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Erstellt am: 11.02.2005
Zuletzt geändert am: 08.05.2006

Juli 2006

DVS – DEUTSCHER VERBAND Fehler an Schweißverbindungen aus


FÜR SCHWEISSEN UND thermoplastischen Kunststoffen Richtlinie
VERWANDTE VERFAHREN E.V. Merkmale, Beschreibung, Bewertung DVS 2202-1

Ersatz für Ausgabe Dezember 1989

Inhalt: ter Berücksichtigung abgestufter Qualitätsanforderungen zu er-


möglichen. Die Beschreibung der Fehler basiert auf den in DIN
1 Zweck und Geltungsbereich 32502 festgelegten Benennungen. Die dort festgelegte Reihen-
1.1 Schweißverfahren folge wurde geändert.
1.2 Werkstoffe
2 Bewertungsgruppen Diese Richtlinie dient im Wesentlichen der visuellen Bewertung
2.1 Einteilung und schließt weitere Prüfungen nicht aus.
2.2 Kriterien für die Festlegung Neue und zukünftige Kunststoffe können abweichende Eigen-
3 Anforderungen an die Schweißverbindungen schaften (z. B. Wulstform) haben. Wenn unterschiedliche Werk-
3.1 Qualitätsmerkmale der Schweißnahtausführung stoffe miteinander verschweißt werden (z. B. PE 80 / PE 100
3.2 Zusätzliche Anforderungen an die Schweißnahtqualität oder Formstücke mit deutlich höherem MFR als das Rohr), muss
3.3 Anforderungen an eine Nachbearbeitung dies ebenso bei der Beurteilung berücksichtigt werden.
4 Schweißnahtsymbole und Abmessungen
5 Prüfen und Bewerten Sollen beim Herstellen von Schweißverbindungen bestimmte
5.1 Allgemeines Fehler ausgeschlossen oder begrenzt bleiben, so kann dies
5.2 Vergleich mit den Anforderungen durch Zuordnen in eine der Bewertungsgruppen hervorgehoben
5.2.1 Anforderungen werden.
5.2.2 Überlagerung und Häufung von Fehlern Die Anwendung der Richtlinie und die zu ihrer Erfüllung notwen-
5.3 Bewertung digen Maßnahmen können zum Beispiel durch gesetzliche Be-
5.3.1 Unzulässige Fehler stimmungen, durch allgemein anerkannte Regeln der Technik
5.3.2 Örtlich begrenzte Fehler oder durch Liefervereinbarungen festgelegt sein.
5.3.3 Bedingt zulässige Fehler
5.3.4 Änderungen der Toleranzgrenzen Die Bewertung von Schweißnähten nach dieser Richtlinie darf
6 Nachbessern von fehlerhaften Schweißverbindungen nur von einem Sachkundigen mit der dafür notwendigen
7 Anhang Erfahrung1) durchgeführt werden.
7.1 Erläuterungen
7.2 Mitgeltende Normen und Richtlinien 1.1 Schweißverfahren
7.3 Tabelle 1:
Beschreibung der Bewertungsgruppen für Heizelement- Es werden Schweißnahtfehler im Zusammenhang mit folgenden
stumpfschweißnähte (HS) Schweißverfahren behandelt:
7.4 Tabelle 2:
Beschreibung der Bewertungsgruppen für Heizelement- Schweißverfahren Kurzzeichen Tabelle Seite
muffenschweißnähte (HD) Heizelement-Stumpf-
7.5 Tabelle 3: HS 1 5
schweißen
Beschreibung der Bewertungsgruppen für Heizwendel-
schweißnähte (HM) Heizelement-Muffen-
HD 2 8
7.6 Tabelle 4: schweißen
Beschreibung der Bewertungsgruppen für Warmgaszieh-
und Warmgasfächelschweißnähte (WZ, WF) Heizwendelschweißen HM 3 11
7.7 Tabelle 5: Warmgas-Fächelschweißen WF
Beschreibung der Bewertungsgruppen für Warmgas- 4 16
extrusionsschweißnähte (WE) Warmgas-Ziehschweißen WZ
7.8 Tabelle 6:
Beschreibung der Bewertungsgruppen für berührungslose Warmgas-Extrusions-
WE 5 20
Heizelementstumpfschweißnähte (IR) schweißen
Berührungsloses
(IR) 6 25
Heizelementschweißen
1 Zweck und Geltungsbereich

Diese Richtlinie erfasst und beschreibt Fehler an Schweißverbin-


dungen aus thermoplastischen Kunststoffen für die genannten 1) z. B. Fachmann für Kunststoffschweißen nach DVS 2213 oder mit ver-
Verfahren mit dem Zweck, eine allgemein gültige Bewertung un- gleichbaren Kenntnissen.

Diese Veröffentlichung wurde von einer Gruppe erfahrener Fachleute in ehrenamtlicher Gemeinschaftsarbeit erstellt und wird als eine wichtige Erkenntnisquelle zur
Beachtung empfohlen. Der Anwender muss jeweils prüfen, wie weit der Inhalt auf seinen speziellen Fall anwendbar und ob die ihm vorliegende Fassung noch gültig
ist. Eine Haftung des DVS und derjenigen, die an der Ausarbeitung beteiligt waren, ist ausgeschlossen.

DVS, Ausschuss für Technik, Arbeitsgruppe „Fügen von Kunststoffen“


Seite 2 zu DVS 2202-1

1.2 Werkstoffe den eingesetzten Schweißern und mit den verwendeten Geräten
die Anforderungen erreicht werden können.
Die Richtlinie gilt für Schweißverbindungen an Bauteilen und
Konstruktionen, z. B. Apparate und Rohrleitungen aus den nach- Die spezifisch einzuhaltenden Merkmale sowie deren Beschrei-
folgend aufgeführten Kunststoffen. bung zum äußeren und / oder inneren Befund der Verbindungs-
stelle sind entsprechend der Festlegungen in den Tabellen 1 bis
6 zu prüfen. Die Schattierungen in den symbolischen Darstellun-
Kurzzeichen Werkstoffbezeichnung gen der einzelnen Tabellen verdeutlichen den Fehlerort. Sie sind
in Wirklichkeit nicht vorhanden.
PE 63
Anhand der jeweiligen Merkmale, d. h. durch Art und Umfang der
PE 80 Polyethylen zulässigen Abweichungen, kann eine einheitliche Bewertung der
Schweißverbindung vorgenommen werden (z. B. bei Abnahme
PE 100 des Bauteils).
PE-X vernetztes Polyethylen
3.2 Zusätzliche Anforderungen an die Schweißnahtqualität
PP-H Polypropylen – Homopolymerisat (Typ1)
Werkstofftechnische Anforderungen werden im Rahmen dieser
PP-B Polypropylen – Block- Copolymerisat (Typ 2) Richtlinie nicht behandelt, z. B.

