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Wahnsinn auf Halde AtomMüll - Tonnenweise

Im Mittel produziert ein Atomkraftwerk (AKW)


Dreck bleibt Dreck

Insgesamt ist die Wiederaufarbeitung ein unsin-


jährlich etwa 30 Tonnen hochradioaktiven Abfall. niges und schmutziges Geschäft:
Seit Beginn der Nutzung der Atomenergie fielen Hochradioaktive Flüssigkeit wird in die Meere
in Deutschland 13.000 Tonnen zu entsorgende geleitet, die direkte Umgebung ist einer hohen
Der atomare Müllberg Brennelemente an. Mit jedem Jahr der geplanten
Laufzeitverlängerung wächst dieser hoch brisante
Strahlenbelastung durch flüchtige Radionuklide
über die Abluft der WAAs ausgesetzt. Zudem er-
Müllberg weiter. Dazu kommen schwach radioak- fordert die Wiederaufarbeitung eine große Zahl
tive Abfälle wie Schutzkleidung oder Putzmateri- gefährlicher Atomtransporte, denn die Abfälle aus
alien und stärker strahlendes Material wie ausge- den WAAs müssen von den Ursprungsländern
tauschte Rohrleitungen oder Ventile. Insgesamt wieder zurückgenommen werden.
entstehen pro Atomkraftwerk und Jahr 100 Ton- Mit der Wiederaufarbeitung wurde lediglich Atom-
nen Müll, die sicher gelagert werden müssen. Und müll verschoben, um Zeit zu gewinnen, bis ein si-
wenn die Atomkraftwerke ausgedient haben, fällt cheres Endlager zur Verfügung stünde. Recycling
mit dem Rückbau stillgelegter Meiler das größte und „nuklearer Brennstoffkreislauf“ wurden nie
Volumen radioaktiver Abfälle an. Wirklichkeit. Daher konzentrierte man sich auf das
Konzept der „Direkten Endlagerung“.

Sackgasse Wiederaufarbeitung
Direkte Endlagerung
Bis ins Jahr 2002 „entsorgten“ die deutschen
Stromkonzerne die ausgedienten Brennelemente Das Konzept der Direkten Endlagerung sieht vor,
in ausländischen Wiederaufarbeitungsanlagen verbrauchte Brennelemente nach einer Abkling-
(WAA). Ursprünglich wollte man spaltbares Plu- phase direkt, also ohne vorherige Wiederaufbe-
tonium vom verbrauchten Uranbrennstoff ab- reitung, in tiefen geologischen Schichten end-
trennen und dann in Schnellen Brüterkraftwer- zulagern. Ohne Wiederaufarbeitung reduzierte
ken einsetzen. Aber die Brütertechnologie hat sich die Zahl der Atomtransporte in Deutschland
sich nie bewährt, weil überteuert, technologisch schlagartig. Ebenso schnell füllten sich jedoch
unausgereift, sicherheitstechnisch waghalsig die Lager der Atomreaktoren. Auch die Kapazi-
und anfällig für militärische Zweckentfremdung. täten der zentralen Zwischenlager Ahaus, Gorle-
Die großen Mengen an aufbereitetem Uran sind ben und Greifswald reichten nicht aus, um den
in der Praxis nur giftiger Abfall, denn die Wie- Weiterbetrieb der AKWs zu gewährleisten. Ein
derverwendung des Urans in frischen Brennele- Endlager, das die strahlende Fracht hätte auf-
menten blieb eher die Ausnahme. nehmen können, stand nicht zur Verfügung.
www.umweltinstitut.org
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provisorien ohne Ende kriterien der endlagersuche? Das Umweltinstitut München e.V. Fordert:

