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Chemie Filmbericht Fürthauer David 50% 15.03.

2018
Spalt Lukas 50%

Beeinflussung chemischer Reaktionen


Die heutzutage schon extrem intensive landwirtschaftliche Nutzung und das Erstreben die
Ernteerträge zu steigern führen zu einem umfangreichen Einsatz von Düngemitteln, denn die
Pflanzennährstoffe die dem Boden durch den Anbau entzogen werden müssen auch wieder
ergänzt werden. Millionen Tonnen meist künstlich hergestellter Düngermittel werden jährlich allein
in Deutschland produziert. Diese künstliche Herstellung erfolgt durch das sogenannte “Haber-
Bosch-Verfahren”.

Pflanzen benötigen eine bestimmte Menge an Stickstoff pro Tag. Jedoch darf dies nicht
der Stickstoff aus der Luft sein, sondern er muss in einer zubereiteten, genauer gesagt
„reaktionsbereiteren” Form vorhanden sein. Der Ausgangsstoff für den sogenannten
Stickstoffdünger ist Ammoniak (NH3) und die Herstellung dieser sehr giftigen Verbindung
sollte man aber etwas genauer betrachten:
Zunächst sieht die Herstellung von NH3 relativ einfach aus, denn man nehme einfach
Wasserstoff und Stickstoff und lasse sie miteinander reagieren. Und es ist auch wahr dass
sich die beiden Stoffe miteinander verbinden, nur tun sie dies extrem langsam. Der Grund
der langsamen Reaktion liegt im Aufbau der Stickstoffmoleküle, da die N-Atome durch
Dreifachbindungen verknüpft sind und so eine sehr stabile und wenig reaktionsbereite
Verbindung darstellen. Die Chancen eine bessere Verbindung herzustellen steigen jedoch
wenn man der Reaktion Wärme zu führt (erhitzt), da aufgrund dessen die Aufprallenergie
der zwei Moleküle vergrößert wird und so dass N-Molekül leichter “aufgebrochen” wird. In
der Praxis wird dieser Vorgang in Kontaktöfen bei etwa 500°durchgeführt.
Allerdings reicht die hohe Temperatur noch nicht aus, um eine hohe
Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen und so verwendet man zusätzlich einen
Katalysator.
Erklären kann man einen Katalysator anhand des Beispiels einer Wasserstoff-Sauerstoff
Flamme. Löscht man die Flamme erst einmal, so kann man sie nur noch durch hinzufügen
einer Aktivierungsenergie in Form eines Feuerzeuges wieder entzünden. Führt man aber
einen Katalysator in Form von Platin zu, so kann man rein durch die Anwesenheit des
Katalysators das Wiederentfachen der Flamme erreichen. Dabei wird nicht mal ein
geringer Teil des Platins verbraucht. Ein weiteres Beispiel ist der Auto - Abgaskatalysator,
bei dem der eigentliche Katalysator in wabenförmige Gebilden untergebracht ist, welcher
die Reaktion von gefährlichen Stoffen wie Stickstoffoxid zu harmlosen Stoffen erleichtert.
Zusammenfassend gesagt vermindert der Katalysator die erforderliche Startenergie einer
Reaktion, und beschleunigt diese in manchen Fällen sogar zusätzlich.
Zurück zur Ammoniakherstellung, denn auch hier wird ein Katalysator verwendet.
Vermischt man also wieder Stickstoff und Wasserstoff (jeweils durch 2 Glasröhren
zusammengeleitet) so kann man anhand einer Testflüssigkeit, die nur auf Ammoniak
reagiert noch nicht wirklich etwas erkennen. Der Grund dafür ist, dass der Katalysator im
kalten Zustand so gut wie gar nicht wirkt. Erhitzt man also den Katalysator, so kann man
schon nach wenigen Sekunden eine deutliche Verfärbung der Testflüssigkeit feststellen.
Diese Verfärbung steht für die Bildung eines neuen Produktes, nämlich Ammoniak. Bevor

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man sich noch einen weitere Beschleunigungsmethode der Ammoniakherstellung ansieht,


sollte man noch wissen wie genau das der Katalysator eigentlich macht, die
Geschwindigkeit eines chemischen Vorgangs zu erhöhen.

Ein in geeigneter Weise auf den Katalysator treffendes Stickstoffmolekül, bleibt an diesem
hängen. Auch Wasserstoffmoleküle können sich an der Oberfläche des Katalysators
festsetzen. Durch dieses anhaften werden die internen Bindungskräfte der Moleküle
geschwächt, daher können sich die beteiligten N- und H-Atome verhältnismäßig leicht neu
gruppieren. Anschließen verlassen die Atomen in neuer Bindungsform, nämlich NH3
(Ammoniak) den Katalysator und machen Platz für weitere N- und
H-Moleküle die wie soeben beschrieben auch neu gruppiert
werden usw….. Dieser Ablauf kann aber auch genauso rückwärts
verlaufen.
Diesen Vorgang nennt man Katalyse (Wirksamkeit des
Katalysators). Wichtig!!: Katalysatoren beeinflussen die
Geschwindigkeit chemischer Reaktionen, OHNE dabei selbst
verbraucht zu werden!

