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iv

Erläuterung der Symbole

Damit sich Ihre Arbeit mit dem Buch von Beginn an effizient gestaltet, wurde dessen Inhalt durch
verschiedene Symbole und Farben strukturiert, welche an dieser Stelle kurz erläutert werden sollen:

r
 Grundstoff, an den meisten Gymnasien vorausgesetzt

 Zusatzstoff

te
 Definitionen

 Sätze

 Beweise


us  Aufgaben

 Beispiele


⎨ *


**
elementar
mittel
⎩ *** anspruchsvoll
M
Danksagung
Dieses Buches wäre ohne die wertvolle und stetige Unterstützung durch Schüler, Studierende, Lehr-
kräfte, Freunde und Bekannte in dieser Form nicht möglich gewesen. Mein Umfeld hat mich in unzähli-
gen Diskussionen immer wieder inspiriert, so dass sich die Arbeit am Buch stets weiterentwickeln
konnte. Entsprechend bin ich allen Beteiligten zu grossem Dank verpflichtet!
Zahlenmengen 3

2 Zahlenmengen
Am Anfang waren die natürlichen Zahlen N = {0, 1, 2, 3, . . .}. Diese ,,ursprüngliche” Zahlenmen-
ge ist abgeschlossen bezüglich der Addition und der Multiplikation, was soviel bedeutet, als dass
man einzig durch Addition oder Multiplikation von natürlichen Zahlen stets wieder eine natürliche

r
Zahl als Ergebnis erhält:

a, b ∈ N ⇒ (a + b) ∈ N und a, b ∈ N ⇒ (a · b) ∈ N

te
Wer ausschliesslich addiert oder multipliziert, wird sich mit der Menge der natürlichen Zahlen zufrieden
geben können, da diese damit nicht verlassen wird.
Was aber... wenn wir beginnen zu subtrahieren: Dann ist nebst 5 − 3 = 2 auch 3 − 5 = −2 denkbar,
und bereits haben wir die natürlichen Zahlen verlassen. Bei der Subtraktion besteht somit Bedarf,
die Zahlenmenge N um die negativen Zahlen zu erweitern: Das Resultat sind die ganzen Zahlen
Z = {0, ±1, ±2, ±3, . . .}. Es wird unmittelbar verständlich sein, dass Z auch bezüglich der
us
Subtraktion abgeschlossen ist:
a, b ∈ Z ⇒ (a − b) ∈ Z

Das ist aber noch nicht alles... denn schliesslich möchten wir auch in der Lage sein, zu dividieren,
beispielsweise um einen Geburtstagskuchen in Stücke zu teilen. Es ist verständlich, dass uns dazu die
a
ganzen Zahlen nicht ausreichen, denn aus a, b ∈ Z folgt nicht, dass auch b ∈ Z gilt. Dies legt uns
bereits die nächste Definition nahe:

Die Menge der rationalen Zahlen Q ist die Menge aller Brüche: Q = { ab | a, b ∈ Z, b = 0}

Zur Menge Q gehören ebenso alle abbrechenden oder periodischen Dezimalzahlen. Beispielsweise
M
3 −27
ist 0.3 = 10 ∈ Q oder −2.7 = 10 ∈ Q. Weniger offensichtlich sieht es mit den periodischen
Dezimalentwicklungen aus: 0.3 . . . = 13 ∈ Q. Die Umwandlung einer periodischen Dezimalzahl in
einen Bruch geschieht mit einer unendlichen geometrischen Reihe, siehe dazu S. 6 oder S. 166.
Q ist die kleinste Zahlenmenge, welche bezüglich den vier Grundrechenarten Addition, Subtraktion,
Multiplikation und Division abgeschlossen ist:
 
(p + q) ∈ Q (p · q) ∈ Q
p, q ∈ Q ⇒ und p, q ∈ Q ⇒
(p − q) ∈ Q ( pq ) ∈ Q, falls q = 0
4 Zahlenmengen

Wieso ist das von Interesse? Es geht unter ande-


ren darum, herauszufinden in welcher Zahlenmen-
ge die Lösung einer bestimmten Gleichung liegen
kann. Aus den bisherigen Beschreibungen folgt bei- -3
2 = 1.41...
spielsweise, dass eine lineare Gleichung a x + b = 0

r
mit ganzzahligen Koeffizienten a, b ∈ Z immer 1 3 3 = 1.73...
1 -1 0
2  = 3.14...
genau eine rationale Lösung x = − ab ∈ Q besitzt. 2 -2
Anders sieht es mit quadratischen Gleichungen aus: -5 e = 2.71...

