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Universität Zürich

Deutsches Seminar
165 Aufbaumodul 2 LING (SA): Einführung in die Schriftlinguistik
Prof. Dr. Christa Dürscheid
FS 2017

Handschrift und Charakter

Eine vergleichende Untersuchung zur Wissenschaftlichkeit der


Graphologie

Cindy Wilfling

Abgabetermin: 08.04.2017
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung ........................................................................................... 3

2. Begriffserläuterungen ................................................................................................... 4

2.1 Handschrift und Individualität ................................................................................ 4

2.2 Forensische Handschriftuntersuchung.................................................................... 5

2.3 Graphologie ............................................................................................................ 5

3. Vergleichende Analyse zur Wissenschaftlichkeit der Graphologie ............................. 7

3.1 Kriterien zur Überprüfung der Wissenschaftlichkeit.............................................. 7

3.2 Begründung der Auswahl der Studien .................................................................... 8

3.3 Studien .................................................................................................................... 8

3.3.1 Chernov/Caspers (2015) .................................................................................. 8

3.3.2 Nauer/Chernov (2016) ................................................................................... 12

3.3.3 Lavoie/Strumpf (o.J.)..................................................................................... 13

3.3.4 Cronje/Roets (2013) ...................................................................................... 14

3.3.5 Gawda (2014) ................................................................................................ 16

4. Zusammenfassung und Ausblick ................................................................................ 18

Bibliographie .................................................................................................................. 21

2
1. Einleitung und Zielsetzung

Eine spontan verfasste A4-Seite in der persönlichen Handschrift ergänzt mit ein paar
zusätzlichen Angaben, wie Alter und Geschlecht, reicht laut der Schweizerischen
Graphologischen Gesellschaft (SGG) bereits aus, um eine Handschriftanalyse über die
psychische Struktur einer Person anfertigen zu lassen (vgl. Merkblatt zur Herstellung
geeigneter Schriftproben SGG). Ein solches graphologisches Gutachten gibt Auskunft
über die Vitalität, die intellektuelle Kompetenz und das Arbeitsverhalten einer Person,
um nur einige der über zwei Dutzend aufgeführten Persönlichkeitsstrukturen zu nennen
(vgl. Gutachten SGG). Auch Helmut Ploog1, erster Vorsitzender des deutschen Bundes-
verbandes geprüfter Graphologen/Psychologen e. V., zählt mehrere Dutzend Charakter-
eigenschaften auf, die einer Handschrift zu entnehmen sein sollen (vgl. Ploog 2008, 10;
138).

Unter den Kritikern und Kritikerinnen der Graphologie gebe es gemäss Yury Chernov2,
Experte der SGG im Bereich Forschung und Entwicklung (vgl. Liste der praktizierenden
SGG-Mitglieder 2016), grundsätzlich nur einen berechtigten Einwand, nämlich jenen der
fehlenden Beweise für die Validität der graphologischen Handschriftanalyse (vgl.
Chernov 2014, 3). Chernov (2015, 2) zufolge sei diese Kritik gerechtfertigt, „[i]nsofern
die Graphologie bis dato noch keine überzeugenden Ergebnisse in Bezug auf die Validität
geliefert hat […]“. Die Validität zeigt auf, inwieweit ein Testverfahren das misst, was es
messen soll (vgl. Chernov 2012, 4). Im Falle der graphologischen Handschriftunter-
suchung soll dementsprechend gemessen werden, inwiefern diese in der Lage ist, mithilfe
der Handschrift Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ihres Urhebers oder ihrer Urheberin
ziehen zu können (vgl. Paul-Mengelberg 1996, 1049; Ploog 2008, 8). Um die Validität
der Graphologie zu beweisen beziehungsweise zu widerlegen, vergleichen Forscher und
Forscherinnen die nicht anerkannte Methode der graphologischen Handschriftunter-
suchung mit einem anerkannten psychometrischen Test. Ergibt sich aus dem Vergleich
eine positive statistische Korrelation, gelten die beiden Methoden als gleichwertig (vgl.
Chernov 2012, 4).

1
Helmut Ploog ist Veranstalter des internationalen Graphologentages und betreibt seit 1960 eine Praxis als
Betriebsgraphologe in München (vgl. Ploog 2008, 4).
2
Yury Chernov absolvierte ein Mathematik- und Informatikstudium in Moskau (vgl. Katz 2014, 8). Er ist
wissenschaftlicher Leiter des 2016 gegründeten Instituts für Handschriftwissenschaften (vgl. Nauer 2016,
3).

3
In der vorliegenden Arbeit biete ich einen Überblick über einige aktuelle Studien und
deren Ergebnisse zum beschriebenen Thema. Die Studien werden von mir kritisch
miteinander auf die Wissenschaftlichkeit ihrer jeweils angewandten Methoden ver-
glichen. Dazu untersuche ich nebst den drei Gütekriterien – Objektivität, Reliabilität und
Validität – die Repräsentativität und Nachvollziehbarkeit für den Leser oder die Leserin.
Den Fokus lege ich hierbei auf die Übereinstimmungsvalidität zwischen der Graphologie
und anerkannten Persönlichkeitstests. Wegen des begrenzten Umfangs dieser Arbeit
können die anderen Kriterien nur bedingt berücksichtigt werden. Um eine gemeinsame
Basis der wichtigsten Begrifflichkeiten zu schaffen, stelle ich der vergleichenden
Untersuchung einige Begriffserläuterungen voran. Auf die daran anschliessende Analyse
folgt ein Fazit, in welchem ich die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasse und einen
Ausblick gebe.

2. Begriffserläuterungen

2.1 Handschrift und Individualität

Maria Paul-Mengelberg3 (1996, 1049) definiert die Handschrift als „Auseinandersetzung


der Schreibbewegung mit einem vorgegebenen Buchstabensystem, der Schreibvorlage,
auf einer Fläche mit Hilfe einer Schreibspur, nämlich dem Strich“. Gemäss Paul-
Mengelberg (1996, 1050) vollzieht sich der Schreibprozess „in einem Grenzbereich
zwischen der Beachtung der Schulvorlage einerseits und der persönlichen Abwandlung
der vorgegebenen Formen durch die Motorik andererseits“. Die Vielzahl unterschiedlich-
ster Handschriften, welche sich trotz der gemeinsam erlernten Basis einer kanonisierten
Schrift im Schulunterricht generieren kann, lasse auf einen individuellen Zusammenhang
von Persönlichkeit und Handschrift schliessen. Gemäss Lothar Michel4 ist es bemerkens-
wert, wie früh die Individualisierung der Handschrift bereits einsetzt (vgl. Michel 1996,
1038). Etwa beim Eintritt in das Erwachsenenalter gilt die Schriftentwicklung bei den
meisten Personen als abgeschlossen (vgl. ebd.; Bergner 2016), wobei die Handschrift
auch dann noch Veränderungen ausgesetzt bleibt (vgl. Paul-Mengelberg 1996, 1051).