PP-R Polypropylen – Random-Copolymerisat (Typ 3) – Formänderungswiderstand (z. B. Schweißfaktor) nach DVS


2203-2 bzw. -4
PVC-C nachchloriertes Polyvinylchlorid – Formänderungsvermögen (z. B. Biegewinkel bzw. -weg bei
PVC-U Polyvinylchlorid Anriss) nach DVS 2203-5
– Widerstandsfähigkeit gegen chemischen Angriff (z. B. Resis-
PVDF Polyvinylidenfluorid tenzfaktor) nach DVS 2205-1

3.3 Anforderungen an eine Nachbearbeitung


Die Anwendung der Richtlinie beim Schweißen anderer thermo-
plastischer Kunststoffe muss zwischen Auftraggeber und Auf- In bestimmten Fällen kann es notwendig werden, die fertige
tragnehmer besonders vereinbart werden. Schweißverbindung zu bearbeiten.
Dies kann unter anderem sein:
2 Bewertungsgruppen – bei dynamischer Beanspruchung (zum Beispiel kerbfreie Über-
gänge)
2.1 Einteilung – zur Glättung der Nahtoberflächen (zum Beispiel bei Ausklei-
dungen)
Das Qualitätsniveau wird vom Auftraggeber durch die Wahl einer
Bewertungsgruppe festgelegt. Die damit definierten Anforderun- – zur Verbesserung des Strömungsverhaltens (zum Beispiel
gen müssen bei der Ausführung der Schweißverbindung erreicht Rohrinnenwülste)
werden. – aus prüftechnischen Gründen
Es ist zweckmäßig, die Schweißverbindung sowohl vor als auch
Bewertungs- Anforderungsstufe nach der mechanischen Bearbeitung zu prüfen und zu bewerten.
gruppe
I hohe Anforderungen an Sicherheit und/oder 4 Schweißnahtsymbole und Abmessungen
Belastbarkeit
Die Anforderungen an die Schweißverbindung sind in den für die
II durchschnittliche Anforderungen an Sicher-
Fertigung verbindlichen Unterlagen unter Hinweis auf die DVS-
heit und/oder Belastbarkeit Richtlinien zu definieren (z. B. Konstruktionszeichnung, Schweiß-
III geringe Anforderungen an Sicherheit und/ plan).
oder Belastbarkeit Im Regelfall genügt eine Schweißnahtkennzeichnung durch gra-
fische Symbole (DIN EN 22553) in folgender Form:
An erster Stelle steht das Kurzzeichen für das Schweißverfahren
2.2 Kriterien für die Festlegung (DIN 1910-3), an zweiter Stelle das Kurzzeichen für die Nahtform
Beim Festlegen der Bewertungsgruppen sind unter anderem zu und an dritter Stelle die Bewertungsgruppe.
berücksichtigen: Beispiel: WZ-V-II
– Fertigung (z. B. Werkstatt, Baustelle, in Zwangslage) Soll die gleiche Bewertungsgruppe für alle Schweißverbindungen
– Gefährdungspotential (z. B. Gase, wassergefährdende Flüs- eines Bauteils gelten, so kann sie in einem dafür vorgesehenen
sigkeiten) Feld der Zeichnung eingetragen werden.
– gesetzliche Anforderungen (z. B. WHG, Druckgeräterichtlinie) Beispiel: Alle Schweißverbindungen nach Bewertungsgruppe
II-DVS 2202-1
– Werkstoffverhalten (z. B. zäh, spröde)
Weitere Anforderungen an die Ausführung oder Eigenschaften
– Betriebsbedingungen (z. B. stationär, wechselnd)
der Schweißverbindungen sowie eine mechanische Bearbeitung
– Art der Beanspruchung (z. B. statisch, dynamisch) sind zusätzlich in den Fertigungsunterlagen zu vermerken.

3 Anforderungen an die Schweißverbindungen 5 Prüfen und Bewerten

3.1 Qualitätsmerkmale der Schweißnahtausführung 5.1 Allgemeines


Die Qualitätsanforderungen an eine Schweißverbindung sind Das Einhalten der Anforderungen in den Bewertungsgruppen ist
durch die Bewertungsgruppen klassifiziert. Für den Verarbeiter durch visuelle Prüfung, Ausmessen und – soweit erforderlich –
kann es vor Beginn von Schweißarbeiten erforderlich sein, Pro- durch geeignete zerstörungsfreie oder zerstörende Prüfverfahren
beschweißungen durchzuführen. Damit wird festgestellt, ob mit nachzuweisen.
Seite 3 zu DVS 2202-1