te
7
-0.71
Beispielsweise hat die Gleichung x2
− 2 = 0 keine
√ 0.25
0.3...
Lösungen in Q, weil sich 2 nicht als Bruch schrei-
√ 
ben lässt, d.h. 2 ist irrational. Dies bringt uns be- i
-1 = i 3 - 2i 2e 3
reits zu einem weiteren Erweiterungsbedürfnis der
Zahlenmengen:
Die Menge der reellen Zahlen R ist die Vereinigung der rationalen und der irrationalen Zah-
us
len. Einfach gesagt, ist eine irrationale Zahl eine Dezimalzahl, deren Dezimalentwicklung we-

 n
e = lim 1 + n1 ≈ 2.718...
n→∞
(vgl. S. 130).

der abbricht noch periodisch wird. Beispiele hierfür sind 2 ≈ 1.4142..., π ≈ 3.1415... oder


Satz: Sei p eine Primzahl. Dann ist p irrational, also nicht als Bruch darstellbar.

√ a
Beweis: Wir nehmen das Gegenteil an, also dass es zwei teilerfremde a, b ∈ N gibt, so dass p= b
gilt. Ziel ist es nun, diese Annahme zu einem Widerspruch zu führen (⇒ Widerspruchsbeweis).
√ 2
Dazu quadrieren wir die Gleichung p = ab , also p = ab2 ⇒ b2 · p = a2
M
Seien a = a1 · a2 · . . . · an und und b = b1 · b2 · . . . · bm die eindeutigen Primfaktorzerlegungen von a
bzw. von b. Setzen wir diese in b2 · p = a2 ein, so erhalten wir den Widerspruch:

(b · b · b · b · . . . · bm · bm ) · p = (a1 · a1 · a2 · a2 · . . . · an · an )
1 1 2 2


(2m+1) Primfaktoren (2n) Primfaktoren
24 Algebra

 3.5 Potenzrechnen

Definition: an = a
· a ·
... · a a heisst Basis, n Exponent.
n−Stück

r
Speziell gilt a0 = 1 sowie a1 = a und 1n = 1 sowie 0n = 0 (falls n = 0) [Auswendig!]

Die folgenden drei Potenzgesetze leiten sich unmittelbar aus dieser Definition ab. Wichtig ist, dass

te
Potenzen einiger Zahlen (siehe S. 9) auswendig gehen!

 3.5.1 1. Potenzsatz: Gleiche Basis


Zwei Potenzen mit gleicher Basis werden miteinander multipliziert (dividiert), indem ihre Exponen-
ten addiert (subtrahiert) werden:

an
us an · a m = an + m und
am
= an − m

(n+m)− Stück

Beweis: an · am · a ·
. . . · a · a
=a · a ·
. . . · a = a
n+m und
n Stück m Stück
⎧ ⎫
⎪ n − m Stück ⎪





⎪ a · a · . . . · a = an − m falls n > m ⎪


n Stück


⎪ ⎪

an a · a · ... · a ⎨ ⎬
= = 1 = a0 falls n = m = an − m
am · a ·
. . . · a ⎪ ⎪
M
a ⎪ ⎪

⎪ 1 ⎪

m Stück ⎪
⎪ = a− (m − n) = an − m falls n < m ⎪

⎪ · a ·
. . . · a
⎩ a ⎪

m − n Stück

Die Fallunterscheidung wird durch die Definition von negativen Potenzen durch
1
an = a− n überflüssig (siehe weiter unten auf S. 26).
Algebra 25

2 4 · 2m
Beispiel 16*: 32n−1 · 35−n = 3(2n−1) + (5−n) = 3n + 4 ; 24 − 2n + m =
22n

Beachte: 2n · 2 hat absolut nichts mit 4 zu tun, sondern: 2n · 21 = 2n + 1

r
 3.5.2 2. Potenzsatz: Gleiche Exponenten

te
Potenzen mit gleichem Exponenten werden miteinander multipliziert (dividiert), indem ihre Expo-
nenten ,,ausgeklammert” werden:

a n  a n
an · bn = (a · b)n und =
bn b

Beweis: an · bn = a
· a ·
. . . · a · b · b ·
. . . · b = (ab) · (ab) · . . . · (ab) = (ab)n ähnlich:


us an
bn
=
n Stück

a · a · . . . · a a a
b · b · ... · b
=
b
·
b
· ...
n Stück
 a   a n
b
=
b
n Stück
Weil die Reihenfolge von
Faktoren beliebig ist!

 5  n  n
5 5 5 25 2 4n 4 1 1
Beispiel 17*: 2 a · 3 = 2·(3a) ; = ; = = = n
35 3 12n 12 3 3
 5  5  5
(x − 1)5 x−1 (x − 1) 1 1
M
= = = =
(x2 − 1)5 x2 − 1 (x − 1)(x + 1) (x + 1) (x + 1)5

Merke: Unterscheide strengstens zwischen (2a)5 = 25 · a5 = 32a5 und 2a5 .

