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Universität
Der Text zur Episode:

Joanne und viele andere von Euch haben gefragt, ob ich etwas über die
deutschen Universitäten erzählen kann und darüber wie es ist, in Deutschland
zu studieren. Das werde ich heute machen!

Wer in Deutschland studieren möchte, der braucht zunächst einmal die so


genannte Hochschulreife. Das bedeutet, dass man einen guten Schulabschluss
braucht und eine bestimmte Anzahl an Jahren in die Schule gegangen sein
muss. Die allgemeine Hochschulreife ist in Deutschland das Abitur, es gibt aber
auch die Fachhochschulreife. Es gibt feste Regeln, was man mitbringen muss,
um studieren zu dürfen. Das ist unterschiedlich von Fach zu Fach und von
Universität zu Universität. Außerdem ändert sich derzeit das gesamte System
in Deutschland: Es wird umgestellt auf die international anerkannten
Abschlüsse des Bachelor und Master. Daher ist es gerade alles etwas chaotisch.

Angenommen, ich habe also das Abitur. Und ich möchte studieren. Dann gibt
es trotzdem noch ein Problem: Manche Fächer sind so beliebt, dass zu viele
junge Menschen diese Fächer studieren möchten. Dann kann die Universität
einen so genannten Numerus Clausus einführen. Das ist Lateinisch. Es
bedeutet: Nur wenn ich einen bestimmten Abitur-Notendurchschnitt habe –
also besonders gute Noten im Abschlusszeugnis, darf ich studieren.

Jetzt sage ich Euch kurz, wie es früher war und heute manchmal noch ist – da
gab es nämlich das Diplom. Diese Diplomstudiengänge werden fast alle
verschwinden, weil sie durch den Bachelor und Master abgeschafft werden.
Aber ich sage Euch trotzdem, was das war: Zunächst mal hat man zwei bis vier
Semester studiert, das war das Grundstudium. Ein Semester ist ungefähr ein
halbes Jahr lang. Dann gab es eine Vorprüfung, das so genannte Vordiplom.
Danach hat man nochmal vier bis sechs Semester studiert im Hauptstudium,
und am Ende gab es die Diplomprüfung. Ein Diplom ist eine Urkunde, also ein
wichtiges Zeugnis. In vier bis fünf Jahren konnte man also ein Diplom machen.
Ihr habt das vielleicht schon einmal auf Visitenkarten gesehen: Es gibt in
Deutschland viele Diplom-Ingenieure.

Ich selber habe einen Magister Artium. Das ist so etwas ähnliches wie ein
Diplom. Aber einen Magister gibt es nur in geistes- und
sozialwissenschaftlichen Fächern. Dabei studiert man meistens ein Hauptfach
und zwei Nebenfächer. Ich hatte als Hauptfach Amerikanische Kulturgeschichte
gewählt, als Nebenfächer Politik und Völkerkunde. Der Magister-Studiengang
ist sehr frei, man kann sich seinen Stundenplan frei zusammenstellen, und das
hat wirklich Spaß gemacht. Am Ende musste ich Prüfungen ablegen, mündlich
und schriftlich, und ich musste eine Magisterarbeit schreiben, also ein
Dokument zu einem bestimmten Thema, 120 Seiten lang.

Kopieren der Texte verboten! 1 Annik Rubens


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Es gibt auch unterschiedliche Arten von Veranstaltungen in einem Studium.


Typisch sind Vorlesungen. Das bedeutet: In einem meist sehr großen Saal
steht ein Professor oder Dozent vorne an der Tafel und erzählt eineinhalb
Stunden lang etwas über sein Thema. Die Studenten schreiben die
Informationen mit und lernen sie später zu Hause. Manche Vorlesungen sind
Pflicht – es muss also jeder Student dieser Fachrichtung in diese Vorlesung
gehen. Das wird kontrolliert. Oft gibt es auch am Ende eine Prüfung. Andere
Vorlesungen sind freiwillige Angebote – der Student kann hingehen, muss aber
nicht. Dann gibt es noch Seminare – das sind dann Veranstaltungen mit
weniger Studenten. Während in Vorlesungen oft gleich hunderte von Studenten
in einem Saal sitzen, sind in manchen Seminaren nur zehn Studenten
anwesend. Hier wird Wissen vertieft und genauer auf ein Thema eingegangen.
Die Studenten müssen auch oft Referate halten – sich also auf ein Thema
besonders gut vorbereiten und dann vor den anderen Studenten darüber einen
Vortrag halten. Studenten untereinander nennen sich übrigens Kommilitonen.
Wenn das Semester vorbei ist, hat man als Student aber noch keine Ferien,
denn zunächst beginnt die vorlesungsfreie Zeit. In dieser Zeit soll man zum
Beispiel Hausarbeiten schreiben – Arbeiten zu einem bestimmten Thema über
ungefähr 20-30 Seiten. Referate und Hausarbeiten werden benotet. Und dann
sind endlich Semesterferien.