3
Maria Paul-Mengelberg (1914-2001) war Psychologin und geprüfte Graphologin. Sie hatte einen
Lehrauftrag für Schriftpsychologie an der Universität Bonn, arbeitete zudem selbstständig als Schrift-
psychologin und verfasste zahlreiche Werke zur Graphologie und Schriftpsychologie (vgl. Wolfradt 2015,
345).
4
Lothar Michel war Lehrstuhlinhaber der Psychologie II der Universität Mannheim (vgl. Internet Michel).

4
Michel (1996, 1038) zufolge ergibt sich die Individualität einer Handschrift vielmehr
durch die „besondere Konfiguration ihrer graphischen Merkmale“ als durch die „absolute
Einmaligkeit bestimmter graphischer Einzelmerkmale“. Die Handschrift einer Person ist
jedoch „keineswegs schlechthin individuell“ und lediglich „mehr oder minder unver-
wechselbar“, so Michel (1996, 1038). Gemeinsamkeiten zwischen der Handschrift unter-
schiedlicher Personen werden durch vielfältige Einflüsse begünstigt:

[…] durch Gleichheit oder Ähnlichkeit der Schulvorlage, nach der die Schrift erlernt wurde, durch
bewußte oder unbewußte Anlehnung der Schrift an den Schreibstil bestimmter Nationen, Schichten
oder Einzelpersonen (z. B. Ehepartner) sowie an den jeweiligen ‚Zeitstil‘ und weiter durch anato-
mische, physiologische und pathologische Ähnlichkeiten (Michel 1996, 1038).

Darüber hinaus ist eine Handschrift auch nur relativ konstant (vgl. ebd.). Nebst zahl-
reicher exogener, endogener und altersbedingter Faktoren, welche die Handschrift beein-
flussen, besteht die Tatsache, dass diese selbst unter gleichbleibenden Bedingungen eine
„mehr oder minder große Variabilität“ aufweist (ebd.; vgl. Paul-Mengelberg 1996, 1051;
vgl. ausserdem Ben-Shakhar et al. 1986, 652).

2.2 Forensische Handschriftuntersuchung

Diese ‚mehr oder minder‘ grosse Unverwechselbarkeit und relative Konstanz der
Handschrift macht sich sowohl die Forensische Handschriftuntersuchung als auch die
Graphologie zunutze. Die beiden Methoden sind jedoch klar voneinander zu unter-
scheiden. Die Forensische Handschriftuntersuchung (Schriftvergleichung) ist eine
wissenschaftlich anerkannte Methode, die sich mit den Entstehungsbedingungen hand-
schriftlicher Erzeugnisse, mit deren Prüfung auf Echtheit und mit der Identifizierung des
Schrifturhebers oder der Schrifturheberin befasst (vgl. Michel 1996, 1036; 1047). Im
Gegensatz zur Graphologie, ist es „[f]ür die Schriftvergleichung […] nicht von Belang,
ob und inwieweit Handschriften charakterologisch gedeutet werden können“ (ebd.,
1036).

2.3 Graphologie

Der Begriff Graphologie setzt sich zusammen aus dem Griechischen gráphein für das
Verb „schreiben“ und lógos für „Kunde, Wissenschaft“; bedeutet wörtlich also so viel
wie die Kunde vom Schreiben (vgl. Ploog 2008, 18). Die Graphologie ist keine lingu-
istische Disziplin, sondern gehört der diagnostischen Psychologie an (vgl. Paul-
Mengelberg 1996, 1049; Ploog 2008, 8). Da es keinen Titelschutz gibt, kann sich laut

5
Teut Wallner5 jede Person als Graphologe/Graphologin, Schriftpsychologe/Schriftpsy-
chologin oder Handschriftexperte/Handschriftexpertin bezeichnen (vgl. Wallner 2010,
24). Im Gegensatz zu Wallner verwende ich die Bezeichnungen Graphologie und
(Hand-)Schriftpsychologie in dieser Arbeit synonym (vgl. dazu Wallner 2010, 12f).

Die Geburtsstunde der Graphologie wird von Benjamin Thiry wie folgt beschrieben:6

Bien qu’il y ait eu des ébauches antérieurs, la naissance officielle de la graphologie se situe en 1869
lorsque [Jean-Hippolyte; C.W.] Michon publie le premier ouvrage au sein duquel il propose des
correspondances entre des signes graphiques et des traits de caractère (Thiry 2008, 400).

Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen für die Beurteilung der Handschrift und
der Persönlichkeit, nämlich die holistische und die analytische. Daraus ergeben sich vier
mögliche Ansätze. Die holistische Analyse der Handschrift ist eine impressionistische
Schilderung der Charaktereigenschaften des Urhebers oder der Urheberin eines Hand-
schriftbeispiels durch den Graphologen oder die Graphologin aufgrund seiner/ihrer
Erfahrung. Die holistische Untersuchung der Persönlichkeit ist ebenfalls impressionis-
tisch und beruht auf Beobachtungen eines Psychologen oder einer Psychologin, zum
Beispiel nach einem Interview. Bei der analytischen Untersuchung der Handschrift
werden deren Konstituenten, wie beispielsweise Grösse und Druck, gemessen und dann
anhand einer Formel mit Persönlichkeitsmerkmalen verknüpft. Die analytische Analyse
der Persönlichkeit bezeichnet schliesslich die Anwendung anerkannter Persönlichkeits-
tests (vgl. Eysenck/Gudjonsson 1986, 263).

