbstinduktion L: Gleiten ohne Neubildung weiterer W.). Das Verhalten der Nukleonen den Nukleonen in Atomkernen. Alle
Rırwl Versetzungen bewirken können. Sie im Atomkern wird bestimmt durch diese Kräfte lassen sich schon quali-
zeigt sich aber darin, daß im unbela- die nukleare W. der Teilchen. Häufig icht elektromagnetisch und erst
steten Kristall die thermisch noch spricht man auch von der W. eines recht nicht »schwach« verstehen. So
mögliche Bildung und Wanderung der Feldes mit seinen Quellen und meint sind z.B. die Bindungsenergien zwi-
Versetzungen in beiden Richtungen damit die Art der Kopplung von Feld schen den Nukleonen im Atomkern
gleich häufig erfolgt. und Quelle. [7] (einige MeV) viel zu groß, um elck-
3 ımid, E., und W. Boas: Kristall-
- \Yechselwirkungsgeseiz (Gesetz von, rischen Ursprunges sein zu können.
Berlin 1935. - Kochendörfer,
Aktion und Reaktion), einschon von Da außerdem alle Protonen positiv
ArioltzgetR.
yes Plastische Eigenschaften von Kristal-
len und metallischen Werkstoffen. Berlin Newton formuliertes *Axiom der Me- geladen sind, sich also elektrisch ab-
1941. - Masing, G.: Lehrb. der Allgemei- chanik, wonach in einem abgeschlos- stoßen, muß es andere Kräfte im
Derreelle Betrag des k. W.ist die nen Metallkunde. Berlin 1950. - Held, H.: senen, materiellen System Kräfte stets Kern geben,die diesen zusammenhal-
*Impedanz. Über die Eigenschaften Z.f. Metallkunde 32,201 (1940). [15]
paarweise als Kraft (Aktion) und Ge- ten. Ferner müssen diese Kräfte we-
des k. W. eines beliebigen Zweipols Wechselwellen, seismische. Zwei Me- genkraft (Reaktion) auftreten. Ein sentlich stärker als die elektromagne-
aus Selbstinduktionen und Kapazii dien ‘mit verschiedenen elastischen abgeschlossenes System unterliegt tischen sein, da Neutronen und Pro-
ten s. Reaktanz, über diejenigen eines Konstanten (A,, fi, 01) und(Az, fe, 02) keinen äußeren Einflüssen, also auch tonen mit etwa der gleichen Energie
allgemeineren Zweipols, der außer- mögenentlang einer Trennungsfläche keinen äußeren Kräften. Jede im Sy- im Atomkern gebunden sind, obwohl
dem noch Ohmsche Widerstände ent- (Unstetigkeitsfläche) aneinandergren- stem festgestellte Kraft hat daher in- das eine Teilchen geladen, das andere
hält, s. Zweipol. [2] zen. Jede einfallende longitudinale nerhalb des Systems ihren Ursprung. ungeladenist, die elektrische Absto-
Wechselverfestigung, s. Dauerbruch. oder transversale Welle wird an der Übt der Körper A auf den Körper B Bung der Protonen also unbedeutend
Wechselverformung von *Einkristal- Grenzfläche reflektiert und gebrochen. eine Kraft & aus, so gleichzeitig der gegenüber ihrer gegenseitigen Anzie-
len ist von großer Bedeutungfür das Zugleich mit Reflexion und Brechung Körper B auf den Körper A die ent- hungdurch die s. W.ist. Diese Eigen-
Verständnis der *Wechselbeanspru- erfolgt Aufspaltung in je eine longi- gegengesetzt gleiche Kraft &° = 5 schaften erklären die Bezeichnung s.
chung von technischen Werkstoffen tudinale und transversale Partialwel- Bei gegeneinander drückenden Ki
und für die Erforschung der *Glei- Ie, von denenjede ihren eigenen Re- pern leuchtet diese Tatsache sofort Ähnliche qualitative Überlegungen
tung selbst. Vor allem erhält man Alexions- und Brechungswinkel besitzt, ein, und auch die einander anziehen- zeigen, daß auch die elektrischen
einen weiteren Einblick in die atomi- Jede einfallende Welle wird also in den Magnete sind ein geläufiges Bei- te nicht ausreichen, um die rela-
stischen Vorgänge bei der *Verfesti- vier Teilwellen zerlegt. Nun ist die spiel. Es kommtin diesen Fällen al- tiv großen Wirkungsquerschnitte für
gung. Die einfachste W. ist in der Erdoberfläche Grenzfläche zwischen. lerdings daraufan, beide Körper bzw. die Erzeugung neuer Teilchen zu er-
Bausch-Anordnung (s. Schubverfor- den Medien Erde und Luft. Eine aus beide Magnete als ein System zu be- klären, wenn man z. B. hochenerge-
mung) verwirklicht. der Tiefe kommende P- oder S-Welle trachten. Die in Wechselwirkung ste- tische Pionen auf Nukleonen schießt.
Untersuchungen von Held an Zinn- wird an ihr reflektiert, und zwar so- henden Körper eines Systems üben Ein weiteres Kennzeichen der s. W,
einkristallen zeigen, daß bei Zimmer- wohl als P- wie als S-Partialwelle. also ausschließlich innere Kräfte auf- ist ihre kurze Reichweite. $o erstreckt
temperatur bei wechselnder *Verfor- Die Einsätze dieser »Wechselwellen« einander aus, die sich nach dem W. sich die wirksame Reichweite der
mung wesentlich größere *Abgleitun- erscheinen im Seismogramm und wer- insgesamtgegenseitig aufheben. Kernkräfte etwaaufeinige 10"°cm.
34 85
Wechselwirkung, starke
Wechselwirkung zwischen Fremdatomen und Versetzungen
Dererste systematische Versuch, die genschaften übereinstimmte, wurde
s. W.prinzipiell und in Parallele zu erst sehr viel später (1947) in dem r- dieses Feld, im Gegensatz zu den Bei der großen Fülle der inzwischen
den elektromagnetischen Wechsel- Meson experimentell gefunden. In- Feldstärken der Elektrodynamik, je- gefundenen »stark« wechselwirkenden
wirkungen zu erklären, kam von Yu- zwischen hat man zahlreiche weitere doch nicht mehr in dem Sinne veran- Teilchen (sog. Hadronen) sind die
kawa (1935). Seine Grundvorstellung Mesonen entdeckt, und ihre Anzahl schaulichen, daß man es als mecha- verschiedenen Erhaltungssätze und
ist bis heute maßgeblich geblieben, vermehrt sich ständig, eine Folge der nische Kraft auf eine bestimmte »me- die mit ihnen verbundenen Symme-
obwohl sie in der Zwischenzeit viele modernen experimentellen Hilfsmit- sonische« Einheitsladung _interpre- riegruppen eine große Hilfe bei der
Modifikationen durchgemacht hat, tel (energiereichere Beschleuniger und iert, sondern man muß dieses Feld Klassifizierung dieser Teilchen (6.
die einmal mit den zahlreicheninzwi- bessere Nachweisgeräte). als den sich durch den Raum fort- Symmetrieprinzipien in der Elemen-
schen gefundenenneuen Teilchen und Die oben erwähnte Analogie zur pflanzenden Träger von Energie und tarteilchenphysik).
den damit verbundenen neuen Kennt- Elektrodynamik läßt einen quantita- Impuls verstehen, die in den ihm zu- Zu den »klassischen« Erhaltungssät-
nissen über die s. W. zusammenhän- tiven Vergleich der Stärke beider geordneten -Mesonen. konzentriert zen von Energie, Impuls, Drehimpuls
gen, zum anderen mit den bis heute Wechselwirkungen zu. Die Stärke der sind. und Ladung treten noch die folgen-
noch nicht überwundenen fundamen- elektromagnetischen Wechselwirkun- In der Quantenfeldtheorie (s. Feld- den: Die *Parität bleibt erhalten, d.
talen Schwierigkeiten der Quanten- gen läßt sich charakterisieren durch operator) hat man die Größe p (x) h., die s. W. sind invariant gegenüber
feldtheorie (s. Feldoperator), die bis- die Sommerfeldsche Feinstruktur- als Feldoperator mit bestimmten al- *Raumspiegelungen. Ferner sind sie
her eine quantitativ befriedigende konstante gebraischen Eigenschaften umzuin- invariant gegenüber *Zeitumkehr und
Theorie der s. W. unmöglich gemacht 4
terpretieren. Als nukleonische Quelle *Ladungskonjugation. Wie schon er-
haben. Wegen der Stärke der Wech- nein (x) für die Mesonen erhält man in wähnt, sind die Kräfte im Atomkern
selwirkungen und der dadurch be- erster Näherung praktisch ladungsunabhängig. Diese
dingten Unmöglichkeit einer stö- wobei e die Lichtgeschwindigkeit und ren, Ladungsunabhängigkeit ist eine allge-
rungstheoretischen Entwicklung nach A das Plancksche Wirkungsquantum, meine Eigenschaft der s. W.; sie
wobei yn (x) der Dirac-Spinor des drückt
der Kopplungskonstanten (s. $-Ma- dividiert durch 2 x sind. Das Analo-
Neutrons und y» (x) der entsprechen- *Isospins. sich aus in der Erhaltung des
trix) hat man bisher nicht einmal das gon zur Sommerfeldschen Feinstruk-
de Spinordes Protons ist (9 = p* yo, zahl Weiter bleiben *Baryonen-
Stadium der Quantenelektrodynamik turkonstaten & ist offenbar die Größe B und
p': hermitisch konjugierter Spinor zu In den letzten *Strangeness $ erhalten.
erreichen können. (Kopplungskonstante)
9, s. Dirac-Gleichung). Jahren ist es gelungen,
Die Grundidee von Yukawa war: Der e Man kann nun versuchen - und hat mittelsdie Größen Isospin und Strangeness
Träger der elektromagnetischen das auch getan - diese Quantenfel heitlich der *unitären Symmetrie ein-
Wechselwirkungen ist das elektroma- Re’
theorie der s. W. in der gleichen Wei- wechselwi zu beschreiben und die stark
gnetische Feld bzw. das diesem Feld Aus den Experimenten folgt, daß sie
se. störungstheoretisch zu analysieren multiplettsrkenden Teilchen zu Super-
nach der Quantentheorie zugeordnete etwa von der Größenordnung 10 ist.
wie die *Quantenelektrodynamik. ‚nen mehrerezusammenz ufassen,in de-
Photon. Warum sollte es nicht ein Die s. W. sind also etwa um den Fak-
tor 10° stärker als die elektromagne- Dies ist jedoch aus dem folgenden zeitig auftreten. Isospinmul tipletts gleich-
ähnliches Feld mit entsprechendem
Teilchen als Träger der Kernkräfte tischen. Grunde nicht möglich: Die numeri- Lrr. Blatt, J.M., and V. F. Weisskopf:
geben? Da die Kernkräfte eine kurze Die _feldtheoretische Formulierung schen Erfolge der Quantenelektrody- Theoretical Nuclear Physics. New York
1952. Gell-Mann, M., A. H. Rosen-
namik hängen offenbar damitzı
Reichweite haben, mußte die Masse des Yukawaschen Konzeptes sieht et-
feld: Annual Review ofand Nuclear
dieses Teilchens im Gegensatz zu der
des Photons von Null verschieden
wa so aus: Das Meson, z.B. das n- men, daß die Sommerfeldsche Fi 7, (1957). - Hamilton,J.: The Science
strukturkonstante als Entwicklungs- of 407Elementar Theory
sein, und Yukawaersetzte daher das
Meson, werde beschrieben durch ein
y Particles.'
konstante der störungstheoretischen Dispersion Relations andOxford 1959. -
Reihe wesentlich kleinerals 1 ist. Da- Partieles. Hrsg.: C. de Witt. Elementary
Feld 9 (x), x = (c t, x), das der *Klein-
Coulomb-Potential durch Gordon-Gleichung New York
durch werden die höheren Näherun- 1960. - Chew, S-Matrix Theory of
(zur-4-#)e@-i@ gen - wie cs scheint — schnell vernach- Strong Interactions, New York 1961. -
Marshak, R. E., and E. C. G. Sudarshan:
lässigbar. Die der Sommerfeldschen Introducti
wobei a die reziproke *Compton- genügt. Die Größe j (x) beschreibt die Feinstrukturkonstanten_ entsprechen- sies. New onYork t0’Elementary Particle Phy-
1961. - Schweber, 5.8:
Wellenlänge des hypothetischen Teil- Yon den Nukleonen gebildete Quelle de Größe der s. W.ist jedoch wie er- An
chensist und G der elektrischen Ele- des Mesonenfeldes, so wie die Ladun- wähnt größer als 1, und damit wird FieldIntroducti to Relativisic Quantum
Theory. onNew York 1961, Dalitz,
mentarladung e entspricht. 1 ist of- gen und Ströme der Quellen des elek- die damit verbundene störungstheo- R.H.; Strange Particles and Strong In-
fenbar ein Maß für die Reichweite iromagnetischen Feldes bilden. Da retische Entwicklung sinnlos. teracions. Oxford 1962. - Amati, D., and
der Kernkräfte, und Yukawa schätz- das -Meson im Gegensatz zu Pho- Aufgrund dieser Schwierigkeiten ha- $. i Fubini: , 359Annual Review of’ Nuclear
te ab, daß den gemessenen Reichwei ton keinen Spin besitzt, tritt an die ben in der letzten Zeit die Untersu- Intern. School of(1962). Procesd. of ıhe
ten eine Ruhemasse des hypotheti- Stelle des elektromagnetischen Vie- chungen der analytischen Eigenschaf- Varenna, Course Physics »Enrico Fermie,
26. New York 1963. —
schen Teilchens von etwa 200 Elck- rerpotentials in diesem Fall das bei ten von Streugrößen eine große Rolle Theoretical Physics. Hrsg.: A, Salam.
tronenmassen entsprechen würde. Da eigentlichen orthochronen Lorentz- gespielt (s. Dispersionsrelation, Cros- Wien 1963. — Strong Interactions and
dieser Wert etwa in der Mitte der Transformationen skalare Feld @ (x) High Energy Physics. Hrsg.:
sing-Symmetrie, Sıreuamplitude, S- house, Edinburgh 1964. - Gel-Mann, R.G. Moor-
Ruhemassenwerte der damals allein (s. Lorentz-Gruppe, Darstellungen Matrix, Formfaktor), und man hat and Y. Ne’eman: The Eighfold W:
bekannten Elektronen und Nukleo- der). (In der letzten Zeit hat man Me- mit ihrer Hilfe eine Reihe von Phäno-
nen lag, nannte man das Teilchen ein sonen mit Spin 17 entdeckt, g-Me- menen halbquantitativ und mehr oder New York 1964. - Lichtenberg, D.
Ergebnisse der exakt. Naturyiss, 36, 83
»Meson«. . son, @-Meson usw. Durch sie wird weniger phiinomenologisch beschrei- (1969). - Proceed. of the Intern, Conf. on
Ein solches *Meson, das qualitativ die Yukawasche Analogie zur Elek- ben können. Eine befriedigende Theo- High Energy Physics. Dubna1964. [47]
mit den von Yukawa verlangten Ei- trodynamik noch enger.) Man kann rie der s. W. gibt es jedoch bisher Wechselwirkung zwischen Fremdato-
noch nicht. men und Versetzungen (interaction
86
87
Wedro Weglänge
between foreign atoms and disloca- und Begründer der Hypothese von Die mittlere W. s wird rechnerisch er- Bei 20 °C ist die mittlere freie W.für:
tions). 1. Chemische W. z. F. u. V. der Kontinentverschiebung. Befaßte halten durch Bildung der Summeal-
hat man dann, wenn sich Konzentra- sich ferner mit der Thermodynamik ler Wege dividiert durch die Zahl der- Hz bei 10° N/im® s=15 -10°cm
133 N/m® 1,1-10?cm
tionswolken in *Stapelfehlern bilden. der Atmosphäre sowie mit der Erfor- selben. Ist Z die Zahl der Zusammen- 0,133 N/m® 1l_cm
Es tritt dann eine Behinderung der schung großer Meteore und deren stöße eines Moleküls in der Sekunde,
© seine mittlere Geschwindigkeit, so He 1,0-10°N/m® 3,3. 10-5 cm
Versetzungsbewegung und damit eine Anfangs- und Endhöhenbestimmung. ist Ns 10-105 N/m® 0,8- 105 cm
Erhöhung der kritischen *Schubspan- 143] 0: 10-105 N/m® 0,9- 10-5cm
nung ein. Wegeners Theorie der Kontinentver- © 3 2. Optische W. Man versteht darun-
2. Elastische W.z. F.u. V. Die Fremd. schiebung, s. Kontinentverschiebung. ter die geometrische Länge
Lichtstrahles vom Anfangs- bis eines
atome können einen indirekten Eii Weglänge. 1. Freie W., genauer mitt- ZT IaNd
fluß auf die kritische *Schubspannung lere freie W., ist die Strecke, welche
ausüben, indem bereits beim Kristall- ein fliegendes Teilchen (z.B. Atom,
(N Zahl der Moleküle in cm’, d der
Durchmessereines Moleküls). Endpunkt multipliziert mit zum dem
wachstum die Versetzungsdichte grö- Ion, Molekül) in einem Gas im Mit-
Brechwert des Mediums, in dem der
Dabei ist angenommen, daß alle Mo- Lichtstrahl verläuft. Durchsetzt der
Ber als bei reinen Kristallen ist. Es tel zwischen zwei Zusammenstößen leküle dieselbe Geschwindigkeit ha- Lichtstrahl mehrere Substanzen ver-
sind hier mehr Verankerungsmöglich- mit anderen Teilchen frei, geradlinig ben (lausius). Bei Annahme des schiedener optischer Dichte, so ist die
keiten für das Versetzungsnetzwerk fiegend, zurücklegt. laxwellschen _Verteilungsgesetzes ©. W. das Produkt der Teilstrecken,
der *Grundstruktur vorhanden. Ist das betrachtete Teilchen ein (1860) wird jede multipliziert mit dem zugehöri-
3. Elektrische W. z. F. u. V. tritt dann Fremdteilchen,z. B, ein Teilchen eines gen Brechwert. Daß die o. W. zwi-
ein, wenn die Fremdatome eine von Elektronenstrahls oder eines Ionen- 1
schen zwei gegebenen Punkten ein
den Atomen des Grundkristalles ab- strahls, der durch das Gas geht, so VeNad Minimum (allgemeiner einen Extrem-
weichende chemische Valenz habeı errechnet sich seine W. s aus der Mo- wert) annimmt, ist der Inhalt des Fer-
Dies führt dann zu einer Konzentr: leküldichte N des Gases (Moleküle je Boltzmann, 1880). matschen Prinzips. Man kann daraus
tion von Fremdatomen an "Verset- em’), und dem, totalen *Wirkungs- Da mit steigender Temperatur sich das Brechungsgesetz herleiten. S. a.
zungslinien, wobei komprimierte Ge- querschnitt 0 eines Gasmoleküls für die Moleküle bei wachsender Ge- Eikonal. [1, 9, 18]
biete in der Umgebung der "Verset- einen Stoß des betrachteten Teilchens schwindigkeit ihrer Bewegung mehr Weglänge, mittlere freie, in der Erd-
zungen positiv und dilatierte Gebiete als s=1/No. Der Wirkungsquer- und mehr dem Einfluß der zwischen atmosphäre. Bei der Anwendung der
negativ gegenüber dem unverzerrten schnitt hängt von der Größe und Art ihnen wirkenden Molekular-Kräfte Betrachtungen über *Nichtkontinu-
Gitter aufgeladen sind. Insgesamtge- der Gasmoleküle, von der Natur des entzichen (Sutherland, 1893), nimmt umsströmungauf die Satelliten-Tech-
sehen hat man einen komplizierten stoßenden Teilchens und meist auch die freie'W. mit steigender Tempera- nik benötigt man vor allem die Ab-
Differenzefickt zwischen den Kraft- von dessen Geschwindigkeit hzw. tur zu: hängigkeit der mittleren freion Weg-
wirkungen auf den Ionenrumpf des netischer Energie ab. So ist z. B. die länge A von der Flughöhe h.
Fremdatoms und auf die abschir- freie W. eines *«-Teilchens zwischen
mende_Elektronenverteilung vorlie- ii ö Luft von
s-s7F76: Größe ist in Abb.1 zusammenDiese mit
gen. [15] 1,01325 -10°° N/m® bei einer kineti- Dabeiist so die W., wenn die gegen- der kinematischen Zähigkeit v, der
Wedro, eine in der UdSSR gebräuch- schen Energie von 1 MeV nur1,7: *Schallgeschwindigkeit a und dem
seitige Anziehung der Moleküle ge- zugrundeliegenden mittleren Tempe-
liche Raumeinheit. 10° cm, bei 10 MeV Energie dagegen genüber der kinetischen Energie kei- raturverlauf 7 der “Atmosphäre dar-
Definition schon6. 10-5 cm. Der reziproke Wert ne Rolle mehr spielt, und C eine Kon- gestellt.
1 wedro 10 krutschka. der freien W.ist in diesem Fall die stante. Bis zur Höhe h = 90km sind dabei
1 wedro 12,299 411. spezifische *lonisation.
113] Dadie Molcküldichte N proportional
Wegener, Alfred Lothar. Dt. Polar- mit dem Druck p des Gases wächst,
forscher und Geophysiker. Geb. 1. 11. geht die freie W. umgekehrt propor-
1880 in Berlin, gest. Ende 11. 1930 in ional mit dem Druck. In sehr ver-
a Ainm
|
Grönland. 1906-08 Meteorologe der dünnten Gasen ist sie daher entspre-
Danmark-Expedition Mylius-Erich- hend groß. mb /
sen nach Nordgrönland, 1909-12 Besonders häufig wird der Begriff der
Priv.-Doz. für Astronomie an der freien W. auf die thermische Bewe-
. Marburg, 1912-13 Teilnehmer gung der Gasmoleküle selbst ange- ” Y\ 1500

an Kochs Grönland-Expedition, 1919 wandt. Er bildet hier einen wichtigen.


bis 1924 Vorstand der Abt. Meteoro- Begrifi der kinetischen *Gastheorie. [27 “
logie der Deutschen Seewarte, 1921 Die Verteilung der einzelnen,indivi- ‚500| /K 1000
bis 1924 a. 0. Prof. für Meteorologie duellen Weglängen x gehorcht dem
Pr RP
r
und Geophysik an der Univ. Ham- Weglängen-Verteilungsgesetz von
“ -Q,

burg, 1924-30 in gleicher Stellung an Clausius:


der Univ. Graz. W. war 1929 Leiter
der Vorexpedition der Deutschen In- wamer.

landeisexpedition und 1930 Leiter Hierbei ist W (x) die Wahrscheinlich-
der deutschen Grönland-Expedition keit dafür, daß ein Molel eine‘
Alfred Wegener. Arbeiten: Bedeuten- Strecke x ohne Zusammenstoß zu- %% 700 70 Im 200°
der Förderer der wiss. Polarforschung rücklegt, s die mittlere freie W.
88
Wehnelt Weigert-Effekt
die von A. A. Blagonravovin der Ta- Heizdraht
AN
fel »CIRA 1961« mitgeteilten Werte
verwendet. Für größere Höhen wur-
den die genannten Funktionen auf
Grund der dort angegebenen For-
melnextrapoliert. Kathoden-
Beispiel: Für h = 100 km, w = 10.000 koppe N-1_
mis, I=1m wird T=210°K, a= YebreieN |
285 m/s, A 0,126m, » 4m? pro
s, also M = 35, R eu, = 415, K’a) —
0,085, k’a, 1,7. Der Strömungszu-
stand gehört daher zum Gebiet Ü der AnodeN
*Übergangsströmung nach Abb.1 des
Abschnitts *Nichtkontinuumsströ-
mung,Einteilung der, und zwar auch
dann,wenndie charakteristische Län. Abb. 1. Elektronenstrahler eines Katho-
ge = Im um den Faktor10 verklei- denstrahloszillographen mit indirekt ge-
nert oder vergrößert wird. heizter Oxydkathode (Nickelkappe mit Abb. 2. Ausführung eines Elektronenstrahlers für Hochspannungen bis 50 KV
Lir. Blagonravov, A, A.: Table of ten- Oxydbelag an der Stirnfläche) nach Boersch, Z. Phys. 130, 517 (1951), mit Haarnadelkathode. A Kathodensystem
tative USSR standard atmosphere, 1960, mit Wehnelt-Elektrode aus Stahl, B Gehäuse aus Aluminium, © Hochspannungs-
in »CIRA 1961«, S. 101-155. Amsterdam die Wehnelt-Spannung auch eine Re- isolator aus Porzellan, D Hochspannungsisolator aus Plexiglas, E Quarzstab zum
1961. 138] gulierung der Strahlintensität erfol- Justieren der Haarnadelkathode. (Senkrecht zur Zeichenebene die gleiche Justier-
gen, da der »Potentialvorhangeiris- möglichkeit)
Wehnelt, Artur Rudolph Berthold.
Dt. Physiker. Geb, 4.4. 1871 in Rio blendenartig nur einem mehr oder übertragen werden soll und die Fre-
deJaneiro, gest. 15. 2. 1944 in Berlin. weniger breiten Strahlenbündel den quenzbereiche sich gegenseitig aus-
1904 a. o. Prof., 1906 o. Prof. für Austritt aus dem Kathodensystem schließen, Sechspolige W. können
Phys. an der Univ. Erlangen,1908 an freigibt. insbesondere dadurch erhalten wer-
der Univ. Berlin, 1926 dort Direktor Da die Wehnelt-Elektrode in dieser ‚Glühfaden den, daß zwei Reaktanzvierpole (s.
des Phys. Inst. Arbeiten: Vorwiegend Form als elektrostatische Linse wirkt Kegel-
Vierpol) mit den Eingangsklemmen
auf dem Gebiete der Röntgen-Physik (Wehnelt-Elektrode und Anode stel- parallel oder in Reihe geschaltet wer-
und Elektronenlehre. W. befaßte sich len im elektronenoptischen Sinne
Elel fe den. Diese können so aufgebaut wer-
ferner mit Vorgängen bei Gasentla- eine *Immersionslinse dar) wird der Wehneit- den, daß der Eingangswiderstand der
dungen sowie mit dem Elektronen- Elektronenstrahl bereits in der Nähe Elektrode W.konstantist.
austritt aus Metallen. Er konstruierte der Kathode in einem Brennfleck, Lır, Cauer, W.: Theorie der linearen
1899 den Wehnelt-Unterbrecher, 1903 dem ersten sop. Bündelknoten, fokus- Wechselstromschaltungen.Berlin 1954.[2]
Er verläßt die »Elektronen- Weicheiseninstrumente, s. Dreheisen-
einen Härtemesser für Röntgen- instrumente.
Strahlen, 1904 ein Ventilrohr mit ivergent und muß nochmals ZZ 50kv Weichzeichner. Photographische Ob-
Oxydkathode (Wehnelt-Kathode) so- z. B. auf einen jekte großen Öffnungsverhältnisses
wie den Wehnelt-Zylinder. [43] Bildschirm. Bei dieser zweiten Abbil- haben eine geringe Tiefenschärfe.
Wehnelt-Kathode, s. Oxydkathode nt der erste Bündelknoten Diese Eigenschaft fällt um so mehr
und Wehnelt-Zylinder. läre Elektronenquelle. auf, je besser das Objektiv korrigiert
Wehnelt-Unterbrecher, s. Unterbre- Durchdie Wahl der Spannungen und Abb. 3. Fernfokuskathode nach Steiger- ist. Umgekehrt kann man in bestimm-
cher. der geometrischen Formen kann die wald. Die »Kegelelektrode« erzeugt in. ten Fällen die Tiefenschärfe auf Ko-
Kathodennähe eine Potentialverteilung
Wehnelt-Zylinder. Der W.-Z.ist eine Bündelung des Strahls weitgehend mit zerstreuender Wirkung, die den cng- sten der Korrektion erhöhen. Wei-
Elektrode in der Nähe einer Gli den besonderen Wünschen angepaßt sten Bündelquerschnitt in den Raum dert linse,
empfahl eine afokale Vorsatz.
die aus zwei Glasarten verkittet
emissionskathode,die eine Fokussie- (el. Abb.2) sowie die Größe des außerhalb des Strahlers verlegt
rung der aus der Kathode austreten- Brennflecks variiert werden. Bei gc- ist und eine bestimmte Farbabwei-
eigneier Konstruktion bleibt die Lage u, Be Eraktische, ‚Physik. hungbesitzt, so daß einer bestimm-
den Elektronen zu einem Elektronen- des Brennflecks unabhängig von den E He Ts] 1968. Ste igerwald:: Optik.Optil ten Bildweite eine von der Farbe ab-
strahl bewirkt. Selbst bei nachgeschal- Steuerspannungen des Elektronen- 'hängige Gegenstandweite entspricht.
teten elektrischen oder magnetischen strahls. Weiche, elektrische, heißt eine Wech- Dadurch wird innerhalb eines größe-
Elektronenlinsen verzichtet man auf selstromschaltung mit einem oder ren Tiefenbereiches jeder Dingpunkt
den W.-Z. nicht. In seiner ursprüng- ine besondere Art der Umgestaltung mehreren Paaren von Eingangsklem- mindestens für eine gewisse Wellen-
lichen von Wehnelt angegebenen W.liegt in der »Fernfokuskatho- men zur Aufnahme von Wechsel- länge scharf auf der photographischen
Form hat der W.-Z. die Form eines de« (Abb. 3) nach Steigerwald vor. Stromenergie verschiedener Frequen- Schicht abgebildet. Statt der Farbab-
die Kathode umgebenden Zylinders. Hierliegt der erste Bündelknoten erst zen und mindestens zwei Paaren von weichung kann manfür den gleichen
Das Potential des W.-Z. ist gegen- in einer Entfernung voneinigen Dezi- Ausgangsklemmen zur Abgabe von Zweck auch. die sphärische Abwei-
über der Kathode schwach negativ. metern von der Kathode. So kann u. Energie an einzelne Empfänger, wo- hungbenutzen. [18]
Durch Umformung des Zylinders in U. auf_ein weiteres elektronenopti- bei an jedem Empfänger nur Energie Weigert-Effekt. Bestrahlt man photo-
eine Lochblende (Abb. 1) kann durch sches Linsensystem verzichtet werden. eines bestimmten Frequenzbereichs graphisches Papier, das man bei Ta-
% 9A
ou
Weizsäcker
Weinholdsches Gefüß
weise en. P. Weiß
stärkende Kraft annehmste als der Neigungswinkel der Anfangs- sind. Die Formel gibt weiter in der
Icht vorbelichtet hat, stellen , einfach Annahm
machte nun Hdie hinzuk e, tangente der Langevin-Funktion, der zweiten Form mit der paramagneti-
ee elea rpolarisiertem daß das zu sierung Mommend e Feld die zu H und T gehörige Magnetisie- schen Curie-Temperatur die Kon-
aanromatischem Licht, dann zei- der Magneti die Elemenproport ional rung liefert; er strebt mit abnehmen- stante N des Weißschen Feldes. Man
Yen die bestrahlten Stellen die gleiche tarmagnete
ist. Die auf erende Feldstä der Feldstärke zu einem Punkt Er erhält für Fe N = 6160, für NiN =
Eee fiedas.Licht, mit dem sie be- wirkende resulti rke ist liefert die spontane Magnetisierung 134. Die Größe von N bewirkt,
AußerdemLicht
Aarblı wurden reflekti ist das an dann also B,, die bei der betreffenden Tempe- daß die Gerade selbst bei Feldstärken
diesen Stellen , undzwa erte eben- F=H+NM. ® ratur beim Feld H = Ozurückbleibt. von mehr als 1000 Oe praktisch vom
fapelarsiet r erhält man N 9 2. Ist ö größer als der Neigungswin- Nullpunkt ausgeht. Eine Änderung
i e größer Helligkeit, wenndessen mi inneres weiß: M kel der Anfangstangente, so geht die der Feldstärke bewirkt deshalb keine
Der Zusatz N M yrnaaızsn
"blickt,
deShenAnalysatormit derjenigen sches) DPTa Magnetisierung mit abnehmender merkliche Verschiebung des Punktes
ungsric htung Bield. Dieser Feldstärke gegen Null, und zwar bei B’. Die ferromagnetische Substanz
Schwing
des
Yiäues Bestrah
zur,über lungmmt verwen
einsti (Weiger t, er
deten Ki Horn ne Moleinlc
fürdieauf hees
einzein kleiner Feldstärke proportional zu
H; die Substanz zeigt paramagneti-
hat daher in dem Gebiet wesentlich
unterhalb des Curie-Punktes eine
il ,. polarisierten lium wirken - sches Verhalten. spontane Magnetisierung i
'h
nn Gefäß, s. Dewar-Ge-is. Tasche N gen
Feldstärke. Dabei hatKorrektu Die Grenze zwischen beiden Fällen von der Temperatur abhä
sche Bezirke, Wert 4a/3. Einengslos. solche r liegt bei der Temperatur, für die d praktisch identisch mit der Sättigungs-
Weißsche Bezirke, ,Ferromnenki” wäre aber Dedeutu Zur Erklä- gleich der Richtung der Änfangstan- magnetisierung und nimmt mit wach-
uns und Welt fung der Erscheinung /erte des Ferrom a- gente ist. Diese Temperatur ist die sender Temperatur zuerst langsam,
ıB von etwa ‘Curie-Temperatur ©. Sie ist gege- dann bei Annäherung an die Curic-
A
-Eitekt, Rheome
i
tric.
is
105"Bis1 0:a
we henFe.1Maren Theorie Eeja seicher Größeist aber mitde nnehme n. Ein inneresn ben durch Temperatur schnell ab.
vrainac Obwohl nun das ferromagnetische
bh *Curie-Weiß- Ges er klassischen Physik nich Material in dem Bereich wesentlich
Weißsches Gesetz, syw.*Curie Weiß. Frandich. Erst die Quanientheorie
sches Gesetz. $. Ferromagnetismus re ie Heisenberg 1928 zeigte, d.h.
unterhalb der Curie-Temperatur eine
spontane Magnetisierungbesitzt, muß
Und Weilsche Theorie des Ferroma- liefert,wie, Helembm,7, AU? mNM«L'0) man noch eine endliche äußere Feld-
gm. 2] des Rerromagne- tauschkraft) ein inneres Feld der e=- u . (M stärke aufbringen, um die technische
h : : forderlichen Größenofürrdnung.
die resulie-
k Sättigung zu erhalten. Für den Ver-
tismus schließt an dieT hrone DS dem Ausdruck () wird nundas Argu-
Für Temperaturen unterhalb ® er- lauf der technischen Magnetisierungs-
a nur eine til. rendeit Feldstä rke
Langevin-,
hält man somit eine durch daß Weiß- kurve ist die kristallographische
Struktur des Materials wesentlich. Es
ise Ausrich tung der magnetiischen Men! der@-m (H+NMKT.
sche Feld erzwungene Magnetisie-
rung, oberhalb © paramagnetisches enthält viele Bereiche, von denenje-
*Dipole, da seine orientierende Wir- also Verhalten. der bis zur Höhe der spontanen Ma-
a etisch DIS, Magneti
5 sierung kommtnunabo können gnetisierung magnetisiert ist, die
E ner
Im paramagnetischen Gebiet
wir uns aufden geradlinigen Teil der Weißschen Bezirke. Ein makrosko-
eelichen Einstellrichtungen erlaubt, auchim ArgumenlCAE langevin-Kurve beschränken und Pisch unmagnetischer Zustand kommt
e hältnis der ietisieru zur Sit
Magnetisierungvollstän 1.(&) durch L’(0)« ersetzen. Man er- dann dadurchzustande, daß die Ma-
an ng bei hält dann gnetisierungsrichtung von Bereich zu
in Kine A der
durchschnittlich
gnätedefallende Komor ng der Dil an: o
ender BerAnsrehtuMm M_,mf[mH#
Bereich verschieden ist, so daß sich
tion ($. Langevinsche Formeln) . mo ( kTt
(&) Ihre Wirkung nach außen aufhebt.
Überdie Vorgänge bei Änderung des
ı
M auf und divi- Führt man die Curie-Temperatur & äußerenFeldes s. Ferromagnetismus.
L.(d=wta- (®)Löst man (4) nach ein, indem man nach (7) m N L’ (0) = Lit. Becker, R.: Theorie der Elektrizität,

wobei «= mHIKT undDipomledasist.ma. dert


M mit erhäl
ii M, ©, so erhäl Y
t man
9 kIM« einsetzt, so erhält man Bd. 2. Leipzig 1950. - Becker, R., und W.