Des weiteren Versuchen im Grunde alle chemischen Systeme


äußeren Veränderungen nachzugeben. Gut zu sehen ist dies anhand zweier Gase,
nämlich NO2 (braun) und N2O4 (farblos). Diese zwei Gase wandeln sich fortwährend um,
da nämlich einerseits N2O4- Moleküle in je 2NO2 - Moleküle zerfallen, jedoch kann diese
Reaktion auch reversibel funktionieren. Und so stellt sich im Laufe der Zeit ein chemisches
Gleichgewicht ein, bei dem die beiden Gase in bestimmten Mengenverhältnissen
vorhanden sind. Übt man nun einen äußeren Zwang auf diese Gemisch aus, so färbt es
sich in einen stärkeren Braunton. Doch überraschenderweise hellt sich das Gemisch nach
kurzem wieder auf, da es ja versucht diesem Druck gleichsam auszuweichen. Betrachtet
man dies ein wenig genauer so erkennt man, dass durch Erhöhung von Druck die
reversible Reaktion die Oberhand gewinnt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Aus 2No2 -
Molekülen werden jeweils nur 1 N2O4 - Molekül. Logischerweise verringert sich dadurch
die Anzahl der Moleküle und der Druck nimmt ab. Sichtbar machen sich
diese Veränderungen des Gleichgewichts anhand der unterschiedlichen
Brauntönen des Gemischs.

Dieses Entgegenwirken äußerer Kräfte ist natürlich kein Einzelfall, denn


der französische Chemiker H.L. Le Chatelier (1850-1936) erkannte diese
Nachgiebigkeit als eine ganz allgemeine Eigenschaft chemischer
Systeme. Das Prinzip des kleinsten Zwanges wird daher auch als das
Prinzip von Le Chatelier bezeichnet.
Nun ist der äußere Zwang nicht nur durch einen Druckänderung zu
erreichen, chemische System reagieren auch auf
Temperaturänderungen. Zum Veranschaulichen betrachtet man das Abkühlen eines
Gemisches (N2O4 und 2 NO2) in flüssigem Stickstoff. Nach mächtigen Sieden des
Stickstoff sieht man aber auch eine Entfärbung des Gemisches, das Gleichgewicht hat

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sich also auch hier wieder verschoben. Umgekehrt bemerkt man aber auch sofort wieder
einen Braunfärbung sobald man das Gemische über eine Gasbrenner wieder erhitzt. Das
Gleichgewicht verschiebt sich wieder zu gunsten der NO2 - Moleküle.
Betrachtet man auch diesen Vorgang wieder genauer, so stellt sich heraus, dass die
Reaktion von 2NO2 Molekülen zu N2O4 (energieärmer) Molekülen unter Energieabgabe
erfolgt (exotherm). Nur unter Energieaufnahme kann sich also ein N2O4 - Molekül wieder in
2NO2 - Moleküle aufspalten. Diese Reaktion ist endotherm. Im Gleichgewicht kommen die
Reaktionen der eingeschlossen Molküle im Mittel gleich häufig vor.
Wird dem System durch Abkühlung Energie entzogen, so kommt
dies der exothermen (energieliefernden) Reaktion zu Gute. Die
endotherme Reaktion gerät aufgrund mangelnder Energiezufuhr in
den Hintergrund und das Gleichgewicht wird gestört. Erst wenn sich
aus No2 - Molekülen genügend N2O4 - Moleküle gebildet haben,
stellt sich wieder ein Gleichgewicht ein. Durch die verschieden
Farbtöne der Gase, macht sich die Änderung durch verblassen der
Brauntönung bemerkbar. Beim Erhitzen (Energiezufuhr) erfolgt
dieser Vorgang genau umgekehrt, die endotherme Reaktion wird
begünstigt.

Diese Beeinflussbarkeit chemischer Systeme, macht es möglich bei


der Ammoniak - Synthese eine günstigere Ausbeute zu erreichen.
Verbinden sich nämlich Stickstoff und Wasserstoff zu Ammoniak,
so reagiert jeweils 1 Stickstoff - Molekül mit 3 Wasserstoff- Molekülen und es bilden sich 2
Ammoniak Moleküle. Aus 4 Molekülen bilden sich also 2 Moleküle und genau das, spart
im Gaszustand natürlich Platz. Verdichtet man also solch ein System, so wird die Bildung
von Ammoniak begünstigt. Deshalb arbeitet man bei der technischen Herstellung von
Ammoniak mit hohen Drücken. Durch diese Einfache Herstellung von Ammoniak unter
den bestimmten Bedingungen wurden bereits viele riesige Drucköfen errichtet.

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