Die Schweiz wird von Uwe Peter Kanning, einem Kritiker der graphologischen Hand-
schriftanalyse, nebst Frankreich als Graphologie-Hochburg bezeichnet (vgl. Kanning
2010, 109). Zurzeit liegen keine Studien mit aktuellen Zahlen zur Graphologie in der
Schweiz vor. In Frankreich konsultierten im Jahr 1993 laut einer Befragung von 113
mehrheitlich grossen Firmen 66 Prozent einen Graphologen oder eine Graphologin.
Etwas mehr als die Hälfte der befragten Firmen gaben an, dies regelmässig zu tun. Im
Jahr 1999 waren es gemäss einer Befragung von 62 Praxen 95 Prozent, wovon 50 Prozent
der Befragten angaben, systematisch Gebrauch von der Graphologie zu machen (vgl.
Marilou Bruchon-Schweitzer 2000, 60). Chernov zufolge ist die Anfrage nach grapho-
logischen Gutachten in der Schweiz rückläufig (gemäss persönlicher Aussage vom
21.03.2017). Ebenfalls gesunken ist die Anzahl auszubildender Graphologen und

5
Teut Wallner (geb. 1923) ist diplomierter Psychologe und staatlich geprüfter Schriftpsychologe (vgl.
Wallner 2010, 4).
6
Für weitere Ausführungen zur Geschichte der Graphologie siehe Ploog (2008, 17-22).

6
Graphologinnen (vgl. Kanning 2010, 109). In der Schweiz besteht das Angebot eines
Grundstudiums mit Zertifikatsabschluss und eines darauf aufbauenden Fachstudiums mit
Diplom (vgl. Grundstudium SGG). Letzteres wird seit 2014 von der SGG in Zusammen-
arbeit mit dem IAP Basel (Institut für Angewandte Psychologie) geführt. Der Abschluss
mit Diplom setzt laut SGG (Fachstudium SGG) „fundierte psychologische Kenntnisse“
voraus und berechtigt zur Mitgliedschaft SGG. Die praktizierenden Mitglieder der SGG
erstellen graphologische Gutachten im Rahmen von Personalselektion, Beruf- und
Laufbahnberatung, Partnerschaftsberatung und Beratung Erwachsener und Jugendlicher.
Nebst den Schriftexpertisen werden Kurse und Vorträge angeboten (vgl. Liste der
praktizierenden SGG-Mitglieder 2016). Die Anwendungsbereiche der Graphologie sind
also vielfältig.

3. Vergleichende Analyse zur Wissenschaftlichkeit der Graphologie

3.1 Kriterien zur Überprüfung der Wissenschaftlichkeit

Die drei Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität werden angewandt, um die
Qualität von Analyseergebnissen zu beurteilen: „Nur wenn allen Gütekriterien innerhalb
bestimmter Bandbreiten Rechnung getragen wird, können aus einer Untersuchung
verlässliche Schlussfolgerungen gezogen werden“ (Art. Gütekriterien). Die Objektivität
beschreibt, ob die Ergebnisse einer Analyse unabhängig vom Diagnostiker oder von der
Diagnostikerin zustande gekommen sind. Die Objektivität einer Testreihe ist hoch, wenn
unterschiedliche Diagnostiker oder Diagnostikerinnen auf dasselbe Resultat kommen.
Eine hohe Reliabilität ist dann gewährleistet, wenn der Diagnostiker oder die Dia-
gnostikerin bei mehrfacher Wiederholung eines Tests ein und desselben Testobjekts
immer wieder zum gleichen Ergebnis gelangt (vgl. Chernov 2012, 4). Um die Reliabilität
besser einschätzen zu können, gehe ich in dieser Arbeit von der vereinfachten Annahme
aus, dass unterschiedlichen Handschriftproben derselben Person zu versetzten Zeit-
abständen immer dieselben Merkmale zu entnehmen sein müssten. Die Übereinstim-
mungsvalidität gibt schliesslich an, inwieweit die Resultate eines Testverfahrens mit den
Ergebnissen anderer Methoden korrespondieren (vgl. ebd.). Als zusätzliche Kriterien für
die Überprüfung der Wissenschaftlichkeit der angewandten Methoden der zu verglei-
chenden Studien habe ich in dieser Arbeit die Repräsentativität und die Nachvollzieh-
barkeit für den Leser oder die Leserin miteinbezogen.

7
3.2 Begründung der Auswahl der Studien

Im Vordergrund des Vergleichs steht die Übereinstimmungsvalidität zwischen der


Graphologie und anerkannten Persönlichkeitstests. Ich habe versucht, eine repräsentative
Auswahl fünf aktueller Studien zum Thema zu treffen. Dazu habe ich Studien gewählt,
die bis auf eine Ausnahme einen analytischen Ansatz verfolgen und sich mehrheitlich
positiv zur Graphologie äussern. Als Erstes werde ich vier Studien vorstellen, welche die
Graphologie anhand ihrer Untersuchungsergebnisse zur Übereinstimmungsvalidität
befürworten: Chernov/Caspers (2015), Nauer/Chernov (2016), Lavoie/Strumpf (o.J.) und
Cronje/Roets (2013). Daran schliesse ich die Studie von Gawda (2014) an, in welcher sie
sich basierend auf ihren Resultaten gegen die Graphologie ausspricht. Ich habe die
ungleiche Gewichtung positiver und negativer Studien gewählt, da sich die Diskussion
positiver Ergebnisse zur Übereinstimmungsvalidität der graphologischen Handschrift-
untersuchung oft auf den Kreis von Befürwortern und Befürworterinnen der Graphologie
beschränkt und es keine aktuelle Zusammenfassung jener Studien gibt. Im Gegensatz
dazu gibt es sowohl ältere als auch aktuellere Übersichten zu Studien mit negativen
Resultaten zur Übereinstimmungsvalidität zwischen der Graphologie und anerkannten
psychometrischen Tests (vgl. dazu Furnham/Chamorro-Premuzic/Callahan 2003, 80-82;
Gawda 2014, 73-78). Mit der höheren Gewichtung positiver Studien in dieser Arbeit
beabsichtige ich, einen kleinen Beitrag zur Ausweitung des Diskurses zur Wissen-
schaftlichkeit der Graphologie zu leisten.

3.3 Studien

3.3.1 Chernov/Caspers (2015)

Die erste Studie, die ich anführen möchte, ist von der Graphologin Claudia Caspers7 und
dem Mathematiker und Informatiker Yuri Chernov (2015). Als Vergleichstest zur
graphologischen Handschriftanalyse diente Cattells 16-Persönlichkeits-Faktoren-Test
(16 PF) in der revidierten Fassung von Schneewind und Graf (1998) (16 PF-R). Der 16
PF ist ein weit verbreiteter Test zur Erfassung der Persönlichkeit und wird häufig in
Untersuchungen zur Übereinstimmungsvalidität der Graphologie eingesetzt (vgl.