Wer Hilfe braucht, der kann bei seinem Prof – das ist die Kurzform für
Professor – in die Sprechstunde gehen. Die meisten Dozenten haben eine
bestimmte Zeit in der Woche, in der sie für die Studenten zur Verfügung
stehen. Dann kann man Fragen stellen und sich Hilfe holen.

Jetzt nochmal kurz zur derzeitigen Situation: Diplom und Magister wird es also
nicht mehr lange geben. Stattdessen den Bachelor – der also ähnlich dem
Grundstudium ist, und den Master, der das Hauptstudium beinhaltet.

Es gibt noch eine Besonderheit in Deutschland: Das Staatsexamen. Wer zum


Beispiel Jura oder Medizin studiert, der muss am Ende staatliche Prüfungen
ablegen. Dies soll dafür sorgen, dass die Qualität unabhängig und
gleichbleibend ist.

Was kann ich Euch noch zum Thema Universität und Studieren in Deutschland
erzählen? Es gibt einige sehr große Universitäten, wie zum Beispiel die in
München. Hier habe ich studiert. Ich habe in einer eigenen Wohnung gelebt –
andere leben im Studentenheim oder in Wohngemeinschaften, so genannten
WGs. Ein Campusleben gibt es in München nicht, weil jedes Institut in einem
anderen Gebäude untergebracht ist, und viele dieser Gebäude sind über die
Stadt verteilt. Es gibt also keinen zentralen Platz für alle Studenten. Andere
Universitäten wie Tübingen sind kleiner und daher vielleicht auch besser
geeignet für internationale Studenten. Denn hier lernt man die anderen
Studenten eher kennen. In großen Universitäten ist es oft sehr anonym.

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Ich werde oft von Euch gefragt, was Ihr tun sollt, wenn Ihr in Deutschland
studieren wollt. Ich kann es Euch leider nicht sagen, weil ich selber nie in der
Situation war! Ich empfehle Euch daher, im Internet zu stöbern und gute Tipps
gerne auch bei SlowGerman.com auf die Homepage zu schreiben. Jede
Universität hat eine Studienberatung und diese kann Euch genau sagen,
welche Voraussetzungen Ihr für ein Studium in Deutschland braucht. Ich
wünsche Euch dafür jedenfalls viel Erfolg!

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Universität
Vokabeln:

die Hochschulreife baccalaureate


der Schulabschluss graduation
das Abitur university-entrance diploma
die Fachhochschulreife advanced technical college entrance
qualification
das Fach, die Fächer subject(s)
die Noten grades/marks
das Semester semester
die Prüfung exam
die Urkunde certificate
die Geisteswissenschaft the humanities
die Sozialwissenschaft social science
das Hauptfach major subject
das Nebenfach minor subject
der Studiengang degree course
der Stundenplan timetable
die Magisterarbeit thesis
die Vorlesung lecture
das Referat presentation
die Ferien vacation
die Hausarbeit assignment

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Universität
Verständnisfragen:

1. Was braucht jemand, um in Deutschland zu studieren?

2. Wieso werden die Diplomstudiengänge verschwinden?

3. Welche Veranstaltungen gibt es im Studium?

4. Was macht ein Student, der Hilfe braucht?

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Universität
Verständnisfragen 2:

1. Was braucht man zum Studieren?


a) Abitur
b) Geld
c) Alter von mindestens 25 Jahren
d) braune Haare

2. Welcher lateinische Begriff ist eine weitere Begrenzung?


a) Numerus Candidus
b) Numerus Clausus
c) Numerus Rudolphus
d) Numerus Bavaricum

3. Wie lange studiert jeder Student?


a) Einige Seminare
b) Einige Semester
c) Einige Sommer
d) Einige Sammlungen

4. Manche Vorlesungen sind freiwillig. Andere sind...


a) Pflicht
b) Phasen
c) Plötzlich
d) Parkplätze

5. In welchen Fächern macht man ein Staatsexamen?


a) Literatur
b) Anglistik
c) Medizin
d) Jura

6. Wofür steht die Abkürzung WG?


a) Waldgebiet
b) Wintergewitter
c) Wohngemeinschaft
d) Werbungsgleichheit

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Universität
Lückentext:

