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Armoured Multi
Purpose Vehicle

(Foto: KMW)
Stand der Entwicklung und Werkserprobung

Michael Horst und Hans Joachim Wagner

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, Das Konzept


hat in seinem letzten Jahresbericht vom 16. März 2010 in ungewöhnlich
Für die beiden leichteren Fahrzeugklas-
scharfer Form Mängel bei der Bundeswehr, u. a. fehlende gepanzerte sen der von der Bundeswehr geforderten
Fahrzeuge, angeprangert. Geschützten Führungs- und Funktions-
fahrzeuge (GFF 1 und 2) haben sich 2008

M
it den Fortschritten der passiven derzeit noch konkurrenzlos der MOWAG die beiden deutschen Landsystemfirmen
Schutztechnologien, insbesonde- Eagle IV und das LMV (Light Modular Ve- Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann
re den Verbundwerkstoffen, ist hicle) von IVECO. entschieden, in Kooperation ein geschütz-
es nun seit circa 15 Jahren auch möglich,
(Foto: KMW)
leichte und mittelschwere Radfahrzeuge
wirkungsvoll zu schützen. Am besten ge-
lingt das natürlich bei Neuentwicklungen,
bei denen die Schutzforderungen Aus-
gangspunkt für die Konstruktion sind. Ein
gutes Beispiel hierfür ist das Gepanzerte
Transport Kraftfahrzeug GTK Boxer.
Das bedeutet auch, dass sich die Erkennt-
nis durchsetzt, dass im militärischen Einsatz
sehr schnell die Commercial-off-the-Shelf-
Lösungen – d.h. die von zivilen Serienfahr-
zeugen abgeleiteten Lösungen – an ihre
Grenzen stoßen und daher militärische
Sonderentwicklungen mit gründlichen
technischen, logistischen und taktischen
Erprobungen überlegen sind.
In der „Jeep-Klasse“, mit der primär die
Beweglichmachung von Führungsperso-
nal sichergestellt werden soll, wurden bis-
her nur wenige Fahrzeuge neu entwickelt.
Den europäischen Markt beherrschen Das gemeinsame Produkt von Rheinmetall und KMW

16 Mai 2010 · Strategie & Technik


Nachgefragt:
tes Radfahrzeug mit der Antriebsformel
4x4 von Grund auf neu zu entwickeln, um Kurzinterview mit Dipl.-Ing. Frank Haun, Vorsitzender
den hohen Anforderungen in Bezug auf der KMW-Geschäftsführung
Schutz, Mobilität und Nutzlast zu entspre-