Ist M _,_ kT_ _NM « o Berlin 1939,


gnetische Moment der ronenspin, M= *"mNMa HB"
M _LU@mH
Ma ka =6)'
L
(9) Weitsichtigkeit, svw. *Hypermetropie.
;
dagegen, wie beim Bieki
nur die parallele und antiparallel® DieLö "\” yaung der Gleichun gen (8) und. A: . Weitwinkelstreuung nennt man die-
Einstellun gerla ubt, ;oer hält man sungde r Glei nmen hIMJen ılso das *Curie-WeißscheGesetz. Für jenigen Streuakte, bei denen ein gro-
Lin (6) = tan na. Funktion©) indem man die Langschne evin-Kures ‚lie Curie-Konstante ergibt sich so- Ber Ablenkungswinkel auftritt. Die
mit W. ist für die Abschirmung gegen
schen diesen beide en mit der Gera den (6) idet. Leiz- jedwede Strahlung von Bedeutung,
iner e Lang evin -Fun k- tere schne idet die Ordin ate im Punk t LOmM»_ ©
Heyen"llgeme etwa erhält, wenn — HIHM= undbildet mit der Abz C=-"=: (10) weil ein einziger Streuakt genügt, um
tionen, die man lung zwischen den szisse die Neigung 1and nk ein Neutron oder ein y-Quant aus
man durch Koppdrei zu einem Ele- m NM». Die magnetische Feldstär- Die mit dieser Formel berechnete einem Strahl abzulenken.[7]
Spins zwei oder mmenfaßt. ke bestimmt also ihren Ordinatenab- (urie-Konstante C stimmtbei Fe und Weizsäcker, Carl Friedrich Freiherr
mentarmagneten zusarbark - schnitt, die Temperat ur ihre Neigung. Ni mit der gemessenen am besten bei von.Dt. Physiker. Geb. 28.6.1912 in
Da nun dieerMagne tisie eit ferro der Temperatur sind zwei ‚ler Annahme überein, daß je zwei Kiel. 1942 a.o. Prof. für Physik an
magnetisch Stoffe eine außerordentlich Je nach zu unter scheiden: n. Sins durch Kopplung zu einem Ele- der Univ. Straßburg, 1946 Abı.
beson dere, Fälle
groß ist, muß man ren Feldes ver- 1. Der Neigungs wink el 5 ist kleiner mentarmagneten zusammengefaßt ter am Max-Planck-Inst. für Physik
Sie Wirk ung des äuße 9”
2
Welle Welle
und Honorar-Prof. für Physik an der für die jeweils eine Wellengleichung einen Wechselstrom bedeutet, bilden wird. Man erhäl
Univ. Göttingen, seit 1958 o. Prof. gilt. Dabei ist die Fortpflanzungsge- Sich um ihn konzentrische thagneli-
sche Kraftlinien, die abwechselnd an erhält dam
schiedene Richtung haben undver-
für Philosophie an der Univ. Ham- schwindigkeit der Longitudinalwellen. s -.E
burg. Hauptarbeiten: Vorwiegend auf immergrößer als die der Transversal- in Sauc‘
dem Gebiet der Physik der Atomker- wellen, Beide Arten könnengleichzei- Ebenen senkrecht zum Dipol verlau- .
ne, der Astrophysik (Umwandlung ig auftreten, wie man auch am Bei- fen (Abb. 1). Die elektrischen Krafı- Im Gaußschen System ist 4 7 &0 = 1
von Wasserstoff, *Bethe-Weizsäcker- spiel der Erdbebenwellen erkennt. Die, Hi ienschnüren sich von den Ladun- "U setzen.
Zyklus) und der Naturphilosophie. Schallwellen in einem festen Körper‘ gen ab, so daß geschlossene Kraft- Für eine Ladung und eine Schwin-
linien entstehen, und
43
Wehe. 1.Direkte seismische W., "Erd-
sind ebenfalls elastische W., und zwi
Longitudinalwellen. Die elastische Tingförmige Wulste in denwandern als gungsamplitude Ioorht mars alsse-
Raum hin- kundliche Ausstrahlung, wenn man
bebenwelle, die auf direktem "Wege, *Lichttheorie des 19. Jahrhundert aus (Abb. 2). von der Frequenz v zur Wellenlänge
d.h. ohne ein- oder mehrfache Re- sah auch die Lichtwellen als transver-
flexion, an der Erdoberfläche vom sale elastische W. des Athers an. We-
Herd zur Station gelangtist. gen elastischer Oberflächenwellen 5.
2. Ebene W. oder Planwelleheißt eine Rayleigh-Wellen.
W., deren Wellenfläche eine Ebene 4. Elektrische oder elektromagneti-
ist, während ihre Wellennormalen sche W. Diese W. entstehen, weni
lauter parallele Geraden darstellen. sich elektrische Ströme zeitlich in-
Legt man eine Achse eines carte dern, d.h., wenn sich elektrische La-
schen Koordinatensystems in die dungen mit ungleichförmiger Ge.
Richtung der Wellennormalen, so ist schwindigkeit bewegen. Die bei Be.
die ebene W. außer von der Zeit nur wegungen ausgedehnter Ladungen
von dieser Koordinate abhängig entstehenden W, lassen sich dur
(trotzdem natürlich räumlicher Wel- Überlagerung der von den einzeln Abb. 2
lenvorgang)). Eine streng ebene W. Ladungsträgern ausgehenden W. dar.
gibt es genaugenommen nicht, da sich stellen. Da sich jede beliebige Bewe. Elektrische und magnetische Kraft-
inien stehen senkrecht aufeinander A übeı :
eine solche nur durch eine unendlich gung nach Fourier aus sinusförmig m 4m elkc
ausgedehnte Ebene erzeugen ließe, Schwingungen aufbauen läßt, ka In den Abbild ungen sind Momen!
die parallel zu sich selbst schwingt. man den allgemeinen Fall belie aufnahmen des Kraftlinienverlau! 30m
Doch stellt z.B. ein kleiner Aus- Bewegungenauf harmonische Schwin. dargestellt, aus denen auch die W. Führt man die Stromamplitude 2 ein,
schnitt aus einer *Kugelwelle in gro- gungen zurückführen. lenlänge zu erschen ist. In der R; so ergibt sich
Ber Entfernung vom Mittelpunkt a) Ausstrahlung des Hertzschen Di: tung der Dipolachse wird nicht aus
sehr annähernd eine ebene W. dar, pols. gestrahlt. Ist die Entfernungvom Di. Seg2a ( +)
wie etwa die auf die Erde fallenden Der Elementarvorgang besteht da, pol groß gegenüber der Wellen länge
Lichtwellen von der Sonne oder gar (Bedingung der sog. Wellenz
von den Fixsternen. In der Wellen-
darin, daß eine punktförmige La:
dung, etwa ein Elektron, gegenül Iassensich die Feldstärken inone), so
Polar. Dersel Wechselstrom würde bei
einemObehmsch en Widerstand R einen
lchre spielen ebene W. eine große einer gleich großen Ladung ent koordinaten um den Dipol als Achse Energieverlust durch Erwärmung
Rolle. gengesetzten Vorzeichens sinusförmi im MKSA-System darstellen durch W '/s Is® R hervorrufen. Der Ohm-
3. Elastische W. Wird ein Punkt eines ge Schwingungen kleiner Amplitudi die Gleichungen: sche Widers tand, der denselben Ener-
elastischen Mediums aus seiner Ruhe- ausführt. Es entsteht dabei ei 9=0, €
gieverlust bedingt, heißt Strahlu ngs-
lage entfernt, so wird dadurch in die- schwingender elektrischer Dipol, ci widerstand R;. Manerhält
sem Medium eine Störung ausgelöst, sog. Hertzscher *Dipol. Das vonil v0, =
welche zuerst die Umgebung dieses erzeugte elektrische und magnetis . Rn el +)
Punktes erfaßt und sich dann immer oder
weiter ausbreitet. Dieser Ausbrei- &.=0°.
tungsvorgangheißt eine elastische W. do \* .
Ru = 790 ( 4)
Es gibt zwei Arten von elastischen Dabei ist 5=Q1 das Moment des
W., nämlich elastische Longitudinal- iı Dipols, der aus den Ladung en + Q Diese Formel dient zur Berechnung
wellen (Kompressionswellen) und und stellen die elektromagneti: und — Q im Abstand gebildet wird, der Ausstrahlung von Antennen. Nä-
Transversalwellen (Scherungswellen), W. dar. Da der schwingende Dij (d &0 die Influenzkonstante. Elek. here hierüber: s. bei Antenne.
sche und magnetische Feldstärke usbreitung elektromagnetischer
stehen senkrecht zur Ausbre itungs- W. längs der Erdoberfläche
richtung. Die Ausbreitung elektromagnetischer
Die gesamte sekundlich ausgestrahl- W. unter dem Einfluß von Medien
Energie kann berechnet werden, bestimmter Leitfähigkeit, Dielektri-
zitätskonstante und Permeabiltät war
wenn der *Poyn tingsche Vektor Gegenstand
S=[exg] chungen. Die ausführlic her Untersu-
Ausbreitung ebener W.
\iber eine Kugeloberfläche integriert längs einer ebenen Erdoberfläche hat
Zenneck behandelt (s. Zennek-Wel-
9 95
Welle Wellen
le); die von einem Sendedipol über nur die Luft maßgeblich. In diesen ergibt sich auch aus Berechnungen geht die Dämpfung bei Annäherung
ebener Erde ausgehenden W. hat Theorien ist die Atmosphäre als ho- der Wellenausbreitung unter Berück- an eine *Grenzfrequenz rasch gegen
Sommerfeld berechnet. Er fand da- mogen angenommen. Sie sind gut ver- sichtigung der Kugelgestalt der Erde. Unendlich. Um eine bestimmte W. zu
bei zwei Wellentypen, die Oberflä- wendbar für lange W. abneh. Nach van der Pol und Bremmer ist übertragen, müssen die Hohlrohre
chenwelle und die Raumwelle. Die mender Wellenlänge nimmt « erst im Bereich der cm- und mm- deshalb einen Mindestdurchmesser
erstere ist an die Erdoberfläche ge- Dämpfung der Oberflächenwelle im- Wellen mit einer Schattengrenze am haben. — Durch Überlagerung von
bunden; ihre Energie nimmt mit dem mer mehr zu. Bei Kurzwellen (100 Horizont zu rechnen. fortschreitenden W. entgegengesetzter
‚Abstand von ihr in Luft und Erdbo- bis 10m)ergibt sich aber eine große Über die Ausbreitung elektromagne- Richtung kommen in Rohren endli-
den ab; ihre Ausbreitungsgeschwin- Reichweite durch die Reflexion der tischer W. längs Drähten s. Draht- cher Länge stehende W. zustande,di
digkeit ist durch die Materialkonstan- Raumwelle an der *Ionosphäre, Bei wellen, Leitungsgleichungen, Wellen- als Resonanzschwingungen eine Rol-
ten vonLuft und Erdbodenbestimmt; Ultrakurzwellen (unterhalb 10m)fällt widerstand. 1e spielen (s. Resonator).
sie wird durch den Erdboden »ge- ie Übertragung durch die an der ©) Elektrische W. in Hohlrohren. 5. Fortschreitende W.nennt man zu-
führt«. Ihre Energie ist umgekehrt Ionosphäre reflektierte Raumwelle i. Bei der Übertragung sehr kurzer W. weilen eine normale W., um sie von
proportional zur Entfernung r vom
allg. aus. Da praktisch keine Boden- spielt neuerdings eine Rolle ihre Fort- der stehenden W. zu unterscheiden.
Dipol; sie ist außerdem gedämpft. ‚welle mehr vorhanden ist, ist die Aus- pflanzungin Hohlrohren. Elektroma- 6. Hertzsche W., heute nur noch sel-
Ferner entsteht die Raumwelle, die breitungdieser W. durch direkte und gnetische W. können gegen Abstrah- ten gebrauchte Bezeichnungfür elek-
sich von der Antenne aus kugelför an Inhomogenitäten in der Atmo- lung vollständig geschützt werden, tromagnetische W., welche mit elck-
mig ausbreitet; ihre Energie nimmt in sphäre gestreute Strahlung bestimmt. wenn sie sich im Inneren von Rohren trotechnischen Mitteln (Oszillatoren,
Luft wie 1/r%, im Erdboden exponen- Dabeifindet jedoch bei der direkten‘ fortpflanzen. Die einfachste Wellen- Sendern) erregt werden, zum Unter-
tell mit r ab. Für die Ausbreitungs- Strahlung Ausbreitung auch über den form bildet sich in konzentrischen schied von W., die von angeregten
geschwindigkeit der Raumwelle ist optischen Horizont hinaus statt. Dies Kabeln aus, die im Kabelmantel Molekülen und Atomen ausgesandt
einen Innenleiter enthalten. In ihnen werden. Die Wellenlängenbereiche
stehen die elektrischen Kraftlinien dieser beiden Arten überschneiden
senkrecht zu beiden Leitern; ihre sich ein wenig. Hertzsche W. haben
Dichte ändert sich sinusförmig. Die Wellenlängen von Kilometern bis zu
magnetischen Feldlinien verlaufen 0,1 mm, Ultrarotwellen solche von
kreisförmig um den Innenleiter. We- 034mm abwärts. Im historischen
der das elektrische noch das magne- Sinne sind Hertzsche W. diejenigen
tische Feld hat eine Komponente in W., deren Empfang, Interferenz, Re-
der Fortpflanzungsrichtung. Bei den flexion, Brechung und Polarisation
eigentlichen Hohlleitern, die in der Hertz erstmals nachweisen konnte.
Hochfrequenztechnik wichtig gewor- Er erregte sie mit Funkensendern von
den sind,ist kein Innenleiter vorhan- 3 bis 0,6m Wellenlänge. Das Gelin-
den. In ihnen treten axiale Kompo- gen dieser Erregung beruht darauf,
nenten des elektromagnetischen Fel- daß der Funkedie Luft oder das Erd-
des auf, öl um den Oszillator in einer gegen
Dabei hat man zwei Hauptschwin- die Schwingungsdauer von 10* bzw.
gungsformen zu unterscheiden: Bei 2-10®s kurzen Zeit so gut leitend
den E-Wellentreten in axialer Rich- macht, daß nicht *aperiodische, son-
tung nur elektrische Feldkomponen- dern oszillatorische Entladung ein-
ten auf, bei den H-Wellen nur ma- tritt.
gnetische. Bei den Wellentypen sind 7. Lange W. oder *Longae(in der
außer einer Grundwelle eine Vielzahl Seismik). Nach dem ersten und zwei-
von Nebenwellen möglich. Welche ten Vorläufer (P-Welle bzw. S-Wel-
Wellenform sich ausbildet, hängt von le) folgt eine Gruppe von W. verhält
den Anregungsbedingungen ab. Die nismäßig großer Periode und Ampli-
Abb. 3 und 4 zeigen einige Wellen- tude (Hauptphase des Bebens). Das
ıypen; dabei sind die elektrischen Gesetz der *Periodenverlängerung
Feldlinien ausgezogen, die magneti- mit wachsender Herdentfernung gilt
schen gestrichelt gezeichnet. Die ein- auch hier: Je größer diese ist, um so
zelnen Wellenformen lassen sich für größer werden die Perioden,Sie be-
/ylindrische Rohre von rechteckige, tragen bei Herdentfernungen von
kreisförmigem und elliptischem Quer- 2000 bis 4000 km um 20 s, bei solchen
schnitt mathematisch behandeln. - > 12000 km fast eine Minute, gele-
Während bei einer normalen Leitung gentlich sogar noch mehr. Gewisse
ie Dämpfung mit wachsender Fre- Perioden scheinen bevorzugt zu sein.
‚enz zunimmt, besitzen die Hohl- Die (stark von den lokalen Bodenve:
en Minimalwert der hältnissen unter der Station abhängi-
er bestimmten Fre- gen) Amplituden wachsen nach dem
rigeren Frequenzen Auftauchen der langen W.(eL) bis
9
Wellenaberration Wellen, elektromagnetische, im Plasma
zu einem ersten Maximum Mı (bei Null (Knotenebenen). Der Abst len Teilen derWellenfläche ohne Pha. erhält man aus den Maxwell-Glei-
gleichzeitiger Periodenabnahme), an dieser Ebenen ist A/2. Sie liegen senunterschied im Bildpunkt zusam- chungen der Elektrodynamik. Der
das sich bei deutlich abnehmender den Stellen x = 2/4, 5 A/4 usw. men. Strom | folgt aus den hydromagne-
Periode weitere Maxima M:, Ms ... Auf dazwischenliegenden Ebenen, für tischen Gleichungen,die hier in linea-
anschließen. Die langen W. bekom- welche 4
risierter Form
men schließlich ziemlich gleichmäßige cos2ux/=1 E De
Perioden und Amplituden und bilden
ist, hat die Amplitude ein Maximus ey iXB-Vp-eX
dann die Nachläufer (Coda, abgek. (Schwingungsbäuche). Die Schwin-
C) des Bebens. Die Geschwindigkeit
gungsbäuche liegen an den Stellen verwendet werden, zu
nimmt mit der Periode zu (scheinbare
oder wirkliche Dispersion) und
x = 0,A/2, 4,3 A/2, 24, 5 A/2 usw. me c* &j
schwanktzwischen 3,77 und 4,4 kmis.
Bei zweidimensionalen W. (Oberflä- neu EtruxB-
chenwellen) und eindimensional
Manpflegt die langen W. als Ober-
flächenwellen aufzufassen, was sicher W.(Seilwellen) entsprechen den Kno- [7 in + pet.
berechtigt ist. Ob es sich aber um tenebenen Knotenlinien bzw. Knoten- OD stelle im Schnitt durch die opti-
‚punkte. In zeitlichen Abständeneiner) sche Achse die um den Bildpunkt B Setzt man den Gradienten der La-
reine *Rayleigh-W. handelt, für die
sich eine theoretische Geschwindig- halbenPeriode der Schwingungist bei] konstruierte Wellenfläche (Kugel- dungsdichte Vg«, den Druckgradien-
ten Vpe und das magnetische Feld 8
der stehenden W. die Amplitude i schale) dar, OA die reale Wellenf
keit von v = 0,9194 Ya7g ergibt, ist ganzen Wellenfeld Null. In den da- che, dann wird die auf dem Strahl gleich Null, dann folgt, wenn j paral-
Zwischenliegenden Zeiten ist sie ci Strecke AD, die den lel zur Wellenfront ist und die elek-
doch fraglich, vor allem, weil eine
DB
Maximum. Wird eine fortschreitende Abstand der beiden Wellenflächen trische *Leitfähigkeit a als unendlich
starke Bewegungskomponente quer
W. an einem Spiegel reflektiert, da. Wellenaberration I be- groß angenommen wird,
zur Fortpflanzungsrichtung vorhan-
den ist, die dafür spricht, daß auch bilden sich in dem Gebiet, in welche:
darstellt,
zeichnet. Sie berechnet sich aus der = 1
*Love-W. an der Hauptphase des einfallende und reflektierte W.inter- Einfallshöhe h, der Längsaberration VE Es:
Bebensbeteiligt sein könnten. ferieren, stehende W. As’ des Strahls AE und dem Krüm-
8. Longitudinale W., svw. *Longitu- 11. Strömungswelle, s. Oberflächen. mungsradius R der idealen Wellen- Esist @p = (4a. ne e’/me)" die Plas-
dinalwelle, Längswelle. Bei der Lon- wellen, Analogien für Strömung: fläche ODC zu mafrequenz, ne die Elektronendichte,
gitudinalwelle liegt der Schwingungs- (daselbst Wasseranalogie), Laval-Dü: h me die Elektronenmasse, e die Ele-
vektor in der Ausbreitungsrichtung se, Charakteristikenverfahren, Ver. h As «dh. mentarladung, pe der Partialdruck
(Beispiel: Schallwelle). dichtungsstoß, Kopfwelle, Schwanz- I= [# u der Elektronen (p = pe + pm) und c
9, Longitudinale seismische W., s. welle, Machsche Welle, Wellenwider- ö die Lichtgeschwindigkeit, Mit dem
Erdbebenwellen. stand. Lösungsansatz e'’r!än+e®, wobei A
10. Stehende W. Durch Interferenz 12. Transversale W., Transversalwel- Wellenbild ist eine der beiden mög- die Wellenlänge der sich ausbreiten-
zweier ebener Wellenzüge mit glei- le oder Querwelle. Bei diesen W. steht lichen _modellmäßig-anschaulichen, den Störungist, die eine Phasenge-
cher Amplitude, gleicher Wellenlänge
und entgegengesetzter Ausbreitungs- der Schwingungsvektor senkrechtzu aber unvollständigen Beschreibungs- @ A/2 a besitzt, er-
Ausbreitungsrichtung. _Transversal- möglichkeiten von Elementargebil- gibt sich die Dispersionsgleichung
richtung bilden sich stehende W.Ist wellen sind im Gegensatz zu Longi- den, die Ausgang für eine vollstän- e
ana (4%) ı_ x tudinalwellen polarisierbar.
13. Transversale seismische W.,
Erdbebenwellen.
dige, aber unanschauliche Beschrei-
bung des Elementargebildes durch
w
Einführung der Quantelung sein kön- Dies besagt, daß die freien Elektro-
die Gleichungeiner W. mit der Am- Lır. Beckmann, B.: Die Ausbreitung nen. S. Teilchenbild, Dualismus, nen im elektrischen Wechselfeld
plitude A, der Periode 7,der Wellen- elektromagnetischen Wellen. Leipzi Quantelung.[7] Durchgang einer e. W. durch ein
länge A, welche in der Zeit t in der 1948, - Gundlach, F. W.: Grundlagen« Wellendämpfung, s. Betriebsdämp- Plasma zu Eigenschwingungen dersel-
ben Frequenz @ =2.v wie die der
n2e(443)
Richtung x fortschreitet, und fung.
Wellen, elektromagnetische, im Plas- einfallenden e. W. angeregt werden
@=A-sin2aly 2 ma. Es gibt eine große Anzahl von und somit eine eigene c. W. emii
Wiesbaden 1947. - Vilbig, Störungen, die sich als Wellen in
die Gleichung einer in entgegenge- Hochfrequenztechnik_I. Leipzig 1945.
einem *Plasma ausbreiten und Demzufolge wird die Phasenge-
meist sehr komplexer Natur sind. Es schwindigkeit der einfallenden e. W.
setzter Richtung fortschreitenden W. Meinke, Gundlach: Taschenb. d. H«
frequenztechnik. Berlin 1956.[2, 6,11, 1:
mit sonst gleichen Eigenschaften, Wellenaberration. Die Wellenfläche ist jedoch möglich, bei einer idealisie- geändert.
dann gilt für die durch Addition ent- der von einer punktförmigen Licht- renden Beschreibung diese Wellen in Der Brechungsindexist gegeben durch
stehende W. die Beziehung: quelle ausgehenden Lichterregung bi drei charakteristische Gruppen zu eiv = n, somit
a=-atm- sitzt vor und nach dem Durchschnit trennen: a) die e. W., b) die magneto-
2ax 2at durch ein aberrationsfrei abbildend hydrodynamischen Wellen und c) die
= 24-008, sin . optisches System die Gestalt eine: elektrostatischen Wellen.
Kugelschale, deren Krümmungsmit Die Grundgleichungfür e. W. i. P. Ist ein Magnetfeld 8 im Plasma vor-
Auf den zur Ausbreitungsrichtung telpunkt der Objekt- oder der Bild- VE-4neVa- handen, dann wird die Schwingung
senkrecht stehenden Ebenen, für wel- punktist. In diesem Fall treffen iı 12€ der freien Elektronen durch dieses
che cos21x/A verschwindet, ist die Sinn des Huygensschen Prinzips die -4I# Si
+40 beeinflußt. Es ist also 8 +0, aber
Amplitude der stehenden W. immer sekundären Lichterregungen von alı wieder Vpe 0, Vee=O undo ==.
% »
Wellen, elektrostatische, im Plasma Wellengleichung
Vernachlässigung, von 0 x 8 ‚Anderung der Stromdichte ten Bewegungsgleichungen aus, da Funktion (y-Funktion) der Quanten-
sich aus der Grundgleichung nun auch eine Störung von d gege- mechanik übertragen. S. Schrödinger-
W. (s. untenstehende Formel), die je- me ce? 2 c
ben ist. Entsprechend Vp. hat man Gleichung der Quantenmechanik. [7]
doch nur bei Vernachlässigung von mein Et ne Vpe m =3kT4- V nr. Es folgt somit Wellengleichung heißt die Differen-
Elektronenstößen gültig ist. @ ist der ialgleichung
Winkel zwischen Ausbreitungsrich- (Zur Erklärung der Symbole s. Wel- P_ 3kKTı Te
18
tung der Störung und der Magnet- len, elektromagnetische, im Plasma.)
Bei reinen c. W. ist es einfacher,die
a” li z)ev» Au=age- @
feldrichtung. Für p = 0 folgt die ver- obige Gleichung nach Divergenzbil-
einfachte Beziehung für den longi- dung zu verwenden an Stelle der
und daran weiter
Dabei ist u eine Funktion des Ortes
tudinalen Fall Grundgleichung. für elektromagneti-
20 3KTı Te und der Zeit und je nach dem zu-
©
’ellen. Für eindimensionale, BE” me (1 27) vr grunde gelegten Koordinatensystem
adiabatische Anderung des Parti Dies ist die übliche Gleichungfüreine anzusetzen. A ist der Laplacesche
druckes der Elektronen p. hat man akustische Welle mit der Phasenge- Operator. Zum Beispielist bei carte-
sischen Koordinaten
für Vp« die Beziehung schwindigkeit

(rer):
u u au
v- T: Aum get ae ta (ea
mi
Obwohl hier das elektrische Feld € oder bei *Kugelkoordinaten r, 8, 9
nicht explizit auftritt, spielt es doch
bei dieser Art von Störungen eine
Fu 2, 1
ut ateet
wobei @ce = (eB/2 anec) die Zyklotronfrequenz der Elektronen ist. Man wesentliche Rolle. Es wurde ange- 1 du 1
erhält somit für den BrechungsindexdieFe‚Hartree-Formel nommen,daß nı sich auf gleiche Wei- ++
en{eypeteler se wien. ändert und daß der Strom j
verschwindet. Daraus folgt, daß € ge-
rade Vpe kompensieren muß. Dieses
elektrische Feld nun teilt den Ionen
In (1) bedeutet # die Zeit;
(1b)
hat die
Dimension einer Geschwindigkeit.
Das positive Vorzeichen entspricht die durch den Gradientendes Partial- Gleichung kann als die Defini-
dem ordentlichen Strahl, das nega- druckes der Elektronen entstehende tion der ungedämpften Welle angese-
tive dem außerordentlichen Strahl. wobei T« die Elektronentemperatur, Kraft mit, Demzufolge, wenn T.> Ti, hen werden. Die Lösung der obigen
Für @ 0 hat man elliptische Pola- wird die Phasengeschwindigkeit der partiellen Differentialgleichung zwei-
risation, der Umlaufsinn der Feld- K die Boltzmann-Konstante, e dic
Elementarladung, c die Lichtge- &. W. der Ionen so groß, wie ihre ter Ordnung enthält zwei willkürliche
vektoren ist entgegengesetzt. Im lon- schwindigkeit und ge die Ladungs- thermische Geschwindigkeit wäre im Funktionen. Im Fall der linearen
gitudinalen Fall sind die beiden dichte ist. Damit ergibt sich Falle Tı = Te. Ausbreitunggilt:
Strahlen entgegengesetzt zirkular po- Lır. Altven, H.: Cosmical Electrodyna- -umta)tmltxm).
larisiert. ER oe + 3KTe mics. Oxford - Spitzerjr., L.: Phy-
Lır. Alfven, H.: Cosmical Electrodyna- In V:ß, Sc, Of Fully Tonized Gases. New, York Die Form der beiden willkürlichen
‚mics. Oxford 1950. - Spitzer jr., L.: Phy- Cowling, T. G.: Magnetohydro- Funktionen wı und us muß durch zu-
sics of Fully Ionized Gases. New York wobei a» = (4x. ne e:/me)'rdie Plas- Smämics. New York 1957. Bohm, D., sätzliche Forderungen bestimmtwer-
1956. [34]
Wellen, elektrostatische, im Plasma.
maeigenfrequenz ist. Mit(A dem
Sungssatz ei @ntwalrwn Lö:
Wellen-
and E.P. Gross: Phys. Rev. 75, 1851
(1949); 75, 1864 (1949). — Gross, R. P.: den. Besagen diese, daß es sich um
Die elektrische Ladung, aus der die länge der Störung) erhält man für die Phys, Rev. 82, 232 (9SD. - Gordejev, eine ebene Welle handeln soll, so ist
elektrostatischen Rückstellkräfte ent- Phasengeschwindigkeit der e. W. der G. V., and J. 'Eksper: Theoret. Fis, 2, in komplexer Darstellung
stehen, resultiert aus der Divergenz 60 (1952). [34] u = Ay eliteund
über die Stromdichte Es werden
Elektronen Wellenfeld ist der von einem Wellen- ua = Ayelaattem, (3)
zwei Arten von e. W. im *Plasma ws: 1 vorgangerfüllte Raum,s. Feld. [7]
unterschieden: a) Schwingungen der 23 Wellenfläche, Wellenfront nennt man Dererste Summand entspricht einer
Elektronen, wobei die Schwingungen Über den Mechanismus der Anre- innerhalb einer Welle jede Fläche,
deren Punkte sich im betrachteten
in der Richtung der positiven x-Ach-
der Ionen vernachlässigbar klein sind, gung solcher e. W. der Elektronen! Augenblick im gleichen Schwingungs-
der zweite
b) der Fall der e. W., bei denen die im Plasma herrscht z. Z. noch schr zustand (in gleicher Phase) befinden.
Summand bedeutet eine in der ent-
Trägheit der positiven Ionen prädo- wenig Klarheit. Ebenso ist die Kopp- Die W. einer *Kugelwelle z. B. sind Welle.
Richtung laufende
Fordert man, daß es sich um
gegengesetzten
miniert. lung zwischen solchen Elektronen- eine von einem Zentrum ausgehende
In den hydrodynamischen Gleichun- schwingungen und einem äußeren Kugelflächen. [20]
Wellenfunktion. 1. W.ist eine vom Welle, eine sog. *Kugelwelle, handeln
gen, die in linearisierter Form ver- elektromagnetischen Strahlungsfeld Ort und von der Zeit abhängige
wendet werden (s. Wellen, elektro- noch wenig untersucht. Prinzipiell Funktion, die der *Wellengleichung soll, so benutzt man (1b). Istdas Me-
magnetische, im Plasma), setzt man können sowohl Dichteschwankungen genügt. dium der Ausbreitung homogen, so
die makroskopische Geschwindigkeit wie auch Magnetfelder eine solche 2. Da die Schrödinger-Gleichung ähn.
entfällt die Abhängigkeit des A-Ope-
» und das magnetische Feld ® gleich Kopplunghervorrufen. lich wie die eigentliche Wellenglei-
rators von den Koordinaten # und 9.
Null. Ferner wird unendliche elektri- In der Darstellung der aus Ionen- chung gebaut ist und vielfach perio-
Daherist u = u (r, und
sche *Leitfähigkeit angenommen. schwingungen resultierenden e. W. dische, wellenförmige Lösungen ha‘ u + 2 du
Man erhält somit für die zeitliche geht man direkt von den linearisier- hat sich der Name auch auf die Psi- Aumgatr ar
100 10
Wellengruppe Wellenpaket