Im Moment ändert sich viel an den ________________ Universitäten. Viele

der Diplomstudiengänge werden ________________ und durch neue

Studiengänge ersetzt, denn das deutsche Bildungssystem möchte

________________ werden. Deswegen gibt es jetzt auch hier die Möglichkeit,

einen ________________ oder Master zu machen. Wer in Deutschland

________________ möchte, muss erst einmal die ________________

abschließen. Mit dem ________________ hat man die so genannte

Hochschulreife in der Tasche, man kann sich also für ein Studium

________________. Für manche Fächer braucht man allerdings besonders

gute ________________, um zugelassen zu werden. Nach einigen

________________, vielen Vorlesungen und Hausarbeiten macht man dann

die wichtigen ________________ – und wer diese besteht, hat sein Studium

________________.

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Universität
Verständnisfragen:

1. Was braucht jemand, um in Deutschland zu studieren?

Wer in Deutschland studieren möchte, braucht eine abgeschlossene höhere


Schulausbildung. Er muss also zum Beispiel das Abitur gemacht haben. Oder
die Fachhochschulreife erlangt haben. Außerdem muss man besonders gute
Noten haben, um bestimmte Fächer studieren zu dürfen.

2. Wieso werden die Diplomstudiengänge verschwinden?

Die Diplomstudiengänge werden verschwinden, weil sie durch die


internationalen Studiengänge des Bachelor und Master abgelöst werden.

3. Welche Veranstaltungen gibt es im Studium?

Im Studium gibt es zum Beispiel Vorlesungen, das sind Veranstaltungen, in


denen der Professor zu seinem Thema spricht und die Studenten hören zu. Oft
finden diese Vorlesungen in sehr großen Sälen vor sehr vielen Studenten statt.
In kleineren Gruppen gibt es dann die Seminare, in denen eher wie in einem
Workshop zusammen gearbeitet wird.

4. Was macht ein Student, der Hilfe braucht?

Wer fachliche Hilfe braucht, der kann bei seinem Professor in die Sprechstunde
gehen. Die meisten Dozenten haben eine bestimmte Zeit in der Woche, in der
sie für die Studenten zur Verfügung stehen. Dann kann man Fragen stellen und
sich Hilfe holen.

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Universität
Verständnisfragen 2:

1. Was braucht man zum Studieren?


a) Abitur
b) Geld
c) Alter von mindestens 25 Jahren
d) braune Haare

2. Welcher lateinische Begriff ist eine weitere Begrenzung?


a) Numerus Candidus
b) Numerus Clausus
c) Numerus Rudolphus
d) Numerus Bavaricum

3. Wie lange studiert jeder Student?


a) Einige Seminare
b) Einige Semester
c) Einige Sommer
d) Einige Sammlungen

4. Manche Vorlesungen sind freiwillig. Andere sind...


a) Pflicht
b) Phasen
c) Plötzlich
d) Parkplätze

5. In welchen Fächern macht man ein Staatsexamen?


a) Literatur
b) Anglistik
c) Medizin
d) Jura

6. Wofür steht die Abkürzung WG?


a) Waldgebiet
b) Wintergewitter
c) Wohngemeinschaft
d) Werbungsgleichheit

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Universität
Lückentext:

Im Moment ändert sich viel an den deutschen Universitäten. Viele der

Diplomstudiengänge werden abgeschafft und durch neue Studiengänge

ersetzt, denn das deutsche Bildungssystem möchte internationaler werden.

Deswegen gibt es jetzt auch hier die Möglichkeit, einen Bachelor oder Master

zu machen. Wer in Deutschland studieren möchte, muss erst einmal die

Schule abschließen. Mit dem Abitur hat man die so genannte Hochschulreife

in der Tasche, man kann sich also für ein Studium eintragen. Für manche

Fächer braucht man allerdings besonders gute Noten, um zugelassen zu

werden. Nach einigen Semestern, vielen Vorlesungen und Hausarbeiten

macht man dann die wichtigen Prüfungen – und wer diese besteht, hat sein

Studium abgeschlossen.

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