Die Prüfung muss an den Schweißverbindungen des Bauteils hen, welche nicht die eigentliche Schweißverbindung betreffen.
vorgenommen werden. Der Nachweis bestimmter Eigenschaften Zu den bedingt zulässigen Fehlern zählt auch das Aneinander-
kann auch an Prüfstücken erbracht werden, die unter vergleich- schweißen kurzer Rohrstücke aufgrund mangelhafter Vorberei-
baren Bedingungen herzustellen sind. tung (Messfehler).
Art und Umfang der Prüfungen sowie deren Zeitpunkt sind zwi-
schen Auftraggeber und Auftragnehmer festzulegen. Die Prüfer- 5.3.4 Änderung der Toleranzgrenzen
gebnisse sind in geeigneter Form zu dokumentieren. Der Sachkundige muss bei der Bewertung nach den in dieser
Richtlinie vorgegebenen Toleranzgrenzen entscheiden, ob der
5.2 Vergleich mit den Anforderungen jeweilige Befund Einfluss auf das Betriebsverhalten der betrach-
teten Schweißverbindung oder die sonstigen Anforderungen hat.
5.2.1 Anforderungen Ist die Entscheidung aufgrund der vorwiegend durch visuelle Prü-
fung und Ausmessen gestützten Feststellungen nicht möglich,
Anhand der Tabellen 1 bis 6 und der Prüfprotokolle ist festzustel- müssen weitergehende Prüfungen vorgenommen werden.
len, wo Anforderungen und Ergebnis nicht übereinstimmen. Ent-
sprechen das Bauteil oder einzelne Schweißverbindungen nicht Wird durch geeignete Prüfungen nachgewiesen, dass für den zu
der vorgeschriebenen Bewertungsgruppe – siehe Abschnitt 2.1 – betrachtenden Anwendungsfall eine in Spalte I bis III vorgegebe-
darf eine Nachbesserung durchgeführt werden. ne Toleranzgrenze keinen signifikanten Einfluss auf das Be-
triebsverhalten der Schweißverbindung oder die sonstigen Anfor-
5.2.2 Überlagerung und Häufung von Fehlern derungen hat, darf der Sachkundige mit Einverständnis des Be-
treibers bzw. einer anderen verantwortlichen Stelle eine größere
Treten an einem Bauteil oder an einer Schweißverbindung zwei Toleranz zulassen. Der Grund für die Änderung der vorgegebe-
oder mehrere Fehlerarten (auch unterschiedlicher Bewertungs- nen Toleranzgrenze sowie deren Zulässigkeit ist zu dokumentie-
gruppen) gleichzeitig auf, so kann sich dadurch die Auswirkung ren.
verstärken. Es ist dann zu prüfen, ob das Bauteil oder die
Schweißverbindungen den gestellten Anforderungen noch genü-
gen oder ob durch das Anhäufen von Fehlern Einschränkungen
6 Nachbessern von fehlerhaften Schweißverbindungen
hinsichtlich Sicherheit oder Belastbarkeit gemacht werden müs-
sen.
Sofern es aus der Sicht des Sachkundigen möglich ist, dürfen
fehlerhafte Schweißverbindungen unter Einhaltung der techni-
5.3 Bewertung schen Regeln fachmännisch nachgebessert werden. Ziel der
Die Bewertung von Schweißnähten unter Verwendung dieser Nachbesserung ist es, die Qualität der Schweißverbindung ge-
Richtlinie darf ausschließlich von einem Sachkundigen mit der mäß den Anforderungen zu erreichen. Das Ergebnis ist gegebe-
dafür erforderlichen Erfahrung (1) vorgenommen werden. Grund- nenfalls durch einen erweiterten Prüfaufwand sicher zu stellen.
lage für die Bewertung von Schweißnähten sind die in den Tabel- Sind keine Nachbesserungen möglich, so erfüllt das Bauteil nicht
len 1 bis 6 aufgeführten Fehler (Verarbeitungsmängel, Unregel- die Anforderungen dieser Richtlinie.
mäßigkeiten, Imperfektionen usw.), welche in den Spalten I bis III
mit dem jeweiligen Beurteilungshinweis bzw. mit Toleranzgren-
zen versehen sind. Nachfolgend werden zur jeweiligen Fehlerbe-
urteilung Erläuterungen gegeben, die den Sachkundigen bei sei- 7 Anhang
ner Arbeit unterstützen sollen.
7.1 Erläuterungen
5.3.1 Unzulässige Fehler Folgende wichtige Änderungen wurden gegenüber Ausgabe
Handelt es sich bei der Bewertung in Spalte I bis III um jeweils 12/89 vorgenommen:
unzulässige Fehler, ist der Sachkundige verpflichtet, in seinem – Anpassung der Angaben in den Bewertungsgruppen an die
Prüfprotokoll die Reparatur oder Neuanfertigung der mangelhaf- aktuellen Erfahrungswerte, insbesondere die Problematik der
ten Schweißverbindung zwingend vorzuschreiben. Des Weiteren sehr unterschiedlichen Wulstformen und ihre Aussagekraft und
hat der Sachkundige zu kontrollieren, ob ggf. ein systematischer die Winkelabweichung als Formfehler beim Heizwendel-
Fehler vorliegt, welcher die Gebrauchstauglichkeit des gesamten schweißen (HM)
Bauteils (z. B. Behälter, Rohrleitung) beeinträchtigt. Das Ergeb-
nis dieser Untersuchung ist zu dokumentieren und dem Betreiber – Erweiterung um die Tabelle 6 „Beschreibung der Bewertungs-
auszuhändigen. Sofern erforderlich, sind Vorschläge zur Sanie- gruppen für berührungslose Heizelementstumpfschweißnähte
rung anzufügen. (IR)“
Gilt ein festgestellter Fehler nicht in jeder Bewertungsgruppe der – alle Bilder wurden komplett überarbeitet ebenso die Tabellen in
Spalte I bis III als unzulässig, darf der Sachkundige unter Berück- Form von Erweiterungen, Aufnahme neuer bzw. Herausnahme
sichtigung der zu erwartenden Schweißnahtbelastung und des nicht mehr relevanter Fehler, neuer Werkstoffe bzw. Werkstoff-
Gefährdungspotentials und mit Einverständnis des Betreibers modifikationen (z. B. PE 100, PE-X)
bzw. einer anderen verantwortlichen Stelle, die Anforderungsstu-
– die Bewertung anhand dieser Richtlinie kann ausschließlich
fe adäquat anpassen. Die Entscheidung des Sachkundigen ist
von Sachkundigen mit entsprechend nachgewiesener Erfah-
ggf. durch Berechnungen oder Prüfungen zu stützen.
rung erfolgen
5.3.2 Örtlich begrenzte Fehler – die Vielzahl der Werkstoffe und -modifikationen fordern zuneh-
mend die Durchführung von Probeschweißungen zur Beurtei-
Fehler an einer Schweißverbindung die örtlich begrenzt sind,
lung der entsprechenden Merkmale
können toleriert werden, wenn sie in Abhängigkeit zur Größe und
Intensität der Beanspruchung keine oder nur geringe Wirkung
auf die Gebrauchstauglichkeit haben. Sofern die in den Spalten I 7.2 Mitgeltende Normen und Richtlinien
bis III vorgegebenen Toleranzgrenzen eingehalten werden, ist DIN 1910-3 Schweißen; Schweißen von Kunststoffen, Verfah-
dies nach allgemeiner Erfahrung sichergestellt. In allen anderen ren
Fällen ist nach Abschnitt 5.3.4 zu verfahren. DIN 32502 Fehler an Schweißverbindungen aus Kunststof-
fen; Einteilung, Benennungen, Erklärungen
5.3.3 Bedingt zulässige Fehler
DIN EN 22553 Schweiß- und Lötnähte – Symbolische Darstel-
Unter bedingt zulässigen Fehlern sind im Wesentlichen Abwei- lung in Zeichnungen (ISO 2553:1992); Deutsche
chungen gegenüber allgemein anerkannten Regeln zu verste- Fassung EN 22553
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DVS 2201-1 Prüfen von Halbzeugen aus Thermoplasten; DVS 2207-4 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
Grundlagen – Hinweise Extrusionsschweißen von Rohren, Rohrleitungs-
DVS 2203-1 Prüfen von Schweißverbindungen an Tafeln und teilen und Tafeln; Verfahren, Anforderungen
Rohren aus thermoplastischen Kunststoffen; DVS 2207-5 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
Prüfverfahren – Anforderungen Schweißen von PE-Mantelrohren; Rohre und
DVS 2203-2 Prüfen von Schweißverbindungen aus thermo- Rohrleitungsteile
plastischen Kunststoffen; Zugversuch DVS 2207-6 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
DVS 2203-4 Prüfen von Schweißverbindungen an Tafeln und Berührungsloses Heizelementstumpfschweißen
Rohren aus thermoplastischen Kunststoffen; Zeit- von Rohren, Rohrleitungsteilen und Tafeln; Ver-
stand-Zugversuch fahren – Maschinen – Parameter
DVS 2203-5 Prüfen von Schweißverbindungen an Tafeln und DVS 2207-11 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
Rohren aus thermoplastischen Kunststoffen; Heizelementschweißen von Rohren, Rohrlei-
Technologischer Biegeversuch tungsteilen und Tafeln aus PP
DVS 2206 Prüfung von Bauteilen und Konstruktionen aus DVS 2207-15 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
thermoplastischen Kunststoffen Heizelementschweißen von Rohren, Rohrlei-
tungsteilen und Tafeln aus PVDF
DVS 2207-1 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
Heizelementschweißen von Rohren, Rohrlei- DVS 2208-1 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen;
tungsteilen und Tafeln aus PE-HD Maschinen und Geräte für das Heizelement-
stumpfschweißen von Rohren, Rohrleitungsteilen
DVS 2207-3 Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen; und Tafeln
Warmgaszieh- und Warmgasfächelschweißen
von Rohren, Rohrleitungsteilen und Tafeln; Ver-
fahren, Anforderungen
7.3 Tabelle 1. Beschreibung der Bewertungsgruppen für Heizelementstumpfschweißnähte (HS)

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung
1 Risse längs oder quer zur Schweißnaht verlaufende Risse unzulässig unzulässig unzulässig
Sie können liegen:
– in der Schweißnaht
– im Grundwerkstoff
– in der Wärmeeinflusszone

2 Wulstkerben Wulstkerben k < 0 durch z. B.: unzulässig k < 0 unzulässig k < 0 unzulässig k < 0
– mangelhaften Fügedruck
– zu kurze Anwärmzeit
– zu kurze Abkühlzeit
– mangelhafte Planparallelität
– Lageveränderung des eingespannten Werkstückes während
des Schweißvorganges
– durch fehlendes Angleichen

3 Kerben und Riefen Randkerben im Grundwerkstoff, längs oder quer zur Schweißnaht örtlich zulässig, örtlich zulässig, örtlich zulässig,
verlaufend, durch z. B.: wenn flach auslau- wenn flach auslau- wenn flach auslau-
– Spannwerkzeug fend und Kerbgrund fend und Kerbgrund fend und Kerbgrund
– unsachgemäßen Transport nicht scharfkantig ist nicht scharfkantig ist nicht scharfkantig ist
– Fehler bei der Schweißnahtvorbereitung ∆s ≤ 0,1 s ∆s ≤ 0,1 s ∆s ≤ 0,15 s
jedoch max. 0,5 mm jedoch max. 1 mm jedoch max. 2 mm

