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Schwingkreis

Wir fangen noch mal mit der Knotenpunktregel an!

Unser Bildchen von vorhin, mit eingezeichneten Strompfeilen für den Knotensatz.

Unanhängig ob Wechsel- oder Gleichstrom können wir einmal die Knotenpunktgleichung


aufstellen. Aus den Maschen wissen wir: U = UR = UC = UL

Weiter können wir die Knoten K1, K2 und K3 zusammenfassen, da sie direkt miteinander
verbunden sind. Wir erhalten:

Wie ich bereits erklärt habe können wir jetzt folgende Knotenpunktgleichung aufstellen.
Zufließend ist I gesamt
Abfließend ist I R , I L und I C

I gesamt − I R − I L − I c = 0
Daraus erhalten wir:
I gesamt = I R + I L + I c
Diese Gleichung hat jetzt allgemeine Gültigkeit!

Gehen wir über zur Wechselspannung und stellen gleich mal eins klar!
i sin( wt + ϕ ) kann man auch so schreiben: i ⋅ e jϕ oder üblich ist auch i ^ ϕ
Da Du die komplexe Schreibweise nicht so magst, einigen wir uns auf i ^ ϕ

Wir wissen iR hat eine Phasenverschiebung zu U von 0° wir schreiben iR ^ 0°


Wir wissen iC hat eine Phasenverschiebung zu U von +90° (voreilend) wir schreiben iC ^90°
Wir wissen iL hat eine Phasenverschiebung zu U von -90° (nacheilend) wir schreiben
iL ^ −90°
Daraus erhalten wir jetzt die Gleichung
i gesamt ^ x° = iR ^ 0° + iL ^ −90° + iC ^90°
Das x habe ich geschrieben, weil wir ja die Phase von i gesamt noch nicht kennen.

So um das zu lösen gibt’s jetzt mehrer Möglichkeiten.


Man kann mit Hilfe des Arguments (Winkel) den komplexen Strom in seinen imaginären und
realen Anteil zerlegen und anschließend addieren. Man wird dann letztendlich die Formel.

2
| i gesamt |= iR + (iC − iL ) 2 erhalten.

 (i − i ) 
Und das Argument (der Phasenwinkel) von i gesamt wird dann mit TAN  C L  errechnet.
 iR 
Das würde man mit Hilfe der komplexen Zahlenmathematik erhalten.
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Es geht aber auch geometrisch, mit Hilfe von Zeigern!

Um es zu verdeutlichen bleiben wir mal weg von der Resonanzfrequenz und setzen iC sei viel
größer als iL

Das ist die Richtung von iR ^ 0° , die Länge ist der Betrag

Das ist die Richtung von iL ^ −90° , die Länge ist der Betrag

Das ist die Richtung von iC ^ +90° , die Länge ist der Betrag

Wir legen die Zeiger in einem Dreieck zusammen.

Grün ist i gesamt

Deutlich ist jetzt der geometrische Zusammenhang zu erkennen.


Mit dem Pythagoras erhalten wir jetzt
2
| i gesamt |= iR + (iC − iL ) 2

 (i − i ) 
Der Phasenwinkel von i gesamt = α = TAN  C L 
 iR 
Bei Resonanz sieht es dann so aus:

α =0
Es ist schön zu sehen, wie sich iR und i gesamt deckt.
Sowie iL und iC mit entgegen gesetzter Richtung aufeinander liegen

Ich erweitere hier und stelle mal diese Berechnung mit


komplexen Zahlen dar!
Es geht immer noch um i ges
Im Folgenden werden wir i ges als komplexe Zahl schreiben, sie bekommt damit einen
Unterstrich i ges
Eine Komplexe Zahl kannst Du Dir wie einen Zeiger (Vektor) vorstellen. Dieser hat eine x
und eine y Komponente. Vielleicht kennst Du das aus der technischen Mechanik, hier werden
häufig Kräfte in ihre x und y Komponente zerlegt.
Bei der komplexen Zahl (Zeiger) ist die x Komponente der reale Anteil und die y
Komponente der imaginäre Anteil. Vor dem imaginären Anteil wird dann ein i gestellt.
In der Elektrotechnik wird aber ein j verwendet, da ja i schon für den Strom verwendet wird.
Aber ich glaube das hatten wir schon.
Also ist eine komplexe Zahl eindeutig beschrieben wenn Du den realen- und den imaginären
Anteil kennst, oder deren Betrag und Winkel.

Damit kommen wir gleich mal zu einem Gesetz!

z = z ⋅ e jϕ = z ⋅ (cos(ϕ )) + j sin(ϕ ) )
z = komplex
z = Betrag

Wir stellen unsere Maschengleichung nochmals auf und verwenden nur noch komplexe
Zahlen (Zeiger)

Knotenpunktgleichung i ges = iR + iC + iL

Wir wissen dass U an allen stellen gleich ist. Wir setzen deshalb U als Bezug für alle Winkel
und gleichzeitig real!

Zudem führen wir die komplexe Kreisfrequenz ein jw das hilft uns ungemein richtig
einzusteigen. Denn bei alle frequenzabhängigen Glieder wo w vorkommt ersetzten wir mit
jw . Damit haben wir sofort die richtigen Zusammenhänge.

Beginnen wir!
1 1
XC = wir schreiben jetzt aber =
wC jwC
XL = wL wir schreiben jetzt aber = jwL

Somit erhalten wir wenn wir die Grundform anwenden: I=U/R

iC = U ⋅ jwC Damit ist iC rein imaginär


U 1 U
iL = = ⋅ Jetzt kommt eine zweite Regel ins Spiel, dessen Herkunft Du bitte
jwL j wL
1
nachlesen magst. =−j
j
U
Daraus erhalten wir iL = − j Damit ist iL rein imaginär mit negativen Vorzeichen
wL

Beim Widerstand haben wir keine Frequenzbestimmente Komponente somit gibt’s kein w
und der Widerstand bleibt reell!

U
iR =
R

Wir schreiben jetzt unsere „Zeiger“ in der Normalform (RE+IM) auf

U   U 
i ges =  + j 0  + (0 + jUwC ) +  0 − j 
R   wL 

Wir fassen Real- und Imaginärteil zusammen und erhalten

U  1 
iges =  + j ⋅ U ⋅  wC − 
R  wL  

Multiplizieren wir diesen Zeiger mit dem konjugierten Zeiger (bitte nachlesen) und ziehen die
Wurzel erhalten wir den Betrag von i ges

2 2
U   U 
iges =   + U ⋅ wC − 
R  wL 

U
iR =
R
Setzen wir jetzt die Beträge ein können wir sagen: iC = U ⋅ wC
U
iL =
wL
Damit kommen wir auf unsere Ausgangsformel
2 2
i ges = iR + (iC − iL )
 IM ( z ) 
Weiter gilt für komplexe Zahlen (bitte nachlesen): ϕ = TAN  
 RE ( z ) 

Aus unserem Komplexen Zeiger

U  1 
i ges =  + j ⋅ U ⋅  wC − 
R  wL  

Erhalten wir somit:

  1 
 U ⋅  wC − 
ϕ = TAN   wL  
 U 
 
 R 
 1 
 wC − 
ϕ = TAN  wL 
 R 
 
 
oder
 iC − iL 
ϕ = TAN  
 iR 

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