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FEM – Finite Elemente Methode

Prof. Dr.-Ing. Carsten Schulz


Arne Goedeke, M.Eng.

Praktikum

1 – Untersuchung eines eindimensionalen,


abgesetzten Zugstabes
Agenda

1. Aufgabenstellung

2. Projektoberfläche

3. Erzeugen gerader Liniengeometrie im DesignModeler

4. Ändern von Werkstoffparametern

5. Vernetzen von Liniengeometrie

6. Verwendung von Komponenten

7. Randbedingungen – direkte Knotenmodellierung

8. Postprocessing – Erstellen eines Pfades

9. Postprocessing – Ergebnisausgabe

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Prof. Dr.-Ing. Carsten Schulz; Arne Goedeke, M.Eng.
1. Aufgabenstellung

Zu untersuchen seien die Primär- (Knotenkräfte und -verschiebungen) sowie die Sekundärergebnisse
(Dehnungen, Spannungen) eines abgesetzten Zugstabes, vgl. Beispiel 1 der Vorlesung, mithilfe von ANSYS
Workbench.
𝑙 𝑙

𝐴1 𝐴2

𝐴1 = 200 𝑚𝑚2 ; 𝐴2 = 100 𝑚𝑚2 ; 𝑙 = 500 𝑚𝑚; 𝐸 = 2,1 ∗ 105 𝑁𝑚𝑚−2 ; 𝐹 = 2 ∗ 105 𝑁

1. Erstellen Sie den skizzierten abgesetzten Zugstab als Liniengeometrie, vgl. Abschnitt 3.
2. Überprüfen Sie die vordefinierten Werkstoffparameter, vgl. Abschnitt 4.
3. Vernetzen Sie die Geometrie so, dass beide Stabsegmente aus lediglich einem Element bestehen, vgl.
Abschnitt 5.
4. Modellieren Sie die skizzierten Randbedingungen mithilfe der direkten FE-Modellierung und lösen Sie das
Modell, vgl. Abschnitt 6 und Abschnitt 7.
5. Ermitteln Sie die Ergebnisse
• der Verschiebung als Betrag (Ausdruck: USUM) und Vektor (Ausdruck UVECTORS),
• der Knotenkraft als Betrag (Ausdruck: FSUM) und Vektor (Ausdruck: FVECTORS) sowie
• der Normalspannungen (Ausdruck: BEAMDIRECT) im Balken
jeweils als Geometrie-, Pfad- und Knotenergebnis, vgl. Abschnitt 8 und Abschnitt 9.

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1. Aufgabenstellung

6. Diskutieren Sie die ermittelten Ergebnisse und dokumentieren Sie Ihre Erkenntnisse in Stichpunkten:
• Sind die Ergebnisse plausibel und decken sie sich mit den Ergebnissen aus der Vorlesung?
• Nennen Sie mögliche Gründe für ggf. abweichende Ergebnisse.
• Welche Ausgabemethode (Geometrie, Pfad, Knoten) eignet sich für welchen Ergebnistyp?
• Was ist zu beachten, wenn die Normalspannungen am Absatz für weiterführende Berechnungen
herangezogen werden sollen?
7. Vernetzen Sie das Modell mit jeweils 1000 Elementen je Stababsatz und vergleichen Sie die Ergebnisse:
• Ändern sich die Ergebnisse?
• Wann ist eine feinere Vernetzung von Stabelementen erforderlich?

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1. Aufgabenstellung

8. Zur Annäherung der Geometrie an den unten dargestellten Kegelstumpf soll der zuvor untersuchte Zugstab
(welcher der Zerlegung des Kegelstumpfes in 2 Segmente entspricht) in 4 äquidistante Segmente
unterschiedlichen Querschnittes zerlegt und analysiert werden. Ändern Sie die Geometrie entsprechend.
• Wie ändern sich die Verschiebungsergebnisse des Modells?
• Wie wirkt sich der Diskretisierungsgrad (Anzahl der Einteilungen) auf die Ergebnisgüte aus?
• Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit der analytischen Lösung des Problems.