4 Versatz der Fügefläche die Fügeflächen sind zueinander versetzt bzw. Dickenunter- zulässig wenn zulässig wenn zulässig wenn
schiede sind nicht angeglichen e ≤ 0,1 s e ≤ 0,15 s e ≤ 0,2 s
– werkstoff- und dickenabhängig können Beeinträchtigungen der
Schweißnahtqualität auftreten

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Tabelle 1. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung
5 Verkanten der Fügeflächen durch z. B.: bei Rohren bei Rohren bei Rohren
(Stangenware) und (Stangenware) und (Stangenware) und
– Maschinenfehler
Tafeln zulässig, Tafeln zulässig, Tafeln zulässig,
– Einrichtungsfehler
– unzulässige Krafteinleitung während der Abkühlphase wenn wenn wenn
– Verzug e ≤ 1 mm e ≤ 2 mm e ≤ 4 mm
– zu frühes Ausspannen der Rohre

6 Form des Schweißwulstes bei der Vielzahl der Werkstoffe und Werkstofftypen und den Es wird empfohlen, Es wird empfohlen, Es wird empfohlen,
möglichen Schweißwulstausbildungen kann ein einheitliches Referenzschweißun- Referenzschweißun- Referenzschweißun-
Bewertungsschema nicht angegeben werden. gen anzufertigen gen anzufertigen gen anzufertigen
und zu prüfen. und zu prüfen. und zu prüfen.
Eine Aussage über das Langzeitverhalten der Schweißnaht kann
aus der Form des Schweißwulstes nicht abgeleitet werden.
7a Volumen des Schweißwulstes ist auffällig Schweißparameter falsch: unzulässig unzulässig unzulässig
klein/groß
– Vergleichsschweißung durchführen (Schweißparameter über-
prüfen).
7b ungleichmäßiger Schweißwulst unterschiedlich ausgebildete Schweißwulste, teilweise oder über zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
die/den gesamte Nahtlänge/ -umfang: b1 ≥ 0,7 b2 b1 ≥ 0,6 b2 b1 ≥ 0,5 b2
– Verkanten des Heizelementes
– nicht winklige Fügeebene
– unterschiedlicher MFR der Fügepartner (Wulste sind durchge-
hend unterschiedlich groß)

8 Wulstoberfläche mit Blasen oder Knötchen thermische Schädigung: unzulässig unzulässig unzulässig
– Heizelementtemperatur zu hoch
– Angleich- und/oder Anwärmzeit zu lang
– Feuchtigkeit
Bei PVC-U bzw. PVC-C hat die werkstoffbedingte Bläschen-
bildung an der Wulstoberfläche keinen Einfluss auf die Qualität
der Schweißverbindung.
Tabelle 1. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung
9 Bindefehler keine oder unvollständige Bindung an den Fügeflächen, teilweise unzulässig unzulässig unzulässig
oder über den gesamten Nahtquerschnitt, mit/ohne Blasen oder
Knötchen, durch z. B.:
– Feuchtigkeit
– verschmutzte Fügefläche
– oxidierte Fügefläche
– zu lange Umstellzeit
– falsche Heizelementtemperatur
– zu geringe Fügekraft
10 Poren und Fremdstoffeinschlüsse einzelne, zahlreich verstreute oder örtlich gehäufte Poren bzw. kleine Einzelporen Poren und Porenzei- Poren und Porenzei-
Einschlüsse, durch z. B.: zulässig, wenn len zulässig, wenn len zulässig, wenn
– Dampfbildung während des Schweißens (Wasser, Lösemittel, ∆s ≤ 0,05 s ∆s ≤ 0,10 s ∆s ≤ 0,15 s
Reiniger ...)
– verschmutztes Heizelement

11 Lunker/Poren Hohlraum in der Fügeebene, z. B. durch: kleine Einzelporen Poren und Porenzei- Poren und Porenzei-
– zu geringen Fügedruck zulässig, wenn len zulässig, wenn len zulässig, wenn
– zu kurze Abkühlzeit ∆s ≤ 0,05 s ∆s ≤ 0,10 s ∆s ≤ 0,15 s
Anmerkung: werkstoff- und dickenabhängig können physikalisch
bedingte Schrumpflunker bei Werkstoffen mit hoher Kristallinität
z. B. PP, PVDF auftreten

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Seite 8 zu DVS 2202-1
7.4 Tabelle 2. Beschreibung der Bewertungsgruppen für Heizelementmuffenschweißnähte (HD)

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung
1.1 fehlerhafte Schweißwulstausbildung1) unterschiedliche Wulstausbildung (b) oder nicht vorhandener
Wulst auf einer oder auf beiden Seiten (a) (teilweise oder über die
a b gesamte Nahtumfang) durch
– überhöhte Heizelementtemperatur (b)
– zu lange Heizzeit (b)
– unzulässige Toleranzen (a und b)
– zu niedrige Heizelementtemperatur (a)
– zu kurze Anwärmzeit (a)
– zu hohe Spannkraft bei Prismaspannvorrichtungen
1) in der Regel in Verbindung mit inneren Im Regelfall entsteht beim Heizelementmuffenschweißen an der
Fehlern – zu kurze Haltezeiten Muffenkante ein umlaufender Wulst. Dieser Wulst ist ein erstes
Indiz für eine sachgerechte ausgeführte Schweißung.
unzulässig unzulässig unzulässig
1.2 Einfachwulstausbildung durch:
– zu kurze Heizzeit
– zu niedrige Heizelementtemperatur
– unzulässige Toleranzen
– Erwärmung nur eines der Fügepartner

1.3 Hoher Schmelzeaustritt z. B. durch


– zu hohe Heizelementtemperatur
– falsche Fügeteilbewegung z. B. durch mangelnde Fixierung
– unzulässige Toleranzen

2 Winkelabweichung (Formfehler) Ein- oder beidseitig schräg in die Muffe eingeschweißtes Rohr zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
ohne oder mit geringfügiger Verspannung, durch z. B.: e ≤ 1 mm e ≤ 2 mm e ≤ 4 mm
– Maschinenfehler
– Einrichtungsfehler

3.1 Bindefehler durch Deformation Verformung oder Ovalität von Rohrende oder Muffe mit örtlich zu zulässige Abwei- Zulässige Abwei- zulässige Abwei-
geringem Schweißdruck, z. B. durch chung vom mittleren chung vom mittleren chung vom mittleren
Rohr Außendurchmesser Außendurchmesser Außendurchmesser
– zu geringe Krümmungsradien bei Ringbunden
des Rohres des Rohres des Rohres
Muffe – falsche Lagerung von Rohr oder/und Muffe
1,5% 2% 3%
jedoch max. 1,5 mm jedoch max. 2 mm jedoch max. 2 mm
Tabelle 2. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung
3.2 Bindefehler durch unvollständigen Rohrein- durch z. B.: zulässig bei gering- zulässig bis zulässig bis
schub – zu kurze Anwärmzeiten fügiger Unter- x ≤ 0,1 d x ≤ 0,1 d
schreitung der Soll-
– nicht rechtwinklige Rohrenden
Schweißnahtlänge und und
– zu geringe Heizelementtemperatur
– axiale Bewegung während der Abkühlzeit und kerbfreiem, x ≤ 0,15 · Muffentiefe x ≤ 0,2 · Muffentiefe
– zu lange Umstellzeit geschlossenem
Schweißwulst bis
– ungleichmäßige Einschubgeschwindigkeit
x ≤ 0,05 d
und
x ≤ 0,1 · Muffentiefe
Innerer Befund der Verbindung
3.3 Bindefehler durch ungenügende Form- örtlich, flächige, axial oder umlaufende Kanalbildung, z. B. durch: unzulässig unzulässig unzulässig
schlüssigkeit
– Kerben in der Rohroberfläche
– überschrittene Durchmessertoleranzen von Rohr oder Muffe
– falsche mechanische Bearbeitung
– Rohr nicht fluchtend in Muffe

