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Als Forschungsgruppe mit dem Fokus auf „Ökonomie“ bezogen auf den Einfluss von Google und

anderen Web-Tech Unternehmen auf die Stadt, haben wir uns entschieden uns deduktiv mit David
Leys Theorie der „Produktion von Gentrifiern“ zu beschäftigen. Unsere Forschung soll ermöglichen
Aspekte dieser Theorie auf den Berliner Wohnungsmarkt angewandt zu überprüfen. Wir wollen uns
dabei auf die Hypothese stützen, dass Web-Tech Unternehmen, vor allem Start-Ups mit jungen
Mitarbeitern, „Gentrifier produzieren“, indem sie neue Angestellte für ihren Standort Berlin, die
durch ihren Geschmack in Stadtteile ziehen, die von Gentrifizierung betroffen sind und durch ihr
Gehalt dazu im Stande sind dort höhere Mieten zu bezahlen und somit zur Aufwertung der Bezirke
beitragen. Wir wollen daher der Frage nachgehen: Welche Akteure als Angetellte von Web-Tech
Unternehmen auf dem Berliner Wohnungsmarkt entstehen. Während hierdurch nicht direkt
nachgeforscht wird, inwiefern David Leys Theorie auf den Berliner Wohnungsmarkt angewandt
werden kann oder nicht, ermöglicht unser Forschungsdesign doch, dass die Rolle der Angestellten
von Web-Tech Unternehmen als „Gentrifier“ überprüft und dies zugleich in dem Rahmen von Leys
Theorie eingebettet werden kann, was eine Hypothese über die „Produktion von Gentrifiern“ durch
Web-Tech Unternehmen in Berlin nach Ley erlauben könnte.

Fragestellung: Welche Akteure auf dem Berliner Wohnungsmarkt entstehen als Angestellte von
Web-Tech Unternehmen?

Stand der Forschung:


Ley bezieht sich in seiner Forschung zum Thema Gentrification auf einige Faktoren, die in
nationalen Studien aus den 70er und 80er Jahren als wichtigste Faktoren genannt wurden, weshalb
Amerikaner in einer innerstädtischen Umgebung wohnen wollten. Diese sind an erster Stelle die
Möglichkeiten mit einer großen Vielfalt an Menschen in Kontakt zu kommen und an den nächsten
Stellen die Verfügbarkeit von kulturellen und Freizeitaktivitäten, besseren Jobs und höheren
Gehältern.
Zwar sind diese Forschungen mittlerweile schon über 30 Jahre alt, allerdings wollen wir sie als
Grundlage verwenden um nachzuprüfen, ob diese Präferenzen auch in Berlin von Angestellen von
Web-Tech Unternehmen angegeben werden und zu einem stärkeren Zuzug in bestimmte Bezirke
führen, die möglicherweise auch stärker unter „Gentrification“ leiden.
Noch versuchen wir auch andere ähnliche, aber aktuellere Studien ausfindig zu machen, um sie als
Grundlage für den Entwurf unseres Fragebogens zu verweden.

Theoretischer Rahmen:
Leys Theorie der „Production of Gentrifiers“ bildet unser theoretisches Fundament für die
Untersuchung. Wir gehen dabei davon aus, dass Leys Theorie auf den aktuellen Berliner
Wohnungsmarkt anwendbar ist und auch hier im Sinne Leys Gentrifier durch eine post-industrielle
Gesellschaft produziet werden. Da die Web-Tech-Branche zu den neuesten Branchen unserer Zeit
gehört, gehen wir davon aus, dass Leys Theorie hier besonders gut angewandt werden kann, da die
Web-Tech Branche besonders stark auf junge hoch qualifizierte Mitarbeiter angewiesen ist.

Methodisches Vorgehen:
Wir möchten innerhalb unserer Forschung mit einem Fragebogen qualitativ und quantitativ die
Angestellten von ein bis zwei Hubs von Web-Tech Unternehmen befragen. Hierbei wollen wir den
Fokus auf jüngere Unternehmen richten und durch die Wahl der Fragen herausfinden, ob die
Angestellten für die Arbeit im jeweiligen Unternehmen nach Berlin gezogen sind oder ob ihre
Motivation des Zuzugs durch die Attraktivität des Standorts bedingt war und die Wahl des Jobs
nachrangig. Hierfür möchten wir sie unter anderem zu ihrem Gehalt, dem Wohnort nach
Postleitzahl und ihren Gründen für den Zuzug in ihr Wohnviertel befragen. Dadurch wollen wir
herausfinden, ob es eher ökonomische Push oder kulturelle Pull-Faktoren sind, die den Zuzug nach
Berlin von Web-Tech Mitarbeitern begünstigen und dadurch einen Bezug zu Leys Theorie
herstellen, indem wir herausfinden ob Mitarbeiter durch ihre Unternehmen zu „Gentrifiern“
produziert werden.