7
Claudia Caspers besitzt ein Magisterstudium in Philosophie, Psychologie und Betriebswirtschaft. Parallel
zum Studium absolvierte sie ihre Ausbildung zur Graphologin und arbeitet seit 2003 als Unternehmerin
und Graphologin in freier Praxis in München (vgl. Internet Caspers).

8
Chernov/Caspers 2015, 5). Im Lexikon der Psychologie wird das Testverfahren wie folgt
beschrieben:

Der 16 PF-R ist ein obj. Fragebogentest, der mit 184 Items 16 Primärdimensionen […] und – daraus
abgeleitet – 5 Sekundärfaktoren (Extraversion, Unabhängigkeit, Ängstlichkeit, Selbstkontrolle,
Unnachgiebigkeit) der Erwachsenenpersönlichkeit erfasst (Art. 16-Persönlichkeits-Faktoren-Test
Revidierte Fassung (16 PF-R)).

Die Testpersonen mussten ihre Persönlichkeit dementsprechend anhand eines Frage-


bogens – bestehend aus 184 Fragen – einschätzen, welcher mit 16 Persönlichkeitseigen-
schaften korrespondiert. Die Antwortmöglichkeiten sind auf zwei Pole reduziert (z. B.
stimmt/stimmt nicht; oft/sehr selten etc.). Auch die 16 ausgewerteten Persönlichkeits-
eigenschaften werden auf einer bipolaren Skala mit hohen oder niedrigen Werten
dargestellt. Ein Wert von 1-5 entspricht beispielsweise der Eigenschaft „Offenheit“,
während ein Wert von 6-10 dem Merkmal „Verschlossenheit“ zugeordnet wird. Je höher
beziehungsweise tiefer ein Skalenwert ist, desto stärker ist die Ausprägung des jeweiligen
Charakterzugs (vgl. Chernov/Caspers 2015, 6).

Abb. 1: Tabelle der Skalenwerte des 16 PF-R (Chernov/Caspers 2015, 6).

Um vergleichbare Werte für die graphologische Untersuchung zu erhalten, wurde der


Ausprägungsgrad der Handschriftmerkmale von einem Graphologen oder einer Grapho-
login auf einer Skala von 0 bis 1 bewertet. Die Quantifizierung jener Merkmale beruhte
auf Messungen und Einschätzungen eines Experten oder einer Expertin. Welche Hand-
schriftindikatoren gemessen beziehungsweise eingeschätzt wurden, ist in der Studie nicht
ersichtlich. Die Werte wurden anschliessend in ein Merkmalsprotokoll eingetragen,
welches aus einem eigens für die Untersuchung erstellten Excel-Dokument bestand. Die
Verknüpfungen der Handschriftmerkmale mit den Persönlichkeitseigenschaften erfolgte
durch das von Chernov entwickelte Computersystem HSDetect. HSDetect umfasst ca.

9
800 Handschrift- und ca. 400 Persönlichkeitsmerkmale und ca. 5000 Verknüpfungen
(vgl. Chernov/Caspers 2015, 4). Die Informationen zu den Verknüpfungen wurden aus
der Datenbank HSData gespeist. HSData wurde von Chernov anhand Regeln aus
mehreren Theoriebüchern zur Graphologie erstellt (vgl. ebd.; Katz 2014, 7). Durch die
Integration von Theorien unterschiedlicher graphologischer Schulen werde die „Voll-
ständigkeit des graphologischen Wissens und die Objektivität“ gesichert (Chernov/
Caspers 2015, 4).

Die Werte für die Ausprägungen der Persönlichkeitseigenschaften einer Testperson


wurden also vom Computerprogramm HSDetect basierend auf den in HSData gespei-
cherten Verknüpfungen der Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmale berechnet. Der
Prozess war jedoch nicht vollständig computerisiert, da der Ausprägungsgrad der Hand-
schriftmerkmale, wie oben beschrieben, von einem Untersuchungsleiter quantifiziert und
protokolliert werden musste. Dieser Ansatz entspricht nach Eysenck/Gudjonsson einer
analytischen Untersuchung der Handschrift (vgl. Eysenck/Gudjonsson 1986, 263). Die
im Anschluss daran vom Computer generierten Werte wurden mit jenen des 16 PF-R
verglichen. Für den Vergleich wurden folgende zwei Hypothesen aufgestellt: Die
Nullhypothese H0 besagte, dass die Korrelationen zwischen den Werten des 16 PF-R und
der Graphologie zufällig erfolgt war. Im Gegensatz dazu bedeutete die Alternativ-
hypothese H1, dass die Übereinstimmungen der beiden Werte auf einer gewissen
Gesetzmässigkeit beruht hatten (vgl. Chernov/Caspers 2015, 9).

Das beschriebene Vorgehen wurde mit 54 Testpersonen, einem/einer Untersuchungs-


leiter/Untersuchungsleiterin für die Auswertung des 16 PF-R und einem/einer für die
Einschätzung und Messung der Handschriftmerkmale durchgeführt. Die Anzahl Test-
personen erfüllte laut Chernov/Caspers die Anforderungen an die statistische Relevanz
(vgl. Chernov/Caspers 2015, 8). Aus den 16 untersuchten Persönlichkeitseigenschaften
ergaben sich sieben statistisch relevante Korrelationen (vgl. ebd., 10). Dies entspricht
einer 43.75%igen Ablehnung der Nullhypothese H0 beziehungsweise Annahme der
Alternativhypothese H1. Mit anderen Worten lag die Wahrscheinlichkeit, dass die
Übereinstimmungen der verglichenen Werte des 16 PF-R und der Graphologie gesetz-
mässig und nicht zufällig waren, unterhalb einer 50:50-Chance. Chernov/Caspers zogen
aus dem Ergebnis die zuversichtliche Schlussfolgerung, dass die Korrelationen zwischen
Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmalen nicht dem Zufall geschuldet gewesen wären
(vgl. Chernov/Caspers 2015, 12). Dieses Fazit zur Übereinstimmungsvalidität erscheint

10
mir in Anbetracht der lediglich rund 44%igen Ablehnung einer zufälligen Korrelation
(Nullhypothese H0) als verfrüht.