⇒ Die Potenzierung hat Vorrang vor der Multiplikation und Division!

Aus diesem Grund gilt: ( − 1)2 = ( − 1) · ( − 1) = +1 aber −12 = −1 · 1 = −1.


26 Algebra

 3.5.3 3. Potenzsatz: Doppelte Potenzen

Bei doppelten Potenzen werden die Exponenten miteinander multipliziert: (an )m = an · m

Beweis: (an )m = (an ) · (an ) · . . . · (an ) = an · m




m Stück

r
 3  2 3 3
(2a)2 = (2a)2 · 3 = (2 · a)6 = 26 · a6 = 64 a6 ; a 2 = a2 · = a3

te
Beispiel 18*: 2

Diese Sätze gelten auch für Erweiterungen auf ganzzahlige oder rationale Exponenten:

k
 3.5.4 4. Negative Exponenten: ,,Nenner” Es gilt: k · a− n = an
(auswendig!)

In Worten: Der Exponent einer Potenz ändert sein Vorzeichen, wenn die Potenz vom Zähler in
us
Nenner (oder umgekehrt) gebracht wird.

Beispiel 19*: Forme die folgenden Terme um:


 3
−3 2 −3 1 1 1 3 33 27
2a = 3; (2a) = 3
= 3 3
= ; = = = 27 a+6
a (2a) 2 ·a 8 a3 a− 2 a− 2 · 3 a− 6

√ n √ 1
 3.5.5 5. Rationale Exponenten: ,,Wurzeln” Es gilt: m
an = a m speziell a = a2
M

Veranschaulichung: a ist als diejenige Zahl definiert, welche mit sich selbst multipliziert a gibt.
√ √
Nehmen wir an, a sei eine (unbekannte) Potenz, also a = ax . dann:
√ √ ! 1 √ 1
a· a = ax · ax = ax+x = a2x = a1 ⇒ 2x = 1 ⇒ x= also a = a2
2
Planimetrie (zweidimensionale Geometrie) 63

 5.5 Geometrie am Viereck


Vierecke lassen sich nach ihren speziellen Eigenschaften unterscheiden. Die folgende Systematik soll
einen ersten Überblick geben:
Allgemeines Viereck
D
d  c

r
A   C
a  b
B

te
Drachenviereck Parallelogramm Trapez
C a D c C
c  c
D  e
D
  C    
 B

f
 d

2
m

e
b b

2
f h b h
a 2 a

e
   

f
2


2
A a B A a B
A

Raute / Rhombus Rechteck


D
a f
us A 

2
a
e
2
a


2
2


B


a h
C
D

A
d
a
C

Quadrat
D a C

a a
d

A a B
M
In der folgenden Aufzählung findet sich eine Zusammenstellung einiger Eigenschaften der Vierecke:

• Allgemeines Viereck: Winkelsumme α + β + γ + δ = 360◦ , weil jedes Viereck in zwei Dreiecke


zerlegt werden kann.

• Drachenviereck: Viereck, in welchem die Seiten a = AB = AD zwar gleich lang sind, aber
verschieden lang wie c = BC = CD. Die Diagonale f = AC ist Symmetrieachse, die Diagonalen
e und f stehen senkrecht aufeinander.
Stereometrie 77

6 Stereometrie
Die Stereometrie ist die Geometrie des dreidimensionalen Raumes. Ein Körper im Sinn der Stereome-
trie ist ein vollständig begrenztes Stück des Raumes. Die Summe der Flächeninhalte aller Begrenzungs-
flächen heisst Oberfläche des Körpers; der von ihr umschlossene Teil des Raumes heisst Rauminhalt

r
oder Volumen des Körpers. Längen sind eindimensionale Gebilde, während Flächen zweidimensional
und Volumina dreidimensional sind. Flächen verhalten sich wie die Quadrate der Längen, Volumina
wie deren Kuben (dritte Potenzen). Auf diese Weise lässt sich beispielsweise sofort erkennen, dass

te
4
2 π · r1 eine Länge ist (Kreisumfang), während π r2 eine Fläche (Kreisfläche) und 3 π r3 ein Volumen
(Kugelvolumen) ist... Die folgende Graphik soll diesen Sachverhalt verdeutlichen:

Länge: Länge Fläche: Länge  Länge Volumen: Länge  Länge  Länge


1 Dimensional 2 Dimensional 3 Dimensional

a
us a
a a
a a

l = 3a1 A = (3a)2 = 9a2 V = (3a)3 = 27a3

Längeneinheiten: mm cm dm m km Faktor 101 = 10


Flächeneinheiten: mm2 cm2 dm2 m2 km2 Faktor 102 = 100
M
Volumeneinheiten: mm3 cm3 dm3 m3 km3 Faktor 103 = 1000

Hohlmasse: Liter: 1 l = 1 dm3 ; Deziliter: 1 dl = 100 cm3 ; Milliliter: 1 ml = 1 cm3 .