3 2−1 3− 2
𝐷1 = ∗ 10 𝑚𝑚 𝐷2 = ∗ 10 𝑚𝑚
𝜋 𝜋

2𝑙

𝐹
𝐷1 𝑑11 𝑑12 𝐷2

2𝑙

𝐹
𝐷1 𝑑21 𝑑22 𝑑23 𝑑24 𝐷2

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2. Projektoberfläche

1. Per Drag&Drop können verschiedene Werkzeuge


auf der Projektoberfläche platziert werden.

2. Zur Erzeugung einer


Geometrieverknüpfung kann
ein Analysesystem direkt aus
der Toolbox auf die Geometrie
gezogen und fallengelassen
werden.

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2. Projektoberfläche

3. Die verschiedenen Module


können per Doppelklick
geöffnet werden.
Bei verknüpften Modulen ist
(Beim erstmaligen Öffnen
das erste Modul der Kette zu
eines neuen
öffnen.
Geometriemodules ist ab der
Version 18.2 der
DesignModeler über einen
Rechtsklick auf „Geometrie“ zu
öffnen)

RMT

4. Analysesysteme können über die rechte


Maustaste (RMT) auf den Pfeil in der oberen
linken Ecke dupliziert werden.
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3. Erzeugen gerader Liniengeometrie im DesignModeler

1. DesignModeler öffnen, vgl.


Abschnitt 2 P3.

2. Stellen Sie die Einheiten auf


Millimeter.

Hinweis: Das Ausführen


sämtlicher Operationen im
Strukturbaum muss nach der
Parametereingabe durch
„Erstellen“ bestätigt werden.

3. Erstellen und positionieren


Sie die Endpunkte der
Geraden. Ein Punkt kann als
Endpunkt mehrerer Geraden
fungieren.

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3. Erzeugen gerader Liniengeometrie im DesignModeler

5. Klicken Sie in das Feld


„Punktesegmente“ und wählen Sie dann
die gewünschten Endpunkte der Geraden
(Steuerung gedrückt halten) aus.
Anschließend bestätigen Sie Ihre
Auswahl.
4. Fügen Sie eine „Linie
durch Punkte“ hinzu. Bei Strg
gekrümmter Liniengeometrie
ist der Befehl „Linien durch
Skizzen“ zu verwenden. Die
Skizze ist im Vorfeld
entsprechend zu füllen.

6. Generieren Sie die Linie


als „gefrorene Geometrie“.
Auf diese Weise bleiben die
Linienkörper im Anschluss
einzeln selektierbar.

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3. Erzeugen gerader Liniengeometrie im DesignModeler

7. Definieren Sie einen Querschnitt.

Eingabe von
Geometrieparametern,
Querschnittseigenschaften
werden berechnet.

Selbstständiges Direkte Eingabe von


skizzieren eines Querschnittseigenschaften
Querschnitts.

