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Arduino Interactive

XR Hack / Recreation & Experiment


Carola Berger
07. Juni 2019

Fachhochschule St. Pölten GmbH, Matthias Corvinus-Straße 15, 3100 St. Pölten, T: +43 (2742) 313 228, F: +43 (2742) 313 228-339, E: csc@fhstp.ac.at, I: www.fhstp.ac.at
1 Einleitung

1.1 Ziele des Workshops

Der Workshop zeigt ein neues Feld für die Arbeit mit der Digitalkamera. Es gibt verschiedene
Möglichkeiten, die Kamera zu steuern und verschiedene Sensoren hinzuzufügen. Es kann
für Animationen, Stoppbewegungen, aber auch für experimentelle Fotografie und vieles
mehr eingesetzt werden.
 Die Fernbedienung, welche in dem Workshop erarbeitet wird,
kann mit der Kamera verwendet werden, um Bilder und Animationen zu erstellen.

1.2 Motivation

Täglich werden viele Fotos und Videos und in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Die
Kameraführung übernehmen die Akteure häufig selbst, während sie gleichzeitig die
aufzunehmende Tätigkeit ausführen. Diese parallele Ausführung beider Aktionen führt dazu,
dass sich der Akteur nicht vollständig auf eine Tätigkeit konzentrieren kann und gegenüber
seiner Umgebung unaufmerksam wird. (Dahnelt, Steensen, & Zachow, 2017, S. 305)

Als persönliche Motivation für den Workshop sehe ich die Chance neue Möglichkeiten der
DSLR kennenzulernen und experimentelle Wege der Fotografie zu ergründen. Was bei der
manuell gesteuerten Fotografie oft zu kurz kommt, ist die Möglichkeit selber Teil des Bildes
zu werden. Ich erhoffe mir durch die Steuerung mittels Sensoren, diese Barriere aufheben
und im Idealfall weitere Funktionen hinzufügen zu können.

1.3 Vorgehensweise

Als Grunde wird die Programmierung auf einem Arduino stattfinden, welcher mit
gewünschten Sensoriken erweitert wird. Für die Ausarbeitung bedarf es der
Programmierung, welche in dem zugehörigen Programm in der Programmiersprache erfolgt.
Ziel ist die Ansteuerung einer Spiegelreflexkamera und das Auslösen der gewünschten
Effekte oder Funktionen. Hierzu wird die eigene Kamer verwendet werden, in meinem Fall
eine Canon EOS 600D.

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1.4 Wichtige Begriffe der Thematik

Als wichtigster Bestanteil neben der DSLR Kamera gilt hier der Arduino.
Arduino ist eine Open-Source-Plattform, die für den Bau und die Programmierung von
Elektronik verwendet wird und Informationen an die meisten Geräte empfangen und senden
kann, um das spezifische elektronische Gerät zu steuern.
In diesen Tagen werden Arduino verwendet, unter anderem aufgrund ihrer
benutzerfreundlichen oder einfach zu bedienenden Einstellung. Wie jeder Mikrocontroller ist
ein Arduino eine Leiterplatte mit Chip, die für eine Vielzahl von Aufgaben programmiert
werden kann, sie sendet Informationen aus dem Computerprogramm an den Arduino-
Mikrocontroller und schließlich an die spezifische Schaltung oder Maschine. Das Ganze, mit
mehreren Schaltungen, um den spezifischen Befehl auszuführen. Ein Arduino kann helfen,
Informationen von Eingabegeräten wie z.B. Sensoren oder Trimmer (Potentiometer) usw. zu
lesen und kann auch Informationen an das Ausgabegerät z.B. die Kamera senden.
(Badamasi, 2014)

Microphone Sensor (KY-038) werden ebenfalls in der Designweek verwendet.


Dieser Sensor besitzt auf seiner Platine drei funktionelle Bestandteile. Die ist die
Sensoreinheit vorne am Modul, welche das aktuelle Umfeld physikalisch misst und als
analoges Signal auf die zweite Einheit, dem Verstärker, ausgibt. Dieser verstärkt das Signal
abhängig vom eingestellten Widerstand am Drehpotentiometer und leitet es auf den
analogen Ausgang des Moduls.