1 cm = 10−5 km, 1 cm2 = (10−5 )2 km2 = 10−10 km2 , 1 cm3 = (10−5 )3 km3 = 10−15 km3 .
78 Stereometrie

 6.1 Das Prinzip von Cavalieri


Das Prinzip von Cavalieri vergleicht das Volumen zweier unterschiedlich geformten Körper:
Zwei Körper sind volumengleich, wenn sie in jeder Höhe h flächengleiche Querschnitts-
flächen A(h) haben.

r
A(h) A(h)

te
h

Körper, die nur von Ebenen begrenzt sind, heissen Polyeder (Vielflächner). Unter ihnen sind die
Prismen (darunter Würfel und Quader), die Pyramiden und die regelmässigen Polyeder von
besonderer Bedeutung.
us
 6.2 Prismen

Definition: Ein Prisma ist ein Polyeder mit zwei kongruenten (=Deckungsgleichen), zueinander
parallelen Vielecken als Grund- und Deckfläche.

Wenn zwei Prismen flächengleiche Vielecke als Grundfläche haben und gleich hoch sind, dann sind
sie auch volumengleich (Cavalieri - Prinzip!), gleichgültig, ob es sich um gerade oder schiefe Prismen
handelt. Aufgrund dieser Feststellung ergibt sich die Volumenformel für prismatische Körper:
M
Vprisma = Grundfläche · Höhe , kurz Vprisma = G · h
Funktionen (ohne Differential/Integralrechnung) 139

 7.11 Trigonometrische Funktionen (Winkelfunktionen)


Ähnliche Dreiecke haben gleiche Winkel aber im allgemeinen verschieden lange Seiten, deren
Verhältnis aber gleich ist (Strahlensätze, S. 54). Aus diesem Grund ist es naheliegend, dass es eine
eindeutige Beziehung (= Funktion) zwischen den Seitenverhältnissen eines Dreiecks und dessen
Winkeln gibt. Diese Beziehung wird durch folgende Definition festgelegt:

r
Definition: Im rechtwinkligen Dreieck sind die trigonometrischen Funktionen wie folgt de-

te
finiert:
a Gegenkathete
• Sinusfunktion: sin(α) := = aC
c Hypotenuse zgl.

Geg a
thete
b

bzg
a
Ank b

enk
b Ankathete
a

l.
• Cosinusfunktion: cos(α) := c
= Hypotenuse a

ath.
A
Hyp c
oten
a Gegenkathete use
• Tangensfunktion: tan(α) := b
= Ankathete B
usDiese Definition ist wegen der Winkelsumme im Dreieck nur für 0 < α < 90◦ gültig, werden aber
am Einheitskreis auf beliebige α erweitert. Sin, cos und tan sind nicht voneinander unabhängig, unter
anderem gelten die folgenden Beziehungen zwischen den trigonometrischen Funktionen:

sin(α)
tan(α) = und sin2 (α) + cos2 (α) = 1 (trigonometrischer Pythagoras)
cos(α)
M
Beweis:
a
sin(α) DEF c a c a DEF
= b
= · = = tan(α) ⇒ QED.
cos(α) c
c b b

 a 2  2
2 2 DEF b a 2 b2 a 2 + b2 Pyth c2
sin (α) + cos (α) = + = 2 + 2 = = =1 ⇒ QED.
c c c c c2 c2
140 Funktionen (ohne Differential/Integralrechnung)

Es gibt zahlreiche weitere Sätze über trigonometrische Funktionen... es sei an dieser Stelle auf die
Formelsammlung verwiesen. Auf S. 145 werden die Additionstheoreme vorgestellt. Vorerst soll die
Definition der trigonometrischen Funktionen auf auf beliebige Winkel α verallgemeinert werden:

r
 7.11.1 Definition der trigonometrischen Funktionen am Einheitskreis

te
Stellen wir uns einen beliebigen Punkt P(u / v) auf dem
Einheitskreis (Kreis mit Radius r = 1) vor. Mit der obigen v v = sin(a)
Definition finden wir: 90 x = 2 u = cos(a)

s
as
1 P

dm
v r=1 x = Bogen-
sin(α) = −→ v = sin(α) = y - Koordinate von P.

ra
r

1
länge

r=
u r=1 a a
v
cos(α) = r
−→ u = cos(α) = x - Koordinate von P. 180 u u
x= u 1A
v
us
Diese Definitionen gelten für beliebige α ∈ R. Lässt man

Bo
x = a im Bogen-

ge
mass

nm
P auf dem Einheitskreis gegen den Uhrzeigersinn wandern,

as
x = 32 270

s
entstehen die in Abbildung auf S. 141 skizzierten Graphen
der sin- und der cos-Funktionen.