Abb. 2: Graphische Darstellung der Ergebnisse mit eingezeichnetem Annahmeintervall der


Nullhypothese H0 (Chernov/Caspers 2015, 10).

Ein weiterer Kritikpunkt an der Studie ist die Nicht-Offenlegung der untersuchten
graphologischen Indikatoren. Ausserdem ist die Verknüpfung jener mit den Persönlich-
keitseigenschaften nicht ersichtlich, da nicht erörtert wurde, mit welchen Verknüpfungs-
regeln die Datenbank HSData gespeist wurde. Insgesamt ist die Studie von Chernov/
Caspers (2015) aber vergleichsweise detailliert und bis auf die genannten Kritikpunkte
nachvollziehbar. Dass die Auswertung der beiden Testverfahren durch jeweils nur
einen/eine Untersuchungsleiter/Untersuchungsleiterin erfolgte und nicht von weiteren
Experten oder Expertinnen überprüft wurde, wirkt sich negativ auf die Objektivität der
Studie aus (vgl. Chernov 2012, 4).

Die gleichbleibende Verknüpfung der Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmale,


welche durch das Computerprogramm gewährleistet wurde, hat dahingegen (solange das
Programm nicht umgeschrieben wird) eine positive Auswirkung auf die Reliabilität.
Auch die Tatsache, dass mit einem Merkmalsprotokoll gearbeitet wurde, fördert die
Zuverlässigkeit der Untersuchung. Weil aus der Studie nicht hervorgeht, inwieweit sich
der Graphologe oder die Graphologin bei der Quantifizierung der Handschriftmerkmale
von seiner/ihrer Intuition leiten lassen musste oder aber messbare Variabeln im
Vordergrund standen, ist die Verlässlichkeit des Experten oder der Expertin nicht zu

11
erfassen. Da die Einschätzungen durch einen Menschen vorgenommen wurden, muss
generell von einer begrenzten Reliabilität ausgegangen werden. Letztlich scheinen die
Ergebnisse der Studie jedoch repräsentativ dank der genügenden Anzahl Teilnehmer, des
validen Vergleichstests (16 PF-R) und der Integration mehrerer graphologischer Quellen
als theoretische Basis für die Verknüpfungen der Handschrift- und Persönlichkeits-
merkmale.

3.3.2 Nauer/Chernov (2016)

Die genannten Ergebnisse zur Übereinstimmungsvalidität zwischen dem 16 PF-R und der
Graphologie decken sich mit den Resultaten, welche von der Graphologin Marie Anne
Nauer8, Präsidentin der SGG, und Yury Chernov auf dem International Graphological
Colloquium 2016 vorgestellt wurden. Nauer/Chernov (2016) verglichen die Graphologie
ebenfalls mit dem 16 PF-R. Bei einer Anzahl von 54 Testpersonen wurde eine statistisch
signifikante Übereinstimmung der beiden Methoden bei sieben von 16 der getesteten
Persönlichkeitsmerkmale errechnet (vgl. Nauer/Chernov 2016, 10). Dies entspricht
wiederum einer rund 44%igen Ablehnung der Nullhypothese H0.

Abb. 3: Graphische Darstellung der Ergebnisse mit eingezeichneter Grenzlinie (Nauer/Chernov 2016, 10).

8
Marie Anne Nauer hat Psychologie, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Zürich studiert.
Sie besitzt eine eigene Praxis für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychodiagnostik und Schriftpsychologie
sowie für Führungsberatung, Konfliktmanagement und Coaching (vgl. Vorstand SGG).

12
Da im Beitrag von Nauer/Chernov auf die Studie von Chernov/Caspers (2015) verwiesen
wird, ist nicht ersichtlich, ob es sich in beiden Untersuchungen um dieselben 54
Testpersonen handelte oder ob lediglich auf dieselbe Vorgehensweise verwiesen werden
sollte (vgl. Nauer/Chernov 2016, 10). Angenommen, der Vergleich wurde mit den
identischen Testprobanden durchgeführt, so wurden die nicht deckungsgleichen Resultate
womöglich durch eine Modellierung der Verknüpfungen der Handschrift- und Persön-
lichkeitseigenschaften des verwendeten Computerprogramms HSDetect erzeugt. Es
scheint jedoch wahrscheinlicher, dass es sich bei den Ergebnissen von Nauer/Chernov
(2016) um eine gesonderte Untersuchung mit lediglich derselben Vorgehensweise wie
bei Chernov/Caspers (2015) handelt. Dadurch, dass im Beitrag von Nauer/Chernov nur
die Resultate präsentiert wurden, ist es nicht möglich, deren Zustandekommen nachzu-
vollziehen (vgl. Nauer/Chernov 2016, 10).

3.3.3 Lavoie/Strumpf (o.J.)

Die folgende Studie wurde unter der Leitung von Clorilda Lavoie9 zwischen 2000 und
2005 durchgeführt. Als Vergleichsgrösse zur Graphologie diente ebenfalls Cattells 16 PF.
Artur Strumpf, ehemaliger Professor in Statistik an der Université du Québec à
Chicoutimi, nahm den statistischen Vergleich der Methoden vor. Im Gegensatz zu den
beiden vorherigen Studien verwendeten Lavoie/Strumpf eine Fassung des 16 PF
bestehend aus 187 Fragen (vgl. Lavoie/Strumpf o.J., 1). Nachstehendes Zitat zeigt, dass
für die Untersuchung der Handschrift eine analytische Herangehensweise gewählt wurde:
„[W]e determined the graphic indications corresponding to the 16 categories created by
Cattell. The graphic measurements required the use of the graphological measurement
gauge […]“ (Lavoie/Strumpf o.J., 1f.). Die Tatsache, dass die Verknüpfungen der
Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmale im Vorfeld festegelegt wurden, wirkt sich
positiv auf die Reliabilität der Ergebnisse aus. Aus der Studie geht jedoch weder hervor,
welche graphischen Indikatoren verwendet wurden, noch nach welchen Regeln diese mit
den Persönlichkeitseigenschaften verknüpft wurden. Darüber hinaus fehlen Angaben
dazu, wie die exakte Quantifizierung der Handschriftmerkmale vorgenommen wurde. Ob
diese beispielsweise mittels Bewertung auf einer Punkteskala anhand Einschätzun-
gen/Messungen der drei beteiligten Graphologen/Graphologinnen erfolgte, ist nicht

9
Clorilda Lavoie ist eine geprüfte und zugelassene Graphologin aus Québec (vgl. Internet Lavoie).

13
nachvollziehbar. Daher lassen sich diesbezüglich keine Aussagen zur Verlässlichkeit der
Experten/Expertinnen machen.