ala)
Die Lösung lautet in diesem Fall 2.eine schnelle magnetoakustische
Welle 5, und
3.eine langsame magnetoakustische
Welle $..
+ (1+ +)) ® Die Phasengeschwindigkeiten der ein-
zelnen Wellen sind:
und bedeutet eine vom Nullpunkt Welle A:
weggehende und eine in den Null- Zu -cor 0
punkt hineinlaufende Welle. Will man Welle S1:
eine einfache harmonische Welle dar-
stellen, die vom Nullpunkt ausgeht, ve 3 [ost + cat + a) b
so ist
Aı een + VEF ER)Kosten": co"@) Phasendiagramm Pu.ı,. = Vans (0). a) starkes Feld (e4? = 2.69),
dt
use . 5 Welle S.: ) schwaches Feid (C4° = Ye c,
Die Figuren and rotationssyrimeiriad tat Achse
Die Amplitude der Welle nimmt im 1
= ler te) - me und elektrische Raumladungen richter (z. B. Detektor) und Galvano-
Gegensatz zur Planwelle mit 1/r ab. auf. meter enthält, zeigt die Resonanz an.
Das entspricht der Vergrößerung der = VERFER Fer ac) Alfven-Wellen gehen infolgedessen Ist die Frequenz gegeben, so wird die
Wellenflächen (=) und der damit (es Schallgeschwindigkeit, € = > ca = bei hohen Frequenzen in elektroma- Resonanzlage durch Variation des
verbundenen Ausbreitung der in der gnetische Wellen über. Drehkondensators, evtl. auch Stufen-
Welle enthaltenen Energie proportio- Bot Kr, Siehe Wellen, elektromagnctische, umschaltung der Spule gesucht. Nach
nal zu [u P. Are Alfven-Geschwindigkeit, im Plasma. [34] den gefundenen Einstellungen in I
Schrödingersche W., s. Schrödinger- Wellenmechanik. Der Ausdruck ist im und € wird dann f bzw. A aus Tabel-
Gleichung.[7] @ Dichte). Alfven-Wellen und lang- wesentlichen gleichbedeutend mit dem len oder Diagrammen entnommen.
Wellengruppe, svw. *Wellenpaket. [7] same magnetoakustische Wellen Begriff *Quantenmechanik. Mitunter Eigentliche W. sind die für Wellen-
Wellenlänge % heißt der Abstand können sich senkrecht zum äußeren bezeichnet man wohl speziell die längen von eiwa 10m abwärts ge-
zweier aufeinanderfolgender Wellen- Magnetfeld nicht, ausbreiten (0 = Schrödingersche Fassung der Quan- bräuchlichen Einrichtungen, bei denen
täler oder -berge bzw. zweier Punkte 90°: Va = 0, V. 0). tenmechanik als W. Herleitung sich stehende Wellen mit Strom- bzw.
eines schwingenden Mediums, die sich Der Schwingungsvektor 5, der Mas- der Schrödinger-Gleichung als Spannungsknoten ausbilden, deren
im gleichen Schwingungszustand_ in sengeschwindigkeit der Alfven-Wel- Grundlage einer Mechanik, die durch Abstände voneinander unmittelbar
Richtung der Wellennormalen befin- le ist senkrecht zum äußeren Magnet- Wellenvorgänge dargestellt wird, legt gemessen werden durch Verschiebung
den. Der Phasenunterschied beträgt feld und ıransversal zur Ausbrei- diesen Namen nahe.[7] einer kleinen Anzeigeeinrichtung
demnach 2 x. tungsrichtung der Welle. Der Schwin- Wellenmesser. Zwischen der Ausbrei- (Sonde mit Detektor und Galvanome-
Die Beziehungen zwischen der W. A gungsvektor ® der Störung des Ma- tungsgeschwindigkeit der elektroma- ter) in der Ausbreitungsrichtung der
und den weiteren, die Welle bestim- Die Schwingungsvektoren 8. und 8. gnetischen Wellen im freien Raum Wellen. Der Knotenabstandentspricht
menden Größen lauten: der Massengeschwindigkeiten der (ce = 2,99793 - 10° m/s), der Wellen- einer halben Wellenlänge. Die von
schnellen und langsamen magneto- länge % und der Frequenz / besteht Lecher angegebene Einrichtung (Par-
akustischen Wellen stehen aufeinan- die einfache Beziehung c = A f. Man alleldrahtsystem mit reflektierender
(v Phasengeschwindigkeit, » Frequenz, der senkrecht und fallen stets in die kannalso aus der Frequenzleicht die Abschlußplatte) ist heute meistens er-
T_Schwingungsdauer, @ Kreisfre- vom Wellenvektor ? und dem Vek- Wellenlänge berechnen und umge- setzt durch ein entsprechendes kon-
quenz der W.[20] tor des äußeren Magnetfeldes 3 auf- kehrt. Dieser Sachverhalt hat dazu zentrisches Leitersystem (Meßleitung),
Wellenlänge, effektive, heißt man die: gespannte Ebene. Dabei ist der zwi. geführt, daß in der Funktechnik zwi- bei Zentimeterwellen durch Hohlrohr-
;e Wellenlänge einer homogenen schen Schwingungsrichtung 3. und schen den Begriffen Frequenzmesser leiter. Diese Apparaturen erlauben
Röntgen-Strahlung, die gegebener Ausbreitungsrichtung ! eingeschlosse-| und W.vielfach kein strenger Unter- bei sorgfältigem Aufbau eine Wellen-
Filterung dieselbe Schwächung ne Winkel eine Funktion des Ausbrei- schied gemacht wird. Die für Rund- längenbestimmung bis auf etw.
fährt wie heterogene Surahlunghin- funkwellen bis in das Gebiet der Me- Zehntausendstel ihres Betrages. [26]
sichtlich. ihrer Ionisationseigenschaf- ren Magnetfel terwellen hinein gebräuchlichen Ap- Wellennormalen heißen die zu den
ten. [28] len und langsamen magnetoakusti- parate sind *Frequenzmesser, die *Wellenflächen senkrechten Kurven.
Wellen, magnetohydrodynamische, schen Welle verbundenen Schwin. nach dem Resonanzprinzip arbeiten. Bei Kugelwellen sind die W. Radien,
im Plasma. Infolge einer Kopplung gungsvektoren 8, und %. des Ma. Sie enthalten eine stufenweise vari- bei ebenen Wellen parallele Geraden.
zwischen mechanischen und elektro- gneifeldes sind antiparallel able Selbstinduktion Z und eine stetig 120)
veränderbare Kapazität C (Drehkon-
magnetischen Kräften im *Plasma schwingen stets transversal zur Aus- densator). Ist bei der zu messenden Wellen, ortsfeste, 5. Lecwellen, sta-
sind_im Frequenzbereich unterhalb breitungsrichtung ? in der Ebene dı tionäre.
der *Zyklotronfrequenz @eı der posi- Schwingungsvektoren8, und 8. Welle A=22cyLC bzw. f=U Wellenpaket ist eine solche Überlage-
tiven Ionen drei neuartige Wellenty- Bei Frequenzen oberhalb w«ı kö (2 YLO), so führt der aus L und C rungvon Wellen aller möglichen Fre-
pen (m. W.) möglich: die Ionen des Plasmas wegen ihı usammengesetzte Schwingungskreis quenzen, daß praktisch nur in einem
1. Eine Alfven-Welle A (frühere Be- zu großen Trägheit keine Schwingun- n wesentlich höheren Strom als kleinen Raumgebiet AG eine große
zeichnungsweise: magnetohydrody- gen mehr ausführen. Gleichzeitig tr bei anderen Frequenzen. Ein lose an- Amplitude als Summe aller Wellen
namische Welle), ten dielektrische Verschiebungsströ. gekoppelter Anzeigekreis, der Gleich- ‘vorhandenist. Außerhalb des Gebiets
102 103
Wellenquantelung Wellenwiderstand
ist die Intensität des Wellenvorgangs Alter der Welt. Wird durch eine Mes-
praktisch Null. Ein allgemeiner ma- sung ein Elektroninnerhalb derselbe: Wellenstrahlen Frequenz Wellenlänge
thematischer Satz besagt, daß durch Anfangsbreite. festgestellt, so ist di
geeignete Überlagerung von Partial- entsprechende Zeit sehr viel kürzer.
wellen jede beliebige Gestalt eines Berücksichtigt man aber, daß selbs:
Wellenpaketes erzielt werden kann. ein sehr »langsames« Elektron, mit A Su
(mitte
Aumgegkeneft) kurz
1586 SEE
+10 bis 3:
3-10 bis3.17
is 104
1Mbis10 10 km.
Ein W.ist u. U. nicht überlängere dem manbei Zimmertemperaturno Pf) |ulrakurz 3-10 6is3:1% 10 bis1e bis
Zeiten beständig, sondern »zerfließte. experimentieren kann, eine (gerich- Radiowellen (gedämpft)
3-10 bis 1,5-10% 10 bis2- 10+
bis 4. 10% bis8- 10%
0,08 mm
Damit ist gemeint, daß infolge ver- tete) Geschwindigkeit von Y/ıo Licht. Licht
schiedener Ausbreitungsgeschwindig- geschwindigkeit haben muß (thermi- infrarot 2100 Bis4-10M 14-101 6i57,5: 10°) 1,4mm
keiten der Partialwellen die Überla- sche, ungeordnete Geschwindigkeit (im weiteren (sichtbar 4-10bis 7.104 7,5: 10%bisd 10° |bis
gerung, wie sie zu einem bestimmten bei Zimmertemperatur bereits oo) Sinn) ultraviolett 7 104 bis 107 4°1046is3.107 Janm
Zeitpunkt im Raumgebiet AG vorlag, Lichtgeschwindigkeit) und somii (extrem weich 10% bis 101% 3:108bis3 10% \
sich verändert. Damit verändert sich Streckenvon 1m in 3: 10° zurück- Rönigen- [weich 101% bis 5 + 10% 3.104bis6.10* |300.nm
natürlich auch die Form des W. auf Röntgen mittel 5.10% bis 3.100 6: 10-bis 10+ bis
seinem Weg durch den Raum. Es be- hart. 3: 10% bis 10% 10 bis 3. 10% 1m
extrem hart 10° 104 3. 10Bis 6- 10%
deckt größere Bereiche und schließ- »Strahlen 8: 107 bis 4-10 4+10*bis 7. 1048
lich ist nichts mehr von ihm zu be-
merken. Zerfließen der W. absehen. Die Ver- Teilchen der Korpuskularstrahlen
Das W.ist wesentlich für das Ver- hältnisse werden aber anders, wei sich mit steigender Energie zwar der
ständnis des *Dualismus von Welle man ein Elektron in Atomabmessun- Lichtgeschwindigkeit immer mehr an-
und Teilchen, der für Gebilde des nähern, sie jedoch nie erreichen.
Mikrokosmos’ eigentümlich ist. Da- 2. Die der W. zugeordneten Korpus- , thermische, sw. second
nach muß ein Elementargebilde sich Das heißt, ein solches Elektron, d: keln, die “Photonen, haben die Ruh- sound, s. Helium II. [16]
sowohl im *Wellenbild wie im *Teil- durch eii masse Null, während die Korpuskeln Wellenwiderstand. a) In der Sn
henbild darstellen lassen. Für das gen von der Größe des Atomdurch- der Korpuskularstrahlen von mungslehre: der Anteil des St
Teilchen ist die Konzentration auf messers lokalisiert wäre, kann nicht Null verschiedene Ruhmasse besitzen mungswiderstands, der durch den
engem Raum charakteristisch. Dem längs folgt
einer noch so kurzen Bahn ver-
werden. Im Teilchenbild drückt
(Ausnahmen: die 4_ verschiedenen Energieverzehr von Oberflächenwel-
entspricht dann im Wellenbild stets sich diese Tatsache Neutrinos); Masse dagegen haben len und Verdichtungsstößen entsteht.
ein W. Im Falle endlicher Ruhmasse ungenaudefinierten Impuls in einem extrem. natürlich beide nach Maßgabe ihrer Die erste Art des W. spielt eine be-
wird es aus Materiewellen aufgebaut. aus. gesamten Energie. deutende Rolle bei Schiffen. In den
Lt. Bez.
Wenn nach einiger Zeit die Dauer Weilenpaket math. Darstellung der) Zu der W. gehören, nach steigender schwingenden Wasserteilchen der
hängt von dem darzustellenden Ele- Atombau un B. Sommerfeld, A.: Frequenz bzw. abnehmender Wellen- Schiffswellen wird Energie zurückge-
mentargebilde ab — das W.zerfließt, Braunschweig 1951. länge geordnet, die gruppal, die in lassen, die vom Schiff aufgebracht
so ist dies im Wellenbild der Aus- d. theor. Physik, Bd. Il. Berli der Tabelle festgehalten sind. werden muß und sich dort als
druck für die Unbestimmtheit des Bez. der phys. Bedeutung der Wellen“ Die Abgrenzungder W., die in Wirk- stand äußert. Nach den Ähnlichkeits-
Impulses, die im Teilchenbild gilt pakete: Heisenberg, W.: Die physikali- lichkeit ein kontinuierl gesetzen (s. Ähnlichkeitstheorie) ist
6. Unbestimmtheitsbeziehung). Die schen Prinzipien der Quantenmechanik. den, in die Gruppen Radiowellen (5. die Verhältnisgröße W. nur eine
nachstehende Tabelle gibt eine Vor- Stuttgart 1949. [7] Wellen, elektrische), Licht (beides in Funktion der Froude-Zahl(s. Kenn-
stellung von der Abhängigkeit der Wellenquantelung, svw. *Quante- weiterem Sinn), *Röntgen-Strahlen zahlen):
Beständigkeit eines W. von den äuße- lung, zweite. [7] und *y-Strahlen erfolgt nach den Er- w
ren Bedingungen. In derletzten Spal- Wellenstrahlung, zusammenfassend zeugungs-, Messungs- und Untersu- wer En: Fr= el
te ist die Zeit angegeben, die ver- Benennung der Vorgänge,welche vo: hungsmethoden, welche in den ein-
streicht, bis sich das W. von 4G auf Wellenstandpunktaus als elektroma-) zelnen Gebieten sehr verschiedenartig (W Wellenwiderstand; ‚g Dichte des
einen Raum von der doppelten Li- ische Wellen betrachtet werde: sind. Bezeichnet man ein Wellenlän- Wassers; w Schiffsgeschwindigkeit; 1
nearausdehnungverbreitert hat (Zer- issen, daneben aber auch eine kor-) gen- bzw. Frequenzverhältnis 1:2 Schiffslänge; & Erdbeschleunigung).
Nießzeit)., puskulare Seite haben (s. Dualismus) wie in der Akustik als eine Oktave, so In tiefem Wasser, in dem die Wellen-
von Welle und Teilchen). Die W. umfassen die Radiowellen etwa 27 geschwindigkeit von der "Wellenlänge
Masse Anfangszernieß- unterscheidet sich damit nicht mehr Oktaven, die Lichtstrahlen im weite- abhängt (. Oberflächenwellen), ist
Teilchen breite ren Sinn (einschließlich Infrarot und der W. am kleinsten, wenn die Wel-
von ds zeit so grundsätzlich von den *Korpusku-
larstrahlen, wie man früher glaubte, Ultraviolett) etwa 18 Oktaven, wovon lenlänge in einem bestimmten Ver-
Makroskopi- wo diese beiden Begrifie konträ auf das sichtbare Licht nur schwach hältnis zur Schiffslänge steht. In seich-
sches Teilchen 1 dem Sc10ra Gegensätze bedeuteten. eine Oktave entfällt, und die Rönt- tem Wasser, in dem die Wellenge-
2 cm 2:10*5 Immerhin kann man auch heute nı gen-Strahlen 32 Oktaven. Diese drei schwindigkeit unabhängig von der
Elektron 9-10 {10aI6i0s eine klare Unterscheidung zwische Gebiete überschneiden sich jedoch Wellenlänge ist (s. Analogien für
Man sieht, daß für makroskopische W. und Korpuskularstrahlen treff
beträchtlich, so daß der Gesamtbe- Strömungen, dort Wasseranalogie),
Massen und makroskopische An- durch folgende Feststellungen:
reich der bekannten W. nicht die zeigt der W. ein ausgesprochenes
fangsbreiten eine Beständigkeit vor- 1. Jede W. hat im Vakuumdie genaı
Summe der obigen Zahlen, sondern Maximum, wenndie Schiffsgeschwin-
handenist, die viel größer ist als das Lichtgeschwindigkeit, während die wa 67 Oktaven ausmacht, Die y- digkeit gleich der Wellengeschwindig-
Strahlen fallen mit ihren 12 Oktaven keitist.
104 105
Wellenzahl Weltall
b) In der Gasdynamik wird der W. Dabeibedeuten E und H die elektri- wiesen, daß das Einsteinsche Welt- sind der Urtyp der Vierervektoren;
behandelt, der durch *Verdichtungs- sche und magnetische Feldstärke einer modell theoretisch instabil ist und aus ihnen lassen sich alle weiteren
stöße (s. Kopfwelle, Schwanzwelle) elektrischen Welle, xo und eo die Per- Friedman und Lemaitre haben ge- entwickeln.
entsteht. Seine thermodynamische meabilität bzw. Dielektrizitätskon- zeigt, daß aus denselben Einstein- Lır. Heckmann, O.: Theorien der Kos-
Ursache ist die *Drosselung bzw. stante des Vakuums. Der Zusam- schen Feldgleichungen ebensogut eine mologie. Berlin 1942. - Sitter, W. de:
Entropievermehrung im Verdi menhang mit dem elektrischen W.ist Fülle anderer, nichtstatischer Welt- Proc. Akad. Amsterdam 20, 1309 (1918).
tungsstoß. Die gedrosselten Gast leicht ersichtlich, wenn man bedenkt, modelle als möglich erwiesen werden -193.Weyl, H.: Raum, Zeit, Materie. Berlin
[4]
chen haben, wenn sie wieder auf den daß die Induktivität Z der Permeabi- können. Das ist insofern befriedigend, Weltäther, s. Äther.
ungestörten Druck gekommen sind, lität 4 und die Kapazität C der Di- als die Tatsache der Nebelflucht (.
eine kleinere Geschwindigkeit als in elektrizitätskonstante e proportional Spiralnebel) im Widerspruch zu je- Weltall, Gesamtheit aller Naturer-
der Zuströmung. Das Integral über ist. [2, 11] dem statischen Weltmodell steht; es scheinungen, deren Existenz sich di-
die entsprechenden Impulsverluste (s. Wellenzahlist der Kehrwert der Wel- läßt aber andererseits die Entschei- rekt oder indirekt nachweisen läßt
Impulssatz der Strömungslehre) ergibt lenlänge, also die Anzahl ganzer Wel- dung zwischen vielen möglichen Mo- oder deren Vorhandensein sich be-
den W. len, die auf die Längeneinheit, meist dellen auf Grund der bis heute ge- gründet vermuten läßt.
Außer dem W.gibt es den *Druck- auf Icm, geht. Die W.wird deswe- wonnenen astronomischen Erfahrung Während noch bis ins 19. Jahrhun-
'widerstand, _*Schubwiderstand und gen oft lieber als die Wellenlänge) als hoffnungslos erscheinen. dert der Gedanke des unendlichen,
induzierten *Wid benutzt, weil sie der Frequenz nicht‘ 2. De Sittersche W., ein nichtstati- allseitig gleichmäßig mit *Sternen er-
©) In der Elekt umgekehrt, sondern direkt propor- sches Weltmodell positiver und räum- füllten Raumes als einzig denkbare
elektrische Welle längs einer Doppel- tionalist. [1] lich konstanter sphärischer Raum- Vorstellung vom W.galt, stieß man
leitung, etwa einer Paralleldrahtlei Welle-Tellchen-Dualismus, 5. Dua- krümmung, bei welchem aber trotz in der zweiten Hälfte des 19, Jahr-
tung oder einer konzentrischen Lei lismus von Welle und Teilchen. der Endlichkeit des Weltraums der hunderts bei Durchrechnung der sich
tung, bestehend aus einem Innen- Welligkeit eines gleichgerichteter Kegel der passiven Vergangenheit (s. aus solchen Vorstellungen ergeben-
und Außenleiter, übertragen, so ist Stromes (Mischstromes) ist das Ver- a. beschränkter *Kausalzusammen- den Folgerungen auf Widersprüche.
das Verhältnis ‘von Spannung zu hältnis des quadratischen Mittelwer- hang der physikalischen Welt) sich Ein unendlicher, im Mittel gleich
Strom an jedem Punkt der Leitung tes des dem Gleichstrom überlager- nicht unendlich oft selbst überschlägt Big mit Materie erfüllter Raum,des.
zeitlich konstant und heißt W. Z. Für ten Wechselstromes zum Gl wie in der Einsteinschen Welt, so daß sen mittlere Massendichte nirgends
eine verlustfreie Doppelleitung gilt strom. nach einem Wort von H. Weyl die ganz verschwindet und in dem das
Z= yLIC,
Die W. eines Wechselstromes, auch! Gespenster des Längstvergangenen Newtonsche *Gravitationsgesetz un-
Oberwelligkeit genannt, bezeichnet nicht unter uns umgehen. Die kos- veränderlich gilt, würde dazu führen,
wobei L die Induktivität und C die den Oberschwingungsgehalt (Klirr- mischen Massenstreben in ihr aber daß auf jeden Massenpunktvollstän-
Kapazität je Längeneinheit bedeuten. faktor). Der Oberschwingungsgehalt| einem fernen Weltbereich asympto- dig unbestimmbare Kräfte wirken (H.
Bezüglich des allgemeineren Aus- ist das Verhältnis des Effektivwertes tisch zu. v. Seeliger; Näheres s. Weltmodeil).
drucks für Z bei verlustbehafteten sämtlicher Oberschwingungen zum 3. Vierdimensionale W. von Raum Desgleichen müßte, wie Zöllner fest-
Leitungen s. Leitungsgleichungen. vollen Effektivwert. undZeit. Wenn man einmalder vier- stellte, die Helligkeit des Nachthim-
Schließt man eine Doppelleitung end- dimensionalen Darstellung der phy- mels durch Aufsummierung unend-
licher Länge mit dem W.ab, so ver- mittel (Drosseln, Kondensatoren)) sikalischen Abläufe in *Raum und lich vieler, wenn auch unendlich oder
hält sie sich wie eine Leitung unend- vermindert werden. W. (meßtech- Zeit zugestimmthat, so wie sie unter nahezu unendlich schwacher Licht-
licher Länge: Es tritt keine Reflexion nisch), s. Oberflächengestalt. [27] diesem Stichwort kritisch dargestellt quellen die des Vollmondes erreichen.
ein, die Welle wird vollständig ver- Welt, 1. Einsteinsche W. Als solche) wurde, so bedeutet offenbar ein Dabeide Folgerungen aus einem un-
schluckt. Dasselbe gilt für das Ver- wird meist ein vierdimensionales sta- »Weltpunkt« ein Punktereignis, d. h. endlichen W. gleichförmiger mittle-
hältnis von Spannung und Strom bei tisches Gedankenmodell der physi die Aussage, daß dasselbe zu einem rer Materiedichte nicht erfüllt sind,
Vierpolketten, das ebenfalls W. heißt. kalischen Erscheinungswelt in Raus bestimmten Zeitpunkt in dem betr. muß das W. notwendig eine andere
Näheres hierübers. Kettenleiter. und Zeit (*Weltall) bezeichnet, Raumpunktstattgefunden habe. Die Struktur haben.
Eine entsprechende Bedeutung hat dem man, von der Hypothese ein Anwesenheit etwa eines Substanz- Nachdem durch Gauß, Lobatschew-
der W. freier ebener elektromagneti- punkts im Lauf der kontinuierlichen ski), Riemann die mathematische
scher Wellen. Er ist definiert als das Folge von Zeitpunkten in einer ein- Gleichberechtigung nichteuklidischer
Verhältnis der elektrischen zur ma- aus den Feldgleichungen der allge. dimensionalen kontinuierlichen Folge Geometrien und damit auch von
gnetischen Feldstärke, und zwar gilt meinen *Relativitätstheorie auf ein von Raumpunkten erscheint im Zu- Räumen nichteuklidischer Struktur
konstant sphärisch gekrümmte W. sammenhangals seine *Weltlinie. Die bewiesen war, machte erstmals die
z-yer M
wobei ir die relative Permeabilität,
schließt, d.h. auf einen di
sionalen Weltraum, der ähnlich einer
zweidimensionalen Kugeloberfläch
Weltlinien einer Gesamtheit zusam- Relativitätstheorie von der Möglich-
menhängender _Flüssigkeitsteilchen keit Gebrauch, das W. als nichteukli-
füllen in dieser Darstellung eine dischen Raum darzustellen. Sie be-
er die relative Dielektrizitätskonstan- zwar unabgeschlossen, aber von end- Weltröhre aus, usw. nutzte einen endlichen, sphärischen
te ist. Z hat dann die Einheit Q, und licher Ausdehnung ist. Der so; Wie im Abschnitt. *Vierervektoren Raum. Wesentlich ist dabei, daß die
zwar erhält man mit den Werten für *Weltradius, eine anschaulich nich ausgeführt, lassen sich auf die Koor- Struktur des Raumes mit der Mate-
die absolute Permeabilität 4 und ab- vorstellbare Rechengröße, wird ‚inatenachsen der Raum-Zeit-Welt rialverteilung verknüpft ist. Das Vo-
solute Dielektrizitätskonstante eo für der mittleren Massendichte im Welt auch geeignete Weltvektoren bezie- lumen des W. läßt sich berechnen,
das Vakuum all in Verbindung gebracht und_grö- hen, welche z.B. von einem belie- und zwarist das Volumen V = a? R3
Benordnungsmäßig zu etwa 10” bigen Ursprung ausgehend, den Welt- R *Weltradius).
Zo = EIH = Vüoleo = 376,10. berechnet. Eddington hat aber ort bezeichnen. Diese Weltvektoren Die Entdeckung der Rotversciebung
106 107
Weltkörper Weltsystem
in den Spektren der Spiralnebel geführt ist, entsteht bei einer in ihr ein Milchstraßensystem als System 4. kann die Beobachtung allein ent-
te, daß auch ein endlicher, sph; vorgenommenen Darstellung der Ordnung; Milchstraßensysteme ein scheiden, sie scheint zugunsten einer
scher Raum mit der Beobachtung Punktbewegung aus der kontinuier- System 5. Ordnung; mehrere solche z. Z. expandierenden Welt zu spre-
nicht vereinbar ist, wenn er als sta- lichen Folge von Punktlagen wäh- Systeme eines 6. Ordnung usw. Da- chen, doch ist bei dem heute vorlie-
tisch betrachtet wird. Er muß expan- rend einer kontinuierlichen Folge von‘ bei sollen die Abstände zwischen den genden Material noch keine Aussage
dieren. Unter den verschiedenen, Zeitpunkten die W. der Bewegung. einzelnen Systemen entsprechend den möglich. Verschiedene moderne
rein theoretisch darstellbaren *Welt- Da nach der Relativitätstheorie vom. Ordnungen anwachsen, so daß zwi- Astrophysiker (Hubble, Zwicky) las-
modellen ist heute nach demjenigen Standpunkt jedes physikalisch sinn- schen Systemen 6. oder 7. Ordnung sen die Möglichkeit statischer Lö-
zu suchen, das den Beobachtungen vollen Bezugssystems aus ein Massen- schon ungeheure leere Räumeliegen sungen klassischer Form nicht außer
am besten gerecht wird bzw. dessen punkt sich niemals mit Überlichtge- und für Systeme noch höherer Ord- acht.
Folgerungen von der Beobachtung schwindigkeit bewegen kann, muß, nung Zwischenräume erscheinen, die Lrr. Heckmann, O.: ‚Theorien der Kos-
am, besten bestätigt werden. Leider jede W. einer reellen Massenpunkt- in der Praxis einer Unendlichkeit na- mologie. Berlin 194; 15]
sind die Beobachtungsunterlagen bewegung zeitartig sein, d. h., jedes hekommen. Unter diesen Umständen Weltort, s. Welt.
heute bei weitem noch nicht ausrei- Linienelement derselben muß ganz steht einer Materieerfülltheit des Weltpunkt, s. Welt.
hend, um eindeutige Entscheidungen innerhalb des Nachkegels jeder frü-, Raumes bis in die Unendlichkeit in Weltradius heißt die unanschauliche
zu treffen. scheint, als sei ein end- her eingenommenen Punktlage lie- Form von Systemen beliebig hoher Rechengröße, welche bei sphärisch
liches, sphärisches, expandierendes gen. ($. Kausalzusammenhang, be- Ordnung nichts im Wege; die Ge- gekrümmten dreidimensionalem
W. relativistischer Prägungheute das schränkter, der physikalischen Welt.)) samtmasse strebt allerdings einem ‚Raum die Größenordnung der Strek-
währscheinlichste (s. a. Energieeffekt, [4] Grenzwert zu, der nicht unendlich ist ke angibt, nach welcher eine Gerade
Verdünnungseffekt, Spiralnebel, Ga- Weltmodell ist ein allein rechnerisch und die oben geschilderte Anarchie (richtiger gesagt eine Geradeste, s.
laxie). abgeleiteter Vorschlag, wie die Struk- der Krüfte unmöglich macht. Dieses Krümmung des dreidimensionalen
Diese modernen Vorstellungen vom tur des *Weltalls zu denken wäre. J Charliersche W. wird in der Praxis Raums) in sich selbst zurückkehrt.
W. bringen auch für das geistige mach der Grundlage, von der di allerdings als leer zu bezeichnen sei Da unser Anschauungsraum eukli-
Weltbild unserer Zeit entscheidende Rechnung ausgeht (Newtonsche Me- Von Bewegungender Systemenied« disch ist und ein nichteuklidischer
neue Gesichtspunkte. In einem ge- chanik, allgemeine Relativitätstheo- rer Ordnung abgesehen,ist die Chaı Raum nicht anschaulich. vorstellbar
krümmten Raum hat jede Bewegung, rie), kommen die verschiedensten W. liersche Welt statisch. ist, läßt sich der Sinn dieser Größe
sei es materieller oder energetischer zustande. Der Vergleich mit der Be- Unter der Voraussetzung nichteukli nur durch zweidimensionale Analo
Art, entlang der Raumkrümmung zu obachtung hat dann zu erweisen, discher Raumstruktur lassen sich je gie begreifen, so wie das im Ab-
erfolgen; eine sphärische Welt mit welches Modell der Erfahrung am) nach der gewählten Ausgangsstellung schnitt *Krümmung des dreidimen-
endlichem Krümmungsradius, die besten entspricht. die verschiedensten W. berechnen. sionalen Raums dargestellt ist. Dort
allseits in sich selbst zurückläuft, mußDas Modell einer gleichförmigen) Nach der allgemeinen Relativitäts- ist auch gezeigt, daß und inwiefern
also zu der zwingenden Folgerung euklidischen Welt (s. Geometrie, theorie als Ausgangsbasis ergeben die Nichtanschaulichkeit mit der
führen, daß jegliche physikalische euklidische) unendlicher Ausdehnu: sich Modelle, die sich in ihrem Nicht-Modellfähigkeit eines räumli-
Wechselwirkung, die entlang der und gleichförmiger mittlerer Massen. lichen Ablauf verschieden verhalten hen Gebildes nichteuklidischer Geo-
Raumkrümmung verläuft, den endli- dichte bei voller Gültigkeit des New- (Näheres s. Welt, Einsteinsche; Welt, metrie zusammenhängt. [4]
chen Bereich des W. nicht verlassen tonschen Gravitationsgeseizes füh de Sittersche; Zylinderwelt). Die ex- Weltraum heißt der leere Raum jen-
kann, daß aber auch von außen kei- zu der Folgerung vollständig unbe- iremsten sind: Kontraktion aus ur- seits der äußersten Grenzen der
nerlei physikalische Wechselwirkung stimmter Kräftewirkung auf die ein- sprünglich unendlicher Verdünnung schen Atmosphäre. Die frühere An-
an das in sich geschlossene W. her- zelnen Massenpunkte, da zwar di auf eine sphärisch gekrümmte Mini- schauungeines leeren W. ist zugun-
angeführt werden kann. Die Mög- Gravitation im Quadrat der Entfer. malgröße, danach Umkehr und Ex- sten eines überall materieerfüllten W.
lichkeit, daß neben unserem W. noch nung abnimmt, die Gesamtmasse abeı pansion zum Ausgangszustand. Der (wenn auch z. T. in sehr verdünnter
weitere Welten existieren, muß völlig bei gleichförmiger Materieverteilus Gegensatz dazu ist: Expansion aus Form) zurückgetreten (s. a. Weltall
offengelassen werden aus der Er- in derdritten Potenz der Entfernu: dem Nichts bis zur Maximalgröße, und Materie, interstellare). [5]
kenntnis heraus, daß eine Verbindung zunimmt. Dies muß zwangsläufig Übergang zu Kontraktion und Weltraumstrahlung, volkstümliche
mit einer weiteren Welt uns kraft un- einem Überwiegen der Wirkung d schließlich völliger Zusammensturz. Bezeichnung für die kosmische
serer Bindung an die dritte Dimen- weitentfernten über die näheren Mi Nicht stabil ist ein konstantes Modell *Strahlung. [3]
sion und der Krümmung des Raums sen und bei Annahme unendli ohne Expansion oder Kontraktion; Weltröhre, s. Welt.
prinzipiell unmöglich ist. Raumausdehnung zu völ es muß sofort in ein expandierendes Weltsystem heißt ein geometrisches
Lit. Vogt: Der Bau des Weltalls. Stutt- stimmbaren Kräftewirkungen führe: oder kontrahierendes übergehen. System, das auf Grundeines gewähl-
gart 1949. - Weizsäcker, C. F. v.: Die Diese Schwierigkeit wird bei Zu. Als Zwischenwerte seien genannt: ten Bezugspunktes geomeirisch die
Gegechichte der Natur, Göttingen 1954. grundelegung eines Systems der hö; Übergang von statischer Ruhe zu völ- Bewegungen der Himmelskörper un-
liger Verdünnung, Expansion aus seres Sonnensystems erklärt.
Weltkörper ist jeder im freien Raum heren Ordnung vermieden, wie esü
dem Ausgangszustand Null (Welt- Es gibt drei verschiedene W., die als
bewegte Körper, der ein gewisses Vo- 18. Jahrhundert schon Lambert vor: punkt) zu Expansion und völliger Grundlage der jeweiligen Planeten-
lumen einnimmt, Masse besitzt und Verdünnung, und Expansion aus dem theorie verwendet wurden:
den Gesetzen der Himmelsmechanik Zustand Null mit abnehmender Ex- a) Das geozentrische oder ptolemäi-
unterworfen ist. [5] pansionsgeschwindigkeit, die sich sche System, das in Altertum und
Weltlinie. Wie in dem Abschnitt vier- etwa einen Sternhaufen 2. Ordnu asymptotisch völliger Statik nähert. . Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert
dimensionale Welt von Raum und Sternhaufen zusammen ein System Die genannten Modelle sind nicht die allgemein verwendet wurde. Es stellt
Zeit (s. Welt, Abschn. 3) näher aus- Ordnung (Sternwolke); Sternwoll einzigen. Welches verwirklicht ist, die Erde in den Mittelpunkt. Eudo-
108 109
Weltvektoren Weston-Element
xos von Knidos war der erste, der ‚der W.ist es deshalb wichtig, die eit wird entweder von der Industrie, in
es konsequent durchrechnete und Ab- zelnen Eigenschaften nicht nur lau- eigenen Laboratorien oder Material-
weichungen zwischen Rechnung und fend zu prüfen und gegebenenfalls zu prüfungsanstalten, oder von den
Beobachtung durch Einführung ex- überwachen, sondern auch durch Auf- staatlichen Materialprüfungsanstalten
zentrischer Kreise usw. ausglich. Pto- stellung von Normen Grenzen festzu- durchgeführt. Der deutsche Verband
lemäus hat cs in seinem umfassenden legen, innerhalb deren diese bei be- für Materialprüfung (DVM) hat auf
Werk (Megiste syntaxis«, arabische stimmten Prüfmethoden liegen müs- breiter Grundlage die Voraussetzun-
Verballhornung >Almagest) einge- gen für eine systematische W. über-
yo ‚gerzonelle und überliefert (s. nommen. .
den nach unterschiedlichen Prüfver- Für die Normung der Prüfverfahren
fahren untersucht und man kann z. wurde der Fachnormenausschuß Ma-
Jopier B. folgende Einteilung vornehmen: terialprüfung (FNM) im deutschen
Hers. 1. Bestimmungdes Festigkeitsverhal Normenausschuß (DNA) gebildet.
tens durch mechanisch-technologi- Von ihm werden die einzelnen Prüf-
sche Verfahren, wie Prüfung der normenausgearbeitet. [15]
elastischen und” plastischen Eigen- Werschok, eine in der UdSSR ge-
schaften bei einsinniger und wech- bräuchliche Längeneinheit.
selnder Beanspruchung, Aufstellung Definition:
Abb. 2. Kopernikanisches System von *Kriechkurven, Prüfung der 1
Oberflächeneigenschaften (z. B. *Här- 1 werschok = 7, arschin.
die dann von Newton ausgebildet te, Verschleißwiderstand), Untersu-
wurde(s. Abb.2). [5] hung des Formänderungswiderstan- Umrechnung:
Wi ren, s. Vierervektoren und des und der Verformungsfähigkeit (z. 1 werschok = 4,4450 cm.[13]
Welt, B. Tiefziehen, Drücken, Pressen) und Werst, eine in der UdSSR gebräuch-
Weltzeit, s. Zeit. der spanabhebenden Verformung (z. liche Längeneinheit.
B. Drehen, Fräsen, Hobeln, Schlei- Definitioı
liefert ein seitenverkehrtes oder hö- fen) sowie des Löt- und Schweißver- 1 werst = 500 saschen.
henverkehrtes Bild, je nachdem ob haltens. Umrechnung:
Abb. 1. Ptolemäisches System seine Flächennormale horizontal oder 2. Bestimmung der physikalischen 1 werst = 1,006 800 km. [13]
vertikal liegt. Beim Übergang von der Eigenschaften, wie Dichte, spezifische Wertigkeit, svw. *Valenz. [1]
b) Das ägyptische oder tychonische ersten zu der zweiten Lage, also bei Wärmekapazität, Wärmeleitfähigkeit, Weston-Element(Cadmium-Element)
System,das angeblich von den Agyp- einer Drehung um 90°, wird das sei- thermisches Verhalten (z. B. *Expan- ist das gebräuchlichste *Normalele-
tern schonverwendet worden sein soll tenverkehrte Bild seitenrichtig und, sion bzw. *Kontraktion), elektrische mentin der elektrischen Meßtechnik
und von Tycho Brahe, allerdings er- das höhenrichtige Bild höhenverkehrt;, Leitfähigkeit, magnetische Suszepti- und international als Normal für die
folglos, verfochten wurde, Es ist die Bilder werden demnach um 180° t, optisches Verhalten. Spannungseinheit eingeführt. _Der
ebenfalls geozentrisch und stellt die gedreht. Noch deutlicher wird die 3. Metallographische Untersuchun- Aufbau ist meistens H-förmig, (5.
Erde in den Mittelpunkt der Welt, Erscheinung, wenn man durch ein, gen zur Bestimmung der strukturel- Abb.). Das Quecksilber, der positive
läßt aber die Planeten um die Sonne rechtwinkliges *Prisma parallel zur) len Eigenschaften, wie *Kristallbau,
kreisen, die ihrerseits um die Erde Hypotenuse hindurchsieht, weil ein Gefügebau, *Ausscheidungen, *Aus- Pol, ist mit einem Gemisch von Mer-
kurosulfat (Hg:SO,) und Cadmi
läuft, solches Prismastreng geradsichtig ist, härtungen, *Umwandlungen. sulfathydrat-Kristallen bedeckt. Die
©) Das kopernikanische oder helio- Es liefert bei der Drehung um die 4. Bestimmungder chemischen Eigen- se Schicht wirkt als Depolarisator.
zentrische System, das die Sonne in Blickrichtung Bilder, die sich mit der‘ schaften, wie Zusammensetzung (che-
den Mittelpunkt stellt und die Planc- doppelten Geschwindigkeit des Pris. mische Analyse, Spektralanalyse)
ten einschließlich der Erde um die mas drehen. Gegenstand und Bild lie- und Korrosionsverhalten.
Sonnelaufen läßt. Es wurde im Al- gen stets symmetrisch zur Spiegel- 5. Bestimmung von inneren *Span-
tertum schon von Aristarch von Sa- fläche. In gleicher Weise wirken auch nungen und Werkstoffehlern (Risse,
mos_verfochten, ohne daß es sich andere geradsichtige Prismen, die Lunker, Inhomogenitäten) entweder
durchsetzen konnte, Kopernikus ar- durch zerstörungsfreie Prüfungen mit
beitete sein Leben lang an seinem isen. S. a. Prisma.[18] Röntgen- und Gammastrahlen, mit
dieses System darstellenden Werk inge oder Wendezwillinge, magnetischen, Ultraschall- und Wir-
(De revolutionibus orbium coelesti- s. Kristallzwillinge. belstromverfahren, oder durch Zer-
cum), das erst 1543, in seinem To- Werkstoffprüfung. Die W. hat das störung des Werkstückes (z. B. opti-
desjahr, erschien. Das System des Ziel, die Werkstoffe auf ihre Eignung) sche Untersuchungen).
Kopernikus blieb allerdings, wie die für die verschiedensten Verwendungs-, 6. Schadensuntersuchungen. Hier
vorausgegangenen, formal geome- zwecke zu untersuchen. Neben den werden die Ursachen für das Versa-
trisch; erst die *Keplerschen Geset- *Festigkeitseigenschaften spielen die’ gen des Werkstückes ermittelt. Da-
ze der Planetenbewegung brachten für die Verarbeitung maßgebenden bei müssen jedoch neben den Werk- Der Elektrolyt muß vollig alkalifrei
Übereinstimmung der Beobachtung technologischen Eigenschaften sowie) stückproben auch Angaben über die sein; ebenso muß für das Gefäß eine
mit der Rechnung und lieferten die die physikalischen und chemischen Betriebsbedingungen und die Gestalt Glassorte gewählt werden,die kein
Grundlage der *Himmelsmechanik, Eigenschaften eine große Rolle. In des Werkstückes vorliegen. Die W. Alkali abgibt. Das W.-E. darf nicht
110 11
West-Ost-Effekt Wetterprognose
belastet werden. Die Spannung der sen« physikalische Eigenschaften mit A oder T andeutet, welchen Ur- Sicht) den Warmsektor der Zyklone
Zelle ist international festgelegt (Temperatur, Feuchtigkeit, Staubge- sprungs die Luftmasse ist. So soll z. an der Polarfront, erscheint stets als
(Washington 1910) zu halt, Sicht usw.) haben, die sie von B. mGu bedeuten: maritime Luft der Warmluft, die im Winter + 10° bis
E = 1,018300 — 4,06 - 10°° (£ = 20) = den entsprechenden der Nachbarge-
biete deutlich unterscheiden. Diese gemäßigten Breiten, Quellgebiet im +12 °C erreichen kann.
— 0,95 + 10° (# — 209° +
uftmassen, wegen ihrer Bedeutung, nördlichen Atlantik oder Kanada, Aquatorialluft (E). Luft der Passate
+ 10% (t — 20)? in mGr hingegen: Quellgebiet südliches und Monsune,die, den Aquator über-
das aktive Wettergeschehen als Nordatlantikgebiet.
Physikalisch werden die Luftmassen schreitend, polwärts strömt und nur
wobei ? die Temperatur des Elemen- W. bezeichnet, erstrecken sich hori-
charakterisiert durch gewisse Merk- in hohen Schichten die gemäßigten
tes in °C bedeutet. [25]
West-Ost-Effekt, s. Ost-West-Effekt. zontal gelegentlich über Tausende
Breiten erreicht. Nach Schinze nurim
Wetter, Inbegriff der an einem be- von Kilometern, vertikal allerdings
ur in geringe Höhe,selten bis an die male, die im großen und ganzen er- obersten Teil sommerlicher Antizy-
halten bleiben (invariante oder kon- klonen feststellbar.
stimmten Ort zu einer bestimmten Grenze der Troposphäre oder di seryative Eigenschaften). Solche sind Lit. Chromow,$. P.: Einf. in die synop-
Zeit zu beobachtenden Wetterele- über hinaus. Sie wandern, von der z.B. die potentielle *Aquivalenttem- tische Wetteranalyse. Wien 1940. [6]
mente. Die wichtigsten unter diesen allgemeinen Strömung getrieben,
sind: Luftdruck, Lufttemperatur in über die Erdoberfläche hinweg oder peratur, Sicht, spez. Feuchte, der Wetterprognose. Es ist Aufgabe der
Dampfdruck des Wasserdampfes und
vorallem die Schichtung. Im einzel- synoptischen *Meteorologie, aus ei-
Bodennähe, relative Feuchtigkeit,
Windstärke und Windrichtung in Bo- bleiben auch, wie in stationären.
ner gegebenen Wetterlage heraus
dennähe, Art der tiefen, der mittle- Hochdruckgebieten,
den während dieser
liegen und erlei-
Zeit gewisse Um- nen gilt folgendes: (besser: aus einer Reihe von termin-
ren, der hohen Wolken, Höhe der wandlungen oder Transformationen. Arktikluft (A oder AL oder AK = mäßig aneinander anschließenden
Wolkenuntergrenze, Bedeckungsgrad Ihre Einteilung richtet sich nach dem Arkt. Kaltluft). Quellgebiet in der Wetterlagen heraus) den Ablauf des
des Himmels, Sicht und allgemeiner zu erreichenden Zweck. Hat man Polarzone,erreicht Europa entweder Wettergeschehens für kürzere oder
Witterungscharakter (z.B. Nieder- synoptische Ziele vor Augen, so er- auf dem Wege Barentsee-Karisches längere Zeit - den. Vorhersagezeit-
schläge, Gewitter usw.). Jedes ein- weist sich eine Meer (cA) oder auf dem Weg über raum - vorauszubestimmen.
zelne Element macht noch nicht das mäßig. Danach Dreiteilung als zweck-
unterscheidet man,je Grönland-Spitzbergen (mA). Kommt Jede Beobachtungsstation meldet ter-
meist labiler Schichtung in den mit- minmäßig ihre beobachteten Wetter-
W. aus, sondern erst das Zusammen- nach dem Quellgebiet, Arktikluft (A mit geringer Feuchte, guter Sicht und
wirken aller. An sich ist es willkür- oder AL), Polarluft (P oder PL) und elemente (das »Wettere) an die Wet-
lich, welche Merkmale herausgegrif- Tropikluft (T oder TW = tropische
fen werden, um in ihrer Gesamtheit
teleuropäischen Raum. Ist die Luft- terwarte (des Landes). Diese Weiter-
den schwer zu fassenden Begriff des Warmluft). Dabei ist zu bemerken, masse der winterlichen Kaltluftein-
brüche. Vertikale Mächtigkeit meist ‚meldungen zusammen mit den aus
W. zu charakterisieren. Es ist aber daß die Polarluft, da nicht in der gering, die Alpen nicht übersteigend. dem Ausland über Funk oder Fern-
zweckmäßig, die angeführten (und Polarzone, sondern in den gemäßig- schreiber eingehenden werden in ent-
ten Breiten entstanden, ihren Namen Polarluft (P oder G). Soweit es sich. sprechenden Symbolen in Werterkar-
einige mehr) als Wetterelemente zu zu um mG handelt, die zwischen Island ten eingetragen(für uns: Europa mit
wählen, weil gerade diese den Zu- wie Unrecht führt und daher besser,
und den britischen Inseln gegen das Randgebieten, bes. im W). An Hand
stand der Atmosphäre so weit zu cha- dienstdiesgeschieht,
auch im deutschen Weit
als »Luft der gemä- Festland strömt, ist es stark labil ge- der fertiggesiellten Karte vollzieht
rakterisieren vermögen, daß umge- Bigten Breitene (G) bezeichnet wird. schichtete Luft mit guter Sicht und der Meteorologe die Wetteranalyse,
kehrt aus ihm der »Witterungscha- Daneben kann die im Aquatorgebiet typisch ausgeprägter Konvektions- indem er die Luftmassen voneinan-
rakterc hervorgeht. Die gegebene entstehende, in unseren Breiten nur bewölkung, Schauern und Gewittern der abgrenzt und so den Verlauf der
Definition ist mithin eine auf einen hohen Schichtenauftretende Aqua- *Fronten bestimmt. Er zeichnet das
bestimmten Zweck (Wetteranalyse in torluft (E oder EL) als vierte Luft-
(Aprilwetter). Derin Europa am
figsten auftretende Luftmassentyp. Isobarenrelief und gewinnt einen
und -prognose) hin zugeschnittene. masse Einblick in die Druckverteilung oder
Gemeinhin wird unter W., besser müßte angeführt werden. Sinngemäß Die (winterliche) cG entströmt den
Drucklage. Hilfsmittel bei der Luft-
Witterung, der physikalische Ge- »*Polarfronte durch der
dann auch Ausdruck stationären Antizyklonen Osteuropas
massenanalyse sind die Aufstiege
samtzustand der Atmosphäre ver- »Tropikfronte ersetzt den Ausdruck und Sibiriens, ist ursprünglich natur-
oder Temps, da sie ein Bild vom
standen, so wie er sich dem Beob- wohl letzterer auch in werden, ob-
anderer Be-
gemäß stabil geschichtet, erleidet aber
bem Vordringen in wärmere Gebiete weiligen Luftzustand vermitteln, fer-
achter unmittelbar erkennbar darbie- deutung vorkommt. eine Labilisierung. Ihre vertikale ner die Wolkenarten und Nieder-
tet. Liegt das antizyklonale Quellgebiet. Mächtigkeit nimmt rasch ab (Zusam- schlagsgebiete. Sehr oft sind die Fron-
Lrr. Hann-Süring: Lehrb. der Meteoro- einer Luftmasse über dem Ozean oder
logie. Leipzig 1939. {6} auf dem Festland, so bezeichnet man.
mensinken); zugleich vermindert sich ten breite Frontalzonen.
Wetteranalyse, s. Wetterprognose. sie als maritim bzw. kontinental und.
die Sicht durch Dunst oder Nebelbil-
dung. Im Gegensatz dazu entsteht die Die Verteilung der Luftmassen, Fron-
Wetterkarte, s. Wetterprognose. charakterisiert den entsprechenden sommerliche cG in Südrußland, ist ten und Niederschlagsgebiete, die
Wetterkunde, s. Meteorologie. Großbuchstaben durch m oder c (z. Druckverteilung und Lufiströmung
Wetterluftmassen. Infolge ungleicher B. mA = maritime Arktikluft usw.),
ursprünglich labil geschichtet, kommt
aber stark stabilisiert nach” Mittel- in der bodennahen und oberen Tro-
Wärmeeinstrahlung, ungleichmäßiger Man hat daher, vom Standpunkt europa, Sicht gering (10 bis 1 km). posphäre bilden in ihrer Gesamtheit
Verteilung und Erwärmung von Land großräumiger Bodenbeeinflussung aus die augenblicklich Wetterlage. Aus
und Meer sowie infolge der globalen gesehen, sechs bzw. acht Hauptluft- Tropikluft (T oder TW). Quellgebi theoretischen Erkenntnissen und
Zirkulation bilden sich in der Tropo- massen (cA, mA, cG, mG, cT, mT, hauptsächlich der Bereich des Azo praktischen Erfahrungenheraus kann
sphäre (s. Atmosphäre) zeitlich ver- cE, mE). Bei den P-Luftmassen (G- renhochs (mT), für Mitteleuropa we- daraus mit einiger Wahrscheinlich-
änderliche Gebiete heraus, in denen Luftmassen) kann man mit der Un- niger wichtig das Quellgebiet Nord- keit auf die zu erwartende Verlage-
die sie erfüllenden »Luftkörpere terteilung noch einen Schritt weiter afrika-Kleinasien-Südbalkan (CT). rung der Luftmassen und damit der
‚oder, wie man jetzt sagt, »Luftmas- gehen, indem man durch Indizierung
Bildet mit ihrer stabilen Schichtung Fronten, sowie auf die Zugrichtung
(Schichtwolken, Nebel, Niesel, kleine und Geschwindigkeit der Störungen
12 113
Wetterradargerät Whiskers
(Zyklonen) geschlossen werden. D: sprechende Zone leicht und wegen den neueren Theorien der Physik, der ben ein rein elastisches Verhalten er-
bei wird eine Reihe von Nebenka, der Anwendung eines Doppelspaltes Relativitätstheorie, der infinitesima- geben, z.B. wurden elastische Sche-
ten verwertet: Karte der Höhenstr mit großer Genauigkeit zu erkennen. len Geometrie. Er arbeitete ferner auf rungen bis über 1% erhalten. Prak-
mung (absolute Topographie), Karte Durch Wechsel der Blende und dem Gebiet der Quantenmechanik tisch wurde damit die theoretische
der 3- bzw. 24stündigen Druckände- gleichzeitige Verschiebung der Platte undderphilosophischen Wissenschaf- *Schubfestigkeit erreicht, so daß man
rungen usw. Ist so die zukünftige, d. in ihrer eigenen Ebene und senkrecht ten. [43] annähernd den fehlstellenfreien
h. für den Vorhersagezeitraum zu er- zur optischen Achse erhält man so Weylsche Gleichung für Neutrinen, *Idealkristall vorliegen hat. Ein Bei-
wartende Wetterlage erkannt, dann Aufnahmen, die unmittelbar durch s. Dirac-Gleichung. spiel von W. zeigt die Abb.
muß für beschränkte Gebiete - etwa Verbindung der Punkte, besser Strah-
von Landesgröße - der Verlauf der Jenvereinigung, die sphärische Län-
Wetterelemente (Temperatur, Bewöl genabweichung in der v. Rohrschen
kung, Sicht, Wind, Niederschläge Darstellung zeigen.
usw.) unter Berücksichtigung der oro- Das Verfahren läßt sich auch für die
graphischen Verhältnisse erschlossen Untersuchung der übrigen Bildfehler
werden (Wetterprognose). Die W. anwenden. Zu einem besonders ein-
kann also nur den allgemeinen Ver- fachen Aufbau kommt man bei An-
lauf der Witterung in einem Gebiet, wendung von Autokollimation, wo-
nicht aber das Wetter an einem ein- bei man auch die doppelten Beträge
zelnen Ort zu einer bestimmten Zeit der Abweichungen erhält,
geben. Lit. Wetthauer, A.: Z. f. I. 51 (1931),
ir. Chromow, $.P.: Einf. in die synop- $. 393-396 u. 553-559. [18]
tische Wetteranalyse. Wien 1940. (6] Weyl, Claus Hugo Hermann. Dt.
Wetterradargerät, s. Radar. Mathematiker und Physiker. Geb. 9.
Wetthauersche Bank dient zur Un- 11. 1885 in Elmshorn (Schleswig-Hol-
tersuchung des Korrektionszustandes stein), gest. 12. 1955 in Zürich. 1910
optischer Systeme. Als Objekt dient bis 1913 Priv.-Doz. für Mathematik
ein Doppelspalt, der in großer Ent- an der Univ. Göttingen, 1913-30 Prof.
fernung von dem zu untersuchenden für Mathematik an der ETH Zürich,
Objekt steht oder noch besser in der 1928/29 Prof. für mathem. Physik an
Brennebene eines Kollimators ange- der Univ. Princeton (USA), 1930-33
ordnet ist. Vor dem Objektiv befin- Prof. für mathem. Physik an der
det sich eine auswechselbare Zonen- Univ. Göttingen, 1933-53 Prof. für Tiegelinneres mit zahlreichen Fe-Fäden verschiedener Abmessungen (Vergr. 5,3-
blende, die zwei Öffnungen symme- Mathematik am Institute for Advan- fach); (nach S. S. . Brenner aus Blaha, N: Nkemerkenswerte Eigenschaften dünner
trisch zur optischen Achse trägt. Das ced Studies in Princeton. W. wurde Mctallfäden. Metall, 1059, Nr. 1, 8.208.)
von dem Objektiv entworfene Bild 1939 amerikanischer Staatsbürger und
des Doppelspaltes wird auf einer 1953 als Prof. emeritiert, Er erhielt Weyl-Spinor, s. Dirac-Gleichung. Die W. können sich unter den ver-
Platte aufgefangen, die gegen die 1925 den Lobatschewski-Preis und Wheatstone-Brücke, s. Brückenschal- schiedensten Bedingungen bilden, z.
Achse stark geneigt ist. Aus dieser war Mitglied zahlreicher in- undaus- tung. B. Wachstum aus Lösungen, elektro-
streifenden Abbildung ist der Ort der länd. Akademien der Wissenschaft. Wheatstone-Schleifdrahtbrücke, s. Iytische Abscheidungen, Wachstum
besten Strahlenvereinigung für die iten: W. förderte die Be- Brückenschaltung. bei Reduktion von Halogen-Verbin-
dem Lochabstand der Blende ent- schen Mathematik und Whewellsche Streifen, s. Queteletsche dungen, Wachstum aus reinem Me-
Streifen. talldampf usw. Diese Fäden können
Längen von mehreren cm aufweisen.
Whiskers. Unterspeziellen Bedingun- Als entscheidender Mechanismus für
gen wachsen auf Metallen und auch das Wachstum der W. aus dem
Nichtmetallen sehr dünne einkristal- Dampf bzw. bei der Reduktion wird
line Fäden, sog. W.auf. Diese *Ein- eine *Schraubenversetzung im Grund-
kristalle zeigen höchst bemerkens- metall angenommen, die während
werte Eigenschaften, z. B. können bei des Wachstumsvorganges erhalten
Eisenfäden *Zugfesigkeiten bis zu bleibt. In der folgenden Tabelle sind
134 10° N/m? erreicht werden. Die einige Daten für W. aus verschiede-
Stärken dieser Fäden, liegen im nen Metallen zusammengestellt.
Durchschnitt bei 2-10 bis 5 + 10% (Nach S. S. Brenner: J. Appl. Phys.
cm. Untersuchungen dieser W. ha- 27, 1956, 1484).
Durchmesser Omaz z Tmaz Ftheor.
Meat m 10°Nine 10Nm Schubmadul Schubmadul
Zb Zonenblende, O Objektiv, Pl schräggestellte Platte. Auf der Platte sind di Fe 1,60 1340 364 0,060 0,033—0,19
Strahlspuren für verschiedene "Zonen unddie, Kurven der SphärischenAbweichung Cu 1,25 300 2 0,022 0,033—0,13
angedeutet Ag 3,80 176 n 0,031 0,033—0,13
114 us
Whistler Widerstand
Lır. Schmid, E.: Kristallstruktur und hierdurch *Phasenverschiebung zwi Widerstand. 1. Akustischer W. heißt welche die strenge Periodizität ihrer
Verformung. Metall 13, Heft 1, 1 (1959). schen Spannung und Strom eintritt, in Analogie zum elektrischen W.das Gitteranordnung stören. Durch ein
—Hdb. d. Physik. Hrsg. v. S. Flüg e. Bd. ier vermindert man das Magnetfeld
VILI. Kristaliphysik I, Berlin 1958. {15j bis auf einen verschwindend kleinen Verhältnis von "Schallwechseldruck ruhendes Metallionengitter würden
Whistler sind Signale, welche mit
Restbetrag durch bifilare W. Bei die-
zu *Schallfluß. Da diese beiden Grö- sich nach der Sommerfeld-Betheschen
einer Antenne und einem empfind- ser W. werden zwei Drähte parallel Ben i. allg. nicht in Phase sind,ist der Theorie die Elektronen widerstands-
lichen Niederfrequenzverstärker hör-
aufgewickelt und beiden Enden
akustische W. nicht eine reelle, son- los bewegen. Die Theorie liefert die
bar gemacht werden können. Sie be-
miteinander verbunden. Der Strom dern eine komplexe Größe. richtige Größenordnung des W. der
ginnen bei einer Frequenz über 20
fießt dann in den beiden Wicklungs-
DElektrischer W. Legt man an den Metalle. Die Besonderheiten der *Su-
kHz und durchlaufen die Frequenz-
zweigen in entgegengesetzter Richtung Enden eines elektrischen Leiters eine praleitung sind jedoch noch nicht alle
skala bis 10 Hz in ungefähreiner Se-
und kann kein nennenswertes Ma- SpannungU, so fließt ein elektrischer
geklärt.
kunde (Frequenz-Zeitrelation f=C/t?).
gnetfeld erzeugen, da beide Drähte Sirom 7. Als elektrischer W. R wird ö)Elektrolytischer W. beruht auf dem
Sie stammen wahrscheinlich von Blit- dicht nebeneinanderliegen. [25] der Quotient klassischen hydrodynamischen W. des
zen in der Erdatmosphäre, deren elek- Wicksche Methode (auch Verfahren Lösungsmittels gegen die Bewegung
tromagnetische Wellen entlang der der Ionen, der von der Zähigkeit 7
magnetischen Kraftlinien laufen und von Chandrasekhar), eine Variante bezeichnet. S desselben herrührt. In einer idealen
auf einem Weg von etwa 30000 km die der Kugelfunktionsmethode zur Lö- MKSA-System 1 Ohm Flüssigkeit (n = 0) würden sich die
Erde auf dem magnetischen Gegen- sung der *Boltzmann-Gleichung. Man stimmten Bedingungen, insbesondere Ionen widerstandslos bewegen. Da n
punkt wiedertreffen. Auf diesem Weg kann die W.-M. auch als »Methode bei konstanter Temperatur,ist R kon- bei steigender Temperatur abnimmt,
ist eine gewisse Elektronenkonzentra- der diskreten Ordinaten« bezeichnen. stant. Dann gilt das *Ohmsche Ge- ist dies auch beim elektrolytischen W.
tion von 100 bis 1000 cm ® notwendi Sie benützt eine numerische Integra- setz. Über den Mechanismus seines der Fall. S. a. Debye-Hückelsche
damit die Führung entlang der m: tionsformel(z. B. die von Gauß), um Zustandekommens und physikalische Theorie und Reibung, elektrolytische.
gnetischen Kraftlinien und die Dis- die Winkelabhängigkeit des Integrals Einzelheiten der elektrischen Strom- e) Bei Gasen kann zwar in jedem Au-
persion zustandekommt, welche die in der Boltzmann-Gleichung zu be- leitung s. Leitfähigkeit. genblick ein W. als Quotient von
mit der Tonfrequenz zunehmende seitigen, so daß die Neutronendichte Der W. eines Leiters der Länge / und Spannung und Strom angegeben wer-
‚Ausbreitungsgeschwindigkeit zur Fol- N €, W. Ö) nunmehrals Funktion der des Querschnitts q ist den, aber er ist keine Materialkon-
ge hat. Ein W. kann mehrmals den- Interyallendpunkte 2: der Integra- ı stante und nicht nur von der Tempe-
selben Weg zurücklegen, da er an der tionsformel erscheint. Die Boltzmann- R=70 ratur und vom Druck abhi Da-
Erdoberfläche reflektiert wird und nur Gleichungist dannfür jedes (konstan- gegen wird der Begriff des differen-
eine schwache Dämpfung von etwa te) A, zu lösen. wobei g der spezifische W.ist. tiellen W., d. h. der Ableitung dU/d/
10db auf einer Wegstrecke erfährt. a) Spezifischer elektrischer W. ist nach der Spannung nach dem Strom, bei
Die W.-Forschung dient der Unter- Lit. Weinberg, A. M., und L. C. Node- der obigen Gleichung die Größe Gasen verwendet. Bei diesen isı er
suchung der Elektronendichte im ex- rer: Theory of Neutron Chain Reactions. 0 = Rail. Seine Einheit ist im negativ, da die Kennlinie fällt, weil
traterrestrischen Raum. AECD-3471 (1951). [35] MIESASem10m, Verwen- bei wachsender Ionisation der Strom
Lır. Paetzold, H.K.: Erforschung und Wideröe-Bedingung nennt man die lung von 1cm is it cm. weniger Spannung erfordert. Das
Zustand der höchsten Atmosphäre ober- erste Grundbedingung des Betatrons. Da der spezifische W. 9 für die mei- gleiche gilt für die Elektronenröhre.
halb der Ionosphäre. Mosbach 1957. [33] Damit während des Beschleunigungs- sten Metalle von der Größenordnung Solche W. ergeben labile Zustände,
Wicklung nennt man eine Spule, die aktes die Elektronen im Betatron stets 10° 0 cm ist, wird gewöhnlich @ + 10% welche sich von selbst ändern und
aus isoliertem Metalldraht, meist auf der »Sollbahn« mit dem Radius angegeben. Dies ist der W. eines Schwinguı anfachen können.
Kupferdraht, gewickelt ist. Eine sol- R. umlaufen, mußdie Beziehung Drahtes von Im Länge und 1 mm? S. a. winkelfreier Widerstand.
che vom Strom durchflossene Spule ‚Querschnitt. 3. Magnetischer W.. s. Kreis, magne-
1
erzeugt ein Magnetfeld, das bei Vor-
BR)= BR) b) Reduzierter elektrischer W. Die tischer.
handensein eines Eisenkerns im In-
neren der W. erheblich verstärkt wird. bestehen, d. h., die Feldstärke des elektrischen W. R reiner Metalle zei- 4. Mechanischer W. heißt diejenige
'W. werden vor allem bei elektrischen magnetischen gen in Abhängigkeit von der Tempe- ‚energieverzehrende Kraft, die der Be-
Maschinen verwendet, wo sie in den Führungsfeldes am ratur qualitativ denselben Verlauf, wegung eines Körpers entgegenwirkt.
vielfältigsten Formen vorkommen.Je Solikreis muß halb so groß sein wie weichen jedoch quantitativ stark von- Derartige W. sind als Reibung, Ver-
die mittlere Feldstärke innerhalb des einander ab (s. Widerstandsverhält- drängung und Verwirbelung umge-
nach ihrer Aufgabe unterscheidet man
Kreises. Die W.-B. kann durch einen
hier grundsätzlich zwei verschiedene innerhalb nis). Dies ist nicht mehr der Fall, wenn benden Wassers oder Luft anzusehen.
des Sollkreises liegenden
Wicklungen: die Erregerwicklung und Kern des Betatronmagneten manstatt des W. R den auf Re bezo- Soll die Bewegung aufrechterhalten
die *Ankerwicklung. Während die er- spalt erfüllt werden mit Luft- genen W. tr = R/Re betrachtet. Da- werden, dann mußzusätzlich eine der
stere stets für die Erregung eines Ma- Die zweite Grundbedingung, auch beiist © eine für das betreffende Me- Bewegungsrichtung entgegengesetzt
gnetfeldes bestimmt ist, soll in der Steenbeck-Bedingung, muß erfüllt tall_>charakteristischec Temperatur, gerichtete Zusatzkraft, eben der m.
zweiten durch Rotation in diesem Fel- sein, die nach der Quantentheorie berech- W., überwunden werden.
de eine Spannung induziert werden. kreis stabildamit die Bahnen um den Soll- net werden kann, Ro ist der W. des 5. W. in Strömungen.
Das unyermeidliche Magnetfeld der sind: Metalls bei dieser Temperatur.t heißt a) W. umströmter Körper heißt die
Ankerwicklung ist dabei oft uner- reduzierter W. Die Werte von t wei- Kraft, die in Anströmrichtung auf
R:B
O>gaR> 1
chen als Funktion nur wenig von einer einen umströmten Körper wirkt. Ur-
wünscht (s. Ankerrückwirkung). Bei
W. aus Widerstandsmaterial für ‚gemeinsamen Temperaturfunktion ab. sachen des W. sind: Gas- und Flüs-
Wechselstromwiderstände ist das Ma- Lir. Kollath, R.: Teilchenbeschleuniger. Näheres s. Leitfähigkeit. sigkeitsreibung (s. Reibung in Strö-
gnetfeld ebenfalls nicht erwünscht, da ‚Braunschweig 1955. [35] ©) Metallischer W. beruht auf der mungen und Schubwiderstand), Ab-
Wärmebewegung der Metallionen, änderung der Potentialströmung
116 17
Widerstand Widerstand
durch die Wirkung der Grenzschicht
(s. Druckwidetstand), welche in kras-
sen Fällen zur *Grenzschichtablösung
u
Laminare Strömung, Re s 10*