Bogenmass Jedem Winkel α entspricht genau eine Bogenlänge x am Einheitskreis. Daher wird x
als Winkelangabe im Bogenmass verwendet. Dreisatz liefert die Umrechnung:
M
Wann Bogenmass, wann Gradmass?

Gradmass Bogenmass ⎪
⎪ • Bogenmass Analysis (Abl., Int.)...

α x
α x ⇒ 360
= 2π
Kennzeichen: π, Bsp: sin (2π x)


360◦ U = 2π (r = 1) ⎭
• Gradmass Winkelberechnungen (Δ,
Skalarprodukt). Bsp: sin (30◦ )
Folgen und Reihen 151

Beispiel 1*: Bei einer AF beträgt die Summe der ersten drei Glieder 27, das dritte Glied ist um
10 grösser als das erste. Berechne a100 dieser Folge.
AF Text
[I] a3 = (a1 + 2d) = a1 + 10 ⇒ 2d = +10 ⇒ d=5

r
Text
[II] a1 + (a1 + d) + (a1 + 2d) = 27 ⇒ 3a1 + 3d = 27 ⇒ a1 + d = 9

⇒ a1 = 9 − d = 4, an = 4 + (n − 1) · 5 = 5n − 1 ⇒ a100 = 5 · 100 − 1 = 499

te
 8.2 Geometrische Folgen (GF)
Eine Folge, bei welcher der Quotient q zweier aufeinanderfolgender Glieder konstant ist, das heisst
an+1
q= an
bzw. an+1 = q · an für alle n ∈ N gilt, heisst geometrische Folge (GF).
us a1
·q
a2
·q
a3
·q
a4
·q ...
a
·q
an
q = a21
=

=
n 1
a1 q1 a1 q2 a1 q3 a1 q

Rekursive Darstellung: an+1 = q · an Explizit: an = a1 · q n−1

Anmerkung: Geometrische Folgen sind eigentlich Exponentialfunktionen (vgl. S. 130 ff.)


M
192 Differentialrechnung

11 Differentialrechnung

 11.1 Differenzenquotient und Differentialquotient

Gegeben sei eine stetige (=sprungfreie) Funktion f : R → R.


y

r
Ziel der Differentialrechnung ist es, das Änderungsverhalten, Steigung zunehmend
m = +1
also die Steigung von f bzw. die Steigung der Tangente an f ,
Steigung

gu e
ei iv
an einer beliebigen Stelle x zu berechnen.

ng
St osit
abnehmend

te p
Zum Verständnis dieses Kapitels ist ein fundiertes Verständis der m=0 x

ne teig
Steigung unerlässlich. Insbesondere soll streng zwischen dem Vor-

ga un
S

tiv g
Steigung

e
zeichen der Steigung und der Änderung der Steigung unterschie- zunehmend
m= 1
den werden. Eine Steigung kann negativ sein und zunehmen... oder
Steigung abnehmend
auch abnehmen... siehe Abbildung rechts.

Die Aufgabe besteht darin, die Tangentensteigung mt an einen beliebigen Punkt P(x / f (x)) auf der
us
Funktion zu berechnen. Da eine Gerade stets durch zwei verschiedene Punkte bestimmt ist, sind
wir gezwungen, folgenden ,,Kunstgriff” zu machen:

I Wähle einen zweiten, beliebigen Hilfs-


punkt P1 ( x + h / f (x + h) ) auf f . y Sekante
P1
Berechne damit die Steigung ms der Se- f(x + h) f
Tangente df
dx
kante (=Gerade durch P und P1 ):
Dy = f(x + h) - f(x)
Δy f (x + h) − f (x) ms
ms = = P 
M
Δx h f(x)
Dx = h f(x)
Dieser Ausdruck heisst Differenzenquoti- x x
x+h

ent und misst die mittlere Steigung von x1
f zwischen x und x1 = x + h.
Differentialrechnung 229


⎨ x1 = 0
!
• Extrema: f  (x) = x2 · (3 − x) · e−x = 0 ⇒ x · x2 · (3 − x) = 0 ⇒
⎩ x2 = 3

27
 y-Werte: y1 = f (0) = 0 und y2 = f (3) = 33 · e−3 = e3
≈ 1.34.

r
 Entscheidung, ob H / T oder S: f  (x1 = 0) = 0 ⇒ S(0 / 0)

f  (x2 = 3) = − e93 < 0 ⇒ H(3 / 1.34).

te


⎪ x =0
⎨ 1 √
!
• Wendepunkte: f  (x) = x · (6 − 6x + x2 ) · e−x = 0 ⇒ x2 = 3 + 3 ≈ 4.73