(Foto: KMW)
chen. Das Projekt Armoured Multi Purpose S&T: Welche Bedeutung hat das AMPV-
Vehicle (AMPV) soll die Erfahrungen und Projekt für die deutsche wehrtechnische
die aktuellen Entwicklungen der deutschen Industrie?
Industrie zusammenführen. Haun: Wir legen mit dem AMPV eine
neue technologische Messlatte, die be-
Der Schutz reits heute nicht nur in Deutschland, son-
dern auch im Ausland große Aufmerk-
Als militärische Sonderentwicklung ist das samkeit generiert. Das Schutzniveau des
Fahrzeugkonzept speziell auf militärische AMPV ist einzigartig, genauso wie seine
Missionen abgestimmt. Von den konkur- Mobilität. Er ist somit der erneute Beweis
rierenden Merkmalen Schutz, Mobilität für die Leistungsfähigkeit der deutschen
und Nutzlast bestimmte der Schutz die Landsystemindustrie auf dem nationalen
Konstruktion entscheidend mit. Der Mann- wie auf dem Exportmarkt.
schaftsraum des Fahrzeuges ist als „Si-
cherheitszelle“ ausgebildet, die auf einem S&T: Was sind die kurz- und mittelfristigen Zielsetzungen bei der Projektierung?
Monocoque aus hochfestem Panzerstahl Haun: Kurzfristig gilt es, mit den vier zur Verfügung stehenden Prototypen und im
basiert und in Schweiß- und Biegetechnik engen Schulterschluss mit dem Amt eine abschließende Qualifikation zu erreichen.
hergestellt wird. Diese ist mit computerop- Auf dem Weg dorthin haben wir schon wichtige Meilensteine erreicht. Mittelfristig
timierten Versteifungen versehen und soll ist es natürlich unser Ziel, den AMPV im Markt als unangefochtenen Champion einer
einen umfassenden ballistischen Schutz, ei- wirklich neuen Fahrzeuggeneration zu positionieren. Bei der Bundeswehr, aber auch
nen hochwertigen IED (Improvised Explosi- bei anderen Organisationen wie der Bundespolizei und alliierten Streitkräften.
ve Device)- und Minenschutz sowie zudem
eine außergewöhnlich hohe Sicherheit bei S&T: Welche wesentlichen Vorteile bietet der AMPV gegenüber Konkurrenz-
Unfällen bieten. produkten?
Der ballistische Schutz wird durch ein Haun: Wie gesagt, der AMPV verkörpert eine neue Generation geschützter Fahr-
weitgehend modulares Schutzkonzept zeuge. Sein Schutzniveau ist vergleichbar mit dem Dingo, seine Einzelradaufhän-
neuester Technologie vervollständigt. gung ermöglicht eine Mobilität, vergleichbar mit der des Boxer oder Fennek. So ein
Durch Verwendung moderner Leichtbau- Fahrzeug gibt es noch nicht auf dem Markt.
materialien wird nach Herstellerangaben
ein – für diese Fahrzeugklasse ungewöhn- S&T: Ist der Aufbau einer Produktfamilie geplant?
lich – hohes Schutzniveau erreicht, das Haun: Ja, der AMPV ist keine singuläre Plattform. Unser Ziel ist eine Produktfa-
sowohl neuartige Schwermetallgeschos- milie in verschiedenen Fahrzeugvarianten in den Gewichtsklassen von fünf bis
se als auch anspruchsvolle Splitterbedro- neun Tonnen. Die Fragen stellte Michael Horst.
hungen berücksichtigt. Das Fahrzeug ist
rundum mit Add-On-Schutzelementen
belegt. In allen Details wurde auf eine Der Minenschutz basiert im Wesentlichen ausgelegt. Ein patentiertes Schutzbefes-
optimale Schutzabdeckung geachtet, auf einem hochfesten Fahrzeugboden aus tigungssystem und spezielle Maßnahmen
so dass bisher keine Schwachstellen er- Spezialstahl, der durch Simulationsverfah- an der Türanbindung und Verriegelung
kennbar sind und die militärischen For- ren optimiert dimensioniert wurde und sorgen dafür, dass der ballistische Schutz
derungen deutlich überschritten werden unter Verwendung spezieller Schweißver- auch nach einem IED-Angriff weitestge-
können. Die Beschussversuche wurden fahren gefertigt ist. Er soll einen wirksa- hend erhalten bleibt. Erste Simulationen
entsprechend den Vorgaben der STANAG men Splitterschutz bieten und für minimale und Versuche zeigen, dass ein sehr ho-
4569 mit AEP55 sowie unter Berücksich- Verformungen bei Blasteinwirkung sorgen. hes Schutzniveau gegen Sprengangriffe
tigung der Extremtemperaturen und der Die Auslegung basiert auf der grundsätzlich erreicht wird. Die üblichen Forderungen
Umweltforderungen durchgeführt. Bei geforderten Unversehrtheit der unteren werden weit übertroffen, und der Blast-
Bedarf können alternative Schutzsysteme Extremitäten, bietet aber aufgrund seiner schutz ist auch am Front- und Heckbe-
oder neue Technologien zur Kosten- und extremen Festigkeit noch eine erhebliche reich, also damit rundum, optimiert. In
Gewichtsreduzierung, aber auch zur Aus- Überlastfähigkeit bei höheren Ladungen Verbindung mit dem robusten ballisti-
richtung auf neue Bedrohungen modular und insbesondere gegen tief vergrabene schen Schutz, den geneigten Scheiben
angebracht werden. IED-Ladungen (Culvert Mines). und dem hochwertigen Innenliner wird
Das Fahrzeug besitzt als funktionalen Be- Die Stahlzelle, in Verbindung mit speziell auch ein hohes Schutzniveau gegen al-
standteil der Schutzauslegung einen hoch- entwickelten IED-Leichtbautüren, hat ei- le Arten von Splitterbomben (Clamour
wertigen Innenliner zum Sekundärsplitter- nen außergewöhnlich guten IED-Schutz Charge) erreicht.
schutz der bei „Overmatch-Situationen“ zum Ziel. Die Zelle ist optimal versteift. Tü- Aufgrund des guten IED-Schutzes besitzt
die Überlebenswahrscheinlichkeit der Be- ren, Luken und Fenster sind formschlüssig das Fahrzeug auch gute Voraussetzun-
satzung deutlich verbessert und insbeson- aufgesetzt. Die Türen sind in sich ausge- gen, um als Träger für Zusatzkompo-
dere auch bei Beschuss mit Hohlladungen steift und so gebaut, dass Sekundärsplit- nenten, die Sprengfallen elektronisch
(z.B. RPG 7) oder EFP (Explosively Formed terbildung vermieden wird. auslösen, genutzt zu werden. Aus dem
Penetrator) den Splitterkegel im Inneren er- Die gesamte Innenausstattung sowie gleichem Grund ist bei diesem Fahrzeug
heblich einschränkt. Sitz- und Gurtsysteme sind IED-gerecht auch die Anwendung abstandsaktiver