arrur(2)'.
Wirbelfäden bilden, die von den Flü-
gelenden senkrecht zur Spannweite
Parallel zueinander nach hinten abge-
führt, der Energieverzehr von *Ober- hen. Diese nennt man die Randwirbel.
flächenwellen und *Verdichtungsst (cr Widerstandsbeiwert einer ebenen Sie schließen sich durch den Anfahr-
Ben(s. Wellenwiderstand) und die B Platte gleicher Tiefe auf einer Platten- wirbel (s. Tragflügel), womit den Wir-
dung von Randwirbeln bei auftriebs- seite, s. Plattenreibung; Re Reynolds- belsätzen Genüge getan ist (s. Abb.1),
erzeugenden Körpern (s. Widerstand Zahl auf Profiltiefe bezogen; d Pro- In den Randwirbeln steckt Energie.
induzierter). Über die speziellen Ge fildicke; t Profiltiefe in Anströmri Während der Anfahrwirbel nur ei
setze des W. u. K. s. unter Tragflügel-
tung.) Die Formeln gelten auch für mal zu erzeugen ist, werden die
profil, Kugelumströmung, Zylinder- dicke Profile (bis d/t = 1). Randwirbel bei der Fortbewegung
umströmung. Es folgen ergänzende b) Induzierter W. In der reibungs- des Flügels immer länger. Sie ver-
Zahlenangaben: freien Strömungtritt beim *Tragflügel zehren laufend Energie, was sich eben
Widerstandsbeiwert c (s. Reibung in endlicher Spannweite ein Widerstand als i. W. bemerkbar macht. - Das
Strömungen), bezogen auf die Stirn- auf, der sein Äquivalent in der kine- Auftreten dieses W. kann auch durch Abb. 3
fläche: tischen Energie des Wirbelsystems folgende Betrachtung erklärt werden: ist. Entsprechend nimmt der Auftrieb
&) Kreisplatten, axial findet, das der Tragflügel auf seinem Sowohl der linke als auch der rechte
angeströmt 111 Weg durch die Luft zurückläßt. Randwirbel induzieren am Ort des nach den Rändern zu bis auf Null
Flügels eine abwärts gerichtete Ge- ab; der tragende Wirbel schwächt sich
ß) Rechteckplatten a/b=1 1,10 schwindigkeit (s. Wirbelgesetz, Biot- entsprechend. Da aber Wirbeifluß
mit dem 2 115 Trogenoer Wirbel
Savartsches), den »Abwind« mit_ der nicht plötzlich verschwinden kann (s.
Seitenverhältnis 10129
Geschwindigkeit wa (Abb. 2). Dieser Wirbelsätze), müssen Teilfäden die-
© 201
setzt sich mit der Anströmgeschwin- ses Wirbels schon vor den Flügel-
») offene Halbkugel, digkeit wo zu einer neuen, schräg enden nach hinten abgehen. Man er-
axial angeströmt konvex 0,34 abwärts gerichteten Geschwindigk: so hinter dem Tragflügel ein Wir-

I Fondwrbel
belband oder, eine Wirbelschicht. (s.
— Aondirbel

konkav 1,33 w zusammen. Bei reibungsfreierStr Trennungsflächen), in der die Rich-


‚ö) Widerstandsbeiwert c von strom- tung der Geschwindigkeit, nicht aber
linienförmigen Drehkörpern, be- ihre Größe einen Sprung macht(an-
zogen auf die Stirnfläche (nach gedeutet in Abb.3). E. Pohlhausen
Hoeiner): hat 1913 ermittelt, daß der i. W. dann
Turbulente Strömung, Re > 10": ein Minimum hat, wenn die Auf-
-3+15 5+(2). SQ triebs- und damit die Zirkulations-
verteilung über der Spannweite nach
7 einer Halbellipse verläuft. Wenn alle
Günstigstes D/L = 0,5.
‚Anfahrmirbel
Profilschnitte gleich geformt und
Laminare Strömung, Re = 10°: gleich angestellt sind, muß also die
D L
‚Ansicht von oben Flügeliefe selbst elliptisch_ verteilt
e=047 +02 Abb. 1 sein. Allerdings ist das Minimum
In erster Nüherung erfaßt man diese sehr flach, so daß auch ein rechtecki-
Günstigstes Dickenverhältnis D/L = Abb. 2 ger Flügel nur einen um einige Pro-
02. Verhältnisse, wenn man annimmt, zent höheren i. W. aufweist. Aber
Durch Abweichungen von der Dreh- daß der Auftrieb gleichmäßig über mung muß die Kraft P auf den Flü- auch beim Rechteckflügel nimmt der
form kann der W. um 15 bis 30% die Spannweite verteilt sei. Dann ist gel senkrecht zu w stehen, also ge- Auftrieb nach den Rändern zu auf
wachsen (cr Widerstandsbeiwert einer auch die Zirkulation längs der Spann- genüber der Fortbewegungsrichtung Null ab. Bei der optimalen Auftriebs-
ebenen Platte, deren Tiefe gleich der weite konstant (s. Kutta-Joukowski etwas nach hinten geneigtsein. Unter verteilung ist der Abwind über die
Länge des Drehkörpers ist, auf einer scher Satz) und der tragende Wirbel Auftrieb A versteht man aber die Spannweite konstant.
Plattenseite, s. Plattenreibung; Re (s. Wirbel) geht in konstanter Stärke senkrecht zur Fortbewegungsrichtung Durch die Wirkung des Abwindsbe-
Reynolds-Zahl, auf die Länge des über die ganze Spannweite. Nach gerichtete Kraft. Zerlegt man P in wegt sich die ganze Wirbelfläche hin-
Drehkörpers bezogen; D größter einem der Helmholtzschen *Wirbel- diese und die dazu senkrechte Rich-
Durchmesser des Drehkörpers; L sätze kann er an den Flügelspitzen tung, so erhält man A und einen Wi-
Länge des Drehkörpers). nicht enden. Wie er seine Fortsetzung derstand Ws, ebenden W.
Widerstandsbeiwert cu (s. Reibungin findet, läßt erkennen, wenn man In verfeinerter Betrachtung ist zu be-
Strömungen) von cbenen Profilen beachtet, daß an den Flügelenden der achten, daß der Druckunterschied
ohne Auftrieb, bezogen auf die hohe Druck der Flügelunterseite mit zwischen Unter- und Oberseite des
Grundfläche (nach Hoerner): Turbu- dem niederen Druck der Oberseite Flügels nach den Seitenrändern zu
lente Strömung, Re 2 10%: zum Ausgleich drängt. Die seitlichen nach Null gehen muß, da die Rand-
Kanten werden von unten nach oben wirbel sonst im Kern unendlich gro-
172 24n(E). umströmtund leiten damit eine Wir- Be Geschwindigkeiten annehmen
belbewegung ein, deren Kern zwei müßten, was physikalisch unmöglich Abb. 4
19
Widerstand, mechanischer Widerstandsbeiwerte bei Schlüpfströmung
ter dem Tragflügel schräg nach un- im Hinblick auf die Anwendung am einzelnen Trägers verlängert sich Widerstandsbeiwert, s. Reibung in
ten. Dabei rollt sie sich von den Rän- besten am natürlichen Vorkommen _ (Fall P). Man findet eine Wider- Strömungen.
dern her ein (Abb. 4). So treten auch zu vollziehende Messung ergibt fol- standserhöhung. Widerstandsbeiwerte bei Schlüpfströ-
beim wirklichen Flügel die Randwir- gende Größenordnungen: Erdöle 10% b) Im Eigenhalbleiter werden die mung. a) Einseitige, längs angeströmt
beldeutlich in Erscheinung, wenn sie bis 10'%Q cm, Kalk, Basalt, Granit Elektronen und Löcher nach dersel- ebene Platte. Für die einseitige, längs
sich zufällig etwa durch Kondensa- bis = 10":, feuchter Sandstein 10° bis ben Seite (!) abgelenkt. Bei gleichen angeströmte ebene Platte der Breite
tionserscheinungen in übersättigter 10%, Humusboden 10° bis 10%, Ma- Beweglichkeiten fehlt die Hall-Span- b und der Länge ! in Anströmungs-
Luft markieren. gnetite, Granitschiefer0,1 bis 10. nung, und die Widerstandserhöhung richtung wurden von S. A. Schaaf
Die Rechnungen von Munk ergeben Wärme-W., s. Wärmeübertragung. erfolgt nur durch Verlängern der und F. $. Sherman bei Mach-Zahlen
für den i. W. 12, 20, 6, 11] Strompfade (Fall G). Bei verschie- zwischen 2,5 und 3,8 Widerstands-
Widerstand, mechanischer, s. Bewe- denen Beweglichkeiten der beiden messungen 'im Bereich 34 < Reu, <
(@2) wo gungswiderstand. Trägersorten sorgt die entstehende 2020 vorgenommen, wobei die Rey-
Hall-Spannungfür gleiche Ablenkung nolds-Zahl Reuı) mit der Plattenlänge
(K Auftriebskraft; b Spannweite des Widerstandsänderung, magnetische. (Fall P zusätzlich). ! gebildet ist. Der durch die Kenn-
Flügels; o Luftdichte; w» Anström- Derelektrische Widerstand eines Me- Stellt sich zufolge geringer Volumen- zahlen M und Re«, definierte Strö-
geschwindigkeit im Unendlichen). talls oder Halbleiters erleidet im lo: und Oberflächen-*Rekombination das mungsbereich liegt an der Grenze
gitudinalen oder transversalen M thermodynamische Gleichgewicht zwi- von *Schlüpfströmung und *Über-
E73 gnetfeld (Kraftflußdichte B) eine An- schen Elektronen und Löchern nur gangsströmung (s. Nichtkontinuums-
derung. Das Magnetfeld übt einen langsam ein, so tritt ein transversaler strömung, Abb. 1). Die gemessenen
al " doppelten Einfluß auf die Elektronen Dichtegradient beider Trägerarten Widerstandsbeiwerte
aus. ein. Besitzen die seitlichen Oberflä-
1. Deren Energiezustände (s. Bänder- Widerstand
spektrum, g) ändern sich fundamen- hen stark verschiedene Oberflächen- ev Staudruck X Fläche
tal. Die Energie der Bewegungin der rekombinationsgeschwindigkeiten, so
Ebene senkrecht zum Magnetfeld ist die W. für die beiden Stromrich- Ww
unterliegt Quantenbedingungen und tungenverschieden. @w2) Aw
ist nur noch diskreter Werte im Ab- ©) In einer Halbleiterplatte oder Cor- mit Aw = b1 lassen sich im angege-
stand he Bim* (m* effektive Masse) ino-Scheibe tritt unter denselben benen. Intervall durch die Funktion
fähig. Die Zustandsdichte als Funk- Voraussetzungen wie zuvor keine cw = 1,45 Rew0für 34 < Rew <
tion der Energie nimmt periodisch Hall-Spannung auf, dagegen erfolgt 2020 und 2,5 <M < 3,8 approximie-
große und kleine Werte an, eine makroskopische Ablenkung der ren, s. Abb. 1, Kurvo sı).
ar 2. Die Elektronen und Defektelektro- Stromrichtung. Die resultierende Ver- Zum Vergleich sind außerdem in
nen erfahren durch die Lorentz-Kraft längerung der Strompfade führt zur Abb.1 ausgeglichene Messungen von
eine Ablenkung aus ihrer geradlini- Widerstandserhöhung(Fall G). $.A. Schaaf und F.S. Sherman ein-
gen Bahn. d) In Metallen und entarteten Halb- getragen, die im Strömungsbereich
Abb. 5 Der Quanteneffekt (1) bedingt für leitern fehlen die Effekte unter a) und 0,16 <M < 0,27 und 3 < Reu, < 500
Bildet man aus Wı einen Widı Metalle und entartete Halbleiter ins- b), da alle an der Leitfähigkeit betei- gemacht wurden, s. Kurve s:), und
standsbeiwert entsprechend dem besondere bei tiefen Temperaturen ligten Elektronen (bzw. Defektelek- weiter entsprechende Ergebnisse von
wert des Profilwiderstands, so erhält dern20( °K)1 Tesla)
(5 undnicht zu geringen Fel- ironen) (fast genau) dieselbe Energie, Blasius, s. Kurve kı), und Janour, s.
man eine periodische An- nämlich die Fermische Grenzenergie, Kurvekz), die beide für Unterschall-
Wi ce A derung des Widerstandes als Funk- besitzen; fernertritt nureine7 ‚Kontinuumsströmung gelten.
tion von m*/B (de Haas-Schubnikow- sorte in wesentlicher Konzentr: Die Kurve sı) nach $. A, Schaaf und
u (2) wi 67 Effekt). Die anisotropen Änderungen auf. F. $. Shermanschneidet die Kurvekı)
(ca *Auftriebsbeiwert; A Flügel- hängen von den Winkeln zwischen Abgesehen von der Möglichkeit c) von Janour etwa bei Re= 125.
grundfläche). Die Flügeltiefe geht in Strom, Magnetfeld und Kristallach- geht die longitudinale und transver- Man kann diesen Befund durch eine
diese Beziehungen nicht ein, nur das sen ab; sie ermöglichen Aussagen sale W. dann aufdie Anisotropie der Überlagerung zweier entgegengesetzt
*Seitenverhältnis A/b?. In der *Pi über die Anisotropie der Fermi- Energieflächen (. Bänderspektrum) gerichteterEffekte erklären, von de-
lare des Tragflügels erscheint der it Fläche. und der Relaxationszeit (s. Beweg- nen der eine, nämlich die *Schlüpf-
duzierte W. als Parabel (Abb. 5). Die Die W. zufolge der Lorentz-Kraft lichkeit) zurück. Daß die Energie! strömung an der Wandl, auf eine Ver-
Formeln ermöglichen es, mit großer hängt sowohl von der geometrischen che Germanium zerfällt und aus ringerung des Widerstandsbeiwertes
Genauigkeit den W. von Tragflügeln Anordnung (G)als auch den physi- Rotationsellipsoiden längs [11]-Rich- gegenüber der Kontinuumsströmung
gleichen Profils, aber verschiedener kalischen Eigenschaften (P) ab. tungen besteht, wurde zuerst aus der hinzielt, während der andere, näm-
Spannweite, ineinander umzurech- a) Die Majoritätsträger eines nicht Anisotropie der magnetischen W. er- lich der Grenzschichteinfluß auf die
nen. Der Profilwiderstandsbeiwert entarteten stabförmigen Störhalblei- schlossen. äußere Strömung bei Überschallge-
Cu» wird dabei als konstant angese- ters besitzen eine Boltzmann-Vertei- Lit, Madelung, O.: Halbleiter, Hand- schwindigkeit, mit wachsender Mach-
hen. $. a. Tragflügel und Tragflügel- lung ihrer kinetischen Energien. Im buch der Physik XX/1. Hrsg. v. S. Flüg- Zahl eine Erhöhung des Widerstands-
profil. transversalen Magnetfeld sorgt die ge. Berlin-Göttingen-Heidelberg 1957. — beiwertes zur Folge hat. Dieser letzte
6. Der spezifische W. der Gesteine auftretende Hall-Spannung nur im Madelung, O.: Das Verhalten von Halb-
leitern in hohen Magnetfeldern. Halb- Effekt spielt bei den Messungen von
ist eine wichtige Materialkonstante Mittel dafür, daß die Träger nicht en‚87. Hrsg. v. F. Sauter. S. A. Schaaf und F. S. Sherman für
für die angewandte Geophysik. Die abgelenkt werden. Der Weg eines Braunschweig 1960. [37] Rea) > 125 die Hauptrolle, während
120 121
Widerstandsbeiwerte bei Schlüpfströmung Widerstandsmessung
Man erkennt, daß für Reca, » >90 der widerständen dient meistens die An-
1 widerstandserhöhende Einfluß der gabe der sog. *Zeitkonstante, die ne-
2) Überschallgeschwindigkeit, fürRes, »» ben dem Betrag der W. auch noch
[7 ke) <90 die widerstandsvermindernde einen entsprechenden induktiven Wi-
Wirkung der *Schlüpfströmung über- derstandsanteil erfaßt. [26]
wiegt, und zwar sind hier beide Ef- Widerstandskasten, sw. *Rheostat.
fekte wesentlich stärker als bei der
. Widerstandsmessung. Der Wider-
stand eines Leiters hängt außer von
strömung; seinen geometrischen Dimensionen
einer festen Wand. noch von einer Materialkonstante
Lır. s. Schlüpfströmung mit Höchstge- (spez. Widerstand, Leitfähigkeit, Kon-
schwindigkeit. [38] duktivität) ab, die nicht unerheblich
001. Widerstandsgesetz, s. Stokessche For- durch äußere Umstände (Herkunft
Abb. 1. Widerstandsbeiwert cw der einseitigen, längs aneestämien ‚ebenen Platte mel. und Bearbeitung des Materials) be-
bei Schlüpfströmung[Kurve 5,) für M > 1, M<i Widerstandskapazität. Bei elektri- dingt ist. Daher ist die Herstellung
schen Widerständen verschiedenster absoluter Normale des Widerstandes
ein überwiegender Einfluß der zusammen. Dabeiist näherungsweise Art (z.B. gewickelten Drahtwider- nicht zweckmäßig, wohl aber die ab-
Schlüpfströmung für Re, < 125 zu- ständen, _Flüssigkeitswiderständen, solute Messung eines Normals, d.h.
tage tritt. Masse- oder Schichtwiderständen aus seine Zurückführung auf andere pl
b) Kugel. Für die Kugel wurden von Halbleitersubstanzen) treten zwischen sikalische Größen, z. B. Induktivi
E. D. Kanebei mittleren Überschall- den Anschlüssen oder auch zwischen und Frequenz, die ihrerseits bere-
geschwindigkeiten Widerstandsmes- benachbarten Leiterteilen des Wider- henbar oder hinreichend genau be-
sungen bei Schlüpfströmung ausge- standes Kapazitäten auf, die man W. kannt sind. An Stelle der vor 1948
führt, die sich durch folgende empi- nennt. Der Gesamtwiderstand ist da- gebräuchlichen Methode der Darstel-
rische Formeldarstellen ließen: her streng genommen als eine Paral- lung der Widerstandseinheit durch
0,97 + 1,32 ) lelschaltung aus Ohmschem Wider- einen Quecksilberfaden ist man da-
ENT YRean stand R und kapazitivem Widerstand her dazu übergegangen, die Wider.
)
Die Kurve sı) der Abb. 2 zeigt den
Widerstandsbeiwert nach E. D. Kane 1X C) aufzufassen (w Kreisfrequenz standseinheit in absolutem Maß dar-
1+
1 des verwendeten Wechselstromes; C zustellen durch Vergleichung mit dem
VRean
als Funktion von Re«s,». Eine gra-
phische Darstellung von cw als Funk- Gesamtkapazität, die an den An- Blindwiderstand ciner Eigen- oder
für 15 < Rec,» < 768 schlüssen infolge der Wirkung aller Gegeninduktivität bei einer bestimm-
tion von Re«s, findet sich in Abb. 2
des Abschnitts *Luftkraftbeiwerte bei Elementarkapazitäten auftritt). In ten Kreisfrequenz @. Dabei wird die
und 2,05 <M <2,81. vielen Fällen ist der Einfluß dieser Induktivität aus ihren geometrischen
Die Zahl Rex,» ist mit dem Durch- freier Molekularströmung. W. praktisch ohne Bedeutung und Dimensionen berechnet und die Fre-
messer der Kugel und den Bedingun- Nach Messungen, die von S. F. Hoer- wird daher vernachlässigt, jedoch gibt quenz an die Quarzuhr angeschlos-
gen hinter einem senkrechten *Ver- ner ($. 18-4) zusammengestellt sind, es auch Anwendungsfälle, in denen sen. Die zur Aufbewahrung der Wi.
Sichtungsstoß (Index »2«) gebildet; ist die Formel von E. D. Kane im
mittleren Überschallbereich sogar bis die W. beachtet werden muß. Dahin derstandseinheit bestimmten Norma-
gehört z.B. die Anwendung sehr le, also Normalwiderstände höchster
schnittsfläche _(n/4)d° genommen. Ren = 10%, also bis in den Bereich
als Bezugsfläche Aw ist die Quer-
hochohmiger Schicht- oder Masse- Qualität, werden dann in geeigneten
Die Reynolds-Zahl Re(s,2, hängt mit der Kontinuumsströmunghinein gül- widerstände im Ultrakurzwellenge- Meßbrücken zu dieser absolut ermit-
der Reynolds-Zahl Reder An- Zum tig, s. Kurve 52).
Vergleich sind in Abb.2 die biet. Hier kann der kapazitive Wider- telten Induktivität in Beziehung ge-
strömung durch die Beziehung entsprechenden Widerstands! stand von gleicher. Größenordnung setzt, und dabei wird ihrWiderstands-
sein wie der Ohmsche Widerstand. wert in absoluten Einheiten mit ho-
bei Unterschall-Kontinuumsströmung Bei drahtgewickelten Normalwider- her Genauigkeit gefunden. Das auf
nach Hoernereingetragen, 5. Kurve k).
ständen, insbesondere solchen von dem Quecksilbernormal beruhende
1000 © und darüber, ist die W. schon internationale Ohm, das vom absolu-
bei tonfrequentem Wechselstrom von ten Ohm um etwa /s Promille ab-
Bedeutung, weil durch die Verwen- weicht, ist jetzt nicht mehrgesetzliche
dung als Widerstandsnormal hohe Einheit. - Die neuere Entwicklung
igkeitsansprüche begründet der Meßtechnik ermöglicht es auch,
solche Widerstände hat den Widerstandswert aus einer Ab-
man, um die W. niedrig zu halten, solutbestimmung der Kapazität her-
Red?) schon seit einigen Jahrzehnten die zuleiten.
einfache Bifilarwicklungverlassen und Die Untersuchung stellt eine umfang-
bedient sich spezieller Wicklungsfor- reiche Arbeit mit zahlreichen Präzi-
men, die auf dieses Erfordernis Rück- Sionsmessungen höchster Genauigkeit
sicht nehmen (Chaperon, Wagner- dar, die mehrere Bearbeiter einige
ar‘ Wertheimer). - Zur Kennzeichnung Jahre beschäftigt, und ist praktisch
Abb. 2. Widerstandsbeiwert cy der Kugel bei Schlüpfströmung, Kurven s,) und 5.) des Einflusses der W. bei Normal- nur an neutralen Stellen, also in
122 123
Widerstandsmessung Widerstandsnetzmodell
Staatslaboratorien ausführbar. Wie- (Schleifdraht) oder mit dem Normal Spannung bei Entladung über den len *Trägheitsmoment Ix des St.
derholten Anregungen der Meter- (Präzisions-Regelwiderstand) auf Prüfling X in der Zeit t von dem querschnitts bezüglich der Nullinie
konvention folgend, haben sich daher Stromlosigkeit des Galvanometers Werte Vı auf den Wert Vs, so gilt, der *Biegespannungen und dem Ab-
die Kulturnationen dieser Aufgabe ein, so ist X nach der Beziehung wenn W der Widerstand des gesam- stand Ana: des höchstbeanspruchten
unterzogen. Bezüglich der verwende- “ ten Entladungsweges ist, Querschnittspunktes von der Null-
ten Meßverfahren wird auf die Lite- NG Vi linie definiert ist
ratur verwiesen. Hier können nur die Wer nn: Wx = Inlanaz.
Ergebnisse mitgeteilt werden: aus den übrigen Bestimmungsstücken 2. Zur Berechnung der t.ıaximalen
Ist. R der Widerstand des Entladungs- *Torsionsspannung in geraden,
Methode Vergleichung mit Staat ‚Jahr d. Veröff, Ergebnis weges ohne Prüfling, so ergibt sich schlanken Stäben mit kreis- oder
‚Smith Gegeninduktion England 1914 2
X aus X = RWIR = W). kreisförmigem Querschnitt, dessen
Smith Gegeninduktion England 1937 1,000 499 Für den Widerstand von *Galvano- äußerer Randkreis den Radius r, hat,
Rosa Eigeninduktion Deutschland 1921 > metern sind spezielle Methoden an- dient das polare W.
Rosa Eigeninduktion USA 1936 u. 1938 1,000 472 gegeben worden,ebenso für den von
Rosa Eigeninduktion Deutschland 199 3 Elementen bzw.Batterien. Wegen der wobei 7, das Wo = Iplra,
polare Trägheitsmoment
Yoneda Gegeninduktion Japan 1937 > Polarisierbarkeit von *Stromquellen des Querschnitts in bezug auf den
Campbell Gegeninduktion England 1937 1,000 505 mißt man diese besser mit Wechsel- Querschnitsschwerpunkt
Campbell Gegeninduktion Frankreich 1938. > strommethoden. Zur schnellen und bedeutet.
Wenner Gegeninduktion USA 1948. 1,000 484 bequemen W. sind Zeigerinstrumente Widerstandsnetzmodell (Maschenver-
Gesamtergebnis 2ynd/Ran, (Mittelwert) = 1,000.490. entwickelt worden, die den Wider- Jahren), ein insbesondere von B. Lieb-
%) Genauigkeit nicht den heutigen Anforderungen genügend stand direkt anzeigen (Ohmmeter). mann entwickeltes Analogieverfahren
») Infolge des Krieges abgebrochen Diese benutzten entweder die Me- zur Lösung verschiedener partieller
®) Ergebnis zurückgezogen
thode der Strommessung bei kon-
Absolute W. (d.h. Zurückführung berechenbar. Das Brückenverfahren stanter Spannung oder sie arbeiten Differentialgleichungen,z. B. der Po-
auf physikalische Größen anderer Di- und das Meßverfahren mit dem Dif- mit Kreuzspulinstrumenten. Die bei- tentialgleichung. Die Gleichung wird
mension, nach Möglichkeit Grund- ferentialgalvanometer liefern die ge- den unter einem Winkel fest mitein-
größen) wird auch bei technischen nauesten Resultate. Man schaltet die ander verbundenen Drehspulen des
Messungen geringerer Genauigkeit Spulen des Differentialgalvanometers Gerätes werden von Strömen durch-
angewendet. So ist z. B. das bekannte entwederparallel zu den in Reihe lie- flossen, die durch den Prüfling und
Verfahren der Widerstandsbestim- genden Widerständen X und N und das Vergleichsnormal (Rheostat) be-
mung durch Strom- und Spannungs- macht durch Einregeln von N die stimmt sind. Das bewegliche Organ
messung ein absolutes Verfahren. Mit Spannungsabfälle gleich (im übergrei- stellt sich so ein, daß die Drehmo-
Hilfe des Kunstgriffes der Substitu- fenden Nebenschluß fallen die Zulei- mente sich kompensieren. Gemessen
tion läßt sich jedes absolute Verfah- tungseinflüsse heraus), oder man legt wird also das Verhältnis der Am-
ren in ein relatives verwandeln. die Spulen in Reihe mit den parallel perewindungen, so daß Spannungs-
Relative W. oder Widerstandsver- gelegten Widerständen X und N und schwankungen ohne Einfluß sind.
gleichungen führen das Meßobjekt stellt auf Stromgleichheit ein (Kom- Zur Messung von Erdungswiders
auf ein bereits bekanntes Normal zu- mutieren des Stromes erforderlich). den dient der Megger, ein Quotien- Abb. 1
rück. Es existieren zahlreiche Ver- Kleine Widerstände werden mit Hilfe tenmesser, der durch einen kleinen dabei durch eine Differenzenglei-
fahren, von denen hier nur die be- der Thomsonschen Doppelbrücke be-
stimmt, ein Brückenverfahren ähnlich Gleichstromgenerator gespeist wird, chung approximiert und diese durch
kannten genannt werden können. Das
dem der Wheatstoneschen Brücke, dessen Strom durch einen Kommu- ein Netz von genau kalibrierten Wi-
verbreitetste ist das Brückenverfahren
bei dem jedoch zwei Brückenbedin- tator periodisch gewendet und durch derständen dargestellt (Abb. 1). Je
(Wheatstonesche_ Brücke). Zwischen
gungen zu erfüllen sind, oder durch einen zweiten wieder gleichgerichtet feiner das Netz ist, um so genauer
einem spannungsführenden und einem
spannungslosen Leiter läßt man die Vergleichung der Spannungsabfälle wird. So erfolgt die Erdungswider- kann die vorgegebene Gleichung ge-
Spannung längs zweier parallel lie- an den in Reihe liegenden, strom- standsmessung durch Wechselstrom, löst werden. Allerdings sind hier
durch den großen Aufwand an Prä-
doch ohne Verzicht auf die Vorzüge zisionswiderständen
gender Wegeabfallen, von denen der durchflossenen Widerständen X und der Gleichstromanzeige. (einige 10°) prak-
eine den Prüfling X und einen Ver- N mit einem Galvanometer oder Lir. Stille: Rechnen und Messen in der tische Grenzen gesetzt. Nach dem
gleichswiderstand R«, der andere das Kompensationsapparat. Physik. Braunschweig 1961. - Arch. f. gleichen Prinzip arbeitet ein Verfa
Normal N und einen Widerstand Rs Große Widerstände ermittelt man Elektrotechn. 39, 130 (1948). — Zickner: ren, bei dem man eine dünne leitfi
enthält. Bekannt braucht außer N nur ebenfalls durch Messung der Span- Amtsblatt der PTB, Braunschweig, 1950, hige Schicht (Kohlepapier, Metall-
das Verhältnis R./R» zu sein, das also. nungsabfälle, jedoch mit einem *Elck- Nr. 2, 8.70, 1951, Nr.1, $.35; 195,
Nr. 1, 8.27. — Schwerdtfeger: Elektri- film) an Stelle des Widerstandsnetzes
z.B. durch das Verhältnis zweier trometer oder *Röhrenvoltmeter. sche Meßtechnik. Bd. 1. Leipzig 1941. - verwendet.
Drahtlängen a/b eines Schleifdrahtes Eine andere Methodeist die Bestim- Schulze: Meßwiderstände. Isruhe Man kann damit die ebene Potential-
ersetzt werden kann. Verbindet man mung des Widerstandes aus der Ent- gleichung lösen, wenn man die Rän-
die Kontaktstellen zwischen X und ladungszeit eines Kondensators. Sie der des Problems durch gut leitende
Ra einerseits und zwischen N und Ro eignetsich besonders für die Messung nung der maximalen Biegenormal- Metalistreifen darstellt, die auf die
andererseits durch eine »Brücke«, die von Isolatioswiderständen. Sinkt an spannung in geraden, schlanken Stä- Schicht aufgelegt werden. Abb.2
ein Galyanometer enthält, und stellt einem Kondensator C mit parallel ben dient das axiale oder äquatoriale zeigt z. B. die Bestimmungder Feld-
mit dem Widerstandsverhältnis geschaltetem Elektrometer c die W., das als Quotient aus dem axi Verteilung in einem Kondensator. [35]
124 125
Widerstandsnormal Wiechert
N" wendung für W., so vor allem Blei Temperaturen oberhalb des Eispunk- Das W. G. in Meteoriten dürfte den
für tiefe Temperaturen, da sein Wi- tes ist in der Abb. für verschiedene nahezu endgültigen Gleichgewichts-
derstand langsamerabfällt. In zuneh- Metalle dargestellt. Man erkennt drei zustand im zweiphasigen Gebiet zwi-
mendem Maße werden zu W. auch verschiedene Kurvenscharen. Der schen «- und y-Eisen des Zustands-
— elektrische Halbleiter, vor allem Ger- mittleren gehören die meisten Me- diagramms Eisen-Nickel darstellen,
u manium-Halbleiter verwendet. Man talle, z.B. Cu, Au, Pb an; sie zeigt also durch langsame Umbildung des
kann damit bis in die Nähe des abs. einen steileren Anstieg als die Clau- in diesem Gebiet zunächst entstehen-
Kohlen
Nullpunkts messen. Die Meßelemente siussche Gerade rr = 77273. den ursprünglichen Martensitnadel-
Papier re könnensehr klein gehalten werden (s. Einen noch steileren Anstieg haben gefüges entstanden sein. Diese Um-
Temperaturmessung und Bolometer). die Ferromagnetika, während in der bildung ist möglich, weil das Marten-
Abb. 2 Lır. Kohlrausch, Prakt. Physik, 1, Platingruppe Metalle vorkommen, sitgefüge wegen seiner *Spannungen
Bd. Stuttgart 1960. Angerer, E. v., und die die Clausiussche Gerade unter- sowie wegen der noch gehemmten
Widerstandsnormal, s. Normalwider- H. Ebert: Technische Kunstgriffe bei schreiten. *Entmischung noch nicht vollständig
physikalischen Untersuchungen. Braun- Lır. Justi, E.: Leitfähigkeit und Leitungs- im thermodynamischen Gleichgewicht
stand.
Widerstandsoperator, svw. kom- schweig 1966: Herstellung von Wider- mechanismus fester Stoffe. Göttingen ist. Es wird unter dem Nadelgemen-
plexer Wechselstromwiderstand, 5. standsthermometern.
und J. A. Hall: Progress - Barber, C.R.,
in Platinum 1948.[2] ge des Plessits eine Auswahl statt-
Impedanz, elektrische. [22] Resistance Thermometry. Brit. J. Appl. Widerstandszahl,s. Reibung in Strö- finden, so daß einzelne größere und
Widerstandsthermometer beruhen Physics 13, 4 (1962), S. 147-154. [9] mungen. günstig orientierte Nadeln infolge
auf der Tatsache, daß der elektrische Widerstandsverhältnis. Der Wider- Widmannstättensches Gefüge wurde der Spannungsenergie und der an
Widerstand der Metalle eine Funk- stand R eines Leiters ändert sich mit. an geschliffenen und geätzten Flächen ihnen einsetzenden *Diffusion die
tion der Temperatur ist. In erster der Temperatur, und zwar nimmt er von Eisen-Nickel-Meteoriten von A. andern allmählich aufzehren, und so-
Näherung wächst der Widerstand bei metallischen Leitern zu, bei C, Si v. Widmannstätten 1808 mit bloßem mit zur Bildung der Martensitplatten
linear mit der Temperatur, d.h. die und Te ab. Ist Ro der Widerstand bei Auge beobachtet. Das W. G. be: kommen. Auch bei den technischen
Zunahme des Widerstandes ist an- 0 °C, so gilt in erster Näherung fü darin, daß ein nickelarmer, ku Stählen wird häufig ein W. G. beob-
nähernd der Temperaturerhöhung den Widerstand bei t °C innenzentrierter *Mischkristall (K. achtet,
proportional. Bei reinen Metallen be- R=R(tBßn. mazit) in Form vonoft millimeterdik- Lır. Dehlinger, U.: Theor. Metallkunde.
trägt der mittlere Widerstandskoeffi- Dabeiist der Temperaturkoeffizient ken, kristallographisch orientierten Berlin 1955. Masing, G.: Lehrb.d. allg.
zient im Bereich 0 bis 100 °C zwi- 8 die relative Widerstandsänderung Platten die meist viele Zentimeter Metallkunde. Berlin 1950. [15]
schen 0,004 und 0,005. Für genauere je grd. Clausius hatte vermutet, daß großen Körner wie ein Netzwerk Wiechert, Johann Emil. Dt. Physiker
Messungen ist es indessen notwendig, R proportional zur absoluten Tem- durchzieht, umgeben von dünneren und Geophysiker. Geb. 26. 12. 1861
die Temperaturabhängigkeit durch peratur T ansteigt, daß also ß = "ers Schichten eines nickelreicheren, kı in Tilsit, gest. 19.3.1928 in Göttin-
Formeln zweiten oder dritten Grades ist. Dann wäre das Verhältnis des bisch flächenzentrierten Mischkı gen. 1897 Priv.-Doz.für Physik, 1898
darzustellen (s. die Vorschriften, die Widerstandes bei der absoluten Tem- (Tänit), während das Innere di 0. Prof. der Geophysik an der
ür die internationale *Temperatur- peratur 7 zum Widerstand bei 273 °C Platten umhüllten Räume von Göttingen, gleichzeitig Direk-
skala gelten). abs., das sog. Widerstandsverhältnis feinnadeligen Gemisch von tor dem von ihm errichteten geo-
Die elektrische Temperaturmessung Fr = Rr/Rem = T/273. und Tänit (Plessit) erfüllt ist ( Piaalischen Inst. 1900 0. Prof. für
durch W.ist für sehr genaue Messun- Der tatsächliche Verlauf von rr für
gen unentbehrlich. Allerdings erfor-
dert sie einen erheblichen Aufwand 6200.400 300 500 700 900 100 ım0 1200
an Geräten zur Bestimmung des elek-
trischen Widerstandes, ist aber von
— 260 bis zu 600 °C und höher an-
wendbar. In der Gegend des Eis-
punktes ist eine Meßunsicherheit von
{Jıoooo grd vorhanden,zwischen 0 und
100 °C eine Unsicherheit von einigen
tausendstel grd und selbst in der Ge-
TERr/Rp