⎪ √

x3 = 3 − 3 ≈ 1.27

 y-Werte: f (0) = 0 ⇒ S(0 / 0) ,


f (4.73) ≈ 0.93 ⇒ W1 (4.73 / 0.93) ; und f (1.27) ≈ 0.57 ⇒ W2 (1.27 / 0.57)
us • Asymptotisches Verhalten:
lim x3 · e−x = ∞3 · e−∞ = ∞ · 0 = 0 2
y

x→+∞
27 H
e3
weil exponentielles Wachstum stärker W1
1
als jede Potenz ist! (vgl. S. 176). f
W2
Andererseits: S 2
4
x
-2 P, N 2 3 6

lim x3 · e−x = (−∞)3 · e−(−∞) =


x→−∞
M
-1
= −∞ · ∞ = −∞

• Wertebereich: -2
27
W = {y ∈ R | y ≤ e3
}.
Differentialrechnung 233

S
Pythagoras in ΔAMS: s2 = AM 2 + h2 []
3
s= h
AM ist halbe Diagonale des Grundquadrates
M C
√ √ √ a
d a2 + a2 2a2 2a

r
AM = = = = a B
2 2 2 2 A
V H
AM in [] einsetzen und nach a2 auflösen:

Volumen
6

te
√ 2 V(h)
3
2 2a 2 2a2
3 = +h ⇒ 9= +h2 h
2 4 -3 -2 -1 1 2 3
Höhe
-3
a2
⇒ = 9−h2 ⇒ a2 = 2 · (9 − h2 ) 2 3
-6 V(h) = 3 ( 9h - h )
2
NB in ZF einsetzen:
 
us V (h) = 1
3 2 (9 − h2 ) h ⇒ V (h) =
2
3
(9h − h3 ) −→

Die Funktion V (h) (Parabel 3. Grades) ordnet jeder Höhe h das Volumen V der Pyramide
max

zu. Zur Veranschaulichung ist die Funktion V (h) oben skizziert. Gesucht ist deren Maximum
(H) im ersten Quadranten (grau unterlegt):

IV Lokale Extrema: V (h) nach h ableiten, Null setzen und nach h auflösen:
! √
V  (h) = 2
3 · (9 − 3 h2 ) = 0 ⇒ 9 − 3 h2 = 0 ⇒ h2 = 3 ⇒ h1,2 = ± 3
M
√ √
V  (h) = 2
3 · (−6h) ⇒ V  (+ 3) = 2
3 · (−6 · 3) < 0 Nachweis für Maximum.

daher führt h1 = + 3 zur Pyramide mit maximalem Volumen:
242 Differentialrechnung

Beispiel 26*: Gegeben seien die Graphen der beiden Funktionen, wie sie die Skizze zeigt. Bestimme
die Funktionsgleichungen von g und f .
g : y = mg x + q ist eine Gerade mit:

• y-AA: q = 2 und

r
y Δy
g • mg = Δx
= − 23 , also g : y = − 23 x + 2
3P

te
2 f ist eine nach unten geöffnete Parabel. Da beide NS x1,2 = ±3
Dy = -2

f bekannt sind, ist es einfacher auf die faktorisierte Darstellung


q=2

N1 Dx = 3 N2 (vgl. S. 122) zurückzugreifen:


x
-3 0 3
f : y = a (x + 3)(x − 3) = a (x2 − 9). Die Öffnung a bestimmen
wir durch Einsetzen von P(0 / 3) ∈ f : 3 = a (02 − 9)
1
⇒ a=− 3
und so f : y = − 13 (x2 − 9) = − 13 x2 + 3
us
Beispiel 27***: Der Wendepunkt einer Parabel 3. Ordnung liegt auf der y-Achse. Die Kurvennor-
male in P(1 / 0) schneidet die Parabel nochmals in Q(3 / 4).

Ansatz: y = f (x) = ax3 + bx2 + cx + d, f  (x) = 3ax2 + 2bx + c, f  (x) = 6ax + 2b.

Gleichungen aufstellen:
!
• WP auf y-Achse: W(0 / yW ) ⇒ f  (0) = 0 ⇒ b=0 [1]
M
!
• Punkteigenschaft: P(1 / 0) ∈ f ⇒ f (1) = 0 ⇒ a+c+d=0 [2]

!
• Punkteigenschaft: Q(3 / 4) ∈ f ⇒ f (3) = 4 ⇒ 27a + 3c + d = 4 [3]
Integralrechnung 261

• Integriere f (x) von 1 bis 4 (vgl. Bruchrechnen auf S. 18):

