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PEGIDA

Wer momentan in Deutschland Nachrichten liest, sieht oder hört, dem


begegnet ein Wort besonders häufig: Pegida. Dahinter steckt ein Verein aus
Dresden. PEGIDA ist eine Abkürzung, sie steht für „Patriotische Europäer
gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Was macht dieser Verein? Er
organisiert seit Oktober 2014 jeden Montag Demonstrationen in Dresden. Die
Menschen gehen auf die Straße und protestieren gegen eine angeblich falsche
Asylpolitik und Flüchtlingspolitik. Auch in anderen Städten gibt es mittlerweile
derartige Demonstrationen, sie sind aber nicht so groß wie in Dresden. Und: Es
gibt Gegendemonstrationen – viele Deutsche wehren sich gegen das, was
PEGIDA behauptet.
Was steckt dahinter? Zunächst einmal wahrscheinlich Angst. Wie so oft. Die
Angst vor Dingen, die fremd sind. Und vor fremden Menschen. Vor fremden
Kulturen, die man nicht versteht. Und neben der Angst steckt sicher auch
Unwissenheit hinter den Demonstrationen. Denn von einer Islamisierung kann
nicht die Rede sein – die Zahlen der in Deutschland lebenden Moslems sind
gering, geschätzt sind es fünf Prozent der Bevölkerung. In Sachsen, dem
Bundesland, in dem Dresden liegt, sind es sogar nur geschätzt 0,5%.
Deutschland nimmt zudem im Vergleich zu anderen Ländern sehr wenige
Flüchtlinge auf – aber das ist ein anderes Thema.
Eines ist jedenfalls klar: Die Rechtsextremen in Deutschland freuen sich sicher
über den Erfolg von PEGIDA. Neonazis und auch Hooligans laufen gerne bei
den Demonstrationen mit, und PEGIDA distanziert sich nicht von ihnen. Die
Zahl der Demonstranten in Dresden ist seit Oktober 2014 gestiegen – von
anfangs wenigen Hundert auf jetzt ungefähr 20.000. Erfreulicherweise stieg
auch die Zahl der Gegendemonstranten: Fast 100.000 waren es am 12. Januar
in ganz Deutschland, allein 20.000 in München. Einige Städte ließen sogar die
Beleuchtung großer Gebäude abschalten – zum Beispiel war der Kölner Dom
dunkel, als PEGIDA demonstrierte, ebenso das Brandenburger Tor in Berlin.
Auch Vertreter der Kirchen fordern Toleranz und warnen vor PEGIDA. Ebenso

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viele deutsche Politiker.


Was will PEGIDA? Gefordert werden unter anderem eine Null-Toleranz-Politik
gegenüber Zuwanderern, die straffällig geworden sind. Ebenso eine gesteuerte
Zuwanderung über ein Punktesystem, so wie es in Kanada üblich ist. Und eine
konsequente Abschiebepolitik. Kriegsflüchtlinge sollten zwar aufgenommen
werden, Wirtschaftsflüchtlinge aber nicht.
Vieles ist bereits per Gesetz geregelt und gilt für alle – für Deutsche ebenso
wie für gerade erst angekommene Flüchtlinge. Und ich frage mich in diesem
Zusammenhang oft, wo die Empathie anderen Menschen gegenüber bleibt?
Über Weihnachten waren in dem Ort, in dem meine Eltern leben, viele
Flüchtlinge in einer Turnhalle untergebracht – darunter drei hochschwangere
Frauen. Muss man vor ihnen Angst haben? Soll man sie so schnell wie möglich
aus dem Land schmeißen? Oder hat man Verständnis, dass diese Menschen
genau wie wir ein friedliches Leben ohne Armut haben möchten? Noch
unverständlicher wird all das wenn man bedenkt, dass sehr viele Deutsche
ebenfalls eine Flüchtlingsgeschichte hinter sich haben – der Zweite Weltkrieg
ist noch nicht so lange her, oder? Aber manche haben eben doch nichts daraus
gelernt.
Mich hat jedenfalls sehr gefreut, dass Pegida unter anderem mit viel Humor
und Satire begegnet wurde. Plötzlich gab es Aufrufe „Gegen eine Salamisierung
des Abendbrotes“, eine Satiresendung schleuste einen verkleideten Moslem auf
eine Pegida-Demonstration ein, und in München gab es eine Anti-Pegida-
Demonstration mit dem Motto „Tanz den Pegida“. Viele Musiker machen die
Anti-Pegida-Demonstrationen zu Open-Air-Konzerten in der Kälte – und locken
noch mehr Leute an.
Schade finde ich, dass Deutschland durch Aktionen wie diese im Ausland
wieder als ausländerfeindlich und Nazi-Land gesehen wird. Ich hoffe Ihr wisst,
dass nicht alle Deutschen so denken wie Pegida.