Ebenfalls entfallen muss die Beurteilung der Objektivität, da nicht bekannt ist, ob die
Übereinstimmung der Graphologen/Graphologinnen untereinander überprüft wurde. Um
die Ergebnisse des 16 PF und der graphologischen Handschriftuntersuchung miteinander
vergleichen zu können, wurden letztere mithilfe des Personal Value Profile von Lavoie
interpretiert. Das Persönlichkeitsprofil besteht aus acht Zonen, die in fünf Charakter-
eigenschaften unterteilt sind. Die Übertragung der graphologischen Messungen in das
Personal Value Profile erfolgte durch einen zusätzlichen Graphologen (vgl. Lavoie/
Strumpf o.J., 2). In Anbetracht dessen, dass Lavoie/Strumpf zufolge eigens jene
graphischen Indikatoren ausgesucht wurden, welche in Korrespondenz mit den 16
Persönlichkeitseigenschaften von Cattell stehen, erscheint mir der Zwischenschritt mit
dem Personal Value Profile fragwürdig (vgl. Lavoie/Strumpf o.J., 1f.). Die Anzahl von
107 Testpersonen und der verwendete 16 PF als Vergleichstest sprechen für eine erhöhte
Repräsentativität der Studie.

Die Ergebnisse zur Übereinstimmungsvalidität schliessen sich jenen von Chernov/


Caspers (2015) und Nauer/Chernov (2016) an. Die Hypothese, dass die Werte des 16 PF
und der Graphologie gleichwertig sind, wurde zu rund 44 % angenommen. Die sieben
statistisch signifikanten Übereinstimmungen ergaben sich in den Kategorien C: Emotio-
nally Stable, G: Conscientious, I: Tender-minded, L: Suspicious, M: Imaginative, O: Ap-
prehensive und Q2: Self-sufficient (vgl. Lavoie/Strumpf o.J., 3). Andererseits wurde
besagte Hypothese laut Lavoie/Strumpf zu ca. 28 % abgelehnt, da die Ergebnisse beider
Methoden für ca. 30 der 107 Testpersonen signifikant voneinander abwichen (vgl.
Lavoie/Strumpf o.J., 2).

3.3.4 Cronje/Roets (2013)

Als letzte Studie, deren Untersuchungsleiter sich positiv zur Validität der Graphologie
äussern, stelle ich jene von Pierre Etienne Cronje10 und Hester E. Roets11 vor. Gemäss
Cronje/Roets sei die einzig zulässige Methode bei der Analyse der Handschrift die

10
Pierre Etienne Cronje arbeitet seit 1995 als Psychologe (clinical and counselling psychologist) in einer
Privatpraxis in Pretoria, Südafrika. Im Jahr 2006 beendete er seine Ausbildung zum Graphologen an der
Grafex School of Graphology in Südafrika (vgl. Internet Cronje).
11
Hester E. Roets ist Professorin am Departement für Psychology of Education an der University of South
Africa in Pretoria (vgl. Internet Roets).

14
holistische, da die analytische nicht imstande sei, den für die Interpretation essenziellen
Gesamteindruck der Handschrift zu erfassen (vgl. Cronje/Roets 2013, 164). Cronje/Roets
kritisieren die analytische Vorgehensweise als blosses Identifizieren und Zusammen-
fügen von Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmalen. Eine derartige Untersuchung der
Handschrift negiere die einzigartige Komposition sowohl des Charakters als auch des
Verhaltens einer Person. Dahingegen sei die holistische Graphologie Kunst und Wissen-
schaft zugleich (vgl. Cronje/Roets 2013, 164).

Um die Übereinstimmungsvalidität der Graphologie zu prüfen, konsultierten Cronje/


Roets das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV-TR) der
American Psychiatric Association (APA) (2000) (vgl. Cronje/Roets 2013, 163; 165). Das
DSM-IV-TR zeichnet sich durch seine Klassifikation psychischer Störungen auf fünf
Achsen aus (vgl. Art. Klassifikation psychischer Störungen nach dem DSM-IV-TR). Die
von Cronje/Roets (2013) verwendeten Achsen erfassen klinische Störungen und andere
klinisch relevante Probleme (Achse I) und Persönlichkeitsstörungen und geistige
Behinderung (Achse II) (vgl. Art. Klassifikation psychischer Störungen nach dem DSM-
IV-TR). In Abweichung von den psychischen Störungen, welche auf den Achsen I und II
des DSM-IV-TR erfasst werden, gaben Cronje/Roets an, folgende Eigenschaften der
Testpersonen untersucht zu haben:

Comments were given on the client’s way of thinking, intellectual level, aspirations, social and
emotional adjustment, interpersonal style, outstanding characteristics as well as subconscious drives
(Cronje/Roets 2013, 165).

Da die beiden Achsen I und II des DSM-IV-TR nicht dazu dienen, die von Cronje/Roets
(2013) zitierten Eigenschaften zu erfassen, muss die Angabe der angeblich untersuchten
Persönlichkeitsmerkmale meines Erachtens fehlerhaft sein. Die Verwendung des DSM-
IV-TR ist als Vergleichstest für die zitierten Charaktereigenschaften nicht geeignet. Die
Untersuchungsergebnisse, welche gemäss Cronje/Roets (2013, 163) „strong similarities
with diagnoses on Axis I and Axis II“ zeigten, äusserten sich bestenfalls über die oben
genannten psychischen Störungen der fünf untersuchten Testpersonen, jedoch nicht über
die von Cronje/Roets (2013) angegebenen Persönlichkeitsstrukturen. Die Feststellung
krankhafter Züge eines Menschen anhand einer graphologischen Handschriftunter-
suchung lehnt allerdings selbst Ploog ab, der die Validität der Graphologie abgesehen von
diesem Grenzfall stark befürwortet: „Die graphologische Diagnose ist in diesem Rahmen
unzuverlässig“ (Ploog 2008, 149). Aus all den genannten Gründen sind die Ergebnisse

15
zur Übereinstimmungsvalidität der untersuchten Studie von Cronje/Roets (2013) unzu-
lässig.