gend des Schwefelpunktes (444,6 °C)


noch eine solche von einigen hundert-
stel grd. Es wird versucht, die Ge-
nauigkeit noch zu verbessern.
Man benützt meistens Platindraht,
der locker auf ein gezähntes Glim-
mer- oder Porzellankreuz aufgewik-
kelt ist und sich in einer Schutzröhre
aus Glas, Quarzglas, Porzellan oder
Nickel befindet. Die für Platin-W. zu
'verwendenden Formeln s. u. Tempe-
raturskala, internationale. Gelegent- "5 00 200 200 200.50 000 vo ana so uı
lich finden auch andere Metalle An- Widmannstättensches Gefüge bei einem Meteoriten (aus Krause)
126 127
Wiechert-Herglotzsches Verfahren Wiedemann-Franzsches Gesetz
Geophysik daselbst. Arbeiten auf Andererseits ist auch (8) erlaubt die Bestimmung von schen Leitfähigkeit x für eine be-
dem Gebiet der Optik, der Atomistik log (Rofr*) für jedes A; die Bezie- stimmte Temperatur bei reinen Kri-
(insbesondere Röntgen-Strahlen- und v ar hung v* liefert dann den zu- stallen nahezu eine Konstante ist.
Kathodenstrahlenforschung) sowie ta @ gehörigen v*-Wert. Die letzte Be- Später stellte L. Lorenzfest, daß die-
der Geophysik. [43] Bedeutet & den Winkel zwischen dem stimmung der Funktion v (r) wurde ses Verhältnis proportional zur abso-
Wiechert-Herglotzsches Verfahren. von K.E. Bullen vorgenommen,in- Iuten Temperaturist. Esgilt also
Verfahren, um aus den *Laufzeitkur- Strahl und einer konzentrischen Ku- dem er sich auf die Laufzeitkurven
ven der *Erdbebenwellen die Wellen- gelfläche, so ist r (dö/ds) = cos a. stützte, die H. Jeffreys 1939 bestimmt =L,
geschwindigkeit in verschiedenen Tie- Demnach ist p = r-cosa/v entlang hatte.
fen der Erde zu ermitteln. Dies ge- jedem Erdbebenstrahl konstant An sich sind unendlich viele Ge- wobei Z eine von der Natur desreinen
schieht im wesentlichen durch Auf- (Strahlgleichung). Möge der tiefste schwindigkeitsverteilungen v(h) im Metalls und der Temperatur unab-
lösen einer Integralgleichung vom Punktdes Strahls den Zentralabstand Erdinnern denkbar, die alle auf die- hängige Konstante ist. Dies ist das
Abelschen Typ, der. Wiechert-Herg- r* haben und sei dort die Phasenge- selbe Laufzeitkurve führen. Die Auf- -F-L.-G. Allerdings schwanken
lotzschen Integralgleichung. Die Wel- schwindigkeit v*. Dann ist gabe, allein aus der Laufzeitkurve die gefundenen Werte von Z. ziemlich
lengeschwindigkeit ergibt sich nu- r auf ‘die Wellengeschwindigkeit als stark. Sie liegen zwischen 2,2 - 10*
merisch als Funktion des Zentral- vr- pP“ © Funktion der Tiefe zu schließen, ist und 2,6 - 10% V? grd®.
abstandes r vom Erdmittelpunkt, also im allgemeinen nicht eindeutig Bei tiefen Temperaturen wird das
v=v(r) und läßt aus ihren mehr Sei nun (s. Abb.) A die im Winkel- lösbar. Unter gewissen, einschrän- W.-F.-L.-G. ungültig: L nimmt mit
oder weniger deutlich erkennbaren maß gemessene Epizentraldistanz und kenden Annahmen ist aber doch eine sinkender Temperatur ab. Die Wär-
Unregelmäßigkeiten im Verlauf auf Ro der Erdradius. Dann ist cos a = eindeutige Lösung möglich. Zu die- meleitung erfolgt nach Eucken nicht
Unstetigkeitsflächen und deren Tiefe (v- dT)KRo dA) und weiter sen Annahmen gehören die folgen- ausschließlich durch die Bewegung
im Erdinnern schließen. Das Verfah- den: 1. Auf jeder im Erdinnern ge- der Elektronen, sondern auch durch
ren ist. daher ein Mittel, zu Aussagen ar legenen, zur Erdoberfläche paralle- die Stöße der Gitteratome gegenein-
über das Erdinnere zu gelangen. P=agi® © len Fläche sind die v-Werte nahezu ander. Das W.-F.-L.-G.bezieht sich
Einfacher ist es, sich auf eine Diffe- konstant, 2. die Abnahme von v (h) aber nur auf den elektronischen An-
rentialgleichung zu stützen. Dies ge- Der Parameter p bedeutet also nichts mit der Tiefe darf den Gradientwert teil. Der Wärmewiderstand w = 1/A
schieht folgendermaßen: Mögen r, anderes als die Ableitung der Lauf- w_v ird bei festgehaltener Temperatur
Polarkoordinaten mit dem Anfangs- zeitkurve 7 7 (4). Um die zu den für verschieden verunreinigte und ver-
punkt im Erdmittelpunkt sein. Dann verschiedenen Epizentraldistanzen
dr r
festigte Proben eine lineare Funktion
verlangt das Fermatsche Prinzip, gehörigen p-Werte zu finden, muß (r Abstand vom Erdmittelpunkt) nicht des elektrischen Widerstandes g. Der
demzufolge die Laufzeit entlang dem mithin die Laufzeitkurve numerisch überschreiten. Innerhalb der Erdkru- Gesamtwiderstand setzt sich additiv
tatsächlichen Weg kürzerist als ent- differenziert werden. ste beispielsweise ist A klein neben auseinem Isolatoranteil wı und einem
lang benachbarten Wegen, daß das dem Erdradius R, so daß dort einem elektronischen Anteil durch die me-
Integral Wachstum des h um 6,4 km eine An- tallische Leitung (im engeren Sinne)
7 [&-
n
derung des v von rund1°/oo entspricht.
Überschreitet der Gradient in der
wm = oIZ T zusammen:
w= wet @lZT.
Erdkruste diesen kritischen Wert, so
1 dr versagt das Verfahren von Herglotz- Dabei ist 1/Z die Neigung der »iso-
- Ft =) +r.d8 o En Epizentrum
Wiechert und eine Bestimmung der
v-Werte ist auf diesem Wege nicht
thermen Geraden« in der w-g/T-
PP'=Rydh mehr gesichert. Da aber keine Mög- Ebene Der metallische Anteil genügt
zu einem Minimum werde(ds Linien-
PQqevar dem W.-ı . bei konstantem Z.
element entlang dem tatsächlichen lichkeit besteht, von der Erdoberflä- Namentlich bei Wasserstoff-Tempera-
Strahl). Die Bedingung dafür ist das che auszu beurteilen, ob der kritische turen schwankt Z nur wenig um
Bestehen der Eulerschen Differen-
Aus (5) und (6) folgt v* r* (dT/ Gradient überschritten ist oder nicht, 2.2. 10%.
tialgleichung
44). Führt mandiese Bezichungso- kann von vornherein auch nicht auf Dieser Wert ist in guter Übereinstim-
wie (6) in die Differentialgleichung (2)
d/(3L) 2 ,_dr die absolute Richtigkeit der nach dem mung mit dem nach der *Elektronen-
ein, so kann man diese integrieren Verfahren gewonnenen Geschwindig- theorie der Metalle von Drude be-
ale undwird auf keitsverteilung, v (h) geschlossen wer- rechneten. Im elektrischen Feld stellt
wo der Integrand von (1) als La- den. Verschiedene Anzeichen deuten sich eine konstante Stromgeschwin-
grange-Funktion Z figuriert. Das er- Ro _
4 darauf hin, daß in den langsamen digkeit des Elektronengases ein, in
ste (dem Energieintegral entspre- log ze = 4.[cos hy 2 da 8) Schichten die erforderlichen Voraus- dem sich die Kraft im elektrischen
chende)Integral von (2)ist setzungennicht erfüllt sind. Feld und der Reibungswiderstand
v Lır. Gutenberg, B.: Hab. der Geophysik,
Bl) = udL
geführt. Hier soll der Index 0 anden-
ten, daß der entsprechende Ausdruck
Ba. IV. Berlin 1933. [6]
Wiechert-Pendel, s. Pendel.
Wiedemann-Franzsches Gesetz (auch
durch die Stöße gegen dasGitter das
Gleichgewicht halten. Die elektrische
Leitfähigkeit ergibt sich zu
oder, wegen der Bedeutung von L, für die Obergrenze von A zu nehmen Wiedemann-Franz-Lorenzsches Ge-
r ist. Man geht so vor: Die Laufzeit- setz). Wiedemann und Franz beob-
a @ kurve liefert dT/dA als Funktion von
4. Die Ausführung der Integration
achteten, daß das Verhältnis der ther-
mischen Leitfähigkeit A zur elektri- Dabeiist e und m die Elektronenla-
128 129
Wiedereintauch-Problem Wigner-Seitz-Zelle
dung bzw. Elektronenmasse, I der *Wiedervereinigung zweier Ionen der Kanalstrahlteilchen mit Hilfe der gen, außer dem *Zeeman-Eifekt auch
mittlere freie Weglänge, die Zahl verscheidenen Vorzeichens die frei Massenspektroskopie. 1893 stellte er einen Stark-Effekt aufweisen. Dies
derElektronenje cm’ und v ihre mitt- werdende Energie vielfach in Form das Wiensche Verschiebungsgeseiz hat W. Wien 1914 an Wasserstoff-
lere thermische Geschwindigkeit. Das von Strahlung abgegeben. Die hier- auf, das die Wellenlänge maximaler kanalstrahlen zum erstenmal nach-
durch die freien Elektronen bedingte durch entstehende Lichtstrahlung Emission des schwarzen Körpers mit weisen können.
Wärmeleitvermögenergibt sich zu nennt man das W. (im Gegensatz z. seiner Temperatur verknüpft, 1896 Lim. Wien, W.: Ann. d. Phys. 49, 43
1 B. zum *Anregungsleuchten). S. a. das als Grenzgesetz gültige Wiensche Bio). 14}
A kin®. Lumineszenz. [1] Strahlungsgesetz über die Energiever- Wightman-Funktionen, s. Rekon-
Wiedervereinigung von Elektronen teilung der schwarzen Strahlung.Sei- struktionstheorem von Wightman.
jabei ist k die Boltzmann-Konstante. und Löchern in Halbleitern, s. Re- ne hydrodynamischen Arbeiten, Wigner, Eugen Paul. Amer. Physiker.
ir das Verhältnis der Wärmeleitfä- kombination eines Elektron-Loch- sonders über Energieströmung,schlie- Geb. 17.11.1902 in Budapest. Stu-
higkeit zur elektrischen Leitfähigkeit Paares, Lebensdauer von Elektronen Ben an die seines Lehrers Helmholtz rte an der TH Berlin, wo er 1926
erhält man damit und Löchern und Rekombinations- an. Gemeinsam mit Lummer gelang Assistent wurde. 1930-1933 Prof. für
strahlung. ihm die Verwirklichungdes schwarzen Theoret. Physik am Kaiser-Wilhelm-
4-3(&)rerr, Wien, 1. Max Karl Werner. Dt. Phy- Körpers. [43] Inst. für Physik und an der Univ.
siker. Geb. 12. 1866 in Königsberg :ner-Schweresystem, s. Schwere- Göttingen,seit 1938 Prof. in Prince-
also das W.-F.-G,; für Z ergibt sich i. Pr., gest. 2.1938 in Jena. 1899 system. ton. W. erhielt zusammen mit dem
unter Verwendung der universellen Doz. für Physik an der TH Aachen, Wiensches _Geschwindigkeitsfilter, deutschen Physiker H. D. Jensen und
Konstanten e und k der Wert von 1904 Prof. für Physik an der TH Dan- eine Anordnung, bei der ein Strahl der amerikanischen Physikerin Maria
rung 2,22 - 10° V?grd®. Dieser Aus- zig, 1911-35 an der Univ. Jena. Ar- geladener Teilchen durch ein elektri- Göpfert-Mayer den Nobelpreis für
druck erfährtin der Sommerfeldschen beiten: W. war einer der Pioniere der sches und ein daraufsenkrecht stchen- Physik 1963 für seine Arbeiten über
Elektronentheorie der Metalle eine Hochfrequenztechnik. Er untersuchte des magnetisches Feld geschickt wird die Schalenstruktur des Atomkerns.
geringfügige Abänderung; es wird nur die Empfindlichkeit des menschlichen (s. Abb.). Bei passender Abstimmung
der Faktor 3 durch #°/3 = 3,3 ersetzt, Ohres für Töne verschiedener Höhe, der Feldstärken werden Teilchen gl Wigner-Eiffekt. Anderungin den phy-
der mit dem Durchschnitt der Beob- entwickelte Meßmethoden für den cher Masse und Geschwindigkeit, die sikalischen Eigenschaften des Gra-
achtungen noch besser übereinstimmt. Wechselstrom, befaßte sich mit den von A’ mit kleinen Richtungs: phits beim Reaktorbetrieb als Folge
B Koppelschwingungen und der Elek- chungen ausgehen, in A” anni atomarer Gitterstörungen durch Neu-
Wiedereintauch-Problem, s. Abbrem- trizitätsleitung in Elektrolyten. W. hoher Energie und andere
sen von Erdsatelliten in der Abstiegs- entdeckte 1906 Stoßerregung + iereiche Teilchen. Der W.-E. ist
bahn. schwach gedämpfter elektrischer bei Gas-Graphit-Reaktoren zu beach-
Wiederholungszwi inge, s. Kristall- Schwingungen mittels der Löschfun- ten. Er kann zu energiereichen Zu-
zwillinge. kenstrecke. Er konstruierte einen Re- ständen des Kristallgitters des Gra-
sonator zur Tonstärkenmessung und phits führen. Beim Übergang in den
Wiederkehreinwand, s. Umkehrein- ein optisches Telephon (1890), führte Grundzustand werden diese Beträge
wand. Untersuchungen über Polar Fe freigeseizt. [7]
Wiederkehrwellen, Erdbebenwellen, bei Wechselstrom, Magnetisierung Wigner-Kerne nennt man mitunter
die nach ein- oder mehrmaliger Um- durch Wechselstrom und Resonanz wieder vereinigt. Das ist dann der ste Klasse der Spiegelker-
kreisung des Erdballes die Station er- bei der drahtlosen Telegraphie durch Fall, wennsich die ablenkende Wir- ne, n) nlich diejenigen Isobarenpaare,
reichen. Es handelt sich dabei um die undentdeckte die Abweichungen der kung des elektrischen unddes magne- bei denen sich Ordnungszahl (Zahl
Wellen der Hauptphase des Bebens Elektrolyte vom Ohmschen Gesetz bei tischen Feldes gerade die Waage h; der Protonen) und Zahl der Neutro-
(L-Wellen), also die Oberflächenwel- schr hohenFeldstärken. ten. Teilchen abweichender Geschwin- nen um 1 unterscheiden, z. B. 3H® und
len. Wegen der beim Ausbreitung 2. Wilhelm (Willy) Karl Werner. Dt. digkeit werden in einem anderen und }#P®. [7]
vorgang eintretenden Energieverluste Physiker. Geb. 13. 1.1864 in Gaifken Punkte (B oder C) vereinigt. [35] Wigner-Kraft ist ein phänomenologi
‚können W.nurbei schr starken Erd- (Ostpreußen), gest. 30.8.1928 i Wiensches Verschiebungsgesetz, s. scher Ansatz für die Kernkraft, die
beben - Katastrophenbeben, Weltb Strahlungsgesetze. mit dem Austausch des Spins der bei-
ben - auftreten.[6] München. 1896 a. o. Prof. für Physi
an der TH Aachen, 1899 0. Prof. fü Wienscher Versuch. Die Spektralli- den Teilchen, zwischen. denen die
Wiedervereinigung (auch Rekombi- Physik an der Univ. Gießen, 1900 an nien eines in einem elektrischen Feld Kraft wirkt, gekoppelt ist. S. Aus-
nation), Vereinigung der durch der Un; Würzburg, 1920 o. Prof. leuchtenden Atoms zeigen, wie J. tausch, Kernkraft. [7]
Tonisation eines Moleküls oder Atoms für Experimentalphysik an der Univ. Stark entdeckt hat, eine spektrale Wigner-Seitz-Zelle. Für das kubisch-
entstandenen Ionen verschiedenen München. W. erhielt 1911 den Nobel- Aufspaltung in mehrere Komponen- flächenzentrierte und kubisch-raum-
Vorzeichens zu neutralen Gebilden. preis für seine Arbeiten auf dem Ge- ten. Auf einen mit der Geschwindig- zentrierte Gitter gewinnt man die
Die Geschwindigkeit der W. wird bei biet der Wärmestrahlung. Er befaßte keit u bewegten Ladungsträger wirkt W.-8.-Z. durch folgendes Verfahre:
gegebener Ionendichte durch den sich. experimentell mit Korpuskular- nach H. A. Lorentz bzw. den Glei- Senkrecht durch die Mitten der Ver-
*Rekombinationskoeffizienten gemes- strahlen, führte Beugungs- und Pola- chungen der Relativitätstheorie ein bindungslinien vom betrachteten
sen. [1] risationsversuche des Lichtes durch Magnetfeld 8 wie ein elektrisches Atom zu seinen nächsten und über-
Wiedervereinigungsleuchten. Ähnlich und bestätigte die Randwellen. 1897. Feld der Stärke [v/c X 8] ein (*Lo- nächsten Nachbarn legt man Ebenen,
wie bei der Rückkehr angeregter führte er Messungen an Kanalstrah- rentz-Kraft). Deshalb war zu erwar- die ein Polyeder, eben die W.-8.-Z.
Atome oder Moleküle (s. Anregung) len aus und bewiesderennegative La- ten, daß die Linien leuchtender Ato- einschließen. Neben der Fähigkeit je-
in den Grundzustand wird auch bei dung. Er bestimmte 1898 die Masse me, welche sich Magnetfeld bewe- der primitiven Zelle, durch elemen-
130 131
Wignersche Zeitumkehr Wind
tare Translationen das Gesamtgitier
zu bilden, besitzen diese W.-S.-Z.
die volle Symmetrie des Gitters.
Im hexagonalen und Diamant-Gitter
rrYHH4 Druckes bewegen. Das in unseren
Breiten vorwiegend auftretende Wind-
system ist das der Gradientwinde.
neneinstrahlung (Insolation) in Ver-
bindung mit der Erdrotation.
Ebenfalls auf horizontale Tempera-
entstehen die W.-S.-Z. in derselben Wenn hier die Luft in Bodennähe turunterschiede gehen jene Luftver-
Weise, doch umgebensie zwei Atome; nicht, wie von der Theorie gefordert, setzungen zurück, die im kleinen als
nur ein Teil der Gesamtsymmetrie isobarenparallel strömt, so hat dies Land- und Seewinde bekannt sind
kommt diesen Zellen zu. In Verbin- seinen Grundeinerseits in der Boden- und in großem Maßstab als Monsune
dungen müssen die Zellen notwendig reibung (die gestörte »Reibungs. gewaltige Gebiete in ihren Strö-
wenigstens die der chemischen Zu- schichte reicht über ebenem Landet- mungsbereich einbeziehen. Die über
sammensetzung entsprechende An- wa 300 bis 1000 m hoch), andererseits einem stark_erhitzten Kontinent la-
zahl Atome enthalten. Sie sind wieder in den oft sehr verwickelten orogra- gernden Luftmassen werden in sol-
so gebaut, daß sie größtmögliche phischen Verhältnissen über dem chem Ausmaß erwärmt, daß sich lo-
Symmetrie aufweisen. Festland. Im Mittel über lange Zei- kale oder auch regionale Zirkulations-
Bei der Berechnung der Eigenfunk- ten und große Flächen strömt die räder (Auf- und Absteigen) nicht
tionen der Elektronen in Kristallen Luft in den gemäßigten Breiten in mehr stabil erhalten können: es
finden die W,-S.-Z. ihrer Symmetrie west-östlicher Richtung. In_ dieser kommt — meist schlagartig und ter-
wegen Verwendung, s. Bänderspek- »Zone der Westwindec spielen die mingebunden - zu einer Einbeziehung
trum. [37] ostwärts driftenden Zyklonen mit ih- der kühleren Meeresluft in den Zir-
Wignersche Zeitumkehr, s. Bewe- ren jeweiligen Strömungssystemen kulationsvorgang. Die erhitzte Luft
gungsumkehr. eine wichtige Rolle für den Austausch strömt in der Höhe meerwärts und
Wilson-Phänomen. von Luftmassen bzw. deren Ver- wird durch kühlere und feuchte Mee-
Williamsonsche Formel, empirische, Der Beobachter beobachtet aus der Pfeil- mischung (Tropik- und Polarluft). resluft ersetzt, die in Bodennähe als
s. Strukturviskosität. richtung. Ein konzentrischer, trichterfi Äquatorwärts schließen sich auf den Monsun von der See gegen das Land
Wilson, Charles Thomson Rees. ‚iger Fleck wird ihm in der’herausproji beiden Halbkugeln die Zonen der strömt. Schon kleine orographische
Schott. Physiker. Geb. 14.2.1869 in Zierten Weise exzentrisch erscheinen *Passatwinde an, die, einem Druck- Hindernisse geben dann Anl
Glencorse (Schottland), gest. 1959. stalt haben und der Effekt auf per- gefälle (ab etwa 4km Höhe) vom starker Kondensation, d. h. Nieder-
1900 Univ.-Lehrer für Physik am spektivische Verkürzungen, wie in der ‚Äquator zu den Polenhin folgend, in schlagsbildung. Das bekannteste Bei-
Sussex Coll., 1918 Dozentfür atmo-
sphärische Elektrizität, 1925-1934 0. Abb. gezeigt, zurückgehen. Bei den
Flecken, die das W.-P. nicht zeigen,
der Höhe als Antipassate stark er-
wärmte Luft (Aquatorialluft) pol-
spiel ist der indische Monsun, doch
zeigenalle Kontinente hinsichtlich der
Prof. für Naturphilosophie an der dürfte
Univ. Cambridge. W. erhielt 1927 den sein. [5]der Niveauunterschied zu klein wärts verfrachten und in Bodennähe
unter Einbeziehung kühlerer Luft-
Luftströmung ein ähnliches Verhal-
ten. Daß Europa zwar keinen Mon-
Nobelpreis für Physik für seine Me- Wilsonscher Versuch. Nach H. A. massen (Tropikluft) wieder zurück- sun, wohl aber eine Monsuntendenz
thodeder Sichtbarmachungdes Weges Lorentz, sowie nach den Formeln der führen. Beide >Zirkulationsräder« kennt, liegt an der zu geringen Erwär-
der elektrisch geladenenTeilchen kor- Relativitätstheorie, wirkt sich ein Ma- bilden keine abgeschlossenen Systeme; mung des Kontinents bzw. der über
puskularer Strahlen, 1935 die Copley- gnetfeld 8 auf einen mit Geschwin- beide stehen in Luftmassenaustausch ihm liegenden Luft während der
Medaille. Hauptarbeiten: Untersu- digkeit » bewegten Ladungsträger wie einerseits den polwärts anschlie- Frühlingsmonate. Die mit Ende Juni
hungen über Radioaktivität und über
Nebelbildung durch Ionen. Dabei ent- ein elektrisches Feld der Stärke
[p/e X 8] aus (*Lorentz-Kraft). Ein
Benden Luftmassen, andererseits aber,
über den Kalmengürtel hinweg, in
sich einstellenden »Westwetterlagen«
mit. Sommer sind als
wickelte er eine Methode zur Sicht- im Magnetfeld bewegtes Dielektri- einem Luftmassenaustausch auch un. Ausdruck dieser Tendenz anzusehen.
barmachung elektrisch geladener Tei kum sollte sich daher im Sinn dieses tereinander. Da auch die beiden Da globales Zirkulationssystem und
chen (Wilsonsche Nebelkammer). Er Lorentz-Feldes polarisieren. Im W. nender Westwinde gegen die Pole hin Monsunesich überlagern, letztere so-
befaßte sich auch mit der Eigenbewe- V. wird dies dadurch nachgewiesen, keine abgeschlossenen Zirkulation gar das Übergewicht haben können,
gung des Universums und erfand das daß eine im Magnetfeld rotierende systemebilden, sondern mit den Strö- ist das Strömungsbild der irdischen
Kippmanometer. [43] dielektrische Scheibe sich zwischen mungen innerhalb der beiden Polar- Atmosphäre außerordentlich kompli-
Wilson-Kammer, s. Nebelkammer. n Platten eines Plattenkondensators kappen durch die Zyklonentätigkeit ziert und einer ständigen Umwand-
Wilson-Phänomen, ein nicht bei al- 'hindurchbewegt. Dieselben sind_lei- an der Arktikfront in Massenaus- lung (mit Jahresgang) unterworfen.
len, wenn auch bei den meisten *Son- tend verbunden und werden durch das tausch stehen, ist es möglich, daß Daß es trotzdem seit langer Zeit ver-
nenflecken auftretendes Phänomen, polarisierte Dielektrikum zu einer Luftpakete von jedem beliebigen hältnismäßig gut bekanntist, liegt in
das darin besteht, daß bei Annähe- Aufladung proportional (e — 1) v B/c Punkt der Erdatmosphäre nach jedem der Bedeutung, die die Kenntnis der
rung eines Sonnenfleckes an den
Scheibenrandinfolge der Sonnenrota- influenziert. andern verfrachtet werden können.
Dieses globale Zirkulationssystem
Windverhältnisse in der Vergangen-
heit für die Segelschiffahrt hatte.
ion der dem Rand zugekehrte Teil Lır. Wilson, H. A.: Phil. Trans. [A] 204,
121, 1904. [4] sorgt für dauernde Vermischung der ‚Was die Charakterisierung des W.an-
der *Penumbra rascher und früher Wind, meteorologisch die Bewegung Luft - zumindest bis zu einer Höhe langt, so begnügt man sich im allg.
verschwindet als der dem Sonnenrand der Luft relativ zum Erdkörper. Die von etwa 15 km. Von hier an machen mit der Angabe von Windrichtung
abgekehrte, dem Scheibenmittelpunkt als W. bezeichneten Luftströmungen sich allerdings erste Anzeichen einer (= Richtung, aus der der W. weht)
näher liegende Teil der Penumbra. werden hervorgerufen durch das Auf- Entmischung bemerkbar (s. Atmo- und Windstärke oder Windgeschwin-
Das Phänomenist einfach zu erklä- treten von Luftdruckgradienten sphäre, Aufbau der). Aufrechterhal digkeit. Zur Festlegung der Wind-
ren, wenn die Umbra als tieferliegend (= Druckgefälle in der Atmosphäre), ten wird das globale Zirkulations- richtung verwendet maneine 32teilige
angesehen wird. Dann dürfte der wobei die Luftteilchen sich von Stel-
ganze Fleck eine trichterförmige Ge- len höheren zu Stellen niedrigeren system letzten Endes durch die hori- Skala, die, bei Nord beginnend, über
zontalen Verschiedenheiten der Son- Ost gezählt wird. Die Angabe der
132 133
Windfahne Winkeldispersion
Windgeschwindigkeit erfolgt. in. Aufwärtsbewegung von Luft pflegt hen Strahlgeschwindigkeiten. Bei
oder km/h. Wegen ihrer Zweckmäl man ebenfalls i. allg. Sprachgebrauch Beaufort- mis kmik Knoten Überschallkanälentreten an Stelle der
keit auf der ganzen Welt eingebürgert nicht als W. im engeren Sinne anzu- Gebläse Kompressoren. Die dem
0 0-2 ı 1
und immer wieder bewährt ist die sprechen, obwohl dafür in der Flug-
1 055 15 10-3 Strahl als Wärme zugeführte Kom-
zwölfteilige Skala der Windstärken technik der Ausdruck »Aufwind« ge-
nach Beaufort, eine Skala, die, aus bräuchlich ist. 2 Km cn 6 pressorleistung
ständig
kann nicht mehr voll-
durch die Kanalwände abge-
der Praxis des Seefahrers entstanden, Der durch starke Sonneneinstrahlung 3 3154 28 110 führt werden. Es müssen besondere
4 557 29.238 1-15 Kühler angebracht werden. Bei Über-
leicht charakterisierbare Windstärken erwärmte Boden erwärmt auch die 5 8007 98 12
zur Grundlage der Einteilung macht. anliegenden Luftschichten, macht sie <s 10808 00 2.27 schallkanälen verwendet man zur
Jedem Beaufort-Wert einer Wind- spezifisch leichter als die Umgebung 78 3971
ma 0
Mn 28.3320 schaulichen*Schlierenmethode
Beobachtung der Su
stärke entspricht ein bestimmtes In- und verursacht damit eine instabile 9 208204 788 41-47 mungdie und die
tervall der Windgeschwindigkeit in Schichtung,die sich schließlich durch
km/h bzw. m/s. Den Beaufort-Werten eine turbulente Aufwärtsbewegung 10 205.284 8102 48-55 *Interferenzmethode.
einen geschlossenen
Die Abb. zeigt
Unterschaliwind-
1285326 10-117 56-6
1,2, 3, 4, 5 entsprechen beispielswei- der Bodenluft in eine stabile Schich- 2 3737 Um67 kanal der Göttinger Bauart (1 Gleich-
se_die Windgeschwindigkeiten 0 bis tung der Luftkörper umzubilden B 3841 Ba7-8 richter, 2 Düse, 3 Auffangtrichter, 4
0,3;0,4 bis 1,5; 1,6 bis 3,4 bis 5,4; trachtet. 10246 Isle 84-92 Diffusor, 5 Umienkgitter, 6 Gebläse,
5,5 bis 7,9; 8,0 bis 10,7 m/s. Durch Unter einem geostrophischen W.wird 154751 I6misd 93-102
Angabe von Richtung und Stärke 16 übersl über 184 über 102 7Windungsfläche
Modell). [11]
einer Spule mit ge-
der W.insofern noch nicht vollstän- der *Gradientwind verstanden, der
Windgesetz, s. Buys-Ballotsches rader Achse nennt man die Summe
dig charakterisiert, als eine Aussage dann weht, wenndie Isobaren parallel
verlaufen. Windgesetz. aller von den Einzelwindungen be-
über seine Struktur fehlt, d. h. über Über elektrische W. s. Spitzenwir- Windkanal, künstlich erzeugter Luft- grenzten Flächen, projiziert auf eine
die Art und Weise, wie die beiden an- kung. strom, in den Modelle von Flugzeu- zur Spulenachse senkrechte Ebene.
gefü i kurzzei- gen, Flugzeugteilen usw. gebracht Hierbei ist der Drahtdurchmesser als
ig ändern. igen, aber Lit. Chromow,S. P.: Einf. in die synop-
tische Wetteranalyse. Wien 1940. - Raeth- werden, um die *Druckverteilungen, klein gegen den Windungsdurchmes-
keineswegs periodischen Änderungen jen, P.: Einf. in die Physik der Atmo- Kräfte, Momente und Strömungsfor- ser angenommen.
von Richtung und Geschwindigkeit - sphäre. Leipzig 1942.(6] menzu untersuchen. Hierbei sind die Die W. Feiner mehrlagigen Spule,
die Böigkeit des W. - bilden seine Windfahne, leicht um eine Achse *Modellregeln zu beachten. Der deren mittlerer Radius r, deren größ-
»Struktur«, die meteorologisch als (Fahnenstange) drehbare Fahne mit Strahl muß im Meßquerschnitt ent- ter bzw. kleinster Radius r + ö und
Merkmal von Luftmassen oder von deren Windungszahl z ist, berechnet
thermo-hydrodynamischen Vorgän- starrer Fläche, die sich stabil in die
Windrichtung 'einstellt. Fahnen mit
sprechend den Verhältnissen der
freien Atmosphäre möglichst turbu- sich mit um so größerer Approxima-
gen bedeutungsvoll ist. Die üblichen machgiebiger Fläche kommen ins lenzfrei gemacht werden. Zu diesem tion,je größer die Lagenzahlist, aus
Wettermeldungen begnügen sich mit Flattern und sind daher für Rich- Zweck wird die vom Gebläse verdich-
der Feststellung der Böigkeit als sol- tungsmessungen nicht geeignet. Soll
cher und Angabe der »Spitzenböen«. die Strömungsrichtung angenähert © tete Luft zunächst gleichgerichtet (s. Fenelr+z8)- 1261
Gleichrichter für Strömungen) und
Gemessen wird der W. mit *Anemo- Ppunktförmig gemessen werden, so dann in einer *Düse stark beschleu- Winkeldispersion. Jeder dispergieren-
metern, Vorrichtungen, die es erlau- müssen Fahnen sehr kleiner Abmes- nigt. Das Modell wird zur Messung de Apparat (Prismenspektrometer,
ben, Windrichtung und Strömungsge- sungen gewählt werden. Wenn die sämtlicher Kraft- und Momentkom- Lummer-Gehrcke-Platte, Fabry-Pe-
schwindigkeit als Funktion der Zeit Drehachse der Fahne nicht senkrecht ponenten an einer Sechskomponen- rot-Etalon) liefert Parallelstrahlen-
zu registrieren. Während Staurohr- steht, so muß man auf Ausschaltung ienwaage mittels Drähten aufgchängt. bündel, deren Austrittsrichtung von
anemometer Aufschlüsse auch über des von der Schwerkraft herrühren- Trotz des Druckrückgewinns aus dem Wellenlänge zu Wellenlänge variiert.
die Struktur des W, zu geben vermö- den Drehmoments bedachtsein. Eine Strahl mit Hilfe des nachgeschalteten Die Änderung des Austritiswinkels @
gen, vermitteln die vielfach ange- Abart der W. ist die *Fadensonde. Diffusors benötigen die W. gewaltige
wandten Schalenkreuzanemometerin- a Antriebsleistungen, besonders bei ho-
folge ihrer Trägheit nur ein Bild vom Wind, geostrophischer, entspricht ei-
durchschnittlichen Gang der Windge- ner Luftströmung, bei welcher sich 6
schwindigkeit. Auch muß die Wind- Luftdruckgefälle und Coriolis-Kraft
richtung durch eine registrierende das Gleichgewicht halten. Es kommen
Windfahne unabhängig davon be- weder Reibung noch Zentrifugalkraft
stimmt werden. zur Wirkung. Der g. W.verläuft dem-
Nicht ausdrücklich als W. bezeichnet nach parallel zu den Isobaren. Dies _
werden die vertikalen Luftversetzun- gilt jedoch nur, solange stationäre
gen, wie sie innerhalb von Tief- und Verhältnisse vorherrschen. Wird das
Hochdruckgebieten sowie an Fronten Gleichgewicht der Kräfte gestört und
in großem Maßstabestattfinden- le- treten Abweichungen der Richtungs-
diglich die Bezeichnungen »Aufwind« und Geschwindigkeitskomponenten
und »Abwind«sind für spezielle ver- auf, s6 spricht man von ageostrophi-
tikale Luftversetzungen allgemein ge- schem Wind. [33]
bräuchlich. Die als >thermische Kon- Windgeschwindigkeit in Beaufort-
vektion« bezeichnete, ungeordnete Graden, m/s, km/h und Knoten.[33]
134 135
Winkeleinheiten winkelfreier Widerstand
yon, der Wellenlänge A: dp/dA be-
zeichnet man als W. {1 = (109: = gen gr Dar
Winkeleinheiten. 1. Ebener Winker - 1 1 32,4"
uf Grund seiner Definition das =jen
Verhältnis von Kreisbogen zu Kreis- ousckunde 7 1m r inAltgrad 1 1234568 0,30462- 10*
radius hat der ebene Winkel die *Di. ”
mension Länge/Länge oder LL-: (da. benutzt.
her *Verhältnisgröße, auch Größe der Umrechnungen: N 1 0,24674 - 10%
Dimension »Einse, früher unkorrekt
dimensionslose Größe genannt); seine ele|,
Einheiten sind daher immer ein ve, m. inSıscadiaaf, 0,328281 : 10* 0,405285 - 10° ı
tnis zweier Längeneinheiten.
Verhältnis zweier gleicher Längen- \"Altgrad |1 1a| 0,01745329 1 Quadrat-Neugrad oder 1 Quadrat-
einheiten nennt man Radiant (Kurz. __? Gon = 19? = (a/200)°sr. gt
zeichen rad); also ist in Neugrad 9,9 1 0,01570796 ıde brauchbar. Für sehr
Die Vorsätze Zenti, Milli usw. dür-
„Im inch
— Im Tinch VW
.
in Radiant 7,2958] 63,6620| ı
fen nur vor die Einheiten Steradiant kleine Widerstände benutzt man bi-
und Gon,nicht aber vor Quadratgon filar aufgewickelte, dicht aufeinander-
Von der EinheitRadiant werden fol Pt gesetzt werden, s. Regeln für die An- liegende Bänder mit Glimmerzwi-
gende W. abgeleitet: Sondereinheiten. wendung von *Vorsätzen. schenlage oder entsprechend gefaltete
1Rechter = 1" =(a2)rad- Dehniuon nalen Umrechnungen:
Es wird auch die Ansicht vertreten,
Manganinbleche. Auch konzentrische,
einseitig verbundene Rohre aus Wi-
= 1,570796 rad 1 artilleristischer Strich = 1- = den räumlichen Winkel 2 als*Grund- derstandsmaterial sind brauchbar.
1 Altgrad = 1° = (n/180) rad = n a größenart zu betrachten, was z. B. für ©) Chaperon-Wicklung. Unifilare
= 0,01745329 rad - u" die Photometrie von Bedeutungist, 5. Wicklung mit gerader Lagenzahl mit
1 Neugrad oder Gon = Ir = 18 Einheiten, photometrische. [13] Wechsel des Windungssinnes nach je-
= (a/200 rad), 1Dez= 5 =1@, winkelfreier Widerstand. Bei Wech- der Lageergibt bei fast aufgehobener
wobei die vorstehenden drei Einhei- selstrombelastung zeigen Präzisions- Indukt auch verringerte Kapa-
zität. Für mittlere und höhere Wi-
ten hauptsächlich in Geometrie und 1 nautischer Strich = a widerstände geringe Reste von *Ka- derstände zweckmäßig.
Geodä lich sind. Da sehroft auf = 76 rad, pazität und *Induktivität, so daß
den Rechten (auch allgemein »rech- 1mil = 10rad. Strom und Spannung nicht exakt in d) Cauro-Wicklung. Wird jede Lage
ter Winkel« genannt) Bezug genom- Phase sind. Der hierdurch entstehen- nach geradliniger Rückkehr zum glei-
men wird, seien folgende Beziehun- Umrechnungen: de Fehlwinkel 9 ergibt sich bei nicht chen Ende begonnen, so verringert
gen erwähnt: r = 0,981747 - 10° rad = zu hohen Frequenzen (< 10° Hz) aus sich die Kapazität weiter. Für hohe
= 0,05625° , der Beziehung Widerstände geeignet.