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PEGIDA
Vokabeln:

die Nachrichten news


die Abkürzung abbreviation
das Abendland occident
die Demonstration demonstration
protestieren to protest
die Asylpolitik asylum policy
die Flüchtlingspolitik refugee policy
der Flüchtling, die Flüchtlinge refugee, refugees
die Gegendemonstration counter-demonstration
fremd alien
die Unwissenheit ignorance
die Islamisierung islamization
der Moslem, die Moslems Muslim, Muslims
die Bevölkerung population
der Rechtsextreme, die Rechtsextremen right-wing extremist/s
der Neonazi, die Neonazis neo-Nazi
sich von etwas distanzieren to distance oneself from something
etwas fordern to demand something
die Abschiebung deporation
die Abschiebepolitik deporation policy
der Kriegsflüchtling refugee in times of war
der Wirtschaftsflüchtling economic refugee
das Gesetz law
die Empathie empathy
die Turnhalle gym
hochschwanger advanced in pregnancy
die Armut poverty
ausländerfeindlich xenophobic

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PEGIDA
Verständnisfragen:

1. Was ist PEGIDA und wofür steht die Abkürzung?

2. Wie groß ist die Gefahr einer Islamisierung Deutschlands?

3. Was taten einige Städte, um sich gegen PEGIDA zu wehren?

4. Was will PEGIDA?

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PEGIDA
Verständnisfragen 2:

1. Wo ist PEGIDA beheimatet?


a) Leipzig
b) Dresden
c) Halle
d) Potsdam

2. Seit wann gibt es PEGIDA?


a) Seit Oktober 2014
b) Seit November 2014
c) Seit Dezember 2014
d) Seit Januar 2015

3. Wie viele Gegendemonstranten gab es in München?


a) 20.000
b) 50.000
c) 80.000
d) 100.000

4. Wer ist gegen PEGIDA?


a) Politiker
b) Kirchenoberhäupter
c) Gegendemonstranten
d) Anhänger

5. Womit reagieren viele Deutsche auf PEGIDA?


a) Geschenken
b) Ignoranz
c) Waffengewalt
d) Humor

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PEGIDA
Lückentext:

Viele Deutsche waren _______________, wie schnell sich eine Gruppe wie

PEGIDA in Deutschland ausbreiten kann. Es fing alles _______________, mit

einer Facebook-Gruppe – und dann folgten die Demonstrationen. Die

Demonstrationen erinnern ein wenig an die Montagsdemos – die

_______________, der DDR protestierten 1989/1990 gegen das politische

System. Ihr Ruf war „Wir _______________, das Volk!“ - und genau diesen

Spruch rufen heute einige PEGIDA-Anhänger. Dagegen _______________, sich

vor allem jene, die damals für den Fall der Mauer gekämpft haben. Denn bei

PEGIDA geht es nicht um die _______________, von Unrecht, sondern im

Gegenteil – hier geht es um die Bekämpfung von bestimmten

Glaubensrichtungen und gegen die Toleranz. Schön ist allerdings zu sehen,

dass noch mehr _______________, sich nun gegen PEGIDA

_______________, und nach außen hin deutlich zeigen, dass sie anderer

_______________, sind. Ein Teil des Erfolges von PEGIDA hat sicherlich damit

zu tun, dass viele vor allem junge Menschen in Ostdeutschland keine

Perspektive haben – die Arbeitslosenzahlen sind _______________,, die

Zukunft sieht _______________, aus. Dass diese Menschen sich von allem

möglichen _______________, fühlen ist verständlich – wenn auch natürlich

nicht zu tolerieren. Bleibt zu hoffen, dass PEGIDA genauso schnell wieder

_______________,, wie der Verein aufgetaucht ist. Wir werden

_______________,. Habt Ihr von PEGIDA in den Nachrichten Eures Landes

gehört? Was denkt Ihr darüber?