Strategie & Technik · Mai 2010 17


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Schutzmaßnahmen im Nahbereich mög-
lich. Derartige Systeme können bei Be-
darf am Fahrzeug angebracht werden.
Sowohl die Auslösung der Abwehr als
auch die Explosion von abgewehrten
Hohlladungsgranaten stellt für die hoch-
feste Zelle kein Problem dar.

(Foto: Horst)

(Foto: KMW)
Der ergonomisch gestaltete Fahrzeuginnenraum

auffällige Silhouette unterstützt. Die Ab- sen. Zur Luftverladung eines Fahrzeugs in
gasanlage bietet keinen „Hot-Spot“. Die den Luftfahrzeugen Transall C-160, C-130
grundsätzlichen Regeln der Radartarnung Hercules und A400M muss die ferngesteu-
sind eingehalten. Befestigungsmöglich- erte Waffenstation abgebaut werden. Neu-
keiten für ein Tarnnetz stehen zur Verfü- artig, und damit für die Fahrausbildung und
gung. Weiterhin ist das Fahrzeug mit einer das Fahren im Gelände erleichternd, ist ein
ABC-Anlage ausgestattet. Dabei wurde Automatisches Differentialsperren Manage-
bei Konstruktion und Materialauswahl auf ment (ADM), das synchron zum Automatik-
(Foto: Wagner)

eine gute Dekontaminierbarkeit geachtet. getriebe die Differentiale entsprechend den


Durch konsequente Abschirmung der Elek- Fahrbedingungen sperrt bzw. entsperrt, für
trik wird eine hohe Widerstandsfähigkeit maximale Traktion sorgt und sowohl die
gegen Elektromagnetische Impulse (NEMP) Lebensdauer des Antriebsstrangs verlän-
erreicht. gert als auch Treibstoff spart. Dieses System
kennt man bisher nur aus dem zivilen Ge-
Einzelaspekte und ländefahrzeugbau. Es wird im AMPV erst-
Leistungsdaten mals im militärischen Fahrzeugbau in dieser
Klasse eingesetzt. Die „Mensch-Maschine-
Zur Gewichtsreduzierung und Nutzlastop- Schnittstellen“ wie Sitze, Bedien- und Sicht-
timierung sind die Anbauten für den An- felder sind ergonomisch „um den Soldaten
trieb und für eine ungeschützte Nutzlast herum“ konzipiert.
in Leichtbaustrukturen ausgeführt. Das Wesentlich für die Durchhaltefähigkeit sind
Fahrzeug kann optional mit Nebelmittel- die hohe Reichweite von über 700 km, All-
wurfanlage, Laser-Warnsystem, Scharf- wetter- und Nachtfahrfähigkeit und eine
(Foto: Engineering Center Steyr/KMW)

schützen-Detektier- und Lokalisierungssys- doppelte Heizungs- und Klimaanlage, die