3.4 Bindefehler durch ungenügenden Stoff- örtliche oder flächig unvollständige Schweißung mit Trennung in unzulässig unzulässig unzulässig
schluss der Fügeebene, durch z. B.:
– zu weiter Rohreinschub
– thermische Schädigung
– verunreinigte Fügeflächen
– falsche Werkstoffpaarung
– Rückstände am Heizelement
4 eingeengter Rohrquerschnitt zu weiter Rohreinschub bei Erwärmen oder Fügen durch unzulässig unzulässig unzulässig
– Schweißen zu dünnwandiger Rohre / Muffe*
– zu lange Anwärmzeit

Seite 9 zu DVS 2202-1


– axiale Bewegung während der Abkühlzeit
– zu hohe Heizelementtemperatur

* Hinweis: bedingt zulässig bei dünnwandigen Rohren aus PVDF


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Tabelle 2. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung
5 Poren durch Fremdstoffeinschlüsse einzelne, zahlreich verstreute oder örtlich gehäufte Poren bzw. kleine Einzelporen Poren und Porenzei- Poren und Porenzei-
Einschlüsse, zum Beispiel durch zulässig, wenn len zulässig, wenn len zulässig, wenn
– Dampfbildung während des Schweißens (Wasser, Lösemittel) ∆x ≤ 0,05 x ∆x ≤ 0,10 x ∆x ≤ 0,15 x
– verschmutztes Heizelement
– Fremdstoffe
7.5 Tabelle 3. Beschreibung der Bewertungsgruppen für Heizwendelschweißnähte (HM)

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung von geraden Rohrstücken, Abzweigen oder Anbohrarmaturen
1.1 Schmelzeaustritt zwischen Muffe und Rohr örtlich, oft an den Anschlussbuchsen oder umlaufend ein- oder unzulässig unzulässig unzulässig
beidseitig des Fittings austretendes Schweißgut mit meist glän-
zender oder blasiger Oberfläche, durch z. B.:
– zu hohe Schweißenergie
– überlange Schweißzeit
– sofort wiederholten Schweißvorgang
– Gerätefehler
– Verspannung
1.2 Winkelabweichung (Formfehler)* ein- oder beidseitig schräg in den Fitting eingeschweißtes Rohr, zulässig, bei Rohren zulässig, bei Rohren zulässig, bei Rohren
durch z. B.: (Stangenware) (Stangenware) (Stangenware)
– Einrichtungsfehler e ≤ 2 mm / 0,4° e ≤ 3 mm / 0,6° e ≤ 6 mm / 1,2°
– Lageveränderung während des Schweißens für PE-X: für PE-X: für PE-X:
zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
e ≤ 1 mm e ≤ 2 mm e ≤ 4 mm

* die Winkelabweichung ist ein äußerer


Fehler, der innere Fehler nach sich
ziehen kann
Innerer Befund der Verbindung von geraden Rohrstücken, Abzweigen oder Anbohrarmaturen
2.1 Verspannung Winkelabweichung mit Verschiebung der Heizwendel und unzulässig unzulässig unzulässig
Schmelzen durch unterschiedlichen Schweißdruck mit oder ohne
Trennungen in der Fügeebene, durch z. B.:
– nicht fluchtende Rohrenden
– zu geringe Krümmungsradien bei Ringbunden
– Biegemoment an der Muffe
2.2 Deformation Verformung oder Ovalität von Rohrende oder Fitting mit örtlich zu zulässige Abwei- zulässige Abwei- zulässige Abwei-
geringem Schweißdruck, durch z. B.: chung vom mittleren chung vom mittleren chung vom mittleren
Rohr Außendurchmesser Außendurchmesser Außendurchmesser
– nicht Runddrücken von Rohren insbesondere bei Ringbunden
des Rohres 1,5 %, des Rohres 1,5 %, des Rohres 1,5 %,
Muffe – falsch gelagerte Rohre und Rohrmuffen
jedoch max. 3 mm jedoch max. 3 mm jedoch max. 3 mm

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Es sind die Es sind die Es sind die
Herstellerangaben Herstellerangaben Herstellerangaben
zu beachten zu beachten zu beachten
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Tabelle 3. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung von geraden Rohrstücken, Abzweigen oder Anbohrarmaturen
2.3 Bindefehler durch Fehler bei der Schweiß- Fügefläche am Rohr unzulässig unzulässig unzulässig
vorbereitung
– nicht mechanisch bearbeitet
Rohr – zu stark abgearbeitet mit ungenügender Formschlüssigkeit
zwischen Muffe und Rohr
Muffe – teilweise zu stark abgearbeitet mit Abplattungen
– ungeeignete Spannvorrichtungen (z. B. Prismenspannvorrich-
tungen)

2.4 Bindefehler durch unvollständigen Rohr- ein- oder beidseitig in der Muffe versetzte bzw. nicht aneinander zulässig, wenn die vorgesehene Einschub- zulässig, wenn die
einschub oder am Anschlag anliegende Rohrenden, durch z. B.: länge geringfügig unterschritten ist 10 % vorgesehene Ein-
schublänge gering-
a) – beidseitig ungenügenden Rohreinschub (a)
fügig unterschritten
– ungleichen Rohreinschub (b)
– nicht rechtwinklig abgetrennte Rohrenden ist 15 %

b)

c)
Tabelle 3. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung von geraden Rohrstücken, Abzweigen oder Anbohrarmaturen
2.5 Bindefehler durch ungenügende Form- örtlich oder flächig axial oder umlaufende Kanalbildung, durch unzulässig unzulässig unzulässig
schlüssigkeit z. B.:
– Kerben in der Rohroberfläche
– überschrittene Durchmessertoleranz von Rohr oder Fitting
– falsche mechanische Bearbeitung
– zu stark eingefallene Rohrenden

2.6 Bindefehler durch ungenügenden Stoff- örtlich oder flächig unvollständige werkstoffabhängige Schwei- unzulässig unzulässig unzulässig
schluss ßung mit oder ohne Trennung in der Fügeebene, durch z. B.:
– zu geringe Schweißenergie
– beschädigte Heizleiter
– Feuchtigkeit
– verunreinigte Oberfläche
– Werkstoffpaarungen, die nicht den Verarbeitungsrichtlinien ent-
sprechen
3.1 radialverlagerte Heizwendel Heizwendel wellenförmig, ungleichmäßig, gehäuft oder verscho- unzulässig geringfügig wellen- wellenförmiger Ver-
ben in der Schweißebene liegend, durch z. B.: förmiger Verlauf der lauf der Heizwendel
– Schweißnahtüberhitzung Heizwendel zulässig zulässig
– verschmutzte Schweißflächen
– Verspannungen