Abgesehen davon kann die Studie wegen ihrer viel zu geringen Anzahl von fünf
Testpersonen nicht als repräsentativ gelten. Weil die graphologische Handschriftunter-
suchung nur von einem/einer Graphologen/Graphologin durchgeführt wurde, fällt auch
die Objektivität besagter Studie mangelhaft aus. Ein positiver Aspekt der Analyse ist
dahingegen die Offenlegung der verwendeten Korrelationen zwischen den graphischen
Indikatoren und den Persönlichkeitsfaktoren im Appendix (vgl. Cronje/Roets 2013, 166).
Die fehlende Quantifizierung erschwert allerdings die Nachvollziehbarkeit der von
Cronje/Roets (2013) postulierten positiven Übereinstimmungen. Der Zusammenhang
zwischen Handschrift und Charakter bleibt rein hypothetisch. Auch die Reliabilität der
Studie bleibt schleierhaft. Der verwendete holistische Ansatz, der nur in seinen gröbsten
Zügen von Cronje/Roets erfasst wurde, eröffnet einen grossen Interpretationsspielraum,
der lediglich einem kleinen Kreis von Graphologen und Graphologinnen erschlossen zu
sein scheint (vgl. Cronje/Roets 2013, 164f.). Die Verlässlichkeit eines auf Intuition
beruhenden Verfahrens (vgl. ebd., 164) gilt es generell kritisch zu bewerten.

3.3.5 Gawda (2014)

Den Abschluss des Vergleichs macht eine Studie der Psychologieprofessorin Barbara
Gawda12. Gawda (2014) äusserte sich aufgrund der Ergebnisse ihrer Untersuchung
negativ zur Übereinstimmungsvalidität der Graphologie. Als Vergleichstest diente eine
Adaptierung des NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI) nach P.T. Jr. Costa und R.R.
McCrae (1985) durch Bogdan Zawadzki et al. (1998) (vgl. Gawda 2014, 75).13 Das NEO-
FFI ist ein mehrdimensionaler Persönlichkeitstest. Es erfasst die wichtigsten Bereiche
individueller Unterschiede, die sogenannten Big Five (B5): „Die B5 sind breite Persön-
lichkeitsdimensionen […], mit denen sich Persönlichkeitsunterschiede in allen Kulturen
beschreiben lassen“ (Art. Fünf-Faktoren-Modell). Dazu zählen die nachstehenden
Persönlichkeitseigenschaften Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung,
Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit (vgl. ebd.). Das NEO-FFI misst die Big Five
anhand 60 Aussagen, die auf einer Skala von eins bis fünf (1=stimmt genau; 5=stimmt

12
Barbara Gawda ist ausserordentliche Professorin für Psychologie an der University of Maria Curie-
Sklodowska in Lublin, Polen. Den Schwerpunkt ihrer Publikationen legt Gawda auf Persönlichkeitsstö-
rungen, Emotion und Motivation, Psycholinguistik und Handschriftuntersuchung (vgl. Gawda 2016, 577).
13
In dieser Arbeit wird nur die Studie 1 und nicht die Studie 2 von Gawda (2014) besprochen.

16
überhaupt nicht) eingeschätzt werden müssen (vgl. Art. NEO-Fünf-Faktoren-Inventar
(NEO-FFI)).

Bei der Studie von Gawda beruhten die Ergebnisse des NEO-FFI auf der Selbstein-
schätzung von 260 Testpersonen (vgl. Gawda 2014, 75). Mithilfe eines Fragebogens
wurden zusätzliche Faktoren erfasst, welche einen Einfluss auf die Handschrift der
Testpersonen haben könnten: Alter, Ausbildung, Beruf, motorische Einschränkungen,
psychische Krankheiten etc. Die Handschriftanalyse wurde unter Berücksichtigung dieser
Faktoren von drei Experten/Expertinnen vorgenommen (vgl. ebd.).

Gawda betonte, dass für die analytische Untersuchung der Handschrift bewusst keine
Graphologen oder Graphologinnen einbezogen wurden:

We did not employ the graphologists, but the forensic document experts, because we aimed to assess
the graphical parameters of handwriting with objectivity, without any influence of graphological
ideas (Gawda 2014, 75; vgl. ausserdem 76).

Die drei Experten/Expertinnen, welche langjährige Erfahrung in der Analyse von


Handschriften und Dokumentexpertisen hatten, wurden nicht über die Absichten der
Studie informiert. Die Handschriftproben untersuchten sie unabhängig voneinander und
mit einer sehr hohen Übereinstimmung untereinander (vgl. Gawda 2014, 75). Durch das
beschriebene Vorgehen wird die Objektivität der Studie erheblich begünstigt. Die
Objektivität wird darüber hinaus gefördert, indem dass alle Testpersonen denselben Text
mit demselben Stift auf dasselbe unlinierte A4-Papier schreiben mussten, um nur einen
Teil der Bedingungen zu nennen (vgl. Gawda 2014, 75; Gawda 2016, 564f.). Die
beschriebenen Voraussetzungen, unter welchen die Studie durchgeführt wurde, sprechen
für deren hohe Repräsentativität. Dank der detaillierten Angaben zu den gemessenen
Handschriftindikatoren und deren Verknüpfung mit den fünf Persönlichkeitsdimensionen
(Big Five) ist auch die Nachvollziehbarkeit der angewandten Methode entsprechend
hoch. Ebenfalls hoch scheint die Reliabilität der Studie zu sein. Die genauen
Bestimmungen zur Durchführung der Analyse und der Einsatz erfahrener Diagnostiker/
Diagnostikerinnen, welche in ihren Messungen untereinander gut übereinstimmten,
förderten die Verlässlichkeit des Vorgehens.

Bezüglich der Übereinstimmungsvalidität ergaben sich gemäss Gawda lediglich kleine


bis mittelgrosse Korrelationen zwischen den untersuchten Handschrift- und Persönlich-
keitsmerkmalen (vgl. Gawda 2014, 76). Die Anzahl statistisch signifikanter Überein-
stimmungen sei allerdings „at a chance level“ (ebd.), also dem Zufall geschuldet.