𝐴 … 𝑄𝑢𝑒𝑟𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡𝑠𝑓𝑙ä𝑐ℎ𝑒
𝐼𝑥𝑥 , 𝐼𝑦𝑦 … 𝑎𝑥𝑖𝑎𝑙𝑒 𝐹𝑇𝑀
𝐼𝑥𝑦 … 𝐷𝑒𝑣𝑖𝑎𝑡𝑖𝑜𝑛𝑠𝑚𝑜𝑚𝑒𝑛𝑡
= 0 𝑏𝑒𝑖 𝑠𝑦𝑚𝑚. 𝑄𝑆, 𝑚𝑢𝑠𝑠 𝑘𝑙𝑒𝑖𝑛𝑒𝑟 𝑎𝑙𝑠 𝐼𝑥𝑥 𝑢𝑛𝑑 𝐼𝑦𝑦 𝑠𝑒𝑖𝑛
𝐼𝑊 … 𝑊𝑎𝑟𝑝𝑖𝑛𝑔𝑘𝑜𝑛𝑠𝑡𝑎𝑛𝑡𝑒 𝑤𝑖𝑟𝑑 𝑠𝑡𝑎𝑛𝑑𝑎𝑟𝑑𝑚äß𝑖𝑔 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑏𝑒𝑟ü𝑐𝑘𝑠𝑖𝑐ℎ𝑡𝑖𝑔𝑡
Referenz: Y-Achse 𝐼𝑇 … 𝑇𝑜𝑟𝑠𝑖𝑜𝑛𝑠𝑡𝑟ä𝑔ℎ𝑒𝑖𝑡𝑠𝑚𝑜𝑚𝑒𝑛𝑡
des Linienkörpers im 𝐶𝐺𝑥 , 𝐶𝐺𝑦 … 𝑃𝑜𝑠𝑖𝑡𝑖𝑜𝑛 𝑑𝑒𝑠 𝑄𝑢𝑒𝑟𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡𝑠𝑠𝑐ℎ𝑤𝑒𝑟𝑝𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒𝑠
Grafikfenster 𝑆𝐻𝑥 , 𝑆𝐻𝑦 … 𝑃𝑜𝑠𝑖𝑡𝑖𝑜𝑛 𝑑𝑒𝑠 𝑆𝑐ℎ𝑢𝑏𝑚𝑖𝑡𝑡𝑒𝑙𝑝𝑢𝑛𝑘𝑡𝑒𝑠
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3. Erzeugen gerader Liniengeometrie im DesignModeler

8. Weisen Sie den Linienkörpern die


zugehörigen Querschnitte zu.

9. Fassen Sie beide Linienkörper zu einer


Bauteilgruppe zusammen (gewünschte
Körper markieren → RMT). Die
Linienkörper werden später als ein Netz
mit unterschiedlichen elementbezogenen
Querschnittsparametern vernetzt.

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4. Ändern von Werkstoffparametern

3. Verlassen Sie die


Werkstoffumgebung.

1. Öffnen Sie das Modul „Technische


Daten“, vgl. Abschnitt 2 P3

2. Überprüfen bzw. ändern Sie die für


Ihre geplante Simulation maßgebenden
Werkstoffparameter.

Eine umfangreiche Vorstellung der Werkstoffdatenbank erfolgt in


einer der folgenden Übungsaufgaben.

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5. Vernetzen von Liniengeometrie

1. Öffnen Sie das Modul „Modell“ Ihres


Projektes, vgl. Abschnitt 2 P3.

2. Fügen Sie über die RMT auf „Netz“ die


lokale Vernetzungsmethode „Elementgröße“
hinzu.

3. Wählen Sie die Auswahlmethode „Kante“ (Strg + E)


aus.

Eine umfangreiche Vorstellung weiterer


globaler und lokaler Vernetzungsmethoden
4. Wählen Sie als Geometrie die erfolgt in einer der folgenden
zu vernetzenden Linienkörper Übungsaufgaben.
aus (bei Mehrfachauswahl
Steuerung gedrückt halten).

Für die Vernetzung von Linienkörpern


eignet sich der Vernetzungstyp „Anzahl
der Einteilungen“.

5. Erzeugen Sie das Netz


abschließend über „Aktualisieren“.
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6. Verwendung von Komponenten

Die Verwendung von „Komponenten“ eignet


sich besonders für den direkten Zugriff auf
Knoten und Elemente des Netzes.

1. Aktivieren Sie zunächst das Fenster


„Auswahlinformation“.

2. Wählen Sie die Auswahloption


„Knoten“.

3. Wählen Sie „Knoten-


Rahmenauswahl im Volumen“.

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6. Verwendung von Komponenten

4. Wählen Sie den Knoten auf welchen


Sie über die Komponente zugreifen
möchten durch Umrahmen aus.

5. Im Fester der Auswahlinformationen


kann die ID (Nummer) des Knotens
abgelesen werden.