tem, ferngesteuerter Waffenstation und mit der ABC-Schutzausstattung kombiniert
dem Abstandsaktiven Schutzsystem (ADS) ist und für die Klimazonen A1 bis C2 (mit ei-
gegen Panzerfäuste und Panzerabwehrlen- nem Temperaturbereich zwischen +49 Grad
kflugkörper – zurzeit in der Entwicklung – Celsius und –46 Grad Celsius) ausgelegt ist.
ausgerüstet werden. Der Motor ist mehrstofffähig für F-34, JP-8
Die Mobilität mit Eckdaten wie 110 km/h und F-54 geeignet. Schlüsseleigenschaften
Höchstgeschwindigkeit, 700 km Reichwei- für die Logistik sind die einfache Wartung
te, Steigfähigkeit größer 70 Prozent und durch „Built in Test-Equipment “, leicht aus-
einem Meter Tiefwatfähigkeit wird durch tauschbaren Einheiten und dem modularen
ein leistungsfähiges Antriebskonzept und Aufbau vieler Baugruppen.
ein speziell für militärische Missionen entwi-
ckeltes Fahrwerk erreicht. Der Motor ist ein Die Fahrzeugfamilie
Von oben: Modulares Schutzkonzept; Schutz- Steyr 3,2 Liter, 6-Zylinder, SCI-Dieselmotor
maßnahmen an den Türen; Hydropuls-Prüf- mit 200 kW (273 PS) Leistung und 610 Nm Der AMPV ist konzeptionell als Fahrzeug-
stand im Engineering-Center Steyr Drehmoment. Damit liegt das Leistungs- familie ausgelegt. Derzeit konzentriert
gewicht des Fahrzeugs bei 29,3 PS/Tonne. sich die Industrie auf die Entwicklung und
Das Fahrzeug besitzt ein Reifennotlaufsys- Das Bremssystem verfügt über ABS und Erprobung des Typs 2a als Patrouillenfahr-
tem. Eine geschützte Motorhaube aus Pan- eine Kletterbremse für das Anfahren am zeug mit einem Gesamtgewicht von 9,3
zerstahl mit zusätzlichen lokalen Schutzele- Hang. Das Fahrwerk besteht bei beiden Tonnen und zwei Tonnen Nutzlast, einem
menten wird optional angeboten. Damit Achsen aus robusten Doppelquerlenkern, geschützten Volumen von 5,3 m³ und ei-
wird ein guter Mobilitätsschutz so realisiert, Radaufhängungen mit doppelten Feder- nem ungeschützten Zusatzvolumen von
dass das Fahrzeug im Notfall den Gefahren- und hydraulischen Dämpfersystemen mit einemm³. Vorgesehen ist in dieser Ge-
bereich aus eigener Kraft verlassen kann. hydraulischen Endanschlägen. Die 300 mm wichtsklasse ebenfalls ein Trägerfahrzeug
Der Schutz gegen Entdeckung wird durch Federwege sorgen für hohe Fahrleistungen mit einem geschützten Volumen von 6,5
Tarnanstrich, Tarnbeleuchtung und die un- auch bei schwierigen Bodenverhältnis- m³ und dann reduzierter Nutzlast von 1,8 t.

18 Mai 2010 · Strategie & Technik


Heer
(Grafik: Rheinmetall)