4   4
5 3
 x−2 x−1 x− 2 x− 2
3 1

I= x−3 − x−2 − x− + x− 2 2 dx = − − +
(−2) (−1) (− 32 ) (− 12 )
1

r
1

 4  4
−1 −2 2 3 2 1 −1 1 2 2
= · x + x−1 + · x− 2 − · x− 2 = + + 3 − √

te
2 3 1 2·x 2 x 3 · x2 x
1 1

   
−1 1 2 2 −1 1 2 2 13
= 2
+ + 3 − √ − 2
+ + 3 − √ =
2·4 x 3 · 42 4 2·1 1 3 · 12 1 96

⇒ Dieses Beispiel zeigt klar, von welcher Bedeutung solide Kenntnisse im Bruchrechnen und Potenz-
rechnen auch für die Integration sind.
us
 12.4 Beispiele zur Flächenberechnung

1
Beispiel 38*: Berechne (x3 − x)dx.
−1
1  1    
x4 x2 14 12 (−1)4 (−1)2 y
(x3 − x)dx = 4 − 2 −1 = 4 − 2 − 4 − 2 = 0,
−1

weil die Fläche über- und unter der x-Achse gleich gross sind. Soll f
A1
die Fläche zwischen f (x) = x3 − x und der x-Achse berechnet
M
x
werden, so muss die Integration zwischen den einzelnen Flächen -1 0 1

(bei den NS) unterbrochen werden. Nutze hier die Symmetrie f A2


(vgl. S. 108) von f (x):

1  1  
x4 x2 14 12 1 1
A=2· (x3 − x)dx = 2 · 4 − 2 0 =2· 4 − 2 −0=2· =
4 2
0
278 Integralrechnung

 4x2 +4x+5
Beispiel 55**: Berechne I = 2x−3 dx.

Zerlege die Funktion f (x) mittels Polynomdivision:


4x2 +4x+5 20
f (x) = 2x−3 = (4x2 + 4x + 5) : (2x − 3) = 2x + 5 + 2x−3 Damit lässt sich f integrieren:

r
−(4x2 − 6x)
10x + 5
−(10x − 15)

te
20
  20

1
I= 2x + 5 + 2x−3 dx = x2 + 5x + 20 · ln(2x − 3) · 2 + C = x2 + 5x + 20 · ln(2x − 3) + C.

Aufgaben 33: Integralrechnung (Lösungen auf S. 392)


us 1. Berechne folgende Integrale:

I1 =

x · sin(x) dx; I2 =

x · sin(x2 + 1) dx; I3 =

sin2 (x) dx;

π
2 4 2 ln(x)
A4 = x · ln(x) dx; A5 = 5 · cos(2x) dx; A6 = x dx
1 0 1

2 ∞ 3 √
A7 = 8x · (x2 + 1)3 dx; A8 = x · e−x dx; A9 = 6 − 2x dx
1 0 0
M
  cos(x)  ln(x)
I10 = sin(x) cos3 (x) dx; I11 = 1−sin(x) dx I12 = x dx;

 x2 −4
 ex

I13 = x3 −12x
dx I14 = ex +5 dx I15 e−x · cos(x) dx
296 Vektorgeometrie

 13.3 Skalarprodukt (Winkel zwischen a und b)

Das Skalarprodukt zweier Vektoren a und b ist definiert durch


A
DEF
a · b := | a | · | b | · cos(ϕ) [] Licht

r
wobei ϕ der Winkel zwischen a auf b ist. a
j B

te
O b
Das Skalarprodukt lässt sich als senkrechte Projektion von a auf b auffassen
(j)
(Strecke |a| cos (ϕ) Abb. rechts). Anschaulich entspricht das Skalarprodukt a cos
b ten
a · b der Fläche des grau unterlegten Rechtecks. Schat b
a auf
Insbesondere haben senkrechte Vektoren Skalarprodukt Null, kurz:
a ⊥ b ⇔ a · b = 0 ABSOLUT Auswendig!
us ⎛
⎜ ⎟ ⎜ ⎟
Für zwei Vektoren a und b gilt: a · b = ⎜
ax
⎟ ⎜ ⎟
⎞ ⎛
bx

⎝ a y ⎠ · ⎝ by ⎠ = a x · b x + a y · b y + a z · b z
az bz

Das Skalarprodukt wird zur Berechnung von Winkeln zwischen zwei Vektoren verwendet:

a · b ax · bx + ay · by + az · bz
cos(ϕ) = =& &

|a| · |b| a x + ay 2 + az 2 ·
2 bx 2 + b y 2 + b z 2
M
320 Ebenengleichungen

15 Ebenengleichungen

 15.1 Übersicht Ebenengleichungen

Parameterform: Koordinatenform: Achsenabschnittsform:

r
x y z
E : r = rA + t · u + s · v E : Ax + By + Cz + D = 0 E: a
+ b
+ c
=1
z
P t = 0.5 P1 Spur-
s=2 c

te
C P2 Gerade
n n
v r
Spuren-
r2
A u B r1 Dreieck b
A y
rA O(0 / 0 / 0) rA O(0 / 0 / 0)
a
x Achsenabschnitte

• Falls von E 3 Punk- • Normalenvektor: • Diese Form der


te oder ein Punkt A n ⊥ E Vektorprodukt: Ebene ist besonders
⎛ ⎞
us und 2 Richtungen u
& v von E bekannt
sind.