Hierbei ist zu beachten: Das Signal ist invertiert; wird ein hoher Wert gemessen, so resultiert
dies in einen niedrigeren Spannungswert am analogen Ausgang.

Die dritte Einheit stellt einen Komparator dar, welcher den digitalen Ausgang und die LED
schaltet, wenn das Signal unter einen bestimmten Wert fällt. Mittels des Drehpotentiometers
kann somit die Empfindlichkeit eingestellt werden. (JOY-iT Europe GmbH, 2019)

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2 Computational Imaging und Mehrfachbelichtung

2.1 Aktueller Stand

Computational Imaging ist ein schnell wachsender Bereich, der durch den Einsatz digitaler
Bildverarbeitungstechniken und innovatives Sensordesign eine höhere Bildqualität, eine
geringere Kameragröße und sogar die Erfassung neuer Arten von Informationen verspricht.
Diese hochmodernen Verbesserungen werden vor allem durch das Engineering der
gesamten Bilderfassungspipeline ermöglicht, die sowohl die Kamerahardware als auch die
zugrunde liegenden Softwarealgorithmen steuert. (Burkle, Danyliw, & Girvin)

2.2 Mehrfachbelichtung

Für meine Ausarbeitung entschied ich mich für das Experimentieren mit der
Mehrfachbelichtung.
Bei einer Mehrfachbelichtung werden mehrere Bilder in einer Aufnahme überlagert. Dazu
nutzt die Kamera RAW-Daten und verarbeitet diese entsprechend. Die Fotos können Farben
und Motive erzeugen, die rein softwaretechnisch nicht machbar sind. Die zu kombinierenden
Aufnahmen müssen innerhalb von 30 Sekunden nach Aktivierung erstellt werden.
(Erftenbeck, 2013)

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3 Praktische Arbeit

3.1 Foto – Ghosting

Die Idee hinter der interaktiven Kamerasteuerung ist die Erzeugung eines Fotos mittels
DSLR-Kamera auf welchem sich dasselbe, sich bewegende Objekt mehrmals befindet. Das
Ganze geschieht durch Langzeitbelichtung und wiederholtem Auslösen eines Kamerablitzes.
Wichtig ist, dass die Bedienung von nur einer Person durchgeführt werden kann.

Abbildung 1: Ghosting

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3.2 Bestandteile

1x Canon EOS 700D


1x Canon Speedlite 580EXII
1x Arduino UNO
1x Potentiometer
1x Led Matrix (8x8)
1x Akozon Mikrofon Modul
1x Zgonc Box klein

Abbildung 2: Arduino mit div. Anschlüssen

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3.3 Software

Im beiliegenden Dokument ist der genaue Programmcode nachzulesen, die Funktionsweise


wird hier beschrieben:

3.3.1 Auslösen der Kamera

Das Auslösen wird durch das Akozon Mikrofon Modul getriggert, dessen Sensitivität je nach
Bedarf am Sensor eingestellt werden kann. Beim Überschreiten eines entsprechenden
Pegels wird die Kamera ausgelöst. Hier wird der Fokus nicht berücksichtigt, da es bei dieser
Installation nachrangig ist. Trotzdem ist der Aufbau so ausgelegt, dass auch das Fokussieren
möglich ist. Die Kamera wurde manuell auf eine Belichtungszeit von 30 Sekunden
eingestellt.

3.3.2 Auslösen des Blitzes

Der Blitz wird nicht gleichzeitig mit der Kamera ausgelöst, sondern verzögert. In welchem
Intervall der Blitz getriggert wird, kann über das Potentiometer eingestellt werden. Beim
Drehen des Potentiometers werden die Sekunden eingestellt, die die Zeit zwischen dem
jeweiligen Auslösen des Blitzes bestimmen.

