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Treuer Gefährte

Ich hab einen Freund –


er ist ein treuer Gefährte.

Er ist ganz spontan –


schaut nicht auf materielle Werte.

Er kennt meine Seele,


er weiss genau, was ich brauch'.
Er streift um mich herum, und lieb ist er auch.

Er liebt das Streicheln am Kopfe,


und noch lieber am Bauch –
schwarz-weiß ge leckt, und süß ist er auch.

Wenn ich nicht da bin –


sucht er mich überall im Haus
Und wenn er draußen ist, sucht er sich eine Maus.

Er hört auf den Namen "Momo" –


er ist eine wunderbare Katze
Und er kratzt nie, er hat eine samtige Tatze.

Wir zwei mögen uns einfach –


sind ein eingespieltes Team –
er mag mich und ich, ich mag ihn.

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Katzen sind auch sehr treue Gefährten –
und das, ja das wussten auch schon
die weisen Gelehrten!

© Martina Kallinger (*1973), Liedermacherin der bayrischen und


hochdeutschen Sprache und Wirtin

Letztes

In Herzens Mitte
als einzige Bitte
verhallende Schritte
von der Katze ein Stück:
ihr Ohr lö elt Schall
ihr Fuß nimmt Lauf
ihr Blick
brennt dünn und dick
vor ihrem Antlitz kein Zurück
schön wie die Blume
doch voller Wa en
und hat im Grunde nichts mit uns zu scha en.

Paul Celan

Zum Fressen geboren, zum Kraulen bestellt;


in Schlummer verloren - gefällt mir die Welt.

Ich schnurr' auf dem Schoße, ich ruhe im Bett;


in lieblicher Pose - ob schlank oder fett.

So gelte ich allen als göttliches Tier -


sie stammeln und lallen und huldigen mir.

Liebkosen mir glücklich den Bauch, Öhrchen und Tatz,


und ich wählte es wieder - das Leben der Katz.

Goethe

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A B C, die Katze lief im Schnee
A B C,

die Katze lief im Schnee.

Und als sie wieder raus kam,

da hat sie weiße Stiefel an.

O weh, o jemine!

Die Katzen

Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,


Und ihre Leiber ließen sanft entlang.
Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,
Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.

Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.


Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,
Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,
Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.

Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,


Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,
In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt
Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen.

Maria Luise Weissmann


1899 1929

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Das kranke Kätzchen

Kätzchen ist krank,


macht ein traurig Gesicht,
liegt auf der Bank
und rührt sich nicht .
Miau! Ich versteh,
die Maus war zu fett.
Magenweh?
Dann mußt du zu Bett.
Püppchen hör zu,
dem Kätzchen geht's schlecht.
Ist es dir recht;
wir legen's zur Ruh
in dein Bettchen hinein,
decken's warm zu
und wiegen es ein.
Da schläft's eine Stunde,
verdaut seine Maus
und springt dann gesund
zum Bettchen hinaus.

Gustav Falke
1853 1916

Gedicht für Katzen

Dämmerung ist die Stunde der Katzen


sie atmen den Tag aus
schleichen schwarz übern Weg
spielen Eisenbahn mit ihren Augen
Die Katzen tragen den Mond fort
sie sprechen in Bildern
lachen im Graben den Unfug aus
verspotten den artigen Wind
Die Jagd auf die Vögel ist verschoben
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die Katzen wissen was Recht ist


sie stürmen mein Kartenhaus
verschlingen ungelesen meine Briefe
Ich schreibe: wir sollten die Katzen
loben in der Stunde der Dämmerung

© Friedrich Christian Delius

 
Spatz und Katze

"Wo wirst du denn den Winter bleiben?"


sprach zum Spätzchen das Kätzchen.
"Hier und dorten, allerorten",
sprach gleich wieder das Spätzchen.

"Wo wirst du denn zu Mittag essen?"


sprach zum Spätzchen das Kätzchen.
"Auf den Tennen mit den Hennen",
sprach gleich wieder das Spätzchen.

"Wo wirst du denn die Nachtruh' halten?"


sprach zum Spätzchen das Kätzchen.
"Lass dein Fragen, will's nicht sagen",
sprach gleich wieder das Spätzchen.

"Ei, sag's mir doch, du liebes Spätzchen",


sprach zum Spätzchen das Kätzchen.
"Willst mich holen - Gott befohlen!"
sprach gleich wieder das Spätzchen.

August Heinrich Ho mann von Fallersleben


1798 1874

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Schöne Fraun und Katzen

Schöne Fraun und Katzen p legen


Häu ig Freundschaft, wenn sie gleich sind,
Weil sie weich sind
Und mit Grazie sich bewegen.

Weil sie leise sich verstehen,


Weil sie selber leise gehen,
Alles Plumpe oder Laute
Fliehen und als wohlgebaute
Wesen stets ein schönes Bild sind.

Unter sich sind sie Vertraute,


Sie, die sonst unzähmbar wild sind.

Fell wie Samt und Haar wie Seide.


Allverwöhnt. – Man meint, daß beide
Sich nach nichts, als danach sehnen,
Sich auf Sofas schön zu dehnen.

Schöne Fraun mit schönen Katzen,


Wem von ihnen man dann schmeichelt,
Wen von ihnen man gar streichelt,
Stets riskiert man, daß sie kratzen.

Denn sie haben meistens Mucken,


Die zuletzt uns andre jucken.
Weiß man recht, ob sie im Hellen
Echt sind oder sich verstellen?

Weiß man, wenn sie tief sich ducken,


Ob das nicht zum Sprung geschieht?
Aber abends, nachts, im Dunkeln,
Wenn dann ihre Augen funkeln,
Weiß man alles oder lieht
Vor den Funken, die sie stieben.

Doch man soll nicht Fraun, die ihre


Schönen Katzen wirklich lieben,
Menschen überhaupt, die Tiere
Lieben, dieserhalb verdammen.

Sind Verliebte auch wie Flammen,


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Zu- und ineinander passend,


Alles Fremde aber hassend.

Ob sie anders oder so sind,


Ob sie männlich, feminin sind,
Ob sie traurig oder froh sind,
Aus Madrid oder Berlin sind,
Ob sie schwarz, ob gelb, ob grau, –

Auch wer weder Katz noch Frau


Schätzt, wird Katzen gern mit Frauen,
Wenn sie beide schön sind, schauen.

Doch begegnen Ringelnatzen


Häßlich alte Fraun mit Katzen,
Geht er schnell drei Schritt zurück.
Denn er sagt: Das bringt kein Glück.

Ringelnatz, Joachim
1883 1934

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