2 smmo-u(&-cn)-.o.
rad = (2/7)" = (180/7)° = (200/2)*
1 Dez = 0,1745329 rad = ©) Wagner-Wicklung. In mehrere kur-
- 111 111° = 177,778, L ze Abschnitte aufgeteilte Chaperon-
1 nautischer Strich = 0,196 3495. = Wicklung mit Reihenschaltung der
. 1
-m- 91°
(n) = 11,25° = 200, © hat die Dimension einer Zeit und ‚Abteilungen. Starke Herabsetzung
mil 0,057 2958° = heißt Zeitkonstante des Widerstan- von Induktivität und Kapazität. Für
Tr =90 = 1008. = 0,063 66208, des. Bei kleinen Widerstandswerten mittlere und hohe Widerstände
2. Räumlicher Winkel. Auf Grund überwiegt die induktive, bei großen zweckmäßig.
Die Unterteilung der W. wird fol seiner Definition als das Verhältnis die kapazitive Komponente. Beide he- N) Kreuzwicklung. Zwei parallel ge-
dermaßen vorgenommen: nn der von ihm aus einer Kugel heraus- ben sich auf, wenn L/C = R? ist,
Bedingung, die bei mittleren Wi
schaltete Drähte sind unifilar mit ent-
gegengesetztem Windungssinn um den
a) Alle W. dürfen ohne weitere Be- geschnittenen Fläche zum Quadrat Rollenkörper geführt und kreuzen
nennung dezimal unterteilt werden,des Kugelradius hat der räumliche standswerten praktisch erfüllbar ist, sich daher bei jeder Windung zwei-
ZB: so daß der Widerstand. winkelfrei
Winkel die *Dimension Fläche/Fläche wird. Bei kleinen Widerständen sucht mal. Geeignet für mittlere und kleine
& = 0,47 rad, B = 1,34" ,y = 17,4°. oder 1?L%, seine Einheiten sind da- man kleine Zeitkonstante durch Ver- Widerstände.
her immer ein Verhältnis zweier Flä-
b) Der Altgrad wird in 60 (Alt-)M; cheneinheiten. ringerung von L, bei großen durch &) Orthos-Wicklung. Es handelt sich
nuten (‘) zu je 60 (Alt-)Sekunden Das Verhältnis zweier Verringerung von C zu erreichen. um eine 4 bzw. 8 Kammern eines
unterteilt: 1° = 607 = 3600”. gleicher Flächeneinheiten nennt man Hierzu dienen die verschiedenen Keramikkörpers ausgeführte Wick-
<) Der Neugrad oder Gon wird, da er Steradiant (Kurzzeichen sr); also ist Wicklungsarten. lung. In der Mitte beginnend, werden
selbst dezimaler Teil des Rechten „im? _ 1inch? a) Unifilarwicklung (einlagiges So- gleichmäßige Windungen mit abwech-
ist, weiter dezimal unterteilt, wobei Sr m? Tincht WW lenoid). Induktivität erheblich, Kapa- selndem Richtungssinn gewickelt. Der
auch die Vorsätze Zenti, Milli usw. Von der Einheit Steradiant werden zität gering. Eignet sich nur für sehr Wicklungssinn wird in einer Kammer
benutzt werden können: folgende W.abgeleitet: hohe Widerstände. zehnmal gewechselt. Geeignet für hö-
18 = 100°5 = 100008. b) Biflarwicklung. Widerstandsdraht ‚here Widerstandswerte.
1 Quadrat-Altgrad = 10° = 10)? =
In der Geodäsie werden vielfach die = (a/l80)° sr; in der Mitte geknickt, beide Hälften h) Curtis-Grover-Wicklung. Das um
gleichzeitig (einlagig) aufgewickelt. etwa 50% verlängerte Porzellanrohr
136
137
Winkelgeschwindigkeit Wirbel
ist auf %/, der Länge an zwei ausgesandt werden, heraussiebt und det deshalb in optischen Geräten dieser Bewegungist der Name »Win-
gegenüberliegenden Mantellinien ge- nun die Zahl dieser Paare in Abhän- überall da Anwendung, wo eine un- kelvariablec entstanden, Die zu einer
schlitzt. Nach jeder vollen Windung gigkeit vom Winkel zwischen denbei- veränderliche Ablenkung erstrebt W. *kanonisch konjugierte Impuls-
wird der Draht durch die beiden den Richtungenbestimmt. Die W.hat wird, Bildet man den W. als Prisma koordinate heißt Wirkungsvariable.
Schlitze geführt. Die folgende Win- für das Studium der angeregten Zu- aus, so ist die Konstanz der Ablen- Der Vorteil dieser Koordinaten liegt
dung wird in entgegengesetziem Sin- stände der Atomkerne große Bedeu- kung ganz besonders gut gewährlei- darin, daß sie die Frequenz v einer
ne gewickelt, so daß z. B. unge- tung gewonnen. Da die Achse des stet. Am bekanntesten ist das Penta- periodischen Bewegung in einfacher
radzahligen Windungen einen, Atomkerns in einem Magnetfeld eine gonprisma, bei dem die spiegelnden Weise zu berechnen gestatten. Man
alle geradzahligen Windungen in dem Präzession ausführt, wird durch ein Flächen einen Winkel von 45° ein- braucht nur die Hamilton-Funktion
anderen Sinne geführt sind. Nicht Magnetfeld die W. abgeändert oder - schließen und somit eine feste Ab- (s. Hamiltonsche Theorie) nach der
ganz so günstige Werte werden er- je, nach der Lebensdauer des Zwi- lenkung von 90° liefern. [18] Wirkungsvariablen zu differenzieren.
reicht, wenn man Gruppen von Win- schenzustandes zwischen bei Winkelvariable ist eine speziell ge- Wegen der Verfahren, die zur Auf-
dungen gleichen Wicklungssinnes mit- Strahlungen - auch völlig. zerstört. wählte zyklische Variable bei einer findung der Wirkungsvariablen füh-
einander abwechseln läßt. Die Wick- Unter bestimmten Voraussetzungen periodischen Bewegung. Der Einfach- ren, sei auf die Lehrbücher der theo-
lungsform eignet sich für Widerstän- lassen sich daher durch Beobachtung heit halber denke man an eine ein- retischen Mechanik verwiesen.
de höheren Betrages. des W. im Magnetfeld der *g-Faktor dimensionale periodische Bewegung. L Joos, G.: Lehrb. d. theor. Physik.
Der Zusammenbau einzelner Wider- unddie Lebensdauer des Zwischenzu- Deren Ortskoordinate unterliegt der Leipzig 1945. — Weizel, Lehrb. der
iheor. Physik. Bd. I. Berlin 1949, - Ha-
standsrollen in Kästen mit Schaltvor- standes bestimmen. Bedingung
richtungen erhöht bei größeren Wi- Let. Frauenfelder, H.: Angular corre- xttndexl).
mel, .: Theor. Mechanik. Berlin 1949.
derständen die kapazitive Kompo- lation of nuclear radiation, in: Annual
m
Winkelverteilung heißt jede Vertei-
nente (*Schaltungskapazität), bei klei- Rev. of Nuclear Science, Vol. 2. Stan- tist die Zeit, r die Periode, n die Fol- lung einer Strahlung über die ver-
neren die induktive *Kurzschlußin- ford 1953. [1] ge der ganzen Zahlen. Die zyklisch
duktiyität). Winkelrichtgröße _(Dircktionsmo- Variable für diese Bewegung hat di schiedenen Richtungen im Raum. So
Lit. Chaperon: €. R. 108, 799 (1889). — ment, Drehstarre), s. Rückstellmo- Form spricht man z. B. bei der Streuung
Cauro: ebd. 120, 308 (1895). Wagner: ment. [20] mas, En der W. der gestreuten Teilchen.
ETZ 36, 606 (1915). - Curtis u. Grover Winkelspiegel. Schließen zwei spie- 1
Bull. Bur. Stand.8, 495 (1912). - Palm: gelnde Flächen miteinander einen be- wobei & eine beliebige Konstante ist.
Wegen dieser Beziehung läßt sich x
Wintersolstitium, s. Solstitium.
ATM Z 112-1. [26]
Winkelgeschwindigkeit. Unter der W. stimmten Winkel ein, so wird jeder eindeutig als Funktion von x darstel-
Wirbel (s. a. Wirbelströmung,
@ versteht man das Verhältnis des Strahl, der nacheinander an den bei- len. Der Zeit 7 entspricht ein be-
beigesetz, Wirbelsätze).
Drehwinkels dp, den eine durch die den Spiegelflächen reflektiert wird, a) Wirbelvektor, mathematisch der
Drehachse gehende Ebene im Zeit- um den doppelten Wert des von den stimmtes go: Vektor rotw, der den Drehungszu-
elementdr durchläuft: Spiegeln gebildeten Winkels abge- Tom xl. stand in einem Strömungsfeld be-
lenkt. Die Ablenkung ist also unab- Somit gilt schreibt (s. Drehung in Strömungen).
dr
0-7: hängig von der Drehung des W. um In einem Punkt des Strömungsfeldes
die gemeinsame Schnittkante. Er fin- tn). ist der Wirbelvektor gegeben: dem
@ wird im *Bogenmaß gemessen. — x heißt dann W. und wird in der Re- Betrag nach durch die doppelte Win-
gel mit w bezeichnet, wenn die Koor- kelgeschwindigkeit des sich drehenden
log zur Definition der *Beschleu: dinate x periodisch mit der Periode 1 Teilchens, der Richtung nach durch
gung die zweite Ableitung von @, also ist, also die Richtungseiner Drehachse, wobei
xw+n x) die Pfeilspitze so anzubringen ist, daß
ist. Mitunter werden auch andere, eine Rechtsschraubung entsteht. Wir-
belfreiheit und Drehungsfreiheit sind
$. a. Rotation. [20] aberfest definierte Perioden gewählt also identische (kinematische) Be-
Winkelkorrelation (Richtungskorre- (etwa 2), doch ist das für das griffe, Der Wirbelfluß ist der Fluß des
lation). Wenn ein Atomkern durch Grundsätzliche ohne Bedeutung. Wirbelvektors durch eine Fläche,
Zwischenschaltung angeregter Ni- Winkelspiegel mit 90° Ablenkung Als Beispiel betrachte man einen b) Wirbellinien sind entsprechend den.
veaus (*Kernanregung) nacheinander auf einem Kreis mit dem Radius 1 *Stromlinien diejenigen Linien, deren
zwei Strahlungen aussendet, z.B. umlaufenden Massenpunkt. Dafürist Tangente überall die Richtung des
= y oder y—y, sosind die Rich- x=sin2att. Wirbelvektors hat.
tungen,in denen die beiden Teilchen Zyklische Variable ist der Polarwin- ©) Wirbelröhren werden gebildet
emittiert werden, in vielen Fällen kel p=vt, wobei v=2nlr die durch die Gesamtheit der Wirbelli-
nicht unabhängig voneinander. Die Bahngeschwindigkeit ist. Als Funk- nien, die durch eine geschlossene Li-
zwischen beiden Richtungen beste- tion der zyklischen Koordinate nie gehen.
hende statistische Beziehung nennt schreibt sich x: 4) Wirbelfäden sind Wirbelröhren mit
man W. Man bestimmt sie expe x=sinp. unendlich kleinem Querschnitt. Über
mentell, indem man durch zwei den Querschnitt der Wirbelfäden ist
ler in Koinzidenzschaltung (*Koin: Es ist eine Periode durchlaufen, wenn die Winkelgeschwindigkeit der Dre-
denzen) diejenigen Paare von Teil- P um 90 = 2.n gewachsenist. Die W. hungals konstant anzusehen.
chen, die jeweils vom selben Kern ist daher w = @/2 x, denn hiermitist e) Wirbelelemente sind unendlich
nach zwei festgelegten Richtungen Winkelspiegel mit 180° Ablenkung x periodisch mit der Periode 1. Aus kleine Teile von Wirbelfäden,
138 139
Wirbelablösung Wirbelströme
9) Einzelwirbel in sonst wirbelfreien wegt sich so, wie es ihm der andere Ende der Warmgasanteil, mehr oder 4) »Die Winkelgeschwindigkeit in ir-
Strömungenbestehen aus einem »Wir- vorschreibt (s. Wirbelströmung). Sind weniger gedrosselt, ausströmt. gendeinem Querschnitt eines Wirbel-
belkern«, der annähernd wie ein star- z. B. die Zirkulationen 7' der beiden Das W. kann für spezielle Zwecke Jadens ist der Größe seines Quer-
rer Körperrotiert, und aus der um- Wirbelfäden entgegengesetzt gleich zur Kälteerzeugung herangezogen schnitts umgekehrt proportional.«
gebenden Potentialströmung, in der groß,so bewegen sie sich mit der Ge- werden, doch ist der Wirkungsgrad Diese Sätze gelten gleichmäßig für
der Wirbelkern ein drehungsfreies, schwindigkeit 7/2 a senkrecht zu sehr gering, etwa 1/40 von dem einer kompressible und inkompressible
kreisendes Strömungsfeld nach Art ihrer Verbindungslinie (« Abstand Kompressionskältemaschine. Man Strömungen. Durch die Reibung wer-
eines *Potentialwirbels »induziert«. der Wirbelfäden). Die Geschwindig- hat es z.B. zum Anwärmen der den Wirbel allmählich aufgezehrt.
Drehung ist also nur im Kern vor- keit in der Mitte zwischen den bei- Atemluft bei Frischluft-Atemschutz- Ihre mechanische Energie verwandelt
handen. Der Einfluß reicht aber bis an Wirbelfäden ist viermal so groß. geräten verwendet. Durch den Ei sich in Wärme (Dissipation). [11]
ins Unendliche.
8) Potentialwirbel (s. d.), Einzelwir- bau von Diffusoren, Wärmeübertr: Wirbelschleppe, sw. "Nachstrom.
Wirbelquelle, Überlagerung der Strö- gern und Ejektoren konnte das W.in
bel mit verschwindend dünnem Kern. mungen eines *Potentialwirbels und letzter Zeit merklich verbessert wer- Wirbelsenke, s. Wirbelquelle.
h) Gebundene W. oder tragende W. einer mit diesem zusammenfallenden den. Wirbelsintern. Man kann einen Kör-
sind die gedachten Fortsetzungen von . Quellenströmung). Die Lrr. Hilsch, : Die Expansion von Ga- per dadurch mit einer gesinterten
Wirbellinien, die an den Wänden von Quelle mit der Ergiebigkeit Q liefert sen im Zentrifugalfeld als Kälteprozeß. (oder aufgeschmolzenen) Schicht von
Profilen enden, ins Innere der Profi- im Abstand r von der Singularität die Z. f. Naturforschung 1 (1946), S. 208-21-
- Flügge, S.: Hab.d. Phys. Bd. 14/1. Metallpulver (oder Kunststoffen)
le. Dasie nicht mitschwimmen, mü Radialgeschwindigkeit wı = 0/2 a r. iberziehen, daß man ihn in ein »Wir-
sen sie durch die Kutta-Joukowski- Der *Wirbel mit der Zirkulation 7
lin 1956. ierling, O., und F. Hofmann:
Über Verbesserungen an Ranque-Wi belsinterbette aus dem zum Überzug
FE Auftriebskraft festgehalten wer-
ien. ergibt die Tangentialgeschwindigkeit Bekohr. Phys. Verhandlungen4, 4 (1953), bestimmten Pulver bringt, das dau-
w=Ti2ar.
i) Freie W.sind im Gegensatz zu den In jedem Punkt ist also das Verhält-
$.82. Solid Facts und Old Theories. ernd in starker Bewegung gehalten
Chem. Engng. 60, 12 (1953), $. 140-143. wird. Bei geeigneter Temperatur sin-
W., die sich kräftefrei in der Strö- nis we/we = OIF konstant;die Strom- Merkuloo, A.P.: The vortex refrigera-
gebundenen die reellen materiellen
ting unit. Proc. X. Congr. Internat. du tert eine Schicht auf den Körper auf,
mungbewegen(s. Wirbelströmung). linien sind also logarithmische Spi Froid. Kopenhagen 1959. - Birr, H.: Be- deren Dicke sich durch Temperatur
k) Rankine-W.dient als Modell eines ralen.
Bei der Wirbelsenke ist die Richtung
trachtungen über die Möglichkeiten der
Kälteerzeugung mit Wirbelrohren. Tech-
und Einwirkungsdauer regeln läßt.
S. a.Sintern.
wirklichen W., also einer um ein Zen- der Stromlinien der Quellenströmung 17, 4 (1962), S. 324-328. - von Cube, Lır. Lauer, W.: Das Wirbelsinterverfah-
trum kreisenden Strömung. Der Ran- umzukehren. [11] technik. VDI-Z. 104, a, ren, eine moderne Methode des Korzo-
kine-W. besteht aus einem wie ein Wirbelring, freier Einzelwirbel (s.
5.340 341 und 108, 9 (1966), . 387-399. sionsschutzes. Maschine u. Manager 10,
starrer Körper rotierenden Wirbel- Wirbel), dessen »Kern« einen ge-
Nöller, H. G.: Isotopentrennungin einem 5 (1967), S. 60-64. [9]
kern und einem Potentialwirbel au- Wirbelrohr. Industrie-Anz. 85, 27 (1963), Wirbelstärke, svw. Wirbelfluß, 5.
Berhalb des Kerns; der Verlauf der schlossenen Ring bildet. W. können
S. 489-490. — S. a. Mürtz, H. J., und H.
durch Rauch sichtbar gemacht wer- G. Möller: Z. Naturforsch. 16a, 6 (1961). Wirbel. [11]
Rotationsgeschwindigkeit hat am - Erdelyi, Wirkung des Zentrifuga- Wirbelstraße, s. v.-Kärmänsche Wir-
Kernrand einen Knick. - Bei wirkli- den. Sie entstehen, wenn Luft oder
Rauch stoßweise durch eine runde kraftfeldes auf den Wärmezustand der belstraße.
chen W.erstreckt sich der Übergang Öffnung ausgeblasen wird. Das Ver-
Gase, Erklärung der Ranque-Erschei- Wirbelströme sind Wechselströme
zwischen der drehungsbehafteten halten der Rauchringe bestätigt den
nung. Forsch. Ing.-Wes. 28, 6 (1962), S.
mit. geschlossenen Strombahnen, die
Kernströmung und der drehungs- Wirbelsatz, wonach Wirbel immer
Pu - Hahnemann, H. W.: Erkl
der Ranque-Erscheinung. VDI-Z. massiven Metallteilen von einem
freien Außenströmung stetig über das 105,1 (1963), 8. 13. 6] Wechsel- oder Drehfeld induziert
‚ganze Strömungsfeld; die idealisierte aus denselben Materieteilchen beste-
Wirbelsätze_(s. a. Wirbel, Wirbel- werden. Die Stärke dieser W. ist der
Kern- und Außenströmung sind nur belbewegungmit. läuft mit der Wir-
hen: Der Rauch
strömung, Biot-Savartsches Wirbel- magnetischen Induktion und deren
Arpnzwerte der wirklichen Strömung.
Ein W. induziert an sich selbst gesetz). Frequenz sowie dem elektrischen
a1 1. Satz von Thomson (Lord Kelvin): Leitwert des betreffenden Werkstof-
Wirbelablösung, s. Grenzschichtab- Geschwindigkeit, durch die er sich im fes proportional. Sie hängt außerdem
lösung und v. Kärmänsche Wirbel- ‚ner ruhenden Medium senkrecht zu sei >In reibungsfreier Strömung ist die von dessen Abmessungen ab. Die in-
straße. Ebene fortbewegt(s. Wirbelstri *Zirkulation längs einer geschlosse- ;e der W. entstehenden Strom-
Wirbelbewegung, s. Wirbelströmung. mung). Besonders reizvoll sind die ;en Linie zeitlich konstant.«
itze von Helmholtz (in etwas ab- wärmeverluste sind daher in Eisen-
Wirbelelement, 5. Wirbel. Bewegungen. hintereinander laufen- teilen besonders groß. Außerdem
Wirbelfaden, Wirbel. der W.mit gleicher Achse. geänderter Fassung): schwächen sie durch ihre magneti-
Wirbelfeld, Strömungsfeld und Lır. Prandtl-Tietjens: Hydro- und Aero-
mechanik, Bd. Berlin 1929. [11] a) »Ein Wirbelfaden kann im Innern sche Rückwirkung das erregende
Feld, quellenfreies. einer Strömung nicht enden; er ist Wechselfeld. Bei. Wechselstromma-
Wirbelfluß, s. Wirbel. Wirbelröhre, s. Wirbel. entweder geschlossen oder endet an gneten sowie bei allen Eisenteilen
wirbelfrei, s. Feld, wirbelfreies. Wirbelrohr (nach Ranque-Hilsch), einer Wand bzw. einer freien Ober- elektrischer Maschinen, in denen das
Wirbeifreiheit, s. Wirbel. ein Gerät, das mit Hilfe einer Dreh- fläche oder im Unendlichen.« magnetische Feld ständigseine Größe
Wirbelgesetz, s. Biot-Savartsches strömung einen komprimierten Gas- b) »Der Wirbelfuß durch jeden Quer- ‚öder sein Vorzeichen ändert, werden
Wirbelgesetz. strom in einem kalten und warmen schnitt derselben Wirbelröhre (s. Wir- daher zur Vermeidung unnötiger Ver-
Wirbelkern, s. Wirbel. ‚Anteil zerlegt. Der Gasstrom tritt am bel) ist unabhängig von der Zeit luste die Eisenkerne aus einzelnen
Wirbellinie, s. Wirbel. einen Ende des Rohres tangential gleich groß.« etwa 0,5 mm starken Blechen aufge-
Wirbelpaar, zwei zueinander paral- ein. Am selben Ende tritt der Kalt- ©) »Jeder Wirbelfaden besteht dau- baut, die durch Zwischenlagen von
lele, unendlich lange, gerade Wirbel- gasstrom zentrisch durch eine kleine ernd aus denselben Materieteilchen.c Lack oder Papier gegeneinander iso-
fäden. Jeder der beiden Wirbel be- Bohrung aus, während am anderen (Folgt aus 1 und 2b.) liert sind. Da die Bleche in Richtung
140 141
Wirbelströmung Wirksamkeit
der magnetischen Kraftlinien ge- Savartsches Wirbelgesetz) Geschwin- entsprechend dem Hamiltonschen einem Weg, der den Draht nicht um-
schichtet sind, steht den W. nur eine digkeiten, die erst im Unendlichenab- Prinzip den Weg des kleinsten Auf-schlingt, verschwindet.
Strombahn geringen Durchmessers klingen, "beeinflußt also das ganze wandes bei optimaler Wirkung ein- Die mathematisch exakte Definition
zur Verfügung,so daß die Stromwär- Strömungsfeld auch außerhalb des schlägt. der Wirbelkomponente in Richtung
meverluste bis auf einen kleinen Bereichs der drehungsbehafteten Strö- 2. Transversale und longitudinale der Flächennormale eines kleinen
Bruchteil zurückgehen. Weitere Ver- mung. Walzen. Bei geringer Strömungsge- Flächenelements A® mit Rand AList:
minderung der W. erhält man bei b) DaWirbel an die Materie gebun- schwindigkeit und geringer Scherung
Herabsetzen der Leitfähigkeit des Ei-
sens durch Legierungszusätze (Si).
den sind (s. Wirbelsätze), machen sie
die Bewegung des strömenden Me- der Strömung entstehen anStelle der
Zellen transversale Walzen senkrecht
$».a
Bei Hochfrequenzkernen genügt die diums mit. Sie bewegensich so, wie zur Strömungsrichtung, während bei Tot ® = lim
im aear
Mor
Blätterung des Eisensnicht. Hier wer-
den Kerne verwendet, die aus Eisen-
es die übrige Strömung, einschließ-
lich der von den Wirbein selbst in-
großer Strömungsgeschwindigkeit und
ot
m
Pulver und Isolierstoff zusammenge- duzierten Strömung,vorschreibt. [11] entsprechender Scherunglongitudina- woraus erst der *Stokessche Satz
le Walzen in Richtung der geometri-
Preßtsind. Wirbelstromverluste, s. Eisenverluste. schen Differenz der Strömungsvekto-
‚W. treten auch in Metallscheiben auf, Wirbelstürme. W. entstehen, wenn ren sich bilden. Der Durchmesser der $ 3:05 = [roiv-ar
die sich in einem Gleichfeld senkrecht große Mengen feuchtwarmer Luft zu Zellen bzw. der Abstand der Walzen ® 5
zur Richtung der Kraftlinien bewe- raschem Aufsteigen gelangen. Unter beträgt D 2,5 H, wobei H der Höhe und mit seiner Hilfe der Ausdruck
gen. Nach der Regel von Lenz wir- dem Einfluß der Erddrehung (Co- der instabilen Schicht entspricht. der Rotation in cartesischen Kompo-
ken die durch die Induktion hervor- riolis-Kraft) wird die Luftmasse in Lit. Georgii, W.: Flugmeteorologie. 2. nenten folgen (V *Nablaoperator):
gerufenen Ströme und Felder stets drehende Bewegung versetzt. Dabei Aufl, Frankfurt a. M. 1956. [30]
roin= Vxu=
dem Vorgang entgegen, der die In- kommtes zur Wolkenbildung und zu Wirbelung oder Rotation (Rotor,
duktion bewirkt. Im vorliegenden intensivem Niederschlag. Innerhalb curl) eines Vektorfeldes. Anknüp-
Falle wird daher die Bewegung der eines W. können sich Windgeschwin- fend an den landläufigen Begriff eines
Scheibe infolge von W. gebremst. digkeiten bis zu 300 km/h und mehr Wasser-, Wind- oder Rauchring-
Derartige Wirbelstrombremsen oder ausbilden, während ihre Drifige- Wirbels kann man zunächst sagen, oder
pfüngen werden in der Technik schwindigkeit bis 60 km/h betragen daß man einem Vektorfeld ® (als das Totz = Bvaldy — Avuldz.
viel angewendet (Elektrizitätszähler, kann. Die Lebensdauer eines W. be- *Strömungsfeld einer Strömungsge-
Wirbelstromtachometer, Dämpfung trägteinige Minuten bis zu mehrer schwindigkeit gedeutet) eine W. dann Anschaulich qualitativ beurteilt man
von Meßinstrumenten). Tagen. W. vermögen große Zerst zuschreibt, wenn das Zirkulations die W. eines Vektorfeldes am besten
W. werden auch in jedem Leiter, der rungen anzurichten, welche durch den tegral durch einen Gedankenversuch, indem
Wechselstrom führt, von dem eigenen Sog im Zentrum des Wirbels und man das Feld als Strömungsfeld auf-
Magnetfeld induziert. Durch die durch den hohen Winddruck am Ran- $ v.ds faßt und eine »Probewalze« in ver-
Überlagerung der W. mit dem Leiter- de verursacht werden. Die W. ent- ® schiedener Orientierung in die Strö-
strom entsteht hierbei eine ungleich- wickeln sich je nach dem Untergrund munghineinhält. Wird sie durch ihre
mäßige Stromverteilung (Stromver- (Land- oder Wasserfläche) verschie- längs einer in sich geschlossenen Li- Reibung an der Flüssigkeit gedreht,
drängung) innerhalb des Leiterquer- den und habenverschiedene lokal ge- nie 2 (die den Wirbelkern umfaßt) so besitzt die W. der Strömung eine
schnittes. Die Stromdichte ist im In- bundene_ Bezeichnungen: Hurrikan, nicht verschwindet. Doch genügt das Komponente in Richtung der Wal-
Taifun, Tornado, Trombe u. a. [33] nicht, um den Differentialbegriff der zenachse. Die Reibungskräfte messen
ters. Dieser sog. Haut- oder Skin- W.exakt zu fassen. Derselbe ist viel-
Effekt ist um so größer, je größerdie Wirbelsystem eines Tragflügels, 5. mehr aufs engste mit der Drehbewe- direkt das Integral $ d.ds um die
Frequenz des Wechselstromes ist. In Widerstand. gung des einzelnen infinitesimalen Walzenachse, wobei die Pfeilrichtung
den Käfigläufern größerer Dreh- Wirbel, thermokonyektive. Wird das Flüssigkeitsteilchens verknüpft in der
mit derjenigen der Winkelgeschwin-
strommotoren wird die als Folge von flüssige oder gasförmige Medium Weise, daß der Vektor der örtlichendigkeit der Walze übereinstimmt. Der
W. entstehende Stromverdrängung wischen zwei begrenzenden Schicht- W.der doppelten Winkelgeschwindig- Vektorencharakter der W. kommtin
und die damit verbundene Wider- flächen durch Erwärmung der Basis keit des dort liegenden Hlüssigkeits-
der Orientierungsabhängigkeit des
standserhöhung der Läuferstäbe zur und Abkühlung der Oberfläche in- elements gleichkommt. W. ist also Effekts zum Ausdruck. [4]
Verbesserung des Anlaufdrehmomen- stabil, so entwickelt sich in ihm eine überall dort, wo infinitesimale Ele-
Wirbelvektor, s. Wirbel.
tes ausgenutzt (Wirbelstromläufer). vertikale Zirkulation in Form von th. mente der oben gedachten strömen- Wirkleistung, s. Wechselstromgrößen.
Die induktive Erhitzung durch W.in W., die je nach der vorherrschenden den Flüssigkeit sich drehen. Zum relative, biologische,
sog. Induktionsöfen wird z.B. zum Horizontalbewegung des Mediums Beispiel ist die Strömungdes in einem
energiereicher Strahlung (Abk. RBW).
Ausglühen oder Schmelzen von Me- polygonale Zellen, transversale oder rotierenden Gefäß wie ein starrer Die biologische Wirkung von energie-
tallen im Vakuum angewendet. [25] longitudinale Walzenbilden. Körper mitrotierenden Wassers über-reichen Strahlen hängt außer von der
1. Polygonale Zellen. In einer veri- all gleichmäßig mit Wirbellinien Dosis und den physikalischen sowie
Wirbelströmung (s. a. Wirbel, Wir- kal instabilen Schicht bilden sich bei durchsetzt, weil jedes einzelne Teil-
chemischen Bedingungen, unter denen
belsätze, Strömungsteld). Für die Be- ruhender Luft polygonale Zellen mit chen dieselbe Winkelgeschwindigkeitsich das biologische Objekt befindet,
wegung in Strömungen, die einzelne aufsteigender Bewegung im Zentrum hat wie der ganze Behälter. Umge- von der spezifischen lonisation der
Wirbel (Wirbelfäden, Wirbelröhren) und absteigender an den Grenzflä- kehrt ist das Magnetfeld außerhalb ionisierenden Korpuskeln ab. Als
enthalten, gilt folgendes: chen der Zellen. Diese Zellenbildung eines stromführenden Drahts wirbel-spezifische Ionisation bezeichnet man
a) Jedes Wirbelelementinduziert nach ist eine allgemeine vielfach zu beob- dabei die Zahl der je Bahnlänge der
frei, weil das Integral $ 9:ds auf ionisierenden
dem Gesetz von Biot-Savart(s. Biot- achtende Erscheinung der Natur, die Korpuskeln erzeugten
142 143
Wirkstrom Wirkungsgrad
Ionisationen;sie nimmt mit der Mas- a. von Fall zu Fall verschieden ist. zur Ergänzung Hamilton-Jacobische führt. Nach dem I. *Hauptsatz ist
se der ioniserenden Korpuskeln zu ‚Energiequant ist keine universelle Differentialgleichung. [7] dann die gewonnene Arbeit
und mit deren Geschwindigkeit ab Größe. Die Energiequantelung ist Wirkungsgrad. 1. Mechanischer W. A = 91-0:
(sie variiert etwa zwischen 100 Ionen- eine Folge der Existenz des elemen- einer Maschineist das Verhältnis der
gaaren je um Wasser bei Röntgen- taren Wirkungsquantums, Die Ge- von dieser Maschine geleisteten Nutz- Der Quotient A/Qı = p ist der ther-
rahlen und 50000 Ionenpaaren je arbeit zu der gleichzeitig zugeführten mische W., also das Verhältnis der
um Wasserbei energiearmen &-Strah- Energie. Dieses Verhältnis muß stets in Arbeit umgesetzten Wärme zu der
len). Die RBW üblicher Röntgen- kleiner als 1 sein, da bei jeder Ma- führten. Er wird auch Carnot-
Strahlen (Betriebsspannung der Rönt- schine ein Teil der aufgewandten Faktor genannt. Im Falle eines um-
gen-Röhren 100 bis 200 keV) wird Energie zur Überwindung der Rei- kehrbaren Carnotschen Kreisprozes-
gleich 1 gesetzt; bei Anwendung von bungsverluste dient. Wenn P. die ses ist
Strahlen mit größerer spezifischer Nutzleistung, Ps die Leistung bedeu- _ Q: _ Tı= Ta
Ionisation benötigt man für den glei- irkungsfunktion (Wirkungsin tet, ist der W.: iron
chen Effekt eine Dosis, welche gleich gral). Beide Ausdrücke bezeichnen n = PdPs.
der Röntgen-Strahlendosis dividiert dasselbe. Man meint das Zeitintegral lediglich eine Funktion der beiden
durch die RBW ist, Nach den Emp- der *Lagrange-Funktion: 2. Elektrischer W. Der W. elektri- Temperaturen Tı und T?, zwischen
fehlungen der Internationalen Kom- ! scher Generatoren und Motorenliegt denen der Prozeß verläuft, und un-
mission für Strahlenschutz ist für die Sse=[L-dr. (3) bei Vollast zwischen 0,8 und mehrals abhängig von der Art des arbeiten-
Beurteilung der Strahlenwirkung auf 0,95. Für die Elektrizitätswirtschaft den Stoffes. 1 7 heißt die Carnot-
den Menschen eine RBW anzuneh- % wichtig. ist die große Zahl kleiner sche Funktion. Diese ist also gleich
men, die vom Werte 1 bei Anwen- Bei konservativen Kräften existiert Asynchronmotoren, deren Wirkungs- dem Verhältnis der beiden absoluten
dung der üblichen Röntgen-Strahlen eine Gesamtenergie W, die konstant grad wegen Überdimensionierung Temperaturen T3/Tı. Dieser W. für
bis zum Werte 10 für die von den ist. In diesem Fall kann man mit vielfach unter 0,8 liegt. Bei größeren einen umkehrbaren Carnotschen
raschen Neutronen ausgelösten Rück- L=T-V (T kinetische, V_poten- Synchronmaschinen wird durch Pha- Kreisprozeß ist nach dem Il. Haupt-
stoßprotonen und vom Wert 10 bis 20 tielle Energie; T + V = W) die W. in senregler auf möglichst hohen Lei- satz immer größer als der für einen
bei «-Strahlen und schweren Rück- der Form stungsfaktor (s. Leistung, elektrische) nichtumkehrbaren.
stoßkernen variiert. [28] ı ı hingewirkt, weil damit auch der W. 4. Von diesem thermischen W. ist der
Wirkstrom, s. Wechselstromgrößen. #- [a-Na-[er-ma verbessert wird. thermodynamische zu unterscheiden.
Wirkung bedeutet in der Physik das 3. Thermischer W. Bei der thermody- Letzterer ist das Verhältnis der infol-
Produkt Energie X Zeit. W.hat nichts %
“ aa) namischen Betrachtung von Wärme- ge »thermodynamischer« Verluste
mit dem üblichen Sinn des Wortes in kraftmaschinen wird stets angestrebt, (Wärmeaustausch mit den Wänden,
der Verbindung Ursache und Wir- schreiben und das Integral teilweise den tatsächlich ablaufenden Prozeß undichte Kolben usw.) verringerten
kung zu tun; jedenfalls ist es eine ausführen. Man erhält dann durch einen *Kreisprozeß darzustel- zu der im Idcalfalle zu gewinnenden
Fehlinterpretation, wenn man das S=5-Wı @ len, d.h., der arbeitende Stoff wird »technischene Arbeit (dargestellt im
Produkt Energie X Zeit als »Wir- wieder in seinen Anfangszustand zu- *h,s-Diagramm durch das Wärmege-
kunge, d.h. als Erfolg oder Folge- mit rückgeführt. Dabei wird eine Wärme- fälle D, die Differenz der Ordinaten).
erscheinung der Ursache »Kraft« dar- t menge Qızu-, eine weitere Q» abge- In der Abb.ist hı — ha = Da (adiaba-
stellt. Die Qualität W.spielt eine fun- S=-S+2[T-d.
damentale Rolle in der Physik. Das
drückt sich darin aus, daß das Ver- %
halten von SW.dr (W Energie, t ‚So ist eine Konstante.
Zeit) den Ablauf eines Bewegungs- $ enthält die Zeit nicht explizit. Man
vorgangs regelt. Man vergleiche
verschiedenen Prinzipien der kl dem Maupertuisschen Prinzip der
sten W. (s. Prinzipe der Mechani . kleinsten Wirkung zugrunde, das aus
In dieselbe Richtung deutet auch die 85 =0 den Ablauf der Bewegung
Existenz des elementaren Wirkungs- eines mechanischen Systems bestimmt.
quantums, die besagt, daß es nirgen« Im Gegensatz dazu muß beim Ha-
beliebig kleine Wirkungen geben kann miltonschen Prinzip der kleinsten
und größere Beträge sich stets als Wirkung zu dem gleichen Zweck die
ige Vielfache einer prinzipiell vollständige W. variiert werden:
festgelegten Grundeinheit. darstellen 8S* = 0. Näheres darüber s. u. Prin-
lassen. Man nennt das die Quante- zipe der Mechanik.
lung der W. Sie unterscheidet sich $ ist die Erzeugende einer kanoni-
von der Quantelung der übrigen phy- schen Transformation, die zu lauter
sikalischen Größen, z. B. der Energie, zyklischen Variablen führt, mit de-
dadurch, daß hier das Elementar- ren Hilfe die Bewegungsgleichungen
quant als universelle Konstante für eines Systems von Massenpunkten in
jeden Einzelfall festgelegt ist, wäh- der kanonischen Hamiltonschen Form
rend die Grundgröße der Energie u. leicht integriert werden können. S. Thermodynamischer Wirkungsgrad
144 145
Wirkungsgrad,informationstheoretischer Wirkungsquerschnitte, differentielle
tischer Vorgang); bei verlustbehafte- stimmte Art der Wechselwirkung ver-
tem Vorgang (1 nach 3) ist hı — hı = steht man nun den zur Strahlrichtung
Du; der thermodynamische W. ist senkrechten Querschnitt desjenigen
Du/Di; hs — hs stellt die Verluste dar. Bereichs um das Molekül usw. her-
Ist A die theoretisch mit einer voll- um, in welchen das Strahlteilchen
kommenen Maschine gewinnbare Ar- eindringen muß, damit es eine Wech-
beit, A: die mit Hilfe eines Indikator- selwirkung, z. B. eine Streuung,d. h.
diagramms festzustellende indiziert eine Ablenkung aus seiner ursprüng-
oder innere Arbeit, A« die effektive lichen Richtung, oder aber eine Ab-
oder Nutzarbeit an der Welle, so ist sorption (wie z. B. Neutronen beim
nn = AIQ thermischer Wirkungsgrad Stoß auf bestimmte Atomkerne)erlei-
det. Man spricht so vom Streuquer-
9 Au/Q innerer Wirkungsgrad schnitt, Absorptionsquerschnitt usw.
90 = AvlA indizierter Wirkungsgrad Den W. kann man sich anschaulich
‚oder Gütegrad
7m = AclAı mechanischer Wirkungs- vorstellen als die Fläche einer Schieß-
scheibe, die man an Stelle des Mole-
grad küls usw. aufstellen müßte und wel-
Me = No Am = Nm = AdQ ef- che die Eigenschaft hätte, beim Gi Zur Bedeutung des Wirkungsquerschnitts
fektiver oder Nutzungswir- troffenwerden die betreffende Wi oft mehrere Größenordnungen höher. gien W und Richtungen 2 der Sekun-
kungsgrad. kung(Streuung, Absorption usw.) auf Für Kern-W.wird als Einheit 1 barn därteilchen und heißt daher integraler
Für thermische Vorgänge muß man das auftreffende Teilchen auszuüben 10% cm? gebraucht. W.
auch die Qualität der Wärme, d.h. . Abb). Lır. Riezler, W.: Kernphysik. 6. Aufl. Im Fall des *Neutroneneinfangs wird
die Temperatur, berücksichtigen. Sind daher in der durchstrahlten Ma- München1959. Landoli-Börnstein: Zah- (zunächst) kein Sekundärteilchen
Graßmann führt dazu den Begriff terie N Moleküle (bzw. Atome, Kerne) lenwerte und Funktionen. I. Bd. 5. Teil.
emittiert, und es ist w = 8. (W) zu sel-
der Arbeitsfähigkeit ein, deren Be- im cm? vorhanden, jedes mit dem W. 6. Aufl. Berlin 1952. [1]
Wirkungsquerschnitte, differentielle, zen (8 bezeichnet die Diracsche *Del-
trag dem h,s-Diagramm entnommen a, so befinden sich in I cm? einer tafunktion). Bei der “Spaltung kann
werden kann. dünnenSchicht von der Dicke dx eine nennt man *Wirkungsquerschnitte,
Anzahl von N dx Molekülen, welche welche nicht nur von der Art des ge- man gleichmäßige Verteilung der
Lit. Grassmann, P.: Zurallg. Definition
des Wirkungsgrades. Chem. Ing. Techni- zusammen den ankommenden Teil- iroffenen Kerns und der Energie des Spaltneutronen auf alle Raumrich-
ker 22 (1950), S. 77-80. — Schmidt, E.: chen eine »empfindliche Fläche« stoßenden Neutrons abhängen, son- tungen annehmen. Außerdem ist das
Einführung techn. Thermodyna- a N dx darbieten. Davon jedem Qua- dern auch der Winkelabhängigkeit Energiespektrum /(W) dieser Neu-
Ti huGöttingenHeidelberg 1963. dratzentimeter der Anteil a N dx der Reaktion Rechnung tragen. Ein tronen (s. Spaltspektrum) weitgehend
wirksam ist, ist dies gleichzeitig. die Neutron bewege_sich mit der Energie von W” unabhängig, so daß w = / (W)
Wirkungsgrad, informationstheoreti- gesamte Wahrscheinlichkeit dafür, daß W" in Richtung 2° gegen einen ruhen- zu setzen ist. Bei der *elastischen
scher, ist in der Informationstheorie das Teilchen beim Durchgang durch den Kern. Die Wahrscheinlichkeit da- Streuung schließlich ist der Stoß mit
für einen Übertragungskanal das die Schicht dx die erwartete Streuung für, daß das entstehende, sekundäre Energieabgabe an den Kern verbun-
Verhältnis der *Transinformation 7 ‚oder Absorptionerleidet. Teilchen mit einer Energie zwischen den. Es sei WW AW'. Dann
zur *Entropie H der Nachrichten- Bezieht sich der W. auf die Absorp- W und W + dW in einen elementaren hat man zu setzen: w=8[W —
quelle. tion,so ist es immer ein »totaler W.«. - (W° = AW")], Die Winkelabhän-
Lır. Neidhardt, P.: Der Begriff des Wir-
Beim Streuquerschnitt dagegen kann Kegel der Öffnung d@ um ausge- gigkeit von AW” folgt aus den Geset-
kungsgrades in der Informationstheorie. strahlt wird (Abb.), betrage w (W”, zen der *elastischen Streuung,
Elektron. Rdsch. Ba. 10 (1956), S. 15. [22] man entweder ebenfalls den totalen Kann man von der Energieänderung
Wirkungsintegral in der Feldtheorie, W. angeben, der die Wahrscheinlich- D'-- WO) 4. Der d. W. für diesen
bei der Streuung abschen (z. B. Dif-
5. Lagrange-Formalismus in der keit einer Streuung überhaupt liefert; Prozeß ka nn dann in der Form
fusion von thermischen Neutronen),
Feldtheorie. man kann ihn aber auch in Anteile w,d -w,Q) so ist 0, nur eine Funktion des Streu-
Wirkungslinie (Angriffslinie, Rich- unterteilen, welche den Streuungen in winkels bzw. seines cos: 0: ala).
tungslinie) einer Kraft, diejenige bestimmten Eingrenzungen des Ener- mv. ww Esist in diesem Fall zweckmäßig, den
Raumgerade, auf welcher der Kraft- gieverlustes, entsprechen. Diese An- d. W. nach Kugelfunktionen zu ent-
vektor liegt, s. a. Kraft. [20] teile nennt man differentielle W. geschrieben werden. Unter 0 (W’) ist wickeln, indem man
Wirkungsquantum, s. Plancksches Die totalen W. von Molekülen und dabei der gewöhnliche (richtungsun-
Wirkungsquantum.[7] Atomen für Streuung oder ähnli abhängige) Wirkungsquerschnitt zu
Wirkungsquerschnitt. Dringen
gendwelche Korpuskeln, z. B. Teil-
_ir- Wirkungen liegen meist in der Grö
Benordnung ihrer geometrischen Di-
verstehen. Er ergibt sich aus dem d.
W.durch Integration über alle Ener- W- 2i+1
2 nrW
chen eines *Korpuskularstrahls, durch mensionen, also bei etwa 10° cm}, 1=0
Materie, so treten sie in Wechselwir- derjenige von Kernen vielfach eben- setzt. Diese Entwicklung beginnt mit
kung mit den Molekülen, Atomen falls in der Größenordnung des geo-
oder Kernen des Stoffes, den sie metrischen Kernquerschnitts, bei 10°* den Gliedern 0, (u) = "/z0s(1 +3 a)
+..., wobei 0, den totalen Streu-
durchqueren. Unter dem W. eines em? bis 10° cm’, für viele sehr un- querschnitt und a den mittleren cos
Moleküls, Atoms oder Atomkerns wahrscheinliche Kernreaktionen je- des Streuwinkels bedeutet. Dieser be-
gegenüber einem bestimmten Strahl- doch auch viel niedriger, umgekehrt
teilchen und bezogen auf eine be- bei »Resonanze-Wechselwirkung um trägt für elastische Streuung 2/3 A),
146 147
Wirkungsquerschnitt, makroskopischer Wöhler-Kurven
wobei A die Massenzahl der streuen- Teich. Jetzt wird ein »effektiver ther- bei die Änderung der Belastung mit Null verschiedenen Ordinate, der
den Kerneist. mischer Wirkungsquerschnitt« oder ‚der Zeit sehr häufig nach einer Sinus-wahren Schwingungsfestigkeit, besitzt,
Lrr. Dayison, B.: Neutron Transport
‚Theory.Oxford 1957. [35] Westcott-Querschnitt au so definiert, kurve erfolgt, ausgesetzt. Jo nach der die innerhalb der Meßfehler bereits
Wirkungsquerschnitt, makroskopi- daß die korrekte Reaktionsrate her- Höhe deseingestellten Spannungsaus- durch die Ordinate des horizontalen
auskommt,d. h., es ist schlages, die für jede Probe während ‚Astes gegeben ist, d. h., daß in diesen
scher, 2, ist der auf die Volumen- des ganzen Versuches konstant gehal- Fällen die praktische und die wahre
einheit bezogene Wirkungsquerschnitt Dean =SD(E)o(E)dE.
ten wird, ergeben sich für die einzel- Schwingungsfestigkeit übereinstim-
für eine bestimmte Reaktion. Er be- 9w ist abhängig von der Neutronen- nen Proben verschiedene Bruchlast- men.
rechnet sich also aus dem auf den temperatur und der Temperatur der spielzahlen. Man belastet nun eine Bei vielen anderen Stoffen, insbeson-
Kern bezogenen (mikroskopischen) Reaktionspartner (letztere wird oft Probe zunächst mit einer so großen dere bei den reinen *Metallen und
W. a durch Multiplikation mit der unterdrückt). Die Verwendungist ge- Lastamplitude, daß die der prakti- den Leichtmetallegierungen, ist ein
Zahl N der im cm? vorhandenen Ker- wöhnlich auf Neutroneneinfang und ‚schen *Wechselfestigkeit entsprechen-zur N-Achse paralleler Verlauf der
ne, also. Spaltung in gut moderierten Systemen de Lastspielzahl N» eben noch ertra- W.-K. auch nach 10° Wechseln häufig
E=Noincmt. beschränkt. [7] gen werden kann. Nun geht man in noch nicht mit Sicherheit zu erkennen.
Wenn verschiedene Arten streuender Wirkungsquerschnitt, totaler, Sum- weiteren Versuchen mit der Ampli- Die Anzahl von Lastspielen, bei der
Kerne vorhandensind,ist me der W.für alle einzelnen Wechsel- tude so weit herunter, daß die Bruch- die W.-K.in eine Parallele zur Ab-
END+NDEN+... wirkungen zwischen einer anfallenden lastspielzahl größer als N, wird. szisse übergehen, heißen die Grenz-
Strahlung und einem bestimmten
Der m. W.ist demzufolge von der Auffänger. [7]
Dichte der Substanz abhängig (s. Kri riable ist die zu einer
stalleffekte). Die Bezeichnungist vor Winkelvariablen kanonisch konjugier-
allem in der Reaktorphysik zweck- te Impulskoordinate. S. Winkelva-
mäßig undüblich [7] riable. [7]
Wirkungsquerschnitt, _mikroskopi- Wirkwiderstand, s. Wechselstrom-
scher, s. makroskopischer W. größen.
u wirtelig bezeichnet man auch die
*Wirkungsquerschnitt für die nicht-* hexagonalen und tetragonalen Kri-
stalle (weil ihre horizontalen Achsen
elastischen Wechselwirkungen. Das senkrecht zur Hauptachse untereinan-
ist die Differenz zwischen dem totalender gleichwertig sind). [8]
W. und dem elastischen Streuquer- Witterung, s. Wetter.
mit dem unelastischen Streuquer- Witterungscharakter, s. Wetter.
schnitt. [7] W.K.B.-Methode (oder WKB-Me-
Wirkungsquerschnitt, thermischer,? thode)ist ein Näherungsverfahrenzur
Berechnung von Eigenfunktionen in
’ 2 or ns [2
bezeichnet den W. für die Wechsel- der Quantenmechanik. Es geht auf
Lostspielzahl
wirkung mit. thermischen Neutronen. Wentzel, Kramers und Brillouin zu- ‚Wöhler-Kurven verschiedener Werkstoffe bei Schwingungsbeanspruchung
Dathermische Neutronen eine M (Aus W. Guertier)
well-Verteilung über die Energie ha- rück. S. Näherungsverfahren in der
Quantenmechanik. [7] Man trägt nun die Ergebnisse der lastspielzahlen. Führt man Schwing-
ben,ist dies ein gemäßdieser Vertei- Wobbe-Zahl, eine in der Gastechnik versuche nicht bis zur Grenzlastspiel
lung über die Energie gemittelter übliche Kenngröße Versuche in ein Koordinatensystem
Querschnitt. Zur Angabe eines Zahl- des Brennverhaltens zur Beurteilung
von Gasen. Sie
mit der Lastspielzahl als Abszisse und
dem Spannungsausschlag als Ordinate
zahl durch, so erhält man die Zei
schwingfestigkeit (Zeitfestigkeit) für
wertes gehört - strenggenommen - die ist definiert als ein und erhält die sogenannte W.-K. eine bestimmte Anzahl von Lastspie-
Angabe der Neutronentemperatur. Aus dieser kann man bei N = No.den len.. Dies ergibt natürlich einen höhe-
Da letzteres für Rechnungen und
wz- Heizwert . Wert der praktischen Schwingungs- ren Wert als die Dauerfestigkeit. Man
Messungen oft unbequem ist und ver- Dichte kann aus Zeitschwingfestigkeitswerten
schiedene Ansprüche an die Genauig- fasighelt entnehmen. Die Abb. zeigt
. verschiedener Werkstoffe. Da- nicht auf die Dauerfestigkeiten schlie-
keit der Angabe gestellt werden, hat Lu; Sauer, F.: Über die Wobbe-Zahl Dei sicht man schr gut den Iabeson- Ben, da_die W.-K. verschiedener
sich folgender Brauch ergeben. Man Definition. Gaswärme 9, 5
dere bei Stählen auftretenden Fall, Werkstoffe sich überschneiden kön-
ersetzt die Verteilung der Neutronen- eos S.169-172. [9]
Wochendosis, s. Dosis. daß die Bruchlast oberhalb einer be- nen,wie die Abb.zeigt. Die praktische
flußdichte überdie Energie im thermi- Wöhler-Kurven. Um die *Dauerfe- Wechselfestigkeit bei Wechselbean-
schen Bereich durch die sog. konvek- stigkeit von Werkstoffen stimmten Wechselzahl innerhalb der
tionelle *Neutronenflußdichte D«. In men, werden die Probenzu bestim- in den
Meßfchler konstant bleibt, wodurch
die Schwingungsfestigkeit durch die
spruchung mit Vorlast kann nicht im-
mer mit Hilfe der W.-K. ermittelt
ihr haben alle Neutronen die Ge- Dauerprüfmaschinen einer *Wechsel- Ordinate des zur N-Achse parallelen werden, da bei der Last, die nach der
schwindigkeit 2200 m/s. Bei diesem beanspruchung, die der Praxis mög- ‚Astes der W.-K. gegeben ist. Mit gro- Wechselzahl No zum Bruch führt,
Wert liegt das Maximum der Neutro- lichst weitgehend angenähert ist, un- Ber Wahrscheinlichkeit kann man an- schon unzulässig große *Verformun-
nenverteilung für die Temperatur von terworfen. Man benötigt hierzu meh- nehmen, daß die Bruchlast auch nach gen auftreten können, insbesondere
293 °K. Man setzt also rere absolut gleichartige Proben. Die- beliebig. vielen Wechseln nicht mehr bei hohen Temperaturen.
D®.=ID(E)dE, se werden nacheinander verschieden unter diesen Wert sinkt, d. h., die Lrr. Herold, W.: Die Wechselfestigkeit
integriert über den thermischen Be- hohen Schwingbeanspruchungen, wo- W.-K. eine Asymptote mit einer von metallischer Werkstoffe. Wien 1934. —
148 149
Wolf-Rayet-Sterne Wolken
Guertler, W.: Metalltechnisches Taschen- ten Instrumentes variabler Faktor k 3. Tiefe W. (meist unter 2000 m). Nimbostratus (Ns), Regenwolke.
buch. Leipzig 1939. - Hdb. der Werk- in folgender Form eingeführt: Nimbostratus_ (Regenwolke), Stratus Gleichmäßig dichte, ungegliederte,
stoffprüfung. Hrsg. von E.Siebel. 2. Bd. schr tief und sehr hoch reichende W.
Die Prüfung der metallischen Werkstof- kiOg+N=R. (Schichtwolke), Stratocumulus (Wo-
fe. Berlin 1939. - Kochendörfer, A.: Pla- genwolke). mit unscharfer Untergrenze, aus der
stische Eigenschaften von Kristallen und Höchster bisher registrierter Tages- 4. W. mit vorwiegend vertikaler Er- der Frontalniederschlag (im Gegen-
metallischen Werkstoffen. Berlin 1941. wert R 355 am 24. und 25. 12.1957, streckung. Cumulus (Haufenwolke), satz zum Schauer) fällt.
us)
Wolf-Rayet-Sterne, besondere Klas-
höchster Jahresdurchschnitt 1957 R = Cumulonimbus (Schauer- bzw. Ge- Castellatuswolke (Ac cası), die einzige
190,2. Diese Werte sind die höchsten, witterwolke). Quellwolke des mittelhohen Niveaus,
se von *Fixsternen, deren stärkste die seit Einführung der regelmäßigen Diesen vier Wolkenfamilien entspre- infolge stark labiler Schichtung der
Strahlungsintensität im ultravioletten Überwachung der Sonne erhalten chen also zehn Gattungen,die ihrer- Atmosphäre in dieser Höhe entste-
Teil des Spektrums liegt und für die wurden. Das Tätigkeitsmaximum der seits weiter unterteilt sind. hend durch Quellung von örtlich be-
mittlere Temperaturen von 75000 °C Sonne 1968 brachte bei weitem keine Als wichtigste W. seien erwähnt: grenzten Schichtwolken. Die Quel-
angegeben werden (extremste Werte so hohen Werte. [5] Cumulus humilis (Cu hum), Schön- lungen sind auffallend vertikal geglie-
über100.000 °C). W.-R.-S. sind even- Wolken. a) In der Meteorologie wetter-Haufenwolke. Als flache, wei- dert und. verleihen der Wolke ein
well Exnovae (s. Nova), dennsie fin- räumlich begrenzte undzeitlich verän- Be W. Anzeichen beginnender Kon- charakteristisches Aussehen.Sie kann
den sich oft als Zentralsterne plane- derliche Bereiche der wasserhaltigen vektioninfolge Bodenerwärmung. als Vorbote von gewittrigen Störun-
tarischer *Nebel. Außerdem konnten Atmosphäre,in denen ganz bestimm- Cumuluscongestus (Cu cong), Quell- gen angeschen werden. Neben diesen
Expansionsgeschwindigkeiten von te hydro- und thermodynamische wolke. Aufgetürmte, an der Oberseite am häufigsten erwähnten W. gibt es
Gashüllen gemessen werden, die ra- Vorgänge stattfinden. Das Wasser mit blumenkohlartigen Quellungen eine Reihe von Formen, deren Er-
dial nach außen gerichtet sind und kannin allen drei Aggregatzuständen versehene Konvektionswolke, die als ’kennungund Unterscheidungeine ge-
durchweg bei Emissionslinien in Er- auftreten: als Wasserdampf, Wasser- Anzeichen mehr oder weniger labiler wisse Übung erfordert. Zur Erleich-
scheinung treten. Offenbar hält dem- tröpfchen (d < 0,05 mm, Nebeltröpf- Luftschichtung aufzufassen ist (daher terung im Erkennen - besonders für
nach die Expansion leuchtender Gas- chen, ohne merkliche Fallgeschwin- besonders auf der Rückseite einer den Beobachter des metcorologischen
hüllen um die W.-R.-$. noch an. Die digkeit; 0,05<d<0,5mm, Niesel- »Störung« oder Zykloneauftretend). Dienstes - sind die verschiedenen
Tatsache, daß einige planetarische tröpfchen, mit unbedeutender Fallge- Cumulonimbus_(Cb), Schauerwolke. Wolkenformen in Wolkenatlanten zu-
Nebel als Radioquellen (s. Radio- schwindigkeit), als Regentropfen Hochgetürmte Haufenwolke, die mit sammengefaßt. Zum Gebrauch im
astronomie) identifiziert wurden, un- (d>0,5mm), als Kristallskelette ihrem obersten Teil über die Null- Wetterdienst wird der Internationale
terstützt diese Annahme.[5] (hexagonale Sternchen) und als Voll- gradgrenzereicht und dort - als Zei- Wolkenatlas herausgegeben.
Wolfsche Relativzahl. Bei der Stati- kristalle (Eisnadeln). Die Vorgänge chen der Vereisung - faserige Struk- b) In der Astronomie versteht man
stik der *Sonnenflecken stellte R. sind: Luftströmungen, besonders auf- wur sowie gelegentlich eine amboß- unter dem Begriff Hagensche W. die
Wolf fest, daß einfaches Auszählen und absteigende, die von fast-adiaba- artige Erweiterung zeigt (Amboß). Im durchgehende schwache Trübung des
der vorhandenen Flecken kein Cha- tischen Volumen- und Temperatur- obersten Teil ist Vergraupelung und Himmelshintergrundes von den ga-
rakteristikum für die gesamte Son- inderungen begleitet sind, die ihrer- damit örtlich und zeitlich begrenzter laktischen Polen bis in eine Zone
nentätigkeit ergibt, sondern daß die seits Kondensation und Verdamp- Niederschlag (Schauer) möglich. Bei +40° galaktischer Breite. Die Milch-
Verteilung auf Gruppen in die Sta- fung auslösen können; Schweben, Ab- besonders starker und hochreichender straßenzone wird gemieden. Die ganz
tistik mit einbezogen werden muß. sinken und Aufsteigen der die W. Konvektion ist Hagel möglich. schwache Nebelzone, die an der
Das Neuauftreten bzw. Verschwinden konstituierenden Teilchen. Dabei Cirruswolken (Ci), Eiswolken im ho- Grenze der Wahrnehmbarkeit steht
einer Gruppeist in der Gesamttäi können Teilchen durch Anlagerung hen Niveau von meist faseriger Struk- und visuell nur von sehr geübten Be-
keit der Sonne wichtiger als die Va- weiterer Teilchen sich vergrößern, tur, blendend weißer Farbe, gelegent- obachtern sowie lichtelektrisch nach-
riation der Anzahl der Einzelflecken Eisteilchen durch Anfrieren von Was- lich mit irisierenden Rändern,Sitz von gewiesen werden kann, meidet auf-
in einer Gruppe. Wolf führte daherin sertröpfchen (besonders in unterkü Haloerscheinungen. Die Ci sind als fallend die Milchstraße. Eine eindeu-
die Statistik die R. ein, die sich nach ten Bereichen) zu größeren eisförmi- Hakenzirren (Ci uncinus) oft Anzei- tige Erklärung ist gegenwärtig noch
der Formel gen Gebilden (Graupel, Hagel) wer- chen einer herannahenden Warm- nicht möglich. Von den ursprünglich
kiOg+N=R den. W. sind daher keine fertigen, un- front. Als Cirrostratus (Cs) bedecken von Hagenbeschriebenen Wolken ha-
ergibt, wenn g die Anzahl der Grup- veränderlichen Objekte, sondern in sie den Himmel über weite Gebiete, ben sich zwareinige, in der Milchstra-
pen und f die Anzahlder Einzelflek- ständiger Umbildung begriffene Ge- indem sie ihm ein milchiges Aussehen Benzone gelegene, als ganz schwach
bilde. verleihen. Als Cirrocumulus (Ce) bil- leuchtende normale Dunkelwolken
ken innerhalb der Gruppen bedeutet. Ihre Einteilung (Klassifikation) erfolgt den sie im hohen Niveau schließlich erwiesen; diese haben aber offenbar
Ein isoliert auftretender Einzelfleck nach dem rein äußeren Merkmal der Schäfchenwolken (kleine Ballen in mit dem Hauptphänomender Hagen-
wird zunächst als Gruppe, dann als Reihen oder Bändern). schen W. nichts gemein. Um ein inter-
Fleck gezählt. Es hat sich gezeigt, daß Höhe,in der sie sich im Mittel befin- Altostratus (As), nicht gegliederte stellares Phänomen muß es sich je-
durch das Eingehen der verzehnfach- den. Manunterscheidet: Schichtwolke des mittelhohen Ni- doch offenbar handeln, wie die Aus-
ten Gruppenzahlin die W. R. ein gu- 1. Hohe W. (meist über 6000 m). veaus, die zunächst als milchiger richtung nach den galaktischen Ko-
tes Charakterisikum der Sonnentä- Cirrus (Federwolke), Cirrostratus Schleier das Herannahen einer Warm- ordinaten zeigt. Eventuell besteht eine
tigkeit gewonnen wird, so daß das (Schleierwolke), Cirrocumulus (hohe front ankündigt, durch den Sonne und Beziehung zum interstellaren Wasser-
Wolfsche Zählverfahren heute fast Schäfchenwolke). Mond noch durchscheinen (Astrans- stoff, die Lichtschwäche des Phäno-
allgemein angewandt wird. Um die 2. Mittlere W. (meist von 2000 bis lucidus), im weiteren Verlauf aber mensließ bisher jedoch keine spek-
Reduktion der Beobachtungen auf ‚6000 m). Altostratus (hohe Schicht- immerdichter wird (As opacus), im- troskopische Nachprüfung zu.
ein einheitliches Schema zu bringen, wolke), Altocumulus (hohe Haufen- mer tiefer reicht und schließlich in ©) Wassergehalt, Sichtweite, Tropfen-
wird ein je nach Größe des verwende- wolke). Nimbostratus übergeht. radius in W. Wassergehalt W in g/m?,
150 151
Wolkenalbedo Wulffsches Netz
Sichtweite S in m und Tropfenradius der Unterseite der Tragfläche ange- beträgt, wobei die Platinscele ent- ja sogar in eine Ebene zusammenfal-
rin um in Wolken sind durch die For- brachtist. Das Solarimeter von Moll- sprechend dünn geworden ist. Löst
mel von W. Trabert Gorczinsky ist ein durch eine Glas- man das Silber mit Salpetersäure ab, Flügge: Das photographische Ob-
glocke überdecktes Schwarzflächen- so bleibt der dünne Platinfaden jiWürfel"Wien 1955.(18)
s-W 0} pyranometer. Als Strahlungsempfän- »Wollaston-Drahte übrig. An Stelle als Kristallform kubischer
ger dient eine mehrgliedrige Thermo- von Platin ist auch Aluminium und *Kristallklassens. d.[8]
miteinander verbunden. Zur Messung säule. Die an einem optischen Mehr- Gold verwendbar. Würfeltranslation wird in speziellen
der Sichtweite S in Wolken mittels fachschreiber angeschlossenen Regi- Lit. v. Angerer-Ebert: Techn. Kunst- Fällen häufig bei Steinsalz und bei
Flugzeugbedient man sich der Selen- striergalvanometer messen den der griffe b. Phys.-Unters. Braunschweig verschiedenen *Metallen, insbeson-
zelle. Auf der Tragfläche des Flug- Temperaturdifferenz proportionalen 1957. [27] dere bei höheren Temperaturen, be-
zeuges wird über eine Meßbasis s ein Thermostrom zwischen den bestrahl- Wollaston-Prisma, s. Polarisatoren. obachtet(s. Mehrfachgleitung). [15]
Scheinwerfer und eine Selenzelle ten, thermisch sehr wenig trägen, ak- Woodsches Metall, eine leichtflüssige Wulffsches Netz. Zur Bestimmung
montiert. Der von der Selenzelle tiven Lötstellen und den inaktiven Legierung aus 50 Bi, 12,5 Cd, 25 Pb, der *Orientierung der *Kristalle be-
durch auftreffendes Scheinwerferlicht tstellen, die an einem thermisch 12,5 Sn; seine Dichte beträgt_ 9,7 dient man sich häufig der stereogra-
abgegebene Photostrom ist um so trägen Körper liegen. Da die Solari- kg/dm?; sein Schmelzpunktist 65,5 °C. phischen Projektion. Dabei wird die
schwächer,je mehr der Scheinwerfer- meter während des Fluges nicht zu- 191 Polkugel der Kugelprojektion auf die
strahl über die Meßstrecke s durch die gänglich sind und zur Nullpunktskon- Wrightscher Kombinationskeil, ‚Äquatorebeneprojiziert, und zwar die
zwischengeschaltete Wolkenluft ge- trolle gegen die Strahlung nicht abge- *Quarzkeil mit einer direkt ablesba- nördliche Halbkugel vom Südpol, die
schwächt wird. Beträgt der am Gal- schirmt werden können, muß eine ren Skala-Einteilung. des Gangunter- südliche vom Nordpol aus, wobei die
vanometer abgelesene Photostrom Voruntersuchungder Instrumente bei schiedes entlang dem Keil. [8] ‚Abbildung winkeltreu, aber nicht flä-
außerhalb der Wolke As, in der Wol- hohen Windgeschwindigkeiten im Wucht, svw. kinetische *Energie. [20] chentreu ist. Die gesuchten Winkel
ke A, so ist Windkanal durchgeführt werden, um Wüllnersche Gleichungen. Es sei die werden auf graphischem Wege mit
A=Ac*', @ die Konstanz des Nullpunktes und Aufgabe gestellt, zwei parallele Ebe- Hilfe eines geeigneten Hilfsnetzes be-
des Eichfaktors festzustellen. nen mit dem Abstand I. durch zwei stimmt. Dieses besteht aus einer Schar
worin a der Extinktionskoeffizient der Mißt man die auf die Wolkendecke optische Systeme der Brennweiten fı von äquidistanten Meridianen und
Luft ist, für den nach H. Koschmie- auffallende Strahlung Jı, d. h. Son- und fs mit dem vorgegebenen Ver- Paralleikreisen, deren Polgerade
der die Beziehung gilt: nen- und Himmelsstrahlung in Höhe größerungsmaßstab #° ineinander ab- (Achse)in der Äquatorebene der Pro-
3,9 der Wolken und die durchgehende zubilden. Die Lösung wird durch die jektionskugelliegt. In der stereogra-
Ss. 0) Strahlung Jı unterhalb der Wolken- W. G.gegeben. Sie stellen quadrati- Phischen Projektion entspricht dem
decke und hat man außerdem noch sche Gleichungen dar, welche die für Hilfsnetz das in der Abb. dargestellte
Aus (2) und (3) ergibt sich für die den Tropfendurchmesser D bestimmt, diese Abbildung erforderlichen Lin- W. N. je nach der Entfernung der
Wolkensicht so kann man ausder Beziehung senabstände liefern. Man bezeichnet Kreise des W. N. können die Winkel
1,693 s W= aD cosz- log (Ja/lı) eine solche Anordnung als *pankra- mit verschiedener Genauigkeit, bis
S= tisch. Die Ding- und Bildebene kön- auf etwa 0,25° genau, abgelesen wer-
sad Mm (« Zenitdistanz) den Wassergehalt nen beliebige Lage zueinander haben, den.
Die Sichtweiten liegen je nach Wol- der Wolke ableiten. S. Wolken unter
kenart zwischen 15m (Cumulus) und ©) oder Wassergehalt, Sichtweite,
300 m (Altostratus). Zur Bestimmung Tropfenradius. [30]
des Tropfenradius verwendet man im Wolkenbildung nach Cottrell, s.
Flugzeug ein Photomikroskop. Auf Cottrell-Effekt. [15]
einem mit Zaponlack bestrichenen Wolkenhöhenmesser. Der W. wird
Glasplättchen werden Tropfen aufge- hauptsächlich auf Flugplätzen ge-
fangen und unter dem Mikroskop braucht. Er besteht aus einem senk-
spätere Ausmessung photographiert. recht nach oben gerichteten Schein-
Die Tropfenradien liegen zwischen werfer, dessen Lichtstrom niederfre-
=1um und 20um. Aus Wolken- quent moduliert ist. Mit einem seitlich
sicht S und Tropfenradius r errechnet abgesetzten, auf die Modulationsfre-
sich nach der Trabertschen Formel que: ‚nz abgestimmten Lichtempfänger
der Wassergehalt W, der je nach Wol- wird der Höhenwinkel zum Lichtfleck
kenart zwischen 0,1 und1,0 g/m?liegt. an der Wolke gemessen. Ein W. nach
Lit. Georgi, W.: Flugmeleorologie. 2. dem Radarprinzip unter Verwendung
‚Aufl. Frankfurt M. 1956. [5, 6, 30] von Laserstrahlenist z. Z. noch in der
Wolkenalbedo, Flugmessungen der. Entwicklung. [33]
Für Flugmessungen der W.oder auch Wollaston-Draht, Von Wollaston
der Reflexion der Erdoberfläche wer- (um 1800) angegebenes Verfahren zur
den zwei aufeinander abgeglichene Herstellung von Drähten mit Durch-
Solarimeter eingesetzt, wobei das eine, messern bis herab zu 0,5 um. Hierbei
welches Sonnen- und Himmelsstrah- wird z. B. ein dicker Silberdraht mit
lung mißt, auf der Oberseite, das einer Platinseele so lange gezogen, bis
zweite für die Albedomessungen auf dessen Durchmesser nur noch 0,2 mm/
152 153
Wurf
Soll nun der Winkel zwischen zwei punkt der Wurfparabel die maximale x
Projektionspunkten bestimmt werden, Wurfhöhe
so hat man das Netz so weit zu dre-
hen, bis diese auf einem gemeinsamen hey int
Längenkreis oder Großkreis liegen, x, Bezeichnung für den Feuchtegrad rer Messungen die Beziehung
der Winkel kann dann unmittelbar und in der Horizontebene die Wurf- eines Dampfes, s. Wasserdampf und 1Siegb. X-E. =
i,x-Diagramm. [9]
grade oder Kleinkreise sind der geo- weite
darauf bestimmt werden. Breiten- = (1,002 02 + 3- 10%) - 10°” m
X-E., Kurzzeichenfür die Einheit X-
metrische Ort für Projektionspunkte Einheit. [13] festgelegt. In DIN 1031 (Ausgabe Jan.
gleichen Winkelabstandes mit den
w= "E sin2a
in2% («>0).
(#>0) X-Einheit, Kurzzeichen X-E., ist eine 1966) »Einheiten« wird die X-Einheit
Polen des W. N. Ebenso einfach geht w,kann mit & = 7/4 den Größtwert in der Röntgenspektroskopie viel ver- nicht mehr erwähnt, [13]
auch die Indizierung von Kristallflä- v%/g annehmen. Die Zeit zur Über- wendete Längeneinheit. Sie gehört xenomorph, svw. "allotriomorph
chen vor sich. nicht zum metrischen System, da sie (fremdgestaltig). [8]
brückung der Wurfweite w beträgt
Lrr. Schmid, E., und W. Boas: Kristall- nicht als Teil des Meters definiert ist. Xenonvergiftung, s. Reaktorgifte.
plastizität. Berlin 1935. - Glocker, R.:
Iprüfung mit Röntgenstrahlen. 3. me 2m.sina (#>0). Vielmehr wurde sie ursprünglich als
der 2814. Teil der physikalischen, in
X-Strahlen. In der nichtdeutschen
Literatur wird für die *Röntgen-
Aufl. Berlin 1949. [15] der ersten Ordnung wirksamen Git- Strahlen die Benennung X-S. ge-
Wurt, Bewegung eines Massenpunk- Man bezeichnet& =alsn2,senkrechten W. terkonstante des Steinsalzkristalls braucht [1]
1es_ bzw. des Schwerpunktes eines den Sonderfall als waagrech. (NaCl) bei einer Temperatur von Xylophon (Stabklavier, Holzharmo-
starren Körpers, der im Schwerefeld ten W. den Fall & = 0, die übrigen 18°C (dı 18°C) definiert, die zu nika), Musikinstrument mit chroma-
der Erde unter dem Winkel « gegen Wurfbahnen als schiefe W. a= 72 2,814 - 10° m bestimmt worden war. tisch gestimmten schwingenden Stä-
die Horizontebene mit der Anfangs- führt auf die *Fallgesetze. Daraus folgte 1X-E. = 10" m. Da ben verschiedener Länge aus Holz
geschwindigkeit vo abgeworfen wird Der Luftwiderstand vermindert unter sich aber der Steinsalzkristall für ge- oder Metall (Metallophon). Meist lie-
6. Abb.). Bei Vernachlässigung des sonst gleichen Bedingungen Wurf- nauere Messungenals nicht geeignet gen die Stäbe mit ihren Schwin-
Luftwiderstands ist die Bahnkurve
eine Parabel (Wurfparabel) in einer höhe und Wurfweite. Die Wurfpara- erwies, führte Siegbahn (schwedischer gungsknoten (s. Stabschwingungen)
bel wird zur ballistischen Kurve; s. a.
Ballisuk. Physiker) 1918 die X-E. als den auf Filzleisten. Sie können auch, wie
y 3029,45sten Teil der physikalischen beim Konzertxylophon, durch Schnü-
Lit. Hdb. d. Physik. Bd.5. Berlin 1927. - Gitterkonstanten d« 10°°C des Kalk- re miteinander verflochten sein. Die
Cranz, C.: Lehrbuch der Ballistik, 4 Bde. spats bei 18 °C ein. Stäbe werden mit Schlägeln ange-
Berlin 1925/27 und 1936.[20]
Seit 1947 hat man auf Grund genaue- schlagen. [44]
W-Ursac-majoris-Stern, Bedeckungs-
” veränderlicher, dessen Lichtwechsel
x
dem des Sterns W-Ursae-majoris
gleicht.
Lotebene. Legt man eine waagrechte W. ähneln in der Lichtkurve den
x-Achse und eine lotrechte y-Achse *Beta-Lyrae-Sternen; doch sind die
durch den Abwurfpunkt,so lautet die Kurven noch abgerundeter als bei
Gleichung der Wurfparabel für die- diesen. W.sind die engsten Systeme,
ses Bezugssystem deren Komponentensich so nahe ste-
hen, daß sie sich gegenseitig bestrah-
Eru len und zu zusätzlicher Strahlung an-
regen. Es scheint, als besäßen beide
8 Fallbeschleunigung. ‚omponenten eine gemeinsame Gas-
Zur Zeit t nach dem Augenblick des Ile. Daneben wirken sich die extrem
Abwurfs sind die Koordinaten des starken Gezeitendeformationen, die
augenblicklichen Standorts des Mas- die Komponenten gegenseitig hervor-
senpunktes rufen, in derselben Richtung aus, so
daß sehr kurzperiodische und abge-
x=vol: 05%, y=vol-sina—tj.gk, rundete Lichtkurven zustande kom-
Der Massenpunkterreicht im Gipfel- men.[5]

