Sie sind auf Seite 1von 3

Katholische Religion: Stundenprotokoll vom 11.03.

2011

Der Unterricht der Religionsstunde des 11.03.2011 begann damit, dass die Klasse
sich vorstellen sollte, es sei das Jahr 4011 und es würden weder Krankheiten
existieren, da gegen jede Einzelne bereits ein Gegenmittel gefunden wurde, noch
Nahrung im unserem Sinne, da man alle benötigten Stoffe in Form von Kapseln zu
sich nehmen könne. Zudem sei es möglich, sich mithilfe von Raumgleitern sehr
schnell von einem Ort zum nächsten zu bewegen. Der Nachteil sei jedoch, dass fast
alle Menschen ignorant seien und keine Quellen aus unserer Zeit besäßen, weil kein
Interesse an dem damaligen Leben bestünde.
In dieser Zeit lebe ein Forscher, der wissen will, wie es im Jahre 2011 war und der
als einzige Quelle die folgende Werbung habe:

Quelle: http://antiteilchen.com/wp-content/uploads/2006/06/mm2006_faule_ausreden.jpg

Die Frage, die sich nun gestellt hat, war, ob der Forscher, der das Plakat in seine
Sprache übersetzen konnte, dieses verstehen würde. Die Klasse war sich einig, dass
dem nicht so wäre, da:
• es keine Krankheiten gibt und der Forscher deshalb nicht weiß, was Aids ist,
• andere Verhütungsmittel existieren könnten und er deswegen das Kondom
nicht zuordnen kann,
• der Forscher den Spruch vielleicht nicht verstehen könnte,
• das Bild für den Forscher keinen Sinn haben würde und er keinen
Zusammenhang mit dem Spruch erkennen würde,
• kein Obst mehr vorhanden ist, weil die Nahrung durch Kapseln aufgenommen
wird und der Forscher deshalb nicht wissen würde, was eine Banane ist,
• er den Spruch nicht auf Spruch/die Werbung nicht auf Sex übertragen würde,
• zwar ein Mittel gegen Aids gefunden wurde, jedoch keine Quellen aus der
Vergangenheit existieren, weswegen der Forscher dies nicht weiß.

Nach diesen mündlichen Überlegungen folgte eine schriftliche Aufgabe: „Überlegt


mit eurem Nachbarn/eurer Nachbarin, welches Wissen der Forscher haben müsste,
um dieses Plakat zu verstehen.“

Daraufhin hatte die Klasse eine Bearbeitungszeit, bevor an der Tafel die Ergebnisse
festgehalten wurden und diese wie folgend unter Überschriften gegliedert wurden:

Quellenverständnis:
o private Quellenerhaltung von Vorfahren
o Was ist ein Plakat?
o Was ist eine Kampagne?
o Was ist Werbung?

Metapher/Bedeutung (Grundkenntnisse Medien)


o Erkenntnis der Banane
o Wissen über den Alltag früherer Menschen
o Nahrungsmittel und deren Eigenschaften
o Verhütungsmethoden
o Was stellt die Banane dar?
o Bananen können faulen
o Vordere Banane = frisch, hintere Banane = alt/verfault
o Wissen der Bedeutung des Sprichworts

Aids (Aufklärung/Bedeutung)
o Erkenntnis von Aids
o Aids durch Sex übertragen
o Aids = damals unheilbare Geschlechtskrankheit
o Was ist Geschlechtsverkehr?
o Verschlechterung des Gesundheitszustandes durch Aids
o man hatte 2011 Sex

Sinn des Kondoms


o Erkenntnis des Kondoms
o Verhütungsmethoden (auch schon bei „Metapher/Bedeutung“ genannt)
o Aids wird durch Kondomnutzung verhindert
o Eventuelle Unannehmlichkeiten beim Benutzen von Kondomen.

Danach kam die Frage auf, ob man nicht noch Zeit und Adressat berücksichtigen
müsste und wir einigten uns darauf, dass diese zwei Punkte in Zusammenhang mit
„Quellenverständnis“ und „Metapher/Bedeutung (Grundkenntnisse Medien)“ stehen
und sie deshalb keine eigene Überschrift brauchen.

Es folgte eine Diskussion darüber, welcher Zusammenhang des Besprochenen zur


Bibel bestünde. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ungefähr der selbe
Zeitabstand von heute bis zur Entstehung der Bibel und von dem Forscher bis heute
besteht, mit dem Unterschied, dass wir aus der Zeit der Bibelentstehung mehr
Quellen besitzen als der Forscher von unserer Zeit. Des Weiteren muss man zum
Verständnis der Bibel die Übertragung der Quellen auf die Bibel vornehmen und sich
in die Personen aus der damaligen Zeit hineinversetzen können, was aber aufgrund
von mangelnden Informationen schwierig sein kann. Außerdem muss man sich mit
der Bibel beschäftigen und die vorkommenden Metaphern interpretieren, sowie ein
Vorstellungsvermögen über die Bedeutung der Bibel früher haben. All dies muss der
Forscher zum Verständnis der Quelle auch berücksichtigen.

Danach kam die Frage auf, ob man diese Art des Versuches zum Bibelverständnis
überhaupt anwenden dürfe. Die Klasse war der Meinung, dass dies der Fall sei, da es
keine Vorschrift gäbe, wie man die Bibel verstehen soll und da jeder Einzelne seine
eigenen Gedanken und Interpretation in Bezug auf die heilige Schrift habe. Zudem
sei dieser Vorgang der einzige Weg zur Analyse der Bibel und deshalb erlaubt und
zur Metapherentschlüsselung notwendig.

Daraufhin erhielt jeder ein Arbeitsblatt, welches uns zeigen soll, wie die Kirche zu
dieser Frage steht. Wir haben zusammen den ersten Text („Zugangsweisen zu
biblischen Texten“ von Martin Ebner, erschienen in „Religionen vernetzt“) gelesen
und die zentralen Aussagen zusammengefasst. Diese waren, dass man das damalige
Leben und die Intention der Bibel verstehen muss, um die heilige Schrift zu
verstehen und dass diese Exegese (Textauslegung) zwar früher (in 1943) umstritten
bzw. sogar verboten war, aber jetzt von der Kirche erlaubt und gefordert wird.

Wir haben danach erfahren, dass die Hausaufgabe daraus besteht, die Aufgaben 1
bis 3 bis zur folgenden Stunde zu erledigen. Da die Stunde jedoch noch nicht zu
Ende war, konnte man bereits damit beginnen, den zweiten Text des Arbeitsblattes
zu lesen. Dabei traten Wortverständnisprobleme auf, die sofort geklärt wurden:
 „Enzyklika“: Rundschreiben des Papstes über verschiedene Themen an die
Bevölkerung
 „diachron“: nacheinander ablaufend
 „synchron“: parallel ablaufend

Die Stunde wurde danach beendet. Die Ergebnisse der Hausaufgabe werden
voraussichtlich im nächsten Protokoll zu erscheinen.

Protokollantin: lk