A
⎜ ⎟
n = u × v = ⎝ B ⎟

zweckmässig,
deren
schnitte
Achsenab-
wenn

gegeben
C
sind.
• Jedem Paar (t, s) n legt die ,,Orientierung” einer
entspricht genau ein Ebene im Raum eindeutig fest. • ... oder wenn eine
Punkt P auf E. Ebene anhand deren
• E1 E2 ⇔ n1 = k · n2
Achsenabschnitte
• Parameterform ist gezeichnet werden
• Winkel zwischen E1 und E2 :
M
nicht eindeutig soll.

n1 ·  n2
und umständlich für cos (ϕ) = |
n1 | · |
n2 |
Berechnungen.
• Abstand P(u / v / w) zu E:
' '
' A u√+ B v + Cw + D '
d(P, E) = ' A2 + B 2 + C 2
'
Ebenengleichungen 335

 15.8 Winkel Ebene - Gerade


Der Winkel ϕ zwischen g und E berechnet man als Skalar-
produkt vom Richtungsvektor v der Geraden g mit dem
Normalenvektor n der Ebenen E. Im Unterschied zu vor- v
her schliessen n und v nicht den gesuchten Zwischenwinkel n 

r
ϕ ein, aber fast: ϕ = 90 − α. Daher (vgl. S. 139): E
S
| n · v |
g

te
cos (α) = sin (ϕ) =
|n| · |v |

⎛ ⎞ ⎛ ⎞
1 2
⎜ ⎟ ⎜ ⎟
Beispiel 13*: Unter welchem Winkel schneiden sich g : r = ⎝ 4 ⎠ + t⎝ 2 ⎟
⎜ ⎟ ⎜
⎠ und
3 1
E : 1 x +2 y −3 z − 3 = 0.
us '⎛
'
' 1
'⎜
⎞ ⎛ ⎞'
⎟ ⎜ ⎟'
2 '
'⎜ 2 ⎟ · ⎜ 2 ⎟ '
'

'⎝ ⎠ ⎝ ⎠'
' '
' −3 1 ' |1 · 2 + 2 · 2 + (−3) · 1| 1
sin(ϕ) = & √ = √ =√
12 + 22 + (−3)2 · 22 + 22 + 12 14 · 3 14

ϕ = arcsin( √114 ) ≈ 15, 5◦


M
362 Wahrscheinlichkeit

 17.5 Bedingte Wahrscheinlichkeit


Bei Aufgabenstellungen mit wenn - dann Formulierung handelt es sich oft um bedingte Wahr-
scheinlichkeit. Dadurch, dass man vor dem Zufallsexperiment schon etwas weiss (wenn...), kommt
dies einer (nachträglichen) Verkleinerung des Stichprobenraumes gleich: Wenn (= Bedingung)
bekannt ist, dass A bereits eingetreten ist, dann gilt für die Wahrscheinlichkeit, daß Ereignis B (=

r
,,dann”) eintritt:
p(A ∩ B) günstige (der noch möglichen)
p(B | A) = =

te
p(A) möglich

Lies: p(B | A) = Wahrscheinlichkeit, dass Ereignis B eintritt, wenn A bereits eingetreten ist.

Beispiel 8* : Ein roter und ein blauer Würfel werden nach-


S
useinander geworfen. Wie gross ist (dann) die Wahrscheinlich-
keit, dass die Augensumme mindestens 9 ist, wenn der rote
Würfel die Augenzahl 5 hat?
B
(6,6)
(3,6)
günstig:
A B
(5,2)

(5,4) möglich:
etc... (5,5) A
• Wenn-Ereignis: A = {roter W. hat Augenzahl 5} (5,6)
(5,3)
(3,2) etc... (5,1)
6
⇒ p(A) = 36
.

• Dann-Ereignis: B = {Augensumme mindestens 9}. p(B) wird nicht verlangt.

• Wenn & Dann: A ∩ B = {roter W. 5 & Augens. mind. 9} = {(5,4); (5,5); (5,6)}, also
M
3
p(A ∩ B) = 36
3
p(A ∩ B) 36 3 36 3 1
Somit gilt: p( B | A) = = 6 = · = =
p(A) 36
36 6 6 2
Dieses Ergebnis ist unmittelbar nachvollziehbar, denn nachdem der erste Würfel Augenzahl 5 zeigt,
bleiben 6 Möglichkeiten, von denen 3 ,,günstig” sind.