6. Fügen Sie eine Komponente in den


Strukturbaum ein (RMT auf Modell).

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6. Verwendung von Komponenten

8. Fügen Sie der Tabelle über die


RMT unterhalb der
Spaltenbenennung eine Zeile hinzu.

Die Komponente kann z.B. zur


Modellierung von
Randbedingungen oder zur
Ausgabe von Ergebnissen
herangezogen werden.

7. Wechseln Sie die


Auswahlmethode auf „Arbeitsblatt“.

9. Fügen Sie der Komponente die ausgelesene Knoten-ID


hinzu und klicken Sie anschließend auf „Erstellen“.

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7. Randbedingungen – direkte Knotenmodellierung

Zur Modellierung von Randbedingungen


an Liniengeometrie eignet sich besonders
die Verwendung der direkten
Knotenmodellierung. Im Vorfeld ist die
Definition von Komponenten erforderlich,
vgl. Abschnitt 6.

1. Lagerung:
Fügen Sie die Befehle „Knotenverschiebung“
und „Knotenrotation“ unter RMT „Statisch-
mechanisch“ hinzu. Da es sich bei den
verwendeten Elementen formal um
Balkenelemente mit 6 FHGs je Knoten handelt,
müssen auch bei ausschließlicher Zugbelastung
alle FHGs der Lagerseite unterdrückt werden.

2. Lagerung:
Wählen Sie den zu lagernden Knoten
über die jeweilige Komponente aus.
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7. Randbedingungen – direkte Knotenmodellierung

3. Kräfte:
Fügen Sie den Befehl „FE-Kraft“ über die RMT
auf „Statisch-mechanisch“ hinzu.

4. Kräfte:
Wählen Sie die entsprechende Komponente aus
und definieren Sie die Kraftkomponenten.

5. Lösung:
Nach der Definition von Randbedingungen kann
Ihr Modell gelöst werden.
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8. Postprocessing – Erstellen eines Pfades

Die Definition eines Pfades ermöglicht die


Ausgabe von Ergebnissen entlang einer
Linie. Der Pfad kann in beliebiger
Richtung durch das Bauteil geführt
werden.
1. Fügen Sie „Konstruktionsgeometrie“
hinzu.

2. Fügen Sie der Konstruktionsgeometrie


einen „Pfad“ hinzu.

3. Selektieren Sie die Kantenauswahl


(Strg + E) und die Einzelauswahl
(falls Rahmenauswahl eingestellt)

4. Wählen Sie als Pfadtyp „Kante“. 5. Wählen Sie die gewünschte


Liniengeometrie aus
Bei der Verwendung von Pfaden in (Mehrfachauswahl möglich).
Volumengeometrie ist der Pfadtyp
„Punkt zu Punkt“ vorzuziehen.
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9. Postprocessing – Ergebnisausgabe

2. Aktivieren Sie das Arbeitsblatt.

3. Wählen Sie eine


gewünschte
Ergebnisauswahl per
RMT und bestätigen Sie
mit „Benutzerdefiniertes
Ergebnis erstellen“.

1. Klicken Sie im Strukturbaum auf


„Lösung“.

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9. Postprocessing – Ergebnisausgabe

4. Wählen Sie eine gewünschte


Auswahlmethode
• Geometrieauswahl: Volumen, Flächen,
Kanten oder Punkte; Ergebnis wird farbig am
Bauteil ausgegeben
• Komponente: Geometrie oder Netzpunkte
und Elemente, vgl. Abschnitt 6
• Pfad: Gibt die Ergebnisse über einen vorher
definierten Pfad aus, vgl. Abschnitt 8

Der Ausdruck der gewünschten


Ergebnisausgabe kann auch direkt
eingegeben werden. Mathematische
Operationen sind ebenfalls zulässig.

5. Rufen Sie die Ergebnisse über die RMT „Alle


Ergebnisse abrufen“ ab.

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