Sie sind auf Seite 1von 3

Apollinaire / Poulenc

Banalités Belanglosigkeiten

Chanson d’Orkenise Lied von Orkenise


Par les portes d’Orkenise Durch das Stadttor von Orkenise
Veut entrer un charretier. Will ein Karrenführer hinein.
Par les portes d’Orkenise Durch das Stadttor von Orkenise
Veut sortir un va-nu-pieds. Will ein Habenichts hinaus.

Et les gardes de la ville Und die Stadtwächter,


Courant sus au va-nu-pieds: Die stracks zum Habenichts laufen:
‘Qu’emportes-tu de la ville?’ ‘Was nimmst du mit aus der Stadt?‘
‘J’y laisse mon cœur entier.’ ‘Ich habe mein ganzes Herz dagelassen.’
Et les gardes de la ville Und die Stadtwächter,
Courant sus au charretier: Die stracks zum Karrenführer laufen:
‘Qu’apportes-tu dans la ville?’ ‘Was bringst du mit in die Stadt?‘
‘Mon cœur pour me marier!’ ‘Mein Herz, um zu heiraten!‘

Que de cœurs, dans Orkenise! Was eine Menge Herzen in Orkenise!


Les gardes riaient, riaient. Die Wachen lachten, lachten.
Va-nu-pieds la route est grise, Habenichts, die Straße ist grau,
L’amour grise, ô charretier. Die Liebe beschwipst, oh Karrenführer.
Les beaux gardes de la ville Die schönen Stadtwächter
Tricotaient superbement; Marschierten/schlugen prachtvoll;
Puis les portes de la ville Dann gingen die Stadttore
Se fermèrent lentement. Langsam zu.

Arbeitsübersetzung: Sabine Wehr-Zeller

Hôtel Hotel
Ma chambre a la forme d’une cage Mein Zimmer hat die Form eines Käfigs
Le soleil passe son bras par la fenêtre Die Sonne streckt ihren Arm durchs Fenster
Mais moi qui veux fumer Doch ich, der (die) ich rauchen möchte
Pour faire des mirages Um Trugbilder zu machen
J’allume au feu du jour ma cigarette Ich entzünde am Tagesfeuer meine Zigarette
Je ne veux pas travailler Ich will nicht arbeiten
Je veux fumer. Ich will rauchen.

Arbeitsübersetzung: Sabine Wehr-Zeller


Fagnes de Wallonie Das Venn (Bergsumpf) in Wallonien
Tant de tristesses plénières Soviele vollkommene Traurigkeiten
Prirent mon cœur aux fagnes désolées packten mein Herz im trostlosen Venn
Quand las j’ai reposé dans les sapinières Als ich erschöpft im Tannenwald
Le poids des kilomètres pendant que râlait Das Gewicht der Kilometer hinlegte während
le vent d’ouest der Westwind röchelte
J’avais quitté le joli bois Ich hatte den hübschen Wald verlassen
Les écureuils y sont restés Die Eichhörnchen sind dort geblieben *
Ma pipe essayait de faire des nuages Meine Pfeife versuchte, Kringel zu machen
Au ciel In den Himmel
Qui restait pur obstinément Der hartnäckig wolkenlos blieb
Je n’ai confié aucun secret sinon Ich habe kein Geheimnis verraten
une chanson énigmatique außer einem rätselhaften Lied
Aux tourbières humides An die feuchten Torfmoore
Les bruyères fleurant le miel Die Heide, die nach Honig duftete
Attiraient les abeilles Zog die Bienen an
Et mes pieds endoloris Und meine wehen Füße
Foulaient les myrtilles et les airelles Traten auf Heidelbeeren und Preiselbeeren
Tendrement mariée Zärtlich vereint
Nord Norden
Nord Norden
La vie s’y tord Das Leben windet sich dort
En arbres forts In Bäumen, stark
Et tors Und schief
La vie y mord Das Leben beißt dort
La mort Den Tod
À belles dents Beißt kräftig zu
Quand bruit le vent Wenn der Wind braust

* ‚y rester‘ kann auch ‚draufgehen‘ heißen


Arbeitsübersetzung: Sabine Wehr-Zeller
Voyage à Paris Reise nach Paris
Ah! la charmante chose Ah! so eine charmante Sache
Quitter un pays morose Ein grämliches Land zu verlassen
Pour Paris Für Paris
Paris joli Das hübsche (gecke) Paris
Qu’un jour dut créer Das eines Tages erschaffen haben muss
l’Amour Die Liebe

Arbeitsübersetzung: Sabine Wehr-Zeller

Sanglots Schluchzer
Notre amour est réglé par les calmes étoiles …

voir fichier Apollinaire Sanglots de Banalités