Folglich wurde eine weitere Interimslösung ge- In Deutschland hat man sich auf die Atommüllla- • Eine verantwortungsvolle und
funden: An allen AKW-Standorten genehmigte gerung in Salzstöcken festgelegt, obgleich die ergebnisoffene Endlagersuche
man Zwischenlager für die Aufbewahrung der Erfahrungen im Versuchsendlager Asse sowie im • Das Abschalten aller Atomreaktoren,
verbrauchten Brennelemente in CASTOR-Behäl- ehemaligen DDR-„Endlager“ Morsleben dagegen um die weitere Atommüllproduktion zu
tern auf dem Betriebsgelände. Die Hallen wurden sprechen. Beide Lagerstätten sind einsturzge- verhindern
in Leichtbauweise errichtet, obgleich das radio- fährdet. In der Asse sind Salzlaugenzutritte zum
aktive Inventar immens ist. Die Behälter müssen Problem geworden, unsachgemäß abgekippte
40 Jahre lang absolut dicht bleiben, so lange gilt und undichte Atommüllfässer geben Radioaktivi-
die Genehmigung. Dann, so glaubte man, würde tät frei. Von Langzeitsicherheit kann keine Rede Das Umweltinstitut München e.V. ist ein unabhängiger
Verein, der sich gegen Atomkraft, für gentechnikfreies
ein Endlager zur Verfügung stehen. sein. Dennoch wird der Salzstock Gorleben als
Essen und für den Ökolandbau einsetzt. Spenden und
Endlager weiter erkundet. Doch schon heute ist Förderer garantieren unsere unabhängige Arbeit.
klar, dass das Deckgebirge nicht mächtig genug
Endlager – wo bist du? ist und mit Wassereintritt zu rechnen ist. Spendenkonto :
Umweltinstitut München e.V.
Weder in Deutschland noch in anderen Staaten Konto - Nr : 883 11 03
BLZ : 700 205 00
der Welt gibt es ein genehmigtes und betriebs- Transmutation
Bank für Sozialwirtschaft
bereites Endlager für hochradioaktive Abfälle.
Gesellschaftliche Widerstände und Transparenz Als Entsorgungsweg der Zukunft wird das Verfah- Auf www.umweltinstitut.org können Sie unseren
wurden bei der Standortwahl jahrelang missach- ren der Transmutation ins Spiel gebracht. Dabei kostenlosen Newsletter bestellen. Sie erreichen die
tet. Schließlich wurde 2002 in Deutschland ein sollen langlebige Radionuklide aus dem Abfall ab- telefonische Umweltberatung des Umweltinstitut
mehrstufiges Auswahlverfahren mit kontinuier- getrennt und zu kurzlebigen, weniger gefährlichen München e.V. unter (089) 30 77 49 - 0
von Mo  – Do: 9  – 17 Uhr und Fr: 9  – 15 Uhr
licher Beteiligung der Öffentlichkeit entwickelt. Stoffen umgewandelt werden. In großtechnischem
E-Mail : info@umweltinstitut.org
Realisiert wurde es bisher allerdings nur in der Maßstab wird diese Technik in den nächsten Jahr-
Schweiz. zehnten nicht zur Verfügung stehen. Zudem müss-
ten dazu neue gefährliche Wiederaufarbeitungsan-
Herausgeber:
Es herrscht weitgehend Einigkeit, dass die Ein- lagen sowie Schnelle Brüter gebaut oder spezielle Umweltinstitut München e.V.
lagerung in tiefen geologischen Formationen die Reaktoren entwickelt werden. Auf ein Endlager Landwehrstr. 64a
geringst mögliche Gefährdung darstellt, auch könnte man trotzdem nicht verzichten. 80336 München
wenn nie sicher ist, ob Granit, Salz, Ton oder an- (089) 30 77 49 - 0
dere Gesteine die Langzeitaufbewahrung hoch- Mehr Informationen zu Atomkraft finden info@umweltinstitut.org
radioaktiver und Wärme entwickelnder Abfälle Sie auf www.umweltinstitut.org www.umweltinstitut.org
für eine Million Jahre sicherstellen können. Fotos: Fotolia; Wikimedia; Fotolia, Helmholtz Zentrum München
Gedruckt auf 100% Recyclingpapier. Stand: September 2010