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Argumente – Gegenargumente

Ordnen Sie den Argumenten für die Todesstrafe die entsprechenden Gegenargumente zu.

Die Todesstrafe hat eine Ein Verbrechen zu rächen ist heute nicht mehr
abschreckende Wirkung. Auf zeitgemäß. Dahinter steckt meist nur die
Gewalttäter ist sie abschreckender Befriedigung niederer Gelüste. Wichtiger wäre es
als jede andere Strafe nach der persönlichen Schuld für eine Tat zu fragen,
diese einzusehen und sich mit ihr
auseinanderzusetzen.
Es muss Vergeltung geübt werden. Das ist grundsätzlich richtig. Allerdings ist die
Auge um Auge, Zahn um Zahn, ein Rückfallquote äußerst gering. Viele Mörder lassen
Mord kann also nur mit dem Tod sich sogar resozialisieren und bilden keine Gefahr
bestraft werden. mehr für die Bevölkerung.
Die Todesstrafe ist billig. Eine Die Todesstrafe schadet eher dem Respekt vor dem
langjährige Verwahrung des Täters menschlichen Leben, weil dadurch selbst Menschen
kostet den Steuerzahler viel Geld. getötet werden. Außerdem darf der Staat nicht dem
schlechten Beispiel der Mörder folgen und sich mit
ihnen auf eine Stufe stellen.
Die Todesstrafe ist gerecht. Sie ist Dafür gibt es keine überzeugenden Beweise.
die angemessene Antwort des Todeskandidaten werden nicht selten Zentrum der
Staates auf besonders grausame allgemeinen Aufmerksamkeit. Das kann für manche
Verbrechen. Mörder verdienen die labile Charaktere sogar eher Faszination ausüben.
Todesstrafe Außerdem begehen Menschen in der Regel
Verbrechen dann nicht, wenn die Aufklärungsquote
besonders hoch ist und nicht dann, wenn die Strafe
besonders drastisch ist.
In vielen Staaten befürwortet die Das gilt nur dann, wenn die Strafe sofort vollzogen
Bevölkerung die Anwendung der wird. In einem Rechtsstaat gibt es jedoch viele
Todesstrafe. Ihre Nichtanwendung Berufungs- und Revisionsmöglichkeiten, die meist
verstößt deshalb gegen mehr kosten als eine lebenslange Inhaftierung.
demokratische Prinzipien.
Wenn ein Tötungsdelikt mit dem In vielen Fragen lässt sich die Mehrheit von
Tode bestraft wird, stärkt dies den populistischen Parolen bestimmen. Besonders stark
Respekt vor dem menschlichen ist die Forderung nach der Todesstrafe nach
Leben. Es wird damit zum höchsten grausamen und schrecklichen Straftaten. Viele
Gut erklärt. Menschen lassen sich dabei jedoch nicht von
Argumenten, sondern von ihren Emotionen leiten.
Nur die Todesstrafe kann die Keine rechtsstaatliche Strafgesetzgebung stützt sich
Sicherheit vor Straftätern auf den Verwirkungsgedanken. So hat
garantieren. Trotz bester beispielsweise jemand, der stiehlt, nicht
Sicherheitsmaßnahmen kann man grundsätzlich sein Recht auf Eigentum verwirkt.
nie ausschließen, dass nicht Hintergrund ist das Prinzip, dass Menschenrechte für
einzelne Gewaltverbrecher auf alle ohne Ansehen der Person (also auch für
freien Fuß gelangen oder dass Mörder) gelten. Außerdem ist der Staat keine
Mörder wieder rückfällig werden. göttliche, sondern eine menschliche und damit
Wiederholungstäter haben keine fehlbare Institution. Sie hat nicht das Recht,
Chance. jemandem das Leben abzusprechen.
Ein uneingeschränktes Recht auf Die Hinrichtung des Täters macht das Opfer nicht
Leben gibt es nicht. Wer tötet hat wieder lebendig. Für Angehörige ist es meist
sein eigenes Leben verwirkt. hilfreicher, wenn sich die Täter bei den Angehörigen
entschuldigen oder ihr Bedauern äußern.
Die Todesstrafe ist nötig, um Eine solche Auffassung ist äußerst fraglich. Zum
Opfern von Verbrechen und deren einen sind Justizirrtümer nie ausgeschlossen. Zum
Angehörigen Gerechtigkeit anderen wird die Todesstrafe häufiger gegen
widerfahren zu lassen. mittellose Menschen verhängt, die sich keine guten
Anwälte leisten können. Zum Dritten
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