17
Obschon die Untersuchung einige Assoziationen zwischen der Handschrift und dem
Charakter gezeigt habe, sei es laut Gawda unmöglich, anhand der gemessenen Hand-
schriftmerkmale die fünf Persönlichkeitsdimensionen zu beurteilen (vgl. ebd., 78). Die
Analyse habe keinerlei Bestätigung dafür erbracht, dass die Handschrift die untersuchten
fünf Persönlichkeitsfaktoren widerspiegle. Gawda konstatierte, dass zwischen der moto-
rischen Handbewegung beim Schreiben und der Persönlichkeit womöglich kein Zusam-
menhang bestünde (ebd.).

4. Zusammenfassung und Ausblick

Die Untersuchung hat gezeigt, dass zwischen den fünf verglichenen Studien teils grosse
Unterschiede bezüglich der Wissenschaftlichkeit der angewandten Methoden bestanden.
Der grösste Mangel hat sich hinsichtlich der Reliabilität der Untersuchungen ergeben. In
diesem Kriterium scheiterte insbesondere die Studie von Cronje/Roets (2013) wegen ihrer
auf Intuition und Erfahrung beruhenden holistischen Analyse der Handschrift. Die grösste
Verlässlichkeit wiesen die computergestützten Untersuchungen von Chernov/Caspers
(2015) und Nauer/Chernov (2016) auf dank gleichbleibender Verknüpfungen der
Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmale.

Bezüglich Objektivität überzeugte lediglich die Vorgehensweise von Gawda (2014). Zum
einen, weil an der Studie nicht nur ein, sondern drei Experten/Expertinnen teilnahmen,
die untereinander eine hohe Übereinstimmung hatten, und zum anderen, weil zusätzliche
die Handschrift beeinflussende Faktoren in die Analyse miteinbezogen wurden.

Die Studie von Gawda (2014) schnitt auch im Hinblick auf die Nachvollziehbarkeit am
besten ab, gefolgt von Chernov/Caspers (2015). Am schwersten nachvollziehbar war die
Untersuchung von Cronje/Roets (2013). Einerseits wurde ein ungeeigneter Vergleichstest
verwendet, andererseits beschränkte sich die holistische Herangehensweise auf einen
kleinen Kreis von Graphologen und Graphologinnen.

Auch in Bezug auf die Repräsentativität genügte die Studie von Cronje/Roets (2014) den
wissenschaftlichen Anforderungen nicht annähernd. Nebst dem inadäquaten Vergleichs-
test war auch die Anzahl Testpersonen (5) ungenügend. Alle anderen Untersuchungen
haben erstens einen in der Wissenschaft anerkannten psychometrischen Test als Ver-
gleichsgrösse verwendet (16 PF-R; 16 PF; NEO-FFI) und zweitens eine repräsentative
Anzahl Testpersonen gewählt. Bei der Anzahl Probanden gab es jedoch auch unter den

18
restlichen Studien grosse Unterschiede: Chernov/Caspers (2015) und Nauer/Chernov
(2016) mit je 54, Lavoie/Strumpf (o.J.) mit 107 und Gawda (2014) mit 260 Testpersonen.

Bei der Übereinstimmungsvalidität bestanden die grössten Abweichungen in der


unterschiedlichen Interpretation der Ergebnisse durch die jeweiligen Untersuchungs-
leiter. Cronje/Roets (2013) behaupteten, trotz der genannten Mängel in der Wissenschaft-
lichkeit, einen signifikanten Zusammenhang beider Methoden (DSM-IV-TR und
Graphologie) gefunden zu haben. Die Unzulänglichkeit dieser Resultate wurde von mir
bereits ausführlich diskutiert. Gawda (2014) mass die kleinen bis mittelgrossen
Korrelationen zwischen den untersuchten Handschrift- und Persönlichkeitsmerkmalen
dem Zufall bei. Dahingegen bewerteten Chernov/Caspers (2015), Nauer/Chernov (2016)
und Lavoie/Strumpf (o.J.) die jeweils rund 44%ige Übereinstimmung der Vergleichstests
als vielversprechend für zukünftige Untersuchungen.

Die Ergebnisse dieser drei Studien erscheinen besonders ergiebig für den in dieser Arbeit
vorgenommenen Vergleich, da sie auf der Basis desselben Vergleichstests beruhen
(Cattels 16 PF). Dennoch sind die Interkorrelationen zwischen den übereinstimmenden
Persönlichkeitsmerkmalen besagter Analysen erstaunlich gering.14 Aufgrund der ähnli-
chen Bedingungen wäre eine höhere Übereinstimmung untereinander zu erwarten
gewesen. Es würde sich anbieten, in einer weiterführenden Untersuchung die Ursache für
die geringe Interkorrelation zwischen den drei Studien herauszuarbeiten. Darüber hinaus
könnte eine Studie zur Reliabilität der Graphologie erkenntnisbringend sein, da diese im
Vergleich den grössten Teil zur mangelnden Wissenschaftlichkeit des jeweiligen
Versuchsaufbaus beigetragen hat. Eine entsprechende Analyse könnte der Frage
nachgehen, inwieweit sich die intuitiven Einschätzungen beziehungsweise Messungen
eines Diagnostikers oder einer Diagnostikerin der Handschrift einer Testperson in
mehreren zeitversetzten Untersuchungen bestätigt. Die Studie liese sich ausweiten, indem
die Verlässlichkeit unterschiedlicher Diagnostiker/Diagnostikerinnen (Graphologen/
Graphologinnen, Schriftexperten/Schriftexpertinnen, Laien) getestet würde.

Meines Erachtens haben die Resultate der untersuchten Studien gezeigt, dass ein
Zusammenhang zwischen der Handschrift und dem Charakter einer Person bis anhin
nicht überzeugend nachgewiesen werden konnte. Abschliessend lässt sich sagen, dass es

14
Übereinstimmende Faktoren bei Chernov/Caspers (2015) und Nauer/Chernov (2016): H und M; bei
Chernov/Caspers (2015) und Lavoie/Strumpf (o.J.): C, G und Q2 und bei Nauer/Chernov (2016) und
Lavoie/Strumpf (o.J.): O.

19
für Untersuchungen zur Übereinstimmungsvalidität der Graphologie unerlässlich ist, sich
für die Aufrechterhaltung der wissenschaftlichen Relevanz der Analyseergebnisse künftig
verstärkt an entsprechende qualitätssichernde Kriterien zu halten. Nur so kann es
gelingen, einen Zusammenhang zwischen der Handschrift und dem Charakter endgültig
nach- oder aber zurückzuweisen.

20
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