3.2 verschobene Heizwendel lokal in axialer Richtung angehäufte Windungen, durch z. B.: unzulässig unzulässig unzulässig
– überschrittene Toleranzen der Fügeteile
– verkantetes Einschieben des Rohres
– schräg abgeschnittenes Rohr
– eingefallene Rohrenden

4 Fremdstoffeinschlüsse örtlich oder flächig axial oder umlaufende Kanalbildung, Trennun- unzulässig unzulässig unzulässig
gen oder Ablösungen von den Heizwendeln, durch z. B.: (einzelne Poren sind (einzelne Poren sind (einzelne Poren sind
zulässig) zulässig) zulässig)
– verunreinigte Oberflächen
– Wasserdampf- oder Gasbildung während des Schweißens

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Tabelle 3. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung von geraden Rohrstücken, Abzweigen oder Anbohrarmaturen
5.1 Bindefehler durch ungenügende – durch ungenügende axiale Formschlüssigkeit bei aufgespann- unzulässig unzulässig unzulässig
Formschlüssigkeit in der Schweißebene tem Sattel

– durch ungenügende radiale Formschlüssigkeit

5.2 Bindefehler an der Anbohrstelle durch – durch örtliche oder flächige Kanal- bzw. Hohlraumbildung unzulässig unzulässig unzulässig
ungenügende Formschlüssigkeit in der
Schweißebene
Tabelle 3. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung von geraden Rohrstücken, Abzweigen oder Anbohrarmaturen
6 Bindefehler durch gekrümmtes Rohr örtlich oder flächig unvollständige Schweißung mit oder ohne unzulässig unzulässig unzulässig
Trennung in der Fügeebene, durch z. B.:
– ungleichmäßige Kraftaufbringung
– einseitigen Spannwerkzeugansatz
– mangelhafte äußere Formstückgeometrie

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7.6 Tabelle 4. Beschreibung der Bewertungsgruppen für Warmgaszieh- und Warmgasfächelschweißnähte (WZ, WF)

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- und Doppel V-Nähten
1 Risse Risse längs oder quer zur Schweißnaht verlaufend, z. B.: unzulässig unzulässig unzulässig
– in der Schweißnaht
– im Grundwerkstoff
– in der Wärmeeinflusszone

2 Wulstkerben deutlich sicht- und fühlbare Vertiefung entlang bzw. zwischen zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
einzelnen Schweißlagen, durch z. B.: 0 < k ≤ 0,3 · d 0 < k ≤ 0,4 · d 0 < k ≤ 0,5 · d
– Fehler an der Ziehdüse
– schlechtes Führen des Schweißzusatzes
– falschen Lagenaufbau

d = Schweißzusatzdurchmesser
3 Randkerben Kerben im Grundwerkstoff entlang der Schweißnaht, durch z. B.: unzulässig örtlich zulässig, durchlaufend
– Eindringen der Ziehdüsenkante wenn flach aus- zulässig, wenn flach
– Bearbeitung der Schweißnaht laufend auslaufend
∆s ≤ 0,1 s ∆s ≤ 0,1 s
– ungenügende Randzonenverschweißung
jedoch max. 1 mm jedoch max. 1 mm

4 nicht durchgeschweißte Wurzel Kerbe durch unvollständige Schweißnahtfüllung an der Wurzel, unzulässig unzulässig unzulässig
durch z. B.:
– zu kleinen Öffnungswinkel bei der Nahtvorbereitung
– zu schmalen Wurzelspalt
– zu dicken Wurzeldraht
– zu geringe Schweißkraft
– zu geringe Vorwärmung
5 unvollständig geschweißter Querschnitt durch z. B.: unzulässig unzulässig unzulässig
– mangelhafte Schweißnahtvorbereitung
– ungenügenden Schweißdruck
– zu geringe Vorwärmung
Tabelle 4. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- und Doppel V-Nähten
6 überhöhte Nahtwurzel durch z. B.: örtlich begrenzt zulässig, wenn zulässig, wenn
– zu großen Wurzelspalt zulässig, wenn ∆s ≤ 0,2 s ∆s ≤ 0,25 s
∆s ≤ 0,15 s jedoch max. 3 mm jedoch max. 4 mm
– durchgedrückte Wurzellage
jedoch max. 2 mm

7 Schweißnahtüberhöhung durch z. B.: durchlaufend zuläs- durchlaufend zuläs- durchlaufend zuläs-


sig, wenn sig, wenn sig, wenn
– überhöhte Anzahl der Lagen
– falsche Schweißnahtvorbereitung 0,1 s ≤ ∆s ≤ 0,4 s 0,05 s ≤ ∆s ≤ 0,5 s 0,05 s ≤ ∆s ≤ 0,6 s

8 Nahtquerschnitt unvollständig gefüllt – fehlende Decklage unzulässig unzulässig unzulässig


– ungenügende Fugenfüllung

9 Versatz der Fügeflächen durch z. B.: zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
– unterschiedliche Wanddicken sind nicht angeglichen e1 ≤ 0,1 s e1 ≤ 0,15 s e1 ≤ 0,2 s
– gleiche Wanddicken sind versetzt e2 ≤ 0,1 s e2 ≤ 0,15 s e2 ≤ 0,2 s
– werkstoff- und dickenabhängig:
es können dadurch Beeinträchtigungen der Schweißnaht-
qualität auftreten, z. B. bei PP und PVDF

10 Winkelabweichungen Wenn, in Abhängigkeit von Werkstoff, Kristallinität, Werkstoff- zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
paarungen und Wanddicken sich die zulässige Winkel- e ≤ 3 mm e ≤ 5 mm e ≤ 8 mm
abweichung nicht einhalten lässt, so ist ein experimenteller
Nachweis zu erbringen, dass sich die Winkelabweichung
ausschließlich aus den vorgenannten Eigenschaften ergibt.

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Tabelle 4. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- und Doppel V-Nähten
11a Nahtkreuzungen unzulässig unzulässig unzulässig

11b versetzter Nahtstoß zulässig: zulässig: zulässig


3 x Decklagenbreite 3 x Decklagenbreite 3 x Decklagenbreite
mindestens 30 mm mindestens 30 mm mindestens 30 mm

12 raue Nahtoberfläche, thermische Verfärbung, offene Bläschen, Schlieren oder Knötchen und nicht zulässig einzelne Stellen begrenzte Bereiche
Schädigung dergleichen, durch z. B.: zulässig zulässig
– verschmutzte Warmgasdüse
– zu hohe Warmgastemperatur
13 Ansatzfehler unvollständig geschweißter Querschnitt am Nahtanfang bzw. am unzulässig geringe Querschnittsminderung ohne
Nahtende scharfe Übergänge zulässig
Äußerer Befund der Nahtoberfläche von Kehlnähten
14 Nahtüberhöhung Überschreitung der Norm-Kehlnahtdicke von zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
Sollmaß a = 0,7 s1, s2 > s1 b ≤ 0,4 a b ≤ 0,5 a b ≤ 0,6 a

1
Tabelle 4. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Nahtoberfläche von Kehlnähten
15 Nahtunterschreitung Unterschreitung der Norm-Kehlnahtdicke von unzulässig zulässig, wenn Soll- – zulässig, wenn
Sollmaß a = 0,7 s1, s2 > s1 maß a örtlich gering Sollmaß a örtlich
unterschritten ist unterschritten ist
– fehlende Decklage
b ≤ 0,15 a b ≤ 0,3 a
– bei unbelasteten
Schweißnähten
zulässig

16 unvollständig ausgefüllter Nahtquerschnitt a = 0,7 s1, s2 > s1 unzulässig zulässig, wenn zulässig. wenn
z ≤ 0,15 a z ≤ 0,3 a