3.3.3 LED Matrix

Für die bessere Darstellung wird eine 8x8 LED Matrix verwendet. Da mittels Potentiometer
der Blitzintervall eingestellt wird, soll dieser mit der Matrix visuell anschaulich dargestellt
werden. Deswegen werden je nach Einstellung mehr oder weniger Lichter aktiviert, damit
eine ungefähre optische Anzeige möglich ist.
Beim Auslösen der Kamera werden als Impuls alle Lichter aktiviert, um das Starten der
Langzeitbelichtung sichtbar zu machen.

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3.4 Durchführung des Ghost Shootings mittels GhostBOX

Die idealen Bedingungen sind ein möglichst dunkler Raum mit stiller Umgebung (hier muss
evtl. die Sensibilität des Mikrofons nachgestellt werden)

1. Die GhostBOX wird durch das Anschließen an eine Powerbank oder eine andere
Stromquelle aktiviert.
2. Die manuellen Kameraeinstellungen werden wie gewohnt für Langzeitbelichtung
eingerichtet.
3. Mittels Potentiometer wird nun der gewünschte Blitzintervall gewählt.
4. Nun mittels Schalles die Langzeitbelichtung starten (am besten funktioniert das
1. Pusten auf das Mikrofon) und in gewünschter Position vor die Kamera stellen.
5. Nun können der Blitzanzahl entsprechend verschiedene Positionen eingenommen
2. werden.
6. Nach Ablauf der Belichtungszeit, kann das fertige Foto betrachtet werden.

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4 Conclusio

Durch den Workshop wurden für neue Fotografiemöglichkeiten und noch wichtiger, derren
Umsetzung geschaffen. Ein wesentlicher Mehrwert des Workshops war die vertiefte
Auseinandersetzung mit dem Arduino und anderen, sensorischen Elementen. Die Vielfalt an
Möglichkeiten, die durch Zeit leider beschränkt waren, genügte dennoch, um eigene Ideen
umzusetzen. Die zur Verfügung gestellten Beispiele aus den Arduinotutorials halfen bei der
Fertigstellung und galten als generelle Anleitung. Das selbstständige Erarbeiten des
Fortschritts ermöglichte individuelle Gestaltungsideen.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Workshop und die daraus resultierende Arbeit eine
gute Möglichkeit war weitere Ideen mit Mikrokontrollern auszuprobieren. Für tiefergehende
Programmierungen und Umsetzungsmethoden bedarf es konkreter Schulungen und der
Aufzeigung von Möglichkeiten der interaktiven Technologien.
Für mich ergab sich bei der Ausarbeitung die Fragestellung, wie komplexe
Fotografievorgänge von einer Person durchgeführt werden können, die selber vor der
Kamera agiert. Dadurch griff ich in meiner Arbeit auf die Mikrofonsteuerung zurück. Als
weiterführende Arbeit, wäre das Berücksichtigung anderer sensorischer
Steuerungsmöglichkeiten empfehlenswert.

Das Padlet zu meiner Arbeit kann unter folgendem Link abgerufen werden:
https://padlet.com/carola_berger/z4so0dhbqonn

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5 Literaturverzeichnis

Badamasi, Y. A. (2014). The Working Principle Of An Arduino. Abuja.


Burkle, M., Danyliw, N., & Girvin, S. (kein Datum). Hacking A Consumer DSLR Camera for
Computational Imaging.
Dahnelt, D., Steensen, P., & Zachow, M. (2017). Entwicklung und Untersuchung eines
Systems für Action-Fotografie. Mensch und Computer 2017 - Tagungsband.
Regensburg.
Erftenbeck, A. (2013). Kamerabuch Nikon: Das Kamerabuch für den Einstieg in die
Vollformat-Klasse. Ranzis Verlag.
JOY-iT Europe GmbH. (2019). SensorKit X40. Von KY-038 Mikrofon Sound Sensor Modul:
http://sensorkit.joy-it.net/index.php?title=KY-038_Mikrofon_Sound_Sensor_Modul
abgerufen

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6 Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ghosting ............................................................................................................... 5


Abbildung 2: Arduino mit div. Anschlüssen ............................................................................. 6

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