schon erfolgreich in Afghanistan ein-


gesetzt werden. Dazu kommen die bei
den eingeführten Fahrzeugen bereits
abgebildeten logistischen Aspekte.
Hier ist besonders die entsprechende
Baugleichheit von Eagle IV und Yak in
der Bundeswehr zu nennen.
Gegenüber den Konkurrenzproduk-
ten muss der „einsatzunerfahrene“
und logistisch nicht etablierte AMPV
also durch wesentlich bessere Leis-
tungsdaten – mit Schwerpunkt beim
Schutz – und den Beschaffungskosten
Die Fahrzeugfamilie überzeugen. Die durch die Hersteller-
firmen KMW und Rheinmetall angestreb-
Noch in der Konzeptphase befinden herun- diesem Jahr abgeschlossen. Damit wird es te internationale Vermarktung, aber auch
terskalierte Typ 1-Varianten; diese umfassen möglich, den AMPV in ein von der Amtssei- der Einsatz bei zivilen Behörden könnte
ein CH-53 optimiertes Patrouillen-Fahrzeug te beabsichtigtes Interessenbekundungs- sich hier natürlich günstig auf die Beschaf-
von 5,1 bis 6,5 Tonnen Gesamtgewicht und verfahren einzubringen. fungskosten auswirken. Die Bundespolizei
zwei kompakte Patrouillen-und Trägerfahr- hat – nach Aussagen der Firma KMW – für
zeuge Typ 1a,b mit 7,5 Tonnen Gesamtge- Fazit Auslandseinsätze, Schutz von Botschafts-
wicht. personal und der Polizeiausbildung im Ein-
Der AMPV ist insgesamt auf einem guten, satz bereits Interesse bekundet.
Stand der Entwicklung aber auch sehr fordernden Weg in die Zu- Es bleibt festzuhalten, dass bisher keine
kunft. Die bereits etablierten Konkurrenz- Untersuchungen durch die zuständigen
In der firmeneigenen Erprobung sind zur- produkte auf dem europäischem Markt in Wehrtechnischen Dienststellen der Bun-
zeit zwei Fahrzeuge, zwei weitere werden dieser Fahrzeugklasse Eagle IV und LMV deswehr erfolgen konnten. Damit besteht
derzeit gefertigt. Die Erprobungsfahrzeuge werden ständig verbessert und den neuen zurzeit weder eine amtliche Bundeswehr-
verfügen über eine zivile Zulassung zum Herausforderungen der Einsatzgebiete an- qualifikation noch eine ausgeprägte amt-
Straßenverkehr und eine Ausnahmegeneh- gepasst. Der AMPV wird sich dem Wettbe- liche Bewertungsfähigkeit des AMPV. Die
migung für Euro 3 Abgaswerte, weil die für werb mit den Weiterentwicklungen dieser hierzu erforderlichen Maßnahmen zur
höhere Abgasnormen notwendige Kraft- Fahrzeuge stellen müssen. Dem Eagle IV Nutzung der Wehrtechnischen Dienststel-
stoffqualität im militärischem Einsatz nicht kommt zugute, dass er sich bereits im Ein- len sind eingeleitet. Wenn alle formalen
sichergestellt werden kann. satz bei der Bundeswehr bewährt hat und Voraussetzungen geschaffen sind, könn-
Niedriger Verschleiß und hohe Verfügbar-
(Foto: KMW)

keit bei geringen Lebenswegkosten werden


schon in der Entwicklung und Werkserpro-
bung durch „Life Simulation“ auf einem
Hydropuls-Prüfstand und durch aufwendi-
ge Fahrerprobung nachgewiesen. Auf dem
Hydropuls-Prüfstand des Engineering-Cen-
ters Steyr im österreichischen St. Valentin
werden Komponenten, Baugruppen und
Hauptbaugruppen in Systemstrukturtests
mit Lastkollektiven, die mit vergleichbaren
Fahrzeugen in Afghanistan aufgenommen
wurden, beaufschlagt. So werden Schwach-
stellen ermittelt, die sonst nur durch Fahren
in den Einsatzgebieten erkannt werden.
Absicht der Hersteller ist es, durch Belas-
tungskollektive auf den Prüfständen (ein-
schließlich der simulierten Belastungen der
extremen Klimazonen) den Dauerfestig-
keitsnachweis zu führen. Ballistische Ver- Firmenseitige Fahrerprobung
suche sind beim Beschussamt München
bereits erfolgreich durchgeführt worden. die so aktuell gewonnenen Erfahrungen te eine offizielle amtliche Untersuchung
Ansprengungen mit Minen und IED – ein- direkt umgesetzt werden können. Beim des AMPV und der marktbegleitenden
schließlich der notwendigen Aufnahme LMV von IVECO konnte – bei unverändert Produkte anderer geeigneter Hersteller
der Lastpotentiale – wurden mit Teilstruk- hohem Schutzniveau und unverändertem ab 2011 erfolgen. Eine Entscheidung ist
turen des Fahrzeuges (Fahrzeugzelle) bei Gesamtgewicht (7,1 Tonnen) – die Nutzlast letztlich auf der Basis von operativen, lo-
der IABG in Lichtenau erfolgreich durch- um 300 kg gesteigert werden. In Italien, gistischen, technischen und wirtschaftli-
geführt. Großbritannien, Belgien und weiteren eu- chen Parametern zu fällen.
Insgesamt werden die industrieseitigen ropäischen Ländern wurden bereits mehr Inwieweit sich der AMPV hier durchsetzen
Erprobungen im Wesentlichen noch in als 2 500 LMV bestellt, die zum Teil auch kann, bleibt abzuwarten. 

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