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PEGIDA
Verständnisfragen:

1. Was ist PEGIDA und wofür steht die Abkürzung?

PEGIDA steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des


Abendlandes“. Es ist ein Verein, der seit Oktober 2014 Demonstrationen
organisiert. Demonstriert wird gegen eine angeblich falsche Asyl- und
Flüchtlingspolitik.

2. Wie groß ist die Gefahr einer Islamisierung Deutschlands?

Die Gefahr gibt es nicht. In Deutschland sind geschätzt nur 5 Prozent der
Bevölkerung Moslems. In manchen Bundesländern, zum Beispiel in Sachsen,
sind es nur 0,5%.

3. Was taten einige Städte, um sich gegen PEGIDA zu wehren?

Manche Städte verdunkelten Wahrzeichen und wichtige Gebäude,


beispielsweise den Kölner Dom und das Brandenburger Tor, um zu zeigen, dass
sie nicht für PEGIDA sind.

4. Was will PEGIDA?

Pegida fordert zum Beispiel eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig


gewordenen Zuwanderern. Während Kriegsflüchtlinge aufgenommen werden
sollen, sollen Wirtschaftsflüchtlinge abgeschoben werden. Außerdem soll es
eine konsequente Abschiebepolitik geben.

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PEGIDA
Verständnisfragen 2:

1. Wo ist PEGIDA beheimatet?


a) Leipzig
b) Dresden
c) Halle
d) Potsdam

2. Seit wann gibt es PEGIDA?


a) Seit Oktober 2014
b) Seit November 2014
c) Seit Dezember 2014
d) Seit Januar 2015

3. Wie viele Gegendemonstranten gab es in München?


a) 20.000
b) 50.000
c) 80.000
d) 100.000

4. Wer ist gegen PEGIDA?


a) Politiker
b) Kirchenoberhäupter
c) Gegendemonstranten
d) Anhänger

5. Womit reagieren viele Deutsche auf PEGIDA?


a) Geschenken
b) Ignoranz
c) Waffengewalt
d) Humor

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PEGIDA
Lückentext:

Viele Deutsche waren überrascht, wie schnell sich eine Gruppe wie PEGIDA in

Deutschland ausbreiten kann. Es fing alles an mit einer Facebook-Gruppe –

und dann folgten die Demonstrationen. Die Demonstrationen erinnern ein

wenig an die Montagsdemos – die Bürger der DDR protestierten 1989/1990

gegen das politische System. Ihr Ruf war „Wir sind das Volk!“ - und genau

diesen Spruch rufen heute einige PEGIDA-Anhänger. Dagegen wehren sich vor

allem jene, die damals für den Fall der Mauer gekämpft haben. Denn bei

PEGIDA geht es nicht um die Bekämpfung von Unrecht, sondern im Gegenteil

– hier geht es um die Bekämpfung von bestimmten Glaubensrichtungen und

gegen die Toleranz. Schön ist allerdings zu sehen, dass noch mehr Deutsche

sich nun gegen PEGIDA wehren und nach außen hin deutlich zeigen, dass sie

anderer Meinung sind. Ein Teil des Erfolges von PEGIDA hat sicherlich damit

zu tun, dass viele vor allem junge Menschen in Ostdeutschland keine

Perspektive haben – die Arbeitslosenzahlen sind hoch, die Zukunft sieht

schlecht aus. Dass diese Menschen sich von allem möglichen bedroht fühlen

ist verständlich – wenn auch natürlich nicht zu tolerieren. Bleibt zu hoffen,

dass PEGIDA genauso schnell wieder verschwindet, wie der Verein

aufgetaucht ist. Wir werden sehen. Habt Ihr von PEGIDA in den Nachrichten

Eures Landes gehört? Was denkt Ihr darüber?

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