154 155
Yukawa-Feld
b) USA englischen Naturphilosophie mit Y.
Y bezeichnet wird.
imil Lit. Heisenberg: Theorie des Atomker-
nes. Göttingen 1951.[23]
Yang, Chen Ning. Chin. Physiker. Daraus folgt Young, Thomas. Engl. Physiker und
Geb. 22. 9. 1922 in Hofel Anwei (Chi- 1m = 1,09361 yd = 39,3701 inches.
1 point Arzt, Geb. 13. 6.1773 in Milverton
na). 1948/49 Ass. Prof. an der Univ. bei Tanton (Somersetshire), gest. 10.
Chicago. 1949-55 Mitglied des Insti- 2. USA: Im Gegensatz zu Groß 1 line 5.1829 in London. 1801-04 Prof. der
tuts für Advanced Study in Prince- tannien ist das yard nicht körperlich Physik an der Roy. Inst, 1809/10
ton. 1955 Prof. für Theoret. Phys. durch ein Prototyp dargestellt, son- 1inch (in) Lect. an der Middlesex Univ., ferner
ebd. Kehrte nach China zurück. Y. dern 1866 wurde gesetzlich das metri- Mitglied, ab 1802 Sekretär der Roy.
erhielt 1957 gemeinsam mit Lee den sche System angenommen und fol- 1 hand Soc. Arbeiten auf dem Gebiet der
Nobelpreis für Physik für Untersu- gende Beziehung festgelegt: Optik, Emeuerte die Wellentheorie
chungen über das Prinzip von der Er- 1m = 39,37 US inches. des Lichtes, erklärte die Beugungser-
"haltung der Parität. Die Entdeckung 1893 wurde dementsprechend noch- 1 link (ii) scheinungen, entdeckte 1801 bei der
der Physiker Yang und Lee wurdeim mals festgelegt: Untersuchung dünner Blättchen die
Januar 1957 von der Experimental- 1span Interferenz der Lichtwellen, unter-
physikerin Frau Wu durch die Unter- 1 US yard = (3600/3937) m = suchte den Akkommodationsvorgang
suchungdes radioaktiven Zerfalls von 0,914401 829 m. 1foot(ft) des menschlichen Auges und gabfer-
Kobalt bestätigt. Hauptarbeiten: Auf Obgleich also in USA das metrische ner eine neue Grundlage für die Far-
dem Gebiet der Theoret. Physik, der System gesetzlich ist, werden Längen 1 fathom (fath) benlehre. Y. befaßte sich auch mit
statistischen Mechanik, der Feldiheo- in yd, ft, inch usw. gemessen. Auch mathematischer Physik, mit Fragen
rie und der Mesonenphysik. [43] in USA ist im Normwesen für indu- 1rod (rd) der Technik und Statik. Er führte
Yang-Mills-Feld, s. Eichtransforma- strielle Zwecke, ebenso wie in Groß- 1 chain (ch) 1807 den Ausdruck »Energie« für le-
tion. britannien festgesetzt: 1 furlong (fur) bendige Kräfte ein. [43]
yard, Kurzzeichen yd, ist die gesetz- 1 statute mile (mi) Young-Bouguersche Korrektion, s.
liche Längeneinheit in Großbritan- iyd_=0,9144m Reduktion von Schweremessungen.
nien und in den Vereinigten Staaten 1inch = 25,4 mm. Die Beziehungen zum metrischen Sy- Youngscher Modul, englische Be-
von Nordamerika; ihre Definitionen Darausfolgt stem s. bei den Stichwörtern und in zeichnung für Elasitizitätsmodul, 5.
sind jedoch verschieden. 1m = 1,09361 yd = 39,3701 inches.
der Tabelle im Anhang. Elastizitätskonstanten. [20]
1. Großbritannien: Das Imperial 5. Vereinheitlichtes y. Die Staatsinsti- Yukawa, Hideki. Jap. Physiker. Geb.
Standard Yard ist körperlich darge- 3. Die in Deutschland in manchen tute von Großbritannien, USA, 23.1.1907 in Tokio (Japan). 1932
stellt durch den Abstand zweierStri- Industriezweigen (z.B. Rohrdurch- Australien, Neuseeland, Kanada und Lehrer Physik an der Univ.
che eines 1845 hergestellten Bronze- messer) übliche Längeneinheit Zoll, Südafrika haben vereinbart, daß ab Kyoto, 1933-36 Dozent an der Univ.
stabes von 1 inch? Querschnitt bei Kurzzeichen, entspricht dem für in- 1. Juli 1959 im Geschäftsbereich die- Osaka, 1936-39 a. o. Prof. ebd., seit
62 °F(16,667 °C). Von diesem Yard- dustrielle Zweckedefinierten inch ser Staatsinstitute bei allen Präzi- 1939 gleichzeitig 0. Prof. für Theor.
prototyp sind mehrere Kopien vor- 1 Zoll = 25,4 mm. sionsmessungen für Wissenschaft und Physik an der Univ. Kyoto. Wäh-
handen, die in bestimmten Zeitinter- Technik ein vereinbartes y. mit fol- rend des 2. Weltkrieges und wenige
vallen miteinander und mit dem in 4. Die Vielfachen und Teile des yard gender Definition zugrunde gelegt Jahre danach als freier Forscher in
Paris lagernden Meterprototyp ver- werden in beiden Ländernnicht dezi- werden soll: Japan tätig. Gastprof. am Inst. für
glichen werden. Dabei zeigte es sich mal gebildet. Die wichtigsten vom. 1’yard = 0,9144 Meter. Advanced Study in Princeton (New
eindeutig, daß das Imperial Standard yard abgeleiteten Längeneinheiten Jersey), 1949/50 Gastprof. an der Co-
Yard im Laufe von 30 Jahren um et- sind: Diese Vereinbarung hebt allerdings Tumbia-Univ. in New York. Y. erhielt
wa 10 seiner Länge kürzer gewor- a) brit. die in den einzelnen Ländern gülti- 1940 den Imperialpreis der Jap.
den ist. Daher gibt es, wenn mandie gen gesetzlichen Bestimmungen nicht Akad., 1943 den Ordenof Decoration
genauen Werte betrachtet, folgende 1inch (in) - *1 yard auf. [13] of Japan und 1949 den Nobelpreis
Umrechnungsbeziehungen zum Me- Yerkes-Aktinometrie, s. Durchmuste- für Physik für seine Forschungsar-
ter: 1 foot (ft) = 7 yard rung. beiten auf dem Gebiete der Atom-
a) gesetzliche Umrechnungsbeziehung Yield-point oder Limite d’elasticite physik, insbesondere für die Bestäti-
von 1898 1 fathom = 2 yards sind die englischen bzw. französi- gung seiner Voraussage der Existenz
1imp. yard = 0,914 39921 m; u - yards schen Ausdrücke für *Streckgrenze. des Mesons. Hauptarbeiten: Auf dem
1pole Gebiete der Kernphysik und der all-
b) für wissenschaftliche Untersuchun- u Yield stress (Fließgrenze), 5. Fließ- gemeinen Theorie der Elementarteil-
gen gilt seit 1922 Irod =yards kurven. [40]
Chen.[43]
1imp. yard = 0,914398 41 m; i yards Yukawa-Feld ist identisch mit *Kern-
©) seit 1930 im Rahmen der Normung 1perch =5 Ylem, svw. Urstoff oder Urmaterie. feld. Der japanische Physiker Yuka-
für industrielle Zwecke Nach der neuesten Auffassung in der wa hat als erster die Feldvorstellung
chain = 22 yards Theorie der Elementarteilchen sind auf die Wechselwirkung der Nukleo-
1 Yard 0,9144 m 1 furlong = 220 yards diese als diskrete Quantenzustände nen im Atomkern übertragen und
linch = 25,4 mm. Imile = 1760 yards eines Urstoffes anzusehen, der in der verschiedene Feldgleichungen disku-
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Yukawa-Potential
tiert. Die Yukawaschen Arbeiten Theorie des Kernfeldes angegeben.
(1935) führten zum Postulat eines zer- [7] zZ
fallenden Elementarteilchens, wie es Yukawa-Teilchen nannte man an-
damals nicht bekannt war, mit unge- fangs das Quant des Kernfeldes, das
führ 200 Elektronenmassen, worin die *Yukawasche Theorie ergab. An igkeit, s. Viskosität, scheibe sowie einem Permanentma-
man heute das in der kosmischen dessen Stelle ist heute die Bezeich- ähldiode, *Kristallgleichrichter (Ab- gneten, der den Läufer bremst (Wir-
Strahlung beobachtbare und auch am nung *Meson,speziell *Pi-Meson (n- satz g) zum Nachweis einzelner ioni- belstrombremse). Das Triebsystem
Zyklotron erzeugbare x-Meson sicht. Meson)getreten. [7] sierender schneller Teilchen z.B. des Einphasenwechselstromzählers
Die Weiterführung der Yukawaschen Yukawasche Theorie des Kernfeldes. Elektronen, Protonen, «-Teilchen besitzt eine Strom- und eine Span-
‚Arbeiten durch viele Forscher,vor al- In Analogie zur Maxwellschen Theo- oder schwerer Ionen. Die Teilchener- nungsspule, die auf die unter- und
lem nach 1937, dem Jahr der Entdek- rie versuchte Yukawa 1935 eine Theo- zeugen Elektron-Loch-Paare, die oberhalb der Z.-Scheibe angeordne-
kung des #-Mesons, mündet in das rie des Kernfeldes aufzustellen. Seine vom Felde des pn-Übergangs getrennt ten Eisenkerne (Strom- und Span-
umfassende Kapitel der *Mesonen- Theorie blieb zwei Jahre hindurch werden und einen im Außenkreis nungseisen) gewickelt sind. Die die
theorie der *Kernkräfte.[7] unbeachtet, vielleicht weil sie zum meßbaren Stromstoß (Impuls) verur- Scheibe durchseizenden Magnetflüsse
Yukawa-Potential ist eine theoretisch Postulat eines neuen Elementarteil- Impulsform, Impulshöhe, induzieren Scheibenströme, welche
begründbare Radialabhängigkeit des chens führte, das wegen seiner Zer- auflösung und Empfindlich- mit den Magnetflüssen Drehmomente
Is der Kernkräfte (neben fallseigenschaft damals ungewöhnlich keit hängen von der Eindringtiefe der auf die Scheibe ausüben. Das Ge-
„abhängigen Faktoren). Es hat war. Erst als ein solches Elementar- Strahlung, der Ausdehnung der Sperr- samttriebmoment ist dabei dem Pro-
die Form e*"/r. xist eine Konstan- teilchen 1937 in der kosmischen Strah- schicht und der geometrischen An- dukt der Triebflüsse und dem Sinus
te von der Größe =2- 10’ cm. Si lung entdeckt wurde, rückte die Y. T. ordnungab. des Winkels zwischen ihnen propor-
ist aus dem beobachteten Abfall der in den Mittelpunkt des wissenschaft Lir. Czulius, W.: Zähldioden und Zähl- tional. Um zu erreichen, daß das
Kernkräfte mit dem Abstand er- lichen Interesses. $. Meson, Kern- transistoren. Halbleiterprobleme. VI Drehmoment. bei jeder Phasenver-
He. v. F. Sauter, Braunschweig 196. schiebung
schlossen. Das Potential wurde von kraft, Mesonentheorie der Kernkräf- zwischen Strom und Span-
Yukawa 1935 als Ergebnis seiner te. Zähler. 1. Elektrizitätszähler sind nung der Wirkleistung proportional
ist, muß bei induktionsfreier Bela-
Meßgeräte zur Bestimmungder elck- stung (cos = 1) der Sromfluß um
{rischen Arbeit, Die heute gebräuch- n den Spannungsfluß versetzt
lichen Motor-Zähler für Wech
strom sind Induktionszähler mit ei unabhängigdann ist das Drehmoment
nem Ferrarismeßwerk (s. Abb. 1) mi gleich der von dem Winkel p stets
Wirkleistung P = UI»
feststehendem Triebsystem, einem s 7 (Wirkverbrauchzähler). Infol-
Läufer in Form einer Aluminium- ©ge de ie im Stromeisen und
kundärbelastung durch die
Scheibenströme eilt der Stromfluß
um kleine Winkel ö, nach. Es muß
daher der Spannungstriebfluß der
Spannung um den Winkel « = 90°+ öı
nacheilen. Die bereits große Phasen-
verschiebung zwischen Spannung und
Spannungsspulenstrom, die von der
Induktivität der Spule verursacht
wird,reicht hierfür nicht aus.
Dieerforderliche Phasenverschiebung
>90° wird durch einen am Span-
nungseisen vorhandenen magneti-
schen Nebenschluß erreicht, der
außerdem der Induktivitätserhöhung
und somit der Herabsetzung des Ei-
genverbrauchesdient.
ein Z. so justiert, daß « = ö,ist,
so ist das Triebmomentder Blindlei-
stung Ps = UI -sin @ proportional
(Blindverbrauchszähler).
Die Umläufe der Scheibe werden
iber eine Schnecke auf ein Zählwerk
übertragen, das die durchgelaufene
elektrische Arbeit anzeigt. Induk-
tions-Drehstromzähler werden für
‚Abb. 1. Meßwerk eines Einphasen- Dreileiteranlagen ohne Nulleiter mit
wechselstromzählers zwei, für Vierleiteranlagen mit drei
158 159
Zähler Zählrohr
Meßwerken, je wie vorstehend be- Gas-Z. Unter ihnen haben die volu- giereicher Korpuskeln, insbesondere
schrieben,ausgerüstet. metrischen Mengenzähler, die das von *Elektronen.
Magnetmotor-Z. sind Amperestun- Gas nach Volumeneinheiten messen, Es besteht aus einem mit Luft oder
den-Gleichstromzähler, die die Elek- wegen ihres einfachen Aufbaues und einem anderen Gas (meist Argon) un-
trizitätsmenge 5 1- dr zählen. Diese ihrer Betriebssicherheit die weiteste er vermindertem Druck gefüllten
Z. besitzen auf der Läuferscheibe eine
Flachwicklung, die von einem an
Verbreitung gefunden. Beim Trom-
mel-Gas-Z. besteht das Meßwerkaus meist dünnwandigen Metallrohr,,
einem Nebenwiderstand abgezweigten einer Trommel mit 4 bis 6 Meßkam- durch welches in der Achse isoliert
Teilstrom durchflossen wird. Die mern,deren gasdichte Trennung von- ein dünner Metalldraht (0,1 bis 0,2
Stromzuführung erfolgt über einen einander durch eine Sperrflüssigkeit mm Durchmesser) ausgespannt ist (s.
Kollektor. Der von den (zwei) die (Wasser, Öl) erfolgt. Während die Abb.). Zwischen Rohrwandung und
Abb. 2. Woltmann-Flüssigkeitszähler Draht wird eine Spannung von der
Scheibe umfassenden Dauermagneten eine Kammer gefüllt wird, dreht sich Größenordnung 1000 V gelegt, wobei
erzeugte Fluß bewirkt mit dem Eine_Weiterentwicklung der Flügel- die Trommel, drückt dabei das Gas
gewöhnlich der Draht (auch Zähl-
Strom in der Läuferwicklung ein rad-Z. stellen die Turbinen- oder aus der zuvor gefüllten Kammer und draht genannt) die positive Elektrode
Triebmoment und durch Wirbel- Woltmann-Z. dar (Abb. 2). Bei die- betätigt das Zählwerk. ildet.
strombildung in der Läuferscheibe sen befindet sich ein mit schrauben- Trommel-Gas-Z.haben einen großen
das Bremsmoment. förmig gewundenen Flügelblättern Meßbereich und messen auch bei klei: Das Z. wirkt, wenn sein Volumen
Elektrodynamische Z. sind Motor- besetzter Flügelkörper im Flüssig- nen Durchflußmengen richtig. Bal- von ionisierenden Teilchen durchsetz
zähler, die sowohl mit Gleich- als keitsstrom. Die Vorzüge dieser Z. ‚sen-Gas-Z. besitzen mehrere Meß- wird, zunächst als *Ionenkammer.t
auch 'mit Wechselstrom betrieben gegenüber anderen Systemen liegen kammern, ‘von denen jeweils zwei Durch das starke Feld in der Umge-
werden können. Diese Z. besitzen in dem geringen Durchflußwiderstand durch einen Balgen (Ostindisches Zie- bung des Zähldrahtes kommt
einen umlaufenden oder schwingen- und in der Unempfindlichkeit der Z. genleder) getrenntsind, die sich wäh- aber in das Gebiet der *Stoßioniman sa-
den Läufer, dessen Wicklungen über gegenüber Verunreinigungen in der rend eines vollen Arbeitsganges der tion, und die von einem Teilchen pri-
einen Kollektor an der Netzspan- zu messenden Flüssigkeit. Reihe nach füllen und entleeren. Die mär gebildeten Ionen werden hier-
nung liegen und der sich im Feld Zu den genauesten Flüssigkeitszäh- Steuerung erfolgt dabei von einem durch auf eine viele tausendmal grö
zweier vom Hauptstrom durchflosse- lern gehören die Trommel-Z. (Ge- durch das Meßwerk betätigten Schie- Bere Zahl vermehrt, so daß ein kräf-
nen Spulen bewegt. nauigkeit größer + 0,2%). Diese be- ber (Prinzip des modernen Haushalt- tiger Stromstoß entsteht, der sich
Elektrolyt-Z. sind‘ Gleichstrom-Am- stehen gemäß Abb. 3 aus einer dreh- Gas-Z.). S. a. Wärmemengenzähler. nach mäßiger Verstärkung leicht
perestunden-Z. Sie nützen die Tat baren Meßtrommel, die in sektoren- Lar. ATM J 1235-3 (1939); J 1235-1 (1937); nachweisen läßt. Durch die Art der
sache aus, daß die bei der elektroly- artige Kammern unterteilt ist und zur 3 1235-2 (1938); I 122-13 (1939); I 122-5 Schaltung, insbesondere durch einen
tischen Zersetzung abgeschiedene Mitte hin von einem Innenzylinder (1955); I 121-1 (1956). [27]
Zählgröße. Manchmal wird die An- hohen vorgeschalteten Widerstand
Stoffmenge (Quecksilber oder Was- begrenzt ist. Die Flüssigkeit wird zahl (Stückzahl) von Dingen (Gegen- (10° bis 10'0 0), kann erreicht werden,
serstofl) dem die Zersetzung bewi durch die Trommelachse zugeführt. ständen) als Z. bezeichnet. Im Sinn daß die gezündete Entladung sofort
kenden Strom proportional ist (s. a. wieder abreißt, und das Z. in
Coulombmeter). des Rechnensmit physikalischen Grö- neues zu zählendes Teilchen bereit ist.
Szintillations-Z. s. u. Szintillation. ßen handelt es sich um eine Anzahl Neuerdings erzielt man denselben
2. Flüssigkeits-Z. Je nach Meßwerk mit Sachbezug (s. Größe). [39] Effekt auch ohne Vorschaltwider-
unterscheidet man zwischen Flügel- Zählrohr, das von Geiger und Mül- stand durch Beimengungeines Damp-
rad-, Kolben-, Trommel- und Turbi- ler erfundene Z., in der amerik, fes mit mehratomigen Molekülen (z.
nen-Z. schen Literatur "als GMC (Geiger- B. Alkoholdampf, Methangas u. a.)
Beim Flügelrad-Z. wird ein mehı Müller-Counter) bezeichnet, dient zum Gasinhalt. Derartige »Dampf-
chiges Flügelrad von einem schrau- zur Zählung einzelner genügend ener- zählrohre« oder selbstlöschende Z.
benförmig einen Meßbecher durch-
fließenden Flüssigkeitsstrom in Dre-