Innerer Befund von V- und Kehlnähten


17 Bindefehler horizontal oder vertikal verlaufende Bindefehler in der Schweiß- unzulässig unzulässig unzulässig
naht oder an den Schweißnahtflanken, einzelne oder örtlich
gehäufte Poren bzw. Einschlüsse, durch z. B.:
– zu niedrige Schweißtemperaturen
– verschmutzte Fügeflächen
– Fremdstoffeinschlüsse
– nicht nachgearbeitete Einzellagen
– Dampfbildung während des Schweißens

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7.7 Tabelle 5. Beschreibung der Bewertungsgruppen für Warmgasextrusionsschweißnähte (WE)

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- oder Doppel-V-Nähten
1 Risse einzelne Risse oder Gruppen von Rissen mit und ohne unzulässig unzulässig unzulässig
Verästelungen, längs oder quer zur Schweißnaht verlaufend
sie können liegen:
– in der Schweißnaht
– im Grundwerkstoff
– in der Wärmeeinflusszone
2 Decklagenvertiefung durchgehende oder örtlich flache Deformation in Längsrichtung zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
der Schweißnaht, durch z. B.: örtlich begrenzt und örtlich begrenzt und örtlich begrenzt und
k>0 k>0 k>0
– Fehler am Schweißschuh
– Fehler bei der Geräteführung
– fehlerhafte Nahtansätze

3 Randkerben Kerben im Grundwerkstoff entlang der Schweißnaht, durch z. B.: zulässig, wenn zulässig, wenn flach zulässig, wenn flach
– Fehler bei der Geräteführung örtlich begrenzt, auslaufend und auslaufend und
– falsche Bearbeitung der Randzone flach auslaufend und ∆s ≤ 0,1 s ∆s ≤ 0,2 s
∆s ≤ 0,1 s jedoch max. 2 mm jedoch max. 3 mm
– fehlerhaften Schweißschuh
jedoch max. 1 mm

4 ungenügende Randzonenverschweißung nicht ausreichende Überdeckung des Schweißfugenrandes, ein- zulässig bei kerb- zulässig bei kerb- zulässig bei kerb-
oder beidseitig, durch z. B.: freiem Übergang freiem Übergang freiem Übergang
– fehlerhaften Schweißschuh und und und
– falsche Schweißschuhgröße ∆b ≥ 0,2 s ∆b ≥ 0,1 s ∆b ≥ 0,05 s
jedoch min. 3 mm jedoch min. 2mm jedoch min. 1mm
– zu hohe Schweißgeschwindigkeit

5 Wurzelkerbe Kerben durch ungenügende Schweißnahtfüllung an der Wurzel, unzulässig unzulässig zulässig, wenn
durch z. B.: ∆s ≤ 0,1 s
jedoch max. 1 mm
– aufgebogene und nicht geschweißte Fügeflächen
– zu geringe Fügekraft
– Wurzelrückfall durch Schrumpfung
Tabelle 5. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- oder Doppel-V-Nähten
6 unvollständig geschweißter Querschnitt durch z. B.: unzulässig unzulässig zulässig, wenn
– falsche Nahtvorbereitung örtlich begrenzt und
∆s ≤ 0,1 s
– ungenügende Fügekraft
– ungenügende Vorwärmung

7 überhöhte Nahtwurzel durch z. B.: für PE und PP für PE und PP für PE und PP
zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
– zu breiten Wurzelspalt
0,1 s ≤ ∆s ≤ 0,25 s 0,05 s ≤ ∆s ≤ 0,3 s 0 ≤ ∆s ≤ 0,4 s
– falsche Schweißparameter (Geschwindigkeit, Temperatur,
Kraft) und wenn Naht- und wenn Naht- und wenn Naht-
wurzel kerbfrei wurzel kerbfrei wurzel kerbfrei
geschweißt ist geschweißt ist geschweißt ist
andere Werkstoffe sind gesondert zu betrachten
8 Schweißnahtüberhöhung unzulässige Abweichung von Sollüberhöhung durch z. B.: zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
0,1 s ≤ ∆s ≤ 0,3 s 0,05 s ≤ ∆s ≤ 0,4 s 0 ≤ ∆s ≤ 0,5 s
– fehlerhaften Schweißschuh
jedoch max. 6 mm jedoch max. 8 mm jedoch max. 10 mm
– zu geringe Fügekraft (i. d. R. in Verbindung mit Fehler nach lfd.
Nr. 6)

9 Schweißgutüberlauf ein- oder beidseitiger Schweißgutüberlauf meist ohne ausreichen- unzulässig zulässig, wenn zulässig, wenn
de Bindung zum Grundwerkstoff, durch z. B.: örtlich begrenzt und ∆b ≤ 10 mm
– fehlerhaften Schweißschuh
∆b ≤ 5 mm
– Fehler bei der Geräteführung
– nicht abgearbeitet nach DVS 2207-4

10 Schweißnahtunterwölbung Nahtquerschnitt ist nicht erreicht, durch z. B.: unzulässig unzulässig unzulässig
– Schrumpfung des Schweißzusatzes
– überhöhte Schweißgeschwindigkeit
– fehlerhaften Schweißschuh oder falsche Schweißschuhgröße

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Tabelle 5. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- oder Doppel-V-Nähten
11 Versatz der Fügefläche durch z. B.: zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
e1 ≤ 0,1 s e1 ≤ 0,2 s e1 ≤ 0,3 s
– unterschiedliche Wanddicken sind nicht angeglichen
e2 ≤ 0,1 s e2 ≤ 0,2 s e2 ≤ 0,3 s
– Wanddickenversatz

12a Schweißnahtkreuzungen unzulässig unzulässig unzulässig

12b versetzter Nahtstoß zulässig: zulässig: zulässig:


3 x Decklagenbreite 3 x Decklagenbreite 3 x Decklagenbreite
min 50 mm min 50 mm min 50 mm

13 asymmetrische Nahtüberdeckung Schweißschuh wurde nicht mittig zur Schweißnaht geführt unzulässig zulässig, wenn ört- zulässig, wenn kei-
lich begrenzt und ne sonstigen Abwei-
keine sonstigen chungen vorhanden
Abweichungen vor- sind
handen sind

14 wellige Nahtoberfläche durch z. B.: zulässig, wenn zulässig zulässig


– ungleichmäßig aufgebrachte Schweißkraft örtlich begrenzt
– ungleichförmige Schweißgeschwindigkeit
Tabelle 5. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Oberfläche von V- oder Doppel-V-Nähten
15 raue Nahtoberfläche feine offene Bläschen, Schlieren oder Knötchen und dergleichen, unzulässig unzulässig unzulässig
durch z. B.:
– Feuchtigkeit im Schweißzusatz
– falsche Formmassentemperatur
– falsche Schweißschuhtemperatur
– ungeeignete Formmassen
– ungeeignete Aufbereitung
16 thermische Schädigung Verfärbung, Knötchenbildung, glänzende Schweißnaht- unzulässig unzulässig unzulässig
oberfläche und dergleichen
Äußerer Befund der Nahtoberfläche von Kehlnähten
17 Schweißnahtüberhöhung unzulässige Abweichung der Nahtgeometrie zulässig, wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
Sollmaß a = 0,7 s1, s2 > s1 b ≤ 0,2 a b ≤ 0,4 a b ≤ 0,6 a
jedoch max. 4 mm jedoch max. 6 mm jedoch max. 8 mm
durch z. B.:
– fehlerhaften Schweißschuh
– zu geringe Fügekraft