III
hungversetzt.
Kolben-Z. werden in verschiedenen
Ausführungen hergestellt. Haupt-
kennzeichen all dieser Z. ist eine Abb. 3. Meßtrommel eines Trommel-
Kammer von bestimmtem Raumin- zählers
halt und eine Trennwand, die vom
Flüssigkeitsstrom bewegt wird und Durch Auffüllen der jeweils unten-
dabei fortlaufend Mengen gleicher stehenden Kammer verlagert sich der
Größe abteilt. Die Bewegungen der Schwerpunkt der Trommel derart,
Trennwand werden auf ein Zählwerk daß die nächstliegende Kammer nach
übertragen. Sie sind ein Maß für die unten kippt und die gefüllte Kammer
durchgeflossene Flüssigkeitsmenge. wieder entleert wird. Hierdurch wer-
Moderne Kolben-Z. sind für einen den die Kammern fortlaufend nach-
weiten Anwendungsbereich (u.a. einander gefüllt und entleert. Die
Wasser, Milch, Alkohol, Benzin) als Drehung der Trommel wird auf ein
sog. Ringkolben-Z. in Gebrauch. Zählwerk übertragen. Zählrohr (schematisch)
160 161
Zähltransistor Zeeman-Efiekt
haben eine bessere zeitliche Auflö- stanz oder noch besser durch Füllung Formelmäßig stellt man den Z. einer der Optik und des Magnetismus. [43]
sung und erlauben daher eine höhere des Z. mit dem gasförmigen Bortri- Größe dar, indem man das Größen- Zeeman-Eifekt, die 1896 von Zeeman
Zählgeschwindigkeit. fluorid (BF,) dafür gesorgt wird, daß symbol (den Formelbuchstaben) in entdeckte Beeinflussung der Frequenz
Je nach derangelegten Spannung ar- die Neutronen, die ja selbst nicht geschweifte Klammern setzt, also von *Spektrallinien durch ein magne-
beitet das Z. im Proportionalitätsbe- ionisieren, durch Kernprozesse '°B G,7 (@3-1G1.3. & Einheit, Größe. tisches *Feld, in welchem sich die
reich (s. Proportionalzähler), wobei (a, &) "Li ionisierende «-Teilchen er- emittierenden (oder absorbierenden)
es einen der primärenIonisation pro- zeugen (Neutronenzählrohr). Zahlenwertgleichung. Fürjede in der Atome befinden. Der Z.-E. äußert
portionalen Stromstoß liefert und da- Das Z. wird heute außer zu reinen Gleichung vorkommende Größe kann sich darin, daß jede Linie in meh-
durch verschiedenartige Teilchen (z. Forschungszwecken praktisch vor al- man eine bestimmte Einheit festset- rere Komponenten etwas verschiede-
B. Elektronen und «-Teilchen) zu lem zur Überwachung radioaktiver zen und vorschreiben, daß nur der ner Frequenz aufgespalten wird. Für
unterscheiden gestattet, oder (bei hö- Strahlungen bei den Arbeiten am mit dieser Einheit erhaltene Zahlen- die systematische Behandlung des Z.-
herer Spannung) im Auslösebereich Reaktor und mit radioaktiven Isoto- wert für das Formelzeichen in die E. ist es zweckmäßig, zunächst nicht
(6. Auslösezähler), wobei der Ver- pen sowie auch zum Aufsuchen ra- Gleichung eingesetzt werden soll. die Aufspaltung der Linien, sondern
stärkungsfaktor noch größer ist, aber dioaktiver Gesteine (Uranlagerstät- Gleichungen, die so gemeint sind, die (einfachere) Aufspaltung der
alle Teilchen denselben Stromstoß ten) gebraucht. nennt man Z. Sie gelten nur bei Ge- *Termeins Auge zu fassen, als deren
liefern, gleichgültig ob sie primär Lır. Riezler, W.: Kernphysik. 6. Aufl. brauch der getrennt angegebenen Differenzen die Frequenzen der Li-
viel oder wenig ionisieren. München 1959. Fünfer, E. Einheiten. Z. ändern ihre Gestalt,
Der im Z. entstehende Stromstoß Neuert: Zählrohre und Szintil wenn man zu anderen Einheiten über-
nien entstehen.
Beim »normalen« Z.-E., der jedoch
wird auf die verschiedenste Weise ler. 2. Aufl. Karlsruhe 199. [1] nur bei Singulett-Termen (s. Singu-
weiterverarbeitet. Er kann an ein Zähltransistor, *Transistor (Absatz e) geht. Für Z. können Einheiten eines
Elektrometer gehen, welches etwa zum Nachweis einzelner schneller Einheitensystems vorgeschrieben sein lettsystem) und außerdem bei sämt-
‚photographische Registrierung der ionisierender Teilchen, z. B. Elektro- oder auch solche, die kein Einheiten- lichen Termen des Wasserstoffatoms
Ausschläge erlaubt, oder nach höhe- men, Protonen, «-Teilchen oder system bilden (s. Einheiteninvarianz, auftritt, spaltet jeder Term im Ma-
schwerer Ionen. Die Teilchen erzeu- Beispiel zu b). gnetfeld in eine Anzahl äquidistanter
ter Verstärkung an einen Lautspre- gen Elektron-Loch-Paare in der nicht- Bekanntlich hängt der Zahlenwert Terme auf, deren energetischer Ab-
her (Zählknacke) oder ein mechani- angeschlossenen Basis eines Transi- einer Größe von der verwendeten standjeweils
sches Zählwerk. Mit einem solchen stors, die vom Sperrschichtfeld des Einheit ab und kann die verschie-
lassen sich Zählgeschwindigkeiten bis Emitters (bevorzugt) getrennt wer- densten Varianten haben, wobei gilt:
zur Größenordnung 1000 Teilchen/s
bewältigen. Noch höhere Teilchen- den. Dadurch verschiebt sich das Po-
tential des Emitters gegen die Basis,
Größenwert = Zahlenwert X Einheit.
Daraus folgt, daß die Z. die Form
it,wo MT Zum
dichten mißt man mit Hilfe von Un- das Bohrsche Magneton und H die
terseizern, welche nur jeden zweiten, der Emitter-Injektionsstrom steigt erhält magnetische Feldstärke ist. Wegen
vierten oder achten usw. Stromstoß und mit ihm der (fast) ebenso große
‚Emitter-Kollektor-Strom. Der Strom- WM tm ta, einer entsprechenden Auswahlregel
des Zähldrahtes auf das Zählwerk stoß (Impuls) im Außenkreis ist um erscheinen im Linienbild stets nur
leiten. den Stromverstärkungsfaktor (der wenn die zugehörige Größenglei- drei Komponenten mit dem obigen
Te nach Gestaltung der äußeren Hül- Kollektorschaltung) des Transistors hung 3 = ma ist, wobei & Kraft, energetischen Abstand, d. h. mit einer
le des Z. kann es zur Zählung ver- größer als die Ladung der erzeugten m Masse, a Beschleunigung bedeu- Frequenzdifferenz Av'= AWIh (*Lo-
schiedenartiger Teilchen geeignet ge- Paare selbst. Impulsform, Impulshö- tet. Der Faktor 1/x ist abhängig von rentz-Triplett).
macht werden. Um sehr energiereiche der Wahl der Einheiten. Während Diese Frequenzdifferenz, welche ge-
Elektronen, z.B. der kosmischen he, Energieauflösungsvermögen und
‚Empfindlichkeit hängen von der Ein- man bei Größengleichungen völlig rade gleich der *Larmor-Frequenz
*Strahlung, zu zählen, gibt man dem dringtiefe der Strahlung, der Ausdeh- unabhängig von der Wahl eines Ein- eines umlaufenden Elektrons (ohne
Z. eine nur dünne Metallwandung, mung der Sperrschicht und der geo- heitensystems ist, muß man bei Z. . Spin) in dem betreffenden Magnet-
die von den Elektronen durchschla- metrischen Anordnung ab. ‚konsequent immer denselben, feld ist, beträgt 1,4 - 10° MHz/T Feld-
gen wird. Je dünner die Wandung, Lrr. Czulius, W.: Zähldioden und Zähl- einmal gewählten Einheiten rechnen, stärke. In einem Feld von 1 T tritt
desto langsamere Elektronen werden transistoren. Halbleiterprobleme VIII. um Fehler zu vermeiden. also eine Zeeman-Aufspaltung von
noch registriert. Has. v. F/ Sauter, Braunschweig. 1969. S. a. Größengleichungen, Einheiten- 14000 MHz oder 0,47 cm’ auf (zum
Um *x-Teilchen oder *Protonen zu invarianz. [39] Vergleich: Abstand der beiden D-
zählen, mußdas Z. ein »Fenster« ha- Zählung von Teilchen, s. Teilchen- Zeeman,Pieter. Holl. Physiker. Geb. Linien des Natlumdublets 172
ben, das mit einer schr dünnen Me- zählung. 25.5.1865 in Zonnemaire (Schouwen), em).
tallfolie überdeckt ist, durch welche Zahlenwert nennt man den Zahlen- gest. 9. 10. 1943 in Amsterdam. 1900 In allen Fällen, in welchen, abgese-
auch diese Teilchen dringen können. der multipliziert mit der zu- Prof. für Phys. an der Univ. Amster- hen vom Wasserstoff, der Term kein
Umgekehrt erhält das Z., wenn Pho- igen Einheit den Wert einer dam, 1908 o. Prof. und Direktor des Singulett-Term ist, also meistens, tritt
tonen einer *y-Strahlung gezählt öße ergibt. Ist G eine beliebige Phys. Inst. an der Univ. Amsterdam. der wesentlich kompliziertere »ano-
werden sollen, eine dicke Bleiwan- und [G] deren Einheit, so ist Z. erhielt 1902 den Nobelpreis für male« Z.-E. auf. Auch bei im wer-
dung,um eine möglichst große Wahr- G/IG]der Z., der bei Benutzung dis Physik für die Entdeckung des nach jen zwar die Terme in eine Anzahl
scheinlichkeit dafür zu geben, daß ser Einheit entsteht. Der Z. ist ihm benannten Zeeman-Eifektes so- iquidistanter Komponenten aufge-
das Photon ein Sekundärelektron Verhältnisgröße (eine Größe der Die wie für die mit Lorentz gemeinsam spalten, aber die energetischen Ab-
auslöst. mension der »Zahlen«). Die »Größec durchgeführten Untersuchungen über stände sind jetzt:
Endlich lassen sich mit dem Z. auch hat eine von der Wahl der Einheit den Einfluß von Magnetfeldern auf AW = zuH,
*Neutronen zählen, wenn durch Aus- unabhängige Bedeutung,nicht jedoch Strahlungen. Hauptarbeiten vorwie- wo g der Lande-Faktor ist, der in
kleidung mit einer borhaltigen Sub- ier Z. gend auf dem Gebiet der Elektrizität, ziemlich komplizierter Weise von den
162 163
Zeichen, astronomische Zeit
verschiedenen Quantenzahlen des Die Planet.iden, für die anfänglich die Spannungen den Widerständen, stätigte Zeitdilatation wird der Zeit-
Terms abhängt und im allgemeinen auch Symbole eingeführt waren, wer- die Ströme den Leitwerten der Schal- begriff aber im Sinn der *Lorentz-
für den Ausgangsterm einer Lini den mit ihrer laufenden Listennum- tungselemente proportional sind, Transformation vollständig rela
einen anderen Wert besitzt als für mer im Kreis bezeichnet, z.B. ® können auch Widerstands- und Lei viert. Von Newtons in den Principi
ihren Endterm. Dadurch wird das Ceres. Wntsdiagramme komtruisrt werden. Mathematica behaupteter absoluter
Aufspaltungsbild der Linie recht Z. für *Bahnelemente,s. dort. [5] Z. bleibt dann nichts mehr übrig.
kompliziert, kann aberrestlos mittels Zeiger, auch Zeitvektoren oder sym- Zeilensprungverfahren, s. Fernseh 2. Astronomische Z. Zur Zeiteintei-
der obigen Formel und dem Lande- bolische Vektoren genannt, dienen Zeiss, Carl. Dt. Mechaniker und Op- lung sind astronomische Vorgänge,
Faktordargestellt werden. zur Darstellung von Wechselgrößen. tiker. Geb. 11.9. 1816 in Weimar, die sich in strenger Regelmäßigkeit
Der anomale Z.-E. hat besonders viel $ie beruhen auf der Umwandlung gest. 3. 12. 1888 in Jena. War Dr. phil. periodisch wiederholen, besonders ge-
zur Aufhellung der Verhältnisse im einer zeitlich sinusförmig verlaufen- h.c. der Univ. Jena. Er trat beim eignet. Das Grundmaß der Z. ist da-
‚Atom beigetragen. Er führte auch den Größe in die Rotation eines Hof- und Uniy.-Mechaniker Dr. Kör- her der Sterntag, der Zeitraum einer
zur Einführung des Elektronenspins Strahles (Zeigers). Die Projektion des ner in Jena in die Lehre und blieb Umdrehung der Erde um ihre Achse
1925 durch Goudsmit und Uhlenbeck Z. auf eine durch seinen Drehpunkt dort bis 1846. Am 17.11. 1846 er- (23 h 56 min 4,09 man mißtihn am
(. Goudsmit-Uhlenbecksche Hypo- verlaufende Gerade ist dann stets richtete er in der Neugasse in Jena Himmel als die Zeitdifferenz zwi-
these), welcher die richtige Deutung gi jeich dem Augenblickswert der seine eigene mechanische Werkstätte. schen zwei Kulminationen eines Ster-
des Lande-Faktors und des *gyro- Wechselgröße (s. Abb.). Man kann Zuerst befaßte er sich mit der Ferti- nes (Kulmination = höchste Stellung
gung von Lupen und einfachen Mi- des Sternes beim Durchgang durch
kroskopen, nahm aber schon im Jah- den Nord-Süd-*Meridian des Beob-
re 1858 die Herstellung von zusam- achtungsortes).
mengesetzten Mikroskopen auf. Am Daran schließt sich die Sternzeit an.
3.7.1866 nahm er Ernst *Abbe als Es ist 0 Uhr Sternzeit bei der Kulmi-
wissenschaftlichen Mitarbeiter in sein nation des *Frühlingspunktes. Da
Werk auf. Gemeinsam mit diesem das bürgerliche Leben aber vom Un-
schuf er die weltberühmten Zeiss- terschied zwischen Tag und Nacht ge-
werke, die eines der ersten sozialen steuert ist, muß sich die allgemein
Darstellung einer sinusförmigen Wechse größe a = }(w 1) durch einen Zeiger Unternehmen in Deutschland sind. verwendete Zeiteinteilung an den
1885 wurde Abbe Teilhaber, später Sonnenstand knüpfen (Sonnenzeit).
magnetischen Verhältnisses des be- sich daher auch den Z. als’ruhend auch Dr. Otto Schott. 1891 wurde das Der Sonnentag ist die Zeit zwischen
treffenden Atomzustandeslieferte. und die Projektionsgerade (Zeitlinie) Werk von der Carl-Zeiss-Stiftung zwei Kulminationen der Sonne. Da
Bei sehr hohen magnetischen Feld- als umlaufend vorstellen. Dadurch übernommen. [43] die *Sonne an der *Sphäre beständig
stärken gleicht sich bei allen Spek- erhält man zeitunabhängige Be Zeit. 1. Absolute Z. Solange man die weiterrückt und ihr Standort zwi-
tren das Aufspaltungsbild des ano- hungen zwischen verschiedenen Wech- Vorstellung einer eindeutigen *Gleich- schen zwei Kulminationen um rund
malen Z.-E. asymptotisch immer selgrößen gleicher Frequenz, da die zeitigkeit im ganzen Raum aufrecht- 1° nach Osten verlegt wird, vergeht
‚mehr dem einfachen Lorentz-Triplett Zeitlinie für alle diese Größen mit erhält, solange ist zwar die zu wäh- nach Ablauf eines Sterntages noch
an (*Paschen-Back-Effekt). der_gleichen Geschwindigkeit um- lende Zeiteinheit konventionell und eine gewisse Zeit, bis die Sonne wie-
$. a. Magnetooptil läuft. Man kann daher in Analogie insofern das Zeitmaß willkürlich, der kulminiert. Der Sonnentag ist
Lir. Finkenburg, W.: Atomphysik. 11./ zum Gleichstrom, z. B. der Rei- auch der Zeitnullpunkt frei wählbar daher24 h lang.
12. Aufl. Berlin 1967. (i] 'henschaltung mehrerer Wechselstrom- und daher beide relativ. Aber_die Steht die Sonne im Frühlingspunkt,
Zeichen, astronomische. Um bei ta- Widerstände, die Teilspannungen in Zeitordnung scheint eine willkürfreie so fallen 12° Sonnenzeit (Kulmina-
bellarischen Darstellungen oft wie- einfacher Weise addieren, indem man und naturgesetzlich von einem Ort tionder Sonne) und 0° Sternzeit (Kul-
derkehrende Worte nicht ständig aus- ihre Zeier vektoriel zusammenseiz. zum anderen übertragbare zu sein. mination des Frühlingspunktes) zu-
schreiben zu müssen, wurde in der Jedes naive Denkensteht auf diesem sammen. Schon am folgenden Tag
Astronomieein Zeichensystem üblich, Standpunkt und auch die philoso- kulminiert die Sonne fast 4 min spä-
das etliche Worte durch Symbole er- ramm nennt man die Dar- phische Besinnung scheint zunächst ter, und im Laufe eines Jahres sum-
setzt. Vielgebraucht sind vor allem stellung der in einer Wechselstrom- aus Kausalitätsgründen eine absolute mieren sich die Differenzen von Son-
die Zeichen für die “Planeten und für schaltung vorhandenen Spannungen Zeitordnung zu fordern. Denn so- mentag zu Sterntag zu einem vollen
die *Tierkreiszeichen: und Ströme durch ihre *Zeiger. Da lange überhaupt zwischen Ursache Tag auf, so daß ein Sternjahr einen
Merkur Mond C Zwillinge WM und Wirkung unterschieden wird, Tag längerist als ein Sonnenjahr.
muß jene zeitlich vor dieser gelegen Da die Sonnenkulmination nicht auf
Venus Konjunktiin X Krebs & sein. Erst die Einschränkungdes phy- derganzen Erde gleichzeitig, sondern
Erde Opposition P_ Löwe 82 sikalischen Kausalzusammenhanges immer nur für den Längenkreis er-
Mars Quadratuvr DD) Jungfrau m durch Einsteins Postulat der Unmög- folgt, in dessen Meridian die Sonne
Jupiter aufsteigender Waage & lichkeit einer räumlichen Fermwir- steht, muß für das Wirtschaftsleben
Satum # Knoten & m kung mit Überlichtgeschwindigkeit eine Zonenzeit geschaffen werden.
Uranus & absteigender Schütze # läßt eine Relativierung der Gleich- Die Erdoberfläche wird in 15° breite
zeitigkeit erkenntnistheoretisch er- Streifen eingeteilt, deren Verlauf sich
Neptun Y Knoten % Steinbock räglich erscheinen. Damit und durch etwa die Zeitzonen anpassen, in de-
Pluto P Widder V Wassermann A die von der *Relativitätstheorie ge- nen jeweils die genaue Z. eines mitt-
Sonne © Stier 8 Fische x forderte und durch Experimente be- leren Längengrades gilt. So gilt für
164 165
Zeit Zeitgleichung
die Zone von 7,5° westlich bis 7,5° ziert und außerdem, bedingt durch s bis 105 bilden, welche in der TO), 2.0) }
östlich Greenwich die Z. des Green- die wechselnde Geschwindigkeit der Theorie eine Rolle spielt. Man ver- dieser Operatorendie Reihenfolge
wicher Meridians (Westeuropäische Erde in ihrer Bahn, die Länge dieses mutet, daß diese Größe möglicher- 04 ()..- 0(,),
Z.). Für die Zone von 7,5° bis 22,5° Wegstückes nicht von Tag zu Tag ab- weise auch die Bedeutung einer
lich gilt die Z. des 15. Längengra- solut gleich ist, sind die Zeiten zwi- zesten Zeit hat. Es würde dann k wobei fu, >... > kin-
des, der durch Stargard und Görlitz schen zwei Sonnenkulminationen nen Sinn haben, von kürzeren Zeit- Für gleiche Zeiten fı = tx ist das Pro-
verläuft (Mitteleuropäische Z.) usw. Schwankungen unterworfen. Die’ intervallen als 102° s zu reden. dukt zunächst nicht definiert und
4. Weltzeit, svw. Greenwicher Zonen- man