18 Schweißquerschnittsabweichung Abweichung vom Sollquerschnitt durch Unter- oder Überschrei- zulässig wenn zulässig, wenn zulässig, wenn
tung Sollmaß a b≥a b ≥ 0,9 a b ≥ 0,8 a
Sollmaß a = 0,7 s1, s2 > s1 b1 ≤ 1,2 a b1 ≤ 1,4 a b1 ≤ 1,6 a
durch z. B.:
– falsche Konstruktionsvorgaben
– Schrumpf des Schweißzusatzes
– falschen Schweißschuh
– mangelhaften Schweißschuh
– mangelhaften Fügedruck

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Seite 24 zu DVS 2202-1
Tabelle 5.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund von V-, Doppel-V-und Kehlnähten
19 Poren und Vakuolen einzelne, zahlreich verstreute oder örtlich gehäufte Poren bzw. kleine Einzelporen Poren und Porenzei- Poren und Porenzei-
Einschlüsse, durch z. B.: zulässig, wenn len zulässig, wenn len zulässig, wenn
∆s ≤ 0,1 s ∆s ≤ 0,15 s ∆s ≤ 0,2 s
– Dampfbildung während des Schweißens (Wasser, Lösemittel)
– durch zu schnelle / ungleichmäßige Abkühlung (Vakuolen-
bildung)

20 Bindefehler keine oder unvollständige Bindung an Gegenlage, Heftstellen und unzulässig unzulässig unzulässig
Nahtflanken, durch z. B.:
– verschmutzte Fügefläche
– zu geringe Schweißkraft
– ungenügende Erwärmung
7.8 Tabelle 6. Beschreibung der Bewertungsgruppen für berührungslose Heizelementstumpfschweißnähte (IR)

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung
1 Risse längs oder quer zur Schweißnaht verlaufende Risse unzulässig unzulässig unzulässig
sie können liegen
– in der Schweißnaht
– im Grundwerkstoff
– in der Wärmeeinflusszone

2 Wulstkerben Wulstkerben k < 0 z. B. durch unzulässig k < 0 unzulässig k < 0 unzulässig k < 0
– mangelhaften Fügedruck
– zu kurze Anwärmzeit
– zu kurze Abkühlzeit
– mangelhafte Planparallelität
– Lageveränderung des eingespannten Werkstückes während
des Schweißvorganges

3 Kerben und Riefen Randkerben im Grundwerkstoff, längs oder quer zur Schweißnaht örtlich zulässig, örtlich zulässig, örtlich zulässig,
verlaufend, z. B. durch wenn flach auslau- wenn flach aus- wenn flach aus-
– Spannwerkzeug fend und Kerbgrund laufend und laufend und
– unsachgemäßen Transport nicht scharfkantig ∆s ≤ 0,1 s ∆s ≤ 0,15 s
ausfallend jedoch max. 1 mm jedoch max. 2 mm
– Fehler bei der Schweißnahtvorbereitung
∆s ≤ 0,1 s
jedoch max. 0,5 mm

4 Versatz der Fügefläche die Fügeflächen sind zueinander versetzt bzw. Dickenunter- zulässig wenn zulässig wenn zulässig wenn
schiede sind nicht angeglichen e ≤ 0,1 s e ≤ 0,15 s e ≤ 0,2 s
– werkstoff- und dickenabhängig können bei Versatz Beeinträch- jedoch max. 2 mm jedoch max. 4 mm jedoch max. 5 mm
tigungen der Schweißnaht auftreten, z. B. PVDF

Seite 25 zu DVS 2202-1


Seite 26 zu DVS 2202-1
Tabelle 6. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Äußerer Befund der Verbindung
5 Verkanten der Fügeflächen zum Beispiel bei Rohren (Stan- bei Rohren (Stan- bei Rohren (Stan-
genware) zulässig, genware) zulässig, genware) zulässig,
– Maschinenfehler
wenn wenn wenn
– Einrichtungsfehler
– unzulässige Krafteinleitung während der Abkühlphase e ≤ 1 mm e ≤ 2 mm e ≤ 4 mm
bei Tafeln zulässig, bei Tafeln zulässig, bei Tafeln zulässig,
wenn wenn wenn
e ≤ 2 mm e ≤ 3 mm e ≤ 6 mm

6 Form des Schweißwulstes bei der Vielzahl der Werkstoffe und Werkstofftypen und den es wird empfohlen, es wird empfohlen, es wird empfohlen,
möglichen Schweißwulstausbildungen kann ein einheitliches Referenzschweißun- Referenzschweißun- Referenzschweißun-
Bewertungsschema nicht gegeben werden gen anzufertigen gen anzufertigen gen anzufertigen
und zu prüfen und zu prüfen und zu prüfen
7a Volumen des Schweißwulstes ist auffällig Schweißparameter falsch: unzulässig unzulässig unzulässig
klein/groß
– Vergleichsschweißung durchführen (Schweißparameter über-
prüfen)
7b ungleichmäßiger Schweißwulst unterschiedlich ausgebildete Schweißwülste, teilweise oder über zulässig, wenn zulässig, wenn ulässig, wenn
die/den gesamte/n Nahtlänge/-umfang: b1 ≥ 0,7 b2 b1 ≥ 0,6 b2 b1 ≥ 0,5 b2
– Verkanten des Heizelementes
– nicht winklige Fügeebene

Bemerkung: Unterschiedliche Material-Paarungen sind als


Sonderfall zu betrachten

8 Wulstoberfläche mit Blasen oder Knötchen thermische Schädigung: unzulässig unzulässig unzulässig
– Heizelementtemperatur zu hoch
– Angleich- und / oder Anwärmzeit zu lang
– Feuchtigkeit
Innerer Befund der Verbindung
9 Bindefehler keine oder unvollständige Bindung an den Fügeflächen, teilweise unzulässig unzulässig unzulässig
oder über den gesamten Nahtquerschnitt, mit/ohne Blasen oder
Knötchen, durch z. B.:
– Feuchtigkeit
– verschmutzte Fügefläche
– oxidierte Fügefläche
– zu lange Umstellzeit
– falsche Heizelementtemperatur
– zu geringe Fügekraft
Tabelle 6. Fortsetzung.

Lfd. Bewertungsgruppe
Merkmal Beschreibung
Nr. I II III
Innerer Befund der Verbindung
10 Poren und Fremdstoffeinschlüsse einzelne, zahlreich verstreute oder örtlich gehäufte Poren bzw. kleine Einzelporen Poren und Porenzei- Poren und Porenzei-
Einschlüsse, durch z. B.: zulässig, wenn len zulässig, wenn len zulässig, wenn
∆s ≤ 0,05 s ∆s ≤ 0,10 s ∆s ≤ 0,15 s
– Dampfbildung während des Schweißens (Wasser, Lösemittel,
Reiniger ...)
– verschmutztes Heizelement

11 Lunker Hohlraum in der Fügeebene, zum Beispiel durch kleine Einzelporen Poren und Porenzei- Poren und Porenzei-
– zu geringen Fügedruck zulässig, wenn len zulässig, wenn len zulässig, wenn
– zu kurze Abkühlzeit ∆s ≤ 0,05 s ∆s ≤ 0,10 s ∆s ≤ 0,15 s

Anmerkung: werkstoff- und dickenabhängig können physikalisch


bedingte Schrumpflunker bei Werkstoffen mit hoher Kristallinität,
z. B. PP, PVDF auftreten

Seite 27 zu DVS 2202-1